Einige Minuten später: Admiral Anderson stand neben mir auf einem Hügel, vor uns eine lange, freie Fläche auf dem Weg zum Transportstrahl. Kaum rannte ich los gefror mir das Blut in den Adern. Harbinger landete neben dem Strahl und begann uns mit unheimlich starken Laserstrahlen-of-Doom zu beschiessen... ich weichte ihnen aus, rante im Zickzack über den Pfad bis der Strahl mich dann doch noch traf. Als Shepard, schwer verletzt, völlig ungerüstet und nur mit einer Pistole in der Hand aufstand und auf den Strahl zuging gefror mir das Blut in den Adern... doch ab dem Moment in dem ich den letzten Marodeur erschoss empfand ich etwas völlig anderes: Enttäuschung.
Die Szenerie hatte sich verändert, alles erschien irgendwie... falsch. Der gesamte Weg durch die Citadel, der Funkverkehr mit Anderson, der Dialog mit Anderson und dem Unbekannten erschien mir völlig falsch... unpassend... nicht richtig! In diesem Moment wäre das für mich noch verzeihbar gewesen. Doch dann fuhr ich ein Stockwerk höher und traf noch ein letztes Mal auf dieses grauenvolle Kind. Es stellte sich mir als Katalysator vor... behauptete es hätte die Reaper erschaffen, faselte irgendetwas von "seiner" Lösung für das Chaos...
Und Shepard, der mich durch drei epische Spiele begleitet hatte, mit dem ich Freude, Kummer und Leid teilte, war plötzlich nicht mehr er selbst. Er hinterfragte nicht, er kommentierte nicht, er nahm einfach alles hin was diese Gestalt - deren Existenz mir völlig unlogisch erschien - ihm erzählte.
Alles war verdreht, die Kontrolle über die Reaper - eine Möglichkeit die ich und Shep seit wir davon hörten konsequent ablehnten, war plötzlich blau, es erschien als das "Gute", die Vorbild-Option.
Die Zerstörung der Reaper - das Ziel, das ich immer hatte - erschien als Böse, Abtrünnig, obwohl ich es immer vorhatte.
Dann gab es noch die Synthese... etwas das mir noch unlogischer erschien als die gesamten Ereignisse drumherum. Verschmelzung eines synthetischen Reaper-Wesens und eines Menschen? Das ergibt keine neue DNA, es ergibt nur neue Husks, die Reaper gewinnen.
Ich musste mich entscheiden, ich entschied mich für die Zerstörung alles synthetischen und - laut dem Katalysator - shepard selbst. Was folgte war frustrierend, ein gewaltiger Mangel an Information, praktisch kein Epilog, meine Crew und mein Schiff - geflogen vom besten Piloten der Allianz - flohen aus einem mir VÖLLIG unerfindlichen Grund durch den Hyperraum... und landeten auf einem Grünen Planeten / magische Planetenoase / Hinterhältige Todesfalle... Alles erschien... surreal.
Ich war enttäuscht, entrüstet, zertrümmert... Das Ende erschien mir falsch... unvollendet... es kam mir einfach nicht so vor als wäre es etwas was BioWare tun würde... Ich schmiss das Spiel in die Ecke und hatte keine Lust mehr... Zwei Tage später begann ich den Multiplayermodus zu erkunden (Und war erfreut, der ist mal RICHTIG gut gelungen!). Dort traf ich jemanden der mich auf einen Post im Englischsprachigen BioWare-Forum verwies, der die sogenannte Indoktrinationstheorie erläutert.
Für die die der englischen Sprache mächtig sind: http://w11.zetaboard...opic/7698722/1/
Deutsch: https://docs.google....5XUU/edit?pli=1
Nachdem ich mich intensiv mit dieser Theorie (ich kürze jetzt mal IDT ab) auseinandergesetzt hatte musste ich mir das ganze noch einmal mit eigenen Augen ansehen. Ich startete Mass Effect und spielte es noch einmal durch, penibel auf all die kleinen Details achtend... und war überrascht! Ich entdeckte vieles, was ich im ersten Spieldurchlauf verpasst hatte, Details, Kommentare, unpassende Dinge... und kam - erneut - zur Mission auf der Erde. Ab dem Moment in dem Harbinger's Strahl mich traf - also dem Moment, wo beim ersten mal alles blöd wurde - achtete ich noch mehr auf alles was um mich herum passierte... die Waffe, die tatsächlich unendlich Munition hat (beim ersten Mal hatte ich nach den Husks und nach dem Marodeur jeweils aus Reflex nachgeladen), die Unstimmigkeiten in den Dialogen, die Parallelen zwischen ME1-Saren und ME3-Unbekannter... und alles ergab plötzlich einen Sinn. Inzwischen bin ich soweit das ich das Ende liebe. Ich weiss nicht ob BioWare das alles so geplant hatte (Falls ja: Ohmeingott ihr seid die besten!), aber es war das beste was mir passieren konnte.
Ich empfehle deswegen allen die das Ende blöd finden: Lest die IDT, setzt euch damit durcheinander, spielt zumindest das Ende nochmal, genießt es. Ihr werdet eure Meinung ändern.
Meine Meinung im ersten Moment dazu war, das das "Ende" gar nicht das Ende ist, sondern nur ein Zwischenschritt, und wir das WAHRE Ende noch nachgeliefert bekommen... bis der Post von Dr. Ray Muzyka ( http://social.biowar.../index/10442919 ) herauskam. Erneut war ich enttäuscht, bis ich auch hierrüber nachdachte...
Dr. Muzyka sagt zwar das das Ende nicht geändert wird... aber es steht nirgendwo geschrieben das das Ende auch das Ende IST!
Kurz gesagt: Die IDT hat das Spiel für mich um Längen besser gemacht, ich würde es jederzeit erneut kaufen und werde es immer wieder durchspielen.
Eins der besten Spiele die es gibt. Danke BioWare.
Modifié par Ravensfang, 29 mars 2012 - 01:55 .





Retour en haut






