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Meine konstruktive Kritik zum Ende von ME3


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4 réponses à ce sujet

#1
Batarian_Army

Batarian_Army
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Zuerst möchte ich festhalten, dass ich von Mass Effect noch immer fasziniert bin. Selten es es einem PC-Spiel so sehr gelungen mich in den Bann zu schlagen und erst durch Mass Effect 1 und 2 bin ich auch zu Produkten von Bioware geraten.
So, nun aber Sentimentalität beiseite und es folgt meine Kritik zum Ende:

Aus Sci-Fiction Filmen ist man sehr viel gewohnt, was die Bandbreite an möglichen Enden angeht. Star Wars zum Beispiel bietet dem Zuschauer das Happy End an (sogar Darth Vader alias Anakin Skywalker darf kurz vor seinem Tod nochmal seinen Sohn mit eigenen Augen sehen und stirbt in Frieden). Andere Filme bieten da auch eher düstere Vorschauen (z.B. Alien) oder 22-minütige psychodelische Bilder (2001: Odyssee im Weltraum ist mir als guter Film in Erinnerung geblieben und das trotz des für manche Leute eher merkwürdigen und/oder sinnlosen Endes). Jedoch bin ich immer mit dem Gefühl aus dem Kino oder der DVD Nacht gegangen, etwas tolles und großartiges gesehen zu haben.
Beim Ende der Mass Effect- Trilogie blieb dieses Gefühl gänzlich aus. Hier wird ein spielbarer Film (als sowas empfinde ich Mass Effect nämlich, da immer die Illusion aufrecht erhalten wird, man könne den Ausgang der Story steuern und sich auch zwischen vorbildlichen und abtrünnigen Handeln entscheiden) in den letzten 20 Minuten in eine gänzlich andere und merkwürdige Richtung gelenkt und die Illusion der Kontrolle über das Handeln im Spiel wird komplett aufgehoben (und zwar am entscheidensten Moment der gesamten Spielzeit).

Nach 3 Spielen und mehreren Stunden Spielzeit (100 dürften es locker gewesen sein, wenn man bestimmte Gespräche zum schnelleren Durchlauf auch noch überspringt) bekommt man Enden zu sehen, die alles, aber auch wirklich alles offen lassen.

Es geht mir nicht um das "Happy Ending", sondern über den Grad der Sinnhaftigkeit, was da in den letzten 20 Minuten geschieht.

I. Warum flüchtet die Normandy und wo ist sie gestrandet?
Muss man kaum was zu sagen oder? Warum flüchtet Joker mitten in der Schlacht (noch dazu mit Leuten, die gerade noch mit mir auf der Erde zum "Beamer" gelaufen sind. Es macht einfach keinen Sinn! ÜLG oder doch durch ein Relay geflogen? Keine Ahnung und der Spieler sitzt da, und weiß nicht was gerade genau passiert und vor allem WARUM??? Es passiert einfach wie aus dem Nichts heraus und lässt jeden halbwegs mitdenkenden Spieler mit der Frage zurück, wo die überhaupt gestrandt sind (die Chancen auf einem Dschungel Planeten zu stranden, während man von einer "Explosion" (oder was aus immer das nun sein soll...siehe mehr unter Punkt II) halte ich für äußerst gering. "Space Magic" um mal einen Begriff aus dem englischen Forum zu nehmen, spielt hier schon fast eine übergeordnete und vor allem entscheidene Rolle.

II. Die Relays explodieren/ oder was machen die eigentlich?

Ich habe keine Ahnung, was das sollte. Es hinterlässt jedenfalls nicht ein bittersüßes Ende, sondern nur ein nihilistisches Ende ohne Hoffnung. Selbst wenn die  Relays nicht alles zerstören wie beim DLC Arrival (das Ende, wo Shepard noch einen Atemzug macht, deutet darauf hin), so bleibt doch der wirklich doofe Beigeschmack, dass alle Aliens nun im Sol- System gestrandet sind und sich zukünftig wohl gegenseitig auffressen müssen, damit es noch irgendwie weitergehen kann. Kroganer bekommen ja schließlich bei einem vorbildlichen Shepard die Chance auf Vermehrung was sehr problematisch wird (oder auch nicht, weil die Frauen auf Tuchanka sind). Jedenfalls kann man höchstens noch in benachbarte Sternsysteme des Sol- Systems reisen, danach war es das. Sehr unbefriedigend, ein ganzes Universum, was so liebevoll aufgebaut wurde, derartig zu verdammen.

III. Das durchsichtige Kind...
Absolut und total schockiert war ich, als dieses durchsichtige Kind (wohl in Form des am Anfang verstorbenen Kindes) auf einmal vor mir stand. In den letzten 20 Minuten einer stundenlangen Geschichte noch einen völlig unbekannten Charakter einzuführen ist storytechnisch für jeden Spieler, als auch Zuschauer in Filmen, als auch Lesern von Büchern mehr als verwirrend und lässt auf "bad writing" zurückschließen. Sowas macht man einfach nicht und jeder Drehbuchautor würde dafür von der Regie und den Produzenten einen auf die Finger bekommen, wenn diese Qualität verlangen.

IV. 3 Entscheidungen???
Die drei verschiedenen Entscheidungen am Ende sind leider, das muss festgehalten werden, ein wirklich nach dem Muster A, B oder C aufgebautes Schema. Hier hatten auch die Entwickler anderes und vor allem größeres Versprochen. Es läuft zwar auf die 16 verschiedenen Enden hinaus, diese hängen aber kaum mit den vorangegangenen Entscheidungen zusammen, sondern vornehmlich mit den 3 Entscheidungen am Ende. Leider sind die wirklich zynischen Witze über die Wahl der Farbe, Tor 1, 2 oder 3 etc. leider aus meiner Sicht berechtigt und zeigen nur allzu sehr, wie eintönig doch alles abläuft.

V. Die letzten Minuten des Outro
Hier finde ich absolut keine Worte für das, was kam. Normandy Crash, Credits, alter Mann erzählt seinem Enkel etwas über Shepard (wer die beiden sind, wo das ganze spielt usw. keine Ahnung) und dann ist Schluss.
Selbst wenn Shepard gestorben ist, hätte man ja seine Trauerfeier zeigen können, wo dann alle noch einmal seinen Mut gedenken oder was weiß ich. Mehr Klarheit schaffen wäre bei einem Titel, der sich als Ende jedenfalls dieser Mass Effect- Reihe ausgibt, wirklich angebracht. So weiß man am Ende nur sehr wenig und das, was man weiß, frustriert einen oder noch schlimmer, es verwirrt mehr, als es erklärt. Mysteriös usw. war das ganze jedenfalls nicht. Eher unsinnig und schlecht (bzw. wohl in aller Eile) geschrieben. Anders kann ich mir den Ausgang nicht erklären. Selbst bei 2001: Odyssee im Weltraum habe ich nicht so verwirrt und entgeistert vor meinem Lap-Top gesessen und gedacht: "Was hast du da gerade eigentlich gesehen???"

Soviel zur Kritik. Es folgt der konstruktive Teil.

Trotz aller Mängel die das Ende aufweist, glaube ich, dass Bioware sie retten kann. Dafür müsste man diese nichteinmal ändern, sondern nur erklären, wie es zu der Flucht der Normandy usw. kommen konnte und was nach dem Crash der Normandy passiert. Mehr wollen viele eigentlich gar nicht haben und ein "Happy Ending" im klassischen Sinne brauch man gar nicht (eigentlich hat man es ja mit der "Atemzugs Sequenz von Shepard", aber dies lässt wie alles andere am Ende zuviel Fragen offen und führt nicht weiter aus, was danach passiert). Ich für mich persönlich brauch keine "blaue Kinder mit Liara" Sequenz oder sowas (schön wäre es zwar auch, aber nicht unbedingt nötig).
Paul Barnett hat neulich die Diskussion um die Freiheit und Veränderbarkeit der Enden von Mass Effect mit Harry Potter verglichen. Ich nehme mir das nun mal kurz zum Vorbild, nur um etwas zu verdeutlichen: Das Ende von Mass Effect 3 ist so gestaltet, als würde im siebten Band von Harry Potter bei der Todesszene von Harry im Wald nach dem grünen Avada Kedavra nur noch merkwürdiger Kram erzählt werden und nachdem er wieder von den Toten auferstanden ist, nur noch kurz gezeigt werden, wie er einen Atemzug macht und Voldemort Tod umfällt. Danach kommt der Abspann (ohne die Szene 20 Jahre später usw.)! Genau so fühlt sich das Mass Effect 3 Ende an. UNFERTIG!
Es ist nicht mega-schlecht, aber auch nicht gut , sondern bewegt sich im Bereich: äußerst verbesserungswürdig bzw. äußerst erklärungswürdig.
Persönlich erhoffe ich mir KEIN neues Ende, sondern dass die bestehenden Enden erklärt, ausgeführt und ergänzt werden, damit wir endlich wissen, was aus all den lieb gewonnen Charaktern von Wrex bis Tali, den ganzen Alien-Völkern usw. geworden ist, statt uns ins Dunkle raten zu lassen mit Theorien, die beispielsweise die Indoktrination von Danach sollte es glaube ich nur noch wenig zu kritisieren geben und die Freiheit, die die Entwickler bei der Gestaltung ihrer Kunst haben (Games sind Kunst, genau wie Filme!!! jedenfalls meiner Meinung nach), würde darunter nichteinmal leiden, weil nichts ersetzt wird, was sie erfunden haben!!!

So, dass sollte vorerst einmal an geschriebenen Dingen reichen. Ich vertraue Bioware soweit, dass die das Ende weiter ausführen werden und per DLC für Klarheit sorgen werden (vielleicht sogar kostenlos, wenn wir Gück haben). Falls nicht, habe ich ein wunderschönes Spiel gespielt, welches dann aber am Ende kein Ende hat, sondern nur ein einziges, riesiges ? hinterlässt. Hoffe ich bin mit meiner Meinung hier nicht allein und hoffe nun auf eine anregende Diskussion über meinen Beitrag.

In diesem Sinne
Bis später!-_-

Modifié par Uwe211, 26 mars 2012 - 09:34 .


#2
grubi121

grubi121
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Ja, das Ende war ein erzähltechnischer Fehlschlag: Starchild, Jokers Flucht, Illusive Man der plötzlich auf der Citadel auftaucht, Zerstörung der Mass Relays als die gesamte Galaktische Flotte im Sol System ist und damit dort Festhängt, 16 Variationen der gleichen Enden, Squadmates die Zuerst auf der Erde mit dir Kämpfen und plötzlich aus der Normandy aussteigen, keine einzige vorherige Entscheidung ausser der War Assets macht einen Unterschied obwohl es in der Werbung so suggeriert wurde.

und das Schlimmste: Die Erklärung warum es die Reaper gibt. Wir schafften Synthetics die euch auslöschen damit euch eure eigenen Synthetics nicht auslöschen. GZ unendlicher Idiotencycle den keine Halbwegs intelligente Lebensform kreieren würde.

Aber sowas kommt raus wenn man den Storywriter von einer laufenden Geschichte abzieht und Leute beauftragt dis nichtmal gebacken bekommen ein Buch (Mass Effect Bd.4) fehlerfrei in das Universum zu Integrieren. IIRC

Die gesamte Geschichte von ME3 ist extrem abgeflacht im vergleich zu ME1/2.

#3
kakyo01

kakyo01
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der Bruch mit der ME-Geschichte geht eigendlich schon früher los... das 'Starchild' ist nur das Tüpfelchen auf dem I ... (und es ist nichts anderes als 'bad writing' knappe 10min vor dem Ende noch einen neuen Charakter in eine 100 Stunden lange Story zu prügeln, der (fast) nie erwähnt wurde)

aus ME1:
- Sovereign kann das Signal nicht an die Keeper schicken
die Keeper haben sich weiterentwickelt und gehorchen nur noch den Befehlen der Citadel und die Protheaner von Ilos haben den Code der Citadel umgeschrieben, damit diese nicht mehr den Startbefehl der Reaper weitergeben kann

dieser Punkt scheint mit dem Starchild hinfällig zu sein (und damit auch die komplette Story von ME1), da der Catalyst/Starchild behauptet die Citadel zu "sein"... wenn das Starchild wirklich in der Citadel 'zu hause' ist war Sovereigns Aktion vollig sinnlos (schliesslich kontrolliert das Starchild die Reaper immer noch)

- Citadel kontrolliert alle Mass Relays
Vigil auf Ilos hat erklärt, das die Reaper vor ~50,000 Jahren durch das Citadel-Relay kamen und die Kontrolle über alle Relays übernommen haben und diese abgeschaltet haben (die Protheaner saßen damit auf ihren Planeten fest)

warum haben die Reaper das nicht in ME3 gemacht nachdem sie die Station übernommen haben... wären die Relays abgeschaltet gewesen, hätte Shepard seine Flotte nie zur Erde bekommen (zumindest nicht in der Zeit)

- der Name "Reaper"
in ME1 gab es ein gespräch zwischen Shepard in Sovereign indem Sovereign auf diesen Namen angesprochen wurde... Sovereign sagte dann seine Rasse hätte keinen Namen. Der Ausdruck 'Reaper' stammt von den Protheanern um der Zerstörung einen Namen zu geben

in ME3 stellt sich das Starchild als Herrscher/Erbauer der Reaper vor (woher weiss die AI von dem Namen... hat er 'uns' zugehört?) und warum tritt es in der Form des verstorbenen Kindes vor uns?

- - -

mein Fazit:
mir persönlich reicht eine "Erklärung" zu den bestehenden Enden nicht, da sie nicht zu erklären sind... ausser man schreibt die Charaktere von ME nochmal um und macht aus Joker nen Feigling, etc

die einzige Möglichkeit, die ich persönlich als Ausweg sehe, ist die Indoc-Theorie, da man dadurch das Starchild und alle 3 Enden aus der Gleichung entfernen kann ohne sie wirklich aus dem Spiel zu nehmen

#4
MianArkin

MianArkin
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grubi121 wrote...

Aber sowas kommt raus wenn man den Storywriter von einer laufenden Geschichte abzieht und Leute beauftragt dis nichtmal gebacken bekommen ein Buch (Mass Effect Bd.4) fehlerfrei in das Universum zu Integrieren. IIRC

Die gesamte Geschichte von ME3 ist extrem abgeflacht im vergleich zu ME1/2.


Ich wiederspreche hier.
Nicht die Ganze Geschichte, zumindest nicht die ersten 99%.
Diese sind Durchaus hervorragend gelungen.
Jedoch fällt ein Fehler (vorallem ein so Schwerwiegender), bei einer Grandiosen Geschichtsführung auf, vorallem wenn dieser auchnoch den Finalen Schluss bildet.

#5
Sp3ctres

Sp3ctres
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Ich stimme dem Urheber dieses Threads absolut zu!
Besser lässt es sich wohl nicht ausdrücken was ich mir gedacht habe!
Zu den ganzen Leuten hier die Storytechnische Fehler ansprechen.
Sicher, bei der Sache mit dem Starchild fällt es mir auch schwer das anzunehmen, das ist einfach ein schwerwiegender Fehler!
Aber der ganze andere Kleinkram ist wohl das pingeligste Fehlersuchen, dass ich je gesehn habe!
Ein wenig Tolleranz darf man bei einem solch großen Projekt ja wohl erwarten!