Hier ist das nächste Kapitel, ich hoffe es gefällt und macht lust aufs nächste:D denn da kommt mal wieder etwas abwechslung ins triste Soldatenleben..... aber ich will ja nicht zu viel verraten:P
Viel Spass
Kapitel 11
Jenni lag in ihrem Bett , als
sie plötzlich eine Hand spürte, die sanft über ihre Schulter streichelte.
Langsam glitten die fremden, aber dennoch vertrauten Finger, über ihre Haut,
sie erkannte Kiaras Berührungen und ließ sie vorerst gewähren. Langsam wanderte
die Hand über ihren Körper, sie wanderte langsam über ihren Hals und dann über
ihr Schlüsselbein nach unten. Jenni spannte sich an, als die Hand ihrer
Freundin sich langsam unter ihren BH schob. „Doch nicht hier, was wenn jemand
aufwacht?“ flüsterte Jenni leise. Doch als Kiara begann sie fester zu
streicheln, wollte Jenni sich umdrehen. Noch bevor sie ihre Augen öffnen
konnte, wurde sie durch ein ohrenbetäubendes metallisches Scheppern geweckt.
Sofort fuhr Jenni ruckartig hoch. Einer der Ausbilder, die sie am gestrigen
Abend trainiert hatte, stand mitten im Zimmer und schlug wie ein Bekloppter mit
dem Deckel eines Blechmülleimers gegen den dazugehörigen Eimer. Alle Rekruten
waren sofort aufgeschreckt, aus den
Betten gesprungen oder gefallen. Aufstehen! In 2 Minuten auf dem Hauptplatz,
Zeit für den Frühsport!“ rief der Ausbilder mit ernster Stimme. Nachdem die
gerade Geweckten ihren Schock verarbeitet hatten, machte sich sofort Unmut über
die Weckmethode breit. In dem 2. Zimmer, in dem die andere Hälfte der Rekruten
schlief, war anscheinend dasselbe passiert. Die anderen Rekruten schienen
ebenfalls genervt zu sein, als sie aus ihrem Zimmer traten. Jenni war gerade
dabei ihre Schuhe zu binden, als ihr die Erinnerungsfetzten ihres Traumes noch
einmal durch den Kopf gingen. Sie hatte seit Ausbildungsbeginn öfters von Kiara
geträumt, anfangs waren ihr ihre unanständigen Träume noch unangenehm gewesen,
doch mittlerweile hatte sie sich daran gewöhnt. Auch wenn sie es nicht
zugegeben hätte, hatte sie sogar etwas Gefallen daran gefunden. Doch Zeit um
weiter darüber nachzudenken blieb ihr nicht mehr, sie musste sich beeilen.
Unten auf dem Platz angekommen, erwarteten sie der Colonel und einige andere
Ausbilder bereits. Sehr zu Leidwesen der jungen Soldaten, durften sie denselben
Kurs, wie am Tag zuvor, laufen und sich wieder an den “Spaßpausen“ erfreuen.
Die motivierenden Zwischenrufe des Colonel wie „Macht schon, ihr müden Säcke!“
und „Verdammt, bewegt eure Ärsche, wir sind hier nicht beim
Sonntagsspaziergang!“ trugen auch unglaublich zur Stimmung der Rekruten bei.
Nach ihrem äußerst anstrengenden Ausflug, durften sie wieder Frühstücken. Der
Appetit hielt sich jedoch wieder in Grenzen, die Meisten mussten sich zum essen
zwingen.
„Wenn ich mir euch so ansehe, dann glaube ich, es wäre besser, dass wir uns
heute eurer Biotischen Ausbildung zuwenden, denn die Meisten von euch sehen
noch ziemlich fertig aus. Ich bin ja kein Unmensch, also lassen wir das
Fitnesstraining heute sein.“ Erstaunt über die Milde des Colonels, tauschten
die Soldaten erfreute Blicke aus. „Wir treffen uns in 10 Minuten auf dem
Trainingsgelände, den Weg werdet ihr zu Fuß schon schaffen.“ Kaum hatte er den
Raum verlassen, brachen unter den Soldaten eifrige Gespräche aus. „Da ist
garantiert irgendwo ein Haken, ich kann mir nicht vorstellen, dass er aus purer
Nettigkeit auf das Fitnesstraining verzichtet“ meinte Ivana misstrauisch.
„Klar, erinnerst du dich noch an das Training an der Akademie? Weißt du noch
wie kaputt wir nach einem Nachmittag des Trainings waren? Was denkst du wie die
uns hier rannehmen.“ Selak schaute sie besorgt an „Ich bin mir gar nicht
sicher, ob es wirklich ein Grund zum jubeln ist, dass wir unsere Biotiken trainieren,
anstatt der körperlichen Fitness. Dieser Tag hat gerade erst begonnen, und ich
habe jetzt schon ein ganz mieses Gefühl.“ „Ach du bist ein Pessimist, Selak,
schlimmer als Gestern kanns ja kaum werden“ antwortete Joshua, er schien recht
fröhlich zu sein. Er lächelte zufrieden und schaufelte bergeweise Cornflakes in
sich hinein. „Hast du heute Morgen in der Lotterie gewonnen oder warum bist du
so fröhlich?“ Denis fragender Blick ruhte auf seinem Freund. Dieser antwortete
ihm mit vollem Mund „Nichts, ich bin einfach nur gut gelaunt.“ „Hei, nach dem
erwachen heute Morgen würd ich es verstehen, wenn du jeden anschreien würdest,
der dich anspricht, aber nicht das du hier grinsend dasitzt und dich einfach so
freust“ antwortete Deni. „Du musst immer versuchen positiv zu denken, es könnte
schlimmer sein…. Stell dir vor du würdest so aussehen wie Alex.“ Ein Grinsen
ging durch die Runde, Joshuas gute Laune schien die Anderen ebenfalls
aufzuheitern. „Aua!“ Alex hatte Joshua unter dem Tisch gegen das Schienbein getreten.
„Hei bevor ihr euch hier Gegenseitig verstümmelt, sollten wir besser gehen, ich
glaube der Colonel reagiert nicht so gut auf Verspätungen“ meinte Kiara, sie
war bereits aufgestanden und hatte ihr Tablett weggeräumt. Die restlichen
Soldaten taten es ihr nun gleich und machten sich auf den Weg zu dem etwas mehr
als 500 Meter vom Stützpunkt entfernten Trainingsgelände. Das Areal, das mit
“Biotik-Trainingsplatz“ beschrieben war, lag mitten auf einer Lichtung im Wald.
Der 100x100 Meter große Trainingsbereich war von einem zwei Meter hohen
Maschendrahtzaun, mit Stacheldraht am oberen Ende, umgeben. Im inneren der
Abzäunung waren einige Mauern, sowie diverse Übungsziele zu sehen. Das
Eingangstor stand offen, also traten die Soldaten ins Innere des Geländes, der
Colonel und einige Ausbilder warteten bereits auf sie.
„Das hier wird unser neuer Spielplatz, wir werden hier viel Spaß haben“ rief
der Colonel mit lauter Stimme. Jenni sah sich um, auf der rechten Seite von ihr
waren einige Mauern, sie dienten der Simulation eines Häuserkampfes. Auf der
anderen Seite hingen, an einem Gerüst befestigte, Boxsäcke. Die frische Luft
und die aufgehende Sonne vermittelten ein sommerliches Gefühl. „Ihr alle habt
auf der Akademie gelernt, wie ihr eure Biotiken einsetzten müsst, das ist ja
schön und Recht, aber das meiste davon könnt ihr gleich wieder vergessen, weil
es nutzloser Müll ist! Euch wurde beigebracht eure Biotiken vorsichtig zu
gebrauchen und nie mit voller Wucht, diese Barriere müssen wir gleich mal
wieder einreißen. Wenn ihr eine Biotik einsetzt, dann ist euer Ziel nicht den
Feind zu streicheln, sondern ihn zu zerfetzten!“ Der Colonel begann auf dem
staubigen Boden vor den jungen Soldaten auf und ab zu gehen. „In der Armee ist
das Allgemeine Vorurteil verbreitet, dass wir Biotiker nichts einstecken können
und empfindlich seien. Das ist kompletter Bull****! Im Gegensatz zu anderen
Soldaten und Technikern, verlässt sich ein Biotiker nicht nur auf seine
Schilde, seine Rüstung und seine technischen Spielereien. Wir sind auch ohne
Gewehr niemals unbewaffnet, wir können auch ohne Rüstung und Schild einiges
einstecken! Und nur deshalb, weil wir uns zu 100 Prozent auf unsere Körper
verlassen müssen, ist es ein Muss, dass wir stets in Bestform sind. Ein gut
trainierter Biotiker kann auch nackt ein dutzend kugeln einstecken, ohne
draufzugehen, alle Anderen würden bei dem Versuch den Löffel abgeben. Versagt
jedoch eure Barriere, euch geht die Kraft aus oder ihr werdet unachtsam, seit
ihr am Arsch! Ihr versteht was ich meine, egal was ihr falsch macht, es wird
tödliche Konsequenzen haben, für euch oder eure Kameraden!“ Während der letzten
Worte hatte er sich wieder vor sie gestellt und seinen Blick durch die Runde
schweifen lassen. Die jungen Soldaten schienen etwas nervös zu sein, die
meisten traten von einem Fuß auf den anderen. Keiner von ihnen wusste, wie sie
jetzt trainiert werden würden und was
sie lernen würden. „Also, fangen wir an. Zuerst werden wir gleich mal testen
wie stark ihr seid.“ Die Ausbilder traten auf sie zu und nahmen jeweils vier
der Biotiker zu sich. „Da drüben sind Zielscheiben, ich will dass ihr alle ein
Wurffeld darauf schießt. Gebt alles, setzt eure ganze Kraft ein.“ Jeweils einer
der vier Biotiker trat nach vorne und attackierte das Ziel, wie von ihnen verlangt.
Nach einigen Runden, in denen ihre Ausbilder sie korrigierten und ihnen
technische Ratschläge gaben, machte der Colonel eine Runde und schaute sich die
Bemühungen seiner Schützlinge an. Als er die Runde beendet hatte stellte er
sich wieder vor die Gruppe und schaute sie mit verzweifeltem Blick an. „Ich
darf doch davon ausgehen, dass ihr euch jetzt gerade ins Zeug gelegt habt,
oder?“ Ein nicken ging durch die Gruppe. „Verdammt, und ich hatte gehofft ihr
hättet mich bloß veralbert. Das ist ja grausam, das ist die erbärmlichste
Scheiße, die sich jemals jemand traute Biotik zu nennen, die ich je gesehen
habe! Das ist noch weniger als Scheiße, das ist Abfall, was zur Hölle habt ihr
denn auf der Akademie gelernt, etwa diesen Mist?!“ Gott verdammt, was soll ich
bloß mit euch machen, wenn ihr die besten Biotiker eures Jahrgangs seid, dann
geht’s mit der Galaxie aber verdammt steil bergab!“ Der Colonel schrie schon
fast, er schien maßlos enttäuscht. Die angehenden Biotiker schienen sich zu
schämen. Jenni war erstaunt gewesen, wie heftig der Einschlag ihrer Geschosse
gewesen war, die neuen Implantate schienen wesentlich besser zu sein, als ihre
Alten. Doch nach dieser vernichtenden Kritik fühlte sie sich direkt nutzlos.
Nachdem er tief durchgeatmet hatte, stellte sich der Colonel vor eines der
Ziele und schaute nach einem kurzen Blick zu Boden wieder die restlichen
Anwesenden an. „Ok, na wenigsten haben wir noch viel Steigerungspotenzial und
genug Zeit, um euren gigantischen Übungsbedarf zu decken.“ Nun wendete er sich
dem Boxsack zu, der ihm am nächsten war. Ein blauer Schleier bildete sich um
seinen Körper herum, bei einem ruckartigen Schritt nach vorne schleuderte er
mit einem lauten Schrei ein blau schimmerndes biotisches Geschoss auf das Ziel.
Die Wirkung war drastisch, die Verankerung des mehrere dutzend Kilo schweren
Sackes, wurden aus dem Balken, an dem sie hingen, gerissen und der Sack wurde
mehrere Meter durch die Luft geschleudert, bevor er auf dem Boden aufschlug.
„So sollte das aussehen, und ihr habt noch wesentlich mehr potenzial als ich,
da ihr bereits früher gefördert wurdet.“ „Sie sind Biotiker?!“ platzte es aus
Jenni heraus. „Ja, wie sollte ich euch denn sonst trainieren? Ich wurde als
einer der Testkandidaten für das BDF Projekt ausgewählt, bin aufgrund meines
Alters jetzt aber bereits zu alt, um noch weitere Missionen zu machen. Deshalb
wurdet ihr Rekrutiert, damit ihr direkt mit der neuen Technik zusammen das
Training durchläuft. Jedenfalls werdet ihr jetzt erstmal weiter üben!“ Jenni
war peinlich, dass die Frage einfach aus ihr herausgeplatzt war. Doch die
Anderen schienen ebenfalls zu erstaunt zu sein, um sich auf sie zu
konzentrieren. „Also los, weitermachen!“ warf der Ausbilder ihnen entgegen.
Jetzt motiviert trat Jenni nach vorne, sie hatte gesehen, was sie alles
erreichen konnte und wie stark ihre Biotiken werden könnten. Ein biotisches
Feld baute sich um sie herum auf und sie schleuderte mit aller Kraft ein
Geschoss auf das Ziel. „Du sollst das Ziel wegkicken und nicht kitzeln, also
noch einmal und diesmal richtig!“ Etwas verärgert darüber, dass der Ausbilder
zu ignorieren schien, welche Mühe sie sich gab, versuchte sie es erneut. Mit
jedem Versuch, der mit einer abwertenden Aussage kommentiert wurde, wurde Jenni
wütender. Nach einigen dutzend Versuchen, konnte Jenni spüren, wie ihre Arme
langsam taub wurden, doch sie zwang sich weiterzumachen. Der Rest ihres Teams
zeigte auch erste Ermüdungserscheinungen, die meisten begannen schwerer zu
atmen und die Angriffe wurden immer schwächer. Nach einer Weile griff der
Colonel ein „Das ist ja nicht mehr zum mitansehen, los alle hier rüber!“
Reeston stellte sich vor die ganze Gruppe hin und strich sich über die Stirn.
„Ok, wir lassen das mit den Angriffen mal sein und konzentrieren uns erst mal
auf was Allgemeineres. Welche Techniken habt ihr auf der Akademie denn
gelernt?“ Erst mal meldete sich niemand, aber nach einer Weile war es Selak,
der das Schweigen brach. „Na ja, also Singularitäten, Wurf, Zug und Hubfelder,
sowie grundlegende Barriere und Spähren.“ „Hm….Ok“ antwortete Reeston
nachdenklich. „Diese Techniken können im Kampf zwar auch nützlich sein, richten
aber kaum Schaden an. Es gibt aber noch andere Techniken, diese sind jedoch für
Privatpersonen verboten und werden nur im Militär oder in privaten
Spezialfirmen gelehrt. Diese sind bei richtiger Anwendung tödlich und zielen
auch darauf ab, dem Feind möglichst großen Schaden oder Schmerzen zuzufügen. So
zerreißt ein Warp oder Aufspaltungsfeld den Gegner langsam auf molekularer
Ebene oder ein Stasefeld blockiert sämtliche Bewegungen. Mit einem biotischen
Sturmangriff könnt ihr schnell die Distanz zwischen euch und dem Feind auf null
bringen und ihn gleichzeitig noch brutalst umhauen. Wir werden euch diese
Techniken in den nächsten Wochen beibringen .
„Lehnt euch jeweils etwas nach hinten und springt dann mit
voller Kraft nach vorne. Konzentriert euch dabei auf eure Biotik, blendet den
Rest um euch herum einfach aus. Es spielt noch keine Rolle wie weit ihr kommt,
wichtig ist nur, dass es ein Kontrollierter Sprung wird!“ Jenni, Kiara, Ivana
und Arsilia hatten sich zusammengeschlossen und an einen der Ausbilder gewandt.
Dieser hatte ihnen erklärt, wie ein biotischer Sturmangriff funktioniert und
was sie dabei alles beachten müssen. Jenni konzentrierte sich, sie atmete tief
durch, die Erklärung des Ausbilders hatte ganz einfach geklungen….
zurücklehnen, konzentrieren, nach vorne springen und sich mittels seiner Biotik
nach vorne katapultieren. Doch in der Praxis war das ganze wesentlich
komplizierter, sich auf so viele Dinge auf einmal zu konzentrieren war gar
nicht so einfach. Sie waren bereits seit einigen Stunden am trainieren, bis vor
wenigen Minuten hatten sie versucht einen Warp-Angriff zu schaffen, vergebens.
Entweder kam ein normales Wurffeld heraus oder der Warp zerfiel sofort wieder.
Um den Körper etwas anders zu belasten, hatten sie nun Technik gewechselt. Ein
Schleier aus biotischer Energie bildete sich um Jennis Körper. Mit einem Satz
sprang sie nach vorne, ein biotisches Feld baute sich um sie herum auf und riss
sie nach vorne. Erschrocken durch die Wucht des Schubes, verkrampfte sich Jenni
und das Feld brach sofort zusammen. Stolpernd fiel Jenni wieder zu Boden. Jeder
Versuch das Gleichgewicht zu halten war vergebens, sie fiel flach nach vorne
auf den Bauch. Der Boden war hart, eine kleine Staubwolke wurde durch ihre
Bauchlandung aufgewirbelt. „Das sah ja elegant aus!“ Rief Selak, der in ein
paar dutzend Metern Entfernung stand. „Alles in Ordnung?“ erkundigte sich der
Ausbilder besorgt. „Ja, nichts passiert, das war etwas unerwartet“ antwortete
Jenni, als sie sich aufrichtet, während sie Selak den Mittelfinger zeigte.
„Verdammt, ich habe kontrolliert gesagt, du kannst froh sein, dass deine
Biotiken noch dermaßen erbärmlich sind, ansonsten hättest du jetzt vielleicht
ernsthafte Probleme“ tadelte er sie. „Bei einem Sturmangriff könnt ihr bis zu
einhundert Sachen drauf bekommen, wenn ihr euch selbst da nicht komplett
vertraut, kann das hässlich enden. Ich meine, wenn eure Barriere oder das Feld
um euch herum versagt, knallt ihr mit hundert gegen einen Mauer, da seid ihr
mausetot. Wisst ihr, was das für einen Papierkrieg gibt, wenn mir eine von euch
verreckt? Verflucht, von jetzt an passt ihr besser auf, klar?!“ „Ja Sir“
antworteten die Soldaten synchron. Jetzt war der Ehrgeiz der ganzen Gruppe
geweckt, ein Wettkampf brach aus. Innerhalb einer Stunde schafften sie alle
einige Meter, einen richtigen Angriff schaffte aber keiner, dafür war die Angst
noch zu groß. Das Gefühl von einer unsichtbaren Kraft nach vorne gerissen zu
werden und zu sehen wie der Boden unter einem durchraste, war sehr
nervenaufreibend und brauchte viel Mut. Wenn das Feld zusammenbrach, landete
man ungebremst auf dem Boden, was bei vollem Tempo tödlich sein würde. Der
Reflex die Augen beim Sprung zu schließen war ebenfalls hinderlich, denn das
einzige was noch schlimmer war als einen solchen Sprung zu machen, war ihn mit
geschlossenen Augen zu machen. „Wow, langsam Mädels, bevor ihr hier zu große
Sprünge macht, solltet ihr vielleicht noch schnell die Landung üben. Es gibt 2
Möglichkeiten, erstens; die Gezielte Landung, das heißt ihr zielt vor dem
Sprung auf einen Gegner und trefft den mit voller Wucht. Dabei wird eure
gesamte Bewegungsenergie auf den Gegner übertragen…. Vorausgesetzt er ist
selbst kein Biotiker und perfekt auf diese Situation vorbereitet, was etwa
einmal unter einer Milliarde Fälle der Fall sein wird, ist er am Arsch. Dann
rechnet selbst, Masse mal Beschleunigung, mit voller Ausrüstung werdet ihr etwa
einhundert Kilo wiegen, mal einhundert KM/h….“ Die Soldatinnen tauschten kurz
erstaunte Blicke aus. Die aus einem solchen Angriff resultierende Kraft war
gewaltig. „Die zweite Methode ist der Abbruch, dabei müsst ihr aber sehr viel
Kraft aufbringen, deshalb empfehle ich euch das nur im Notfall zu tun,
ansonsten werdet ihr schnell aus der Puste sein. Und wenn ihr dabei was falsch
macht, dann wird’s euch grausam auf die Fresse hauen, einen ehemaligen Kollegen
hatts mal so verstrichen….“ „Ehemalig? Ist er….“ „Nein, aber er hatte danach 3
Monate Spitalaufenthalt und den Rest seines Lebens Schmerzen…. Ich glaube ihr
wisst, was ich euch damit zeigen will.“ Eilig nickten die jungen Frauen. Der
Gedanke daran dasselbe Schicksal zu erleiden, machte es nicht gerade leichter
sich zu überwinden mit voller Kraft zu springen. Aber das war jetzt ja auch
gerade nicht nötig, da sie jetzt die Landungen übten. Dafür mussten sie nur
einen kurzen Sprung machen, damit sie langsam anfangen konnten. Die ersten
Angriffe waren noch etwas zögerlich und schwach, manche gingen auch schief und
die Soldaten wurden zurückgeschleudert oder krachten ungeschützt gegen den
Sandsack. Nach kurzer Zeit atmeten sie bereits schwer, der Sturmangriff war
eine der anstrengendsten Techniken. Doch ungeachtet der Anstrengungen machten
sie alle weiter, es war nun nicht mehr der Ausbilder der sie antrieb, sondern
der Wille immer besser zu werden und immer härter angreifen zu können. Schritt
für Schritt steigerten sie Distanz und Geschwindigkeit.
Der Mittag war gerade vorbeigegangen, als die Soldaten die Kantine verließen,
das Training ging nun weiter, obwohl sie noch alle müde waren, freuten sich die
meisten der Studenten auf das Training. Trotz der militärischen Strenge, war es
toll sich weiterentwickeln zu können. Es herrschten eifrige Gespräche, alle
diskutierten über das gelernte und das noch angestrebte. Eine schwüle Brise
wehte und der Himmel war von einigen Wolken bedeckt, es würde wahrscheinlich
bald regnen . „Was muss ich eigentlich
machen, um einen Warp zu Stande zu bekommen?“ fragte Alex die anderen
Anwesenden. „Hm…. keine Ahnung, ich habe selbst noch keinen geschafft. Ich
denke du brauchst einfach etwas Übung“ kam es von Shalera, die neben ihm
herging. Sofort schalteten sich einige Andere auch noch in das Gespräch ein.
Jenni ging neben Kiara her, sie redeten über ihre Freunde von der Akademie,
besonders Warrek. Er war in dem Moment auf der Citadel an dem Tech-Wettkampf
und würde morgen seinen 20 Geburtstag feiern. Bei Turianern wurde man erst mit
20 als Volljährig erklärt. „Was denkst du, wie geht es ihm im Moment?“ Kiara
warf Jenni einen fragenden Blick zu, sie gingen gerade den letzten Hügel vor
dem Trainingsareal hoch. „Ich bin mir sicher es geht ihm gut, wir können ihn ja
heute Abend anrufen…. Was willst du ihm eigentlich schenken?“ Jenni hatte sich
bereits Gedanken gemacht und hoffte, dass Kiara noch nichts für ihn hatte, ihre
Idee für ein Geschenk war nur zu zweit umsetzbar. Gespannt wartete sie auf die
Antwort ihrer Freundin. „Ich weiß es noch nicht, ich habe das ganze etwas
verpasst, aber wir können es ihm ja eh nicht geben, ein Flug zur Citadel ist
nicht gerade billig….“ „Ich hätte da eine Idee, damit ließe sich das Problem
mit dem Transport umgehen und es wäre relativ leicht zu beschaffen. Ich brauche
aber dafür deine Hilfe….“ Kiara schaute sie neugierig an „Worum geht es denn?“
Nach einem kurzen Blick in die Runde sagte sie mit etwas gesenkter Stimme „Sag
ich dir nachher, es ist ein wenig kompliziert zu erklären.“ Ein verwirrter
Blick von Kiara kam Jenni entgegen. „Ok….“ Als sie den höchsten Punkt des
Hügels erklommen hatten, wurde der Blick auf das Trainingsgelände frei, es war
noch niemand anwesend. Etwas verwirrt gingen die Soldaten weiter, nach einigen
prüfenden Blicken auf die Uhren ihrer Universalwerkzeuge fragte Joshua
schließlich „Sind wir hier richtig, es ist definitiv 12:45 Uhr. Wo ist der
Colonel?“ Schulterzuckend gingen sie weiter, das Tor stand offen, also gingen
sie zurück zu ihren vorherigen Übungsplätzen. Bereits aus 30 Metern Entfernung
setzte Kiara ohne Vorwarnung zum Sprung an. Innerhalb weniger
Sekundenbruchteile hatte sie die Distanz überwunden und donnerte gegen den
Sandsack. Dieser wurde wuchtig nach hinten weggeschleudert. Etwas ungläubig
blieb Kiara stehen, sie drehte sich zu der Gruppe und schaute Jenni an, als ob
sie noch nicht ganz verstehen würde was gerade passiert war. „Wow, was war das
denn?!“ entfuhr es Deni. „Glück, ich habe nicht gedacht, dass es wirklich
klappt. Ich…. Wow, das ist ein Wahnsinnsgefühl, alles kribbelt, das ist wie
fliegen.“ „Gratuliere, das war großartig, was hast du denn anders gemacht als
am Vormittag?“ „Na ja, ich habe gar nicht weiter darüber nachgedacht, sondern
einfach gehandelt.“ Jenni legte ihre Hand auf Kiaras Schulter und schüttelte
sie leicht, als diese wieder zu ihr trat. „Kommt, wir sollten einfach schon mal
anfangen mit dem Üben, bis die Anderen auftauchen.“ Die restlichen Anwesenden
pflichteten ihr bei und sie begannen wieder mit dem Training. Nach einigen
Minuten traten die Ausbilder und der Colonel wieder auf den Platz und musterten
das geschäftige Treiben der Jungen Soldaten. Der Colonel befahl den Ausbildern
sich wieder um die trainierenden zu kümmern und begann dann wieder mit seiner
Patrouille. Als er seine Runde abgeschlossen hatte, schickte er einen der
Ausbilder weg, dieser tauchte nach einiger Zeit mit einer großen Kiste zurück.
„Ok, kommt allemal her!“ Er winkte sie zu sich heran und begann aus der Kiste
Mundschütze an die Anwesenden zu verteilen. „Wie ihr ja schon mitbekommen habt,
sind die Biotiken, die ihr hier geübt habt,
ziemlich effektiv, aber es gibt noch wesentlich effektivere Techniken.
Wenn ihr einen Wurfangriff auf 10 Meter Distanz wirkt, dann ist die Wirkung
bereits ziemlich groß, aber wenn ihr dieselbe Technik mit einem Schlag kombiniert,
wird der Schaden noch wesentlich höher. Deshalb werden wir euch intensiv im
Nahkampf schulen. Nach eurem Absprung da, werdet ihr in unmittelbarer Nähe zum
Gegner sein, und da müsst ihr euch behaupten können. Ihr werdet, außer den
Scharfschützen, sowieso am besten die Distanz zwischen euch und dem Feind
möglichst gering halten.
„Also, wer will anfangen?“ Verwirrt blickten ihn die Soldaten an. „Na los, ich
will sehen was ihr drauf habt, einer von euch wird mich angreifen und die
anderen sehen zu. Los jetzt, du fängst an!“ er zeigte auf Alex. Dieser trat
etwas zögerlich vor und hob die Fäuste. Der Colonel zog sich Handschuhe an, die
dünne Polster auf der Außenseite hatten, um ernsthaften Verletzungen
vorzubeugen. „Mit Biotiken?“ „Ja, aber keine der “tödlichen“ Techniken, die ihr
heute gelernt habt!“ Alex atmete tief durch und nickte dem Colonel zu, als
Zeichen, dass es losgehen konnte. Kaum hatte er das getan, hob der Colonel
seine Fäuste und begab sich in Kampfhaltung. Alexs erster Angriff war etwas
zögerlich, und dafür wurde er auch gleich bestraft. Reeston wehrte seinen
Schlag ab und konterte. Seine Faust traf Alex in den Magen und ließ diesen
husten. Der Colonel wich etwas zurück und ging erneut in Kampfhaltung. „Na los
doch, ein richtiger Mann wird mit diesem bisschen Schmerzen schon fertig
werden. Greif noch mal an, aber diesmal richtig!“ Nach einigen Sekunden, in
denen sich Alex den Bauch gehalten hatte hob er die Fäuste wieder und richtete
sich auf. Diesmal war der Angriff wesentlich schneller und entschlossener, doch
er war immer noch zu langsam. Reeston wich dem ersten Schlag aus, blockte den
zweiten und konterte mit einem linken Hacken. Dieser traf Alex seitlich am
Kopf, ließ ihn erst zur Seite stolpern und dann zu Boden fallen. Schockiert über
die Härte des Colonels, starrten die jungen Soldaten abwechselnd Alex und ihn
an. Als sich der geschlagene nach einigen Sekunden aufzurappeln begann, meinte
sein Gegner knapp. „Durch solche Schmerzen lernt ihr: das bringt euch nicht um,
aber es macht euch härter. Der nächste!“ Als sich wieder niemand meldete,
deutete er auf Ivana. Zögernd trat diese nach vorne, die Angst stand ihr ins
Gesicht geschrieben. Sehr vorsichtig ging sie auf ihr Gegenüber zu. Als sie
noch etwa zwei Schritte von dem Colonel entfernt war, täuschte dieser
urplötzlich einen Sprung nach vorne und einen Schlag an und schrie Ivana dazu
laut an. Diese erschrak fürchterlich, fuhr zusammen und hob ihre Hände
schützend vor ihr Gesicht. Diese Zeit nutzte Reeston, um einen weiteren Schritt
nach vorne zu machen und erneut , begleitet von einem Kampfschrei, einen Schlag
anzutäuschen. Ivana fuhr erneut zusammen und versuchte sich vor dem
vermeintlichen Angriff zu schützen. Doch anstatt zuzuschlagen, brach der
Colonel ab und stellte ich vor Ivana hin. „Du bist erbärmlich¨! Stell dich
gefälligst wieder hinten an, so etwas will ich hier nie wieder sehen! Du bist
eine Schande für diese ganze Einheit!“ er schrie sie förmlich an und zeigte auf
die Anderen, die gerade zugesehen hatten. Total verängstigt trat Ivana das
Gesicht zu Boden gewandt hinter die restlichen Soldaten. „Nächster!“ „Nächste“
korrigierte Arsilia ihn. „Eine Freiwillige? Gut, dann los!“ Sofort ging Arsilia
in Stellung und griff ohne Verzögerung an. Ihre Mutter hatte ihr
Selbstverteidigung beigebracht, und dieses Training würde sie ohne Gnade
nutzen. Mit erheblicher Mühe sich zu verteidigen, musste sich Reeston erst an
das neue Tempo gewöhnen. Anders als die Anderen bisher, nutzte Arsilia auch
ihre Beine zum Angriff. Ihr erster Tritt verfehlte den Kopf des Colonels nur
knapp. Etwas erschrocken wich der Colonel einen Schritt zurück. Arsilia rückte
sofort nach um ihn unter Druck zu behalten, verschätzte sich aber. Ihr Gegner
nutzt eine kleine Unachtsamkeit und verpasste ihr einen Hieb auf die Brust. Die
Asari sprang etwas zurück und rang nach Luft. Doch der Colonel ließ ihr keine
Zeit zum verschnaufen, genau wie sie es vorgehabt hatte, behielt er sie unter
Druck. Auf seinen Angriff reagierte sie mit einem Konter, sie versuchte ihn aus
der Drehung ins Gesicht zu treten. Jede Bewegung auf dem staubigen Boden
wirbelte kleine Wolken aus vertrocknetem Humus auf. Arsilias Strategie hätte
fast geklappt, doch der Colonel bekam sie am Fußgelenk zu fassen, hackte mit
seinem eigenen Fuß hinter Arsilias Standbein ein und zog es ihr unter dem
Körper weg. Als sie zu Boden fiel, versuchte sie sich sofort zur Seite zu
rollen, um wieder auf die Beine zu kommen. Plötzlich wurde sie zu Boden
gedrückt, Reeston kniete mit einem Knie auf ihrem Rücken. Er packte ihren Kopf
an der Stirn und dem Hinterkopf und drehte ihn vorsichtig etwas zur Seite,
bevor er ihr ins Ohr flüsterte „Jetzt ist dein Genick gebrochen“ halblaut fügte
er an „Du bist Tot, der Nächste“ Er wartete einige Sekunden und zeigte dann auf
die Gruppe „Du, du bist dran“ „Ich?“ fragte Deni besorgt. „Nein, ich meinte
Nesharis“ Jennis Atem stockte, ihr Vorgesetzter war gerade im Begriff ihre
Freundin zu schlagen. Wie versteinert blieb Kiara mit entsetztem Blick stehen.
Nach einigen Sekunden trat sie schließlich vor. Jenni ballte die Hände zu
Fäusten, sie wollte nicht mit ansehen, was gleich passieren würde. Bei einer
Schlägerei würde sie jeden ohne Gnade angreifen, der Kiara anfassen würde, aber
diesmal durfte sie das nicht. Kaum hatte der Kampf begonnen kassierte die junge
Asari bereits den ersten Schlag. Auch wenn Kiara schnell war so fehlte ihr doch
die Technik. Der Colonel hatte sie seitlich in dir Rippen getroffen. Etwas
zusammen gekrümmt hielt sie sich die schmerzende Seite. „Weiter, na los!“ Sie
biss die Zähne zusammen und versuchte es erneut. Nach einem kurzen Handgemenge
erlangte Reeston die Oberhand. Er wich einem von Kiaras Schlägen aus und trat
ihr seitlich gegen den Oberschenkel. Die Asari klappte mit dem getroffenen Bein
ein und wurde durch einen Treffer, der linken Faust des Colonels, im Gesicht zu
Boden geworfen. Sie drehte sich zur Seite und hielt sich Wange und Auge. Jenni
wollte gerade vortreten um Reeston aufzuhalten, wie wusste sie nicht, aber sie
wollte eingreifen. Doch Shalera hielt ihr den Arm vor und schaute sie
zurechtweisend an. Mit einem enorm schlechten Gefühl im Bauch, stellte sich
Jenni wieder normal hin und atmete tief durch. „Bleib einfach liegen, lass es
sein“ betete Jenni innerlich. Langsam rappelte sich Kiara wieder auf, sie blinzelte
mit ihrem rechten Auge, um wieder klare Sicht zu bekommen. Als sie wieder
stand, hob sie ihre Fäuste wieder. „Kampfgeist, das gefällt mir“ meinte Reeston
mit einem finsteren Lächeln im Gesicht. Als Kiara einen Schritt nach vorne
machte und zum Schlag ausholte, wich Reeston mit erstaunlicher Schnelle zur
Seite aus
und hob sie mit einer brutalen Armschelle von den Füßen. Kiara landete auf den
Rücken und begann sofort zu röcheln und nach Luft zu ringen. Sie krümmte sich
zusammen um den stechenden Schmerz zu lindern. „Nutzlos….“ „Reeston!“ Jemand
schrie seinen Namen, der Colonel wollte sich gerade Umdrehen, als ihn etwas
packte. Jenni war nach vorne gesprungen, als sie sah wie er Kiara zu Boden
schlug. Die Stimme ihrer Vernunft hatte ihr gesagt, dass sie ihren Vorgesetzten
nicht angreifen durfte und dass sie ihrer Liebsten nicht helfen könne. Doch die
Stimme ihres Herzens hatte ihr befohlen es zu versuchen. Sie hatte paar
Schritte Distanz innerhalb weniger Augenblicke überwunden. Mit einem Zug Feld
riss sie den Colonel in ihre Richtung. Überrascht von dem plötzlichen Ruck,
musste Reeston einen Ausfallschritt machen, um nicht hinzufallen. Noch während
seiner Vorwärtsbewegung traf ihn Jennis Schlag auf die Brust. Diese war auf ihn
zu gelaufen und donnerte ihm aus vollem Lauf ihre Faust mit aller Kraft auf die
Brust. Ein blaues Feld aus biotischer Energie umschloss sie, der Schlag wurde
dadurch noch verstärkt. Der Colonel wurde von den Beinen gehoben und landete
einen Meter hinter Jenni mit dem Rücken auf dem Boden. Jenni verharrte in der
Stellung nach ihrem Schlag. Erst jetzt realisierte sie, was sie gerade getan
hatte. Total erschrocken drehte sie sich um. Das letzte was sie sah war die
Stiefelsohle von Reeston. Sie schlug hart auf dem Boden auf, als sie etwa einen
halben Meter weiter hinten landete. Plötzlich konnte sie die Wolken am Himmel
sehen, jedoch nur verschwommen. Der Geschmack von Blut breitete sich in ihrem
Mund aus und ihr Gesicht schmerzte. Jenni wollte sich bewegen, konnte aber
nicht. Plötzlich tauchte das Gesicht von Reeston über ihr auf, er war neben ihr
in die Hocke gegangen. „Guter Angriff Parker, aber an der Defensive musst du
noch arbeiten…. Und lasse niemals deinen Feind aus den Augen bevor er nicht
garantiert tot ist.“ Er richtete sich wieder auf, vor Jennis Augen wurde es
dunkel. Sie konnte die Stimme des Colonels nur noch dumpf hören „Die ist
hinüber, Sani, bring sie ins Lazarett. Sie hat ne gebrochenen Nase und ist
bewusstlos.“ Plötzlich war sie in kompletter Dunkelheit gehüllt und um sie herum herrschte
Stille.
„Oh, sie wacht auf.“ Als Jenni ihre Augen blinzelnd öffnete, lag sie auf einer
Art Tisch, das letzte woran sie sich erinnern konnte, waren die Worte des
Colonels. „Wo bin ich?“ fragte sie vorsichtig. „Du bist wieder im Stützpunkt….
Wenn du das nächste Mal eine Schlägerei mit Reeston anfängst, sorg wenigstens
dafür, dass du noch selbstständig hierher kommst. Ich musste dich den ganzen
Weg tragen.“ Meinte der Sanitäter, der neben ihr stand. Er lächelte sie schräg
an, schien auf eine Antwort zu warten. „Besser mich als den Colonel“ antwortete
sie, während sie sich die Stirn rieb, ihr Gesicht schmerzte nun wieder. „Ha, da
hast du wohl recht…. Übrigens ich bin Marcel.“ „freut mich, ich bin Jenni….
Ah!“ Sie hatte versucht sich an ihrer Nase zu kratzen. „Sie hat ne gebrochene
Nase…“ jetzt erinnerte Jenni sich wieder an die Worte des Colonels. Sie
richtete sich auf und wollte aufstehen, doch Marcel hielt ihr bereits entgegen,
was sie suchen wollte. Ein kleiner Spiegel, damit sie sehen konnte wie ihre
Nase aussah. „Man sieht kaum etwas, du solltest in den nächsten paar Tagen aber
etwas vorsichtig sein…. Das Haltepflaster kannst du die nächsten zwei drei Tage
drauf lassen, damit deine Nase nicht krumm wieder zusammenwächst. Erst bei der
vorsichtigen Berührung ihrer Nase merkte Jenni, dass dort ein durchsichtiges
Pflaster klebte. Man musste schon sehr genau hinsehen, damit man es erkennen
konnte. „Danke, ich dachte schon….“ Jenni stockte, erst jetzt fiel ihr auf,
dass sie ein anderes Shirt trug. Etwas erschrocken fuhr sie über ihre Schulter,
um zu ertasten ob sie ihren BH noch trug. „Gott sei Dank….“ seufzte eine Stimme
in ihrem Kopf erleichtert, als sie das klein Stoffband spürte. „Hast du….“ Sie
fand die richtigen Worte nicht, also zog sie einfach am Ärmel ihres Shirts.
„Nein, das darf ich gar nicht, jedenfalls nicht solange es nicht um Leben und
Tot geht, das war eine Schwester. Dein altes war voller Blut.“ „Wie schlimm war
es denn?“ Auf das schlimmste gefasst, spannte sich Jenni an. Du hast ziemlich
strak geblutet, zumindest für eine Verletzung dieser Art. Dein Shirt war total
versaut, das wurde gleich entsorgt.“ Jenni streckte sich, sie lag wohl in einer
unkomfortablen Position. „Wie lange war ich denn weg?“ Marcel kratzte sich am
Hinterkopf und strich sich durch die kurz geschorenen Haare. „Etwa eine
Stunde.“ Jenni war erleichtert, sie fühlte sich, als hätte sie einen halben Tag
verpasst. „Dann sollte ich mich vielleicht besser auf den Weg zurück machen,
die Anderen trainieren bestimmt noch. „Ähm… das lässt du vielleicht besser, der
Colonel schien über deine Aktion nicht gerade erfreut, du wartest besser bis
morgen.“ Nun wo Marcel das Thema wieder angesprochen hatte, keimten wieder all
die Vorwürfe in ihr auf. „Wieso hast du das getan? Was hat das für
Konsequenzen? Hast du damit vielleicht deine Chance verspielt und verlässt
jetzt die Einheit?“ all diese Fragen hallten in ihrem Kopf. Jenni setzte sich
wieder auf die Liege, auf der sie aufgewacht war und strich sich eine
Haarsträhne aus dem Gesicht. Gerade als sie sich wieder hinlegen wollte hörte
sie Schritte im Gang.
„Ist sie hier drin?!“ „Nein, halt sie können doch nicht einfach…“ Die Tür ging
auf und Kiara trat, gefolgt von einer hysterischen Schwester in den Raum. „Es
tut mir leid, ich konnte sie nicht zurückhalten“ rief die Schwester Marcel
entgegen. „Jenni!“ Kiara rannte zu ihrer Freundin hin und nahm sie in den Arm.
„Ist alles in Ordnung? Ich habe mir Sorgen um dich gemacht.“ Marcel legte der
Schwester, die noch immer aufgebracht war, die Hand auf die Schulter „Kommen
sie, ich glaube unsere Patientin ist in guten Händen.“ Die beiden verließen den
Raum und schlossen die Tür hinter sich. Jenni, die noch immer etwas überrascht
war, dass Kiara plötzlich hier aufgetaucht war, schaute ihre Freundin etwas
verwirrt an. Kiara nahm sie fest in die Arme und drückte sie an sich. „Ich habe
mir solche Sorgen gemacht…. Als ich mich umdrehte, weil ich jemanden schreien
hörte habe ich noch gerade gesehen wie Reeston dir ins Gesicht getreten hat und
du zusammengesackt bist. Ich dachte erst du seist tot.“ Kiara legte ihren Kopf
auf Jennis Schulter. Jenni konnte an ihrer Stimme erkennen, dass sie den Tränen
nahe war. „Hei alles in Ordnung, mir geht’s gut.“ Antwortete sie und begann
Kiara sanft zu streicheln um sie zu beruhigen. „Ja, aber das wusste ich nicht,
ich hatte Angst, du lagst einfach reglos am Boden und hast geblutet…. Und ich
konnte dir nicht helfen.“ „Es ist schon gut, du kannst da nichts dafür.“ Jenni
legte ihre Hände an Kiaras Schultern und schaute ihr in die Augen. Kiara strich
sich eine Träne aus den Augen. „Ja, aber ich hätte wenigstens versuchen sollen
dir zu helfen. Du hast das ja auch nur getan, um mir zu helfen“ „Nein, du
siehst was passiert ist, als ich versucht habe dir zu helfen, es war richtig,
dass du nichts getan hast.“ Kiara schaute sie etwas verwirrt an. „Was? Willst
du damit sagen, dass es in Ordnung ist sich für mich einzusetzen, aber ich
nicht das Recht habe dasselbe für dich zu tun?“ Kiaras Stimme klang etwas
enttäuscht. „Nein, ich will damit sagen, dass es schon falsch von mir war so zu
reagieren, du weißt du bedeutest mir alles, aber wenn ich mich nicht besser
kontrollieren kann, bringe ich uns nur beide in Schwierigkeiten. Und desshalb
will ich nicht, dass du denselben Fehler machst wie ich!“ Kiara trat etwas
zurück und musterte ihre Liebste „Jenni, ich liebe dich, ich werde dir immer
helfen, egal was passiert…“ „Nein, das sollst du nicht tun, du darfst dein
Leben und deine Zukunft nicht meinetwegen aufs Spiel setzen, nicht noch mehr als
du es bereits getan hast. Ich habe einen Fehler begangen, und ich will nicht
dass die Konsequenzen jetzt dich auch treffen. Ich brauche niemanden, der für
meine Dummheit den Kopf hinhält.“ Bei diesen Worten sah Jenni Kiara mit
bittendem Blick an. Diese senkte den Blick zu Boden und drehte sich um. „Ich
sehe, es ist dir ernst, du brauchst niemanden“ flüsterte sie niedergeschlagen
als sie den Raum verließ. Jenni vergrub ihr Gesicht in ihren Händen, was hatte
sie gerade bloß getan. „****!“ sie stand auf und trat gegen eines der Betten.
Sie musste sich auf die Lippe beißen, um ihre Wut auf sich selbst nicht heraus
zu schreien. Jede Sekunde die sie wartete, verstärkte sich das Gefühl gerade,
das Wichtigste in ihrem Leben verloren zu haben. Sie ballte die Hand zur Faust,
sie wusste nicht was tun. Schließlich setzte sie sich in Bewegung, sie durfte
nicht zulassen, dass es so endete. Das sie und Kiara sich trennten, weil sie
einen Fehler gemacht hatte und ihre Freundin, als sie ihr helfen wollte, dann
auch noch vor den Kopf gestoßen hatte. Sie stieß die Tür auf und rannte den
Gang runter. Den Weg nach draußen kannte sie nur noch verschwommen von dem Plan
des Stützpunktes, den sie einmal am Abend angeschaut hatte. Als sie um eine
Ecke bog, hätte sie Marcel beinahe über den Haufen gerannt. „Danke für die
Hilfe, ich schulde dir was“ rief sie ihm zu, als sie an ihm vorbeirannte. Er
antwortete irgendetwas darauf, doch Jenni verstand nicht mehr was es war.
Nachdem sie eines der Treppenhäuser hinuntergestürmt war, konnte sie gerade
noch sehen wie Kiara das Gebäude durch den Haupteingang verließ, eilig rannte
sie ihr hinterher. „Kiara warte!“ Sie rannte ihrer Freundin hinterher und holte
sie schnell auf. „Kiara, bitte, hör mir zu“ Jenni versuchte die Worte so sanft
wie möglich auszusprechen. Die Asari sah sie mit traurigem Blick an, als Jenni
ihr die Hand auf die Schulter legte. „Kiara, ich habe mich vorhin blöd
verhalten, ich habe mir einfach Sorgen gemacht…“ „Nein, du hattest Recht, du
hast so gehandelt, weil du mich liebst und du hast damit deine Zukunft
riskiert. Ich weiß nicht, ob ich fähig wäre meine Pflicht über meine Gefühle
für dich zu setzen, also gibt es nur einen Weg.“ Jennis Herz stockte „Bitte tu
das nicht!“ schrie die Stimme in ihrem Kopf. „Ich will nicht, dass du
meinetwegen hier rausfliegst, also werde ich gehen.“ Sie starrte Kiara
fassungslos an, es dauerte einige Sekunden bis sie verarbeitet hatte, was ihr
da gerade gesagt wurde. „Nein, bitte tu das nicht…. Ich weiß nicht wie ich das
ohne dich durchstehen soll. Ich schaffe das nicht alleine.“ Kiara schloss die
Augen und drehte sich von Jenni ab, in ihrem Gesicht war deutlich zu sehen, wie
sehr es ihr weh tat das Jenni zu sagen. „Doch und wahrscheinlich besser als mit
mir. Wenn der einzige weg wie du dieses Leben leben kannst ohne mich ist, dann
werde….“ „Ich auch gehen“ fiel Jenni ihr ins Wort. „Wenn ich mich entscheiden
muss, dann wähle ich dich, denn ohne dich ist diese Leben nichts wert.“
„Aber….Nein…. Das hier ist doch dein Traum….“ Jenni nahm Kiaras Hände und
schaute ihr in die Augen. „Richtig, das ist das Leben von dem ich geträumt
habe, aber das Leben mit dir ist das Leben, welches ich leben will.“ Für einen Moment herrschte
Stille. Kiara biss sich auf die Lippe, nachdem sie einen Moment dagegen angekämpft
hatte, nahm sie Jenni in den Arm und legte ihren Kopf neben den ihrer Freundin.
Jenni konnte hören, dass Kiara schluchzte, und auch wenn sie es versuchte,
konnte sie selbst auch nicht gegen die Tränen ankämpfen. Nach dem sie ihre
Umarmung wieder gelöst hatten, wischte sich Jenni schnell die Tränen von den
Wangen und legte ihre Hände an Kiaras Hüften. Als sich ihre Blicke trafen,
durchfuhr ein Stromstoß ihren Körper. Kiara zog Jenni um die Hausecke neben
ihnen, drückte sie vorsichtig gegen die Wand und küsste sie stürmisch. Jenni
wollte Kiara festhalten, doch diese schnappte sich ihre Hände und drückte sie
neben ihr an die Wand. Als die Asari sich langsam begann zurückzuschieben,
folgte Jenni ihrer Bewegung, um den Kuss nicht zu beenden. Schließlich konnte
Jenni ihr nicht mehr weiter folgen und löste sich gezwungenermaßen von ihr.
Kiara begann zu lächeln „Nur nicht so stürmisch“ flüsterte sie leise. „Halt
mich besser gut fest, sonst mach ich vielleicht noch etwas Dummes.“ Antwortete
Jenni mit lüsternem Blick. Kiara bewegte sich langsam auf sie zu, wich aber
immer wieder etwas zurück wenn Jenni sie küssen wollte. Bei dem vierten Versuch
erlöste sie Jenni schließlich und küsste sie. Diese biss ihr sanft in die
Unterlippe und bewegte sich dann langsam zurück. Ohne wiederstand zu leisten,
folgte Kiara ihr. Als Jenni wieder mit dem Rücken an der Wand stand ließ sie
die Lippe ihrer Freundin los. Die Asari lockerte ihren Griff um Jennis Hände
und diese befreite sich sofort. Den einen Arm legte sie um Kiaras Taille, den
anderen hinter ihren Kopf. Ihre Zungen begannen miteinander zu tanzen und sie
schmiegten sich eng aneinander.
„Diese Scheiß Patrouille ist doch Mist, hier kommt doch eh niemand vorbei, ich
meine wer ist blöd genug in eine Militärbasis einzubrechen, in der N7 Biotiker
ausgebildet werden.“ „Ich habe keine Ahnung, aber es ist mir auch lieber mich
hier zu langweilen, als wenn dann wirklich mal was passiert.“ Sven und Ivan
waren wie fast jeden Abend auf ihrer Patrouille am Rande der Basis entlang und
wie immer ärgerte sich Sven darüber, dass nie etwas passierte. Wenn meine Route
wenigstens neben der Frauendusche durchführen würde…. Seit die Neuen hier sind
hatts da einige scharfe Geräte dabei….“ Mit einem schiefen Grinsen sah Ivan zu
seinem Kameraden rüber „Das sind alles Biotikerinnen, die würden dir den Arsch
aufreißen.“ Meinte er grinsend. „Das Risiko wärs wert“ gab Sven zurück. „Egal,
ich muss jetzt hier rechts, viel Spaß noch.“ Mit einem müden Lächeln ging Sven
weiter. Der Rundgang war immer derselbe, er musste 2 Stunden lang den Zaun
abschreiten, um nach Eindringlingen Ausschau zu halten. Ziemlich demotiviert
ging er weiter, sein Blick ruhte in der ferne. Als er gerade an dem
Nebengebäude vorbeitrat erstarrte er. Keine 10 Meter neben ihm waren ein junge
Frau und eine Asari dabei miteinander rumzumachen. Sie schienen ihn nicht
gesehen zu haben, also blieb er für einen Moment stehen und starrte sie an.
Erst nach einigen Sekunden reagierte er. Sofort trat er hinter die Ecke und
machte sich rasch denselben Weg zurück wie er gekommen war. „Scheiße, das wird
Ivan mir nicht glauben.
„Ich glaube da war jemand“ flüsterte Kiara leise in Jennis Ohr. „Dann sollten
wir besser gehen“ stimmte Jenni zu. Zögerlich lösten sich die beiden
voneinander und machten sich auf den Weg zur Unterkunft. „Wie bist du
eigentlich so schnell zu mir gekommen?“ „Nachdem wir alle einmal gegen den
Colonel angetreten waren, haben wir das Training beendet, da die meisten von
uns danach nicht mehr Kampffähig waren.“ „Wie geht es dir eigentlich? Ich kann
nichts erkennen.“ „Es tut noch ein bisschen weh, aber es ist nicht schlimm….
Zumindest nicht so schlimm wie bei dir.“ „Ach Marcel hat gesagt, dass sei nicht
so schlimm, bis in einigen Tagen sei es wieder heil.“ Sie gingen gerade an
einer Garage vorbei, als Jenni Kiara packte und sie zurückzog. Kiara, die
plötzlich direkt an Jenni gedrückt dastand, schaute ihre Freundin mit einem
unanständigen grinsen an „Doch nicht hier“ flüsterte sie. Jenni schaute sie
erstaunt an „Da drüben steht Joshua…. Hast du dein Universalwerkzeug hier? Ich
habe meins noch im Lazarett.“ flüsterte Jenni. „Und dass deine Gedanken so
unanständig sind schockiert mich“ fügte sie leise an. „Ja aber wieso?“ „Er ist
da nicht alleine, ich habe eine Idee.“
Und auch diese Woche freue ich mich auf Feetback und wünsch euch noch nen schönen Abend und bis zum nächsten Kapitel^_^
Modifié par elitedefender2, 04 novembre 2012 - 04:42 .





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