mccool78 wrote...
Jack Baur wrote...
Die Surrealität den Endes ist wohl aber doch mehr auf auffallende Kreativitätlosigkeit der Authoren als auf die IT zurückzuführen.
Da ist etwas wahres dran, mit dem neuen Refusal-Ende ähnelt das ME3-Ende noch mehr dem von Deux Ex: Human Revolution. Da gibt es ebenfalls 4 mit ME3 vergleichbare Optionen, aber das Spiel war ein paar Monate eher draußen.
Eines der großen Probleme von ME3 war und ist, dass die Verantwortlichen von Bioware im Vorfeld bereits einen riesigen Hype bezüglich des Endes veranstaltet haben. Wäre ME3 und besonders das Ende ein Heißluftballon, dann könnte man mit der heißen Luft, die die BW-Leute ausgestoßen haben, bis zum Mars und zurück fliegen.
Als die Kritik am Ende immer lauter wurde, da haben sich die Verantwortlichen beleidigt und schmollend in ihre Künstlerische-Visions-Ecke verkrochen und den Spielern und damit ihren Kunden mehr oder weniger unterstellt zu blöde zu sein, da sie die Vision der Autoren nicht kapieren würden.
Als ich dann den das EC-Ende gespielt habe dachte ich mich knutscht ein Elch (oder ein Vorcha, um im Bild zu bleiben). Hatte es nicht von Bioware geheißen, sie würden das Ende nicht verändern, sondern nur erweitern? Stattdessen wurde die Sequenz mit der bunten Druckwelle und der fliehenden Normandy abgeändert. Nach der Notlandung war das Schiff plötzlich deutlich sichtbar weniger beschädigt als im ursprünglichen Ende. Die Portale "explodierten" auch nicht mehr so dolle wie vorher.
Gerade die Veränderungen zeigen mir deutlich, dass es mit der künstlerischen Vision der Autoren nicht allzuweit her sein kann und sie selbst wohl auch nicht mehr uneingeschränkt daran glauben. Oder ist die "künstlerische Vision" am Ende doch nur eine billige Ausrede für Inkompetenz und Versagen?
Schon ME2 hat bei mir stellenweise das Gefühl aufkommen lassen, dass hier nicht mehr die komplette ursprüngliche Handlung von Drew Karpyshyn vorhanden war, da sein Nachfolger bereits seine Griffel im Spiel hatte. ME3 zeigt für mich dann sehr deutlich, dass der alte Spruch von wegen viele Köche verderben den Brei, immer noch zu trifft.
Vielleicht hat man bei BW aus den DAII- und ME3-Desaster gelernt und macht es in Zukunft besser oder man wechselt das Genre und bringt nur noch Bücher heraus oder malt abstrakte Bilder und stell diese in Gallerien aus. Da können die Betrachter dann interpretieren, was das Zeug hält und die Entwickler brauchen die Bilder im Nachhinein nicht zu verändern oder zu erweitern.
PS.: Der Extended Cut soll also die IT nicht zwingend widerlegen? Da haben die Autoren von einigen Fans eine perfekte Vorlage erhalten und hätten mit dem EC nur noch einnetzen müssen. Stattdessen spielen sie wieder bis zur Mittellinie zurück, um den Angriff teilweise neu aufzubauen und dann doch über das Tor zu schießen. Immerhin wurden sie von der Fachpresse für den doppelten Spielaufbau gelobt. Das Speil verloren haben sie dennoch.