Teil 2
„Was ist denn hier los?!“ Die Stimme gehörte
einem der Ausbilder, er rief die Worte laut, als er auf die Gruppe zu trat. Sie
waren alle auf ein freies Feld gegangen ,nachdem sie einige Zeit trainiert
hatten. Sie hatten sich in zwei Gruppen aufgeteilt, ein Spielfeld abgesteckt
und anschließend einen der Soldaten in die Unterkunft geschickt, um den
Football, den er von Zuhause mitgenommen hatte, zu holen. Die Soldaten schienen ihn nicht
gehört zu haben, da sie ohne ihn zu beachten weiter machten. Es standen sich
zwei Teams zu etwa 18 Leuten gegenüber. Die Runde war gerade losgegangen, die
beiden Teams verteilten sich auf dem Feld. Ein Turianer stellte sich auf, er
holte einige Schritte aus und trat kräftig gegen den Ball, kleine Erdklumpen
flogen durch die Luft, als die Sohle des Turianers die Wiese streifte. Sofort
rannten die beiden Teams los, um den in hohem Bogen fliegenden Ball zu
ergattern. „Den hab ich“ rief Alex den Blick auf den Ball, der auf ihn zu flog,
gerichtet. „Ich glaube nicht“ waren die letzten Worte die er noch hörte, bevor
er zu Boden geschleudert wurde. Arsilia war hinter ihm hergelaufen und hatte
ihn nun in vollem Lauf angesprungen. Sie hatte ihn mit der Schulter gegen seine
Brust getackelt und ihn so unsanft zu Boden geworfen. Hustend und am Boden
liegend musste der Mensch mit ansehen, wie die Asari den Ball, welchen er zu
fangen versucht hatte, schnappte und loslief. Sie hatten die Unterstützung
ihrer Anzüge vorsichtshalber auf null zurückgeschraubt, um niemanden zu
verletzen. Zusätzlich hatten sie alle eine persönliche Barriere aufgebaut, um
Schäden am Anzug zu verhindern. Diese Schutzmaßnahmen waren aber auch bitter
nötig, da niemand sonderlich zimperlich zu sein schien. Niemand von ihnen hätte
einen Kameraden absichtlich verletzt, sie waren jedoch alles Elitekämpfer und
durften von daher schließlich keine Memmen sein. Arsilia rannte auf das hintere
Ende des gegnerischen Feldes zu, als sie Alex auf sich zurennen sah. Mit einem
Sprung zur Seite konnte sie gerade noch
ausweichen. Die Freude währte jedoch nur kurz, einen Augenblick später wurde
sie von Joshua, der hinter Alex gelaufen war, zu Boden gerissen. Mit einem
dumpfen Stöhnen landete sie auf dem Rücken und Joshua auf ihr. „Oah, geh von
mir runter“, stöhnte sie nach Atem ringend. „Sorry, lebst du noch?“ als er aufstand,
zog er sie hoch. Sie hielt sich die Seite und beugte sich vor. „Ich weiß nicht,
fühlt sich nich so an“ sie sprach die Worte lächelnd. Es schmerzte zwar, war
jedoch nicht so tragisch. „Schon gut, ich werds überleben.“ Inzwischen war
Jenni mit dem Ball unterwegs in Richtung des gegnerischen Feldendes. Sie rannte
so schnell sie konnte und schaffte es gerade noch Deni auszuweichen, als er sie
zu Boden reissen wollte. Ihr letzter Kontrahent der noch zwischen ihr und dem
Feldende lag. Kiara zögerte einen Moment, bevor sie ihrer Freundin entgegen
lief, um besser abschätzen zu können, wo diese lang wollte. Mit einigen
schnellen Schritten überwand sie die Distanz zwischen sich und ihr. Sie rannten
beide genau aufeinander zu, Jenni wusste, dass sie aufgrund ihres höheren
Tempos und der schwereren Panzerung wahrscheinlich weniger abbekommen würde.
Sie bereitete sich auf einen harten Zusammenstoß vor, zu dem es aber nicht kam.
Kiara duckte sich vor dem Zusammenprall und traf Jenni mit der Schulter etwa
auf Hüfthöhe und hob sie von den Füßen. Diese wurde durch den Aufprall nach
vorne über geschleudert, flog einige Meter durch die Luft, bevor sie hart auf
dem Rücken landete. Nachdem harten Aufprall blieb sie erst regungslos liegen.
Da sie bis vor kurzem den nun über den Boden kullernden Ball gehabt hatte, war
sie der Mittelpunkt der Aufmerksameit und jeder hatte ihren Sturz gesehen. Das
Spiel endete abrupt, als sie sich nach einigen Sekunden noch immer nicht
bewegte. Während die einen fassungslos dastanden, rannten Kiara und einige
Andere, die den Ernst der Situation erkannt hatten los, um ihrer möglicherweise
verletzten Kameradin zu helfen. „Oh Gott, Jenni! Lebst du noch? Alles in
Ordnung?“ Kiara war sofort zu ihrer Liebsten geeilt, als sie gesehen hatte,
dass etwas nicht stimmte . Mit zittriger Hand griff Jenni nach dem Visier ihrer
Maske und nahm dieses ab. Sie hustete und rang nach Atem. „Es tut mir so leid,
das wollte ich nicht! Bitte… es tut mir so leid. Jenni drehte sich mühsam auf
die Seite und krümmte sich, noch immer keuchend versuchte sie zu antworten.
„Sch….“ Beim versuch Worte zu formen unterbrach sie ihr Husten immer wieder.
Sie war mit voller Geschwindigkeit aus fast eineinhalb Meter Höhe auf den Boden
gefallen und konnte kaum atmen. „Es ist ok“ hauchte sie, nach kurzem, mühsamem
Schlucken richtete sie sich langsam auf „Alles in Ordnung, ich lebe noch…. halbwegs“ stöhnte sie. „Du solltest zu den
Sanis, die sollen dich mal anschauen“ riet Ivana ihr. „Ich dachte schon Kiara
hätte dich gekillt“ rief Joshua mit angehobenen Augenbrauen. „Es tut mir
unglaublich leid, ich wollte das ni….“ „Schon ok, es ist ja ein Spiel, du hast
so gehandelt wie du musstest“ unterbrach Jenni ihre Freundin, die sich eifrig
entschuldigen wollte. Sie legte Kiara die Hand auf die Schulter und lächelte
diese, trotz schmerzenden Rückens, an. „Jemand muss für mich einspringen, ich
bleib wahrscheinlich für ein paar Minuten auf der Bank. Ich fühl mich so, als
hätte mich jemand überfahren.“ Sie wollte sich gerade in Richtung des
Trainingsgeländes drehen, um sich dort einen Moment lang hinzusetzen und etwas
zu Atem zu kommen, als sie den Soldaten sah ,der nun mit strammen Schritten auf
sie zu trat. „Was ist denn hier los?! Wisst ihr eigentlich was ihr hier alles
aufs Spiel setzt?! Ihr riskiert hier nicht nur eure Gesundheit, ihr hantiert
auch leichtsinnig mit Ausrüstung rum, die Eigentum der Allianz ist und bei
weitem mehr kostet, als ihr in eurem ganzen Leben je verdienen werdet!“ Die
Stimme des Soldaten klang rau und wütend. Jenni hatte angehalten und trat nun
auf den Soldaten zu. „Sir, ich weiß nicht wer sie sind, aber auf jeden Fall
müssen sie sich mit ihren Beschwerden an mich richten. Ich bin die Anführerin
dieser Einheit weshalb ich für unser tun hier verantwortlich bin.“ Sie sprach
die Worte bestimmt aber auch freundlich. „Sie sollten sich bewusst sein, wie
leichtsinnig sie ihre Gesundheit hier aufs Spiel gesetzt haben, ihre Ausrüstung
ist kein Spielzeug, diese Rüstungen sind entwickelt und gebaut worden, um zu
kämpfen und zu töten. Sie habe gerade am eigenen Leib erfahren was ich meine!
Und vor allem, was zur Hölle soll das ganze überhaupt?! Ihr hattet den Auftrag
zu trainieren!“ Der noch immer aufgebrauste Ausbilder rief die Worte laut
genug, dass man sie aus dutzenden Metern Entfernung noch gehört hätte. „Sir,
Mannschaftssportarten wie diese fördern nicht nur Ausdauer und Kraft ,sondern
auch den Teamgeist und die Zusammenarbeit, sowie das Taktische-Denken. Ich habe
gedacht, dass dies als Auflockerung nach dem Biotiktraining eine gute Abwechslung
wäre. Zudem war kein Vorgesetzter anwesend, den wir nach weiteren
Trainingsaufträgen hätten fragen können.“ „Jetzt sind ihre Ausbilder hier, das
heißt sie sind auf dem Trainingsgelände und warten dort auf euch, also bewegt
euch!“
Mit einem lauten Poltern traten die Soldaten die Treppe zu der schweren
Metalltür im Keller der Basis hinunter. Mit den Rüstungen ließ sich die Tür via
Codeabfrage öffnen, damit die Soldaten im Störungsfall hinunter konnten, um sie
dort von Technikern reparieren zu lassen. „Ah, ich wusste gar nicht, dass es
Biotikübungen, gibt die dem Anwender mehr Schmerzen zufügen, als dem Ziel!“
fluchte Sarjka laut, als sie den düsteren Raum betraten. „Das liegt nicht an
der Technik, sondern an der Quantität der Ausführungen, weder Menschen,
Turianer noch Asari sind dafür geschaffen so lange, konstante biotische
Angriffe auszuführen. Ich weiß ja nicht was die für Vorstellungen von Krieg
haben, aber der wird heutzutage zu 95 im Weltall gewonnen, hast du die
Herrschaft im Orbit, kannst du so lange Dauerfeuer auf den Planeten legen, bis
sich nichts mehr bewegt.“ Alexs Ansicht von Krieg war zwar sehr kalt, aber
leider korrekt. Nachdem ein Planet abgeschnitten ist, konnte durch
Orbitalbeschuss die Infrastruktur gezielt zerstört und anschließend die
Bevölkerung ausgehungert werden. „Ja, aber es braucht immer noch Frontschweine
wie uns, um die richtig dreckige Arbeit zu machen“ erwiderte Arsilia
schließlich. „Ich kann mir gut vorstellen, dass du es schmutzig magst“ meinte
Selak grinsend.
„Vielleicht liegst du da gar nicht so falsch“
antwortete sie neckisch. „Uh, mehr Detail bitte“ harkt Selak nach. „Besser
nicht, ansonsten wird es dir in deiner Rüstung noch zu eng“ bekam er als
Antwort, bevor sie sich daran machte ihre Rüstung zu demontieren. Es waren
keine Techniker da im Moment, doch sie hatten bereits alle einmal ihre Rüstung
demontiert und wussten von daher ungefähr wie sie vorgehen mussten. Das
Zerlegen der schweren Rüstung war ziemlich schwierig, da sie vorher
ausgeschaltet werden musste. Die Reihenfolge war gegeben, erst Helm, dann Arme,
Brust und zum Schluss die Beine. Damit die schwere Rüstung einem nicht zu Boden
riss, wurden beim Zerlegen Beine und Unterkörper versteift. Anschließend
konnten die Handschuhe und die Unterarmpanzerungen problemlos demontiert
werden. Erst bei den Oberarmen und den Schultern wurde es schwierig. Das
Schnellbausystem vereinfachte das ganze ordentlich, doch es dauerte immer noch
einige Zeit. Die Demontage der Brustpanzerung war der kritischste Punkt und war
fast nur zu zweit möglich. Oder alleine auf dem Rücken liegend, doch diese
Methode war nicht nur unangenehm, sondern dauerte auch wesentlich länger. Und
die Brust und Rückenplatte wogen zusammen 30 Kilo, sie wurden auf der Seite
zusammengefügt. Wenn sie getrennt wurden, mussten sie aufpassen, dass keine der
beiden Seiten auf den Boden fiel. Anschließend waren die Beinpanzerungen ohne
Energie und dadurch unbeweglich. Die letzten Schritte waren nun relativ
einfach, die Beinpanzerungen konnten von oben nach unten geöffnet werden. Es
dauerte aufgrund mangelnder Übung unter den Soldaten noch mehr als eine
Viertelstunde, bis sie alle ihre Rüstungen ausgezogen hatten. Als sie alle
Rüstungsteile zur Kontrolle in den entsprechenden Scanner gestellt hatten und
diesen die Funktionstüchtigkeit der Rüstung überprüfen lassen hatten. Konnten
sie in den Nebenraum gehen, um sich umzuziehen. Sowohl Rüstung als auch
Sensoranzug wurden von dem entsprechenden Personal gereinigt und für den
nächsten Tag bereitgestellt.
„Sir?“ Philip Simons, ein Biotik-Ausbilder, trat durch die Tür in Reestons
Büro. „Ah Lieutenant Simons, was verschafft mir die Freude?“ Der Lieutenant
trat auf Reeston zu und wollte gerade salutieren, als der Colonel ihn
unterbrach. „Nicht doch, nicht in meinem Büro.“ Der Lieutenant brach den
Salutierversuch ab und stellte sich bequem vor seinen Vorgesetzten. „Sir, ich
bin hier um ihnen zu melden, dass ihre Rek… Soldaten ein unmögliches Benehmen
an den Tag legen, sie haben heute sowohl ihre Gesundheit, als auch die Ausrüstung
leichtsinnig in Gefahr gebracht.“ Der Colonel, der hinter seinem
Eichenholztisch stand, weil der Lieutenant in den Raum getreten war, setzte sich nun wieder in seinen gemütlich
aussehenden Sessel. „Ich schätze sie erzählen mir gleich wie?“ „Sie haben das
Trainingsgelände ohne Erlaubnis verlassen und anstatt an ihren Biotiken zu
arbeiten, haben sie Football gespielt. Dabei sind sie erhebliche
Verletzungsrisiken eingegangen und haben dadurch auch ihre Rüstungen
gefährdet.“ Der Colonel sah ihn nachdenklich an und rieb sich sein nicht
rasiertes Kinn, die kleinen Bartstoppeln kratzten in wenig. „Ok… das unerlaubte
entfernen vom Trainingsgebiet ist ein Problem, wo haben sie sie denn gefunden?“
fragte Reeston. Der Lieutenant begann mit den Händen zu gestikulieren, er
zeigte die Lage des Trainingsgeländes und die Position an der er sie gefunden
hatte. „Wenn das Trainingsgebiet hier liegt, waren sie etwa 300 Meter nördlich
auf einer Wiese.“ Der Colonel sah ihn lächelnd an. „Solange sie noch in
Sichtweite waren, ist das nicht so gravierend, ich werde trotzdem entsprechende
Disziplinarmaßnahmen ergreifen.“ „Sir, ich möchte nicht unhöflich sein, aber
ich finde “nicht so gravierend“ etwas untertrieben. Sie wissen wie teuer die
Rüstungen waren und wie eng das Auswahlfeld an Kandidaten ist.“ „Also wenn die
Anzüge bereits Schäden bei einem Football Spiel nehmen, dann kann ich es ja
nicht verantworten meine Soldaten darin an die Front zu schicken. Die Rüstungen
werden im Ernstfall ein Vielfaches mehr aushalten“ antwortete der Colonel. „Und
wegen der Gefahr für Leib und Leben… sie werden eng zusammen arbeiten, da
müssen sie ein Gespür für ihre Kraft entwickeln, wir brauchen keine
stumpfsinnigen Kampfmaschinen, wir brauchen Elitesoldaten, die ihr Hirn
einsetzten, dazu gehört auch gesunder Menschenverstand. Wenn sie sich hätten
umbringen wollen, wäre das wohl kein Problem gewesen. Sie sind bereits jetzt
Allianzsoldaten und wenn sie die Ausbildung überleben wollen, dann müssen sie
hart im nehmen sein.“ Er grinste, als er die letzten Worte sprach. Der
Lieutenant sah ihn skeptisch an, nickte jedoch. „Jawohl Sir“ antwortete er.
„Ach und sie werden morgen wieder die anderen N7-Biotiker trainieren können,
der heutige Tag war bloß ein Übergang. Ab Morgen startet ein neuer Teil der Ausbildung.“
„Hei, Warrek hat versucht anzurufen“ meinte Jenni freudig, als sie sich
erschöpft auf die Bank in der Kantine sinken ließ. Sie kamen gerade aus den
Duschen und hatte, seit sie am Morgen die Rüstungen angezogen hatte, das erste
Mal an diesem Tag normale Kleider an. Sie waren alle sichtlich erschöpft und
freuten sich auf den Abend, da sie wenigstens ein wenig Zeit hatten, in der sie
zumindest teilweise ihr Leben leben konnten. „Wann denn?“ fragte Kiara, sie saß
Jenni gegenüber und hatte, wie alle Soldaten, ein Tablett mit einem deftigen
Abendessen vor sich. Zu beginn des Trainings hatten sie etwas Probleme gehabt,
da ihnen das große Frühstück in der Nacht schwer auf dem Magen gelegen hatte.
Doch bereits nach einigen Tagen hatte der Hunger entschieden, dass sie trotzdem
ordentlich zuschlagen. Das Essen schmeckte zu gut und ihr Körper brauchte die
Energie zu dringend. Als ob sie die Menüs, die sie serviert bekamen, verschmäht
hätten. „Vor etwas mehr als zehn Minuten, ich war da wohl grad unter der Dusche“
antwortete Jenni laut, in der Kantine herrschte ein hoher Lärmpegel, da alle
angeregt über die Erlebnisse des Tages redeten. Jennis “Sturz“ war ein häufiges
Thema. Die Atmosphäre war heiter und locker, alle schienen sich wohl zu fühlen
und die Anstrengungen des Tages schienen vergessen. „Ich werde ihn zurückrufen,
sobald wir wieder drüben sind, er hat ne Nachricht hinterlassen… “Muss mit dir
reden, wirst mir nicht glauben.“ Das klingt doch mal spannend.“ Jenni aß eine
weitere Gabel der Teigwaren, die auf ihrem Teller lagen. „Was läuft jetzt
eigentlich? Das heute war ja wohl mehr als unorganisiert. Mit wem trainieren
wir jetzt?“ fragte Marcel. „Wahrscheinlich wieder unsere Ausbilder, die selben
wie bisher“ antwortete Garonn schulterzuckend. „Und wie? Die schaffen uns doch
so niemals im Zweikampf“ warf Tanja ein. „Ich nehme an, dass wir entweder ohne
Rüstungen in den Nahkampf müssen oder das wir Übungsgegner bekommen, die auch
gut gepanzert sind“ sagte Jenni nachdenklich. „Ohne Rüstungen zu trainieren wäre
dumm, die Bewegungen sind anders, besonders bei voller Unterstützung.
Rüstungsloses Training wäre da sinnlos“ erwiderte Sarjka. „Das werden wir
morgen ja erfahren“ stöhnte Deni, als er sich gähnend streckte. „Vorher haben
wir aber noch ein Hühnchen zu rupfen.“ Reeston war in den Raum getreten, sein
Gesicht war alles andere als von freundlichen Emotionen gezeichnet, er sah
verärgert aus. „Mir ist zu Ohren gekommen, dass ihr heute gegen die Regeln
verstoßen habt.“ „Sir, ich gehe davon aus, dass sie damit unser kleines
Footballmatch meinen, nicht wahr?“ Er nickte schweigend und sah Jenni streng
an. Diese war aufgestanden, als er sie angesprochen hatte und sie den Blick des
Colonels gesehen hatte. „Wir waren einige Zeit auf dem Trainingsgelände gewesen
und hatten trainiert, Eric und seine Leute waren bereits vor einer ganzen Weile
zur Basis zurückgegangen, um die für den Biotikteil der Ausbildung
verantwortlichen Ausbilder zu uns zu schicken. Als nach 2 Stunden noch niemand
gekommen war, habe ich mir gedacht, dass wir vielleicht vergessen wurden. Also
habe ich mich entschieden, dass ein Spiel zur Auflockerung gut wäre. Dadurch
wurden die Ausdauer und das Teamplay ja auch gefördert. Nach einer Weile
tauchte dann einer unserer Ausbilder auf und hat uns nach einer ordentlichen
Standpauke wieder auf das Trainingsareal zurückgeschickt und uns trainiert. Es
war nicht gerade schwer seinen Unmut über die Situation zu spüren.“ Der
Unterton in Jennis Stimme machte deutlich, dass sie letzteres nicht als Witz
meinte. Ihre Ausbilder hatten sie bis an ihre Grenzen getrieben und da
angesetzt, wo es wehtat. Auch wenn Jenni die Gesichter der anderen während des
Trainings nicht gesehen hatte, konnte sie sich gut vorstellen, dass die eine
oder andere Träne aus Schmerz oder Verzweiflung geflossen war. „Das hier ist
nichts persönliches, wir haben zu meiner Zeit auch viele solcher Dummheiten
gemacht, aber wir mussten dafür geradestehen. Ihr werdet das ebenfalls tun
müssen. Rüber in die Unterkunft, in fünf Minuten seit ihr alle in Sportkleidern
bereit, wir… also ihr, werdet noch einen Abendspaziergang unternehmen! Los!“ Es
war kein aggressives bellendes Gebrüll, wie man es von einem Vorgesetzten in
der Armee bei einer Zurechtweisung erwartete, die Stimme des Colonels war zwar
laut, harsch und todernst, jedoch im angemessenen Rahmen.
Als die ganze Gruppe dem Colonel nach draußen folgte, trat Joshua zu Jenni und
stieß sie vorsichtig an. „Hei, ich finde es echt nicht ok, dass du die ganze
Schuld auf dich nimmst. Die Idee kam noch nicht einmal von dir. Ich und Selak
hatten die Idee zu diesem Spiel gehabt, dann liegt es auch bei uns dafür
geradezustehen. Ich will nicht, dass du uns für Feiglinge hältst, wir hatten
nur keine Zeit gehabt uns zu melden.“ „Als Anführerin dieser Einheit bin ich
dafür verantwortlich was wir tun, ich habe eurem Vorschlag zugestimmt und damit
die Verantwortung für die Folgen übernommen. Ich hätte eh nicht zulassen
können, dass ihr alleine bestraft werdet, schließlich haben wir als eine
Einheit Scheiße gebaut, also baden wir das hier auch gemeinsam aus. Ich halte
euch nicht für Feiglinge, ich weiß dass ihr für das hier die Strafe auf euch
nehmen würdet, aber welche Freunde würden euch dabei hängen lassen?“ Joshua sah
sie fragend an. „Aber…. Ich schätze ich sollte eher dankbar sein, als dir zu
widersprechen. Einen großen Anführer oder eine große Anführerin, erkennt man
dadurch, dass sie dich auf dem Feld zu glorreichen Siegen führt, aber eine
wahre Kameradin erkennt man daran, dass sie auch in schlechten Zeiten zu dir
hält. Das ist es, was wahre Größe ausmacht.“ Lächelnd sah Jenni ihn an „Das ist
ja richtig rührend, wenn ich nicht auf Mädchen stehen würde, bekämst du dafür
vielleicht sogar einen Kuss“ witzelte Jenni. Sie begann breit zu grinsen und
stieß ihn freundschaftlich gegen die Schulter „Dein Gesicht gerade eben war
köstlich… Ich bin froh, dass du das ganze so siehst, denn eine Anführerin ist
nur so stark, wie die Leute, die hinter ihr stehen.“ Mittlerweile hatten sie
den Hauptplatz hinter sich gelassen und standen am Eingang der Basis. „Alle
herhören, ihr werdet jetzt die Wache etwas unterstützen, dazu werdet ihr die
Basis umrunden, um sicher zu gehen, dass niemand da ist, der hier einbrechen
will. Da wir das ganze natürlich gründlich machen wollen, werdet ihr zehn
Runden machen. Vergesst jedoch nicht, dass ihr morgen früh aufstehen müsst,
jetzt haben wir es acht Uhr. Wenn ihr euch beeilt, seid ihr vor neun Uhr
fertig. Pro Runde habt ihr drei Minuten Zeit. Für jede Minute, die ihr länger
braucht, macht ihr am Ende noch eine Extrarunde, verstanden?!“ „Ja Sir“
antwortete die ganze Gruppe mit zackigem Salut. Drei Minuten waren nicht sehr
großzügig, zumindest nicht, wenn man zehn Runden hintereinander dieses Tempo
halten musste. Mit eiligen Schritten machten sich die Soldaten auf ihrem Rundkurs
auf den Weg. Der Colonel lehnte sich derweilen an das kleine Gebäude am Eingang
der Basis, er zündete sich eine Zigarette an und betrachtete den klaren
Nachthimmel. Die Sonne war noch nicht lange untergegangen, doch abseits der
Stadt und ihrer vielen Lichter waren bereits früh hunderte Sterne zu sehen.
Ihre nassen Haare hingen vorne über ihre Stirn herab, als Jenni sich in der
Dusche nach vorne beugte, um ihre Haare zu trocknen. Sie waren gerade von ihrem
“Spaziergang“ zurückgekommen und waren sofort unter die Dusche gegangen. „Kann
ich schnell…“ Tanja trat neben Jenni durch, um den kleinen Vorraum der Dusche
zu verlassen. „Klar, sorry“ meinte Jenni und machte ihr Platz. Sie trocknete
ihre Haare mit einem Föhn und trat, nachdem sie sich Unterwäsche angezogen
hatte, in den Schlafraum. Kiara war gerade dabei ihre Klamotten für den
nächsten Morgen vorzubereiten. Eine weitere Lektion, die das Leben in der Armee
sie gelehrt hatte. Sie mussten am Morgen schnell aufstehen und hatten keine
Zeit noch nach ihren Kleidern zu suchen. „Also, dann schauen wir mal was Warrek
von uns wollte“ meinte sie lächelnd und setzte sich auf ihr Bett. Kiara warf
einen Blick über ihre Schulter zu ihrer Freundin, legte ihren Kleiderstapel
bereit und setzte sich anschließend neben sie. Die Augen der Asari wechselten
immer zwischen Jennis Universalwerkzeug und deren Beinen hin und her. Auch wenn
es ihr schwer fiel ihre Finger still zu halten, bemühte sie sich nichts
anmerken zu lassen. Mit einigen Handbewegungen öffnete Jenni die Nachricht, die
Warrek ihr zuvor geschickt hatte. Außer dem bereits gelesenen Text, standen
keine weiteren Hinweise darin worüber Warrek reden wollte, doch das war auch
nicht der Grund weshalb Jenni die Nachricht erneut geöffnet hatte. Ihre
Aufmerksamkeit galt den Zusätzlichen Angaben der Nachricht, darin war nicht nur
Absender und Zeitpunkt des Empfangens der Nachricht enthalten, sondern auch
noch die Absendezeit auf dem jeweiligen Planeten. Jenni rechnete kurz im Kopf
aus, welche Tageszeit bei Warrek wohl gerade herrschte. Er hatte die Nachricht
am Vormittag geschickt, das heißt er hätte jetzt Nachmittag. „Ich rufe ihn mal
an, vielleicht hat er ja grade Pause“ meinte Jenni schulterzuckend und wählte
die Adresse des Turianers an. Nach einigen Sekunden hörte sie Warreks Stimme,
die Bildübertragung blieb jedoch aus. „Hi, wie geht’s? Ich dachte schon du
meldest dich nicht mehr.“ Seine Stimme klang glücklich, aber müde. „Hei Warrek“
grüßten die beiden ebenfalls gut gelaunt ihren Freund zu hören. „Weißt du, es
gibt Leute die zwischendurch auch mal arbeiten müssen… wir mussten aufgrund
einer “Verfehlung der Regeln“ gerade noch ein Paar Extrarunden um die Basis
laufen. Aber jetzt geht es uns gut“ fuhr Jenni fort. „Schön zu hören… also das
es euch gut geht, das andere, na ja... Ich hätte mir Sorgen gemacht, wenn ihr
keinen Blödsinn angestellt hättet“ prustete Selak. „Das gehört schließlich
dazu“ meinte Kiara. „Also, du wolltest mit mir reden?“ „Moment, ich muss
schnell an einen anderen Ort, die Salarianer mögen keine Privatgespräche in den
Labors“ einige eilige Schritte und diverse andere Stimmen die vorbeizogen waren
zu hören. Nachdem zweimaligen zischen einer Tür, die sich vermutlich erst
öffnete und dann hinter dem Turianer wieder schloss, erschien Warreks Bild. Er
sah sich kurz um und richtete dann seine Aufmerksamkeit auf die Beiden jungen
Frauen. „Also was ich… ähm, tragt ihr jetzt gerade Kleidung?“ Die beiden sahen
ich mit großen Augen an und Jenni schwenkte die Kamera ihres
Universalwerkzeuges so, das Warrek sie ganz sehen konnte. „Was soll denn das
für eine Frage sein?“ fragte Kiara schließlich entsetzt. „Tut mir leid, ich
habe nur gerade Jennis Schultern noch so knapp gesehen und... ach lassen wir
das. Also ich weiß ich darf nicht erzählen was ich hier mache ,aber das muss
ich jetzt einfach erzählen. Ich gebe ja keine sensiblen Details weiter. Ich
darf einige der führenden Techniker auf einen Einsatz begleiten. Das heißt,
Einsatz lässt bei euch wohl falsche Bilder aufkommen, ein Einsatz in dem Sinne
ist es nicht. Wir werden ein STG-Projekt auf einem anderen Planeten
unterstützen. Ich werde zwar wahrscheinlich nur Handlanger sein, da wir alle
noch immer als ziemlich unfähig eingestuft werden, aber ich freue mich
trotzdem.“ „Wie hast du denn das geschaft?“ „Was meinst du?“fragte Warrek. „Wie
hast du dich denn dafür qualifizier?“ präzisierte Kiara.“ „Ach so. Das war
nicht gerade schwer, bei nur einem Teilnehmer ,beziehungsweise nur einem
Freiwilligen. Die Anderen “Neulinge“ hatten keine Lust auf einen Außeneinsatz,
ziemliche Spießer. Die Salarianer sind allgemein nicht gerade die Spaßkanonen,
sie sind meist relativ ernst und arbeiten gerne in ihren Labors. Sie sind zwar immer nett und ich komme mit den meisten
super zurecht, man kann sich auch wirklich gut unterhalten. Ok, einige sind
etwas sprunghaft, da gabs schon einige witzige Missverständnisse, aber eben das
ist die Seltenheit.“ Warrek kratzte sich am Hinterkopf und sah sie fragend an
„Wie läufts denn so bei euch?“ „Eigentlich ganz gut, wir werden jeden Tag in
diversen Disziplinen ausgebildet, das Training ist hart und die Tage lang, aber
solange ich sie an meiner Seite habe ist das kein Problem“ antwortete Kiara,
legte ihren Arm um Jenni und gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Kann ich mir
vorstellen, wo seit ihr denn gerade? Also Rangmäßig?“ fragte der Turianer. Bei
Turianern waren militärische Ränge, ähnlich wie ihre Ehre, sehr wichtig und
hoch angesehn. „Immer noch normale Soldaten in der Reihenfolge, aber wir haben
ne neue Hundemarke bekommen“ gab Jenni grinsend zurück. Sie hob die dünne Kette
auf ihrem Nachttisch auf und zeigte sie Warrek, dabei deutete sie auf das N7
Symbol. „Wow, nicht schlecht. Wusst ich doch, dass ihr es weit bringen würdet…“
Warreks Blick schien irgendwie an Jenni vorbeizugehen, er versuchte wahrscheinlich
etwas im Hintergrund zu erkennen. „Ähm Jenni kannst du kurz etwas…“ er deutete
zur Seite. Verwirrt lehnte sich Jenni zur Seite und sah nach hinten. Sie
erkannte sofort was Warrek gesehen hatte. Arsilia stand in Unterwäsche mit dem
Rücken zu ihnen gewandt vor ihrem Bett. Sie hielt sich an dem Rand des oberen
Bettes fest und Sprach mit Sarjka, die auf dem unteren Bett lag. Mit gespielt
empörtem Gesichtsausdruck sah Jenni ihn an, als sie zwischen ihn und Arsilia
rutschte. Sofort wechselte sein Blick zu Jenni. „Was denn?“ fragte er
unschuldig. „Wir haben hier in der Basis kaum Frauen und schon gar nicht so
leicht bekleidete.“ „Schämst du dich denn gar nicht?“ fragte sie tadelnd,
konnte sich dabei aber ein breites Grinsen nicht verkneifen. Er schüttelte den
Kopf „Nein, ich kann nichts dafür, dass meine Natur so programmiert ist, dass
ich Frauen ansehe. Das ist in den Urinstinkten eines Mannes verankert“ „Auf der
ganzen Basis gibt es keine Frauen?“ fragte Kiara etwas ungläubig. Für sie als
Asari war es normal gleichgeschlechtliche Personen in der Umgebung zu haben, da
sie bisher nur an Orten gewesen war, wo andere Asari waren. „Nicht keine,
insgesamt haben wir…“ er schien im Kopf etwas aufzuzählen „3 Asari hier. Sie
wollen sich in Tech ausbilden lassen, um bei den Kommandotrupps die Rolle der
Kampftechniker zu übernehmen.“ „Das wars? Drei Frauen? Was für ne sexistische
Bude“ schnaubte Kiara verärgert. Es hatte sie schon immer sehr verärgert, dass
Frauen bei manchen Kulturen bevormundet oder benachteiligt wurden. „Na ja,
Salarianerinnen sieht man hier nicht, sie dürfen nicht zur STG gehen, aber
ehrlich gesagt hätte ich an denen auch weniger Freude, als an so was knackigem
hinter euch.“ Jenni drehte sich zu ihrer Kameradin um „Hei Arsilia, du kennst
doch noch Warrek oder?“ Sofort nahm sein Gesicht entsetzte Züge an „Jenni halt
bloß die Klappe, ich leg sofort auf und rede nie wieder mit dir“ zischte er
sofort. „Ja, wieso?“ rief Arsilia ihr zu. „Jenni!“ fluchte der Turianer laut.
„Er findet du hast nen knackigen Hintern“ meinte Jenni breit grinsend. Es
dauerte ein paar Sekunden bis die Asari reagierte. „Ich weiß nicht weshalb ich
mich mehr wundern sollte, woher er weiß wie mein Hintern aussieht oder das du
dich mit ihm darüber unterhältst!“ Nun musste Jenni laut lachen und Kiara
konnte sich beim Anblick von Warreks entsetztem Gesicht auch nicht mehr
zurückhalten und brach in Gelächter aus. „Also damit du nichts falsches denkst,
das war so…“
„Hast du mich jetzt genug gedemütigt?“ fragte Warrek genervt, als Jenni sich
wieder zu ihm wandte ,nachdem sie Arsilia über den Hintergrund ihrer Frage
aufgeklärt hatte. „Ach komm schon, sei nicht so miesepetrig, sie hatts ja mit
Humor genommen. Wieso frisst dich das überhaupt so an?“ „Weil ich mal auf sie…“ Er hätte sich für seine
vorschnelle Aussage am liebsten geohrfeigt. „Vergiss einfach was ich gesagt
habe!“ Jenni strahlte nun förmlich, sie hatte Warrek oft gefragt, ob er sich
nicht in jemanden verguckt habe, als sie noch auf der Akademie gewesen sind.
Sie hatte ihm angeboten Informationen für ihn zu sammeln, da sie als Frau
leichter mit den anderen Frauen ins Gespräch gekommen wäre. Doch er hatte nie
auch nur ein Wort darüber verloren. So sehr sie und Kiara sich auch bemüht
hatten, sie hatten nichts aus ihm rausbekommen ,außer das es keine von ihnen
beiden seie. Er hatte ihnen gestanden, dass auch sie durchaus ihre Reize
hätten, aber er hatte ihnen versichert, dass er keiner von ihnen
nachschmachtet. „DU hast mal….“ Jenni begann breit zu grinsen und sah sich um.
„Wenn du das tust, wandern all deine privaten Daten ins Extranet und eine
abgeänderte Version deines Lebenslaufes oder deiner Gesundheitsdaten zu deinem
Vorgesetzten!“ seine Stimme klang nun todernst. Jenni wusste, dass sie eine
Grenze erreicht hatte, die sie nicht überschreiten durfte. „Keine Sorge, das
mach ich nicht. Aber wenn du mit ihr reden möchtest, sie wäre jetzt gerade hier
und Single… und sie trägt nur Unterwäsche…“ fügte Jenni grinsend an. Kiara
grinste ebenfalls, sie saß neben Jenni und beobachtete die Gesichtsregungen des
Turianers. „Verlockend, aber ich glaube das würde kein gutes Ende nehmen, sie
ist ne Elitesoldatin und könnte mir alle Knochen brechen, ohne mich auch nur zu
berühren. Dazu käme noch die Distanz, weder ich ,noch sie, können einfach so den
Stützpunkt verlassen. Ich glaube wir lassen das besser.“ „Hast du denn eine der
drei Asari schon einmal angesprochen?“ fragte Kiara nun direkt. „Nein“
antwortete Warrek eilig. „Du hast es dir aber sicher schon einmal überlegt
oder?“ Die beiden sahen ihn fragend an. Etwas peinlich berührt sah Warrek sich
um. „Nun ja, ich hab mir schon mal Gedanken gemacht, aber niemals ernsthaft“
antwortete Warrek. „Wieso denn nicht? Wenn die Salarianer total unromantisch
sind, dann müssten sie doch förmlich dahinschmelzen ,wenn du sie auf einen
romantischen Spaziergang einlädst“ riet Kiara ihm. „Oha, ich wüsste nicht wie
ich sie darauf ansprechen sollte. Ich bin im Umgang mit Frauen nicht ganz so
geschickt.“ Jenni musste lachen, sie hatte das Problem anfangs auch gehabt, sie
hatte nicht gewusst wie sie auf Kiara zugehen sollte. „Ich meine, was gefällt
einer Asari an einem Turianer? Was gefällt euch Frauen?“ Als er sich Jenni
wandte, hob diese die Hände „mich musst du nicht ansehen, ich bin keine Asari noch finde ich gefallen an Turianern.“
Vorsichtig griff Kiara nach Jennis UW und drehte es so, dass sie von der Kamera
komplett erfasst wurde. „Also ich kann dir keinen Generaltipp geben, aber ein
guter Weg, um ins Gespräch zu kommen ist, wenn du ihnen hilfst, wenn sie ein
Problem haben. Du musst herausfinden was sie mögen. Man kann das nicht generell
zählen, aber in 99% der Fälle kannst du bei einem Spaziergang nichts falsch
machen… Natürlich nur wenn der Planet dazu einlädt.“ Eilig nickte Warrek, als
Kiara zu sprechen aufhörte. „Es ist zwar etwas schwül draußen, aber der Wald
ist schön und die Fauna und Flora freundlich. „Such dir einen netten Weg, merk
dir die Route und geh dann ganz zufällig an einem Busch mit einigen hübschen
Blumen vorbei, pflück eine und schenk sie ihr. Alle Mädchen stehen auf Blumen“
meinte Jenni lächelnd. „Ok, das ist gut, aber wie bekomme ich sie überhaupt
dazu, dass sie mit mir spazieren geht?“ fragte Warrek neugierig. „Hm, die
meisten Asari sind anderen Spezies gegenüber sehr offen, geh einfach auf sie zu.
Sei aber nicht zu direkt, lass dir und vor allem ihr Zeit. Sprich sie nicht
direkt auf deine Gefühle an, zeig ihr einfach deine Zuneigung. Rede in einer
Pause mal mit ihr. Nach einigen Gesprächen lädst du sie am Abend mal auf einen
Spaziergang ein. Mach das zu etwas ganz natürlichem, wenn ihr das jeden Abend
macht, könnt ihr viel Zeit miteinander verbringen. Wenn du dann eine Weile mit
ihr “zusammen“ bist, dann lade sie mal zum Essen ein.“ Warrek tippte etwas auf
seinem UW herum, auf Kiaras fragenden Blick hin erwiderte er „Ich mache mir
Notizen, du weißt ja, dass ich nicht der beste bin mir solche Dinge zu merken.“
Schmunzelnd rückte Jenni etwas näher zu Kiara und sah Warrek an „Falls du nicht
kochen kannst, frag einen der Köche nach Hilfe, die bereiten dir sicher was zu
Essen vor.“ „Nein! Du darfst sie nicht anlügen, hol dir Tipps und ein gutes
Rezept. Halt dir jedoch einen Plan B offen, frag vielleicht in der Küche nach,
ob sie dir etwas später am Abend noch zwei Menüs zubereiten könnten. Es ist die
Absicht die zählt. Wenn du nicht gerade das ganze Gebäude in flammen setzt,
wird sie es wahrscheinlich sogar süß finden, dass du dir ihretwegen die Mühe
gemacht hast, auch wenn du gescheitert bist.“ „Ok, danke, das ist echt nett von
euch. Ich werde versuchen mich an die Tipps zu halten.“ „Oh noch was, wenn du
ein Gesprächsthema suchst, sprich sie auf ihre Zeit als Kommandokämpferinnen
an, da haben sie sicher viel zu erzählen“ riet Jenni ihm. „Ok, danke, ich werds
versuchen. Jetzt muss ich aber zurück an die Arbeit. Wir hören uns mal wieder.“
„Auf jeden Fall“ antwortete Jenni „Bis dann“ verabschiedete sich auch Kiara.
Nachdem sie aufgelegt hatten, sahen sich die beiden jungen Frauen an, Jenni
legte ihre Hand auf Kiaras Bein und lächelte. Nach einem Wochenende, an dem sie
ihre Gefühle voll hatten ausleben können, fiel es ihnen schwer sich nun wieder zu beherrschen. Jennis
ganzer Körper kribbelte, sie ließ ihren Blick über Kiaras Körper wandern und
biss sich auf die Unterlippe. Kiara streichelte Jennis Handrücken und lächelte
sie an „Das geht jetzt nicht, du musst dich etwas gedulden“ flüsterte sie leise
und stand auf. Sie kletterte hoch in ihr Bett und legte sich hin „Gute Nacht“
Alle die Kiara gehört hatten, erwiderten den Abschied.
Zärtliche Berührungen wanderten langsam ihren Rücken hoch. Lippen, so warm und
samtig, berührten ihren Nacken, ein heißer Atemstoß lies sie erschauern. Als
sie sich zu bewegen begann, legte ihr jemand die Arme um die Taille und zog sie
an sich. Sie konnte spüren, wie sich jemand an sie schmiegte, ihr ein Bein
seitlich an ihres legte. Sie konnte spüren, wie einige Haarsträhnen sie
kitzelten und die Brüste der anderen Frau an ihrem Rücken spüren. Erst hatte
Kiara versucht die offensichtlich eingebildeten Empfindungen auszublenden, doch
nun fühlten sie sich einfach zu real an, um sie zu ignorieren. Kiara öffnete
ihre Augen und drehte sich um, da lag sie, die Frau die sie über alles liebte.
Sie trug nur die Allianzunterwäsche und sah sie mit lustvollem Blick an. Auch
wenn jede Faser in Kiaras Körper sie drängte ihrer Lust und ihrem Verlangen
nachzugeben ,stoppte ihr Verstand sie. „Was tust du da Jenni, das darfst du
nicht, nicht hier! Die Andern können uns hören und sehen!“ zischte sie leise.
Jenni lächelte sie an und bewegte sich auf sie zu, um sie zu küssen. „Tu das
nicht“ rief eine Stimme in Kiaras Kopf, doch sie konnte nicht anders, sie ließ
sich zu einem Kuss hinreißen. Es war der erste richtige Kuss, seit sie wieder
hier waren und der fühlte sich himmlisch an. „Was tue ich hier bloß“ fragte
Kiara sich innerlich. Sie war keine von den Frauen, die so was taten, aber
Jennis Berührungen schienen jede Vernunft in ihr zu unterbinden. Sie ließ ihre
Hände an Jenni hochwandern, unbewusst, aber zielstrebig wanderten ihre Hände zu
den Brüsten ihrer Freundin. Auch Jennis Hände begannen nun auf Wanderschaft zu
gehen. Ihre Küsse wanderten an Kiaras Körper herab. Sie spannte sich an und
legte Jenni die Hand auf den Kopf, um sie zu bremsen, doch ihr Körper drängte
sie dazu weiterzumachen. Als Jenni sie auf ihren Schoß küsste ,zuckte sie
zusammen. Die Asari fuhr hoch und atmete stoßartig aus. Sie war alleine in
ihrem Bett und der Raum war dunkel. Sie rieb sich eilig die Augen und sah sich
um, alle außer ihr schliefen. Sie lehnte sich über die Bettkante und sah nach
Jenni. Diese lag, die Decke bis zur Nase hochgezogen da und schlief friedlich.
„Verflucht, was lässt du dir bloss durch den Kopf gehen“ flüsterte sie tonlos.
Sie fühlte sich seltsam, sie war total erregt, musste aber dringend
weiterschlafen. Sie ignorierte das ziehen in ihrem Schritt und legte sich hin.
Nach einer Weile, in der sie verzweifelt versuchte einzuschlafen, übermannte
sie schließlich der Schlaf.
Der Morgenspaziergang war wieder hart gewesen, sie wurden bereits schneller und
hatten weniger zu kämpfen, doch die Ausbilder passten den Kurs dauernd an.
Kiara hatte Jenni nichts von ihrem Traum erzählt, auch wenn sie es nicht
verstand, wieso sie sich dafür schämte . Sie waren alle beim Frühstück, es
wurde wie immer viel geredet und die Stimmung war nicht schlecht, sie waren
zwar noch alle müde, aber das gute Essen heiterte auf. „Was denkt ihr, was
werden wir heute machen?“ fragte Alex kauend. „Vielleicht haben Eric und seine
Leute sich Kissen besorgt, die sie in ihre Rüstungen stopfen, damit sie den
Hintern nicht ganz so versohlt kriegen.“ Die Gruppe begann zu lachen, sie
hatten bereits am letzten Abend darüber gewitzelt und sich schief gelacht. Nach
dem sie mit essen fertig waren, traten sie wie ihnen befohlen worden war nach
draußen auf den Hauptplatz der Basis. Der Colonel erwartete sie bereits und sah
sie ernst an. „Folgt mir“ meinte er knapp, als die Ersten zu ihm traten. Sie
gingen auf das massiv und äußerst stabil aussehende Arsenal der Basis zu. Am
Eingang standen zwei Wachen, die die Dienstnummer jedes Soldaten einzeln
überprüften. Nach einigen Minuten waren alle durch die Kontrollen durch und den
Metalldetektor hatten sie ebenfalls alle durchschritten. Sie passierten eine
Tür, sie war dick und aus Metall. Sie war der einzige Weg, der ins Innere des
Arsenals führte. Nun standen sie in einem großen Raum, in dem dutzende Kisten
standen und an dessen Wänden Waffenständer standen. Jenni konnte erkennen, dass
hier ausschließlich Avenger-Sturmgewehre, Katana-Schrotflinten,
Predator-Pistolen, Shurikan-Maschinenpistolen und Mantis-Scharfschützengewehre
standen. In den Kisten drum herum befanden sich hunderte Thermomagzine. „Hier wird die
Standardausrüstung aufbewahrt, ein Satz Waffen ist für jeden Soldaten bereitgestellt“
meinte der Colonel immer noch ernst. Er signalisierte den Soldaten ihm zu
folgen. Am anderen Ende des Raumes war ein, durch einen vom Boden bis zur Decke
reichenden Maschendrahtzaun, abgeriegelter Bereich. Dort standen einige Regale,
in denen andere Waffen lagerten, Jenni kannte bereits einige aus dem Extranet . Sie konnte auch einige
M98-Widow Präzisionsgewehre erkennen. Der Colonel trat zu der kleinen Öffnung
in dem Zaun, hinter der ein Schreibtisch stand und ein Soldat saß. Er wirkte
sichtlich gelangweilt und rührte lustlos in seinem Kaffee, während er eine
Liste studierte. Als er den Colonel auf sich zutreten sah, stand er auf und
salutierte. „Sir, wie kann ich ihnen helfen?“ „Ich müsste sie bitten die Tür zu
öffnen“ erwiderte der Colonel höflich. Etwas erstaunt sah der Soldat den
Colonel an und wartete einen Moment. Jetzt bemerkte Reeston, was er vergessen
hatte. Er legte dem Soldaten seinen Ausweis auf den Tisch. Dieser hob ihn hoch
und hielt ihn an den Scanner der Tür, die ihn und den Colonel voneinander
trennten. Nach einer Sekunde leuchtete eine grüne Leuchte an dem Scanner auf
und die Tür wurde entriegelt. Nachdem die ganze Gruppe hindurchgetreten war,
verschloss der Soldat die Tür wieder. „Ich brauche ihre Hilfe hier hinten,
schnell“ rief der Colonel, der eilig ans hintere Ende des Raumes getreten war.
Nun sah der Soldat, der hier arbeitete, ihn mit großen Augen an. Etwas
ungläubig trat er zu dem Colonel, der hinter dem letzten Regal stand. Erst als
Jenni etwas näher zu den beiden trat, erkannte sie, dass dort noch eine weitere
Tür war. „Wow, seht euch mal all den coolen Scheiß hier an!“ raunte Garonn.
„Das sind aber keine Standardwaffen der Allianz, das meiste davon ist noch
nicht einmal von Menschen geschaffen, die Raptor da drüben enstammt
turianischen Werken“ antwortete Arsilia. Jennis Aufmerksamkeit galt jedoch
immer noch dem Colonel und dem Soldaten, die sich gedämpft vor der Tür
unterhielten. Sie konnte nur Wortfetzten verstehen. „Sind sie sicher? Ich
brauche dafür eine Genehmigung“ Der Colonel holte ein Blatt Papier aus seiner
Brusttasche. Der Soldat überflog es kurz, seine Augen blieben am unteren Ende
des Blattes hängen. Anschließend sah er den Colonel an und dann die Gruppe
junger Soldaten, die in dem Raum standen und all die Waffen beäugten. „Wow,
eine Disciple, ich dachte die bekämen nur Justikarinnen?“ fragte Shalera.
Sofort trat Arsilia zu ihr uns sah die Waffe ungläubig an. „Eigentlich schon“
antwortete diese und sah den Colonel schräg an. Dieser nickte dem Soldaten vor
ihm zu und drehte sich zu der BDF um. „Also, das hier ist die Abteilung für
spezialisierte Waffen, hier sind auch nichtmenschliche Waffen vorhanden,
zumindest alle die, für den der Handel freigegeben ist. Die Disciple die ihr da
gerade gesehen, habt ist eine der Ersten, die offen gehandelt wurde, die Asari
haben erst vor kurzem beschlossen diese Waffe für den Rest der Galaxie
zugänglich zu machen.“ Er winkte sie zu sich heran. „Ihr werdet jetzt neue
Ausrüstung erhalten, aber nicht die hier!“ Manche der Soldaten, die sich schon
riesig auf das Schießen mit den Waffen gefreut hatten, seufzten enttäuscht.
„Eure sind einen Raum weiter unten“ warf der Colonel ein und grinste breit, als
sich ein großer Aufzug hinter ihm öffnete. „Die ersten 20 können mitkommen, der
Rest wartet hier, verstanden?!“ „Ja Sir!“ erwiderten alle zackig. Der Colonel
nickte und trat in den Lift. Jenni und etwa die Hälfte der Gruppe folgten ihm.
Als sich die schweren, gepanzerten Türen schlossen, setzte sich der Lift mit
einem Ruck in Bewegung. Keiner sprach ein Wort, außer dem leisen Surren der
Motoren, die den Lift bewegten, war kein Geräusch zu hören. Nach etwa zwei
Stockwerken, so hätte Jenni es zumindest eingeschätzt, hielt der Lift an und
die schweren Türen öffneten sich.
So das wars auch schon wieder, ich hoffe es hatt euch gefallen. Ich freue mich auf feedback und mach mich dann mal dran den nächsten Teil zu schreiben.
Modifié par elitedefender2, 10 février 2013 - 07:32 .