Hier kommt das 30. Kapitel, ich wünsche viel Spass beim Lesen.
Kapitel 30
„Bei der Göttin, Jenni was ist passiert?!“ Kiara war die Erste, die in die Unterkunft stürmte. Jenni war gerade in der Unterkunft angekommen. Sie hatte die Strecke zur Basis in strammem Tempo zur zurückgelegt und war dort sofort nach drinnen gegangen. Ihr Gesicht schmerzte noch immer sehr und die Wunde an ihrem Kiefer blutete auch noch. Sie war nach drinnen gegangen um sich schnell den Mund auszuspülen. Ihre Freundin sah sie entsetzt und besorgt an, auf dem Boden im Gang waren einige Bluttropfen zu sehen, weil sie hatte husten müssen. Auch draußen waren im Gras kleine Blutflecken zu sehen, sie hatte das nachströmende Blut ausgespuckt. Kiara musste vom schlimmsten ausgegangen sein. Einige Soldaten der BDF hatten ihre Anführerin eilig den Platz verlassen sehen. Das Tirana den Platz ebenfalls, aber in eine andere Richtung, verließ, ließ wohl einige skeptisch werden. Jennis Schrei ,als ihr der Zahn ausgeschlagen wurde, hatte viele Blicke nach sich gezogen, einige dürften sogar den folgenden Kampf gesehen haben. Die Mund zu Mund Propaganda hatte anscheinen gut funktioniert. Sie war Kiara weder begegnet ,noch hatte Kiara sie gesehen, da sie einen weniger direkten Weg genommen hatte. Einige andere waren ihr gefolgt und standen nun ebenfalls im Raum. „Diese Schlampe hat mir einen Zahn ausgeschlagen!“ fluchte Jenni energisch. „Was, wieso?“ harkte Kiara nach, sie war zu Jenni getreten und sah sie besorgt an. „Wir hatten Nahkampftraining und Tirana hat mich erwischt. Das ist nichts großes, ich geh jetzt schnell zur Krankenstation… Ich hoffe, dass ihr jetzt nicht meinetwegen aus dem Training davongelatscht seid. Ansonsten solltet ihr euch schnell wieder da melden.“ Sie wollte jetzt nicht darüber reden, weshalb sie an ihren Freunden vorbeiging und sich auf den Weg zur Krankenstation machte. Die Wortkarg stehen gelassenen Soldaten warfen sich fragende Blicke zu, Jenni aufzuhalten versuchte jedoch niemand, sie würden noch genug Zeit haben das später mit ihr zu besprechen. „Wer von euch hat gesehen was passiert ist? Ich habe nur gesehen, wie Tirana geknickt von dem Platz weg getrottet ist. Was ist da genau gelaufen?“ fragte Deni, er war etwas nach Kiara hineingetreten. „Was? Ich habe von all dem gar nichts mitbekommen, bis Jana mich eingeholt hat und mir gesagt hatte, dass mit Jenni was nicht stimme und sie gerade unterwegs zu Unterkunft sei.“ Etwas zögerlich begann Arsilia „Ich… Tirana scheint Jenni ja nicht gerade zu mögen, ich weiß nicht wieso ,aber die zwei vertragen sich ungefähr so gut wie Sprengstoff und offenes Feuer. Tirana nutzt dabei ihre Position aus, um Jenni fertig zu machen, es war ja klar, dass die irgendwann die Schnauze voll hat. Heute ist sie aber einen Schritt zu weit gegangen, sie hat Jenni einen Zahn ausgeschlagen… Jenni hatte dann wohl alle Hemmungen fallen gelassen und ihr Knie in Tiranas Brust gerammt. Das ganze sah Sau schmerzhaft aus.“ Nun sagte niemand mehr etwas, die Erklärung war einleuchtend, jedoch nicht unbedingt beruhigend. „Es gab aber noch einen anderen Grund, weshalb Jenni ihr beinahe die Fresse eingeschlagen hätte…und darüber müssen wir noch reden…“
„Wow, was ist denn da passiert?“ Jenni stand vor der Rezeption der Krankenstation und hielt dieser als Antwort auf ihren fragenden Blick ihren ausgeschlagenen Zahn entgegen. „Kleiner Ausrutscher im Nahkampftraining“ fügte sie mit erzwungenem lächeln an. „Na dann komm mal schnell mit, du hast Glück, im Moment ist hier grad nicht viel los, da hat sicher gleich jemand Zeit für dich.“ Sie begleitete sie in einen zweiten Raum, in dessen Mitte ein Liege lag und zahlreiche medizinische Instrumente standen, von denen Jenni nicht einmal die Hälfte hätte benennen können. „Ich melde, dass sie hier warten, es wird sich gleich jemand melden“. Die Schwester verließ den Raum wieder und schloss die Tür hinter sich. Jetzt wo Stille einkehrte, konnte sie ihre eigenen Gedanken wieder besser hören „Was wenn sie mich rausschmeißt?... Nein, Tirana ist zwar ein Miststück, aber das hier reicht nicht um mich rauszuschmeissen, es war ja Nahkampftraining, ich bin lediglich ein bisschen übers Ziel
hinausgeschossen. Versuchen wird sie es zwar wahrscheinlich, aber dafür bräuchte sie…mehr.“ Bei diesem Gedanken stockte Jenni „…Und das könnte sie auch haben... Sie scheint misstrauisch zu sein wegen mir und Kiara, aber wieso hat sie es noch nicht gemeldet? Fehlen ihr die Beweise? Falls ja muss ich jetzt verdammt vorsichtig sein. Vielleicht will sie mich einfach schikanieren, bis ich sie mich verpfeifen will, um mich dann rauszuschmeissen…“ Solche Gedanken machten es nicht unbedingt einfacher das Ganze zu vergessen. Mit einem leisen zischen öffnete sich die Tür. Noch ehe Jenni sich umdrehen konnte hörte sie die Stimme von Marcel hören. „Ach schon wieder hier? Diesmal ist es aber nicht die Nase, oder?“ Jenni erkannte ihn erst, als sie sich zu ihm umdrehte. „Nein, diesmal ein Zahn“ antwortete sie, das Lächeln blieb jedoch aus, denn als sie es
versucht hatte, war ein Schmerz, wie ein Nadelstich, durch den Oberkiefer gerast. „Mann, wieso tust du dir das an? Nicht viele Soldaten sind so oft hier. Du solltest dich ein bisschen weniger doll prügeln… oder gewinnen…“ „Ich habe nicht verloren“ antwortete sie, diesmal musste sie trotz Schmerzen grinsen. „Ach so… hat das zufälligerweise was mit der Asariausbilderin die heute von einer Kiste runtergefallen ist und dabei unglücklich gelandet ist?“ Marcels fragender Blick sagte bereits viel aus. „Sie ist vor ein paar Minuten hierhergekommen.“ Als Antwort grinste Jenni nur. „Es war nichts gebrochen, nur geprellt und gequetscht… eigentlich schade um ihren schönen Körper…“ Er holte ein Zahnbürsten ähnliches Instrument und eine Spritze hervor. „Also, ich werde die Wunde säubern, und den Zahn wieder einsetzen und die Blutung stoppen. Du hast Glück, die Wurzel scheint intakt. Anschließend werde ich dafür sorgen, dass der Zahn auch da bleibt, dafür werde ich ein Brücke anbringen, die deinen losen Zahn mit den zwei benachbarten verbindet… Eine junge Lady wie du sollte nicht mit anderen raufen...“ „Das gehört nun mal zum Job und eine Lady bin ich wahrscheinlich auch nicht, dafür fehlen mir Geduld und Stil… und die Manieren“ fügte sie schmunzelnd an. „Vielleicht… aber es wäre schade, wenn du dein hübsches Gesicht verunstalten würdest.“ Er deutete ihr an sich zu setzen und den Mund aufzumachen. Mit einem kleinen, aber ordentlich schmerzhaften Stich injizierte er ein Betäubungsmittel in ihr Zahnfleisch. Als sie wieder sprechen konnte fragte sie nach „Hübsch? Bin ich denn Hübsch?“ Sichtlich verlegen war er ihr einen flüchtigen Blick zu „Auf jeden Fall, du siehst…blendend aus.“ Nach kurzem Zögern fügte er an „Nicht falsch verstehen, es ist nur, man sieht hier selten Soldatinnen bei N7, geschweige denn so junge und… ähm… adrette.“ Jenni wusste, dass ihre Maße durchaus für sich sprachen und viele ihr Gesicht als sehr hübsch empfanden, sie hatte sich jedoch oft selbst als nichts besonderes angesehen. Ihr waren eher die kleinen Fehler aufgefallen. Jetzt wollte sie es jedoch genau wissen. „Hm, ich weiß nicht, ich finde meine Nase ist zu groß und meine Ohren gefallen mir irgendwie auch nicht…“ „Was? Wieso denn? Deine Nase passt doch hervorragend zu deinem Gesicht, sie sieht toll aus“ er wusste dass er sich in eine blöde Situation manövrierte, aber es war bereits zu spät. „Ich fände es schade, wenn du dir dein charmantes Lächeln kaputt schlagen lassen würdest.“
Mit lahmem Gesicht kehrte Jenni in die Unterkunft zurück. Marcel hatte ihr den Zahn wieder eingesetzt und befestigt, dank der Medikamente und des Medigels, dass er ihr mitgegeben hatte ,sollte ihr Zahn im Laufe der nächsten Woche wieder anwachsen. Sie hatte gefragt wie lange sie nicht auf den Zahn beißen dürfte. „Das wirst du schnell selber spüren“ hatte Marcel ihr grinsend geantwortet. Im Moment konnte sie jedoch noch gar nichts spüren, die örtliche Betäubung wirkte noch immer. „Wenigstens kann ich jetzt unter die Dusche“ dachte sie sich, als sie den Gang betrat. Diese Hoffnung verflog jedoch schnell wieder, als sie in den Schlafraum trat. Es waren nicht alle anwesend, jene die da waren sahen sie jedoch alle besorgt an. Arsilia, Kiara, Alex, Deni, Selak, Shalera und Ivana standen in dem Raum. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch trat Jenni auf ihren Schrank zu, es war offensichtlich, dass sie etwas von ihr wollten, und innerlich wartete sie nur auf den Moment ,in dem sie angesprochen würde. „Jenni…“ Wie sie erwartet hatte dauerte es nicht lange bis ihr Name fiel. Sie zog noch ihr neues Shirt fertig an und drehte sich anschließend zu ihren Freunden um „Ja?“ fragte sie neugierig. „Jenni, es… es gibt da etwas über das wir reden müssen.“ begann Shalera zögerlich. „Das klingt nicht gerade gut… wollt ihr mich als Anführerin absägen?“ „Nein“ antwortete die Asari sofort. „Nein, das ist es nicht, es geht um etwas ganz anderes… du wurdest heute bereits das zweite Mal im Training verletzt…“ Sie schien nach den richtigen Worten zu suchen. Schließlich kam Arsilia ihr zuvor. „Es ist ja so das wir von deiner Beziehung mit Kiara wissen und von uns würde dir deshalb niemand jemals etwas vorhalten, geschweige denn ein Problem damit haben, aber ich glaube es könnte zu einem Problem werden. Nicht unsererseits, aber deinerseits.“ Sichtlich verwirrt lehnte Jenni sich seitlich an einen der Bettpfosten und sah ihre Kameradin verwundert an „Das verstehe ich jetzt nicht ganz.“ „Du willst Kiara beschützen, das ist verständlich und ich würde bestimmt auch so handeln, wenn jemand den ich liebe angegriffen wird. Es ist nur so… ich habe mir heute ernsthaft Sorgen gemacht, dass du Tirana umbringen würdest, man sieht einem jemandem an, wenn er wütend ist, auch wenn er eine Maske aufhat Jenni. Sie hat mit Kiara gekämpft und sie gnadenlos fertig gemacht. Es war schwer das einfach mitansehen zu müssen, für dich sicher noch mehr, als für alle anderen. Ja, Tirana ist ein Miststück und ja, sie hatte es verdient, dass du ihr mal richtig aufs Maul gehauen hast, aber dadurch hast du es dir selbst nur noch viel schwerer gemacht. Du warst schon vorher immer ihr Ziel und jetzt wird sie dich bestimmt noch mehr fertig machen.“ „Sie versucht mich zu zerbrechen und sie wird genauso daran scheitern, wie jeder Andere und jede Andere, die das zuvor versucht habt“ antwortete sie entschlossen. Jenni fand es rührend, dass sich die anderen Sorgen um sie machten, aber es war nicht nötig. Sie hatte bereits so vieles durchgemacht, sie würde jetzt nicht an einer einfachen Ausbilderin scheitern. „Ja, aber wir möchten nur, dass du nicht denkst, dass du diesen Kampf alleine gewinnen musst. Wir sind eine Einheit, wir sind Freunde. Sie wird versuchen deine Gefühle zu mir auszunutzen, um dich so fertig machen zu können. Sie wird darauf abzielen, dass du nicht nur deine eigenen Hürden nehmen musst, sondern auch noch die nehmen willst, die sie mir in den Weg stellt. Ich verstehe ,dass du bereit bist hier alles zu geben, aber es wird einen Punkt geben, an dem du das nicht mehr alles allein schaffen kannst und zusammenbrichst unter der Last, die du dir selber auferlegt hast. Ich möchte dich davor bewahren. Du vertraust mir doch oder?“ Kiara wartete einen Moment, jedoch nicht lange genug ,dass Jenni hätte antworten können. „Du musst mir vertrauen, dass ich meine Hürden selber schaffe, ansonsten bin ich hier fehl am Platz und bringe nur mich und euch in Gefahr. Wenn mir der Druck zu viel wird, dann werde ich es dir sagen, vertrau mir. Ich möchte aber auch ,dass du um Hilfe bittest, wenn du sie brauchst. Du bist unsere Anführerin, und das aus gutem Grund, aber das heißt nicht, dass du alles alleine durchstehen musst.“ „Es ja rührend ,dass ihr auch Sorgen um mich macht, aber ich passe schon auf mich auf.“ Sie war nicht zu stolz um den Rat anzunehmen, sie wusste, dass sie um Hilfe fragen konnte bei ihren Freunden, es war nur einfach nicht richtig bei jeder kleinen Auseinandersetzung gleich um Hilfe zu rufen. „Bitte, Jenni“ Kiara trat nun auf ihre Freundin zu und stellte sich vor sie. „Ich will, dass du mir versprichst, dass du dich meinetwegen nicht wieder in Schwierigkeiten begibst… Ich bitte dich als Freundin darum, versprich es mir bitte“ In ihren smaragdgrünen Augen spiegelten sich Sorge und Angst, es fiel Jenni schwer Blickkontakt zu halten, ihre Freundin so zu sehen war ihr unangenehm, dafür verantwortlich zu sein, dass sie sich so fühlt war noch schlimmer. „Ok, ich verspreche es dir, aber wenn ihr mir jetzt schon ins Gewissen redet, dann macht selbst diesen Fehler nicht auch… Besonders nicht du, ich weiß ,dass du genauso stur sein kannst wie ich“ flüsterte Jenni ihrer Freundin , die ganz dicht vor ihr stand, ins Ohr. Kiara stupste vorsichtig mit ihrer Wange gegen die von Jenni. Diese sah sie an, Kiara bewegte sich auf sie zu und schloss die Augen. Sanft berührten sich die Lippen der beiden jungen Frauen. Nach ein paar Sekunden lösten sie sich wieder voneinander. „Wir sollten jetzt essen gehen, bevor sie das Essen wegpacken“ meldete sich Alex ein paar Sekunden später. „Gute Idee, ich sterbe vor Hunger“ antwortete Ivana. „Ich muss zuerst noch duschen, so verschwitzt will ich nicht am Tisch sitzen“ warf Jenni ein.“ Aber diesmal nehmen wir Kiara mit. Nicht das sie “noch schnell zur Toilette muss“ konterte Selak grinsend.
Das heutige Menü hatte Jenni nicht so geschmeckt, sie mochte Bohnen nicht wirklich. Vom Chili con Carne hatte sie trotzdem gegessen, wenn auch nicht sehr viel und nur zögerlich, ihr Zahnfleisch war mittlerweile aus der Narkose erwacht und schmerzte beim zubeißen sehr. Glücklicherweise gab es meistens auch Salat und Suppe, wobei sich Jenni hauptsächlich an Zweiteres hielt. Das Hauptgesprächsthema war, sehr zu Jennis missfallen, ihre “Schlägerei“ mit Tirana. Sie wollte das Ganze bloß schnell vergessen, damit sie sich nicht zu viele Gedanken über die Folgen machen würde. Diese trafen jedoch schneller ein als erwartet. Sie waren noch nicht einmal mit Essen fertig, da trat bereits ein Allianz Soldat zu ihnen und forderte sie auf mit ihm zu kommen. Sie folgte der Aufforderung, der Geruch von Bohnen und der schmerzende Zahn drückten ihr sowieso auf den Appetit.
„Wo bleib sie bloß?“ „Wahrscheinlich hat sie irgend ne blöde Strafarbeit bekommen, die sie erledigen muss“ entgegnete Garon auf Kiaras Frage. „Oder ne Nacht in der Arrestzelle, soll ja auch ganz beliebt sein bei Ausbildern.“ Marcel kam gerade von der Toilette zurück, als er diese Bemerkung von sich gab. Kiara schien nicht sehr amüsiert zu sein, sie warf ihm einen finsteren Blick zu. „Keine Sorge, sie kommt sicher bald, es ist ja erst acht Uhr“ meinte Arsilia mit ruhiger Stimme. Erst nach gefühlten Ewigkeiten kam sie schließlich in die Unterkunft, Jenni wirkte sichtlich geschafft. „Was ist passiert?“ Müde ließ sich die Anführerin der BDF auf ihr Bett fallen und antwortete, das Gesicht auf dem Kopfkissen ruhend „Ich musste in der Kantine putzen helfen. Tirana konnte mir nichts schwerwiegendes anhängen, weil sie mich aufgefordert hatte sie anzugreifen und es im Nahkampftraining war. Hätte ich sie weiter angegriffen, als sie bereits am Boden gelegen hatte, wäre ich in den Knast gewandert ,aber so…. Dafür hat sie mich überall eingeteilt, wo noch irgendwie ein Platz frei war. Ich darf in der Kantine helfen, den Kasernenplatz putzen und wahrscheinlich noch viele andere lustige Aktivitäten machen.“ Sie drehte
sich auf den Rücken und entspannte sich. „Ich hab sie noch nie gemocht, aber diese Frau macht es einem einfach zu leicht sie zu hassen“ Fügte sie an. Kiara setzte sich neben sie und streichelte sanft über Jennis Unterarm „Wieso musst du auch sowas dummes machen?“ fragte sie ihre Liebste, die neben ihr mit geschlossenen Augen lag. Diese sah sie erst an, in Kiaras Augen spiegelten sich Mitgefühl und auch ein wenig Trauer. Einen Moment später richtete Jenni sich auf und streichelte sanft mit dem Daumen über die Wange der Asari „Weil du mir den Kopf verdreht hast“ antwortete sie lächelnd. „Und dabei habe ich am Anfang Angst gehabt, dass ich diejenige sein werde, die sich nicht zurückhalten könne… dreh dich bitte auf den Bauch, du bist bestimmt ganz verspannt.“ Kiara deutete Jenni an sich zu drehen. Als diese ihrer Bitte nachkam, legte sie ihre Hände an den Nacken ihrer Freundin und begann sie sanft zu massieren. „Mh, das musst du von jetzt an jeden Abend machen…“ seufzte Jenni. Kiara reagierte sofort darauf „Und wer massiert mich?“ fragte sie vorwurfsvoll. „Na ich, aber du zuerst, das ist himmlisch“
Die Berührungen ihrer Freundin wanderten über Kiaras Körper, sanft und elegant. Als würde sie diese Hände schon immer gekannt haben, so vertraut und doch fremd. Als würden die Fingerspitzen eine heiße Spur auf ihrer Haut hinterlassen. Kiara drehte sich um, nun lag sie auf dem Rücken, Jenni vor ihr kniend. Ihre Freundin beugte sich zu ihr vor, um sie zu küssen. Ihre langen roten Haare hingen neben Kiaras Kopf herunter und kitzelten sie ein wenig. Sie Schlang ihre Arme fest um ihre Liebste, um sie an sich zu ziehen, als sich alles auflöste. Es hatte sich so real angefühlt und jetzt war es weg. Ein Schock durchfuhr ihren Körper, als sie einen Ohrenbetäubenden Knall hörte. Sofort fuhr sie hoch, dabei war sie so schnell, dass ihr momentan ruhiger Kreislauf nicht ganz mitkam. Für einen Moment wurde ihr schwindlig und ihr Sichtfeld engte sich etwas ein. Doch um sich darüber Gedanken zu machen blieb keine Zeit, ein zweiter Knall erschütterte den Raum. Auch die anderen Soldaten waren aufgeschreckt und waren teilweise beinahe aus dem Bett gesprungen. Sofort sahen sich alle um, von draußen waren Lichtblitze und Schüsse zu hören, einen Augenblick später setzte auch der Alarm ein. Die Sirenen brüllten sofort in schrillen Tönen um sich und ließen alle zusammenfahren. Das Geräusch war so unangenehm, dass Jenni glaubte es in ihrem verletzten Zahn zu spüren. Noch ehe jemand reagieren konnte sprang sie auf und schrie so laut sie konnte „Alarm, sofort rüber zum Hauptgebäude, der kürzeste Weg geht über den Hauptplatz. Barrieren!“ Die Anderen wusste sofort woran sie waren, das Ganze war eine Gefechtssituation und ihre Anführerin hatte ihnen Befehle gegeben. Die ganze Gruppe stürmte in Unterwäsche Richtung Ausgang. Ihre Rüstungen waren im Untergeschoss des Haupttraktes, dort waren auch ihre normalen Rüstungen, aber im Falle eines Angriffes dauerte es eh zu lange die normalen Rüstungen anzuziehen, rüber zu rennen, die Rüstungen wieder auszuziehen und sich dann gleich wieder anzuziehen. Sie waren ja nicht alleine, solange noch einige andere Soldaten da waren, konnten die ihnen Feuerschutz geben ,bis sie im Hauptteil waren. Ihre Barrieren würden sie zusätzlich schützen. Wenn der Feind bereits soweit vorgerückt wäre, dass bereits alle Verbündeten tot wären, dann hätten sie sowieso nicht mehr die Zeit auch nur eine Normale Rüstung anzuziehen. Niemand von der BDF wusste was los war, wer sie angriff oder wie die Lage draußen wohl wäre. „Scheiße Mann, was geht hier ab? Cerberus?!“ „Nie, die wissen ,dass ein offener Krieg Selbstmord wäre!“ Der kurze Wortwechsel von Marcel und Sarjka wurde abrupt unterbrochen ,als sie die Ausgangstür erreichten. Der Gang war ,bis auf die roten Lichter der rotierenden Alarmlichter, dunkel und kalt, draußen herrschte immer noch ein riesen Aufruhr und es waren Schüsse aus automatischen Waffen zu hören. Zusätzlich war da noch das Dröhnen des Alarms, das alles überdeckte und sogar die eigenen Gedanken zu übertönen schien. „Barrieren überprüfen und dann los! Mir nach!“ Die Anführerin der BDF brüllte die Worte so laut sie konnte, damit auch die hintersten sie verstehen würden. Einen Moment später öffnete sie die Tür und trat nach draußen. Auf den ersten Blick war nicht viel zu erkennen, es herrschte ein großer Aufruhr. Die meisten Soldaten waren Eingangsseitig verschanzt und lieferten sich Feuergefechte mit Angreifern, die sich im nahen Wald verschanzt hatten. Ohne weiter auf diese zu achten rannte Jenni los, ihr Herz schlug ihr bereits bis zum Hals, Adrenalin schoss durch ihre Adern. Einige Kugeln schlugen in ihrer Nähe ein, doch sie hatten keine Zeit sich davon ablenken zu lassen. Nach wenigen Sekunden hatte Jenni die Eingangstür des Hauptgebäudes erreicht. Um nicht anhalten zu müssen, schlug sie selbige mit einem biotischen Feld auf. Dass sie dabei fast unter Beschuss geraten wäre, bemerkte sie erst einen Augenblick später. Im inneren des Eingangsraumes hatten sich einige Soldaten postiert, um von drinnen Unterstützung zu liefern. Eine kleine Gruppe hatte die Tür bewacht, als die gesamte BDF nun hereinstürmte hätte selbige Gruppe beinahe das Feuer eröffnet. Stattdessen sahen sie nun alle verdutzt an, ein fast 40 Soldaten umfassender Zug nur in Unterwäsche gehüllter Menschen, Asari und Turianer rannten durch den Raum zu der Treppe, die nach unten führte. „Acht ziehen ne normale Rüstung an und verteidigen den Eingang, bis dahin müssen ein paar ohne Rüstung die Stellung halten. Sobald die ersten Verteidiger mit Ausrüstung bereit sind, kommt der Rest zu den Montagestationen und hilft!“ „Ich mache die erste Verteidigung, wer noch?“ Alex meldete sich sofort, nachdem Jenni geendet hatte. Sofort meldeten sich einige der anderen Soldaten auch noch. „Ich werd auch helfen…“ wollte Jenni gerade anfangen, als sie unterbrochen wurde. „Sicher nicht, du bist unsere Anführerin, du wirst sofort mit dem anlegen deiner Kampfausrüstung anfangen. Wir brauchen dich so schnell wie möglich einsatzbereit!“ rief Arsilia, die etwas hinter Jenni stand. Diese war dabei die schwere Panzertür zu öffnen. Ihr UW war das einzige was sie mitgenommen hatte, als sie die Unterkunft verlassen hatte. Nach ein Paar
Sekunden begann sich die Tür zu öffnen. „Ich dachte ich gebe hier die Befehle?“ antwortete sie Arsilia fragend. „Ja, aber denk doch mal nach…“ Kaum hatte sich die Tür fertig geöffnet ,traten alle eilig hindurch. „Der Code für die Waffenschränke?“ Damit meinte Alex die zwei kleinen Schränke ,die sich, in der Wand eingelassen, im inneren des Raumes befanden. „Probier den Notfallcode, ansonsten reiß die Tür raus, wofür hast du den Biotiken…“ Jenni hielt einen Moment inne und drehte sich zu denen, die beim Eingang blieben um „Verschließt die Tür soweit, dass nur noch eine Schießscharte offen bleibt, wir helfen euch gleich!“ Kiara packte sie am Arm und zog sie in Richtung des Umziehraumes. Zieht den Sensoranzug unter die normale Rüstung an, dann könnt ihr euch das nachher sparen. LOS!“ Die Nervosität war allen anzusehen, in der Frauen “Umkleide“ herrschte ein großes Durcheinander. „Fang!“ Sarjka warf Jenni ihren Anzug zu, als diese den Raum betrat. Diese erschrak gehörig, konnte das Kleidungsstück jedoch fangen. „Danke“ antwortete sie beiläufig, sofort streifte sie ihre Unterwäsche ab und machte sich daran sich in das enge Neopren, Latex ähnliche Gewand zu zwängen. Ihr Blick wanderte für einen Moment durch die Runde, erst jetzt fiel ihr auf, dass sie gar nicht durchgezählt hatte. „Sind wir alle? Hat es irgendjemand nicht geschafft?“ die Frage kam wesentlich kälter als beabsichtigt. Nach einem Moment der Stille in der jede der Anwesenden nachzuzählen schien ,antwortete Tanja „Ich glaube schon, von uns hier zumindest sind alle anwesend.“ Erleichtert seufzte sie auf, als Anführerin war sie verantwortlich dafür, dass alle lebend aus so einer Situation wieder herauskamen. Ohne es zu beabsichtigen wanderte ihr Blick zu Kiara. Diese war gerade neben ihr dabei die kleinen Häkchen einzuklinken, um ihren Sensoranzug zu schließen. „Das letzte mal mit so nem Anzug war wesentlich gemütlicher“ meinte Jenni, in ihrem Kopf flackerten Bilder des Vergangenen Wochenendes und Kiara in ihrem Catsuit auf. „Weniger reden und schneller anziehen…“ konterte ihre Freundin neckisch „Und ja, es war gemütlicher…kannst du schnell helfen?“
„Was machst du da?“ „Ich versuche gerade mich in die Sicherheitskonsole der Überwachungskamera zu hacken“ Es waren etwa 3 Minuten vergangen, seit sie sich in dem Raum verbarrikadiert hatten und die Ablösung für die ersten Verteidiger war gekommen. Die Standartrüstungen schützten zwar nicht so gut wie ihre Kampfrüstung, jedoch deutlich besser als die Allianzunterwäsche, welche die erste Gruppe, die verteidigte, getragen hatte. Deni hatte sich hinter einer Mauerecke hingesetzt und tippte auf seinem UW herum. „Kannst du das denn überhaupt? Soviel ich weiß ist das ganz schön schwer…“ Selak stand neben ihm und zielte durch die dünne Spalte zwischen den beiden, sich horizontal öffnenden Türhälften durch. „Wenn ich ehrlich bin habe ich keine Ahnung wie das Ganze funktioniert, ich lasse die Hacksoftware der Salarianer drüber laufen und hoffe, dass es klappt. Wenn es nicht klappt haben wir nichts verloren, oder?“ Der Turianer legte den Kopf schief und zuckte mit den Schultern „Stimmt… Wie weit seit ihr dahinten?“ „Sind dabei, dauert noch n Moment.“ Bisher schien es viel zu ruhig, entweder konnten ihre Kameraden die Feinde gut zurückhalten oder sie würden eine böse Überraschung erleben. „Hei, es klappt!… zumindest ein wenig. Ich kann auf manche der Kameras Zugreifen. Also dass muss man den Salarianern lassen, mit Tech können sie umgehen… ****, das sieht nicht gut aus, die Angreifer rücken vor, 15 bis 20 Minuten, wenn unsere Leute sich gut halten.“ „Wo sind sie im Moment?“ Selak trat näher zu Deni um auch sehen zu können was dessen UW anzeigte. Sie sind bereits bis zum Rand der Basis vorgerückt.“ „Mist“
Schüsse im Inneren des Hauses ließen die Soldaten zusammenfahren. „Was passiert da oben?“ „Egal, hier wird’s gleich ungemütlich… Scheiße, sie haben die Kameras deaktiviert, ich kann nichts mehr sehen.“ Die Verteidiger machten sich bereit auf Widerstand zu treffen. „Die Kavallerie ist da, geht nach hinten und helft den Anderen, wir halten hier die Stellung, beeilt euch!“ Die ersten beiden Achtergruppen hatten ihre Kampfausrüstung montiert und traten nun zu der zu sichernden Tür. „Danke, viel Glück“ erwiderte Selak auf Jennis Befehl hin und trat um die Mauer herum zu den Montageplätzen. Plötzlich herrschte Stille. Nach kurzem war ein metallisches klimpern zu hören, ein kleiner zylindrischer Körper flog im Treppenhaus gegen eine Wand und purzelte die Treppe runter. „Granate!“ schoss es Jenni sofort durch den Kopf. Gerade als sie reagieren wollte, wurde der kleine Zylinder von einer blauen Kugel getroffen und wieder hinaufgeschleudert. Anstelle eines ohrenbetäubenden Knalles war nur ein leises ploppen zu hören, gefolgt von einem Zischen. Nach wenigen Sekunden begannen dicke Rauchschwaden den Gang hinunter zu sinken. „Scheiße, Schockwelle um den Gang zu sichern, danach rücken wir vor, Verschließt die Tür hinter euch, wir müssen uns mehr Platz zum manövrieren schaffen.“ Jenni gab die Meldung über den internen verschlüsselten Funk weiter, so brauchte sie nicht laut zu schreien und der Feind wusste nicht was ihn erwartete. Wie angeordnet donnerten zwei Schockwellen das Treppenhaus hoch, die Wucht der biotischen Explosionen, die sich ihren Weg durch den Rauch bahnten, war dabei groß genug ,um die Stufen zu beschädigen und beträchtliche Stücke des Wandverputzes zu zerschlagen und abzureißen. Shalera öffnete die schwere Tür vor sich mit ihrem UW, ein Teil der Soldaten trat sofort nach draußen, die anderen folgten etwas versetzt. Bei der ersten Wende der Treppe stoppen sie kurz. Niemand hatte ein Waffe mit Thermalvisier, es war also unmöglich genau zu erkennen was vor ihnen lag. Es war extrem unangenehm blind vorgehen zu müssen, das einzige Hilfsmittel war der Plan des Gebäudes, sie konnte durch die Echtzeiteinblendung erkennen wo sie sich etwa befanden. „Zweiter Teil sichern…“ Sie sah kurz über ihre Schulter der direkt hinter ihr stehende Umriss gehörte anscheinend Marcel und war auch mit seinem Namen angeschrieben. Dank der Kommunikation zwischen den einzelnen Anzügen war es möglich immer die Umrisse von selbigen eingeblendet zu sehen, was das agieren unglaublich vereinfachte. „Marcel, Singularität auf mein Kommando.“ Sie markierte einen Punkt, da wo sie das obere Ende des Treppenhauses vermutete und machte sich bereit. Ihre Barrieren waren aufgeladen, mit rasendem Puls sprang Jenni um die Ecke startete ihre Schockwelle und ging sofort wieder in Deckung. Einige Schüsse waren zu hören,mindesten zwei verfehlten sie nur knapp und bohrten sich keinen halben Meter neben ihr in die Wand. Unmittelbar nach dem dumpfen donnern der zweiten Explosion war ein lautes Krachen gefolgt von einem metallischen scheppern zu hören. Irgendetwas oder Jemanden hatte Jenni erwischt. Das Licht war auch ausgegangen, die Lampe die im Treppenhaus gehangen hatte schien den Angriff ebenfalls nicht überstanden zu haben. Mit einer Augenbewegung ließ sie die Markierung grün aufleuchten, was für Marcel der Befehl war seine Singularität einzusetzen. Diesem Befehl kam er auch gleich nach. „Los wir stürmen!“ „WAS?! Aber meine Singularität...?“ „Barrieren oben halten, jetzt erwarten sie uns garantiert nicht!“ Mit einer Handbewegung deutete sie ihren Kameraden an ihr zu folgen und setzte sich in Bewegung, kaum um die Ecke getreten schleuderte sie ein Wurffeld in Richtung der Singularität um eventuell darin gefangene Feinde aus dem Weg zu räumen. Die resultierende Detonation zweier entsprechender Biotiken konnte gewaltige Kräfte aufbringen. Sie wusste nicht genau ob und wenn ja, wo in dem Strudel der Singularität sich ein Gegner befinden würde. Relativ unerwartet kam deshalb auch die Druckwelle selbiger Detonation. Von den Wänden des Treppenhauses und der Decke darüber platzen abermals Verputzstücke ab und fielen auf die BDF herab. Jenni rannte nun gefolgt von ihren Kameraden die Treppe hoch, der sog der Singularität war deutlich spürbar, ihre Barriere schützte sie jedoch davor von den Füßen gehoben zu werden. Etwas strauchelnd kamen die Soldaten aus der Rauchwolke geschossen. Der Eingangsraum war kaum beschädigt, wie Jenni im ersten Moment auffiel. Es sah gar nicht aus, als ob hier ein Kampf gewütet hätte. Zeit für weitere Gedanken blieb nicht, es waren Feinde in dem Raum zu sehen. Weder Cerberussoldaten, noch Aliens, bewaffnete Drohnen, wie sie auch von diversen Polizei und Sicherheitskräften eingesetzt wurden, richteten nun ihre Waffen nach ihnen aus. Aus Reaktion feuerte sie auf eine vor ihr stehende Drohnen, Zeit zu zielen blieb ihr nicht, einen weiteren mechanischer Feind direkt neben ihr drohte sie aufs Korn zu nehmen. Sie schnellte herum und schlug der Drohne den Schaft ihres Gewehres ins Gesicht. Diese wurde etwas zurückgeworfen, schien aber noch keinen Schaden davongetragen zu haben. Jenni setzte nach, bei einem zweiten schlag mit der Unterseite des Laufes stolperte die Drohne vor eines der Fenster. Dieses war bis zu jenem Zeitpunkt noch intakt gewesen, was Jenni äußerst seltsam vorkam, da das Gebäude doch massiv beschossen worden sein müsste. Hinter ihr war ein riesen Radau zu hören, automatische Waffen wurden abgefeuert, Glas zerbrach und ein Biotische Detonation den Raum erschütterte. Ein blauer Schleier flammte um sie herum auf, mit einem Biotisch verstärkten Schlag drosch sie den Mechanischen Körper durch das Fenster nach draußen auf den Hauptplatz. Hinter ihrem Rücken waren keine Schüsse mehr zu hören. Die Luft war immer noch erfüllt von dem Qualm der Rauchgranate, jedoch nicht im Maße, sodass man nicht mehr hindurchsehen könnte. Der Raum sah nun ziemlich anders aus, als noch vor wenigen Sekunden. Manche Scheiben waren zerbrochen, einige der Drohnen lagen übel verkrümmt und verdreht am Boden. Dort wo Garon mit seinem biotischen Sturmangriff einen Feind mit voller Wucht gegen ein der Wände gerammt hatte, war ein kleiner Abdruck zu sehen. Auch sonst waren die Wände fleißig dekoriert, überall waren die kleinen Farbspritzer von Übungsmunition zu sehen. Drei der Ursprünglich vier Lampen waren noch an stelle, ein flackerte jedoch nur noch, im Treppenhaus waren gar keine Lampen mehr vorhanden. Im Augenblick herrschte Ruhe, die Gruppe stand ziemlich verwirrt da und sah sich um, etwas stimmte nicht. „Wo sind die Verteidiger hin? Und wieso sind unsere Waffen mit ÜBUNGSMUNITION geladen?“ Garons Frage jagte Jenni einen kalten Schauer über den Rücken „Weil das ne Übung ist! Verdammt!“ Verärgert darüber, dass sie es nicht eher bemerkt hatte, trat sie wütend gegen einen der umgekippten Stühle. „Ach Scheiße, Reeston wird sich garantiert freuen, wenn er das hier sieht, sieht für mich nach ner nötigen Renovierung aus, was meinst du?“ Denis Frage war an Joshua gerichtet, der neben ihm stand. „Ich glaub eher drei Monate Sonntagswache…“ Vom Hauptplatz her waren Schritte zu hören. Da niemand so genau wusste was vor sich ging, blieben sie vorsichtig, jeder der von den Waffenschränken unten ein Gewehr hatte, zielte auf die Haupttür, die anderen bauten eine Barriere um sich und ihre Kameraden herum auf. Als Reeston die Tür aufstieß weiteten sich seine Pupillen, sein besorgter Gesichtsausdruck wich blankem Schrecken. „Waffen runter!“ befahl Jenni sofort, als sie erkannte, dass es sich bei dem vermeidlichen Feind um einen Vorgesetzten handelte. Der Gesichtsausdruck des Colonels änderte sich aber nur begrenzt, lediglich ein wenig Verständnislosigkeit mischte sich dazu. „Was zu Hölle ist denn hier geschehen!? Was soll dieser Scheiß!?“ polterte er los. „Sir, wir wurden offensichtlich angegriffen und sind wie geübt vorgegangen, wir haben uns sofort ins Unt…“ „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das Zerlegen der Inneneinrichtung meines Stützpunktes zum Standardvorgehen im falle eines Angriffes gehört, schon gar nicht bei einem simulierten!“ „Wir waren nicht darüber informiert worden, dass es sich hierbei um eine Übung handelt, wir sind bis vor wenigen Augenblicken von einem Ernstfall ausgegangen.“ „Was denkt ihr warum wir euch nur ÜBUNGSMUNITION geladen hatte?!“ Er schien immer noch sehr aufgebracht zu sein, sein Ton hatte sich jedoch verändert, er klang nun nicht mehr tadelnd sondern eher verständnislos. „Die Situation erforderte es, um ein minimales Risiko für meine Einheit zu
garantieren, Biotiken einzusetzen. Dabei sind halt gewisse Schäden entstanden. Aber Material ist ersetzbar, das Leben von Soldaten nicht.“ Mit nachdenklichem Blick begann Reeston durch den Raum zu gehen, wahrscheinlich um die entstandenen Schäden zu begutachten. „Ich muss zugeben, dass diese Aussage nur allzu wahr ist… aber habt ihr eine Ahnung wie ich das der Versicherung erzählen soll?“ Er konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Plötzlich hielt er inne und bewegte sein Gesicht mit prüfendem Blick näher an die Wand. Von draußen waren weitere Bewegungen zu erkennen. Eric und einige andere N7 Soldaten waren vor das Fenster getreten. Als sie sahen was drinnen vor sich ging, hielten sie sich sofort prustend die Hände vor den Mund und verschwanden Augenblicklich wieder. „Jenni, was ist da oben los, ist das ganze schon vorbei?“ fragte jemand per Funk. Die Stimme gehörte Selak, er hatte gerade seine Panzerung fertig montiert und trat zusammen mit den restlichen Soldaten nach oben. „Schlechter Zeitpunkt, erklär ich euch gleich. Wir haben grad ziemlichen Mist gebaut, ist besser ihr redet gerade nicht.“ Reeston ,der den Abdruck im Verputz einen Moment lang genauer betrachtet hatte, wandte sich nun wieder den Soldaten zu. Mit fragendem Blick sah er die Soldaten kommentarlos an. Betreffendes Schweigen herrschte in dem Raum. „Ist das hier das was ich denke? Wie ist das bitte entstanden?“ „Das ist mein Verschulden“ meldete sich Garon. „Das ist wohl entstanden, als bei meinem Sturmangriff das Kontrollmodul der Drohne zwischen meine Schulter und die Wand geraten ist…“ „Auch wenn du versuchst es nett zu formulieren, hast du den Schädel einer 100.000 Credits Übungsdrohne gegen eine Wand geschlagen… so, dass man ihre Seriennummer beinahe lesen könnte.“ „Wenn ihn das freut wird er beim Treppenhaus nen Herzinfarkt kriegen“ funkte Kiara lachend. „Egal, das ganze können wir gleich bei der Einsatzbesprechung weiter ausführen, meldet euch bei den anderen in der Kantine, ich komme auch gleich.“ „Ja Sir“ Antwortete die ganze Gruppe und trat nach draußen. „Beeilt euch, bevor er einen Bli…“ „Oh, Ooh!“ das wütende Schnauben von Reeston ertönte ,kaum als die letzten den Raum verlassen hatten. „ck ins Treppenhaus wirft.“ Die Gruppe schritt hastig über den Platz zu der Kantine, der durch das innere des Gebäudes wäre zwar näher gewesen, aber ein wenig Frischluft war nun auch nicht schlecht.
Im Inneren der Kantine waren laute Gerede und noch viel lauteres Gelächter zu hören. Es fühlte sich zwar etwas seltsam an in voller Kampfmontur um halb vier Uhr morgens in die Kantine zu gehen, aber nach der Aufregung der letzten halben Stunde machte das auch keinen Unterschied mehr. Als sie in den hell erleuchteten Raum traten, war dieser ziemlich gut gefüllt. Die Biotikausbilderinnen der Asari, Eric und seine Einheit, sowie ein Haufen anderer Soldaten saßen an den Tischen und diskutierten eifrig. Jennis Augenmerk fiel besonders auf den Trupp von Eric, deren Anführer gerade dabei war wild mit den Händen gestikulierend etwas zu erzählen. Einige der Zuhörer hielten sich vor lachen den Bauch und hatten bereits rote Gesichter. Nun war ihre Neugier geweckt, sie trat auf Eric zu, dieser bemerkte sie jedoch nicht, zu sehr war er in seine Erzählung vertieft. „Und wir kommen gerade vom Haupttor zurück ,da sehen wir Reeps mit nem Gesicht, rot wie ne Signalfackel in Richtung Hauptgebäude stapfen. Und als er noch etwa 20 Me… Met…“ Eric musste kurz unterbrechen, er konnte kaum mehr reden, da er krampfhaft versuchte nicht zu lachen „Er war also noch 20 Meter von der Tür weg, als ihm durchs Fenster eine der Übungsdrohen entgegenfliegt und ihn nur um ein paar Meter verfehlt.“ Die ganze Gruppe brach erneut in schallendem Gelächter aus. Eric hielt sich einen Finger vor den Mund, um den anderen zu signalisieren ruhig zu sein. Als sich seine Kameraden nach ein paar Sekunden wieder gefangen hatten führe er fort. „Es wird noch besser. Der Colonel dreht also schon im roten Bereich, wir gehen natürlich hin, um zu sehen was los ist, die Übung ist da ja schon beendet worden. Als wir bei dem Gebäude ankommen, stehen da die Neulinge drin und haben ihm die komplette Bude verwüstet. Und Reeston steht einfach da und versucht sich krampfhaft zu beherrschen. Da hätt nicht mehr viel gefehlt und der wär hochgegangen…“ „Wie damals bei Higgins…“ Bei dieser Bemerkung lachten die meisten wieder laut heraus. Der Soldat der Eric gegenüber saß erkannte nun ,dass Jenni und ein Teil der BDF hinter selbigem standen und das wohl schon einen Moment lang, weshalb er nun vor Lachen beinahe von der Bank gefallen wäre. Eric bemerkte im nächsten Moment auch gleich wieso. Jenni legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte grinsend „Da konnten wir aber nichts dafür, uns hat niemand gesagt, dass es eine Übung ist… ist hier noch Platz?“ Der N7 Soldat der vor ihr saß erschrak gehörig, als er sie erkannte stand er sofort auf und klopfte ihr auf die Schulter. „Respekt, ich glaub nicht , dass ich mich getraut hätte da drinnen dermaßen zu randalieren.“ Respektvoll klatschte er und seine Kameraden kurz, bevor er ihnen mit einer Geste andeutete Platz zunehmen. „Klar könnt ihr euch setzen, wir rutschen noch ein wenig zusammen, dann sollten wir hier drinnen genug Platz für alle haben.“ Die BDF hatte mittlerweile schon ein paarmal mit der Einheit von Eric trainiert und so verstanden sie sich bereits ein wenig besser, auch wenn sie sich immer noch so fühlte, als würden die Blicke der Soldaten sich langsam durch ihre Brustpanzerung bohren. „Es ist ja verständlich, dass ihr von dem Ganzen nichts gewusst habt, eine Überraschungsübung wäre ja auch ziemlich sinnlos, wenn man sie ankündigt.“ Bereits auf dem Weg nach hier drüben hatten sie die Masken abgenommen, Nun legten diejenigen, die das nicht auch schon auf dem Weg gemacht hatten, auch noch ihre Helme ab. Jenni strich sich durch die Haare, um die Strähnen die vor ihrem Gesicht hingen von da weg zu bekommen. „Schon klar, aber sowas wie “Übungsbiotiken“ gibt es nun mal nicht, wir können zwar variieren mit wie viel Kraft wir eine Biotik wirken, aber das klappt nicht bei allen Techniken. Eine Schockwelle zum Beispiel kommt immer mit ner ordentlichen Wucht daher. Das Resultat habt ihr ja gesehen.“ Schulterzuckend sah sie die breit grinsenden N7 Soldaten an. „Na wenn das ein versehen war, dann will ich mal sehen was passiert, wenn ihr den Raum wirklich zerlegen wollt“ meinte einer der anderen Soldaten. „Habt ihr denn Bescheid gewusst?“ Fragte Shalera nach einigen Sekunden neugierig. „Mehr oder weniger, ich, wir haben es erst erfahren ,als wir bereits angefangen hatten auf die “Angreifer“ zu ballern. Die Leute die zu dem Zeitpunkt Wache hatten haben uns gesagt, dass es ne Übung ist, nicht damit wir irgendwo plötzlich scharfe Munition und Granaten benutzen.“ „Habt ihr den auch gegen Drohnen gekämpft?“ fragte Jenni. „Nein, wir durften uns mit Asari Kommandos rumschlagen, euch haben sie die Drohnen auf den Hals gehetzt, da du das letzte mal gesagt hast, dass sonst Leute sterben würden.“ Sie warf Eric einen gespielt vorwurfsvollen Blick zu „Hei, also ich habs nicht ganz so krass formuliert.“ „Stimmt, aber ich denke ich weiß jetzt was du damit gemeint hast.“ Nach kurzem Schweigen ergriff Ivana das Wort. „Ihr habt vorhin etwas von Higgins erwähnt und das Reeston da ausgerastet sei…“ „Stimmt, das könnt ihr ja
gar nicht wissen…“ begann der Soldat der Eric gegenüber saß. „Also es ist… hm… ach spielt ja nicht so ne Rolle, sagen wir einfach es ist mindestens ein Jahr her, damals waren einige von uns selbst noch Grünschnäbel gewesen. Jedenfalls hatte Reeston da wohl Stress mit seiner Alten gehabt. Nur so nebenbei, sie sieht nicht schlecht aus und ist auch ganz nett, aber wenn sie wütend ist… Ich würd lieber n halbes dutzend Kroganer im Nahkampf bekämpfen, als sie. Die Beiden hatten jedenfalls mal wieder Streit, dementsprechend war Reeston suuuper gelaunt. Einige von uns…“ er sah Eric und eine anderen Soldaten ernst an „konnten es dennoch nicht lassen blöde Witze zu machen und Scheiße zu bauen. Den guten Higgins hat es dann ziemlich unschuldig erwischt.“ „Meine Waffe hatte Ladehemmungen, ich hab sie nach mehrmaligem versuchen immer noch nicht wieder in Gang bekommen. Plötzlich steht der Colonel neben mir und schreit mich an, was der Scheiß Affenzirkus denn eigentlich soll. Dass ich weder etwas dafür konnte, noch irgendetwas falsch gemacht hatte, war ihm in dem Moment ziemlich egal. Er hat mir das Gewehr weggenommen und es ziemlich energisch selbst versucht. Natürlich hat es bei ihm in dem Moment auch nicht funktioniert. Mein armes Gewehr musste die Konsequenzen tragen, er hat es zweimal gegen die Kante des Schießstandes geschlagen, sich dabei irgendwo, und ich dann mir bis heute beim besten Willen nicht vorstellen wo, den Finger eingeklemmt. Also hatt er mein Gewehr in den Abfallbehälter für leere Thermomagazine geworfen und mir gesagt, ich solle Steine werfen oder mir eine andere “weniger behinderte“ Waffe holen.“ Die Soldaten der BDF mussten nun genauso grinsen ,wie die von Erics Trupp. Higgins` Gesten und Grimassen trugen dazu auch erheblich bei. „Das war aber ziemlich asozial, hat er sich danach wenigstens entschuldigt?“ „Bist du irre?“ konterte Higgins auf Shaleras Frage. „Das wäre wahrscheinlich gegen jeden Stolz von Reeston gegangen, er hat mir am Abend unauffällig ein Bier hingestellt, das Ganze lief ohne Worte und ohne Aufsehen ab, aber er zeigte, dass es ihm leid tat…auf eine spezielle Weise halt.
Die Gespräche liefen etwa noch fünf Minuten weiter, sie verstanden sich gut, und es war interessant zu erfahren wie der „Angriff“ für die Anderen gerade eben gewesen war. „Also haben sie euch den Befehl gegeben die Waffen nieder zu strecken, weil sie sonst nicht durchgekommen wären?“ fragte Arsilia neugierig. „Ja, die Kommandos bissen sich ganz schön die Zähne an uns aus. Wenn sie ihre Biotiken nicht einsetzten können und nur mit den Gewehren agieren müssen, dann können sie mit uns nicht mehr mithalten.“ „Das dürfte daran liegen, dass der Umgang mit Schusswaffen bedeutend weniger Gewicht hat, als die biotische Ausbildung.“ Eric wandte sich nun Arsilia zu, die am anderen Ende des Tisches saß . „Ja, das stimmt, aber du musst auch sehen, dass die Ausbildung mancher Kommandos länger dauert, als unser ganzes Leben. Was ich damit sagen will ist, es hat einen guten Grund warum ihr so viel Schießtraining habt. Ihr sollt die Stärken beider Einheiten vereinen… das ist ne gewaltige Herausforderung und bestimmt auch eine große Last. Alle Ratsspezies sehen auf dieses Projekt und erwarten, dass es ein Erfolg wird.“ „Naja, es hatt auch gute Seiten, so neben dem harten Training ,den brutalen Ausbildern, der kaum vorhandenen Freizeit und dem nur begrenzten Lohn… ok, vielleicht hat es doch nicht so viele Vorteile.“ Nach einem Augenblick des Schweigens begann Jenni zu grinsen „Nein Spaß beiseite, ich bin froh, dass ich angenommen habe. Ich hätte wohl kaum jemanden von meiner jetzigen Einheit so gut kennengelernt, wie jetzt. Und von euch hätte ich auch nie jemanden kennengelernt. Ich wollte schon immer mal n paar N7 als Freunde haben, auch wenn ich nie gedacht hätte dann selbst auch eine zu sein.“ Die meisten Anwesenden mussten schmunzeln. „Dein Spruch von vorhin finde ich aber jetzt schon ziemlich gemein… “brutale Ausbilder“ ich bin ja auch zu einem gewissen Grad euer Ausbilder. War ich wirklich schon mal brutal zu euch?“ „Nein, aber das ist auch gesünder, du weißt ja was Jenni mit Ausbildern macht, die ihre Leute schlecht behandeln…“ antwortete Joshua. „Ihnen ins Gesicht treten?“ entfuhr es Eric lachend. „Oder gleich n Knie in die Brust“ fuhr der BDF Soldat fort. Nun sahen ihn diejenigen, die nicht zu Jennis Einheit gehörten, fragend an, sie hatten das von Tirana noch gar nicht mitbekommen. „Danke ,dass du das ganze so diskret behandelst!“ meinte Jenni etwas missmutig. Sofort wurde Joshua sein Fehler bewusst und er errötete. „Oh Mist, hei tut mir echt leid Jenni, ich wollte nicht…“ „Was er damit gemeint hat ist ein kleiner Ausrutscher beim Nahkampftraining“ unterbrach Jenni ihren Kameraden. „Ich musste gegen eine der Asari Ausbilderinnen antreten, sie hat einige meiner Leute wie Dreck behandelt und mir nen Zahn ausgeschlagen, da hab ich zurückgeschlagen. Ich hab ihr mit dem Knie gegens Brustbein getreten, außer nem keuchen und leisem fluchen, während sie zusammengekauert am Boden lag, habe ich in den nächsten Stunden nicht mehr viel von ihr gehört… aber wie gesagt, das war ein Ausrutscher.“ „Von wegen Ausrutscher, jeder Wrestler hätte sich von dem Move ne Scheibe abschneiden können.“ warf Alex ein. Er machte mit einer Geste Jenni Angriff nach und grinste Breit. „Oh mann, mit denen würd ich auch gerne mal trainieren“ meinte einer von Erics Leuten und hob die Hände, als würde er sich bereit machen Schlage abzublocken. Aus seiner Stimme ließ sich deutlich heraushören, dass er dabei Hintergedanken hatte. Als er sich nach links drehte und ihm wieder ins Gedächtnis gerufen wurde, dass er sich mit mehreren Asari am selben Tisch befand ,sah er sofort peinlich berührt und mit leichter Rotfärbung im Gesicht vor sich auf den Tisch. „Bist du sicher? Die meisten von denen sind richtige Tiere, wenns ums Kämpfen geht und zimperlich sind sie auch nicht gerade.“ Eric nickte leicht und starrte für einen Moment nachdenklich auf die Tischplatte. „Ich hätte trotzdem gerne auch die Begabung“ er begann mit den Händen zu Gestikulieren „das Talent, ein Biotiker zu sein, auch wenn man hart trainieren muss.“ „Ich muss dich warnen, Biotiker zu sein heißt nicht nur, dass du dinge rumschweben lassen kannst und im Dunkeln wie na Lavalampe leuchtest, wenn du es willst. Das bedeutet auch, dass du als Kind alleine spielst, weil die anderen Eltern ihren Kindern verbieten mit dir zu spielen, weil sie Angst haben, dass du aus versehen jemandem einen Arm oder ein Bein brechen könntest. Es bedeutet auch, dass du nach der Schule nicht mit den Freunden, die du hast, Fußball spielen kannst, sondern in einer Halle trainierst, um niemanden mit deinen Fähigkeiten zu verletzen. Und du nie zu einer Party eingeladen wirst, weil du der Freak bist, der nie Zeit hat um mal raus zu gehen… und die Tatsache, dass du ne Frau ausziehen kannst ohne sie zu berühren, kommt bei weitem nicht bei allen Mädels gut an… Au!“ Tanja, die neben Deni saß, hatte ihm für seinen Spruch gegen die Schulter geschlagen. „Siehst du, sogar hier werde ich gemobbt, weil ich Biotiker bin“ fügte er mit verzweifelter Mine an. „Nein, sondern weil du ein Spinner bist.“ Meinte die junge Frau, die ihm gerade einen freundschaftlichen Hieb verpasst hatte. „Das war gerade ein wenig übertrieben was Deni gesagt hat, aber es stimmt schon, Biotiker zu sein bringt mehr Pflichten und Verantwortungen als Vorteile, zumindest während der Kindheit. Das ist die Schattenseite, die viele vergessen… außer die Sache mit dem Leuchten…“ meinte Tanja. „Das ist doch ein Witz oder?“ platzte es aus einem der Soldaten heraus. „Nein, wenn du im Dunkeln was suchst ist das echt nützlich…“ nachdem sie sich einen Moment an den langen Gesichtern der Soldaten erfreut hatten, brachen die Biotiker in Gelächter aus. „Sorry, aber mit dem Spruch kriegt man einfach alle dran, die sich nicht auskennen“ meinte Tanja einen Moment später, als sie ihr Lachen wieder im Griff hatte. „Ich würde es trotzdem gerne mal erleben, bei dem Projekt dabei sein zu können bedeutet etwas leisten zu können, etwas bewegen zu können.“ „Falls dich das tröstet Eric, ich bin mir sicher du wärst ein guter Biotiker, du hast Disziplin und Ehrgeiz das ist viel wert“ meinte Jenni mit einem freundlichen Schulterklopfen. „Danke“ antwortete er lächelnd. „Ich hab da mal ne Frage, wie ist das denn eigentlich so wenn an ne Biotik wirkt? Wir sehen da immer nur dieses blaue Leuchten, aber wie fühlt sich das ganze denn an?“ fragte einer der Soldaten. Nachdenkliche Blicke wurden unter den Biotikern ausgetauscht. „Das ist schwer zu beschreiben, versuch mal nem blinden Farben zu beschreiben.“ Versuchte Shalera sich zu erklären da es wirklich schwer war so etwas zu umschreiben. „Es kribbelt und ist unglaublich anstrengend, es sieht zwar leicht aus, aber macht einem tierisch fertig“ fügte sie an. „Wenn das einem aber dermassen schlaucht, ist dann eine so fette Rüstung nicht ziemlich eine schlechte Idee?“ „Schwer vorstellbar aber mit denen zu kämpfen fühlt sich an als würde man gar nichts tragen. Ziemlich unheimlich manchmal.“ Nach seiner Antwort auf die Frage des Soldaten bewegte Deni die Finger seiner Hand, ballte die Faust und entspannte sie wieder. „Das ganze Teil wiegt also nichts? Das kann aber nicht sein bei der Panzerung“ „Die Synthetischen Muskeln tragen das Gewicht selber, wenn man sich erst mal an den Sensoranzüge gewöhnt hat dann fühlt es sich tatsächlich fast an als würde man nichts tragen.“ Bevor sie weiter sprechen konnten wurden sie von Reeston unterbrochen. Dieser war in den Raum getreten und hatte sich vor den Tischen hingestellt. „Soldaten, hört mal alle her, wir werden jetzt die gerade stattgefundene Übung besprechen. Als erstes werden die “Angreifer“ ihre Kritik anbringen.“ In der kurzen Pause in der Tirana nach vorne trat stiess Eric Jenni an den Arm und flüsterte leise. „Hei der Colonel hat mir heute noch was erzählt, es geht um das Training nächste Woche. Ich solls zwar nicht weiter erzählen aber ich denke das könnte dich durchaus intressieren.“
Ich werde natürlich versuchen nächste Woche genauso spannend weiter zu machen wie ich jetzt aufgehört habe.
Modifié par elitedefender2, 11 mai 2013 - 04:53 .





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