Super Awesome Stories: Aftershock, Sense of Smell, Bleeding Memories, Salvation etc.
#351
Posté 25 novembre 2012 - 09:03
#352
Posté 25 novembre 2012 - 09:30
Besonderer Dank gilt Noideas der einen Grosteil seines Sonntagabends geopfert hatt um die heutige veröffentlichung zu ermöglichen.
Übrigens haben wir heute noch ein weiteres Jubilähum, das 100000ste Wort^^
So dann will ich nicht mehr länger warten viel Spass.
Kapitel 14
Mit jedem Schritt schien der Boden noch
weiter in die Ferne zu rücken. Je höher sie kam, desto weiter konnte sie sehen,
die Luft war ganz klar. Die verschneiten Berggipfel in der Ferne schienen zum
greifen nah. Noch 2 Schritte, dann würde sie ganz oben sein. Shaleras Herz
schlug schnell, die Angst stieg in ihr hoch. Als sie oben ankam, stand ein
Ausbilder vor ihr, der sie lächelnd ansah. „Bleib ganz ruhig und konzentrier dich“
sagte er mit ruhiger Stimme. Er hatte Shaleras Blick wohl angesehen, dass sie
nervös war. „Leichter gesagt als getan“ antwortete sie nervös. Der Turm auf dem
sie Stand war gerade mal 3 Meter hoch, aber der Boden war, wie sie in den
bisherigen Übungen schmerzlich feststellen mussten, hart. Als sie an die Kante
trat, atmete sie noch einmal durch. Bei einer Nova-Landung mussten sie auf
beiden Beinen landen und wie bei einem normalen Nova-Angriff die
Bewegungsenergie direkt in den Boden und damit in die Schockwelle umleiten.
Doch anders als bei einem Angriff aus dem Stand, war hier das Timing
entscheidend. Erfolgte der Schlag zu spät, krachte man ungebremst in den Boden.
Da es wichtig war sich nicht zu verspannen, sondern mit den Beinen nachzugeben
und die ganze Wucht in die Schockwelle zu leiten, um sich nicht zu verletzen,
konnte man zu dem Zeitpunkt auch kaum mehr mit den Beinen abbremsen. Das
Resultat wäre verheerend, neben gebrochenen Beinen wären schwere innere
Verletzungen und Schäden an der Wirbelsäule das Resultat. Im schlimmsten Fall
sogar eine Querschnittslähmung oder der Tot. Diese Gedanken schossen jetzt auch
Shalera wieder durch den Kopf, sie hasste den Colonel nun dafür, dass er ihnen
das erzählt hatte. Sie schloss ihre Augen und versuchte sich zu beruhigen, die
Blicke aller ihrer Freunde hafteten auf ihr. Nach ein paar Sekunden öffnete sie
die Augen wieder, trat einen Schritt zurück und sprang. Für einen kurzen Moment
fühlte sie sich so , als würde sie fliegen, doch dann schien ihr Magen durch ihren
Körper hoch zu wandern. Gnadenlos riss die Schwerkraft sie dem Boden entgegen. Shalera musste gegen den
Reflex die Augen schließen und sich
selbst durch ein Biotisches Feld auffangen. Die Asari hatte kaum Zeit zu
reagieren, als sie in Schieflage geriet, konnte sie das gerade noch
korrigieren, bevor sie auf dem Boden aufschlug.
Ivana konnte einen Schreckensschrei gerade so unterdrücken, doch den entsetzten
Gesichtsausdruck konnte sie nicht verbergen. „Scheiße, das sah aber nicht gut
aus!“ Nach einer Sekunde der Stille war ein Schrei zu hören „****!“ Sofort
erstarrten alle der Soldaten und starrte entsetzt zu Shaleras Landungspunkt.
Nachdem sich die Staubwolke verzogen hatte, stand Shalera da und hielt sich
nach vorne gebeugt die Hand. „Alles in Ordnung?“ Eilig waren der Colonel und
ein Sanitäter zu ihr hin getreten. „Zeig mal her?“ Der Sanitäter nahm Shaleras
Arm in die Hand und scannte sie mit seinem UW. „Verdammt, ist sie gebrochen?“
Nach einem Moment schaute der Sanitäter von dem orange leuchtenden Werkzeug auf
und blickte ihr in die Augen. Verzweifelt versuchte die Asari in seinen Augen
irgendeine Reaktion festzustellen. „Du hattest Glück, sie ist nur verstaucht,
es fühlt sich wahrscheinlich schlimmer an als es ist. Hier“ er kramte kurz in
seiner Tasche und holte einen kleinen Behälter heraus. Darin war Medigel, das
er vorsichtig auf ihrer Hand verteilte. „Kann ich….“ „Nein, garantiert nicht!“
antwortete der Sanitäter noch, bevor Shalera ausgeredet hatte. „Aber…“ „Nein!
du kannst heute nicht mehr trainieren, wenn du unbedingt hier bleiben willst,
dann kannst du den Anderen ja zusehen und versuchen aus ihren Sprüngen was zu
lernen.“ Niedergeschlagen und genervt schaute sie zu Boden und nickte.
Sichtlich verärgert trat sie wieder zu der Gruppe zurück. „Geht es dir gut?“
fragte Ivana sofort, als sie zu Shalera trat. „Nein, ich darf nicht mehr
mittrainieren, ich hab mir die Hand verstaucht“ meinte sie während sie die
Augen verdrehte. „Aber es hätte schlimmer kommen können…“ „Ja, aber ich ärger
mich.“ Ivana legte ihr die Hand auf die Schulter „Hei, das wichtigste ist doch,
dass es dir gut geht“. Die Art wie Ivana die Worte sagte, ihre Stimme klang
besorgt, ließen Shalera stocken. „Es ist schön ,dass du dir solche Sorgen um
mich gemacht hast“ antwortete Shalera lächelnd. Ivana lief ein kalter Schauer
den Rücken runter. Hatte sie sich verraten? Sofort suchte sie einen Weg sich
rauszureden. „Also… es wäre natürlich schrecklich, wenn dir etwas zustoßen
würde….“ „Das ist noch schlimmer!“ schoss es ihr durch den Kopf. „Als Kameradin
natürlich“ fügte sie eilig an. „Als Kameradin, klar…. Danke trotzdem“ meinte
sie mit einem verschmitzten Lächeln, als sie an Ivana vorbei ging. „Wo willst
du hin?“ „In den Folterkeller, wenn ich hier nicht trainieren darf, dann mach
ich halt was anderes.“ Wehmütig drehte sich Ivana von ihr weg zurück zur
Gruppe. „Genau das passiert, wenn ihr Panik bekommt, wenn eure Barriere nicht
stark genug ist, dann brecht ihr euch den Arm oder schlimmer!“ Die Stimme des
Colonels klang streng und mahnend. „Ich will heute nicht noch mehr Verletzte,
also konzentriert euch! Wer will als nächstes?“
Der Tag war schnell vorüber gegangen, das harte Training hatte sie alle
ziemlich geschlaucht, Jenni atmete schwer, als sie den Trainingsplatz verließ.
Die Sonne schien nur noch knapp über die Berge am Horizont, die Dämmerung hatte
bereits eingesetzt. Neben der leichten Sommerbrise, erfüllte das Zirpen
tausender Grillen die Luft. Der Geruch saftigen Grases wehte ihnen um die Nase.
„Hei, ich hab keine Lust jetzt schon rein zu gehen, morgen ist Sonntag, was
wollen wir heute Abend machen?“ Alle tauschten fragende Blicke aus. „Wie meinst
du das Arsilia?“ fragte Tanja etwas schüchtern. „Na wir können doch nicht
einfach jetzt schon schlafen gehen....“ „Soldatenparty!“ rief Joshua laut und
sprang neben die junge Asari. Diese wich erschrocken einen Schritt zurück. „Und
was ist das?“ „Na ja, in erster Linie sich voll laufen lassen und feiern“
antwortete dieser mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht. „Ich dachte schon
wir kämen nie mehr dazu“ meldete sich Deni. „Das klingt ziemlich dämlich!“
antwortete die Asari. „Ach was, macht ihr das bei euch im Militär den nicht?
Und wie siehts bei den Turianern aus? Bei euch kann ich mir das durchaus auch
vorstellen.“ „Heißt das du kannst dir nicht vorstellen, dass wir auch feiern?“
schaltete sich Kiara ein. „Na ja, ich weiß nicht, es fällt mir schwerer das mit
einer Einheit Asari vorzustellen, euer Folk wirkt eher anständig und zierlich.
Da fällt es schwer sich vorzustellen, dass ihr hemmungslos feiert.“ „Ha, wenn
du wüsstest, bevor ich mit meinen Eltern nach Sunset Bay gezogen bin, haben wir
in einer Asari Kolonie gelebt, ich könnte dir einige Geschichten erzählen, du
wärst schockiert….“ „Das klingt spannend, schieß los.“ Alex sah sie auffordernd
an. „Das kann ich euch ja heute Abend erzählen, sofern ihr einen Plan habt wie
ihr diese Party planen wollt. Denn ich habe keine Idee wo ihr das Ganze machen
wollt und wie ihr an Alkohol rankommen wollt.“ Für einen Augenblick schwiegen
alle Anwesenden. „Also wo ist kein Problem, unten am Fluss gibt’s nen kleinen
Lagerplatz mit Feuerstelle. Da haben wir Platz und ungestört sind wir zudem
auch noch.“ „Bist du irre? Das ist fast 2 Kilometer vom Stützpunkt entfernt,
wir dürfen am Abend den Stützpunkt nicht mehr verlassen.“ „Hm, ich glaube
nicht, dass der Colonel kontrolliert, ob wir wirklich in unseren Betten
liegen.“ Tanja stieß Joshua mit dem Ellenbogen an „Willst du morgen den ganzen
Tag Latrinen putzen, weil du heute Scheiße gebaut hast?“ „Ach kommt schon, seid
nicht so feige“ antwortete Joshua verzweifelt und ließ seinen Blick durch die
Runde gleiten. „Ich weiß nicht….“ Wollte Ivana gerade anfangen, als Jenni sie
unterbrach „Wieso nicht. Ich bin mir sicher Reeston macht da kein Drama draus,
er hat damals bestimmt auch gefeiert. Jetzt bleibt nur noch die Frage nach dem
zutrinken.“ Sofort waren alle Blicke fragend auf Joshua gerichtet. „Also, wir
haben uns in den letzten Tagen mit einigen der Köchen gutgestellt, ich kann für
nichts garantieren, aber mit etwas Glück können wir sie überreden, dass sie
eine Kiste der Vorräte erübrigen können.“
„Shalera?“ Ivana trat vorsichtig in den Raum, überall standen Trainingsgeräte
und es roch nach Schweiß. Von einer Ecke des Raumes waren klackende Geräusche
zu hören. „Ich bin hier“ stöhnte jemand angestrengt. Sofort drehte sich Ivana
in die Richtung aus der die Stimme kam und ging los. Die Asari lag auf einer
der Hantelbänke und war dabei Gewichte zu stemmen. „Ah, hier bist du….
Trainierst du seitdem du vom Platz verwiesen wurdest?“ „Nein, ich habe mir
zwischendurch eine Pause gegönnt.“ Sie stieß die letzten Worte angestrengt
heraus, als sie die Hantel einmal mehr hochhob und ins Gestell legte. „Willst
du auch noch trainieren?“ „Eigentlich nicht, ich wollte dir nur sagen, dass wir
nachher noch an den Fluss gehen und feiern.“ Ivana war sehr darauf bedacht
ihren Blick stets in Shaleras Gesicht zu halten. „Ok, ich komme bald mal rüber,
ich will noch schnell meine Runde abschließen. Ich will noch meine Schultern
etwas trainieren.“ Sie ging zu einem Trainingsgerät, das in der Nähe der Bank
stand, auf der sie gerade noch trainiert hatte. „Kannst du mir noch schnell
helfen, alleine geht das nur ganz schlecht…. Bitte.“ Ivana die sich gerade
umgedreht hatte stockte in ihrer Bewegung und drehte sich um. „Klar, kein
Problem“ antwortete sie so ruhig wie
möglich . Innerlich zitterte sie vor Aufregung, sie wollte sie darauf
ansprechen, aber sie hatte auch Angst eine negative Antwort zu bekommen und
hoffte deshalb, dass Shalera ihr entgegenkommen würde. „Was soll ich machen?“
„Zieh den Griff runter bis du einen Wiederstand spürst…. Genau, einen Moment….“
Sie machte sich eilig daran die Gewichte umzustöpseln. Kaum war sie damit
fertig, trat sie wieder zu Ivana, sie stellte sich hinter Ivana. „Wow, du bist
ganz schön kräftig für eine Frau“ bemerkte sie als sie ihre Fingerspitzen über
Ivanas rücken gleiten liess. Sofort spannte sich diese an, nicht um Shalera zu
imponieren, vielmehr weil sie nicht wusste wie sie reagieren sollte. Ihr Körper
forderte sie auf sich zu entspannen, weil sie die sanfte Berührung von Shalera
genießen wollte, aber ihr Gewissen ließ es nicht zu. „Ähm… findest du?“
entgegnete sie nervös. „Ja, dein Oberkörper ist sehr gut trainiert, deine Arme
zum Beispiel…“ die Hände der Asari wanderten langsam über ihren Bizeps nach
vorne. „Deine Muskeln sind ganz fest…“ Shalera hauchte ihr die Worte schon fast
ins Ohr. Ein Schauer lief Ivanas Rücken herunter, doch es fühlte sich nicht
kalt und unangenehm an sondern heiß und erwartungsvoll. Sie wusste nicht ob es
Einbildung war ,aber die Stimme der Asari klang nun viel sinnlicher als sonst.
„Nein Ivana, bleib ganz ruhig, du hörst das nur weil ein Teil von dir das hören
will, Shalera ist einfach eine Freundin“ hallte es in ihrem Kopf. „Wirklich?
Das ist mir nie aufgefallen, wahrscheinlich wegen der schweren
Scharfschützengewehre. Ich brauche eine gute Muskulatur, um sie ruhig zu
halten.“ Auch wenn sie es nie zugegeben hätte, hoffte sie ,dass Shalera
weitermachen würde, doch dem war nicht so. Anstatt ihre Hände weiter den Körper
ihrer Freundin erkunden zu lassen, legte
sie diese an den Griff des Trainingsgerätes und wartete einen Moment. „Ähm,
könntest du etwas zur Seite rutschen damit ich…“ „Oh, klar, tut mir leid.“
Ivana trat sofort zur Seite und sah von Shalera weg, da sie wusste, dass sie
jetzt rot wurde. „Du brauchst dich nicht zu entschuldigen, manchmal versinke
ich auch in Gedanken und bin dann etwas weggetreten.“ Verlegen lächelnd drehte
sie sich zu ihrer Freundin, die sie ebenfalls über ihre Schulter blickend
anlächelte. Shalera begann wieder mit dem Training. Sie hatte bereits stark
geschwitzt, aber für Ivana hatte sie nicht gestunken, entweder weil der
Schweiss noch frisch war oder weil Ivana selbst vom Training noch verschwitzt
war und daher den Geruch gewohnt war. Shalera drehte sich wieder nach vorne und
begann den Griff hinter ihrem Kopf nach unten zu ziehen. Ähnlich wie bei
Klimmzügen wurden dabei Arme und Rücken trainiert. Ivana trat an ihr vorbei
„Ok, ich gehe dann mal nach drüben…. Duschen.“ Als Ivana gerade an ihr vorbei
ging, meldete sich Shalera noch einmal. „Willst du mir noch etwas sagen? Du
wirkst so angespannt?“ Ivana sah sie schockiert an. Wusste sie es?“ „Nein, ich
bin nur etwas angespannt, wegen heute Abend. Als sie einige Meter gegangen war,
drehte sie sich noch einmal um. Sofort blieb ihr Blick an Shalera hängen. Sie
musterte ihre Figur, erst ihren Rücken, ihre Taille ihren Hintern und ihre
langen Beine. Sie biss sich auf die Lippe, in ihrem Körber begann alles zu
kribbeln. Ein Schweißtropfen rann langsam ihren Hals herunter. „Verflucht, geh
sofort rüber, bevor du was Dummes machst….jetzt!“ sagte ihr Verstand ihr.
Mühsam drehte sie sich um und riss ihren Blick von ihrer Freundin los.
Jenni trat gerade aus der Dusche in den Gang, sie ging mit dem Rücken voran,
weil sie noch mit Arsilia redete. Als sie sich umdrehen wollte, packte sie
jemand unsanft am Arm und zerrte sie in die Toilette. Völlig überrumpelt packte
sie die Hände des vermeintlichen Angreifers. „Jenni, du musst mir helfen“
begann Ivana sofort. Erstaunt sah Jenni sie mit großen Augen an. „Ich war grad
drüben im Folterkeller…. Shalera hat da trainiert. Ich weiß nicht wieso, aber
mein Hirn hatte wohl einen Aussetzer, ich wäre beinahe über sie hergefallen,
ich konnte mich kaum beherrschen.“ „Nur fast? Wieso? War einer der Ausbilder
da?“ „Nein, eben nicht, Gott ich traue mich kaum mehr in ihre Nähe. Seit Tagen
habe ich das Gefühl, dass sie mir lüsterne Blicke zuwirft und mich anflirtet.
Ich kann mich kaum zügeln. Ich hab Schiss, dass ich was Blödes mache, wenn wir
mal alleine sind.“ Jetzt verstand Jenni, warum Ivana so aufgebracht war und
begann zu lächeln. „Hei, wenn deine Gefühle für sie so stark sind, dann musst
du es ihr sagen. Ansonsten wird dich das innerlich zerreißen. Wenn du dich
nicht mehr konzentrieren kannst, wenn sie in der Nähe ist, kann das im Einsatz
gefährlich werden.“ Ivana sah zu Boden „Ich weiß, aber wie?“ Ihre Stimme klang
bittend, sie schien wirklich nicht weiter zu wissen. „Wenn ich du wäre, dann
würde ich jetzt sofort zu ihr rüber gehen und es ihr sagen. Wenn sie nichts für
mich empfindet, dann komme ich wieder hierher und habe wenigstens Gewissheit.
Dann kann ich mir heute Abend die Kante geben und all die Trauer vergessen.
Falls sie etwas für mich empfindet…. Würd ich sie auf der Hantelbank
vernaschen“ meinte Jenni grinsend. „Was?!“ Ivanas Stimme lag zwischen entsetzt
und verärgert. „Hör mal, mit jeder Minute die du zögerst, riskierst du sie zu
verlieren. Also, wenn du es ihr heute Abend nicht sagst, dann schleife ich dich
zu ihr und sage es ihr selbst, zu deinem Besten. Du solltest jetzt wirklich mit
ihr reden, geh rüber und sag es ihr. Glaub mir,du wirst es bereuen, wenn du
zögerst.“ Ivana nickte zögerlich. „Du hast recht, ich muss das jetzt endlich
loswerden.“ Sie atmete tief durch und trat in den Gang hinaus. Doch kaum 3
Sekunden nachdem sie das Gebäude verlassen hatte trat sie eilig wieder herein.
„Scheiße, sie kommt gerade rüber, ich kann das nicht…. Ich sage es ihr heute
Abend.“
Mit schnellen Schritten trat Kiara aus der Dusche heraus, zurück in den
Schlafraum. Eilig machte sie sich daran ihre Hosen anzuziehen. Eine Hand
streichelte sanft über ihre Hüfte. „Nicht jetzt Jenni, ich muss mich beeilen,
und du auch“ flüsterte sie leise. Jenni, die hinter ihre Freundin getreten war,
küsste diese auf den Hals „Dann beeilen wir uns halt“ gab sie zurück. „Ich will
nicht zu spät kommen, das ist vielleicht unsere einzige Chance, die Anderen
werden nicht auf uns warten.“ Mit einem leisen Seufzen ließ Jenni von ihr ab
„Du hast ja recht, aber ich wünschte bloß wir hätten etwas mehr Zeit
füreinander.“ Als Jenni ein paar Schritte gehen wollte, packte Kiara sie am Arm
und zog sie wieder zu sich zurück. „Das wünsche ich mir auch, mehr als alles andere
sogar, und wir werden auch Zeit für einander haben….hei.“ Sie trat noch etwas
näher an Jenni heran, umarmte sie und drückte ihre Lippen gegen die ihrer
Liebsten. Etwas überrumpelt stand Jenni da, sie wusste nicht so recht was sie
jetzt machen sollte. Der Kuss war wunderschön, Kiaras Zärtlichkeit gab ihr ein
Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Sie standen einfach nur da und hielten
sich fest, die sanften Berührungen der Anderen genießend.Nach einigen Sekunden
löste sich Kiara wieder von ihr und schaute sie auffordernd an. „Los jetzt, wir
wollen nicht zu spät kommen!“ Die Beiden traten nach draußen und folgten den
Schatten des Gebäudes in Richtung des Ausgangs. Die Anderen warteten dort
bereits auf sie. „Los geht’s, lasst uns feiern!“ rief Alex.
Alles tat weh, der Kopf schmerzte, jedes Geräusch schien viel zu laut und die
Sonne, die zum Fenster hereinfiel, blendete. Mühsam und nur wiederwillig
öffnete Jenni ihre Augen. Sie lag in einem Bett. „Na wenigstens etwas“ dachte
sie sich. Als sie sich aufrichten wollte, wurde ihr schwindlig. Der Restalkohol
machte ihr zu schaffen. In der Hoffnung wieder Schlaf zu finden, drehte sie
sich zur Seite und zog die Decke wieder bis zu ihrem Kopf hoch, da die Decke zu
kurz, war ragten nun ihre Füsse hervor. „Was soll denn der Scheiß“ grummelte
sie leise und schaute an sich herab. Erst jetzt fiel ihr auf, dass die Betten,
die sie zwischen ihren Füssen , die seltsamerweise immer noch in ihren Stiefeln
steckten, sah, dort eigentlich gar nicht zu sehen sein sollten. Es sei denn sie
lag verkehrt. Ihre Erinnerung an den gestrigen Abend war sehr verwischt.
Plötzlich viel ihr auf das jemand neben ihr lag. Sie konnte nur den Hinterkopf
sehen, eine Asari. „Kiara hat es wohl auch übel erwischt“ dachte sie sich
grinsend. Der Schock folgte sogleich. Als sie sich umdrehte um weiter zu
schlafen lag da auch jemand….Kiara. Fassungslos starrte Jenni die schlafende
Asari an. Sofort drehte sie sich wieder um, wer lag da neben ihr? Vorsichtig
lehnte Jenni sich über die Schlafende, um ihr Gesicht zu sehen. Shalera hatte
die Decke fast bis zu ihrer Nase hochgezogen, was es Jenni schwer machte sie zu
identifizieren. “Mist, Ivana wird mich umbringen“ fluchte sie innerlich. Ein
prüfender Blick unter die Decke verriet ihr, dass sie selbst noch Unterwäsche
trug, glücklicherweise auch ihre eigene. Beim Anblick der beiden Asari drängten
sich ihr 2 Gedanken auf. Erstens stand sie in einem inneren Konflikt,
einerseits wollte sie einfach weiter schlafen, andererseits wollte sie ihre
Gesichter sehen, wenn sie aufwachten. Und zweitens fragte sie sich, ob sie eventuell
was Dummes gemacht haben könnte in dieser Nacht. Es war zwar
unwahrscheinlich, dass sie dermaßen betrunken noch im Stande gewesen wäre, sich
wieder anzuziehen. Und das sie Betrunken gewesen war, war die einzige logische
Erklärung dafür, dass sie ihre Stiefel noch trug. Der naheliegendste Schluss
war, dass sie total Blau hierher gewankt war und einfach auf ihr Bett gekippt
und eingeschlafen war. Das erklährte zwar noch nicht wieso Kiara und besonders
Shalera neben ihr lagen, aber das würde sie die Beiden fragen, ihr Gedächtnis
glich einem Sieb. Mit einem Kuss auf die Stirn weckte sie Kiara sanft auf.
Diese blinzelte erstmal verschlafen und schaute sich dann erstaunt um. Noch
bevor sie etwas fragen konnte richtete Jenni sich auf damit Kiara Shalera sehen
konnte. Das Erstaunen in ihrem Blick wurde noch etwas grösser, was darauf
schließen ließ, dass auch sie nicht wusste, weshalb Shalera neben ihnen lag.
„Was ist gestern passiert?“ fragte sie
flüsternd, ihr entsetzter Blick sprang zwischen der noch schlafenden Shalera
und Jenni hin und her. „Ich hoffte du könntest mir das sagen“ antwortete Jenni
mit fragendem Blick. „Ich weiß nicht, mein Gedächtnis hat mir den gestrigen
Abend noch nicht verziehen. Ich weiß nur noch, dass wir zu dritt hierher
gewankt sind und Ivana uns den Weg geleuchtet hat.“ Jenni kratzte sich am
Hinterkopf „Ok, wecken wir die Anderen und tragen mal alles zusammen, an das
wir uns noch erinnern…. Wollen wir sie Schocken?“ „Ich glaube sie wird schon
genug geschockt sein, was willst du denn machen?“ Jenni begann zu grinsen „Mich
auf die andere Seite von ihr legen, die Unterwäsche ausziehen und ihr “Du warst
der Wahnsinn, ich wusste gar nicht, dass das auch zu dritt geht“ ins Ohr flüstern.“
Kiara sah sie mit angehobenen Augenbrauen an. „Ok, dann halt nicht… Hei
Schlafmütze, aufwachen.“ Jenni schüttelte Shalera leicht an ihrer Schulter.
Diese sah sie etwas erstaunt an. Einen Moment später realisierte sie, dass sie
nicht in ihrem eigenen Bett lag, sondern in einem Anderen, zusammen mit zwei
ihrer Freundinnen . Sofort fuhr sie hoch, mit erschrockenem Gesichtsausdruck
warf sie einen kurzen Blick unter die Decke, erleichtert atmete sie auf, als
sie sah, dass sie noch Kleider anhatte. „Was denn? Hätte ja sein können!“
Antwortete sie auf die fragenden Blicke von Kiara und Jenni. „Mir ist gerade
aufgefallen ,dass wir beide zuerst an das gedacht haben, als wir aufgewacht
sind.“ „Kein Wunder, so versaut wie ihr beide seid“ antwortete Kiara, die gerade
aufgestanden war und ihre Kleider suchte. Jetzt stand auch Jenni auf und machte
sich daran sich anzuziehen. „Also, wenn ich so an dein Geschenk zu meinem 18.
Geburtstag denke, dann bist du auch nicht gerade ein Engelchen.“ Kiara sah
Jenni die gerade ihre Hose anzog empört an „Da siehst du nur was du für einen
schlechten Einfluss auf mich hast.“ Jenni musste lachen, als sie das hörte.
„Als ob es dir nicht gefallen würde.“ Durch ihre Unterhaltung waren nun auch
einige andere aufgewacht. Jennis Kopf brummte immer noch, etwas zu essen würde
vielleicht helfen. „Ich geh mal zur Kantine, kommt sonst noch Jemand?“ „Jab,
hier“ meldete sich Deni ,der grade aus seinem Bett gekrabbelt war. „Und er hier
kommt auch“ Deni stupste Joshua, der am Bettrand lag an. Dieser zappelte kurz
und viel dadurch aus dem Bett. Jenni ging grinsend nach draußen, die Sonne
stand bereits hoch, es war wahrscheinlich bereits Nachmittag. Der Himmel war
fast komplett wolkenfrei und die Sonne schien wärmend auf sie herab. Geblendet
von dem hellen Licht, blinzelte Jenni und kniff die Augen zusammen.
„Also was ist gestern gelaufen? Was wisst ihr noch von Gestern und was wollt
ihr wissen?“ „Hat einer von euch meinen linken Schuh gesehen? Ich find den
nicht mehr“ begann Alex. „Wenn das deiner war, dann hast du versucht mir einen
Stiefel an den Kopf zu werfen und ich hab ihn dann aus dem Fenster geworfen….
Der dürfte hinter der Unterkunft liegen. Keine Sorge, ich hab nicht richtig
geworfen, der ist wahrscheinlich keine 3 Meter geflogen“ antwortete Selak.
„Danke, ich hol ihn schnell, bevor jemand Anderes ihn findet. Eilig stand Alex
auf und trat hinaus, er trug seine Zweitschuhe, diese waren jedoch noch nicht
eingelaufen und deshalb ziemlich unangenehm, was man an seinem seltsamen Gang
erkannte.
„Ich mache weiter… wie sind wir von da unten hier rauf gekommen?“ „Ich nehme an
zu Fuß und im zickzack“ gab Jenni
grinsend von sich. „Egal, sind denn überhaupt alle wieder hier?“ „Mir wär
nichts aufgefallen“ „Andere Frage, weiß einer von euch wieso ich heute Morgen
in meinem Bett verdreht zwischen Shalera und Kiara aufgewacht bin?“ Für einen
Moment herrschte Stille. Sofort realisiert Jenni, dass sie damit die Jungs
praktisch zu einem blöden Spruch aufgefordert hatte. Dieser ließ auch nicht
lange auf sich warten. „Beide auf einmal? Respekt, wie hast du das denn
geschafft?“ fragte Selak grinsend. Jenni warf ihm einen viel sagenden Blick zu
und seufzte. „Taktik mein Lieber, Taktik, deshalb ist sie ja auch unsere
Anführerin…“ antwortete Joshua. „Weil sie zwei Mädels gleichzeitig ins Bett
kriegt?“ „Nein du Idiot, weil sie eine gute Strategin ist.“ „Jungs, bitte! Es
ist nichts passiert ok, bleibt mal ernst.“ „Die Beiden haben dich gestern
gestützt, da du alleine kaum noch laufen konntest. Du hast es beim Feiern etwas
zu gut gemeint, also seid ihr zu dritt zurückgeschwankt, da sie beide auch
schon ziemlich gut bedient waren. Als wir es dann endlich hier rauf geschafft
hatten, seit ihr alle auf Jennis Bett gekippt und da eingepennt.“ „Woher weißt
du das denn Ivana?“ fragte Shalera verwundert. „Ich hab versucht euch den Weg
zu leuchten, da ich noch am geradesten laufen konnte, da ich im vernünftigen
Rahmen getrunken hatte.“ „Vernünftig? Wenn mich mein Erinnerungsvermögen nicht
ganz täuscht, gab es da unten eine junge Frau, die ziemlich gefeiert und
getanzt hatte. Ich hatte mein UW leider nicht da, aber du warst definitiv
Lichtjahre von vernünftig entfernt“ meinte Arsilia grinsend. „Und geflirtet
hast du auch ganz ordentlich.“ „Mit wem?“ brach es aus Ivana hervor. Auch wenn
sie befürchtete die Antwort bereits zu kennen. „Du hast Shalera angemacht, sag
bloß du kannst dich nicht mehr erinnern.“ Beschämt sah Ivana zu Shalera rüber
um deren Reaktion zu sehen. Doch auch die Asari schien sich an nichts erinnern
zu können. Auch sie sah erst Arsilia erstaunt an und wendete sich dann zu
Ivana, welche sofort rot anlief. „Dann ist ja alles gut gegangen, wir leben
alle noch und es ist niemand verloren gegangen.“ Mittlerweile trat Alex auch
wieder zu ihnen, diesmal sogar mit seinen richtigen Schuhen. Kaum hatte er sich
gesetzt, vernahmen sie eine bekannte Stimme. „Und es hätte beinahe niemand gemerkt….“ Reeston war zu
ihnen getreten und sah sie alle mit strengem Blick an. Die lockere Stimmung war
uhrplötzlich verschwunden. Sie hatten alle nicht mehr daran gedacht, dass ihr
Ausflug gegen die Regeln verstoßen hatte. „Wessen Idee war diese Party denn
eigentlich?“ Bedrückendes Schweigen senkte sich über die Soldaten. Nach kurzem
Zögern stand Joshua auf. „Sir, das war meine Idee.“ „Ich bin die Anführerin der
Gruppe, es liegt in meiner Verantwortung, da ich es zugelassen habe.“ warf
Jenni ein und stand ebenfalls auf. Die anderen Anwesenden standen nun auch auf.
„Wir waren alle daran beteiligt, also sind wir alle mit schuldig.“ Mit einem
finsteren Grinsen sah der Kolonel sie an. „Der Zusammenhalt in eurer Gruppe ist
bemerkenswert. Normalerweise ist da der Selbsterhaltungstrieb stärker, als die
Solidarität…. Jedenfalls will ich euch
aus dem Verstoß gegen das Alkohol-Reglement keinen Strick drehen.“ Er zögerte
einen Moment, bevor er weiterredete, dadurch dachten manche der Soldaten
bereits erleichtert ihre Bestrafung würde ausbleiben. „Nur das ihr euch aus dem
Stützpunkt geschlichen habt war ziemlich dumm. Ihr hättet ja fragen können und
dann hätte ihr wahrscheinlich sogar eine Genehmigung gekriegt. Dafür macht es
so ja mehr Spaß.“ Grinse aktivierte er sein UW. Im nächsten Moment hallte
laute, fröhliche Marschmusik durch die Kantine. Sofort meldete sich der Kater
der Soldaten. Die schrillen Trompeten- und Flötentöne waren wie das Kratzen auf
einer Tafel. „Also, da heute Sonntag ist, werden wir nicht trainieren, ihr
könnt euch also hier drinnen entspannen oder mit nach draußen kommen, um das
schöne Wetter zu genießen. Was wollt ihr lieber?“ „Frische Luft klingt toll,
gehen wir doch nach draußen.“ Sofort schlossen sich alle Soldaten Reeston an,
als er gemütlich nach draußen ging. Draußen angekommen wurde allen klar, dass
sie besser drin geblieben wären. Auf dem Hauptplatz standen ein halbes Dutzend
Mako Panzer, die von oben bis unten eingesaut waren. Eine dicke Schlammschicht,
die oben auf dem Panzer bereits getrocknet war, umhüllte die Fahrzeuge fast
komplett. Daneben standen einige Kessel mit Wasser und Bürsten. Draussen an der
Sonne arbeitet es sich doch gleich viel besser…. Der Schlamm ist bereits etwas
eingetrocknet, aber ich wollte euch heute nicht so früh wecken.“ Die Freude in
seiner Stimme war direkt hörbar. Genervt machten sich die Soldaten daran ihre
endlos scheinende Aufgabe zu bewältigen. Als zusätzliches Geschenk hatte der
Colonel die Lautsprecher auf dem Platz angeschaltet und ließ dort nun dieselbe
Musik laufen, wie in der Kantine. Als sie nach einigen Stunden damit fertig
waren, bekamen sie eine „Pause“. Dabei durfte eine Hälfte der Gruppe den
Hauptplatz fegen, die andere Hälfte durfte in der Kantine Kartoffeln schälen.
Als Jenni nach einer halben Stunde aus der Küche der Kantine wieder nach
draußen trat stockte sie abrupt. „Das darf nicht wahr sein!“ Der Rest der
Gruppe trat eilig zu ihr und erstarrte ebenfalls. „Ich bring ihn um!“ rief
Ivana, die nun neben Jenni stand. Reeston stieg gerade aus einem der Makos, die
wieder auf den Platz rollten. Sie waren wieder genauso verdreckt, wie vor ein
paar Stunden. Als er die Soldaten sah ,die ihn finster anblickten, rief er
grinsend. „Oh man, so eine Spritztour im Panzer ist doch was tolles, nicht? Sie
sind dabei leider wieder ein wenig schmutzig geworden, würde es euch was
ausmachen die paar Spritzer weg zu machen?“ „Ehrlich gesagt….“ „Gut, ich dachte
mir schon dass das kein Problem ist, wenn ihr damit fertig seid, dürft ihr
wieder frei verfügen.“
Sie atmete tief durch, ihre Nervosität war in den letzten Minuten immer grösser
geworden. „Jetzt oder nie“ Ivana trat um die Ecke und ging auf Shalera zu. Sie
waren gerade mit dem erneuten putzen der Makos fertig geworden. Shalera war in
den Schatten der Unterkunft getreten um etwas abzukühlen, nachdem sie mehrere
Stunden an der Sonne gearbeitete hatten. Da die Sonne bereits etwas tief stand,
waren sie nun auf der vom Platz abgewandten Seite des Gebäudes. Sie hatte
Tagelang gezögert, jetzt würde sie die Asari endlich ansprechen. „Hei“ Ivanas
stimme zitterte etwas „Hei, suchst du auch etwas Abkühlung?“ „Ja, ich dachte
schon wir würden nie fertig.“ Da Shalera nicht antwortete, versuchte Ivana das
Gespräch wieder in Gang zu bringen. „Was denkst du, was hat es mit diesem
Ausflug auf sich?“ Shalera zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht, aber
sicher etwas schlechtes, ich vertraue diesem Typen nicht, der spielt doch bloß
mit uns.“ „Meinst du wirklich?“ „Mhm, ich habe ein Problem damit, wenn mir
jemand Dinge vorenthält, bei denen ich ein Recht habe es zu erfahren worum es
geht.“ „Hm. Ach blödes Thema, lass uns über was anderes Reden…. Wie geht’s
deiner Familie?“ „Nicht so toll, meine Eltern haben Streit.“ „Weshalb denn?
Wegen dir…also dem Projekt hier?“ fragte Ivana Vorsichtig. „Nein, ach ist nicht
so wichtig, das ist eh kompliziert.“ Shalera wirkte traurig. „Möchtest du
darüber reden?“ „Ich glaube du würdest das nicht verstehen….“ „Erklärst du es
mir trotzdem?“ es war nicht die Neugier, die aus Ivana sprach sondern die Sorge
und das Mitgefühl. „Ok, du bist meine Freundin, und du musst mir versprechen
das du das niemandem sagst ok?“ Ivana nickte „Ich verspreche es.“ Shalera wurde
plötzlich emotional, ihre Stimme war nicht mehr kühl und gelassen, wie vor
einer Minute noch. „Weißt du, man kann sich nicht entscheiden in wen man sich
verliebt. Es passiert einfach. Ihr habt Glück, bei euch belächelt man
“spezielle“ Beziehungen, aber sie werden seit mehr als 150 Jahren schon
akzeptiert. Ich… Ich habe da weniger Glück. Meine Mum und mein Dad…. Das heißt
eigentlich meine Mum und meine andere Mum haben oft Streit, es herrschen oft
Spannungen zwischen ihnen.“ Shalere schien um etwas herumzureden, das ihr
unangenehm war. Ivana sah sie besorgt an. „Sie sind beide Asari.“ Shalera
atmete einmal kurz durch. „Sowas ist bei uns nicht mehr üblich, zumindest nicht
zur Fortpflanzung. Ich bin daher eine Reinblütige. Meine Eltern wurden darum
oft gemieden oder ausgegrenzt. Offiziell ist so was nicht verboten, es war ja
auch Jahrtausende lang normal, aber reinblütige Asari gelten als minderwertig.
Deshalb werden ihre Eltern oft auch gemieden. Meine Eltern lieben sich und sie
sagen, dass sie auch mich lieben. Ich glaube ihnen das auch, aber ich fühle
mich dafür verantwortlich, dass sie meinetwegen Ärger haben.“ „Aber wieso denn?
Du kannst doch nichts dafür wer deine Eltern sind. Und zudem bin ich mir
sicher, dass Jeder der dich besser kennt, denen hundert Gründe sagen könnte,
weshalb du nicht minderwertig bist. Ich kenne dich und ich weiß was du für eine
wunderbare Frau bist.“ Sie legte ihrer Freundin zu diesen Worten die Hand auf
die Schulter. „Danke“ Shalera schaute noch immer zu Boden. „Hei, es tut mir
leid, ich wollte nicht in einer Wunde stochern, tut mir leid wenn ich dir
wehgetan habe. Alles Ok?“ „Ja, alles in Ordnung, es ist nur schon eine ganze
Weile her, seitdem ich das letzte Mal mit Jemandem darüber geredet habe… danke
dass du dir den ganzen seelischen Müll von mir angehört hast.“ Sie wischte sich
eine Träne aus den Augen und sah Ivana lächelnd an. „Sag ihr, sie solle sich
doch statt auf den Schmerz einfach auf die schönen Dinge im Leben
konzentrieren, wie die Liebe…. Nein das klingt kitschig, halte das Gespräch am
laufen und warte auf den richtigen Moment.“ Sprach eine Stimme in Ivanas Kopf,
doch bevor sie reagieren konnte, fragte die junge Asari vor ihr „Was ist mit
dir? Wartet bei dir zu Hause eine Familie, Freunde oder jemand ganz besonderes
auf dich?“ „Nein…. also ja, ja, Nein. Meine Familie und die Freunde von der
Akademie.“ Ivana zitterte innerlich vor Anspannung. War das ein Versuch von
Shalera herauszufinden, ob Ivana Single war? „Was machst du denn an deinem
freien Wochenende?“ „Ausschlafen, ich werde einfach bis am Mittag im Bett
liegen und nichts machen.“ Einen Moment nachdem sie den Satz beendet hatte,
begann sie zu lachen. „Ich weiß nicht, wahrscheinlich werd ich mich langweilen,
ich meine im vergleich zu dem was wir hier machen, Gefechtsübungen,
Kampftraining und all das, ist Achterbahn fahren direkt langweilig.“ „Frag sie
ob sie was mit dir unternehmen will“ riet ihr wieder eine Stimme in ihrem Kopf
„Nein lass es, das ist zu auffällig“ rief eine andere. Shalera schmunzelte über
Ivanas Aussage. „Was hältst du denn eigentlich von den Leuten hier, unserer
Einheit?“ Ivana wollte versuchen das Gespräch in die richtige Richtung zu
lenken, hin zu etwas persönlichem. „Willst du etwa lästern?“ „Nein, ich möchte
nur deine Meinung wissen“ „Zu jemand bestimmtem?“ „Hm, was hältst du von
Jenni?“ „Sie ist ganz nett, aber schwer, sie hier hoch zu schleppen war ganz
schön anstrengend.“ Shalera beugte sich dabei etwas nach vorne und hielt sich
den Rücken. Sie begannen beide zu lachen. „Nein, mal ganz ehrlich? Sie ist echt
nett, sie scheint ein guter Mensch zu sein und als Anführerin gut geeignet. Sie
hat sich heute für Joshua eingesetzt, das ist sehr lobenswert.“
„Hei Kiara, wo ist den Ivana hin?“ „Ich glaube die ist vorhin zu Unterkunft
gegangen, ich weiß aber nicht genau wo sie ist.“ „Ok, ich gehe sie mal suchen,
sonst verpasst sie noch das Abendessen.“
„So jetzt bin ich wieder dran…. Was hältst du…von mir?“ Shalera sah Ivana
skeptisch an. „Das zählt nicht, man darf nur Leute wählen, die nicht hier sind
aber ok. Ich glaube du bist eine sehr treue Person. Du bist eher der ruhige Typ
und etwas introvertiert, jedoch keine Einzelgängerin. Du bist zuverlässig,
neigst aber dazu etwas impulsiv zu sein.“ „Wow, wenn du jetzt noch meine
Lieblingsfarbe errätst, dann wird’s unheimlich.“ „Hm…. grün?“ „Warte, das ist
ne blöde Idee!“ Ivana ignorierte die Stimme in ihrem Kopf. „Nicht ganz, eher
Blau…. Also je nachdem, eine Blaue Rüstung wäre mir als Scharfschütze dann doch
etwas zu auffällig.“ „Interessant“ entgegnete Shalera lächelnd. Sie schaute
Ivana seltsam an. Als diese ihren Blick bemerkte, trat sie neben sie, lehnte
sich an die Wand und schaute zum Himmel. „Verdammt, ich kann das nicht!“ schoss
es durch ihren Kopf. „Ok, wir können ja später weiter reden, ich gehe mal
schnell….“ Noch bevor Ivana auch nur einen Schritt von der Wand wegtreten
konnte, trat Shalera vor sie und stützte sich mit einem Arm links, mit dem
Anderen rechts von Ivanas Kopf an der Wand ab. „Nein, warte! Ich weiß, dass du
mir etwas sagen möchtest, du scheinst immer mitten im Gespräch von mir
wegzulaufen, also was ist es. Panik ergriff Ivana, die Frau die sie liebte
stand nun keinen Meter vor ihr und sie waren alleine. Als sie keinen
vernünftigen Satz zusammenbrachte, übernahm ihr Körper schließlich die
Kontrolle. Ivana trat einen Schritt nach vorne, legte ihre Hände seitlich an
Shaleras Brust und küsste sie auf den Mund. Etwas erstaunt verharrte die Asari
einen Augenblick, bevor sie ihre Hände hinter Ivanas Kopf legte und deren Kuss
stürmisch erwiderte. Nach einigen Sekunden begann Shalera sich langsam
zurückzulehnen. Ivana folgte ihrer Bewegung, um den Kuss nicht beenden zu
müssen. Als sie jedoch merkte was los war, wich sie erschrocken zurück.
Verlegen lächelnd sah sie Shalera an. „Tut mir leid, ich hätte vielleicht
zuerst fragen sollen.“ „Nun ja, ich hätte auch eher erwartet, dass du mir
gestehen würdest, dass du dich in mich verknallt hast und dann fragen würdest,
ob ich auch etwas für dich empfinde, aber so ist mir durchaus auch recht…“
„Was? Woher hast du gewusst das ich…“ sie sprach den Satz nicht mehr zu Ende
und starrte ihr Gegenüber verwundert an. „So schwer war das nicht rauszufinden.
Du hast mich immer angesehen, du hast immer nervös gewirkt, wenn ich in deiner
Nähe war und beim duschen konntest du deine Augen kaum von mir lassen.“ Bei
diesen Worten schaute sie Ivana mit einem schiefen Lächeln an. Diese wurde rot
im Gesicht und lächelte verlegen „Ich habe ja gesagt, dass Blau meine
Lieblingsfarbe ist, zumindest in dieser Beziehung. Aber wenn du doch auch etwas
für mich empfindest und wusstet, dass ich an dir interessiert bin, wieso hast
du mich dann nicht selbst gefragt?“ „Ich wollte, dass du mich fragst, denn wenn
du mich nicht genug geliebt hättest, um mich zu fragen, dann wäre nie etwas
daraus geworden. Ich habe immer versucht dich in eine Situation zu ringen, wo
du hättest fragen können, aber du warst hartnäckig. Spätestens bei meiner
Nummer im Folterkeller hättest du aber reagieren müssen. Ich dachte schon du
würdest nicht fragen.“ „Aber jetz hast du ja trotzdem getan,du hast eigentlich
den ersten Schritt gemacht.“ „Ja, aber ich habe gesehen, dass es dir ernst ist,
und das reicht.“ Shalera trat wieder zu Ivana hin , legte ihre Hände an Ivanas
Hüften und begann sie zu küssen. Als Jenni um die Ecke trat, war das erste was
sie sah Shalera, die Ivana vorsichtig mit ihrem Körper an die Wand drückte, die
eine Hand hinter ihrem Kopf, die Andere unter ihrem angehobenen Oberschenke und
gerade dabei war ihre Zunge mit Ivanas tanzen zu lassen. Sofort trat Jenni
zurück und eilte zufrieden grinsend zurück zu Kiara. „Und?“ „Ivana kommt
später, sie kann gerade nicht essen.“ „Wieso?“ „Sie hat den Mund voll.“
„Alle aufstehen, heute ist ein ganz besonderer Tag und da wollen wir doch nicht
zu spät kommen oder?“ Es war die Stimme des Colonels, die sie alle aus dem
Schlaf riss. Es war fünf Uhr morgens, Jenni konnte sich nur mühsam aufrichten,
obwohl sie am gestrigen Abend relativ früh schlafen gegangen war. Sie waren
alle nach dem Abendessen in die Unterkunft gegangen und hatten Karten gespielt,
miteinander diskutiert oder einfach geredet. Nach einigen Runden Poker hatte
sich Jenni auf ihr Bett gesetzt, um eine Videonachricht von Warrek anzusehen.
Er hatte ihr ein Video vom Finale seines Tech-Wettkampfes gesendet. Kiara hatte
sich an sie gekuschelt und eine Decke um sich und ihre Liebste gelegt. Das
Video hatte mit Preisverleihung eine halbe Stunde gedauert, Warrek hatte sich
sehr gut geschlagen. Er hatte es auf den dritten Platz geschafft und hatte sich
somit für einen Posten auf einer STG Forschungsbasis qualifiziert. Er wird nun
ein halbes Jahr da arbeiten können, zusammen mit den besten Techexperten der
ganzen Galaxie. Das würde aber auch bedeuten, dass sie ihn wahrscheinlich ein
halbes Jahr nicht mehr hören oder sehen würden, auf solchen STG-Basen herrschte
absolute Funkstille. Nachdem sie das Video durch hatten, schrieben sie ihrem
Freund eine Antwortnachricht und gratulierten ihm zu seinem neuen Posten. Als
Jenni die Nachricht gerade abgeschickt hatte, spürte sie plötzlich eine Hand,
die über ihren Oberschenkel streichelte und langsam nach oben wanderte. Mit
reichlich Mühe konnte Jenni sich beherrschen und ließ sich nichts anmerken. Sie
legte, um sich zu revanchieren, ihren Arm um Kiara und ließ ihre Hand langsam
unter ihrem Shirt nach oben wandern und machte sich an ihrem BH zu schaffen.
Ebenfalls sichtlich angestrengt sich nichts anmerken zu lassen, begann Kiara
sie zu küssen und öffnete behutsam den Reißverschluss an Jennis Hose. Als ihre
Hand in Jennis Hose wanderte und sie zu streicheln begann, musste dies Kiara
bremsen. „Willst du, dass ich die Beherrschung verliere, die die Kleider vom
Leib reiße und hier und jetzt über dich herfalle?“ flüsterte sie leise zu ihrer
Freundin. „So unanständig bist noch nicht einmal du.“ „Willst du das wirklich
riskieren...? Du hast zwar recht, aber aufhören musst du trotzdem, sonst muss
ich noch mein Höschen wechseln. „Beeilung, euer Wochenende ist vorbei! Jetzt
geht hier wieder ein anderer Wind!“ die bellende Stimme von Reeston riss Jenni
aus ihren Erinnerungen. Doch gerade als sie ihre Sachen anziehen wollte, um
ihren “Morgenspaziergang“ zu machen ,unterbrach sie der Colonel. „Der Frühsport
fällt heute aus, heute haben wir ein spezielles Programm. Ein Ausbilder wird
euch gleich Sachen zum anziehen verteilen, danach geht ihr unter die Dusche und
meldet euch dann wieder hier, ihr habt 15 Minuten. Ach und trocknet eure Haare
gut, ansonsten werdet ihr nachher Probleme haben. Etwas verwirrt machten sich
die jungen Soldaten auf den Weg zur Dusche. Im Gang stand ein Ausbilder mit
einem Stapel Morgenmäntel und einer Kiste voller Hausschuhe. Nun noch mehr
verwirrt gingen diejenigen, die ihre neuen “Kleider“ entgegengenommen hatten,
in die Dusche. „Weiß eine von euch was das soll?“ fragte Tanja schließlich.
„Keine Ahnung, aber die Sache mit den Morgenmänteln gefällt mir irgendwie
nicht.“ Nach kurzer Zeit traten sie aus den Duschen, nur in Unterwäsche und den
Morgenmänteln, die sie ausgeteilt bekommen hatten. „Hierentlang, ihr werdet
gleich eine etwas komfortablere Ausrüstung bekommen“ entgegnete der Ausbilder.
Die ganze Gruppe machte sich auf den Weg ins Hauptgebäude, dabei erregten
besonders die Soldatinnen großes Aufsehen. Die Blicke der Wachen schienen sich
förmlich durch die dünnen Morgenmäntel zu bohren. Sie alle behielten sämtliche
Soldaten, die sich ihnen näherten, im Auge. Als sie drüben ankamen, wurden sie
eine Treppe runtergeführt, bis zu einer dicken Metalltür. Diese öffnete sich
langsam, als der Ausbilder einen langen Code eingegeben hatte und mittels
Handscan bestätigt hatte. Nachdem sie eine Schleuse durchquert hatten, kamen
sie in einen großen Raum in dem einige Konsolen und Tische mit Bildschirmen
darauf standen. „Alle Frauen folgen bitte mir, die Männer gehe bitte mit meinem
Kollegen.“ Eine Frau in weißem Forscherkittel hatte sich vor sie gestellt. Sie
winkte alle Frauen zu sich und verließ den Raum durch eine Tür auf der linken
Seite des Raumes, die Männer folgten einem Forscher durch die Türe auf der
rechten Seite des Raumes.
„Das ist jetzt aber nicht deren Ernst oder?!“ Entsetzt trat Kiara wieder zum
Rest der Gruppe. Sie trug einen Taucheranzug-ähnlichen hautengen Anzug. Sie
standen in einem Umkleideraum und waren von der Forscherin aufgefordert worden,
ihre Mäntel und ihre Unterwäsche auszuziehen. Etwas skeptisch waren sie ihren
Anweisungen gefolgt und hatten danach “auf ihre Körper zugeschnittene
Neopren-ähnliche Anzüge verteilt bekommen. Diese Waren gefühlte 3 Nummern zu
klein und es war kaum möglich sie alleine anzuziehen. „Wow“ entfuhr es
Jenni,als sie ihre Freundin so vor sich sah. Der Anzug lag Hauteng an und
dadurch zeichneten sich alle Einzelheiten des Körpers der Asari darin ab. Jenni
trat zu ihr und musterte sie. „Der lässt aber nicht viel Platz für Fantasie….
Gefällt mir.“ „Das kann ich mir durchaus vorstellen, aber sollen wir etwa in
diesen…. Catsuits kämpfen? Die Schützen keinen Millimeter…“ „Doch, wenn der
Feind mit offenem Mund und sabbernd da steht, ist er leichter zu treffen“ gab
Arsilia lachen zurück. „Na wenigstens sind sie undurchsichtig…. Aber unsere
männlichen Teamkollegen werden auch so schon genug Probleme haben sich zu
konzentrieren.“ Meldete sich Kiara wieder. „Hei, sogar in dem Anzug hast du
noch einen knackigen Hintern“ flüsterte Jenni ihrer Liebsten ins Ohr, als sie
ihr an den Hintern fasste. Kiara schlug ihr sanft auf die Hand „Finger weg,
dieser Anzug fühlt sich wie eine zweite
Haut an. Ich kann jede deiner Berührungen spüren, also mach nichts Dummes.“
Antwortet Kiara mit gesenkter Stimme. „Das hast du mir mit dieser Aussage nicht
gerade leichter gemacht.“ „Warte, ich helfe dir deinen anzuziehen“ antwortet
Kiara und deutete auf Jennis Anzug. Eilig streifte Jenni BH und Slip ab. „Ich
bin hier Oben“ sagte sie leise zu Kiara, als deren Blick ihrem Körper entlang
nach unten glitt. Einige der anderen sahen mit einem schiefen lächeln zu der
Asari rüber, die sofort wieder Blickkontakt mit ihrer Freundin hielt und leicht
lila anlief. Kiara hatte nicht gelogen, Jenni spürte jede ihrer Berührungen,
als wären sie direkt auf ihrer Haut. Erst stieg sie in die den Anzug hinein und
versuchte diesen dann mühsam an sich hoch zu ziehen, alleine funktionierte das
kaum, da der gummiartige Stoff auf der Haut kaum rutschte. Mit Kiaras Hilfe
gelang es ihr schließlich doch noch sich anzuziehen. „Wie soll ich den denn
bitte zumachen?“ „Warte, ich helfe dir.“ Der Anzug war vorne vom Bauchnabel bis
zum Hals offen, an beiden Seiten waren kleine Häkchen, die man, ähnlich wie bei
einem BH, einklinken konnte. Zusätzlich schien sich der Stoff wie von selbst zu
verbinden. „Bist du sicher, dass das hält?“ fragte Jenni, als Kiara gerade
dabei war die letzten Häkchen einzuklinken. „Ich denke schon….“ „Willst du es
nicht noch einmal überprüfen?“ fragte Jenni neckisch und sah an sich runter.
Lächelnd ließ Kiara ihre Hände über die Brüste ihres gegenüber langsam nach
unten sinken und legte sie auf ihre Hüften. „Nein, aber du kannst den Kolonel
ja fragen, ob du den Anzug mit ins Wochenende nehmen darfst, falls du so was mal
ausprobieren möchtest.“ bekam Jenni als Antwort. „Bring mich nicht in
Versuchung.“ „Braucht sonst noch jemand Hilfe beim Anziehen?“ einige der
anderen Biotikerinnen meldeten sich. Jenni ging zu Tanja, um ihr zu helfen.
„Das Ding zwickt am Hintern“ meinte Ivana, die neben Tanja damit beschäftigt
war sich anzuziehen. „Wahrscheinlich hast du eine Falte im Anzug, Shalera hilft
dir sicher gern die da weg zu bekommen.“ Für ihren Spruch erntete Jenni einen
eiskalten Blick von Ivana. Grinsend wendete sie sich wieder Tanja zu „Ok, halt
das so.“ Sie hielt die beiden Seiten des Anzuges in Position und machte sich
daran die Häkchen einzuklinken, als Tanja die beiden Hälften übernahm. „Ah, das
kitzelt.“ Tanja zuckte zusammen, als Jenni damit begann die Hälften zusammenzufügen.
„Tut mir leid, ich wusste nicht, dass du kitzlig bist.“ „Na wenigsten sind wir
jetzt die heißeste Einheit der gesamten Galaxis.“ rief Shalera und wackelte
dazu mit dem Hintern. Die jungen Frauen brachen in Gelächter aus. „Die Jungs
wird’s sicher freuen…. Allerdings werden die sich wohl kaum noch am Kampf
beteiligen können.“ „Ach, wieso denn?“ Tanja drückte mit ihren Oberarmen ihre
Brüste etwas zusammen. „Kannst du mir mal helfen? Ich glaube da ist etwas
verrutscht… hilft sicher die Kampfmoral zu steigern“ meinte sie lachend. „Ich
glaube das hätte eher einen Ausfall des Hirns oder einen Ohnmachtsanfall zu
folge.“ Antwortet Kiara. „Wenn ihr soweit wärt, könnten wir sonst
weitermachen.“ Die Forscherin war wieder hineingetreten, ohne dass jemand sie
bemerkt hatte. Grinsend traten die jungen Frauen zu ihr und folgten ihr zurück
in den Eingangsraum. Fast gleichzeitig trat auch die männliche Gruppe wieder in
den Raum. Auch sie trugen solche Anzüge und schienen davon nicht begeistert zu
sein. „Alter und soeben ist ein blödes Outfit zu einer super Ausrüstung
geworden“ flüsterte Alex zu Joshua, als er die andere Gruppe sah. „Wow, das
macht das Training doch gleich viel interssanter… besonders den Nahkampf…“
antwortete Joshua. „Ok, stellt euch alle hier hin! Also wir werden euch nun
erklären weshalb ihr diese Neuraltransmitteranzüge tragen müsst.“ Ein Forscher
aktivierte ein Hologramm, auf dem ein Mensch abgebildet war. Also, dieser Anzug
ist gespickt mit Sensoren, die die Nervenimpulse eurer Haut wahrnehmen und als
Signale an die synthetischen Muskeln weiterleiten, so braucht man keine
dauerhafte Verbindung zwischen Körper und Rüstung einzugehen….“ „Und sexy
aussehen tut’s auch.“ flüsterte Deni leise zu Joshua. Dieser versuchte gerade
möglichst unauffällig zu Jenni rüberzuschielen, die neben ihm stand. Nachdem
der Forscher noch mit zahlreichen Fachbegriffen um sich geworfen hatte, brachen
eifrige Gespräche zwischen den Soldaten aus. „Also Jenni gefällt dieses Outfit
sicher…“ „Ach und weshalb das?“ Alex, der nicht gesehen hatte das Jenni gleich
neben Joshua stand, sah sie entsetzt an und schwieg. „Na so viele schöne Frauen
in engen Kleidern…. Das gefällt dir sicher genauso wie uns“ meldete sich
Joshua. „Du bist doch nur neidisch, weil ich sie alle schon nackt gesehen habe.“
„Hei Leute, ich finde das irgendwie unfair, Jenni steht auf Frauen und darf mit
ihnen duschen, ich stehe auch auf Frauen darf das aber nicht, sollte sie dann
eigentlich nicht eher mit uns duschen müssen?“ warf Deni ein. „Das hättest du
wohl gerne.“ konterte Jenni mit einem schiefen Grinsen. „Jetzt mal ganz
ehrlich, hast du da nicht mal den einen oder anderen unanständigen Gedanken?“
fragte Joshua halblaut. „Doch, heute beim Umziehen habe ich mich gefragt, ob
ich wohl Tanja zu mir ins Bett kriegen würde.“ Meinte sie grinsend. „Ich glaube
nicht,dass du schaffen würdest, ich
denke sie steht nicht auf Frauen.“ „Na ja, als Frau weiß ich genau was eine
Frau anmacht und wie ich sie verführen kann…“ „Dann müsstest du aber Kiara
betrügen.“ antwortete Joshua selbstsicher. „Wieso denn? Ich bin schon einmal
zwischen zwei Frauen aufgewacht, das würde schon gehen.“ Mit offenem Mund
starrten die drei sie ungläubig an. „Dann wärst du aber ne ziemliche Schlampe.“
„Pass lieber auf was du sagst, ansonsten schnapp ich sie mir wirklich, ihre
Brüste sehen auf jeden fall super aus, solltest du auch mal sehen.“ „Ou, der
hat gesessen“ meinte Alex grinsend, als Jenni sich von ihm wegdrehte und zu
Kiara zurückging.
„Stell dich bitte hier hin“ der Forscher zeigte auf einen kleinen markierten
Bereich am Boden. Wie ihr befohlen, stellte sich Jenni in den Bereich. Ein
halbes Dutzend Forscher standen um sie herum. Auch wenn sie wusste, dass sie
etwas an hatte, fühlte sie sich irgendwie nackt. Da sie sich mittlerweile an
den Anzug gewöhnt hatte, konnte sie ihn kaum mehr spüren. Sie fühlte sich, als
hätte sie nichts an, in Kombination mit den Blicken der Forscher war das eine
unangenehme Mischung. Also, wir beginnen jetzt mit der Montage, bleiben sie
ganz entspannt.“ Die Montage begann unten, erst wurde ihr eine Art zweites
Skelett angelegt. Diese “Knochen waren genau auf sie abgestimmt. Es war ein
unangenehmes Gefühl zu sehen, wie die Forscher die Teile gleich an ihrem Körper
verschraubten. Die Gelenke und Streben wurden durch Schrauben Nieten und sogar
an einigen Stellen verschweißt. Dazu wurde eine super isolierende Platte, so
hatten die Forscher es beschrieben, zwischen ihrem Bein und den Teilen
platziert. Damit die Knochen später trotzdem passten, war die Platte extrem
dünn und biegsam, somit entstand kaum ein Zwischenraum. „Wie kann ich das denn
wieder ausziehen, wenn sie es jetzt verschweißen?“ fragte sie etwas beunruhigt.
„Keine Sorge, sie können die Rüstung jederzeit wieder ausziehen. Das hier ist
wie ein Bausatz, wir haben hier hunderte Einzelteile, und wir verbinden nur die
permanent miteinander, die zu einem Segment gehören. Jedes Segment lässt sich
via schnellverbindungskopplung mit den anderen Segmenten verbinden…. Einfach
ausgedrückt, wir schweißen hier nur deine Schuhe, deine Hosen, deine Jacke und
deinen Helm zusammen, die einzelnen Kleidungsstücke bleiben unverbunden.“ „Ach
so, dann ist ja alles in Ordnung.“ „Ach, wenn wir fertig sind, werden sie eh
nicht mehr merken, dass sie eine Rüstung tragen, sie werden sie kaum spüren.“
„Ja aber meine Freundin wäre darüber nicht gerade sehr erfreut, wenn ich die
Rüstung nicht mehr ausziehen könnte… und das gemeinsame Wochenende wäre auch
wesentlich weniger interessant.“ Jenni stand offen zu ihrer Beziehung, sie
machte kein Geheimnis mehr daraus, dass sie mit einer anderen Frau zusammen
war. Die Forscher schienen jedenfalls verstanden zu haben, was sie damit
gemeint hatte und sahen sie mit großen Augen an. Nach fast 30 Minuten war das
Gerüst montiert. „So, jetzt kommt der schwierige Teil, wir werden jetzt die
synthetischen Muskeln an der Rüstung befestigen. Dafür sind diese Befestigungen
hier.“ Er tippte auf einige mit Gewinden versehenen Löchern in der Platte an
Jennis Knie. Sie nickte so gut sie konnte, sie trug mittlerweile am ganzen Körper
ein Exoskelett. Eine der Forschinnen rollte einen Wagen mit diversen Behältern
zu ihr. Sie öffnete einen und holte einen in einer milchigen Flüssigkeit
gelagerten Muskel heraus. „Das wird ihr neuer Wadenmuskel“ meinte sie lächelnd.
„Wow…der ist ja riesig. Erinnert wirklich an diese Geth-Muskel “. „Ist ja auch
Geth-Technologie.“

(So kann man sich die Muskeln vorstellen)
Selak, der einige Meter von Jenni entfernt am Boden saß und mit den Anderen
wartete, bis einer der 6 Montageplätze frei wurde, horchte auf. „Klingt als
hatte einer der Forscher Jenni gerade die Hardware gezeigt.“ „Da wird er aber
enttäuscht sein zu erfahren, dass sie diese Module nicht unterstütz“ meinte
Kiara, die neben Selak saß.
Es hatte fast anderthalb Stunden gedauert, aber jetzt war die Montage der
Muskeln abgeschlossen und die letzten Panzerplatten wurden montiert. „Ok, jetzt
werden wir noch Ihre Brustpanzerung montieren. Dafür müssen sie etwas nach
vorne treten, wir müssen die Platte mit deiner Rückenplatte verbinden.“ Keine
fünf Minuten später stand Jenni mit voller Montur da. „So, versuchen sie sich
jetzt mal zu bewegen. Jenni versuchte erst ihren Arm, dann ihr Bein zu bewegen,
schaffte aber keines von beidem. „Es geht nicht, ich kann mich nicht bewegen.“
„Ok, das ist schon mal gut, versuchen sie es nicht weiter, sie würden sich bloß
was zerren, die synthetischen Muskeln sind noch inaktiv, sie lassen sich nicht
ansteuern oder bewegen. Wir werden jetzt die Energieversorgung herstellen,
dafür werden wir den E-Zero Kern unter deiner Rückenpanzerplatte anbringen und
ihn hochfahren. Wenn dir dabei heiß wird oder du ein starkes stechen im Rücken
spürst, dann sag sofort Bescheid, denn dann hätte der Kern eine Fehlfunktion
und würde schmelzen, du würdest dann trotzdem verbrennen, aber wir könnten
wenigstens deine Freunde noch retten…“ „Was?! Wie bitte?!“ fragte Jenni
schockiert, sie konnte nicht nach hinten sehen und somit nicht erkennen, was
die Forscher da taten, und bewegen konnte sie sich auch nicht. „Ok, wir bringen
den Kern jetzt an…. Ok, Daten im grünen Bereich… Ausschläge normal, Strahlung
und Temperatur normal….Moment, helfen sie mir kurz… oh Gott bitte nicht!“
„Was?! WAS?!“ schrie Jenni schon fast panisch. „War nur ein Witz, hier kann gar
nichts passieren, diese Kernen sind sicher, der einzige Weg ,dass die in die
Luft fliegen, ist sie zu sprengen.“ „Danke, das ist echt beruhigend“ antwortete
Jenni genervt. „Ok, Energieversorgung steht, verbinde mit Neuralsensoren, das
könnte jetzt ein bisschen wehtun…“ „Ah! Verdammt was war das?“ „Ein kleiner
Stromimpuls, um deine Nerven anzuregen, deine Nervensignale mussten etwas
angestuppst werden.“ „Das war aber mehr als bloß anstuppsen.“ Er holte sein UW
heraus und tippte einige Daten ein. „Wir werden ihnen jetzt ihren Helm
aufsetzte und sämtliche Systeme hochfahren, entspannen sie sich einfach, das
atmen dürfte anfangs etwas anstrengend sein, die Filter sind auf Notfall
eingestellt und somit ohne Strom arbeitend, deshalb wird es etwas anstrengender
sein zu atmen. Falls irgendwas nicht stimmt, sagen sie es einfach, wir schalten
die Anzugslautsprecher ein.“ Jenni nickte kurz und versuchte sich dann von dem vorherigen
Schock zu erholen. „Uuund Licht aus“ waren die letzten Worte, die sie von den
Forschern hörte, bevor diese ihr den Helm aufsetzten und sie damit hermetisch
von der Umwelt abriegelten. „Können sie mich hören?“ fragte sie nach einem
Moment. Es kam weder eine Reaktion noch eine Antwort. „Hallo?“ Wieder keine
Reaktion. Langsam machte sich Nervosität breit. Jetzt fiel ihr auch auf, was er
mit “schwerer zu atmen“ gemeint hatte, sie fühlte sich als, bekäme sie zu wenig
Luft, wie damals in der Grundausbildung mit der Gasmaske. Doch damals hatte sie
wenigstens noch sprechen oder sich bewegen können. Diesmal war sie jedoch
gefangen, bewegungsunfähig und sie konnte noch nicht einmal um Hilfe rufen.
Auch wenn sie nicht unter Platzangst litt, wurde Jenni nun mulmig, wenn die
Filter blockieren würden könnte, sie schreien so viel sie wollte, es würde sie
niemand hören. Da das Visier von außen undurchsichtig war, hätte auch keiner
etwas gesehen. Dieser Gedanke schien ihr den Hals noch mehr zuzuschnüren.
„Können sie mich hören, hallo?“ „Ja, ich bin hier!“ „Oh gut, tut mir leid, wir
hatten einen Fehler bei den Lautsprechern, wir fahren jetzt die Systeme hoch,
halten sie sich einfach an die Anweisungen.“ Kaum hatte er den Satz beendet
,begann alles um sie herum zu blinken, wie ein Weihnachtsbaum. Dutzende
Anzeigen blinkten auf und einige Meldungen wurden ihr zugesprochen. Jenni hörte
eine Frauenstimme, die ihr Anweisungen gab. Sie folgte den Anweisungen und nach
einer Minute waren alle Meldungen verschwunden. „Und jetzt?“ „Gut, das
Interface lässt sich durch ihre Retinabewegungen steuern, versuchen sie es
mal.“ Nach einigen versuchen hatte Jenni es schließlich geschafft. „Gut, wir
schalten jetzt alle System zu ihnen, sie werden sich dann frei bewegen können.
Der Anzug ist jetzt bei 0 % Unterstützung, dadurch wird er nur soviel Energie
aufbringen, um seine eigenen Bewegungen zu betreiben. Sie können diesen Level
bis zu 70% steigern, alles was darüber ist, wird nur unter Gefechtsbedingungen
gehen. Ich rate dir aber an, das erst draußen zu probieren.“
„Bewegungskontrolle freigegeben“ meldete die Stimme wieder. Vorsichtig hob
Jenni den Arm, sehr zu ihrem Erstaunen, spürte sie keinen Widerstand, als wäre
da gar keine Rüstung. Erst jetzt konnte sie sehen, wie sehr sich ihr Äußeres
verändert hatte. „Wow“ ihre Hand war nun wesentlich größer, der Handschuh war
dick gepanzert und hatte vorne am Handrücken eine Platte, die einem Schlagring
ähnelte. „Gibt es hier einen Spiegel?“ „Ja, da drüben“ Jenni trat von dem etwa
30 Zentimeter hohen Podium herunter. Der Montageplatz selbst war durch einen
Vorhang nach außen abgeschirmt gewesen. Jenni hatte sich noch immer nicht daran
gewöhnt ,dass die Panzerung ihr eigenes Gewicht trug und sie damit nicht
belastete. „Ach du Scheiße, ist das da Jenni?“ fragte Joshua total verblüfft.
„Die Anderen sahen sie mit offenen Mündern an. „Verdammt, das sieht ja brutal
geil aus.“ Jenni hatte sich selbst noch nicht gesehen, sie konnte also nur
erahnen was ihre Kollegen sahen. „Hei, ob ihrs glaubt oder nicht, aber ich fühl
mich so, als hätt ich nichts an, das Ding scheint nichts zu wiegen.“ „Willst du
mich verarschen? Das Teil wiegt mindestens ne Tonne!“ rief Selak, der
aufgesprungen war und zu ihr hintrat. „Eigentlich wiegt sie 75 Kilo, wir haben
sie so leicht wie möglich gebaut, ohne
Schutz und Stabilität einzubüßen.“ Antwortete einer der Forscher, der
ihr folgte. Jenni trat vor den Spiegel und erstarrte für einen Moment. „Oh man,
das Ding sieht aber böse aus. Sie wirkte jetzt wesentlich weniger feminin und
zerbrechlich durch die dicke Panzerung und die zusätzlichen Muskeln wirkte sie
wesentlich stämmiger. „Beweg dich mal ein bisschen.“ Jenni täuschte ein paar
Schläge an und anschließend einen Tritt aus der Drehung. „Es erstaunt mich,
dass ich in der Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt werde“ meinte Jenni.
„Versuchen sie mal die Maske abzunehmen.“ „Maske?“ „ Damit sie nicht jedes Mal
den ganzen Helm abnehmen müssen, wurde er so gebaut, dass er nur das Visier
entfernen kann, probieren sie es mal.“ Jenni fasste sich an das Visier und zog
sanft daran. Tatsächlich konnte sie das gesamte Visier ohne Mühe abnehmen.
„Beeindruckend, nicht? Der größte Teil davon geht auf das Konto der Salarianer,
das war ihr Beitrag zu dem Projekt, da sie keine Biotiker in ihren Reihen haben.“
Die Stimme gehörte dem Colonel, der nun auch wieder hier war, nachdem die
Soldaten eingeteilt worden waren, war er wieder hochgegangen, um anderweitig zu
arbeiten. „Fühlt sich gut an, nur auf die Toilette zu gehen könnte etwas
problematisch werden“ antwortete Jenni. „Na ja, falls ihr pinkeln müsst, der
Sensoranzug ist durchlässig, damit ihr nicht in eurem eigenen Schweiss
schwimmt. Aber es ist ratsam vorher auf die Toilette zu gehen, denn wenn einem
in der Gefechtspause plötzlich etwas warmes das Bein runterläuft und man dann
den ganzen Tag mit nassen Füssen rumlaufen muss, ist das nicht gerade der
Hammer. Und das Wissen das es der eigene Urin ist, macht die Sache nicht gerade
besser.“ „Oha, das ist ekelhaft, woher wissen sie das denn so genau?“ Ivana sah
den Colonel fragend an. „Wie gesagt, ich war bei den ersten dabei, die den
Grundstein für dieses Projekt gelegt hatten“.
„Das war übrigens eine der Verbesserungen an diese Rüstung, wenn ihr 15 Minuten
Zeit habt, dann könnten die entsprechenden Rüstungsteile demontiert werden,
damit man sein Geschäft erledigen könnte, da aber zum ausziehen des
Sensoranzuges, die ganze Rüstung ausgezogen werden müsste, wurde, so albern das
klingen mag, eine Art Windel eingebaut.
(Teil 2 kommt gleich war zu lang für einen Teil^^)
Modifié par elitedefender2, 25 novembre 2012 - 09:39 .
#353
Posté 25 novembre 2012 - 09:37
sie alle zu schätzen wissen.“ „Also eigentlich wie bei den Piloten. Bei kleineren Jägern tragen die
Piloten sowas auch.“ „Genau“ „Dazu kommen wir später, alle die ihre Rüstung
angezogen und ausprobiert haben, legen diese wieder ab, ziehen sich wieder um
und kommen dann wieder hoch. Wir müssen noch einiges packen für unseren
Ausflug. Es sei denn ihr wollt in den Sensoranzügen in die Berge fahren. Aber
das würde dann ziemlich schnell kalt werden.“ „Wir gehen in die Berge? Wieso?“
„Training, nicht auf allen Planeten herrschen so angenehme Temperaturen wie
hier. Eure Taktiken und eure Kampfweisen müssen an das jeweilige Terrain
angepasst werden.“ „Können wir denn nicht diese Anzüge verwenden?“ „Nein,
dieser Trainingsblock gehört noch zum Training ohne, damit noch allfällige
Anpassungen vorgenommen werden könnten. Ihr werdet noch früh genug damit
trainieren können.“
So ich hoffe es war das warten wert.
Ich wünsche euch allen noch einen schönen Abend und bis nächste Woche.
Modifié par elitedefender2, 25 novembre 2012 - 09:39 .
#354
Posté 25 novembre 2012 - 10:51
sehr schön wie immer
Modifié par Zerydal, 25 novembre 2012 - 10:51 .
#355
Posté 02 décembre 2012 - 07:31
Aaaaber dafür gibts jetzt was zu lesen^^
Kapitel 15
„Noch 20 Minuten!“ Der Pilot rief die Worte durch die offene Tür nach hinten in
den Laderaum, in dem die Gruppe Soldaten eifrig am diskutieren war. „Ok“ rief
Jenni beiläufig, sie war zu sehr ins Gespräch vertieft, als dass sie auf den
Piloten geachtet hätte. „Aber warum? Was ist der Sinn dahinter?“ „Ich gehe
davon aus, dass unsere Panzerungen unseren Rollen auf dem Schlachtfeld
angepasst sind.“ „Aber welchen Sinn hat das? Wir gehören doch alle zur selben
Einheit!“ warf Kiara ein. „Ja, aber auch in einer Einheit gibt es eine
Aufteilung, wir müssen in unserer Einheit alle auf dem Schlachtfeld nötigen
Funktionen abdecken. Wenn wir alle dieselbe Ausrüstung und dieselbe Taktik
hätten, wären wir viel zu wenig flexibel“ antwortete Jenni. „Deshalb habe ich
wohl eine dicker gepanzerte Rüstung als du Kiara.“ Die Asari nickte, das klang
logisch. „Dann ist es aber dämlich die Panzerung zu reduzieren, die Rüstung
trägt sich ja selbst, deshalb sollten sie doch auch alle gleich panzern“ meinte
Shalera. „Fragen wir doch den Kolonel wenn wir ankommen, er wird darauf sicher
eine Antwort wissen.“ Selak hatte die letzten paar Minuten aus dem Fenster
gestarrt und hatte sich erst jetzt wieder gemeldet. „Genau, wir landen ja schon
bald.“ Sie waren seit gut zwei Stunden unterwegs. Der Kolonel hatte mit Jenni
und den Anderen fünf, die als erstes ihre Rüstungen probieren durfte. Gleich
nach der Anprobe mussten sie mit dem Packen beginnen. Sie hatte ins Magazin
gemusst, um dort Winterjacken, die dazugehörigen Hosen, Kappen, Handschuhe und
Stiefel zu holen. Anschließend hatten sie noch einige Kisten mit Vorräten und
anderem Material beladen müssen. Als das alles verladen war, brachte der
Kolonel mit drei anderen Soldaten noch zwei versiegelte Kisten, die “nicht!“
geöffnet werden durften. Nach zweieinhalb Stunden kam die nächste Gruppe
Soldaten nach oben. Bereits da hatten die ersten Gespräche begonnen. Zeit sich
genauer über die Rüstungen zu unterhalten hatten sie aber kaum, da sie vom
Kolonel eilig in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Die Eine musste die Unterkunft
putzen, die Andere wurde zu diversen Arbeiten auf dem Stützpunkt verteilt.
Jenni musste die Werkstatt putzen. Dabei hatten Fred und Arnold sie angelächelt
„Hat der Kolonel gerade nichts Sinnvolles für euch zu tun, dass ihr solche
Pausenfüllerarbeiten machen müsst?“ Als sie alle schließlich mit der Anprobe
der Rüstung fertig waren, war es bereits dunkel geworden. Nach einer kurzen
Dusche starteten sie in einem kleinen Transporter. Reeston hatte ihnen gesagt,
dass er sie am Landepunkt treffen werde.
„Hei, täusch ich mich oder haben wir wieder Tag?“ rief Selak,der noch immer aus
dem Fenster sah,nun aber sichtlich aufgeregt. Sofort riss die Diskussion ab und
alle traten an die kleinen runden Fenster auf der Seite des Laderaums. „Ja,
aber das kann doch eigentlich nicht sein, wir fliegen jetzt gerade mal zwei
Stunden....“ „Es sei denn, wir sind außerhalb der Atmosphäre schneller als die
Rotation des Planeten, oder entgegen der Rotation geflogen, dann ändert die
Tageszeit wesentlich schneller.“ „Wir landen in 5 Minuten“ ertönte eine Stimme
aus dem cockpit. „Und zieht euch jetzt schon an, wenn wir landen habt ihr keine
Zeit mehr dafür….Ach und zieht alles an was ihr habt, wir sind hier wieder in
der anderen Hemisphäre, wir haben jetzt Winter!“ Angewidert meinte Selak „Na
toll, gerade als ich mich an das warme Wetter gewöhnt hatte.“ Der Boden und die
Landschaft hatten sich seit dem Abflug gewandelt, vom saftigen grün war nun
nichts mehr zu sehen. Die Nadelwälder waren von einem weißen Mantel umhüllt,
die Flüsse glitzerten in einem frostigen eisblau. „Wie kalt haben wir es denn
draußen?“ Jenni war zu dem Piloten ins cockpit getreten. „Sieben Grad unter null,
viel Spaß“ meinte der Pilot mit schiefem Grinsen. „Was? Jenni schaute skeptisch
auf die Anzeige. „Verflucht! Ich will ne dickere Jacke…“ „Keine Sorge wegen der
Kälte, wenn man sich bewegt friert man nicht.“ Jenni trat wieder zurück zu der
Gruppe, die Anderen standen alle da und warteten oder zogen gerade noch letzte
Kleidungsstücke an. Mit der ganzen Ausrüstung waren sie kaum noch zu
unterscheiden. Alle trugen hohe Stiefel, dicke Hosen, eine Jacke mit Kapuze und
eine Kappe darunter. Zusätzlich hatte jeder ein paar dicke Handschuhe an.
„Leute wir haben draussen sieben unter null, Halstücher hoch, atmet langsam und
durch die Nase. Setzt eure Billen auf, es ist ziemlich windig…. Bereit?“
„Roger“ antwortete jemand, Jenni konnte nicht genau erkennen wer es war. „Bist
du bereit Kiara?“ Jenni war zu Kiara getreten. Diese schaute sie etwas
verwundert an, antwortete aber nicht. „Ist etwas?“ „Na ja, ich glaube du bist
hier falsch….“ „Oh, sorry, die ganzen Klamotten machen es etwas schwierig zu
unterscheiden“ Jenni trat vor die Gruppe hin „Ok, bevor wir raus gehen, jedem
wird eine Zahl zugeteilt, ihr werdet euch von jetzt an mit dieser Zahl
identifizieren, verstanden?“ „Verstanden!“ antwortete die ganze Gruppe im Chor,
der strenge Drill des Trainings zeigte Wirkung. Auch wenn Jenni immer noch ein
gleichrangiges Gruppenmitglied war, behandelten sie ihre Freunde wie eine
Vorgesetzte. Nun trat auch der Pilot aus dem cockpit zu ihnen nach hinten.
„Wenn ihr draußen seit, lauft ihr sofort zu der Flagge, beeilt euch, es ist eure
Zeit! Glaubt mir, ihr werdet für jede Minute dankbar sein.“ Jenni nickte ihm zu
„Dann los!“
Als die Luke sich öffnete, peitschte ihnen ein eisiger Wind ins Gesicht. Sofort
wurde Schnee hineingeweht. „Los! Los! Los!“ Jenni rannte auf die sich noch senkende
Luke zu, einen Schritt vor dem Ende der Rampe schoss ein Schock durch ihren
Körper, in dem heftigen Schneefall und dem Wind hatte sie nicht gesehen, dass
sie fast 3 Meter über Boden schwebten. „Scheiße!“ Da bremsen nicht mehr ging,
sprang Jenni soweit sie konnte nach vorne, damit niemand auf ihr landen würde.
„****…. Nova, genau wie du es gelernt hast!“ Ein biotisches Feld baute sich
blitzschnell um sie herum auf, kurz bevor sie aus den Blickfeldern ihrer
Freunde verschwand. Eine Sekunde später rief sie hektisch per Funk „Stopp nicht
springen, hier geht’s runter! Es sind ca. 2,5 Meter bis unten, lasst genügend
Abstand, nicht das ihr auf jemandem landet, setzt die Nova-Technik ein, wie wir
es gelernt haben.“ Nach Jennis Warnung dauerte es einen Moment, bis die Ersten
sprangen. Jenni wartete, bis alle gelandet waren „Ok, wir….“ Das gewaltige
dröhnen der Triebwerke erstickte ihre Stimme unter sich. Der Transporter hob
wieder ab und war bereits nach 50 Metern nicht mehr zu sehen. „Alle mal
herkommen…. funktioniert der Funk bei euch allen?“ nach einigen Sekunden gaben
alle ein positives Feedback. Die Soldaten bildeten einen kleinen Kreis und
beugten sich etwas nach vorne, damit der Wind ihnen nicht mehr um die Ohren
pfiff. „Wir werden jetzt alle langsam von hier weggehen, jeder in eine andere
Richtung. Geht nur solange weiter, das maximal zehn Meter zwischen euch und
euren Kameraden sind, nicht das wir einander bei der schlechten Sicht
verlieren. Haltet Ausschau nach der Fahne, wenn ihr sie seht, meldet das, merkt
euch die Stelle und dann kommen wir wieder alle hierhin zurück, verstanden?“
Erneut blinkten auf Jennis UW die Bestätigungsmeldungen auf. „Dann los.“
Bereits nach wenigem Dutzend Metern verlor Jenni die meisten der Anderen aus
den Augen. Sie konzentrierte sich nur auf die beiden links und rechts neben
ihr. Es dauerte keine Minute kam die Meldung von der Nummer 17, Manuel „Ich hab
sie, sie ist hier!“ „Gut, merk dir die Stelle, alle zurück zum Treffpunkt!“
„Verflucht ist das kalt hier, der Wind treibt einem die Kälte in jede Pore!“
fluchte Arsilia ,als sie wieder in die Runde trat. „Wo liegt die Fahne?“ „In
diese Richtung…“ Manuel deutete in eine Richtung. „ 17 du führst uns, bleibt
dicht zusammen!“ In dem Schneesturm herrschte kaum Sicht, Jenni fühlte sich,
als wäre der Sturm seit ihrer Landung noch viel schlimmer geworden. Auf dem
Boden lag kniehoher Pulverschnee, der sich an manchen Stellen in Verwehungen
mannshoch auftürmte. Nach etwa hundert Metern kamen sie an einen kleinen
Abhang. Vor ihnen änderte sich das Gelände, die Bäume hörten abrupt auf, das
Gelände war nun offen und etwa einen halben Kilometer von ihnen entfernt war
ein gewaltiger Berg zu sehen. Der Sturm ließ etwas nach, nun herrschte
zumindest etwas Sicht. Die dunkel zerklüfteten Felswände schienen fast
senkrecht, von Schneeflächen unterbrochen, nach oben in den Himmel zu ragen.
Der Gipfel war nicht zu sehen, die hochnebelartigen Wolken und der Schneefall
versperrten die Sicht. „17, du führst, such dir einen Weg zur Fahne, wir folgen
dir. Wenn du müde wirst, lass jemand anderes vorgehen, schont eure Kräfte, der
Vorderste hat es immer am härtesten.“ Manuel nickte und ging los. Mit jedem
Schritt von dem Waldrand weg wurde der Schnee tiefer und lockerer, das machte
das gehen extrem anstrengend. Als sie die endlos scheinenden 100 Meter zu der
Fahne überwunden hatten, sahen sie dort ein fast komplett eingeschneites Zelt .
„Ich gehe rein, drei können mitkommen, der Rest wartet hier.“ Im inneren des
Zeltes herrschte ein beklemmendes Gefühl, an den Wänden des Zeltes war der
Schnee mehr als einen Meter hoch hineingeweht worden ,weshalb sich die Wände
nach innen durchbogen. Es lagen drei Kisten in dem Zelt. „Warte, da ist eine
Aufzeichnung, vielleicht sollten wir die zuerst schauen, bevor wir die Kisten öffnen.“
Unterbrach Joshua Jenni, die gerade die erste Kiste öffnen wollte. „Ich glaube
zwar nicht, dass der Kolonel uns hier eine Mine reingepackt hat, aber du hast
Recht.“ Sie aktivierte den kleinen Holochip und eine Karte erschien. Das 3D
Modell des Berges der vor ihnen wurde in die Luft projiziert, plötzlich ertönte
die Stimme von Reeston. „Wenn ihr das hier hört, habt ihr zumindest den ersten
Teil eurer Reise geschafft. Jetzt wird’s aber richtig ungemütlich, denn von
jetzt an geht’s nur noch aufwärts.“ Eine rote Linie erschien auf der Karte, sie
führte in einem Zickzackkurs den Berg hoch. „Diese Treppe wurde noch vor
hunderten Jahren in den Berg geschlagen, ich hoffe sie ist noch da, ansonsten
werdet ihr wohl querfeldein hochgehen müssen…..ach und bevor ich es vergesse,
unterwegs werdet ihr vielleicht noch ein paar kleiner Schwierigkeiten haben.
Ach und die Sonne geht etwa um 6 Uhr abends unter, bis dahin seit ihr besser
oben, ansonsten wird’s verdammt kalt.“ Die Stimme verschwand wieder,
stattdessen erschienen einige Zahlen über der Karte. „Was!?“ Bitte nicht….“
„Verdammt, wie lange haben wir noch dafür?“ Fragte Kiara nüchtern, nachdem sich
die Anderen alle entsetzt hatten. „Sechs Stunden ca.“ meinte Jenni verärgert.
„Hier steht noch eine Nachricht “Inhalt der Boxen mitnehmen, ansonsten müsst
ihr es morgen holen, zu Fuß!“…. Ich wette da sind Bleibarren drin“ meinte
Joshua. Als Jenni die erste Kiste öffnete, wurden ihre Augen größer, die Kiste
war voll mit Gewehren des Typs M-8 Avenger. „Werden wir etwa auch noch
angegriffen?“ „Ich weiß nicht, zuzutrauen wär´s dem Schweinehund schon!“ rief
Ivana, die am Eingang des Zeltes stand. In der zweiten Kiste waren
Leuchtraketen und in der dritten Seile, Karabinerhaken und einige
Kletterpickel. „Das wird ja immer schöner… ok, reicht das mal weiter, es
scheint für jeden ein Gewehr und eine Leuchtrakete zu haben. Jeder trägt seine
selbst, die Seile und das Zeug teilen wir auf.“ Nach kurzem waren alle
Gegenstände verteilt und dir vier traten wieder nach draußen. „Und? Wie geht’s
weiter?“ „Es geht 12000 Stufen weiter nach oben!“ rief Joshua laut. „Wir müssen
da hoch“ Jenni deutete auf den Berg. „3000 Meter da rauf, um genau zu sein. Wir
müssen bis Sonnenuntergang da oben sein, ansonsten erfrieren wir. Alle in eine
Reihe, wir haben nicht die Zeit hier zu trödeln. Selak, geh du vorneweg.“ „Der
Turianer mit der Nummer 28 auf dem Rücken nickte kurz und ging dann los. „Was
ist denn überhaupt da oben Jenni?“ „Keine Ahnung, aber wir müssen da hoch. Ich
vermute ein Abholpunkt oder eine Unterkunft.“ Die nächsten Minuten schwiegen
sie alle, sie konzentrierten sich darauf schnell voranzukommen. Der Sturm wurde
wieder stärker und die Schneeflocken prasselten wie kleine Geschosse an ihre
Jacken. „Ich hasse die Natur!“ rief Jenni verärgert. „Wieso denn? Genieß es
lieber, du siehst es nicht oft, dass es vertikal schneit“ Antwortete Shalera
per Funk. „Nicht witzig“ bekam sie als knappe Antwort. Am Fuße des Berges
angekommen, sammelten sie sich wieder. Eine steinerne Treppe verlief relativ steil
nach oben. Sie war schmal und an einigen Stellen von hohem Schnee bedeckt.
„Ich kann nicht mehr, lass uns schnell ne Pause machen Jenni, meine Lunge fühlt
sich an, als ob sie brennen würde und ich habe kein Gefühl mehr in meinen
Beinen.“ Shalera, keuchte, als sie Jenni via Funk ansprach. „Ok, wir rasten bei
der nächsten Biegung, dann sind wir vor dem Wind geschützt.“ Sie waren bereits
zwei Stunden unterwegs, der Weg war beschwerlich. Je höher sie kamen, desto
kälter wurde es und der Schnee wurde auch immer höher. An manchen Stellen
mussten sie sich durch hüfthohe Verwehungen kämpfen. Gefährlich war der
Aufstieg auch, ein Geländer gab es nicht, wer an einer dummen Stelle abstürzte,
fiel dutzende Meter in die Tiefe, bevor man unten auf den Stufen der Treppe
aufschlug. „Ok, wir machen zehn Minuten Rast, danach müssen wir weiter.“ „Nur
zehn Minuten? Jenni, wir latschen bereits seit zwei Stunden, willst uns alle
umbringen?“ Shalera sah Jenni flehend an. „Nein, ich will uns alle vor dem
erfrieren bewahren, wir haben knapp einen Drittel des Weges geschafft, wir
können uns eigentlich gar keine Pause leisten.“ „Bitte“ „Ok, fünfzehn Minuten,
aber danach geht’s wieder weiter klar?“ „Ok, danke“ Jenni ging noch ein paar
Schritte weiter, bevor sie sich mit dem Rücken an die Wand gegen den Berg
lehnte. Sie wischte kurz die Stufe unter sich ab, bevor sie sich setzte. Die
Beine entspannen zu können war herrlich, aber sie wusste genau, dass es Folgen
haben würde. Nachdem sie eine Weile gegangen war, hatten ihre Beine zu schmerzen
begonnen. Die Schmerzen waren mit jedem Schritt schlimmer geworden, bis zu
einem gewissen Punkt, an dem sie ihre Beine nicht mehr spürte und einfach
weitergehen konnte. Diese Schmerzen würde sie jetzt noch einmal haben, bis sie
sie wieder überwunden hätte. Kiara setzte sich neben sie, ihr Atem bildete
kleine Wolken. „Wie geht es dir?“ fragte Jenni vorsichtig. „Ging schon mal
besser, eine Psychopathin scheucht mich gerade einen verdammten Berg hoch, bei
minus zwölf Grad und Wind mit gefühlter Orkanstärke.“ „Minus zwölf?“ „Ja, es
ist kälter geworden, wir sind ja auch schon fast 1000 Meter höher.“ „Verflucht,
können sich nicht wenigstens die scheiß Wolken für einen Moment verpissen? Ich
würde ganz gern mal die Aussicht von hier sehen.“ Kiara schwieg einen Moment,
bevor sie sich Jenni wieder zuwandte. „Wie geht es dir denn?“ „Mir? Prächtig,
ich bin mit meinen Freunden und meiner Liebsten auf ner Wanderung in die Berge…
Ich mach mir Sorgen, dass wir es nicht schaffen.“ Nun herrschte Stille, Kiara
schien zu wissen, dass Jennis Befürchtungen berechtigt waren, doch wollte sie
ihr Mut machen. „Das wird schon, wir schlagen uns doch bis jetzt ganz gut…“
„Wenn du damit meinst, dass wir nach einem Drittel der Zeit bereits etwas
zurückliegen und in den nächsten Teilen wahrscheinlich noch mehr zurückfallen,
weil wir immer langsamer und erschöpfter werden, dann ja. Wenn wir so
vorankommen, wie ich es vermute, wird uns eine knappe Stunde fehlen und diese
bei Dunkelheit nachzuholen wird nicht gerade schön.“ „Kopf hoch, ich bin ja bei
dir.“ Kiara legte Ihren Kopf auf Jennis Schulter und lehnte sich an sie. Die
Treppe, die links neben ihnen weiter aufstieg, schützte sie grob vor dem Wind
und da sie alle relativ nahe beieinander saßen, konnten sie sich gegenseitig
wärmen. „Genau das macht mir ja Sorgen, du solltest jetzt irgendwo auf Thessia
sein und dort lernen. Wenn ich hier versage, reiße ich dich mit ins Verderben.“
„Jenni, darüber haben wir doch schon gesprochen….“ Kiara setzte ihre
Schutzbrille ab und zog ihr Halstuch runter. Sie tat selbiges bei Jenni, welche
etwas stutzig reagierte. Noch bevor sie widersprechen konnte, küsste Kiara sie
bereits stürmisch auf den Mund. „Wofür war der?“ „Damit du wieder weißt was du
verlieren würdest, wenn du scheiterst.“ Jenni zog Kiara erneut eng an sich
presste ihre Lippen gegen die ihrer Freundin und öffnete dabei den Mund. „Mh“
Kiara hatte wohl etwas sagen wollen bevor sie unterbrochen worden war.
„Versagen ist keine Option“ meinte Jenni lächelnd. Kiara lächelte zurück,
setzte Brille und Halstuch wieder auf, legte den Kopf zurück und versuchte sich
zu entspannen.
„Wir müssen weiter, los auf die Beine, ansonsten schaffen wir es nicht!“ mühsam
erhoben sich die Anderen, als Jenni den Befehl gab. Die Viertelstunde hatte gut
getan, und war viel zu schnell vorbei gewesen. Nach einer Halben Stunde kamen,
anstatt wie bisher immer nur im zickzack verlaufende Treppen, ein Kamm näher,
an dem die Treppe zu enden schien. „Sind wir da?“ fragte Jemand erstaunt.“
„Unmöglich, wir haben noch nicht einmal die Hälfte des Weges.“ Antwortete
Jenni, sie ging zu forderst, um das Tempo etwas anziehen zu können. „Aber was
ist es dann?“ „Das wissen wir bald. Es sind nur noch etwa hundert Meter nach
oben.“ Die Spannung in Jenni stieg mit jeder Stufe an, was würde sie erwarten?
Als sie noch ein paar dutzend Stufen von dem Kamm entfernt war, hörte sie ein
seltsames Geräusch. „Pst, hört ihr das auch?“ „Was meinst du?“ „Hört mal…. Da
ist etwas.“ Jenni trat eilig die letzten Stufen hoch, während die Anderen noch
immer horchten. Als ihr Blick über die Kante reichte, weiteten sich ihre
Pupillen. „Verdammt, alle runter, an die Wand los!“ sie Schrie den Befehl so
laut sie konnte, während sie selbst die Treppe runter rannte. Als sie die
ersten Anderen hinter ihr erreichte, packte sie die vorderste Person, Kiara,
drückte sie gegen die Wand und legte sich schützend außen an sie. Nur einen
Augenblick später donnerte eine gewaltige weiße Masse unter riesigem Getöse
über sie hinweg. „Lawine!“ Schrie Jenni über Funk. Die tödliche Masse stürzte
kaum einen Meter von ihnen entfernt brüllend in die Tiefe. Durch den Schwung,
den das Schneebrett hatte, flog es über sie hinweg, wenn es die Kante
erreichte, doch der Schnee schien langsamer zu werden und die Brocken schienen
immer näher zu kommen. „Barrieren!“ brüllte die Gruppenführerin, anscheinend
mit Erfolg. Einige der Soldaten bauten einen Schirm aus einem Biotischen Feld
auf, dass sie vor den letzten paar Brocken die nicht mehr genug Schwung hatten
schützen würde. Alle die Jenni nicht gehört hatten, folgten nun dem Beispiel
der anderen Soldaten. Genauso schnell wie die Schneemassen über sie
hereingebrochen waren, waren sie auch wieder verschwunden. „Alle noch da?“
fragte Arsilia erschrocken. Jenni hob ihren Blick zu Kiara, die sie immer noch
schockiert ansah. „Alles ok?“ Die Asari nickte kurz. Jenni trat etwas zögernd
von ihr zurück. Die Treppe war nun außen mit Schnee bedeckt. Vorsichtig trat
Jenni an den Rand der Treppe, um in den Abgrund vor ihr zu sehen. Die unteren
Treppenwendungen waren komplett verschwunden. Der herabgestürzte Schnee hatte
sie unter sich begraben. „Wow, wenn wir ein paar Minuten länger Pause gemacht
hätten, wären wir jetzt alle tot.“ Gab Selak mit einem Pfeifen durch die Zähne
von sich. „Nein, die Lawine musste jetzt kommen. Die Chance, dass die zufällig
gerade jetzt losgegangen ist, ist einfach zu klein, um an einen Zufall zu
glauben. Ich bin mir sicher Reeston oder einer seiner Helfer hat die
ausgelöst.“ Antwortete Jenni trocken. „Was? Nein… ich glaube nicht, dass er
unser Leben einfach so aufs Spiel setzen würde.“ „Ich weiß ja nicht, ich könnts
mir durchaus vorstellen, der hat hier sicher überall Sensoren, damit er uns
nicht alle ausversehen umbringt.“ „Egal, wir können ihm den Arsch aufreißen,
wenn wir oben sind, jetzt müssen wir weiter.“ Jenni trat vorsichtig durch den
Schnee nach oben an die Kante. „Verdammt“ entfuhr es ihr. Der Hang vor ihr war
relativ flach und komplett schneebedeckt, vom Weg fehlte jede Spur. „Leute wir
haben ein Problem, weiß jemand von euch wo es lang geht?“ Sie trat etwas den
Hügel hinauf und wartete dort auf den Rest der Gruppe. Der Schnee war durch die
Lawine zusammen gepresst worden und nun hart genug, um sie zu tragen. „Ist doch
egal, der direkteste Weg spart Zeit“ meinte Alex. „Ja, aber bevor wir losgehen,
sicher wir uns gegenseitig mit den Seilen ab. Ich bin schon ein paar Mal
klettern gewesen, solche Seilschaften können euch das Leben retten…. Aber sie
können auch dein Tot sein. Die einzelnen Seilschaften werden ebenfalls
verbunden, jedoch müssen diese Verbindungen schnell lösbar sein“ warf Tanja
ein. „Wieso? Wie meinst du das?“ fragte Jenni überrascht. Tanja zögerte einen
Moment „Wenn eine ganze Seilschaft einbricht oder abstürzt und damit die
anderen mit in den Tot reißen würde, müssen…. Dann müssen sie geopfert werden,
um die Anderen zu retten. Das heißt die Verbindung muss gekappt werden. Falls
die abgestürzte Gruppe den Sturz überlebt, können die Andern sie herausholen
oder Hilfe holen.“ „Wir sollen dann unsere Freunde einfach sterben lassen?!“
blaffte Shalera sie an. „Ich weiß, das klingt herzlos und grausam, aber es ist
besser so, als wenn alle Sterben, oder möchtest du schuld sein, wenn alle deine
Freunde sterben?
Meistens ist es sogar die abgestürzte Gruppe, die diese Entscheidung trifft….“
„Darf ich fragen woher du das weißt?“ fragte Ivana vorsichtig. „Ich bin beim
Klettern selbst mal eingebrochen und habe einen Freund und den Bergführer
mitgerissen, der Rest der Gruppe konnte uns nicht alle halten, also hat der
Bergführer meinem Freund gesagt, er soll das Seil durchschneiden, damit die
Anderen uns hochziehen könnten. Natürlich hatte er sich erst geweigert, also
tat der Bergführer es selbst. Er hatte sich an einem Felsvorsprung
festgehalten, sodass der Rest der Gruppe uns hochziehen konnte. Anschliessend
konnten wir ihn mit einem Seil ebenfalls hochziehen. Er hat uns allen
anschließend erklärt, dass wir in einem solchen Fall nicht zögern dürfen, er
habe uns aufgefordert das Seil zu kappen, dann müssten wir das auch tun. Es
sein kein Mord an einem Freund oder so, auch wenn der Andere dagegen sei. Die
Rettung der Gruppe sei besser, als der Tot aller. Aus diesem Grund müssten wir
auch sozial denken. Wenn ich das unterste Glied bin und ich weiß, dass ich
jemand loslassen muss, dann bettle ich Denjenigen oder Diejenige über euch
nicht an ,euch nicht loszuschneiden, sondern sagt ihnen, dass es ok sei,
ansonsten wird diese Person noch schlimmere Schuldgefühle haben.“
Jenni nickte Tanja zu „Stimmt, das ist wahr. Ich hoffe, dass es nicht nötig
sein wird so etwas hier zu machen. Falls so etwas doch passieren sollte,
erwarte ich von euch, dass ihr entsprechend verhaltet. Der Hinterste und der Vorderste erhalten
jeweils eine Seilschaft und einen Kletterpickel, die sind ziemlich scharf,
damit solltet ihr das Seil schnell genug durchbekommen. Ich gehe vorne, los.“
Eilig begannen sie sich mit den Seilen zu verbinden. Tanja half dabei den
Anderen, da sie wusste wie die Knoten gemacht werden mussten. Nach fünf Minuten
waren sie alle soweit und begannen mit dem Aufstieg. Sie kamen gut voran, der
harte Schnee und das relativ flache, ebene Gelände ließen ein hohes Tempo zu.
Bis zur nächsten Felswand waren es nach ungefähr 500 Meter, Jenni hatte immer
gut auf Senkungen im Boden geachtet, unter denen sich Spalten verbergen
konnten. Wenn sie sich nicht sicher war, setzte sie ein biotisches Geschoss
ein, um die Festigkeit des Schnees zu testen. „Wir habens gleich gesch…..“ mit
einen Ruck wurde ihr die Luft aus der Lunge gedrückt. Anstatt die Worte zu vollenden,
kam nur ein husten heraus. Ivana ging direkt hinter ihr und war eingebrochen,
der Schnee unter ihr hatte nachgegeben. Die Spalte war etwa einen Meter breit
und sicherlich zwanzig Meter tief. Ivana hatte erst gar nicht verstanden was
passiert war, als sie plötzlich niemanden mehr sah und sich das Seil um ihre
Brust zusammenzog. Als sie schrie, wusste Jenni was geschehen war, ohne sich
umdrehen zu müssen. Sie wurde von den Füßen gehoben und landete auf dem Rücken.
Nach Luft ringend versuchte sie sich umzudrehen, das war jedoch ziemlich
schwer, da sie rückwärts in die Richtung des Abgrundes gezogen wurde. Sie
schaffte es gerade noch sich umzudrehen, als sie ihre Stiefelharken gegen den
Schnee presste, um dem Zug entgegenzuhalten. „Ich kann sie nicht halten, ich
werd mitgerissen!“ schrie Jenni, verzweifelt nach halt suchend. Keinen halben
Meter von dem Abgrund entfernt, stoppte sie abrupt. Kiara war an vierter Stelle
der ersten Seilschaft. Sie hielt Jenni mit einem biotischen Feld an, während
der Rest der Gruppe langsam rückwärts ging, um Ivana aus der Versenkung zu
holen. Diese hielt sich an dem Seil fest und schaute die Anderen mit entsetztem
Gesichtsausdruck an. Als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte, sank
sie auf ihre immer noch weichen Knie herab. Sie rang nach Atem und lockerte das
Seil etwas. Jenni lag auf der anderen Seite des Abgrunds auf dem Rücken und
richtete sich nun langsam auf. „Soviel zum Thema: Schon fast geschafft!“
stöhnte sie erleichtert. „Ich dachte schon ihr würdet mich fallen lassen, nicht
weil ich euch für schlechte Freunde halte, aber Tanjas Geschichten waren nicht
gerade beruhigend.“ „Keine Sorge, so fett, dass wir dich nicht halten könnten,
bist du nicht“ meinte Deni grinsend, er war direkt hinter Ivana gegangen.
„Danke“ antwortete sie mit sarkastischem Unterton. „Und danke für die Rettung,
bei so nem Sturz hätt ich ganz schön alt ausgesehen.“ „Passt auf, dass ihr
nicht noch mehr solcher Spalten findet, ok? Spring über diese hier einfach
drüber, wir müssen weiter.“ Jenni wartete in einigen Metern Entfernung darauf,
dass alle Anderen auch über den Abgrund drüber waren, bevor sie weiterging. Den
Rest des Weges bis zur Felswand schafften sie ohne weitere Zwischenfälle. Dort
angekommen begann wieder der anstrengende Aufstieg via Treppe. Die Sonne war
bereits gesunken, sie verschwand bereits hinter dem Gipfel eines anderen
Berges. Kaum war sie verschwunden, schien die Kälte den Soldaten förmlich unter
die Kleider zu kriechen. Die Wolken waren in den letzten Minuten etwas verflogen,
dadurch hatten sie zwischendurch sogar ein paar Sonnenstrahlen abbekommen. „Los
jetzt, wenn wir uns beeilen, sind wir schneller als der Schatten des Berges,
der uns jetzt verfolgt!“ Die Restlichen Soldaten schauten besorgt den Berg
hinunter. Tatsächlich war der Schatten des Gipfels nur noch ca. 200 Meter unter
ihnen. „Wie weit ist es denn noch?“ fragte Arsilia per Funk. „Sind wir schon
da?“ fragte Joshua lachend „Ich bin müde, und ich muss zur Toilette“ fügte Deni
an. „Noch 1200 Meter… also noch ca. 5000 Stufen“ antwortete Jenni bestimmt, um
die blöden Spiele der Jungs zu stoppen. „Bitte nicht, ich…. ich habe keine Lust
mehr, und meine Beine auch nicht.“ Jenni atmete auch schon schwer, die Luft
wurde schon langsam dünner. „Die nächste Pause ist noch 200 Höhenmeter
entfernt, reißt euch zusammen, ich habe keine Lust hier auf diesem scheiß
Felsen zu erfrieren!“ Nach der klaren Ansage ging der Aufstieg weiter. Die
Sonne schien nun förmlich abzustürzen, unaufhaltsam bewegte sie sich dem
Horizont entgegen. Nach keinen fünf Minuten verschwand sie hinter dem Gipfel
des Berges. Jenni hatte sich ihre ungefähre Flugbahn gemerkt und sie hatte
daraus errechnet, dass sie die Sonne wahrscheinlich noch einmal kurz vor
Sonnenuntergang sehen würden. Doch dann hätten sie kaum noch Zeit. Der Schnee
war hier nun wieder locker und lag teils Hüfthoch auf der Treppe. Jenni hatte
die Führung der Gruppe an jemand anderes abgegeben. Jetzt führte …… die Gruppe
an. Der Turianer legte zu Jennis Freude ein ordentliches Tempo an den Tag, das
ersparte es ihr ihn ständig zur Eile aufzufordern. Nach einer Weile meldete
sich Sarjka, eine der Asari. „Jenni, wir haben die 200 Meter bereits geschafft,
können wir einen Moment rasten?“ „Gleich, seht ihr da oben dieses…. Ding, ich
glaube es ist ein Bunker, es ist nicht mehr weit bis dahin, noch drei
Treppenwendungen, da machen wir Rast.“ „Ok, das geht.“ Die Gruppe war
inzwischen ordentlich langsamer geworden, die Erschöpfung machte sich nun
bemerkbar. Die Atmung der meisten war bereits heftig, die Wolken die sich bei
jedem Atemstoß bildeten, schienen nun länger sichtbar und größer zu sein. Jenni
bemerkte auch, dass sie selbst etwas Mühe mit dem Atmen hatte. Durch die
dünnere Luft musste sie schneller atmen, das kostete Kraft und unterkühlte
zusätzlich.
„Endlich, ich breche zusammen.“ stöhnte Sarjka, als sie sich auf den Boden
sinken ließ. Der Wind hatte wieder etwas Fahrt aufgenommen, weshalb sie sich
alle eng aneinander vorne an den Bunkereingang drängten. „Hei, hier ist ein
Holopad, wahrscheinlich eine Nachricht.“ Die Aussage galt Jenni, die gerade
dabei war auf ihrem UW den Weg zum Ziel zu suchen. „Danke“ sie nahm das Holopad
entgegen und aktivierte es. Ihre Augen überflogen den Text kurz. Sie tippte
einen kurzen Befehl ein und wartete dann einen Moment. Das Gesicht des Colonels
erschien als Hologramm. „Colonel Reeston Sir, wir haben ihre Anweisung hier
gefunden, wie angeordnet nehmen wir Kontakt zu ihnen auf.“ „Ihr seid gerade
erst da angekommen?“ er drehte sich von seinem UW weg. „Hei Miguel, nimm das
Essen vom Herd, die kommen nicht mehr!“ Er wendete sich wieder Jenni zu. „Ihr
solltet euch schnell ein Iglu bauen, ihr habt noch etwas mehr als eine Stunde,
bevor es dunkel wird. Die Zeit wird euch nicht mehr reichen, verschanzt euch,
die Überlebenden der Nacht werden wir Morgen rausholen.“ Die Übertragung wurde
abgebrochen. „Und was hat er gesagt?“ „Dass wir alle sterben werden…. wie
immer.“ Jenni trat vor die Gruppe hin, die meisten waren am Ende, sie waren
seit nun schon fast 24 Stunden auf den Beinen und sie hatten praktisch dauernd
trainiert. Die körperliche Erschöpfung schlug sich auch auf die Moral nieder.
„Toll, da mach ich die ganze Scheiße hier durch, nur um auf diesem verfluchten
Berg zu krepieren.“ Jenni wusste nicht wer das gesagt hatte, also wendete sie
sich an alle. „Niemand wird hier krepieren, wir werden jetzt weitergehen. Der
Kolonel glaubt nicht, dass wir es schaffen können? Wie oft hat er uns bereits
unterschätzt? Wenn ihr hier einfach sitzen blieben wollt und darauf warten
wollt, dass ihr erfriert ,dann ist das eure Sache, aber ich werde nicht
aufgeben. Ich habe meinem Vater versprochen, dass ich eine gute Soldatin werde.
Ich habe mir selbst geschworen, dass Maroschs Tot nicht umsonst war! Er ist
gestorben, weil er hier dabei sein wollte, diese Granate hätte einen von uns
erwischen können, aber er war der Erste, der sich gemeldet hatte. Ich bin mir
sicher, dass er jetzt auch nicht aufgeben würde, also schulden wir es ihm jetzt
weiterzumachen. Ich weiß nicht was eure Motivation ist, aber ich habe jemanden,
für sie stehe ich auch wieder auf, wenn ich dazu eigentlich keine Kraft mehr
habe. Ich würde sie auch tragen, wenn ich müsste. Ich kann nicht alle von euch
mitschleifen, aber ich würde es versuchen. Also wenn ihr überleben wollt, dann
steht ihr jetzt auf und folgt mir. Ich kann und will das hier nicht alleine
schaffen und ich werde hier niemanden zurücklassen. Kiara stand auf und trat zu
Jenni hin. Auch Shalera und Ivana traten zu ihr. „Wir haben es bis hierher
geschafft, ihr habt den Kolonel gehört, wenn es stimmt was er gesagt hatte,
sind wir vielleicht die einzige Chance gegen die Reaper zu bestehen!“ meinte
Jenni. „Wenn das wahr ist, was der Kolonel gesagt hat und die Reaper auch nur
halb so gut sind, wie er gesagt hat, haben wir keine Chance. Und sowieso, wie
stellst du dir vor, dass wir, keine 40 Mann stark, das schaffen sollen? Glaubst
du echt, dass wir das schaffen können?“ Denis stimme klang niedergeschlagen, er
war wie alle erschöpft und demitiviert. „Nein, aber mir ist nichts anderes eingefallen,
kommt schon, wir haben nicht all den Scheiß hier gemacht, um jetzt zu verrecken.
Wenn ihr nicht freiwillig mitkommt, dann trete ich euch alle in den Hintern!
Und jetzt los! Wir müssen den Kolonel noch für die Lawine in den Arsch treten.“
Langsam aber sicher erhoben sich auch die Anderen. „Hei Joshua, hast du noch
was das die Leute ein bisschen auf Trab bringt?“ „Jenni, ich habe seit der
neunten Klasse nichts mehr mit Drogen zu tun, ehrlich“ „Ich meinte eigentlich
nicht das….“ „Oh, klar, Moment…. Geht das?“ Jenni lauschte einen Moment „Ja,
das ist gut, ich legs auf den allgemeinen Kanal.“ Nach ein paar Handbewegungen
begann elektronische Musik aus den Kopfhörern der Soldaten zu laufen. Jenni
hatte von ihrem Vater gelernt, dass die richtige Musik bei langen Märschen die
Moral der Gruppe wieder heben konnte. Sie ließ ihren Blick noch einmal durch
dir Runde gleiten, von den Gesichtern war kaum etwas zu sehen, die Brillen
waren teilweise verspiegelt, und die Halstücher waren von einer Schicht
Eiskristalle bedeckt. Die kleinen Wasser Tröpfchen die beim ausatmen in dem
Tuch hängen blieben, gefroren dort. Jenni holte das Holopad des Kolonels hervor
und wählte dessen UW noch einmal an „Halten sie das Essen warm, wir sind auf
dem Weg.“ Ihre Finger huschten schnell über die Tastatur, sie schickte die
Nachricht und verstaute ihr UW wieder. „Ich habe dem Kolonel gerade mitgeteilt,
dass wir zum Abendessen da sind, also beeilen wir uns, ich will kein kaltes
Essen serviert bekommen.“ Als sich die Gruppe wieder in Bewegung setzte, trat
Kiara zu Jenni und schaute sie schräg an. Was ist denn?“ fragte Jenni höflich.
„Ach ich hab nur gerade daran gedacht, dass du mich hier auch hochtragen
würdest, ich komme glatt in Versuchung dich das tun zu lassen.“ „Das würde dich
aber etwas kosten.“ „Ich wusste gar nicht, dass du käuflich bist“ antwortete
Kiara mit einem Grinsen im Gesicht. „Bin ich auch nicht, ich habe nie von
Credits gesprochen.“ „Hm“ Jenni hätte lieber noch weiter mit Kiara gesprochen,
aber sie musste sich den Atem für den Marsch sparen. Die Sonne tauchte nun
wieder hinter dem Berg auf, sie berührte den Horizont schon. Jenni wusste, dass
ihnen kaum mehr Zeit blieb, aber jetzt loszurennen hätte keinen Sinn gemacht.
Die Anderen waren bereits Müde und konnten mit ihrem Tempo bereits jetzt nur
mit Mühe schritthalten. Jenni selbst war aber auch bereits an ihren Grenzen.
Sie konnte ihre Beine nur noch mühsam heben und jede Bewegung schmerzte. „Hei,
ich kann ein Licht sehen! Da oben! Alex deutete den Hang hoch, dort war
tatsächlich ein Licht zu sehen. Es war noch weit weg, aber das Ziel vor Augen
zu haben gab Kraft. Mit jedem Schritt kam die Erlösung näher. „Dann los, wir
haben es schon fast geschafft.“
„Reeston, du hast ne Nachricht“ der Koch trat am Kolonel vorbei ,um eine
Zigarette rauchen zu gehen. Reeston schaute zuerst ihn an und dann auf sein UW.
Tatsächlich blinkte dort die kleine Leuchte, jemand hatte ihm eine Nachricht
geschrieben. „Ganz schön stur die Kleine“ bemerkte er leise. „Hast du mal
wieder ein Mädel an der Angel? Die ganze Geschichte mit “Frauen stehen auf
Männer in Uniformen“ scheint wohl doch zu stimmen. Hast du ein Bild von ihr?“
Miguel hatte die Aussage des Kolonels gehört und war neugierig zu ihm getreten.
„Es geht hier um eine der Soldatinnen von diesem Projekt“ antwortete der
Kolonel mir ernstem Blick. „Wow, ich dachte das sei verboten, so wegen
Vorgesetzter und Untergebene, hast du ein Bild von ihr? …. Eigentlich kann ich
mir schon vorstellen, dass sich eines dieser jungen Mädchen in einen
autoritären, erfahrenen…..“ „Idiota perverso! Ich fang doch nichts mit einer
meiner Rekrutinnen an… und dich muss ich wohl an die Leinen nehmen. Und zudem
würdest du ziemlichen Ärger bekommen, wenn du versuchen würdest sie anzufassen,
sie ist vergeben.“ „Ach, da würd ich mir keine Sorgen machen, der findet mich
eh nicht“ antwortete Miguel grinsend. „Du kannst froh sein, dass ich dich schon
lange kenne, ansonsten würde ich dich nach so einer Bemerkung rausschmeißen!“
„Baciare il mio culo, das war nur Spaß, ich geh jetzt erstmal eine rauchen….
merda dannata ist das kalt hier!“ Der Kolonel schloss die Nachricht und schaute
aus dem Fenster, die Sonne war bereits untergegangen und es hatte wieder
begonnen zu schneien. Das Thermometer war bereits auf minus 20 Grad gesunken.
„Sie sollten sich besser beeilen, die heutige Nacht wird kalt…. Und du solltest
dich auch beeilen Miguel, die Leute werden ziemlich hungrig sein, wenn sie hier
ankommen, dann solltest du ihnen was zu essen bieten können.“
Die kleinen Eiskristalle zersprangen, wenn sie gegen die Schutzbrille
prasselten. Die Sicht war miserabel, weniger als fünf Meter. Der Schneefall war
stärker geworden und der Wind brauste nun stürmisch über sie hinweg. Die Sonne
war bereits hinter dem Horizont verschwunden, nur noch die letzten Reste eines
verkümmerten Abendrotes waren schwach zu erkennen. „Jenni, wo müssen wir lang,
ich kann nichts mehr sehen und mir frieren gleich die Hände ab!“ „Durchhalten,
es ist nicht mehr weit, das Haus müsste jeden Moment wieder zu sehen sein.“
Jenni rief die Worte laut in, trotz Funk musste man schon fast brüllen, damit
die Anderen einen verstehen. Sie konnte ihre Finger auch nicht mehr spüren,
aber sie wusste, dass es von jetzt an nur noch kälter werden würde. Sie
versuchte schneller zu gehen, aber der teils Kniehohe Schnee machte ein rasches
vorankommen nahezu unmöglich. „Was machen wir eigentlich, wenn wir es nicht
schaffen?“ „Wir werden es schaffen!“ „Und was wenn nicht?!“ „Dann sind wir all
unsere Probleme los!“ „Scheiße! Wo ist Sarjka?!“ die Stimme gehörte Arsilia.
„Was?! Wann hast du sie zum letzten mal gesehen?!“ Jenni ging so schnell sie
konnte zu Arsilia, die am hinteren Ende der Gruppe stand. „Sie war gerade noch
hier!“ „Sucht sie, SOFORT! Wenn wir sie nicht schleunigst finden, werden wir
sie gar nicht mehr finden!“ Jenni ging denselben Weg hinab, den sie gekommen
waren, bereits wenige Meter zurück waren ihre Fusspuren verweht. „Sarjka!“ „Sie
muss ganz in der Nähe sein, ihr UW wird hier ganz in der Nahe angezeigt. Jenni
begann mit der Lampe des UWs den Boden abzusuchen. „Verdammt, sie war gerade
noch hier, Sarjka! Das ist alles meine Schuld“ Arsilias Stimme klang ganz
aufgewühlt. „Ganz ruhig, wir finden sie“ Jenni versuchte Arsilia zu beruhigen,
obwohl sie genau wusste, dass die Lage ernst war. „Hier, ich brauche Hilfe!“
Tanja winkte Jenni zu. Sofort traten mehrere Leute zu ihr. „Scheiße, lebt sie
noch!“ Die Asari lag mit dem Gesicht im
Schnee , der Wind hatte sofort eine dünne Schneeschicht über sie geweht. Sie
wurde sofort gepackt und hochgehoben, an ihrem Halstuch hingen kleine Schneeklümpchen.
Ihr Körper war schlapp, das verhieß nichts Gutes. „Sie atmet noch, aber ihr
Puls ist schwach, wir müssen sie sofort ins warme bringen!“ rief Tanja, die sie
mit ihrem UW gescannt hatte. „Sarjka, kannst du mich hören? Hallo?“ Langsam
begann sie zu zucken, als Jenni sie schüttelte. „Was ist passiert….“ „Egal, das
erzählen wir dir gleich, zwei stützen sie, los jetzt!“ Arsilia und Tanja
stützten Sarjka, diese versuchte zwar selbstständig zu gehen ,knickte aber
immer wieder ein. Jenni trat wieder an die Spitze der Gruppe und ging weiter, die
Schmerzen in den Beinen waren immer noch da, aber in den Hintergrund getreten.
Jetzt ging es um das Leben einer Freundin. Nach kaum fünf Minuten rief Jenni
nach per Funk „Wir sind da, noch 50 Meter!“ Ein Jubeln war zu hören. Eine
letzte Hürde mussten sie noch überwinden, die letzten Meter waren Hüfttief mit
Schnee bedeckt. „Das schaffen wir nicht, und Sarjka läuft die Zeit davon!“ „Ist
schon ok, es….“ „Nein ist es nicht, du bleibst jetzt hier, verstanden?! Halt
sie schnell!“ Arsilia löste sich von ihrer Freundin und trat zu Jenni. Noch
bevor diese etwas sagen konnte, formte sich ein blauer Schleier um deren
Körper. Mit einem wütenden Schrei setzte Arsilia eine Schockwelle frei. Diese
brach nach vorne durch den Schnee und schleuderte diesen zur Seite. Zurück
blieb ein verhältnismäßig freier Korridor. „Das ist genial Arsilia, wie…“
Weiter kam sie nicht mehr, Arsilia brach zusammen, Jenni konnte sie gerade noch
auffangen, bevor sie auf dem Boden aufschlug. „Los, beeilt euch, schaffen wir
sie rein.“ Erschöpft und durchgefroren traten die Soldaten zu der Tür. Als
Jenni sie öffnete stolperte sie, Arsilia stützend herein. Sofort folgten alle
Anderen, keiner hatte mehr das Bedürfnis länger draußen zu bleiben. Manche
ließen sich auf den Boden fallen, da ihnen einfach die Kraft fehlte. Nachdem
Jenni wenigsten ein paar Mal durchatmen konnte, hob sie den Kopf. Sie stockte,
als sie sah was vor ihr lag.
^^ si ich hoffe es hat gefallen:) feetback wie immer gleich hier posten:D
Damit wars das auch schon wieder von meiner Seite, schönen abend noch und bis nächste Woche^^
Modifié par elitedefender2, 02 décembre 2012 - 07:34 .
#356
Posté 02 décembre 2012 - 09:56
btw heißt es Colonel nicht Kolonel
Ansonsten exellent wie immer
Modifié par Zerydal, 02 décembre 2012 - 09:57 .
#357
Posté 03 décembre 2012 - 03:04
Kleine Anmerkuung meinerseits. In meinem Feedback, werde ich mich direkt und indirekt auf das 15. und vorangegangene Kapitel beziehen. Aus diesem Grunde, würde ich allen Leuten, welche Kapitel 15 und oder die ganze Geschichte noch nicht gelesen haben, zwei Dinge empfehlen:
1. Lest das Kapitel / die ganze Geschichte, es lohnt sich!!!
2. Lest mein Feedback, erst wenn ihr Empfehlung 1 erfüllt habt
FEEDBACK
Hi Elite,
Es tut mir leid dir dass jetzt zu sagen, aber ich kenne nicht genug Alternativen um die Worte "Wunderbar", "Hervorragend", "Super", etc. anders auszudrücken. Daher bleibt mir einfach nichts anderes übrig, als eben diese Worte zubenutzen.
Es ist super, wunderbar und hervorragend. Ein wirklich sehr schönes Kapitel! Schon wieder. =D
Beginnen wir einmal am Anfang:
Der Colonel ist mies. Sehr mies!
Erstmal alles schrubben und schleppen lassen und sie dann, mitten in eine Übung zu schmeißen, welche etwas mehr als nur ein bisschen anstrengend ist.
Ich fande es super, dass du das Trainig auch auf ein anderes Terrain verlegt hast und noch dazu in den Schnee. Ich persönlich bin nicht so der Fan von Kälte und Schnee, weshalb diese, gut beschriebene, Umgebung, noch eine gewisse persönliche Abneigung meinerseits erhielt, was wiederum eine noch schönere Atmosphäre bildete. Die Idee mit den Nummern und wie sie alle gleich aussehen, auf Grund der Winterkleidung fande ich auch hervorragend. Es ist ein schönes Detail und die Idee mit den Nummern unterstütz noch weiter, dass sie beginnen strategisch zu denken. Der Bezug zu der bisherigen Ausbildung, hierbei beziehe ich mich auf die Nova-Landung, war ebenfalls schön gesetzt und passte wunderbar. Allerdings habe ich am Anfang eine kleine Einsatzbesprechung vermisst. Ich erhielt erst du die Aussage des Piloten die Info, dass sie irgendetwas finden (die Flagge) mussten. Da wäre eine kurz Info am Anfang nicht schlecht gewesen.
Die Info, was in den vorher versiegelten Kisten war, war auch schön. Durch die Seile, Picken und Karabinerhaken wusste man dass sie irgendetwas sehr unangenehmes erwarten würde. Hierzu aber noch eine Frage: "Waren die Sturmgewehre nur zusätzlicher Ballast oder werden sie im nächsten Kapitel noch gebraucht? Würde mich nicht wundern, wenn die Gruppe noch einige Tage, in Eis und Schnee zittern müssten.
Nung ehe ich weiter, auf ihren Marsch ein. Das Jenni eine Leaderrolle einnimmt, verdeutlichst du immer mehr. Mal sehen wann sie ihre erste Beförderung bekommt. Jennis Auftreten, finde ich dabei besonders gut. Sie ist nach wie vor eine Freundin, verdeutlicht aber dennoch Autorität, indem sie anfangs eine längere Pause abblockt. Sehr gut! Das kurze Gespräch zwischen Jenni und Kiara, war auch sehr nett. Jenni macht sich Sorgen um Kiara und diese hält dennoch zu Jenni. Der anfängliche Sarkasmus von beiden: "Ging schon mal besser, eine Psychopathin scheucht mich gerade einen verdammten Berg hoch, bei minus zwölf Grad und Wind mit gefühlter Orkanstärke." oder "Mir? Prächtig, ich bin mit meinen Freunden und meiner Liebsten auf ner Wanderung in die Berge…" war wunderbar und er sorgte für eine breites Grinsen.
Zusätzliche Spannung, erhielt das Kapitel, durch die begrenzte Zeit, ehe es richtig kalt wird. Hervorragend! Und auch wie du gewisse Details ansprichst, geben allen Kapitlen ein sehr schöne Tiefe. Ein Beispiel aus Kapitel 15: "Antwortete Jenni, sie ging zu forderst, um das Tempo etwas anziehen zu können." Wieder einmal ein schönes Detail, welches die Atmossphäre gut unterstützt.
Die kleine Überraschung des Colonels war auch nicht schlecht, wobei mir ein Witz wieder einfiel. "Was ist weiß und stört beim Essen? Eine Lawine!" Vielleicht kann der Colonel diesen Witz im nächsten Kapitel bringen. Er würde auf jeden Fall wie ein richtiger Mistkerl darstehen und mehr als nur einen bösen Blick zurück bekommen =D
Die Lawine, war zumindest ein sehr spannender Moment und mir gefiel vor allem wie Jenni, Kiara abschirmte. Sie bedeuten einander sehr viel. Sowas darf man eigentlich nicht enden lassen (verdeckter Manipulationsversuch
Die Sache mit dem Schneefeld, wo Ivana einbrach, steigerte die Spannung noch weiter. Gut dass Tanja vorher eine Absicherung, per Seil, vorgeschlagen und umgesetzt hat.
Ein schöner Kniff deiner Seits war auch, als sie den ersten Bunker erreichten. Man denkt, es ist geschafft und dann kommt, dass es noch weiter geht. Folgender Satz passte daher super gut: "Dass wir alle sterben werden…. wie immer." Er verdeutlicht, dass der Colonel, ihnen sehr viel abverlangt. Diese Textpassage hast du sehr nett dargestellt und vorallem hast du hier auch Jennis Positione, als Leader, erneut, schön verdeutlicht. Ihre kleine Ansprache und der Bezug zu dem Turianer, welcher bereits an der Defekten Granate verstarb, war sehr schön und durchaus glaubhaft. Allerdings hoffe ich, dass Jenni es irgendwann NICHT mal übertreibt. Wie du schon sagtest, ist sie keine Vorgesetzte. Der Rest muss ihr nicht folgen. Aber hoffentlich tut er es!
Dass ich das erneute kurze Gespräch zwischen Jenni und Kiara und die Aussage: "Bin ich auch nicht, ich habe nie von Credits gesprochen." Wunderbar fand muss ich nicht sagen oder?
Auch das kurze Gespräch, zwischen dem Koch und Reeston war sehr schön. Vorallem wie "entsetzt" der Colonel reagierte, als der Koch meinte, dass er etwas mit einer Rekrutin hätte. Hier sah man sehr schön, dass sich Reeston um die Truppe sorgt, und obwohl er sie fordert, niemals hintergeht oder ausnutzt.
Die letzten 50 Meter waren dann so wie das restliche Kapitel auch, sehr spannend und interessant. Als Sarjka dann verschwand, fande ich auch den Abschluss der Übung sehr gut gelungen. Die Gruppe, wurde bis ans Ende ihrer Kräfte gebracht und dennoch halten sie zusammen und suchen panisch nach Sarjka. Sie finden sie und stützen/tragen sie in Sicherheit. Hevorragend!
Zum Abschluss kann ich nur noch meine Erwartung fürs nächste Kapitel äußern. Du schriebst ja: "Sie stockte,
als sie sah was vor ihr lag." "Was könnte das wohl sein, was sie zum stocken bringt?" Ich habe spontan drei Ideen.
1. Der Colonel sitzt gemütlich in einem warmen Raum, vor gedeckten Tischen und lächelt sie, während er ein schönes Heißgetränk schlürft, an.
2. In dem Haus stehen Zielscheiben und jetzt kommt als letzter Teil der Übung, das Schießtraining.
3. Der Koch ist einer der Typen, welche Jenni, in einem vorangegangenem Kapitel verprügelt haben und sie haut den Typen, durch die nächste Wand
Bin wie immer gespannt und freue mich sehr auf nächsten Sonntag.
Schöne Grüße Kieferbruch
Weiter so!!!
FEEDBACK ENDE
#358
Posté 03 décembre 2012 - 03:20
Zerydal wrote...
Cliffhänger sind böse
btw heißt es Colonel nicht Kolonel
Ansonsten exellent wie immer
Ich weiß, aber weil er plötzlich wieder mit K angefangen hat, dachte ich irgendwie, dass er das durchgehend gemacht hatte
Ändert liti später bestimmt noch
@Kiefer
Wow,tolles Feedback
Da wird sich jemand bestimmt freuen
Modifié par NoIdeas00, 03 décembre 2012 - 03:26 .
#359
Posté 03 décembre 2012 - 03:33
Kann mich Kiefer fast überall anschließen mein Teil kommt sobald ich wieder vorm Rechner sitze
#360
Posté 03 décembre 2012 - 05:12
#361
Posté 03 décembre 2012 - 05:59
Auch an alle anderen, danke für die netten Kommentare.
Dank gilt wieder Noideas der mir bei der Rechtschreibung geholfen hatt.
#362
Posté 09 décembre 2012 - 08:39
Wie immer wünsch ich viel spass beim lesen, und fals jemand gerätselt hat wies weitergeht, mal sehen ob wer richtig lag^^
Kapitel 16
„Ihr habt es also doch noch geschafft?“ Jenni
wusste nicht ob sie sich freuen sollte oder auf Reeston wütend sein sollte. Er
stand vor ihnen und schaute Jenni fragend an. Der Duft von würziger Soße,
saftigem Braten und frischem Gemüse lag in der Luft. Die Soldaten saßen und
lagen in einem kleinen Speisesaal, es waren zwei große und ein kleinerer Tisch
in dem Raum, auf jedem Tisch standen mehrere Pfannen und Gedecke. Es war alles
andere als Nobel, aber für die hungrigen und frierenden Soldaten wirkte der
wohlig warme Raum und die Aussicht auf etwas zu essen geradezu himmlisch.
„Gerade noch so….“ in dem Moment erinnerte sich Jenni an Sarjkas kritischen
Zustand. „Wir brauchen sofort was warmes zu trinken, Sarjka ist umgekippt, sie
ist unterkühlt!“ Miguel streckte den Kopf aus der Küchentür, um die neuen Gäste
anzuschauen. „Was warmes zu Trinken, kommt gleich“ meinte er, als er die Schnee
und Eis behangenen Soldaten sah. „Geht es dem Rest von euch soweit gut? Noch
alle Finger, Zehen und…. Nasen dran?“ Jetzt wo sie bereits ein zwei Minuten
drin waren, bemerkten die Soldaten was der Colonel meinte. Ihre Finger waren
trotz dicker Handschuhe taub vor Kälte und begannen nun zu brennen und zu kribbeln.
„Hier, die werdet ihr gleich brauchen“ Der Colonel hielt Mark einen Stapel
Papiertaschentücher hin. „Danke Sir“ antwortete dieser und nahm den Stapel
entgegen. Schnell waren die Taschentücher an die Anwesenden verteilt. „Ziehen
wir erst mal die dicken Sachen aus, sonst steht hier gleich alles unter
Wasser.“ Kiara trat zu dem Kleiderständer, der neben der Tür stand und begann
damit ihre Jacke und ihre Thermohosen auszuziehen und an die Garderobe zu
hängen. Sie trugen unter der Winterkleidung lange Thermounterwäsche und einen
Pullover. Jenni, die immer noch neben Sarjka kniete, schaute zuerst zu Kiara,
dann zu den Anderen. „Gute Idee, los, ihr könnt eure Sachen auch ausziehen, ich
helfe Sarjka schnell…. Hei, ich helfe dir schnell aus deiner Jacke, ok?“ „Mhm“
stöhnte sie leise. „Du bleibst jetzt aber bei mir oder? Wir haben nicht den
ganzen Weg hier rauf gemacht, nur damit du jetzt hier stirbst“ Jennis Stimme
war ganz sanft, sie wollte ihr ja nicht drohen. „Hier, aber Vorsicht, der ist
ziemlich warm!“ Miguel war zu ihnen getreten und streckte Jenni eine Tasse
entgegen. Die Tasse fühlte sich heiß an, sodass Jenni sich zusammenreißen
musste, um sie im ersten Moment nicht fallen zu lassen. Sie nippte vorsichtig
selbst daran, sie konnte sich jetzt nicht auf ihren Tastsinn verlassen. Die
rote Flüssigkeit in der Tasse war sehr warm, jedoch noch trinkbar. Es schmeckte
leicht zimtig, Jenni erkannte den Geschmack sofort. „Hier, das ist Glühwein,
das wirst du bestimmt mögen.“ Die Asari wirkte etwas abwesend, reagierte aber
als Jenni ihr die Tasse hinhielt. Mit zittrigen Händen griff sie nach der Tasse
und begann vorsichtig zu trinken. Zur Sicherheit ließ Jenni ihre Hände an dem
Henkel der Tasse. Nach einem vorsichtigen nippen trank Sarjka einige große
Schlücke. Sie seufzte erleichtert, als sie die Tasse absetzte. „Jenni, zieh
deine Sachen doch auch erst mal aus, ich schaue solange nach Sarjka.“ Kiara war
neben ihr niedergekniet und schaute ihre Freundin auffordernd an. „Danke“
antwortete Jenni und trat zu den Kleiderständern. „Könnten sie uns bitte auch
noch etwas warmes zu trinken holen, bitte? Fragte Shalera, die zu Miguel
getreten war. Der Koch reagierte etwas verzögert, sein Blick heftete sich auf
die Soldatinnen, die dabei waren ihre Wintersachen auszuziehen. Die ziemlich
satt anliegenden langen Unterhosen schienen bei Miguel auf Gefallen zu stoßen.
„Klar, ich hol gleich die ganze Pfanne, dann könnt ihr die Krüge auf euren
Tischen füllen“ antwortete er und machte sich auf den Weg in die Küche, dabei
warf er noch einmal einen Blick über die Schulter, jedoch genau in dem Moment,
in dem Jenni ihn ansah. Als er bemerkte, dass Jenni seinen Blick zu ihren
Kameradinnen gesehen hatte, trat er sofort in die Küche. Jenni ärgerte sich
darüber aber nicht, seit sie mit dem ganzen Programm begonnen hatten, wurden
sie fast ununterbrochen angestarrt . Auch wenn Gleichberechtigung kein Thema
mehr war, Frauen hatten längst dieselben Rechte wie Männer bei der Allianz, so
waren doch vorwiegend Männer im Dienst. Den Anblick einer Frau war zwar nichts
Spezielles, aber gleich eine ganze Gruppe, die nicht bloß zur Besichtigung da
war, sondern selbst die Ausbildung machten, war doch etwas Spezielles. Asari
oder Turianer sah man sonst nie, das erregte wohl zusätzlich Aufmerksamkeit.
Nach dem Miguel eine ganze Pfanne Glühwein ausgeschenkt hatte, gab es nur noch
Kaffee, Tee und kalte Getränke, die aber im Moment nicht gerade gefragt waren.
„Geht es besser?“ Arsilia schaute Sarjka besorgt an, sie war zwar selbst auch
noch erschöpft, hatte sich jedoch schon ein wenig erholt. „Ja, es geht langsam
besser und das warme Essen hilft“ antwortete die Asari lächelnd. Sie waren
gerade mit dem Abendessen beschäftigt. Der Braten schmeckte herrlich, nach dem
langen Marsch hatten sie alle kräftig zugeschlagen. Der Colonel saß direkt bei
den Soldaten, er hatte, als ihn alle etwas skeptisch angesehen hatten, nüchtern
geantwortet „Ich bin ein Teil dieser Einheit, also esse ich auch mit meiner
Einheit. Sofern ihr denn nichts dagegen habt?“ hatte er grinsend angefügt.
Tatsächlich schien er jetzt, wo sie nicht direkt in der Ausbildung waren, ein
richtig geselliger Typ zu sein. Er hatte sich wann immer möglich an den
Gesprächen beteiligt und nach einiger Zeit nahmen sie ihn auch nicht mehr als
ihren Vorgesetzten war. Er erzählte Geschichten aus seiner Rekrutenzeit und von
seinen Einsätzen. „Wie war das denn gewesen, ich meine als ihr Shuttle
abgeschossen wurde, was haben sie in dem Moment gedacht?“ fragte Mark. „Hm…
lass mich nachdenken….ach ja. Scheiße, ich werd gleich abkratzen!“ meinte er
grinsend. „Ich hatte damals tierisch Schiss, ich war gerade mal einen Monat
dabei, als das passierte. Damals war ich noch der “Neuling“…. Oder der
“Splint“….“ „Splint?“ Joshua sah ihn fragend an. „Bei zu viel Druck fällt er
auseinander und wenn du nicht aufpasst sprengt er dich noch in die Luft.“ Der
Colonel verzog die Mine bei dem Satz. „Den Namen hab ich bekommen, weil ich mal
bei ner Übung umgekippt bin und später mal ne Handgranate gegen einen Baum
geworfen habe…. Sie ist dann einen Meter neben mir im Graben liegen geblieben.“
Alle brachen in Gelächter aus. „Sie sind mal bei einer Übung umgekippt?“ fragte
Jenni prustend. „Hei, wir hatten damals noch ganz andere Trainingsmetoden. Nach
einem zweistündigen Marsch, bei dem Rekrut Reeston seinen Helm nicht getragen
hatte, weil man darunter schwitzt wie Sau, hatte der Rekrut Reeston etwas viel
Sonne erwischt und kippte bei der anschliessenden Gefechtsübung aus den
Latschen. Alle dachten ich sei wegen dem Stress umgekippt.“ Wieder ging ein Grinsen
durch die Runde. „Und das mit der Granate? Sie sehen noch relativ gesund aus,
dafür dass sie ne Granate direkt vor die Füsse gekriegt haben.“ „Das war eine
Blindladung, da ist kein Sprengstoff drin, die raucht nur n bisschen, um die
Explosion zu markieren. Die drei Teammitglieder, die neben mir knieten fanden
das saukomisch, mein Vorgesetzter nicht. „Sie sind tot Reeston, sie haben
soeben ihre Gedärme auf dem Schlachtfeld verteilt und die ihrer Freunde gleich
mit!“ Der Colonel rief die Worte streng, wie damals sein Ausbilder. „Ich durfte
danach eine Woche lang jeden Abend den Kasernenplatz fegen, „Tote können sich
nicht beschweren“ war seine Antwort, wenn ich gefragt habe, ob ich aufhören
könne.“ „Ach, deshalb der Name. Gabs noch andere Spitznamen in ihrer Gruppe?“
Diesmal war es Selak, der Fragte. „Ja, im Militär hatte fast jeder von uns
einen abbekommen. Wir kannten manche nur noch mit dem Spitznamen auswendig“
meinte er lachend. „Von uns hat noch niemand einen Spitznahmen oder?“ Arsilia
hatte sich nach einem Schluck Tee zu Wort gemeldet. „Nicht? Hattet ihr denn
vorher keinen solchen Namen? Auch nicht an der Akademie?“ „Mich nannten sie in
der Schule mal 3 Wochen lang Kapitän Dumpfbacke, weil ich mir mit nem
Feuerwerkskracher das Gesicht verbrannt habe. Ich wollte den Briefkasten
unseres Lehrers sprengen und hab mir dabei die Augenbraue weggebrutzelt.“ Alex
kratzte sich am Hinterkopf „Nach ärztlicher Verordnung musste ich dann drei
Wochen immer eine Augenklappe oder einen Verband tragen.“ „Ich war während der
Schulzeit übergewichtig, mehr sag ich nicht“ meinte Deni mit ernstem Blick.
„Kinder können ganz schön fies sein, nicht wahr?“ fragte Ivana provokativ.
„Jab, besonders die Mädchen“ antwortete Deni mit einem schiefen Grinsen.
„Mich nannten sie immer Jonny, weil ich immer mit den Jungs unterwegs war,
sagten sie ich sei zu nem Mann befördert worden.“ „Was? Wie das denn?“ Kiara
schaute Jenni verwundert an, ihre Freundin hatte ihr noch nie davon erzählt.
„Es hieß allgemein ich sei zu männlich, um ein Mädchen zu sein. Was kann ich
denn dafür, wenn mich Kleider anprobieren und sich die Zehennägel bemalen nicht
interessiert hat?“ „Was hast du denn stattdessen gemacht?“ „Erst hingen wir nur
zusammen rum. Als die ersten von uns dann alt genug waren, haben wir uns ein
paar alte Motorräder gekauft und wieder fit gemacht, und dann sind wir in den
Wald gegangen. In der Nähe der Kolonie gab es ne alte Ausgrabungsstätte. Sie
war geschlossen, also haben wir sie als Motocross Strecke benutzt….. zumindest
bis sich jemand von uns den Arm gebrochen hatte und unsere Eltern davon Wind
bekommen haben. Ich hab einen Monat Hausarrest bekommen.“ „Weil sich jemand
anderes den Arm gebrochen hat? Oder hast du ihn dieser Person gebrochen?“ fragte
Selak „Nein, aber ich hab 1. meine Eltern belogen, ich hab ihnen gesagt, dass
wir einfach n bisschen rumhängen gehen. 2. Hab ich ihnen nicht gesagt, dass ich
500 Credits für das Motorrad bezahlt habe. Ach ja und 3. war ich damals 15, ich
durfte also noch gar nicht Motorrad fahren.“ Der Colonel lachte, als Jenni das
erzählte. „Klingt fast so, als hätten deine Eltern während deiner Kindheit eine
schwerere Zeit gehabt, als du…“ Kiara, die Jenni immer noch mit großen Augen
ansah, meldete sich jetzt auch wieder. „Du hattest es ja faustdick hinter den
Ohren.“ „Ach ja, und wir hatten ne kleine Band…. Ich kann zwar nicht singen,
aber ich hab mal Gitarre spielen können.“ Jenni musste lachen, als sie sich
daran erinnerte. „Die Gesichter werd ich nie vergessen. Bei der Abschiedsfeier
haben sie nach Unterhaltungsmöglichkeiten gesucht. Jemand hat gesagt, dass wir
Musik machen und schon wurden wir zum vorspielen beordert….“ „Lass mich raten,
euer Musiklehrer hat seinen Notenständer gefressen, als ihr angefangen habt
eure Instrumente zu quälen?“ fragte Joshua
lachend. „Hei, so schlecht waren wir nicht, nun ja, wir waren halt nur nicht
ganz Mainstream. Louis, unser Sänger, hatte eine wahnsinns Stimme und eine
Schwäche für Metal…. Dementsprechend mussten wir die ganze Nacht durch noch ein
paar normale Songs einstudieren. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass wir beim
Vorspiel ganz normal spielen und dann
beim echten Event mal alle schocken…. Hat prima geklappt“ erzählte Jenni
lachend. „Jedenfalls haben wir die ganze Nacht geübt und am nächsten Tag
vorgespielt. Sie sagten wir könnten an der Feier spielen. Nach einer Woche war
es dann soweit, die Halle war randvoll. Als ich das gesehen hab, war ich mir
plötzlich nicht mehr so sicher, ob es ne gute Idee war, aber es gab bereits
kein Zurück mehr. Wir mussten vorher auf die Bühne und uns vorstellen. Da
hatten wir noch unser normales Outfit an, dann hatten wir zwei Minuten Zeit uns
vorzubereiten. Wir haben uns sofort umgezogen, Lederjacke und Hose,
Nietenarmbänder und dazu die schwarzgefärbten Haare…..“ Tanja sah sie verwirrt an
„In 2 Minuten die Haare färben?“ „Nein, das habe ich am Abend vorher gemacht,
ich musste am Morgen früh raus, damit meine Eltern nichts gesehen hatten. Und
dann war es schließlich soweit, als der Vorhang aufging, waren alle Lichter
aus, niemand konnte uns sehen. Ich musste gleich mit einem Solo anfangen, Gott
war ich nervös gewesen. Ich konnte kaum was sehen, also musste ich nach Gefühl
spielen. Eine ganz sanfte Melodie, nichts besonderes…. Bis Louis angefangen hat
zu singen. Sofort wurden die Scheinwerfer eingeschaltet und wir haben
losgelegt. Die Zuschauer haben ganz schön lange Gesichter gemacht. Unsere
Mitschüler fandens super, alle Anderen nicht so. Aber das war egal, es hat
tierisch Spaß gemacht mal so richtig die Sau rauszulassen und wir sind danach
ja eh umgezogen.“ „Ich hab nie nen Spitznahmen gekriegt, mein Namen eignet sich
nicht für ne Abkürzung und einen Anderen hab ich nie bekommen“ meinte Kiara
lächelnd.
„Oh, ich kanns kaum erwarten mich in eine dicke, flauschige, warme Decke zu
kuscheln.“ „Vorher musst du aber noch einmal durch die Kälte Sarjka, freu dich
nicht zu früh.“ Die Asari rümpfte die Nase „Ich will aber nicht“ meinte sie mit
niedergeschlagenem Blick, als sie aus dem Fenster sah. Draußen schneite es
immer noch und es windete stürmisch. „Du kannst ja hier schlafen….“ „Garantiert
nicht, ich will jetzt ein gemütliches Bett“ antwortete die Asari energisch auf
Jennis neckische Anspielung. „Na dann, gehen wir rüber, kommt sonst noch wer
mit?“ „Ja ich, ich bin fertig. Ich schmeiß mich auf das erste freie Bett und
penne bis am Mittag durch, das waren jetzt 36 Stunden am Stück….. erst Training
und dann das hier“ rief Ivana hektisch. „Schlafen gehen wär ne schlaue
Entscheidung, ihr werdet morgen wieder stark gefordert .“ rief der Colonel aus
der Küche, er hatte Miguel sein Geschirr gebracht und dabei ihre Unterhaltung
gehört. „Wisst ihr wo lang...? Na ja gut, so viele Optionen habt ihr jetzt auch
nicht.“ Eilig zogen sich die Soldaten an, es war schon weit nach zehn Uhr
abends. Die meisten zogen sich nur notdürftig an, um die zehn Meter zwischen
dem Speisesaal und dem Nebengebäude zu überwinden. Der Weg führte über einen
kleinen terrassenartigen Weg, der jetzt jedoch fast einen halben Meter mit
Schnee bedeckt war. Mit einigen mühsamen biotischen Feldern konnten sie sich
einen kleinen Weg bahnen, er war kaum breit genug, um ihn zu begehen, aber für
heute fehlte ihnen die Kraft es gründlicher zu machen. Der heftige Schneefall
würde wahrscheinlich sowieso ihre ganze Arbeit wieder unter sich begraben.
Drüben angekommen wurden die verschwitzten und nassen Klamotten über die
Heizungsrohre gehängt . Es gab drei Türen, ein Schlafzimmer, was auch
angeschrieben war, die anderen beiden würden sie morgen erkunden gehen, denn
jeder Schritt war anstrengend. In dem Schlafzimmer standen an beiden Wänden je
eine Reihe aus neun Doppelstockbetten. Jenni trat zu einem der Betten und ließ
sich auf die Matratze fallen. Aah…. Himmlisch seufzte sie erleichtert. „Mmh,
das gedämpfte stöhnen kam von Sarjka, die sich neben ihr auf eines der unteren
Betten geworfen hatte und mit dem Gesicht nach unten auf dem Kopfkissen lag.
Sie streifte ihre langen Unterhosen, unter denen sie noch ihr Höschen trug, ab
und warf sie zusammen mit ihrem Pullover auf den Boden neben ihrem Bett. „Gute
Nacht“ wünschte sie dann den Anderen, bevor sie sich unter die Decke legte und
diese bis zu ihrer Nase hochzog. Sie hatte sich gerade zusammengerollt, um zu
schlafen, als Mark neben sie Trat. „Kann ich da oben schlafen?“ fragte er
höflich. „Mhm, mir egal, mach was du willst, aber weck mich nicht.“ Murmelte
sie leise und kuschelte sich noch fester an ihr Kissen. „Und heb deine Sachen
auf“ rief Joshua vom anderen Ende gegenüber, er hatte das Bett über Deni
bezogen. Grummelnd streckte die Asari ihren Arm unter der Decke hervor,
schnappte sich ihre Sachen und stopfte sie unter ihr Kopfkissen. „Was dagegen,
wenn ich dir aufs Dach steige?“ Jenni drehte sich um, Kiara stand neben ihr.
Jenni ließ sich auf das Bett fallen und antwortete neckisch „Ja…hier ist noch mehr
als genug Platz für dich.“ Nach einem vorwurfsvollen Blick ihrer Liebsten
lächelte Jenni sie an und antwortete schließlich. „Nein, ist in Ordnung, du
darfst mir überall draufsteigen.“ Augenrollend kletterte Kiara auf das obere
Bett und streckte einige Sekunden später ihren Kopf über die Bettkante nach
unten. „Gute Nacht, und du bleibst schön brav da unten , verstanden?“ „Jenni
sah sie mit großen Hundeaugen an und ließ dabei die Mundwinkel nach unten
hängen. „Ich mein´s ernst“ antwortete Kiara grinsend, bevor ihr Kopf nach oben
verschwand.
Kiara stand draußen an einem Hang, sie wartete auf Jenni. Sie waren gerade
dabei einen Hügel zu besteigen, der kam
ihr irgendwie seltsam bekannt vor. „Kiara, warte“ hörte sie jemanden leise
flüstern, doch es war niemand in Sicht. Es kam ihr vor, als würde sie bereits
eine Ewigkeit warten, als Jenni endlich auftauchte. Sie waren noch fünf Meter
auseinander, als plötzlich ein lautes Krachen die Stille zerrüttete. Mit
Schrecken musste Kiara mit ansehen, wie sich ein Riss zwischen ihnen auftat.
Der untere Teil des schneebedeckten
Hügels begann von ihr wegzurutschen
und riss Jenni dabei mit sich . Unfähig ihrer Freundin zu helfen,
versuchte sie ihr hinterher zu rennen, verlor jedoch schnell den Anschluss. Der
Hügel auf dem sie jetzt lief, war komplett schneefrei, die Lawine die Jenni
verschlungen hatte, schien ihn Komplett mitgerissen zu haben. Jetzt wo das
kniehohe Gras sie wieder an ihren Beinen kitzelte, erkannte sie auch den Hügel
wieder. Sofort fuhr sie herum, die Bäume standen noch genauso da, wie sie sie
in Erinnerung hatte. Jetzt war auch hier der Schnee verschwunden, eine
frühlingshafte Brise wehte um sie herum und
das Gras begann sanft im Wind zu wiegen. Jemand stand unter den Bäumen,
erst wollte Kiara loslaufen, doch dann erstarrte sie. Das war sie selbst, die
da stand, aber etwas schien nicht zu stimmen. Vorsichig trat sie näher, ihr
anderes ich unterhielt sich gerade mit Jenni. Plötzlich schnappte Kiaras
anderes “Ich“ sich Jenni und küsste sie. Sofort kamen in Kiara die Erinnerungen
an ihren ersten Kuss hoch. Doch jetzt geschah etwas, womit sie nicht gerechnet
hatte. Jenni stieß ihr anderes Ich zurück, drehte sich um und ging
kopfschüttelnd weg. Kiaras Herz stockte, als ihre Liebste einfach davonlief.
Ihr anderes Ich war nun auf den Boden gesunken und vergrub ihr Gesicht
schluchzend in ihren Händen. Kiara musste sich von ihr abwenden. Die
Vorstellung daran, dass ihr das auch hätte passieren können war noch zu
lebendig. Ihr Herz schmerzte bei dem Gedanken,dass sie Jenni damals hätte
verlieren können. Sie kniff die Augen
zusammen und betete, dass dieser Alptraum endlich enden solle. Als jemand sie
streifte, öffnete sie die Augen und verfluchte sich selbst sofort dafür. Vor ihr
stand eine ganze Gruppe Leute in Anzügen, sie hatten einen Kreis gebildet. Da
Kiara nicht sehen konnte worum sich der Kreis gebildet hatte, trat sie zögernd
näher. Als sie sich zwischen zwei der Leute durchzwängte, bewahrheiteten sich
ihre schlimmsten Befürchtungen. Die Gruppe stand um ein Grab herum, auf dem
einige Worte standen.
„Jennifer Parker
Verstorben im Dienst
Für ihre Heimat...“
und daneben das Zeichen der BDF. Das war Kiara zu viel, als sie versuchen
wollte wieder wegzugehen, ließen sie die Leute aber nicht mehr durch. „Deine
Schuld“ begannen dutzende Stimmen zu flüstern. „Lasst mich durch!“ schrie sie
den Mann vor sich an. Als dieser jedoch nicht reagierte, formte sich ein blauer
Schleier um sie herum. Mit einem Ruck schleuderte sie ihn weg. Sie wollte nur
noch weg von diesem furchtbaren Ort. In der Ferne war ein leises Grollen zu
vernehmen. Erst nach einigen Sekunden bemerkte Kiara, dass das Grollen näher
kam. Sie wollte sich umdrehen, war jedoch wie gelähmt. Ein lauter Knall ließ
sie zusammenfahren.
Sie schreckte hoch und saß aufrecht in ihrem Bett. Ihr Blick wanderte quer
durch das Zimmer, sie war nicht mehr auf dem Hügel, sondern wieder in der
Unterkunft. Das Grollen aus ihrem Traum war immer noch zu hören und sie war
nicht die Einzige, die aufgewacht war, alle anwesenden schienen den Knall
gehört zu haben. Das Grollen wurde immer lauter. „Scheiße, was ist das?“ rief
Joshua, der gerade dabei war von seinen Bett runterzuklettern. Ein weiterer
Knall ließ erneut alle zusammenfahren. „Jemand sprengt…. Lawinen nehm ich an“
rief Tanja, sie war bereits ans Fenster getreten. Jenni trat zu ihr und schaute
ebenfalls hinaus. Es war nichts zu erkennen, draußen war es noch dunkel. Nur
der Speisesaal, in dem bereits Licht brannte, war erkennbar. „Wen wunderts,
dass der Colonel uns so weckt? Mich verwundert es eher, dass wir jetzt nicht
unter einigen Metern Schnee begraben sind.“ Alex war noch nicht aufgestanden,
er hatte den Kommentar aus dem Bett heraus abgegeben. Joshua sah ihn mit
schiefem Blick an. Alex lag gemütlich in seinem Bett, als Joshua seinem Blick
folgte, begriff er warum Alex grinste. Sein Blick war auf Arsilia, Jenni, Tanja
und Shalera, die aus dem Fenster schauten gerichtet. Die jungen Frauen waren
alle in Unterwäsche aufgestanden und zum Fenster gelaufen. Joshuas Blick blieb
ebenfalls einen Moment an den Hintern seiner Kameradinnen hängen. „Hätt ich
jetzt Stiefel an, würd ich dir auf die Zunge treten“ meinte Ivana und klopfte
Joshua auf die Schulter. Dieser zuckte zusammen und schaute Ivana
verständnislos an. „Ich hab nicht…hei, ich nur einen Moment… du glaubst mir ja
eh nicht, wenn ich dir sage, dass es Alexs Schuld ist.“ Sie grinste ihn als
Antwort breit an. In diesem Moment öffnete sich die Tür und der Colonel trat
herein. „Ah, ihr seid schon wach?“ war seine Antwort auf die erstaunten Blicke
der Soldaten. „Kein Wunder, wie soll man bei dem Lärm auch schlafen?“ „Wenn dem
so ist, dürft ihr gleich zum essen rüber kommen. Wir wollen ja schließlich
sofort anfangen, wenn es hell wird.“ Etwas erstaunt, dass der Colonel sie
sofort nach draußen scheuchte begannen die Soldaten sich anzuziehen. Als Jenni
gerade wieder zu ihrem Bett trat zog Kiara sie fest an sich und nahm sie in den
Arm. Perplex schaute Jenni sie an „Was ist denn los?“ fragte Jenni besorgt.
„Ich habe schlecht geträumt, da ist etwas Schreckliches passiert.“ Sie wirkte
erleichtert das Jenni da war. Vorsichtig löste sich Jenni von Kiara und schaute
dieser in die Augen. „Schon gut, alles in Ordnung, das kennen wir alle…. Aber
ich habe dir ja angeboten bei mir zu schlafen, du hättest runter kommen
können….“ „Schon gut, ich…. ich hab wohl etwas überreagiert.“ Kiara trat einen
Schritt zurück. „Wir sollten rüber gehen, sonst verpassen wir das Frühstück.“
Jenni legte Kiara, die sich umgedreht hatte um ihre Sachen aus dem kleinen Schrank
neben ihrem Bett zunehmen, die Hand auch die Schulter. „Kiara, du weist das du
mir alles sagen kannst, wenn irgendetwas nicht stimmt kannst du es mir
erzählen.“ Sie hatte sich Mühe gegeben die die Worte so sanft wie möglich
auszusprechen. Kiara sah sie lächelnd an und gab ihr einen Kuss auf die Hand.
„Miguel…. Ich darf sie doch so nennen oder?“ Der Koch nickte auf Sarikas Frage
„klar“ „Ist das Brot hier Selbergemacht, das schmeckt köstlich.“ „Danke, ja das
ist selbstgemacht, wenn ich nur Mittagessen machen würde wär mir ja den ganzen
Tag langweilig.“ Die Soldaten waren wieder im Speisesaal, dort waren auf einem
Tisch Brote, Käse, Schinken und Kaffee bereitgestellt. Schnell hatten sich die
Soldaten an den Tischen verteilt und begannen mit dem Essen, sie hatten es sich
angewöhnt genug zu frühstücken, bisher war jeder Tag anstrengend gewesen und
sie hatten viel Energie gebraucht. „In zehn Minuten seit ihr einsatzbereit!“
rief der Colonel als er den Raum verlies. Eilig assen die Soldaten zu Ende und
gingen dann nach drüben um sich umzuziehen. Pünktlich standen sie alle draussen
in ihre dicken Kleider gehüllt da. Die Sonne war gerade dabei aufzugehen, der
Schnee der über Nacht gefallen war bedeckte alles wie eine flauschige weisse
Decke. „Also, wir haben hier keinen passenden Parcours dafür haben können wir
keinen Frühsport machen, darum werdet ihr zum Aufwärmen den Schnee von dem Dach
und von dem Weg putzen. Danach werdet ihr mit zwei Ausbildern die für dieses
Gelände Geschult sind trainieren gehen. Gibt es Fragen?“ Die Soldaten sahen ihn
schweigend an, nach einem Moment meldete sich Mark „Wo ist denn das Werkzeug
zum Schneeschippen?“ „Hier haben wir nur eine Schaufel, aber ihr habt ja alle
Biotiken, somit dürfte das ja kein Problem sein.“ Fassungslos starrten die
anderen denn Colonel an. „Ok, das dürfte mit ein paar Schockwellen gemacht
sein…“ begann Alex. „Wenn ihr das Dach beschädigt, dann werdet ihr die ganze
Woche frieren, kapiert!? Es liegt bei euch.“ Mit diesen Worten drehte sich der
Colonel um und ging wieder zurück. „Uff, das kann ja heiter werden, also seit
vorsichtig, wenn das Dach kaputt ist frieren wir uns alle den Arsch ab und ich
hab dazu keine Lust. Drei gehen aufs Dach vom Speisesaal, drei auf das vom
anderen Gebäude und der Rest hilft hier beim Weg und der Terrasse. Versucht, ob
ihr eine Barriere zustande bekommt und dann vorwärts gehen könnt, sodass ihr
den Schnee einfach vorne wegschieben könnt. Zwei stützen jeweils die Barriere,
die anderen versuchen sie vorwärts zu schieben. Selak, hilf mir mit der
Barriere. Sind noch Fragen?“
„Macht schon, das ist verdammt anstrengend!“ keuchte Selak, sie waren an den
letzten paar Meter der Terrasse angekommen. „Da liegen etwa 5 Kubikmeter
Schnee, die sind nicht gerade leicht!“ zischte Ivana, sie stand hinter Selak
und versuchte dessen Barriere mithilfe ihrer Biotiken nach vorne zu schieben.
Ein Schweißtropfen rann über Jennis Stirn „Das brauchst du uns nicht zu sagen….
ok, Planänderung, so wird das nichts, Kiara, Arsilia, geht etwas zurück, ihr
macht einen Sturmangriff auf die Barrieren, sie werden zusammenbrechen, aber
der Aufprall wird noch weitergeleitet. Wenn es nicht reicht, um das Zeug
wegzufegen, baut ihr eine Barriere auf und die nächsten springen dagegen, ok?“
„Was? Weißt du eigentlich wie knapp wir da an euch vorbei müssen? Das ist viel
zu gefährlich!“ rief Kiara entsetzt. „Ihr könntet dabei sterben…“ „Werden wir
aber nicht, ich vertraue euch, ich vertraue dir Kiara. Los jetzt, ich kann die
Barriere nicht mehr lange halten. Bereit Selak?“ Der Turianer nickte knapp.
„Dann los!“ Einen Moment konnte Jenni nichts hören „3….2….1….“ Sie schloss die
Augen, obwohl sie genau wusste, dass Kiara sie niemals verletzen würde, spannte
sie sich an. Ein heftiger Luftzug erfasste sie, bevor sie einen Ruck spürte. Sie
stolperte nach vorne, konnte sich aber gerade noch halten. Sofort hielt sie
jemand fest. „Noch alles dran?“ fragte Kiara besorgt. „Ja, alles besten…. Das
war ganz schön anstrengend.“ „Ich weiß jetzt auch weshalb“ rief Selak genervt.
„Habt ihr euch an das Geländer erinnert?....Ich auch nicht.“ „Das ist jetzt
aber nicht dein Ernst oder?“ Die ganze Gruppe trat an den Rand der Terrasse und
schaute auf den Schneehaufen, der unter ihnen lag. An einen ende Ragte ein
Stück des Geländers heraus, die Schrauben der Halterungen waren durch den
Aufschlag der beiden Sturmangriffe zerbrochen oder ausgerissen worden. „****,
hoffentlich merkt das keiner“ meinte Ivana.
Die Wolken, die am Morgen den Himmel noch bedeckt hatten, waren nun der Sonne
gewichen. Die Temperaturen lagen bei verhältnismässig angenehmen -5 Grad. Der Schnee war traumhaft, perfekter
Pulverschnee zum Skifahren. Perfekt... zum rennen jedoch ein Alptraum. Ihr Herz
raste und ihr keuchender Atem bildete kleine Wolken. Adrenalin wurde durch ihre
Adern gepumpt. Mit schnellen hektischen Schritten bahnte sich Tanja einen Weg
durch den knietiefen Schnee. „Kontaaaaakt!“ unmittelbar auf den Schrei folgten
zwei Schusssalven, danach ging alles ganz schnell. Sofort eröffneten auch ihre
Widersacher das Feuer. Innerhalb Sekundenbruchteilen eskalierte die zuvor so
friedlich und idyllisch wirkende Situation komplett. Tanja fand sich in mitten
einer Schiesserei wieder. Sechs ihrer Freunde waren dabei Dauerfeuer auf die
Gegnerischen Stellungen zu legen, während sie vorpreschte. „Nicht anhalten!“
rief ihr jemand von hinten zu. Tanja rannte so schnell sie konnte und hechtete
hinter einen großen Schnee- und Eisbrocken, den die am Morgen zuvor gesprengte
Lawine zurückgelassen hatte. Schnee stob ihr entgegen, als Kugeln vor ihr einschlugen.
Bei der ersten Gelegenheit lehnte sie sich nach vorne und feuerte mehrere kurze
Salven auf die beiden Gegner, die in etwas mehr als 70 Metern Entfernung in
Stellung waren. Diese Tauchten beide ab und eröffneten eine Sekunde später
einige Meter versetzt das Feuer wieder. Tanja kniete nun hinter dem Brocken und
wartete auf den passenden Moment ,um ebenfalls wieder zu feuern. Etwas warf sie
nach hinten um, sofort begann ein stechender Schmerz von ihrer Brust
auszugehen. Sie krümmte sich und hielt ihre Rippen, es war so,als ob ihr ein Messer in der Brust gerammt wurde.
Ihre Handfläche war Rot, als sie diese ein wenig hob um nach dem Treffer zu
sehen. Ein dünnes rotes Rinnsal lief über ihre Panzerung. „Übungsabbruch,
sofort alle zu der Getroffenen!“ „Verdammt, alles in Ordnung?“ Joshua trat
sofort zu ihr und sah sie besorgt an. „Das siehst du doch“ meinte sie mit einem
schmerzverzerrten lächeln und hob die Hand von ihrer Seite. „Scheiße, warte,
ich helfe dir.“ Joshua zog sie hoch, er schaute Tanja an, durch den Helm war
kaum etwas von ihrem Gesicht zu sehen. Jenni wusste, dass sie ihm etwas
bedeutete. Sie verstand, dass er sich Sorgen um sie machte. „Was war der
Fehler?“ fragte der Ausbilder streng. „Meine Deckungswahl war nicht sehr gut“
meinte Tanja. „Unter anderem, ein solcher Brocken fühlt sich zwar hart an, er
stoppt aber nicht eine einzige echte Kugel. Du wärst jetzt tot! Und dein
Kamerad hier auch gleich, das du ihr helfen willst ist zwar gut, aber so
bringst du dich bloß selber um. Erst muss der Gegner unterdrückt werden, dann
kannst du ihr helfen. Wenn sie dann schon tot ist, hättest du ihr eh nicht mehr
helfen können.“ Joshua nickte, er wusste selbst, dass diese Aktion etwas
überstürzt gewesen war. „Wir haben euch gezeigt wie ihr Vorgehen müsst, setzt
diese Strategie auch um, ihr seid in der Überzahl, um den Geländenachteil
auszugleichen müsst ihr zusammenarbeiten. Noch einmal von vorne! Alle zurück
auf die Startposition.“ „Tut mir leid, dass ich es versaut habe.“ „Da kannst du
nicht mehr dafür als wir Tanja. Wir arbeiten als Team, da brauchen wir keinen
Schuldigen zu suchen.
Die Soldatengruppe war gerade auf dem Rückweg von dem Übungshang, als es wieder
zu schneien begann. „Beeilt euch, wir müssen da sein, bevor es dunkel wird,
hier draußen kann man sich schnell verirren, und dann kann man innerhalb einer
Stunde erfrieren.“ Die beiden Ausbilder leiteten die Gruppe, beim Tagesrapport
am Ende des Trainings hatten sie die beiden etwas besser kennengelernt. „Alena,
wie lange machen sie das jetzt schon? Also das Trainieren von Spezialeinheiten
im Gebirge?“ Jenni sah die eine der Ausbilderinnen an ,die etwas vor ihr
gingen. „Hm, seit fast zehn Jahren. Ich war schon immer gerne in den Bergen,
als ich die Chance hatte zur Allianz zu gehen habe ich sie ergriffen. Ich hatte
eigentlich nur ein paar Monate hier dienen wollen, damit ich ein Studium
finanziert bekommen hätte. Irgendwie bin ich aber dann doch hängen geblieben,
ich habe es noch keinen Tag bereut. Das Gefühl, wenn du einen der Soldaten
wieder siehst ,den du Trainiert hast und er dir dann sagt, dass dein Training
ihm das Leben in einem Einsatz gerettet hat, ist unbezahlbar.“ Jenni nickte
„Mhm.“ „Wie bist du eigentlich hierhergekommen? Man sieht hier nur selten eine
junge Frau, geschweige denn eine ganzen Truppe.“ „Ich…. Wir kommen alle von der
Reinold-Akademie. Kurz vor Ende des Schuljahres haben wir besuch vom
Vice-Admiral bekommen, er hat uns allen ein Dossier in die Hände gedrückt und
gesagt, dass wir eine einmalige Chance bekommen in einer Spezialeinheit der
Allianz zu dienen. Ich wollte schon, bevor ich überhaupt an der Akademie war,
zur Allianz, das Leben an der Front hat mich schon immer gereizt.“ „Ach so, ich
war am Anfang etwas skeptisch, als man mir die Übersicht zeigte, fast genauso
viele Frauen wie Männer in dem Zug? Asari? Turianer?“ sie sprach die Namen der
anderen Spezies fast schon ungläubig aus. „Ich habe nichts gegen andere
Spezies, aber das wir gleich mehrere Soldaten der anderen Spezies in unseren
Reihen haben sollen, war doch etwas verwirrend.“ „So anders sind wir gar nicht,
die meisten Menschen haben Vorurteile uns gegenüber…. Leider ist das umgekehrt
auch so.“ Kiara war neben Jenni getreten und hatte ihr Gespräch mitverfolgt.
„Das stimmt, seit dem Erstkontaktkrieg haben wir viel zu viele Vorurteile, aber
solche Projekte fördern die Zusammenarbeit.“ „Ihr solltet eure Konversation auf
später verschieben, wenn wir es noch rechtzeitig zurück schaffen wollen, dann
müssen wir jetzt etwas schneller machen. Dranbleiben, ich will nicht, dass jemand verloren geht. Alena gehst du
nach hinten und sorgst dafür, dass alle
dran bleiben?“ Ihr anderer Ausbilder Dominic war nun zu ihnen getreten. „Ok,
mach ich.“ antwortete Alena und blieb stehen, bis die Anderen sie überholt
hatten. Dominic begann zu joggen, er war schon vierzig gewesen aber immer noch
enorm fit. Jenni hatte Mühe an ihm dran zu bleiben, der Kniehohe Schnee machte
das Vorankommen extrem anstrengend. Nach fünf Minuten kamen die Soldaten
verschwitzt und schwer atmend bei dem Haus an. „Das war doch ganz gemütlich,
oder?
Anschließend nach dem Essen gingen einige der Soldaten wieder rüber in die
Unterkunft. Jenni war mit ein paar Soldaten rüber gegangen, um sich die anderen
Räume noch anzusehen. Im Untergeschoss, wo auch die Duschen waren, war ein
kleiner Raum, die Türe war aus Eisen und das kleine Fenster, welches nach
draußen führte, war aus Sicherheitsglas und mit Gitter versehen. Das war die
Arrestzelle des Gebäudes, wenn einer der Soldaten andere mutwillig gefährden
würde, müsste er den Rest des Ausfluges da drin verbringen. Im oberen Stock des
Gebäudes war neben dem Schlafraum und den Toiletten auch noch eine weitere Tür.
„Was denkt ihr, was ist hier drin?“ „Noch ein Schlafraum oder ein
Aufenthaltsraum würd ich sagen“ antwortete Ivana auf Shaleras Frage. „Finden
wir es heraus“ Alex griff nach der Türklinke und öffnete die Tür. Da die Sonne
bereits hinter den Berggipfeln verschwunden war und die Fensterläden
geschlossen waren, fiel kaum noch Licht durch die Fenster herein. Nach kurzem
suchen fand Alex schliesslich den Lichtschalter. Die Lampen an der Decke gingen
an, die Soldaten standen für einen Moment perplex in der Tür. Vor ihnen lag ein
großer mit Holz ausgekleideter Raum, darin standen zwei Tische mit Stühlen.
Daneben stand ein Bücherregal ein Sofa und ein Billardtisch. Am anderen Ende
des Raumes stand ein Kamin mit einem großen Sessel davor. „Ist ja wohl der
Hammer, ich hol sofort die Jungs, will von euch auch noch jemand ne Runde
Billard spielen?“ ohne eine Antwort abzuwarten machte sich Alex sofort auf den
Weg. „Das Sofa gehört mir“ rief Kiara und ging zielstrebig durch den Raum, warf
sich direkt auf das komfortable Möbelstück. Die Anderen gingen ebenfalls in den
Raum. Ivana und Shalera traten zu dem Bücherregal, während Jenni sich auf den
Weg zu Kiara machte. „Hei Jenni, du hattest doch in der Werkstatt von Fred und
Arnold doch eine Idee mit einem Billardtisch?“ fragte Shalera neckisch. „Ich
weiß, ist mir auch durch den Kopf gegangen, aber ich glaube wir warten da
besser, ansonsten fällt Alex noch in Ohnmacht, wenn er wieder hier rein kommt….
Und zudem hat jetzt grad niemand Geburtstag, dem ich sowas schenken würde.“ Als
Jenni zu Kiara trat, hatte sich diese auf dem Sofa breitgemacht und lag
ausgestreckt da. „Darf ich auch?“ Sie zeigte auf das Sofa. „Ich weiß nicht,
warst du denn immer artig?“ Jenni lächelte sie an „Nein“ antwortete Jenni
unschuldig „Ich hatte viele schmutzige Gedanken in letzter Zeit“ fügte sie an.
„Dann bin ich mir nicht sicher, ob ich dich in meine Nähe lassen will“
antwortete die Asari grinsend. „Ganz schön frisch hier, wir sollten den Kamin
anfeuern“ meinte Ivana. „Ich hab ne besser Idee“ antwortete Jenni. Sie ging zu
dem großen Sessel vor dem Kamin und nahm das dicke Fell, welches darauf lag,
mit zum Sofa. „Ou ja, gute Idee“ Kiara streckte die Arme nach dem Fell aus.
Jenni trat einen Schritt zurück und schaute Kiara vorwurfsvoll an „Nur wenn ich
zu dir darf.“ „Das dürftest du auch ohne Fell.“
"Ooooh schon wieder vorbei?" Jab, aber nächste Woche gehts weiter, hoffe das Warten fällt nicht all zu schwer und wünsch allen noch nen schönen Abend.
Modifié par elitedefender2, 28 décembre 2012 - 04:37 .
#363
Posté 09 décembre 2012 - 09:55
#364
Posté 12 décembre 2012 - 08:22
Feedback zu Kapitel 16
Kleine Anmerkung meinerseits. In meinem Feedback, werde ich mich direkt und indirekt auf das 16. und vorangegangene Kapitel beziehen. Aus diesem Grunde, würde ich allen Leuten, welche Kapitel 16 und oder die ganze Geschichte noch nicht gelesen haben, zwei Dinge empfehlen:
1. Lest das Kapitel / die ganze Geschichte, es lohnt sich!!!
2. Lest mein Feedback, erst wenn ihr Empfehlung 1 erfüllt habt
Hi Elite,
ich bin diesmal so frei, und zerpflücke dir jeden einzelnen
Abschnitt
Wünsche Viel Spaß!
Die Frage, ganz am Anfang, ob Jenni auf Reeston sauer sein
sollte, war durchaus berechtigt. Auf der einen Seite, der Colonel, welcher sie
durch die eisige Hölle trieb und auf der anderen Seite, das wunderbare Essen,
was auf sie wartete. Hört sich sehr lecker an. Mmmh! Durch diesen Zwiespalt,
hebst du noch einmal sehr gut, die Erschöpfung hervor und wie so manches
Gefühl, unwichtig wird, wenn der Magen leer ist. Sehr gut!
Die Gefahr und somit die harten Trainingsmethoden aus dem
letzten Kapitel, hast du auch sehr schön wieder aufgegriffen, durch die Frage,
ob noch alles dran sei. Das ist kein Zuckerschlecken und man merkt es immer
wieder! Die Atmosphäre, in dem Haus, wird auch noch einmal durch die
persönliche Kenntnis, eines jeden Einzelnen unterstrichen, wenn eiskalte Finger
wieder warm werden. Es ist ein wunderbares aber gleichzeitig auch schmerzhaftes
Gefühl. Sehr schön eingebaut.
Als Kiara, all ihre Sachen auszog, zeigte dies noch einmal
wunderbar, wie kalt es dort ist. Thermoklamotten, Mäntel, Pullover! Da ist es
verdammt kalt, und die ganzen Klamotten, zeigen das noch mal super
Wie immer bringst du auch super Jennis Leaderrolle hervor.
Alle sollen sich die Klamotten ausziehen, nur sie bleibt bei ihrer Kameradin
und passt auf sie auf, obwohl sie es selbst kaum erwarten kann, aus den Sachen
zu kommen. Sie wird mehr und mehr eine Anführerin. Sie zieht ihrer Kameradin,
sogar vor sich selbst die Jacke aus, damit sie es bequem hat. Hervorragend.
Endet diese Stele damit? Nein! Miguel gibt ihr die Tasse und Jenni nippt, bevor
sich ihre Freundin verbrennt. Super!!! Sie hält die Tasse, damit ihre
Kameradin, nichts verschüttet. Sie ist richtig fürsorglich! Mehr SUPER!!! Sie
verlässt ihre Kameradin erst, als diese von Kiara versorgt wird! Am
SUPERSTEN!!! (Hört sich grammatikalisch zwar falsch an, aber so ist die Szene
nun mal. Einfach Super!!! =D
Auch wie du Miguels interessierten Blick beschreibst, fand
ich sehr schön. Es erinnert an das letzte Kapitel und gibt seinem Charakter,
dadurch mehr Tiefe!!! Schön!!! Auch das sich Jenni, daran nicht stört, ist
wundervoll. Sie hat sich richtig entwickelt. Anfangs schüchtern und nun offen.
Sie ist erwachsen und diese Entwicklung, hast du wundervoll hingekriegt.
Die zwei Seiten des Colonels fand ich ebenfalls sehr
gelungen. Im Dienst, ein fordernder Mistkerl, aber nachher ein Kumpel. Jemand
mit dem man Lachen kann und sich nicht für etwas Besseres hält. Ein sehr
sympathischer Charakterzug. Als er dann begann, von seiner eignen Rekrutenzeit
zu sprechen, hab ich mich weggeschmissen vor lachen, vor allem aber fand ich
die Idee mit dem Spitznamen „Splint“ sau geil! Wie kamst du darauf? Das war
brillant! Das Team, bekommt bestimmt auch noch Spitznamen. Vor allen Kiara,
weil sie noch nie einen hatte. Aber bitte nicht Ki oder Kia.
Dieser Abschnitt, präsentiert aber auch schon einen Ausblick
auf zukünftige Aufgaben in der Einheit. Alex hat mal versucht einen Briefkasten
zu sprengen. Würde mich nicht wundern, wenn er noch der Sprengstoffspezialist
wird. =D
Jennis Spitznamen
fand ich besonders geil. Jonny. Es ist so einfach, aber trotzdem so brillant.
Meinen Respekt! Vor allem die Geschichte dahinter, Jenni ist recht maskulin? Ja
ich denke sie hat durchaus maskuline Züge, aber es sind auch nicht zu viele,
weshalb es ein perfektes Gleichgewicht ist. Ich als Mann, fand es besonders
gut, dass du schriebst, dass Jenni zum Mann BEFÖRDERT wurde. =D Der kleine
Rückblick in Jennis Vergangenheit, war auch sehr gut. Witzig und unterstrich
wunderbar die Tatsache, dass sie wirklich eher zu den Jungs gehörte. Die Sache
mit der Band war ebenfalls hervorragend. Eine nette Überraschung, für alle die
in der Abschiedsfeier dabei waren =D. Die Klamotten, die schwarzen Haare, ihr
Auftritt im anfangs Dunklen Raum! So viele Wundervolle Details, für eine so
wundervolle Stelle. Wirklich Fantastisch!!! Auch das Jenni damals wesentlich
unsicherer war, bringst du super rüber. Damals wohlgemerkt
Jenni noch einmal auf einer Gitarre etwas vorspielt. Nur für sich und Kiara
*schwärm* Die Information mit den Motorrädern, finde ich auch super. Fahre
selbst und es steigert die Persönliche Meinung noch einmal, weil man selbst
etwas richtig Geiles damit verbindet. In meiner eigenen Geschichte, wird auch
ein Motorrad vorkommen, weiß schon genau wie… Aber es geht hier ja um dich und
deine super Geschichte. Als Jenni gefragt wurde, ob sie dem Jungen damals den
Arm gebrochen hätte, zeugte es wunderbar davon, dass Jenni bereits einen
gewissen kämpferischen Ruf in der Gruppe genießt. Kein Wunder wenn ich da an
ihre Aktion denke, als der Colonel Kiara im Nahkampf trainierte.
Nun geht es dann mal weiter. Jenni schockt gerne. Erst bei
der Abschiedsfeier, dann ihre Eltern, besonders ihren Vater, dann will sie sich
nackt ausziehen und die schlafende Shalera schocken. Was sie wohl noch für tut,
um andere zu schocken? =D
Sarjkas trotziger Reaktion, als sie wieder durch den Schnee
sollte, sorgte für ein schönes Grinsen. Sie hat partout kein Bock. Das merkt
man! Kann man aber auch verstehen. 36 Stunden Training sind schon was. Diese
Aussage, deutete auch noch einmal super auf das Durchhalte vermögen der Gruppe
hin. Sie haben sich bereits entwickelt. Eine weitere schöne Stelle, war die wo
sie sich durch einen halben Meter Schnee zur Unterkunft kämpfen mussten. Das
Training endete nie, doch sie kriegen es hin, auch wenn sie alle am Ende ihrer
Kräfte sind. Dies verdeutlichst du noch einmal durch die Textpassage, dass sie
die anderen Räume morgen beschauen würden. Wenn die Kräfte nicht mal für einen
Blick reichen, sind sie wirklich kurz vor einem Zusammenbruch. Perfekt
dargestellt!
Kommen wir nun zu meinem ersten Kritikpunkt. Mir persönlich
gefällt die Bezeichnung „Höschen“ nicht besonders. Es ist eine persönliche
Ansicht, allerdings würde ich es begrüßen wenn du demnächst eine andere
Bezeichnung finden könntest. Beispiel: Slip, Tange etc. Ist eine persönliche
Meinung und schmälert die Geschichte aber in keiner Weise.Kommen wir nun zu meinem ersten Kritikpunkt. Mir persönlich
gefällt die Bezeichnung „Höschen“ nicht besonders. Es ist eine persönliche
Ansicht, allerdings würde ich es begrüßen wenn du demnächst eine andere
Bezeichnung finden könntest. Beispiel: Slip, Tange etc. Ist eine persönliche
Meinung und schmälert die Geschichte aber in keiner Weise.
Ein Punkt, an welchem ich wahrlich grinsen musste, war der
wo Sarjka keinen Schlaf bekommt. Sie wird immer wieder gestört, erst von Mark,
dann von Joshua. Gefiel ihr bestimmte nicht
Eine andere schöne Stelle, im Schlafraum, war die wo Jenni
Kiara anbietet, bei ihr zu schlafen, obwohl sie verstand, dass Kiara das Bett
über ihr meinte. Jenni wird von Tag zu Tag erregter. Das sieht man auch an
vielen anderen schönen Aussagen, wie zum Beispiel „…Du darfst mir überall drauf
steigen.“ Es wird Zeit für das Wochenende, bevor Jenni, Kiara noch in der
Übung, hinter einen Baum zieht. =D (Obwohl das auch was hätte
Gehe ich nun auf die schlimmste Stelle ein. Die schlimmste
aber auch die Besten!!!
Kannst du es dir denken? Richtig! Der Traum!
Schon ganz am Anfang schriebst du, dass die Umgebung Kiara
bekannt vorkäme. Ein sehr netter Hinweis! Kiaras Verlangen, nach Jennis Nähe
wird durch die Aussage: „Es kam ihr vor, als würde sie bereits eine Ewigkeit
warten, als Jenni endlich auftauchte.“ Wunderbar deutlich, aber als der
Hügelteil, wo Jenni war, dann abrutschte, konnte ich nur eins denken.
NEINNNNN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ich dachte nur, dass das doch nicht wahr sein könne. Kiara
muss aufwachen. Sofort!!! Aber es kam noch schlimmer! Übrigens, waren der Schnee
und die Lawine, eine wunderbarer Übergang zu der Trainingseinheit des
vorherigen Tages. Dies hat Kiara, sowohl körperlich als auch geistig ganz schön
mitgenommen. Als es dann mit der Erinnerung und der furchtbaren Reaktion von
Jenni kam, musste ich mit den Tränen kämpfen. So etwas verdient Kiara nicht! Es
war so herzzerreißend und ich dachte, wenn Jenni oder Kiara in deinem ersten
Ende, heldenhaft und gefühlvoll sterben, dann bestände die Möglichkeit, dass
ich weine! Ich dachte die emotionalste Stelle sei nun vorbei. Aber nein es kam
noch dicker! Das Grab! Ohhh Mein Gott! Ich hatte mit den Tränen hart zu
kämpfen, auch wie Kiara dann verantwortlich gemacht wird! Da war ich mir
sicher, ich werde weinen. Ich werde, wenn eine der beiden stirbt, weinen. Bis
der Extended Cut kommt! Die beste Stelle des Kapitels! Sie ist einfach
bemerkenswert! Der Hügel, muss unbedingt mir ins Ende!!! Er muss!!! Einziger
Kritikpunk, aber auch der ist persönlich ich hätte zwei Sätze anders
formuliert. Ich denke, dass hätte die Spannung noch einmal etwas weiter
gehoben.
Der erste Satz: Da Kiara nicht sehen konnte, worum sich der
Kreis gebildete hatte.
Der zweite Satz: Lasst mich durch! (Als Kiara aus dem Kreis
wollte)
Guck nicht so! Was anders gibt’s du mir ja nicht, was ich
bemängeln könnte, darum muss ich halt ins Detail gehen
Als Kiara dann durch den Knall aufwacht, hattest du eine
hervorragende Überleitung zum Morgen und dem Erwachen. Sehr schön gemacht. Hält
die Atmosphäre wunderbar aufrecht
Ich mag den Colonel! Vor allem mag ich aber die Ansichten
über ihn! Hierbei hebe ich vor allem Alex Meinung mit dem „unter mehreren
Metern Schnee begraben sein“ hervor. Reeston hat einen super Charakter und ist
immer wieder für ein Schmunzeln gut!
Alex Blick war auch super. Alter Lustmolch! Aber wer kann es
ihm verdenken
drauf wirft und sofort einen Spruch kassiert. So was kennen, denk ich mal,
alle! Weshalb man sich super, identifizieren kann und so eine noch tiefere
Bindung zu den Geschehnissen bekommt! Hervorragend!!!
Den Charakter und dass er nach wie vor ihr Vorgesetzter ist,
machst du durch das herausscheuchen sehr schön deutlich. Er hat halt seine zwei
Seiten, welche du beide sehr schön rüberbringst.
Als Kiara dann Jenni in den Arm nahm, war ich richtig
gerührt. Man merkt Kiaras Angst und die Erschüttertheit über diesen Traum. Auch
wie du Jennis Wandel darstellst, ist perfekt. Abends ist sie noch auf Lust auf,
aber dann merkt man, dass sie wahre Sorgen um Kiara hat. Mit solchen Stellen
triffst du immer mein Herz. Also mach weiter so!!! Auch als Jenni, Kiara dann
beruhigt und ihr sagt, dass sie ihr alles sagen könne, merkte man die Liebe und
die Vertrautheit der beiden. Fantastisch!!!
Dass das Brot von Miguel selbst gebacken ist, zwar ein, für
die Story unwichtiges Detail (oder hat er etwa Getreide benutzt, welches
Turianer nicht vertragen?) aber ein sehr schönes Detail, welches die Atmosphäre
erweitert und schön ausschmückt. Die Info mit dem Frühstücken, dass sie sich
angewöhnt hatten viel zu frühstücken, fand ich schön platziert. Ich erinnere
mich noch an den Anfang ihrer Ausbildung. Sie verändern sich.
Nach dem Frühstück, gehe ich nun auf den Frühsport ein. Ein
interessanter Name, für das nackte Grauen! Das Fehlen des Parcours hast du
zumindest schön geübt. Auch das sich keine Werkzeuge bekamen, war eine schöne
Idee, um ihre Biotik noch weiter zu stärken. Aber natürlich wäre es ohne
Einschränkung zu einfach, weshalb mir vor allem die Information mit dem Frieren,
falls das Dach kaputt geht sehr schön. Es verleiht der Aufgabe noch etwas mehr
Würze
übernimmt das Kommando, teilt die Gruppe auf und präsentiert eine Strategie.
Sie wird eine super Anführerin. Ich habe nur vor dem Angst, was vielleicht noch
kommt. Ich nehme mal an, dass Jenni auch irgendwann eine Fehlentscheidung
trifft, dann ganz unten ist und von ihrem Team, Kiara vorneweg wieder
hochgezogen wird. Jennis taktisches Verständnis, präsentierst du auch noch
einmal in dem Vorschlag mit den Sturmangriffen auf die Barrieren. Sehr schön
gemacht. An dieser Stelle, fand ich auch Kiaras Sorge und Jennis Vertrauen
super. Eine sehr schöne Stelle. Vor allem als Jenni, Kiara sagt: „…ich vertraue
euch, Ich vertraue dir Kiara.“ Was könnte diese Stelle noch besser machen? Ich
weiß! Etwas zum Lachen! Gab es etwas zum Lachen? Ja!!! Gab es und ich habe mich
weggeschmissen! =D =D =D Dies Sache mit dem Geländer und wie Selak es ihnen
mitteilte. Megageil!!! Mal sehen ob es jemandem auffällt?
Die weitere Wortwahl war auch sehr interessant.
„…verhältnismäßig angenehme -5 Grad! Es ist etwas kälter, als in meinem
Breitengrad. Das muss ich zugeben *frier* Steigert aber meine persönliche
Abneigung gegen Schnee, Eis und Kälte. Darum steigert es wiederum die
Atmosphäre. Darum kann ich nur sagen: „Schön gemacht!“ Vor allem der Satz, mit
welchem du die Schneeverhältnisse beschreibst. Sehr schöner Satz! Sorgt für ein
Schmunzeln
Dass die Idylle von Eis und Schnee nicht lange hält, dachte
ich mir schon. Darum fand ich es auch gut, dass du sofort mit dem Beschuss
anfingst. Sie trainieren hart und unablässig. In diesem Zusammenhang, finde ich
es auch gut, dass du noch mal explizit die richtige Deckungswahl ansprichst.
Das Beispiel, an dem du dies verdeutlichst ist gut gewählt und eine schöne
Brücke zum Morgen, als die Lawine ausgelöst wurden. Erklärt warum. Joshuas
Gefühle für Tanja, kommen auch noch einmal schön rüber. Man sieht, dass das
Herz manchmal stärker als der Verstand ist. Mal sehen ob es einem noch zum
Verhängnis wird. Vor allem fand ich die aber den Zusammenhalt in der Gruppe
super. Sie brauchen keinen Sündenbock. Sie sind ein Team. Das merkt man! Oh ja
das merkt man sehr gut!
Die Besonderheit des Projektes, bringst du durch das kleine
Gespräch mit der Ausbilderin gut zur Geltung. Hierbei fand ich auch die
Abschweifung zu den Vorurteilen gegenüber anderen sehr gut. Man kennt es ja.
Leider! Als der andere Ausbilder dann los joggt und der Rest ihm folgt, nur um
nachher total fertig, die Worte zu hören: „Das war doch ganz gemütlich!“.
Verdeutlicht eine Sache super. Sie sind noch lange nicht in Bestform. Aber die
kriegen sie ja noch
Die kleine Erkundung des Hauses war auch sehr schön, mal
sehen ob du noch jemand in die Arrestzelle kommt. Die Sache mit dem
Aufenthaltsraum war aber richtig genial. Da freuen die sich aber =D Aber ich
denke Alex würde sich noch viel mehr freuen, wenn Jenni, ihren Gedanken mit dem
Billardtisch umsetzten würde. *grins*
Das kurze Gespräch zwischen Jenni und Kiara, fand ich
natürlich auch wieder hervorragend. Vor allem als Kiara sagte: „Dann bin ich
mir nicht sicher, ob ich dich in meiner Nähe haben will.“ Ich weiß auch warum.
Sie kann sich selbst kaum noch zurück halten =D Es wird Zeit für traute
Zweisamkeit =D
Aber wirklich überragend fand ich die letzten zwei Sätze,
zwischen Kiara und Jenni. Ein megageiler Abschlusssatz. Meinen Respekt und
meinen Glückwunsch!
Meine Erwartungen / Hoffnungen, sind wie immer:
Viel Jenni und Kiara
Viel Romantik
Viel Drama
Das gleiche Niveau wie bisher, aber davon gehe ich aus
Das wäre dann auch mein KURZES Feedback. Ich hoffe du
verstehst, dass ich von nun an nicht jedes Mal bis zur 5. DinA 4 Seite
schreibe. Es ist doch etwas anstrengend. =D
Zum Abschluss kann ich nur sagen, dass es ein wunderbares
Kapitel ist. Mach weiter so!
Und danke, dass du es schreibst und veröffentlichst.
Schöne Grüße Kieferbruch
Modifié par Kieferbruch, 12 décembre 2012 - 08:30 .
#365
Posté 16 décembre 2012 - 07:43
Ich hab in diesem Kapitel leider nicht ganz alles geschaft was ich hät schaffen wollen. Ich hoffe es liest sich trotzdem gut^^
Kapitel 17
Jenni lag an Kiara gelehnt auf dem Sofa und
genoss die wohlige Wärme, die ihr das Fell und ihre Freundin spendeten. Sie
hatte sich dicht an ihre Liebste gekuschelt, Kiara hielt Jenni fest. Die junge
Asari lag mit dem Rücken an der Rückenlehne des Sofas während Jenni leicht
schief an Kiaras Brust lehnte und ihren Kopf auf deren Schulter gelegt Kiaras
Hände streichelte. Sanft rieb Jenni ihre Wange an Jennis Stirn. Diese sah
lächelnd zu Kiara hinauf und streckte sich ihr entgegen, als diese sie auf die
Stirn küsste. Jenni bewegte sich, sehr darauf bedacht Kiara nicht weh zu tun,
vorsichtig etwas nach oben. Als sich ihre Lippen zärtlich berührten, legte
Jenni Kiaras Arme eng um sich. Sie genossen die ersten gemeinsamen Minuten seit
mehreren Tagen in vollen Zügen. Nach einem langen sinnlichen Kuss entspannte
sich Jenni wieder. Sie versuchte krampfhaft das heftige Kribbeln in ihrem
Körper zu ignorieren, Kiaras Berührungen, die Wärme ihres Körpers und der Kuss
bei dem sich ihre Zungen gegenseitig liebkost hatten, hatte Jenni stärker
erregt, als sie sich anmerken lassen wollte. Vorsichtig ließ sie sie ihre Hand
über Kiaras Bein wandern, trotz Kiaras Hose schien sie Jennis Absichten hinter
deren Berührungen zu spüren. Erst ließ sie ihre Freundin gewähren, bevor sie
ihrerseits begann ihre Hände über Jennis Körper wandern zu lassen. Mit
Genugtuung stellte sie fest, dass sich Jenni bei jeder Berührung ihrer
Fingerkuppen anspannte. Kiaras Finger schienen eine heiße Spur auf Jennis Haut
zu hinterlassen. Als Kiaras Hände über ihr Becken langsam ihren Bauch hoch
wanderten, musste Jenni sie stoppen. Sie legte ihre Hände auf die von Kiara und
stoppte ihre Bewegung. „Wir müssen hier aufhören, ich habe Angst sonst die
Beherrschung zu verlieren“ flüsterte Jenni mit gequälter Stimme, nichts hätte
sie in dem Moment lieber geschehen lassen. „Du hast doch angefangen?“
antwortete Kiara leise. Jenni sah sie mit verzweifeltem Blick an „Ich weiß,
weil ich nicht mehr bis zum Wochenende warten will, aber…. Ich weiß selber
nicht genau was ich eigentlich will.“ „Nimm mich hier und jetzt“ kam ein leises
flüstern. „Joshua!“ schrien beide blitzschnell. „Ha Leute, ich sagte doch ich
würd´s bringen .Wollt ihr Poker spielen?“ „Nein, danke!“ „Schade, hättet ihr
mitgemacht, hätten wir es vielleicht zu Strip-Poker umfunktionieren
können...nicht?“ Joshua erntete nur 2 ernste Blicke und ging mit
gespielter Enttäuschung zum Pokertisch
zurück. „So wuschig hab ich dich ja noch gar nie erlebt, was ist denn los?“
Kiaras Stimme klang neckisch und sie kitzelte Jenni an der Seite. Diese wand
sich aus dem Griff ihrer Liebsten und kniete sich vor Kiara, beugte sich über
sie und gab ihr einen kurzen Kuss auf den Hals. „Scheuch die Anderen aus dem
Raum, schließ die Tür ab und zieh die Vorhänge zu und überprüf dann, ob sich Joshua irgendwo versteckt hat, dann
zeig ich es dir“ flüsterte Jenni Kiara zu, bevor sie aufstand. „Warte….“ „Ich
muss nur schnell zur Toilette“ unterbrach Jenni sie, auf dem Weg zur Tür
passierte sie Alex, Joshua, Mark, Tanja, Arsilia, Selak und Raxon, die am
Pokern waren. „Willst du nachher noch ne Runde mitmachen? Ist auch kein
Strip-Poker, wie es Joshua gerne hätte“ Als Jenni verstand, dass sie
angesprochen war, drehte sie sich um, Raxon, ein junger Turianer sah sie
fragend an. „Ich glaub schon“ antwortete Jenni knapp und verließ dann den Raum.
Jetzt musste sie erstmal zur Toilette, sich kurz hinsetzten und eine Minute
abkühlen.
„Schneller, Schneller!“ Jenni keuchte heftig „Ich kann nicht noch schneller!“
Ihr Schweiß brannte in ihren Augen. „Das ist keine Ausrede, wenn ihr zu langsam
seid verreckt ihr auf dem Feld!“ Alena rannte neben Jenni den Hang hinauf, sie
hatte die gesamte Gruppe innerhalb weniger hundert Meter überholt. Jenni biss
die Zähne zusammen und stieß sich noch härter von dem weichen Untergrund ab.
Alena war die letzten drei Anstürme lang nur oben auf dem Berg gestanden und
hatte ihnen zugesehen und sie angetrieben schneller zu machen. „Alle runter,
sofort!“ rief Alena laut durch den Funk. Sofort hechteten alle mit dem Bauch
nach unten in den kniehohen Pulverschnee. Sofort verschoben sie sich einen
halben Meter robbend zur Seite. Der Schnee der auf sie drauf fiel verdeckte sie
Komplett und ließ ihre weißen Panzerungen perfekt mit der Umgebung
verschmelzen. „Keinen Mucks!“ zischte Alena ihre Gruppe über Funk an. Sie
selbst hatte sich auch unter dem Schnee versteckt. Sofort herrschte Stille in
ihrem Sargähnlichen weißen Gefängnis verharrend, konnte Jenni nur ihren eigenen
Atem hören. Rasch jedoch kamen schnelle Schritte auf sie zu, ihre ganze Gruppe
hatte sich kaum 30 Zentimeter vom Kamm des Hügels entfernt zu Boden geworfen.
Jeden Moment würde die gegnerische Gruppe ebenfalls den Gipfel erstürmen und
versuchen sie zu finden, doch dazu würde es nicht kommen. Ganz vorsichtig legte
Jenni ihre Arme neben ihren Körper und spannte sich an, gleich müssten sie
aufspringen, um die nahenden Feinde zu überrumpeln und auszuschalten. Die
nahenden Schritte wurden lauter, gleich wäre es soweit. Ein weiterer qualvoller
Moment der Stille kroch über sie hinweg. Plötzlich spürte Jenni eine Bewegung,
jemand trat kaum einen Meter vor ihr auf. Sofort stieß sie sich mit aller Kraft
vom Boden ab und rief dabei via Funk laut „Jetzt!“ Noch bevor sie sich auch nur
aus dem Schnee hätte erheben können trat der auf sie zu rennende Feind nur
wenige Millimeter neben ihrer Schulter auf, sein Stiefel blieb bei seinem
nächsten Schritt an Jennis Schulter hängen. Als sein Bein seinem Oberkörper
plötzlich nicht mehr folgte, flog der Gegner in hohem Bogen hechtsprungartig
nach vorne und landete unsanft auf dem Abhang, den Jenni und ihre Gruppe
erstürmt hatten. Durch den heftigen Ruck an ihrer Schulter wurde Jenni
hochgerissen und stand einen Moment, nachdem sie das Kommando zum Angriff
gegeben hatte, bereits aufrecht da. Sehr zu erstaunen der Soldatin, die zwei
Meter von ihr entfernt war und in vollem Lauf auf sie zukam. Kleine
Schneeklümpchen, die auf Jennis Rüstung gelegen hatten, flogen durch die Luft.
Die Zeit schien langsamer zu vergehen, Jenni war nicht in der Lage rechtzeitig
zu verarbeiten was gerade geschehen war. Vor einer Sekunde hatte sie noch im
Schnee gelegen, dann war sie plötzlich durch einen Ruck hochgerissen worden,
das erste was ihr dabei aufgefallen war, war der blaue Himmel. Da ihr die Zeit
zum ausdenken einer angemessenen Reaktion nicht mehr reichte, folgte Jenni
einfach ihren Reflexen. Ein Feind lief auf sie zu, Zeit zum schießen blieb
nicht mehr also musste sie anders handeln. Mit einem schnellen Schritt nach
vorne warf sich Jenni gegen die Soldatin, die nun direkt vor ihr war. Ihre
Schulter traf die junge Frau auf die Brust und riss sie von den Beinen. Die
Soldatin war in vollem Lauf gewesen, als Jennis Armschelle sie traf, sie wurde
von den Füßen gerissen und landete einen Meter weiter hinten auf dem Rücken.
Jetzt war alles um sie herum ausgeblendet, Jennis Welt bestand jetzt nur noch
aus ihr und den Feinden um sie herum. Sofort riss sie ihre M8-Avenger hoch und
feuerte. Ein Ziel nach dem anderen auszuschalten würde viel zu lange dauern,
deshalb erfasste sie einfach die erste Gruppe und schwenkte den Lauf feuernd
über sie. Der Hagel aus Kugel prasselte auf die drei laufenden unglücksseeligen
Soldaten, zwanzig Meter neben Jenni, nieder. Die meisten Projektile verfehlten
die Gegner und ließen den Schnee um sie herum in die Höhe schießen. Nun waren
auch die Anderen aufgestanden und eröffneten das Feuer. Sofort wurden die
heranstürmenden Gegner mit Feuersalven eingedeckt und schnell komplett ausgelöscht.
Die Magazinanzeige ihres Gewehres stand gerade noch bei 5 Schuss, als der
letzte Soldat der Gruppe gefallen zu Boden ging. „Das reicht noch für einen“
rief Jennis Verstand. Sie scannte hastig das Feld um sie herum, die meisten
Gegner waren bereits ausgeschaltet. Eine Bewegung in ihrem Augenwinkel ließ sie
herumfahren, jemand des gegnerischen Teams war beim Ansturm wahrscheinlich
hingefallen und richtete sich jetzt wieder auf. Der Adrenalinrausch ließ
langsam nach, erst jetzt realisierte Jenni was gerade alles passiert war. Sie
musste gut zielen, um mit den wenigen Schüssen, die ihr blieben, auch zu
treffen. Sie konnte ihre Kontrahentin, die Panzerungsform verrit ihr, dass ihr
Gegenüber auch eine Frau war, gerade noch erfassen, bevor diese ebenfalls das Gewehr
hochriss, um auf Jenni zu feuern. Die kurze Salve löste sich krachend aus
Jennis Gewehr und bahnte sich in Sekundenbruchteilen ihren Weg. Mit einem
kurzen Aufschreien fiel Jenni zu Boden, sie war nicht die Einzige die
geschossen hatte. Die Soldatin welche durch ihre Armschelle umgehauen worden
war, hatte sich wieder aufgerichtet und ihr von hinten eine Salve verpasst.
Jenni war von zwei Kugeln getroffen worden, eine in den Oberschenkel und eine
an den Hintern. „Aah! ****!“ sie ließ sich zu Boden fallen, wie die Regeln es
besagen. Nur Sekunden später war auch ein Schrei von der Soldatin hinter Jenni
zu hören. Nicht ein Schmerzensschrei wie bei Jenni, eher ein Ausruf des
Entsetzens und des Schreckens. Jenni drehte sich um, obwohl sie wusste, dass
dies gegen die Regeln war. Alena, ihre Ausbilderin stand hinter der Soldatin,
es war Ivana, wie Jenni jetzt erkannte. In der einen Hand hielt Alena ihr
Kampfmesser, mit der Klinge nach unten, die Rückseite der Schneide an Ivanas
Kehle, die andere Hand, in der sie ihre Avenger hielt, war auf den letzten zu
Boden gegangenen Feind gerichtet. „Wäre das hier ein Ernstfall, würdest du
jetzt am Boden liegend nach Luft ringen und an deinem eigenen Blut ersticken.
Oder in Gefangenschaft des Feindes gefoltert, getötet oder wochenlang
vergewaltigt werden, beides ziemlich scheiße!“ flüsterte Alena die nun ihre
Waffe gesenkt hatte und ihren Kopf neben Ivanas hielt. Diese traute sich kaum
mehr zu atmen, da sie nicht wusste, dass die rasiermesserscharfe Schneide gar
nicht mehr an ihrer Kehle ruhte. Erst als Alena das Messer wegpackte,
entspannte sich Ivana wieder einigermaßen, sie fasste sich an den Hals, als ob
sie befürchten würde, dass nicht mehr alles dran wäre. „Hei Dominic, wir haben
euch ganz schön in den Arsch getreten, volle Abschusszahl und sogar eine
lebende Gefangene bei nur vier Eigenverlusten, und Jenni hätt vielleicht sogar
überlebt.“ Dominic antwortete mit einem selbstgefälligen Nicken „Dann steht es
jetzt zwei zu zwei.“ „Ich hätte vielleicht überlebt? Das klingt aber nicht
gerade beruhigend!“ Alena drehte sich Jenni zu, die sich gerade aufrappelte und
sich dabei den Hintern hielt. „Den Treffer hast du dir selber zuzuschreiben,
hättest du sie gleich ganz kalt gemacht, wär das nicht passiert.“ Ivana hatte
gerade ihren Helm abgenommen, als sie das Hörte, sie starrte Alena entsetzt an.
„Gleich kalt machen?“ hauchte sie schockiert. „Natürlich nur hier in der Übung,
natürlich wäre das mit einem Omniblade gleich in derselben Bewegung gegangen,
aber wir wollen ja alle lebend nachhause….“ Nach einem erstaunten Blick zu
ihrer Ausbilderin und zu der immer noch etwas blassen Ivana, fuhr Jenni
ruckartig herum als sie jemand an der Schulter packte. „Du bist aber nicht
gerade nett zu einer Freundin“ meinte Kiara. Sie hielt sich dabei die Seite,
ein kleiner roter Spritzer Farbe war an ihrer Rüstung zu sehen. „Wieso?“ Jenni
hatte nicht gesehen woher Kiara gekommen war oder wo sie während der Übung
gewesen war. „Na du hast gerade auch mich beschossen, du hast mich dreimal
getroffen….“ Sie zeigte auf drei Farbflecken an ihrer Rüstung. Jenni legte
ihren Arm auf Kiaras Schulter und sah diese mit einem verlegenen lächeln an.
„Du weißt, dass ich dir privat oder im Einsatz niemals wehtun würde, aber hier
bei den Übungen bist du ein Feind und Feinde werden erledigt….“ Sie sah sich
vorsichtig um, ihnen schien gerade keine Aufmerksamkeit zu gelten. „Tut es sehr
weh?“ Jenni sah Kiara fragend an und streichelte dabei ihre Hand. „Erst auf
mich schießen und dann unschuldig heucheln, die mögen wir doch alle am
liebsten.“ „Ach komm schon, du hast ja auch auf mich geschossen“ erwiderte
Jenni. „Ich weiß, ich mache dir auch keine Vorwürfe“ meinte Kiara „Ich wollte
dich nur ein bisschen necken.“
„Jemand nof ein Stüf Apfel?“ Deni war kaum zu verstehen, er hatte gerade von
einem Apfel abgebissen und redete nun mit vollem Mund. „Ich würd noch gern was
davon haben“ antwortete Tamara, sie saß ein paar Meter neben Deni. Er deutete
zuerst an und warf ihr den Apfel dann zu. „Danke“ antwortete sie und biss
ebenfalls hinein. Jenni saß ein paar Meter weiter links neben Kiara, Shalera
und Ivana waren ebenfalls da. Sie genossen den warmen Sonnenschein. „Darf ich
was fragen?“ „Klar....ähm…“ Alena sah die junge Asari fragend an. „Shalera“
antwortete diese lächelnd „Was ist dieses Ominblade genau? Ich nehme an das ist
ein Waffenaufsatz für ein Universalwerkzeug, oder?“ Alena aktivierte ihr
Universalwerkzeug. „Das Omniblade ist ein für militärische Zwecke entwickeltes
Extra. Als Zivilist ist diese Funktion nicht verfügbar, und die nötige Software
nicht erhältlich. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um eine
Klinge.“ Mit einer Handbewegung aktivierte sie ihr UW, Sekundenbruchteile
später schnellte eine orange leuchtende Klinge heraus. „Verflucht, was ist denn
das?“ platzte es aus Ivana heraus. „Das ist ein Omniblade, diese Klinge besteht
aus Kohlenstoffatomen, die durch ein Magnetfeld in Form gehalten werden, die
Klinge ist einige tausend Grad heiß. Durch die Hitze und die dünne Form der
Klinge durchdringt sie leichte Panzerung nahezu mühelos, nur an Schilden und
Barrieren tut sie sich etwas schwer.“ „Verformt sich diese Klinge den nicht
wenn sie nur so dünn ist?“ fragte Jenni neugierig. „Sie ist fast so hart wie
Diamant, verformen kann sie sich nicht, und zerbrechen in dem Sinne auch nicht,
durch das Magnetfeld würde sie auch in zerbrochenem Zustand noch in Form
bleiben. Zudem zerfällt sie sowieso wieder, wenn sie deaktiviert wird. Da eine
solche Anwendung extrem viel Energie benötigt, werden diese Klingen nur
unmittelbar beim Schlag verwendet, alles andere würde nur das UW zu schnell
entladen.“ „Wieso verwenden sie dann trotzdem noch ein normales Messer, wenn
sie doch dieses haben? Ich meine nur, das hier wiegt nichts extra und ist
wesentlich effektiver als das“ Shalera zeigte auf das große Kampfmesser an
Alenas Schulterpanzerplatte. „Ich fühle mich irgendwie nackt, wenn ich keine
handfeste Waffe bei mir habe. Außerdem kann ein Universalwerkzeug gehackt oder
gestört werden, eine Stahlklinge kann höchstens brechen, und dafür braucht es
viel….. und das hier geht mit einem Omniblade auch nicht.“ Alena holte ein
angeschnittenes Stück Brot aus ihrem Rucksack und schnitt sich eine Ecke davon
ab. Als sie zu grinsen begann, musste auch Jenni lächeln „Manche Dinge lassen
sich auch durch neue Technik nicht ersetzen.“ „Das Essen kommt, macht euch
bereit.“ Das Essen wurde ihnen per Shuttle zum Trainingsplatz gebracht, sie
waren auf einen etwas weiter entfernten Gipfel gestiegen. Sie hatten alle den
ganzen weg hochwandern müssen, es hatte fast zwei Stunden gedauert und war
unglaublich anstrengend gewesen. Der Schnee war selten weniger als Kniehoch
gewesen und sie hatten den ganzen Weg in voller Kampfmontur machen müssen.
Dominic hatte sie den ganzen Weg immer wieder angetrieben schneller zu gehen,
er hatte sie alle an ihre Grenzen gebracht. Nun war ein Shuttle gerade im
Landeanflug zu ihnen, das Mittagessen wurde bereits ungeduldig erwartet, die
Soldaten hatten durch das lange und harte Training alle tierischen Hunger.
„Endlich, ich hab mir schon überlegt Deni zu fressen!“ rief Joshua, als sich
die Shuttletür öffnete. „Es wär gesünder das nicht zu probieren“ antwortete
Deni. Miguel trat mit einer großen Box aus dem Shuttle und stellte diese in den
Schnee. Als er den Deckel öffnete stieg eine grosse Dampfwolke heraus und der
Geruch von Hackfleisch und Blätterteig stieg ihnen in die Nase.
„Ich hoffe es schmeckt, esst ihn rasch, solange er noch einigermaßen warm ist“
riet er ihnen. Anschliessend stellte er noch eine zweite Box daneben. „Die hier
ist für die Turianer, überlegt euch gut ob ihr ein Stück aus der falschen Box
nehmen wollt, Durchfall ist das letzte was ihr hier oben haben wollt, oder hat
jemand von euch Klopapier dabei?“ Die Gesichter der Anwesenden waren von der
unangenehmen Vorstellung in diese Situation zu geraten gezeichnet.
Nach kurzem hatten alle ein grosses Stück Hackfleischkuchen entgegengenommen
und saßen kauend und essend im Schnee. „Mh, das ist gut, was ist das denn für
Fleisch?“ „Ähm, bist du sicher, dass du das wissen willst? Ich meine, hast du
hier oben schon mal ne Kuh oder ein Schwein gesehen? Aber wir hatten noch einen
Gefangenen, den wir nicht mehr brauchten….“ Antwortete Miguel auf Jennis Frage.
Jenni hob nachdenklich eine Augenbraue und schaute ihn fragend an. „Was denkst
du wieso die Arrestzelle immer so sauber und leer ist?“ Tanja hatte ihre
Unterhaltung gehört und hustete nun. Sie schaute erst angewiedert ihren Kuchen
an, dann wanderte ihr Blick zu Miguel. „Hei, das war nur ein Witz, wir fressen
hier doch keine Gefangenen, da würden die Turianer ja Bauchschmerzen bekommen,
wir haben hier bestes Rattenfleisch verwendet, darum ist die Unterkunft jetzt
Rattenfrei….“ Er konnte sich ein lautes Lachen nicht verkneifen. „Tanja sah ihn
immer noch angewidert an „Das ist nicht lustig, du bist sowas von ekelhaft!“
Miguel trat lauthals lachend aus dem Shuttle, und begann die Boxen wieder
einzuladen. „Keine Panik, das ist normales Hackfleisch, Huhn, Schwein und
Rind.“ Miguel versuchte Tanja zu beruhigen, sie musste noch essen können,
ansonsten würde sie den restlichen Tag nicht sehr gut überstehen. „Danke, jetzt
fühle ich mich echt besser!“ antwortete Tanja mit sarkastischem Unterton. Jenni
musste ebenfalls grinsen, als sie sah wie Marcels Mundwinkel nach oben
wanderten. „Was war denn so lustig?“ Die Frage war an Jenni gerichtete, als sie
zurück zu Kiara, Shalera und Ivana trat. „Ach nur Tanja, die sich mit Marcel
unterhalten hatte, wie viele Beine unser Hackfleisch hatte, bevor es durch den
Wolf gedreht worden ist“ antwortete Jenni grinsend. „Interssantes Thema, und
was kam dabei raus?“ „So was zwischen zwei und fünf.“ Ivana warf ihr einen
seltsamen Blick zu und schaute ihren Kuchen dann fragend an.
„Was macht Joshua denn da oben?“ Deni sah Alex und selak fragend an. „Keine Ahnung,
frag ihn doch.“ Der Turianer grinste ihn an „Ich kann mir so vorstellen was das
werden soll. Falls ich richtig liege, sollten wir vielleicht noch ein Stückchen
zur Seite rutschen.“ Er deutete auf die Fußspuren von Joshua, der etwas mehr
als fünfzig Meter hangaufwärts über ihnen hin und her ging. „Was zur Hölle
meinst du damit?“ „Oh ****, ich glaub jetzt hab ichs auch geschnallt, wir
müssen uns unauffällig seitlich verschieben, ansonsten triffts uns wohlmöglich
auch.“ Deni sah nun auch Alex fragend an, er hatte immer noch nicht verstanden
worauf die Beiden herauswollten. „Schau dir seine Fusspuren an, er geht immer
wieder am selben Ort hin und her, was denkst du denn was er damit bewirken
will? Wenn der so einen Riss im Schnee erzeugen kann, dann Rutscht hier gleich
der ganze Schnee runter.“ „Er will eine Lawine auslösen?“ fragte Deni
ungläubig. „Genau, und wer wird davon wohl getroffen.“ Plötzlich begann Deni zu
grinsen, sein Blick war der voraussichtlichen Richtung die der Schnee nehmen
würde gefolgt und genau bei Jenni Ivana Shalera und Kiara gelandet. „Ob wir
Joshua helfen sollten?“ fragte Selak grinsend. „Ne, wir können ihm dann helfen,
wenn die vier ihn umbringen wollen“ antwortete Alex. Jenni war gerade dabei mit
Kiara zu reden, als plötzlich ein leises Knacken, gefolgt von einem leisen
grollen zu hören war. Die vier jungen Frauen sprangen sofort auf, die
Erinnerung an die Lawine beim Aufstieg war noch sehr frisch. „Scheiße!“ der
ganze Hang schien ihnen entgegen zu kommen. Ohne das auch nur Eine von ihnen
ein Wort gesagt hatte, bauten sie alle eine schützende Barriere vor sich auf.
Mit einen mächtigen Schlag krachte der Schnee gegen sie und ließ sie in einer
weißen Wolke verschwinden. Genauso schnell wie die Lawine gekommen war, kam sie
auch wieder zum Stillstand, das ganze Spektakel hatte nur einige Sekunden
gedauert. „Verflucht, ist irgendjemand verletzt?!“ Erst herrschte einen Moment
Stille, gerade als Alena erneut rufen wollte und in die Richtung der
vermeidlich Verschütteten losrennen wollte, konnte sie Ivana rufen hören. „Noch
nicht, aber wenn ich diese Ratte erwische, brauchen wir einen Leichensack!“ Als
sich der aufgewirbelte Schnee legte, kamen die vier wieder zum Vorschein, sie
hatten eine Schützende Barriere vor sich aufgebaut, um nicht von dem Schnee
mitgerissen und verschüttet zu werden. Der Schnee lag fast einen Meter hoch in
einem kleinen Radius um sie herum. Etwas verwirrt darüber was gerade geschehen
war, schaute sich Jenni um. Kiara, Ivana und Shalera waren alle noch da, nun
wanderte Jennis Blick den Hügel hinauf. Dort saß Joshua im Schnee und hielt
sich den Bauch vor Lachen. Er wäre beinahe von dem Schneebrett mitgerissen
worden und hingefallen. „Du bist Tot!“ rief sie ihm zu. Ärgerlich rappelte sich
Jenni auf und half ihrer Freundin ebenfalls auf. „Spart euch eure Kräfte, ich
weiß wie wir ihm das heimzahlen, ohne ihm dafür nachrennen zu müssen.“ Ich will
dem Typen aber lieber in den Arsch treten!“ „Lass es, du wirst heute noch genug
zu tun haben, glaub mir.“ Sie hielt Ivana am Arm fest, als diese in Joshuas
Richtung loslaufen wollte. Ihre Ausbilderin trat zu ihnen und schaute sie
besorgt an „Alles in Ordnung?“ „Ja, alles noch heil.“ „Außer meinem Essen, das
ist jetzt weg!“ fluchte Kiara. Jenni drehte sich zu ihr um, sie musste sich ein
Grinsen verkneifen. „Du warst ja schon fast fertig mit essen, und zudem bleibst
du so zumindest schön schlank.“ Kiara sah sie schockiert mit offenem Mund an.
Als Jenni sich wieder von ihr weg drehte, um aus dem hohen Schnee, der um sie
herum lag zu steigen, traf sie etwas am Rücken. Sie hielt erschrocken inne,
einen Augenblick später spürte sie die Kälte die ihr den Rücken hinabkroch.
„Ah“ entfuhr es ihr erschrocken, ein kleines Stücken Schnee war ihr am Nacken
unter die Rüstung gerutscht. Als sie sich umdrehte, um zu sehen wer ihr den
Schneeball angeworfen hatte, wurde sie unmittelbar von einem zweiten am Bein
getroffen. „Oh“ stieß sie empört hervor, als sie sah, dass Kiara sie beworfen
hatte. „Willst du damit etwa sagen ich bin Fett?!“ rief ihr diese zu, ihre
Stimme klang zwar ernst, aber Jenni erkannte, dass sie es ironisch meinte. „Na
warte“ Jenni begann auf die junge Asari zuzugehen. Kiara warf noch einmal einen
Schneeball in die Richtung ihrer Freundin, verfehlte diese jedoch. Kiara drehte
sich um und begann wegzurennen als Jenni ihr eine Handvoll pulvrigen Schnee
entgegen warf. Sofort verfolgte Jenni sie, Kiara sah über ihre Schulter und
konnte sehen, dass Jenni sie aufholte. „Nein, lass das!“ rief sie, einen Moment
später drehte sie sich um damit sie sich Jenni stellen konnte. „Ah“ kreischte
sie sofort, Jenni stand bereits einen Meter vor ihr, als sie sich umdrehte.
Sofort packte Jenni Kiara an den Armen, die diese ihr entgegenstreckte, um sich
zu schützen. Sie stieß Kiara zurück, sodass diese nach hinten umfiel, fing sie
aber auf, bevor sie im Schnee landete. „Nein!“ kreischte die Asari in Erwartung
der bitteren Kälte, die sie jeden Moment umschliessen würde. „Doch“ antwortete
Jenni grinsend, sie legte Kiara ganz behutsam in den Schnee. Anschliessend gab
sie ihr einen Kuss auf die Stirn, bevor sie mit ihrer Hand den Schnee neben
Kiaras Kopf hochhob und ihr über den Kopf kippte. Sofort sprang die Asari laut
fluchend auf, sie schüttelte sich und wischte sich den Schnee vom Kopf. Jenni
hatte sich lachend umgedreht, um wieder zu den Anderen zurückzugehen, als sie
plötzlich zu Boden gerissen wurde. Kiara war von hinten auf sie zugelaufen,
hatte sie angesprungen und zu Boden gerissen. Jenni konnte gerade noch Kiaras
Arm packen um sie mit sich zu reißen. Die beiden hielten sich gegenseitig fest
und rollten dabei durch den tiefen Schnee den Hang hinunter. Als sie beide zum
stehen kamen, richtete sich Jenni etwas wackelig auf, ihr war schwindlig.
Obwohl sie nicht genau wusste wieso, musste sie doch lachen. Kiara richtete
sich auch auf und schüttelte sich erst einmal, sie waren beide von oben bis
unten voller Schnee. Jenni schüttelte sich ebenfalls, ihre Harre waren voller
Schneeklümpchen, die nun an ihr herunterhingen. „Was war das denn gerade?“
fragte Jenni noch immer lachend. „Eine ziemlich unüberlegte Aktion, bis zu dem
Moment wo ich dich angesprungen habe klang alles ganz toll, aber das weitere
habe ich nicht überdacht“ antwortete Kiara ebenfalls lachend. Jenni trat zu
ihrer Freundin und half ihr den Schnee von ihrer Rüstung zu klopfen. Es war
herrlich auch mal einfach Mensch sein zu dürfen, sich nicht ständig Gedanken
über die Ausbildung machen zu müssen und den Jugendlichen Übermut auszuleben.
Sie klopften sich gegenseitig ab, plötzlich standen sie direkt voreinander,
Jennis Körper begann wieder zu kribbeln. Sie hatte immer noch Schnee in den
Haaren und da diese sie am Nacken berührten, lief ihr langsam das eisige Wasser
unter die Rüstung. Doch ungeachtet dessen fühlte sich ihr Körper ganz heiss an
und ihr Herz schlug schneller. Ihr Blickkontakt hielt einige Sekunden, Kiara
bewegte sich langsam auf Jenni zu. Jenni sah zu der Gruppe rüber, alle Blicke
waren auf sie gerichtet, die meisten lachten noch auf Grund ihrer kleinen
Verfolgungsjagd. „Leute bitte, würdet ihr bitte woanders hinstarren?“ Sie
drehte sich wieder Kiara zu, die sie lächelnd ansah, Jenni musterte kurz ihr
Gesicht. Kiaras smaragdgrüne Augen waren auf die ihren fixiert, ihre vollen
Lippen formten ein charmantes Lächeln und ein kleiner Wassertropfen auf ihrer
blauen samtigen Haut glänzte in der Sonne. Jenni schloss ihre Augen, als sie
sich auf Kiara zubewegte und sich ihre Lippen trafen. Es ging förmlich ein
Stromstoß durch Jennis Körper. Als sie sich voneinander lösten, fiel Jenni mit
Schrecken wieder ein, dass ihre Ausbilder ja auch noch anwesend waren.
„Scheiße, ich bin total fertig, der Rückmarsch war ja wohl voll unfair!“
stöhnte Arsilia „Uns musst du das nicht sagen.“ antwortete Sarjka, die sich
müde auf ihr Bett fallen ließ. Sie hatten noch eine Weile lang trainiert und
anschließend mussten sie den ganzen Rückweg wieder zu Fuß machen. Die Ausbilder
hatten sie den ganzen Tag geschlaucht, sie waren alle Müde und verschwitzt.
„Ich geh unter die Dusche, kann mir schnell jemand helfen die Rüstung auszuziehen?“
Arsilia stand im Raum und versuchte gerade ihren Brustpanzer zu öffnen.
„Moment“ Mark, der neben ihr stand, trat zu ihr und öffnete den Verschluss der
Panzerung. „Danke“ antwortete die Asari und streifte ihre Rüstung Teil für Teil
ab. Jenni tat es ihr gleich, sie wollte so schnell wie nur irgendwie möglich
duschen gehen, damit sie einen Moment Zeit hatte ihren Eltern eine Nachricht zu
schicken. Das freie Wochenende rückte näher und sie wusste noch immer nicht was
sie an diesem Wochenende unternehmen würden. „Was denkst du, was wird jetzt
geschehen?“ Kiara stand neben Jenni, sie war gerade daran ihre neuen Kleider
aus dem Schrank zu holen, bevor sie sie duschen ging. „Ich weiß nicht, die
Ausbilder haben kein Wort mehr mit mir gesprochen, sie sind jetzt drüben beim
Colonel…. ****, das hätte nicht passieren sollen.“ fluchte Jenni leise. „Es war
meine Schuld, ich werde die Schuld auf mich nehmen, ich hätte mich besser im
Griff haben müssen, es tut mir leid.“ „Das war nicht deine Schuld, ich war mindestens
genauso Schuld daran wie du. Wir können es jetzt nicht mehr ändern, also machen
wir das Beste draus“ Jennis versucht so gleichgültig wie möglich zu klingen.
„Ich weiß, dass dir dieses Projekt hier sehr viel bedeutet und ich will nicht,
dass du meinetwegen das alles verlierst.“ „Das Projekt bedeutet mir nicht so
viel, wie du mir bedeutest.“ Jenni griff nach Kiaras Hand und schaute ihr in
die Augen. Sie gab ihr einen kurzen Kuss auf die Wange, schnappte sich ihre
Sachen und machte sich auf den Weg zur Dusche.
„Hei Reeston, gibt’s was neues?“ „Ja, das Oberkomando geht mir mal wieder mit
ihrem gefrage über den Trainingsfortschritt auf die Eier, die Berichte vom
Stützpunkt sind noch nicht hier und ich hab mir vorhin den Kaffee gesalzen,
weil Miguel anstatt des Zuckers das Salz auf dem Tisch hat stehen lassen.“
Dominic hätte fast den Kaffee von dem er gerade einen Schluck getrunken hatte
wieder ausgespuckt. Hustend klopfte Dominic sich auf die Brust „Gibt’s denn
noch mehr gute Neuigkeiten?“ Reeston winkte ihn zu sich. „Hei, was gibt’s
denn?“ „Oh, verdammt, Alena schau dir das mal an.“ Neugierig trat die
Ausbilderin an den Tisch heran, und beugte sich ebenfalls über das Datenpad das
auf dem Tisch lag. „Das Training wird morgen aber echt super.“ meinte Reeston
grinsend. „Hei, wenn du nicht aufhörst zu grinsen, darfst du gleich mitkommen
und beim Training helfen!“ sagte Alena nachdenklich. Dominic stieß dem Colonel
in die Seite „ Zoom hier mal näher rein.“ Der Colonel tat wozu er aufgefordert
wurde. „Verdammt, das sieht aber sau heftig aus!“ Alena griff nach dem Panel
und tippte kurz einige Dinge ein. „Das wird nichts, seht euch mal die Werte an,
sowas hab ich noch nie gesehen, ich schlage vor, das wir eine Verlegung
vornehmen.“
Der Raum war erfüllt von eifrigen Gesprächen, alle sprachen und riefen kreuz
und quer durcheinander. Jenni war gerade in den Schlafraum gegangen, um
einigermaßen telefonieren zu können. Sie hatte mit ihren Eltern geklärt, was am
Wochenende jetzt laufen würde. Rund um den Tisch saßen einige der Soldaten und
spielten Karten, Andere saßen auf dem Sofa und redeten miteinander, lasen oder
entspannten sich einfach nur. Jenni ging durch den Raum, sie suchte Kiara.
Diese war bis vor ihrem Telefonanruf noch auf dem Sessel vor dem Kamin und hatte dort etwas auf ihrem UW gelesen.
„Weißt du wo Kiara ist?“ „Die ist auf der Toilette, sie kommt bestimmt gleich
wieder.“ Jenni nickte, sie wollte ihrer Freundin noch erzählen, was sie gerade
erfahren hatte. „Hei Jenni, hast du Lust ne Runde mitzuspielen?“ Selak, Mark
und Alex sassen auf dem Sofa, sie hatten ein großes Buch vor sich gelegt,
welches als Spielfläche diente. „Was spielt ihr denn?“ „Ach nichts Besonderes,
ne Runde “Hochzählen“, du weißt wie das geht oder?“ „Klar, kenn ich noch von
der Akademie, ein paar Runden sollten schon drin sein.“ Nachdem sie ein paar
Minuten gespielt hatten, trat Kiara zu ihnen. „Hei, wo warst du so lange?“
fragte Jenni lächelnd. „Ich bekam noch einen Anruf von einer Freundin, hat
etwas gedauert.“ Jenni legte zwei Karten auf den Stapel und schaute Kiara
interessiert an „Von der Akademie?“ „Nein, was Privates, noch von meiner
Heimatkolonie her“ „Mark sah erst Jenni dann Kiara an und bemerkte schliesslich
„Ouu, ist da jemand eifersüchtig?“ Jenni sah ihn ungläubig an „Nein“ erwiderte
sie empört „Ich habe nur höflich gefragt, vielleicht würde ich sie ja kennen.“
„Verflucht, schon wieder zwei Asse? Wie viele von denen hast du denn
eigentlich?“ die Frage kam von Alex und war an Selak gerichtet. „Vier im Blatt
und zwei in jedem Ärmel“ antwortete dieser grinsend. Nach ein paar weiteren
Runden lockerer Gespräche lehnte sich Jenni etwas vor und fragte leise „Hat
Joshua es euch eigentlich schon erzählt?“ Sofort erntete sie neugierige Blicke
„Was erzählt?“ harkte Alex nach. „Nicht?
Oh, dann soll es wohl noch niemand erfahren.“ Alle Anwesenden rückten näher zu
Jenni und sahen sie interessiert an. „Worum geht es?“ „Jetzt hab ich ihn, das
kommt halt davon“ dachte sie sich innerlich grinsend. „Wenn er es euch noch
nicht erzählt hat, dann darf ich es euch nicht sagen, aber fragt ihn doch
einfach selber…. Ich hör dann mal auf, ich will mich nachher hinlegen, Morgen
wird sicher wieder hart.“ Jenni stand auf und ging mit Kiara in Richtung
Ausgang. Draussen im Gang angekommen begegneten sie Joshua, der gerade
unterwegs zum Aufenthaltsraum war. „Hei Joshua…. Du, ich musste gerade an
deinen kleinen Scherz heute denken“ Er wich einen Schritt zurück ,als sie vor
ihn Trat und ihm auf die Schulter klopfen wollte. „Ja?“ seine Stimme klang
unsicher, er erwartete wohl gleich eine Standpauke zu hören. „Nur nicht so
ängstlich, ich schlage keine Gruppenmitglieder, jedenfalls nicht aus solchen
Gründen. Also, ich habe gerade darüber nachgedacht und dachte mir, das war ja
eigentlich ganz witzig. Da kam mir doch plötzlich auch eine witzige Idee…. Du
solltest dich mal drinnen mit den Jungs unterhalten, sie haben grad ein äußerst
interessantes Thema.“ Ohne weiteren Kommentar trat Jenni breit grinsend an ihm
vorbei und ging in den Schlafraum. Kiara folgte ihr etwas verwirrt, als sie
wieder zu ihr trat, fragte sie Jenni „Warum hast du ihm das gesagt?“ „Na, er
geht jetzt rein und wird sofort gelöchert, was er verheimliche. Er dreht sofort
durch, weil er denkt, dass alle von seiner Beziehung wissen und macht sich so
selbst zu Affen.“ Jenni stellte sich das ganze Bildlich vor und musste sich
beherrschen nicht zu lachen. „Ganz schön fies…. Gefällt mir“ antwortete Kiara,
sie setzte sich neben Jenni auf die Bettkante und legte ihren Kopf auf die
Schulter ihrer Freundin. „Ach ich habe übrigens eine Nachricht bekommen was am
Wochenende läuft, unsere Eltern haben was organisiert.“
Nach einer sich viel zu kurz anfühlenden Nacht wurde Jenni durch den Wecker
ihres Universalwerkzeuges geweckt. Ihre Augenlieder waren noch schwer und ihr
Körper leistete erbitterten Widerstand, als sie versuchte aufzustehen. Den
Anderen schien es genauso zu gehen, von vielen Soldaten vernahm sie nur ein
leises Grummeln. „Jemand soll dem Colonel sagen, dass ich keine Lust zum
aufstehen habe, ich komm dann in ner Stunde oder so rüber zum Essen“ stöhnte
Jenni leise. „Keine gute Idee“ antwortete Sarjka, die gerade neben Jenni dabei
war sich anzuziehen. Sarika war eine Frühaufsteherin, sie war meist eine der
Ersten, die morgens aufstand. Sie hatte sich bereits fertig angezogen, als
Jenni erst gerade ihre Hose angezogen hatte. Sarjka war gerade in den Gang
getreten, als Kiara von ihrem Bett herunterkletterte. Nach einem lauten Knall
war ein Rauschen von stürmischem Wind
und nur Sekundenbruchteile später das Fluchen einer Asari zu hören. „Was soll
denn die Scheiße, verdammt!“ Das Rauschen riss nach einigen Sekunden wieder ab.
Sarika trat wieder in den Raum, an ihren Kleidern waren überall Schneeflocken
zu sehen. „Schaut mal aus dem Fenster, draußen tobt ein verdammter Sturm!“
Sofort erwachten die Soldaten aus ihrem Halbschlaf und versuchten einen Blick
nach draußen zu erhaschen. „Die Fensterläden sind geschlossen…. hat einer von
euch die geschlossen?“ Niemand antwortete und es wurden verwunderte Blicke
ausgetauscht. Mit einem lauten Piepen begann Jennis UW zu blinken. Spontan nahm
sie den Anruf entgegen. „Parker, kommen sie zusammen mit der ganzen Gruppe
rüber zum Speisesaal, das Frühstück wird nicht besser, wenn wir es stehen
lassen.“ Da Jennis UW auf Lautsprecher gestellt war, hatten diejenigen, welche
in ihrer Nähe standen Reestons Stimme
auch vernommen. „Ja Sir, wir begeben uns umgehend zum Speisesaal“ antwortete
Jenni, sie hatte gelernt immer selbstsicher zu reden, wenn sie mit einem
Vorgesetzten sprach. Die Verbindung wurde unterbrochen und Stille kehrte in den
Raum ein. „Ok, wir müssen nach drüben, unser Frühstück wartet….“ „Schau dir
lieber erstmal an wie´s draußen aussieht“ warf Sarjka ein und winkte Jenni zur
Ausgangstür. „Was zur Hölle?“ entfuhr es der Gruppenführerin, als sie einen
Blick durch das kleine, in der Tür eingelassene, Fenster warf. „Zieht euch alle
warm an, draußen liegt fast ein Meter Schnee und es schneit Horrizontal, noch
schlimmer als beim Aufstieg“ rief sie in Richtung des Schlafraumes. Nach einem
weiteren prüfenden Blick ging sie ebenfalls zurück in den Schlafraum, um sich
wärmer anzuziehen. Nach wenigen Minuten, als alle bereit waren, trat sie wieder
zur Tür „Also, wie besprochen, sobald ich die Tür aufmache räumst du den Schnee
mit einer Schockwelle aus dem Weg und ihr rennt dann alle rüber, ich gehe als
letztes und schließe die Tür am Ende. Wartet nicht draußen, geht gleich
rein,wenn ihr drüben ankommt. Verstanden?“ Alle nickten „Gut, Achtung, fertig….
Los!“ Jenni drückte die Türklinke nach unten, und ließ sie dann los. Sofort
erfasste der Wind die Tür und schlug sie nach innen auf. Einen augenblich
später schoss Denis Schockwelle an Jenni vorbei und schleuderte den Schnee, der
bis an die Tür hingeweht worden war, nach vorne weg. „Los, los, los!“ Eilig
stürmten die Soldaten einer nach dem anderen nach draußen und verschwanden in
den eisigen weißen Schneewolken, die draußen über den Weg peitschten. Als die
letzte Soldatin das Gebäude verlassen hatte, trat auch Jenni nach draussen,
mühsam konnte sie die Tür schliessen und rannte anschließend sofort selber
rüber zum Speisesaal. Auf dem weg lag bereits wieder ein dünner Schneefilm, der
den Weg extrem rutschig machte. „Verflucht“ zischte sie, als sie beinahe
ausgerutscht wäre. Kiara wartete vor der Tür des Speisesaals auf Jenni. „Ich
glaube gesagt zu haben ihr sollt drinnen warten?“ „Ich wollte nur schauen,
dass dir nichts passiert“ antwortete
Kiara verlegen lächelnd. Jenni konnte ihr dafür nicht böse sein, sie machte
sich selbst auch oft Sorgen um Kiara. „Schon gut, aber du darfst während des
Einsatzes keine Befehle aus persönlichen Motiven verweigern.“ Die junge Asari
nickte und betrat den Raum, dicht gefolgt von Jenni. Ihre Kleider waren bereits
jetzt voll mit Schnee. „Ganz schön beschissenes Wetter, nicht wahr?“ fragte
Reeston, der vor ihnen stand. „In der Tat, so macht ein warmer Kaffee gleich
doppelt Freude“ erwiderte Kiara höflich. Grinsend ließ der Colonel sie
passieren. Der Raum wurde nur durch einige kleine tragbare Lampen beleuchtet und
auf den Tischen standen alte gasbeheizte Herdplatten, die den Kaffee in den
Krügen warm hielt. „Was ist denn los?“ fragte Jenni an Reeston gerichtet. „Die
Notstromgruppe reagiert nicht auf den Einschaltbefehl und bisher hatte noch
niemand Lust gehabt sie manuell einzuschalten, das müsste nämlich draußen
gemacht werden.“ Bei diesen Worten schaute er aus dem Fenster und verzog die
Mine. „Ach so“ antwortete Jenni grinsend und setzte sich an einen der Tische.
Das Frühstück bestand diesmal nur aus Brot, diversen Aufstrichen Käse und
Schinken, warmes Essen fiel aufgrund des mangelnden Stromes flach. „Na
wenigstens einen Vorteil hat der Stromausfall, ich muss nicht mehr nach draußen
gehen um zu rauchen“ meinte Miguel grinsend, als er mit einer weiteren Kanne
Kaffee aus der Küche trat. Die Soldaten mussten grinsen, als er direkt unter
den Rauchmelder trat und eine Rauchwolke dagegen pustete.
„Alle mal hinhören…. Also, wie ihr vielleicht gemerkt habt ist draußen gerade
nicht das perfekte Wetter zum Trainieren. Wir haben im Moment -17 Grad, Tendenz fallend und Windstärke
neun, das heißt so an die 80-100 km/h Wind. Solches Wetter eignet sich….“
„perfekt für einen Panorama Spaziergang“ unterbrach Dominic den Colonel.
„Was?!“ entfuhr es diesem synchron mit einigen der Soldaten. „Ja, das ist doch
das perfekte Wetter für einen lockeren Spaziergang, wenn ihr das überlebt, dann
seit ihr für jeden noch so abge****ten Planten bereit. Wenn du es erlaubst,
würd ich sie gerne durch die Schattenschlucht hoch zum Gipfel führen.“ „Was?
Bist du sicher? Ich will ja jetzt nicht pessimistisch klingen, aber das würd
ich als Selbstmord einstufen“ warf der Colonel ein. „Alena, was denkst du?“ Die
Ausbilderin hatte an die Wand gelehnt schweigend dagestanden und zugehört. „Ich
vertraue den Soldaten, sie sind Stark, aber hier zählt der Wille genauso viel,
wie die körperliche Stärke. Darum würde ich vorschlagen, dass wir ihnen die
Entscheidung überlassen.“ Ihre Stimme wirkte kühl und besonnen. „Schlussendlich
ist das hier eure Ausbildung und euer Leben, wenn ihr euch das nicht zutraut,
sollten wir euch auch nicht zwingen, denn einmal draußen gibt es keinen
Reset-Knopf mehr, dann müsst ihr durchhalten. Wenn ihr euch aber nie richtig
gefordert fühlt, dann werdet ihr auch nie an den Herausforderungen wachsen und
das ist dringend notwendig in eurem Fall.“ Nun herrschte Stille im Raum, nach
einigen erdrückenden Sekunden richtete Jenni sich langsam auf, sie fühlte sich
für die Gruppe verantwortlich. „Ihr wisst ja, dass wir alle als eine Einheit
zusammen arbeiten und deshalb zusammen halten müssen, ich möchte diesmal jedoch
nicht eine Mehrheitsentscheidung treffen, jeder soll für sich selbst
entscheiden, ob er oder sie das machen möchte. Ich will nicht, dass Andere dazu
genötig werden hier mitzumachen, diese Entscheidung ist etwas persönliches.
Weder ich, noch eure Kameraden werden aufgrund dieser Entscheidung über euch
urteilen“ Jenni sprach nun als Anführerin, aber auch als Freundin zu ihren
Kameraden. „Ich bin dabei“ sagte Jenni nach einer kurzen Pause zu Dominic.
Kiara stand gleich darauf ebenfalls auf „Ich auch.“ Nach nicht einmal einer
Minute standen alle der Soldaten. „Ich hoffe ihr habt euch das gut überlegt….
Also schlagt nochmal richtig zu, ihr werdet die Energie brauchen. In zwanzig
Minuten einsatzbereit, zieht euch warm an, das wird haarig.“ Die Soldaten
salutierten kurz, setzten sich danach wieder, um weiter zu essen. Sie
flüsterten eifrig, die besorgte Reaktion des Colonels auf Dominics Vorschlag
hatte sie alle ziemlich nervös gemacht.
„Denkst du das ist bloß Show?“ fragte Kiara Jenni etwas besorgt. „Ich fürchte
nicht, das dürfte ganz schön heftig werden, ich hoffe du hast nicht bloß
zugesagt, damit du mich nicht alleine gehen lassen musst.“ Kiara sah sie schräg
an „Ein Bisschen vielleicht schon.“ Die nächsten Minuten waren alle sehr
angespannt, das Unbekannte erwartete sie. „Macht euch bereit, zieht eure
Rüstungen an und setzt die Helme auf, ihr werdet auf Filteratmung gehen müssen,
um keine Erfrierungen in der Lunge zu bekommen.“ teilte Dominic ihnen in
strengem Ton mit. „Erfrierungen in der Lunge?“ Selak sah ihn ungläubig an.
„Wenn die Luft kalt genug ist und ihr schnell durch den Mund atmet, frieren
euch die kleinen Gefässe in der Lunge, die den Sauerstoff aufnehmen ein, dann
erstickt ihr entweder einfach oder ihr krepiert an den inneren Blutungen, die
dadurch entstehen können.“ Der Turianer schluckte leer und setzte dann den Helm
auf. „Prüft ob das Atemsystem funktioniert, die Luft muss durch die Filter nach
rinnen, damit sie sich aufheizen kann und nach dem atmen gleich wieder direkt
nach draußen. Sonst erleidet ihr einen Co2 Vergiftung.“ Die Soldaten waren nun
alle voll ausgerüstet und standen bereit abzurücken. „Noch irgenwelche letzten
Worte?“ fragte der Colonel provokativ. „Ja, stellen sie schon mal den Kakao
heiß fürs Abendessen“ gab Jenni neckisch zurück. „Genug geschwafelt, los jetzt,
alle mir nach. Alena, du gehst hinten mit, bleibt alle dicht zusammen!“
Leider ist das Kapitel auch schon wieder vorbei, aber nächste woche gibts ja auch wieder ein Kapitel..... sogar mit nem Weihnachtsgoodie. Was? es darf geraten werden, ich verrate nichts:P
Ich wünsch euch noch einen Schönen Abend und ne schöne Vorweinachtszeit:D
Modifié par elitedefender2, 16 décembre 2012 - 07:51 .
#366
Posté 17 décembre 2012 - 05:31
#367
Posté 17 décembre 2012 - 10:09
maximus20 wrote...
Alter deine story wierd immer besser das solltest du bioware schicken das is genial
danke danke^_^ macht echt froh so was zu hören^^ vielleicht, wenn ich dann mal fertig bin mit der Geschichte meld ich mich bei BW und fals die es nicht wollen und ich die Erlaubnis krieg bei nem Verlag. Nur so ne Idee:D
Ich hoffe ich kann das niveau beibehalten und wünsch weiterhin viel Spass beim lesen
#368
Posté 19 décembre 2012 - 03:52
Vorallem das character erstellen könnten sie cool ausbauen
#369
Posté 19 décembre 2012 - 04:16
maximus20 wrote...
danke und vorallem hoff ich das bioware was schönes zaubert in mass effect 4.
Vorallem das character erstellen könnten sie cool ausbauen
Wenn dir das hier gefällt, dnn wirf mal einen Blick auf den link in meiner Signatur:>^^
#370
Posté 19 décembre 2012 - 05:24
#371
Posté 19 décembre 2012 - 05:47
#372
Posté 23 décembre 2012 - 05:52
#373
Posté 23 décembre 2012 - 08:02
DIE WELT GEHT UNTER!!!
ES FÄNGT SCHON AN!!!
ELITE POSTET NICHT AM SONNTAG!!!
DIES MUSS EIN ZEICHEN SEIN!!!
EIN ZEICHEN!!!
WIR WERDEN ALLE STERBEN!!!
(Das war Panikmacherei
Elite las dir ruhig Zeit.
Weihnachten ist doch das Fest der Entäuschungen und der Hetik.
Ich warte persönlich gerne, da ich weiß, dass es sich lohnt
#374
Posté 23 décembre 2012 - 08:14
Theoretisch hätte man heute wieder den nächsten Teil raushauen können,aber die Geschichte nach einem schönen Heilig Abend mit der Familie zu lesen ist doch so viel schöner, oder nicht?
Dann kann man es auch Weihnachtsgeschenk nennen und ja,lohnt sich auf jeden Fall wieder;)
Modifié par NoIdeas00, 23 décembre 2012 - 08:14 .
#375
Posté 23 décembre 2012 - 08:26
Vermutlich werde ich es mir ausdrucken und mich zwischen durch davon stehlen. Oder ich werde es Nachts lesen, wenn alle anderen schlafen. Lesen werde ich es auf jeden Fall!
@ NoIdeas: Zu deinem ersten Satz





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