Damit nicht jedesmal das selbe am anfang meiner Rückmeldungen steht fange ich jetzt einfach direkt an.
Also, die Vorposten mussten wenn der erste Vorposten erobert wurde alle innerhalb eine halben Stunde erobert werden, sprich zwischen dem ersten und dem letzten dürfen nicht mehr als 30 min liegen. Anschliessend mussten sie eine halbe Stunde die Position halten.
Zum zweiten Punkt, für die Vorposten Eroberungen waren die Teams noch gemischt. Vielleicht habe ich mich mal falsch geäussert aber mir war das ich am Anfang gesagt habe das sie sich gleichmässig verteilt hatten und dann auch so die Vorposten angriffen. Der Hauptangriff erfolgte dann in anderer Konstelation, Hammer und Dolch stürmten Schwert nahm die Basis unter Beschuss und Erics Leute gaben Deckungsfeuer. Wenn das in der Geschichte erwähnte mit dem hier in Konflikt steht bitte melden wo.
zur dritten Frage: Ich bin absichtlich nicht darauf eingegangen da ich es nicht in die Länge ziehen wollte. Ich hoffe du verstehst das.
Da das hier das letzte Feedback für den Moment war möchte ich mich für alle noch einmal bedanken und hoffe das dir auch das nächste Kapitel wieder gefällt
Super Awesome Stories: Aftershock, Sense of Smell, Bleeding Memories, Salvation etc.
Débuté par
TopSun
, avril 14 2012 06:33
#576
Posté 15 mai 2013 - 06:09
#577
Posté 15 mai 2013 - 06:39
Ich danke dir vielmals für die kurze Erklärung. Habe es jetzt verstanden. ^^
Das wars auch erstmal mit den Feedbacks. Bin wieder auf dem aktuellen Stand und fiebere dem nächsten Kapitel entgegen. =D *freu*
Das wars auch erstmal mit den Feedbacks. Bin wieder auf dem aktuellen Stand und fiebere dem nächsten Kapitel entgegen. =D *freu*
#578
Posté 21 mai 2013 - 07:01
Es ist eine Weile her seit ich das letzte Kapitel gepostet habe wesshalb ich mich freue das ich hier das neue Kapitel posten kann. Bevor ich aber hier schon zu viele Worte verliere wünsche ich viel Spass.
Kapitel 34
Sie musste mitansehen wie mehr als die Hälfte ihrer Kameraden, die sich um das
Shuttle herum aufgestellt hatten, getroffen wurden. Erstarrt vor Schreck was
gerade vor ihren Augen geschah, konnte Jenni sich nicht rühren, erst als einer
der vermeintlich Verbündeten sie ins Visier nahm, konnte sie sich losreißen.
Mit einer Handbewegung ließ sie ihren Kontrahenten in der Bewegung erstarren.
„Stase! Feuer erwidern!“ Sie benutzte diesmal nicht ihren Funk, sie schrie den
Befehl einfach raus und verpasste den zuvor in Stase gesetzten Feind eine Kugel
mitten ins Visier seines Helmes. Die anderen Wachen auf der Mauer eröffneten
ebenfalls das Feuer, all jene die unten gestanden hatten und nicht sofort
getroffen wurden, waren in Deckung gesprungen oder hatten sich auf den Boden
geworfen und sich tot gestellt. Jeder von ihnen hatte eine Waffe bei sich
getragen und setzte diese nun auch ein. Noch ehe die Angreifer sich hätten
eingraben können, lagen sie bereits von allen Seiten unter Beschuss. Sie
mussten ganz schön einstecken, keiner hatte in der Stresssituation genau
geschaut, wie viele auf den Soldaten schossen, weshalb manche gleich mehrere
dutzend Kugeln abbekamen. Der Kampf war schnell zu Ende, die Bilanz äußerst
traurig. 19 gefallene Soldaten auf der Seite der BDF und Erics Trupp, Eric
selbst war auch unter den zu beklagenden Gefallenen. Er war als einer der
ersten getroffen worden, weil er die anderen Soldaten hatte begrüßen wollen. Vorsichtig
und mit erhobenen Händen trat nach einigen Sekunden der Pilot aus dem Shuttle.
„Ihr könnt einsteigen, ich habe Anweisung euch aus dem Trainingsgebiet zu
fliegen.“ „Ganz sicher, wir steigen zu dem Typen ins Shuttle, der gerade ein
halbes Dutzend Feinde in unserem Stützpunkt abgesetzt hat… Ich wär dafür ,dass
wir ihn hier lassen und selbst fliegen!“ „Kannst du denn ein Shuttle fliegen?“
fragte Jenni Selak, der gerade den Piloten angeschnauzt hatte. „Nein, aber
vielleicht einer von Erics Leuten.“ „Von denen die noch leben, können zwei
fliegen, wir haben aber keinen offiziell anerkannten Flugschein und dürfen
somit nicht.“ Es herrschte einen Moment lang Stille, sie wussten alle, dass sie
keine andere Option hatten, als dem Piloten zu vertrauen. „Ok, zuerst die
Verletzten oder Gefallenen, einer der fliegen kann geht mit, wenn der Pilot
scheiße bauen will schaltest du ihn aus und landest das Shuttle außerhalb des
Trainingsgebietes. Alle anderen helfen beim Wache schieben, ich habe keine Lust
jetzt noch einem Überraschungsangriff zum Opfer zu fallen!“ Wie von der nun
alleinigen Anführerin angeordnet, stiegen diejenigen, die getroffen worden
waren, als erstes ein. Das Shuttle hob ab und war bereits nach kurzem hinter
den Wipfeln des sie umgebenden Waldes verschwunden. Sehr zum Erstaunen der
zurückgebliebenen Soldaten kehrte es nach einigen Minuten sogar wieder zurück.
Flug um Flug wurden die Verteidiger weniger. Mit jeder Gruppe, die weggebracht
wurde, stieg die Nervosität unter den Wachen, es wurde immer schwieriger sich
im falle eines Angriffes zu verteidigen und das Shuttle schien jedes Mal länger
zu brauchen. Die zweitletzte Gruppe war gerade abgeholt worden und sie waren
nur noch zu acht in der Basis. Wenn man sie jetzt angegriffen hätte, wären sie kaum in der Lage die Basis zu
halten, dementsprechend nervös waren sie. Nach einer endlos erscheinenden
Wartezeit konnten sie das wieder anfliegende Shuttle ausmachen. Eilig
überprüften sie ein letztes Mal den Stützpunkt, ob etwas vergessen worden war.
Kaum setzte das Shuttle wieder auf ,stiegen sie alle ein und schlossen die
Türen hinter sich. „Endlich, ich dachte schon wir kämen hier nie wieder weg.“
Die Soldaten hatten ihre Helme ausgezogen und sich gesetzt. Jenni legte ihren
Kopf nach hinten und atmete tief durch, es war ein herrliches Gefühl bald
wieder zu Hause zu sein. Einen Moment später erschrak sie an ihren eigenen
Gedanken. Sie sah den Stützpunkt als ihr Zuhause an? Nein, das konnte nicht
sein, sie wohnte nicht da, der Stützpunkt war nur ihr Arbeitsplatz. Ihre Augen
fielen zu, während ihre Gedanken sich immer weiter von der gegenwärtigen
Situation entfernten. „Wo ist man denn nun eigentlich zu Hause? Ich verbringe
zehn mal mehr Zeit auf dem Stützpunkt, als bei meinen Eltern. Ich habe kaum
noch Kontakt mit meinen früheren Freunden, ich habe keine Zeit etwas mit ihnen
zu unternehmen. Die Leute ,die ich am besten kenne und schätze sind hier, unter
meinem Kommando. Selbst die Frau, die ich liebe, ist hier. Ist also das mein
neues Zuhause?“ Die Gedanken fühlten sich seltsam an. „Nein, ich bin nicht hier
zu Hause, ich bin bei meinen Eltern zu Hause, in Sunset-Bay.“ Ein Ruck riss sie
aus ihrem Halbschlaf, das Shuttle war anscheinend gelandet. Sie war
wahrscheinlich mehrere Minuten lang in Gedanken versunken gewesen. Die Türen
öffneten sich, sie waren wieder an dem Punkt ,wo die Übung angefangen hatte.
Draußen warteten bereits ihre Kameraden auf sie, die Transporter für den
Rückflug standen schon bereit.
„Bevor wir ankommen, lasst uns vorher noch schnell was klären. Jetzt ist das
noch nicht sehr wichtig ,aber später werdet ihr vielleicht dankbar sein, wenn
ihr ein Erinnerungsfoto habt. Bei uns… also in unserer Einheit ist es so
Brauch, dass wir nach getaner Arbeit, wenn wir vom Einsatz zurückkehren, ein
Bild machen, ein Foto von unserer gesamten Einheit. Man weiß nicht, ob nach dem
nächsten Einsatz noch alle da sind, um ein solches Bild aufzunehmen. Das erste
Bild wird immer als Erinnerung dienen, an die Einheit, wie sie einst war. Jedes
weitere ermahnt einen wofür man kämpft, jeder Soldat der von den Bildern
verschwindet wird ein weiterer Grund sein nicht aufzugeben. Und zudem will man
sich ja auch an die gute Zeit, die man mit den Kameraden hatte, erinnern
können.“ Mit einem breiten Grinsen im Gesicht aktivierte Eric sein
Universalwerkzeug und schaltete die Kamera ein. Er machte ein paar Fotos von
seinen eigenen Leuten ,die breit in die Kamera grinsten, triumphierend die
Fäuste hoben oder alberne Grimassen schnitten. Es schien ihre Stimmung zu heben
das Geschehene wenigsten ein paar Minuten vergessen zu können. „Rückt mal ein
wenig näher zusammen… und zeigt mal ein wenig Freude, wir haben gewonnen!“ Die
beiden Angesprochenen Selak und Ivana saßen beide ziemlich geschafft da, wie
aufgefordert rückten sie etwas zusammen und lächelten beide in die Kamera. Die
nächsten zehn Minuten entspannte sich die Stimmung sehr, die anfangs müde und
lustlos herumsitzenden Soldaten hatten sich nun alle daran beteiligt sich
fotografieren zu lassen. Der Flug war so schnell vorüber und ehe sie sich
versahen setzten die Transporter auf dem Landeplatz neben dem Stützpunkt auf.
„So machen wir noch eines von unserer ganzen Kompanie, stellt euch mal etwas
zusammen… bildet zwei Reihen, die vorderen etwas in die Hocke, sonst kriegen
wir das kaum auf ein Bild. „Dann musst du aber auch aufs Bild Eric!“, rief
Arsilia, um den Lärm der Triebwerke zu übertönen. „Keine Sorge, ich komme
schon…“ mit einigen Eingaben in seinem UW startete er eine kleine Kugelförmige
Drohne, welche etwa einen Meter über Boden schwebte. Eilig trat er zu seinen
Kameraden und stellte sich zu ihnen. Nach einigen Sekunden löste die Aufnahme
aus und die Drohne zerfiel, ihre Teile verblassten und bereits nach ein paar
Sekunden war nichts mehr davon zu sehen. Nun meinte einer von Eris Leuten
„Jetzt müssen wir aber noch ein Bild von unseren beiden glorreichen Anführern
machen.“ Jenni konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Ich weiß nicht ob
glorreich das richtige Wort ist“ rief sie dem Soldaten zu. „Nicht so
bescheiden“ antwortete Eric, als er neben sie trat. Die meisten anderen machten
sich auf den Weg ihre Ausrüstung abzugeben. Die beiden traten nebeneinander,
Jenni zögerte einen Moment, sie entschied sich schließlich und legte ihm den
Arm auf die Schulter. Eric sah kurz etwas verwirrt zu ihr grinste dann aber
wieder in die Kamera. Nach einem kurzen Lichtblitz trat Jenni nach vorne „Zeig
mal her… Eric! Du hast hinter meinem Kopf Hasenohren gezeigt?! Lösch das Bild,
wir nehmen das noch einmal auf… und diesmal machst du keinen Blödsinn, klar!?“,
eilig stellte sie sich neben Eric, der breit grinste hin. „Ok, bereit?“ kam die
Frage des Soldaten, der sie fotografiert hatte. „******“ war das letzte was Eric
noch sagen konnte, bevor er hochgehoben wurde. Jenni hatte ihre Rüstung auf
maximale Unterstützung eingestellt, Eric an den Kniekehlen und am Rücken
gepackt und hochgehoben. Total perplex über die Reaktion seiner Kameradin
starrte er erst sie und anschließend den ihn fotografierenden Soldaten an.
„Lass mich sofort runter...!“ Jenni stellte ihn sofort ab, lautes Gelächter
platzte aus ihr und dem anderen Soldaten heraus. „Ich warne dich Phil, wenn du
das Bild nicht sofort löschst dann verscharr ich dich im Wald…“ „Schick mir das
Foto schnell, das muss ich den anderen zeigen“, rief Jenni ihm zu, während sie
sich auf den Weg zurück zum Stützpunkt machte. „Glaub nicht, dass das keine
Konsequenzen haben wird, junge Dame!“ rief Eric ihr hinterher. „Gut das ich
keine “Dame“ bin “, antwortet Jenni breit grinsend.
Das Ausziehen der Rüstung war unglaublich befreiend gewesen. Nach drei Tagen
praktisch ohne Pause in dem Ding, schien der Sensoranzug entgültig zur zweiten
Haut geworden zu sein. Schweiß hatte sich trotz durchlässigen Materials wie
Kleber auf ihrer Haut angesammelt. Der Vergleich mit Selbstklebefolie, die
abgezogen wurde, war zwar ziemlich eklig, aber leider hatte Tanja damit recht
gehabt. Am liebsten wäre Jenni gleich nackt rüber zur Dusche gegangen, aber
dafür waren im Moment viel zu viele Soldaten auf dem Stützpunkt. Ein T-Shirt
und Hose mussten reichen, die Unterwäsche sparte sie sich für die paar Meter.
Kaum war sie mit anziehen fertig, machte sie sich sofort auf den Weg, auf dem
sie Kiara einholte. Nach einem kurzen Kontrollblick, ob sie unbeobachtet seien,
schnappte Jenni sich ihre Hand und schob sie unter ihr Shirt. „Ich hab grad
keine Unterwäsche an…“ sie sah Kiara verführerisch an, diese zog sofort
erschrocken über die Aktion ihrer Freundin ihre Hand zurück und starrte sie
fassungslos an. Bevor Kiara reagieren konnte ,trat Jenni eilig an ihr vorbei
und grinste sie breit an. „Du scheinst ziemlich gut drauf zu sein, dafür, dass
du vorhin noch so müde warst.“ „Ja, ich kann duschen, was richtiges essen und
in einem gemütlichen Bett schlafen, das macht Laune… und ich kann wieder mit dir
duschen.“ Nach diesem Satz verschwand sie im Inneren des Gebäudes. Die folgende
Dusche war über alle Maße angenehm. Sie ließen sich alle Zeit der Welt, das
warme Wasser war herrlich entspannend. Anschließend ging es aber noch nicht zum
Abendessen, sondern zur Besprechung. Reeston wartete bereits auf sie. Sie
wurden zwar alle in die Kantine beordert, dort war jedoch noch kein Essen
vorbereitet. Das Einzige was auf eine warme Mahlzeit hoffen ließ, war der
liebliche Duft von würziger Soße, gebratenem Speck und Kroketten. Es war
geradezu Folter, nachdem sie sich drei Tage lang von Rationen, die alles andere
als lecker waren, ernährt hatten, solchen Gerüchen ausgesetzt zu werden, aber
noch nicht essen zu dürfen. Nachdem sich alle eingefunden hatten, begann Reeston
mit einigen Minuten Verspätung mit der Besprechung. Er hatte sich wie fast
immer bei solchen Anlässen vor sie gestellt „Bevor wir hier mit der Besprechung
anfangen, möchte ich euch zuerst noch etwas Zeigen…“ er aktivierte sein UW
„Dass hier sind Aufnahmen von euch bei der ersten Übung, an der ihr beteiligt
wart. Erinnert ihr euch noch? Das war noch vor eurem Umzug hierher.“ Die
Lichter im Raum wurden gedimmt und ein Projektion an der Wand hinter Reeston
begann zu laufen. Sie zeigte das Vorrücken der einzelnen Gruppen aus
verschiedenen Blickwinkeln. Die meisten
von Schräg oben, wahrscheinlich von einer Kamera, die in der Krone eines Baumes
angebracht worden war. Das Ganze wurde immer wieder von Einblendungen einer Karte,
auf welcher die Positionen der einzelnen Gruppen dargestellt war, unterbrochen.
Nach ein paar Minuten sprang die Aufnahme zu ihrem Angriff auf die Hauptbasis,
diesmal aus der Perspektive der Verteidiger, wahrscheinlich eine Direktaufnahme
ihres Visieres. Die Aufnahme endete nach einigen weiteren Minuten. „Ist euch
etwas aufgefallen? Also abgesehen davon wie erbärmlich das gewesen war, was wir
gerade eben gesehen haben.“ Betrübtes schweigen herrschte in dem Raum. „Es geht
um das was anders ist, das was sich verändert hat. Ihr habt gesehen wie ihr
euch damals verhalten habt und könnt den Vergleich zu heute machen. Diesmal
waren es mehr Ziele die es zu erobern galt, es waren mehr Gegner vorhanden.
Aber diesmal habt ihr es geschafft. Dieser Fortschritt ist es, zu dem ich euch
gratulieren will…. Aber nicht das euch das jetzt zu Kopf steigt, eine
Steigerung von Müll zu schlecht ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Es
gibt noch eine ganze Menge zu lernen. Aber gehen wir das ganze mal der Reihe
nach durch. Fangen wir mit der Aufklärung an…“
Die Besprechung dauerte jetzt bereits gefühlte Stunden. Die Aufmerksamkeit der
Soldaten galt schon lange nicht mehr dem Colonel, die Köche waren bereits dabei
das Essen auf den Tresen umzuladen, damit sie es an die Soldaten verteilen
konnten. Logischerweise warteten alle nur darauf, dass der Colonel endlich
fertig wurde und sie essen konnten. Wer sich davon nicht ablenken ließ
konzentrierte sich stattdessen auf das Geflüster unter den Soldaten. „… Weshalb
ich zuversichtlich bin… hört mir hier eigentlich noch irgendwer zu...?“ Sofort
herrschte totenstille in dem Raum und alle Blicke waren auf Reeston gerichtet.
„Sehr gut, und weil einem Dinge viel besser im Kopf bleiben, wenn man sie
wiederholt, fange ich jetzt noch einmal von vorne an… damit auch all jene, die
sich jetzt anscheinend wichtigeren Themen gewidmet haben, nichts verpassen.“
„Reeston ist echt asozial, er ist ja selber schuld, dass ihm keine Sau zuhört,
wenn er unbedingt vor dem Essen diese scheiß Besprechung machen will.“
„Arsilia, das Problem ist doch, dass wir dann die sind ,die darunter leiden
müssen, für den Colonel spielt das keine Rolle“ antwortete Deni. Die meisten
waren mit essen fertig, einige waren noch am Dessert. Das Abendessen war
ziemlich rustikal gewesen, es hatte Wurst mit Käse im Speckmantel, Kroketten
und Gemüse, dazu eine würzige Soße und zum Dessert einen Cake-artigen Kuchen
auf dem Speiseplan gestanden. Jetzt waren die meisten damit beschäftigt sich
eifrig zu unterhalten. Jenni hatte sich neben Eric gesetzt, sie wollte mit ihm
über das vergangene Manöver reden. Die Stimmung war heiter und alle verstanden
sich gut. Jenni verstand sich prächtig mit Eric sie mussten viel lachen,
besonders als Eric anfing Geschichte aus seiner Rekrutenzeit zu erzählen. Die
Gespräche liefen jedoch nicht mehr allzu lange weiter, die Müdigkeit saß ihnen
noch allen in den Knochen. „Hoffentlich müssen wir morgen nicht ganz so früh
auf“, stöhnte Ivana auf dem Weg zur Unterkunft. Shalera die hinter ihr ging,
legte ihr die Hand an die linke Seite, während sie rechts neben sie trat. „Ich
glaube nicht, dass uns der Luxus auszuschlafen gewährt sein wird." Sie
konnte sich dabei ein breites Grinsen nicht verkneifen. Ivana legte ihren Kopf
auf die Schulter der Asari „Ich sterbe, wenn das so weiter geht“, grunzte sie
leise. Jenni ging gerade hinter den beiden her, sie musste innerlich grinsen,
als sie den Beiden vor sich zusah. Sie waren verliebt, Ivana traute sich jedoch
nicht wirklich das zu zeigen. Wenn sie dachte, dass sie niemand sehen würde,
küsste sie Shalera schon, manchmal auch lange und innig, aber kaum war jemand
anderes da, hatte sie Hemmungen. Ihr war es am Anfang genauso gegangen, bis sie
sich einmal einen Ruck gegeben hatte. Als sie den Schlafraum betrat, ging sie
direkt hin zu ihrem Schrank, sie wollte gerade ihre Zahnbürste holen, als sie
eine sehr vertraute Stimme hinter sich hörte. „Du scheinst dich mit Eric ja
blendet zu verstehen.“ „Ja, er ist ganz nett, wenn man ihn mal ein wenig besser
kennt“, antwortete sie Kiara. Diese kam gerade aus dem Bad, sie war anscheinend
bereits fertig damit sich die Zähne zu putzen. „Oh, na dann ist es ja gut, dass
ihr euch besser kennen gelernt habt“ ihre Stimme klang seltsam, fast schon
emotionslos. „Er ist ein guter Anführer und ein fähiger Stratege, wir werden
wahrscheinlich noch oft mit seinem Team zusammen arbeiten." „Dann kannst
du ja noch viele lange und interessante Gespräche mit ihm führen, ihr hattet es
ja anscheinend richtig lustig drüben." Nun trieften ihre Worte förmlich
vor Sarkasmus und Eifersucht. „Bist du etwa eifersüchtig?“ fragte Jenni
neckisch und stellte sich direkt vor Kiara. Diese wich ihrem Blick aus und trat
an ihr vorbei. „Bist du sicher?“ „Natürlich bin ich eifersüchtig, wir konnten
drei Tage nicht richtig einfach mal miteinander reden und du, was machst du? Du
lässt mich links liegen und redest den ganzen Abend mit Eric." Sie spuckte
seinen Namen geradezu aus. „Hey, ich habe doch nur… tut mir leid, das war dumm
von mir, aber ich dachte auch, dass wir heute Abend vielleicht noch die
Gelegenheit haben würden etwas zu kuscheln, da ein wenig zu reden."
Während diesen Worten trat sie hinter ihre Freundin, legte ihre Arme um sie und
küsste sie auf den Nacken. Für einen Moment schien sich Kiara zu entspannen,
sie atmete lange ein, legte ihre Hände auf Jennis und verharrte einen
Augenblick in der Pose. Gerade als Jenni dachte, sie hätte ihre Entschuldigung
akzeptiert, wand sie sich aus ihrem Griff und stieß sie sanft zurück. „Nein,
ich bin kein Spielzeug, dass du einfach wegwirfst und wieder aufhebst, wenn dir
langweilig ist." „Aber…." Jenni wollte sich gerade erklären, wurde
aber von der Asari unterbrochen „Geh doch zu Eric, vielleicht will der ja
kuscheln." Der Satz war jetzt unangenehm laut gekommen, sodass Jenni
förmlich spüren konnte, wie alle Blicke zu ihr wanderten. Kiara drehte sich von
Jenni weg und zog sich zu ihrem Bett hoch. Niedergeschlagen packte Jenni ihre
Zahnbürste und ging ins Bad, sie hatte keine zwei Minuten dort verbracht ,trat
sie bereits wieder zurück ins Schlafzimmer. Sie trat eilig zu ihrem Schrank,
schmiss ihre Zahnbürste hinein und trat auf die rechte Seite ihres Bettes.
Vorsichtig zog sie sich an der Bettkante hoch, Kiara lag mit dem Rücken zu ihr
da. Sie würde nicht einfach so aufgeben, schon gar nicht, wenn es um Kiara
ging. Jenni legte eine ihrer Hände auf Kiaras Seite. Diese drehte sich sofort
zu ihr um und holte gerade Luft ,um etwas zu sagen als sich bereits zwei Lippen
auf die Ihren drückten. Sie fand sich in einem innigen Kuss wieder, Jenni auf
allen vieren über ihr. „Komm schon, bitte. Ich habe doch gesagt, dass es mir
leid tut“ meinte Jenni flehend als Kiara sich nicht an dem Kuss beteiligte und
einfach nur dalag. Sie ließ ihre eine Hand zu Kiaras Wange wandern, als diese
ihr Gesicht von ihr abwandte. Sie strich sanft mit dem Daumen über die Wange
der Asari und drehte ihren Kopf ganz vorsichtig zu sich. Ihre Lippen formten
tonlos das Wort “Bitte“ bevor sie sich langsam auf sie zubewegte. Als ihre
Lippen sich erst ein ganz klein wenig berührten, hielt sie kurz inne. Nach
einer Sekunde spürte sie ,dass Kiara sich auf sie zu bewegte und sie sanft
küsste. Die Asari schlang ihre Arme um sie, um sie fest an sich zu ziehen. „Na
siehst du, du willst es ja auch“, flüsterte sie als sie sich von ihrem Kuss
lösten. „Natürlich will ich dich bei mir haben, ich liebe dich und ich will dir
vergeben." Zwischen ihnen lag eine Decke ,die es Jenni verwehrte ihre
Liebste direkt anzufassen, doch in dem Moment störte sie das nicht, es tat
einfach nur gut sich wieder an einer geliebten Person auftanken zu können.
Kiara legte ihre, von der Decke bedeckten Oberschenkel seitlich an Jenni
Hüften, sie wollte Jenni festhalten und nicht mehr loslassen, selbiger ging es
genauso. Nach einiger Zeit voller zärtlicher Küsse und sanften Berührungen
trennte sich Kiara von ihrer Anführerin und meinte lächelnd „Vielleicht
solltest du jetzt besser runter gehen…“ „Habe ich etwas falsch gemacht? Ich
wollte dich nicht bedrängen…“ „Nein, du hast nichts falsch gemacht, es ist nur…
ich habe Angst etwas Dummes zu tun wenn du noch lang in greifbarer Nähe bist.“
Sie gab Jenni einen kurzen Kuss schob sie dann zögerlich ein wenig von sich
weg. „Gut, dann muss mal nicht ich den Blödsinn machen.“ Kiara lächelte sie an
und drehte sich wieder zur Seite „Gute Nacht“, murmelte sie. Sie spürte für
einen Moment das Jenni sich von ihr Weg bewegte, erleichtert darüber den
unangenehmsten Teil hinter sich zu haben entspannte sie sich und schloss die
Augen. Unerwarteter weise spürte sie plötzlich ein paar Finger, die über ihre
Silhouette strichen. Augenblicklich durchfuhr ein Schauer ihren Körper. Sie
konnte den heißen Atem ihrer Freundin in Nacken spüren „Du riechst hinreißend“
vernahm sie in geflüstertem Ton. „Du kannst doch nicht einfach zu mir unter die
Decke kommen…“ Kiaras Stimme war kaum hörbar, sie hauchte die Worte ganz leise,
damit niemand anders sie hören konnte. „Oh doch, das kann ich, das liegt
innerhalb meiner Befehlsgewalt“ antwortete Jenni neckisch, während sie sich an
Kiara ranschmiegte, sie eng in den Arm nahm und ihr einen Kuss du den Hals
drückte. „Zumindest für ein paar Minuten“, fügte sie nach einigen Sekunden
wohlig an.
Am Morgen erwachte Kiara von selbst, meistens erwachte sie erst, wenn die
Ausbilder sie am Morgen wecken kamen oder wenn ihre Kameraden diese Aufgabe
übernahmen. Das erste was sie wahrnahm war Jennis Wärme, ihre Nähe und das
wohlige Gefühl, dass sie verspürte beim Wissen ,dass ihre Liebste direkt an
ihrer Seite ruhte. Gerade als sie ihre Fingerkuppen sanft über den Handrücken
von Jennis linkem Arm ,der um ihren Oberkörper lag streicheln wollte, hörte sie
Schritte im Gang. „Verdammt, das ist der Wecktrupp! Bis Jenni unten ist dauert
es viel zu lange, ich schaffe es auch nicht mehr. Sie packte Jennis Hand, warf
sie nach hinten zu ihrer Besitzerin und strich die verräterische Haarsträhne,
die über ihre Schulter lag, weg. Jenni war gerade eben aufgewacht und sah ihre
Freundin etwas erschrocken an. Diese hielt sich einen Finger vor den Mund und
zischte leiste. Noch bevor Jenni reagieren konnte, warf Kiara ihr die Decke
über den Kopf und drehte sich zur Seite ,um selbige möglichst gut zu verdecken.
Nur Sekundenbruchteile Später wurde die Tür aufgestoßen und zwei
Allianzsoldaten traten ein. Jenni, die unter der Decke ihrer Kameradin lag, war
gezwungen sich auf ihr Gehör zu verlassen. Augenblicke später ertönte die
Stimme der Ausbilder. „Aufstehen! In drei Minuten auf dem Hauptplatz, ihr
werdet bereits erwartet. Bis zum zerreißen angespannt blieb Jenni regungslos
liegen, sie wusste, dass sie sich auf keinen Fall verraten durfte. „Hoffentlich
verschwinden die Typen wieder“ hallte der verzweifelte Gedanke in ihrem Kopf.
Die Beiden Soldaten warteten noch ein paar Sekunden bevor sie den Raum wieder
verließen. Mit Erleichterung atmeten die beiden jungen Frauen auf, als die Zimmertür
ins Schloss fiel. Sofort warf Kiara die Decke zum Fuße der der Matratze. Sie
richtete sich schlagartig auf und warf Jenni einen tadelnden Blick zu „Mach das
du runter kommst… nur ein paar Minuten, deine paar Minuten haben uns grad in ne
echt brenzlige Lage gebracht!." Jenni folgte dem Beispiel ihrer Kameradin
und stieg von dem Bett runter. Kaum unten angekommen erntete sie einen Haufen
fragender Blicke. „Also entweder wart ihr zwei verflucht leise, oder Jenni
konnte sich besser beherrschen als ich erwartet hätte“ feixte Joshua grinsend.
Jenni streckte ihm den Mittelfinger entgegen ,ohne ihn eines Blickes zu
würdigen. „Wieso denkst du, dass zwei Frauen automatisch Sex haben, wenn sie im
selben Bett schlafen?“ „Ja, und weshalb bin automatisch ich die, die dafür
verantwortlich gemacht wird. Kiara ist auch nicht gerade ein Engelchen was das
anbelangt.“ Kiara, die gerade dabei war ihre Stiefel anzuziehen stieß Jenni,
die Neben ihr noch gerade ihre Hose zumachte an: „Hei, schieb jetzt nicht
wieder alles auf mich." Jenni lachte kurz: „Stimmt doch, oder muss ich die
Halstuchgeschichte mal erzählen…?" „Das lässt du mal schön sein,
verstanden!?“ zischte sie energisch und hob drohend den Finger. Laut lachend
machte Jenni sich daran ihrerseits die Stiefel anzuziehen. „Beeilt euch mal
lieber, sonst bekommen wir noch alle Ärger.“
„Ihr seid jetzt bereits alle eine ganze Weile in dieser Ausbildung und schon
lange über den Fähigkeitsstand eines normalen Soldaten hinaus. Ihr habt gelernt
zu kämpfen, euch aufeinander zu verlassen und taktisch zu agieren, euer Trupp
wäre jetzt bereits Einsatztauglich, aber damit ihr euren Zweck als N7 Einheit
erfüllen könnt, fehlen euch noch einige taktische Möglichkeiten. Jeder Trupp
braucht spezialisierte Soldaten, die bestimmte Fähigkeiten besitzen. Wir haben
euren Fortschritt beobachtet und entsprechende Kandidaten ausgesucht. Ich werde
nun die Namen von einigen runterlesen, jeder der genannt wird stellt sich zu
den ihm zugewiesenen Ausbilder, der Rest teilt sich in die entsprechenden Gruppen
auf und begibt sich zu den ihnen zugewiesenen Trainingsorten.“ Alex, Garon, und
Njarsa wurden als erstes Aufgerufen. Sie wurden zwei Soldaten zugeteilt, um den
Umgang mit Sprengstoffen jeglicher Art zu lernen. Anschließend wurden Sarjka
und Nick aufgerufen, sie würden sich auf Tech spezialisieren. Zuletzt kamen
noch diejenigen an die Reihe ,welche eine Sanitätsspezialisierung durchlaufen
werden. Am Ende waren sieben Leute eingeteilt. Gerade als die andern sich
wieder daran machen wollten wegzutreten, rief Reeston auch noch Jennis Namen
auf. „Parker, du kannst gleich mit mir kommen. Du wirst eine Vertiefung in
Sachen strategischem und taktischem Planen haben, zumindest da kann ich dir
wahrscheinlich noch das eine oder andere beibringen. Etwas zögerlich folgte
Jenni ihm, sie wusste nicht so recht was sie davon halten solle, eigentlich
wäre sie lieber mit den Anderen auf den Trainingsplatz gegangen, um ihre
Biotiken zu trainieren. Sie wollte keine dieser Anführerinnen sein die in einem
Bunker sitzt und ihre Kameraden für sich kämpfen lässt, aber das würde
glücklicherweise auch nicht passieren. „Was werde ich denn im Zuge dieser…“
,sie wusste nicht so recht wie sie es nennen sollte. „Schulung“, platzte es
schließlich aus ihr heraus. „Ich werde dir eine ganze Reihe Simulationen
vorlegen, bei denen du strategische Entscheidungen treffen musst, um
entsprechend vorzugehen. Einige der anderen Zugführer werden dir allgemein
Erfahrungen schildern. Du wirst sehen, es ist nicht so schlimm wie du denkst…“
Jenni wollte gerade protestieren ,zu beteuern, dass sie nichts in die Richtung
gedacht hatte, als Reeston ihr zuvor kam: „Du brauchst das nicht abzustreiten,
die Körpersprache sagt viel mehr aus, als uns lieb ist. Aber auch wenn du mir
das jetzt vielleicht nicht glauben wirst, ich weiß wie du dich fühlst. Als ich
im Training war, ähnlich wie ihr jetzt, wollte ich auch lieber kämpfen und bei
meinen Männern sein, als in sicherer Entfernung zu sitzen und zu planen. Der
Verstand eines Anführers ist dessen stärkste Waffe und seiner Untertanen bester
Schutz. Dieses Sprichwort hat mein Ausbilder mir gesagt, als ich mich beschwert
habe, dass ich zum kämpfen trainiert worden war, aber es jetzt nicht tun
dürfe.“
Reeston blickte zum Himmel, es war noch früh am Morgen. Sie waren gerade erst
vom Frühsport zurückgekehrt, als der Colonel sie bereits auf dem Hauptplatz
empfangen und eingeteilt hatte. Die Sonne ging gerade auf und außer dem leisen
Rauschen des Windes in den entfernten Blattkleidern der Bäume, dem flattern der
Allianzfahne in mitten des Hauptplatzes und dem zaghaften Gesang erster Vögel,
war nichts zu hören. Jetzt wo Reeston sie darauf aufmerksam gemacht hatte, fiel
ihr erst auf ,wie lange sie jetzt eigentlich schon dabei waren zu trainieren.
Bereits mehrere Monate waren sie hier, bereits mehrere Monate sah sie ihre
Eltern nur einmal alle vier Wochen, ein paar Tage… und dann war sie meistens
damit beschäftigt sich mit Kiara auszutoben. Der zwangsläufige Gedanke wie
lange es noch dauern würde, bis sie wieder ein freies Wochenende zusammen
verbringen konnten und das leise Flüstern der Lust in ihrem Hinterkopf, das ihr
die Erinnerungen an Kiaras Geschenk an sie wieder wach rief, drängten sich in
ihren Kopf. Bevor sie zu sehr hätte abdriften können, riss sie sich wieder los,
um sich auf den Colonel zu konzentrieren. Dieser schien jedoch gerade selbst in
Gedanken versunken zu sein, seinem Gesichtsausdruck zu urteilen waren es wohl
schöne Erinnerungen. „Denken sie oft an diese Zeit zurück?“ Die Frage war Jenni
einfach ausgerutscht und sie schämte sich fürchterlich dafür ihn aus seinen
Gedanken gerissen zu haben, besonders da er ihr Vorgesetzter war. „Wie bitte?
Fragte er etwas verwirrt. „Tut mir leid Sir, das war eine sehr persönliche
Frage, ich wollte ihnen nicht zu nahe treten“ entschuldigte sie sich sofort.
„Nein nein, schon in Ordnung, eine Frage ist ja keine Straftat… Ja ich denke
tatsächlich oft an meine Zeit damals. Auch wenn es damals die Hölle war, so war
es doch eine gute Zeit. Manchmal sehne ich mich nach den Zeiten, wo alle meine
Probleme sich damit lösen ließen schneller zu rennen, höher zu springen und zu
hoffen, dass der Ausbilder mal wen anderen zusammenscheißt als mich“ meinte er
schmunzelnd. Nach ein paar Schritten setzte Jenni zur nächsten Frage an. „Ich
habe noch eine Frage zu diesem Kurs. Wann oder wie lange ist dieser Kurs? Ist
der jeden Tag oder einfach am Abend nach dem Training oder…“ Noch mitten im
Satz bemerkte sie, dass sich diese Frage dumm anhörte, als wolle sie es
möglichst schnell hinter sich haben. Ein lauter Lacher platzte aus Reeston
heraus „Nur keine Bange, du kommst noch genug dazu dich im Schlamm zu suhlen
und zu kämpfen… Wieso gab es zu meiner Zeit bloß nicht schon solche Frauen wie
dich bei N7.“
Der Büroraum war durch die Klimaanlage heruntergekühlt und das fühlte sich
unnatürlich an, man konnte dem Wetter draußen förmlich ansehen wie schwül es
war. Trotz der angenehmen Temperaturen, der normalen Luftfeuchtigkeit und der
Tatsache, dass Jenni sich seit einer Stunde nicht von dem Stuhl ,auf dem sie saß,
wegbewegt hatte, rann eine Schweißperle über ihre Stirn. Keinen halben Meter
vor ihr kämpften ihre virtuellen Truppen um ihr Überleben. Auf der 3D
Landschaft vor ihr lief ein kleiner Krieg ab, sie musste ihren Soldaten dort
Befehle geben und ihre Armee steuern. Das Geschehen lief in Echtzeit ab, die
einzelnen Soldaten agierten zwar von selbst und stellten sich auf Angriffe ein,
aber Jenni hatte trotzdem ziemlich Stress auf die sich ständig verändernde
Situation zu reagieren. Der Colonel konnte in die Simulation eingreifen, um sie
ständig unter Druck zu halten und von einer Ecke in die nächste zu scheuchen.
Sie hatte bereits den Ganzen Tag diverse Strategien gelernt und umzusetzen
versucht, manche mit mehr, manche mit weniger Erfolg. Obwohl sie bereits jetzt
wusste, dass die gelernten Strategien ihr viel helfen würden, war der
“Unterricht“ nicht sehr spannend. Die virtuellen Übungen waren zwar
einigermaßen Ablenkung von der trockenen Theorie, aber ihr fehlte der
Nervenkitzel. Anfangs hätte sie nie geglaubt, dass unter Beschuss zu liegen ein
berauschendes Gefühl sein würde, aber der Kick den das Adrenalin auslöste war
bei weitem stärker, als bei jeder anderen Aktivität, die sie bisher durchlebt
hatte. „Ich glaube für heute reicht das dann auch, schließlich gibt es heute
noch anderes zu tun“, meinte Reeston ,als Jennis Einheit ordentlich dezimiert
den Zielpunkt erreichte. Sofort horchte Jenni auf, Erleichterung macht sich in
ihr breit. „Ok, womit geht es denn weiter?“
„Und ich Idiot habe mich noch darauf gefreut was anderes machen zu dürfen.“
Jenni war von Reeston zu ihren Rüstungen geschickt worden. Die Anderen waren da
zwanzig Minuten später zu ihr gestoßen. Auf Befehl des Colonels mussten sie
ihre Rüstungen säubern und polieren, dabei schien ihm besonderes Interesse an
der Gründlichkeit der Soldaten zu liegen. „Wir scheuern hier jetzt schon seit
mehr als einer Stunde an den Dingern herum, wie gründlich sollen wir es denn
noch machen?“ „Bis ihr euch darin spiegelt“ meinte Alex mit imitierter
Reeston-Stimme. Die Anwesenden mussten schmunzeln,er traf das Original
erstaunlich gut. „Die bessere Frage ist doch weshalb wir das tun, ich meine
beim nächsten Training wird das Teil sofort wieder schmutzig, das ergibt keinen
Sinn“ warf Sarjka ein. „Vielleicht ist es auch eine Bestrafung für etwas das
wir verbockt haben, obwohl ich mir da beim besten Willen nicht erklären kann
was wir falsch gemacht haben.“ „Oder“ ,begann Kiara nachdenklich „Wir müssen
einfach nur gut aussehen bei unserem nächsten Einsatz. Er hat doch mal erwähnt,
dass alle Regierungen der Ratsspezies daran beteiligt sind, vielleicht kommen
ja die anderen mal auf eine Visite vorbei.“ Zustimmendes nicken machte die
Runde. „Fast“, ertönte es laut aus Eingangsrichtung. Reeston trat auf die
Gruppe zu „Seit ihr fertig?“ fragte er in schneidendem, harschem Ton. Er war
direkt, nachdem er die Soldaten angewiesen hatte hier zu putzen, wieder nach
oben gegangen. „Jawohl, Sir“ antworteten die Soldaten synchron. „Gut, das hoffe
ich auch… zeig mir deine Rüstung“ kam es vom Colonel. Arsilia, die angesprochen
wurde, hob das erste Rüstungsteil vom Boden auf und hielt es dem Colonel
entgegen. „Wie vorhin gesagt, ihr liegt schon fast richtig. Jedoch werden nicht
die Vertreter der anderen Spezies hierherkommen, sondern wir zu ihnen gehen…“
Er machte einen Moment Pause, die Spannung der Soldaten war förmlich spürbar.
„Ihr werdet an einer kleinen Demonstration teilnehmen, es ist offiziell kein
Wettkampf, aber es diente den besten Einheiten der Galaxie oder besser gesagt
des Rates, als Fähigkeitsdemonstration und Vergleich. Ihr werdet euch also
sowohl mit der Armiger-Legion der Turianer, den Kommandos der Asari, der STG
und den besten unserer N7 Soldaten messen. Ich brauch dabei nicht speziell zu
erwähnen, dass dort nur die Besten der Besten antreten und von euch noch viel
mehr erwartet wird. Normalerweise dient das eigentlich nur als Publicity und
damit die Steuerzahler im Fernsehen sehen können was mit ihren Steuergeldern
geschieht, wie sich ihre gefeierten Truppen schlagen und dem simplen
Schwanzvergleich der Militärs… für die Asari im übertragenen Sinne. Eine
Warnung gleich vorne weg, jede Spezies erwartet von euch Höchstleistungen und
egal wie beeindruckt sie auch sein werden, sie werden euch vor den anderen
Spezies nur Kritik und kein Lob anerkennen, das kommt erst, wenn sie alleine
mit euch reden. Ach ja, und da keiner verlieren will, wird manchmal auch mit
unfairen Mitteln gespielt, seit also auf der Hut und vertraut niemandem, der
nicht zu eurem Trupp gehört“. Nachdem eine Weile lang keiner es geschafft hatte
ein Wort auszusprechen ,spuckte Jenni schließlich die Frage aus, die alle
beschäftigte. „Wann?“ Die kurze und bündige Frage wurde ebenso kurz und bündig
beantwortet. „Morgen früh, null-sechshundert abflugbereit. Das Ganze geht beim
Allianzhauptstützpunkt des Planeten über die Bühne.“ Die Verwirrung und
Überraschung von gerade eben war nun blankem Entsetzen gewichen. „WAS?!“ Ivana
schrie ihn schon fast an „Soll das ein Witz sein? Wieso sagen sie uns das erst
jetzt? Wie sollen wir denn da jetzt etwas vorführen? Wir konnten uns ja nicht
darauf vorbereiten…“ „Ganz ruhig, ihr müsst da nichts vorbereiten, da geht es
nicht um eine Choreographie oder so, da werdet ihr ganz normal eure
Kampffähigkeit unter Beweis stellen müssen, macht einfach das was ihr immer
tut, wenn ihr kämpft.“ „Hätten sie uns das nicht etwas früher sagen können?
Etwas Vorbereitung wäre trotz allem nicht schlecht gewesen“ meinte Jenni
nachdenklich. „Die spontansten Aktionen und Reaktionen sind meistens nicht die schlechtesten“
konterte Reeston grinsend „Ihr solltet jetzt besser duschen gehen, es wäre
vorteilhaft, wenn ihr morgen ausgeschlafen seid“. Zögerlich begannen die
Soldaten ihre frisch polierten Rüstungen zu versorgen, keiner wusste so recht
was sie von dem geplanten Event am nächsten Morgen halten sollten. Eisernes
Schweigen hielt sie fest im Griff. Erst als sie das Gebäude verlassen hatten
und wieder unter sich waren, kamen wieder eifrige Gespräche auf. In den Meisten
ließen die Soldaten ihrem Unmut über Reeston Ansage gerade eben freien Lauf.
Auch Jenni musste gestehen, dass sie lieber ein paar Tage früher davon erfahren
hätte, aber sie freute sich auch irgendwie darauf. Es war eine Chance für sie
alle zu zeigen, was sie gelernt hatten. Zudem würde ihr Vater sich die
Übertragung sicher ansehen. „Genau, ich muss ihm noch eine Nachricht senden“
schoss es ihr sofort durch den Kopf. Sie wusste zwar nicht wo und wie es
übertragen würde, aber ihr Vater war lange genug bei der Allianz gewesen, um
über die nötigen Kontakte zu verfügen, um das herauszufinden.
Die Stimmung der Soldaten hatte an dem Abend noch sehr geschwankt, es wurde
viel spekuliert und Erwartungen ausgetauscht, was sie wohl erwarten würde. Erst
nach dem sie sich selbst auch eine Weile an den teils hitzigen Diskussionen
beteiligt hatte kam Jenni die Idee Eric zu fragen. Auch wenn Kiara alles andere
als begeistert war ,so hatte sie doch seine Nummer auf ihrem UW gespeichert. Er
schien nicht auf dem Stützpunkt zu sein, normalerweise saßen sie alle etwa um
dieselbe Zeit. Das dritte Läuten riss plötzlich ab, stattdessen ertönte Erics
Stimme „Na was für ne erfreuliche Überraschung, hi“. „Hi, bist du grad im
Stützpunkt? Ich hab da nämlich ne Frage“. „Ja, aber ich bin noch grad im
Arsenal, wir bereiten noch unsere Ausrüstung für Morgen vor…“ „Genau darum geht
es mir…“ unterbrach Jenni ihn. „Wir werden morgen auch an diesem Event
teilnehmen… also ähm… mit was müssen wir rechnen?“ Von der anderen Seite der
Leitung drang Stille zu ihr, kaum hörbares Getuschel war nach einem Moment zu
vernehmen. „Ok… hm, ich komm gleich rüber, wenn ich fertig bin, seid ihr in der
Kantine?“ Sie bejahte. Nach etwas mehr als zwanzig Minuten trat Eric mit
einigen seiner Kameraden in die Kantine. Jenni sah ihn ungeduldig an, als er sich
ihr gegenüber setzte, Kiara saß direkt neben ihr und trotz ihrem freundlichen
Lächeln wusste Jenni, dass sie da sass ,um ihr auf die Finger zu sehen. „Ihr
werdet also morgen auch zum M.S.D kommen? Da hat euch der Colonel aber ganz
schön was eingebrockt.“ „Wohin?“ fragte Kiara, sie wusste zwar was er meinte,
aber nicht was es mit der Abkürzung auf sich hatte. „Die Militärische
Spezialeinheiten Demonstration“, erklärte Eric ihr freundlich. „Also jedenfalls
werdet ihr dort einige Parcours und andere Tests durchlaufen. Aus Gründen der
Kameradschaftlichkeit treten wir nicht direkt gegeneinander an, weder intern
noch Spezies übergreifend. Die Verletzungsgefahr bei solchen Duellen wäre zu
groß, es würde Zündstoff für politisches Geplänkel geben ,wenn jemand von einer
anderen Einheit verletzt würde. Es gibt nichts Besonderes ,was ich dir sagen
kann… außer ,dass der erste Eindruck wichtig ist, besonders für euch. Ihr
werdet ja von allen Spezies beobachtet. Mach dich nicht selbst verrückt, was du
hier schon geleistet hast reicht da auf jeden Fall auch.“ Jenni nickte, „Danke,
wir werden unser Bestes geben… werden wir dich… euch morgen sehen?“ Das breite
Grinsen das über sein Gesicht huschte sagte bereits genug aus. „Vielleicht,
gute Nacht euch allen und viel Glück morgen.“ Er verließ die Kantine direkt
wieder, er wirkte irgendwie gestresst. „War er schon immer so seltsam oder
bilde ich mir das nur ein?“ „Normalerweise würde ich jetzt glauben, dass du
wieder eifersüchtig wärst, aber diesmal hast du recht, er hat sich seltsam
verhalten. Vielleicht liegts am Stress, er muss ja noch alles vorbereiten, was
wir vielleicht auch noch tun sollten. Ich werde Reeston fragen wo die Shuttles
stehen, die wir nehmen werden, sag du den anderen Bescheid, dass sie ins
Arsenal gehen sollen, sobald Erics Trupp fertig ist. Wir stellen die Ausrüstung
bereit, sodass wir sie morgen nur noch packen und abrücken können.“
„Psst, komm, das ist total unfair, sie gehören schließlich auch zu uns.“
Unkenntliche Umrisse bewegten sich geräuschlos und elegant durch die Schatten
einer beinahe Mondlosen Nacht. Die Beleuchtung des Stützpunktes war
ausgeschaltet, Dunkelheit war nachts die beste Tarnung. Ein Angreifer müsste
den Stützpunkt erstmal finden, während die Wachen mit Nachtsichtoptik
ausgestattet jederzeit den Überblick hatten. Mit geschmeidigen Schritten
überquerten sie die Distanz zum Ziel. „Ok, ich bin in Reichweite… und… fertig,
das wars auch schon, so unspektakulär und doch so effektiv. Abrücken.“ Die
Worte wurden nur leise gehaucht, sodass von den Wänden kein Echo reflektiert
werden könnte, sie war nicht weiter als zwei Meter zu hören. „Ich bin mir nicht
sicher, ob das ne gute Idee ist…“
Eine laute Stimme, feminin und trotzdem brachial, in scharfem Ton ließ Jenni
aufschrecken „Gott verdammt, los, alle sofort aufstehen! Macht schon!“ Ivana
war aufgewacht weil sie der Ruf der Natur ereilt hatte, bei einem Blick aus dem
Fenster gefolgt von einem Blick auf ihr UW war sie schlagartig aufgesprungen.
Sechs Uhr war Abflugtermin, sie mussten noch essen, Zähneputzen, die Rüstungen
montieren, die restliche Ausrüstung in die Shuttles laden und hatten dafür nur
dreißig Minuten Zeit. „Es ist halb sechs, mein… unsere Wecker haben vers….“
Jenni hatte sie alle angewiesen ihrer Wecker zu stellen, bei so vielen Weckern
war es nahezu unmöglich, dass alle ausfielen und trotzdem hatten sie
verschlafen. „Was? Alle auf einmal?!“ die Frage klang zurecht ungläubig, Deni
hatte sich gerade aufgerichtet. „Das war kein Zufall, jemand hat uns
verarscht!“ „Und ich weiß auch wer!“ platzte es aus Jenni heraus, sie war noch
keine dreißig Sekunden wach und schon auf hundertachzig, die Stimme in ihrem
Kopf fauchte den Namen des Übeltäters. „Eric! Dieser miese Wichser! Dafür wird
er bezahlen!“ Sie schluckte die Gedanken runter, um sich auf die jetzige
Situation zu konzentrieren, ihn massakrieren konnte sie später. „Ok, Schwert,
geht in die Kantine, räumt den Laden leer, nehmt genug Essen und zu Trinken für
uns alle mit, schmeißt das Zeug in die Shuttles und kommt dann sofort runter zu
den Rüstungen. Der Rest bewegt sich sofort dahin und legt sofort die Rüstung
an! Los jetzt!“ Alle die noch nicht dabei waren sprangen nun auf und zogen sich
eilig an. „Was machst du? Kommst du nicht?“, fragte Marcel verwundert. „Doch,
aber ich muss noch schnell jemandem eine Nachricht schicken, ich komme gleich
nach“, meinte Jenni. Sie setzte sich auf den Rand ihrer Matratze ,um sich
anzuziehen. Anschließend aktivierte sie ihr UW, um eine Nachricht zu schreiben.
Als Empfänger fügte sie Erics Namen ein. In ihrem Inneren kochte sie vor Wut
über dessen dummen Streich. Eilig huschten ihre Finger über die holographische
Tastatur und formte einzelne Silben zu Worten, Worten die ihre momentane
Gefühlslage ausdrückten. Ihr Wissen, dass sie sich beeilen musste war das
einzige, was sie davon abhielt all das aufzuschreiben, was sie ihm am liebsten
gesagt hätte. Eilig fügte sie einen vielsagenden Betreff hinzu, schickte die
Nachricht ab und machte sich auf den Weg in den Rüstungsraum.
„****, das wird sau knapp! Wir haben noch fünfzehn Minuten!“ Die Soldaten waren
im Inneren der Shuttles noch daran sich zu verpflegen, wie Jenni es befürchtet
hatte war ihnen keine Zeit geblieben, sie hatte sich wahnsinnig beeilen müssen,
um überhaupt noch eine Chance zu haben rechtzeitig anzukommen. Reeston war
bereits weg gewesen, als die ersten von ihnen sich daran gemacht hatten die
Waffen aus dem Arsenal in die Shuttles zu verladen. Als die letzten ihre
Rüstungen fertig montiert hatten, brachen sie sofort auf. Das Frühstücken
während des Fluges gestaltete sich etwas umständlich. Die gepanzerten
Handschuhe eigneten sich nur schlecht um damit zu essen. Der Pilot ,der die
Maschine auf Befehl von Jenni an ihre Grenzen brachte, flog teils ziemlich
kriminelle Manöver. Das Schwanken im inneren des Shuttles war deutlich zu
spüren. „Wie weit ist es noch?“ fragte Deni nervös. Auch wenn sie es ihm nicht
verdenken konnte, war die Fragerei alle paar Minuten doch nervig. Jenni trat
nach vorne zu der kleinen Tür, die das cockpit vom Laderaum trennte. Diese war
nicht abgeschlossen, wie Jenni wusste, weshalb sie sie öffnete und den Kopf
hindurch streckte. „Knapp zehn Minuten“ antwortete der Pilot unaufgefordert, es
war nicht das erste Mal, dass Jenni sich über die verbleibende Reisezeit
erkundigt hatte. „****!“ entfuhr es ihr nach einem Blick auf ihr UW. „Wir haben
noch neun Minuten Zeit…“ sie fuhr, kaum hatte sie sich von ihm abgewandt,
herum, wieder in Richtung des Piloten. „Wissen sie wie die Basis aussieht?“
Verblüfft über die seltsame Frage nickte er zögerlich „Ja, also nur von außen…“
„Gut, das reicht schon, wo ist der Versammlungspunkt? Und wo der Landeplatz?“
„Wir landen auf den Landeplattformen, die sind etwa fünfzig Meter vom
Hauptgebäude entfernt, auf der rechten Seite des Hauptplatzes… der Treffpunkt…
ach ja genau, das Treffen wird “aus gründen der optisch besseren Lage“ auf dem
großen freien Feld hinter dem Hauptgebäude stattfinden. Dort ist eine große
Rasenfläche, die zwischen dem Gebäude und den nächsten Trainingsarealen liegt.
Wieso fragen sie?“ „Nicht wichtig“ erwiderte sie halblaut und kehrte nach
hinten zu ihren Kameradinnen und Kameraden zurück. „Ich glaube nicht wo es uns
reichen wird. Wenn wir Glück haben schaffen wir es gerade noch rechtzeitig zur
Landeplattform, aber bis wir beim Vesammlungsplatz ankommen, sind wir auf jeden
Fall zu spät.“ Ernüchternde Blick und enttäuschte Gesichter standen ihr
gegenüber. Ohne weitere Erklärungen setzte sich Jenni wieder an ihren Platz.
Ihr UW blinkte auf. „Nicht schon wieder“ die Worte schwirrten durch ihre
Gedanken. Ihre Eltern hatten ihr bereits die zweite Nachricht geschickt. Die
erste hatte sie erhalten, als sie gerade losgeflogen waren, sie hatte nicht die
Zeit gehabt sie zu lesen, es hatte in dem Moment wichtigere Dinge zu erledigen
gegeben. Nun schien ihr nichts anderes übrig zu bleiben, als zu warten, da
konnte sie genauso gut die beiden Nachrichten lesen.
„Hallo Schatz, wir danken dir für die Nachricht. Ich habe mich gefragt ,ob ihr
es dahin schaffen könntet ,aber ich hätte nie gedacht, dass ihr wirklich in so
kurzer Zeit soweit kommen würdet. Aber dein alter Herr wäre ja nicht der, der
er ist, wenn er nicht etwas hätte, das er dir zu diesem Anlass schenken könnte.
Ich habe entgegen dem Wunsch deiner Mutter meine alten Allianzverbindungen mal wieder
angebohrt, um an ein paar Infos zu kommen. Ich habe dafür gesorgt, dass du dein
Geschenk noch heute zugestellt bekommst. Was es ist? Ich weiß ,dass du dich das
gerade fragst, denn deine Neugier ist das einzige ,was sich in all den Jahren
nicht geändert hat. Ich werde es dir aber nicht verraten, es ist eine
Überraschung, sei gespannt. Deine Mutter macht sich immer noch Sorgen um dich,
gib ihr nicht Grund sich noch mehr aufzuregen. Wir hoffen es geht dir gut und
drücken dir die Daumen. Wie läuft es eigentlich mit Kiara? Seit ihr noch immer
zusammen?“
Hinter dem Satz war ein breit grinsender Smiley zu sehen und gleich darunter
der Abschied „Komm gesund wieder nach Hause, in liebe Mom und Dad.“ Ihre Hand
fuhr über ihre Stirn und strich die langen Roten Haare zur Seite. Die zweite
Nachricht schien von ihrer Mutter verfasst worden zu sein, sie ermahnte sie
vorsichtig zu sein, ihnen öfter zu schreiben, was sie sich wirklich vorgenommen
hatte, und nichts Dummes anzustellen. Eine Zeile der Nachricht ließ Jenni schmunzeln.
„Wir freuen uns bereits auf deinen Auftritt.“ Sie stellte sich gerade vor, wie
ihre Mom in eine Decke gewickelt neben ihrem Vater auf der Couch saß und
gebannt auf den Bildschirm starrte, stolz und voller Hoffnung, um ihre Tochter
bei so einem Ereignis zu sehen. „Was werden sie bloß von mir denken, wenn sie
sehen, dass ich zu spät komme…“ flüsterte sie leise, schleichende Stimme der
Selbstzweifel. Mit einem langen Seufzer drehte sie sich zu Kiara, die neben ihr
saß. Diese schien ebenfalls in Gedanken versunken und starrte zwischen ihren
Füßen auf den Metallboden. Jennis Blick wanderte von den jugendlichen Zügen des
Gesichts der Asari, zu deren massiv anmutenden Schulterplatte. Das darauf
abgebildete Symbol der BDF, der brennende Totenschädel vor gekreuzten Waffen,
in ihrem Falle ein Schwert und eine Maschinenpistole von Typ N7-Hurrican
strahlte wie selten zuvor von der polierten Rüstung. Ihr Blick blieb einen
Moment daran hängen. Fast schon sprungartig stand sie auf und trat zum cockpit.
„Was ist der größte freie Platz ,den sie in der Nähe dieser Wiese finden
können?“ Nach einem Moment, in der er gezögert hatte, antwortete der Pilot
unsicher. „Wahrscheinlich der Trainingsplatz, der gleich daran angrenzt…“ „Wie
groß ist der?“ Jenni gab ihm nicht die Gelegenheit zu Ende zu sprechen.
„Ziemlich groß, da trainieren normalerweise ein Haufen Soldaten. Gut, fliegen
sie in zwanzig Metern Höhe da drüber, bremsen sie bevor wir über den Platz
kommen. Bremsen nicht anhalten, klar!? Fünfzig Km/h reichen. Die anderen
Shuttle sollen in Dreiecksformation zehn bis fünfzehn Meter seitlich und
dreißig Meter hinter uns versetzt fliegen!“ Der leicht verwirrte
Gesichtsausdruck des Mannes ,der so etwa gegen vierzig war ,wie Jenni schätzte,
war nun vollends Fassungslos. „Ich soll was? Wieso?“ „Sagen sie das ihren
Kollegen.“ „Wollen sie etwa..?“ „Zwanzig Meter Höhe, 50Km/h Dreiecksformation!“
blaffte Jenni ihn an, sie klang nun ziemlich sauer. „Widerwillig und sich
innerlich selbst verfluchend dafür ,dass er den Befehl ausführte, meldete er
den anderen Piloten was ihm gerade aufgetragen worden war. Jenni trat wieder
zurück in den Laderaum und aktivierte die Funkverbindung an alle BDF-Biotiker.
„Helme aufsetzten und Unterstützung auf Maximum, Barrieren hoch!“ Sie bellte
die Befehle, für ihre Kameraden ungewohnt scharf und barsch. „Bereit machen für
Absprung, wir machen ne Expresslandung.“ „Was?“ fragten einige der Soldaten aus
den anderen Shuttles verwirrt. Die Zeit reicht sonst nicht, wir müssen
abspringen. Zwanzig Meter sind nicht viel, wir sind schon höher gesprungen.“
„Ja aber nicht bei fünfzig Sachen.“ „Wir werden noch viel schneller Absprünge
machen müssen“ konterte Jenni auf Selaks Einwand. „Bereitet mir jetzt keine
Schande, ich will nicht, dass die Sanitäter da ausrücken müssen. Wir werden vor
den Augen all unserer Vorgesetzten was dummes, illegales und gefährliches
machen, versaut es also nicht.“ Sie griff ihren eigenen Helm, setzte ihn auf
und legte ihre bis dahin auf ihrer Schulter ruhende Maske auf. „Wie lange?“
fragte sie den Piloten via Funk. „Zwanzig Sekunden meinte dieser nervös. Sie
betätigte mit der Handfläche die Konsole neben ihr an der Wand. „Türen auf,
Absprung in fünfzehn Sekunden, springt versetzt zueinander, der Befehl kommt
via HUD, nicht zu weit aus dem Shuttle springen, ansonsten landet ihr zu nahe
beieinander…“ „DU BIST IRRE!“ rief Arilia von hinten zu Jenni rüber. „Dieser
Plan ist schwachsinnig… gefällt mir!“ kam es nun auch von Joshua via Funk.
„Absprung in fünf Sekunden…. Drei, zwei, eins, LOS!“ Auf beiden Seiten sprangen
aus allen Shuttles, sobald diese den Platz erreichten, die Biotiker, einer nach
dem anderen ab. Zwischen den einzelnen Sprüngen lag etwas mehr als eine
Sekunde. Jenni sprang als Erste, als sie sich aus dem Inneren des Shuttles
abstieß schien das Licht sie für einen Moment blind zu machen, im nächsten
Moment raste sie im freien Fall auf den Boden zu. Die Zeit reichte weder um
sich umzusehen, noch um weiter zu denken. Die Sphäre aus biotischer Energie,
die im freien Fall die charakteristische Tropfenform annahm, flammte sofort um
sie herum auf. Mit einem gewaltigen Aufschlag verschwand das seltsame
kribbelnde Gefühl der Schwerelosigkeit aus ihrem Körper. Der erste Gedanke den
sie fassen konnte, war das Statusinterface zu prüfen, alle mussten es geschafft
haben… doch es gelang ihr nicht, schwärzeste Dunkelheit und Stille umschlossen
sie.
Ich hoffe es hat euch gefallen, und es geht auch bald weiter. Ihr könnt euch bis dahin schon mal ausmahlen was geschehen ist und wie es weitergeht. Bis dahin freundliche grüsse Elite^^
Kapitel 34
Sie musste mitansehen wie mehr als die Hälfte ihrer Kameraden, die sich um das
Shuttle herum aufgestellt hatten, getroffen wurden. Erstarrt vor Schreck was
gerade vor ihren Augen geschah, konnte Jenni sich nicht rühren, erst als einer
der vermeintlich Verbündeten sie ins Visier nahm, konnte sie sich losreißen.
Mit einer Handbewegung ließ sie ihren Kontrahenten in der Bewegung erstarren.
„Stase! Feuer erwidern!“ Sie benutzte diesmal nicht ihren Funk, sie schrie den
Befehl einfach raus und verpasste den zuvor in Stase gesetzten Feind eine Kugel
mitten ins Visier seines Helmes. Die anderen Wachen auf der Mauer eröffneten
ebenfalls das Feuer, all jene die unten gestanden hatten und nicht sofort
getroffen wurden, waren in Deckung gesprungen oder hatten sich auf den Boden
geworfen und sich tot gestellt. Jeder von ihnen hatte eine Waffe bei sich
getragen und setzte diese nun auch ein. Noch ehe die Angreifer sich hätten
eingraben können, lagen sie bereits von allen Seiten unter Beschuss. Sie
mussten ganz schön einstecken, keiner hatte in der Stresssituation genau
geschaut, wie viele auf den Soldaten schossen, weshalb manche gleich mehrere
dutzend Kugeln abbekamen. Der Kampf war schnell zu Ende, die Bilanz äußerst
traurig. 19 gefallene Soldaten auf der Seite der BDF und Erics Trupp, Eric
selbst war auch unter den zu beklagenden Gefallenen. Er war als einer der
ersten getroffen worden, weil er die anderen Soldaten hatte begrüßen wollen. Vorsichtig
und mit erhobenen Händen trat nach einigen Sekunden der Pilot aus dem Shuttle.
„Ihr könnt einsteigen, ich habe Anweisung euch aus dem Trainingsgebiet zu
fliegen.“ „Ganz sicher, wir steigen zu dem Typen ins Shuttle, der gerade ein
halbes Dutzend Feinde in unserem Stützpunkt abgesetzt hat… Ich wär dafür ,dass
wir ihn hier lassen und selbst fliegen!“ „Kannst du denn ein Shuttle fliegen?“
fragte Jenni Selak, der gerade den Piloten angeschnauzt hatte. „Nein, aber
vielleicht einer von Erics Leuten.“ „Von denen die noch leben, können zwei
fliegen, wir haben aber keinen offiziell anerkannten Flugschein und dürfen
somit nicht.“ Es herrschte einen Moment lang Stille, sie wussten alle, dass sie
keine andere Option hatten, als dem Piloten zu vertrauen. „Ok, zuerst die
Verletzten oder Gefallenen, einer der fliegen kann geht mit, wenn der Pilot
scheiße bauen will schaltest du ihn aus und landest das Shuttle außerhalb des
Trainingsgebietes. Alle anderen helfen beim Wache schieben, ich habe keine Lust
jetzt noch einem Überraschungsangriff zum Opfer zu fallen!“ Wie von der nun
alleinigen Anführerin angeordnet, stiegen diejenigen, die getroffen worden
waren, als erstes ein. Das Shuttle hob ab und war bereits nach kurzem hinter
den Wipfeln des sie umgebenden Waldes verschwunden. Sehr zum Erstaunen der
zurückgebliebenen Soldaten kehrte es nach einigen Minuten sogar wieder zurück.
Flug um Flug wurden die Verteidiger weniger. Mit jeder Gruppe, die weggebracht
wurde, stieg die Nervosität unter den Wachen, es wurde immer schwieriger sich
im falle eines Angriffes zu verteidigen und das Shuttle schien jedes Mal länger
zu brauchen. Die zweitletzte Gruppe war gerade abgeholt worden und sie waren
nur noch zu acht in der Basis. Wenn man sie jetzt angegriffen hätte, wären sie kaum in der Lage die Basis zu
halten, dementsprechend nervös waren sie. Nach einer endlos erscheinenden
Wartezeit konnten sie das wieder anfliegende Shuttle ausmachen. Eilig
überprüften sie ein letztes Mal den Stützpunkt, ob etwas vergessen worden war.
Kaum setzte das Shuttle wieder auf ,stiegen sie alle ein und schlossen die
Türen hinter sich. „Endlich, ich dachte schon wir kämen hier nie wieder weg.“
Die Soldaten hatten ihre Helme ausgezogen und sich gesetzt. Jenni legte ihren
Kopf nach hinten und atmete tief durch, es war ein herrliches Gefühl bald
wieder zu Hause zu sein. Einen Moment später erschrak sie an ihren eigenen
Gedanken. Sie sah den Stützpunkt als ihr Zuhause an? Nein, das konnte nicht
sein, sie wohnte nicht da, der Stützpunkt war nur ihr Arbeitsplatz. Ihre Augen
fielen zu, während ihre Gedanken sich immer weiter von der gegenwärtigen
Situation entfernten. „Wo ist man denn nun eigentlich zu Hause? Ich verbringe
zehn mal mehr Zeit auf dem Stützpunkt, als bei meinen Eltern. Ich habe kaum
noch Kontakt mit meinen früheren Freunden, ich habe keine Zeit etwas mit ihnen
zu unternehmen. Die Leute ,die ich am besten kenne und schätze sind hier, unter
meinem Kommando. Selbst die Frau, die ich liebe, ist hier. Ist also das mein
neues Zuhause?“ Die Gedanken fühlten sich seltsam an. „Nein, ich bin nicht hier
zu Hause, ich bin bei meinen Eltern zu Hause, in Sunset-Bay.“ Ein Ruck riss sie
aus ihrem Halbschlaf, das Shuttle war anscheinend gelandet. Sie war
wahrscheinlich mehrere Minuten lang in Gedanken versunken gewesen. Die Türen
öffneten sich, sie waren wieder an dem Punkt ,wo die Übung angefangen hatte.
Draußen warteten bereits ihre Kameraden auf sie, die Transporter für den
Rückflug standen schon bereit.
„Bevor wir ankommen, lasst uns vorher noch schnell was klären. Jetzt ist das
noch nicht sehr wichtig ,aber später werdet ihr vielleicht dankbar sein, wenn
ihr ein Erinnerungsfoto habt. Bei uns… also in unserer Einheit ist es so
Brauch, dass wir nach getaner Arbeit, wenn wir vom Einsatz zurückkehren, ein
Bild machen, ein Foto von unserer gesamten Einheit. Man weiß nicht, ob nach dem
nächsten Einsatz noch alle da sind, um ein solches Bild aufzunehmen. Das erste
Bild wird immer als Erinnerung dienen, an die Einheit, wie sie einst war. Jedes
weitere ermahnt einen wofür man kämpft, jeder Soldat der von den Bildern
verschwindet wird ein weiterer Grund sein nicht aufzugeben. Und zudem will man
sich ja auch an die gute Zeit, die man mit den Kameraden hatte, erinnern
können.“ Mit einem breiten Grinsen im Gesicht aktivierte Eric sein
Universalwerkzeug und schaltete die Kamera ein. Er machte ein paar Fotos von
seinen eigenen Leuten ,die breit in die Kamera grinsten, triumphierend die
Fäuste hoben oder alberne Grimassen schnitten. Es schien ihre Stimmung zu heben
das Geschehene wenigsten ein paar Minuten vergessen zu können. „Rückt mal ein
wenig näher zusammen… und zeigt mal ein wenig Freude, wir haben gewonnen!“ Die
beiden Angesprochenen Selak und Ivana saßen beide ziemlich geschafft da, wie
aufgefordert rückten sie etwas zusammen und lächelten beide in die Kamera. Die
nächsten zehn Minuten entspannte sich die Stimmung sehr, die anfangs müde und
lustlos herumsitzenden Soldaten hatten sich nun alle daran beteiligt sich
fotografieren zu lassen. Der Flug war so schnell vorüber und ehe sie sich
versahen setzten die Transporter auf dem Landeplatz neben dem Stützpunkt auf.
„So machen wir noch eines von unserer ganzen Kompanie, stellt euch mal etwas
zusammen… bildet zwei Reihen, die vorderen etwas in die Hocke, sonst kriegen
wir das kaum auf ein Bild. „Dann musst du aber auch aufs Bild Eric!“, rief
Arsilia, um den Lärm der Triebwerke zu übertönen. „Keine Sorge, ich komme
schon…“ mit einigen Eingaben in seinem UW startete er eine kleine Kugelförmige
Drohne, welche etwa einen Meter über Boden schwebte. Eilig trat er zu seinen
Kameraden und stellte sich zu ihnen. Nach einigen Sekunden löste die Aufnahme
aus und die Drohne zerfiel, ihre Teile verblassten und bereits nach ein paar
Sekunden war nichts mehr davon zu sehen. Nun meinte einer von Eris Leuten
„Jetzt müssen wir aber noch ein Bild von unseren beiden glorreichen Anführern
machen.“ Jenni konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Ich weiß nicht ob
glorreich das richtige Wort ist“ rief sie dem Soldaten zu. „Nicht so
bescheiden“ antwortete Eric, als er neben sie trat. Die meisten anderen machten
sich auf den Weg ihre Ausrüstung abzugeben. Die beiden traten nebeneinander,
Jenni zögerte einen Moment, sie entschied sich schließlich und legte ihm den
Arm auf die Schulter. Eric sah kurz etwas verwirrt zu ihr grinste dann aber
wieder in die Kamera. Nach einem kurzen Lichtblitz trat Jenni nach vorne „Zeig
mal her… Eric! Du hast hinter meinem Kopf Hasenohren gezeigt?! Lösch das Bild,
wir nehmen das noch einmal auf… und diesmal machst du keinen Blödsinn, klar!?“,
eilig stellte sie sich neben Eric, der breit grinste hin. „Ok, bereit?“ kam die
Frage des Soldaten, der sie fotografiert hatte. „******“ war das letzte was Eric
noch sagen konnte, bevor er hochgehoben wurde. Jenni hatte ihre Rüstung auf
maximale Unterstützung eingestellt, Eric an den Kniekehlen und am Rücken
gepackt und hochgehoben. Total perplex über die Reaktion seiner Kameradin
starrte er erst sie und anschließend den ihn fotografierenden Soldaten an.
„Lass mich sofort runter...!“ Jenni stellte ihn sofort ab, lautes Gelächter
platzte aus ihr und dem anderen Soldaten heraus. „Ich warne dich Phil, wenn du
das Bild nicht sofort löschst dann verscharr ich dich im Wald…“ „Schick mir das
Foto schnell, das muss ich den anderen zeigen“, rief Jenni ihm zu, während sie
sich auf den Weg zurück zum Stützpunkt machte. „Glaub nicht, dass das keine
Konsequenzen haben wird, junge Dame!“ rief Eric ihr hinterher. „Gut das ich
keine “Dame“ bin “, antwortet Jenni breit grinsend.
Das Ausziehen der Rüstung war unglaublich befreiend gewesen. Nach drei Tagen
praktisch ohne Pause in dem Ding, schien der Sensoranzug entgültig zur zweiten
Haut geworden zu sein. Schweiß hatte sich trotz durchlässigen Materials wie
Kleber auf ihrer Haut angesammelt. Der Vergleich mit Selbstklebefolie, die
abgezogen wurde, war zwar ziemlich eklig, aber leider hatte Tanja damit recht
gehabt. Am liebsten wäre Jenni gleich nackt rüber zur Dusche gegangen, aber
dafür waren im Moment viel zu viele Soldaten auf dem Stützpunkt. Ein T-Shirt
und Hose mussten reichen, die Unterwäsche sparte sie sich für die paar Meter.
Kaum war sie mit anziehen fertig, machte sie sich sofort auf den Weg, auf dem
sie Kiara einholte. Nach einem kurzen Kontrollblick, ob sie unbeobachtet seien,
schnappte Jenni sich ihre Hand und schob sie unter ihr Shirt. „Ich hab grad
keine Unterwäsche an…“ sie sah Kiara verführerisch an, diese zog sofort
erschrocken über die Aktion ihrer Freundin ihre Hand zurück und starrte sie
fassungslos an. Bevor Kiara reagieren konnte ,trat Jenni eilig an ihr vorbei
und grinste sie breit an. „Du scheinst ziemlich gut drauf zu sein, dafür, dass
du vorhin noch so müde warst.“ „Ja, ich kann duschen, was richtiges essen und
in einem gemütlichen Bett schlafen, das macht Laune… und ich kann wieder mit dir
duschen.“ Nach diesem Satz verschwand sie im Inneren des Gebäudes. Die folgende
Dusche war über alle Maße angenehm. Sie ließen sich alle Zeit der Welt, das
warme Wasser war herrlich entspannend. Anschließend ging es aber noch nicht zum
Abendessen, sondern zur Besprechung. Reeston wartete bereits auf sie. Sie
wurden zwar alle in die Kantine beordert, dort war jedoch noch kein Essen
vorbereitet. Das Einzige was auf eine warme Mahlzeit hoffen ließ, war der
liebliche Duft von würziger Soße, gebratenem Speck und Kroketten. Es war
geradezu Folter, nachdem sie sich drei Tage lang von Rationen, die alles andere
als lecker waren, ernährt hatten, solchen Gerüchen ausgesetzt zu werden, aber
noch nicht essen zu dürfen. Nachdem sich alle eingefunden hatten, begann Reeston
mit einigen Minuten Verspätung mit der Besprechung. Er hatte sich wie fast
immer bei solchen Anlässen vor sie gestellt „Bevor wir hier mit der Besprechung
anfangen, möchte ich euch zuerst noch etwas Zeigen…“ er aktivierte sein UW
„Dass hier sind Aufnahmen von euch bei der ersten Übung, an der ihr beteiligt
wart. Erinnert ihr euch noch? Das war noch vor eurem Umzug hierher.“ Die
Lichter im Raum wurden gedimmt und ein Projektion an der Wand hinter Reeston
begann zu laufen. Sie zeigte das Vorrücken der einzelnen Gruppen aus
verschiedenen Blickwinkeln. Die meisten
von Schräg oben, wahrscheinlich von einer Kamera, die in der Krone eines Baumes
angebracht worden war. Das Ganze wurde immer wieder von Einblendungen einer Karte,
auf welcher die Positionen der einzelnen Gruppen dargestellt war, unterbrochen.
Nach ein paar Minuten sprang die Aufnahme zu ihrem Angriff auf die Hauptbasis,
diesmal aus der Perspektive der Verteidiger, wahrscheinlich eine Direktaufnahme
ihres Visieres. Die Aufnahme endete nach einigen weiteren Minuten. „Ist euch
etwas aufgefallen? Also abgesehen davon wie erbärmlich das gewesen war, was wir
gerade eben gesehen haben.“ Betrübtes schweigen herrschte in dem Raum. „Es geht
um das was anders ist, das was sich verändert hat. Ihr habt gesehen wie ihr
euch damals verhalten habt und könnt den Vergleich zu heute machen. Diesmal
waren es mehr Ziele die es zu erobern galt, es waren mehr Gegner vorhanden.
Aber diesmal habt ihr es geschafft. Dieser Fortschritt ist es, zu dem ich euch
gratulieren will…. Aber nicht das euch das jetzt zu Kopf steigt, eine
Steigerung von Müll zu schlecht ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Es
gibt noch eine ganze Menge zu lernen. Aber gehen wir das ganze mal der Reihe
nach durch. Fangen wir mit der Aufklärung an…“
Die Besprechung dauerte jetzt bereits gefühlte Stunden. Die Aufmerksamkeit der
Soldaten galt schon lange nicht mehr dem Colonel, die Köche waren bereits dabei
das Essen auf den Tresen umzuladen, damit sie es an die Soldaten verteilen
konnten. Logischerweise warteten alle nur darauf, dass der Colonel endlich
fertig wurde und sie essen konnten. Wer sich davon nicht ablenken ließ
konzentrierte sich stattdessen auf das Geflüster unter den Soldaten. „… Weshalb
ich zuversichtlich bin… hört mir hier eigentlich noch irgendwer zu...?“ Sofort
herrschte totenstille in dem Raum und alle Blicke waren auf Reeston gerichtet.
„Sehr gut, und weil einem Dinge viel besser im Kopf bleiben, wenn man sie
wiederholt, fange ich jetzt noch einmal von vorne an… damit auch all jene, die
sich jetzt anscheinend wichtigeren Themen gewidmet haben, nichts verpassen.“
„Reeston ist echt asozial, er ist ja selber schuld, dass ihm keine Sau zuhört,
wenn er unbedingt vor dem Essen diese scheiß Besprechung machen will.“
„Arsilia, das Problem ist doch, dass wir dann die sind ,die darunter leiden
müssen, für den Colonel spielt das keine Rolle“ antwortete Deni. Die meisten
waren mit essen fertig, einige waren noch am Dessert. Das Abendessen war
ziemlich rustikal gewesen, es hatte Wurst mit Käse im Speckmantel, Kroketten
und Gemüse, dazu eine würzige Soße und zum Dessert einen Cake-artigen Kuchen
auf dem Speiseplan gestanden. Jetzt waren die meisten damit beschäftigt sich
eifrig zu unterhalten. Jenni hatte sich neben Eric gesetzt, sie wollte mit ihm
über das vergangene Manöver reden. Die Stimmung war heiter und alle verstanden
sich gut. Jenni verstand sich prächtig mit Eric sie mussten viel lachen,
besonders als Eric anfing Geschichte aus seiner Rekrutenzeit zu erzählen. Die
Gespräche liefen jedoch nicht mehr allzu lange weiter, die Müdigkeit saß ihnen
noch allen in den Knochen. „Hoffentlich müssen wir morgen nicht ganz so früh
auf“, stöhnte Ivana auf dem Weg zur Unterkunft. Shalera die hinter ihr ging,
legte ihr die Hand an die linke Seite, während sie rechts neben sie trat. „Ich
glaube nicht, dass uns der Luxus auszuschlafen gewährt sein wird." Sie
konnte sich dabei ein breites Grinsen nicht verkneifen. Ivana legte ihren Kopf
auf die Schulter der Asari „Ich sterbe, wenn das so weiter geht“, grunzte sie
leise. Jenni ging gerade hinter den beiden her, sie musste innerlich grinsen,
als sie den Beiden vor sich zusah. Sie waren verliebt, Ivana traute sich jedoch
nicht wirklich das zu zeigen. Wenn sie dachte, dass sie niemand sehen würde,
küsste sie Shalera schon, manchmal auch lange und innig, aber kaum war jemand
anderes da, hatte sie Hemmungen. Ihr war es am Anfang genauso gegangen, bis sie
sich einmal einen Ruck gegeben hatte. Als sie den Schlafraum betrat, ging sie
direkt hin zu ihrem Schrank, sie wollte gerade ihre Zahnbürste holen, als sie
eine sehr vertraute Stimme hinter sich hörte. „Du scheinst dich mit Eric ja
blendet zu verstehen.“ „Ja, er ist ganz nett, wenn man ihn mal ein wenig besser
kennt“, antwortete sie Kiara. Diese kam gerade aus dem Bad, sie war anscheinend
bereits fertig damit sich die Zähne zu putzen. „Oh, na dann ist es ja gut, dass
ihr euch besser kennen gelernt habt“ ihre Stimme klang seltsam, fast schon
emotionslos. „Er ist ein guter Anführer und ein fähiger Stratege, wir werden
wahrscheinlich noch oft mit seinem Team zusammen arbeiten." „Dann kannst
du ja noch viele lange und interessante Gespräche mit ihm führen, ihr hattet es
ja anscheinend richtig lustig drüben." Nun trieften ihre Worte förmlich
vor Sarkasmus und Eifersucht. „Bist du etwa eifersüchtig?“ fragte Jenni
neckisch und stellte sich direkt vor Kiara. Diese wich ihrem Blick aus und trat
an ihr vorbei. „Bist du sicher?“ „Natürlich bin ich eifersüchtig, wir konnten
drei Tage nicht richtig einfach mal miteinander reden und du, was machst du? Du
lässt mich links liegen und redest den ganzen Abend mit Eric." Sie spuckte
seinen Namen geradezu aus. „Hey, ich habe doch nur… tut mir leid, das war dumm
von mir, aber ich dachte auch, dass wir heute Abend vielleicht noch die
Gelegenheit haben würden etwas zu kuscheln, da ein wenig zu reden."
Während diesen Worten trat sie hinter ihre Freundin, legte ihre Arme um sie und
küsste sie auf den Nacken. Für einen Moment schien sich Kiara zu entspannen,
sie atmete lange ein, legte ihre Hände auf Jennis und verharrte einen
Augenblick in der Pose. Gerade als Jenni dachte, sie hätte ihre Entschuldigung
akzeptiert, wand sie sich aus ihrem Griff und stieß sie sanft zurück. „Nein,
ich bin kein Spielzeug, dass du einfach wegwirfst und wieder aufhebst, wenn dir
langweilig ist." „Aber…." Jenni wollte sich gerade erklären, wurde
aber von der Asari unterbrochen „Geh doch zu Eric, vielleicht will der ja
kuscheln." Der Satz war jetzt unangenehm laut gekommen, sodass Jenni
förmlich spüren konnte, wie alle Blicke zu ihr wanderten. Kiara drehte sich von
Jenni weg und zog sich zu ihrem Bett hoch. Niedergeschlagen packte Jenni ihre
Zahnbürste und ging ins Bad, sie hatte keine zwei Minuten dort verbracht ,trat
sie bereits wieder zurück ins Schlafzimmer. Sie trat eilig zu ihrem Schrank,
schmiss ihre Zahnbürste hinein und trat auf die rechte Seite ihres Bettes.
Vorsichtig zog sie sich an der Bettkante hoch, Kiara lag mit dem Rücken zu ihr
da. Sie würde nicht einfach so aufgeben, schon gar nicht, wenn es um Kiara
ging. Jenni legte eine ihrer Hände auf Kiaras Seite. Diese drehte sich sofort
zu ihr um und holte gerade Luft ,um etwas zu sagen als sich bereits zwei Lippen
auf die Ihren drückten. Sie fand sich in einem innigen Kuss wieder, Jenni auf
allen vieren über ihr. „Komm schon, bitte. Ich habe doch gesagt, dass es mir
leid tut“ meinte Jenni flehend als Kiara sich nicht an dem Kuss beteiligte und
einfach nur dalag. Sie ließ ihre eine Hand zu Kiaras Wange wandern, als diese
ihr Gesicht von ihr abwandte. Sie strich sanft mit dem Daumen über die Wange
der Asari und drehte ihren Kopf ganz vorsichtig zu sich. Ihre Lippen formten
tonlos das Wort “Bitte“ bevor sie sich langsam auf sie zubewegte. Als ihre
Lippen sich erst ein ganz klein wenig berührten, hielt sie kurz inne. Nach
einer Sekunde spürte sie ,dass Kiara sich auf sie zu bewegte und sie sanft
küsste. Die Asari schlang ihre Arme um sie, um sie fest an sich zu ziehen. „Na
siehst du, du willst es ja auch“, flüsterte sie als sie sich von ihrem Kuss
lösten. „Natürlich will ich dich bei mir haben, ich liebe dich und ich will dir
vergeben." Zwischen ihnen lag eine Decke ,die es Jenni verwehrte ihre
Liebste direkt anzufassen, doch in dem Moment störte sie das nicht, es tat
einfach nur gut sich wieder an einer geliebten Person auftanken zu können.
Kiara legte ihre, von der Decke bedeckten Oberschenkel seitlich an Jenni
Hüften, sie wollte Jenni festhalten und nicht mehr loslassen, selbiger ging es
genauso. Nach einiger Zeit voller zärtlicher Küsse und sanften Berührungen
trennte sich Kiara von ihrer Anführerin und meinte lächelnd „Vielleicht
solltest du jetzt besser runter gehen…“ „Habe ich etwas falsch gemacht? Ich
wollte dich nicht bedrängen…“ „Nein, du hast nichts falsch gemacht, es ist nur…
ich habe Angst etwas Dummes zu tun wenn du noch lang in greifbarer Nähe bist.“
Sie gab Jenni einen kurzen Kuss schob sie dann zögerlich ein wenig von sich
weg. „Gut, dann muss mal nicht ich den Blödsinn machen.“ Kiara lächelte sie an
und drehte sich wieder zur Seite „Gute Nacht“, murmelte sie. Sie spürte für
einen Moment das Jenni sich von ihr Weg bewegte, erleichtert darüber den
unangenehmsten Teil hinter sich zu haben entspannte sie sich und schloss die
Augen. Unerwarteter weise spürte sie plötzlich ein paar Finger, die über ihre
Silhouette strichen. Augenblicklich durchfuhr ein Schauer ihren Körper. Sie
konnte den heißen Atem ihrer Freundin in Nacken spüren „Du riechst hinreißend“
vernahm sie in geflüstertem Ton. „Du kannst doch nicht einfach zu mir unter die
Decke kommen…“ Kiaras Stimme war kaum hörbar, sie hauchte die Worte ganz leise,
damit niemand anders sie hören konnte. „Oh doch, das kann ich, das liegt
innerhalb meiner Befehlsgewalt“ antwortete Jenni neckisch, während sie sich an
Kiara ranschmiegte, sie eng in den Arm nahm und ihr einen Kuss du den Hals
drückte. „Zumindest für ein paar Minuten“, fügte sie nach einigen Sekunden
wohlig an.
Am Morgen erwachte Kiara von selbst, meistens erwachte sie erst, wenn die
Ausbilder sie am Morgen wecken kamen oder wenn ihre Kameraden diese Aufgabe
übernahmen. Das erste was sie wahrnahm war Jennis Wärme, ihre Nähe und das
wohlige Gefühl, dass sie verspürte beim Wissen ,dass ihre Liebste direkt an
ihrer Seite ruhte. Gerade als sie ihre Fingerkuppen sanft über den Handrücken
von Jennis linkem Arm ,der um ihren Oberkörper lag streicheln wollte, hörte sie
Schritte im Gang. „Verdammt, das ist der Wecktrupp! Bis Jenni unten ist dauert
es viel zu lange, ich schaffe es auch nicht mehr. Sie packte Jennis Hand, warf
sie nach hinten zu ihrer Besitzerin und strich die verräterische Haarsträhne,
die über ihre Schulter lag, weg. Jenni war gerade eben aufgewacht und sah ihre
Freundin etwas erschrocken an. Diese hielt sich einen Finger vor den Mund und
zischte leiste. Noch bevor Jenni reagieren konnte, warf Kiara ihr die Decke
über den Kopf und drehte sich zur Seite ,um selbige möglichst gut zu verdecken.
Nur Sekundenbruchteile Später wurde die Tür aufgestoßen und zwei
Allianzsoldaten traten ein. Jenni, die unter der Decke ihrer Kameradin lag, war
gezwungen sich auf ihr Gehör zu verlassen. Augenblicke später ertönte die
Stimme der Ausbilder. „Aufstehen! In drei Minuten auf dem Hauptplatz, ihr
werdet bereits erwartet. Bis zum zerreißen angespannt blieb Jenni regungslos
liegen, sie wusste, dass sie sich auf keinen Fall verraten durfte. „Hoffentlich
verschwinden die Typen wieder“ hallte der verzweifelte Gedanke in ihrem Kopf.
Die Beiden Soldaten warteten noch ein paar Sekunden bevor sie den Raum wieder
verließen. Mit Erleichterung atmeten die beiden jungen Frauen auf, als die Zimmertür
ins Schloss fiel. Sofort warf Kiara die Decke zum Fuße der der Matratze. Sie
richtete sich schlagartig auf und warf Jenni einen tadelnden Blick zu „Mach das
du runter kommst… nur ein paar Minuten, deine paar Minuten haben uns grad in ne
echt brenzlige Lage gebracht!." Jenni folgte dem Beispiel ihrer Kameradin
und stieg von dem Bett runter. Kaum unten angekommen erntete sie einen Haufen
fragender Blicke. „Also entweder wart ihr zwei verflucht leise, oder Jenni
konnte sich besser beherrschen als ich erwartet hätte“ feixte Joshua grinsend.
Jenni streckte ihm den Mittelfinger entgegen ,ohne ihn eines Blickes zu
würdigen. „Wieso denkst du, dass zwei Frauen automatisch Sex haben, wenn sie im
selben Bett schlafen?“ „Ja, und weshalb bin automatisch ich die, die dafür
verantwortlich gemacht wird. Kiara ist auch nicht gerade ein Engelchen was das
anbelangt.“ Kiara, die gerade dabei war ihre Stiefel anzuziehen stieß Jenni,
die Neben ihr noch gerade ihre Hose zumachte an: „Hei, schieb jetzt nicht
wieder alles auf mich." Jenni lachte kurz: „Stimmt doch, oder muss ich die
Halstuchgeschichte mal erzählen…?" „Das lässt du mal schön sein,
verstanden!?“ zischte sie energisch und hob drohend den Finger. Laut lachend
machte Jenni sich daran ihrerseits die Stiefel anzuziehen. „Beeilt euch mal
lieber, sonst bekommen wir noch alle Ärger.“
„Ihr seid jetzt bereits alle eine ganze Weile in dieser Ausbildung und schon
lange über den Fähigkeitsstand eines normalen Soldaten hinaus. Ihr habt gelernt
zu kämpfen, euch aufeinander zu verlassen und taktisch zu agieren, euer Trupp
wäre jetzt bereits Einsatztauglich, aber damit ihr euren Zweck als N7 Einheit
erfüllen könnt, fehlen euch noch einige taktische Möglichkeiten. Jeder Trupp
braucht spezialisierte Soldaten, die bestimmte Fähigkeiten besitzen. Wir haben
euren Fortschritt beobachtet und entsprechende Kandidaten ausgesucht. Ich werde
nun die Namen von einigen runterlesen, jeder der genannt wird stellt sich zu
den ihm zugewiesenen Ausbilder, der Rest teilt sich in die entsprechenden Gruppen
auf und begibt sich zu den ihnen zugewiesenen Trainingsorten.“ Alex, Garon, und
Njarsa wurden als erstes Aufgerufen. Sie wurden zwei Soldaten zugeteilt, um den
Umgang mit Sprengstoffen jeglicher Art zu lernen. Anschließend wurden Sarjka
und Nick aufgerufen, sie würden sich auf Tech spezialisieren. Zuletzt kamen
noch diejenigen an die Reihe ,welche eine Sanitätsspezialisierung durchlaufen
werden. Am Ende waren sieben Leute eingeteilt. Gerade als die andern sich
wieder daran machen wollten wegzutreten, rief Reeston auch noch Jennis Namen
auf. „Parker, du kannst gleich mit mir kommen. Du wirst eine Vertiefung in
Sachen strategischem und taktischem Planen haben, zumindest da kann ich dir
wahrscheinlich noch das eine oder andere beibringen. Etwas zögerlich folgte
Jenni ihm, sie wusste nicht so recht was sie davon halten solle, eigentlich
wäre sie lieber mit den Anderen auf den Trainingsplatz gegangen, um ihre
Biotiken zu trainieren. Sie wollte keine dieser Anführerinnen sein die in einem
Bunker sitzt und ihre Kameraden für sich kämpfen lässt, aber das würde
glücklicherweise auch nicht passieren. „Was werde ich denn im Zuge dieser…“
,sie wusste nicht so recht wie sie es nennen sollte. „Schulung“, platzte es
schließlich aus ihr heraus. „Ich werde dir eine ganze Reihe Simulationen
vorlegen, bei denen du strategische Entscheidungen treffen musst, um
entsprechend vorzugehen. Einige der anderen Zugführer werden dir allgemein
Erfahrungen schildern. Du wirst sehen, es ist nicht so schlimm wie du denkst…“
Jenni wollte gerade protestieren ,zu beteuern, dass sie nichts in die Richtung
gedacht hatte, als Reeston ihr zuvor kam: „Du brauchst das nicht abzustreiten,
die Körpersprache sagt viel mehr aus, als uns lieb ist. Aber auch wenn du mir
das jetzt vielleicht nicht glauben wirst, ich weiß wie du dich fühlst. Als ich
im Training war, ähnlich wie ihr jetzt, wollte ich auch lieber kämpfen und bei
meinen Männern sein, als in sicherer Entfernung zu sitzen und zu planen. Der
Verstand eines Anführers ist dessen stärkste Waffe und seiner Untertanen bester
Schutz. Dieses Sprichwort hat mein Ausbilder mir gesagt, als ich mich beschwert
habe, dass ich zum kämpfen trainiert worden war, aber es jetzt nicht tun
dürfe.“
Reeston blickte zum Himmel, es war noch früh am Morgen. Sie waren gerade erst
vom Frühsport zurückgekehrt, als der Colonel sie bereits auf dem Hauptplatz
empfangen und eingeteilt hatte. Die Sonne ging gerade auf und außer dem leisen
Rauschen des Windes in den entfernten Blattkleidern der Bäume, dem flattern der
Allianzfahne in mitten des Hauptplatzes und dem zaghaften Gesang erster Vögel,
war nichts zu hören. Jetzt wo Reeston sie darauf aufmerksam gemacht hatte, fiel
ihr erst auf ,wie lange sie jetzt eigentlich schon dabei waren zu trainieren.
Bereits mehrere Monate waren sie hier, bereits mehrere Monate sah sie ihre
Eltern nur einmal alle vier Wochen, ein paar Tage… und dann war sie meistens
damit beschäftigt sich mit Kiara auszutoben. Der zwangsläufige Gedanke wie
lange es noch dauern würde, bis sie wieder ein freies Wochenende zusammen
verbringen konnten und das leise Flüstern der Lust in ihrem Hinterkopf, das ihr
die Erinnerungen an Kiaras Geschenk an sie wieder wach rief, drängten sich in
ihren Kopf. Bevor sie zu sehr hätte abdriften können, riss sie sich wieder los,
um sich auf den Colonel zu konzentrieren. Dieser schien jedoch gerade selbst in
Gedanken versunken zu sein, seinem Gesichtsausdruck zu urteilen waren es wohl
schöne Erinnerungen. „Denken sie oft an diese Zeit zurück?“ Die Frage war Jenni
einfach ausgerutscht und sie schämte sich fürchterlich dafür ihn aus seinen
Gedanken gerissen zu haben, besonders da er ihr Vorgesetzter war. „Wie bitte?
Fragte er etwas verwirrt. „Tut mir leid Sir, das war eine sehr persönliche
Frage, ich wollte ihnen nicht zu nahe treten“ entschuldigte sie sich sofort.
„Nein nein, schon in Ordnung, eine Frage ist ja keine Straftat… Ja ich denke
tatsächlich oft an meine Zeit damals. Auch wenn es damals die Hölle war, so war
es doch eine gute Zeit. Manchmal sehne ich mich nach den Zeiten, wo alle meine
Probleme sich damit lösen ließen schneller zu rennen, höher zu springen und zu
hoffen, dass der Ausbilder mal wen anderen zusammenscheißt als mich“ meinte er
schmunzelnd. Nach ein paar Schritten setzte Jenni zur nächsten Frage an. „Ich
habe noch eine Frage zu diesem Kurs. Wann oder wie lange ist dieser Kurs? Ist
der jeden Tag oder einfach am Abend nach dem Training oder…“ Noch mitten im
Satz bemerkte sie, dass sich diese Frage dumm anhörte, als wolle sie es
möglichst schnell hinter sich haben. Ein lauter Lacher platzte aus Reeston
heraus „Nur keine Bange, du kommst noch genug dazu dich im Schlamm zu suhlen
und zu kämpfen… Wieso gab es zu meiner Zeit bloß nicht schon solche Frauen wie
dich bei N7.“
Der Büroraum war durch die Klimaanlage heruntergekühlt und das fühlte sich
unnatürlich an, man konnte dem Wetter draußen förmlich ansehen wie schwül es
war. Trotz der angenehmen Temperaturen, der normalen Luftfeuchtigkeit und der
Tatsache, dass Jenni sich seit einer Stunde nicht von dem Stuhl ,auf dem sie saß,
wegbewegt hatte, rann eine Schweißperle über ihre Stirn. Keinen halben Meter
vor ihr kämpften ihre virtuellen Truppen um ihr Überleben. Auf der 3D
Landschaft vor ihr lief ein kleiner Krieg ab, sie musste ihren Soldaten dort
Befehle geben und ihre Armee steuern. Das Geschehen lief in Echtzeit ab, die
einzelnen Soldaten agierten zwar von selbst und stellten sich auf Angriffe ein,
aber Jenni hatte trotzdem ziemlich Stress auf die sich ständig verändernde
Situation zu reagieren. Der Colonel konnte in die Simulation eingreifen, um sie
ständig unter Druck zu halten und von einer Ecke in die nächste zu scheuchen.
Sie hatte bereits den Ganzen Tag diverse Strategien gelernt und umzusetzen
versucht, manche mit mehr, manche mit weniger Erfolg. Obwohl sie bereits jetzt
wusste, dass die gelernten Strategien ihr viel helfen würden, war der
“Unterricht“ nicht sehr spannend. Die virtuellen Übungen waren zwar
einigermaßen Ablenkung von der trockenen Theorie, aber ihr fehlte der
Nervenkitzel. Anfangs hätte sie nie geglaubt, dass unter Beschuss zu liegen ein
berauschendes Gefühl sein würde, aber der Kick den das Adrenalin auslöste war
bei weitem stärker, als bei jeder anderen Aktivität, die sie bisher durchlebt
hatte. „Ich glaube für heute reicht das dann auch, schließlich gibt es heute
noch anderes zu tun“, meinte Reeston ,als Jennis Einheit ordentlich dezimiert
den Zielpunkt erreichte. Sofort horchte Jenni auf, Erleichterung macht sich in
ihr breit. „Ok, womit geht es denn weiter?“
„Und ich Idiot habe mich noch darauf gefreut was anderes machen zu dürfen.“
Jenni war von Reeston zu ihren Rüstungen geschickt worden. Die Anderen waren da
zwanzig Minuten später zu ihr gestoßen. Auf Befehl des Colonels mussten sie
ihre Rüstungen säubern und polieren, dabei schien ihm besonderes Interesse an
der Gründlichkeit der Soldaten zu liegen. „Wir scheuern hier jetzt schon seit
mehr als einer Stunde an den Dingern herum, wie gründlich sollen wir es denn
noch machen?“ „Bis ihr euch darin spiegelt“ meinte Alex mit imitierter
Reeston-Stimme. Die Anwesenden mussten schmunzeln,er traf das Original
erstaunlich gut. „Die bessere Frage ist doch weshalb wir das tun, ich meine
beim nächsten Training wird das Teil sofort wieder schmutzig, das ergibt keinen
Sinn“ warf Sarjka ein. „Vielleicht ist es auch eine Bestrafung für etwas das
wir verbockt haben, obwohl ich mir da beim besten Willen nicht erklären kann
was wir falsch gemacht haben.“ „Oder“ ,begann Kiara nachdenklich „Wir müssen
einfach nur gut aussehen bei unserem nächsten Einsatz. Er hat doch mal erwähnt,
dass alle Regierungen der Ratsspezies daran beteiligt sind, vielleicht kommen
ja die anderen mal auf eine Visite vorbei.“ Zustimmendes nicken machte die
Runde. „Fast“, ertönte es laut aus Eingangsrichtung. Reeston trat auf die
Gruppe zu „Seit ihr fertig?“ fragte er in schneidendem, harschem Ton. Er war
direkt, nachdem er die Soldaten angewiesen hatte hier zu putzen, wieder nach
oben gegangen. „Jawohl, Sir“ antworteten die Soldaten synchron. „Gut, das hoffe
ich auch… zeig mir deine Rüstung“ kam es vom Colonel. Arsilia, die angesprochen
wurde, hob das erste Rüstungsteil vom Boden auf und hielt es dem Colonel
entgegen. „Wie vorhin gesagt, ihr liegt schon fast richtig. Jedoch werden nicht
die Vertreter der anderen Spezies hierherkommen, sondern wir zu ihnen gehen…“
Er machte einen Moment Pause, die Spannung der Soldaten war förmlich spürbar.
„Ihr werdet an einer kleinen Demonstration teilnehmen, es ist offiziell kein
Wettkampf, aber es diente den besten Einheiten der Galaxie oder besser gesagt
des Rates, als Fähigkeitsdemonstration und Vergleich. Ihr werdet euch also
sowohl mit der Armiger-Legion der Turianer, den Kommandos der Asari, der STG
und den besten unserer N7 Soldaten messen. Ich brauch dabei nicht speziell zu
erwähnen, dass dort nur die Besten der Besten antreten und von euch noch viel
mehr erwartet wird. Normalerweise dient das eigentlich nur als Publicity und
damit die Steuerzahler im Fernsehen sehen können was mit ihren Steuergeldern
geschieht, wie sich ihre gefeierten Truppen schlagen und dem simplen
Schwanzvergleich der Militärs… für die Asari im übertragenen Sinne. Eine
Warnung gleich vorne weg, jede Spezies erwartet von euch Höchstleistungen und
egal wie beeindruckt sie auch sein werden, sie werden euch vor den anderen
Spezies nur Kritik und kein Lob anerkennen, das kommt erst, wenn sie alleine
mit euch reden. Ach ja, und da keiner verlieren will, wird manchmal auch mit
unfairen Mitteln gespielt, seit also auf der Hut und vertraut niemandem, der
nicht zu eurem Trupp gehört“. Nachdem eine Weile lang keiner es geschafft hatte
ein Wort auszusprechen ,spuckte Jenni schließlich die Frage aus, die alle
beschäftigte. „Wann?“ Die kurze und bündige Frage wurde ebenso kurz und bündig
beantwortet. „Morgen früh, null-sechshundert abflugbereit. Das Ganze geht beim
Allianzhauptstützpunkt des Planeten über die Bühne.“ Die Verwirrung und
Überraschung von gerade eben war nun blankem Entsetzen gewichen. „WAS?!“ Ivana
schrie ihn schon fast an „Soll das ein Witz sein? Wieso sagen sie uns das erst
jetzt? Wie sollen wir denn da jetzt etwas vorführen? Wir konnten uns ja nicht
darauf vorbereiten…“ „Ganz ruhig, ihr müsst da nichts vorbereiten, da geht es
nicht um eine Choreographie oder so, da werdet ihr ganz normal eure
Kampffähigkeit unter Beweis stellen müssen, macht einfach das was ihr immer
tut, wenn ihr kämpft.“ „Hätten sie uns das nicht etwas früher sagen können?
Etwas Vorbereitung wäre trotz allem nicht schlecht gewesen“ meinte Jenni
nachdenklich. „Die spontansten Aktionen und Reaktionen sind meistens nicht die schlechtesten“
konterte Reeston grinsend „Ihr solltet jetzt besser duschen gehen, es wäre
vorteilhaft, wenn ihr morgen ausgeschlafen seid“. Zögerlich begannen die
Soldaten ihre frisch polierten Rüstungen zu versorgen, keiner wusste so recht
was sie von dem geplanten Event am nächsten Morgen halten sollten. Eisernes
Schweigen hielt sie fest im Griff. Erst als sie das Gebäude verlassen hatten
und wieder unter sich waren, kamen wieder eifrige Gespräche auf. In den Meisten
ließen die Soldaten ihrem Unmut über Reeston Ansage gerade eben freien Lauf.
Auch Jenni musste gestehen, dass sie lieber ein paar Tage früher davon erfahren
hätte, aber sie freute sich auch irgendwie darauf. Es war eine Chance für sie
alle zu zeigen, was sie gelernt hatten. Zudem würde ihr Vater sich die
Übertragung sicher ansehen. „Genau, ich muss ihm noch eine Nachricht senden“
schoss es ihr sofort durch den Kopf. Sie wusste zwar nicht wo und wie es
übertragen würde, aber ihr Vater war lange genug bei der Allianz gewesen, um
über die nötigen Kontakte zu verfügen, um das herauszufinden.
Die Stimmung der Soldaten hatte an dem Abend noch sehr geschwankt, es wurde
viel spekuliert und Erwartungen ausgetauscht, was sie wohl erwarten würde. Erst
nach dem sie sich selbst auch eine Weile an den teils hitzigen Diskussionen
beteiligt hatte kam Jenni die Idee Eric zu fragen. Auch wenn Kiara alles andere
als begeistert war ,so hatte sie doch seine Nummer auf ihrem UW gespeichert. Er
schien nicht auf dem Stützpunkt zu sein, normalerweise saßen sie alle etwa um
dieselbe Zeit. Das dritte Läuten riss plötzlich ab, stattdessen ertönte Erics
Stimme „Na was für ne erfreuliche Überraschung, hi“. „Hi, bist du grad im
Stützpunkt? Ich hab da nämlich ne Frage“. „Ja, aber ich bin noch grad im
Arsenal, wir bereiten noch unsere Ausrüstung für Morgen vor…“ „Genau darum geht
es mir…“ unterbrach Jenni ihn. „Wir werden morgen auch an diesem Event
teilnehmen… also ähm… mit was müssen wir rechnen?“ Von der anderen Seite der
Leitung drang Stille zu ihr, kaum hörbares Getuschel war nach einem Moment zu
vernehmen. „Ok… hm, ich komm gleich rüber, wenn ich fertig bin, seid ihr in der
Kantine?“ Sie bejahte. Nach etwas mehr als zwanzig Minuten trat Eric mit
einigen seiner Kameraden in die Kantine. Jenni sah ihn ungeduldig an, als er sich
ihr gegenüber setzte, Kiara saß direkt neben ihr und trotz ihrem freundlichen
Lächeln wusste Jenni, dass sie da sass ,um ihr auf die Finger zu sehen. „Ihr
werdet also morgen auch zum M.S.D kommen? Da hat euch der Colonel aber ganz
schön was eingebrockt.“ „Wohin?“ fragte Kiara, sie wusste zwar was er meinte,
aber nicht was es mit der Abkürzung auf sich hatte. „Die Militärische
Spezialeinheiten Demonstration“, erklärte Eric ihr freundlich. „Also jedenfalls
werdet ihr dort einige Parcours und andere Tests durchlaufen. Aus Gründen der
Kameradschaftlichkeit treten wir nicht direkt gegeneinander an, weder intern
noch Spezies übergreifend. Die Verletzungsgefahr bei solchen Duellen wäre zu
groß, es würde Zündstoff für politisches Geplänkel geben ,wenn jemand von einer
anderen Einheit verletzt würde. Es gibt nichts Besonderes ,was ich dir sagen
kann… außer ,dass der erste Eindruck wichtig ist, besonders für euch. Ihr
werdet ja von allen Spezies beobachtet. Mach dich nicht selbst verrückt, was du
hier schon geleistet hast reicht da auf jeden Fall auch.“ Jenni nickte, „Danke,
wir werden unser Bestes geben… werden wir dich… euch morgen sehen?“ Das breite
Grinsen das über sein Gesicht huschte sagte bereits genug aus. „Vielleicht,
gute Nacht euch allen und viel Glück morgen.“ Er verließ die Kantine direkt
wieder, er wirkte irgendwie gestresst. „War er schon immer so seltsam oder
bilde ich mir das nur ein?“ „Normalerweise würde ich jetzt glauben, dass du
wieder eifersüchtig wärst, aber diesmal hast du recht, er hat sich seltsam
verhalten. Vielleicht liegts am Stress, er muss ja noch alles vorbereiten, was
wir vielleicht auch noch tun sollten. Ich werde Reeston fragen wo die Shuttles
stehen, die wir nehmen werden, sag du den anderen Bescheid, dass sie ins
Arsenal gehen sollen, sobald Erics Trupp fertig ist. Wir stellen die Ausrüstung
bereit, sodass wir sie morgen nur noch packen und abrücken können.“
„Psst, komm, das ist total unfair, sie gehören schließlich auch zu uns.“
Unkenntliche Umrisse bewegten sich geräuschlos und elegant durch die Schatten
einer beinahe Mondlosen Nacht. Die Beleuchtung des Stützpunktes war
ausgeschaltet, Dunkelheit war nachts die beste Tarnung. Ein Angreifer müsste
den Stützpunkt erstmal finden, während die Wachen mit Nachtsichtoptik
ausgestattet jederzeit den Überblick hatten. Mit geschmeidigen Schritten
überquerten sie die Distanz zum Ziel. „Ok, ich bin in Reichweite… und… fertig,
das wars auch schon, so unspektakulär und doch so effektiv. Abrücken.“ Die
Worte wurden nur leise gehaucht, sodass von den Wänden kein Echo reflektiert
werden könnte, sie war nicht weiter als zwei Meter zu hören. „Ich bin mir nicht
sicher, ob das ne gute Idee ist…“
Eine laute Stimme, feminin und trotzdem brachial, in scharfem Ton ließ Jenni
aufschrecken „Gott verdammt, los, alle sofort aufstehen! Macht schon!“ Ivana
war aufgewacht weil sie der Ruf der Natur ereilt hatte, bei einem Blick aus dem
Fenster gefolgt von einem Blick auf ihr UW war sie schlagartig aufgesprungen.
Sechs Uhr war Abflugtermin, sie mussten noch essen, Zähneputzen, die Rüstungen
montieren, die restliche Ausrüstung in die Shuttles laden und hatten dafür nur
dreißig Minuten Zeit. „Es ist halb sechs, mein… unsere Wecker haben vers….“
Jenni hatte sie alle angewiesen ihrer Wecker zu stellen, bei so vielen Weckern
war es nahezu unmöglich, dass alle ausfielen und trotzdem hatten sie
verschlafen. „Was? Alle auf einmal?!“ die Frage klang zurecht ungläubig, Deni
hatte sich gerade aufgerichtet. „Das war kein Zufall, jemand hat uns
verarscht!“ „Und ich weiß auch wer!“ platzte es aus Jenni heraus, sie war noch
keine dreißig Sekunden wach und schon auf hundertachzig, die Stimme in ihrem
Kopf fauchte den Namen des Übeltäters. „Eric! Dieser miese Wichser! Dafür wird
er bezahlen!“ Sie schluckte die Gedanken runter, um sich auf die jetzige
Situation zu konzentrieren, ihn massakrieren konnte sie später. „Ok, Schwert,
geht in die Kantine, räumt den Laden leer, nehmt genug Essen und zu Trinken für
uns alle mit, schmeißt das Zeug in die Shuttles und kommt dann sofort runter zu
den Rüstungen. Der Rest bewegt sich sofort dahin und legt sofort die Rüstung
an! Los jetzt!“ Alle die noch nicht dabei waren sprangen nun auf und zogen sich
eilig an. „Was machst du? Kommst du nicht?“, fragte Marcel verwundert. „Doch,
aber ich muss noch schnell jemandem eine Nachricht schicken, ich komme gleich
nach“, meinte Jenni. Sie setzte sich auf den Rand ihrer Matratze ,um sich
anzuziehen. Anschließend aktivierte sie ihr UW, um eine Nachricht zu schreiben.
Als Empfänger fügte sie Erics Namen ein. In ihrem Inneren kochte sie vor Wut
über dessen dummen Streich. Eilig huschten ihre Finger über die holographische
Tastatur und formte einzelne Silben zu Worten, Worten die ihre momentane
Gefühlslage ausdrückten. Ihr Wissen, dass sie sich beeilen musste war das
einzige, was sie davon abhielt all das aufzuschreiben, was sie ihm am liebsten
gesagt hätte. Eilig fügte sie einen vielsagenden Betreff hinzu, schickte die
Nachricht ab und machte sich auf den Weg in den Rüstungsraum.
„****, das wird sau knapp! Wir haben noch fünfzehn Minuten!“ Die Soldaten waren
im Inneren der Shuttles noch daran sich zu verpflegen, wie Jenni es befürchtet
hatte war ihnen keine Zeit geblieben, sie hatte sich wahnsinnig beeilen müssen,
um überhaupt noch eine Chance zu haben rechtzeitig anzukommen. Reeston war
bereits weg gewesen, als die ersten von ihnen sich daran gemacht hatten die
Waffen aus dem Arsenal in die Shuttles zu verladen. Als die letzten ihre
Rüstungen fertig montiert hatten, brachen sie sofort auf. Das Frühstücken
während des Fluges gestaltete sich etwas umständlich. Die gepanzerten
Handschuhe eigneten sich nur schlecht um damit zu essen. Der Pilot ,der die
Maschine auf Befehl von Jenni an ihre Grenzen brachte, flog teils ziemlich
kriminelle Manöver. Das Schwanken im inneren des Shuttles war deutlich zu
spüren. „Wie weit ist es noch?“ fragte Deni nervös. Auch wenn sie es ihm nicht
verdenken konnte, war die Fragerei alle paar Minuten doch nervig. Jenni trat
nach vorne zu der kleinen Tür, die das cockpit vom Laderaum trennte. Diese war
nicht abgeschlossen, wie Jenni wusste, weshalb sie sie öffnete und den Kopf
hindurch streckte. „Knapp zehn Minuten“ antwortete der Pilot unaufgefordert, es
war nicht das erste Mal, dass Jenni sich über die verbleibende Reisezeit
erkundigt hatte. „****!“ entfuhr es ihr nach einem Blick auf ihr UW. „Wir haben
noch neun Minuten Zeit…“ sie fuhr, kaum hatte sie sich von ihm abgewandt,
herum, wieder in Richtung des Piloten. „Wissen sie wie die Basis aussieht?“
Verblüfft über die seltsame Frage nickte er zögerlich „Ja, also nur von außen…“
„Gut, das reicht schon, wo ist der Versammlungspunkt? Und wo der Landeplatz?“
„Wir landen auf den Landeplattformen, die sind etwa fünfzig Meter vom
Hauptgebäude entfernt, auf der rechten Seite des Hauptplatzes… der Treffpunkt…
ach ja genau, das Treffen wird “aus gründen der optisch besseren Lage“ auf dem
großen freien Feld hinter dem Hauptgebäude stattfinden. Dort ist eine große
Rasenfläche, die zwischen dem Gebäude und den nächsten Trainingsarealen liegt.
Wieso fragen sie?“ „Nicht wichtig“ erwiderte sie halblaut und kehrte nach
hinten zu ihren Kameradinnen und Kameraden zurück. „Ich glaube nicht wo es uns
reichen wird. Wenn wir Glück haben schaffen wir es gerade noch rechtzeitig zur
Landeplattform, aber bis wir beim Vesammlungsplatz ankommen, sind wir auf jeden
Fall zu spät.“ Ernüchternde Blick und enttäuschte Gesichter standen ihr
gegenüber. Ohne weitere Erklärungen setzte sich Jenni wieder an ihren Platz.
Ihr UW blinkte auf. „Nicht schon wieder“ die Worte schwirrten durch ihre
Gedanken. Ihre Eltern hatten ihr bereits die zweite Nachricht geschickt. Die
erste hatte sie erhalten, als sie gerade losgeflogen waren, sie hatte nicht die
Zeit gehabt sie zu lesen, es hatte in dem Moment wichtigere Dinge zu erledigen
gegeben. Nun schien ihr nichts anderes übrig zu bleiben, als zu warten, da
konnte sie genauso gut die beiden Nachrichten lesen.
„Hallo Schatz, wir danken dir für die Nachricht. Ich habe mich gefragt ,ob ihr
es dahin schaffen könntet ,aber ich hätte nie gedacht, dass ihr wirklich in so
kurzer Zeit soweit kommen würdet. Aber dein alter Herr wäre ja nicht der, der
er ist, wenn er nicht etwas hätte, das er dir zu diesem Anlass schenken könnte.
Ich habe entgegen dem Wunsch deiner Mutter meine alten Allianzverbindungen mal wieder
angebohrt, um an ein paar Infos zu kommen. Ich habe dafür gesorgt, dass du dein
Geschenk noch heute zugestellt bekommst. Was es ist? Ich weiß ,dass du dich das
gerade fragst, denn deine Neugier ist das einzige ,was sich in all den Jahren
nicht geändert hat. Ich werde es dir aber nicht verraten, es ist eine
Überraschung, sei gespannt. Deine Mutter macht sich immer noch Sorgen um dich,
gib ihr nicht Grund sich noch mehr aufzuregen. Wir hoffen es geht dir gut und
drücken dir die Daumen. Wie läuft es eigentlich mit Kiara? Seit ihr noch immer
zusammen?“
Hinter dem Satz war ein breit grinsender Smiley zu sehen und gleich darunter
der Abschied „Komm gesund wieder nach Hause, in liebe Mom und Dad.“ Ihre Hand
fuhr über ihre Stirn und strich die langen Roten Haare zur Seite. Die zweite
Nachricht schien von ihrer Mutter verfasst worden zu sein, sie ermahnte sie
vorsichtig zu sein, ihnen öfter zu schreiben, was sie sich wirklich vorgenommen
hatte, und nichts Dummes anzustellen. Eine Zeile der Nachricht ließ Jenni schmunzeln.
„Wir freuen uns bereits auf deinen Auftritt.“ Sie stellte sich gerade vor, wie
ihre Mom in eine Decke gewickelt neben ihrem Vater auf der Couch saß und
gebannt auf den Bildschirm starrte, stolz und voller Hoffnung, um ihre Tochter
bei so einem Ereignis zu sehen. „Was werden sie bloß von mir denken, wenn sie
sehen, dass ich zu spät komme…“ flüsterte sie leise, schleichende Stimme der
Selbstzweifel. Mit einem langen Seufzer drehte sie sich zu Kiara, die neben ihr
saß. Diese schien ebenfalls in Gedanken versunken und starrte zwischen ihren
Füßen auf den Metallboden. Jennis Blick wanderte von den jugendlichen Zügen des
Gesichts der Asari, zu deren massiv anmutenden Schulterplatte. Das darauf
abgebildete Symbol der BDF, der brennende Totenschädel vor gekreuzten Waffen,
in ihrem Falle ein Schwert und eine Maschinenpistole von Typ N7-Hurrican
strahlte wie selten zuvor von der polierten Rüstung. Ihr Blick blieb einen
Moment daran hängen. Fast schon sprungartig stand sie auf und trat zum cockpit.
„Was ist der größte freie Platz ,den sie in der Nähe dieser Wiese finden
können?“ Nach einem Moment, in der er gezögert hatte, antwortete der Pilot
unsicher. „Wahrscheinlich der Trainingsplatz, der gleich daran angrenzt…“ „Wie
groß ist der?“ Jenni gab ihm nicht die Gelegenheit zu Ende zu sprechen.
„Ziemlich groß, da trainieren normalerweise ein Haufen Soldaten. Gut, fliegen
sie in zwanzig Metern Höhe da drüber, bremsen sie bevor wir über den Platz
kommen. Bremsen nicht anhalten, klar!? Fünfzig Km/h reichen. Die anderen
Shuttle sollen in Dreiecksformation zehn bis fünfzehn Meter seitlich und
dreißig Meter hinter uns versetzt fliegen!“ Der leicht verwirrte
Gesichtsausdruck des Mannes ,der so etwa gegen vierzig war ,wie Jenni schätzte,
war nun vollends Fassungslos. „Ich soll was? Wieso?“ „Sagen sie das ihren
Kollegen.“ „Wollen sie etwa..?“ „Zwanzig Meter Höhe, 50Km/h Dreiecksformation!“
blaffte Jenni ihn an, sie klang nun ziemlich sauer. „Widerwillig und sich
innerlich selbst verfluchend dafür ,dass er den Befehl ausführte, meldete er
den anderen Piloten was ihm gerade aufgetragen worden war. Jenni trat wieder
zurück in den Laderaum und aktivierte die Funkverbindung an alle BDF-Biotiker.
„Helme aufsetzten und Unterstützung auf Maximum, Barrieren hoch!“ Sie bellte
die Befehle, für ihre Kameraden ungewohnt scharf und barsch. „Bereit machen für
Absprung, wir machen ne Expresslandung.“ „Was?“ fragten einige der Soldaten aus
den anderen Shuttles verwirrt. Die Zeit reicht sonst nicht, wir müssen
abspringen. Zwanzig Meter sind nicht viel, wir sind schon höher gesprungen.“
„Ja aber nicht bei fünfzig Sachen.“ „Wir werden noch viel schneller Absprünge
machen müssen“ konterte Jenni auf Selaks Einwand. „Bereitet mir jetzt keine
Schande, ich will nicht, dass die Sanitäter da ausrücken müssen. Wir werden vor
den Augen all unserer Vorgesetzten was dummes, illegales und gefährliches
machen, versaut es also nicht.“ Sie griff ihren eigenen Helm, setzte ihn auf
und legte ihre bis dahin auf ihrer Schulter ruhende Maske auf. „Wie lange?“
fragte sie den Piloten via Funk. „Zwanzig Sekunden meinte dieser nervös. Sie
betätigte mit der Handfläche die Konsole neben ihr an der Wand. „Türen auf,
Absprung in fünfzehn Sekunden, springt versetzt zueinander, der Befehl kommt
via HUD, nicht zu weit aus dem Shuttle springen, ansonsten landet ihr zu nahe
beieinander…“ „DU BIST IRRE!“ rief Arilia von hinten zu Jenni rüber. „Dieser
Plan ist schwachsinnig… gefällt mir!“ kam es nun auch von Joshua via Funk.
„Absprung in fünf Sekunden…. Drei, zwei, eins, LOS!“ Auf beiden Seiten sprangen
aus allen Shuttles, sobald diese den Platz erreichten, die Biotiker, einer nach
dem anderen ab. Zwischen den einzelnen Sprüngen lag etwas mehr als eine
Sekunde. Jenni sprang als Erste, als sie sich aus dem Inneren des Shuttles
abstieß schien das Licht sie für einen Moment blind zu machen, im nächsten
Moment raste sie im freien Fall auf den Boden zu. Die Zeit reichte weder um
sich umzusehen, noch um weiter zu denken. Die Sphäre aus biotischer Energie,
die im freien Fall die charakteristische Tropfenform annahm, flammte sofort um
sie herum auf. Mit einem gewaltigen Aufschlag verschwand das seltsame
kribbelnde Gefühl der Schwerelosigkeit aus ihrem Körper. Der erste Gedanke den
sie fassen konnte, war das Statusinterface zu prüfen, alle mussten es geschafft
haben… doch es gelang ihr nicht, schwärzeste Dunkelheit und Stille umschlossen
sie.
Ich hoffe es hat euch gefallen, und es geht auch bald weiter. Ihr könnt euch bis dahin schon mal ausmahlen was geschehen ist und wie es weitergeht. Bis dahin freundliche grüsse Elite^^
#579
Posté 27 mai 2013 - 06:00
Tief durchatmen.
Ich bin an einem weißen Strand. Das blaue Meer bewegt sich langsam und geschmeidig über den Sand, ehe es zurückfließt.
Ich spüre die Wärme des Sandes unter meinen Füßen und sehe ein kleines Lokal neben mir.
Ich gehe dort hin und lächele.
Auf einem Schild steht geschrieben: „…doch es gelang ihr nicht, schwärzeste Dunkelheit und Stille umschlossen sie.“
Ich nehme einen der Barhocker in die Hände und beginne alles kurz und klein zuschlagen.
ARGHHHHH!!!
Ich HASSE diesen Cliffhanger !!! >.<
So zurück aus meiner inneren Oase der Ruhe, oder besser gesagt Schlachtfeld der Neugierde, bin ich nun fähig ein Feedback zu geben. ^^
Also wie du bisher erfahren konntest, war der Cliffhanger dieses Mal echt extrem. Ich war voll drin und dann endest du so…
Aber da kann ich wohl nichts ändern außer dir ein Feedback zu geben.
Du schaffst ohne Zweifel einen nahtlosen Übergang zu dem letzten Kapitel. Der Schrecken und die Instinktsteuerung sind wunderbar zu erkennen und mir tun die Soldaten Leid, die von einem Dutzend unter Feuer gelegt werden. ^^
Selaks Wut passt an dieser Stelle vortrefflich und zeigt deutlich, wie sehr die Übung doch auf die Psyche geht. Mir gefiel hierbei besonders, dass Jenni dennoch einen kühlen Kopf behielt und alles so orderte, wie es am logischsten ist, obwohl man noch klar ihre Gefühle erkennt. Sie ist noch nicht kalt, ansonsten hätte sie nur die Verwundeten weggebracht und die Toten als letzte abholen lassen. Sie waren schließlich noch im Einsatz. Ein sehr schöner Charakterzug, der sich noch interessant entwickeln wird.
Der geistige Terror, dass immer weniger Verteidiger übrig bleiben, wurde durch deine Beschreibung sehr schön deutlich und durch dir richtigen Worte sehr schön untermalt.
Der Gedankengang seitens Jenni in Bezug auf ihr „Zuhause“ war dann eine schöne alternative Richtung. Sie ist geschafft und einige Gedanken, die eigentlich gar nicht ins Bewusstsein treten tauchen auf und man merkt deutlich, dass Jenni mehr und mehr eine Soldatin wird.
Deine Idee mit dem Foto hatte echt was und schweißte die Einheit schön zusammen. Es zeigt die verschiedenen Schichten auf. Sie sind Soldaten, doch sie sind auch Freunde und eine Familie. Eine schöne Passage, durch welche ich Eric sehr lieb gewonnen habe, bis zu dem Punkt an dem ich hoffte, dass Jenni ihm die Haut vom Fleisch zieht. Was für ein Dreckskerl, aber dazu später. An dieser Stelle erkannte man auch sehr schön, dass Jenni Eric schon als einen Freund ansieht. Besonders deutlich wurde dies durch Jennis Scherz, als sie Eric hochhob. ^^ Eine sehr schöne lockere Passage.
Das folgende Ausziehen war dann sehr gut formuliert und du liefertest einen sehr guten Vergleich mit der Klebefolie. Ich kann die Truppe in dieser Hinsicht aber sehr gut verstehen. Das muss echt befreiend sein. Ich kenn es wenn man einen ganzen Tag in Schuhen rum rannte und sie dann ausziehen kann. Ich will gar nicht wissen, wie das mit ganz Körper Panzerungen über drei Tage ist. Eine super Passage, die wunderbar nachvollziehbar ist. Sehr gut!
Jennis Unbefangenheit wurden dann auch wunderbar von dir eingefangen. ^^ Sie braucht wieder ein Wochenende und sie zeigt es Kiara sehr direkt. =D
Die wohltuende Dusche war dann das abrundende Detail. Eine schöne Stelle, die weiterhin schön bleibt. ^^
Man kann sagen was man will. Ich finde Reeston geil. Du triffst ihn immer wieder fantastisch. Seine sadistischen Züge werden sehr gut deutlich, als er seine Besprechung startet.
Die pure FOLTER!!! Aber eine sehr schön zu verfolgende, besonders als Reeston dann wieder von vorne anfing. Der Typ ist einfach megageil!!!
Die Brücke zu ihrem ersten Ansturm war dann ein wundervolles Detail, welches ihren Fortschritt zweifellos offenbarte. Sie sind Soldaten, auch wenn Reeston die richtigen motivierenden Worte findet: „Aber nicht das euch das jetzt zu Kopf steigt, eine
Steigerung von Müll zu schlecht ist noch nicht das Ende der Fahnenstange.“ Geile Wortwahl. Meine Hochachtung.
Dass sich Reeston keine Freunde macht zeigt deutlich die Rangordnung auf. Er ist nicht da um gemocht zu werden, sondern um eine Einsatztruppe zu bilden.
Die kurze Passage zu Ivana und Shalera war sehr willkommen. Ivana ist nach wie vor die Schüchterne. Mal sehen wie es sich zwischen denen noch entwickelt. Es war zumindest ein glücklicher Moment und dann…? Dann kam Kiara. Süß wie sie eifersüchtig ist, obwohl ich denke, dass der Stress und die Müdigkeit einen gewissen Miteinfluss hatten. Die Arme ist richtig getränkt und Jenni kriegt für nichts eins über den Deckel. Diese Passage punktete zweifellos durch die schöne Wortwahl und Kiaras wütende Einstellung. Aber ich bin mir sicher, dass einige der Worte Kiara im Nachhinein sehr schmerzen werden. Schließlich warf sie Jenni vor, sie nicht zu lieben und so etwas wiegt schwer. Jenni zeigt sich aber wieder in ihrer Glanzrolle. Sie überdeckt ihren Schmerz und kämpft sofort weiter. Manchmal kann man nicht aufgeben. Eine wunderbare Stelle, die mit Kiaras Annahme der Entschuldigung einen fast super Abschluss fand. Super wurde es dann durch Jennis PAAR MINUTEN. ^^
Man merkt wer ungezügelter ist. Zumindest in der knappen Mehrheit der Fälle.
Kiara und Jenni hatten dann am Morgen mehr Glück als Verstand. Ein spannender Moment, der durch einige beklemmende Details weiter vertieft wurde. Gut dass es so brenzlig ausging. Das hätte echt Ärger geben können und ich fühlte mich leicht an „Verbrüderung“ erinnert. (Meine ich weder als Vorwurf, noch als Andeutung, es ist lediglich eine objektive Feststellung, also nicht falsch oder böse verstehen!)
Joshua hatte dann auch wieder seinen neckischen Auftritt. Er hat auch immer wieder schöne Sprüche und die nachfolgende Diskussion, dass Jenni nicht immer die treibende Kraft in derartigen Angelegenheiten ist, lockerte alles wieder auf. Sehr gut!!!
Die anschließende Aufteilung in verschiedene Bereiche unterhalb der Einheit gefiel mir sehr. Ein schöner Ausbau der Strukturen. Schwangen wer damals erzählte, dass er schon immer gerne zündelte, tue ich momentan zwischen Alex und Garon. Muss ich noch mal nachsehen, aber ich glaube es war Garon. Zumindest eine 1A Brücke zu vorherigen Kapiteln und eine sehr gute Stärkung der Atmosphäre.
Dass Jenni von Reeston unterrichtet wird, gefällt mir an diesem Punkt sehr. Er hat noch einiges, das er weitergeben kann, wie ich denke. Zwar nicht in Bezug auf physische Stärke, aber dafür in Bezug auf Wissen und Erfahrung.
Jennis Charakter wird wieder einmal sehr gut abgelichtet, als sie bei ihrem Team bleiben will, doch sie wird wohl auch noch begreifen müssen, dass sie nicht jeden retten kann. Das wird noch sehr hart.
Der Sprung zu Jennis Unterricht war dann sehr gut gesetzt und vermittelte einen guten Einblick, obwohl mir nicht ganz klar ist, dieser Sprung sich um einen Tag oder nur um ein paar Stunden handelte? Das war für mich nicht ganz klar ersichtlich. Zumindest war Jenni zweifellos erkennbar. Sie ist eine Soldatin. Sie entscheidet nach der Lage nicht nach dem Plan und dies wurde gut deutlich. Meine Hochachtung dafür und für den geilen Spruch von Reeston: „… Der Verstand eines Anführers ist dessen stärkste Waffe und seiner Untertanen bester Schutz. Dieses Sprichwort hat mein Ausbilder mir gesagt, als ich mich beschwert
habe, dass ich zum kämpfen trainiert worden war, aber es jetzt nicht tun
dürfe.“
Reestons Charakter wird dann auch wieder schön angehoben, als er Jenni von seiner Vergangenheit erzählt. Seine Wortwahl ist dabei eine schöne Brücke zu Jokers Worten, als er von der „guten alten Zeit“ erzählt. Mass Effect 2 glaube ich. Eine schöne dezente Brücke zum Spiel, die aufzeigt, dass man sich im selben Universum befindet. Fantastisch, ebenso wie Reestons Darstellung. Der Typ ist so mega. =D
Reestons Unterricht und der nächste Abschnitt mit dem Polieren war ein nahtloser Übergang. Sehr gute Arbeit. Der Gruppenzusammenhalt wurde erneut wunderbar ersichtlich und so langsam stieg die Spannung auf. Genährt durch die eigenen Gedanken und die der Kameraden, entstand die Frage: „Warum polieren sie? Gut aussehen ist klar, aber wofür?“
Die Aufklärung seitens Reeston war dann wieder in seinem 1A Scham sehr willkommen und verständlich. Man will schließlich gut aussehen, vor allem um den Verbündeten eins reinzuwürgen. ^^
Die sehr knappe Zeit, bis zu der Übung war dann ein weiterer Pluspunkt für die Spannung. Eine wunderbare Passgage. Auch die Aussage: „Die spontansten Aktionen und Reaktionen sind meistens nicht die schlechtesten“ war vortrefflich. Nicht die Schlechtesten, aber auch nicht die Besten. =D
Sehr gefiel mir an dieser Stelle aber auch dass Reeston extra hervorhob, dass sie niemandem trauen sollten, hätten sie es mal beherzigt.
Das Detail mit Jennis Eltern psst hier zumindest super ich denke es spielt eine größere Rolle als man erstmal denkt. ^^
Kiaras Eifersucht wurde dann wieder sehr gut deutlich. Sie will Jenni nicht verlieren, mal sehen ob sie es irgendwann übertreibt und Jenni zu etwas, im Nachhinein dummen treibt. *gespannter Blick*
Erics seltsame Art und dass Jenni und Kiara es extra erwähnten ließ nichts Gutes erahnen und die Ahnung bestätigte sich dann auch.
Eine sehr schöne, spannende und wage Darstellung. Die Spannung steigt super. ^^
Und dann der Knall. Die haben da echt Schwein. Wie Jenni wohl kocht. =D
Eine super Formulierung, gepaart mit sinnvollen Befehlen und einer guten Hervorhebung von Jenni, ergaben eine super Situation. Bin gespannt was in der Nachricht stand.
Es wurde sehr gut ersichtlich, dass es ich nicht um einen Zufall handelte und dass das nur der Auftakt war.
Die Spannung bleibt und wird durch die Sprung zum Shuttel noch weiter vertieft. Die Zeitangaben steigerte die Spannung und die Nervosität der Truppe war sehr gut zu spüren. Den Aufbau der Anlage hast du schön gezeigt und es wurde ersichtlich, worauf es hinaus laufen würde. Eine sehr schöne Idee. Die Überraschung der Eltern erwartet Jenni vermutlich schon Recht bald. Obwohl mir Jennis Vater etwas unsympathischer wurde. Seine Frage bezüglich Jennis Beziehung zeigte deutlich, dass er noch nicht gänzlich über seine Anti-Alien Ansichten hinweg ist. Ich denke zumindest nicht dass Jennis Eltern zuhause sitzen. Ich glaube eher dass sie ganz nah sind. ^^
Jennis Lösung für ihr Problem war dann sehr gut aufgebaut. Sie sind für Sprünge aus großer Höhe da, warum sollten sie es nicht gleich zeigen? Jennis Professionalität fand man an diesem Punkt sehr gut wieder, was sich durch viele wundervolle Details (Shuttelformation, etc.) zeigte. Sie ist schon eine echte Anführerin. Die Proteste des Piloten und ihrer Kameraden steigerten die Stimmung dabei ungemein. Ebenso wie die Tatsache, dass ein Fehler in diesem Zusammenhang nicht gut ankommen würde.
Ich (und viele andere vermutlich auch) saß da, war mitten im Geschehen. Jenni springt. Sie landet und dann… dann endest du mit: „doch es gelang ihr nicht, schwärzeste Dunkelheit und Stille umschlossen sie.“
AGRHHH!!!
Ich spüre eine Mischung aus Euphorie, Neugierde, Vorfreude und einem Schlag in die Fresse. (Positiv gemeint.) Dieser Cliffhanger ist echt hart und ich möchte… NEIN! Ich WILL jetzt weiterlesen. *schmoll*
Doch da es mir nichts bringt, mich darüber zu ärgern, bleibt mir nur die Spannung zu genießen, bis ich wieder weiterlesen kann.
Dieses Kapitel ist dir bemerkenswert gut gelungen und ich habe jede Zeile genossen. Ein brillante Arbeit, auf die stolz sein kannst, solltest und sein musst. Denn dass hast du dir eindeutig verdient.
Ich danke dir, für dieses Kapitel und die gesamte Geschichte, von ganzem Herzen und verbleibe wie so oft in wahnsinniger Vorfreude auf die nächsten Zeilen.
Schöne Grüße Kieferbruch
Ich bin an einem weißen Strand. Das blaue Meer bewegt sich langsam und geschmeidig über den Sand, ehe es zurückfließt.
Ich spüre die Wärme des Sandes unter meinen Füßen und sehe ein kleines Lokal neben mir.
Ich gehe dort hin und lächele.
Auf einem Schild steht geschrieben: „…doch es gelang ihr nicht, schwärzeste Dunkelheit und Stille umschlossen sie.“
Ich nehme einen der Barhocker in die Hände und beginne alles kurz und klein zuschlagen.
ARGHHHHH!!!
Ich HASSE diesen Cliffhanger !!! >.<
So zurück aus meiner inneren Oase der Ruhe, oder besser gesagt Schlachtfeld der Neugierde, bin ich nun fähig ein Feedback zu geben. ^^
Also wie du bisher erfahren konntest, war der Cliffhanger dieses Mal echt extrem. Ich war voll drin und dann endest du so…
Aber da kann ich wohl nichts ändern außer dir ein Feedback zu geben.
Du schaffst ohne Zweifel einen nahtlosen Übergang zu dem letzten Kapitel. Der Schrecken und die Instinktsteuerung sind wunderbar zu erkennen und mir tun die Soldaten Leid, die von einem Dutzend unter Feuer gelegt werden. ^^
Selaks Wut passt an dieser Stelle vortrefflich und zeigt deutlich, wie sehr die Übung doch auf die Psyche geht. Mir gefiel hierbei besonders, dass Jenni dennoch einen kühlen Kopf behielt und alles so orderte, wie es am logischsten ist, obwohl man noch klar ihre Gefühle erkennt. Sie ist noch nicht kalt, ansonsten hätte sie nur die Verwundeten weggebracht und die Toten als letzte abholen lassen. Sie waren schließlich noch im Einsatz. Ein sehr schöner Charakterzug, der sich noch interessant entwickeln wird.
Der geistige Terror, dass immer weniger Verteidiger übrig bleiben, wurde durch deine Beschreibung sehr schön deutlich und durch dir richtigen Worte sehr schön untermalt.
Der Gedankengang seitens Jenni in Bezug auf ihr „Zuhause“ war dann eine schöne alternative Richtung. Sie ist geschafft und einige Gedanken, die eigentlich gar nicht ins Bewusstsein treten tauchen auf und man merkt deutlich, dass Jenni mehr und mehr eine Soldatin wird.
Deine Idee mit dem Foto hatte echt was und schweißte die Einheit schön zusammen. Es zeigt die verschiedenen Schichten auf. Sie sind Soldaten, doch sie sind auch Freunde und eine Familie. Eine schöne Passage, durch welche ich Eric sehr lieb gewonnen habe, bis zu dem Punkt an dem ich hoffte, dass Jenni ihm die Haut vom Fleisch zieht. Was für ein Dreckskerl, aber dazu später. An dieser Stelle erkannte man auch sehr schön, dass Jenni Eric schon als einen Freund ansieht. Besonders deutlich wurde dies durch Jennis Scherz, als sie Eric hochhob. ^^ Eine sehr schöne lockere Passage.
Das folgende Ausziehen war dann sehr gut formuliert und du liefertest einen sehr guten Vergleich mit der Klebefolie. Ich kann die Truppe in dieser Hinsicht aber sehr gut verstehen. Das muss echt befreiend sein. Ich kenn es wenn man einen ganzen Tag in Schuhen rum rannte und sie dann ausziehen kann. Ich will gar nicht wissen, wie das mit ganz Körper Panzerungen über drei Tage ist. Eine super Passage, die wunderbar nachvollziehbar ist. Sehr gut!
Jennis Unbefangenheit wurden dann auch wunderbar von dir eingefangen. ^^ Sie braucht wieder ein Wochenende und sie zeigt es Kiara sehr direkt. =D
Die wohltuende Dusche war dann das abrundende Detail. Eine schöne Stelle, die weiterhin schön bleibt. ^^
Man kann sagen was man will. Ich finde Reeston geil. Du triffst ihn immer wieder fantastisch. Seine sadistischen Züge werden sehr gut deutlich, als er seine Besprechung startet.
Die pure FOLTER!!! Aber eine sehr schön zu verfolgende, besonders als Reeston dann wieder von vorne anfing. Der Typ ist einfach megageil!!!
Die Brücke zu ihrem ersten Ansturm war dann ein wundervolles Detail, welches ihren Fortschritt zweifellos offenbarte. Sie sind Soldaten, auch wenn Reeston die richtigen motivierenden Worte findet: „Aber nicht das euch das jetzt zu Kopf steigt, eine
Steigerung von Müll zu schlecht ist noch nicht das Ende der Fahnenstange.“ Geile Wortwahl. Meine Hochachtung.
Dass sich Reeston keine Freunde macht zeigt deutlich die Rangordnung auf. Er ist nicht da um gemocht zu werden, sondern um eine Einsatztruppe zu bilden.
Die kurze Passage zu Ivana und Shalera war sehr willkommen. Ivana ist nach wie vor die Schüchterne. Mal sehen wie es sich zwischen denen noch entwickelt. Es war zumindest ein glücklicher Moment und dann…? Dann kam Kiara. Süß wie sie eifersüchtig ist, obwohl ich denke, dass der Stress und die Müdigkeit einen gewissen Miteinfluss hatten. Die Arme ist richtig getränkt und Jenni kriegt für nichts eins über den Deckel. Diese Passage punktete zweifellos durch die schöne Wortwahl und Kiaras wütende Einstellung. Aber ich bin mir sicher, dass einige der Worte Kiara im Nachhinein sehr schmerzen werden. Schließlich warf sie Jenni vor, sie nicht zu lieben und so etwas wiegt schwer. Jenni zeigt sich aber wieder in ihrer Glanzrolle. Sie überdeckt ihren Schmerz und kämpft sofort weiter. Manchmal kann man nicht aufgeben. Eine wunderbare Stelle, die mit Kiaras Annahme der Entschuldigung einen fast super Abschluss fand. Super wurde es dann durch Jennis PAAR MINUTEN. ^^
Man merkt wer ungezügelter ist. Zumindest in der knappen Mehrheit der Fälle.
Kiara und Jenni hatten dann am Morgen mehr Glück als Verstand. Ein spannender Moment, der durch einige beklemmende Details weiter vertieft wurde. Gut dass es so brenzlig ausging. Das hätte echt Ärger geben können und ich fühlte mich leicht an „Verbrüderung“ erinnert. (Meine ich weder als Vorwurf, noch als Andeutung, es ist lediglich eine objektive Feststellung, also nicht falsch oder böse verstehen!)
Joshua hatte dann auch wieder seinen neckischen Auftritt. Er hat auch immer wieder schöne Sprüche und die nachfolgende Diskussion, dass Jenni nicht immer die treibende Kraft in derartigen Angelegenheiten ist, lockerte alles wieder auf. Sehr gut!!!
Die anschließende Aufteilung in verschiedene Bereiche unterhalb der Einheit gefiel mir sehr. Ein schöner Ausbau der Strukturen. Schwangen wer damals erzählte, dass er schon immer gerne zündelte, tue ich momentan zwischen Alex und Garon. Muss ich noch mal nachsehen, aber ich glaube es war Garon. Zumindest eine 1A Brücke zu vorherigen Kapiteln und eine sehr gute Stärkung der Atmosphäre.
Dass Jenni von Reeston unterrichtet wird, gefällt mir an diesem Punkt sehr. Er hat noch einiges, das er weitergeben kann, wie ich denke. Zwar nicht in Bezug auf physische Stärke, aber dafür in Bezug auf Wissen und Erfahrung.
Jennis Charakter wird wieder einmal sehr gut abgelichtet, als sie bei ihrem Team bleiben will, doch sie wird wohl auch noch begreifen müssen, dass sie nicht jeden retten kann. Das wird noch sehr hart.
Der Sprung zu Jennis Unterricht war dann sehr gut gesetzt und vermittelte einen guten Einblick, obwohl mir nicht ganz klar ist, dieser Sprung sich um einen Tag oder nur um ein paar Stunden handelte? Das war für mich nicht ganz klar ersichtlich. Zumindest war Jenni zweifellos erkennbar. Sie ist eine Soldatin. Sie entscheidet nach der Lage nicht nach dem Plan und dies wurde gut deutlich. Meine Hochachtung dafür und für den geilen Spruch von Reeston: „… Der Verstand eines Anführers ist dessen stärkste Waffe und seiner Untertanen bester Schutz. Dieses Sprichwort hat mein Ausbilder mir gesagt, als ich mich beschwert
habe, dass ich zum kämpfen trainiert worden war, aber es jetzt nicht tun
dürfe.“
Reestons Charakter wird dann auch wieder schön angehoben, als er Jenni von seiner Vergangenheit erzählt. Seine Wortwahl ist dabei eine schöne Brücke zu Jokers Worten, als er von der „guten alten Zeit“ erzählt. Mass Effect 2 glaube ich. Eine schöne dezente Brücke zum Spiel, die aufzeigt, dass man sich im selben Universum befindet. Fantastisch, ebenso wie Reestons Darstellung. Der Typ ist so mega. =D
Reestons Unterricht und der nächste Abschnitt mit dem Polieren war ein nahtloser Übergang. Sehr gute Arbeit. Der Gruppenzusammenhalt wurde erneut wunderbar ersichtlich und so langsam stieg die Spannung auf. Genährt durch die eigenen Gedanken und die der Kameraden, entstand die Frage: „Warum polieren sie? Gut aussehen ist klar, aber wofür?“
Die Aufklärung seitens Reeston war dann wieder in seinem 1A Scham sehr willkommen und verständlich. Man will schließlich gut aussehen, vor allem um den Verbündeten eins reinzuwürgen. ^^
Die sehr knappe Zeit, bis zu der Übung war dann ein weiterer Pluspunkt für die Spannung. Eine wunderbare Passgage. Auch die Aussage: „Die spontansten Aktionen und Reaktionen sind meistens nicht die schlechtesten“ war vortrefflich. Nicht die Schlechtesten, aber auch nicht die Besten. =D
Sehr gefiel mir an dieser Stelle aber auch dass Reeston extra hervorhob, dass sie niemandem trauen sollten, hätten sie es mal beherzigt.
Das Detail mit Jennis Eltern psst hier zumindest super ich denke es spielt eine größere Rolle als man erstmal denkt. ^^
Kiaras Eifersucht wurde dann wieder sehr gut deutlich. Sie will Jenni nicht verlieren, mal sehen ob sie es irgendwann übertreibt und Jenni zu etwas, im Nachhinein dummen treibt. *gespannter Blick*
Erics seltsame Art und dass Jenni und Kiara es extra erwähnten ließ nichts Gutes erahnen und die Ahnung bestätigte sich dann auch.
Eine sehr schöne, spannende und wage Darstellung. Die Spannung steigt super. ^^
Und dann der Knall. Die haben da echt Schwein. Wie Jenni wohl kocht. =D
Eine super Formulierung, gepaart mit sinnvollen Befehlen und einer guten Hervorhebung von Jenni, ergaben eine super Situation. Bin gespannt was in der Nachricht stand.
Es wurde sehr gut ersichtlich, dass es ich nicht um einen Zufall handelte und dass das nur der Auftakt war.
Die Spannung bleibt und wird durch die Sprung zum Shuttel noch weiter vertieft. Die Zeitangaben steigerte die Spannung und die Nervosität der Truppe war sehr gut zu spüren. Den Aufbau der Anlage hast du schön gezeigt und es wurde ersichtlich, worauf es hinaus laufen würde. Eine sehr schöne Idee. Die Überraschung der Eltern erwartet Jenni vermutlich schon Recht bald. Obwohl mir Jennis Vater etwas unsympathischer wurde. Seine Frage bezüglich Jennis Beziehung zeigte deutlich, dass er noch nicht gänzlich über seine Anti-Alien Ansichten hinweg ist. Ich denke zumindest nicht dass Jennis Eltern zuhause sitzen. Ich glaube eher dass sie ganz nah sind. ^^
Jennis Lösung für ihr Problem war dann sehr gut aufgebaut. Sie sind für Sprünge aus großer Höhe da, warum sollten sie es nicht gleich zeigen? Jennis Professionalität fand man an diesem Punkt sehr gut wieder, was sich durch viele wundervolle Details (Shuttelformation, etc.) zeigte. Sie ist schon eine echte Anführerin. Die Proteste des Piloten und ihrer Kameraden steigerten die Stimmung dabei ungemein. Ebenso wie die Tatsache, dass ein Fehler in diesem Zusammenhang nicht gut ankommen würde.
Ich (und viele andere vermutlich auch) saß da, war mitten im Geschehen. Jenni springt. Sie landet und dann… dann endest du mit: „doch es gelang ihr nicht, schwärzeste Dunkelheit und Stille umschlossen sie.“
AGRHHH!!!
Ich spüre eine Mischung aus Euphorie, Neugierde, Vorfreude und einem Schlag in die Fresse. (Positiv gemeint.) Dieser Cliffhanger ist echt hart und ich möchte… NEIN! Ich WILL jetzt weiterlesen. *schmoll*
Doch da es mir nichts bringt, mich darüber zu ärgern, bleibt mir nur die Spannung zu genießen, bis ich wieder weiterlesen kann.
Dieses Kapitel ist dir bemerkenswert gut gelungen und ich habe jede Zeile genossen. Ein brillante Arbeit, auf die stolz sein kannst, solltest und sein musst. Denn dass hast du dir eindeutig verdient.
Ich danke dir, für dieses Kapitel und die gesamte Geschichte, von ganzem Herzen und verbleibe wie so oft in wahnsinniger Vorfreude auf die nächsten Zeilen.
Schöne Grüße Kieferbruch
#580
Posté 01 juin 2013 - 03:07
Gibt es nun noch eine Aftershock-Fortsetzung?
#581
Posté 01 juin 2013 - 06:02
Jab. Der nächste Teil wird an dem Tag erscheinen, an dem die Hölle zufriert.-Billy-Loomis- wrote...
Gibt es nun noch eine Aftershock-Fortsetzung?
...
...
...
Mann, jetzt hoffe ich, dass die Hölle nicht wirklich eines Tages zufriert, sonst muss ich noch einen Teil schreiben.
Wehe, du frierst jemals zu, Hölle!
Modifié par Big-Boss687, 01 juin 2013 - 06:11 .
#583
Posté 02 juin 2013 - 09:10
Big-Boss687 wrote...
Jab. Der nächste Teil wird an dem Tag erscheinen, an dem die Hölle zufriert.-Billy-Loomis- wrote...
Gibt es nun noch eine Aftershock-Fortsetzung?
...
...
...
Mann, jetzt hoffe ich, dass die Hölle nicht wirklich eines Tages zufriert, sonst muss ich noch einen Teil schreiben.
Wehe, du frierst jemals zu, Hölle!
Sprich nein, schade, hat mich schon ein wenig gepackt, deine Story
#584
Posté 02 juin 2013 - 08:48
*Verlegen auf die Füsse guck* Ähm ja... ich habe es doch noch geschafft ein Kapitel zu vollenden. Es ist etwas länger geworden, hatt ja auch länger gedauert. Ich möchte mich zuerst gleich mal entschuldigen das ich mich hier nicht gemeldet habe um zu sagen dass es länger dauert. Des weiteren möchte ich jetzt schon melden dass das nächste Kapitel wahrscheinlich auch länger dauern wird da ich in 11 Tagen meine Teilprüfung habe. Das ganze anschliessende Wochenende bin ich an einem Openair, weiss nicht falls n schweizer hier liest, am Greenfield.
SO jetzt aber zur Geschichte, desshalb werden die meisten wohl das hier lesen.
Kapitel 35
Es war ein schreckliches Gefühl, jedes Gespür für Zeit schien wie weggewischt. Sie versuchte die Augen aufzumachen, doch entweder waren die schon offen und sie sah trotzdem nichts, oder sie konnte sie nicht öffnen, denn trotz größter Anstrengung erkannte sie nicht. Panik schien sich in ihrem Körper breit zu machen, doch das beklemmende Gefühl schien in weiter Ferne zu stehen. Die ganze Situation wirkte, als betrachte sie sie durch einen Nebelschleier, unwirklich und abstrakt. Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der sie nichts hatte tun können ,außer langsam an ihrer Lage zu verzweifeln, schien sich endlich was zu tun. Wenn auch nicht unbedingt etwas sehr erfreuliches war. Als würde sich alles um sie herum langsam zusammenziehen, schien ihr der eigene Körper zu eng zu werden. Sie konnte wieder etwas spüren, es war ein dumpfes wildes Pochen. Erst nach einem Moment erkannte sie, dass es sich um ihr Herz handelte, das von innen gegen ihre Brust hämmerte und das Blut in Ihren Schläfen zum pulsieren brachte. Sie wusste weder was passiert war, noch wo sie sich befand, als ihr ein gleißend helles Licht, als hätte jemand eine Flutlichtanlage direkt vor ihr eingeschaltet, entgegenschlug. Es kam urplötzlich und ohne Vorwarnung. Sofort begann sie zu blinzeln, ihre Sicht war ein wenig verschwommen. Eine Welle, eher schon eine ganze Flut an Geräuschen brach über sie hinein. Sie konnte hören, wie ihr eigener Atem aus dem Helm entwich, ein leises, in all den anderen Geräuschen schon fast untergehendes rieseln drang zu ihr durch. Es waren Erdklümpchen, die von dem losen Boden des Trainingsplatzes durch die Nova herausgerissen worden waren und nun um sie herum wieder zu Boden fielen. Wie laute Schläge eines Basses erschütterten die Einschläge der weiteren Springer den Boden. In nur wenigen Metern Entfernung zu ihr spritzte Erde wie Wasser in alle Richtungen davon, als sie von biotischen Schockwellen getroffen wurde. Jenni konnte spüren, dass sie von der umherfliegenden Erde getroffen wurde. Diese richtete jedoch keinen Schaden an, sie bemerkte die kleinen Klümpchen nur durch das leise prasseln an ihrem Helm. Einige, die den Weg zu ihrem Visier fanden, blieben daran kleben und schränkten ihre Sicht ein. Nachdem ihr Gehirn anscheinend etwas Startschwierigkeiten gehabt hatte, schossen nur tausende von Eindrücken, Signalen und Gedanken durch ihren Kopf. Das erste was ihr klar wurde war, dass sie vorhin für einen Moment, wahrscheinlich nicht einmal eine Sekunde, das Bewusstsein verloren hatte. Ihr war schwarz vor Augen geworden, als sie auf dem Boden aufgeschlagen war. Sofort folgte die nächste Erkenntnis, dieser Moment war noch keine zwei Sekunden her. Die nächsten Springer waren noch nicht einmal alle unten angekommen. „Scheiße, alle Augen liegen auf uns… ****, was soll ich jetzt machen?“ „Mach einfach weiter!“ rief eine Stimme in ihrem Kopf, als die Selbstzweifel und die Nervosität sich meldeten. Entschlossen und noch immer in einem wahren Adrenalinrausch, richtete sie sich auf und begann wie aus Reflex in die Richtung loszugehen, in der der zuvor markierte Sammelpunkt lag. Mittels internem, gesichertem Funk befahl sie allen ihren Kameraden unverzüglich dasselbe zu tun. Zusätzlich setzte sie einen “Folgen“ Wegpunkt auf sich selbst. Sie fühlte sich so, als würde sie mitten durch einen Mörserhagel gehen. Zumindest hatte es in den alten Filmen immer so ausgesehen. Nach wenigen Sekunden war das Spektakel aber auch schon zu Ende und die gesamte BDF am Boden. Die Statusleuchten verrieten ihr, dass es alle unverletzt geschafft hatten. Es waren knapp hundert Meter bis zu den anderen Einheiten, die bereits vor Ort waren. Es war noch zu weit, um vom bloßen Auge die langen Gesichter der anderen Truppen zu sehen. Da sie sich den Anblick aber nicht nehmen lassen wollte, zog sie ihr Tempo an und marschierte auf sie zu. „Wir hätten alle ganz langsam aufstehen und in Zeitlupe auf sie zugehen sollen, das hätte viel cooler ausgesehen“ raunte Deni. „Ja klar, hat dir schon mal jemand gesagt, dass du ein Kindskopf bist?“ Jenni verstand nicht genau von wem diese Aussage kam, sie war zu sehr darauf konzentriert die Reaktionen der anderen Soldaten zu deuten. Diese standen größtenteils regungslos da und starrten sie an, niemand von ihnen schien zu wissen, wie er reagieren soll. Als Jenni, gefolgt von ihrer Einheit näher herantrat, konnte sie erkennen, dass es sich bei einer der Gruppen um Erics Trupp handelte. Das Erstaunen in seinem Gesicht sprach Bände. Für ihn musste es gleich doppelt verwunderlich sein, er hatte sie noch nie bei einem Kampfabsprung gesehen und wohl auch nicht mehr damit gerechnet sie noch rechtzeitig hier zu sehen. Er schien sehr nervös zu sein, was mit der Nachricht, die Jenni ihm geschickt hatte, zusammenhängen könnte. Eric hatte sieerst bemerkt, als sie schon vor Ort eine Weile gewartet hatten. Sie waren absichtlich früher aufgebrochen, um genug Zeit zu haben, um auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren und um möglichst viel Distanz zwischen sich und der BDF zu haben, wenn diese erwachte. Er und seine Kameraden waren in lautes Gelächter ausgebrochen, als sie die Sendezeit sahen. Als Eric die Nachricht öffnete, kippte die Stimmung in ihm. Jenni hatte mehr als deutlich ausgedrückt, dass sein Streich nicht komisch gewesen sei und er damit auf dünnes Eis getreten sei. Alleine die letzten Zeilen: „Lauf weg und versteck dich, bevor ich dich finde! Der Tot wird vom Himmel herabfallen. In Gestalt der Seraphim werden die Engel deiner Apokalypse nahen, um dich für deine Sünden zu läutern“, zeigten deutlich, dass sie angepisst war. Die Sätze waren das einzige, was sie aus einem religiösen Gedicht, dass sie an der Schule hatten lernen müssen, noch wusste. Der Gedanke an Engel, die nicht wie alle immer sagten, Harfe spielend und Liebe verbreitend, sondern als Kämpfer beschrieben wurden, hatte ihr gefallen, es hatte wenigsten etwas Abwechslung in den trockenen Unterricht gebracht. Eric grinste weiter, um nicht wie ein Weichei vor seinen Männern dazustehen, aber er wusste, dass sie ziemlich sauer sein musste,um ihm so etwas zu schicken.
Die Uhr auf ihrem HUD zeigte ihr an, dass sie gerade noch rechtzeitig da waren. Als die ganze Einheit angetreten war, legten sie alle die Masken ab, befestigten sie an ihren Schulterplatten und zogen die Helme aus. „BDF meldet sich einsatzbereit, Sir“, meinte Jenni in zackigem Ton und mit Salut. Der Allianzsoldat am Rednerpult, ein älterer Mann, seine Brust mit Orden und Zierstreifen behangen, sah sie misstrauisch und fragend an. Nach ein paar Sekunden fuhr er nach einem leisen, genervten Seufzen fort, wo er durch ihre spektakuläre Ankunft unterbrochen worden war. „Also, wie gesagt, ich heiße euch zu der diesjährigen Militärdemonstration willkommen. Es ist mir eine Freude Truppen aller Ratsspezies hier versammelt zu sehen, unter Kameradschaftlichen Bedingungen. Wir haben uns hier getroffen, um wie jedes Jahr, den Besten unserer Soldaten die Möglichkeit zu geben sich zu messen…“ Die Ansprache des Allianzvertreters zog sich noch etwas in die Länge. Es folgten Vertreter der anderen Spezies, die alle ungefähr dasselbe nur in unterschiedlichen Worten erzählten. Die Soldaten standen, diszipliniert, wie man es von ihnen erwartete, regungslos und stramm da, bis auch die letzte Rede zu Ende war. Anschließend trat ein jüngerer Mann, wahrscheinlich ein Lieutenant, ans Rednerpult und begann ihnen zu erklären, was sie alles erwartete und was sie alles machen werden. Es gab mehrere Stationen, und wie Jenni erfuhr dauerte der Anlass sogar zwei Tage. Davon hatte sie bisher noch nichts gewusst, Reeston hatte es wohl nicht für nötig gehalten ihnen dieses nette kleine Detail zu verraten. Er hatte ihnen auch nicht gesagt, dass sie die Waffen in den Shuttles lassen sollten bis die Übungen begannen. Jenni war erst jetzt, als der Lieutenant vom Schießen geredet hatte, aufgefallen, dass sie die einzigen waren, die in voller Bewaffnung dastanden. Jetzt wurde ihr auch klar, weshalb sie alle so seltsam angestarrt hatten, das hatte nicht nur an ihrer Landung gelegen. Es gab viele Teilbereiche, Schießen, Biotiken, zumindest bei den Einheiten, die Biotiker in ihren Reihen hatten, Tech, taktische Kämpfe, Fitness und diverse andere Unterkategorien. Nachdem er auch fertig war, vernahmen sie Applaus. Die Zuschaer, die sich auf einer etwas erhöhten Tribüne befanden, waren aufgestanden und klatschten kräftig in die Hände. Es waren doch mehr, als sie anfangs erwartet hatten. Niemand von der BDF hätte damit gerechnet, dass so viele Zuschauer anwesend sein würden. Das meiste waren Ranghöhere Allianz Soldaten oder Angehörige der anderen Ratsspezies, welche in den entsprechenden Militärs dienten. Manche der Zuschauer hatten ihre Partner mitgebracht. Reporter waren ebenfalls anwesend, ihre Kameradrohnen schwebten über ihnen und zeichneten das ganze bereits auf. „Ich will an dieser Stelle nicht mehr länger reden und wünsche euch stattdessen allen viel Erfolg. Bereitet euch jetzt auf die entsprechenden Übungen vor, eure Vorgesetzten werden euch genauer informieren. Mit einem Salut wandte er sich ab und trat wieder von dem Podest herunter. Die Einheiten verteilten sich, sie machten sich wahrscheinlich daran ihre restliche Ausrüstung zu holen oder sich zu ihren Vorgesetzten zu begeben. Die Tatsache das sie bereits alles bei sich trugen, was sie mitgebracht hatten und niemand von ihnen wusste, wo sich Reeston befand oder wo er sie erwarten würde ,ließ Nervosität aufkommen. Die Darbietung ratlosen Herumstehens wollten sie nicht geben, weshalb Jenni krampfhaft versuchte sich etwas auszudenken. Eine plötzlich auftauchende Wegmarkierung auf ihrem UW brachte Hoffnung. „War das jemand von euch?“ fragte sie neugierig, während sie die Karte aufrief ,die ihre jetzige Position und den Zielort anzeigte. „Nein, nicht das ich wüsste…“ antwortet Kiara. Die Karte zeigte keine genaueren Details an, weder Lage der Gebäude noch genauere Infos zum Wegpunkt. Gezwungenermaßen setzte Jenni Helm und Maske auf, um zu überprüfen, ob es sich um eine Wegmarkierung für sie oder bloß um einen weiteren blöden Scherz handelte.
“Sammelpunkt, festgelegt durch COL. Reeston. Bemerkung: Wird’s Bald?!“
Sofort legte Jenni die Maske ab „Los, Verschiebung zum Wegpunkt, Reeston beobachtet uns.“ Nachdem sich die Einheit etwas verspätet zu den anderen in Bewegung gesetzt hatte, trat Deni nahe neben Jenni und fragte leise, als befürchte er belauscht zu werden „Woher weißt du das?“ „Er hat ne Nachricht beim Wegpunkt hinterlassen, kannst ja selbst lesen.“
„Ich weiß beim besten Willen nicht, ob ich euch jetzt in den Hintern treten oder euch gratulieren soll!“, rief Reeston, während er zügig auf die am Wegpunkt versammelten Soldaten zumarschierte. Diese waren wenige Sekunden zuvor dort angekommen und waren noch nicht einmal dazu gekommen sich aufzustellen. Die Miene des Colonels sprach Bände, er grinste über das ganze Gesicht. Jenni wollte einen Schritt zurückweichen, als er auf sie zutrat ohne Anstalten zu machen anzuhalten. Er drückte sie kurz an sich, löste sich sogleich wieder und klopfte ihr auf die Schulter. Die Soldatin sah ihn verdutzt an. „Das ihr vorhin wie bestellt und nicht abgeholt rumgestanden habt nach der Ansprache war zwar nicht optimal, aber egal, das habt ihr mehr als wettgemacht.“ „Tut mir leid Sir, aber ich weiß nicht genau was sie meinen?“, begann sie unsicher. „Na eure Einheit ist gerade DAS Gesprächsthema. Es war gefährlich, unverantwortlich und… das Schlauste was ihr tun konntet. Der Auftritt hat schon mal für gute Publicity gesorgt, die anderen Regierungen waren erstaunt, eine Landung… nein, ein Absprung wie dieser klingt in der Theorie ganz gut, in der Praxis sieht er aber noch wesentlich eindrucksvoller aus, als in einer Animation. Jetzt gilt euch die größte Aufmerksamkeit, versaut es jetzt nicht. Bringt keine Schande über mich und die Allianz“, meinte er mit herausforderndem Grinsen und schüttelte Garonn leicht an der Schulter. „Wir werden unser Bestes geben“, erwiderte Jenni stolz. „Das müsst ihr auch, die Konkurrenz ist eisern. Aber das werdet ihr schnell selber herausfinden. Also ihr werdet als erstes…. er aktivierte sein UW und rief einen Plan des Ablaufes auf „Mit dem Schießtraining beginnen, das heißt Waffenkenntnis. Ihr werdet eure Gewehre zerlegen, reinigen und wieder zusammenbauen müssen… so schnell wie möglich. Dabei sehe ich nicht wirklich Hoffnung für euch, die Turianer sind richtige Waffenfetischisten, die einzigen, die da einigermaßen mithalten können sind die Salarianer. Danach geht’s ums Schießen an sich. Unterkategorienmäßig. Die Scharfschützen werden natürlich andere Distanzen haben, als die Anderen. Es wird normale Schießstände mit bewegten Zielen geben, aber auch Gefechtsparcours und kD-Boxen.“ Mit dieser Bezeichnung waren die Simulatoren für Häuserkampf Szenarien gemeint. „Dabei sind Biotiken verboten, kommt also nicht auf blöde Gedanken. Das kommt später. Anschließend kommt der Test für körperliche Belastbarkeit, da ist eure Chance zu punkten, ihr seid in den letzten Monaten hart auf Fitness gedrillt worden. Dort wird auch Nahkampf dazu zählen… wenn euer Anführerin so kämpft, wie gegen Tirana, dürfte das kein Problem darstellen…“ Er warf Jenni einen Blick zu, ein Gemisch aus Verzweiflung und Verwunderung spiegelte sich darin. „Jedenfalls werdet ihr euch auch dort ranhalten müssen, die Technik der Salarianer macht einiges ihrer körperlichen Unterlegenheit wett. Spätestens dann solltet ihr zum Mittagessen können. Nach dem Mittagessen werden die Tech-, beziehungsweise Biotikfähigkeiten geprüft, da werden eure schwersten Gegner die Kommandos der Asari sein. Ihre Biotiken sind viel viel länger geschult als eure, es wird also schwer sie zu besiegen. Anschließend dürfte es Abendessen geben, zumindest werdet ihr bis dahin dermaßen fertig sein, dass ihr euch aufs Schlafen freuen werdet. Am nächsten Tag gibt es simulierte Übungen, die alle am Tag zuvor geprüften Fertigkeiten enthalten. Damit endet der Anlass dann auch. Es wird noch zum Abschluss eine kleine Feier unter den Teams geben, aber offiziell ist der Anlass dann bereits vorbei. Hier sind die Pläne wann ihr wo sein müsst.“ Die Dateien wurden auf ihre UW´s übertragen und im HUD angezeigt. „Ich wünsche euch viel Glück, ich muss zurück zu den Befehlshabenden. Parker, erstatte mir Bericht, falls etwas Besonderes passiert.“ „Ja Sir“, erwiderte sie lächelnd, ehe sich die ganze Gruppe nach einem Salut abwandte und in Richtung der vorgegebenen Ziele losmarschierte.
Die BDF hatte den Platz noch nicht verlassen, als Jenni plötzlich die Richtung wechselte. „Wo willst du hin?“ fragte Kiara Sofort. „Geht schon mal, ich komme gleich nach, ich muss noch etwas klären.“ Ohne weiteren Kommentar trat sie seitlich von der Gruppe weg. Sie hatte Eric gesehen, wie er sich angeregt mit einem seiner Kameraden unterhaltend in eines der am Platz angrenzenden Gebäude bewegte und hatte spontan den Entschluss gefasst ihn anzusprechen. Sie trat eilig auf das kleine Gebäude zu, in das er reingegangen war. Die Distanz war nicht groß, keine hundert Meter und war dementsprechend schnell überwunden. Dort angekommen stellte sie sich an die Hausecke und wartete darauf, dass Eric wieder nach draußen treten würde. Quälend lange fünf Minuten, in denen sie sich mehrfach überlegt hatte es sein zu lassen, waren vergangen, bis sich endlich etwas tat. Jenni hörte Schritte, die auf sie zukamen und zwei Stimmen ,die sich unterhielten. Das leise knirschen ihrer Sohlen bei jedem Schritt verriet ihr, wie weit sie ungefähr noch entfernt waren. Als die Schritte unmittelbar vor der Hausecke zu sein schienen, trat sie entschlossen und mit grimmigem Blick hervor. Die beiden N7 Soldaten stoppten ihre Unterhaltung und ihren Gang abrupt, sie starrten beide die junge Frau vor ihnen. „Wir müssen reden, Eric!“, meinte diese mit unheilvollem Ton. Der andere Soldat sah zuerst sie und dann Eric verlegen an und drehte sich dann mit den Worten „Ich hab eh was vergessen, ich hol das mal…“, um und ging von ihnen weg. Jenni trat einen Schritt nach vorne packte ihn an seiner Brustpanzerung und zerrte ihn um die Ecke herum wo sie ihn ziemlich unsanft gegen die Mauer drückte. Ihr Blick hätte Stickstoff gefrieren lassen können. Eric, der ziemlich überrumpelt war, griff nach ihren Handgelenken und starrte sie erstaunt an, er hätte nicht erwartet sie hier zusehen, geschweige denn, dass sie dermaßen aggressiv vorgehen würde. „Jenni… ich“, begann er etwas stockend. „Ich weiß, das war nicht witzig, es tut mir ja auch leid. Ich habe Mist gebaut, aber dasselbe wurde mit uns auch gemacht, als wir das erste Mal hierher eingeladen wurden. Es gibt immer eine Truppe, die erfahrener und bereits länger im Geschäft ist, als du und dich als “Neuling“ verarschen will. Da mussten wir alle auch durch… nur das wir nicht einfach aus dem Shuttle springen konnten. Wir sind damals wirklich zu spät angekommen und mussten mit den Konsequenzen leben, aber es hat niemanden von uns umgebracht. Aber ich verstehe wenn du sauer bist…“ Sie hatte mittlerweile ihren Griff gelockert und ließ ihn nun ganz los, wie er zu seiner Erleichterung feststellte. „Sauer? Nein, wieso sollte ich sauer sein. Du hast mich bloß zu verarschen versucht und hast es nicht geschafft. Dein kleiner Streich ging nach hinten los… eigentlich sollte ich dir sogar dankbar sein, deinetwegen haben wir jetzt schon mal einige Pluspunkte sammeln können.“ Sie sprach die Worte kalt und emotionslos. Für einen Moment herrschte wieder Stille bevor sie noch einmal näher an ihn herantrat. „Versuch solche Späße nicht noch einmal mein Lieber, das nächste Mal könnte ich es persönlich nehmen“, meinte sie, diesmal übertrieben freundlich und mit zuckersüßem Lächeln. Noch ehe er darauf reagieren konnte, wandte sie sich ab und folgte ihren Kameraden.
Blutgefäße platzten und gaben das darin enthalte Lebensserum in das darum liegende Gewebe frei. Die Faust einer Übungsdrohne hatte ihn an den Oberarm getroffen, trotz schützender Panzerung hinterließ der wuchtige Treffer der metallenen Faust kleinste Verletzungen, welche zu Blutergüssen führen würden. Selbige waren aber jetzt gerade Alexs kleinstes Problem. Er stand einer Drohne gegenüber, die ihn mit einem förmlichen Schwall an Schlägen und Tritten eindeckte. Mit Mühe konnte er sich halten, der letzte Kampf war deutlich einfacher gewesen. Die Drohnen passten sich von Kampf zu Kampf an, sodass es immer schwieriger wurde. Zuvor im Schießteil hatte zumindest die “Hammer“ Gruppe nicht besonders schlecht abgeschlossen. Wie Reeston es bereits prophezeit hatte, waren die Turianer allen anderen überlegen gewesen. Wobei einige Salarianer hatten mithalten können. Auch von den anderen Spezies waren vereinzelt Soldaten im Stande gewesen ganz gut mitzuhalten. Man merkte deutlich, dass die Turianer viel Gewicht auf das Training im Umgang mit Waffen legten. Im Nahkampf schlugen sich alle Spezies vergleichbar. Die BDF war die mit Abstand jüngste Gruppe, die antrat, durch die Unterstützung ihrer Anzüge aber kraftmäßig überlegen, was das relativ kurze Training gut wett machen konnte. Schwert war noch mit Schießübungen beschäftigt und Dolch hatte wahrscheinlich wo anders den Nahkampfteil, Jenni konnte jedenfalls niemand, der in diesen Trupps eingeteilt war auf diesem Trainingsareal sehen, Rückmeldungen zum Schießteil hatte sie noch keine erhalten. Ähnlich, wie bereits beim Schießtraining, konnten die zuvor gesehenen Zuschauer entweder mittels Kameras oder direkt aus markierten Bereichen zusehen, wie sich die Soldaten schlugen. Diese störten die Soldaten nur wenig, sie hatten alle gelernt sich zu konzentrieren. Das Nahkampftraining dauerte bereits eine Weile an, Jenni hatte sich einige Runden erfolgreich gegen die Trainingsdrohne wehren können. Die Extremitäten des mechanischen Wesens vor ihr bewegten sich mittlerweile fast schon zu schnell, um sie noch vernünftig kontern zu können, sie glaubte nicht daran, dass ein organischer Feind solch ein Tempo lange halten und dabei immer noch präzise sein könnte. Der Punkt stellte das größte Problem dar, dieser Feinde ermüdeten nicht, sie machten keine Fehler und ließen sich nur schwer täuschen. Nach quälend langen sieben Minuten, teils verzweifeltem Gerangel, schaffte sie es schließlich die Drohe zu überwältigen. Das entscheidende Manöver war nicht gerade elegant, aber effektiv. Sie hatte ihren Gegner angesprungen ihn zu Boden gerissen und sich auf seine Arme gekniet, anschließen hatte sie den Kampf mit drei Schlägen ins Gesicht beenden können. Der Triumph hielt jedoch nicht lange an, kaum hatte sie sich wieder aufgerichtet, machte sich bereits eine weitere Drohne vor ihr bereit, diesmal noch schneller und noch aggressiver. Ihre Erschöpfung und der nun Endgültig überlegene Feind zwangen sie schließlich in die Knie. Das Signal, das für sie dieser Teil vorbei war, klang erlösend und vernichtend zugleich. Ihr Körper konnte nicht mehr, aber ihr Geist, ihre Sturheit, weigerte sich einfach aufzugeben. Widerwillig akzeptierte sie ihre Niederlage und trat von dem Übungsplatz weg, sie würde nun einen Moment Zeit haben zum verschnaufen.
Wie Ameisen ,die geschäftig auf ihren Straßen umherwuselten, ständig beschäftigt mit der Suche nach Nahrung, dem Tragen von Baumaterial und dem Verteidigen des Nestes, wuselten auch die Soldaten eilig umher. Es war kurz nach Mittag, die Besucher hatten bereits gegessen während die Soldaten in den jeweiligen Einheiten den bisherigen Verlauf und die Ziele für den Nachmittag mit ihren Vorgesetzten besprachen. Die BDF und der N7 Trupp unter der Leitung von Eric, waren ebenfalls gerade dabei mit Reeston ihre Leistungen auszuwerten. Jenni hatte vorsichtshalber allen aus ihrer Einheit die Nachricht geschickt, Eric nicht anzugreifen, sie habe die Sache bereits mit ihm geklärt. Sie sah ihn immer noch finster an, wenn er sie anschaute. Auch die anderen Soldaten der BDF hatten ihn nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Reeston wusste sehr wohl Bescheid, weshalb dem so war, er ließ es jedoch größtenteils unbeachtet. „Wie gesagt, in den ersten paar Stunden nach dem Mittag werdet ihr mit den Schwerpunktprüfungen anfangen… bei euch betrifft das hauptsächlich den normalen Kampf mit Gewehren und den Umgang mit diversen Sprengstoffen… bei euch wird es sich um Biotiken handeln. Sowohl direkte als auch indirekte Techniken, die allgemeine Meisterung dieses Talentes und den Kampfeinsatz. Eric, dein Team wird sich größtenteils mit den Turianern duellieren, vergiss nicht, was ihr letztes Jahr gelernt habt, die Armiger-legion ist verdammt flink mit ihren Jetpacks. Jenni, ihr werdet fast ausschließlich gegen die Kommandos von Thessia antreten, das dürfte ganz schön haarig werden… zumindest im übertragenen Sinne. Die meisten der Kommandos haben Jahrzehnte, manche sogar Jahrhunderte langes Training hinter sich. Macht euch keine falschen Hoffnungen, in Sachen Technik und Präzision sind sie euch wahrscheinlich ordentlich überlegen, aber die Kraft kann nicht nur durch Training festgelegt werden. Wie stark ein Biotiker werden kann, entscheidet sich meist bereits vor seiner Geburt.“ Der Colonel ging nervös vor ihnen auf und ab. „Im Allgemeinen wollte ich euch noch gratulieren, bisher habt ihr euch sehr gut geschlagen, wenn ihr so weiter macht, dürfte das
Resultat ganz erfreulich sein. Ihr habt jetzt eine Stunde Zeit etwas zu essen und euch auszuruhen, nutzt diese Zeit.“ Reeston salutierte, drehte sich um und trat davon. Die Soldaten taten es ihm gleich, jedoch in Richtung der Kantine des Stützpunktes. Die Räume im Inneren des Stützpunktes waren von den Besuchern besetzt weshalb sie draußen essen mussten. Lediglich um ihr Menus entgegenzunehmen, mussten sie nach drinnen treten. Einige Turianer, Salarianer und Asari waren um das Gebäude herum verteilt, aßen, tranken und unterhielt sich angeregt. Dabei blieben die einzelnen Einheiten untereinander, es gab kaum gemischte Gruppen. Im Moment schien gerade niemand anzustehen, als sie sich draußen bei Reeston versammelt hatten, waren noch viele Soldaten angestanden. Jenni ging ein paar Schritte vor ihren Kameraden, sie hatte sie angewiesen sich zu beeilen, damit sie noch die Zeit fanden die Rüstungen schnell abzulegen, damit die, die mussten, auf die Toilette konnten. Das Innere des Gebäudes erinnerte stark an ihren eigenen Stützpunkt, es war nach demselben Baustil
errichtet. Leuchtstofflampen an der Decke erhellten den Korridor und einige Bilder an der Wand zeigten hohe Allianzmitglieder oder Soldaten in feierlichen Uniformen und stolzen Posen. Es war offensichtlich, dass einige der hiesigen Soldaten viel Zeit damit verbracht hatten die Basis auf Vordermann zu bringen und für die Besucher und diesen Anlass herzurichten. Als sie gerade um die Abzweigung eines Ganges trat, durchfuhr sie ein Schock. Es war die Vertrautheit des Anblickes, der sich ihr bot, der sie zusammenfahren ließ. Ihre Muskeln zuckten, für einen Moment schien ihr Gehirn den Entschluss gefasst zu haben sofort wieder in Deckung zu hechten, doch das hätte auch nichts mehr gebraucht. Stattdessen blieb sie wie angewurzelt stehen und starrte die ihr gegenüberstehenden Personen an. „Tut mir leid, ich habe versucht sie aufzuhalten, aber du weißt ja…“ meinte ihr Vater eilig. Seinem Gesichtsausdruck war zu entnehmen, dass er sich schämte. Zu weiteren Worten kam er nicht mehr, seine Frau, Jennis Mutter, sah ihre Tochter mit finsterer Mine an. Sie konnte ihr ihre Gemütslage deutlich ansehen. „Junge Dame, du hast mir einiges zu erklären!“, keifte sie giftig und fuchtelte drohend mit dem ausgestreckten Zeigefinger. Nun wieder aus ihrer Schockstarre erwacht, sprang Jenni ihren Kameraden, die gerade im Begriff waren ebenfalls um die Ecke zu entgegen. „Stillgestanden, Helme auf, sofort!“ rief sie laut und mit strengem Ton. Die Soldaten, die sie verwundert anschauten reagierten mit ein paar Sekunden Verzögerung, sie kannten den Grund für die seltsame Reaktion ihrer Kameradin nicht. „Keiner sagt was, verstanden?!“, fügte sie eilig an und stellte sich in mitten ihrer Kameraden hin. „Jenni was ist denn…“ „Junge Dame, komm sofort zurück! Wag es nicht mir jetzt davonzulaufen!“, Schallte es um die Ecke des Ganges und energische Schritte die sich auf sie zubewegten waren zu hören. „Schatz beruhige dich doch, das ist alles andere als angemessen“, zischte ihr Vater leise. Jenni war ihm dankbar, dass er wenigstens versuchte zu verhindern, dass ihre Mutter sie vor der ganzen Einheit blamierte. Im direkten Funk zwischen der BDF war außer lautem Gelächter nichts mehr zu vernehmen, mittlerweile hatten auch die letzten Wind davon gekriegt, was gerade geschah. „Hei Jenni, ist deine Mom mit Reeston verwandt? Der Ton passt schon fast!“, grölte Joshua, der sich kaum noch halten konnte vor Lachen. „Nehmt sofort Haltung an, das ist ein Scheiß Befehl und schaltet gefälligst die Außenmikros aus, was sie sagt ist nicht von Bedeutung.“ Die Soldaten gehorchten so gut sie konnten, einige zuckten immer noch oder hielten sich die Bäuche oder Seiten. Rebecca Parker trat erzürnt um die Ecke, sie erschrak ein wenig, als sie plötzlich vor mehr als drei Dutzend stämmiger Rüstungen, deren Helme sie grimmig anzublicken schienen, stand. Das Selbstbewusstsein, begleitet von ihrem Missmut, fand sie jedoch sofort wieder. „Komm sofort hierher!“, rief sie empört über die Reaktion ihrer Tochter. Henry versuchte immer noch sie zu beruhigen, seine Frau stieß seine Hand aber sofort wieder weg, als er sie auf ihre Schulter legte. „Soldaten“, begann sie wie es selbst ein Drill-Instruktor kaum besser gekonnt hätte. „Ihr händigt mir jetzt sofort meine Tochter aus, ansonsten werde ich dafür sorgen, dass keiner von euch etwas zu essen bekommt!“ „WAGT ES NICHT!“, drohte Jenni via internem Funk. Einige der Biotiker explodierten förmlich in Gelächter „Ich weiß nicht, ob ich sie niedlich oder erstaunlich finden soll“, gab Marcel nach Luft japsend von sich. Sehr zu Jennis Erleichterung verriet sie niemand. Nach einigen Sekunden der Stille überwand sie sich schließlich. „Ok, verschiebt euch zur Kantine, ich muss noch mit meiner Mom reden, bevor sie sich einen Herzanfall ärgert….“ Mit einem langen Seufzen schaltete sie die Lautsprecher ihres Anzuges ein,legte ihren Helm ab und trat auf ihre Mutter zu. Diese war, wenn Jenni in ihrer Rüstung steckte, fast einen Kopf kleiner als sie, normalerweise kam sie ihr bis zur Nasenspitze. „Mom…“ „So, und jetzt hör mir mal zu…“ „Mutter…“, die zweite Anrede kam wesentlich deutlicher und autoritärer. „Hier ist definitiv nicht der richtige Platz für diese Unterhaltung.“ In Gedanken fügte sie mit schnippischem Ton an „Und danke, dass du mich gerade zur Lachnummer gemacht hast, jetzt werde ich das Gesprächsthema schlechthin sein.“ „Was zur Hölle tut ihr denn überhaupt hier. Ja du kannst mich gleich anschreien, aber erst beantwortet mir meine Fragen“ Ihre Mutter erkannte, dass sie vorhin etwas vorschnell gehandelt hatte und hielt sich etwas zurück, auch wenn sie immer noch deutlich erkennbar sauer war. „Wir sind hier, um unsere Kleine bei der Arbeit zu sehen…“, begann ihr Vater. „Aber wie? Wie seit ihr hierher und vor allem hier rein gekommen?“ Nachdem er gerade von seiner Tochter unterbrochen worden war, begann Mister Parker zu lächeln. Ich habe ein paar alte Kontakte bei der Allianz angebohrt, da ich wusste, dass das hier bald stattfinden würde. Ich war früher auch schon mal hier und du ja au…“, er stoppte abrupt, da er sich soeben in eine blöde Situation gebracht hatte. Er war hierher gefahren vor einigen Jahren, weil ein Kollege ihn eingeladen hatte. Da Jenni ihm bereits Wochen vorher Löcher in den Bauch gefragt hatte worum es denn da gehe und ob sie mitkommen dürfe, was sie bei fast jedem Allianzereignis, egal ob Parade, Ehrung oder Demonstration, immer getan hatte, hatte er schließlich nachgegeben. Sie hatte es ihrer Mutter nicht erzählen dürfen und ihr sagen müssen, dass sie mit ihren Freunden spielen gehe. Es war schon lange her, sie war damals zwölf gewesen und war kaum mehr aus dem Staunen herausgekommen, überall waren Soldaten gewesen mit glänzenden Orden, polierten Rüstungen und alle hatten etwas für sie übrig. Jeder den sie schüchtern ansprach, um eine Frage zu stellen, hatte ihr sofort geantwortet. Ein kleines niedliches Mädchen hatten sie nicht einfach wegschicken können. An keinem anderen Tag hatte sie so viele spannende, manchmal nicht ganz altersgerechte, wie sie sich nun im Klaren war, Dinge erfahren. Die Soldaten hatten ihr ihre Rüstungen gezeigt, sie auf den Schultern getragen und ihr von der Allianz, ihrer Ausbildung, dem Training und den Kämpfen erzählt. Es war alles so aufregend gewesen. Eine besonders lustige Erinnerung war die, von der sie auch noch ein Foto hatte. Sie hatte damals die Ränge und deren Abzeichen schon ein wenig gekannt, aber war dennoch ganz unverblümt zu einem Admiral hingetreten, hatte diesem an den Arm getippt und ihn gefragt was all die Orden an seiner Brust bedeuten. Der bereits grauhaarige Mann hatte laut zu lachen angefangen und ihr geantwortet „Das ich schon sehr alt bin und bald in Rente gehen kann.“ Sie hatte den Witz damals nicht verstanden, musste aber jetzt schmunzeln beim Gedanken daran. Anschließend hatte er ihr einige der Abzeichen erklärt, sich mit ihrem Vater unterhalten und schlussendlich ein Foto von sich, neben ihr in der Hocke, seine Mütze auf ihrem Kopf, gemacht. Das Bild gab er ihrem Vater via UW. Anschließend hatte sie noch weitere spannende Gespräche gehabt. Sie hatte sich mit einer kleinen Gruppe Asari unterhalten, die sie gefunden hatte. Sie hatten ihr einige lustige Tricks mit ihren Biotiken gezeigt, welche Jenni, damals noch ungeschickt und nur spärlich fähig, ihre eigenen Biotiken zu nutzen sofort auch ausprobieren wollte. Nach einigen Versuchen und etwas Hilfe der Kommandos, klappte schließlich der erste kleine Trick und sie war wahnsinnig stolz auf sich, schließlich hatten gerade die besten Kämpferinnen der Asari, einem der einflussreichsten Völker der Galaxie, ihr applaudiert und sie gelobt. Die STG hatte sie damals nicht gefunden und zu den Turianern hatte sie sich nicht hingetraut. Erst als ihr Vater sie begleitete, wagte sie sich die grimmig wirkenden Soldaten anzusprechen. Wie sich zeigte waren sie aber genauso nett, wie die anderen auch. Sie hatte ihr über Palaven und den ersten Kontakt mit den Menschen erklärt, es war das erste Mal gewesen, dass sie den Konflikt mal von der anderen Seite beschrieben bekommen hatte. Einer der Soldaten hatte ihr sogar etwas geschenkt. Es war ein Splitter seiner Rüstung gewesen, ein kleines Glänzendes Metallteilchen das noch heute bei ihr zu Hause in der kleinen Truhe auf ihrem Pult lag. Jennis Mutter hatte von all dem bis gerade eben nichts gewusst und funkelte ihren Mann nun böse an. „Und ihr hieltet es nicht für nötig mir das zu sagen?“ „Wir wollten dich nicht ablenken, du wärst sonst nur halbwegs bei der Sache gewesen… und das hätten wir eigentlich bis heute Abend verhindern wollen.“ Er sprach die letzten Worte Provokativ deutlich aus. „Du hast sowieso kein Recht dich zu beschweren, du bist jetzt seit mehreren Monaten bei diesem Projekt und hast es bis heute nicht für nötig gehalten mir irgendetwas mitzuteilen, was deine Aktivitäten angeht!...“ meinte Miss Parker energisch. „Das stimmt nicht“ antwortete Jenni entrüstet „Ich habe dir immer wieder Nachrichten geschickt, in denen ich erzählt habe was ich tat, zumindest soweit es die Geheimhaltung zuließ.“ „Davon, dass ihr halsbrecherisch aus fliegenden Shuttles springt, ohne Fallschirm oder Sicherung, hast du nie etwas gesagt! Was hast du mir noch alles verschwiegen?!“ Mom, könnten wir dieses Gespräch auf heute Abend verschieben,
ich sollte noch essen und die Rüstung hier ablegen damit ich auf die Toilette kann, die Zeit ist schon so ziemlich knapp. Ich verspreche dir heute Abend können wir über das hier reden.“ Henry Parker witterte seine Chance dieser ziemlich peinlichen Situation ein rasches Ende zu bereiten. „Sie hat recht Schatz, wir sollten sie nicht noch länger aufhalten, sie hat noch eine Menge zu tun… und zurück zu den anderen sollten wir auch, bevor jemandem auffällt, dass wir weg sind. Jenni, eigentlich war das ganze ja anders geplant gewesen, viel ruhiger und ohne beinahe Nervenzusammenbruch, wir drücken dir auch weiterhin die Daumen. Bis heute Abend.“ Sie verabschiedete sich mit einem kurzen Küsschen von den beiden, ehe sie sich umdrehte und eilig ihren Kameraden folgte. Diese waren bereits mit dem Essen nach draußen gegangen, nur Kiara wartete lächelnd auf sie. „Deine Mom schien ganz schön durch den Wind zu sein, ist alles in Ordnung?“, meinte die Asari fragend und reichte Jenni ein Tablett. Diese nahm es ebenfalls lächelnd entgegen und stellte sich hinter ihrer Freundin am Tresen an. „Ja, alles in Ordnung, sie war lediglich etwas verärgert, weil ich wohl bei meinen Nachrichten Einzelheiten über unsere Landetechnik ausgelassen habe… wie zum Beispiel, dass wir einfach so aus den Shuttles springen… im Flug… ohne Fallschirm oder ähnliches.“ Sie begann breit zu Grinsen, während sie die Worte sprach. „Na dann verstehe ich ihre Sorge sogar, es wäre vielleicht gut gewesen, wenn du sie informiert hättest.“ „Bloß nicht, wenn sie gewusst hätte, dass wir “sowas gefährliches“ machen, hätte sie bestimmt alles unternommen, um mich aus dem Projekt rauszuholen.“ Kiara konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen „Vielleicht hast du recht, was hast du ihr denn gesagt, um sie zu besänftigen?“
Draußen brannte mittlerweile die Sonne heiß vom Himmel und die Soldaten hatten sich entlang der schmalen Schatten der Gebäude verteilt. Alles was genug groß war, um sie abschirmen zu können, wurde als Sitz- oder Stehplatz genutzt. Beim Verlassen der Kantine, hatten Jenni und ihre Liebste einen Moment gebraucht, bis sie ihre Kameraden, die ihre Anführerin bereits lachend und grinsend erwarteten, fanden. Es blieb nicht viel Zeit, aber für ein paar kurze Gespräche reichte es doch. Nachdem sie sich gesetzt hatte und zu essen begonnen hatten, fing sie auch damit an sich umzusehen. Ihr Blick schweifte über den ihr ersichtlichen Teil des Areals, viele verschieden große Soldatengruppen säumten die Umgebung des Hauptgebäudes. Nach einer weiteren Gabel ihres Essens, erblickte sie Ivana und Shalera, die etwas abseits saßen und sich zu unterhalten schienen.“
Shalera hatte sich zusammen mit Ivana absichtlich etwas abseits der Gruppe gesetzt, damit sie ein Gespräch führen konnten, ohne dass sie dabei belauscht wurden. Ivana schien das unausweichliche jedoch hinauszögern zu wollen. „Hast du eigentlich schon mit deinen Eltern geredet?“, begann die Asari mit ruhiger Stimme. „Naja, also…“ „Du hast es noch nicht getan, oder?“ Die junge Frau nickte verlegen in ihren Teller starrend, als ihre Freundin sie ertappt hatte. Diese seufzte leise senkte den Kopf etwas um Blickkontakt mit Ivana zu suchen und legte ihr anschließend die Hand auf die Schulter. „Du hast mir gesagt, dass du es machen wirst, das ist mir wirklich wichtig.“ „Ich weiß, es ist nur… meine Mutter ist so schrecklich stur und ich habe Angst, dass sie es nicht verstehen und akzeptieren will“, meinte Ivana, es schien ihr wirklich unangenehm zu sein. „Willst du sie dann für immer ignorieren? Ivana, ich will nicht, das meinetwegen deine Familie kaputt geht. Ich bin sicher, dass deine Mutter es verstehen wird, wenn du es ihr sagst. Nur bitte tu es bald. Wenn wir das nächste Mal ein freies Wochenende haben, möchte ich ungern, dass es in einem Streit endet, wenn ich bei dir zu Hause auftauche.“ „Eigentlich interessiert es mich gar nicht, ob sie es akzeptiert, ich werde dich auch zu mir nach Hause mitnehmen, wenn sie es nicht will, ich bin alt genug um selbst zu entscheiden was ich tue und mit wem ich mich treffen will.“ Shalera lächelte, sie wusste schon lange, dass Ivana es ernst meinte mit ihrer Beziehung, aber es war trotzdem immer wieder schön so etwas zu hören. „Ich will trotzdem nicht, dass ihr euch meinetwegen streitet, also bitte rede mit ihr, mir zuliebe.“ Nun war es Ivana die seufzte, „Ok, ich werde mit ihr reden… wie geht es eigentlich deine Schwester? Hat sie jetzt eine Wohnung gefunden?“ Ivana sprach damit auf ein Gespräch an, dass sie vor kurzer Zeit geführt hatten. Shalera hatte ihr von ihrer Schwester erzählt. Sie arbeitete als IT-Angestellte für eine große Firma, war schon eine ganze Weile selbstständig und wohnte eigentlich auf einer anderen Koloniewelt. Jetzt hatte sie jedoch ein Jobangebot bekommen. Shaleras Schwester könnte eine besser bezahlte Arbeit für dieselbe Firma annehmen, müsste dafür aber nach Sunsetbay ziehen, weg von ihrer WG, ihren Freunden und ihrem neuen zu Hause. Sie wäre dafür wieder in der Nähe ihrer Familie, müsste dafür aber eine eigene Wohnung mieten, da sie nicht wieder zu ihrer Mutter ziehen wollte. Shalera hatte versucht sie zu überreden dies trotzdem zu tun, damit sie ihre große Schwester sehen konnte, ohne zu einem anderen Planeten fliegen zu müssen. Sie hatte ihr auch den Vorschlag gemacht, dass sie ihrer Mutter ja etwas dafür zahlen könne, da zu wohnen, das käme billiger und wäre für beide zumindest halbwegs vertretbar. Es war zwar schon jetzt klar, dass sich eine riesen Diskussion entwickeln würde, wie viel sie denn jetzt zahlen müsse. Ihre Mutter wollte kein Geld von ihr annehmen, schließlich war es ja ihre Tochter und sie hatte ihr versprochen, dass sie jederzeit willkommen sei. Ihre Schwester hingegen wollte nicht umsonst dort wohnen, sie fühlte sich falsch dabei. Da Shalera jetzt kaum mehr zu Hause war, passte es jedoch perfekt, sie brauchten noch nicht einmal groß umzuräumen. Es würde genügen Shaleras Sachen in ein anderes Zimmer zu stellen, die Möbel konnte man gleich so stehen lassen. Die Asari zuckte mit den Schultern „Schwer zu sagen, ich konnte beide Parteien davon überzeugen sich mal an einen Tisch zu setzen und sich zu unterhalten, seither habe ich nichts mehr gehört. Ich hoffe die beiden sind nicht wieder genauso stur wie damals, als Talena ausgezogen ist. Damals haben sich die beiden tagelang gestritten. Kaum zu glauben, dass das bereits zehn Jahre her ist… es kommt mir vor wie gestern.“ Ivana musste kichern „Dir kommt es vor wie gestern? Bei deinem “gestern“ habe ich noch mit meinen Puppen gespielt.“ Nachdem sie einen Moment lang nicht geredet hatten, fragte Ivana angespannt. „Du willst dieses Wochenende wieder zu mir kommen?“ „Natürlich, so schnell wirst du mich nicht los… es sei denn du möchtest etwas alleine sein.“ „Nein“, unterbrach Ivana sie sofort. „Ich will bei dir sein, ich hätte nur gehofft, dass wir diesmal vielleicht hätten zu dir gehen können.“ Shalera sah von ihrem Teller auf und drehte sich mit fragendem Blick zu ihrer Freundin. „Klar, kein Problem, ich gehe nicht davon aus, dass mein Zimmer bereits ausgeräumt sein sollte bis dahin, die Kündigungsfrist des alten Jobs meiner Schwester beträgt eh einen Monat… gibt es dafür einen bestimmten Grund? Du klangst vorhin etwas besorgt.“ „Nein, alles in Ordnung, ich dachte nur, dass deine Mutter vielleicht auch etwas mehr Zeit mit dir verbringen möchte“, antwortete Ivana eilig. Zu eilig, wie Shalera fand. „Und was ist der wirkliche Grund? Bitte sag jetzt nicht, dass eine Eltern dich rausgeworfen haben, weil du ihnen gesagt hast, dass du mich nicht verlassen willst.“ „Nein, es ist nur, wenn meine Eltern um uns herum sind, fühle ich mich immer beobachtet, ich will mal die Möglichkeit haben mit dir allein zu sein und dich auch küssen zu können, ohne mit einem Theater rechnen zu müssen.“ Shalera grinste breit, blickte sich kurz um und gab ihrer Freundin einen kurzen flüchtigen Kuss auf die Wange. „Sag doch einfach, dass du mich willst“, antwortete sie neckisch und streckte Ivana die Hand helfend entgegen. Komm, wir sollten uns auf den Weg machen, je eher wir die Rüstungen los sind, desto eher kann ich schnell pinkeln.“
Das Training am Nachmittag war hart, wie Reeston prophezeit hatte, legten die Kommandos ein unglaublich hohes Tempo und Talent an den Tag. Sie hatten ihre Biotiken perfektioniert, chirurgisch präzise und absolut effizient, dagegen wirkte die noch junge Biotik der BDF, besonders jene der “Hammer“ Gruppe, barbarisch und brachial. Sie vernichteten die Ziele durch schiere Gewalt. Das machte ihrem Namen zwar alle Ehre ,war aber nicht unbedingt Vorteilhaft. Während die Kommandos das hohe Tempo lange halten konnten, waren die unerfahreneren Biotiker schnell außer Atem. Aufgeben war jedoch keine Option, der Simulator war relativ einfach aufgebaut, eine markierte Fläche ,die die Trupps verteidigen mussten, sie waren unbewaffnet, hatten also nur ihre Körper und ihre Biotiken, um sich gegen die heranschreitenden Hologramme zu verteidigen. Schaffte einer der projizierten Feinde es in das zu verteidigende Feld, so hatte der Trupp verloren. Die Schwierigkeit bestand darin, dass es verschiedene Feinde gab, manche von ihnen wehrten sich nicht, andere schossen auf sie, manche rannten schnell und wichen Angriffen aus und suchten Deckung, andere waren schwer gepanzert und konnten nur aus gewissen Winkeln oder mit bestimmten Taktiken geknackt werden. Wurde einer der Verteidiger von einem Angreifer getroffen, schied er aus, zumindest wenn der Treffer tödlich gewesen wäre. Jede Welle wurde stärker und gefühlsmäßig auch aggressiver. Während die ersten Angriffe noch relativ locker zurückgeschlagen werden konnten, erforderten bereits nach kurzem die Feinde schon gutes Teamwork. Bei den Kommandos war das kein Problem, sie arbeiteten schon so lange zusammen, dass sie perfekt aufeinander eingespielt waren. Die BDF hatte da schon mehr Mühe, sie sprachen sich zwar ab, konzentrierten den Beschuss und unterstützen sich, aber es fehlte ihnen noch an Erfahrung und Technik. Dass sie den Kommandos unterlagen, war jedoch nichts neues. Bereits in den vorherigen Übungen, in denen es darum ging einzelne Techniken möglichst kraftvoll, geschickt und effizient einzusetzen, haben die Asari die Nase vorne gehabt, wobei sie ihnen manchmal Leistungsmäßig gefährlich nahe gekommen waren. Der aktuelle Test spitze sich immer mehr zu, die Welle war schon fast vorbei, aber die drei noch übrigen Gegner gehörten zur Delta Kategorie. Diese waren nur von hinten verletzbar, aber nur von vorne konnten ihre Schilde geknackt werden. Dass sie schwer bewaffnet waren, machte es nicht gerade einfacher. Die einzige Schwäche war ihre Langsamkeit und diese galt es auszunutzen. Dies war jedoch kaum möglich, da sie wie in jeder Welle langsam zurückgefallen waren, diesmal jedoch bis in den zu schützenden Bereich. Alex und Arsilia waren gerade dabei die Angreifer zu flankieren, damit diese sich entweder zu ihnen drehten oder von ihnen niedergestreckt werden konnten, sobald ihre Kameraden, welche die “Deltas“ schützten, überlasten konnten. „Einer ist gleich verwundbar, bereithalten… LOS!“ Die beiden, die sich hinter den Feind begeben hatten, markierten die Feinde, damit ihre in Deckung gedrängten Freunde sie auch mit blindem Beschuss treffen konnten. Dank der Tatsache, dass biotische Angriffe auch um Ecken herum treffen konnten, war es ihnen möglich die Feinde anzugreifen, ohne von deren Revenant sofort perforiert zu werden. „Sind in Reichweite, Detonationen jetzt!“ Arsilias Befehl überwand die Distanz zu ihren Verbündeten innerhalb von Millisekunden. Die beiden Biotiker gingen sofort zum Angriff über, wie abgesprochen bereiteten sie die Feinde durch Warps zur Detonation vor. Die sofort darauf folgenden Schockwellen ließen die instabilen Masseneffektfelder kollabieren und zerrissen selbige in einer heftigen Explosion. „Schickt die Bastarde zur Hölle!“ Jenni hatte trotz massiver Deckung zwischen sich und den herannahenden Feinden die Druckwelle der biotischen Detonation gespürt. Als ob Wolken am Himmel die Schleusen geöffnet hätten, hagelten zahlreiche biotische Geschosse wie Regen auf sie herab und Schlugen die Gegner zu Boden. Die drei Hologrammähnlichen Drohnen zerfielen unter dem heftigen Beschuss bereits nach wenigen Augenblicken und lösten sich anschließend auf. „Scheiße, das war knapp, ich glaube noch eine Runde schaffen wir nicht“, keuchte Arsilia erschöpft. „Nicht aufgeben, noch sind wir nicht besiegt“, antwortet Jenni ebenfalls ordentlich fertig. Sie hatten sich kaum wieder in Stellung gebracht, waren bereits dumpfe laute Schläge zu hören. Nach den ersten zwei Schlägen erloschen die Statusleuchten zweier Kameraden von Jenni. Alex und Tanja waren von etwas getroffen worden und anscheinend sofort ausgeschieden. Erst ein paar Sekunden später realisierte Jenni wieso. Die dumpfen Schläge kamen von den schweren Füßen eines Atlas, wobei der Sound von den Lautsprechern kam und der Atlas in Wirklichkeit eine nur wenige Gramm wiegende Holo-Drohne war. Dies schmälerte den abschreckenden Effekt der Maschine jedoch nur geringfügig. Sofort eröffneten die übrigen Biotiker das Feuer, ihre Wurffelder schienen jedoch wirkungslos zu sein. „Das Ding hat nen schweren Schild, was jetzt?“, rief Arsilia, Panik schwang in ihrer Stimme mit, als sich der Mech auf sie zuzubewegen begann. „Weiter! Der kann nicht ewig halten, sprecht euch ab immer ein Warp, danach ein Wurffeld, wir jagen das Ding hoch. Er ist zu langsam, um uns alle gleichzeitig abdecken zu können.“ Arsilia presste sich an die Wand der Deckung hinter sich, der Atlas stand in etwa 5 Metern Entfernung zu ihr, als ein lautes Klacken gefolgt von einem höher werdendem Pfeifen vernahmen. Die Asari wollte sich überwinden nachzusehen was gerade geschah, doch die Sorge und die Angst getroffen zu werden hinderten sie daran. Diese Vorsicht wurde ihr zum Verhängnis, hätte sie gesehen, dass sich das Geschütz des Atlas zum Abschuss einer Raketengetriebenen Granate entklappt hatte, hätte sie noch weghechten können. Die holographische Granate schlug etwa einen Meter neben ihr in den Boden ein, auf ihrer Seite der Deckung. Sie sah wie sie von projizierten Flammen umhüllt wurde und auf ihrem HUD erschien die Nachricht, dass sie tödlich getroffen wurde, sie sich auf den Boden legen und nicht mehr bewegen soll. Zusätzlich sei der Funkkanal zu wechseln, auf einer zuvor festgelegten Verschlüsselung würden die “Gefallenen“ warten, bis die Übung zu Ende ist, um dann mit ihren Kameraden den Simulator zu verlassen. „****, verteilt euch, er darf euch nicht alle auf einmal erwischen können…“ Die Welt um sie herum schien sich zu verzerren, plötzlich verfärbte sich vor ihren Augen alles, vor einer grauen Welt stehend begriff Jenni plötzlich, dass es vorbei war. Die Nachricht, die nun auch auf ihrem HUD auftauchte, bestätigte das. Neben dem Atlas griff jetzt auch noch Infanterie an. Sie wurde von hinten getroffen und ließ sich zu Boden fallen. Weniger aus Gründen der Glaubhaftigkeit der Simulation, als aus schierer Erschöpfung. Lange Zeit Pause zu machen, hatte sie jedoch nicht. Der Rest ihres Team war ebenfalls innerhalb kürzester Zeit besiegt, da der Feind ihre Formation aufgesprengt hatte und sie nun von allen Seiten angreifen konnte. Während Jenni auf dem kalten größtenteils Metallenen Boden lag, ärgerte sie sich gewaltig über ihre Niederlage. „Wieso habe ich die nicht kommen sehen? Ich hätte damit rechnen müssen, dass das noch nicht alles ist!“ Die Vorwürfe an sich selbst hallten noch in ihrem Kopf ,als sie plötzlich eine Stimme hörte. „So du warst jetzt lange genug tot, steh auf, wir sind noch nicht fertig.“ Erstaunt drehte sie sich auf den Rücken, Selak stand neben ihr und streckte ihr die Hand entgegen. In Gedanken versunken hatte sie gar nicht mitbekommen, dass die Projektionen verblasst und die Simulation gestoppt worden war. „Verdammt, wir haben grad richtig versagt und ich bin schuld. Ich hätte…“ „Ja genau, du hättest und du könntest!“ unterbrach der Turianer sie „Von Bedeutung ist nur, dass du nicht hast. Das war ein Fehler und aus Fehlern lernt man. Ich würde mir nicht anmaßen es besser gekonnt zu haben, genauso wenig wie irgendjemand anderes aus unsere Einheit. Wir sind deine Kameraden, oder nicht? Wir werden dir keine Vorwürfe machen, das wäre nicht gerecht. Zudem waren wir gar nicht so schlecht, einige der Kommandos sitzen auch schon draußen.“ „Die haben auch eher angefangen als wir und waren schneller…“ ,meinte Jenni schmollend. Sie war immer noch sauer auf sich selbst, hoffte aber zumindest, dass es den anderen Gruppen besser gelaufen war.
Der Azurblaue Himmel war gezeichnet von dünnen weißen, schleierähnlichen Wolkenfetzen, welche wie Farbe von Hand über eine noch feuchte blaue Leinwand verschmiert über den Himmel glitten. Das Gras wiegelte sich sanft im Wind und die warme Brise trug den Geruch hunderter Blüten, sowie das leise Zirpen von Zikaden und Grillen mit sich. Die meisten Soldaten hatten gerade Pause, der letzte Trainingsteil war fast abgeschlossen, der erste Tag neigte sich dem Ende zu. Bei dem eifrigen Gespräch, dass sie führten, bemerkten die Biotiker die Pracht der Natur, die sich allen ihrer fünf Sinne bot, gar nicht. Nachdem sie ihre Disziplin mehr oder weniger gemeistert hatten, waren die Biotiker alle zusammen gekommen, um sich anzuhören, wie es weitergehen würde. Sehr zur Freude der meisten, durften sie noch einen Moment Pause machen, bevor sie sich wieder auf der großen Wiese hinter dem Stützpunkt versammelten, wo sich die Zuschauer verabschieden würden. Sehr zum Erstaunen der BDF waren die Kommandos nicht feindselig oder abschätzend ihnen gegenüber. Sie waren auf sie zugekommen, hatten ihnen zu ihrer Leistung gratuliert, was Jenni erst als sarkastische Anspielung auf ihr Scheitern interpretiert hatte, ihnen Tipps gegeben und eine lockere Unterhaltung angefangen. Dass sie eine stolze Einheit waren, merkte man gut an ihrem Verhalten, hochnäsig wäre ein zu extremer Begriff gewesen, wie Jenni fand, überlegen traf es da besser. Sie hatten auch das Recht stolz zu sein, schließlich gab es nur wenige in der Galaxie, die es biotisch mit ihnen aufnehmen konnten. „Wenn ihr gegen einen Atlas kämpfen müsst, reichen drei Personen, um ihn in Schach zu halten, eine wird beschossen, die anderen zwei können austeilen. Dadurch habt ihr genug Leute frei, um euch auf die anderen Feinde zu konzentrieren.“ Die Anführerin der Kommandos hatte Jenni auf ihrem UW gezeigt, wie die Strategie funktionierte. „Ok, ich werds mir merken, danke“ antwortete sie freundlich lächelnd. Auch in Hinsicht auf ihre Biotiken hatten sie ihnen Tipps gegeben und Fragen beantwortet, im Gegenzug hatten die Soldaten der BDF ihnen etwas über ihren Absprung und die Rüstungen erzählt, nichts was ins Detail gegangen wäre, sie waren sich der Geheimhaltung immer noch bewusst ließen durch die Gespräche aber Sympathie zum Vorschein kommen. Bevor die Gespräche sich totlaufen konnten und unangenehmes Schweigen eintreten würde, bekamen sie den Befehl sich zum Sammelpunkt zu begeben. Die kurze Pause hatte ihren geschundenen Körpern die Möglichkeit gegeben sich etwas zu erholen, doch mit der herrlichen Wärme, die die Sonne ausstrahlte, war auch die Müdigkeit gekommen. Egal wie gut ein Mensch auch trainiert war, manche Dinge ließen sich nicht ändern. Widerwillig erhoben sich die Biotiker und machten sich in strammem Tempo auf den Weg zur letzten Station des offiziellen Teils der Demonstration.
„Wie lange will der Typ da noch quatschen, ich will endlich unter die Dusche!“ „Da komm ich gerne mit“, erwiderte Kiara mit ebenfalls gesenkter Stimme auf das leise Flüstern ihrer Freundin. „Wir stehen hier schon eine Ewigkeit…“, wollte sie gerade fortfahren, als sie von Joshua mit dem Ellenbogen angestupst wurde. Unauffällig wandte sie sich zu ihm und folgte seiner deutenden Geste. Der Sprecher hatte seine Rede beendet und stattdessen trat nun Reeston vor die versammelten Soldaten. „Soldaten, es war mir eine Freude und eine Ehre hier sein zu können und so vielen versierten Kämpfern zusehen zu können. Ich bin mir sicher, dass all unsere Spezies von solchen Anlässen profitieren und voneinander lernen können. Des Weiteren hoffe ich, dass wir unseren Gästen zumindest einen kleinen Einblick ermöglichen konnten, was sich hinter den Einheiten befindet, die jeder kennt, aber keiner genau sagen kann, was sie eigentlich genau sind. Im Namen alle Verantwortlichen will ich mich bei ihnen für ihr Interesse bedanken und wünsche ihnen einen angenehmen Rückflug, vielen Dank.“ Jenni konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen, es sah Reeston ähnlich keine all zu langen Reden zu schwingen. Auch wenn er jetzt eine andere Position hatte, war er tief in seinem Herzen immer noch ein Mann der Tat, ein Kämpfer und genau das war es, was sie an ihm schätzte. Nach ihm trat noch ein weiterer Redner vor. Er verkündete den weiteren Verlauf, wer sich wo zu besammeln hatte und wie der Transport für die Besucher organisiert war. Jetzt wo das Ganze noch einmal erwähnt wurde, fiel ihr wieder ein, dass sie noch gar nicht mit ihren Eltern gesprochen hatte. Es musste noch eine Möglichkeit geben, ihre Mutter
würde sie umbringen, wenn sie das nächste Mal zu Hause wäre. Es würde schwierig werden, da sie sich an einen anderen Ort begeben mussten, als die “Zivilisten.“
Nervös trommelte sie mit ihren von synthetischen Muskeln, umschlossenen und mit filigran gearbeiteten Panzerplatten verkleideten Fingern, gegen die über ihrem künstlichen Trizeps liegenden Platte. Bei so vielen Leuten, wie bereits an ihr vorbeigegangen waren, musste der Stützpunkt gefühlt jeden Moment komplett verlassen sein. Endlich nach langem Warten erkannte Jenni eine ihr vertraute Silhouette. Zwei Menschen, ein Mann in Allianzuniform und eine Frau in Schlichten, aber dennoch feierlichen Kleidern. „Hei Mom, bevor du mich gleich wieder anschreist, es tut mir leid, dass ich dir nicht gesagt habe ,was ich bei der BDF genau mache aber ich wusste, dass du dir nur unnötig Sorgen machen würdest und das wollte ich nicht.“ Entgegen ihrer Befürchtung reagierte ihre Mutter ganz ruhig und gefasst. „Ich verstehe deinen Standpunkt, ich habe nur Sorgen gemacht, versetz dich mal in meine Situation, deine Tochter fliegt mit einem Shuttle auf dich zu und plötzlich fällt sie aus dem Shuttle heraus und das einzige was du von ihr noch siehst, ist eine Staubwolke. Ich habe mir riesige Sorgen gemacht, hätte ich gewusst, dass ihr für so etwas ausgebildet wurdet, hätte ich auch gewusst, dass es geplant und nicht ein Unfall war. Ich bitte dich lediglich darum ehrlich zu mir zu sein, wir haben dich immer unterstütz, egal worum es ging, dann bitte vertrau uns auch, dass wir es akzeptieren.“ Ihre Mutter kämpfte sichtlich mit sich, schließlich trat sie einen Schritt vor und nahm ihre Tochter in die Arme. Diese war einen Moment erstaunt, legte danach aber sofort ihre Arme um Rebecca Parker und drückte sie sanft an sich. „Tut mir leid Mom, ich hätte ehrlich zu euch sein sollen.“ Nach einer Sekunde lösten sie sich wieder voneinander „Ich hätte auch nicht so überreagie
SO jetzt aber zur Geschichte, desshalb werden die meisten wohl das hier lesen.
Kapitel 35
Es war ein schreckliches Gefühl, jedes Gespür für Zeit schien wie weggewischt. Sie versuchte die Augen aufzumachen, doch entweder waren die schon offen und sie sah trotzdem nichts, oder sie konnte sie nicht öffnen, denn trotz größter Anstrengung erkannte sie nicht. Panik schien sich in ihrem Körper breit zu machen, doch das beklemmende Gefühl schien in weiter Ferne zu stehen. Die ganze Situation wirkte, als betrachte sie sie durch einen Nebelschleier, unwirklich und abstrakt. Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der sie nichts hatte tun können ,außer langsam an ihrer Lage zu verzweifeln, schien sich endlich was zu tun. Wenn auch nicht unbedingt etwas sehr erfreuliches war. Als würde sich alles um sie herum langsam zusammenziehen, schien ihr der eigene Körper zu eng zu werden. Sie konnte wieder etwas spüren, es war ein dumpfes wildes Pochen. Erst nach einem Moment erkannte sie, dass es sich um ihr Herz handelte, das von innen gegen ihre Brust hämmerte und das Blut in Ihren Schläfen zum pulsieren brachte. Sie wusste weder was passiert war, noch wo sie sich befand, als ihr ein gleißend helles Licht, als hätte jemand eine Flutlichtanlage direkt vor ihr eingeschaltet, entgegenschlug. Es kam urplötzlich und ohne Vorwarnung. Sofort begann sie zu blinzeln, ihre Sicht war ein wenig verschwommen. Eine Welle, eher schon eine ganze Flut an Geräuschen brach über sie hinein. Sie konnte hören, wie ihr eigener Atem aus dem Helm entwich, ein leises, in all den anderen Geräuschen schon fast untergehendes rieseln drang zu ihr durch. Es waren Erdklümpchen, die von dem losen Boden des Trainingsplatzes durch die Nova herausgerissen worden waren und nun um sie herum wieder zu Boden fielen. Wie laute Schläge eines Basses erschütterten die Einschläge der weiteren Springer den Boden. In nur wenigen Metern Entfernung zu ihr spritzte Erde wie Wasser in alle Richtungen davon, als sie von biotischen Schockwellen getroffen wurde. Jenni konnte spüren, dass sie von der umherfliegenden Erde getroffen wurde. Diese richtete jedoch keinen Schaden an, sie bemerkte die kleinen Klümpchen nur durch das leise prasseln an ihrem Helm. Einige, die den Weg zu ihrem Visier fanden, blieben daran kleben und schränkten ihre Sicht ein. Nachdem ihr Gehirn anscheinend etwas Startschwierigkeiten gehabt hatte, schossen nur tausende von Eindrücken, Signalen und Gedanken durch ihren Kopf. Das erste was ihr klar wurde war, dass sie vorhin für einen Moment, wahrscheinlich nicht einmal eine Sekunde, das Bewusstsein verloren hatte. Ihr war schwarz vor Augen geworden, als sie auf dem Boden aufgeschlagen war. Sofort folgte die nächste Erkenntnis, dieser Moment war noch keine zwei Sekunden her. Die nächsten Springer waren noch nicht einmal alle unten angekommen. „Scheiße, alle Augen liegen auf uns… ****, was soll ich jetzt machen?“ „Mach einfach weiter!“ rief eine Stimme in ihrem Kopf, als die Selbstzweifel und die Nervosität sich meldeten. Entschlossen und noch immer in einem wahren Adrenalinrausch, richtete sie sich auf und begann wie aus Reflex in die Richtung loszugehen, in der der zuvor markierte Sammelpunkt lag. Mittels internem, gesichertem Funk befahl sie allen ihren Kameraden unverzüglich dasselbe zu tun. Zusätzlich setzte sie einen “Folgen“ Wegpunkt auf sich selbst. Sie fühlte sich so, als würde sie mitten durch einen Mörserhagel gehen. Zumindest hatte es in den alten Filmen immer so ausgesehen. Nach wenigen Sekunden war das Spektakel aber auch schon zu Ende und die gesamte BDF am Boden. Die Statusleuchten verrieten ihr, dass es alle unverletzt geschafft hatten. Es waren knapp hundert Meter bis zu den anderen Einheiten, die bereits vor Ort waren. Es war noch zu weit, um vom bloßen Auge die langen Gesichter der anderen Truppen zu sehen. Da sie sich den Anblick aber nicht nehmen lassen wollte, zog sie ihr Tempo an und marschierte auf sie zu. „Wir hätten alle ganz langsam aufstehen und in Zeitlupe auf sie zugehen sollen, das hätte viel cooler ausgesehen“ raunte Deni. „Ja klar, hat dir schon mal jemand gesagt, dass du ein Kindskopf bist?“ Jenni verstand nicht genau von wem diese Aussage kam, sie war zu sehr darauf konzentriert die Reaktionen der anderen Soldaten zu deuten. Diese standen größtenteils regungslos da und starrten sie an, niemand von ihnen schien zu wissen, wie er reagieren soll. Als Jenni, gefolgt von ihrer Einheit näher herantrat, konnte sie erkennen, dass es sich bei einer der Gruppen um Erics Trupp handelte. Das Erstaunen in seinem Gesicht sprach Bände. Für ihn musste es gleich doppelt verwunderlich sein, er hatte sie noch nie bei einem Kampfabsprung gesehen und wohl auch nicht mehr damit gerechnet sie noch rechtzeitig hier zu sehen. Er schien sehr nervös zu sein, was mit der Nachricht, die Jenni ihm geschickt hatte, zusammenhängen könnte. Eric hatte sieerst bemerkt, als sie schon vor Ort eine Weile gewartet hatten. Sie waren absichtlich früher aufgebrochen, um genug Zeit zu haben, um auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren und um möglichst viel Distanz zwischen sich und der BDF zu haben, wenn diese erwachte. Er und seine Kameraden waren in lautes Gelächter ausgebrochen, als sie die Sendezeit sahen. Als Eric die Nachricht öffnete, kippte die Stimmung in ihm. Jenni hatte mehr als deutlich ausgedrückt, dass sein Streich nicht komisch gewesen sei und er damit auf dünnes Eis getreten sei. Alleine die letzten Zeilen: „Lauf weg und versteck dich, bevor ich dich finde! Der Tot wird vom Himmel herabfallen. In Gestalt der Seraphim werden die Engel deiner Apokalypse nahen, um dich für deine Sünden zu läutern“, zeigten deutlich, dass sie angepisst war. Die Sätze waren das einzige, was sie aus einem religiösen Gedicht, dass sie an der Schule hatten lernen müssen, noch wusste. Der Gedanke an Engel, die nicht wie alle immer sagten, Harfe spielend und Liebe verbreitend, sondern als Kämpfer beschrieben wurden, hatte ihr gefallen, es hatte wenigsten etwas Abwechslung in den trockenen Unterricht gebracht. Eric grinste weiter, um nicht wie ein Weichei vor seinen Männern dazustehen, aber er wusste, dass sie ziemlich sauer sein musste,um ihm so etwas zu schicken.
Die Uhr auf ihrem HUD zeigte ihr an, dass sie gerade noch rechtzeitig da waren. Als die ganze Einheit angetreten war, legten sie alle die Masken ab, befestigten sie an ihren Schulterplatten und zogen die Helme aus. „BDF meldet sich einsatzbereit, Sir“, meinte Jenni in zackigem Ton und mit Salut. Der Allianzsoldat am Rednerpult, ein älterer Mann, seine Brust mit Orden und Zierstreifen behangen, sah sie misstrauisch und fragend an. Nach ein paar Sekunden fuhr er nach einem leisen, genervten Seufzen fort, wo er durch ihre spektakuläre Ankunft unterbrochen worden war. „Also, wie gesagt, ich heiße euch zu der diesjährigen Militärdemonstration willkommen. Es ist mir eine Freude Truppen aller Ratsspezies hier versammelt zu sehen, unter Kameradschaftlichen Bedingungen. Wir haben uns hier getroffen, um wie jedes Jahr, den Besten unserer Soldaten die Möglichkeit zu geben sich zu messen…“ Die Ansprache des Allianzvertreters zog sich noch etwas in die Länge. Es folgten Vertreter der anderen Spezies, die alle ungefähr dasselbe nur in unterschiedlichen Worten erzählten. Die Soldaten standen, diszipliniert, wie man es von ihnen erwartete, regungslos und stramm da, bis auch die letzte Rede zu Ende war. Anschließend trat ein jüngerer Mann, wahrscheinlich ein Lieutenant, ans Rednerpult und begann ihnen zu erklären, was sie alles erwartete und was sie alles machen werden. Es gab mehrere Stationen, und wie Jenni erfuhr dauerte der Anlass sogar zwei Tage. Davon hatte sie bisher noch nichts gewusst, Reeston hatte es wohl nicht für nötig gehalten ihnen dieses nette kleine Detail zu verraten. Er hatte ihnen auch nicht gesagt, dass sie die Waffen in den Shuttles lassen sollten bis die Übungen begannen. Jenni war erst jetzt, als der Lieutenant vom Schießen geredet hatte, aufgefallen, dass sie die einzigen waren, die in voller Bewaffnung dastanden. Jetzt wurde ihr auch klar, weshalb sie alle so seltsam angestarrt hatten, das hatte nicht nur an ihrer Landung gelegen. Es gab viele Teilbereiche, Schießen, Biotiken, zumindest bei den Einheiten, die Biotiker in ihren Reihen hatten, Tech, taktische Kämpfe, Fitness und diverse andere Unterkategorien. Nachdem er auch fertig war, vernahmen sie Applaus. Die Zuschaer, die sich auf einer etwas erhöhten Tribüne befanden, waren aufgestanden und klatschten kräftig in die Hände. Es waren doch mehr, als sie anfangs erwartet hatten. Niemand von der BDF hätte damit gerechnet, dass so viele Zuschauer anwesend sein würden. Das meiste waren Ranghöhere Allianz Soldaten oder Angehörige der anderen Ratsspezies, welche in den entsprechenden Militärs dienten. Manche der Zuschauer hatten ihre Partner mitgebracht. Reporter waren ebenfalls anwesend, ihre Kameradrohnen schwebten über ihnen und zeichneten das ganze bereits auf. „Ich will an dieser Stelle nicht mehr länger reden und wünsche euch stattdessen allen viel Erfolg. Bereitet euch jetzt auf die entsprechenden Übungen vor, eure Vorgesetzten werden euch genauer informieren. Mit einem Salut wandte er sich ab und trat wieder von dem Podest herunter. Die Einheiten verteilten sich, sie machten sich wahrscheinlich daran ihre restliche Ausrüstung zu holen oder sich zu ihren Vorgesetzten zu begeben. Die Tatsache das sie bereits alles bei sich trugen, was sie mitgebracht hatten und niemand von ihnen wusste, wo sich Reeston befand oder wo er sie erwarten würde ,ließ Nervosität aufkommen. Die Darbietung ratlosen Herumstehens wollten sie nicht geben, weshalb Jenni krampfhaft versuchte sich etwas auszudenken. Eine plötzlich auftauchende Wegmarkierung auf ihrem UW brachte Hoffnung. „War das jemand von euch?“ fragte sie neugierig, während sie die Karte aufrief ,die ihre jetzige Position und den Zielort anzeigte. „Nein, nicht das ich wüsste…“ antwortet Kiara. Die Karte zeigte keine genaueren Details an, weder Lage der Gebäude noch genauere Infos zum Wegpunkt. Gezwungenermaßen setzte Jenni Helm und Maske auf, um zu überprüfen, ob es sich um eine Wegmarkierung für sie oder bloß um einen weiteren blöden Scherz handelte.
“Sammelpunkt, festgelegt durch COL. Reeston. Bemerkung: Wird’s Bald?!“
Sofort legte Jenni die Maske ab „Los, Verschiebung zum Wegpunkt, Reeston beobachtet uns.“ Nachdem sich die Einheit etwas verspätet zu den anderen in Bewegung gesetzt hatte, trat Deni nahe neben Jenni und fragte leise, als befürchte er belauscht zu werden „Woher weißt du das?“ „Er hat ne Nachricht beim Wegpunkt hinterlassen, kannst ja selbst lesen.“
„Ich weiß beim besten Willen nicht, ob ich euch jetzt in den Hintern treten oder euch gratulieren soll!“, rief Reeston, während er zügig auf die am Wegpunkt versammelten Soldaten zumarschierte. Diese waren wenige Sekunden zuvor dort angekommen und waren noch nicht einmal dazu gekommen sich aufzustellen. Die Miene des Colonels sprach Bände, er grinste über das ganze Gesicht. Jenni wollte einen Schritt zurückweichen, als er auf sie zutrat ohne Anstalten zu machen anzuhalten. Er drückte sie kurz an sich, löste sich sogleich wieder und klopfte ihr auf die Schulter. Die Soldatin sah ihn verdutzt an. „Das ihr vorhin wie bestellt und nicht abgeholt rumgestanden habt nach der Ansprache war zwar nicht optimal, aber egal, das habt ihr mehr als wettgemacht.“ „Tut mir leid Sir, aber ich weiß nicht genau was sie meinen?“, begann sie unsicher. „Na eure Einheit ist gerade DAS Gesprächsthema. Es war gefährlich, unverantwortlich und… das Schlauste was ihr tun konntet. Der Auftritt hat schon mal für gute Publicity gesorgt, die anderen Regierungen waren erstaunt, eine Landung… nein, ein Absprung wie dieser klingt in der Theorie ganz gut, in der Praxis sieht er aber noch wesentlich eindrucksvoller aus, als in einer Animation. Jetzt gilt euch die größte Aufmerksamkeit, versaut es jetzt nicht. Bringt keine Schande über mich und die Allianz“, meinte er mit herausforderndem Grinsen und schüttelte Garonn leicht an der Schulter. „Wir werden unser Bestes geben“, erwiderte Jenni stolz. „Das müsst ihr auch, die Konkurrenz ist eisern. Aber das werdet ihr schnell selber herausfinden. Also ihr werdet als erstes…. er aktivierte sein UW und rief einen Plan des Ablaufes auf „Mit dem Schießtraining beginnen, das heißt Waffenkenntnis. Ihr werdet eure Gewehre zerlegen, reinigen und wieder zusammenbauen müssen… so schnell wie möglich. Dabei sehe ich nicht wirklich Hoffnung für euch, die Turianer sind richtige Waffenfetischisten, die einzigen, die da einigermaßen mithalten können sind die Salarianer. Danach geht’s ums Schießen an sich. Unterkategorienmäßig. Die Scharfschützen werden natürlich andere Distanzen haben, als die Anderen. Es wird normale Schießstände mit bewegten Zielen geben, aber auch Gefechtsparcours und kD-Boxen.“ Mit dieser Bezeichnung waren die Simulatoren für Häuserkampf Szenarien gemeint. „Dabei sind Biotiken verboten, kommt also nicht auf blöde Gedanken. Das kommt später. Anschließend kommt der Test für körperliche Belastbarkeit, da ist eure Chance zu punkten, ihr seid in den letzten Monaten hart auf Fitness gedrillt worden. Dort wird auch Nahkampf dazu zählen… wenn euer Anführerin so kämpft, wie gegen Tirana, dürfte das kein Problem darstellen…“ Er warf Jenni einen Blick zu, ein Gemisch aus Verzweiflung und Verwunderung spiegelte sich darin. „Jedenfalls werdet ihr euch auch dort ranhalten müssen, die Technik der Salarianer macht einiges ihrer körperlichen Unterlegenheit wett. Spätestens dann solltet ihr zum Mittagessen können. Nach dem Mittagessen werden die Tech-, beziehungsweise Biotikfähigkeiten geprüft, da werden eure schwersten Gegner die Kommandos der Asari sein. Ihre Biotiken sind viel viel länger geschult als eure, es wird also schwer sie zu besiegen. Anschließend dürfte es Abendessen geben, zumindest werdet ihr bis dahin dermaßen fertig sein, dass ihr euch aufs Schlafen freuen werdet. Am nächsten Tag gibt es simulierte Übungen, die alle am Tag zuvor geprüften Fertigkeiten enthalten. Damit endet der Anlass dann auch. Es wird noch zum Abschluss eine kleine Feier unter den Teams geben, aber offiziell ist der Anlass dann bereits vorbei. Hier sind die Pläne wann ihr wo sein müsst.“ Die Dateien wurden auf ihre UW´s übertragen und im HUD angezeigt. „Ich wünsche euch viel Glück, ich muss zurück zu den Befehlshabenden. Parker, erstatte mir Bericht, falls etwas Besonderes passiert.“ „Ja Sir“, erwiderte sie lächelnd, ehe sich die ganze Gruppe nach einem Salut abwandte und in Richtung der vorgegebenen Ziele losmarschierte.
Die BDF hatte den Platz noch nicht verlassen, als Jenni plötzlich die Richtung wechselte. „Wo willst du hin?“ fragte Kiara Sofort. „Geht schon mal, ich komme gleich nach, ich muss noch etwas klären.“ Ohne weiteren Kommentar trat sie seitlich von der Gruppe weg. Sie hatte Eric gesehen, wie er sich angeregt mit einem seiner Kameraden unterhaltend in eines der am Platz angrenzenden Gebäude bewegte und hatte spontan den Entschluss gefasst ihn anzusprechen. Sie trat eilig auf das kleine Gebäude zu, in das er reingegangen war. Die Distanz war nicht groß, keine hundert Meter und war dementsprechend schnell überwunden. Dort angekommen stellte sie sich an die Hausecke und wartete darauf, dass Eric wieder nach draußen treten würde. Quälend lange fünf Minuten, in denen sie sich mehrfach überlegt hatte es sein zu lassen, waren vergangen, bis sich endlich etwas tat. Jenni hörte Schritte, die auf sie zukamen und zwei Stimmen ,die sich unterhielten. Das leise knirschen ihrer Sohlen bei jedem Schritt verriet ihr, wie weit sie ungefähr noch entfernt waren. Als die Schritte unmittelbar vor der Hausecke zu sein schienen, trat sie entschlossen und mit grimmigem Blick hervor. Die beiden N7 Soldaten stoppten ihre Unterhaltung und ihren Gang abrupt, sie starrten beide die junge Frau vor ihnen. „Wir müssen reden, Eric!“, meinte diese mit unheilvollem Ton. Der andere Soldat sah zuerst sie und dann Eric verlegen an und drehte sich dann mit den Worten „Ich hab eh was vergessen, ich hol das mal…“, um und ging von ihnen weg. Jenni trat einen Schritt nach vorne packte ihn an seiner Brustpanzerung und zerrte ihn um die Ecke herum wo sie ihn ziemlich unsanft gegen die Mauer drückte. Ihr Blick hätte Stickstoff gefrieren lassen können. Eric, der ziemlich überrumpelt war, griff nach ihren Handgelenken und starrte sie erstaunt an, er hätte nicht erwartet sie hier zusehen, geschweige denn, dass sie dermaßen aggressiv vorgehen würde. „Jenni… ich“, begann er etwas stockend. „Ich weiß, das war nicht witzig, es tut mir ja auch leid. Ich habe Mist gebaut, aber dasselbe wurde mit uns auch gemacht, als wir das erste Mal hierher eingeladen wurden. Es gibt immer eine Truppe, die erfahrener und bereits länger im Geschäft ist, als du und dich als “Neuling“ verarschen will. Da mussten wir alle auch durch… nur das wir nicht einfach aus dem Shuttle springen konnten. Wir sind damals wirklich zu spät angekommen und mussten mit den Konsequenzen leben, aber es hat niemanden von uns umgebracht. Aber ich verstehe wenn du sauer bist…“ Sie hatte mittlerweile ihren Griff gelockert und ließ ihn nun ganz los, wie er zu seiner Erleichterung feststellte. „Sauer? Nein, wieso sollte ich sauer sein. Du hast mich bloß zu verarschen versucht und hast es nicht geschafft. Dein kleiner Streich ging nach hinten los… eigentlich sollte ich dir sogar dankbar sein, deinetwegen haben wir jetzt schon mal einige Pluspunkte sammeln können.“ Sie sprach die Worte kalt und emotionslos. Für einen Moment herrschte wieder Stille bevor sie noch einmal näher an ihn herantrat. „Versuch solche Späße nicht noch einmal mein Lieber, das nächste Mal könnte ich es persönlich nehmen“, meinte sie, diesmal übertrieben freundlich und mit zuckersüßem Lächeln. Noch ehe er darauf reagieren konnte, wandte sie sich ab und folgte ihren Kameraden.
Blutgefäße platzten und gaben das darin enthalte Lebensserum in das darum liegende Gewebe frei. Die Faust einer Übungsdrohne hatte ihn an den Oberarm getroffen, trotz schützender Panzerung hinterließ der wuchtige Treffer der metallenen Faust kleinste Verletzungen, welche zu Blutergüssen führen würden. Selbige waren aber jetzt gerade Alexs kleinstes Problem. Er stand einer Drohne gegenüber, die ihn mit einem förmlichen Schwall an Schlägen und Tritten eindeckte. Mit Mühe konnte er sich halten, der letzte Kampf war deutlich einfacher gewesen. Die Drohnen passten sich von Kampf zu Kampf an, sodass es immer schwieriger wurde. Zuvor im Schießteil hatte zumindest die “Hammer“ Gruppe nicht besonders schlecht abgeschlossen. Wie Reeston es bereits prophezeit hatte, waren die Turianer allen anderen überlegen gewesen. Wobei einige Salarianer hatten mithalten können. Auch von den anderen Spezies waren vereinzelt Soldaten im Stande gewesen ganz gut mitzuhalten. Man merkte deutlich, dass die Turianer viel Gewicht auf das Training im Umgang mit Waffen legten. Im Nahkampf schlugen sich alle Spezies vergleichbar. Die BDF war die mit Abstand jüngste Gruppe, die antrat, durch die Unterstützung ihrer Anzüge aber kraftmäßig überlegen, was das relativ kurze Training gut wett machen konnte. Schwert war noch mit Schießübungen beschäftigt und Dolch hatte wahrscheinlich wo anders den Nahkampfteil, Jenni konnte jedenfalls niemand, der in diesen Trupps eingeteilt war auf diesem Trainingsareal sehen, Rückmeldungen zum Schießteil hatte sie noch keine erhalten. Ähnlich, wie bereits beim Schießtraining, konnten die zuvor gesehenen Zuschauer entweder mittels Kameras oder direkt aus markierten Bereichen zusehen, wie sich die Soldaten schlugen. Diese störten die Soldaten nur wenig, sie hatten alle gelernt sich zu konzentrieren. Das Nahkampftraining dauerte bereits eine Weile an, Jenni hatte sich einige Runden erfolgreich gegen die Trainingsdrohne wehren können. Die Extremitäten des mechanischen Wesens vor ihr bewegten sich mittlerweile fast schon zu schnell, um sie noch vernünftig kontern zu können, sie glaubte nicht daran, dass ein organischer Feind solch ein Tempo lange halten und dabei immer noch präzise sein könnte. Der Punkt stellte das größte Problem dar, dieser Feinde ermüdeten nicht, sie machten keine Fehler und ließen sich nur schwer täuschen. Nach quälend langen sieben Minuten, teils verzweifeltem Gerangel, schaffte sie es schließlich die Drohe zu überwältigen. Das entscheidende Manöver war nicht gerade elegant, aber effektiv. Sie hatte ihren Gegner angesprungen ihn zu Boden gerissen und sich auf seine Arme gekniet, anschließen hatte sie den Kampf mit drei Schlägen ins Gesicht beenden können. Der Triumph hielt jedoch nicht lange an, kaum hatte sie sich wieder aufgerichtet, machte sich bereits eine weitere Drohne vor ihr bereit, diesmal noch schneller und noch aggressiver. Ihre Erschöpfung und der nun Endgültig überlegene Feind zwangen sie schließlich in die Knie. Das Signal, das für sie dieser Teil vorbei war, klang erlösend und vernichtend zugleich. Ihr Körper konnte nicht mehr, aber ihr Geist, ihre Sturheit, weigerte sich einfach aufzugeben. Widerwillig akzeptierte sie ihre Niederlage und trat von dem Übungsplatz weg, sie würde nun einen Moment Zeit haben zum verschnaufen.
Wie Ameisen ,die geschäftig auf ihren Straßen umherwuselten, ständig beschäftigt mit der Suche nach Nahrung, dem Tragen von Baumaterial und dem Verteidigen des Nestes, wuselten auch die Soldaten eilig umher. Es war kurz nach Mittag, die Besucher hatten bereits gegessen während die Soldaten in den jeweiligen Einheiten den bisherigen Verlauf und die Ziele für den Nachmittag mit ihren Vorgesetzten besprachen. Die BDF und der N7 Trupp unter der Leitung von Eric, waren ebenfalls gerade dabei mit Reeston ihre Leistungen auszuwerten. Jenni hatte vorsichtshalber allen aus ihrer Einheit die Nachricht geschickt, Eric nicht anzugreifen, sie habe die Sache bereits mit ihm geklärt. Sie sah ihn immer noch finster an, wenn er sie anschaute. Auch die anderen Soldaten der BDF hatten ihn nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Reeston wusste sehr wohl Bescheid, weshalb dem so war, er ließ es jedoch größtenteils unbeachtet. „Wie gesagt, in den ersten paar Stunden nach dem Mittag werdet ihr mit den Schwerpunktprüfungen anfangen… bei euch betrifft das hauptsächlich den normalen Kampf mit Gewehren und den Umgang mit diversen Sprengstoffen… bei euch wird es sich um Biotiken handeln. Sowohl direkte als auch indirekte Techniken, die allgemeine Meisterung dieses Talentes und den Kampfeinsatz. Eric, dein Team wird sich größtenteils mit den Turianern duellieren, vergiss nicht, was ihr letztes Jahr gelernt habt, die Armiger-legion ist verdammt flink mit ihren Jetpacks. Jenni, ihr werdet fast ausschließlich gegen die Kommandos von Thessia antreten, das dürfte ganz schön haarig werden… zumindest im übertragenen Sinne. Die meisten der Kommandos haben Jahrzehnte, manche sogar Jahrhunderte langes Training hinter sich. Macht euch keine falschen Hoffnungen, in Sachen Technik und Präzision sind sie euch wahrscheinlich ordentlich überlegen, aber die Kraft kann nicht nur durch Training festgelegt werden. Wie stark ein Biotiker werden kann, entscheidet sich meist bereits vor seiner Geburt.“ Der Colonel ging nervös vor ihnen auf und ab. „Im Allgemeinen wollte ich euch noch gratulieren, bisher habt ihr euch sehr gut geschlagen, wenn ihr so weiter macht, dürfte das
Resultat ganz erfreulich sein. Ihr habt jetzt eine Stunde Zeit etwas zu essen und euch auszuruhen, nutzt diese Zeit.“ Reeston salutierte, drehte sich um und trat davon. Die Soldaten taten es ihm gleich, jedoch in Richtung der Kantine des Stützpunktes. Die Räume im Inneren des Stützpunktes waren von den Besuchern besetzt weshalb sie draußen essen mussten. Lediglich um ihr Menus entgegenzunehmen, mussten sie nach drinnen treten. Einige Turianer, Salarianer und Asari waren um das Gebäude herum verteilt, aßen, tranken und unterhielt sich angeregt. Dabei blieben die einzelnen Einheiten untereinander, es gab kaum gemischte Gruppen. Im Moment schien gerade niemand anzustehen, als sie sich draußen bei Reeston versammelt hatten, waren noch viele Soldaten angestanden. Jenni ging ein paar Schritte vor ihren Kameraden, sie hatte sie angewiesen sich zu beeilen, damit sie noch die Zeit fanden die Rüstungen schnell abzulegen, damit die, die mussten, auf die Toilette konnten. Das Innere des Gebäudes erinnerte stark an ihren eigenen Stützpunkt, es war nach demselben Baustil
errichtet. Leuchtstofflampen an der Decke erhellten den Korridor und einige Bilder an der Wand zeigten hohe Allianzmitglieder oder Soldaten in feierlichen Uniformen und stolzen Posen. Es war offensichtlich, dass einige der hiesigen Soldaten viel Zeit damit verbracht hatten die Basis auf Vordermann zu bringen und für die Besucher und diesen Anlass herzurichten. Als sie gerade um die Abzweigung eines Ganges trat, durchfuhr sie ein Schock. Es war die Vertrautheit des Anblickes, der sich ihr bot, der sie zusammenfahren ließ. Ihre Muskeln zuckten, für einen Moment schien ihr Gehirn den Entschluss gefasst zu haben sofort wieder in Deckung zu hechten, doch das hätte auch nichts mehr gebraucht. Stattdessen blieb sie wie angewurzelt stehen und starrte die ihr gegenüberstehenden Personen an. „Tut mir leid, ich habe versucht sie aufzuhalten, aber du weißt ja…“ meinte ihr Vater eilig. Seinem Gesichtsausdruck war zu entnehmen, dass er sich schämte. Zu weiteren Worten kam er nicht mehr, seine Frau, Jennis Mutter, sah ihre Tochter mit finsterer Mine an. Sie konnte ihr ihre Gemütslage deutlich ansehen. „Junge Dame, du hast mir einiges zu erklären!“, keifte sie giftig und fuchtelte drohend mit dem ausgestreckten Zeigefinger. Nun wieder aus ihrer Schockstarre erwacht, sprang Jenni ihren Kameraden, die gerade im Begriff waren ebenfalls um die Ecke zu entgegen. „Stillgestanden, Helme auf, sofort!“ rief sie laut und mit strengem Ton. Die Soldaten, die sie verwundert anschauten reagierten mit ein paar Sekunden Verzögerung, sie kannten den Grund für die seltsame Reaktion ihrer Kameradin nicht. „Keiner sagt was, verstanden?!“, fügte sie eilig an und stellte sich in mitten ihrer Kameraden hin. „Jenni was ist denn…“ „Junge Dame, komm sofort zurück! Wag es nicht mir jetzt davonzulaufen!“, Schallte es um die Ecke des Ganges und energische Schritte die sich auf sie zubewegten waren zu hören. „Schatz beruhige dich doch, das ist alles andere als angemessen“, zischte ihr Vater leise. Jenni war ihm dankbar, dass er wenigstens versuchte zu verhindern, dass ihre Mutter sie vor der ganzen Einheit blamierte. Im direkten Funk zwischen der BDF war außer lautem Gelächter nichts mehr zu vernehmen, mittlerweile hatten auch die letzten Wind davon gekriegt, was gerade geschah. „Hei Jenni, ist deine Mom mit Reeston verwandt? Der Ton passt schon fast!“, grölte Joshua, der sich kaum noch halten konnte vor Lachen. „Nehmt sofort Haltung an, das ist ein Scheiß Befehl und schaltet gefälligst die Außenmikros aus, was sie sagt ist nicht von Bedeutung.“ Die Soldaten gehorchten so gut sie konnten, einige zuckten immer noch oder hielten sich die Bäuche oder Seiten. Rebecca Parker trat erzürnt um die Ecke, sie erschrak ein wenig, als sie plötzlich vor mehr als drei Dutzend stämmiger Rüstungen, deren Helme sie grimmig anzublicken schienen, stand. Das Selbstbewusstsein, begleitet von ihrem Missmut, fand sie jedoch sofort wieder. „Komm sofort hierher!“, rief sie empört über die Reaktion ihrer Tochter. Henry versuchte immer noch sie zu beruhigen, seine Frau stieß seine Hand aber sofort wieder weg, als er sie auf ihre Schulter legte. „Soldaten“, begann sie wie es selbst ein Drill-Instruktor kaum besser gekonnt hätte. „Ihr händigt mir jetzt sofort meine Tochter aus, ansonsten werde ich dafür sorgen, dass keiner von euch etwas zu essen bekommt!“ „WAGT ES NICHT!“, drohte Jenni via internem Funk. Einige der Biotiker explodierten förmlich in Gelächter „Ich weiß nicht, ob ich sie niedlich oder erstaunlich finden soll“, gab Marcel nach Luft japsend von sich. Sehr zu Jennis Erleichterung verriet sie niemand. Nach einigen Sekunden der Stille überwand sie sich schließlich. „Ok, verschiebt euch zur Kantine, ich muss noch mit meiner Mom reden, bevor sie sich einen Herzanfall ärgert….“ Mit einem langen Seufzen schaltete sie die Lautsprecher ihres Anzuges ein,legte ihren Helm ab und trat auf ihre Mutter zu. Diese war, wenn Jenni in ihrer Rüstung steckte, fast einen Kopf kleiner als sie, normalerweise kam sie ihr bis zur Nasenspitze. „Mom…“ „So, und jetzt hör mir mal zu…“ „Mutter…“, die zweite Anrede kam wesentlich deutlicher und autoritärer. „Hier ist definitiv nicht der richtige Platz für diese Unterhaltung.“ In Gedanken fügte sie mit schnippischem Ton an „Und danke, dass du mich gerade zur Lachnummer gemacht hast, jetzt werde ich das Gesprächsthema schlechthin sein.“ „Was zur Hölle tut ihr denn überhaupt hier. Ja du kannst mich gleich anschreien, aber erst beantwortet mir meine Fragen“ Ihre Mutter erkannte, dass sie vorhin etwas vorschnell gehandelt hatte und hielt sich etwas zurück, auch wenn sie immer noch deutlich erkennbar sauer war. „Wir sind hier, um unsere Kleine bei der Arbeit zu sehen…“, begann ihr Vater. „Aber wie? Wie seit ihr hierher und vor allem hier rein gekommen?“ Nachdem er gerade von seiner Tochter unterbrochen worden war, begann Mister Parker zu lächeln. Ich habe ein paar alte Kontakte bei der Allianz angebohrt, da ich wusste, dass das hier bald stattfinden würde. Ich war früher auch schon mal hier und du ja au…“, er stoppte abrupt, da er sich soeben in eine blöde Situation gebracht hatte. Er war hierher gefahren vor einigen Jahren, weil ein Kollege ihn eingeladen hatte. Da Jenni ihm bereits Wochen vorher Löcher in den Bauch gefragt hatte worum es denn da gehe und ob sie mitkommen dürfe, was sie bei fast jedem Allianzereignis, egal ob Parade, Ehrung oder Demonstration, immer getan hatte, hatte er schließlich nachgegeben. Sie hatte es ihrer Mutter nicht erzählen dürfen und ihr sagen müssen, dass sie mit ihren Freunden spielen gehe. Es war schon lange her, sie war damals zwölf gewesen und war kaum mehr aus dem Staunen herausgekommen, überall waren Soldaten gewesen mit glänzenden Orden, polierten Rüstungen und alle hatten etwas für sie übrig. Jeder den sie schüchtern ansprach, um eine Frage zu stellen, hatte ihr sofort geantwortet. Ein kleines niedliches Mädchen hatten sie nicht einfach wegschicken können. An keinem anderen Tag hatte sie so viele spannende, manchmal nicht ganz altersgerechte, wie sie sich nun im Klaren war, Dinge erfahren. Die Soldaten hatten ihr ihre Rüstungen gezeigt, sie auf den Schultern getragen und ihr von der Allianz, ihrer Ausbildung, dem Training und den Kämpfen erzählt. Es war alles so aufregend gewesen. Eine besonders lustige Erinnerung war die, von der sie auch noch ein Foto hatte. Sie hatte damals die Ränge und deren Abzeichen schon ein wenig gekannt, aber war dennoch ganz unverblümt zu einem Admiral hingetreten, hatte diesem an den Arm getippt und ihn gefragt was all die Orden an seiner Brust bedeuten. Der bereits grauhaarige Mann hatte laut zu lachen angefangen und ihr geantwortet „Das ich schon sehr alt bin und bald in Rente gehen kann.“ Sie hatte den Witz damals nicht verstanden, musste aber jetzt schmunzeln beim Gedanken daran. Anschließend hatte er ihr einige der Abzeichen erklärt, sich mit ihrem Vater unterhalten und schlussendlich ein Foto von sich, neben ihr in der Hocke, seine Mütze auf ihrem Kopf, gemacht. Das Bild gab er ihrem Vater via UW. Anschließend hatte sie noch weitere spannende Gespräche gehabt. Sie hatte sich mit einer kleinen Gruppe Asari unterhalten, die sie gefunden hatte. Sie hatten ihr einige lustige Tricks mit ihren Biotiken gezeigt, welche Jenni, damals noch ungeschickt und nur spärlich fähig, ihre eigenen Biotiken zu nutzen sofort auch ausprobieren wollte. Nach einigen Versuchen und etwas Hilfe der Kommandos, klappte schließlich der erste kleine Trick und sie war wahnsinnig stolz auf sich, schließlich hatten gerade die besten Kämpferinnen der Asari, einem der einflussreichsten Völker der Galaxie, ihr applaudiert und sie gelobt. Die STG hatte sie damals nicht gefunden und zu den Turianern hatte sie sich nicht hingetraut. Erst als ihr Vater sie begleitete, wagte sie sich die grimmig wirkenden Soldaten anzusprechen. Wie sich zeigte waren sie aber genauso nett, wie die anderen auch. Sie hatte ihr über Palaven und den ersten Kontakt mit den Menschen erklärt, es war das erste Mal gewesen, dass sie den Konflikt mal von der anderen Seite beschrieben bekommen hatte. Einer der Soldaten hatte ihr sogar etwas geschenkt. Es war ein Splitter seiner Rüstung gewesen, ein kleines Glänzendes Metallteilchen das noch heute bei ihr zu Hause in der kleinen Truhe auf ihrem Pult lag. Jennis Mutter hatte von all dem bis gerade eben nichts gewusst und funkelte ihren Mann nun böse an. „Und ihr hieltet es nicht für nötig mir das zu sagen?“ „Wir wollten dich nicht ablenken, du wärst sonst nur halbwegs bei der Sache gewesen… und das hätten wir eigentlich bis heute Abend verhindern wollen.“ Er sprach die letzten Worte Provokativ deutlich aus. „Du hast sowieso kein Recht dich zu beschweren, du bist jetzt seit mehreren Monaten bei diesem Projekt und hast es bis heute nicht für nötig gehalten mir irgendetwas mitzuteilen, was deine Aktivitäten angeht!...“ meinte Miss Parker energisch. „Das stimmt nicht“ antwortete Jenni entrüstet „Ich habe dir immer wieder Nachrichten geschickt, in denen ich erzählt habe was ich tat, zumindest soweit es die Geheimhaltung zuließ.“ „Davon, dass ihr halsbrecherisch aus fliegenden Shuttles springt, ohne Fallschirm oder Sicherung, hast du nie etwas gesagt! Was hast du mir noch alles verschwiegen?!“ Mom, könnten wir dieses Gespräch auf heute Abend verschieben,
ich sollte noch essen und die Rüstung hier ablegen damit ich auf die Toilette kann, die Zeit ist schon so ziemlich knapp. Ich verspreche dir heute Abend können wir über das hier reden.“ Henry Parker witterte seine Chance dieser ziemlich peinlichen Situation ein rasches Ende zu bereiten. „Sie hat recht Schatz, wir sollten sie nicht noch länger aufhalten, sie hat noch eine Menge zu tun… und zurück zu den anderen sollten wir auch, bevor jemandem auffällt, dass wir weg sind. Jenni, eigentlich war das ganze ja anders geplant gewesen, viel ruhiger und ohne beinahe Nervenzusammenbruch, wir drücken dir auch weiterhin die Daumen. Bis heute Abend.“ Sie verabschiedete sich mit einem kurzen Küsschen von den beiden, ehe sie sich umdrehte und eilig ihren Kameraden folgte. Diese waren bereits mit dem Essen nach draußen gegangen, nur Kiara wartete lächelnd auf sie. „Deine Mom schien ganz schön durch den Wind zu sein, ist alles in Ordnung?“, meinte die Asari fragend und reichte Jenni ein Tablett. Diese nahm es ebenfalls lächelnd entgegen und stellte sich hinter ihrer Freundin am Tresen an. „Ja, alles in Ordnung, sie war lediglich etwas verärgert, weil ich wohl bei meinen Nachrichten Einzelheiten über unsere Landetechnik ausgelassen habe… wie zum Beispiel, dass wir einfach so aus den Shuttles springen… im Flug… ohne Fallschirm oder ähnliches.“ Sie begann breit zu Grinsen, während sie die Worte sprach. „Na dann verstehe ich ihre Sorge sogar, es wäre vielleicht gut gewesen, wenn du sie informiert hättest.“ „Bloß nicht, wenn sie gewusst hätte, dass wir “sowas gefährliches“ machen, hätte sie bestimmt alles unternommen, um mich aus dem Projekt rauszuholen.“ Kiara konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen „Vielleicht hast du recht, was hast du ihr denn gesagt, um sie zu besänftigen?“
Draußen brannte mittlerweile die Sonne heiß vom Himmel und die Soldaten hatten sich entlang der schmalen Schatten der Gebäude verteilt. Alles was genug groß war, um sie abschirmen zu können, wurde als Sitz- oder Stehplatz genutzt. Beim Verlassen der Kantine, hatten Jenni und ihre Liebste einen Moment gebraucht, bis sie ihre Kameraden, die ihre Anführerin bereits lachend und grinsend erwarteten, fanden. Es blieb nicht viel Zeit, aber für ein paar kurze Gespräche reichte es doch. Nachdem sie sich gesetzt hatte und zu essen begonnen hatten, fing sie auch damit an sich umzusehen. Ihr Blick schweifte über den ihr ersichtlichen Teil des Areals, viele verschieden große Soldatengruppen säumten die Umgebung des Hauptgebäudes. Nach einer weiteren Gabel ihres Essens, erblickte sie Ivana und Shalera, die etwas abseits saßen und sich zu unterhalten schienen.“
Shalera hatte sich zusammen mit Ivana absichtlich etwas abseits der Gruppe gesetzt, damit sie ein Gespräch führen konnten, ohne dass sie dabei belauscht wurden. Ivana schien das unausweichliche jedoch hinauszögern zu wollen. „Hast du eigentlich schon mit deinen Eltern geredet?“, begann die Asari mit ruhiger Stimme. „Naja, also…“ „Du hast es noch nicht getan, oder?“ Die junge Frau nickte verlegen in ihren Teller starrend, als ihre Freundin sie ertappt hatte. Diese seufzte leise senkte den Kopf etwas um Blickkontakt mit Ivana zu suchen und legte ihr anschließend die Hand auf die Schulter. „Du hast mir gesagt, dass du es machen wirst, das ist mir wirklich wichtig.“ „Ich weiß, es ist nur… meine Mutter ist so schrecklich stur und ich habe Angst, dass sie es nicht verstehen und akzeptieren will“, meinte Ivana, es schien ihr wirklich unangenehm zu sein. „Willst du sie dann für immer ignorieren? Ivana, ich will nicht, das meinetwegen deine Familie kaputt geht. Ich bin sicher, dass deine Mutter es verstehen wird, wenn du es ihr sagst. Nur bitte tu es bald. Wenn wir das nächste Mal ein freies Wochenende haben, möchte ich ungern, dass es in einem Streit endet, wenn ich bei dir zu Hause auftauche.“ „Eigentlich interessiert es mich gar nicht, ob sie es akzeptiert, ich werde dich auch zu mir nach Hause mitnehmen, wenn sie es nicht will, ich bin alt genug um selbst zu entscheiden was ich tue und mit wem ich mich treffen will.“ Shalera lächelte, sie wusste schon lange, dass Ivana es ernst meinte mit ihrer Beziehung, aber es war trotzdem immer wieder schön so etwas zu hören. „Ich will trotzdem nicht, dass ihr euch meinetwegen streitet, also bitte rede mit ihr, mir zuliebe.“ Nun war es Ivana die seufzte, „Ok, ich werde mit ihr reden… wie geht es eigentlich deine Schwester? Hat sie jetzt eine Wohnung gefunden?“ Ivana sprach damit auf ein Gespräch an, dass sie vor kurzer Zeit geführt hatten. Shalera hatte ihr von ihrer Schwester erzählt. Sie arbeitete als IT-Angestellte für eine große Firma, war schon eine ganze Weile selbstständig und wohnte eigentlich auf einer anderen Koloniewelt. Jetzt hatte sie jedoch ein Jobangebot bekommen. Shaleras Schwester könnte eine besser bezahlte Arbeit für dieselbe Firma annehmen, müsste dafür aber nach Sunsetbay ziehen, weg von ihrer WG, ihren Freunden und ihrem neuen zu Hause. Sie wäre dafür wieder in der Nähe ihrer Familie, müsste dafür aber eine eigene Wohnung mieten, da sie nicht wieder zu ihrer Mutter ziehen wollte. Shalera hatte versucht sie zu überreden dies trotzdem zu tun, damit sie ihre große Schwester sehen konnte, ohne zu einem anderen Planeten fliegen zu müssen. Sie hatte ihr auch den Vorschlag gemacht, dass sie ihrer Mutter ja etwas dafür zahlen könne, da zu wohnen, das käme billiger und wäre für beide zumindest halbwegs vertretbar. Es war zwar schon jetzt klar, dass sich eine riesen Diskussion entwickeln würde, wie viel sie denn jetzt zahlen müsse. Ihre Mutter wollte kein Geld von ihr annehmen, schließlich war es ja ihre Tochter und sie hatte ihr versprochen, dass sie jederzeit willkommen sei. Ihre Schwester hingegen wollte nicht umsonst dort wohnen, sie fühlte sich falsch dabei. Da Shalera jetzt kaum mehr zu Hause war, passte es jedoch perfekt, sie brauchten noch nicht einmal groß umzuräumen. Es würde genügen Shaleras Sachen in ein anderes Zimmer zu stellen, die Möbel konnte man gleich so stehen lassen. Die Asari zuckte mit den Schultern „Schwer zu sagen, ich konnte beide Parteien davon überzeugen sich mal an einen Tisch zu setzen und sich zu unterhalten, seither habe ich nichts mehr gehört. Ich hoffe die beiden sind nicht wieder genauso stur wie damals, als Talena ausgezogen ist. Damals haben sich die beiden tagelang gestritten. Kaum zu glauben, dass das bereits zehn Jahre her ist… es kommt mir vor wie gestern.“ Ivana musste kichern „Dir kommt es vor wie gestern? Bei deinem “gestern“ habe ich noch mit meinen Puppen gespielt.“ Nachdem sie einen Moment lang nicht geredet hatten, fragte Ivana angespannt. „Du willst dieses Wochenende wieder zu mir kommen?“ „Natürlich, so schnell wirst du mich nicht los… es sei denn du möchtest etwas alleine sein.“ „Nein“, unterbrach Ivana sie sofort. „Ich will bei dir sein, ich hätte nur gehofft, dass wir diesmal vielleicht hätten zu dir gehen können.“ Shalera sah von ihrem Teller auf und drehte sich mit fragendem Blick zu ihrer Freundin. „Klar, kein Problem, ich gehe nicht davon aus, dass mein Zimmer bereits ausgeräumt sein sollte bis dahin, die Kündigungsfrist des alten Jobs meiner Schwester beträgt eh einen Monat… gibt es dafür einen bestimmten Grund? Du klangst vorhin etwas besorgt.“ „Nein, alles in Ordnung, ich dachte nur, dass deine Mutter vielleicht auch etwas mehr Zeit mit dir verbringen möchte“, antwortete Ivana eilig. Zu eilig, wie Shalera fand. „Und was ist der wirkliche Grund? Bitte sag jetzt nicht, dass eine Eltern dich rausgeworfen haben, weil du ihnen gesagt hast, dass du mich nicht verlassen willst.“ „Nein, es ist nur, wenn meine Eltern um uns herum sind, fühle ich mich immer beobachtet, ich will mal die Möglichkeit haben mit dir allein zu sein und dich auch küssen zu können, ohne mit einem Theater rechnen zu müssen.“ Shalera grinste breit, blickte sich kurz um und gab ihrer Freundin einen kurzen flüchtigen Kuss auf die Wange. „Sag doch einfach, dass du mich willst“, antwortete sie neckisch und streckte Ivana die Hand helfend entgegen. Komm, wir sollten uns auf den Weg machen, je eher wir die Rüstungen los sind, desto eher kann ich schnell pinkeln.“
Das Training am Nachmittag war hart, wie Reeston prophezeit hatte, legten die Kommandos ein unglaublich hohes Tempo und Talent an den Tag. Sie hatten ihre Biotiken perfektioniert, chirurgisch präzise und absolut effizient, dagegen wirkte die noch junge Biotik der BDF, besonders jene der “Hammer“ Gruppe, barbarisch und brachial. Sie vernichteten die Ziele durch schiere Gewalt. Das machte ihrem Namen zwar alle Ehre ,war aber nicht unbedingt Vorteilhaft. Während die Kommandos das hohe Tempo lange halten konnten, waren die unerfahreneren Biotiker schnell außer Atem. Aufgeben war jedoch keine Option, der Simulator war relativ einfach aufgebaut, eine markierte Fläche ,die die Trupps verteidigen mussten, sie waren unbewaffnet, hatten also nur ihre Körper und ihre Biotiken, um sich gegen die heranschreitenden Hologramme zu verteidigen. Schaffte einer der projizierten Feinde es in das zu verteidigende Feld, so hatte der Trupp verloren. Die Schwierigkeit bestand darin, dass es verschiedene Feinde gab, manche von ihnen wehrten sich nicht, andere schossen auf sie, manche rannten schnell und wichen Angriffen aus und suchten Deckung, andere waren schwer gepanzert und konnten nur aus gewissen Winkeln oder mit bestimmten Taktiken geknackt werden. Wurde einer der Verteidiger von einem Angreifer getroffen, schied er aus, zumindest wenn der Treffer tödlich gewesen wäre. Jede Welle wurde stärker und gefühlsmäßig auch aggressiver. Während die ersten Angriffe noch relativ locker zurückgeschlagen werden konnten, erforderten bereits nach kurzem die Feinde schon gutes Teamwork. Bei den Kommandos war das kein Problem, sie arbeiteten schon so lange zusammen, dass sie perfekt aufeinander eingespielt waren. Die BDF hatte da schon mehr Mühe, sie sprachen sich zwar ab, konzentrierten den Beschuss und unterstützen sich, aber es fehlte ihnen noch an Erfahrung und Technik. Dass sie den Kommandos unterlagen, war jedoch nichts neues. Bereits in den vorherigen Übungen, in denen es darum ging einzelne Techniken möglichst kraftvoll, geschickt und effizient einzusetzen, haben die Asari die Nase vorne gehabt, wobei sie ihnen manchmal Leistungsmäßig gefährlich nahe gekommen waren. Der aktuelle Test spitze sich immer mehr zu, die Welle war schon fast vorbei, aber die drei noch übrigen Gegner gehörten zur Delta Kategorie. Diese waren nur von hinten verletzbar, aber nur von vorne konnten ihre Schilde geknackt werden. Dass sie schwer bewaffnet waren, machte es nicht gerade einfacher. Die einzige Schwäche war ihre Langsamkeit und diese galt es auszunutzen. Dies war jedoch kaum möglich, da sie wie in jeder Welle langsam zurückgefallen waren, diesmal jedoch bis in den zu schützenden Bereich. Alex und Arsilia waren gerade dabei die Angreifer zu flankieren, damit diese sich entweder zu ihnen drehten oder von ihnen niedergestreckt werden konnten, sobald ihre Kameraden, welche die “Deltas“ schützten, überlasten konnten. „Einer ist gleich verwundbar, bereithalten… LOS!“ Die beiden, die sich hinter den Feind begeben hatten, markierten die Feinde, damit ihre in Deckung gedrängten Freunde sie auch mit blindem Beschuss treffen konnten. Dank der Tatsache, dass biotische Angriffe auch um Ecken herum treffen konnten, war es ihnen möglich die Feinde anzugreifen, ohne von deren Revenant sofort perforiert zu werden. „Sind in Reichweite, Detonationen jetzt!“ Arsilias Befehl überwand die Distanz zu ihren Verbündeten innerhalb von Millisekunden. Die beiden Biotiker gingen sofort zum Angriff über, wie abgesprochen bereiteten sie die Feinde durch Warps zur Detonation vor. Die sofort darauf folgenden Schockwellen ließen die instabilen Masseneffektfelder kollabieren und zerrissen selbige in einer heftigen Explosion. „Schickt die Bastarde zur Hölle!“ Jenni hatte trotz massiver Deckung zwischen sich und den herannahenden Feinden die Druckwelle der biotischen Detonation gespürt. Als ob Wolken am Himmel die Schleusen geöffnet hätten, hagelten zahlreiche biotische Geschosse wie Regen auf sie herab und Schlugen die Gegner zu Boden. Die drei Hologrammähnlichen Drohnen zerfielen unter dem heftigen Beschuss bereits nach wenigen Augenblicken und lösten sich anschließend auf. „Scheiße, das war knapp, ich glaube noch eine Runde schaffen wir nicht“, keuchte Arsilia erschöpft. „Nicht aufgeben, noch sind wir nicht besiegt“, antwortet Jenni ebenfalls ordentlich fertig. Sie hatten sich kaum wieder in Stellung gebracht, waren bereits dumpfe laute Schläge zu hören. Nach den ersten zwei Schlägen erloschen die Statusleuchten zweier Kameraden von Jenni. Alex und Tanja waren von etwas getroffen worden und anscheinend sofort ausgeschieden. Erst ein paar Sekunden später realisierte Jenni wieso. Die dumpfen Schläge kamen von den schweren Füßen eines Atlas, wobei der Sound von den Lautsprechern kam und der Atlas in Wirklichkeit eine nur wenige Gramm wiegende Holo-Drohne war. Dies schmälerte den abschreckenden Effekt der Maschine jedoch nur geringfügig. Sofort eröffneten die übrigen Biotiker das Feuer, ihre Wurffelder schienen jedoch wirkungslos zu sein. „Das Ding hat nen schweren Schild, was jetzt?“, rief Arsilia, Panik schwang in ihrer Stimme mit, als sich der Mech auf sie zuzubewegen begann. „Weiter! Der kann nicht ewig halten, sprecht euch ab immer ein Warp, danach ein Wurffeld, wir jagen das Ding hoch. Er ist zu langsam, um uns alle gleichzeitig abdecken zu können.“ Arsilia presste sich an die Wand der Deckung hinter sich, der Atlas stand in etwa 5 Metern Entfernung zu ihr, als ein lautes Klacken gefolgt von einem höher werdendem Pfeifen vernahmen. Die Asari wollte sich überwinden nachzusehen was gerade geschah, doch die Sorge und die Angst getroffen zu werden hinderten sie daran. Diese Vorsicht wurde ihr zum Verhängnis, hätte sie gesehen, dass sich das Geschütz des Atlas zum Abschuss einer Raketengetriebenen Granate entklappt hatte, hätte sie noch weghechten können. Die holographische Granate schlug etwa einen Meter neben ihr in den Boden ein, auf ihrer Seite der Deckung. Sie sah wie sie von projizierten Flammen umhüllt wurde und auf ihrem HUD erschien die Nachricht, dass sie tödlich getroffen wurde, sie sich auf den Boden legen und nicht mehr bewegen soll. Zusätzlich sei der Funkkanal zu wechseln, auf einer zuvor festgelegten Verschlüsselung würden die “Gefallenen“ warten, bis die Übung zu Ende ist, um dann mit ihren Kameraden den Simulator zu verlassen. „****, verteilt euch, er darf euch nicht alle auf einmal erwischen können…“ Die Welt um sie herum schien sich zu verzerren, plötzlich verfärbte sich vor ihren Augen alles, vor einer grauen Welt stehend begriff Jenni plötzlich, dass es vorbei war. Die Nachricht, die nun auch auf ihrem HUD auftauchte, bestätigte das. Neben dem Atlas griff jetzt auch noch Infanterie an. Sie wurde von hinten getroffen und ließ sich zu Boden fallen. Weniger aus Gründen der Glaubhaftigkeit der Simulation, als aus schierer Erschöpfung. Lange Zeit Pause zu machen, hatte sie jedoch nicht. Der Rest ihres Team war ebenfalls innerhalb kürzester Zeit besiegt, da der Feind ihre Formation aufgesprengt hatte und sie nun von allen Seiten angreifen konnte. Während Jenni auf dem kalten größtenteils Metallenen Boden lag, ärgerte sie sich gewaltig über ihre Niederlage. „Wieso habe ich die nicht kommen sehen? Ich hätte damit rechnen müssen, dass das noch nicht alles ist!“ Die Vorwürfe an sich selbst hallten noch in ihrem Kopf ,als sie plötzlich eine Stimme hörte. „So du warst jetzt lange genug tot, steh auf, wir sind noch nicht fertig.“ Erstaunt drehte sie sich auf den Rücken, Selak stand neben ihr und streckte ihr die Hand entgegen. In Gedanken versunken hatte sie gar nicht mitbekommen, dass die Projektionen verblasst und die Simulation gestoppt worden war. „Verdammt, wir haben grad richtig versagt und ich bin schuld. Ich hätte…“ „Ja genau, du hättest und du könntest!“ unterbrach der Turianer sie „Von Bedeutung ist nur, dass du nicht hast. Das war ein Fehler und aus Fehlern lernt man. Ich würde mir nicht anmaßen es besser gekonnt zu haben, genauso wenig wie irgendjemand anderes aus unsere Einheit. Wir sind deine Kameraden, oder nicht? Wir werden dir keine Vorwürfe machen, das wäre nicht gerecht. Zudem waren wir gar nicht so schlecht, einige der Kommandos sitzen auch schon draußen.“ „Die haben auch eher angefangen als wir und waren schneller…“ ,meinte Jenni schmollend. Sie war immer noch sauer auf sich selbst, hoffte aber zumindest, dass es den anderen Gruppen besser gelaufen war.
Der Azurblaue Himmel war gezeichnet von dünnen weißen, schleierähnlichen Wolkenfetzen, welche wie Farbe von Hand über eine noch feuchte blaue Leinwand verschmiert über den Himmel glitten. Das Gras wiegelte sich sanft im Wind und die warme Brise trug den Geruch hunderter Blüten, sowie das leise Zirpen von Zikaden und Grillen mit sich. Die meisten Soldaten hatten gerade Pause, der letzte Trainingsteil war fast abgeschlossen, der erste Tag neigte sich dem Ende zu. Bei dem eifrigen Gespräch, dass sie führten, bemerkten die Biotiker die Pracht der Natur, die sich allen ihrer fünf Sinne bot, gar nicht. Nachdem sie ihre Disziplin mehr oder weniger gemeistert hatten, waren die Biotiker alle zusammen gekommen, um sich anzuhören, wie es weitergehen würde. Sehr zur Freude der meisten, durften sie noch einen Moment Pause machen, bevor sie sich wieder auf der großen Wiese hinter dem Stützpunkt versammelten, wo sich die Zuschauer verabschieden würden. Sehr zum Erstaunen der BDF waren die Kommandos nicht feindselig oder abschätzend ihnen gegenüber. Sie waren auf sie zugekommen, hatten ihnen zu ihrer Leistung gratuliert, was Jenni erst als sarkastische Anspielung auf ihr Scheitern interpretiert hatte, ihnen Tipps gegeben und eine lockere Unterhaltung angefangen. Dass sie eine stolze Einheit waren, merkte man gut an ihrem Verhalten, hochnäsig wäre ein zu extremer Begriff gewesen, wie Jenni fand, überlegen traf es da besser. Sie hatten auch das Recht stolz zu sein, schließlich gab es nur wenige in der Galaxie, die es biotisch mit ihnen aufnehmen konnten. „Wenn ihr gegen einen Atlas kämpfen müsst, reichen drei Personen, um ihn in Schach zu halten, eine wird beschossen, die anderen zwei können austeilen. Dadurch habt ihr genug Leute frei, um euch auf die anderen Feinde zu konzentrieren.“ Die Anführerin der Kommandos hatte Jenni auf ihrem UW gezeigt, wie die Strategie funktionierte. „Ok, ich werds mir merken, danke“ antwortete sie freundlich lächelnd. Auch in Hinsicht auf ihre Biotiken hatten sie ihnen Tipps gegeben und Fragen beantwortet, im Gegenzug hatten die Soldaten der BDF ihnen etwas über ihren Absprung und die Rüstungen erzählt, nichts was ins Detail gegangen wäre, sie waren sich der Geheimhaltung immer noch bewusst ließen durch die Gespräche aber Sympathie zum Vorschein kommen. Bevor die Gespräche sich totlaufen konnten und unangenehmes Schweigen eintreten würde, bekamen sie den Befehl sich zum Sammelpunkt zu begeben. Die kurze Pause hatte ihren geschundenen Körpern die Möglichkeit gegeben sich etwas zu erholen, doch mit der herrlichen Wärme, die die Sonne ausstrahlte, war auch die Müdigkeit gekommen. Egal wie gut ein Mensch auch trainiert war, manche Dinge ließen sich nicht ändern. Widerwillig erhoben sich die Biotiker und machten sich in strammem Tempo auf den Weg zur letzten Station des offiziellen Teils der Demonstration.
„Wie lange will der Typ da noch quatschen, ich will endlich unter die Dusche!“ „Da komm ich gerne mit“, erwiderte Kiara mit ebenfalls gesenkter Stimme auf das leise Flüstern ihrer Freundin. „Wir stehen hier schon eine Ewigkeit…“, wollte sie gerade fortfahren, als sie von Joshua mit dem Ellenbogen angestupst wurde. Unauffällig wandte sie sich zu ihm und folgte seiner deutenden Geste. Der Sprecher hatte seine Rede beendet und stattdessen trat nun Reeston vor die versammelten Soldaten. „Soldaten, es war mir eine Freude und eine Ehre hier sein zu können und so vielen versierten Kämpfern zusehen zu können. Ich bin mir sicher, dass all unsere Spezies von solchen Anlässen profitieren und voneinander lernen können. Des Weiteren hoffe ich, dass wir unseren Gästen zumindest einen kleinen Einblick ermöglichen konnten, was sich hinter den Einheiten befindet, die jeder kennt, aber keiner genau sagen kann, was sie eigentlich genau sind. Im Namen alle Verantwortlichen will ich mich bei ihnen für ihr Interesse bedanken und wünsche ihnen einen angenehmen Rückflug, vielen Dank.“ Jenni konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen, es sah Reeston ähnlich keine all zu langen Reden zu schwingen. Auch wenn er jetzt eine andere Position hatte, war er tief in seinem Herzen immer noch ein Mann der Tat, ein Kämpfer und genau das war es, was sie an ihm schätzte. Nach ihm trat noch ein weiterer Redner vor. Er verkündete den weiteren Verlauf, wer sich wo zu besammeln hatte und wie der Transport für die Besucher organisiert war. Jetzt wo das Ganze noch einmal erwähnt wurde, fiel ihr wieder ein, dass sie noch gar nicht mit ihren Eltern gesprochen hatte. Es musste noch eine Möglichkeit geben, ihre Mutter
würde sie umbringen, wenn sie das nächste Mal zu Hause wäre. Es würde schwierig werden, da sie sich an einen anderen Ort begeben mussten, als die “Zivilisten.“
Nervös trommelte sie mit ihren von synthetischen Muskeln, umschlossenen und mit filigran gearbeiteten Panzerplatten verkleideten Fingern, gegen die über ihrem künstlichen Trizeps liegenden Platte. Bei so vielen Leuten, wie bereits an ihr vorbeigegangen waren, musste der Stützpunkt gefühlt jeden Moment komplett verlassen sein. Endlich nach langem Warten erkannte Jenni eine ihr vertraute Silhouette. Zwei Menschen, ein Mann in Allianzuniform und eine Frau in Schlichten, aber dennoch feierlichen Kleidern. „Hei Mom, bevor du mich gleich wieder anschreist, es tut mir leid, dass ich dir nicht gesagt habe ,was ich bei der BDF genau mache aber ich wusste, dass du dir nur unnötig Sorgen machen würdest und das wollte ich nicht.“ Entgegen ihrer Befürchtung reagierte ihre Mutter ganz ruhig und gefasst. „Ich verstehe deinen Standpunkt, ich habe nur Sorgen gemacht, versetz dich mal in meine Situation, deine Tochter fliegt mit einem Shuttle auf dich zu und plötzlich fällt sie aus dem Shuttle heraus und das einzige was du von ihr noch siehst, ist eine Staubwolke. Ich habe mir riesige Sorgen gemacht, hätte ich gewusst, dass ihr für so etwas ausgebildet wurdet, hätte ich auch gewusst, dass es geplant und nicht ein Unfall war. Ich bitte dich lediglich darum ehrlich zu mir zu sein, wir haben dich immer unterstütz, egal worum es ging, dann bitte vertrau uns auch, dass wir es akzeptieren.“ Ihre Mutter kämpfte sichtlich mit sich, schließlich trat sie einen Schritt vor und nahm ihre Tochter in die Arme. Diese war einen Moment erstaunt, legte danach aber sofort ihre Arme um Rebecca Parker und drückte sie sanft an sich. „Tut mir leid Mom, ich hätte ehrlich zu euch sein sollen.“ Nach einer Sekunde lösten sie sich wieder voneinander „Ich hätte auch nicht so überreagie
Modifié par elitedefender2, 03 juin 2013 - 05:35 .
#585
Posté 03 juin 2013 - 04:15
Man sollte nicht vergessen das nicht alles in einen POst passt^^ Egal, hier ist noch der Rest:unsure:
„Sie
hat viel entschlossener gewirkt, zielstrebig und ernst, normalerweise ist sie
immer ein fröhlicher Mensch, und sehr spontan und offen.“ Nachdem sie fertig
gesprochen hatte, warf er einen flüchtigen Blick auf sein UW. „Es tut mir leid
sie hier einfach unterbrechen zu müssen, aber ich muss noch einiges erledigen,
die letzten Flüge heben schon bald ab und ihre Tochter würde sicher gerne
duschen gehen nach einem so anstrengenden Tag. Auf wiederstehen Miss Parker…
auf wiedersehen Henry… ich darf sie doch so nennen?“ „Klar, kein Problem, auf
wiedersehen.“ Nach kurzem Händeschütteln marschierte er davon. „Na dann, wir
wollen dich nicht länger aufhalten Kleines, viel Glück, und vergiss nicht dich
hin und wieder zu melden…“ Sie stellte sich gerade und salutierte. Auf den
fragenden Blick ihrer Tochter meinte sie ergänzend „So verabschieden sich
Soldaten doch?“ Jenni machte einen Schritt nach vorne, nahm ihre Mutter in die
Arme und gab ihr einen Kuss auf die Wange: „Aber nicht von ihrer Mom.“ „Halt
die Ohren steif, Schatz“ ,meinte ihr Vater ,als sie auch ihn in den Arm nahm.
„Machts gut, bis dann“
Der Raum war eng, die Luft war feuchtwarm und stickig. Der Geruch von Schweiß
hing in der Luft und überall waren Rüstungsteile abgestellt. Es sah fast aus
wie auf ihrem eigentlichen Stützpunkt, nur das hier die Duschen gleich
angrenzten. Sie fühlte sich an die Umkleiden von Eishockeymannschaften
erinnert, selbige hatte sie in einem Film im Fernsehen einmal gesehen, nur dass
diese hier lediglich von Frauen genutzt wurde. Sie trat vorsichtig zu einer
freien Ecke einer Bank, um sich zu setzen. Alle anderen schienen bereits unter
der Dusche zu sein, weshalb sie alleine begann die Handschuhe abzulegen. Es
dauerte ein paar Minuten, bis sie mit der Rüstung an ihrem Oberkörper fertig
war, einige ihrer Kameradinnen, die aus der Dusche traten, halfen ihr, damit
sie schneller fertig wurde. Anschließend musste sie sich noch aus dem klebrigen
Sensoranzug quälen, bevor sie endlich die langersehnte Dusche genießen konnte.
Wirklich Zeit lassen durfte sie sich jedoch nicht, schließlich war sie die
Letzte. Was sie in dem Moment aber am meisten ärgerte war, dass sie keine Zeit
oder Möglichkeit hatte Kiara auf deren Aussage von vorhin anzusprechen.
Die weißen Fliesen an den Wänden der Gruppendusche waren rutschig und mit
tausenden kleinen Wassertropfen kondensierten Dampfes behangen. Es wurde kaum
geredet, die jungen Frauen waren damit beschäftigt sich von den
Schweißrückständen auf ihrer Haut zu befreien und, zumindest die menschlichen,
sich die Harre zu waschen. „Hunderte Gedanken, welche sie durch den Tag alle
aufgeschoben hatte, hingen nun ich ihrer Gedankensphäre. Ihre Eltern, der
vergangene Tag und Reestons unnatürlich lockere Art bei dem Gespräch vorhin,
all das beschäftigte sie. Dass sie in Gedanken abwesend war sah man ihr wohl
an, denn Arsilia die neben ihr stand und ihr geistloses Starren auf den Boden
vor ihren Füßen bemerkt hatte, suchte Blickkontakt zu ihr. „Hallo jemand zu
Hause?“, fragte sie grinsend und winkend. Sofort wichen all die Gedanken und
sie wandte sich der Asari zu. „Ja, was ist denn?“ „Nichts, du hast nur etwas
abwesend gewirkt.“ Sie strich sich eine der nassen roten Strähnen aus dem
Gesicht und machte sich daran ihren Körper einzuseifen, um auch den hartnäckig haftenden
Schmutz zu entfernen. „Ich war gerade etwas weggetreten.“ Ihre breit grinsende
Kameradin wandte sich von ihr ab und bewegte sich auf den Ausgang der Dusche
zu. Jennis Blick wanderte durch die Dusche, auch wenn sie nicht wirklich
Gewicht darauf legte, fielen ihr doch dutzende Dinge auf. Sie sah ihre
Kameradinnen nicht gleich an, wie Kiara, sie suchte nicht nach bestimmten
Merkmalen, die ihr gefielen. Es war ein Blick, wie ihn jede Frau in so einer
Situation hätte machen können, interessiert am Aussehen und Verhalten der
anderen. Innerlich seufzend über die eigene Unfähigkeit sich vollends zu
beherrschen, stellte sie fest, dass ihr Blick das eine oder andere Mal am
Körper einer Kameradin hängen geblieben war. Bevor sie weitere Blicke wagen
konnte, wandte sie sich ab, um sich die Haare auszuwaschen. Eine vertraute
Stimme drang von der Umkleide zu ihr, Kiara unterhielt sich mit jemandem. Eilig
beendete sie ihr Treiben, trocknete sich ab und zog die Unterwäsche, die
bereitlag, an. Allianzuniformen waren ebenfalls bereitgelegt worden.
„Sie
hat viel entschlossener gewirkt, zielstrebig und ernst, normalerweise ist sie
immer ein fröhlicher Mensch, und sehr spontan und offen.“ Nachdem sie fertig
gesprochen hatte, warf er einen flüchtigen Blick auf sein UW. „Es tut mir leid
sie hier einfach unterbrechen zu müssen, aber ich muss noch einiges erledigen,
die letzten Flüge heben schon bald ab und ihre Tochter würde sicher gerne
duschen gehen nach einem so anstrengenden Tag. Auf wiederstehen Miss Parker…
auf wiedersehen Henry… ich darf sie doch so nennen?“ „Klar, kein Problem, auf
wiedersehen.“ Nach kurzem Händeschütteln marschierte er davon. „Na dann, wir
wollen dich nicht länger aufhalten Kleines, viel Glück, und vergiss nicht dich
hin und wieder zu melden…“ Sie stellte sich gerade und salutierte. Auf den
fragenden Blick ihrer Tochter meinte sie ergänzend „So verabschieden sich
Soldaten doch?“ Jenni machte einen Schritt nach vorne, nahm ihre Mutter in die
Arme und gab ihr einen Kuss auf die Wange: „Aber nicht von ihrer Mom.“ „Halt
die Ohren steif, Schatz“ ,meinte ihr Vater ,als sie auch ihn in den Arm nahm.
„Machts gut, bis dann“
Der Raum war eng, die Luft war feuchtwarm und stickig. Der Geruch von Schweiß
hing in der Luft und überall waren Rüstungsteile abgestellt. Es sah fast aus
wie auf ihrem eigentlichen Stützpunkt, nur das hier die Duschen gleich
angrenzten. Sie fühlte sich an die Umkleiden von Eishockeymannschaften
erinnert, selbige hatte sie in einem Film im Fernsehen einmal gesehen, nur dass
diese hier lediglich von Frauen genutzt wurde. Sie trat vorsichtig zu einer
freien Ecke einer Bank, um sich zu setzen. Alle anderen schienen bereits unter
der Dusche zu sein, weshalb sie alleine begann die Handschuhe abzulegen. Es
dauerte ein paar Minuten, bis sie mit der Rüstung an ihrem Oberkörper fertig
war, einige ihrer Kameradinnen, die aus der Dusche traten, halfen ihr, damit
sie schneller fertig wurde. Anschließend musste sie sich noch aus dem klebrigen
Sensoranzug quälen, bevor sie endlich die langersehnte Dusche genießen konnte.
Wirklich Zeit lassen durfte sie sich jedoch nicht, schließlich war sie die
Letzte. Was sie in dem Moment aber am meisten ärgerte war, dass sie keine Zeit
oder Möglichkeit hatte Kiara auf deren Aussage von vorhin anzusprechen.
Die weißen Fliesen an den Wänden der Gruppendusche waren rutschig und mit
tausenden kleinen Wassertropfen kondensierten Dampfes behangen. Es wurde kaum
geredet, die jungen Frauen waren damit beschäftigt sich von den
Schweißrückständen auf ihrer Haut zu befreien und, zumindest die menschlichen,
sich die Harre zu waschen. „Hunderte Gedanken, welche sie durch den Tag alle
aufgeschoben hatte, hingen nun ich ihrer Gedankensphäre. Ihre Eltern, der
vergangene Tag und Reestons unnatürlich lockere Art bei dem Gespräch vorhin,
all das beschäftigte sie. Dass sie in Gedanken abwesend war sah man ihr wohl
an, denn Arsilia die neben ihr stand und ihr geistloses Starren auf den Boden
vor ihren Füßen bemerkt hatte, suchte Blickkontakt zu ihr. „Hallo jemand zu
Hause?“, fragte sie grinsend und winkend. Sofort wichen all die Gedanken und
sie wandte sich der Asari zu. „Ja, was ist denn?“ „Nichts, du hast nur etwas
abwesend gewirkt.“ Sie strich sich eine der nassen roten Strähnen aus dem
Gesicht und machte sich daran ihren Körper einzuseifen, um auch den hartnäckig haftenden
Schmutz zu entfernen. „Ich war gerade etwas weggetreten.“ Ihre breit grinsende
Kameradin wandte sich von ihr ab und bewegte sich auf den Ausgang der Dusche
zu. Jennis Blick wanderte durch die Dusche, auch wenn sie nicht wirklich
Gewicht darauf legte, fielen ihr doch dutzende Dinge auf. Sie sah ihre
Kameradinnen nicht gleich an, wie Kiara, sie suchte nicht nach bestimmten
Merkmalen, die ihr gefielen. Es war ein Blick, wie ihn jede Frau in so einer
Situation hätte machen können, interessiert am Aussehen und Verhalten der
anderen. Innerlich seufzend über die eigene Unfähigkeit sich vollends zu
beherrschen, stellte sie fest, dass ihr Blick das eine oder andere Mal am
Körper einer Kameradin hängen geblieben war. Bevor sie weitere Blicke wagen
konnte, wandte sie sich ab, um sich die Haare auszuwaschen. Eine vertraute
Stimme drang von der Umkleide zu ihr, Kiara unterhielt sich mit jemandem. Eilig
beendete sie ihr Treiben, trocknete sich ab und zog die Unterwäsche, die
bereitlag, an. Allianzuniformen waren ebenfalls bereitgelegt worden.
#586
Posté 04 juin 2013 - 07:27
Moin elite,
zu allererst einmal: „Jede Sekunde dich ich wartete, hat sich ausgezahlt und wenn es etwas länger dauert, dann dauert es halt etwas länger. Es ist dein Hobby und nicht dein Beruf, also ruhig bleiben und die Ewigkeit umarmen.“
Aber ich fang mal an. Da es dieses Mal eine beachtliche Anzahl von Seiten und Wörtern ist, (knapp 20te Seite begonnen und 10514 Wörter) (Nein ich habe sie nicht alle nachgezählt. Soviel Langweile habe ich nicht. ^^) werde ich versuchen mich zu fokussieren. Sollte dabei etwas verloren gehen, tut es mir leid. Und ich bin ehrlich. Ich kann mich nicht so wirklich für ein ausführliches Feedback begeistern. Das hat aber NICHTS mit deiner Arbeit zu tun. Die ist wie so oft großartig! Ich habe lediglich einen dieser Tage, an dem man nicht so recht weiterkommt.
Der Einstieg gelang dir wahnsinnig gut. Man wusste nicht sofort was los war, während sich die Erkenntnis nur langsam zusammensetzte. Die Beschreibung an dieser Stelle war sehr gut und schaffte durch die genaue Beschreibung eine wunderbar beklemmende Atmosphäre. Dass es sich bei der Einheit noch um Jugendliche handelt, wurde durch Deni schön deutlich. Eine nette, wenn auch etwas unsinnige Idee von ihm. Klar im Kino sähe es geil aus, aber in der Realität. Naja. ^^
Eric hast du dann auch super eingebunden. Der Arme war wohlvöllig fertig. =D Besonders gefiel mir der kleine Sprung dahin, dass du noch kurz den Inhalt der Mail erläutertest. Ein sehr schöner Punkt. Besonders der Bezug auf das Gedicht. Ich fand es umwerfend. Ein wundervoller Bezug, der im Grunde eins zu eins passte. Super!!! =D Und ich stimme Jenni zu. Ich bevorzuge auch die aggressiven Engel. Besonders die vier Reiter der Apokalypse. *Vielleicht mal wieder Darksiders 1 installieren…* Egal weiter im Text. Es passt auf jeden Fall sehr gut, da es einen kleinen Einblick darauf gibt, wie Jenni die Schule sieht. Sie ist eher jemand der praktisch ein Problem löst, anstatt theoretisch. Ein schöner Bezug auf ihren Charakter.
Die Ankunft bei den anderen war dann ebenfalls sehr gut. Immer diszipliniert. ^^
Das ihnen dann das eine oder andere Detail noch fehlte, wie zum Beispiel „Keine Waffen“ war noch sehr schön und zeigte, dass selten alles glatt läuft und meist solche Kleinigkeiten hapern.
Der Wegpunkt von Reeston war dann 1A ich liebe den Typen. Das wurde mir schon durch den kleinen Kommentar seinerseits wieder bewusst. Gestärkt wurde es dann noch als Reeston auf sie zutrat. Du gibst ihm so einen geilen Charakter. Wirklich wundervoll! Seinen stolz auf „seine“ Einheit wurde ebenfalls fantastisch deutlich. Der kurze Überblick, über das was das Team noch erwartete, passte exzellent und lieferte einem einen guten Überblick, über das was noch kommt. Die realistische Einschätzung von Reeston passte dabei sehr gut und förderte die Atmosphäre ausgezeichnet. Sie sind gut aber noch nicht die Besten. Noch nicht. ^^
Das Abfangen von Eric passte dann sehr gut und das Einheitswesen in solch einer Hierarchie wurde deutlich. Jeder kriegt mal einen Spaß weg und wird sie später an die Neuen weitergeben. Ein schönes Detail, welches gut zeigte, wie einschüchternd Jenni doch wirken kann. Besonders ihr abschließendes Lächeln verfehlte seine Wirkung wohl nicht. Noch mal und Eric wird erleben warum man Biotiker nicht verarscht. =D
Die Nahkämpfe hast du schön getroffen und man merkt, dass es sie wirklich bis ans Limit treiben soll. Besonders Reestons vorherige Andeutung auf Jenni und ihre Ausbilderin gefiel mir sehr gut. Mal sehen ob Reeston Jenni darauf nochmal anspricht. Ich glaube nämlich nicht, dass die beiden jetzt schon Freundinnen werden. Wenn überhaupt. ^^
Jennis Charakter hast du auf jeden Fall wieder sehr gut hervorgehoben. Man merkt, dass sie Fehler sehr ernst nimmt und immer auf 100% aus ist. Darum gefiel mir die Zweideutigkeit des Endes, des Kampfes (Niederlage/Erlösung) sehr gut. Besonders ihre wilde Art im Nahkampf kam gut zu Geltung.
Der kurze anschließende Bezug auf die einzelnen Eliteeinheiten war dann ebenfalls wunderbar um die Atmosphäre noch etwas mehr zu stärken.
Kommen wir nun zu dem Lachmoment schlechthin =D
Ich habe mich wegeschmissen, als Jennis Mutter ihre Tochter anfuhr. ^^
Ich dachte mir zwar, dass ihre Eltern dort sind, doch mit solch einer wunderbaren Konfrontation und Reaktion habe ich nicht gerechnet. =D
Ein wunderbarer Punkt, welcher für eine super Atomsphäre und ein dickes Grinsen, gefolgt von lautem Lachen sorgte. Joshuas Neckerei passte vorzüglich zu seinem Charakter und Jennis „Versteck“ war brillant gewählt.
Die Mutter hast du umwerfend gut getroffen und auch die Vergleiche oder die „Dominanz“ passten ausgezeichnet. Wer kennt es nicht. Wenn die Mutter sauer ist, stellt man sich ihr nicht in den Weg.
Der Rückblick war wunderbar und zeigt, dass Jenni schon immer eine Kämpferin war. Sie holt sich was sie will, indem Fall die Erlaubnis mitzudürfen und die Informationen, von den einzelnen Truppen. Die Erinnerung war sehr niedlich und ich denke unablässig darüber nach, ob der alte Admiral Hackett war.
Besonders das die Kommandos und all die anderen Elitesoldaten nett waren, war ein exzellentes Detail, welches zeigt, dass unter der Uniform ein Wesen mit Gefühlen steckt. Sehr gut!
Die Diskussion mit Jennis Mutter hast du dann anschließend sehr schön fortgeführt und sehr gute Formulierungen und Standpunkte benutzt. Dass Kiara dann wartete, zeugte dann auch toll von ihrer Liebe zu Jenni. Sie lässt ihre Freundin nicht zurück. Niemals!
Der Sprung zu Shalera und Ivana gefiel mir dann ebenfalls. Ein schöner neuer Blickwinkel, der zeigt, dass Rassismus weit verbreitet ist. In diesem Zusammenhang eine ausgezeichnete Kritik an der Gesellschaft. Hoffentlich klappt es mit den beiden.
Die Formulierung war dabei spannend und es war super, wie sich Shalera Sorgen machte. Sie will auch nur das Beste für ihre Liebste. Enden tust du an diesem Punkt sehr offen und ich glaube ich weiß auch, warum Shalera nur schnell auf Toilette will. ^^
Der erneute Sprung zum Training gefiel mir dann sehr gut. Eine super Idee mit der Aufgabe für dieses Training und auch die Anstrengung kamen exzellent rüber. Die einzelnen Gegner hast du sehr gut mit Stärken und Schwächen versehen und zeigtest deutlich, dass man nur als Team wirklich überleben kann. Natürlich verloren sie, aber man merkt schon deutliche Steigerungen zum Anfang und sie werden ja auch noch ausgebildet. Der Feinschliff kommt dann durch die Reaper.
Die Tipps von den erfahrenen Einheiten passten anschließend ausgezeichnet und man merkt wunderbar, welche Taktiken sie noch zu lernen hatten. Das Detail mit der Müdigkeit, durch die Sonne stärkte die Atmosphäre erneut sehr schön und die kurzen Worte von Reeston zum Abschied waren umwerfend. Er redet nicht viel, sondern arbeitete lieber. =D
Die letzten Worte zwischen Jenni und ihren Eltern waren wieder sehr gut und es ist schön, dass Miss Parker etwas zur Vernunft kam. Auch wenn ich bezweifle, dass das Thema nicht weiter an ihr nagt. Kiaras Worte gaben dem ganzen noch einen gewissen Grad vom Geheimnisvoll und ließ die ersten Gedanken wieder kreisen. ^^ Das Einbinden von Reeston fand ich dann grandios. Ein schönes Geflecht und ich finde es schön wie Reeston nun einen Kontrast hat zwischen Jenni als Soldatin und Jenni als Zivilistin. Ich weiß zwar noch nicht wie, aber ich habe das Gefühl es wird noch eine Rolle spielen. Übrigens fand ich Reestons Charakter hier wieder so… (Na weißt du was ich als Nächstes schreibe? Genau! ^^) … soooooooo geil!!!
Das herauszögern des Gespräches mit Kiara war dann ein schöner Zug von dir, der Neugierde bereitstellt, ebenso wie Jenni sich ein wenig „umsieht“ beim Duschen.
Sie sollte aufpassen, dass sie nicht AUSRUTSCHT. Denn so ein AUSRUTSCHER kann schlimme Folgen habe. (Ich weiß ich bin furchtbar =D)
Enden tust du dann dieses Mal ohne ein absolutes Spannungshoch, was ich durchaus loben möchte. Letztens fühlte es sich nämlich wie ein Schlag in die Fresse an. (In positiver Bedeutung.) ^^
Kritik gibt es an sich von meiner Seite nicht. Rechtschreibung und Grammatik sind im Grunde völlig akzeptabel. Einzig fehlte hin und wieder mal ein Wort. Spontan denke ich da an die Situation mit der Bereichsverteidigung. Die solltest du vielleicht noch einmal überlesen und es wäre noch ein schönes Detail gewesen, wenn du Mister Parkers, damaligen Rassismus mit in die Erinnerung von Jenni, als sie 12 war einbetten würdest. Aber das ist nur ein subjektives Detail. Ansonsten ist es wieder eine fantastische Arbeit, die ich mit großer Vorfreude und Neugierde weiter verfolgen werde.
Vielen Dank
Kieferbruch
zu allererst einmal: „Jede Sekunde dich ich wartete, hat sich ausgezahlt und wenn es etwas länger dauert, dann dauert es halt etwas länger. Es ist dein Hobby und nicht dein Beruf, also ruhig bleiben und die Ewigkeit umarmen.“
Aber ich fang mal an. Da es dieses Mal eine beachtliche Anzahl von Seiten und Wörtern ist, (knapp 20te Seite begonnen und 10514 Wörter) (Nein ich habe sie nicht alle nachgezählt. Soviel Langweile habe ich nicht. ^^) werde ich versuchen mich zu fokussieren. Sollte dabei etwas verloren gehen, tut es mir leid. Und ich bin ehrlich. Ich kann mich nicht so wirklich für ein ausführliches Feedback begeistern. Das hat aber NICHTS mit deiner Arbeit zu tun. Die ist wie so oft großartig! Ich habe lediglich einen dieser Tage, an dem man nicht so recht weiterkommt.
Der Einstieg gelang dir wahnsinnig gut. Man wusste nicht sofort was los war, während sich die Erkenntnis nur langsam zusammensetzte. Die Beschreibung an dieser Stelle war sehr gut und schaffte durch die genaue Beschreibung eine wunderbar beklemmende Atmosphäre. Dass es sich bei der Einheit noch um Jugendliche handelt, wurde durch Deni schön deutlich. Eine nette, wenn auch etwas unsinnige Idee von ihm. Klar im Kino sähe es geil aus, aber in der Realität. Naja. ^^
Eric hast du dann auch super eingebunden. Der Arme war wohlvöllig fertig. =D Besonders gefiel mir der kleine Sprung dahin, dass du noch kurz den Inhalt der Mail erläutertest. Ein sehr schöner Punkt. Besonders der Bezug auf das Gedicht. Ich fand es umwerfend. Ein wundervoller Bezug, der im Grunde eins zu eins passte. Super!!! =D Und ich stimme Jenni zu. Ich bevorzuge auch die aggressiven Engel. Besonders die vier Reiter der Apokalypse. *Vielleicht mal wieder Darksiders 1 installieren…* Egal weiter im Text. Es passt auf jeden Fall sehr gut, da es einen kleinen Einblick darauf gibt, wie Jenni die Schule sieht. Sie ist eher jemand der praktisch ein Problem löst, anstatt theoretisch. Ein schöner Bezug auf ihren Charakter.
Die Ankunft bei den anderen war dann ebenfalls sehr gut. Immer diszipliniert. ^^
Das ihnen dann das eine oder andere Detail noch fehlte, wie zum Beispiel „Keine Waffen“ war noch sehr schön und zeigte, dass selten alles glatt läuft und meist solche Kleinigkeiten hapern.
Der Wegpunkt von Reeston war dann 1A ich liebe den Typen. Das wurde mir schon durch den kleinen Kommentar seinerseits wieder bewusst. Gestärkt wurde es dann noch als Reeston auf sie zutrat. Du gibst ihm so einen geilen Charakter. Wirklich wundervoll! Seinen stolz auf „seine“ Einheit wurde ebenfalls fantastisch deutlich. Der kurze Überblick, über das was das Team noch erwartete, passte exzellent und lieferte einem einen guten Überblick, über das was noch kommt. Die realistische Einschätzung von Reeston passte dabei sehr gut und förderte die Atmosphäre ausgezeichnet. Sie sind gut aber noch nicht die Besten. Noch nicht. ^^
Das Abfangen von Eric passte dann sehr gut und das Einheitswesen in solch einer Hierarchie wurde deutlich. Jeder kriegt mal einen Spaß weg und wird sie später an die Neuen weitergeben. Ein schönes Detail, welches gut zeigte, wie einschüchternd Jenni doch wirken kann. Besonders ihr abschließendes Lächeln verfehlte seine Wirkung wohl nicht. Noch mal und Eric wird erleben warum man Biotiker nicht verarscht. =D
Die Nahkämpfe hast du schön getroffen und man merkt, dass es sie wirklich bis ans Limit treiben soll. Besonders Reestons vorherige Andeutung auf Jenni und ihre Ausbilderin gefiel mir sehr gut. Mal sehen ob Reeston Jenni darauf nochmal anspricht. Ich glaube nämlich nicht, dass die beiden jetzt schon Freundinnen werden. Wenn überhaupt. ^^
Jennis Charakter hast du auf jeden Fall wieder sehr gut hervorgehoben. Man merkt, dass sie Fehler sehr ernst nimmt und immer auf 100% aus ist. Darum gefiel mir die Zweideutigkeit des Endes, des Kampfes (Niederlage/Erlösung) sehr gut. Besonders ihre wilde Art im Nahkampf kam gut zu Geltung.
Der kurze anschließende Bezug auf die einzelnen Eliteeinheiten war dann ebenfalls wunderbar um die Atmosphäre noch etwas mehr zu stärken.
Kommen wir nun zu dem Lachmoment schlechthin =D
Ich habe mich wegeschmissen, als Jennis Mutter ihre Tochter anfuhr. ^^
Ich dachte mir zwar, dass ihre Eltern dort sind, doch mit solch einer wunderbaren Konfrontation und Reaktion habe ich nicht gerechnet. =D
Ein wunderbarer Punkt, welcher für eine super Atomsphäre und ein dickes Grinsen, gefolgt von lautem Lachen sorgte. Joshuas Neckerei passte vorzüglich zu seinem Charakter und Jennis „Versteck“ war brillant gewählt.
Die Mutter hast du umwerfend gut getroffen und auch die Vergleiche oder die „Dominanz“ passten ausgezeichnet. Wer kennt es nicht. Wenn die Mutter sauer ist, stellt man sich ihr nicht in den Weg.
Der Rückblick war wunderbar und zeigt, dass Jenni schon immer eine Kämpferin war. Sie holt sich was sie will, indem Fall die Erlaubnis mitzudürfen und die Informationen, von den einzelnen Truppen. Die Erinnerung war sehr niedlich und ich denke unablässig darüber nach, ob der alte Admiral Hackett war.
Besonders das die Kommandos und all die anderen Elitesoldaten nett waren, war ein exzellentes Detail, welches zeigt, dass unter der Uniform ein Wesen mit Gefühlen steckt. Sehr gut!
Die Diskussion mit Jennis Mutter hast du dann anschließend sehr schön fortgeführt und sehr gute Formulierungen und Standpunkte benutzt. Dass Kiara dann wartete, zeugte dann auch toll von ihrer Liebe zu Jenni. Sie lässt ihre Freundin nicht zurück. Niemals!
Der Sprung zu Shalera und Ivana gefiel mir dann ebenfalls. Ein schöner neuer Blickwinkel, der zeigt, dass Rassismus weit verbreitet ist. In diesem Zusammenhang eine ausgezeichnete Kritik an der Gesellschaft. Hoffentlich klappt es mit den beiden.
Die Formulierung war dabei spannend und es war super, wie sich Shalera Sorgen machte. Sie will auch nur das Beste für ihre Liebste. Enden tust du an diesem Punkt sehr offen und ich glaube ich weiß auch, warum Shalera nur schnell auf Toilette will. ^^
Der erneute Sprung zum Training gefiel mir dann sehr gut. Eine super Idee mit der Aufgabe für dieses Training und auch die Anstrengung kamen exzellent rüber. Die einzelnen Gegner hast du sehr gut mit Stärken und Schwächen versehen und zeigtest deutlich, dass man nur als Team wirklich überleben kann. Natürlich verloren sie, aber man merkt schon deutliche Steigerungen zum Anfang und sie werden ja auch noch ausgebildet. Der Feinschliff kommt dann durch die Reaper.
Die Tipps von den erfahrenen Einheiten passten anschließend ausgezeichnet und man merkt wunderbar, welche Taktiken sie noch zu lernen hatten. Das Detail mit der Müdigkeit, durch die Sonne stärkte die Atmosphäre erneut sehr schön und die kurzen Worte von Reeston zum Abschied waren umwerfend. Er redet nicht viel, sondern arbeitete lieber. =D
Die letzten Worte zwischen Jenni und ihren Eltern waren wieder sehr gut und es ist schön, dass Miss Parker etwas zur Vernunft kam. Auch wenn ich bezweifle, dass das Thema nicht weiter an ihr nagt. Kiaras Worte gaben dem ganzen noch einen gewissen Grad vom Geheimnisvoll und ließ die ersten Gedanken wieder kreisen. ^^ Das Einbinden von Reeston fand ich dann grandios. Ein schönes Geflecht und ich finde es schön wie Reeston nun einen Kontrast hat zwischen Jenni als Soldatin und Jenni als Zivilistin. Ich weiß zwar noch nicht wie, aber ich habe das Gefühl es wird noch eine Rolle spielen. Übrigens fand ich Reestons Charakter hier wieder so… (Na weißt du was ich als Nächstes schreibe? Genau! ^^) … soooooooo geil!!!
Das herauszögern des Gespräches mit Kiara war dann ein schöner Zug von dir, der Neugierde bereitstellt, ebenso wie Jenni sich ein wenig „umsieht“ beim Duschen.
Sie sollte aufpassen, dass sie nicht AUSRUTSCHT. Denn so ein AUSRUTSCHER kann schlimme Folgen habe. (Ich weiß ich bin furchtbar =D)
Enden tust du dann dieses Mal ohne ein absolutes Spannungshoch, was ich durchaus loben möchte. Letztens fühlte es sich nämlich wie ein Schlag in die Fresse an. (In positiver Bedeutung.) ^^
Kritik gibt es an sich von meiner Seite nicht. Rechtschreibung und Grammatik sind im Grunde völlig akzeptabel. Einzig fehlte hin und wieder mal ein Wort. Spontan denke ich da an die Situation mit der Bereichsverteidigung. Die solltest du vielleicht noch einmal überlesen und es wäre noch ein schönes Detail gewesen, wenn du Mister Parkers, damaligen Rassismus mit in die Erinnerung von Jenni, als sie 12 war einbetten würdest. Aber das ist nur ein subjektives Detail. Ansonsten ist es wieder eine fantastische Arbeit, die ich mit großer Vorfreude und Neugierde weiter verfolgen werde.
Vielen Dank
Kieferbruch
Modifié par Kieferbruch, 04 juin 2013 - 07:28 .
#587
Posté 05 juin 2013 - 07:02
Weniger als sonst....? Für ein Feedback ist das immer noch mehr als bündig, auch wenn es nicht so viel ist wie sonst. Die Qualität ist das was zählt und die ist wie gewohnt sehr gut. Ich bin dir wie immer dankbar dafür das du dir die Zeit genommen hast und bin froh das es dir gefallen hat.
Da es kaum Kritik gab bleibt mir auch nicht viel zu sagen, ich werde mir den Teil den du genannt hast noch einmal durchlesen und versuchen ob ich es noch schaffe diese Woche was zustande zu bekommen, denn im Moment hab ich grad iwie n Motivationsloch.... und der Prüfungsstress wird auch langsam mehr, ich werds versuchen, kann aber nichts versprechen.
Freundliche Grüsse Elite.
Da es kaum Kritik gab bleibt mir auch nicht viel zu sagen, ich werde mir den Teil den du genannt hast noch einmal durchlesen und versuchen ob ich es noch schaffe diese Woche was zustande zu bekommen, denn im Moment hab ich grad iwie n Motivationsloch.... und der Prüfungsstress wird auch langsam mehr, ich werds versuchen, kann aber nichts versprechen.
Freundliche Grüsse Elite.
#588
Posté 06 juin 2013 - 09:12
Lass dir alle Zeit der Welt. 
Es ist dein Hobby und nicht dein Beruf.
Es ist dein Hobby und nicht dein Beruf.
#589
Posté 24 juin 2013 - 06:51
Nach gefühlten Äonen habe ich es doch noch geschafft das nächste Kapitel zu vollenden. Nun habe ich Teilprüfung Openair und deren Nachwirkungen überstanden, jetzt heissts noch daumendrücken für die Note. 
Bevor es hier aber noch länger wird beginnen wir doch gleich mit dem Kapitel 36
(mit selbigem Kapitel sind es nun über 400 Seiten^^)
Kapitel
36
Der Duft von knusprig gebackener Panade und pikant gewürztem Reis erfüllte die Kantine, als sie selbige betrat. Der Magen knurrte ihr schon seit einer Weile, was einerseits daran lag, dass sie viel Sport getrieben hatte und andererseits daran, dass die Portionen des Mittagessens nicht gerade übermäßig großzügig portioniert waren. Anders als sie es gewohnt waren, war die Kantine hier wesentlich größer und bereits größtenteils gefüllt. Ganze Tische waren nirgends mehr frei, was sie zwang sich aufzuteilen. Damit verabschiedeten sich die letzten Hoffnungen auf einen entspannten Abend unter Freunden, es eröffneten sich dafür andere Möglichkeiten. Sie konnten neue Kontakte knüpfen, sie hatten durch den Tag nur wenig Zeit gehabt sich mit den anderen Soldaten zu unterhalten. Auch wenn das schwer zu beurteilen war, machten die anderen Einheiten einen ganz anständigen Eindruck. Sie kamen gerade von der Besprechung mit Reeston, selbige hatte nicht nur lange genug gedauert, dass sie die Letzten waren, die zum Essen angetreten waren, sondern auch, dass sie nun mit Platzproblemen zu kämpfen hätten. Der Colonel war auf ihre Leistungen eingegangen, hatte mit ihnen ihre Vorgehensweisen angeschaut, sie kritisiert und ihnen Verbesserungstipps gegeben. Er war dabei ungewöhnlich ernst und streng gewesen, es hatte weder Witze noch andere Späße gegeben. Die Auswertung hatte auch gezeigt, dass sich alle Teile der Einheit vergleichbar geschlagen hatten, jeweils in den ihren Aufgaben entsprechenden Bereichen etwas stärker, in anderen etwas schwächer. Sie wussten, dass sie weniger gut geschossen hatten, als die Turianer, in den Biotiken hinter den Kommandos der Asari gelegen hatten. Die Ergebnisse dieser Einheiten in den anderen Bereichen kannten sie nicht, was einen Vergleich unglaublich schwer machte. „Wo wollen wir uns setzen?“ „Da, wo noch Plätze frei sind“, nahm Thomas Shalera die Antwort auf Ivanas Frage ab. Diese warf ihm einen strengen Blick zu, wusste jedoch, dass er recht hatte und ihre Auswahl nicht mehr wirklich allzu groß war. „Hätte jemand Reeston gesagt, dass er sich beeilen soll, hätten wir das Problem jetzt nicht“, meinte Marcel grinsend, während er an Jenni vorbeiging. Diese sah sich gerade nach einem Platz um, an dem sie mit Kiara, Shalera und Ivana sitzen könnte. Sie hatte das Unterfangen bereits aufgeben wollen, als plötzlich ihr UW blinkte. Nach etwas ungeschickten Balanceübungen des Essenstablettes, konnte sie die Nachricht öffnen. „Sucht ihr nen Platz zum Sitzen?“ Sie hatte den Absender bereits erkannt, las die Worte jedoch noch einmal, um sicher zu gehen, sich nicht verlesen zu haben. Die Asari neben ihr schien ebenfalls erkannt zu haben worum es ging und sah sie fragend an. „Du willst dich aber nicht wirklich zu dem Typ setzen, oder?“ Die angesprochene hatte soeben den jungen Mann entdeckt, der ihr geschrieben hatte. Eric saß am anderen Ende der Kantine, sein UW war noch eingeschaltet und er lächelte ihnen zu. „Wenn wir nicht alle alleine sitzen wollen, haben wir wohl kaum eine Wahl… zu viert wird zwar eng, aber wenn wir ein wenig zusammenrutschen müsste es klappen.“ Bei einem Schritt in seine Richtung fügte sie an „Sieh es doch mal so, wenn wir uns zu ihm setzen, kannst du ihn auf seinen kleinen Streich ansprechen“ ,als sie erkannte, dass Shalera ihr skeptisch hinterherblickte. „Komm schon, es ist ja nicht für immer.“ „Nur so nebenbei, nimm ihn nicht zu hart ran, ich habe ihn schon deswegen in die Mangel genommen.“ „Würd ich doch nie“, antwortete die Asari grinsend. Sie traten an den Tisch und Eric nickte auf die freien Plätze neben ihm. „Sofern ihr denn in meiner Gesellschaft sein wollt“, gab er halblaut von sich. „Na ja, bis wir was Besseres finden, werden wir dich ertragen müssen….“ Mit größter Wonne genossen die Frauen, wie sich der Gesichtsausdruck ihres Kameraden veränderte, das unsichere Lächeln wich erst Erstaunen und dann Entsetzen. Nachdem er ein paar Sekunden geschmort hatte, setzte sich Jenni neben ihn und stieß ihn gegen die Schulter. „Bei dir ist das schon fast zu leicht.“ Es dauerte einen Moment bis Eric verstand, dass sie bloß einen Scherz gemacht hatte. Er begann halbherzig zu lächeln und ließ seinen Blick über die Soldatinnen schweifen, nach kurzem Zögern begann er schließlich. „Wie ist es bei euch eigentlich gelaufen?“ „Nicht schlecht, aber auch nicht gerade super. Man hat sich auch durchgeschlagen“, erwiderte Jenni mit halb vollem Mund. Er und einige andere Soldaten, die ihre Aussage gehört hatten, hoben die Augenbrauen „Du machst Witze oder? Nach dem was ich so von den anderen gehört habe, habt ihr euch mehr als nur “durchgeschlagen.“ Die vier Frauen stellten das Essen ein und warfen ihm fragende Blicke zu „Inwiefern?“, platzte es aus Kiara heraus. „Also ich will jetzt keine Gerüchte verbreiten, aber nach dem was ich gehört habe, habt ihr euch verdammt gut geschlagen, in Anbetracht dessen, wie kurz ihr erst in Dienst seid. Reeston hat wahrscheinlich nur nichts gesagt, damit ihr nicht übermütig werdet. Am Anfang hieß es, ihr werdet nur herkommen, damit die anderen Spezies sehen können, wie weit das Projekt schon ist, nicht weil ihr wirklich qualifiziert wärt. Nun habt ihr es aber geschafft an einigen Punkten ziemlich gut mithalten zu können… besonders die Scharfschützen hätten sich hervorgetan, hab ich gehört…?“ Ivana, der plötzlich die ungeteilte Aufmerksamkeit des gesamten Tisches galt, lief etwas rot an, als sie bemerkte, dass die auffordernde Bemerkung an sie gerichtet war. „Also… wir haben eigentlich nur das getan, was wir immer getan haben…. Das einzige was mir aufgefallen wäre ist, dass wir beinahe die Einzigen mit so schweren Waffen waren. Da die verschiedenen Disziplinen es erforderten die Waffe dauernd mitzutragen und manchmal auch im Stehen zu feuern, hatten die meisten eher leichte Scharfschützengewehre dabei.“ „Was hast du denn für ein Typ verwendet?“ fragte einer der Soldaten am Tisch neugierig. „Ich hab meine Javelin verwendet, die restlichen Leute des “Schwert“ Trupps haben Black Widow oder ebenfalls Javelin Gewehre verwendet.“ Hörbar stolz auf ihre Waffe, sah sie den Soldaten lächelnd an, dieser erwiderte den Blick mit Erstaunen. „Was? Aber die wiegt ja mehr als du!“ „Falls das ein Kompliment sein sollte, danke. Ja, sie ist echt schwer und beim langen Zielen fallen einem bereits nach einer Minute gefühlt die Arme ab, aber die Durchschlagskraft und die Genauigkeit machen das locker wieder wett. Der psychologische Effekt ist auch nicht zu unterschätzen. Wenn du hinter der Deckung hockst und dem Kameraden vor dir plötzlich der Schädel explodiert, weil die Deckung nicht massiv genug ist, um meine Kugel zu stoppen, wirst du nervös.“ Zustimmendes Nicken machte die Runde. „Darf ich ne persönliche Frage stellen? Für euch beide“ Einer der Soldaten deutete auf Kiara und Shalera „Wie war es gegen die Kommandos anzutreten? Also gegen seine eigenen Landsleute? Gegen die so berüchtigten und besten Soldatinnen eures Volkes?“ „Schwer zu sagen, wir haben ja nicht direkt gegen sie gekämpft… aber sie wirkten sehr sympathisch“, antwortete Shalera zwischen zwei Gabeln Reis. „Wie sollte es denn sein? Ihr habt doch auch schon oft gegen Menschen gekämpft, das war für uns nichts anderes. Klar, man hat Respekt, wenn man hört was die Kommandos schon alles geleistet haben, aber das ändert nichts daran, dass sie unsere Konkurrenten sind“, bekräftige Kiara. Die Gespräche kamen trotz widerstreben von Seiten der BDF-Soldatinnen relativ rasch wieder in Gang, Eric war ein guter Redner, er schaffte es sie von ihrem Groll ihm und seinen Leuten gegenüber abzulenken und in eine Diskussion zu verwickeln. Er wusste, dass er sie verärgert hatte, ihm schien jedoch viel daran zu liegen, das wieder gerade zu rücken.
Nach einer Weile, in der sie sich unterhalten hatten und schrittweise immer mehr Soldaten in ihre Schlafquartiere gewechselt waren ,sammelten sich die Soldaten der BDF langsam aber stetig an den freiwerdenden Plätzen, sodass sie sich in immer größer werdenden Gruppen unterhalten konnten. Das sie noch in der Kantine blieben lag nicht daran, dass sie nicht müde waren, sondern daran, dass sie schlicht nicht wussten wo sie hingehen sollten, ihnen waren noch keine Unterkünfte zugeteilt worden. Noch nicht. Reeston war nicht zu erreichen, sein UW war zwar empfangsbereit, aber wahrscheinlich auf passiv geschaltet. Ihn zu suchen war zwecklos, sie hatten nicht überall Zutritt und der Stützpunkt war groß. Bis jetzt hatte das noch niemanden gestört, es war erst knapp zehn Uhr, aber die Müdigkeit kroch ihnen unnachgiebig die Glieder hoch. Eric schien es nicht besser zu gehen, seine Leute waren ebenfalls dabei sich langsam auf den Weg zu machen. Die Gespräche waren mit der zunehmenden Zahl der BDF in unmittelbarer Nähe sowieso zunehmend abgeflaut. Jenni hatte sich noch eine Weile mit Eric unterhalten, sie hatte ihm seinen Streich vergeben…. Zumindest bis sich eine Chance auf Revanche bot. „Auch wenn ich mich gerne noch weiter unterhalten würde, muss ich jetzt gehen, meine Männer sind müde und wenn man ihnen nicht das Händchen hält, können sie nicht einschlafen…“ Er hatte den Satz noch nicht beendet, wurde er bereits mit bösen Blicken und Ausrufen der Empörung überschüttet. Ein Schlag auf die Schulter von dem Soldaten neben ihm brachte ihn zum grinsen „Schon gut, schon gut, war n Witz… na dann sieht man sich morgen.“ „Was tun wir jetzt? Sollen wir etwa hier pennen?“ ,fragte Thomas genervt, kaum waren die anderen aus dem Raum getreten. „Nein, ich schaue mal ob ich den Colonel irgendwo finde…" meinte Jenni.„Kann ich mitkommen? Ich will mir sowieso mal die Beine vertreten“, kam es spontan von Shalera. „Wenn du magst, wieso nicht.“ Die Asari trat zu ihrer Kameradin und die beiden verschwanden im Gang vor der Kantine. Jennis Beine waren erschöpft und ein unangenehmes Kribbeln machte sich in ihren Waden breit. Shalera schien es nicht viel besser zu gehen, ihr war anzusehen, dass sie geschafft war, trotzdem lächelte sie. „Wo sollen wir suchen?“ „Ich habe keinen Plan, ich konnte einfach nicht noch länger tatenlos herumsitzen….“ Jenni war gerade dabei Shalera zu antworten, als eine massige Gestalt um die direkt vor ihr liegende Ecke trat. Dies tat sie mir großer Geschwindigkeit und sehr entschlossen. Um nicht umgerannt zu werden musste sie einen Schritt nach hinten machen. „Pass doch auf wo… Sir, tut mir leid, ich habe sie nicht erkannt.“ Mit geweiteten Pupillen und einem kalten Schauer, der ihr über den Rücken lief, starrte Jenni Reeston an. Dieser stand für einen Moment ebenfalls wie angewurzelt stehen, begann dann aber breit zu grinsen. „Gut das ich dich gerade treffe Parker… es ist natürlich auch schön sie zu treffen Soldatin E`nsila. Ich habe euch, also die BDF, eh gerade gesucht. Ich wollte… ich wollte… Scheiße, was wollte ich nochmal?“ Der Atem des Colonels roch nach Bier und anderem Alkohol… viel Alkohol. Er war nicht betrunken, aber stark angeheitert und grinste die ganze Zeit. Es war schwer mit ihm zu reden, sie wussten beide nicht so recht was sie sagen sollten. „Ähm, Sir ich wollte zu ihnen um mit ihnen…“ „Nein das war es nicht… ach genau“, entfuhr es ihm laut. „Ihr schuldet mir ein Bier…ach was ein ganzes Fass Bier!“, fügte er fast schon euphorisch an. „Denken sie nicht, dass sie schon genug Bier hatten?“, fragte Shalera ziemlich direkt. „Was? Wieso? Ich bin ja nicht betrunken, höchstens etwas fröhlich… jedenfalls jede Einheit hat ja Unterkünfte zugeteilt bekommen. Ich habe vorhin den Zuständigen für diese Einteilung getroffen, wir haben uns gut verstanden und ein wenig miteinander geredet, etwas getrunken…“ Als er an den Blicken der beiden Frauen erkannte, dass er abschweifte, lenkte er sofort ein. „Jedenfalls, da wir euch eigentlich nur einen Tag hierbehalten wollten, nur damit die anderen Spezies sehen konnten, wie weit ihr bereits seit, haben wir rausgefunden, dass ihr keinen Platz mehr habt, beziehungsweise, dass wir keine Schlafräume für euch eingeplant haben. Also kam es zur Diskussion, wir haben gesehen, dass ihr bereit sein würdet hier ernsthaft mitzumachen, also wurde beschlossen, dass ihr beide Tage hier sein werdet. Es gab den Vorschlag, dass ihr entweder in einer Garage oder in einen Besprechungsraum schlafen sollt. Das wäre nicht optimal, da es dort keine Betten gibt. Und jetzt kommts, ich habe es geschafft ihn davon zu überzeugen euch die Offiziersräume, die nicht in Benutzung sind, zur Verfügung zu stellen.“ Nachdem eine Weile nichts geschah, ließ Reeston den Kopf hängen „Nicht mal ein Danke?“ „Doch klar, wir sind ihnen dankbar, aber wir wissen beide nicht genau was sich hinter diesen “Räumen“ befindet, meinte Jenni vorsichtig. „Na die Zimmer der Offiziere, eigene Zimmer zweier oder vierer. Das ist praktisch n Hotelzimmer, das ich euch arrangiert habe.“ Nachdem sich ihnen der ganze Umfang dessen, was ihnen Reeston gerade erzählt hatte erschloss, strahlten sie ihn beide an, aus ähnlichen Gründen, was sie zu dem Zeitpunkt aber noch nicht wussten. „Wirklich? Wie haben sie das geschafft.“ brach aus Jenni hervor. „Ist doch egal, scheiße, ich wusste ja schon immer, dass sie n geiler Typ sind aber…“ die Asari schien hin und hergerissen, einerseits wurde ihr gerade bewusst, dass sie in ihrer Formulierung ziemlich danebengegriffen hatte, andererseits freute sie sich riesig, auch wenn sie sich gut verstanden, war es doch wesentlich angenehmer nicht mit allen im selben Zimmer zu sein. Besonders da sie bereits eine Chance sah zumindest etwas Zeit mit Ivana verbringen zu können. Nachdem sie einen Moment gezögert hatte, legte sie ihre Hand auf seine Schulter und schüttelte ihn vorsichtig „Ich schätze wir schulden ihnen wirklich ein Fass Bier. Wenn wir das nächste Mal was trinken gehen, geben wir ihnen alle einen aus.“ „Danke, ein eigenes Zimmer ist dann schon besser als eine Garage.“ „Na also, ich wusste es würde euch freuen, die Zimmer liegen im zweiten Stock Zimmer acht bis dreiundzwanzig, ich muss jetzt aber wieder, wir haben noch einiges zu besprechen, wegen des morgigen Tages.“ Mit diesen Worte drehte er sich grinsend um, klopfte Jenni auf die Schulter und ging, konzentriert darauf gerade zu gehen, den Gang entlang. Mit fragenden Blicken sahen sich die beiden Frauen an, was gerade passiert war erschien beiden sehr fraglich. Hatte er gerade die Wahrheit gesagt oder würden sie plötzlich in noch besetzte Zimmer treten, wenn sie seinen Anweisungen folgten. „Denkst du das stimmt?“, fragte Jenni genau in dem Moment, in dem Shalera den Mund geöffnet hatte, um sie dasselbe zu fragen. Ein Schulterzucken gefolgt von einem „Hoffen wir’s“, war ihre Antwort.
Der Weg zurück war nicht weit, sie waren kaum aus der Kantine getreten, als sie bereits an Reeston getreten waren. Kurz bevor sie wieder bei der Tür angekommen waren, sprach Shalera sie an. „Jenni ich…“, sie trat vor ihre Kameradin, um ihr den Weg auf den letzten paar Meter des Ganges zurück in die Kantine zu versperren. Nach einem kurzen Blick über die Schulter, um sicherzugehen, dass sie niemand belauschte, fuhr sie halblaut fort. „Ich muss dich um einen Gefallen bitten.“ Als würde sie auf eine Reaktion ihrerseits warten, sah sie Jenni einen Moment lang schweigend an, bevor sie sichtlich angespannt fortfuhr. „Es geht um die Zimmer… Reeston hat ja gesagt, dass es verschiedene gibt…“ „Ja“, antwortete die junge Frau unnötigerweise auf die rhetorische Frage ihrer Kameradin. „Du bist unsere Anführerin, es steht also dir zu die Verteilung vorzunehmen…“ Es war offensichtlich, dass sie etwas auswich. „Jetzt sag schon, schämst du dich etwa es mir zu sagen?“ Shalera winkte sofort ab „Nein, natürlich nicht. Es geht mir darum, ich möchte, dass du mich in ein Zweier…“ Augenblicklich schoss Jenni ein breites Grinsen ins Gesicht. „Aha, du möchtest ein Zweierzimmer… hm ich kann mir gar nicht denken warum… hat das vielleicht etwas mit den verdorbenen Blicken zu tun, die ihr beide schon den ganzen Tag austauscht?“, fiel sie ihr ins prustend ins Wort. „Jetzt übertreib mal nicht… aber ja, ich habe mit ihr über unsere Beziehung geredet und das hier wäre die optimale Gelegenheit für einen nächsten Schritt.“ Shalera war nie sehr schüchtern gewesen und nachdem sie die Frage ausgesprochen hatte, war sie wieder ganz die alte. „Einen weiteren…? Wie weit seid ihr denn schon?“, fragte sie vorsichtig, schließlich war das ein sehr privates Thema. Shalera lächelte sie an „Ich habe letztes Wochenende bei ihr geschlafen… aber sie war sehr zurückhaltend.“ Jenni lächelte, sie konnte sich noch gut an den Anfang ihrer Beziehung erinnern. „Ach so… ich wusste doch schon immer, dass du ein verzogenes Mädchen bist. Überstürz es einfach nicht, du solltest ihr einfach genug Zeit lassen.“ Sie sprach die Worte sehr zurückhaltend, es sollte kein Vorwurf sein, eher ein freundschaftlicher Rat. „Ich weiß, ich will sie zu nichts drängen, höchstens einen sanften Stupser in die richtige Richtung“, meinte sie mit unschuldigem Lächeln. Sofort trat sie zur Seite, damit ihre Freundin weitergehen konnte, was selbige auch sofort tat. „Komm, die Anderen wollen das sicher auch wissen“, meinte sie. Sie überwanden den letzten Teil des Weges beide schweigend, die Vereinbarung ihre Kameraden etwas auf die Folter zu spannen, war stillschweigend getroffen worden. Sie setzten sich wieder an den Tisch, an dem sie viele fragende Blicke empfingen. Jenni grinste innerlich breit, Neugier und Ungeduld standen ihren Freunden ins Gesicht geschrieben. Nachdem diese merkten, dass die Beiden nicht von sich aus erzählten, was sie erfahren hatten, prasselte ein ganzer Schwall Fragen auf sie ein. Sie umgingen selbige einen Moment lang, bevor sie antworteten. „Also, hört mal alle zu, ich will das hier nicht hundert Mal erzählen müssen… und hört gut zu, ich will hier nicht rumbrüllen. Wir sind vorhin im Gang an Reeston herangelatscht, er schien schon ziemlich heiter. Fakt ist, wir schulden ihm jetzt ein Fass Bier. Warum? Na ja, wir werden jetzt nicht in einer Garage schlafen müssen, wie einer der Zuständigen vorgeschlagen hatte, sondern dürfen es uns in den Offiziersgemächern bequem machen… zumindest in einigen davon. Es wird nicht ganz reichen, weshalb einige sich ein Zimmer zu dritt oder zu viert teilen müssen…“ Ohne ihren Zuhörern die Chance zu geben irgendetwas sagen zu können, sprach sie sofort weiter. „Bevor ihr euch gleich streitet, wie die Zimmereinteilung aussieht, wir haben…. 15 Räume zur Verfügung… sechs Viererzimmer und neun Zweierzimmer. Es reicht also knapp, einigt euch wer welche Zimmer bekommt, zwei der Zweierzimmer sind jedoch schon besetzt.“ Das dankbare Lächeln in Shaleras Gesicht entging Jenni nicht. Der Rest ihres Trupps war noch mit der Verarbeitung der Informationen beschäftigt, die sie gerade erhalten hatten. Allmählich brachen Diskussionen aus, die schnell in einem chaotischen Durcheinander untergingen. Es dauerte eine ganz Weile, bis sich alle geeinigt hatten, diese Zeit hatte Kiara genutzt um etwas näher an ihre Liebste zu rutschen und sie mit verspieltem Blick zu fragen, ob der zweite Platz in ihrem Zimmer noch zu haben sei. Mit einem vielsagenden Lächeln als Antwort wartete sie ungeduldig darauf, dass sie die Zimmer beziehen konnten.
Ein Blick auf ihr UW verriet, dass es bereits halb elf war. Sie würden nicht übermäßig viel Schlaf bekommen, aber das war im Moment egal, die Betten sahen viel zu gemütlich aus, um bereits wieder ans Aufstehen zu denken. „Ah, herrlich. Die Matratzen sind viel weicher, als die bei uns.“ „Aber auch ziemlich schmal…“ warf Ivana ein, als sie vor ihr Bett trat, Shalera hatte sich sofort auf das ihres fallen lassen, als sie eingetreten waren. Die gesamte Einheit hatte sich nach Einigung wer mit wem welches Zimmer bezieht relativ rasch in selbige zurückgezogen. „Na dann ist es viel kuschliger“, säuselte die Asari, als sie hinter ihre Freundin getreten war und ihre Arme legte und ihr einen Kuss in den Nacken gab. Diese drehte sich zu ihr um, ein neckisches Lächeln wanderte auf Shaleras Gesicht. Ivana legte ihre Hände auf die Unterarme der Asari und streichelte sanft mit ihren Daumen darüber. „Ist da jemand liebesbedürftig?“ Ihre Worte klangen sanft und ruhig. „Mhm“, erhielt sie als Antwort, während sie ihre Lippen auf die der Asari drückte. Shalera brachte bereits nach wenigen Sekunden ihre Zunge ins Spiel, was Ivana guthieß und ihr gleichtat. Als der Kuss jedoch noch intensiver und die Hände der Asari neugierig wurden, stockte sie einen Moment lang. Als würde ihr ein Rinnsal kalten Wassers der Wirbelsäule entlang über den Rücken kriechen, ging ihr ein zwiespältiger Schauer durch den Körper. Ein Teil von ihr Wusste, was kommen würde, wenn sie Shalera machen ließ. Die Frau, die ihr direkt gegenüber stand gehörte zwar nicht ihrer Spezies an, aber sie schien den Körper einer menschlichen Frau trotzdem besser zu kennen, als sie selbst. Sie hatte immer so selbstsicher gewirkt, jeder ihrer Berührungen hatte sich gut und gekonnt angefühlt. Seit sie Shalera kannte, hatten sie schon viel Zeit miteinander verbracht, wenn auch etwas eingeschränkt, durch die Allianz. In all dieser Zeit war sie immer unsicher gewesen, wenn sie die Asari berührt hatte, stets selbstkritisch, ob ihr Handeln auch richtig war und ob sie alles richtig machte. Wenn sie einen Schritt machen wollte, aber sich nicht traute, kam sie ihr immer entgegen, um ihr zu helfen und trotzdem bleib ein Teil von ihr skeptisch und versuchte zu verhindern was geschehen würde, wenn sie ihr die Kontrolle vollends überließ. Sie entzog sich ihrer Freundin sanft als deren Fingerkuppen sich einen Weg unter ihr Oberteil suchten. „Nur nicht so hastig, ich werde dir nicht weglaufen…“ Shalera biss sich verspielt auf die Unterlippe mit erwartungsvollem Blick. „Wenn ich von der Toilette zurückkomme, gehöre ich ganz dir.“ Mit diesen Worten löste sich Ivana vollends von Ihrer Liebsten und machte sich auf den Weg ins Bad. Ihre Schlanke, sich geschmeidig bewegende Figur verschwand nach wenigen Sekunden hinter der weißen Tür auf der linken Seite des Zimmers. Shalera ließ sich auf ihr Bett fallen. Sie war total angespannt, ihr Körper schien willkürliche Signale zu senden. Sie hatte Ivana schon immer interessiert angesehen und bereits seit einer Weile selten ohne Hintergedanken, sie war dabei aber selten so angespannt gewesen wie jetzt. „Bleib ganz ruhig, sie ist gleich wieder da, versaus also nicht!“ Sie biss sich auf die Unterlippe beim Gedanken an die zarte Haut und den Geruch von Ivana. Diese hatte sich, kaum hatte sie die Tür hinter sich geschlossen, mit dem Rücken an selbige gelehnt. Durch ihren Kopf schwirrten tausend Gedanken. Sie liebte Shalera aufrichtig und sie wusste, dass ihre Freundin auch körperlich großes Interesse an ihr hatte. Obwohl sie anfangs komplett gegen solch eine Beziehung gewesen war, fühlte sie sich nun zu ihr hingezogen. Sex war für sie noch immer ein sehr heikles Thema, sie hatte zwar gesagt, dass sie ihre Religion abgelegt habe, aber sie hing immer noch wie ein Schatten der Vergangenheit über ihr. Sie war lange so erzogen worden und musste nun erst mal davon loskommen. Das Shalera so offen war, war dabei sehr hilfreich, sie konnte sie fast immer den ersten Schritt machen lassen. Diesmal schien sie aber ungewöhnlich stürmisch zu sein. Ivana hätte nicht genau sagen können, ob sie nervös war oder sogar ein wenig Angst hatte, vor dem was die Asari mit ihr machen wollte. „Bleib ruhig, sie hat dich schon immer angemacht, wo sie nur konnte, du bildest dir das nur ein. Sie wird dich zu nichts zwingen oder dir wehtun. Du hast dir schon so oft vorgenommen es wenigstens zu versuchen? Es mag ja falsch sein, aber sie ist einfach so… zärtlich. Gott wieso machst du es einem so schwer zu widerstehen?“, flehte sie innerlich. Angespannt und erwartungsvoll setzte sie sich auf die Toilette, schon bald würde sie mehr wissen.
Ein letzter Atemzug, bevor sie das Zimmer wieder betrat, ihr Herz klopfte schneller. Wie von selbst glitt die Tür auf und der Schlafraum tat sich vor ihr auf. Der Anblick einer blauen Schönheit, nur gehüllt in ein schwarzes Allianzhöschen und einem Grauen BH. Sie lag ausgestreckt und seitlich auf ihrem Bett, das obere Bein leicht angezogen und lächelte Ivana neckisch an. „Du willst dich schon schlafen legen? Schade dann muss ich wohl auch schlafen gehen….“, meinte Ivana provokativ, während sie auf Shalera zuging. „Auf keinen Fall… zumindest nicht ganz alleine“ ,antwortete die Angesprochene. Als Ivana noch ein paar Schritte vom Bett entfernt war, kniete sich die Asari auf die Bettkante. Sie küssten sich innig, Ivana legte ihre Hände auf die Hüften ihrer Gegenüber, während diese sich daran machte sie auf den Hals zu küssen. Die weichen Lippen auf ihrem Hals und die Finger, die sich ihren Rücken entlang unter ihrem Oberteil nach oben schoben, ließen einen wohligen Schauer durch ihren Körper fahren. Im nächsten Moment konnte Ivana fühlen, wie sich das Zimmer um sie herum zu drehen begann. Ein seltsames Kribbeln machte sich in ihrem Schoß breit, als sie mit dem Rücken auf der Matratze zum liegen kam. Shalera hatte sie auf das Bett gezogen und beugte sich nun über sie. Ein weiterer Kuss hinderte Ivana daran etwas zu sagen, doch das war ihr eh lieber in dem Moment. Vielleicht hätte sie ja etwas Dummes gesagt und Shalera vor den Kopf gestoßen. Sie hatten sich schon oft geküsst, nicht selten auch wie jetzt mit Zunge, aber diesmal war es etwas anders. Nach einigen Sekunden lösten sie sich voneinander, doch Shalera setzte sofort zum nächsten Kuss an und wanderte langsam ihren Hals runter. Als sie sich daran machte Ivana ihr Oberteil ausziehen, spannte sich diese an „Du bist ja heute ein richtiges Tier.“ „Nicht alles Animalische in unserer Spezies ist der Zivilisation gewichen…“, bekam sie als Antwort. Ein Teil von ihr sträubte sich gegen die Handlunge ihrer Freundin, doch sie unterdrückte diese Gefühle, schließlich hatte sie sich selbst versprochen es wenigstens zu probieren. Shaleras Hände waren geschickt, anscheinend mühelos schälten sie ihren Körper aus dem Oberteil. Bevor sie weiter nachdenken konnte, spürte sie bereits einen warmen Atemstoß auf Höhe ihres Brustbeines. „Was tust du denn da?“, fragte sie leise. „Ich möchte deinen BH öffnen, wenn du nichts dagegen hast?“ Die Frage war rhetorisch gemeint, sie hatte bereits damit begonnen Ivanas Brüste zu streicheln und war nun damit beschäftigt das störende Kleidungsstück zu entfernen. Es kostete Ivana doch schon einen Haufen Überwindung das über sich ergehen zu lassen, nicht weil es sich schlecht anfühlte, ganz im Gegenteil, es fühlte sich großartig an und genau das erschien ihr falsch. Ihr Körper reagierte auf die Berührungen der Asari mit der Freisetzung von Adrenalin und diversen anderen Botenstoffen, sie war erregt, nervös und angespannt. „Entspann dich, es wird dir gefallen“, wurde ihr von ihrer Liebsten zugeflüstert, die ihre Anspannung anscheinend bemerkt hatte. „Mhm“, presste sie hervor. Als würde Lava ihren Hals hochsteigen, spürte sie die Hitze ihrem Körper hochsteigen. „Wieso tust du das?!“, schrie sie ihren Körper innerlich an, als dieser sich anzufühlen begann, als stünde sie in Flammen. Als Shalera sie anlächelte und ihr den letzten Stoff, der ihren Oberkörper verhüllte, langsam auszog, hielt sie es nicht mehr aus und griff mit einer Hand nach ihrem BH um diesen an Ort zu halten und mit der anderen nach einem der Handgelenke ihrer Freundin. Diese heilt sofort inne und sah sie verwundert an. Als Ivana das bemerkte ließ sie ihren Arm los und sah sie flehend an. „Ganz ruhig, unter der Dusche schämst du dich doch auch nicht?“ Nun war die Hitze plötzlich verflogen die sie gerade eben übermannt hatte und sie fühlte sich lächerlich für ihr Handeln. „Kannst etwas langsamer machen, das ist alles noch so neu für mich…“, meinte sie als Rechtfertigung. Shalera lächelte sie an und löste ganz vorsichtig ihre Hand von dem BH. Im Körper der Asari brannte ein Feuer der Lust, sie konnte sich kaum mehr zügeln. Es war ihr schon lange schwer gefallen ruhig zu bleiben. Sie hatte immer Rücksicht auf Ivana genommen, sich immer gezügelt, um sie nicht zu bedrängen, war es denn so falsch, wenn sie erwartete, das sie mal etwas Rücksicht auf ihre Bedürfnisse nahm? Als der dünne samtige Stoff entfernt war und Ivanas Brust entblößte, kehrten die Gefühle zurück, als würde es sie als nächstes zerreißen. Eine andere Frau hatte sie ausgezogen und streichelte sie nun an intimen Stellen, ihre Eltern würden ausrasten, wenn sie davon wüsste. Ein Schock, vergleichbar mit einem Stromstoß ,ging durch ihren Körper, die Hand der Asari, die gerade nicht an ihrer rechten Brust lag, war an ihre Leiste gewandert und streichelte sie dort, während Shaleras Lippen Ivanas Knospe umschlossen. Es war für sie das erste Mal überhaupt das sie jemand so berührte, sie hatte bisher weder mit Frauen noch mit Männern Erfahrungen sammeln können. „Stopp“ ,stöhnte sie eilig. Shalera ließ von ihr ab. „Habe ich was falsch gemacht?“ fragte sie erschrocken. „Nein…“ Beim Versuch sie auf den Hals zu küssen, wurde sie von Ivana abrupt gestoppt. „Stopp!“ kam es diesmal entschlossener. Die junge Frau richtete sich auf und bedeckte ihre Blöße mit ihrem Unterarm. Die Pupillen beider Soldatinnen waren geweitet, wenn auch nicht aus den gleichen Gründen. Nach kurzem stottern weil ihre ersten Versuche zu sprechen schiefgegangen waren, gelang es Shalera wieder klar zu sprechen. „Es tut mir leid, ich… ich hätte dich nicht bedrängen sollen.“ Die Entschuldigung ging an der Aufgebrachten Ivana in dem Moment vorbei „Ja, das wäre vielleicht besser gewesen“, meinte sie mit zurechtweisendem Unterton. „Ich wollte nur… nein, es war einfach falsch von mir, ich habe meine eigenen Bedürfnisse über deine gestellt… ich sollte mich jetzt besser hinlegen. Ich hoffe du kannst mir vergeben.“ Die Asari fühlte sich in dem Moment so einsam und hohl, wie schon seit langem nicht mehr. Die Lust und das unbändige Verlangen waren auf einen Schlag verstorben. Der geschockte, fast schon panische Ausdruck in Ivanas Augen und das Wissen selbst dafür verantwortlich zu sein, hinterließ schreckliche Gefühle. Eilig hob sie ihre Sachen auf und ging zu ihrem Bett am anderen Ende des Raumes, ohne sich noch einmal umzudrehen, legte sie sich mit dem Gesicht von Ivana abgewandt hin und zog sich die Decke bis zum Hals hoch. Der Puls der Menschlichen Frau war wieder etwas heruntergekommen, sie wusste nicht so recht was sie machen sollte. Da ihr nichts Schlaueres einfiel, zog sie ihren BH wieder an sah kurz zu Shalera rüber. Sie wollte sich entschuldigen, ihre Freundin musste sich schrecklich fühlen, aber sie fand die Worte nicht. Ein grausames Gefühl der Hilflosigkeit drohte sie zu Überwältigen.
Mehrere Minuten war in dem Raum absolut nichts zu hören gewesen, mit angezogenen Beine war sie dagesessen und hatte gehofft ihre Freundin würde sich wieder zu ihr drehen, wenigstens um ihr eine gute Nacht zu wünschen, doch dieser regte sich nicht. Zweifel nagten unablässig an ihr. Sie fühlte sich so leicht und beschwingt, wahrscheinlich waren das die “Schmetterlinge im Bauch“, die ihre Mutter im Zusammenhang mit der ersten Liebe erwähnt hatte, wenn sie ihn Shaleras Nähe war. War das Liebe? Liebte sie Shalera? Oder wollte sie das nur und ihr Körper versuchte ihr zu zeigen, dass sie sich selbst belog? Sie war erregt gewesen, ganz ohne Zweifel. Sie empfand eine Asari, die deutlich weibliche Reize hatte, anziehend, das sprach für Zuneigung zum eigenen Geschlecht, aber war es wirklich Liebe oder doch nur unanständige Lust? Die schiere Masse der Fragen auf die sie keine Antwort fand, brachte sie an den Rand der Verzweiflung, sie musste eine Antwort finden und zwar jetzt. Sie beschloss die Augen zu schließen einmal tief durchzuatmen und einen Blick zu wagen, ihre Gefühle würden ihr schon sagen, wie sie sich entscheiden musste. Bis zu dem Punkt an dem sie die Augen schloss, klappte der Plan, dann geriet sie jedoch ins Stocken, die Bilder ihrer Liebsten ,wie sie sie küsste, die Erinnerung an ihren ersten Kuss liefen noch einmal vor ihr ab. Ihre Berührungen, ihr Geruch, und ihre freundliche Art… ihr wurde klar, dass Shalera sie wirklich liebte. Sie hatte ihr Zeit gelassen, um sie nicht zu bedrängen, aber sie hatte jeden ihrer Versuche sie vorsichtig in die richtige Richtung zu lenken sofort im Keim erstickt, ihr gar nie die Chance gegeben es zu probieren. Sie schuldete ihr zumindest eine Entschuldigung. Auf leisen Sohlen trat sie durch den Raum, sie konnte die Kälte des Bodens unter sich spüren, als sie barfuß auf ihre Freundin zutrat. Sie schlief nicht, dafür war ihr Atem zu schnell und unregelmäßig, sie hielt die Augen aber geschlossen, wahrscheinlich aus Angst ihr noch einmal in die Augen sehen zu müssen. „Shalera, ich möchte mich entschuldigen ich habe eben falsch reagiert, du hast es nur gut gemeint.“ „Nein, ich war selbstsüchtig, und wollte meinen Willen durchsetzen obwohl du mich gebeten hast aufzuhören“, gab die Asari leise von sich, ohne die Augen zu öffnen. „Nur weil ich dich dazu gezwungen habe, aber wenn es du es so empfindest, verzeihe ich dir. Ich möchte dich nicht verlieren.“ Nun bewegte sich Shalera ein wenig, sie warf ihrer Freundin ein Blick über die Schulter zu. „Bist du dir da sicher? Es gibt bessere als mich.“ Ivana, die sich auf die Bettkante gesetzt hatte küsste sie nun auf den Nacken. „Vielleicht, aber die will ich nicht, ich will dich.“ Als sie sah, dass Shalera ihr Gesicht noch tiefer in ihr Kissen vergrub, fragte sie besorgt. „Hei, alles ok? Was ist denn los, sieh mich bitte an“ Nach kurzem Zögern sah Shalera sie schuldbewusst an. „Mein Körper… er hört nicht darauf was ich ihm sage, ich will dich nicht bedrängen…“ Ivana verstand was die Asari sagen wollte, der Stoff an ihrem BH war nicht sehr dick, weshalb sich Details abzeichneten. „Und…?“ fragte sie dennoch provokativ. „Ich möchte dich küssen, habe aber Angst zu weit zu gehen“, meinte sie mit abgewandtem Blick. „Keine Sorge, ich werde dich nicht wieder dermaßen anfahren… und einen Kuss von einer so schönen Asari hätte ich noch nie verschmäht.“ Sie beugte sich zu ihr vor und küsste sie auf den Mund, als diese ihr durch eine Drehung ihres Kopfes die Chance dazu gab. Ivana konnte das inbrünstige Verlangen ihrer Liebsten förmlich spüren und so sehr sie sich auch zu widersetzen versuchte, so gab es doch etwas was sie dazu drängte dieses Verlangen zu ergründen, auf die Gefahr hin etwas zu erleben, was ihr nicht gefiel, wollte sie das Tor aufstoßen, das Shaleras Gefühle zurückhielt. Da Shalera keine Initiative zu zeigen schien, gab sie sich einen Ruck, drehte ihren Kopf etwas und ließ ihre Zunge zu der der überraschte Asari wandern. Diese erwiderte ihre Zärtlichkeiten nach einem Augenblick zögerlich. Sie war keine Führerin, zumindest nicht hier. Ivana wusste zwar grundlegend wie Sex zwischen Frauen funktionierte, aber nun gab es tausend Dinge auf die sie scheinbar achten musste. Wo, wie und wann musste sie ihre Liebste berühren? Machte sie es richtig? Würde Shalera ihre Berührungen gefallen?“ Mit etwas zittrigen Fingern berührte sie seitlich den Thorax der Asari. Damit dies einigermaßen vernünftig ging, hatte sie sich auf die Matratze über ihre Freundin gekniet. Diese hatte sich mittlerweile auf den Rücken gedreht und drückte ihren Oberkörper mit ihren Armen nach oben. „Ist das eine Aufforderung?“, schoss es durch ihren Kopf. Ohne ihr lange Zeit zum nachdenken lassen, übernahm ihr Körper die Kontrolle und folgte seinen Gefühlen. Ivana war unglaublich nervös und angespannt, sie konnte sich erst an ein Erlebnis erinnern, an dem sie die Brüste einer anderen Frau berührt hatte… Damals war sie gerade sechzehn geworden und mit einer Freundin zum Einkaufen gegangen.
Sie hatten sich vor einem Einkaufszentrum verabredet, um dort neue Kleider zu kaufen. Schuhe und ein paar andere Kleidungsstücke hatten sie bereits gekauft, als Ivanas Freundin sie in die Abteilung für Unterwäsche führte. Sie hatte damals noch keinen großen Wert auf das Aussehen ihrer Unterwäsche gelegt, schließlich wollte sie sie ja nicht in aller Welt herumzeigen. BH und Slip mussten bequem sein, weshalb sie fast ausschließlich auf Form bzw. Model geachtet hatte. Plötzlich hatte sie vor ganzen Regalen verschieden geschnittener und manchmal filigran, teil sündig knapp und auffordernd geformten Unterwäsche gestanden. Ihre Freundin hatte sofort angefangen Modelle auszusuchen, die ihr gefielen, während sie etwas verloren dastand und sich einige Produkte ansah. „Und hast du schon was gefunden? Ich geh mal schnell das hier anprobieren.“ Ivana hatte mit einem Kopfschütteln auf die Frage ihrer Freundin geantwortet. Sie hatte sich beobachtet gefühlt, es waren Frauen verschiedener Altersstufen anwesend gewesen, sie schien jedoch die jüngste zu sein. Nach einer Minute, in der sie sich noch immer für keines der Modelle hatte entscheiden können, trat sie zu einem anderen Regal, in dem weniger aufreizende Varianten angeboten wurden, sie hatte sich gerade etwas geschnappt, das ihr zusagte, als ihre Freundin wieder zu ihr trat. „Viel zu Prüde, du musst dich etwas öffnen… komm mit.“ Sie schnappte ihre Hand und zog sie zurück zum Regal von vorhin. „Hm…. das wär doch was?“ Sie holte einen dunkelroten Slip heraus, er war wesentlich knapper geschnitten, als das was sie normalerweise trug. „Das hier passt dazu.“ Sie wurde vor die Umkleide geschleift und dort aufgefordert die neuen Kleider anzuprobieren. „Und?“ hatte ihre Freundin gefragt, als sie nach kurzem nichts von ihr gehört hatte. „Sowas kann ich doch nicht anziehen, da sieht man ja durch.“ Von draußen konnte sie ein lautes kichern hören „Ja an manchen Stellen schon, aber das was verdeckt werden soll wird ja verdeckt, oder etwa nicht?“, kam es als Antwort auf ihre empörte Aussage. „NEIN, das ist alles viel zu knapp, ich fühle mich total nackt in den Dingern.“ Eilig zog sie wieder ihre alten Sachen an, als sie heraustreten wollte, stand ihre Freundin bereits mit etwas neuen vor der Kabine. „Dann probiere dass mal, das ist ein Einteiler, vielleicht liegen dir die ja mehr.“ Mit leisen seufzen trat sie zurück in die Kabine, was sie sah widerstrebte ihr bereits, es war kaum Stoff an dem Kleidungsstück. Um den Kommentaren und Sticheleien ihrer Freundin zu entgehen, machte sie sich trotzdem daran es zu probieren, was sich jedoch als ziemlich schwer herausstellte. „Mist“ stöhnte sie, als sich der Verschluss hinter ihrem Rücken nicht schließen ließ „Ich kann es nicht zumachen… zu schade“, seufzte sie mit sarkastischem Unterton. Sie fuhr zusammen, als jemand plötzlich am Vorhang vorbei zu ihr hinein schlüpfte. „Warte, ich helf dir.“ Erschrocken darüber, dass ihre Freundin einfach so zu ihr hineingetreten, war drehte sie sich sofort ab. „Ganz ruhig, ich guck dir nichts weg… also wo kriegst du es nicht zu?“ „Hier“ Ivana versuchte den Verschluss hinter ihrem Rücken zu schließen, schaffte es jedoch nicht, da die Riemen dafür zu kurz waren. „Kein Problem, du musst es nur hier etwas lösen…“ Sie griff vorsichtig zu dem dünnen Band zwischen ihren Brüsten. Der Einteiler bestand aus zwei Streifen, die von dem Ansatzpunkt bei ihrem Steißbein nach vorne liefen, sich knapp über ihrem Schoß teilten, dem Becken entlang zu ihren Seiten, hinter ihrem Rücken hoch, vor ihren Brüsten durch verliefen, sich dort überkreuzten und hinter ihrem Nacken wieder zusammenliefen. Der Streifen zwischen ihren Brüsten sollte verhindern, dass die Bänder nach außen wegrutschten, dazu ließ er sich verlängern oder kürzen. Ivana blieb stocksteif stehen, die Berührungen ihrer Freundin waren ihr unangenehm. „Na also, du siehst heiß aus, das musst du unbedingt kaufen… ich probiere noch schnell das hier an, die anderen Garderoben sind eh besetzt.“ Die gerade frisch eingekleidete drehte sich zum Spiegel, der weiße, eng anliegende Stoff schmeichelte ihrer Figur sehr musste sie zugeben, aber ihr Vater wäre außer sich, wenn sie so zu Hause rumlaufen würde. „Das kann ich nicht, meine Eltern sperren mich in ein Internat, wenn ich sowas anziehe.“ „Dann zieh es halt nur auswärts an… kannst du mir schnell helfen? Ich will mal wissen wie so einer mir stehen würde, stellst das Band vorne bitte schnell ein?“ Die junge Frau die vo Ivana stand war gerade dabei ihre Haare wieder zurecht zu rücken wesshalb sie ihre Kameradin fragte ihr zur Hand zu gehen. Ivana nickte, zögerte aber etwas, bevor sie nach der kleinen Schnalle vor dem Brustbein ihrer Freundin griff. Diese klemmte etwas weshalb sie ziemlich stark daran ziehen musste. Dass sie dabei ihre Hände auf den Brüsten ihrer Freundin abstützte, bemerkte sie nach ein paar Sekunden, sie nahm ihre Hände sofort von ihr weg und war dankbar, dass sie nichts sagte.
Shalera hatte die Augen geschlossen und den Kopf zur Seite gelegt, als Ivana sie auf den Hals geküsst hatte. Sie streichelte sanft über den Oberkörper der Asari, etwas hilflos tasteten sich ihre Finger an den BH ihrer Liebsten heran, sie traute sich nicht recht sie auszuziehen, weshalb sie sie vorsichtig durch den Stoff zu massieren begann. Shalera blickte ihr tief in die Augen, die beiden funkelnden Saphire, die sie anschauten, strahlten vor Freude, trugen aber auch Besorgnis in sich. Sie ließ sich auf die Matratze sinken und legte ihre Arme um Ivana „Bist du sicher, dass du das hier auch für dich selbst willst und nicht nur für mich?“ Ihr Gegenüber bejahte mit einem Nicken „Ja, ich weiß was meine Gefühle für dich von mir verlangen und ich möchte ihnen gerne eine Chance geben… ich weiß aber nicht genau wie, das hier ist mein erstes mal…“ Sie warf ihr einen bittenden Blick zu „Könntest du es mir wohlmöglich zeigen?“ „Wirklich? Wenn du das möchtest, gerne…“ Shalera richtete sich auf, sodass sie beide voreinander knieten. „Ich hätte nicht gedacht, dass mir die Ehre gebührt dich zur Frau zu machen…“ „Ich wüsste niemanden mit dem ich das lieber täte.“ Nach einem langen liebevollen Kuss fragte sie. „Möchtest du deinen BH ausziehen?“ Gehorsam folge Ivana der Anweisung ihrer Liebsten und streifte das Kleidungsstück ab. Shalera legte ihre Hände an ihre Seiten und ließ sie langsam an ihr hochwandern. Ihr Blick sprang dabei immer wieder zu Ivanas Gesicht, damit sie beim kleinsten Anzeichen von Unbehagen reagieren konnte. Sie konnte erkennen, dass sie immer noch nervös war, diesmal aber weniger als vorhin. „Möchtest du mir auch aus meinem helfen…?“ Nachdem Ivana ihren Oberkörper entblößt hatte, begann die Asari vorsichtig deren seidige Haut und ihre Knospen zu streicheln „Du hast schöne Brüste… darf ich?“, fragte sie, nachdem sie sich ein wenig auf sie zubewegt hatte. „Mhm“ bekam die Gefragte hervor, ihr Geist schien mit der Situation überfordert, sie brachte es jedenfalls kaum mehr zustande logische Gedanken zu fassen. Ivana zuckte ein wenig zusammen, als sie den sanften Druck auf ihrer Haut spürte. Shalera machte sich mit Lippen und Zunge an ihren Brüsten zu schaffen. Noch nie hatte sie solche Berührungen gespürt, sie fühlten sich viel intensiver an, als ihre eigenen. Um das Kribbeln in ihrem Schoß zu linder, presste sie ihre Oberschenkel zusammen, doch das nützte auch nicht viel. Nach kurzer Zeit konnte sie es nicht mehr unterdrücken und ein leises wohliges Stöhnen entfuhr ihr. Shalera lächelte sie an, gab ihr einen Kuss und lehnte sich anschließend zurück. Die Aufforderung kam trotz wortloser Form an, nun war sie daran es zu versuchen. Obwohl sie so etwas noch nie zuvor getan hatte, schien ihr Körper zu wissen wie sie handeln musste und so verließ sie sich auf ihre Gefühle. Was anscheinend gut funktionierte, wie sie der Mimik ihrer Freundin entnehmen konnte. Die akustische Bestätigung folgte wenig später „Mmh, und du bist dir sicher, dass du so etwas noch nie zuvor gemacht hast?“ Sie griff nach der einen Hand der jungen Frau, um diese zu lenken. Sie spürte weichen Stoff unter ihren Fingerspitzen, der dünne Wulst bildete den oberen Rand des Slips ihrer Freundin. Mit jedem Zentimeter wurde sie angespannter, als Shalera ihre Hand schließlich losließ,wusste sie nicht so recht weiter. Die Asari machte jedoch keine Anstalten ihr zu helfen. Sie würde ihre Erfahrungen selbst sammeln müssen. „Du darfst mit mir anstellen was du willst, ich lasse dir freie Hand.“ Ivana wusste das Vertrauen ihrer Freundin zu schätzen, aber ihr wäre es lieber gewesen, wenn sie die Führung übernommen hätte, weshalb sie nach ihr Hand griff „Ich möchte, dass das hier auch für dich schön wird, du wirst mir aber etwas helfen müssen damit das klappt…“ „Aber nur weil du so niedlich aussiehst, wenn du nicht mehr weiter weißt… beweg deine Hand ein wenig, keine Angst, du kannst kaum etwas falsch machen…Ou“ Ihre blauen Finger hatten das Höschen ihrer Liebsten erreicht „Da ist aber jemand schon ziemlich heiß…“, meinte sie mit breitem Grinsen, als sie spüren konnte, dass der Stoff feucht war. Ivana errötete etwas, auch wenn sie Shalera liebte, war es ihr irgendwie peinlich. Bereits nach kurzem wanderten die Finger ihrer Liebsten unter ihren Slip und brachte Ivana dazu sich anzuspannen. Das Kribbeln in ihrem Schoß war beinahe unerträglich geworden, doch nun war es den Berührungen Shaleras Finger gewichen. Unfähig sich zu beherrschen begann sie zu stöhnen. Sie versuchte die Laute der wohltat zu unterdrücken, schaffte es jedoch nicht komplett. „Entspann dich, kämpf nicht dagegen an. Vertraust du mir?“ Sofort nickte sie. „Gut, dann öffne dich mir, es muss dir nicht peinlich sein…“ Ivana zog sich an ihrer Freundin heran und verlor sich in einem intensiven, langen und wilden Kuss, dabei drückte Shalera sie nach hinten, sodass sie auf den Rücken sank. Um es Shalera leichter zu machen sie vollends auszuziehen, schob sie ihren Slip bereits etwas nach unten. Die Asari griff lächelnd nach dem Slip und fädelte ihn über die langen geschmeidigen Beine ihrer Freundin aus. Sie wusste, dass Ivana eher verschlossen war und für unanständige Dinge kaum zu begeistern war, weshalb sie sie nun absichtlich etwas reizen wollte. Sie legte ihre Hände innen an ihre Knie und schob selbige nach außen, sodass Ivana keine Möglichkeit hatte ihre Blöße zu bedecken oder sich sonst irgendwie zu verschließen. Dieser stand ins Gesicht geschrieben, dass ihr ihre Lage unangenehm war, aber um sich weiterhin ihren Zärtlichkeiten hingeben zu können, akzeptierte sie es. Ihr wurde innerlich heiß, als Shalera, nachdem sie sich von ihr gelöst hatte, langsam an ihr entlang tiefer wanderte. Ihre Muskeln verkrampften sich, als ihre Zungenspitze über ihre Leiste zu tanzen begann. Ein Zucken ging durch ihren Körper und sie atmete ruckartig ein, als ihre Freundin ihre Lippen auf ihren Schoß legte und selbigen zu liebkosen begann. „Oh Gott“, hauchte Ivana atemlos, während sie sich an der Matratze festkrallte. Sehr zum Gefallen der Asari beachtete sie ihren Rat und ließ sich einfach fallen.
„Bist du endlich fertig?“ die Frage kam relativ direkt und ungehalten. „Jaja, warte, ich bin gleich soweit“ „Das sagst du schon seit ner Ewigkeit.“ „Ich komme, ich komme… so schon fertig“ Jenni schaltete ihr UW ab, sie hatte gerade den detaillierten Bericht an Reeston fertig geschrieben und ihm selbigen geschickt. „Ich dachte schon ich vereinsame hier noch komplett…“, meinte Kiara neckisch, sie lag quer auf dem Bett, das Kopfkissen unter den Armen als Stütze eingeklemmt. Sie warf Jenni einen verführerischen Blick zu und lächelte sie an. „Ach komm, das waren doch nur fünfzehn Minuten“, antwortete Jenni beschwichtigend, während sie ihre Hose auszog. „Fünfzehn Minuten in denen ich alleine hier liegen musste… und nicht mit dir kuscheln konnte“, erhielt sie von einer Asari mit Schmollmund als Antwort. „Aber jetzt bin ich ja hier“ Kiara rollte sich zur Seite, streckte die Arme nach Jenni aus und zog sie eng an sich, während sie sich küssten. Es tat einfach nur gut nah bei der geliebten Person zu sein und Jenni wollte sie nur noch enger in den Arm nehmen, um sich an ihrer Wärme aufzutanken. Nach einem langen Kuss lösten sie sich kurz voneinander. Kiara zog die Decke über sie Beide hoch und schaute Jenni anschließend in die Augen. „Ich liebe dich“, flüsterte sie ihr leise zu. „Ich dich auch“, erwiderte die Asari liebevoll. Die nächsten Minuten waren wie im Flug vergangen, obwohl sie nur dagelegen hatten. Im Zimmer herrschte Stille und außer dem Atem ihrer Liebsten konnte sie nichts hören. Plötzlich horchte sie auf, ein Grinsen wanderte auf ihr Gesicht. Auf Kiaras fragenden Blick hin deutete sie auf die Wand am Kopfende des Bettes. Nach ein paar Sekunden erklärte sie sich. „Klingt als hätte Ivana Spaß“ Das Erstaunen in Kiaras Blick wurde noch etwas größer. „Lausch mal“. Verwundert hob sie den Kopf, bewegte sich näher an die Wand und hielt den Atem an. Tatsächlich war eine gedämpfte, kaum hörbare Stimme zu vernehmen. Auch wenn sie nicht verstehen konnte was sie sagte, ließen die Laute doch keine Zweifel welcher Aktivität sie gerade nachgingen. „Ich weiß nicht was mich mehr empören soll, die Tatsache das du deine Kameradinnen belauschst oder die Tatsache, dass du Ivana an ihrem Stöhnen erkannt hast.“ „Um hier irgendwelche Fehlschlüsse zu vermeiden, erstens wusste ich, dass sie da drüben ist, weil ich sie da eingeteilt habe und zweitens habe ich gewusst, dass sie und Shalera wahrscheinlich damit beschäftigt sein würden, weil Shalera mir gesagt hat, dass sie Ivana einen Stups in diese Richtung geben wollte.“ Kiara hob die Augenbrauen, als sie sie anschaute, als glaube sie ihr nicht „Vielleicht sollte ich dir auch einen Stups in diese Richtung geben“, säuselte sie schließlich. „Ich weiß nicht, ich bin müde und der Tag war hart…“ Nachdem sie eine Sekunde lang erstaunt in ihrer Pose verharrt war, kniete sie sich nun über Jennis Schoß „Das kann nicht dein Ernst sein, das kannst du doch nicht machen. Wie soll ich denn schlafen, wenn du mich darauf hingewiesen hast, dass ich zwei Kameradinnen beim Sex hören kann? Wenn ich mich jetzt hinlege, werd ich automatisch hinhören…“ „Und das was du hörst macht dich an, nicht wahr?“, entgegnete Jenni neckisch. „Und wenn ich dir nicht zur Hand gehe… bist du verdorben genug das selbst zu tun?“ „Soso, darum geht es dir also, du willst hören, dass ich zustimme, nicht wahr?“ „Aber nein, dann gehe ich zu den beiden rüber und frage, ob ich mitmachen darf.“ Sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen als sie Jennis verdutztes Gesicht sah. „Ok, gehen wir“ setzte diese jedoch sofort nach. „Nein, auf keinen Fall, Ivana würde dich umbringen, wenn du da jetzt reingehst… und zudem will ich dich ganz für mich allein.“ Jenni ließ ihre Fingernägel ganz behutsam über Kiaras Rücken wandern, ihre Mine sagte deutlich aus, dass sie Gefallen daran fand. „Und was hast du mit mir vor?“ Die Asari beugte sich zu ihrer Liebsten herab, und stützte sich neben ihren Kopf ab. „Ich nehm einen der Vorhänge, reiße einen Streifen davon ab und fessle dich damit ans Bett.“ „Verbind mir damit doch lieber die Augen“, erwiderte die junge Frau lächelnd. Kiara sah erst sie an und dann den Vorhang, ein breites verspieltes Grinsen wanderte auf ihr Gesicht.
„Ist da jemand geschafft?“ Die Frage galt Ivana, die sich eng an sie gekuschelt hatte, ohne sich die Mühe zu machen ihre Unterwäsche anzuziehen. Ihr Körper war bis vor einigen Sekunden noch angespannt gewesen, bevor sie unter lautem und einem intensiven Höhepunkt zusammengesunken war. Es war bereits ihr zweiter an diesem Abend gewesen, nach ihrem ersten hatte sie sich unbedingt bei Shalera revanchieren wollen, diese hatte ihr dabei geholfen, wo immer Ivana unsicher gewirkt hatte. Währenddessen hatten ihre Hände immer mal wieder den Weg zum Körper ihrer Freundin gefunden, um sie selbst ein wenig in Fahrt zu bringen, was ihr anscheinend besser gelungen war, als erwartet. Nachdem sie ebenfalls ihren Höhepunkt, der sehr zum Lob von Ivana, ausgesprochen heftig gewesen war, gehabt hatte, hatte es nur noch einen kleinen Schups gebraucht, um diese erneut laut aufstöhnen zu lassen. Nun lag sie mit zutiefst zufriedener Mine neben ihr, sichtlich erschöpft und müde. „Mhm“, gurrte sie und klemmte Shaleras Bein sanft zwischen ihre eigenen. Die Asari lag halb auf dem Rücken, halb auf der Seite, während Ivana ihr zugewandt auf der Seite lag. Shalera sah mit einem zufriedenen Lächeln zu ihrer Liebsten, deren Atmung bereits langsamer und gleichmäßiger wurde.
Die ersten Strahlen der Sonne ließen sie erwachen, seit Wochen hatte sie nicht mehr so gut geschlafen, obwohl sie in fremden Betten normalerweise kein Auge zu bekam. Als sie ihre öffnete, weiteten sich ihre Pupillen, ihr Kopf lag auf Shaleras Schulter und direkt vor ihrem Gesicht sah sie deren nackte Brüste, was nicht nur bedeutete, dass die letzte Nacht kein Traum gewesen war ,sondern auch ,dass ihnen die Decke runtergerutscht war. Sie hatten also nackt und die Decke fast bis zum Bauch runtergerutscht geschlafen, wer auch immer das Zimmer betreten hatte oder jetzt betreten würde, sähe zwei Allianzsoldatinnen, nackt in einem Bett eines Zweibettzimmers und aneinander gekuschelt. Der Gedanken war furchtbar unangenehm, aber sie wollte Shalera nicht wecken, weshalb sie sich nicht bewegen konnte. Sie kuschelte sich wieder an die Asari ran und schloss die Augen. Einen Augenblick später zuckte sie zusammen, jemand kitzelte sie an der Seite. Shalera begann zu lächeln obwohl ihre Augen noch geschlossen waren. Einen Moment später öffnete sie sie und gab der immer noch verdutzten Ivana einen Kuss. „Habe ich dich geweckt?“ „Mhm, aber das macht nichts, so habe ich noch etwas mehr Zeit, die ich mit dir verbringen kann.“ Sie gab ihr einen weiteren Kuss, diesmal jedoch auf ihren Hals. „Stopp, stopp, du kannst doch nicht gleich als erstes, wenn du aufwachst, über mich herfallen?“ „Das war doch nichts… willst du mal wissen, wie es ist, wenn ich über dich herfalle?“, meinte sie mit einem verschmitztem Lächeln. „Nicht um diese Uhrzeit… es könnte jeden Moment jemand reinkommen und uns so sehen.“ „Stimmt, wir sollten es nicht zweimal herausfordern… hei, ist dir aufgefallen, dass man von hier direkt zu dem Wachturm da drüben sieht?“ Ivana reagierte genau wie sie es sich erhofft hatte, nach einem kurzen Blick durch das Fenster stellte sie fest, dass das stimmte, einen Moment später realisierte sie, was dies bedeutete. Da niemand von ihnen aufgestanden war seit gestern Abend, waren die Vorhänge schon vorher offen gewesen und wer auch immer auf diesem Wachturm gestanden hatte, hätte sie sehen können. Beinahe schlagartig richtete sie sich auf, um aus dem Bett zu steigen, wurde aber auf der Bettkante gestoppt. Shalera legte ihre Arme um sie und zog sie zurück auf die Matratze. Ivana sah sie verständnislos an, „Keine Sorge, ich habe schon geschaut ob jemand da ist“, meinte die Asari beruhigend. „Was?! Du hast es gewusst und trotzdem nichts dagegen gemacht?“ „Ein bisschen Gefahr macht es doch erst recht interessant“, erhielt sie als provokante Antwort. Mit einem Seufzen versuchte sie sich aufzurichten, wurde aber immer noch festgehalten. Ivana konnte spüren, wie Shaleras Hände zielstrebig zu wandern begannen. Sie hielt sie auf und sah sie zurechtweisend an. „Ach komm, sag nicht, dass dich der Gedanke daran nicht anspricht.“ „Doch und genau das ist es was mich besorgt, einen Nacht mit dir hat gereicht, um achtzehn Jahre Erziehung meiner Eltern über den Haufen zu werfen.“
Part 2 folgt
Bevor es hier aber noch länger wird beginnen wir doch gleich mit dem Kapitel 36
(mit selbigem Kapitel sind es nun über 400 Seiten^^)
Kapitel
36
Der Duft von knusprig gebackener Panade und pikant gewürztem Reis erfüllte die Kantine, als sie selbige betrat. Der Magen knurrte ihr schon seit einer Weile, was einerseits daran lag, dass sie viel Sport getrieben hatte und andererseits daran, dass die Portionen des Mittagessens nicht gerade übermäßig großzügig portioniert waren. Anders als sie es gewohnt waren, war die Kantine hier wesentlich größer und bereits größtenteils gefüllt. Ganze Tische waren nirgends mehr frei, was sie zwang sich aufzuteilen. Damit verabschiedeten sich die letzten Hoffnungen auf einen entspannten Abend unter Freunden, es eröffneten sich dafür andere Möglichkeiten. Sie konnten neue Kontakte knüpfen, sie hatten durch den Tag nur wenig Zeit gehabt sich mit den anderen Soldaten zu unterhalten. Auch wenn das schwer zu beurteilen war, machten die anderen Einheiten einen ganz anständigen Eindruck. Sie kamen gerade von der Besprechung mit Reeston, selbige hatte nicht nur lange genug gedauert, dass sie die Letzten waren, die zum Essen angetreten waren, sondern auch, dass sie nun mit Platzproblemen zu kämpfen hätten. Der Colonel war auf ihre Leistungen eingegangen, hatte mit ihnen ihre Vorgehensweisen angeschaut, sie kritisiert und ihnen Verbesserungstipps gegeben. Er war dabei ungewöhnlich ernst und streng gewesen, es hatte weder Witze noch andere Späße gegeben. Die Auswertung hatte auch gezeigt, dass sich alle Teile der Einheit vergleichbar geschlagen hatten, jeweils in den ihren Aufgaben entsprechenden Bereichen etwas stärker, in anderen etwas schwächer. Sie wussten, dass sie weniger gut geschossen hatten, als die Turianer, in den Biotiken hinter den Kommandos der Asari gelegen hatten. Die Ergebnisse dieser Einheiten in den anderen Bereichen kannten sie nicht, was einen Vergleich unglaublich schwer machte. „Wo wollen wir uns setzen?“ „Da, wo noch Plätze frei sind“, nahm Thomas Shalera die Antwort auf Ivanas Frage ab. Diese warf ihm einen strengen Blick zu, wusste jedoch, dass er recht hatte und ihre Auswahl nicht mehr wirklich allzu groß war. „Hätte jemand Reeston gesagt, dass er sich beeilen soll, hätten wir das Problem jetzt nicht“, meinte Marcel grinsend, während er an Jenni vorbeiging. Diese sah sich gerade nach einem Platz um, an dem sie mit Kiara, Shalera und Ivana sitzen könnte. Sie hatte das Unterfangen bereits aufgeben wollen, als plötzlich ihr UW blinkte. Nach etwas ungeschickten Balanceübungen des Essenstablettes, konnte sie die Nachricht öffnen. „Sucht ihr nen Platz zum Sitzen?“ Sie hatte den Absender bereits erkannt, las die Worte jedoch noch einmal, um sicher zu gehen, sich nicht verlesen zu haben. Die Asari neben ihr schien ebenfalls erkannt zu haben worum es ging und sah sie fragend an. „Du willst dich aber nicht wirklich zu dem Typ setzen, oder?“ Die angesprochene hatte soeben den jungen Mann entdeckt, der ihr geschrieben hatte. Eric saß am anderen Ende der Kantine, sein UW war noch eingeschaltet und er lächelte ihnen zu. „Wenn wir nicht alle alleine sitzen wollen, haben wir wohl kaum eine Wahl… zu viert wird zwar eng, aber wenn wir ein wenig zusammenrutschen müsste es klappen.“ Bei einem Schritt in seine Richtung fügte sie an „Sieh es doch mal so, wenn wir uns zu ihm setzen, kannst du ihn auf seinen kleinen Streich ansprechen“ ,als sie erkannte, dass Shalera ihr skeptisch hinterherblickte. „Komm schon, es ist ja nicht für immer.“ „Nur so nebenbei, nimm ihn nicht zu hart ran, ich habe ihn schon deswegen in die Mangel genommen.“ „Würd ich doch nie“, antwortete die Asari grinsend. Sie traten an den Tisch und Eric nickte auf die freien Plätze neben ihm. „Sofern ihr denn in meiner Gesellschaft sein wollt“, gab er halblaut von sich. „Na ja, bis wir was Besseres finden, werden wir dich ertragen müssen….“ Mit größter Wonne genossen die Frauen, wie sich der Gesichtsausdruck ihres Kameraden veränderte, das unsichere Lächeln wich erst Erstaunen und dann Entsetzen. Nachdem er ein paar Sekunden geschmort hatte, setzte sich Jenni neben ihn und stieß ihn gegen die Schulter. „Bei dir ist das schon fast zu leicht.“ Es dauerte einen Moment bis Eric verstand, dass sie bloß einen Scherz gemacht hatte. Er begann halbherzig zu lächeln und ließ seinen Blick über die Soldatinnen schweifen, nach kurzem Zögern begann er schließlich. „Wie ist es bei euch eigentlich gelaufen?“ „Nicht schlecht, aber auch nicht gerade super. Man hat sich auch durchgeschlagen“, erwiderte Jenni mit halb vollem Mund. Er und einige andere Soldaten, die ihre Aussage gehört hatten, hoben die Augenbrauen „Du machst Witze oder? Nach dem was ich so von den anderen gehört habe, habt ihr euch mehr als nur “durchgeschlagen.“ Die vier Frauen stellten das Essen ein und warfen ihm fragende Blicke zu „Inwiefern?“, platzte es aus Kiara heraus. „Also ich will jetzt keine Gerüchte verbreiten, aber nach dem was ich gehört habe, habt ihr euch verdammt gut geschlagen, in Anbetracht dessen, wie kurz ihr erst in Dienst seid. Reeston hat wahrscheinlich nur nichts gesagt, damit ihr nicht übermütig werdet. Am Anfang hieß es, ihr werdet nur herkommen, damit die anderen Spezies sehen können, wie weit das Projekt schon ist, nicht weil ihr wirklich qualifiziert wärt. Nun habt ihr es aber geschafft an einigen Punkten ziemlich gut mithalten zu können… besonders die Scharfschützen hätten sich hervorgetan, hab ich gehört…?“ Ivana, der plötzlich die ungeteilte Aufmerksamkeit des gesamten Tisches galt, lief etwas rot an, als sie bemerkte, dass die auffordernde Bemerkung an sie gerichtet war. „Also… wir haben eigentlich nur das getan, was wir immer getan haben…. Das einzige was mir aufgefallen wäre ist, dass wir beinahe die Einzigen mit so schweren Waffen waren. Da die verschiedenen Disziplinen es erforderten die Waffe dauernd mitzutragen und manchmal auch im Stehen zu feuern, hatten die meisten eher leichte Scharfschützengewehre dabei.“ „Was hast du denn für ein Typ verwendet?“ fragte einer der Soldaten am Tisch neugierig. „Ich hab meine Javelin verwendet, die restlichen Leute des “Schwert“ Trupps haben Black Widow oder ebenfalls Javelin Gewehre verwendet.“ Hörbar stolz auf ihre Waffe, sah sie den Soldaten lächelnd an, dieser erwiderte den Blick mit Erstaunen. „Was? Aber die wiegt ja mehr als du!“ „Falls das ein Kompliment sein sollte, danke. Ja, sie ist echt schwer und beim langen Zielen fallen einem bereits nach einer Minute gefühlt die Arme ab, aber die Durchschlagskraft und die Genauigkeit machen das locker wieder wett. Der psychologische Effekt ist auch nicht zu unterschätzen. Wenn du hinter der Deckung hockst und dem Kameraden vor dir plötzlich der Schädel explodiert, weil die Deckung nicht massiv genug ist, um meine Kugel zu stoppen, wirst du nervös.“ Zustimmendes Nicken machte die Runde. „Darf ich ne persönliche Frage stellen? Für euch beide“ Einer der Soldaten deutete auf Kiara und Shalera „Wie war es gegen die Kommandos anzutreten? Also gegen seine eigenen Landsleute? Gegen die so berüchtigten und besten Soldatinnen eures Volkes?“ „Schwer zu sagen, wir haben ja nicht direkt gegen sie gekämpft… aber sie wirkten sehr sympathisch“, antwortete Shalera zwischen zwei Gabeln Reis. „Wie sollte es denn sein? Ihr habt doch auch schon oft gegen Menschen gekämpft, das war für uns nichts anderes. Klar, man hat Respekt, wenn man hört was die Kommandos schon alles geleistet haben, aber das ändert nichts daran, dass sie unsere Konkurrenten sind“, bekräftige Kiara. Die Gespräche kamen trotz widerstreben von Seiten der BDF-Soldatinnen relativ rasch wieder in Gang, Eric war ein guter Redner, er schaffte es sie von ihrem Groll ihm und seinen Leuten gegenüber abzulenken und in eine Diskussion zu verwickeln. Er wusste, dass er sie verärgert hatte, ihm schien jedoch viel daran zu liegen, das wieder gerade zu rücken.
Nach einer Weile, in der sie sich unterhalten hatten und schrittweise immer mehr Soldaten in ihre Schlafquartiere gewechselt waren ,sammelten sich die Soldaten der BDF langsam aber stetig an den freiwerdenden Plätzen, sodass sie sich in immer größer werdenden Gruppen unterhalten konnten. Das sie noch in der Kantine blieben lag nicht daran, dass sie nicht müde waren, sondern daran, dass sie schlicht nicht wussten wo sie hingehen sollten, ihnen waren noch keine Unterkünfte zugeteilt worden. Noch nicht. Reeston war nicht zu erreichen, sein UW war zwar empfangsbereit, aber wahrscheinlich auf passiv geschaltet. Ihn zu suchen war zwecklos, sie hatten nicht überall Zutritt und der Stützpunkt war groß. Bis jetzt hatte das noch niemanden gestört, es war erst knapp zehn Uhr, aber die Müdigkeit kroch ihnen unnachgiebig die Glieder hoch. Eric schien es nicht besser zu gehen, seine Leute waren ebenfalls dabei sich langsam auf den Weg zu machen. Die Gespräche waren mit der zunehmenden Zahl der BDF in unmittelbarer Nähe sowieso zunehmend abgeflaut. Jenni hatte sich noch eine Weile mit Eric unterhalten, sie hatte ihm seinen Streich vergeben…. Zumindest bis sich eine Chance auf Revanche bot. „Auch wenn ich mich gerne noch weiter unterhalten würde, muss ich jetzt gehen, meine Männer sind müde und wenn man ihnen nicht das Händchen hält, können sie nicht einschlafen…“ Er hatte den Satz noch nicht beendet, wurde er bereits mit bösen Blicken und Ausrufen der Empörung überschüttet. Ein Schlag auf die Schulter von dem Soldaten neben ihm brachte ihn zum grinsen „Schon gut, schon gut, war n Witz… na dann sieht man sich morgen.“ „Was tun wir jetzt? Sollen wir etwa hier pennen?“ ,fragte Thomas genervt, kaum waren die anderen aus dem Raum getreten. „Nein, ich schaue mal ob ich den Colonel irgendwo finde…" meinte Jenni.„Kann ich mitkommen? Ich will mir sowieso mal die Beine vertreten“, kam es spontan von Shalera. „Wenn du magst, wieso nicht.“ Die Asari trat zu ihrer Kameradin und die beiden verschwanden im Gang vor der Kantine. Jennis Beine waren erschöpft und ein unangenehmes Kribbeln machte sich in ihren Waden breit. Shalera schien es nicht viel besser zu gehen, ihr war anzusehen, dass sie geschafft war, trotzdem lächelte sie. „Wo sollen wir suchen?“ „Ich habe keinen Plan, ich konnte einfach nicht noch länger tatenlos herumsitzen….“ Jenni war gerade dabei Shalera zu antworten, als eine massige Gestalt um die direkt vor ihr liegende Ecke trat. Dies tat sie mir großer Geschwindigkeit und sehr entschlossen. Um nicht umgerannt zu werden musste sie einen Schritt nach hinten machen. „Pass doch auf wo… Sir, tut mir leid, ich habe sie nicht erkannt.“ Mit geweiteten Pupillen und einem kalten Schauer, der ihr über den Rücken lief, starrte Jenni Reeston an. Dieser stand für einen Moment ebenfalls wie angewurzelt stehen, begann dann aber breit zu grinsen. „Gut das ich dich gerade treffe Parker… es ist natürlich auch schön sie zu treffen Soldatin E`nsila. Ich habe euch, also die BDF, eh gerade gesucht. Ich wollte… ich wollte… Scheiße, was wollte ich nochmal?“ Der Atem des Colonels roch nach Bier und anderem Alkohol… viel Alkohol. Er war nicht betrunken, aber stark angeheitert und grinste die ganze Zeit. Es war schwer mit ihm zu reden, sie wussten beide nicht so recht was sie sagen sollten. „Ähm, Sir ich wollte zu ihnen um mit ihnen…“ „Nein das war es nicht… ach genau“, entfuhr es ihm laut. „Ihr schuldet mir ein Bier…ach was ein ganzes Fass Bier!“, fügte er fast schon euphorisch an. „Denken sie nicht, dass sie schon genug Bier hatten?“, fragte Shalera ziemlich direkt. „Was? Wieso? Ich bin ja nicht betrunken, höchstens etwas fröhlich… jedenfalls jede Einheit hat ja Unterkünfte zugeteilt bekommen. Ich habe vorhin den Zuständigen für diese Einteilung getroffen, wir haben uns gut verstanden und ein wenig miteinander geredet, etwas getrunken…“ Als er an den Blicken der beiden Frauen erkannte, dass er abschweifte, lenkte er sofort ein. „Jedenfalls, da wir euch eigentlich nur einen Tag hierbehalten wollten, nur damit die anderen Spezies sehen konnten, wie weit ihr bereits seit, haben wir rausgefunden, dass ihr keinen Platz mehr habt, beziehungsweise, dass wir keine Schlafräume für euch eingeplant haben. Also kam es zur Diskussion, wir haben gesehen, dass ihr bereit sein würdet hier ernsthaft mitzumachen, also wurde beschlossen, dass ihr beide Tage hier sein werdet. Es gab den Vorschlag, dass ihr entweder in einer Garage oder in einen Besprechungsraum schlafen sollt. Das wäre nicht optimal, da es dort keine Betten gibt. Und jetzt kommts, ich habe es geschafft ihn davon zu überzeugen euch die Offiziersräume, die nicht in Benutzung sind, zur Verfügung zu stellen.“ Nachdem eine Weile nichts geschah, ließ Reeston den Kopf hängen „Nicht mal ein Danke?“ „Doch klar, wir sind ihnen dankbar, aber wir wissen beide nicht genau was sich hinter diesen “Räumen“ befindet, meinte Jenni vorsichtig. „Na die Zimmer der Offiziere, eigene Zimmer zweier oder vierer. Das ist praktisch n Hotelzimmer, das ich euch arrangiert habe.“ Nachdem sich ihnen der ganze Umfang dessen, was ihnen Reeston gerade erzählt hatte erschloss, strahlten sie ihn beide an, aus ähnlichen Gründen, was sie zu dem Zeitpunkt aber noch nicht wussten. „Wirklich? Wie haben sie das geschafft.“ brach aus Jenni hervor. „Ist doch egal, scheiße, ich wusste ja schon immer, dass sie n geiler Typ sind aber…“ die Asari schien hin und hergerissen, einerseits wurde ihr gerade bewusst, dass sie in ihrer Formulierung ziemlich danebengegriffen hatte, andererseits freute sie sich riesig, auch wenn sie sich gut verstanden, war es doch wesentlich angenehmer nicht mit allen im selben Zimmer zu sein. Besonders da sie bereits eine Chance sah zumindest etwas Zeit mit Ivana verbringen zu können. Nachdem sie einen Moment gezögert hatte, legte sie ihre Hand auf seine Schulter und schüttelte ihn vorsichtig „Ich schätze wir schulden ihnen wirklich ein Fass Bier. Wenn wir das nächste Mal was trinken gehen, geben wir ihnen alle einen aus.“ „Danke, ein eigenes Zimmer ist dann schon besser als eine Garage.“ „Na also, ich wusste es würde euch freuen, die Zimmer liegen im zweiten Stock Zimmer acht bis dreiundzwanzig, ich muss jetzt aber wieder, wir haben noch einiges zu besprechen, wegen des morgigen Tages.“ Mit diesen Worte drehte er sich grinsend um, klopfte Jenni auf die Schulter und ging, konzentriert darauf gerade zu gehen, den Gang entlang. Mit fragenden Blicken sahen sich die beiden Frauen an, was gerade passiert war erschien beiden sehr fraglich. Hatte er gerade die Wahrheit gesagt oder würden sie plötzlich in noch besetzte Zimmer treten, wenn sie seinen Anweisungen folgten. „Denkst du das stimmt?“, fragte Jenni genau in dem Moment, in dem Shalera den Mund geöffnet hatte, um sie dasselbe zu fragen. Ein Schulterzucken gefolgt von einem „Hoffen wir’s“, war ihre Antwort.
Der Weg zurück war nicht weit, sie waren kaum aus der Kantine getreten, als sie bereits an Reeston getreten waren. Kurz bevor sie wieder bei der Tür angekommen waren, sprach Shalera sie an. „Jenni ich…“, sie trat vor ihre Kameradin, um ihr den Weg auf den letzten paar Meter des Ganges zurück in die Kantine zu versperren. Nach einem kurzen Blick über die Schulter, um sicherzugehen, dass sie niemand belauschte, fuhr sie halblaut fort. „Ich muss dich um einen Gefallen bitten.“ Als würde sie auf eine Reaktion ihrerseits warten, sah sie Jenni einen Moment lang schweigend an, bevor sie sichtlich angespannt fortfuhr. „Es geht um die Zimmer… Reeston hat ja gesagt, dass es verschiedene gibt…“ „Ja“, antwortete die junge Frau unnötigerweise auf die rhetorische Frage ihrer Kameradin. „Du bist unsere Anführerin, es steht also dir zu die Verteilung vorzunehmen…“ Es war offensichtlich, dass sie etwas auswich. „Jetzt sag schon, schämst du dich etwa es mir zu sagen?“ Shalera winkte sofort ab „Nein, natürlich nicht. Es geht mir darum, ich möchte, dass du mich in ein Zweier…“ Augenblicklich schoss Jenni ein breites Grinsen ins Gesicht. „Aha, du möchtest ein Zweierzimmer… hm ich kann mir gar nicht denken warum… hat das vielleicht etwas mit den verdorbenen Blicken zu tun, die ihr beide schon den ganzen Tag austauscht?“, fiel sie ihr ins prustend ins Wort. „Jetzt übertreib mal nicht… aber ja, ich habe mit ihr über unsere Beziehung geredet und das hier wäre die optimale Gelegenheit für einen nächsten Schritt.“ Shalera war nie sehr schüchtern gewesen und nachdem sie die Frage ausgesprochen hatte, war sie wieder ganz die alte. „Einen weiteren…? Wie weit seid ihr denn schon?“, fragte sie vorsichtig, schließlich war das ein sehr privates Thema. Shalera lächelte sie an „Ich habe letztes Wochenende bei ihr geschlafen… aber sie war sehr zurückhaltend.“ Jenni lächelte, sie konnte sich noch gut an den Anfang ihrer Beziehung erinnern. „Ach so… ich wusste doch schon immer, dass du ein verzogenes Mädchen bist. Überstürz es einfach nicht, du solltest ihr einfach genug Zeit lassen.“ Sie sprach die Worte sehr zurückhaltend, es sollte kein Vorwurf sein, eher ein freundschaftlicher Rat. „Ich weiß, ich will sie zu nichts drängen, höchstens einen sanften Stupser in die richtige Richtung“, meinte sie mit unschuldigem Lächeln. Sofort trat sie zur Seite, damit ihre Freundin weitergehen konnte, was selbige auch sofort tat. „Komm, die Anderen wollen das sicher auch wissen“, meinte sie. Sie überwanden den letzten Teil des Weges beide schweigend, die Vereinbarung ihre Kameraden etwas auf die Folter zu spannen, war stillschweigend getroffen worden. Sie setzten sich wieder an den Tisch, an dem sie viele fragende Blicke empfingen. Jenni grinste innerlich breit, Neugier und Ungeduld standen ihren Freunden ins Gesicht geschrieben. Nachdem diese merkten, dass die Beiden nicht von sich aus erzählten, was sie erfahren hatten, prasselte ein ganzer Schwall Fragen auf sie ein. Sie umgingen selbige einen Moment lang, bevor sie antworteten. „Also, hört mal alle zu, ich will das hier nicht hundert Mal erzählen müssen… und hört gut zu, ich will hier nicht rumbrüllen. Wir sind vorhin im Gang an Reeston herangelatscht, er schien schon ziemlich heiter. Fakt ist, wir schulden ihm jetzt ein Fass Bier. Warum? Na ja, wir werden jetzt nicht in einer Garage schlafen müssen, wie einer der Zuständigen vorgeschlagen hatte, sondern dürfen es uns in den Offiziersgemächern bequem machen… zumindest in einigen davon. Es wird nicht ganz reichen, weshalb einige sich ein Zimmer zu dritt oder zu viert teilen müssen…“ Ohne ihren Zuhörern die Chance zu geben irgendetwas sagen zu können, sprach sie sofort weiter. „Bevor ihr euch gleich streitet, wie die Zimmereinteilung aussieht, wir haben…. 15 Räume zur Verfügung… sechs Viererzimmer und neun Zweierzimmer. Es reicht also knapp, einigt euch wer welche Zimmer bekommt, zwei der Zweierzimmer sind jedoch schon besetzt.“ Das dankbare Lächeln in Shaleras Gesicht entging Jenni nicht. Der Rest ihres Trupps war noch mit der Verarbeitung der Informationen beschäftigt, die sie gerade erhalten hatten. Allmählich brachen Diskussionen aus, die schnell in einem chaotischen Durcheinander untergingen. Es dauerte eine ganz Weile, bis sich alle geeinigt hatten, diese Zeit hatte Kiara genutzt um etwas näher an ihre Liebste zu rutschen und sie mit verspieltem Blick zu fragen, ob der zweite Platz in ihrem Zimmer noch zu haben sei. Mit einem vielsagenden Lächeln als Antwort wartete sie ungeduldig darauf, dass sie die Zimmer beziehen konnten.
Ein Blick auf ihr UW verriet, dass es bereits halb elf war. Sie würden nicht übermäßig viel Schlaf bekommen, aber das war im Moment egal, die Betten sahen viel zu gemütlich aus, um bereits wieder ans Aufstehen zu denken. „Ah, herrlich. Die Matratzen sind viel weicher, als die bei uns.“ „Aber auch ziemlich schmal…“ warf Ivana ein, als sie vor ihr Bett trat, Shalera hatte sich sofort auf das ihres fallen lassen, als sie eingetreten waren. Die gesamte Einheit hatte sich nach Einigung wer mit wem welches Zimmer bezieht relativ rasch in selbige zurückgezogen. „Na dann ist es viel kuschliger“, säuselte die Asari, als sie hinter ihre Freundin getreten war und ihre Arme legte und ihr einen Kuss in den Nacken gab. Diese drehte sich zu ihr um, ein neckisches Lächeln wanderte auf Shaleras Gesicht. Ivana legte ihre Hände auf die Unterarme der Asari und streichelte sanft mit ihren Daumen darüber. „Ist da jemand liebesbedürftig?“ Ihre Worte klangen sanft und ruhig. „Mhm“, erhielt sie als Antwort, während sie ihre Lippen auf die der Asari drückte. Shalera brachte bereits nach wenigen Sekunden ihre Zunge ins Spiel, was Ivana guthieß und ihr gleichtat. Als der Kuss jedoch noch intensiver und die Hände der Asari neugierig wurden, stockte sie einen Moment lang. Als würde ihr ein Rinnsal kalten Wassers der Wirbelsäule entlang über den Rücken kriechen, ging ihr ein zwiespältiger Schauer durch den Körper. Ein Teil von ihr Wusste, was kommen würde, wenn sie Shalera machen ließ. Die Frau, die ihr direkt gegenüber stand gehörte zwar nicht ihrer Spezies an, aber sie schien den Körper einer menschlichen Frau trotzdem besser zu kennen, als sie selbst. Sie hatte immer so selbstsicher gewirkt, jeder ihrer Berührungen hatte sich gut und gekonnt angefühlt. Seit sie Shalera kannte, hatten sie schon viel Zeit miteinander verbracht, wenn auch etwas eingeschränkt, durch die Allianz. In all dieser Zeit war sie immer unsicher gewesen, wenn sie die Asari berührt hatte, stets selbstkritisch, ob ihr Handeln auch richtig war und ob sie alles richtig machte. Wenn sie einen Schritt machen wollte, aber sich nicht traute, kam sie ihr immer entgegen, um ihr zu helfen und trotzdem bleib ein Teil von ihr skeptisch und versuchte zu verhindern was geschehen würde, wenn sie ihr die Kontrolle vollends überließ. Sie entzog sich ihrer Freundin sanft als deren Fingerkuppen sich einen Weg unter ihr Oberteil suchten. „Nur nicht so hastig, ich werde dir nicht weglaufen…“ Shalera biss sich verspielt auf die Unterlippe mit erwartungsvollem Blick. „Wenn ich von der Toilette zurückkomme, gehöre ich ganz dir.“ Mit diesen Worten löste sich Ivana vollends von Ihrer Liebsten und machte sich auf den Weg ins Bad. Ihre Schlanke, sich geschmeidig bewegende Figur verschwand nach wenigen Sekunden hinter der weißen Tür auf der linken Seite des Zimmers. Shalera ließ sich auf ihr Bett fallen. Sie war total angespannt, ihr Körper schien willkürliche Signale zu senden. Sie hatte Ivana schon immer interessiert angesehen und bereits seit einer Weile selten ohne Hintergedanken, sie war dabei aber selten so angespannt gewesen wie jetzt. „Bleib ganz ruhig, sie ist gleich wieder da, versaus also nicht!“ Sie biss sich auf die Unterlippe beim Gedanken an die zarte Haut und den Geruch von Ivana. Diese hatte sich, kaum hatte sie die Tür hinter sich geschlossen, mit dem Rücken an selbige gelehnt. Durch ihren Kopf schwirrten tausend Gedanken. Sie liebte Shalera aufrichtig und sie wusste, dass ihre Freundin auch körperlich großes Interesse an ihr hatte. Obwohl sie anfangs komplett gegen solch eine Beziehung gewesen war, fühlte sie sich nun zu ihr hingezogen. Sex war für sie noch immer ein sehr heikles Thema, sie hatte zwar gesagt, dass sie ihre Religion abgelegt habe, aber sie hing immer noch wie ein Schatten der Vergangenheit über ihr. Sie war lange so erzogen worden und musste nun erst mal davon loskommen. Das Shalera so offen war, war dabei sehr hilfreich, sie konnte sie fast immer den ersten Schritt machen lassen. Diesmal schien sie aber ungewöhnlich stürmisch zu sein. Ivana hätte nicht genau sagen können, ob sie nervös war oder sogar ein wenig Angst hatte, vor dem was die Asari mit ihr machen wollte. „Bleib ruhig, sie hat dich schon immer angemacht, wo sie nur konnte, du bildest dir das nur ein. Sie wird dich zu nichts zwingen oder dir wehtun. Du hast dir schon so oft vorgenommen es wenigstens zu versuchen? Es mag ja falsch sein, aber sie ist einfach so… zärtlich. Gott wieso machst du es einem so schwer zu widerstehen?“, flehte sie innerlich. Angespannt und erwartungsvoll setzte sie sich auf die Toilette, schon bald würde sie mehr wissen.
Ein letzter Atemzug, bevor sie das Zimmer wieder betrat, ihr Herz klopfte schneller. Wie von selbst glitt die Tür auf und der Schlafraum tat sich vor ihr auf. Der Anblick einer blauen Schönheit, nur gehüllt in ein schwarzes Allianzhöschen und einem Grauen BH. Sie lag ausgestreckt und seitlich auf ihrem Bett, das obere Bein leicht angezogen und lächelte Ivana neckisch an. „Du willst dich schon schlafen legen? Schade dann muss ich wohl auch schlafen gehen….“, meinte Ivana provokativ, während sie auf Shalera zuging. „Auf keinen Fall… zumindest nicht ganz alleine“ ,antwortete die Angesprochene. Als Ivana noch ein paar Schritte vom Bett entfernt war, kniete sich die Asari auf die Bettkante. Sie küssten sich innig, Ivana legte ihre Hände auf die Hüften ihrer Gegenüber, während diese sich daran machte sie auf den Hals zu küssen. Die weichen Lippen auf ihrem Hals und die Finger, die sich ihren Rücken entlang unter ihrem Oberteil nach oben schoben, ließen einen wohligen Schauer durch ihren Körper fahren. Im nächsten Moment konnte Ivana fühlen, wie sich das Zimmer um sie herum zu drehen begann. Ein seltsames Kribbeln machte sich in ihrem Schoß breit, als sie mit dem Rücken auf der Matratze zum liegen kam. Shalera hatte sie auf das Bett gezogen und beugte sich nun über sie. Ein weiterer Kuss hinderte Ivana daran etwas zu sagen, doch das war ihr eh lieber in dem Moment. Vielleicht hätte sie ja etwas Dummes gesagt und Shalera vor den Kopf gestoßen. Sie hatten sich schon oft geküsst, nicht selten auch wie jetzt mit Zunge, aber diesmal war es etwas anders. Nach einigen Sekunden lösten sie sich voneinander, doch Shalera setzte sofort zum nächsten Kuss an und wanderte langsam ihren Hals runter. Als sie sich daran machte Ivana ihr Oberteil ausziehen, spannte sich diese an „Du bist ja heute ein richtiges Tier.“ „Nicht alles Animalische in unserer Spezies ist der Zivilisation gewichen…“, bekam sie als Antwort. Ein Teil von ihr sträubte sich gegen die Handlunge ihrer Freundin, doch sie unterdrückte diese Gefühle, schließlich hatte sie sich selbst versprochen es wenigstens zu probieren. Shaleras Hände waren geschickt, anscheinend mühelos schälten sie ihren Körper aus dem Oberteil. Bevor sie weiter nachdenken konnte, spürte sie bereits einen warmen Atemstoß auf Höhe ihres Brustbeines. „Was tust du denn da?“, fragte sie leise. „Ich möchte deinen BH öffnen, wenn du nichts dagegen hast?“ Die Frage war rhetorisch gemeint, sie hatte bereits damit begonnen Ivanas Brüste zu streicheln und war nun damit beschäftigt das störende Kleidungsstück zu entfernen. Es kostete Ivana doch schon einen Haufen Überwindung das über sich ergehen zu lassen, nicht weil es sich schlecht anfühlte, ganz im Gegenteil, es fühlte sich großartig an und genau das erschien ihr falsch. Ihr Körper reagierte auf die Berührungen der Asari mit der Freisetzung von Adrenalin und diversen anderen Botenstoffen, sie war erregt, nervös und angespannt. „Entspann dich, es wird dir gefallen“, wurde ihr von ihrer Liebsten zugeflüstert, die ihre Anspannung anscheinend bemerkt hatte. „Mhm“, presste sie hervor. Als würde Lava ihren Hals hochsteigen, spürte sie die Hitze ihrem Körper hochsteigen. „Wieso tust du das?!“, schrie sie ihren Körper innerlich an, als dieser sich anzufühlen begann, als stünde sie in Flammen. Als Shalera sie anlächelte und ihr den letzten Stoff, der ihren Oberkörper verhüllte, langsam auszog, hielt sie es nicht mehr aus und griff mit einer Hand nach ihrem BH um diesen an Ort zu halten und mit der anderen nach einem der Handgelenke ihrer Freundin. Diese heilt sofort inne und sah sie verwundert an. Als Ivana das bemerkte ließ sie ihren Arm los und sah sie flehend an. „Ganz ruhig, unter der Dusche schämst du dich doch auch nicht?“ Nun war die Hitze plötzlich verflogen die sie gerade eben übermannt hatte und sie fühlte sich lächerlich für ihr Handeln. „Kannst etwas langsamer machen, das ist alles noch so neu für mich…“, meinte sie als Rechtfertigung. Shalera lächelte sie an und löste ganz vorsichtig ihre Hand von dem BH. Im Körper der Asari brannte ein Feuer der Lust, sie konnte sich kaum mehr zügeln. Es war ihr schon lange schwer gefallen ruhig zu bleiben. Sie hatte immer Rücksicht auf Ivana genommen, sich immer gezügelt, um sie nicht zu bedrängen, war es denn so falsch, wenn sie erwartete, das sie mal etwas Rücksicht auf ihre Bedürfnisse nahm? Als der dünne samtige Stoff entfernt war und Ivanas Brust entblößte, kehrten die Gefühle zurück, als würde es sie als nächstes zerreißen. Eine andere Frau hatte sie ausgezogen und streichelte sie nun an intimen Stellen, ihre Eltern würden ausrasten, wenn sie davon wüsste. Ein Schock, vergleichbar mit einem Stromstoß ,ging durch ihren Körper, die Hand der Asari, die gerade nicht an ihrer rechten Brust lag, war an ihre Leiste gewandert und streichelte sie dort, während Shaleras Lippen Ivanas Knospe umschlossen. Es war für sie das erste Mal überhaupt das sie jemand so berührte, sie hatte bisher weder mit Frauen noch mit Männern Erfahrungen sammeln können. „Stopp“ ,stöhnte sie eilig. Shalera ließ von ihr ab. „Habe ich was falsch gemacht?“ fragte sie erschrocken. „Nein…“ Beim Versuch sie auf den Hals zu küssen, wurde sie von Ivana abrupt gestoppt. „Stopp!“ kam es diesmal entschlossener. Die junge Frau richtete sich auf und bedeckte ihre Blöße mit ihrem Unterarm. Die Pupillen beider Soldatinnen waren geweitet, wenn auch nicht aus den gleichen Gründen. Nach kurzem stottern weil ihre ersten Versuche zu sprechen schiefgegangen waren, gelang es Shalera wieder klar zu sprechen. „Es tut mir leid, ich… ich hätte dich nicht bedrängen sollen.“ Die Entschuldigung ging an der Aufgebrachten Ivana in dem Moment vorbei „Ja, das wäre vielleicht besser gewesen“, meinte sie mit zurechtweisendem Unterton. „Ich wollte nur… nein, es war einfach falsch von mir, ich habe meine eigenen Bedürfnisse über deine gestellt… ich sollte mich jetzt besser hinlegen. Ich hoffe du kannst mir vergeben.“ Die Asari fühlte sich in dem Moment so einsam und hohl, wie schon seit langem nicht mehr. Die Lust und das unbändige Verlangen waren auf einen Schlag verstorben. Der geschockte, fast schon panische Ausdruck in Ivanas Augen und das Wissen selbst dafür verantwortlich zu sein, hinterließ schreckliche Gefühle. Eilig hob sie ihre Sachen auf und ging zu ihrem Bett am anderen Ende des Raumes, ohne sich noch einmal umzudrehen, legte sie sich mit dem Gesicht von Ivana abgewandt hin und zog sich die Decke bis zum Hals hoch. Der Puls der Menschlichen Frau war wieder etwas heruntergekommen, sie wusste nicht so recht was sie machen sollte. Da ihr nichts Schlaueres einfiel, zog sie ihren BH wieder an sah kurz zu Shalera rüber. Sie wollte sich entschuldigen, ihre Freundin musste sich schrecklich fühlen, aber sie fand die Worte nicht. Ein grausames Gefühl der Hilflosigkeit drohte sie zu Überwältigen.
Mehrere Minuten war in dem Raum absolut nichts zu hören gewesen, mit angezogenen Beine war sie dagesessen und hatte gehofft ihre Freundin würde sich wieder zu ihr drehen, wenigstens um ihr eine gute Nacht zu wünschen, doch dieser regte sich nicht. Zweifel nagten unablässig an ihr. Sie fühlte sich so leicht und beschwingt, wahrscheinlich waren das die “Schmetterlinge im Bauch“, die ihre Mutter im Zusammenhang mit der ersten Liebe erwähnt hatte, wenn sie ihn Shaleras Nähe war. War das Liebe? Liebte sie Shalera? Oder wollte sie das nur und ihr Körper versuchte ihr zu zeigen, dass sie sich selbst belog? Sie war erregt gewesen, ganz ohne Zweifel. Sie empfand eine Asari, die deutlich weibliche Reize hatte, anziehend, das sprach für Zuneigung zum eigenen Geschlecht, aber war es wirklich Liebe oder doch nur unanständige Lust? Die schiere Masse der Fragen auf die sie keine Antwort fand, brachte sie an den Rand der Verzweiflung, sie musste eine Antwort finden und zwar jetzt. Sie beschloss die Augen zu schließen einmal tief durchzuatmen und einen Blick zu wagen, ihre Gefühle würden ihr schon sagen, wie sie sich entscheiden musste. Bis zu dem Punkt an dem sie die Augen schloss, klappte der Plan, dann geriet sie jedoch ins Stocken, die Bilder ihrer Liebsten ,wie sie sie küsste, die Erinnerung an ihren ersten Kuss liefen noch einmal vor ihr ab. Ihre Berührungen, ihr Geruch, und ihre freundliche Art… ihr wurde klar, dass Shalera sie wirklich liebte. Sie hatte ihr Zeit gelassen, um sie nicht zu bedrängen, aber sie hatte jeden ihrer Versuche sie vorsichtig in die richtige Richtung zu lenken sofort im Keim erstickt, ihr gar nie die Chance gegeben es zu probieren. Sie schuldete ihr zumindest eine Entschuldigung. Auf leisen Sohlen trat sie durch den Raum, sie konnte die Kälte des Bodens unter sich spüren, als sie barfuß auf ihre Freundin zutrat. Sie schlief nicht, dafür war ihr Atem zu schnell und unregelmäßig, sie hielt die Augen aber geschlossen, wahrscheinlich aus Angst ihr noch einmal in die Augen sehen zu müssen. „Shalera, ich möchte mich entschuldigen ich habe eben falsch reagiert, du hast es nur gut gemeint.“ „Nein, ich war selbstsüchtig, und wollte meinen Willen durchsetzen obwohl du mich gebeten hast aufzuhören“, gab die Asari leise von sich, ohne die Augen zu öffnen. „Nur weil ich dich dazu gezwungen habe, aber wenn es du es so empfindest, verzeihe ich dir. Ich möchte dich nicht verlieren.“ Nun bewegte sich Shalera ein wenig, sie warf ihrer Freundin ein Blick über die Schulter zu. „Bist du dir da sicher? Es gibt bessere als mich.“ Ivana, die sich auf die Bettkante gesetzt hatte küsste sie nun auf den Nacken. „Vielleicht, aber die will ich nicht, ich will dich.“ Als sie sah, dass Shalera ihr Gesicht noch tiefer in ihr Kissen vergrub, fragte sie besorgt. „Hei, alles ok? Was ist denn los, sieh mich bitte an“ Nach kurzem Zögern sah Shalera sie schuldbewusst an. „Mein Körper… er hört nicht darauf was ich ihm sage, ich will dich nicht bedrängen…“ Ivana verstand was die Asari sagen wollte, der Stoff an ihrem BH war nicht sehr dick, weshalb sich Details abzeichneten. „Und…?“ fragte sie dennoch provokativ. „Ich möchte dich küssen, habe aber Angst zu weit zu gehen“, meinte sie mit abgewandtem Blick. „Keine Sorge, ich werde dich nicht wieder dermaßen anfahren… und einen Kuss von einer so schönen Asari hätte ich noch nie verschmäht.“ Sie beugte sich zu ihr vor und küsste sie auf den Mund, als diese ihr durch eine Drehung ihres Kopfes die Chance dazu gab. Ivana konnte das inbrünstige Verlangen ihrer Liebsten förmlich spüren und so sehr sie sich auch zu widersetzen versuchte, so gab es doch etwas was sie dazu drängte dieses Verlangen zu ergründen, auf die Gefahr hin etwas zu erleben, was ihr nicht gefiel, wollte sie das Tor aufstoßen, das Shaleras Gefühle zurückhielt. Da Shalera keine Initiative zu zeigen schien, gab sie sich einen Ruck, drehte ihren Kopf etwas und ließ ihre Zunge zu der der überraschte Asari wandern. Diese erwiderte ihre Zärtlichkeiten nach einem Augenblick zögerlich. Sie war keine Führerin, zumindest nicht hier. Ivana wusste zwar grundlegend wie Sex zwischen Frauen funktionierte, aber nun gab es tausend Dinge auf die sie scheinbar achten musste. Wo, wie und wann musste sie ihre Liebste berühren? Machte sie es richtig? Würde Shalera ihre Berührungen gefallen?“ Mit etwas zittrigen Fingern berührte sie seitlich den Thorax der Asari. Damit dies einigermaßen vernünftig ging, hatte sie sich auf die Matratze über ihre Freundin gekniet. Diese hatte sich mittlerweile auf den Rücken gedreht und drückte ihren Oberkörper mit ihren Armen nach oben. „Ist das eine Aufforderung?“, schoss es durch ihren Kopf. Ohne ihr lange Zeit zum nachdenken lassen, übernahm ihr Körper die Kontrolle und folgte seinen Gefühlen. Ivana war unglaublich nervös und angespannt, sie konnte sich erst an ein Erlebnis erinnern, an dem sie die Brüste einer anderen Frau berührt hatte… Damals war sie gerade sechzehn geworden und mit einer Freundin zum Einkaufen gegangen.
Sie hatten sich vor einem Einkaufszentrum verabredet, um dort neue Kleider zu kaufen. Schuhe und ein paar andere Kleidungsstücke hatten sie bereits gekauft, als Ivanas Freundin sie in die Abteilung für Unterwäsche führte. Sie hatte damals noch keinen großen Wert auf das Aussehen ihrer Unterwäsche gelegt, schließlich wollte sie sie ja nicht in aller Welt herumzeigen. BH und Slip mussten bequem sein, weshalb sie fast ausschließlich auf Form bzw. Model geachtet hatte. Plötzlich hatte sie vor ganzen Regalen verschieden geschnittener und manchmal filigran, teil sündig knapp und auffordernd geformten Unterwäsche gestanden. Ihre Freundin hatte sofort angefangen Modelle auszusuchen, die ihr gefielen, während sie etwas verloren dastand und sich einige Produkte ansah. „Und hast du schon was gefunden? Ich geh mal schnell das hier anprobieren.“ Ivana hatte mit einem Kopfschütteln auf die Frage ihrer Freundin geantwortet. Sie hatte sich beobachtet gefühlt, es waren Frauen verschiedener Altersstufen anwesend gewesen, sie schien jedoch die jüngste zu sein. Nach einer Minute, in der sie sich noch immer für keines der Modelle hatte entscheiden können, trat sie zu einem anderen Regal, in dem weniger aufreizende Varianten angeboten wurden, sie hatte sich gerade etwas geschnappt, das ihr zusagte, als ihre Freundin wieder zu ihr trat. „Viel zu Prüde, du musst dich etwas öffnen… komm mit.“ Sie schnappte ihre Hand und zog sie zurück zum Regal von vorhin. „Hm…. das wär doch was?“ Sie holte einen dunkelroten Slip heraus, er war wesentlich knapper geschnitten, als das was sie normalerweise trug. „Das hier passt dazu.“ Sie wurde vor die Umkleide geschleift und dort aufgefordert die neuen Kleider anzuprobieren. „Und?“ hatte ihre Freundin gefragt, als sie nach kurzem nichts von ihr gehört hatte. „Sowas kann ich doch nicht anziehen, da sieht man ja durch.“ Von draußen konnte sie ein lautes kichern hören „Ja an manchen Stellen schon, aber das was verdeckt werden soll wird ja verdeckt, oder etwa nicht?“, kam es als Antwort auf ihre empörte Aussage. „NEIN, das ist alles viel zu knapp, ich fühle mich total nackt in den Dingern.“ Eilig zog sie wieder ihre alten Sachen an, als sie heraustreten wollte, stand ihre Freundin bereits mit etwas neuen vor der Kabine. „Dann probiere dass mal, das ist ein Einteiler, vielleicht liegen dir die ja mehr.“ Mit leisen seufzen trat sie zurück in die Kabine, was sie sah widerstrebte ihr bereits, es war kaum Stoff an dem Kleidungsstück. Um den Kommentaren und Sticheleien ihrer Freundin zu entgehen, machte sie sich trotzdem daran es zu probieren, was sich jedoch als ziemlich schwer herausstellte. „Mist“ stöhnte sie, als sich der Verschluss hinter ihrem Rücken nicht schließen ließ „Ich kann es nicht zumachen… zu schade“, seufzte sie mit sarkastischem Unterton. Sie fuhr zusammen, als jemand plötzlich am Vorhang vorbei zu ihr hinein schlüpfte. „Warte, ich helf dir.“ Erschrocken darüber, dass ihre Freundin einfach so zu ihr hineingetreten, war drehte sie sich sofort ab. „Ganz ruhig, ich guck dir nichts weg… also wo kriegst du es nicht zu?“ „Hier“ Ivana versuchte den Verschluss hinter ihrem Rücken zu schließen, schaffte es jedoch nicht, da die Riemen dafür zu kurz waren. „Kein Problem, du musst es nur hier etwas lösen…“ Sie griff vorsichtig zu dem dünnen Band zwischen ihren Brüsten. Der Einteiler bestand aus zwei Streifen, die von dem Ansatzpunkt bei ihrem Steißbein nach vorne liefen, sich knapp über ihrem Schoß teilten, dem Becken entlang zu ihren Seiten, hinter ihrem Rücken hoch, vor ihren Brüsten durch verliefen, sich dort überkreuzten und hinter ihrem Nacken wieder zusammenliefen. Der Streifen zwischen ihren Brüsten sollte verhindern, dass die Bänder nach außen wegrutschten, dazu ließ er sich verlängern oder kürzen. Ivana blieb stocksteif stehen, die Berührungen ihrer Freundin waren ihr unangenehm. „Na also, du siehst heiß aus, das musst du unbedingt kaufen… ich probiere noch schnell das hier an, die anderen Garderoben sind eh besetzt.“ Die gerade frisch eingekleidete drehte sich zum Spiegel, der weiße, eng anliegende Stoff schmeichelte ihrer Figur sehr musste sie zugeben, aber ihr Vater wäre außer sich, wenn sie so zu Hause rumlaufen würde. „Das kann ich nicht, meine Eltern sperren mich in ein Internat, wenn ich sowas anziehe.“ „Dann zieh es halt nur auswärts an… kannst du mir schnell helfen? Ich will mal wissen wie so einer mir stehen würde, stellst das Band vorne bitte schnell ein?“ Die junge Frau die vo Ivana stand war gerade dabei ihre Haare wieder zurecht zu rücken wesshalb sie ihre Kameradin fragte ihr zur Hand zu gehen. Ivana nickte, zögerte aber etwas, bevor sie nach der kleinen Schnalle vor dem Brustbein ihrer Freundin griff. Diese klemmte etwas weshalb sie ziemlich stark daran ziehen musste. Dass sie dabei ihre Hände auf den Brüsten ihrer Freundin abstützte, bemerkte sie nach ein paar Sekunden, sie nahm ihre Hände sofort von ihr weg und war dankbar, dass sie nichts sagte.
Shalera hatte die Augen geschlossen und den Kopf zur Seite gelegt, als Ivana sie auf den Hals geküsst hatte. Sie streichelte sanft über den Oberkörper der Asari, etwas hilflos tasteten sich ihre Finger an den BH ihrer Liebsten heran, sie traute sich nicht recht sie auszuziehen, weshalb sie sie vorsichtig durch den Stoff zu massieren begann. Shalera blickte ihr tief in die Augen, die beiden funkelnden Saphire, die sie anschauten, strahlten vor Freude, trugen aber auch Besorgnis in sich. Sie ließ sich auf die Matratze sinken und legte ihre Arme um Ivana „Bist du sicher, dass du das hier auch für dich selbst willst und nicht nur für mich?“ Ihr Gegenüber bejahte mit einem Nicken „Ja, ich weiß was meine Gefühle für dich von mir verlangen und ich möchte ihnen gerne eine Chance geben… ich weiß aber nicht genau wie, das hier ist mein erstes mal…“ Sie warf ihr einen bittenden Blick zu „Könntest du es mir wohlmöglich zeigen?“ „Wirklich? Wenn du das möchtest, gerne…“ Shalera richtete sich auf, sodass sie beide voreinander knieten. „Ich hätte nicht gedacht, dass mir die Ehre gebührt dich zur Frau zu machen…“ „Ich wüsste niemanden mit dem ich das lieber täte.“ Nach einem langen liebevollen Kuss fragte sie. „Möchtest du deinen BH ausziehen?“ Gehorsam folge Ivana der Anweisung ihrer Liebsten und streifte das Kleidungsstück ab. Shalera legte ihre Hände an ihre Seiten und ließ sie langsam an ihr hochwandern. Ihr Blick sprang dabei immer wieder zu Ivanas Gesicht, damit sie beim kleinsten Anzeichen von Unbehagen reagieren konnte. Sie konnte erkennen, dass sie immer noch nervös war, diesmal aber weniger als vorhin. „Möchtest du mir auch aus meinem helfen…?“ Nachdem Ivana ihren Oberkörper entblößt hatte, begann die Asari vorsichtig deren seidige Haut und ihre Knospen zu streicheln „Du hast schöne Brüste… darf ich?“, fragte sie, nachdem sie sich ein wenig auf sie zubewegt hatte. „Mhm“ bekam die Gefragte hervor, ihr Geist schien mit der Situation überfordert, sie brachte es jedenfalls kaum mehr zustande logische Gedanken zu fassen. Ivana zuckte ein wenig zusammen, als sie den sanften Druck auf ihrer Haut spürte. Shalera machte sich mit Lippen und Zunge an ihren Brüsten zu schaffen. Noch nie hatte sie solche Berührungen gespürt, sie fühlten sich viel intensiver an, als ihre eigenen. Um das Kribbeln in ihrem Schoß zu linder, presste sie ihre Oberschenkel zusammen, doch das nützte auch nicht viel. Nach kurzer Zeit konnte sie es nicht mehr unterdrücken und ein leises wohliges Stöhnen entfuhr ihr. Shalera lächelte sie an, gab ihr einen Kuss und lehnte sich anschließend zurück. Die Aufforderung kam trotz wortloser Form an, nun war sie daran es zu versuchen. Obwohl sie so etwas noch nie zuvor getan hatte, schien ihr Körper zu wissen wie sie handeln musste und so verließ sie sich auf ihre Gefühle. Was anscheinend gut funktionierte, wie sie der Mimik ihrer Freundin entnehmen konnte. Die akustische Bestätigung folgte wenig später „Mmh, und du bist dir sicher, dass du so etwas noch nie zuvor gemacht hast?“ Sie griff nach der einen Hand der jungen Frau, um diese zu lenken. Sie spürte weichen Stoff unter ihren Fingerspitzen, der dünne Wulst bildete den oberen Rand des Slips ihrer Freundin. Mit jedem Zentimeter wurde sie angespannter, als Shalera ihre Hand schließlich losließ,wusste sie nicht so recht weiter. Die Asari machte jedoch keine Anstalten ihr zu helfen. Sie würde ihre Erfahrungen selbst sammeln müssen. „Du darfst mit mir anstellen was du willst, ich lasse dir freie Hand.“ Ivana wusste das Vertrauen ihrer Freundin zu schätzen, aber ihr wäre es lieber gewesen, wenn sie die Führung übernommen hätte, weshalb sie nach ihr Hand griff „Ich möchte, dass das hier auch für dich schön wird, du wirst mir aber etwas helfen müssen damit das klappt…“ „Aber nur weil du so niedlich aussiehst, wenn du nicht mehr weiter weißt… beweg deine Hand ein wenig, keine Angst, du kannst kaum etwas falsch machen…Ou“ Ihre blauen Finger hatten das Höschen ihrer Liebsten erreicht „Da ist aber jemand schon ziemlich heiß…“, meinte sie mit breitem Grinsen, als sie spüren konnte, dass der Stoff feucht war. Ivana errötete etwas, auch wenn sie Shalera liebte, war es ihr irgendwie peinlich. Bereits nach kurzem wanderten die Finger ihrer Liebsten unter ihren Slip und brachte Ivana dazu sich anzuspannen. Das Kribbeln in ihrem Schoß war beinahe unerträglich geworden, doch nun war es den Berührungen Shaleras Finger gewichen. Unfähig sich zu beherrschen begann sie zu stöhnen. Sie versuchte die Laute der wohltat zu unterdrücken, schaffte es jedoch nicht komplett. „Entspann dich, kämpf nicht dagegen an. Vertraust du mir?“ Sofort nickte sie. „Gut, dann öffne dich mir, es muss dir nicht peinlich sein…“ Ivana zog sich an ihrer Freundin heran und verlor sich in einem intensiven, langen und wilden Kuss, dabei drückte Shalera sie nach hinten, sodass sie auf den Rücken sank. Um es Shalera leichter zu machen sie vollends auszuziehen, schob sie ihren Slip bereits etwas nach unten. Die Asari griff lächelnd nach dem Slip und fädelte ihn über die langen geschmeidigen Beine ihrer Freundin aus. Sie wusste, dass Ivana eher verschlossen war und für unanständige Dinge kaum zu begeistern war, weshalb sie sie nun absichtlich etwas reizen wollte. Sie legte ihre Hände innen an ihre Knie und schob selbige nach außen, sodass Ivana keine Möglichkeit hatte ihre Blöße zu bedecken oder sich sonst irgendwie zu verschließen. Dieser stand ins Gesicht geschrieben, dass ihr ihre Lage unangenehm war, aber um sich weiterhin ihren Zärtlichkeiten hingeben zu können, akzeptierte sie es. Ihr wurde innerlich heiß, als Shalera, nachdem sie sich von ihr gelöst hatte, langsam an ihr entlang tiefer wanderte. Ihre Muskeln verkrampften sich, als ihre Zungenspitze über ihre Leiste zu tanzen begann. Ein Zucken ging durch ihren Körper und sie atmete ruckartig ein, als ihre Freundin ihre Lippen auf ihren Schoß legte und selbigen zu liebkosen begann. „Oh Gott“, hauchte Ivana atemlos, während sie sich an der Matratze festkrallte. Sehr zum Gefallen der Asari beachtete sie ihren Rat und ließ sich einfach fallen.
„Bist du endlich fertig?“ die Frage kam relativ direkt und ungehalten. „Jaja, warte, ich bin gleich soweit“ „Das sagst du schon seit ner Ewigkeit.“ „Ich komme, ich komme… so schon fertig“ Jenni schaltete ihr UW ab, sie hatte gerade den detaillierten Bericht an Reeston fertig geschrieben und ihm selbigen geschickt. „Ich dachte schon ich vereinsame hier noch komplett…“, meinte Kiara neckisch, sie lag quer auf dem Bett, das Kopfkissen unter den Armen als Stütze eingeklemmt. Sie warf Jenni einen verführerischen Blick zu und lächelte sie an. „Ach komm, das waren doch nur fünfzehn Minuten“, antwortete Jenni beschwichtigend, während sie ihre Hose auszog. „Fünfzehn Minuten in denen ich alleine hier liegen musste… und nicht mit dir kuscheln konnte“, erhielt sie von einer Asari mit Schmollmund als Antwort. „Aber jetzt bin ich ja hier“ Kiara rollte sich zur Seite, streckte die Arme nach Jenni aus und zog sie eng an sich, während sie sich küssten. Es tat einfach nur gut nah bei der geliebten Person zu sein und Jenni wollte sie nur noch enger in den Arm nehmen, um sich an ihrer Wärme aufzutanken. Nach einem langen Kuss lösten sie sich kurz voneinander. Kiara zog die Decke über sie Beide hoch und schaute Jenni anschließend in die Augen. „Ich liebe dich“, flüsterte sie ihr leise zu. „Ich dich auch“, erwiderte die Asari liebevoll. Die nächsten Minuten waren wie im Flug vergangen, obwohl sie nur dagelegen hatten. Im Zimmer herrschte Stille und außer dem Atem ihrer Liebsten konnte sie nichts hören. Plötzlich horchte sie auf, ein Grinsen wanderte auf ihr Gesicht. Auf Kiaras fragenden Blick hin deutete sie auf die Wand am Kopfende des Bettes. Nach ein paar Sekunden erklärte sie sich. „Klingt als hätte Ivana Spaß“ Das Erstaunen in Kiaras Blick wurde noch etwas größer. „Lausch mal“. Verwundert hob sie den Kopf, bewegte sich näher an die Wand und hielt den Atem an. Tatsächlich war eine gedämpfte, kaum hörbare Stimme zu vernehmen. Auch wenn sie nicht verstehen konnte was sie sagte, ließen die Laute doch keine Zweifel welcher Aktivität sie gerade nachgingen. „Ich weiß nicht was mich mehr empören soll, die Tatsache das du deine Kameradinnen belauschst oder die Tatsache, dass du Ivana an ihrem Stöhnen erkannt hast.“ „Um hier irgendwelche Fehlschlüsse zu vermeiden, erstens wusste ich, dass sie da drüben ist, weil ich sie da eingeteilt habe und zweitens habe ich gewusst, dass sie und Shalera wahrscheinlich damit beschäftigt sein würden, weil Shalera mir gesagt hat, dass sie Ivana einen Stups in diese Richtung geben wollte.“ Kiara hob die Augenbrauen, als sie sie anschaute, als glaube sie ihr nicht „Vielleicht sollte ich dir auch einen Stups in diese Richtung geben“, säuselte sie schließlich. „Ich weiß nicht, ich bin müde und der Tag war hart…“ Nachdem sie eine Sekunde lang erstaunt in ihrer Pose verharrt war, kniete sie sich nun über Jennis Schoß „Das kann nicht dein Ernst sein, das kannst du doch nicht machen. Wie soll ich denn schlafen, wenn du mich darauf hingewiesen hast, dass ich zwei Kameradinnen beim Sex hören kann? Wenn ich mich jetzt hinlege, werd ich automatisch hinhören…“ „Und das was du hörst macht dich an, nicht wahr?“, entgegnete Jenni neckisch. „Und wenn ich dir nicht zur Hand gehe… bist du verdorben genug das selbst zu tun?“ „Soso, darum geht es dir also, du willst hören, dass ich zustimme, nicht wahr?“ „Aber nein, dann gehe ich zu den beiden rüber und frage, ob ich mitmachen darf.“ Sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen als sie Jennis verdutztes Gesicht sah. „Ok, gehen wir“ setzte diese jedoch sofort nach. „Nein, auf keinen Fall, Ivana würde dich umbringen, wenn du da jetzt reingehst… und zudem will ich dich ganz für mich allein.“ Jenni ließ ihre Fingernägel ganz behutsam über Kiaras Rücken wandern, ihre Mine sagte deutlich aus, dass sie Gefallen daran fand. „Und was hast du mit mir vor?“ Die Asari beugte sich zu ihrer Liebsten herab, und stützte sich neben ihren Kopf ab. „Ich nehm einen der Vorhänge, reiße einen Streifen davon ab und fessle dich damit ans Bett.“ „Verbind mir damit doch lieber die Augen“, erwiderte die junge Frau lächelnd. Kiara sah erst sie an und dann den Vorhang, ein breites verspieltes Grinsen wanderte auf ihr Gesicht.
„Ist da jemand geschafft?“ Die Frage galt Ivana, die sich eng an sie gekuschelt hatte, ohne sich die Mühe zu machen ihre Unterwäsche anzuziehen. Ihr Körper war bis vor einigen Sekunden noch angespannt gewesen, bevor sie unter lautem und einem intensiven Höhepunkt zusammengesunken war. Es war bereits ihr zweiter an diesem Abend gewesen, nach ihrem ersten hatte sie sich unbedingt bei Shalera revanchieren wollen, diese hatte ihr dabei geholfen, wo immer Ivana unsicher gewirkt hatte. Währenddessen hatten ihre Hände immer mal wieder den Weg zum Körper ihrer Freundin gefunden, um sie selbst ein wenig in Fahrt zu bringen, was ihr anscheinend besser gelungen war, als erwartet. Nachdem sie ebenfalls ihren Höhepunkt, der sehr zum Lob von Ivana, ausgesprochen heftig gewesen war, gehabt hatte, hatte es nur noch einen kleinen Schups gebraucht, um diese erneut laut aufstöhnen zu lassen. Nun lag sie mit zutiefst zufriedener Mine neben ihr, sichtlich erschöpft und müde. „Mhm“, gurrte sie und klemmte Shaleras Bein sanft zwischen ihre eigenen. Die Asari lag halb auf dem Rücken, halb auf der Seite, während Ivana ihr zugewandt auf der Seite lag. Shalera sah mit einem zufriedenen Lächeln zu ihrer Liebsten, deren Atmung bereits langsamer und gleichmäßiger wurde.
Die ersten Strahlen der Sonne ließen sie erwachen, seit Wochen hatte sie nicht mehr so gut geschlafen, obwohl sie in fremden Betten normalerweise kein Auge zu bekam. Als sie ihre öffnete, weiteten sich ihre Pupillen, ihr Kopf lag auf Shaleras Schulter und direkt vor ihrem Gesicht sah sie deren nackte Brüste, was nicht nur bedeutete, dass die letzte Nacht kein Traum gewesen war ,sondern auch ,dass ihnen die Decke runtergerutscht war. Sie hatten also nackt und die Decke fast bis zum Bauch runtergerutscht geschlafen, wer auch immer das Zimmer betreten hatte oder jetzt betreten würde, sähe zwei Allianzsoldatinnen, nackt in einem Bett eines Zweibettzimmers und aneinander gekuschelt. Der Gedanken war furchtbar unangenehm, aber sie wollte Shalera nicht wecken, weshalb sie sich nicht bewegen konnte. Sie kuschelte sich wieder an die Asari ran und schloss die Augen. Einen Augenblick später zuckte sie zusammen, jemand kitzelte sie an der Seite. Shalera begann zu lächeln obwohl ihre Augen noch geschlossen waren. Einen Moment später öffnete sie sie und gab der immer noch verdutzten Ivana einen Kuss. „Habe ich dich geweckt?“ „Mhm, aber das macht nichts, so habe ich noch etwas mehr Zeit, die ich mit dir verbringen kann.“ Sie gab ihr einen weiteren Kuss, diesmal jedoch auf ihren Hals. „Stopp, stopp, du kannst doch nicht gleich als erstes, wenn du aufwachst, über mich herfallen?“ „Das war doch nichts… willst du mal wissen, wie es ist, wenn ich über dich herfalle?“, meinte sie mit einem verschmitztem Lächeln. „Nicht um diese Uhrzeit… es könnte jeden Moment jemand reinkommen und uns so sehen.“ „Stimmt, wir sollten es nicht zweimal herausfordern… hei, ist dir aufgefallen, dass man von hier direkt zu dem Wachturm da drüben sieht?“ Ivana reagierte genau wie sie es sich erhofft hatte, nach einem kurzen Blick durch das Fenster stellte sie fest, dass das stimmte, einen Moment später realisierte sie, was dies bedeutete. Da niemand von ihnen aufgestanden war seit gestern Abend, waren die Vorhänge schon vorher offen gewesen und wer auch immer auf diesem Wachturm gestanden hatte, hätte sie sehen können. Beinahe schlagartig richtete sie sich auf, um aus dem Bett zu steigen, wurde aber auf der Bettkante gestoppt. Shalera legte ihre Arme um sie und zog sie zurück auf die Matratze. Ivana sah sie verständnislos an, „Keine Sorge, ich habe schon geschaut ob jemand da ist“, meinte die Asari beruhigend. „Was?! Du hast es gewusst und trotzdem nichts dagegen gemacht?“ „Ein bisschen Gefahr macht es doch erst recht interessant“, erhielt sie als provokante Antwort. Mit einem Seufzen versuchte sie sich aufzurichten, wurde aber immer noch festgehalten. Ivana konnte spüren, wie Shaleras Hände zielstrebig zu wandern begannen. Sie hielt sie auf und sah sie zurechtweisend an. „Ach komm, sag nicht, dass dich der Gedanke daran nicht anspricht.“ „Doch und genau das ist es was mich besorgt, einen Nacht mit dir hat gereicht, um achtzehn Jahre Erziehung meiner Eltern über den Haufen zu werfen.“
Part 2 folgt
Modifié par elitedefender2, 30 juin 2013 - 04:47 .
#590
Posté 24 juin 2013 - 07:18
Part 2
Jenni war gerade aufgestanden und hatte sich angezogen, die Sonne war bereits daran sich über den Horizont zu erheben und erhellte das Zimmer. Kiara war noch im Badezimmer, sie hatte sie noch einen Moment schlafen lassen als sie aufgewacht war. Ihr Wecker wäre jeden Moment losgegangen aber die Sonne hatte sie bereits zuvor geweckt. Nun würde sie ihre Kameraden wecken damit sie das Frühstück nicht verpassen würden. „Ich muss schnell die Anderen holen, wir treffen uns gleich unten in der Kantine.“ Die Laute die aus dem Badezimmer drangen nahm sie einfach als Zustimmung da sie nichts verstand, wahrscheinlich putzte sie sich gerade die Zähne. Als sie nach draussen in den Gang trat erschauderte ein Teil von ihr, es war kein Geräusch zu hören, dabei müssten doch jetzt alle aufstehen. Erst als ihr wieder einfiel das sie sich in den Offiziersräumen befanden entspannte sie sich etwas. Müde und nur wenig motiviert schritt sie durch den Gang und klopfte an die Türen der Zimmer ihrer Kameraden bis diese sich meldeten. Die Reihenfolge hatte sie akribisch geplant, Shalera und Ivana würde sie zuletzt wecken…. Sie hatte sich schon einen netten Spruch dafür einfallen lassen. Nach erstmaligem Klopfen kam keine Reaktion, auch beim zweiten Mal tat sich nichts. Vorsichtig öffnete sie die Tür und trat hinein, das Zimmer war leer, beide Betten zerwühlt und die Vorhänge offen. Gedämpfte Stimmen aus dem Badezimmer legten den Schluss nahe das die beiden sich dort aufhielten. Mit lauter aber freundlicher Stimme begann fragte sie „Shalera? Ivana?“ „Ja?“ tönte es sofort durch die geschlossene Tür. Jenni erkannte Ivanas Stimme „macht euch bereit, wir gehen Essen.“ „Ok, wir kommen gleich“ antwortete Shalera fröhlich. Jenni ging bis zur Eingangstür des Zimmers drehte sich dort noch einmal um und meinte breit grinsend „Aber wascht euch vorher die Finger“ bevor sie hinaustrat und die Tür hinter sich schloss. Sie konnte Ivanas Gesichtsausdruck zwar nicht sehen aber ihr war gewiss das sie Shalera im dem Moment fassungslos anschauen würde.
„Nein. Sie sind noch nicht so weit, sie machen Fortschritte aber es ist noch zu früh.“ Die Mimik seines Gegenübers verfinsterte sich und wurde zu einer emotionslosen Maske. „Sie wissen genau wie viel Geld hier drin steckt und der Zeitplan war ihnen bestens bekannt.“ Mit einem Schnauben wandte er sich von dem Blassen Admiral vor sich ab. „Es sind verdammt viele Augen auf uns gerichtet, vergessen sie das nicht!“ „Ja, und genau desshalb denke ich das war vorsichtig sein sollten, ein Monat länger warten ist meiner Meinung nach besser als ein dutzend Tote“ blaffte er. „Sie unterschätzen sie, waren nicht auch sie es der gesagt hat das sie hier fehl am Platz währen?“ „Ja Sir, gab er Zähneknirschend zu. „Ich weiss sie wollen sie bloss beschützen aber irgendwann müssen sie ihnen die Chance geben sich selbst zu beweisen.“ Reeston wusste das der Admiral Recht hatte aber es war noch zu früh. „Ich denke eine Andere Einheit…“ „Sehen sie sich ihre Soldaten an…“ er deutete auf eines der Displays. „Sie kämpfen gegen eine Kommandoeinheit der Asari…“ „Und sie verlieren“ beendete der Colonel den Satz seines Vorgesetzten. „Der Kampf ist auch nicht gerade Fair, sie können nur durch Training nie den Level erreichen. Wir währen beide in Pension und sie wären noch nicht soweit, es gibt Dinge die man nur an der Fron lernen kann.“ „Sir wenn sie der Meinung sind das es an der Zeit ist bin ich nicht in der Position sie aufzuhalten und das wissen sie.“ Der Admiral nickte, es war ihm nicht angenehm gegen Reestons Wille zu agieren. „Es ist ein kleiner Einsatz und ich habe ihre Loggs gelesen, die in den Spezialisierungskursen Vermittelten Fähigkeiten werden hier noch nicht notwendig sein. Ich übergebe ihnen dennoch das Dossier mit den Informationen die wir bereits haben, das ist streng vertraulich und darf an niemanden ausser sie und mich ausgehändigt werden“ meinte er mit strenger Stimme während er ein Dossier aus einem Schublade holte. Es war nicht sehr dick und auf dem Deckblatt standen nebst den Standard geheimhaltungshinweisen nur nutzlose und nicht aussagekräftige Informationen. Mit dem Öffnen der Mappe stellte sich dem Colonel die Nackenhaare auf und er bereute bereits dem Admiral grünes Licht gegeben zu hatte.“
Das wars auch schon wieder. Ausser euch eine (diesmal sicherlich kürzere) gute Zeit bis zum nächsten Kapitel zu wünschen bleibt mir gar nicht mehr viel übrig.
Wie immer würde ich mich über einen kurzen Kommentar, Kritik oder ein Lob freuen

Grüsse Elite
Jenni war gerade aufgestanden und hatte sich angezogen, die Sonne war bereits daran sich über den Horizont zu erheben und erhellte das Zimmer. Kiara war noch im Badezimmer, sie hatte sie noch einen Moment schlafen lassen als sie aufgewacht war. Ihr Wecker wäre jeden Moment losgegangen aber die Sonne hatte sie bereits zuvor geweckt. Nun würde sie ihre Kameraden wecken damit sie das Frühstück nicht verpassen würden. „Ich muss schnell die Anderen holen, wir treffen uns gleich unten in der Kantine.“ Die Laute die aus dem Badezimmer drangen nahm sie einfach als Zustimmung da sie nichts verstand, wahrscheinlich putzte sie sich gerade die Zähne. Als sie nach draussen in den Gang trat erschauderte ein Teil von ihr, es war kein Geräusch zu hören, dabei müssten doch jetzt alle aufstehen. Erst als ihr wieder einfiel das sie sich in den Offiziersräumen befanden entspannte sie sich etwas. Müde und nur wenig motiviert schritt sie durch den Gang und klopfte an die Türen der Zimmer ihrer Kameraden bis diese sich meldeten. Die Reihenfolge hatte sie akribisch geplant, Shalera und Ivana würde sie zuletzt wecken…. Sie hatte sich schon einen netten Spruch dafür einfallen lassen. Nach erstmaligem Klopfen kam keine Reaktion, auch beim zweiten Mal tat sich nichts. Vorsichtig öffnete sie die Tür und trat hinein, das Zimmer war leer, beide Betten zerwühlt und die Vorhänge offen. Gedämpfte Stimmen aus dem Badezimmer legten den Schluss nahe das die beiden sich dort aufhielten. Mit lauter aber freundlicher Stimme begann fragte sie „Shalera? Ivana?“ „Ja?“ tönte es sofort durch die geschlossene Tür. Jenni erkannte Ivanas Stimme „macht euch bereit, wir gehen Essen.“ „Ok, wir kommen gleich“ antwortete Shalera fröhlich. Jenni ging bis zur Eingangstür des Zimmers drehte sich dort noch einmal um und meinte breit grinsend „Aber wascht euch vorher die Finger“ bevor sie hinaustrat und die Tür hinter sich schloss. Sie konnte Ivanas Gesichtsausdruck zwar nicht sehen aber ihr war gewiss das sie Shalera im dem Moment fassungslos anschauen würde.
„Nein. Sie sind noch nicht so weit, sie machen Fortschritte aber es ist noch zu früh.“ Die Mimik seines Gegenübers verfinsterte sich und wurde zu einer emotionslosen Maske. „Sie wissen genau wie viel Geld hier drin steckt und der Zeitplan war ihnen bestens bekannt.“ Mit einem Schnauben wandte er sich von dem Blassen Admiral vor sich ab. „Es sind verdammt viele Augen auf uns gerichtet, vergessen sie das nicht!“ „Ja, und genau desshalb denke ich das war vorsichtig sein sollten, ein Monat länger warten ist meiner Meinung nach besser als ein dutzend Tote“ blaffte er. „Sie unterschätzen sie, waren nicht auch sie es der gesagt hat das sie hier fehl am Platz währen?“ „Ja Sir, gab er Zähneknirschend zu. „Ich weiss sie wollen sie bloss beschützen aber irgendwann müssen sie ihnen die Chance geben sich selbst zu beweisen.“ Reeston wusste das der Admiral Recht hatte aber es war noch zu früh. „Ich denke eine Andere Einheit…“ „Sehen sie sich ihre Soldaten an…“ er deutete auf eines der Displays. „Sie kämpfen gegen eine Kommandoeinheit der Asari…“ „Und sie verlieren“ beendete der Colonel den Satz seines Vorgesetzten. „Der Kampf ist auch nicht gerade Fair, sie können nur durch Training nie den Level erreichen. Wir währen beide in Pension und sie wären noch nicht soweit, es gibt Dinge die man nur an der Fron lernen kann.“ „Sir wenn sie der Meinung sind das es an der Zeit ist bin ich nicht in der Position sie aufzuhalten und das wissen sie.“ Der Admiral nickte, es war ihm nicht angenehm gegen Reestons Wille zu agieren. „Es ist ein kleiner Einsatz und ich habe ihre Loggs gelesen, die in den Spezialisierungskursen Vermittelten Fähigkeiten werden hier noch nicht notwendig sein. Ich übergebe ihnen dennoch das Dossier mit den Informationen die wir bereits haben, das ist streng vertraulich und darf an niemanden ausser sie und mich ausgehändigt werden“ meinte er mit strenger Stimme während er ein Dossier aus einem Schublade holte. Es war nicht sehr dick und auf dem Deckblatt standen nebst den Standard geheimhaltungshinweisen nur nutzlose und nicht aussagekräftige Informationen. Mit dem Öffnen der Mappe stellte sich dem Colonel die Nackenhaare auf und er bereute bereits dem Admiral grünes Licht gegeben zu hatte.“
Das wars auch schon wieder. Ausser euch eine (diesmal sicherlich kürzere) gute Zeit bis zum nächsten Kapitel zu wünschen bleibt mir gar nicht mehr viel übrig.
Wie immer würde ich mich über einen kurzen Kommentar, Kritik oder ein Lob freuen
Grüsse Elite
Modifié par elitedefender2, 24 juin 2013 - 09:06 .
#591
Posté 29 juin 2013 - 12:25
Lang lang ist es her… das ich ein Feedback schrieb, doch nun ist es wieder soweit und wie so oft, beginne ich mit denselben langweiligen Worten.
Hi elite, ^^
Also ich sitze hier und will ein Feedback schreiben, doch ich habe etwas Angst, dass ich es nicht mehr kann. Unbegründet ich weiß, aber der Mensch wäre ohne Selbstzweifel nie so weit gekommen. Ich bin zumindest froh, dass es ein so super tolles Kapitel ist, da fällt es leichter wieder reinzukommen.
Beginnen wir wo die meisten Geschichten beginnen. Am Anfang…
Ich gebe zu, ich hätte nicht erwartet, dass ich das mal sage, doch ein Cliffhanger im letzten Kapitel hätte das Wiederreinkommen etwas erleichtert. ^^ Nicht böse gemeint! Durch die Wiederholung der letzten Zeilen, des letzten Kapitels war ich bereits wieder drin.
Die Atmosphäre in der Kantine hast du schön eingefangen und es passte, dass du am Anfang diesen Sprung setzt. Von den Duschen zum Essen. Reestons Worte zu den Fähigkeiten des Trupps hast du sehr schön eingefangen und sie auf den Punkt gebracht. Warum er jedoch so ernst war, reif schon das „Da steckt mehr hinter“- Gefühl hervor. Eine sehr schöne Arbeit. Auch das Detail mit den vollen Tischen passte sehr gut und lieferte einen super Übergang. Erics Streich und Kiaras Eifersucht. =D Eine wundervolle Stelle, die zeigt, dass sie und Jenni verschiedene Charakter haben. Jennis Handling ihres Tabletts und ihres Universalwerkzeuges passte dabei sehr schön, weil es ein super Detail war.
Der Scherz auf Erics Kosen saß dann ziemlich. Der Arme kriegt seinen verdienten Lohn. Ist für ihn aber auch besser als die Alternative. Kiara, die ihn durch die Kantine schleudert. Nicht empfehlenswert, aber lustig zu lesen. ^^ Aber weiter… Eriks Charakter hast du exzellent getroffen, indem du ihm eine Silberzunge schenktest. Er kann mit Worten tanzen und Gespräche lenken. Eine nicht zu unterschätzende Fähigkeit. Obwohl sich auch andere Fähigkeiten sehen lassen können, wie zum Beispiel die der BDF. Reeston wirkt wirklich väterlich, indem er ihnen nicht zu genau sagt, dass sie schon ziemlich gut sind. Dass es das Team dann über die anderen erfährt finde ich super. Wer braucht Fernseher und Internet, wenn es Klatschmäuler gibt.
Die Hervorhebung der Waffen war dann ebenfalls eine schöne Passage, die die Atmosphäre und das atmosphärische Geflecht super verstärkte, ebenso wie die Frage an Shalera und Kiara. Man spürt noch gewisse Grenzen zwischen den Spezis. Man sieht sich doch mit anderen Augen, obwohl man an sich die gleichen Gefühle verspüren müsste, wie jeder andere Soldat, der gegen die eigene Spezis kämpft. Ein schöner Punkt, der die Herkunft der beiden Asari super hervorhebt.
Eriks Witz gefiel mir dann ebenfalls sehr gut. Die anderen immer ein bisschen ärgern. Wenn es den anderen gefällt, gefällt es wenigstens dem der ärgert. ^^ Ein schöner charakterliche Zug von Erik, der einen grinsen lässt und der die nächste Problematik erfolgreich einläutet. Wo sollen sie schlafen? Eine interessante Entwicklung, die sich interessant entwickelt. =D Was ich aber anmerken möchte an dieser Stelle, ist folgender Satz: „Nein, ich schaue mal ob ich den Colonel irgendwo finde…“ Der Satz ist tadellos, doch es folgt danach sofort die nächste Aussage, sodass man nicht weiß, wer jetzt gesprochen hat. Ich würde halt noch davor oder dahinter etwas packen, wie das hier: „erklärte Jenni, wobei sie aufstand.“ Ansonsten hat man halt ein Fragzeichen im Kopf, dass sich erst später auflöst. Ist allerdings ein Detail!!!
Lange suchen mussten Jenni und Shalera dann nicht und ich muss dir leider etwas sagen… Du weiß damals habe ich Reeston gemocht. Aber dieses Mal… Ich weiß nicht! Ich würde ihn gerne noch mögen, doch ich kann nicht, dafür LIEBE ich ihn zu sehr!!! Boah wie geil der Typ einfach ist!!! Dreimal „Er lebe hoch“ auf Reeston! =D
Er lebe hoch!
Er lebe hoch!
Er lebe hoch!
Und nun drei „Er lebe hoch!“ für seinen Schöpfer. (Ja das bist du)
=D
Er lebe hoch!
Er lebe hoch!
Er lebe hoch!
Ich danke dir einfach für so einen geilen Charakter!!! *umarm*
Du hast ihn und die Nachwirkungen seiner „Besprechung“ super getroffen. Ein super Punkt und eine brillante Darstellung!!!
Die Entwicklung, dass sie beide Tage da sind, ist auch sehr, gut, allerdings dachte ich sie wären es so oder so. Bin mir aber ehrlich gesagt auch unsicher, da diese Stelle schon ein zwei Tage zurück liegt.
Reestons Alkohol Level wird auch super deutlich, als er niedergeschlagen über Jennis und Shaleras Reaktion ist. ^^ Der Typ ist schon sehrrrrr fröhlich.
Ergänzen würde ich aber auch noch etwas. Reeston sagt lediglich, dass die Zimmer im zweiten Stock lägen, aber Jenni weiß nachher wie viele Zimmer es sind. Ich würde bei Reestons Aussage noch ergänzen: „…die Zimmer liegen im zweiten Stock, Raum XY bis Raum XY,…
Fröhlich sind auch die beiden Frauen, als sie es realisieren. Der dezente Hinweis mit den „ähnlichen Gründen“ sorgte dann für ein schönes Schmunzeln, ebenso wie das Fass Bier. Vergiss es später nicht.
Verstärkt wurde das Schmunzeln durch Shaleras Bitte. Ein schöner Moment, der ihren Charakter vertieft. Sie ist die diejenige mit mehr Erfahrung.
Kommen wir jetzt zu meiner wohl größten Anmerkung.
Wie weit Shalera und Ivana sind in ihrer Beziehung. Ich bin etwas verwirrt, da Ivana, so glaube ich, vor einigen Kapiteln erzählte, dass sie Shalera, bei dem freien Wochenende mit in ihr Zimmer genommen hätte und ihrer, darüber erbosten Mutter sagte, dass sie überprüfen wollte, ob sie es mit den Bienchen und Blümchen auch wirklich richtig verstanden hätte. Ich bin ehrlich, ich bin mir unsicher wie es genau ablief, oder ob es jemand anders war, oder ob sie damals Sex hatten. Ich verstand es lediglich so, doch so wie es jetzt da steht, auch mit dem Konflikt von Ivana, gefällt es mir besser, dass es ihren Charakter mehr ausschmückt. Oder meinst du die Zurückhaltung von Ivana, beim letzten Wochenende, als ihre anfänglichen Versuche der Bienchen und Blümchen?
Egal wie es ausfällt, du kannst mir eins glauben! Es ist Detailebene! Also mach dir keinen zu großen Kopf darum!
Die kleine Folter ihrer Kameraden passte dann zu Jenni. Sie ärgert auch gerne und ihre Rolle als Anführerin wird sehr gut deutlich. Sie verschafft sich Gehör und Shalera sieht in Jenni auch ihre Anführerin, als sie sie um eines der Zimmer bittet.
Kiaras Verlangen wird durch ihr ungeduldiges Warten schön deutlich. ^^
So langsam wird sie die treibende Sexuelle Kraft in der Beziehung. =D
Kommen wir jetzt zu den intimen Szenen.
Ich werde diese nicht zu direkt behandeln, weil gerade hier die Vorstellungen weit auseinander gehen können, doch ich natürlich sag ich dir genug. Ich fand sie super. Die Darstellung war gut zu visualisieren und die gehobenen Umschreibungen und Ausdrucksweisen, gaben allem dem Schlief, sodass es eine gesellschaftstaugliche und wunderbare Szene, eines liebevollen Moments war. Obwohl liebevoll? Am Anfang und am Ende wohl eher. Eine schöne Dramasituation, die du dort eingebettet hast. Ivanas Angst wurde deutlich und Shalera fühlt sich für ihre Fehler furchtbar. Es zeigt, dass jeder Fehler macht und Shalera, ebenso wie Jenni einst, von ihrem Verlangen kontrolliert wird, auch wenn es Shalera härter trifft. Ihre Reaktion daraufhin fand ich wundervoll. Einzig eine kleine Träne hätte noch gut gepasst, doch da es eher auch Sexualität ausgelegt war, versteh ich warum du verzichtetest. Shalera sollte ihre Position, durch ihre Erfahrung nicht verlieren. Nichts desto trotz fand ich diese Passage wundervoll und auch wie sich nachher alles wieder richtete.
Der Umschwung in dieser Stelle zu Ivanas Erinnerung war ein schöner „Wie, wo, was?“- Moment. Ein gut platzierter Bruch, der die Atmosphäre einmal komplett umschwenkt und den Leser wachrüttelt, weil er / sie sich völlig neu orientieren muss. Das meine ich ausschließlich positiv!!! Es ist ein wundervoller Kontrast und zeigt, dass Ivana schon immer eher das Mauerblümchen war. Eine schöne Stärkung ihres Charakters und eine super Darstellung dieses Lebensaspektes, auch wenn ich noch eine kleine Ergänzung empfehlen würde, warum Ivana das Band einstellen soll. Vorschlag: Die Freundin ist gerade dabei sich einen Zopf zu binden, weil sie natürlich gut im Spiegel aussehen will, oder weil ihr alter Zopf verrutscht ist.
Der weitere intime Teil gefiel mir auch sehr gut und zeugt von hohem Niveau!!!
Kommen wir jetzt zu einem Punkt, den ich las und mich gar nicht mehr eingekriegt habe. ^^ =D
„„Ich weiß nicht was mich mehr empören soll, die Tatsache das du deine Kameradinnen belauschst oder die Tatsache, dass du Ivana an ihrem Stöhnen erkannt hast.““ Ich habe gelacht wie sonst was und will dir zu diesem wundervollen Gag gratulieren. Wirklich wundervoll!!!
Doch leider muss ich auch mal wieder etwas anmerken. Das Gespräch wo Jenni möchte, dass Kiara sie bittet und eine von beiden sagt, sie würde dann rüber gehen. Ich tippe auf Kiara, doch dann würde die Aufteilung nicht ganz hinkommen. Jenni fragt: „Und wenn ich dir nicht zur Hand gehe… bist du verdorben genug das selbst zu tun?“ Kiara erwidert: „Soso, darum geht es dir also, du willst hören, dass ich zustimme, nicht wahr?“ und dann müsste Kiara doch eigentlich auch sagen: „Aber nein, dann gehe ich zu den beiden rüber und frage, ob ich mitmachen darf.“, oder? Momentan würde ich es von der Aufteilung im Kapitel aber eher so lesen, dass Jenni sagt: „Aber nein, dann gehe ich zu den beiden rüber und frage, ob ich mitmachen darf.“
Ich hoffe man versteht was ich sagen will. Ich würde es nochmal überlesen und ein oder zwei Einschiebungen vorschlagen, wie „Jenni sagt:“ „Kiara stellt fest:“ etc.
Die Brücke mit der Kordel gelang dir aber zweifellos. Eine geile Stelle, die einen zurückerinnern lässt. ^^
Das Einschlafen und Aufwachen von Shalera und Ivana trafst du vorzüglich und gabst beiden Momenten einen wunderbaren glücklichen Unterton. Das Shalera noch nicht ganz gelöscht ist, sieht man. ^^ Ein schöner Witz mit dem Herfallen und eine ebenso witzige Steigerung durch den Wachturm. =D Arme Ivana! Enden tut dieser Abschnitt dann ebenfalls mit einem dicken Grinsen. So geht die Erziehung unter. ^^
Jennis Wecken macht dann erneut ihre Funktion als Anführerin deutlich und der Spruch zu Shalera und Ivana passt wunderbar. Ivana kriegt es doch wieder ad und ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. Eine schöne Stelle, die die Charaktere wieder deutlich abzeichnet. Sehr gut!!!
Diese Kapitel war im Großen und Ganzen sehr entspannend und liebevoll, was ein schöner Kontrast zu den letzten Kapiteln ist und super in die Geschichte passte, doch ich sehe schon, dass es nicht so bleibt. Reestons Reaktion auf die erste Mission der BDF lässt einiges vermuten. Es geht los, wobei du exzellent auf den Trainingsstad des Teams geachtete hast. Sie kriegen erst einmal etwas Einfaches, doch es wirklich einfach ist, wage ich zu bezweifeln. Es schürt die Spannung und ist ein wundervoller Ausklang, der mich und viele andere vermutlich auch interessiert zurücklässt.
Ein wundervolles Kapitel, welches durch viele Details, eine harmonische Atmosphäre und gute Formulierung ordentlich punktete.
Die Kritik ist an sich oberflächlicher Natur und sollte durch ein aufmerksames Überlesen deinerseits problemlos zu beheben sein.
So endet dieses Feedback und ich erwarte mit Freude und Spannung, was mich im nächsten erwartet.
Schöne Grüße
Kieferbruch
Hi elite, ^^
Also ich sitze hier und will ein Feedback schreiben, doch ich habe etwas Angst, dass ich es nicht mehr kann. Unbegründet ich weiß, aber der Mensch wäre ohne Selbstzweifel nie so weit gekommen. Ich bin zumindest froh, dass es ein so super tolles Kapitel ist, da fällt es leichter wieder reinzukommen.
Beginnen wir wo die meisten Geschichten beginnen. Am Anfang…
Ich gebe zu, ich hätte nicht erwartet, dass ich das mal sage, doch ein Cliffhanger im letzten Kapitel hätte das Wiederreinkommen etwas erleichtert. ^^ Nicht böse gemeint! Durch die Wiederholung der letzten Zeilen, des letzten Kapitels war ich bereits wieder drin.
Die Atmosphäre in der Kantine hast du schön eingefangen und es passte, dass du am Anfang diesen Sprung setzt. Von den Duschen zum Essen. Reestons Worte zu den Fähigkeiten des Trupps hast du sehr schön eingefangen und sie auf den Punkt gebracht. Warum er jedoch so ernst war, reif schon das „Da steckt mehr hinter“- Gefühl hervor. Eine sehr schöne Arbeit. Auch das Detail mit den vollen Tischen passte sehr gut und lieferte einen super Übergang. Erics Streich und Kiaras Eifersucht. =D Eine wundervolle Stelle, die zeigt, dass sie und Jenni verschiedene Charakter haben. Jennis Handling ihres Tabletts und ihres Universalwerkzeuges passte dabei sehr schön, weil es ein super Detail war.
Der Scherz auf Erics Kosen saß dann ziemlich. Der Arme kriegt seinen verdienten Lohn. Ist für ihn aber auch besser als die Alternative. Kiara, die ihn durch die Kantine schleudert. Nicht empfehlenswert, aber lustig zu lesen. ^^ Aber weiter… Eriks Charakter hast du exzellent getroffen, indem du ihm eine Silberzunge schenktest. Er kann mit Worten tanzen und Gespräche lenken. Eine nicht zu unterschätzende Fähigkeit. Obwohl sich auch andere Fähigkeiten sehen lassen können, wie zum Beispiel die der BDF. Reeston wirkt wirklich väterlich, indem er ihnen nicht zu genau sagt, dass sie schon ziemlich gut sind. Dass es das Team dann über die anderen erfährt finde ich super. Wer braucht Fernseher und Internet, wenn es Klatschmäuler gibt.
Eriks Witz gefiel mir dann ebenfalls sehr gut. Die anderen immer ein bisschen ärgern. Wenn es den anderen gefällt, gefällt es wenigstens dem der ärgert. ^^ Ein schöner charakterliche Zug von Erik, der einen grinsen lässt und der die nächste Problematik erfolgreich einläutet. Wo sollen sie schlafen? Eine interessante Entwicklung, die sich interessant entwickelt. =D Was ich aber anmerken möchte an dieser Stelle, ist folgender Satz: „Nein, ich schaue mal ob ich den Colonel irgendwo finde…“ Der Satz ist tadellos, doch es folgt danach sofort die nächste Aussage, sodass man nicht weiß, wer jetzt gesprochen hat. Ich würde halt noch davor oder dahinter etwas packen, wie das hier: „erklärte Jenni, wobei sie aufstand.“ Ansonsten hat man halt ein Fragzeichen im Kopf, dass sich erst später auflöst. Ist allerdings ein Detail!!!
Lange suchen mussten Jenni und Shalera dann nicht und ich muss dir leider etwas sagen… Du weiß damals habe ich Reeston gemocht. Aber dieses Mal… Ich weiß nicht! Ich würde ihn gerne noch mögen, doch ich kann nicht, dafür LIEBE ich ihn zu sehr!!! Boah wie geil der Typ einfach ist!!! Dreimal „Er lebe hoch“ auf Reeston! =D
Er lebe hoch!
Er lebe hoch!
Er lebe hoch!
Und nun drei „Er lebe hoch!“ für seinen Schöpfer. (Ja das bist du)
Er lebe hoch!
Er lebe hoch!
Er lebe hoch!
Ich danke dir einfach für so einen geilen Charakter!!! *umarm*
Du hast ihn und die Nachwirkungen seiner „Besprechung“ super getroffen. Ein super Punkt und eine brillante Darstellung!!!
Die Entwicklung, dass sie beide Tage da sind, ist auch sehr, gut, allerdings dachte ich sie wären es so oder so. Bin mir aber ehrlich gesagt auch unsicher, da diese Stelle schon ein zwei Tage zurück liegt.
Reestons Alkohol Level wird auch super deutlich, als er niedergeschlagen über Jennis und Shaleras Reaktion ist. ^^ Der Typ ist schon sehrrrrr fröhlich.
Ergänzen würde ich aber auch noch etwas. Reeston sagt lediglich, dass die Zimmer im zweiten Stock lägen, aber Jenni weiß nachher wie viele Zimmer es sind. Ich würde bei Reestons Aussage noch ergänzen: „…die Zimmer liegen im zweiten Stock, Raum XY bis Raum XY,…
Fröhlich sind auch die beiden Frauen, als sie es realisieren. Der dezente Hinweis mit den „ähnlichen Gründen“ sorgte dann für ein schönes Schmunzeln, ebenso wie das Fass Bier. Vergiss es später nicht.
Verstärkt wurde das Schmunzeln durch Shaleras Bitte. Ein schöner Moment, der ihren Charakter vertieft. Sie ist die diejenige mit mehr Erfahrung.
Kommen wir jetzt zu meiner wohl größten Anmerkung.
Wie weit Shalera und Ivana sind in ihrer Beziehung. Ich bin etwas verwirrt, da Ivana, so glaube ich, vor einigen Kapiteln erzählte, dass sie Shalera, bei dem freien Wochenende mit in ihr Zimmer genommen hätte und ihrer, darüber erbosten Mutter sagte, dass sie überprüfen wollte, ob sie es mit den Bienchen und Blümchen auch wirklich richtig verstanden hätte. Ich bin ehrlich, ich bin mir unsicher wie es genau ablief, oder ob es jemand anders war, oder ob sie damals Sex hatten. Ich verstand es lediglich so, doch so wie es jetzt da steht, auch mit dem Konflikt von Ivana, gefällt es mir besser, dass es ihren Charakter mehr ausschmückt. Oder meinst du die Zurückhaltung von Ivana, beim letzten Wochenende, als ihre anfänglichen Versuche der Bienchen und Blümchen?
Egal wie es ausfällt, du kannst mir eins glauben! Es ist Detailebene! Also mach dir keinen zu großen Kopf darum!
Die kleine Folter ihrer Kameraden passte dann zu Jenni. Sie ärgert auch gerne und ihre Rolle als Anführerin wird sehr gut deutlich. Sie verschafft sich Gehör und Shalera sieht in Jenni auch ihre Anführerin, als sie sie um eines der Zimmer bittet.
Kiaras Verlangen wird durch ihr ungeduldiges Warten schön deutlich. ^^
So langsam wird sie die treibende Sexuelle Kraft in der Beziehung. =D
Kommen wir jetzt zu den intimen Szenen.
Ich werde diese nicht zu direkt behandeln, weil gerade hier die Vorstellungen weit auseinander gehen können, doch ich natürlich sag ich dir genug. Ich fand sie super. Die Darstellung war gut zu visualisieren und die gehobenen Umschreibungen und Ausdrucksweisen, gaben allem dem Schlief, sodass es eine gesellschaftstaugliche und wunderbare Szene, eines liebevollen Moments war. Obwohl liebevoll? Am Anfang und am Ende wohl eher. Eine schöne Dramasituation, die du dort eingebettet hast. Ivanas Angst wurde deutlich und Shalera fühlt sich für ihre Fehler furchtbar. Es zeigt, dass jeder Fehler macht und Shalera, ebenso wie Jenni einst, von ihrem Verlangen kontrolliert wird, auch wenn es Shalera härter trifft. Ihre Reaktion daraufhin fand ich wundervoll. Einzig eine kleine Träne hätte noch gut gepasst, doch da es eher auch Sexualität ausgelegt war, versteh ich warum du verzichtetest. Shalera sollte ihre Position, durch ihre Erfahrung nicht verlieren. Nichts desto trotz fand ich diese Passage wundervoll und auch wie sich nachher alles wieder richtete.
Der Umschwung in dieser Stelle zu Ivanas Erinnerung war ein schöner „Wie, wo, was?“- Moment. Ein gut platzierter Bruch, der die Atmosphäre einmal komplett umschwenkt und den Leser wachrüttelt, weil er / sie sich völlig neu orientieren muss. Das meine ich ausschließlich positiv!!! Es ist ein wundervoller Kontrast und zeigt, dass Ivana schon immer eher das Mauerblümchen war. Eine schöne Stärkung ihres Charakters und eine super Darstellung dieses Lebensaspektes, auch wenn ich noch eine kleine Ergänzung empfehlen würde, warum Ivana das Band einstellen soll. Vorschlag: Die Freundin ist gerade dabei sich einen Zopf zu binden, weil sie natürlich gut im Spiegel aussehen will, oder weil ihr alter Zopf verrutscht ist.
Der weitere intime Teil gefiel mir auch sehr gut und zeugt von hohem Niveau!!!
Kommen wir jetzt zu einem Punkt, den ich las und mich gar nicht mehr eingekriegt habe. ^^ =D
„„Ich weiß nicht was mich mehr empören soll, die Tatsache das du deine Kameradinnen belauschst oder die Tatsache, dass du Ivana an ihrem Stöhnen erkannt hast.““ Ich habe gelacht wie sonst was und will dir zu diesem wundervollen Gag gratulieren. Wirklich wundervoll!!!
Doch leider muss ich auch mal wieder etwas anmerken. Das Gespräch wo Jenni möchte, dass Kiara sie bittet und eine von beiden sagt, sie würde dann rüber gehen. Ich tippe auf Kiara, doch dann würde die Aufteilung nicht ganz hinkommen. Jenni fragt: „Und wenn ich dir nicht zur Hand gehe… bist du verdorben genug das selbst zu tun?“ Kiara erwidert: „Soso, darum geht es dir also, du willst hören, dass ich zustimme, nicht wahr?“ und dann müsste Kiara doch eigentlich auch sagen: „Aber nein, dann gehe ich zu den beiden rüber und frage, ob ich mitmachen darf.“, oder? Momentan würde ich es von der Aufteilung im Kapitel aber eher so lesen, dass Jenni sagt: „Aber nein, dann gehe ich zu den beiden rüber und frage, ob ich mitmachen darf.“
Ich hoffe man versteht was ich sagen will. Ich würde es nochmal überlesen und ein oder zwei Einschiebungen vorschlagen, wie „Jenni sagt:“ „Kiara stellt fest:“ etc.
Die Brücke mit der Kordel gelang dir aber zweifellos. Eine geile Stelle, die einen zurückerinnern lässt. ^^
Das Einschlafen und Aufwachen von Shalera und Ivana trafst du vorzüglich und gabst beiden Momenten einen wunderbaren glücklichen Unterton. Das Shalera noch nicht ganz gelöscht ist, sieht man. ^^ Ein schöner Witz mit dem Herfallen und eine ebenso witzige Steigerung durch den Wachturm. =D Arme Ivana! Enden tut dieser Abschnitt dann ebenfalls mit einem dicken Grinsen. So geht die Erziehung unter. ^^
Jennis Wecken macht dann erneut ihre Funktion als Anführerin deutlich und der Spruch zu Shalera und Ivana passt wunderbar. Ivana kriegt es doch wieder ad und ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. Eine schöne Stelle, die die Charaktere wieder deutlich abzeichnet. Sehr gut!!!
Diese Kapitel war im Großen und Ganzen sehr entspannend und liebevoll, was ein schöner Kontrast zu den letzten Kapiteln ist und super in die Geschichte passte, doch ich sehe schon, dass es nicht so bleibt. Reestons Reaktion auf die erste Mission der BDF lässt einiges vermuten. Es geht los, wobei du exzellent auf den Trainingsstad des Teams geachtete hast. Sie kriegen erst einmal etwas Einfaches, doch es wirklich einfach ist, wage ich zu bezweifeln. Es schürt die Spannung und ist ein wundervoller Ausklang, der mich und viele andere vermutlich auch interessiert zurücklässt.
Ein wundervolles Kapitel, welches durch viele Details, eine harmonische Atmosphäre und gute Formulierung ordentlich punktete.
Die Kritik ist an sich oberflächlicher Natur und sollte durch ein aufmerksames Überlesen deinerseits problemlos zu beheben sein.
So endet dieses Feedback und ich erwarte mit Freude und Spannung, was mich im nächsten erwartet.
Schöne Grüße
Kieferbruch
#592
Posté 30 juin 2013 - 05:11
Danke für das Feedback, deine Einschätzung meiner Geschichte zu lesen hatt mir mindestens so gefehlt wie das schreiben selbst. (Erst Stress dan Grippe, da bleibt kaum Zeit und Kraft über^^)
Zum ersten Punkt in der Kantine, ich werde das sofort anschauen und korrigieren, ich danke für den Hinweis.
Zum zweiten Punkt, ich glaube stark das ich das mal erwähnt habe, so viel ich weiss aber nur von Erics sicht her und der wäre ja dann auch nicht in alles eingeweiht. Falls ich mich irre, werde ich mich um die Behebung diese Problemes kümmern.
Auch beim dritten Punkt mit den Zimmern bleibt mir kaum etwas übrig ausser zu sagen dass ich den entsprechenden Textteil noch einmal lesen um Fehler und Unklarheiten auszumerzen.
Wegen Ivana und Shalera, ich bin mir vergleichsweise (wie du erwähnt hast, ist ja schon ein paar Tage her) das ich geschrieben habe das Ivana ihr einen Vielsagenden Blick zuwarf aber nie etwas erwähnt hatte das sie wirklich sex gehabt haben. Das ganze mit Bienchen und Blümchen war mehr daran angelagt das ihre Mutter Ivana sagen wollte das es "Bienchen und Blümchen" und nicht "Blümchen und Blümchen" funktionierte^^. ( wobei es ja eigentlich ein zweites Blümchen auch noch brauchen würde rein theoretisch... aber das würde dann irgendwie den sinn dieses Spruches zerstören)
Ich wollte bei der Scene mit Ivana und Shalera wollte ich andeuten das Ivana wie von dir so schön beschrieben ein "Mauerblümchen" ist. Wenn ich noch viele Emotionen hätte einbringen wollen befürchtete ich das es unglaubwürdig oder Kitschig würde. Ist aber schwer genau zu beschreiben.
Das es sich zeigt das es bald losgeht, hast du korrekt interpretiert, es wird bald erste Gefechte geben.
Freundliche und dankbare Grüsse Elite.
Zum ersten Punkt in der Kantine, ich werde das sofort anschauen und korrigieren, ich danke für den Hinweis.
Zum zweiten Punkt, ich glaube stark das ich das mal erwähnt habe, so viel ich weiss aber nur von Erics sicht her und der wäre ja dann auch nicht in alles eingeweiht. Falls ich mich irre, werde ich mich um die Behebung diese Problemes kümmern.
Auch beim dritten Punkt mit den Zimmern bleibt mir kaum etwas übrig ausser zu sagen dass ich den entsprechenden Textteil noch einmal lesen um Fehler und Unklarheiten auszumerzen.
Wegen Ivana und Shalera, ich bin mir vergleichsweise (wie du erwähnt hast, ist ja schon ein paar Tage her) das ich geschrieben habe das Ivana ihr einen Vielsagenden Blick zuwarf aber nie etwas erwähnt hatte das sie wirklich sex gehabt haben. Das ganze mit Bienchen und Blümchen war mehr daran angelagt das ihre Mutter Ivana sagen wollte das es "Bienchen und Blümchen" und nicht "Blümchen und Blümchen" funktionierte^^. ( wobei es ja eigentlich ein zweites Blümchen auch noch brauchen würde rein theoretisch... aber das würde dann irgendwie den sinn dieses Spruches zerstören)
Ich wollte bei der Scene mit Ivana und Shalera wollte ich andeuten das Ivana wie von dir so schön beschrieben ein "Mauerblümchen" ist. Wenn ich noch viele Emotionen hätte einbringen wollen befürchtete ich das es unglaubwürdig oder Kitschig würde. Ist aber schwer genau zu beschreiben.
Das es sich zeigt das es bald losgeht, hast du korrekt interpretiert, es wird bald erste Gefechte geben.
Freundliche und dankbare Grüsse Elite.
#593
Posté 30 juin 2013 - 09:08
Es freut mich dass dir mein Feedback gefiel. War auch schön mal wieder eins zu verfassen. 
Mit den Anmerkungen war es wirklich nur Detailebene und ich grunde ist ja alles rund. ^^
Freu mich schon sehr auf den weiteren Verlauf und wie sich die ganzen Beziehungen noch entwickeln. *freu*
Mit den Anmerkungen war es wirklich nur Detailebene und ich grunde ist ja alles rund. ^^
Freu mich schon sehr auf den weiteren Verlauf und wie sich die ganzen Beziehungen noch entwickeln. *freu*
#594
Posté 07 juillet 2013 - 03:32
So eine Woche ist Vorbei, ein Neues Kapitel steht an. Ich will hier auch gar nicht mehr viele Worte verlieren und lege gleich los.
Kapitel 37
Mit klirrenden Gläsern stießen sie an. Die Anstrengungen der letzten Tage schienen weit hinter ihnen zu liegen, auch wenn deren Nachwirkungen ihnen noch deutlich in den Knochen saßen. Der Tag, der sich nun mit dem inoffiziellen zusammensitzen der Einheiten langsam dem Ende näherte, war der Anstrengendste gewesen, den Jenni seit langem erlebt hatte. Sie waren praktisch den ganzen Tag pausenlos in Kämpfe verwickelt gewesen, die ihnen alles abverlangt hatten. Die Kommandos waren erbitterte und unnachgiebige Gegner gewesen, die sie in Sachen Taktik und Zusammenspiel sie noch um einiges überflügelten. Für die noch jungen und unerfahrenen Soldaten hatte es von Anfang an nicht viel Hoffnung gegeben, doch an diesen Rest an Hoffnung hatten sie sich mit aller Kraft geklammert und stets bis zum letzten Mann oder der Letzten Frau gekämpft. Dieser Durchhaltewille und die mit jedem Kampf sinkende Hemmschwelle auch schmutzige und brutale Taktiken einzusetzen, hatten sie einige Male nahe an einen Sieg herangeführt und sie einmal sogar als Sieger vom Platz gehen lassen. Bei einer Statistik von siebzehn zu eins, wie Jenni glaubte, war dies aber dennoch ein kleiner Trost. Doch was viel wichtiger war als der Sieg, waren die Erfahrungen die sie erlangt hatten, Wissen von unschätzbarem Wert war ihnen durch die Asaribiotikerinnen übermittelt worden, wenn manchmal auch äußerst schmerzhaft. Eine weitere Trophäe, welche sie mit nach Hause nehmen konnten war die Anerkennung der Kommandos. Die Kriegerinnen wussten um das kurze Training der BDF Bescheid und hatten ihnen bezeugt, dass sie auf besten Wegen seien. Auch die Gruppierung der Turianer war ihnen ein paar Mal gegenüber getreten, diese Kämpfe waren jedoch mehr symbolisch gewesen, da man die Einheiten nicht vergleichen konnte, Biotik und Tech unterschieden sich stark. Doch nun lag das alles hinter ihnen und sie unterhielten sich alle, nicht als Konkurrenten, sondern als Kameraden, als Leute gleichen Schlages. Sie alle waren Soldaten, Krieger welche für denselben Zweck kämpften. An einem der gut gefüllten Tische im Inneren der Kantine saß die Anführerin der BDF, flankiert von zwei
Kameraden, gegenüber einer Kommando und eines Turianers. Sie waren in Gespräche vertieft und bekamen kaum mit wie die Zeit verrann. Sie waren gerade in den mitreißenden Erzählungen des Turianers über einen Einsatz zur Rettung politisch hochrangiger Personen aus den Händen von anarchistischen Terroristen, als jemand ihr die Hand auf die Schulter legte. Jenni drehte sich widerwillig um als wolle sie den Lauf der Geschichte nicht verpassen. Hinter ihr stand Marcel, der sie angrinste, die Alkoholvorschriften wurden nur noch spärlich durchgesetzt oder kontrolliert. „Eric meldet, dass die Shuttles in zwei Stunden starten werden und wer nicht bereit ist, wird zu Fuß zurück müssen.“ „Der soll mal nicht so verklemmt sein. Wir sind hier unter Kameraden und einfach abzuhauen wäre unhöflich“, erwiderte sie mit abwertender Handbewegung. „Ja genau, und wenn er ohne euch fliegt, können wir euch ja auf eurem Stützpunkt absetzen“, warf der Turianer ein, der seine Erzählung unterbrochen hatte. „Stimmt, den kleinen Umweg kann mach machen, ist ja kein Problem.“ „Das ist wirklich zu freundlich, ich werde gleich rot“, meinte Alex ironisch. Auch wenn diese Redensweise so nur unter Menschen Brauch war, kannten auch die anderen Spezies ihre Bedeutung und begannen zu lachen. Der Abend verlief größtenteils ruhig, außer einigen lautstarken Prahlereien war alles gesittet geblieben. Die Shuttles hatten sie dann doch noch erwischt. Die Erinnerungen an diese Tage erfüllte die Soldaten in den Shuttles mit Stolz.
Unter den wachsamen Augen der Ausbilderin flackerten Aufnahmen über das holografische Interface. Auf dem Schreibtisch lag ein Datentablett mit einem Bericht, daneben stand eine Tasse mit kalt gewordenem Kaffee. „Bist du immer noch in deine Aufzeichnungen vertieft?“, riss sie eine Stimme aus ihrer Konzentration. „Du brütest hier jetzt schon eine Ewigkeit, was machst du denn eigentlich?“ „Ich suche etwas“, erwiderte die Angesprochene knapp, sie war müde und hatte schon den ganzen Tag an ihrem Schreibtisch gearbeitet. „Na dann viel Spaß, ich geh mal runter und hol mir was zu essen.“ „Ok“ Bei einem Schluck von ihrer Tasse verzog sie das Gesicht und rümpfte die Nase, während sie die Tasse an den Rand des Pultes stellte. „Schmeckt ja noch beschissener als er noch heiß war“, spuckte sie angewidert aus. Mit schellen Handbewegungen schloss sie die aktuelle Aufzeichnung und öffnete die nächste. Nach einem Augenblick begann das anfangs eingefrorene Bild sich zu bewegen. In den gelangweilten Gesichtszügen der Ausbilderin regte sich plötzlich etwas. Sofort setzte sie die Aufnahme etwas zurück, beugte sich interessiert vor und startete sie erneut. Nun wanderte ein finsteres Grinsen auf ihr Gesicht und sie lehnte sich selbstzufrieden zurück.
„Du hast ne Nachricht“, meinte Garonn und stupste Jenni mit dem Ellenbogen an. Diese war gerade in ein Gespräch vertieft gewesen und hatte das Aufblinken ihres UW gar nicht mitbekommen. Sie waren gerade vom ersten Training, seit sie bei der Demonstration gewesen waren, zurückgekommen. Sie nickte dem Turianer zu und führte das angefangene Gespräch noch zu Ende, ehe sie sich ihrem UW zuwandte. Kaum hatte sie die erhaltene Nachricht geöffnet, begann sie zu grinsen, der Inhalt ließ keine Zweifel über den Absender zu. Es gab nur eine Person, die Jenni kannte, deren Nachrichten derart kurios ausfielen. Einige animierte Smileys starrten sie verwundert an oder grinsten breit. „Also dass ihr einen an der Waffel habt wusste ich ja schon immer, aber gleich so? Echt der Wahnsinn. Hi überhaupt. Jetzt weiß ich zumindest wen ich rufen kann, wenn ich meinen
Garten umgraben will.“ Anschließend war eine Aufnahme eingefügt. Eine der Kamera-Drohnen der Reporter hatte den Absprung gefilmt, selbige Aufnahme hatte ihren Weg ins Extranet gefunden und darüber anscheinend auch zu Warrek gefunden. Nach der Aufnahme waren noch einige Fragen und Antworten auf Jennis letzte Nachricht. „Hei Kiara, schau dir mal die Nachricht von Warrek an, wir sind scheinbar schon berühmt geworden.“ Die erstaunte Blicke der sie umgebenden Soldaten schienen sich förmlich unter ihre Haut zu bohren, weshalb sie die Projektion einschaltete und die Aufnahme ihres Absprungs erneut abspielte. „Das ist so im Extranet“, fügte sie nach einigen Sekunden grinsend an. Sofort kamen neue Gespräche ins laufen, die Aufnahme und die Folge deren Onlinestellung boten guten Zündstoff für hitzige Diskussionen. „Solange Warrek seinen Kalender nicht Online stellt, ist mir das eigentlich egal“, prustet Shalera, die ein paar Plätze neben Jenni saß und sich das Video gerade angesehen hatte. Ivana warf ihr einen zurechtweisenden Blick zu, doch die Asari wich diesem und allen fragenden Blicken, die nun zu ihr wanderten, unbehelligt aus. Einige Zeit später, sie waren gerade mit essen fertig geworden, erhielt die Anführerin der BDF eine zweite Nachricht, diesmal jedoch von Reeston. Das rötliche Blicken ihres UW´s verriet ihr, dass es sich um eine Nachricht hoher Dringlichkeit handelte. Instinktiv wusste sie, dass das nichts Gutes verheißen konnte und ihr Magen verkrampfte sich, als sie die Nachricht öffnete. Nach dem sie die einzige Zeile der Nachricht überflogen hatte, stutzte sie, nur um einen Augenblick später beim erneuten lesen wieder genauso erstaunt und ungläubig Inne zu halten. Ihre Mühen sich nichts anmerken zu lassen schienen wenigstens Wirkung zu zeigen. Was auch immer sie verbrochen hatte, es musste etwas ziemlich gewichtiges gewesen sein. „Parker und Nesharis in mein Büro, sofort!“ Sie las die Worte ein letztes Mal, um sich zu vergewissern, dass sie nicht halluzinierte. „Scheiße…“, zischte sie erschrocken. „Ich muss noch schnell zu Reeston“ Mit diesen Worten erhob sie sich vom Tisch und machte sich daran selbigen zu umrunden. Als sie bei ihrer Liebsten ankam, beugte sie sich vor und flüsterte ihr leise ins Ohr, was Reeston ihr gerade geschickt hatte. Erschrocken sah die Asari sie einen Moment lang an, bevor sie begriff, dass die Aussage ihrer Freundin als Aufforderung sie zu begleiten gemeint war. Die Beiden hatten die Kantine noch nicht verlassen, schon hing bereits ein erdrückender Schleier der Sorge über ihnen. Auch wenn keine von ihnen es auszusprechen wagte, war ihnen beiden klar, aus welchem Grund genau sie zwei zu Reeston gerufen wurden, wenn sie auch nicht ganz verstanden weshalb genau jetzt. Insgeheim klammerten sich beide an die Hoffnung, dass es einen anderen Grund gab. Schließlich brach Jenni das Schweigen, „Was machen wir?“ „Wie meinst du das?“, kam es von Kiara zurück. „Na ja, wenn irgendwer uns draufgekommen ist… und jemand von uns gehen muss…“ Die Pupillen der Asari weiteten sich vor Schreck und sie blieb für einen Augenblick stehen, bevor sie die Fassung wieder erlangte und wieder zu Jenni aufschloss. "Sag so etwas nicht, wir wissen ja noch nicht einmal ob es wirklich deshalb ist.“ „Doch, weshalb sollte es den sonst sein?“ Bevor sie das Gespräch weiter führen konnten, hatten sie auch schon die Treppe erreicht, welche sie in den Gang zu Reestons Büro führen würde. Allianzangestellte in Bürouniform kamen ihnen entgegen, weshalb sie das Gespräch abbrachen. „Jetzt lässt sich eh nichts mehr ändern“, seufzte sie leise.
Die schwere Holztür zum Büro des Colonels stand offen, auch wenn sie wusste, dass dem nicht so war, schien eine eisige Kälte aus dem Raum zu strömen. Auf dem ganzen Gang war niemand zu sehen, als hätten alle ihre Arbeitsplätze verlassen. Aus dem Inneren der Büros fiel Licht in den Gang, die herrschende Stille war geradezu gespenstisch. Entschlossen, zumindest äußerlich so wirkend, traten die beiden jungen Frauen in den Raum vor ihnen. „Colonel Reeston, Sir“ Die Begrüßungen kamen wie trainiert zackig und direkt. „Soldaten, setzt euch.“ Jenni wurde das Gefühl nicht los in dem strengen Blick des Colonels auch einen Hauch Trauer und Enttäuschung zu sehen, was ihre Vorahnung noch bestärkte. „Ihr wisst weshalb, ihr hier seit, nicht wahr?“ Die Stimme erklang vom Eingang des Raumes her, Jennis Körper verkrampfte sich und sie konnte spüre wie Wut und Angst in ihr hochstiegen. Im Gegensatz zu Kiara hatte sie sich nicht umgedreht, sie hatte Tiranas Stimme auch so erkannt. „Nein eigentlich nicht, Colonel Seltaris.“, antwortete Jenni in neutralem Ton. „Ach, wirklich? Na dann helfe ich euch mal ein wenig auf die Sprünge… Dienstreglement eins, Seite zweiundzwanzig, Absatz zwei.“ Nach kurzem Zögern entschied sich Jenni alles auf eine Karte zu setzen. „Das Verbrüderungsgesetz“, antwortete sie in emotionslosem Ton. Sie hatten gelernt sich Gefühle nicht anmerken zu lassen, sie beide besonders, weshalb sich ihr Gesicht in einen emotionslose Maske verwandelt hatte. Als ein quälend langes Schweigen von Seite der Ausbilderin als Antwort kam, betete Jenni richtig gelegen zu sein, ansonsten hätte sie sich endgültig jede Chance zerstört. Kiara schien ebenfalls bemüht nicht zu zeigen was sie fühlte, sie musste genauso nervös sein wie Jenni. „Genau, sie kennen die Reglement erfreulich gut, Soldatin Parker“, erwiderte Tirana in geradezu vor Unglaubwürdigkeit triefender Tonlage. Es war klar, dass sie wusste, dass die Beiden Soldatinnen vor ihr wussten, weshalb sie hier waren. „Ich verstehe nicht genau was sie meinen?“, kam Kiara ihrer Freundin zuvor. „Ihnen beiden wird vorgeworfen gegen dieses Gesetz verstoßen zu haben“, antwortete Reeston zügig. „Also das wir eine Beziehung zueinander haben und uns deshalb der Verbrüderung schuldig machen“, präzisierte Jenni. „Genau“, erwiderte Reeston knapp. „Das sind massive Anschuldigungen die unsere Entlassung aus dem Dienst zur Folge hätten. Es steht mir nicht zu zu fragen, wer uns dessen beschuldigt“, begann Jenni „Und ich brauche auch gar nicht zu fragen, da ich weiß, dass es die Schlampe hinter mir ist“, fügte sie in Gedanken an. „Aber es würde mich doch interessieren mit welcher Begründung uns das vorgeworfen wird.“ „Es ist aufgefallen, dass sie und Soldatin Nesharis sehr viel Zeit miteinander verbringen“, erwiderte Tirana unerwartet direkt. „Nun, wir kennen uns bereits von der Akademie her und verstehen uns gut, es gibt immer Leute mit denen man lieber zusammen ist, als mit anderen. Soviel mir bekannt ist, werden Freundschaften vom Verbrüderungsgesetz nicht verboten, ansonsten würde sich jeder Soldat jeder Einheit dessen schuldig machen“, konterte Kiara geschickt. „Ist es denn für sie normal, dass man sich unter “Freunden“ auch küsst?“, bevor sie antworten konnte, hob Tirana ihr UW und spielte eine Aufnahme ab. Die Bilder wurden von einen hohen Standpunkt aus aufgenommen, allem Anschein nach einem Wachturm. Es handelte sich um eine fest montierte Kamera, wie Jenni an der unten links an der Aufnahme stehenden Nummer erkennen konnte. Die Aufnahme zeigte etwas vom Hauptplatz abgeneigt zu den Unterkünften. In den ersten Sekunden war nichts zu sehen. Die Aufnahmen mussten gegen Abend entstanden sein, da die Sonne bereits tief stand. Nach einigen Sekunden bewegte sich etwas und Tirana vergrößerte einen Ausschnitt der Aufnahme. Zwei Junge Frauen traten hinter der Unterkunft hervor und gingen in lockerem Gang dem Zaun entlang. Dass es sich um sie Beide handelte war unbestreitbar, zum einen stachen Jennis feurig rote Haare praktisch ins Auge und zum anderen war die Auflösung der Kamera so hoch, dass man ihre Gesichter mühelos hätte erkennen können. Dass sie sich gut verstanden war einfach zu erkennen, sie lachten viel und machten Kapriolen. Nach einigen Schritten schließlich begann Jenni zu lachen, hielt sich erst den Mund und trat anscheinen zu Kiara. Sie lehnte sich zu ihr hinüber und gab ihr einen kurzen Kuss bevor sie weiter gingen. In dem Raum war Stille eingekehrt. „Da sie Soldatin Nesharis der Asariabteilung des Projekts zugeordnet sind, werden sie das nun folgende Gespräch mit Miss Seltaris führen, Parker, sie unterstehen mir weshalb, sie gleich hier bleiben können.“ „Kommen sie, uns wurde ein Raum gleich nebenan zu Verfügung gestellt“, sagte die Asariausbilderin an Kiara gewandt. Diese stand nach kurzem Zögern auf und folgte der Ausbilderin, welche die Tür hinter sich schloss. Nach einigen Sekunden des Schweigens begann Reeston schließlich. „Also Parker, die Anklage ist ihnen bekannt, was haben sie zu ihrer Verteidigung zu sagen?“ Die Situation hatte sich in der letzten Minute komplett geändert. Reeston wusste schon lange von ihrer Beziehung, er hatte ihnen aber auch gesagt, dass er ihnen keinen Rückendeckung geben könne. Spielte er jetzt nur mit ihr und hatte Tirana längst gesagt, dass sie eine Beziehung haben oder nicht? Wie würde er jetzt reagieren, wenn sie ihn darauf ansprechen würde? Glücklicherweise musste sie das nicht herausfinden, denn exakt in dem Moment, in dem sie zum Wort angesetzt hatte, kam er ihr zuvor. „Verdammt Parker“, fluchte er „Ich dachte schon ich könnte das Gespräch von damals ruhen lassen.“ „Sir ich…“ „Diesmal steckst du tief in der Scheiße Parker, dass du dich mit Tirana nicht gut verstehst war ja gemeinhin bekannt“, meinte Reeston mit als Geste erhobener Faust. „Aber, dass du dir damit eine mächtige Feindin machen würdest, wusstest du ja damals schon. Jetzt komm die Revanche. Sie ist mir gleichgesetzt und ich kann euch nicht helfen.“ „Also?“, fragte Jenni unverblümt. „Also werde ich eine von euch rausschmeißen müssen.“ Sie ignorierte den Stich in ihrem Herz, es musste einen Weg geben.“ „Wenn sie mich rausschmeißen, werden sie jemand neues brauchen, der die Einheit anführt…“ „Richtig, gut ,dass sie das genauso sehen wie ich, dann war meine Entscheidung ja korrekt, Fräulein Nesharis wird ihre Sachen noch heute packen.“
Mit offenstehendem Mund starrte sie ihn an, sie hatte zu Wiederworten ansetzen wollen, doch eine so vernichtend klare Aussage hatte sie nicht erwartet. Die ganze Angelegenheit bewegte sich in eine fatale Richtung. Innerlich liefen vor ihr bereits Bilder ab, die sie schnellst möglich wieder aus ihrem Kopf rausbekommen wollte. Sie sah, dass sie Kiara nur noch einmal im Monat sehen würde, sie würde sie nicht mehr von Angesicht zu Angesicht sprechen können, sie würde sie nicht mehr in ihrer Nähe haben können und auch jeder kleine verbotene Kuss würde ihr verwehrt bleiben. Das durfte nicht geschehen. „Nein“, antwortete sie entschlossen. Etwas erstaunt über ihre eigene Reaktion, starrte sie Reeston an. Dieser schien jedoch noch erstaunter als sie selbst. „WAS?“, platzte es aus ihm heraus. „Sie widersprechen einem Vorgesetzten?“, meinte er schon fast ungläubig. „Ja Sir. Wenn sie Soldatin Nesharis entlassen, dann werde ich mich des Dienstes verweigern.“ Nun erschrak sie selbst vor ihrer eigenen Kaltschnäuzigkeit. Sie hatte ihren Vorgesetzten zwar schon öfters wiedersprochen , aber bisher immer freundlich und hinweisend und nicht wie jetzt trotzig und voller Ernst. Der volle Umfang ihrer Bemerkung wurde ihr erst jetzt bewusst, mit etwas Glück hatte sie es soeben geschafft sich selbst auch noch aus dem Projekt zu befördern, nachdem sie bereits Kiara in diese Situation gebracht hatte. Jetzt würde sie gut Pokern müssen, um nicht entlassen zu werden. „..und dann wären sie wieder genauso weit, dass sie eine neue Anführerin bräuchten.“ „Wenn du dich des Dienstes verweigerst, wanderst du in den Knast, du hast eine Vereinbarung unterzeichnet. Ich lasse mich von meinen eigenen Soldaten nicht erpressen, schon gar nicht, wenn diese noch grün hinter den Ohren sind!“ Nun hatte sich Reeston, der erst einige Sekunden verdutzt dagesessen hatte und nicht im Stande gewesen war zu antworten. Wieder in Kontrolle über seinen Körper, schien er gar nicht erfreut zu sein über Jenni Ansage. „Sir, bei allem Respekt, wenn es ihnen darum ginge uns wegen dem hier rauszuwerfen, hätten sie das schon lange getan. Diese Entwicklung ist für keinen von uns vorteilhaft. Bevor sie mich also in den Knast stecken und Kiara nach Hause schicken würde ich vorschlagen, dass wir das Problem konstruktiv lösen.“ „Ach… würdest du dich meiner Wenigkeit zu einem Kompromiss öffnen?“, antwortete Reeston in übertrieben sarkastisch klingendem Ton. „Was hast du denn anzubieten? Es geht um deinen Posten, also solltest du besser was Gutes im Angebot haben.“ „Sie sagten doch, dass sie mit Tirana gleichgesetzt seien. Wir haben beide die Aufnahme gesehen, das war höchstens ein freundschaftliches Küsschen, selbst wenn sie das als Beweis bringen will, gäbe es keinen Richter auf diesem Planeten ,der das als Beweis gelten lassen würde. Wenn sie ihre Anschuldigungen anfechten wird sie nichts in der Hand haben. Sie könnte ihnen nicht einmal vorwerfen uns zu decken, jeden vernünftige Mensch sieht, dass solches Handeln überstürzt wäre. So könnten sie Schwierigkeiten für die Einheit verhindern. Und zudem können sie sie der Befangenheit für schuldig erklären, sie hat eine deutliche und offensichtliche Abneigung gegen mich, weil wir bereits mehrfach aneinander geraten sind. Das hier ist offensichtlich eine Feindseligkeit gegen mich, sie will mich loswerden und nutzt daher diesen scheinbaren Verstoß als Vorwand.“ Die Mine des Colonels hatte sich keinen Millimeter verändert und seine kalten grauen Augen fraßen sich Faser für Faser durch Jennis Körper. Sie hatte sich während ihrer energischen Erklärung vorgebeugt und ihm in die Augen gestarrt, sie hatte seinem Blick getrotzt doch nun kehrte eine abscheuliche Stille ein. Verzweifelt suchte sie nach irgendeiner Regung in seinem Gesicht, doch da war nichts. Erst nach entsetzlich langen Sekunden regte sich in ihr die Hoffnung, nachdem sie schon fast mit ihrer Position hier abgeschlossen hatte. Der Colonel grunzte und verzog das Gesicht nachdenklich, scheinbar hatte ihre Erklärung logisch geklungen. „Dafür müsste ich ihr ziemlich auf die Füße treten, du weißt aber, was das für mich bedeuten würde? Ich bin mir ziemlich sicher, dass du keine Ahnung hast wie mürrisch und nachtragend Asari sein können.“ Das Jenni sehr wohl wusste, wie unangenehm die war, erwähnte sie lieber nicht, die Erfahrung eine Woche lang von Kiara ignoriert zu werden war damals nicht schön gewesen. „Also… wenn ich dir jetzt diesen Gefallen tun würde… was würde denn für mich dabei herausspringen?“ Die Frage des Colonels war ein Rettungsseil mit Dornen. Wenn sie jetzt nicht zugriff, könnte das ihr Ende als Soldatin sein, doch wie hoch wäre der Preis? „Das ist schwer zu sagen, von welcher Art von Gegenleistung reden wir hier? Was würde ihnen denn vorschweben?“ Das neckische Grinsen von Reeston Gesicht war wie weggewischt, eine nachdenkliche ernste Mine kam darunter zu Vorschein. „Es ist zwar kein Gefallen, aber etwas wofür ich deine Zusage möchte.“ „Worum geht es denn?“ fragte Jenni nun mehr neugierig, als besorgt um ihren Posten. Reeston schob ihr ein dünnes Dossier, das er aus einer der abschließbaren Schubladen geholt hatte, über den Tisch. „Was ist das?“, fragte sie neugierig, ehe sie die Mappe öffnete. „Das sind einige der Informationen über eine feindliche Position, eine Basis, die als Verteilstelle fungiert und deren Aushebung eure Aufgabe sein wird. Noch ist nicht ganz alles rechtlich geklärt, aber schon bald werden wir grünes Licht haben. Das wird eure Feuertaufe werden.“ „Wann?“, hauchte Jenni überrumpelt. Gerade noch war es um ihre Entlassung gegangen und nun sprachen sie über ihren ersten scharfen Einsatz. Das Thema musste dem Colonel ebenfalls sehr unangenehm sein, wenn er es so ansprach wie jetzt. „Schon bald, früher als mir lieb ist. Hör mal zu Parker, das ist jetzt kein Test oder so. Ich will, dass du mir sagst was du denkst. Ist deine Einheit bereit dafür? Wärst du bereit sie anzuführen? Es wäre noch kein Kampfabsprung, ihr würdet vom Boden aus angreifen. Euer Training ist noch nicht abgeschlossen, aber die Order kam auch nicht von mir. Ich möchte wissen was du dazu sagst.“ Nach längerem schweigen und leerem schlucken, um den Kloß in ihrem Hals aus dem Weg zu räumen, begann sie langsam. „Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Ich habe viel geübt und technisch beherrschen wir den Kampf in verschiedensten Geländern bereits sehr gut, aber eine richtige Mission…“, wieder stockte sie, sie wusste, dass es sicherlich von Vorteil für sie wäre zuzusagen, aber ihr krampfte sich der Magen zusammen, beim Gedanken an einen Kampf auf Leben und Tod. „Ich denke, dass wir in der Lage sind einen Kampf zu führen“, meinte sie schließlich. „Gut, und denkst du auch, dass du in der Lage sein würdest deine Kameraden da alle lebend wieder raus zu bringen? Denn das ist mir wichtiger als der Erfolg der Mission.“ „Ich weiß nicht, ich würde alles daran setzten dies zu schaffen, aber ich kann ihnen keine Garantie geben.“ „Das kann niemand… Du kannst draußen im Gang warten, sobald Miss Seltaris ihr Gespräch beendet hat, werden wir uns über den weiteren Verlauf unterhalten.“ Sofort keimte Unsicherheit in ihr auf, was wenn es doch ein Test gewesen war? Was wenn sie falsch geantwortet hatte? Doch Jenni plagten viel größere Zweifel. Reeston schien ihrer Idee gegenüber nicht grundlegend abgeneigt zu sein, aber wenn Kiara etwas verraten hatte, wäre alles umsonst gewesen. So lehnte sie sich draußen im Gang an die Wand gegenüber der Tür, hinter der Kiara befragt wurde an und betete leise dafür, dass ihre Freundin stark genug gewesen war, nichts verraten zu haben.
Es dauerte einige Minuten bevor Jenni begann sich nach einer Sitzgelegenheit umzusehen. Sie war vor der Tür bereits mehrfach auf und ab gegangen. Es war unerträglich zu warten, sie schien bereits eine Ewigkeit zu warten, als sich die Tür endlich öffnete. Tirana trat finster dreinblickend heraus, gefolgt von einer ernsten Kiara. „Warte hier“, meinte die Ausbilderin knapp, als sie Reestons Büro betrat. Nachdem Tirana die Tür hinter sich geschlossen hatte, trat Kiara zu ihrer Freundin und lehnte sich neben selbige an die Wand. „Bitte sag mir, dass du nichts gesagt hast!“, raunte Jenni mit gedämpfter Stimme. „Nein, hab ich nicht, aber ich wüsste nicht, was das für einen Unterschied machen sollte, ich werde noch heute fliegen.“ Sie war sichtlich mitgenommen von dem gerade erfahrenen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt…“ „Nein, es ist vorbei. Wir…“ „Nein, hör mir erst zu. Ich habe mit Reeston geredet, vielleicht habe ich uns eine zweite Chance kaufen können.“ Nun sah die Asari interessiert zu ihrer Freundin „Wie?“, fragte sie erstaunt. „Nun, ich hab ihm gesagt, dass uns rauszuschmeissen, alles, aber nicht zu seinem Vorteil ist. Vielleicht habe ich es geschafft ihm zu zeigen, dass er sich selbst ins Knie schießt, wenn er das tut. Jedenfalls schien er selbst auch ein Thema zu haben, über das er nur ungern sprach.“ „Und das wäre?“ Kiara schien noch nicht überzeugt zu sein von Jennis Behauptungen, schließlich hatte Tirana ihr gerade klar gemacht, dass sie aus dem Projekt schon so gut wie draußen sei. „Unser erster Einsatz“, entgegnete Jenni mit zu Boden gerichtetem Blick knapp. „Er hat nichts Konkretes gesagt, nur dass es schon sehr bald soweit sei und er hat gefragt, ob die Einheit bereit sei und ich sie anführen könne. Wobei ich mir mehr Sorgen um Zweiteres, als um Ersteres mache.“ Ihre Freundin legte ihr die Hand auf die Schulter und sah sie mit bemühtem Lächeln an „Wenn mir die Chance vergönnt sein sollte unter deinem Kommando in den Kampf zu ziehen, hätte ich keine Angst davor, denn ich weiß ,dass du uns zum Sieg führen wirst.“ Jenni musste ein wenig lachen, als sie das hörte, selbst jetzt wo sie wohlmöglich ihretwegen nach Hause gehen musste, hielt Kiara zu ihr und versuchte ihr Mut zu machen. „Das hoffe ich doch sehr, alles andere wäre schlecht für unsere Gesundheit.“ Jenni lehnte sich an die Wand und blickte zur Decke „Was denkst du, wie lange brauchen die Beiden, bis wir erfahren wie´s weitergeht?“ Als Antwort erhielt sie ein Schulterzucken. In den nächsten Minuten war das Einzige, dass sie aus dem Inneren des Raumes hörten, einige wütende Ausrufe, von wem sie stammten konnten sie aber bloß erraten. Plötzlich flog die Tür auf und Tirana stapfte eilig, offensichtlich höchst erbost aus dem Raum, die beiden wartenden würdigte sie keines Blickes. Etwas verwirrt über das, starrten die beiden jungen Frauen erst hinter der Asari her und anschließend fragend zu Reeston. Dieser saß mit rotem Kopf an seinem Pult und atmete erst einmal tief durch, bevor er sich an sie wandte. „Ich habe mir gerade eine sehr unangenehme Zeit beschert, um euch hier zu behalten, sorgt dafür, dass ich es nicht bereue… und jetzt verschwindet, zurück in die Unterkunft, bevor ich es mir anders überlege.“ Jenni salutierte strahlend und nickte „Sie werden es nicht bereuen“, meinte sie knapp, bevor sie auf dem Absatz kehrt machte und eilig davontrat, gefolgt von Kiara.“
„Das hat aber gedauert, wollten die euch nicht gleich behalten?“, meinte Joshua grinsend, als die beiden jungen Frauen in die Unterkunft traten. „Grins nicht so bescheuert, das ist nicht halb so komisch wie du denkst.“ Tanja, die neben ihm saß und anscheinend gerade mit ihm gesprochen hatte, warf ihr einen fragenden Blick zu. Es war normalerweise nicht Jennis Art jemanden anzufahren, auch nicht Joshua, selbst wenn dieser seine vorlautes Mundwerk wieder mal nicht halten konnte. „Was ist denn passiert? Gibt’s schlechte Neuigkeiten?“ „Nein! Niemals“, spie Jenni mit sarkastischem Ton aus. „Ihr hättet euch nur um ein Haar nen neuen Anführer suchen können.“ „Wow, warum das denn?“, raunte Selak, der wie jeder Andere in dem Raum mitbekommen hatte, was vor sich ging. „Reeston hätte uns beinahe rausgeworfen, weil “Miss Seltaris“ anscheinend zu viel Freizeit hat. Sie hat sich wahrscheinlich Stundenlang Überwachungsvideos angesehen, bis eine Stelle fand, an der ich Kiara einen Kuss gegeben habe.“ Als Jenni einen Moment aussetzte, hatten bereits die meisten ihrer Kameraden verstanden worum es ging. „Sie wollte uns wegen des Verbrüderungsgesetzes rausschmeißen. Reeston hat sich aber dagegen entscheiden… nach nicht unerheblicher Diskussion.“ Betroffenes Schweigen hüllte die Zuhörer ein, diejenigen, die selber eine Einheiteninterne Beziehung hatten, schien die Nachricht besonders zu bedrücken. „Das ist nicht besonders gut, aber wenigstens seid ihr noch hier, es wäre definitiv nicht dasselbe ohne dich Jenni. Und ohne Kiara wärst du nicht mehr die Selbe.“ Jenni trat zu ihrem Bett und ließ sich auf selbiges fallen. Kiara trat neben ihr Bett, legte die Arme an das darüber liegende Bett und warf ihrer Liebsten einen sehnsüchtigen Blick zu. Nichts hätte sie lieber getan, als sich nun zu ihr zu legen, sich an sie zu kuscheln und eng umschlungen von ihren Armen einzuschlafen, doch nun war es wichtiger als je zuvor, dass sie vorsichtig waren.
Unter strahlend blauem Himmel, von im Wind wiegendem Gras umgeben, stand ein kleines Gebäude. Der Aufbau wirkte stabil und nicht sehr komfortabel, aber es diente seinem Zweck und würde vor Regen und Wind schützen. Alex kniete sich neben der Eingangstür und war gerade dabei etwas vorsichtig mit den Fingerspitzen zu bearbeiten. Joshuas Schritte durch das Gras verursachten kaum Geräusche und durch seine geduckte Haltung war er nur schwer auszumachen. Er schlich sich von hinten an seinen Kameraden an, um ihn zu erschrecken. Er kannte Alex schon lange, wenn irgendjemand Schabernack trieb, war fast immer mindestens einer der Beiden darin verwickelt. Er war noch etwa fünf Schritte von ihm entfernt, als er ihn leise fluchen hörte „Verdammtes Ding, jetzt geh da schon rein.“ Mit breitem Grinsen auf dem Gesicht ging er auf Zehenspitzen weiter. Die einzelnen Grashalme strichen sanft über den Stoff seiner Hose und erzeugten dabei ein für ihn unnatürlich lautes, fast schon kratzendes Geräusch. Aus Sorge gehört zu werden, hielt er einen Moment inne, bevor er den letzten Schritt machte. Er holte geräuschlos tief Luft, streckte die Arme nach vorne und spannte sich an. Mit einem lauten Schrei packte er Alex an den Schultern und schüttelte ihn leicht. Dieser ließ vor Schreck die Drähte, welche er in den Händen hielt, fallen, sprang auf und stieß dabei einen lauten Aufschrei aus. „****! Du Idiot, du kranker Irrer! Willst du uns beide umbringen?“ Joshua der sich nicht mehr halten konnte vor Lachen, krümmte sich, um seinen Bauch zu entlasten. Er wollte das Wort ergreifen, kam jedoch nicht mehr dazu. „Findest du es witzig mich zu erschrecken, sodass ich mir fast in die Hosen scheiß, während ich gerade Kiloweise hochexplosive Plastiksprengstoffe scharf mache? Du weißt aber schon, dass ein Fehler mich wie auch dich in ne Schleimspur über die Wiese verwandelt. Plötzlich wurde das vor Lachen gerötete Gesicht von Joshua kreidebleich. Er starrte Alex mit weit aufgerissenen Augen an, während sein Mund versuchte Worte zu formen. Nach einigen Sekunden platzte der Angestarrte schließlich vor lachen. Er konnte das unterdrückte Lachen nicht mehr halten und schallendes Gelächter hallte von dem entfernten Waldrand wieder. „War nur n Scherz, das ist Übungssprengstoff, der ist total sicher. Wir sollen damit zwar lernen wie wir auch mit den scharfen Stoffen umgehen sollen, aber hier kann kaum was passieren. Hier, fang.“ Er warf Joshua einen olivgrünen nach Knetgummi aussehenden Block zu. Auf der außen an diesem Block klebenden Etikette waren Totenschädel, Warnhinweise und ein komplizierter chemischer Name aufgedruckt. Joshua war der Schreck förmlich ins Gesicht geschrieben, das auf ihn zufliegende explosive Päckchen hatte die Kraft einen Panzer zu zerlegen, wenn es richtig eingesetzt wurde. Auf beiden Händen fing er es ganz vorsichtig auf und sah seinen Kameraden fassungslos an. „Das geht nicht hoch, selbst wenn es runterfällt und du drauf rumspringst.“ „Das probier ich lieber nicht aus“, erwiderte Joshua, nachdem er leer geschluckt und sich wieder etwas gefangen hatte. „Was machst du hier eigentlich?“, fügte er etwas später die Konstruktion hinter ihm betrachtend. „Ich muss das Gebäude hier sprengen, der Sprengmeister holt gerade die Zündcodes.“ „Und für die kleine Hütte brauchst du so viel Sprengstoff?“, fragte Joshua etwas verwirrt, die Menge schien geradezu absurd groß. „Nein, natürlich nicht! Das würde für zehn solcher Ziele reichen… es wird mir zwar offen gelassen wie viel ich verwende, aber er wird das Ganze noch einmal kontrollieren, bevor ich zünden darf. Ich brauche ca. 60 Gramm für das hier.“ „Nimm das doppelte, dann hält´s besser… erinnert mich an die Zeiten in der Schule… wir hätten sowas haben sollen bei der alten Allenwoods, deren Briefkasten wollte einfach nicht sterben, egal wie viel Feuerwerk wir reingestopft haben.“ „Ich bin immer noch der Meinung, dass ne Cobra da die einzig wahre Lösung gewesen wäre.“, prustete Alex, als er sich an den alten eisernen Briefkasten ihrer ungeliebten Geschichtslehrerin erinnerte. Die alte Eisenkonstruktion hatte trotz Rostflecken und gnadenlos gegen sie sprechende Chancen, allen Anschlägen der beiden getrotzt, wenn er am Ende auch ziemlich ausgebeult ausgesehen hatte. „Ne, Spaß beiseite, wenn wir ihn ihr mit dem Zeug gefüllt hätten, hätte es ihr Haus gleich miterwischt.“ Wieder mussten beide herzhaft lachen. „So jetzt aber zurück zur Sache… wir sollten uns zurückziehen, wenn ich diese Geschenke hier verteilt habe… das wird die Hütte hier ganz schön durchschütteln.“ „Wie viel hast du denn reingepackt?“ Als Antwort erhielt er nur ein vielversprechendes Grinsen, gefolgt von einer Geste ihm zu folgen. Kaum hatten die beiden den Graben in etwa hundert Metern erreicht, aktivierte Alex sein UW. „Halt dir die Ohren zu…“ „Ich dachte du müsstest noch warten, bis dein Ausbilder dir grünes Licht gibt?“, meinte Joshua eilig. „****! Stimmt, Mist, komm mit, ich muss einen Teil des Sprengstoffes irgendwie tarnen“, erwiderte Alex grinsend.
„Weiter, nicht nachlassen. Sie wollten einen Kampf nun sollen sie ihn haben! Drängt sie zurück!“ Unter wildem hämmern der um sie herum abgefeuerten Waffen stürmte Jenni vorwärts. Die Luft schien unter Strom zu stehen und das Adrenalin in ihren Adern schien zu pulsieren. Durch den Helm drang der Lärm nur gedämpft zu ihr durch und alles außer dem Kampf um sie herum schien unwichtig und wurde ausgeblendet. Dreck und Erde Spritzten in die Höhe, als sich die Geschosse der Feinde neben ihnen in den Boden fraßen. Wut und Siegeswille hatten sich längst vermischt und bildeten nun das verwobene Netz, dass sie antrieb dem Feind entgegenzustürmen. Hammer hatte den Feind angegriffen und sich anschließend unter heftigem Beschuss langsam zurückfallen lassen. Wie geplant waren die Feinde ihnen gefolgt und ihnen in einen Hinterhalt gelaufen. Das Kreuzfeuer hatte gravierende Verluste unter den Feinden zur Folge gehabt und nun galt es die Überlebenden aufzureiben. Sie würde keine Gnade zeigen, nicht nach dem, was sie ihr beinahe angetan hätte. Das HUD ihrer Rüstung blinkte und leuchtete in diversen Farben, und Meldungen buhlten nach Jennis Aufmerksamkeit um die Wette. „Vorwärts!“, schrie nun auch Arsilia, die an Jennis Flanke neben ihr herrannte. Der Wald um sie herum war von den heftigen Kämpfen gezeichnet, Äste waren geknickt, Grünzeug niedergetrampelt und an manchen Baumstämmen waren teils große Holzsplitter herausgerissen. Der Feind war nicht mehr weit und wurde unentwegt in Deckung gedrängt. Während Schwert aus einiger Distanz jeden niederstreckte, der es wagte den Kopf aus der Deckung zu strecken und Dolch sich von außen anpirschte, um den Feind in die Zange zu nehmen, nagelte Hammer ihn mit schweren Waffen fest. Nun preschten die übriggebliebenen Biotiker der BDF- Sturmeinheit vor. Jennis Gewehr schien kaum etwas zu wiegen, dies war der erste Kampf in dem ihre Limitierung der Unterstützung aufgehoben war. In extremen Stressmomenten konnte die Unterstützung bis zum Maximum ausschlagen. Auf dem allgemeinen Kanal war Kommunikation kaum mehr möglich, die Kampfschreie der vor Anstürmenden Soldaten übertönten alles andere. Für einen Moment verzerrte sich die gesamte Geräuschkulisse und eine seltsam unpassende Stille gesellte sich zu einem verzogenen Sichtfeld. Die Wirklichkeit schien sich um sie herum zu krümmen, als sie sich mit aller Kraft vom Boden abstieß. Eine vertraute Kraft umschloss sie und ließ die Luft um sie herum blau wabern. Mit einem ungeheuren Ruck wurde sie nach vorne gerissen und schoss über den freien Platz vor ihr hinweg. Trotz ihrer über hundert Kilo Masse, rutschten ihre gepanzerten Stiefel über den nassen Waldboden. Der leichte Regen, der vor einigen Minuten aufgehört hatte, überzog den Boden mit einem Film aus, im Licht der sinkenden Sonne glänzendem Wasser. Leichte Dunstschwaden begannen sich zu bilden, da die Temperaturen bei etwa fünfundzwanzig Grad lag. Die Muskeln ihres Körpers spannten sich an und sie schloss die rechte Hand zur Faust. Dabei riss sie den Abzugsfinger nach hinten und sofort spie der Lauf ihrer Harrier Feuer. Ihr Körper versteifte sich, als sie versuchte den Lauf ihres Gewehres auf eine der auf der anderen Seite, des vor ihr umgestürzten Baumes stehenden und erschrocken dreinblickenden Asari zu richten. Plötzlich begann sich die Welt zu drehen, sie hatte zu viel Rückenlage und der Halt entglitt ihr. Sie war gerade aus dem Biotischen Ansturm rausgekommen und hatte noch zu viel Vortrieb, um stehen zu bleiben, weshalb sie nach vorne schlitterte. Währenddessen hob sie ihr Gewehr nach oben, um blind über den Stamm des Baumes feuern zu können. Zwei weibliche Stimmen schrien Schmerzverzerrt auf, anscheinend hatte sie was getroffen. Zeit sich zu freuen Blieb ihr jedoch nicht, in hohem Bogen raste eine Tropfenförmige, bläulich leuchtende Form auf sie zu, welche Jenni als biotischen Angriff gerade noch rechtzeitig erkannte. Sie konnte sich im letzten Moment noch zur Seite rollen, ehe das biotische Feld auf dem Boden aufschlug. Ein fast Armdicker Ast, der dort auf dem Boden lag, wo sie sich einen Augenblick zuvor noch befunden hatte, zerbrach wie ein Streichholz. Hätte sie einen solchen Treffer ohne Barriere einstecken müssen, hätte sie das wahrscheinlich ausgeknockt, ohne Panzerung hätte es ihre Knochen gebrochen.
Ihre Kameraden, die etwas zurückgefallen waren, schlossen nun zu ihr auf und gaben Deckung. Ohne weiter nachzudenken sprang sie auf stützte sich mit einem Arm auf dem Baumstamm ab und schwang die Beine rüber. Kaum gelandet, bekam sie auch bereits ein Ziel. Eine ihrer Kontrahentinnen lehnte vor ihr seitlich an einem Baum, Jenni konnte nur Lauf und Unterarm der Asari sehen, doch das reichte. Ruckartig riss sie die Hand mit der sie sich gerade eben noch abgestützt hatte nach vorne und schleuderte ein Wurffeld nach ihr. Der biotische Angriff machte einen Bogen und traf anschließend sein Ziel frontal. Die Asari konnte das Gleichgewicht nicht mehr halten und torkelte zurück, ihre Barriere konnte den größten Teil der Wucht abfangen. Doch jetzt befand sie sich genau in der Schusslinie der BDF Anführerin. Diese ließ sich die Chance nicht entgehen und streckte selbige mit einer kurzen Salve nieder. Arsilia und einige andere Soldaten hatten sie eingeholt, der Kampf hatte bereits wieder ein paar Verluste gefordert, Jenni konnte erkennen, dass Marcel fehlte. Arsilia stand einige Meter neben ihr, als sie plötzlich nach hinten zu Boden gerissen wurde. Jemand hatte sie an die Schulter getroffen. „****! Arsilia alles ok?“ mit schnellen Schritten überwand sie die wenigen Meter zu ihrer Kameradin, um dieser zu helfen. Ein dumpfer Schlag ließ sie zurückstraucheln, ehe sie reagieren konnte. Jemand beschoss sie aus einem Busch heraus. Reflexartig tat Jenni das, was ihr beigebracht worden war, sie markierte die Stelle mit einer Augenbewegung, Sekundenbruchteile später eröffnete sie das Feuer. Noch ehe sie die letzten fünf Schüsse ihres Magazines verschossen hatte, stieg bereits ein Revenant Maschinengewehr mit seinem charakteristischen giftigen Rattern ein. Jemand hatte ihre Markierung für Deckungsfeuer gesehen und kam ihr nach. Als ihre Waffe eine Wolke aus verdampfter Kühlflüssigkeit ausstieß und zu piepen begann, wandte sie sich ab, zog Arsilia an deren Arm hoch und schob ein neues Thermomagazin in ihre Waffe. „Alles ok?“ „Ja hat nur die Barriere erwischt“, antwortete die Gefragte und hob eilig ihre Waffe auf, die ihr beim Sturz entglitten war. „Wir haben sie gleich, nicht nachlassen!“, mit diesen Worten wandte Jenni sich von ihrer Kameradin ab und machte sich wieder daran dem gegnerischen Rückzug zu folgen. Die Asarieinheit war mittlerweile drastisch in der Unterzahl und ihr Rückzug wirkte zunehmend unorganisiert. Auch wenn von Panik keine Rede sein konnte, musste es doch ein Angsteinflößender Anblick sein, eine ganze Einheit voll gerüsteter Soldaten auf einen zustürmen zu sehen und sie nicht aufhalten zu können. Eine Bewegung, die sie im Augenwinkel wahrnahm, ließ Jenni herumschnellen, ihr eigentliches Ziel lag ein paar dutzend Meter entfernt und war gerade hinter einem Baum verschwunden… Tirana Seltaris. Sie erkannte sie an ihrer Rüstung, auf ihrer Schulter prangte das Abzeichen der Anführerin. Die Ausbilderin, deren Anschuldigung sie beinahe ihren Posten gekostet hätte. Sie hatte Jenni in den zwei Tagen seit dem Gespräch mit Reeston geschnitten, wo sie konnte und alles daran gesetzt ihr das Leben schwer zu machen. Die Sticheleien während der Vorbereitung dieser Übung waren jedoch zu viel gewesen. Sie hatte Jenni als “unfähig“ bezeichnet und ihr offen ins Gesicht gesagt, dass sie als Soldatin schwach und als Anführerin nutzlos sei. Nun würde sie ihr beweisen können, dass sie falsch lag. Vor Wut schäumend stürmte sie auf die Deckung ihrer Ausbilderin zu, den Beschuss, der um sie herum niederging, ignorierte sie dabei. Mit nach vorne gerichtetem Gewehr sprang sie hinter dem Baum hervor, doch etwas stimmte nicht. Die Ausbilderin stand nicht wie erwartet an den Baum gelehnt da, sie war einfach Weg. Jennis Herz raste immer noch und sie warf einen nervösen Blick auf die Positionsmeldung ihrer Kameraden. Diese waren etwas abseits ihrer Position und lieferten sich noch kleinere Gefechte mit den übrigen Asari. Auch wenn sie sich dafür hasste, zitterten ihre Finger, die Anspannung war riesig. Sie hatte sich auf einen schnellen kurzen Kampf eingestellt, die nun herrschende Stille zerrte an ihren Nerven. Ein knackender Ast neben ihr warnte sie vor dem, was gleich kommen würde, reagieren konnte sie jedoch nicht mehr. Tirana war um den Baum herumgetreten und stand nun genau neben ihr. Der Reflex sich dem nahenden Unheil zuzuwenden, war das einzige, was in dem Moment in ihr vorging. Zwei starke Hände packten ihr Gewehr, ein Blauer Schleier umgab den Umriss vor ihr. Als hätte sie ein Vorschlaghammer getroffen, wurde sie zurückgeschleudert. Tirana hatte ihr Gewehr festgehalten, ihr Bein angewinkelt und Jenni gegen den Bauch getreten. Sie landete einen Meter weiter hinten rücklings unsanft auf dem Boden. Doch entgegen ihrer Vermutung schoss ihr nicht gleich der brennende Schmerz eines Treffers durch den Körper. Stattdessen trat Tirana das Gewehr auf Jennis Gesicht gerichtet einen Schritt auf sie zu, ein schmieriges Grinsen unter dem Helm tragend. „Ich habe ja gesagt nutzlos“, meinte sie knapp, während sie den Munitionsstand der Harrier überprüfte, die sie Jenni abgenommen hatte. Einige Schüsse in unmittelbarer Nähe ließen beide Frauen herumfahren, das war ihre Chance. Mit einer schnellen Bewegung ihres Armes erzeugte Jenni ein Zugfeld, welches Tirana auf sie zustolpern ließ. Die kleine Unachtsamkeit ihrer Kontrahentin hatte bereits gereicht, um ihr eine Möglichkeit zu verschaffen. Mit einem Ruck richtete sie sich auf und stieß sich mit voller Wucht noch vorne ab, die synthetischen Muskeln ihrer Rüstung unterstützten sie dabei mit aller Kraft. Ihre Schwere Schulterplatte Krachte gegen die eher filigrane Brustrüstung der Asari. Die Barriere hielt einiges der Wucht ab, aber Jenni nicht auf. Mit Schrecken stellte sie fest, dass ihr linker Arm nicht schnell genug war, die ersten beiden Schüsse der Asari schrammten über ihre Barriere hinweg knapp an ihrem Oberschenkel vorbei, ehe sie ihren Arm packen und die gefährliche Mündung von sich wegdrücken konnte. Die weitere Salve der Harrier zerfetzte einige Sträucher, traf jedoch niemanden. Nun war Jenni klar im Vorteil, sie war stärker als Tirana, aber ihre Barriere hatte bereits arg gelitten und es fehlte die Zeit diese wieder aufzubauen. Ohne sich durch deren Gegenwehr aufhalten zu lassen, rammte Jenni ihre Ausbilderin mit dem Rücken an den Baum, der ihr ursprünglich als Deckung gedient hatte. Ihre gesamte Masse donnerte gegen die Barriere der Asari und brachte diese zum beben, sie wurde schwächer. „Dafür bin ich nicht zu stolz und das ist es was dich scheitern lässt!“, zischte die junge Frau. Sie schob ihre rechte Schulter unter Tiranas rechte Achsel während sie mit ihrer rechten Hand deren rechtes Handgelenk festhielt und hob sie so hoch. Eigentlich hatte sie geplant das linke Bein ihrer Ausbilderin mit ihrer linken Hand zu packen, damit sie ihre Gegnerin praktisch huckepack nehmen konnte um sich anschließend auf den Rücken zu werfen, damit sie unter ihr eingeklemmt würde, doch dazu kam es nicht mehr. Jetzt ging alles unglaublich schnell. Sie spürte wie jemand ihre Pistole ergriff und deren Lauf gegen die Barriere an ihrer Seite presste. Ihre Pupillen weiteten sich, gleich wäre es vorbei. „Jenni.“ Die vor Aufregung zitternde Stimme kannte sie, es war Kiara. Ehe sie die über Funk reingekommene Nachricht reagieren konnte, knallte es auch schon. Die M-77 Paladin, die sie bei sich trug, hatte viel Feuerkraft und wog kaum etwas, das waren beides Eigenschaften, die Jenni an ihr schätzte, doch nun schien genau ersteres ihr zum Verhängnis zu werden. Das Übungsprojektil zerplatzte an der Barriere der jungen Biotikerin brachte, diese jedoch zum zerfallen. Eine weitere Eigenschaft der M-77 war, dass sie sich nicht in so schneller Abfolge abfeuern ließ, wie beispielsweise die N7-Eagle. Diese Eigenschaft rettete Jenni in diesem Fall. Sie konnte mit ihrer linken Hand die Waffe packen und gewaltsam von sich wegdrehen. Nun befanden sich die Beiden miteinander ringenden in einer Patt-Situation, Jenni durfte Tirana nicht loslassen da sie in beiden Händen eine Schusswaffe trug, Tirana durfte ihrerseits die Paladin nicht loslassen ,weil Jenni sie sonst damit hätte beschießen können und so kam es das die beiden für einen Augenblick reglos dastanden. „Schieß!“, schrie Jenni schließlich, als sie die willkommene Pause kurz nutzte, um auf die Positionskarte zu sehen. Kiara stand ca. 10 Meter hinter ihr. Die angesprochene hatte ihre MP vom Typ Hurricane bereits im Anschlag und feuerte sofort, als ihre Kameradin ihr den Befehl dazu gab. Durch die synthetischen Muskeln, die sich versteiften, gelang es ihr die Waffe relativ ruhig zu halten, doch das Manöver war trotzdem gefährlich, ohne Barriere konnte ein Treffer Jennis Ende bedeuten. Unter dem Hagel von Projektilen brach Tiranas Barriere schlagartig zusammen und sie schrie auf, als sie mindestens ein halbes dutzend Treffer am Rücken kassierte. Jenni ließ sie fallen, um sich bei ihrer Retterin zu bedanken, was sie jedoch sogleich bereute. Mit gewaltigem Dröhnen hatte ein Projektil seinen Weg genau an Jennis Maske gefunden und zerschellte nun dort. Das Übungsprojektil hatte dennoch genug Energie, um sie nach hinten umzustoßen. Erschrocken und zugleich verwirrt schrie sie kurz auf, ehe sie auf dem Rücken landete. Kiara wirbelte herum und ließ dabei ihre MP fallen. Sie griff ihre Pistole mit der linken, ihr Schwert mit der rechten Hand und feuerte auf die Angreiferin. Diese lag in einiger Entfernung neben einen Baumstumpf auf dem Boden, eine M-13 Raptor lag in ihren geschulten Händen. Sie hatte gerade zum Sprung angesetzt um mittels Biotischem Sturmangriff zu ihr zu gelangen als jemand anderes ihre Position unter Beschuss nahm und sie zur Flucht zwang. „Das dürfte die letzte sein, die gehört mir!“, rief Deni über Funk. „Du könntest doch eh kein Mädchen Flachlegen“, ertönte Selaks Stimme unmittelbar nach einem dumpfen Knall. Die Asari, die gerade dabei war vor ihren Angreifern davonzurennen, wurde brutal zu Boden geschmettert. Der Turianer hatte sie mit seiner Black Widow seitlich an die Brust getroffen, trotz Übungsgeschossen würde sie den Treffer tagelang spüren. „Leck mich!“, erhielt er von einem deprimierten Deni als Antwort. Kiara wandte sich wieder ihrer Freundin zu und trat zu ihr, um ihr hoch zu helfen. Dankbar für diese Hilfe ergriff Jenni ihre Hand und ließ sich hochziehen. „Du kannst froh sein, dass deine kleine Freundin dich gerettet hat Parker, das war Glück“, zischte Tirana während sie sich aufrappelte. „Nein, wie sie bereits sagten, ich habe Freunde auf die ich mich verlassen kann, das hat nichts mit Glück zu tun.“ Jenni streckte ihr helfend die Hand entgegen, obwohl sie sie lieber noch einmal getreten hätte, als ihr zu helfen. Widerwillig ergriff die Asari ihre Hand und zog sich daran hoch. Die anderen Mitglieder der BDF sammelten sich langsam, genauso wie die Ausbilder. Deni sank auf ein Knie herab neben der zuletzt getroffenen Ausbilderin und setzte seine Maske ab. „Alles in Ordnung?“ Die junge Asari hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Seite, den Helm hatte sie abgelegt. „Es ist fast schon eine Schande so eine hübsche Frau so zu entstellen… warten sie, ich helfe ihnen“, er half ihr aufzustehen und stützte sie. „Es gibt bessere Wege ein Mädchen anzusprechen, als sie anzuschießen, um ihr dann wieder auf die Beine zu helfen… auch wenn das hier funktioniert“, meinte sie mit schmerzlichem Lächeln. „Alle zusammenpacken, vergesst nichts, wir kehren zum Stützpunkt zurück“, Gab Tirana via Funk bekannt. „Soll ich dich tragen?“, fragte Deni mit unverschämtem Grinsen im Gesicht. „Die Schande erspare ich mir, sonst wäre ich das Gespött meiner Kameradinnen“, antwortete die Asari streng.
„Also, wir sprechen hier von einem richtigen Einsatz, keine Übungsmunition, keine falschen Gefallenen und kein gespieltes Sterben. Blut, Schmerz und Tot sind hier endgültig. Also hört mir genau zu, was ich euch jetzt erzähle ist verdammt wichtig…“
Das wars dan auch schon wieder, man soll ja dann aufhören wenns am schönsten ist:P. Ich wünsch allen noch nen schönen ABend und ne gute Woche.
Grüsse Elite
Kapitel 37
Mit klirrenden Gläsern stießen sie an. Die Anstrengungen der letzten Tage schienen weit hinter ihnen zu liegen, auch wenn deren Nachwirkungen ihnen noch deutlich in den Knochen saßen. Der Tag, der sich nun mit dem inoffiziellen zusammensitzen der Einheiten langsam dem Ende näherte, war der Anstrengendste gewesen, den Jenni seit langem erlebt hatte. Sie waren praktisch den ganzen Tag pausenlos in Kämpfe verwickelt gewesen, die ihnen alles abverlangt hatten. Die Kommandos waren erbitterte und unnachgiebige Gegner gewesen, die sie in Sachen Taktik und Zusammenspiel sie noch um einiges überflügelten. Für die noch jungen und unerfahrenen Soldaten hatte es von Anfang an nicht viel Hoffnung gegeben, doch an diesen Rest an Hoffnung hatten sie sich mit aller Kraft geklammert und stets bis zum letzten Mann oder der Letzten Frau gekämpft. Dieser Durchhaltewille und die mit jedem Kampf sinkende Hemmschwelle auch schmutzige und brutale Taktiken einzusetzen, hatten sie einige Male nahe an einen Sieg herangeführt und sie einmal sogar als Sieger vom Platz gehen lassen. Bei einer Statistik von siebzehn zu eins, wie Jenni glaubte, war dies aber dennoch ein kleiner Trost. Doch was viel wichtiger war als der Sieg, waren die Erfahrungen die sie erlangt hatten, Wissen von unschätzbarem Wert war ihnen durch die Asaribiotikerinnen übermittelt worden, wenn manchmal auch äußerst schmerzhaft. Eine weitere Trophäe, welche sie mit nach Hause nehmen konnten war die Anerkennung der Kommandos. Die Kriegerinnen wussten um das kurze Training der BDF Bescheid und hatten ihnen bezeugt, dass sie auf besten Wegen seien. Auch die Gruppierung der Turianer war ihnen ein paar Mal gegenüber getreten, diese Kämpfe waren jedoch mehr symbolisch gewesen, da man die Einheiten nicht vergleichen konnte, Biotik und Tech unterschieden sich stark. Doch nun lag das alles hinter ihnen und sie unterhielten sich alle, nicht als Konkurrenten, sondern als Kameraden, als Leute gleichen Schlages. Sie alle waren Soldaten, Krieger welche für denselben Zweck kämpften. An einem der gut gefüllten Tische im Inneren der Kantine saß die Anführerin der BDF, flankiert von zwei
Kameraden, gegenüber einer Kommando und eines Turianers. Sie waren in Gespräche vertieft und bekamen kaum mit wie die Zeit verrann. Sie waren gerade in den mitreißenden Erzählungen des Turianers über einen Einsatz zur Rettung politisch hochrangiger Personen aus den Händen von anarchistischen Terroristen, als jemand ihr die Hand auf die Schulter legte. Jenni drehte sich widerwillig um als wolle sie den Lauf der Geschichte nicht verpassen. Hinter ihr stand Marcel, der sie angrinste, die Alkoholvorschriften wurden nur noch spärlich durchgesetzt oder kontrolliert. „Eric meldet, dass die Shuttles in zwei Stunden starten werden und wer nicht bereit ist, wird zu Fuß zurück müssen.“ „Der soll mal nicht so verklemmt sein. Wir sind hier unter Kameraden und einfach abzuhauen wäre unhöflich“, erwiderte sie mit abwertender Handbewegung. „Ja genau, und wenn er ohne euch fliegt, können wir euch ja auf eurem Stützpunkt absetzen“, warf der Turianer ein, der seine Erzählung unterbrochen hatte. „Stimmt, den kleinen Umweg kann mach machen, ist ja kein Problem.“ „Das ist wirklich zu freundlich, ich werde gleich rot“, meinte Alex ironisch. Auch wenn diese Redensweise so nur unter Menschen Brauch war, kannten auch die anderen Spezies ihre Bedeutung und begannen zu lachen. Der Abend verlief größtenteils ruhig, außer einigen lautstarken Prahlereien war alles gesittet geblieben. Die Shuttles hatten sie dann doch noch erwischt. Die Erinnerungen an diese Tage erfüllte die Soldaten in den Shuttles mit Stolz.
Unter den wachsamen Augen der Ausbilderin flackerten Aufnahmen über das holografische Interface. Auf dem Schreibtisch lag ein Datentablett mit einem Bericht, daneben stand eine Tasse mit kalt gewordenem Kaffee. „Bist du immer noch in deine Aufzeichnungen vertieft?“, riss sie eine Stimme aus ihrer Konzentration. „Du brütest hier jetzt schon eine Ewigkeit, was machst du denn eigentlich?“ „Ich suche etwas“, erwiderte die Angesprochene knapp, sie war müde und hatte schon den ganzen Tag an ihrem Schreibtisch gearbeitet. „Na dann viel Spaß, ich geh mal runter und hol mir was zu essen.“ „Ok“ Bei einem Schluck von ihrer Tasse verzog sie das Gesicht und rümpfte die Nase, während sie die Tasse an den Rand des Pultes stellte. „Schmeckt ja noch beschissener als er noch heiß war“, spuckte sie angewidert aus. Mit schellen Handbewegungen schloss sie die aktuelle Aufzeichnung und öffnete die nächste. Nach einem Augenblick begann das anfangs eingefrorene Bild sich zu bewegen. In den gelangweilten Gesichtszügen der Ausbilderin regte sich plötzlich etwas. Sofort setzte sie die Aufnahme etwas zurück, beugte sich interessiert vor und startete sie erneut. Nun wanderte ein finsteres Grinsen auf ihr Gesicht und sie lehnte sich selbstzufrieden zurück.
„Du hast ne Nachricht“, meinte Garonn und stupste Jenni mit dem Ellenbogen an. Diese war gerade in ein Gespräch vertieft gewesen und hatte das Aufblinken ihres UW gar nicht mitbekommen. Sie waren gerade vom ersten Training, seit sie bei der Demonstration gewesen waren, zurückgekommen. Sie nickte dem Turianer zu und führte das angefangene Gespräch noch zu Ende, ehe sie sich ihrem UW zuwandte. Kaum hatte sie die erhaltene Nachricht geöffnet, begann sie zu grinsen, der Inhalt ließ keine Zweifel über den Absender zu. Es gab nur eine Person, die Jenni kannte, deren Nachrichten derart kurios ausfielen. Einige animierte Smileys starrten sie verwundert an oder grinsten breit. „Also dass ihr einen an der Waffel habt wusste ich ja schon immer, aber gleich so? Echt der Wahnsinn. Hi überhaupt. Jetzt weiß ich zumindest wen ich rufen kann, wenn ich meinen
Garten umgraben will.“ Anschließend war eine Aufnahme eingefügt. Eine der Kamera-Drohnen der Reporter hatte den Absprung gefilmt, selbige Aufnahme hatte ihren Weg ins Extranet gefunden und darüber anscheinend auch zu Warrek gefunden. Nach der Aufnahme waren noch einige Fragen und Antworten auf Jennis letzte Nachricht. „Hei Kiara, schau dir mal die Nachricht von Warrek an, wir sind scheinbar schon berühmt geworden.“ Die erstaunte Blicke der sie umgebenden Soldaten schienen sich förmlich unter ihre Haut zu bohren, weshalb sie die Projektion einschaltete und die Aufnahme ihres Absprungs erneut abspielte. „Das ist so im Extranet“, fügte sie nach einigen Sekunden grinsend an. Sofort kamen neue Gespräche ins laufen, die Aufnahme und die Folge deren Onlinestellung boten guten Zündstoff für hitzige Diskussionen. „Solange Warrek seinen Kalender nicht Online stellt, ist mir das eigentlich egal“, prustet Shalera, die ein paar Plätze neben Jenni saß und sich das Video gerade angesehen hatte. Ivana warf ihr einen zurechtweisenden Blick zu, doch die Asari wich diesem und allen fragenden Blicken, die nun zu ihr wanderten, unbehelligt aus. Einige Zeit später, sie waren gerade mit essen fertig geworden, erhielt die Anführerin der BDF eine zweite Nachricht, diesmal jedoch von Reeston. Das rötliche Blicken ihres UW´s verriet ihr, dass es sich um eine Nachricht hoher Dringlichkeit handelte. Instinktiv wusste sie, dass das nichts Gutes verheißen konnte und ihr Magen verkrampfte sich, als sie die Nachricht öffnete. Nach dem sie die einzige Zeile der Nachricht überflogen hatte, stutzte sie, nur um einen Augenblick später beim erneuten lesen wieder genauso erstaunt und ungläubig Inne zu halten. Ihre Mühen sich nichts anmerken zu lassen schienen wenigstens Wirkung zu zeigen. Was auch immer sie verbrochen hatte, es musste etwas ziemlich gewichtiges gewesen sein. „Parker und Nesharis in mein Büro, sofort!“ Sie las die Worte ein letztes Mal, um sich zu vergewissern, dass sie nicht halluzinierte. „Scheiße…“, zischte sie erschrocken. „Ich muss noch schnell zu Reeston“ Mit diesen Worten erhob sie sich vom Tisch und machte sich daran selbigen zu umrunden. Als sie bei ihrer Liebsten ankam, beugte sie sich vor und flüsterte ihr leise ins Ohr, was Reeston ihr gerade geschickt hatte. Erschrocken sah die Asari sie einen Moment lang an, bevor sie begriff, dass die Aussage ihrer Freundin als Aufforderung sie zu begleiten gemeint war. Die Beiden hatten die Kantine noch nicht verlassen, schon hing bereits ein erdrückender Schleier der Sorge über ihnen. Auch wenn keine von ihnen es auszusprechen wagte, war ihnen beiden klar, aus welchem Grund genau sie zwei zu Reeston gerufen wurden, wenn sie auch nicht ganz verstanden weshalb genau jetzt. Insgeheim klammerten sich beide an die Hoffnung, dass es einen anderen Grund gab. Schließlich brach Jenni das Schweigen, „Was machen wir?“ „Wie meinst du das?“, kam es von Kiara zurück. „Na ja, wenn irgendwer uns draufgekommen ist… und jemand von uns gehen muss…“ Die Pupillen der Asari weiteten sich vor Schreck und sie blieb für einen Augenblick stehen, bevor sie die Fassung wieder erlangte und wieder zu Jenni aufschloss. "Sag so etwas nicht, wir wissen ja noch nicht einmal ob es wirklich deshalb ist.“ „Doch, weshalb sollte es den sonst sein?“ Bevor sie das Gespräch weiter führen konnten, hatten sie auch schon die Treppe erreicht, welche sie in den Gang zu Reestons Büro führen würde. Allianzangestellte in Bürouniform kamen ihnen entgegen, weshalb sie das Gespräch abbrachen. „Jetzt lässt sich eh nichts mehr ändern“, seufzte sie leise.
Die schwere Holztür zum Büro des Colonels stand offen, auch wenn sie wusste, dass dem nicht so war, schien eine eisige Kälte aus dem Raum zu strömen. Auf dem ganzen Gang war niemand zu sehen, als hätten alle ihre Arbeitsplätze verlassen. Aus dem Inneren der Büros fiel Licht in den Gang, die herrschende Stille war geradezu gespenstisch. Entschlossen, zumindest äußerlich so wirkend, traten die beiden jungen Frauen in den Raum vor ihnen. „Colonel Reeston, Sir“ Die Begrüßungen kamen wie trainiert zackig und direkt. „Soldaten, setzt euch.“ Jenni wurde das Gefühl nicht los in dem strengen Blick des Colonels auch einen Hauch Trauer und Enttäuschung zu sehen, was ihre Vorahnung noch bestärkte. „Ihr wisst weshalb, ihr hier seit, nicht wahr?“ Die Stimme erklang vom Eingang des Raumes her, Jennis Körper verkrampfte sich und sie konnte spüre wie Wut und Angst in ihr hochstiegen. Im Gegensatz zu Kiara hatte sie sich nicht umgedreht, sie hatte Tiranas Stimme auch so erkannt. „Nein eigentlich nicht, Colonel Seltaris.“, antwortete Jenni in neutralem Ton. „Ach, wirklich? Na dann helfe ich euch mal ein wenig auf die Sprünge… Dienstreglement eins, Seite zweiundzwanzig, Absatz zwei.“ Nach kurzem Zögern entschied sich Jenni alles auf eine Karte zu setzen. „Das Verbrüderungsgesetz“, antwortete sie in emotionslosem Ton. Sie hatten gelernt sich Gefühle nicht anmerken zu lassen, sie beide besonders, weshalb sich ihr Gesicht in einen emotionslose Maske verwandelt hatte. Als ein quälend langes Schweigen von Seite der Ausbilderin als Antwort kam, betete Jenni richtig gelegen zu sein, ansonsten hätte sie sich endgültig jede Chance zerstört. Kiara schien ebenfalls bemüht nicht zu zeigen was sie fühlte, sie musste genauso nervös sein wie Jenni. „Genau, sie kennen die Reglement erfreulich gut, Soldatin Parker“, erwiderte Tirana in geradezu vor Unglaubwürdigkeit triefender Tonlage. Es war klar, dass sie wusste, dass die Beiden Soldatinnen vor ihr wussten, weshalb sie hier waren. „Ich verstehe nicht genau was sie meinen?“, kam Kiara ihrer Freundin zuvor. „Ihnen beiden wird vorgeworfen gegen dieses Gesetz verstoßen zu haben“, antwortete Reeston zügig. „Also das wir eine Beziehung zueinander haben und uns deshalb der Verbrüderung schuldig machen“, präzisierte Jenni. „Genau“, erwiderte Reeston knapp. „Das sind massive Anschuldigungen die unsere Entlassung aus dem Dienst zur Folge hätten. Es steht mir nicht zu zu fragen, wer uns dessen beschuldigt“, begann Jenni „Und ich brauche auch gar nicht zu fragen, da ich weiß, dass es die Schlampe hinter mir ist“, fügte sie in Gedanken an. „Aber es würde mich doch interessieren mit welcher Begründung uns das vorgeworfen wird.“ „Es ist aufgefallen, dass sie und Soldatin Nesharis sehr viel Zeit miteinander verbringen“, erwiderte Tirana unerwartet direkt. „Nun, wir kennen uns bereits von der Akademie her und verstehen uns gut, es gibt immer Leute mit denen man lieber zusammen ist, als mit anderen. Soviel mir bekannt ist, werden Freundschaften vom Verbrüderungsgesetz nicht verboten, ansonsten würde sich jeder Soldat jeder Einheit dessen schuldig machen“, konterte Kiara geschickt. „Ist es denn für sie normal, dass man sich unter “Freunden“ auch küsst?“, bevor sie antworten konnte, hob Tirana ihr UW und spielte eine Aufnahme ab. Die Bilder wurden von einen hohen Standpunkt aus aufgenommen, allem Anschein nach einem Wachturm. Es handelte sich um eine fest montierte Kamera, wie Jenni an der unten links an der Aufnahme stehenden Nummer erkennen konnte. Die Aufnahme zeigte etwas vom Hauptplatz abgeneigt zu den Unterkünften. In den ersten Sekunden war nichts zu sehen. Die Aufnahmen mussten gegen Abend entstanden sein, da die Sonne bereits tief stand. Nach einigen Sekunden bewegte sich etwas und Tirana vergrößerte einen Ausschnitt der Aufnahme. Zwei Junge Frauen traten hinter der Unterkunft hervor und gingen in lockerem Gang dem Zaun entlang. Dass es sich um sie Beide handelte war unbestreitbar, zum einen stachen Jennis feurig rote Haare praktisch ins Auge und zum anderen war die Auflösung der Kamera so hoch, dass man ihre Gesichter mühelos hätte erkennen können. Dass sie sich gut verstanden war einfach zu erkennen, sie lachten viel und machten Kapriolen. Nach einigen Schritten schließlich begann Jenni zu lachen, hielt sich erst den Mund und trat anscheinen zu Kiara. Sie lehnte sich zu ihr hinüber und gab ihr einen kurzen Kuss bevor sie weiter gingen. In dem Raum war Stille eingekehrt. „Da sie Soldatin Nesharis der Asariabteilung des Projekts zugeordnet sind, werden sie das nun folgende Gespräch mit Miss Seltaris führen, Parker, sie unterstehen mir weshalb, sie gleich hier bleiben können.“ „Kommen sie, uns wurde ein Raum gleich nebenan zu Verfügung gestellt“, sagte die Asariausbilderin an Kiara gewandt. Diese stand nach kurzem Zögern auf und folgte der Ausbilderin, welche die Tür hinter sich schloss. Nach einigen Sekunden des Schweigens begann Reeston schließlich. „Also Parker, die Anklage ist ihnen bekannt, was haben sie zu ihrer Verteidigung zu sagen?“ Die Situation hatte sich in der letzten Minute komplett geändert. Reeston wusste schon lange von ihrer Beziehung, er hatte ihnen aber auch gesagt, dass er ihnen keinen Rückendeckung geben könne. Spielte er jetzt nur mit ihr und hatte Tirana längst gesagt, dass sie eine Beziehung haben oder nicht? Wie würde er jetzt reagieren, wenn sie ihn darauf ansprechen würde? Glücklicherweise musste sie das nicht herausfinden, denn exakt in dem Moment, in dem sie zum Wort angesetzt hatte, kam er ihr zuvor. „Verdammt Parker“, fluchte er „Ich dachte schon ich könnte das Gespräch von damals ruhen lassen.“ „Sir ich…“ „Diesmal steckst du tief in der Scheiße Parker, dass du dich mit Tirana nicht gut verstehst war ja gemeinhin bekannt“, meinte Reeston mit als Geste erhobener Faust. „Aber, dass du dir damit eine mächtige Feindin machen würdest, wusstest du ja damals schon. Jetzt komm die Revanche. Sie ist mir gleichgesetzt und ich kann euch nicht helfen.“ „Also?“, fragte Jenni unverblümt. „Also werde ich eine von euch rausschmeißen müssen.“ Sie ignorierte den Stich in ihrem Herz, es musste einen Weg geben.“ „Wenn sie mich rausschmeißen, werden sie jemand neues brauchen, der die Einheit anführt…“ „Richtig, gut ,dass sie das genauso sehen wie ich, dann war meine Entscheidung ja korrekt, Fräulein Nesharis wird ihre Sachen noch heute packen.“
Mit offenstehendem Mund starrte sie ihn an, sie hatte zu Wiederworten ansetzen wollen, doch eine so vernichtend klare Aussage hatte sie nicht erwartet. Die ganze Angelegenheit bewegte sich in eine fatale Richtung. Innerlich liefen vor ihr bereits Bilder ab, die sie schnellst möglich wieder aus ihrem Kopf rausbekommen wollte. Sie sah, dass sie Kiara nur noch einmal im Monat sehen würde, sie würde sie nicht mehr von Angesicht zu Angesicht sprechen können, sie würde sie nicht mehr in ihrer Nähe haben können und auch jeder kleine verbotene Kuss würde ihr verwehrt bleiben. Das durfte nicht geschehen. „Nein“, antwortete sie entschlossen. Etwas erstaunt über ihre eigene Reaktion, starrte sie Reeston an. Dieser schien jedoch noch erstaunter als sie selbst. „WAS?“, platzte es aus ihm heraus. „Sie widersprechen einem Vorgesetzten?“, meinte er schon fast ungläubig. „Ja Sir. Wenn sie Soldatin Nesharis entlassen, dann werde ich mich des Dienstes verweigern.“ Nun erschrak sie selbst vor ihrer eigenen Kaltschnäuzigkeit. Sie hatte ihren Vorgesetzten zwar schon öfters wiedersprochen , aber bisher immer freundlich und hinweisend und nicht wie jetzt trotzig und voller Ernst. Der volle Umfang ihrer Bemerkung wurde ihr erst jetzt bewusst, mit etwas Glück hatte sie es soeben geschafft sich selbst auch noch aus dem Projekt zu befördern, nachdem sie bereits Kiara in diese Situation gebracht hatte. Jetzt würde sie gut Pokern müssen, um nicht entlassen zu werden. „..und dann wären sie wieder genauso weit, dass sie eine neue Anführerin bräuchten.“ „Wenn du dich des Dienstes verweigerst, wanderst du in den Knast, du hast eine Vereinbarung unterzeichnet. Ich lasse mich von meinen eigenen Soldaten nicht erpressen, schon gar nicht, wenn diese noch grün hinter den Ohren sind!“ Nun hatte sich Reeston, der erst einige Sekunden verdutzt dagesessen hatte und nicht im Stande gewesen war zu antworten. Wieder in Kontrolle über seinen Körper, schien er gar nicht erfreut zu sein über Jenni Ansage. „Sir, bei allem Respekt, wenn es ihnen darum ginge uns wegen dem hier rauszuwerfen, hätten sie das schon lange getan. Diese Entwicklung ist für keinen von uns vorteilhaft. Bevor sie mich also in den Knast stecken und Kiara nach Hause schicken würde ich vorschlagen, dass wir das Problem konstruktiv lösen.“ „Ach… würdest du dich meiner Wenigkeit zu einem Kompromiss öffnen?“, antwortete Reeston in übertrieben sarkastisch klingendem Ton. „Was hast du denn anzubieten? Es geht um deinen Posten, also solltest du besser was Gutes im Angebot haben.“ „Sie sagten doch, dass sie mit Tirana gleichgesetzt seien. Wir haben beide die Aufnahme gesehen, das war höchstens ein freundschaftliches Küsschen, selbst wenn sie das als Beweis bringen will, gäbe es keinen Richter auf diesem Planeten ,der das als Beweis gelten lassen würde. Wenn sie ihre Anschuldigungen anfechten wird sie nichts in der Hand haben. Sie könnte ihnen nicht einmal vorwerfen uns zu decken, jeden vernünftige Mensch sieht, dass solches Handeln überstürzt wäre. So könnten sie Schwierigkeiten für die Einheit verhindern. Und zudem können sie sie der Befangenheit für schuldig erklären, sie hat eine deutliche und offensichtliche Abneigung gegen mich, weil wir bereits mehrfach aneinander geraten sind. Das hier ist offensichtlich eine Feindseligkeit gegen mich, sie will mich loswerden und nutzt daher diesen scheinbaren Verstoß als Vorwand.“ Die Mine des Colonels hatte sich keinen Millimeter verändert und seine kalten grauen Augen fraßen sich Faser für Faser durch Jennis Körper. Sie hatte sich während ihrer energischen Erklärung vorgebeugt und ihm in die Augen gestarrt, sie hatte seinem Blick getrotzt doch nun kehrte eine abscheuliche Stille ein. Verzweifelt suchte sie nach irgendeiner Regung in seinem Gesicht, doch da war nichts. Erst nach entsetzlich langen Sekunden regte sich in ihr die Hoffnung, nachdem sie schon fast mit ihrer Position hier abgeschlossen hatte. Der Colonel grunzte und verzog das Gesicht nachdenklich, scheinbar hatte ihre Erklärung logisch geklungen. „Dafür müsste ich ihr ziemlich auf die Füße treten, du weißt aber, was das für mich bedeuten würde? Ich bin mir ziemlich sicher, dass du keine Ahnung hast wie mürrisch und nachtragend Asari sein können.“ Das Jenni sehr wohl wusste, wie unangenehm die war, erwähnte sie lieber nicht, die Erfahrung eine Woche lang von Kiara ignoriert zu werden war damals nicht schön gewesen. „Also… wenn ich dir jetzt diesen Gefallen tun würde… was würde denn für mich dabei herausspringen?“ Die Frage des Colonels war ein Rettungsseil mit Dornen. Wenn sie jetzt nicht zugriff, könnte das ihr Ende als Soldatin sein, doch wie hoch wäre der Preis? „Das ist schwer zu sagen, von welcher Art von Gegenleistung reden wir hier? Was würde ihnen denn vorschweben?“ Das neckische Grinsen von Reeston Gesicht war wie weggewischt, eine nachdenkliche ernste Mine kam darunter zu Vorschein. „Es ist zwar kein Gefallen, aber etwas wofür ich deine Zusage möchte.“ „Worum geht es denn?“ fragte Jenni nun mehr neugierig, als besorgt um ihren Posten. Reeston schob ihr ein dünnes Dossier, das er aus einer der abschließbaren Schubladen geholt hatte, über den Tisch. „Was ist das?“, fragte sie neugierig, ehe sie die Mappe öffnete. „Das sind einige der Informationen über eine feindliche Position, eine Basis, die als Verteilstelle fungiert und deren Aushebung eure Aufgabe sein wird. Noch ist nicht ganz alles rechtlich geklärt, aber schon bald werden wir grünes Licht haben. Das wird eure Feuertaufe werden.“ „Wann?“, hauchte Jenni überrumpelt. Gerade noch war es um ihre Entlassung gegangen und nun sprachen sie über ihren ersten scharfen Einsatz. Das Thema musste dem Colonel ebenfalls sehr unangenehm sein, wenn er es so ansprach wie jetzt. „Schon bald, früher als mir lieb ist. Hör mal zu Parker, das ist jetzt kein Test oder so. Ich will, dass du mir sagst was du denkst. Ist deine Einheit bereit dafür? Wärst du bereit sie anzuführen? Es wäre noch kein Kampfabsprung, ihr würdet vom Boden aus angreifen. Euer Training ist noch nicht abgeschlossen, aber die Order kam auch nicht von mir. Ich möchte wissen was du dazu sagst.“ Nach längerem schweigen und leerem schlucken, um den Kloß in ihrem Hals aus dem Weg zu räumen, begann sie langsam. „Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Ich habe viel geübt und technisch beherrschen wir den Kampf in verschiedensten Geländern bereits sehr gut, aber eine richtige Mission…“, wieder stockte sie, sie wusste, dass es sicherlich von Vorteil für sie wäre zuzusagen, aber ihr krampfte sich der Magen zusammen, beim Gedanken an einen Kampf auf Leben und Tod. „Ich denke, dass wir in der Lage sind einen Kampf zu führen“, meinte sie schließlich. „Gut, und denkst du auch, dass du in der Lage sein würdest deine Kameraden da alle lebend wieder raus zu bringen? Denn das ist mir wichtiger als der Erfolg der Mission.“ „Ich weiß nicht, ich würde alles daran setzten dies zu schaffen, aber ich kann ihnen keine Garantie geben.“ „Das kann niemand… Du kannst draußen im Gang warten, sobald Miss Seltaris ihr Gespräch beendet hat, werden wir uns über den weiteren Verlauf unterhalten.“ Sofort keimte Unsicherheit in ihr auf, was wenn es doch ein Test gewesen war? Was wenn sie falsch geantwortet hatte? Doch Jenni plagten viel größere Zweifel. Reeston schien ihrer Idee gegenüber nicht grundlegend abgeneigt zu sein, aber wenn Kiara etwas verraten hatte, wäre alles umsonst gewesen. So lehnte sie sich draußen im Gang an die Wand gegenüber der Tür, hinter der Kiara befragt wurde an und betete leise dafür, dass ihre Freundin stark genug gewesen war, nichts verraten zu haben.
Es dauerte einige Minuten bevor Jenni begann sich nach einer Sitzgelegenheit umzusehen. Sie war vor der Tür bereits mehrfach auf und ab gegangen. Es war unerträglich zu warten, sie schien bereits eine Ewigkeit zu warten, als sich die Tür endlich öffnete. Tirana trat finster dreinblickend heraus, gefolgt von einer ernsten Kiara. „Warte hier“, meinte die Ausbilderin knapp, als sie Reestons Büro betrat. Nachdem Tirana die Tür hinter sich geschlossen hatte, trat Kiara zu ihrer Freundin und lehnte sich neben selbige an die Wand. „Bitte sag mir, dass du nichts gesagt hast!“, raunte Jenni mit gedämpfter Stimme. „Nein, hab ich nicht, aber ich wüsste nicht, was das für einen Unterschied machen sollte, ich werde noch heute fliegen.“ Sie war sichtlich mitgenommen von dem gerade erfahrenen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt…“ „Nein, es ist vorbei. Wir…“ „Nein, hör mir erst zu. Ich habe mit Reeston geredet, vielleicht habe ich uns eine zweite Chance kaufen können.“ Nun sah die Asari interessiert zu ihrer Freundin „Wie?“, fragte sie erstaunt. „Nun, ich hab ihm gesagt, dass uns rauszuschmeissen, alles, aber nicht zu seinem Vorteil ist. Vielleicht habe ich es geschafft ihm zu zeigen, dass er sich selbst ins Knie schießt, wenn er das tut. Jedenfalls schien er selbst auch ein Thema zu haben, über das er nur ungern sprach.“ „Und das wäre?“ Kiara schien noch nicht überzeugt zu sein von Jennis Behauptungen, schließlich hatte Tirana ihr gerade klar gemacht, dass sie aus dem Projekt schon so gut wie draußen sei. „Unser erster Einsatz“, entgegnete Jenni mit zu Boden gerichtetem Blick knapp. „Er hat nichts Konkretes gesagt, nur dass es schon sehr bald soweit sei und er hat gefragt, ob die Einheit bereit sei und ich sie anführen könne. Wobei ich mir mehr Sorgen um Zweiteres, als um Ersteres mache.“ Ihre Freundin legte ihr die Hand auf die Schulter und sah sie mit bemühtem Lächeln an „Wenn mir die Chance vergönnt sein sollte unter deinem Kommando in den Kampf zu ziehen, hätte ich keine Angst davor, denn ich weiß ,dass du uns zum Sieg führen wirst.“ Jenni musste ein wenig lachen, als sie das hörte, selbst jetzt wo sie wohlmöglich ihretwegen nach Hause gehen musste, hielt Kiara zu ihr und versuchte ihr Mut zu machen. „Das hoffe ich doch sehr, alles andere wäre schlecht für unsere Gesundheit.“ Jenni lehnte sich an die Wand und blickte zur Decke „Was denkst du, wie lange brauchen die Beiden, bis wir erfahren wie´s weitergeht?“ Als Antwort erhielt sie ein Schulterzucken. In den nächsten Minuten war das Einzige, dass sie aus dem Inneren des Raumes hörten, einige wütende Ausrufe, von wem sie stammten konnten sie aber bloß erraten. Plötzlich flog die Tür auf und Tirana stapfte eilig, offensichtlich höchst erbost aus dem Raum, die beiden wartenden würdigte sie keines Blickes. Etwas verwirrt über das, starrten die beiden jungen Frauen erst hinter der Asari her und anschließend fragend zu Reeston. Dieser saß mit rotem Kopf an seinem Pult und atmete erst einmal tief durch, bevor er sich an sie wandte. „Ich habe mir gerade eine sehr unangenehme Zeit beschert, um euch hier zu behalten, sorgt dafür, dass ich es nicht bereue… und jetzt verschwindet, zurück in die Unterkunft, bevor ich es mir anders überlege.“ Jenni salutierte strahlend und nickte „Sie werden es nicht bereuen“, meinte sie knapp, bevor sie auf dem Absatz kehrt machte und eilig davontrat, gefolgt von Kiara.“
„Das hat aber gedauert, wollten die euch nicht gleich behalten?“, meinte Joshua grinsend, als die beiden jungen Frauen in die Unterkunft traten. „Grins nicht so bescheuert, das ist nicht halb so komisch wie du denkst.“ Tanja, die neben ihm saß und anscheinend gerade mit ihm gesprochen hatte, warf ihr einen fragenden Blick zu. Es war normalerweise nicht Jennis Art jemanden anzufahren, auch nicht Joshua, selbst wenn dieser seine vorlautes Mundwerk wieder mal nicht halten konnte. „Was ist denn passiert? Gibt’s schlechte Neuigkeiten?“ „Nein! Niemals“, spie Jenni mit sarkastischem Ton aus. „Ihr hättet euch nur um ein Haar nen neuen Anführer suchen können.“ „Wow, warum das denn?“, raunte Selak, der wie jeder Andere in dem Raum mitbekommen hatte, was vor sich ging. „Reeston hätte uns beinahe rausgeworfen, weil “Miss Seltaris“ anscheinend zu viel Freizeit hat. Sie hat sich wahrscheinlich Stundenlang Überwachungsvideos angesehen, bis eine Stelle fand, an der ich Kiara einen Kuss gegeben habe.“ Als Jenni einen Moment aussetzte, hatten bereits die meisten ihrer Kameraden verstanden worum es ging. „Sie wollte uns wegen des Verbrüderungsgesetzes rausschmeißen. Reeston hat sich aber dagegen entscheiden… nach nicht unerheblicher Diskussion.“ Betroffenes Schweigen hüllte die Zuhörer ein, diejenigen, die selber eine Einheiteninterne Beziehung hatten, schien die Nachricht besonders zu bedrücken. „Das ist nicht besonders gut, aber wenigstens seid ihr noch hier, es wäre definitiv nicht dasselbe ohne dich Jenni. Und ohne Kiara wärst du nicht mehr die Selbe.“ Jenni trat zu ihrem Bett und ließ sich auf selbiges fallen. Kiara trat neben ihr Bett, legte die Arme an das darüber liegende Bett und warf ihrer Liebsten einen sehnsüchtigen Blick zu. Nichts hätte sie lieber getan, als sich nun zu ihr zu legen, sich an sie zu kuscheln und eng umschlungen von ihren Armen einzuschlafen, doch nun war es wichtiger als je zuvor, dass sie vorsichtig waren.
Unter strahlend blauem Himmel, von im Wind wiegendem Gras umgeben, stand ein kleines Gebäude. Der Aufbau wirkte stabil und nicht sehr komfortabel, aber es diente seinem Zweck und würde vor Regen und Wind schützen. Alex kniete sich neben der Eingangstür und war gerade dabei etwas vorsichtig mit den Fingerspitzen zu bearbeiten. Joshuas Schritte durch das Gras verursachten kaum Geräusche und durch seine geduckte Haltung war er nur schwer auszumachen. Er schlich sich von hinten an seinen Kameraden an, um ihn zu erschrecken. Er kannte Alex schon lange, wenn irgendjemand Schabernack trieb, war fast immer mindestens einer der Beiden darin verwickelt. Er war noch etwa fünf Schritte von ihm entfernt, als er ihn leise fluchen hörte „Verdammtes Ding, jetzt geh da schon rein.“ Mit breitem Grinsen auf dem Gesicht ging er auf Zehenspitzen weiter. Die einzelnen Grashalme strichen sanft über den Stoff seiner Hose und erzeugten dabei ein für ihn unnatürlich lautes, fast schon kratzendes Geräusch. Aus Sorge gehört zu werden, hielt er einen Moment inne, bevor er den letzten Schritt machte. Er holte geräuschlos tief Luft, streckte die Arme nach vorne und spannte sich an. Mit einem lauten Schrei packte er Alex an den Schultern und schüttelte ihn leicht. Dieser ließ vor Schreck die Drähte, welche er in den Händen hielt, fallen, sprang auf und stieß dabei einen lauten Aufschrei aus. „****! Du Idiot, du kranker Irrer! Willst du uns beide umbringen?“ Joshua der sich nicht mehr halten konnte vor Lachen, krümmte sich, um seinen Bauch zu entlasten. Er wollte das Wort ergreifen, kam jedoch nicht mehr dazu. „Findest du es witzig mich zu erschrecken, sodass ich mir fast in die Hosen scheiß, während ich gerade Kiloweise hochexplosive Plastiksprengstoffe scharf mache? Du weißt aber schon, dass ein Fehler mich wie auch dich in ne Schleimspur über die Wiese verwandelt. Plötzlich wurde das vor Lachen gerötete Gesicht von Joshua kreidebleich. Er starrte Alex mit weit aufgerissenen Augen an, während sein Mund versuchte Worte zu formen. Nach einigen Sekunden platzte der Angestarrte schließlich vor lachen. Er konnte das unterdrückte Lachen nicht mehr halten und schallendes Gelächter hallte von dem entfernten Waldrand wieder. „War nur n Scherz, das ist Übungssprengstoff, der ist total sicher. Wir sollen damit zwar lernen wie wir auch mit den scharfen Stoffen umgehen sollen, aber hier kann kaum was passieren. Hier, fang.“ Er warf Joshua einen olivgrünen nach Knetgummi aussehenden Block zu. Auf der außen an diesem Block klebenden Etikette waren Totenschädel, Warnhinweise und ein komplizierter chemischer Name aufgedruckt. Joshua war der Schreck förmlich ins Gesicht geschrieben, das auf ihn zufliegende explosive Päckchen hatte die Kraft einen Panzer zu zerlegen, wenn es richtig eingesetzt wurde. Auf beiden Händen fing er es ganz vorsichtig auf und sah seinen Kameraden fassungslos an. „Das geht nicht hoch, selbst wenn es runterfällt und du drauf rumspringst.“ „Das probier ich lieber nicht aus“, erwiderte Joshua, nachdem er leer geschluckt und sich wieder etwas gefangen hatte. „Was machst du hier eigentlich?“, fügte er etwas später die Konstruktion hinter ihm betrachtend. „Ich muss das Gebäude hier sprengen, der Sprengmeister holt gerade die Zündcodes.“ „Und für die kleine Hütte brauchst du so viel Sprengstoff?“, fragte Joshua etwas verwirrt, die Menge schien geradezu absurd groß. „Nein, natürlich nicht! Das würde für zehn solcher Ziele reichen… es wird mir zwar offen gelassen wie viel ich verwende, aber er wird das Ganze noch einmal kontrollieren, bevor ich zünden darf. Ich brauche ca. 60 Gramm für das hier.“ „Nimm das doppelte, dann hält´s besser… erinnert mich an die Zeiten in der Schule… wir hätten sowas haben sollen bei der alten Allenwoods, deren Briefkasten wollte einfach nicht sterben, egal wie viel Feuerwerk wir reingestopft haben.“ „Ich bin immer noch der Meinung, dass ne Cobra da die einzig wahre Lösung gewesen wäre.“, prustete Alex, als er sich an den alten eisernen Briefkasten ihrer ungeliebten Geschichtslehrerin erinnerte. Die alte Eisenkonstruktion hatte trotz Rostflecken und gnadenlos gegen sie sprechende Chancen, allen Anschlägen der beiden getrotzt, wenn er am Ende auch ziemlich ausgebeult ausgesehen hatte. „Ne, Spaß beiseite, wenn wir ihn ihr mit dem Zeug gefüllt hätten, hätte es ihr Haus gleich miterwischt.“ Wieder mussten beide herzhaft lachen. „So jetzt aber zurück zur Sache… wir sollten uns zurückziehen, wenn ich diese Geschenke hier verteilt habe… das wird die Hütte hier ganz schön durchschütteln.“ „Wie viel hast du denn reingepackt?“ Als Antwort erhielt er nur ein vielversprechendes Grinsen, gefolgt von einer Geste ihm zu folgen. Kaum hatten die beiden den Graben in etwa hundert Metern erreicht, aktivierte Alex sein UW. „Halt dir die Ohren zu…“ „Ich dachte du müsstest noch warten, bis dein Ausbilder dir grünes Licht gibt?“, meinte Joshua eilig. „****! Stimmt, Mist, komm mit, ich muss einen Teil des Sprengstoffes irgendwie tarnen“, erwiderte Alex grinsend.
„Weiter, nicht nachlassen. Sie wollten einen Kampf nun sollen sie ihn haben! Drängt sie zurück!“ Unter wildem hämmern der um sie herum abgefeuerten Waffen stürmte Jenni vorwärts. Die Luft schien unter Strom zu stehen und das Adrenalin in ihren Adern schien zu pulsieren. Durch den Helm drang der Lärm nur gedämpft zu ihr durch und alles außer dem Kampf um sie herum schien unwichtig und wurde ausgeblendet. Dreck und Erde Spritzten in die Höhe, als sich die Geschosse der Feinde neben ihnen in den Boden fraßen. Wut und Siegeswille hatten sich längst vermischt und bildeten nun das verwobene Netz, dass sie antrieb dem Feind entgegenzustürmen. Hammer hatte den Feind angegriffen und sich anschließend unter heftigem Beschuss langsam zurückfallen lassen. Wie geplant waren die Feinde ihnen gefolgt und ihnen in einen Hinterhalt gelaufen. Das Kreuzfeuer hatte gravierende Verluste unter den Feinden zur Folge gehabt und nun galt es die Überlebenden aufzureiben. Sie würde keine Gnade zeigen, nicht nach dem, was sie ihr beinahe angetan hätte. Das HUD ihrer Rüstung blinkte und leuchtete in diversen Farben, und Meldungen buhlten nach Jennis Aufmerksamkeit um die Wette. „Vorwärts!“, schrie nun auch Arsilia, die an Jennis Flanke neben ihr herrannte. Der Wald um sie herum war von den heftigen Kämpfen gezeichnet, Äste waren geknickt, Grünzeug niedergetrampelt und an manchen Baumstämmen waren teils große Holzsplitter herausgerissen. Der Feind war nicht mehr weit und wurde unentwegt in Deckung gedrängt. Während Schwert aus einiger Distanz jeden niederstreckte, der es wagte den Kopf aus der Deckung zu strecken und Dolch sich von außen anpirschte, um den Feind in die Zange zu nehmen, nagelte Hammer ihn mit schweren Waffen fest. Nun preschten die übriggebliebenen Biotiker der BDF- Sturmeinheit vor. Jennis Gewehr schien kaum etwas zu wiegen, dies war der erste Kampf in dem ihre Limitierung der Unterstützung aufgehoben war. In extremen Stressmomenten konnte die Unterstützung bis zum Maximum ausschlagen. Auf dem allgemeinen Kanal war Kommunikation kaum mehr möglich, die Kampfschreie der vor Anstürmenden Soldaten übertönten alles andere. Für einen Moment verzerrte sich die gesamte Geräuschkulisse und eine seltsam unpassende Stille gesellte sich zu einem verzogenen Sichtfeld. Die Wirklichkeit schien sich um sie herum zu krümmen, als sie sich mit aller Kraft vom Boden abstieß. Eine vertraute Kraft umschloss sie und ließ die Luft um sie herum blau wabern. Mit einem ungeheuren Ruck wurde sie nach vorne gerissen und schoss über den freien Platz vor ihr hinweg. Trotz ihrer über hundert Kilo Masse, rutschten ihre gepanzerten Stiefel über den nassen Waldboden. Der leichte Regen, der vor einigen Minuten aufgehört hatte, überzog den Boden mit einem Film aus, im Licht der sinkenden Sonne glänzendem Wasser. Leichte Dunstschwaden begannen sich zu bilden, da die Temperaturen bei etwa fünfundzwanzig Grad lag. Die Muskeln ihres Körpers spannten sich an und sie schloss die rechte Hand zur Faust. Dabei riss sie den Abzugsfinger nach hinten und sofort spie der Lauf ihrer Harrier Feuer. Ihr Körper versteifte sich, als sie versuchte den Lauf ihres Gewehres auf eine der auf der anderen Seite, des vor ihr umgestürzten Baumes stehenden und erschrocken dreinblickenden Asari zu richten. Plötzlich begann sich die Welt zu drehen, sie hatte zu viel Rückenlage und der Halt entglitt ihr. Sie war gerade aus dem Biotischen Ansturm rausgekommen und hatte noch zu viel Vortrieb, um stehen zu bleiben, weshalb sie nach vorne schlitterte. Währenddessen hob sie ihr Gewehr nach oben, um blind über den Stamm des Baumes feuern zu können. Zwei weibliche Stimmen schrien Schmerzverzerrt auf, anscheinend hatte sie was getroffen. Zeit sich zu freuen Blieb ihr jedoch nicht, in hohem Bogen raste eine Tropfenförmige, bläulich leuchtende Form auf sie zu, welche Jenni als biotischen Angriff gerade noch rechtzeitig erkannte. Sie konnte sich im letzten Moment noch zur Seite rollen, ehe das biotische Feld auf dem Boden aufschlug. Ein fast Armdicker Ast, der dort auf dem Boden lag, wo sie sich einen Augenblick zuvor noch befunden hatte, zerbrach wie ein Streichholz. Hätte sie einen solchen Treffer ohne Barriere einstecken müssen, hätte sie das wahrscheinlich ausgeknockt, ohne Panzerung hätte es ihre Knochen gebrochen.
Ihre Kameraden, die etwas zurückgefallen waren, schlossen nun zu ihr auf und gaben Deckung. Ohne weiter nachzudenken sprang sie auf stützte sich mit einem Arm auf dem Baumstamm ab und schwang die Beine rüber. Kaum gelandet, bekam sie auch bereits ein Ziel. Eine ihrer Kontrahentinnen lehnte vor ihr seitlich an einem Baum, Jenni konnte nur Lauf und Unterarm der Asari sehen, doch das reichte. Ruckartig riss sie die Hand mit der sie sich gerade eben noch abgestützt hatte nach vorne und schleuderte ein Wurffeld nach ihr. Der biotische Angriff machte einen Bogen und traf anschließend sein Ziel frontal. Die Asari konnte das Gleichgewicht nicht mehr halten und torkelte zurück, ihre Barriere konnte den größten Teil der Wucht abfangen. Doch jetzt befand sie sich genau in der Schusslinie der BDF Anführerin. Diese ließ sich die Chance nicht entgehen und streckte selbige mit einer kurzen Salve nieder. Arsilia und einige andere Soldaten hatten sie eingeholt, der Kampf hatte bereits wieder ein paar Verluste gefordert, Jenni konnte erkennen, dass Marcel fehlte. Arsilia stand einige Meter neben ihr, als sie plötzlich nach hinten zu Boden gerissen wurde. Jemand hatte sie an die Schulter getroffen. „****! Arsilia alles ok?“ mit schnellen Schritten überwand sie die wenigen Meter zu ihrer Kameradin, um dieser zu helfen. Ein dumpfer Schlag ließ sie zurückstraucheln, ehe sie reagieren konnte. Jemand beschoss sie aus einem Busch heraus. Reflexartig tat Jenni das, was ihr beigebracht worden war, sie markierte die Stelle mit einer Augenbewegung, Sekundenbruchteile später eröffnete sie das Feuer. Noch ehe sie die letzten fünf Schüsse ihres Magazines verschossen hatte, stieg bereits ein Revenant Maschinengewehr mit seinem charakteristischen giftigen Rattern ein. Jemand hatte ihre Markierung für Deckungsfeuer gesehen und kam ihr nach. Als ihre Waffe eine Wolke aus verdampfter Kühlflüssigkeit ausstieß und zu piepen begann, wandte sie sich ab, zog Arsilia an deren Arm hoch und schob ein neues Thermomagazin in ihre Waffe. „Alles ok?“ „Ja hat nur die Barriere erwischt“, antwortete die Gefragte und hob eilig ihre Waffe auf, die ihr beim Sturz entglitten war. „Wir haben sie gleich, nicht nachlassen!“, mit diesen Worten wandte Jenni sich von ihrer Kameradin ab und machte sich wieder daran dem gegnerischen Rückzug zu folgen. Die Asarieinheit war mittlerweile drastisch in der Unterzahl und ihr Rückzug wirkte zunehmend unorganisiert. Auch wenn von Panik keine Rede sein konnte, musste es doch ein Angsteinflößender Anblick sein, eine ganze Einheit voll gerüsteter Soldaten auf einen zustürmen zu sehen und sie nicht aufhalten zu können. Eine Bewegung, die sie im Augenwinkel wahrnahm, ließ Jenni herumschnellen, ihr eigentliches Ziel lag ein paar dutzend Meter entfernt und war gerade hinter einem Baum verschwunden… Tirana Seltaris. Sie erkannte sie an ihrer Rüstung, auf ihrer Schulter prangte das Abzeichen der Anführerin. Die Ausbilderin, deren Anschuldigung sie beinahe ihren Posten gekostet hätte. Sie hatte Jenni in den zwei Tagen seit dem Gespräch mit Reeston geschnitten, wo sie konnte und alles daran gesetzt ihr das Leben schwer zu machen. Die Sticheleien während der Vorbereitung dieser Übung waren jedoch zu viel gewesen. Sie hatte Jenni als “unfähig“ bezeichnet und ihr offen ins Gesicht gesagt, dass sie als Soldatin schwach und als Anführerin nutzlos sei. Nun würde sie ihr beweisen können, dass sie falsch lag. Vor Wut schäumend stürmte sie auf die Deckung ihrer Ausbilderin zu, den Beschuss, der um sie herum niederging, ignorierte sie dabei. Mit nach vorne gerichtetem Gewehr sprang sie hinter dem Baum hervor, doch etwas stimmte nicht. Die Ausbilderin stand nicht wie erwartet an den Baum gelehnt da, sie war einfach Weg. Jennis Herz raste immer noch und sie warf einen nervösen Blick auf die Positionsmeldung ihrer Kameraden. Diese waren etwas abseits ihrer Position und lieferten sich noch kleinere Gefechte mit den übrigen Asari. Auch wenn sie sich dafür hasste, zitterten ihre Finger, die Anspannung war riesig. Sie hatte sich auf einen schnellen kurzen Kampf eingestellt, die nun herrschende Stille zerrte an ihren Nerven. Ein knackender Ast neben ihr warnte sie vor dem, was gleich kommen würde, reagieren konnte sie jedoch nicht mehr. Tirana war um den Baum herumgetreten und stand nun genau neben ihr. Der Reflex sich dem nahenden Unheil zuzuwenden, war das einzige, was in dem Moment in ihr vorging. Zwei starke Hände packten ihr Gewehr, ein Blauer Schleier umgab den Umriss vor ihr. Als hätte sie ein Vorschlaghammer getroffen, wurde sie zurückgeschleudert. Tirana hatte ihr Gewehr festgehalten, ihr Bein angewinkelt und Jenni gegen den Bauch getreten. Sie landete einen Meter weiter hinten rücklings unsanft auf dem Boden. Doch entgegen ihrer Vermutung schoss ihr nicht gleich der brennende Schmerz eines Treffers durch den Körper. Stattdessen trat Tirana das Gewehr auf Jennis Gesicht gerichtet einen Schritt auf sie zu, ein schmieriges Grinsen unter dem Helm tragend. „Ich habe ja gesagt nutzlos“, meinte sie knapp, während sie den Munitionsstand der Harrier überprüfte, die sie Jenni abgenommen hatte. Einige Schüsse in unmittelbarer Nähe ließen beide Frauen herumfahren, das war ihre Chance. Mit einer schnellen Bewegung ihres Armes erzeugte Jenni ein Zugfeld, welches Tirana auf sie zustolpern ließ. Die kleine Unachtsamkeit ihrer Kontrahentin hatte bereits gereicht, um ihr eine Möglichkeit zu verschaffen. Mit einem Ruck richtete sie sich auf und stieß sich mit voller Wucht noch vorne ab, die synthetischen Muskeln ihrer Rüstung unterstützten sie dabei mit aller Kraft. Ihre Schwere Schulterplatte Krachte gegen die eher filigrane Brustrüstung der Asari. Die Barriere hielt einiges der Wucht ab, aber Jenni nicht auf. Mit Schrecken stellte sie fest, dass ihr linker Arm nicht schnell genug war, die ersten beiden Schüsse der Asari schrammten über ihre Barriere hinweg knapp an ihrem Oberschenkel vorbei, ehe sie ihren Arm packen und die gefährliche Mündung von sich wegdrücken konnte. Die weitere Salve der Harrier zerfetzte einige Sträucher, traf jedoch niemanden. Nun war Jenni klar im Vorteil, sie war stärker als Tirana, aber ihre Barriere hatte bereits arg gelitten und es fehlte die Zeit diese wieder aufzubauen. Ohne sich durch deren Gegenwehr aufhalten zu lassen, rammte Jenni ihre Ausbilderin mit dem Rücken an den Baum, der ihr ursprünglich als Deckung gedient hatte. Ihre gesamte Masse donnerte gegen die Barriere der Asari und brachte diese zum beben, sie wurde schwächer. „Dafür bin ich nicht zu stolz und das ist es was dich scheitern lässt!“, zischte die junge Frau. Sie schob ihre rechte Schulter unter Tiranas rechte Achsel während sie mit ihrer rechten Hand deren rechtes Handgelenk festhielt und hob sie so hoch. Eigentlich hatte sie geplant das linke Bein ihrer Ausbilderin mit ihrer linken Hand zu packen, damit sie ihre Gegnerin praktisch huckepack nehmen konnte um sich anschließend auf den Rücken zu werfen, damit sie unter ihr eingeklemmt würde, doch dazu kam es nicht mehr. Jetzt ging alles unglaublich schnell. Sie spürte wie jemand ihre Pistole ergriff und deren Lauf gegen die Barriere an ihrer Seite presste. Ihre Pupillen weiteten sich, gleich wäre es vorbei. „Jenni.“ Die vor Aufregung zitternde Stimme kannte sie, es war Kiara. Ehe sie die über Funk reingekommene Nachricht reagieren konnte, knallte es auch schon. Die M-77 Paladin, die sie bei sich trug, hatte viel Feuerkraft und wog kaum etwas, das waren beides Eigenschaften, die Jenni an ihr schätzte, doch nun schien genau ersteres ihr zum Verhängnis zu werden. Das Übungsprojektil zerplatzte an der Barriere der jungen Biotikerin brachte, diese jedoch zum zerfallen. Eine weitere Eigenschaft der M-77 war, dass sie sich nicht in so schneller Abfolge abfeuern ließ, wie beispielsweise die N7-Eagle. Diese Eigenschaft rettete Jenni in diesem Fall. Sie konnte mit ihrer linken Hand die Waffe packen und gewaltsam von sich wegdrehen. Nun befanden sich die Beiden miteinander ringenden in einer Patt-Situation, Jenni durfte Tirana nicht loslassen da sie in beiden Händen eine Schusswaffe trug, Tirana durfte ihrerseits die Paladin nicht loslassen ,weil Jenni sie sonst damit hätte beschießen können und so kam es das die beiden für einen Augenblick reglos dastanden. „Schieß!“, schrie Jenni schließlich, als sie die willkommene Pause kurz nutzte, um auf die Positionskarte zu sehen. Kiara stand ca. 10 Meter hinter ihr. Die angesprochene hatte ihre MP vom Typ Hurricane bereits im Anschlag und feuerte sofort, als ihre Kameradin ihr den Befehl dazu gab. Durch die synthetischen Muskeln, die sich versteiften, gelang es ihr die Waffe relativ ruhig zu halten, doch das Manöver war trotzdem gefährlich, ohne Barriere konnte ein Treffer Jennis Ende bedeuten. Unter dem Hagel von Projektilen brach Tiranas Barriere schlagartig zusammen und sie schrie auf, als sie mindestens ein halbes dutzend Treffer am Rücken kassierte. Jenni ließ sie fallen, um sich bei ihrer Retterin zu bedanken, was sie jedoch sogleich bereute. Mit gewaltigem Dröhnen hatte ein Projektil seinen Weg genau an Jennis Maske gefunden und zerschellte nun dort. Das Übungsprojektil hatte dennoch genug Energie, um sie nach hinten umzustoßen. Erschrocken und zugleich verwirrt schrie sie kurz auf, ehe sie auf dem Rücken landete. Kiara wirbelte herum und ließ dabei ihre MP fallen. Sie griff ihre Pistole mit der linken, ihr Schwert mit der rechten Hand und feuerte auf die Angreiferin. Diese lag in einiger Entfernung neben einen Baumstumpf auf dem Boden, eine M-13 Raptor lag in ihren geschulten Händen. Sie hatte gerade zum Sprung angesetzt um mittels Biotischem Sturmangriff zu ihr zu gelangen als jemand anderes ihre Position unter Beschuss nahm und sie zur Flucht zwang. „Das dürfte die letzte sein, die gehört mir!“, rief Deni über Funk. „Du könntest doch eh kein Mädchen Flachlegen“, ertönte Selaks Stimme unmittelbar nach einem dumpfen Knall. Die Asari, die gerade dabei war vor ihren Angreifern davonzurennen, wurde brutal zu Boden geschmettert. Der Turianer hatte sie mit seiner Black Widow seitlich an die Brust getroffen, trotz Übungsgeschossen würde sie den Treffer tagelang spüren. „Leck mich!“, erhielt er von einem deprimierten Deni als Antwort. Kiara wandte sich wieder ihrer Freundin zu und trat zu ihr, um ihr hoch zu helfen. Dankbar für diese Hilfe ergriff Jenni ihre Hand und ließ sich hochziehen. „Du kannst froh sein, dass deine kleine Freundin dich gerettet hat Parker, das war Glück“, zischte Tirana während sie sich aufrappelte. „Nein, wie sie bereits sagten, ich habe Freunde auf die ich mich verlassen kann, das hat nichts mit Glück zu tun.“ Jenni streckte ihr helfend die Hand entgegen, obwohl sie sie lieber noch einmal getreten hätte, als ihr zu helfen. Widerwillig ergriff die Asari ihre Hand und zog sich daran hoch. Die anderen Mitglieder der BDF sammelten sich langsam, genauso wie die Ausbilder. Deni sank auf ein Knie herab neben der zuletzt getroffenen Ausbilderin und setzte seine Maske ab. „Alles in Ordnung?“ Die junge Asari hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Seite, den Helm hatte sie abgelegt. „Es ist fast schon eine Schande so eine hübsche Frau so zu entstellen… warten sie, ich helfe ihnen“, er half ihr aufzustehen und stützte sie. „Es gibt bessere Wege ein Mädchen anzusprechen, als sie anzuschießen, um ihr dann wieder auf die Beine zu helfen… auch wenn das hier funktioniert“, meinte sie mit schmerzlichem Lächeln. „Alle zusammenpacken, vergesst nichts, wir kehren zum Stützpunkt zurück“, Gab Tirana via Funk bekannt. „Soll ich dich tragen?“, fragte Deni mit unverschämtem Grinsen im Gesicht. „Die Schande erspare ich mir, sonst wäre ich das Gespött meiner Kameradinnen“, antwortete die Asari streng.
„Also, wir sprechen hier von einem richtigen Einsatz, keine Übungsmunition, keine falschen Gefallenen und kein gespieltes Sterben. Blut, Schmerz und Tot sind hier endgültig. Also hört mir genau zu, was ich euch jetzt erzähle ist verdammt wichtig…“
Das wars dan auch schon wieder, man soll ja dann aufhören wenns am schönsten ist:P. Ich wünsch allen noch nen schönen ABend und ne gute Woche.
Grüsse Elite
Modifié par elitedefender2, 08 juillet 2013 - 05:58 .
#595
Posté 18 juillet 2013 - 06:20
Hi elite,
der dominierende Gedanke in diesem Kapitel war ganz deutlich folgender: „NEIN!!!“ Das „Nein“ könnte nun als negative gewertet werden, doch ich meine es wirklich ausschließlich positiv. So viele Momente gab es, wo alles auf Messerschneide stand und doch hat sich alles gerichtet.
Kritik beläuft sich dieses Mal auf Rechtschreibung und hin und wieder eine nicht gänzlich einwandfreie Formulierung, doch ist dies jeweils subjektiv zu betrachten.
Doch ich will mal anfangen. Ich muss mich schließlich revanchieren. ^^
Der Anstieg war ein guter Kontrast zum letzten Ende. Man hat es im Hinterkopf, das auf die BDF die erste Mission wartet und doch kündigt es sich erst nach und nach an. Das Detail mit dem Zusammenhalt der einzelnen Militärs war hierbei schön gesetzt und verlieh schon eine grundlegende Einheitsstimmung, auch wenn ich geplant bin, wie sich das alles noch in Zukunft entwickeln wird, wenn die Reaper landen. Auch der Wert von Erfahrung und die unterschiedlichen Stärken von Technik und Biotik wurden schön angeschnitten und erinnerten an die Spiele. Wie effektiv eine Fähigkeit ist, hängt davon ab, in welcher Situation sie zum Einsatz kommt.
Der kurze Ausschnitt mit der, noch unbekannten Ausbilderin, war sehr schön. Es ist ein dunkler Abschnitt, welcher die Neugierde entflammt. „Was ist da jetzt und wer ist es?“ Man kann es sich denken, doch Wissen tut man es nicht. =D
Zumindest weiß man es nicht sofort, doch als Jenni dann ihre Nachricht bekommt, ist klar, dass es nur zwei Gründe geben kann. Einsatz oder Probleme! Als Kiara dann auch noch mitkommen soll, ist es klar: „Oh Scheiße!“ Ich hörte meinen Puls im Ohr, als Kiara und Jenni zu Reeston gingen. Die letzten Fetzen der Hoffnung waren die passende Würze, ebenso wie die Umschreibung. Beispielsweise die scheinbare Kälte. Wundervoll!
Was ich aber auch gut fand, war Warrek. Er spielt noch eine Rolle und da Video zeigt deutlich, dass in der heutigen Welt nichts geheim bleibt =D
Der Bezug zum Kalender gefiel mir dann sehr und Ivanas, ebenso wie Shaleras Charaktere wurden super deutlich.
Im Büro habe ich dann fest damit gerechnet, dass Jenni Triana an die Kehle springt. Ich weiß nicht welche Vorstellung mir mehr behagt. Dass sie sich so abgrundtief hassen, oder dass sie später, vielleicht wirklich mal Freundinnen werden. ^^
Egal wie es sich entwickelt, du hast jeden im Raum super getroffen und Kiaras und Jennis Reaktionen super dargestellt. Sie stehen schon vorm Höllentor und wollen bereits anklopfen. Die Hervorhebung des Verbrüderungsgesetzes gefällt mir dabei sehr gut und liefert einen schönen Überblick. Jenni war dabei umwerfend. So richtig schön neutral, während sie vermutlich überall nach etwas spitzem sucht, um Tirana die Kehle zu lüften.
Die Aufspaltung des Paares in unterschiedliche Lager war sehr gut und erinnert mich gerade an das Aufnahmeformular, ganz am Anfang. Ein schöner Aufgriff, dass Kiara zum Schluss doch unter die Asari Gerichtsbarkeit fällt. Sehr gut!!!
Der Beweis war übrigens schön deutlich, aber doch liefert er einen Spielraum, welchen Jenni nutzt. Der Kuss ist vage formuliert und es ist Ansichtssache, ob noch etwas mehr Detailtiefe hineinsollte. Beispielsweise, dass der Kuss auf die Wange ging oder dass er nur gehaucht ist. Das ist jedoch bei jedem unterschiedlich und birgt natürlich die Gefahr, dass man schon erkennt, wie Jenni argumentieren könnte. So wie es jetzt ist, kann es aber zweifellos bleiben.
Kommen wir nun zu Reeston.
Du weißt was jetzt kommt, oder?
Richtig! Ich liebe den Typen nach wie vor. Ein wunderbarer Charakter, welcher auch gewisse väterliche Gesichtszüge bekommt. Er bliebt ruhig, ist aber auch darüber angefressen, dass Jenni aufflog. Zum einen weil es auf ihn zurückfällt und zum anderen weil er seiner Nummer Eins (deute ich mal so, weil Jenni ja der Kopf der Einheit ist und Reeston auch mit ihr trainierte (Planspiele, Strategie, etc.)) ungerne solch einen Schlag versetzten möchte. Aber gleichzeitig behält er auch seine Rolle als Vorgesetzter. Ein echter Schaudermoment, welcher an den Nerven zog. Aber Reeston ist cool und geht auf Jennis Vorschlag ein. Übrigens schön ist diese Entwicklung sehr schön formuliert. Rettungsseil mit Dornen gefiel mir sehr gut! Bevor ich es vergesse, da wo Jenni Reeston anfuhr, hast du an einer Stelle ein Wort vergessen. Dort wo Jenni sich über ihre Art wunderte und du erläutertest, dass sie schön öfters mit Vorgesetzten offen gesprochen hätte. Nur ein Hinweis.
Der Einbezug der ersten Mission war ein sehr guter Umschwung und es lenkte alles wieder auf einen Punkt. Reeston ist nicht doof. Er weiß, dass Jenni vorsichtig ist, doch er weiß auch, dass für die Feuertaufe 100% notwendig sind und wenn Kiara geht, wird Jenni keine 100% geben können. Übrigens noch ein Hinweis, bei welchem ich mir aber nicht vollkommen Fischer bin. Es heißt glaube ich „die Order“ und nicht „der Order“ wie gesagt, ich bin mir nicht ganz sicher, doch „die“ hört sich für mich wesentlich besser an. Es ist dort wo Reeston n die Mission einweiht und erklärt, dass es noch kein Kampfabsprung wäre.
Die Minuten wo Kiara und Jenni dann warteten waren der letzte Rest Spannung, doch es lief durch. Ein schöner „vermutlich vorrübergehender“ Abschluss. Aber noch zwei Hinweise. Als Tirana geht, ist es etwas verwirrend, wer wen nun keines Blickes würdigt. Auf dem ersten Blick würde ich schließen, dass Jenni und Kiara sie keines Blickes würdigen, doch kurz darauf hast du geschrieben, dass sie ihrer Ausbilderin hinterherblicken würde. Dort würde ich noch einmal überlesen und vielleicht würde ich auch das „Zurück“ bei Reestons Verabschiedung streichen. Du schriebst: „…dass ich es nicht bereue… und jetzt verschwindet zurück, bevor ich es mir anders überlege.““ Ich würde nur „und jetzt verschwindet“ schreiben. Hört sich für mich runder an, muss jedoch von dir entschieden werden.
Die Neuigkeit von ihrem Problem mit Tirana zeigt die richtige Wirkung. Trotz ihres Sieges ist Jenni angefressen, was ich durchaus verstehen kann. Das war eine Schlacht und nicht der Krieg. Ihre Laune wird durch ihre Erwiderung an Joshua schön deutlich und schlägt sich auf alle nieder. Ivana und Shalera spüren auch langsam das Fadenkreuz auf ihrem Rücken. Ich bin gespannt, ob sie auch noch solche Probleme kriegen. Die Vorsicht von Jenni und Kiara wurde dann super deutlich, als sie einander keinen Trost spenden, obwohl beide wissen, wie sehr sie es tun würden. Sie sind vorsichtiger. Das Jenni Kiara aber nicht neutral betrachtet wird auch schön deutlich. Sie sagt nur ihr, dass die erste Mission ansteht. Jenni sagt zwar nichts konkretes, doch die anderen wissen gar nichts. Sehr gut! =D
Joshuas Art wird durch sein Erschrecken deutlich. Immer für einen Spaß zu haben. Aber mein Tipp für ihn: „Erschrecke niemanden, der mit Sprengstoff rumspielt.“ ^^
Eine schöne Stelle, welche die einzelnen Fertigkeitsbereiche noch einmal hervorhebt. Dass Alex mehr Sprengstoff nimmt, als er sollte, passt exzellent zu seinem Fertigkeitsbereich. Ein echter Pyromane wurde geboren. ^^
Die anschließende Übung war sehr gut gestaltet. Die Macht der BDF wurde fantastisch deutlich und doch sind sie nicht übertrieben mächtig. Sie rücken vor und die Kampfszene fesselt sehr, doch als Jenni dann Tirana folgte, da war, ebenso wie bei Reeston im Büro der Moment gekommen, wo ich dachte: „NEIN!!!“ Jenni muss noch viel lernen, denn dieses Mal schaffte sie es nur knapp. Sehr knapp! Auch wenn der Kampf sehr spannend war. Man wusste nie, wer nun als Sieger hervorgehen wird. Eine sehr schöne Entwicklung und die anschließende Pattsituation waren großartig und man schauderte bereits wie es weitergeht. Der Sieg von Jenni war dann knapp und sie bezahlte mit einem Treffer seitens eines Scharfschützen. Es wird wieder deutlich, dass es trotz allem nur Männer und Frauen sind. Eine wunderbare Arbeit!
Die Entwicklung zwischen Deni und der Scharfschützin, ist dabei ein schöner Nebenpart, welcher interessant werden könnte, doch was ich gerad viel interessanter finde ist, dass Jenni Tirana zurechtweist, dass Freunde ihr Leben rettete und kein Glück und das Jenni Tirana sogar aufhilft. Das ließ mich hellhörig werden. Vielleicht verfluchst du mich dafür ja, doch ich denke, dass die beiden sich wirklich gut verstehen könnten, wenn sie aufhören würden sie unentwegt Steine in den Weg zu legen.
Enden tust du dann mit einem Spannungshoch. Der Anfang der Einsatzbesprechung (wie ich vermuten würde). Du hinterlässt mich und viele andere vermutlich auch, mit einem großen „OHHH NEIN!“ weil du schon wieder enden musst.
Doch es tröstet, dass man wie, dass es weitergeht und es tröstet auch, dass das Kapitel so spannend endet wie es durchgängig war. Wieder einmal eine fantastische Arbeit, auf welche du stolz sein kannst. Das einzige was ich dir empfehlen könnte, wäre ein konzentriertes Überlesen, um noch den einen oder anderen Detailmakel zu korrigieren, doch ansonsten kann ich mich nur bedanken. Eine wundervolles Kapitel, welches mich sehnsüchtig warten zurücklässt.
Schöne Grüße Kieferbruch
der dominierende Gedanke in diesem Kapitel war ganz deutlich folgender: „NEIN!!!“ Das „Nein“ könnte nun als negative gewertet werden, doch ich meine es wirklich ausschließlich positiv. So viele Momente gab es, wo alles auf Messerschneide stand und doch hat sich alles gerichtet.
Kritik beläuft sich dieses Mal auf Rechtschreibung und hin und wieder eine nicht gänzlich einwandfreie Formulierung, doch ist dies jeweils subjektiv zu betrachten.
Doch ich will mal anfangen. Ich muss mich schließlich revanchieren. ^^
Der Anstieg war ein guter Kontrast zum letzten Ende. Man hat es im Hinterkopf, das auf die BDF die erste Mission wartet und doch kündigt es sich erst nach und nach an. Das Detail mit dem Zusammenhalt der einzelnen Militärs war hierbei schön gesetzt und verlieh schon eine grundlegende Einheitsstimmung, auch wenn ich geplant bin, wie sich das alles noch in Zukunft entwickeln wird, wenn die Reaper landen. Auch der Wert von Erfahrung und die unterschiedlichen Stärken von Technik und Biotik wurden schön angeschnitten und erinnerten an die Spiele. Wie effektiv eine Fähigkeit ist, hängt davon ab, in welcher Situation sie zum Einsatz kommt.
Der kurze Ausschnitt mit der, noch unbekannten Ausbilderin, war sehr schön. Es ist ein dunkler Abschnitt, welcher die Neugierde entflammt. „Was ist da jetzt und wer ist es?“ Man kann es sich denken, doch Wissen tut man es nicht. =D
Zumindest weiß man es nicht sofort, doch als Jenni dann ihre Nachricht bekommt, ist klar, dass es nur zwei Gründe geben kann. Einsatz oder Probleme! Als Kiara dann auch noch mitkommen soll, ist es klar: „Oh Scheiße!“ Ich hörte meinen Puls im Ohr, als Kiara und Jenni zu Reeston gingen. Die letzten Fetzen der Hoffnung waren die passende Würze, ebenso wie die Umschreibung. Beispielsweise die scheinbare Kälte. Wundervoll!
Was ich aber auch gut fand, war Warrek. Er spielt noch eine Rolle und da Video zeigt deutlich, dass in der heutigen Welt nichts geheim bleibt =D
Der Bezug zum Kalender gefiel mir dann sehr und Ivanas, ebenso wie Shaleras Charaktere wurden super deutlich.
Im Büro habe ich dann fest damit gerechnet, dass Jenni Triana an die Kehle springt. Ich weiß nicht welche Vorstellung mir mehr behagt. Dass sie sich so abgrundtief hassen, oder dass sie später, vielleicht wirklich mal Freundinnen werden. ^^
Egal wie es sich entwickelt, du hast jeden im Raum super getroffen und Kiaras und Jennis Reaktionen super dargestellt. Sie stehen schon vorm Höllentor und wollen bereits anklopfen. Die Hervorhebung des Verbrüderungsgesetzes gefällt mir dabei sehr gut und liefert einen schönen Überblick. Jenni war dabei umwerfend. So richtig schön neutral, während sie vermutlich überall nach etwas spitzem sucht, um Tirana die Kehle zu lüften.
Die Aufspaltung des Paares in unterschiedliche Lager war sehr gut und erinnert mich gerade an das Aufnahmeformular, ganz am Anfang. Ein schöner Aufgriff, dass Kiara zum Schluss doch unter die Asari Gerichtsbarkeit fällt. Sehr gut!!!
Der Beweis war übrigens schön deutlich, aber doch liefert er einen Spielraum, welchen Jenni nutzt. Der Kuss ist vage formuliert und es ist Ansichtssache, ob noch etwas mehr Detailtiefe hineinsollte. Beispielsweise, dass der Kuss auf die Wange ging oder dass er nur gehaucht ist. Das ist jedoch bei jedem unterschiedlich und birgt natürlich die Gefahr, dass man schon erkennt, wie Jenni argumentieren könnte. So wie es jetzt ist, kann es aber zweifellos bleiben.
Kommen wir nun zu Reeston.
Du weißt was jetzt kommt, oder?
Richtig! Ich liebe den Typen nach wie vor. Ein wunderbarer Charakter, welcher auch gewisse väterliche Gesichtszüge bekommt. Er bliebt ruhig, ist aber auch darüber angefressen, dass Jenni aufflog. Zum einen weil es auf ihn zurückfällt und zum anderen weil er seiner Nummer Eins (deute ich mal so, weil Jenni ja der Kopf der Einheit ist und Reeston auch mit ihr trainierte (Planspiele, Strategie, etc.)) ungerne solch einen Schlag versetzten möchte. Aber gleichzeitig behält er auch seine Rolle als Vorgesetzter. Ein echter Schaudermoment, welcher an den Nerven zog. Aber Reeston ist cool und geht auf Jennis Vorschlag ein. Übrigens schön ist diese Entwicklung sehr schön formuliert. Rettungsseil mit Dornen gefiel mir sehr gut! Bevor ich es vergesse, da wo Jenni Reeston anfuhr, hast du an einer Stelle ein Wort vergessen. Dort wo Jenni sich über ihre Art wunderte und du erläutertest, dass sie schön öfters mit Vorgesetzten offen gesprochen hätte. Nur ein Hinweis.
Der Einbezug der ersten Mission war ein sehr guter Umschwung und es lenkte alles wieder auf einen Punkt. Reeston ist nicht doof. Er weiß, dass Jenni vorsichtig ist, doch er weiß auch, dass für die Feuertaufe 100% notwendig sind und wenn Kiara geht, wird Jenni keine 100% geben können. Übrigens noch ein Hinweis, bei welchem ich mir aber nicht vollkommen Fischer bin. Es heißt glaube ich „die Order“ und nicht „der Order“ wie gesagt, ich bin mir nicht ganz sicher, doch „die“ hört sich für mich wesentlich besser an. Es ist dort wo Reeston n die Mission einweiht und erklärt, dass es noch kein Kampfabsprung wäre.
Die Minuten wo Kiara und Jenni dann warteten waren der letzte Rest Spannung, doch es lief durch. Ein schöner „vermutlich vorrübergehender“ Abschluss. Aber noch zwei Hinweise. Als Tirana geht, ist es etwas verwirrend, wer wen nun keines Blickes würdigt. Auf dem ersten Blick würde ich schließen, dass Jenni und Kiara sie keines Blickes würdigen, doch kurz darauf hast du geschrieben, dass sie ihrer Ausbilderin hinterherblicken würde. Dort würde ich noch einmal überlesen und vielleicht würde ich auch das „Zurück“ bei Reestons Verabschiedung streichen. Du schriebst: „…dass ich es nicht bereue… und jetzt verschwindet zurück, bevor ich es mir anders überlege.““ Ich würde nur „und jetzt verschwindet“ schreiben. Hört sich für mich runder an, muss jedoch von dir entschieden werden.
Die Neuigkeit von ihrem Problem mit Tirana zeigt die richtige Wirkung. Trotz ihres Sieges ist Jenni angefressen, was ich durchaus verstehen kann. Das war eine Schlacht und nicht der Krieg. Ihre Laune wird durch ihre Erwiderung an Joshua schön deutlich und schlägt sich auf alle nieder. Ivana und Shalera spüren auch langsam das Fadenkreuz auf ihrem Rücken. Ich bin gespannt, ob sie auch noch solche Probleme kriegen. Die Vorsicht von Jenni und Kiara wurde dann super deutlich, als sie einander keinen Trost spenden, obwohl beide wissen, wie sehr sie es tun würden. Sie sind vorsichtiger. Das Jenni Kiara aber nicht neutral betrachtet wird auch schön deutlich. Sie sagt nur ihr, dass die erste Mission ansteht. Jenni sagt zwar nichts konkretes, doch die anderen wissen gar nichts. Sehr gut! =D
Joshuas Art wird durch sein Erschrecken deutlich. Immer für einen Spaß zu haben. Aber mein Tipp für ihn: „Erschrecke niemanden, der mit Sprengstoff rumspielt.“ ^^
Eine schöne Stelle, welche die einzelnen Fertigkeitsbereiche noch einmal hervorhebt. Dass Alex mehr Sprengstoff nimmt, als er sollte, passt exzellent zu seinem Fertigkeitsbereich. Ein echter Pyromane wurde geboren. ^^
Die anschließende Übung war sehr gut gestaltet. Die Macht der BDF wurde fantastisch deutlich und doch sind sie nicht übertrieben mächtig. Sie rücken vor und die Kampfszene fesselt sehr, doch als Jenni dann Tirana folgte, da war, ebenso wie bei Reeston im Büro der Moment gekommen, wo ich dachte: „NEIN!!!“ Jenni muss noch viel lernen, denn dieses Mal schaffte sie es nur knapp. Sehr knapp! Auch wenn der Kampf sehr spannend war. Man wusste nie, wer nun als Sieger hervorgehen wird. Eine sehr schöne Entwicklung und die anschließende Pattsituation waren großartig und man schauderte bereits wie es weitergeht. Der Sieg von Jenni war dann knapp und sie bezahlte mit einem Treffer seitens eines Scharfschützen. Es wird wieder deutlich, dass es trotz allem nur Männer und Frauen sind. Eine wunderbare Arbeit!
Die Entwicklung zwischen Deni und der Scharfschützin, ist dabei ein schöner Nebenpart, welcher interessant werden könnte, doch was ich gerad viel interessanter finde ist, dass Jenni Tirana zurechtweist, dass Freunde ihr Leben rettete und kein Glück und das Jenni Tirana sogar aufhilft. Das ließ mich hellhörig werden. Vielleicht verfluchst du mich dafür ja, doch ich denke, dass die beiden sich wirklich gut verstehen könnten, wenn sie aufhören würden sie unentwegt Steine in den Weg zu legen.
Enden tust du dann mit einem Spannungshoch. Der Anfang der Einsatzbesprechung (wie ich vermuten würde). Du hinterlässt mich und viele andere vermutlich auch, mit einem großen „OHHH NEIN!“ weil du schon wieder enden musst.
Doch es tröstet, dass man wie, dass es weitergeht und es tröstet auch, dass das Kapitel so spannend endet wie es durchgängig war. Wieder einmal eine fantastische Arbeit, auf welche du stolz sein kannst. Das einzige was ich dir empfehlen könnte, wäre ein konzentriertes Überlesen, um noch den einen oder anderen Detailmakel zu korrigieren, doch ansonsten kann ich mich nur bedanken. Eine wundervolles Kapitel, welches mich sehnsüchtig warten zurücklässt.
Schöne Grüße Kieferbruch
#596
Posté 20 juillet 2013 - 08:15
Wow!
Das ist ja.....wirklich gut! Ich habe bisher nur den Beginn verfolgt, aber ich werde weiterlesen, das scheint es wert zu sein.
Warte, das klang gemein, nein, das IST es wert! Gute Arbeit.
Ich werde mich zu einem späteren Zeitpunkt hoffentlich zu einem detaillierteren Review hinreissen lassen:
Achja @ Kieferbruch: Schöne Grüße von Starfisher. *räusper*
Das ist ja.....wirklich gut! Ich habe bisher nur den Beginn verfolgt, aber ich werde weiterlesen, das scheint es wert zu sein.
Warte, das klang gemein, nein, das IST es wert! Gute Arbeit.
Ich werde mich zu einem späteren Zeitpunkt hoffentlich zu einem detaillierteren Review hinreissen lassen:
Achja @ Kieferbruch: Schöne Grüße von Starfisher. *räusper*
#597
Posté 21 juillet 2013 - 08:05
Hi Kiefer, ich freue mich das dir das Kapitel gefallen hat und natürlich auch über dein Feedback.
Zum ersten Punkt, ich danke dir für die Mitteilung, das Wort ist in meinen wirren Gedankengängen wohl verloren gegangen. ^^
Wegen der Order, ja man sagt die Order, das war ein Fehler meinerseits. Ich war mit meinen Gedanken wie so oft schon weiter als ich mit den Händen beim Tippen war. Ich werde das sofort anpassen.
Dann kommen wir zu der sache mit den Blicken... ich habe da wohl etwas zu wenig auf die Details geachtet. Dir als "Autor" dürfte das Problem ja bekannt sein... man schreibt eine Scene und für doch ist alles ganz klar und logisch weil du das Bild vor dem geistigen Auge hast und für dich alle Details bekannt sind, bis du merkst das für den Leser kein solches innerliches Bild verfügbar ist. Ich werde mich dessen jedenfalls umgehend annehmen.
Erinnerst du dich noch an meinen Kommentar wegen Bobs Wortdreher? Ja und genau das habe ich damit gemeint, mir passiert sowas ständig, da schreib ich ne stelle, ändere sie und vergesse ein Wort zu löschen -.-
Deinen Rat will ich beherzigen, ich habe die Geschichte zwar jemandem zum Probelesen gegeben aber je spannender die Geschichte desto schwerer ist es sich auf die Rechtschreibung zu konzentrieren.
Ich danke dir an dieser Stelle noch einmal für dein Feedback, es ist nicht selbstverständlich das du dir so viel Zeit nimmst. Die von dir genannten Fehler werde ich sofort beheben.
Freundliche Grüsse Elite
@Myrni danke, es freut mich immer zu hören das meine Geschichte jemandem gefällt^_^
Zum ersten Punkt, ich danke dir für die Mitteilung, das Wort ist in meinen wirren Gedankengängen wohl verloren gegangen. ^^
Wegen der Order, ja man sagt die Order, das war ein Fehler meinerseits. Ich war mit meinen Gedanken wie so oft schon weiter als ich mit den Händen beim Tippen war. Ich werde das sofort anpassen.
Dann kommen wir zu der sache mit den Blicken... ich habe da wohl etwas zu wenig auf die Details geachtet. Dir als "Autor" dürfte das Problem ja bekannt sein... man schreibt eine Scene und für doch ist alles ganz klar und logisch weil du das Bild vor dem geistigen Auge hast und für dich alle Details bekannt sind, bis du merkst das für den Leser kein solches innerliches Bild verfügbar ist. Ich werde mich dessen jedenfalls umgehend annehmen.
Erinnerst du dich noch an meinen Kommentar wegen Bobs Wortdreher? Ja und genau das habe ich damit gemeint, mir passiert sowas ständig, da schreib ich ne stelle, ändere sie und vergesse ein Wort zu löschen -.-
Deinen Rat will ich beherzigen, ich habe die Geschichte zwar jemandem zum Probelesen gegeben aber je spannender die Geschichte desto schwerer ist es sich auf die Rechtschreibung zu konzentrieren.
Ich danke dir an dieser Stelle noch einmal für dein Feedback, es ist nicht selbstverständlich das du dir so viel Zeit nimmst. Die von dir genannten Fehler werde ich sofort beheben.
Freundliche Grüsse Elite
@Myrni danke, es freut mich immer zu hören das meine Geschichte jemandem gefällt^_^
#598
Posté 21 juillet 2013 - 10:29
Gern! Ich schau weiter rein^^
#599
Posté 22 juillet 2013 - 08:09
@ Myrni: Schöne Grüße zurück von K13f3R6RucH *räusper* ^^
#600
Posté 23 juillet 2013 - 12:03
Ferienzeit, Geschichtenzeit.... naja, zumindest fast. Da mir jetzt der luxus von beinahe 14 Tagen Ferien vergönnt ist hoffe ich die lange Wartezeit für dieses Kapitel etwas kompensieren zu können.... ich kommenich so gut voran wie ichgern hätte. Jedenfalls hier erst mal eins vorneweg um diese erholsame Zeit ebürend einzuleuten (Ferien für mich bedeuten Stress und Aufregung für Jenni, Kiara und den Rest der BDF ^^
Kapitel
38
Die
Stimme des Colonels klang streng und eiskalt. Es war kurz nach Mittag, doch von
draussen viel kein bisschen Sonnenlicht in den Raum. Die metallenen Lamellen
aussen an den Fenstern waren verschlossen und riegelten den Raum mit
erschreckender Endgültigkeit ab. Drinnen erleuchteten lange Leuchtstoffröhren
den Raum mit einem kaltem, weissen Licht, das an einen OP-Saal erinnerte. Der
Raum war relativ klein, er bot gerade genug Platz für die Soldaten der BDF,
welche in einem nicht ganz geschlossenen Kreis um einen Projektor herum
verteilt sassen und das leuchtende Abbild eines Gebäudes begutachteten, das von
Reestons dirigierenden Handbewegungen verschoben und gedreht wurde. Direkt vor
dem Projektor sass Jenni, flankiert von den jeweiligen Anführern der anderen
Einheiten. Selak war das Kommando über die Scharfschützen erteilt worden,
während Tanja “Dolch“ befehligen wird. Die beiden hatten sich in den
vergangenen Wochen als fähig erwiesen und das restliche Team hatte der Wahl
zugestimmt. Bereits bevor bekannt wurde, dass sie auf eine Mission gehen würden
hielten die Ausbilder Ausschau, wer sich als Anführer eignen würde und
beispielsweise Jennis Posten einnehmen könnte, falls diese mal ausfiel. Alle
Anwesenden trugen ihre Standard-Allianzuniformen und hingen förmlich an den
Lippen ihres Vorgesetzten. Dieser hatte gerade damit begonnen ihnen zu
erzählen, um was für eine Basis es sich bei dem Stützpunkt, den sie ausheben
sollten, handelte. Die BDF hatte erfahren, dass der Stützpunkt relativ klein
sei und lediglich aus zwei Gebäuden, einem Lagerhaus und einem Hauptgebäude
bestand. Das ganze wurde von einer Mauer an deren vier Ecken je ein kleiner
Wachturm stand umgeben. Bis etwa ein paar Dutzend Meter an die Mauer heran lag
dichter Wald, die hohen Bäume mit ihren weit auslaufenden Kronen machten in
Kombination mit einigen Tarnnetzen auf dem Dach, einem Grünen Anstrich der
Gebäude und des Bodens und einem guten Störsender, die Basis fast unsichtbar.
Lange Zeit war sie der Allianz entgangen, bis einer der Piloten von Cerberus
einen Fehler gemacht hatte und für einen Moment auf den Schirmen einer Fregatte
der Allianz aufgetaucht war, die zu einem Vorposten der Allianz auf dem
Nachbarplaneten unterwegs war. Diese hatte nichts genaueres feststellen können,
hatten aber die Nachricht der Sichtung weitergeleitet. Erst eine genaue und
langwierige Abtastung der Planetenoberfläche mit Hilfe einer Kameradrohne hatte
die Position der Basis zu Tage gefördert. Ein Grossteil der Informationen war
geheim gehalten worden, da Cerberus Privat finanziert wurde und sich rechtlich
meist hervorragend abgesichert hatte. Solange sie nichts Handfestes gegen sie
zu Verfügung hatten durften sie sich nicht verraten, ansonsten würden sie nur
verlassenes Gemäuer finden, wenn sie die Basis durchsuchen würden. Nun konnten
sie ihnen jedoch nachweisen, Waffen und Sprengstoff zu einzelnen in
extremistische Zwischenfälle verwickelte Organisationen geschmuggelt hatten.
„Während Schwert sich in drei Gruppen aufteilt und hier in Position bringt…“ Die
Karte zoomte raus und schwenkte etwas zur Seite, sodass der Blick auf einen
kleinen, felsigen mit einigen Bäumen gesäumten Hügel frei wurde. Zwei
Positionen etwa hundert Meter auseinander blinkten rot auf, ehe die Karte in
die entgegengesetzte Richtung an der Basis vorbei schwenkte, wo in ziemlich
geringer Entfernung zur Basis eine steile Felswand aufragte. Oben an der Kante
der Wand blinkte ebenfalls eine Position auf. Der Colonel deutete auf die
beiden zuerst gesehenen Positionen. „Die beiden Zweierteams, die dort in
Stellung gehen werden, müssen gemeinsam mit den anderen einen ziemlich langen
Fussmarsch auf sich nehmen, da die Shuttles entdeckt würden, wenn wir euch so
nahe rann bringen. Ihr werdet im Tiefflug bis etwa fünf Kilometer
herangebracht, bis dort können wir in wenigen Metern Höhe und somit im Schatten
der Bäume unbemerkt rankommen. Den Rest müsst ihr und Hammer zu Fuss machen.
Das andere Team wird von Westen her mit einem Shuttle bis an den Fuss des
Berges gebracht werden, ihr werdet etwa achthundert Höhenmeter überwinden
müssen und auf euch allein gestellt sein. Es ist jedoch äusserst
unwahrscheinlich, dass sie dort oben Wachen oder Kameras haben, ausser einigen
Langstreckensensoren auf dem Berggipfel dürfte da nichts sein. Jedenfalls
werdet ihr, sobald ihr in Stellung seid Sicht auf die Basis haben. Die 700
beziehungsweise 1300 Meter stellen für eure Gewehre kein Problem dar. Eure
Aufgabe ist es, den Rest des Teams mit Informationen über Feindbewegung zu
versorgen. Wenn es zu offenen Kämpfen kommt, kümmert ihr euch um die Wachen auf
den Türmen, anschliessend Feuerschutz.“ Er wartete einen Moment auf die Antwort
der Scharfschützen, deren Bestätigung kam einen Augenblick später von Selak.
„Ja Sir, verstanden.“ „Gut, kommen wir nun zu Dolch… euer Aufgabe wird es
sein…“ zwei rote Sechsecke leuchteten auf und begannen in gleichmässigen Bahnen
um die Basis zu kreisen. „Die beiden Wachtrupps geräuschlos auszuschalten. Sie
sind etwas mehr als hundert Meter von der Basis entfernt und patrouillieren
jeweils eine Runde, bevor sie wieder zurückgehen und ein paar Minuten später
zwei neue Gruppen starten. Unsere Satelliten konnten ihre genauen Routen nicht
erfassen, wahrscheinlich variieren sie sowieso. Bekannt ist nur, dass sie
ungefähr eine halbe Stunde unterwegs sind, sie lassen sich also verdammt viel
Zeit. Wir müssen davon ausgehen, dass sie immer mal wieder Statusmeldung
machen, das heisst euer Timing ist wichtig. Hammer wird sich währenddessen so
nahe wie möglich an die Basis ranschleichen. Versucht unentdeckt die Mauer zu
erreichen, geht aber kein unnötiges Risiko ein. Falls dies möglich ist, sollte
Dolch dort schnellstmöglich zu euch stossen. Die STG hat uns Hackingsoftware
der neuesten Generation zur Verfügung gestellt. Damit sollte es euch möglich sein
trotz Störsender Kontakt zu halten und den Funkverkehr des Feindes abzuhören.
Zu unserem Vorteil rechnet der Feind nicht mit einem Angriff und hat kaum
Beleuchtung wie Suchscheinwerfer oder Flutlicht, um die Umgebung abzudecken, da
das ihre Position verraten würde. Wenn ein kleines Team es unbemerkt ins Innere
der Basis schafft, dann sollte die Stromversorgung lahmlegen können. Damit wäre
der Gegner blind und könnte mühelos überwältigt werden.“ Während seiner
Erklärung waren einige Pfeile auf dem Hologramm eingeblendet worden, welche die
von ihm erwähnten Bewegungen verdeutlichten. „Anschliessend können sie den
Sender deaktivieren, uns benachrichtigen und sich alle in der Basis sammeln.
Wir werden dann sie und alle Gefangenen abholen.“ Nach einigen Sekunden der
Stille meldete sich schliesslich Garonn. „Sir, das ist alles ziemlich
kompliziert, warum eröffnet Schwert nicht einfach das Feuer sobald die
Patrouillen beseitigt sind und wir stürmen?“ „Eine berechtigte Frage Soldat.
Das Überraschungsmoment und die bessere Position unserer Leute würde das
äusserst effektiv machen, aber wenn sie nicht gleich alle erwischen könnte
Cerberus alle Spuren vernichten, die Waffen und den Sprengstoff zerstören und
uns damit das Leben schwer machen. Wir können ihnen dann zwar den
Waffenschmuggel vorwerfen aber haben keinen Beweis, dass es nicht einmalig war
und womöglich könnten sie einen Rechtsstreit Wochen oder Monatelang
hinausziehen. Des Weiteren müssen wir auch davon ausgehen, dass es dort zivile
Arbeiter hat, die bei einem solchen Angriff unnötig zu Schaden kommen könnten.
Vergessen sie nicht, auch wenn sie zum Töten ausgebildet wurden, Menschlichkeit
ist immer noch ein Teil der Allianz und solange sie unter ihr dienen sollte
diese möglichst gewahrt bleiben. Zivile Opfer machen sich in den Berichten
nicht gut… und in den Gewissen der Soldaten auch nicht… niemand will in seinen
Träumen die bettelnden Augen eines verängstigten Arbeiters sehen der seinen
letzten Atemzug tut und mit dem Wissen leben müssen, dass er nichts getan hat
ausser seinem Job und ohne Vorwarnung getötet wurde. Auch Cerberus sind
Menschen, unter anderem mit Familie. Klar einige oder vielleicht auch die
meisten von ihnen sind Arschlöcher, aber die armen Hunde die es zuerst erwischt
sind meistens die, die am wenigsten dafür können und nur Befehle befolgt
haben.“ Die letzten Sätze waren direkt an den Turianer gerichtet und
erschreckend sanft und fast schon vertraut dahergekommen. Reestons Blick, der
in der Leere hing und sein leicht abwesender Gesichtsausdruck, der für einen
Moment durch seinen normalerweise gefühlslose Maske zu erkennen war, lies
einige erschaudern. Jenni hätte nicht sagen können wieso aber sie wusste… nein,
sie fühlte dass diese Worte niemals so gesprochen werden konnten wenn dahinter
nicht eigene Erfahrungen und wahrscheinlich auch schreckliche Bilder und
Erinnerungen waren. Jetzt erinnerte sie sich auch wieder an die äusserst
ernsten, fast schon bedrückend traurigen Gespräche mit ihrer Mutter. Als sie am
letzten Abend, den sie mit ihren Eltern vor ihrem Einrücken verbracht hatte mit
selbigen ein Gespräch geführt hatte, hatte Rebecca sie auf genau das
angesprochen. Sie hatte ihr über die Traumata vieler Soldaten und die Gefahr
daran zu zerbrechen was man sah geredet. Jenni hatte bisher noch kaum über den
Aspekt nachgedacht gehabt. Sie war fest entschlossen diesen Weg weiter zu
gehen, aber das erste mal hatten die Worte ihrer Mutter Zweifel bei ihr
aufkommen lassen. Der Gedanke jemanden zu töten schien im ersten Moment leicht,
doch dann in der Ruhe danach würde es schlimm werden. Gedanken über Familie und
Liebe des Opfers, dessen Leben, das man einfach auf einen Schlag beendet hatte
und ihm die Chance genommen hatte so vieles noch zu erleben. Auch Gedanken über
das eigene Leben würden aufkommen. „Was wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre?
Wer hätte um mich getrauert? Hätte sich jemand an mich erinnert? Was kommt wohl
danach?“ Jenni hatte diese Gedanken damals schnell abgeschüttelt, bevor es zu
unangenehm wurde und sich lieber über schönere Dinge unterhalten, doch nun
kehrten eben jene vermaledeiten Zweifel wieder. Beim Gedanken an das „Wer würde
um mich trauern?“ warf sie einen Blick in die Runde und blieb an Kiara hängen.
Diese starrte in Anbetracht solcher schwermütigen Worte ihres Vorgesetzten betroffen
zu Boden. Augenblicklich verdrehte sich die Realität vor Jennis geistigem Auge
und sie sah Kiara in einem schwarzen Kleid mit Tränen überströmtem Gesicht,
umgeben von ihrer Familie an einem Grab stehen, auf dessen Stein in grossen
Lettern “Jennifer Parker“ prangte. Sie schüttelte sich, da ihr der Anblick das
Blut in den Adern gefrieren lies. Wieder bei sich bemerkte Jenni, dass nun seit
einigen Sekunden Totenstille in dem Raum herrschte. Sie schüttelte die letzten
nach ihr greifenden, ihr widerstrebenden Gedanken ab, aus ihr unerfindlichen
Gründen fühlte sie sich gedrängt etwas zu sagen um die Stille zu brechen, die
allen die Stimme abzuschnüren schien. „Verstanden“ war alles was sie zustande
bekam aber es reichte um auch Reeston aus seinen Erinnerungen zu rütteln.
„Wie?“ fragte dieser etwas verwirrt da er nicht zugehört hatte. „Verzeihung,
Sir, ich meinte “Verstanden Sir“ wiederholte Jenni deutlich. „Sehr gut, gibt es
noch irgendwelche Fragen zum Vorgehen?“ Wieder versanken die Zuschauer in
tiefem Schweigen. „Gut, Soldatin Parker, hiermit erteile ich Ihnen das Kommando
über diese Einheit. Es steht ihnen somit frei die Strategie anzupassen, wenn
die Umstände es erfordern. Wenn möglich bitte ich Sie mich jedoch
schnellstmöglich zu informieren.“ Erneut nickte Jenni, ihr Herz begann
schneller zu schlagen, bei dem Gedanken schon bald mit eigenen Augen sehen zu
können, was sie jetzt nur als Hologramm sah. „Gut, falls noch Fragen auftauchen
melden sie sich unbehelligt bei mir…“ Etwas was sie so noch nie zuvor in der
Stimme des Colonels gehört hatte schwang nun in dessen Stimme mit, ernsthafte
Besorgnis. „Er ist viel zu nett für so eine ernste Situation“ schoss es ihr
durch den Kopf. „Dann meldet euch im Arsenal, dort erwarten euch einige
Fachkräfte der Allianz, sie werden euch mit eurer Ausrüstung helfen. Nun geht
es um eure Feuertaufe, und dabei soll der Stahl eurer Waffen mit euch
zusammengeschmiedet werden. Ihr werdet heute eure persönlichen Waffen beziehen.
Diese werden auf euch eingestellt und anschliessend nur noch von euch
verwendet, bis ihr sie wieder ans Arsenal aushändigt.“ Ein Grinsen umspielte
seine Mundwinkel. „Ein Freund von mir sagte mal, dass die Waffe den Schützen
auswähle und nicht umgekehrt. Falls das stimmt, möge jeder von euch von der Richtigen
Waffe gefunden werden. Wenn ihr damit fertig seid, eure Waffen eingeschossen
und eure Ausrüstung vorbereitet habt, putzt eure Rüstungen, nehmt euch Zeit und
konzentriert euch. Neunzig Prozent der Vorbereitung auf diese Mission werden
nicht mit euren Händen sondern in euren Köpfen geschehen.“
Seit
sie heute Morgen aufgestanden waren, hatte Jenni bereits ein mulmiges Gefühl im
Magen, sie wussten bereits seit einem Tag, dass sie heute Nacht aufbrechen
würden, die Übung gegen Tirana war erst vor zwei Tagen gewesen und schien doch
schon eine Ewigkeit zurück zu liegen. Die ganze Einheit war äusserst
schweigsam, es wurde nicht wie sonst geredet und diskutiert, alle schienen
während ihres kurzen Marsches ins Arsenal in Gedanken versunken zu sein. „Wie
wird es sein?“ Jenni hasste sich für diese Frage, da sie zwiespältige Gefühle
hatte. Das war es worauf sie all die Monate hin trainiert hatte, worauf sie
sich seit ihrer Kindheit gefreut hatte, ein Traum war in Erfüllung gegangen als
sie ein Teil der BDF wurde. Sie hatte davon geträumt als Heldin an der Front zu
stehen und in strahlender Rüstung zu siegen, doch nun wusste sie es besser.
Momente wie die auf den Bildern der alten Legenden, bei denen der oder die
Heldin stolz auf einem Hügel, die Fahne in der Hand über dem Schlachtfeld stand
und die Sonne gerade durch die finsteren Wolken am Himmel brach gab es alle
hundert Jahre einmal. Die restliche Zeit war es ein dreckiges Geschäft, bei
strömendem Regen durch den Dreck robben, voll mit Schlamm, frierend und mit schmerzendem,
geschundenem Körper. Der stolze, strahlende Gesichtsausdruck beim Triumph war
meistens den Kommandanten in ihren Bunkern und denen die die Hölle des
Schlachtfeldes nicht miterlebt hatten vorbehalten. Jene die Töteten und getötet
wurden hatten in den Momenten nur einen glasigen, leeren Blick übrig, nach dem
Stress und der Hektik des Kämpfens blieb ihnen nun die Zeit sich umzusehen,
nachzudenken und zu realisieren, was sie angerichtet hatten. Was sie mit ihren
Händen getan und zerstört hatten. Die getöteten Feinde, bisher nur Feind und
Ziele der Wut und des Hasses gewesen, wurden nun plötzlich wieder zu dem was
sie immer gewesen waren, die Soldaten aber nicht sehen konnten… Menschen. Jeder
tote Feind war ein Leben, das sie genommen und damit wahrscheinlich andere auch
noch zerstört hatten. Auch der Verlust der Kameraden, die gefallen waren traf
sie nun. Das waren die Bilder, die Jenni in den alten Aufzeichnungen gesehen
hatte, nicht in den Dokumentationen der Publicity heischenden Fernsehsender sondern
in den Archiven der Allianz, Aufnahmen die von Soldaten gemacht worden waren
ehrlich und ungeschönt. Manche der Aufnahmen waren so alt, dass sie noch in
schwarz-weiss waren, immer wieder auf neue Formate übertragen. Technisch konnte man sie zwar einfärben aber
als Erinnerung sollten sie so bewahrt werden wie sie aufgenommen worden waren.
Erst hatte sie geglaubt, es handle sich um die Seite der Verlierer als sie
Männer gesehen hatte, die in Ruinen gesessen hatten, leeren Blickes zu Boden
starrend oder weinend neben ihren gefallenen Kameraden knieten und ihren
Schmerz herausliessen, doch so sahen die Sieger in einem Kampf aus, in dem es
nur Verlierer geben konnte…Krieg. Bei diesen Erinnerungen stellte sich Jenni
unweigerlich eine Frage die sie nie zuvor bedacht hatte, immer war sie
ausgewichen und hatte sie beiseite geschoben, obwohl sie wusste, dass sie nicht
darum herum kommen würde. „Wie wird es sich anfühlen, jemanden zu töten?“ Um
den unangenehmen bitteren Geschmack der Frage und der Antwort darauf zu
verdrängen, stellte sich ein Teil von ihr vor, wie ein Feind vor ihr stand,
eine Figur bei deren Anblick sie nur Abscheu und Wut empfand und es eine
Befreiung und Genugtuung sein würde sie zu töten. Doch ein Teil von ihr
erinnerte sie daran, dass es nicht so sein würde, nicht immer. Würde sie den
Abzug drücken können, wenn ein Mensch, verängstigt und um sein Leben bettelnd
vor ihr liegen würde? „Nein, das würde ich nicht tun, niemals. Wir wurden
ausgebildet um zu kämpfen aber nicht um hirnlos zu töten. Der endlose Strom an
Gedanken der sich durch ihren Kopf wand, hatte ihre Wahrnehmung für das schöne
Wetter an diesem Vormittag getrübt und wurde erst durch die Ankunft im Arsenal
gestoppt. Schlagartig rissen die Stimmen in ihrem Kopf ab, als ihr der vertraute
Geruch in die Nase stieg. Waffen-Öl, der synthetische Geruch des Kühlmittels in
Thermomagazinen und der seltsame, Jenni hätte keine Worte gefunden ihn zu
beschreiben, Geruch, der an dem Gebäude selbst zu hängen schien. Um nicht
wieder von den deprimierenden Gedanken eingeholt zu werden, die sie gerade eben
noch in festen Griff gehalten hatten, machte sie sich sofort auf zu dem
Soldaten, der hinter dem Zaun sass und die Neuankömmlinge neugierig beäugte.
Als Jenni zu ihn trat und ihr UW aktivierte, um ihm ihre Zugangsberechtigung zu
bestätigen, sah er erst misstrauisch auf sein eigenes UW, das die Daten
anzeigte, die Jenni ihm schickte und begann dann aber zu schmunzeln. „Schon
gut, Reeston hat hinterlegt, dass ihr kommen werdet… erster Einsatz?“ fragte er
Jenni mit gespielter Neugier da er die Antwort bereits kannte. „Ja, wir sind
hier um die Bewaffnung für unseren ersten Einsatz zu holen“ antwortete sie so
selbstsicher wie es ihre Nervosität zuliess. „Gut, dann mal los…“ er stockte
einen Moment als seine Augen die Anzeige an seinem Handgelenk noch einmal
überflogen. „Oh, ihr werdet aber teures Spielzeug bekommen… ich öffne den
Aufzug für euch.“ Nach kurzem hatte sich die ganze Gruppe nach unten begeben,
wie gewohnt in mehrere kleine Gruppen aufgeteilt, damit sie alle in den Lift
passten. Die angespannte Stimmung wich für einige Minuten, Diskussionen kamen
auf, wer welche Bewaffnung tragen solle um auf jede Situation vorbereitet zu sein.
Schliesslich entschied Jenni, dass der oder die jeweilige Gruppenführerin über
die Bewaffnung seiner Gruppen verantwortlich sei. Schwert würde natürlich
hauptsächlich Scharfschützengewehre verwenden, bei denen sie sich bereits
spezialisiert hatten. Die Sekundärbewaffnung war lediglich für Notfälle, da sie
erst an die Basis herantreten würden, wenn die Feinde dort bereits erledigt
waren, weshalb die meisten leichte Waffen wie Maschinenpistolen oder schwere
Pistolen wählten. Dolch griff auf Waffen für kurze und mittlere Distanz zurück.
Fast ausschliesslich automatische Waffen mit möglichst geringer Lautstärke.
Natürlich würden auch alle ihre Monoklingen tragen. Ihre eigenen Leute liess
sie Sturmgewehre und Waffen für den Häuserkampf, sprich Schrotflinten
mitnehmen. Da sie die Basis Stürmen würden, bekamen auch alle zwei Granaten mit.
Jenni entschied sich für einen Harrier, ihr bevorzugtes Sturmgewehr. Sie mochte
die Valkyre zwar auch, aber der Salven Betrieb war etwas störend. Die Typhoon
war ihr für diesen Einsatz zu unhandlich, und auch sonst störte sie der Schild,
der die Sicht einengte. Als Zweitwaffe vertraute sie auf eine M11-Wraith, die
sich besonders schnell aktivieren lies was im Häuserkampf ein grosser Vorteil
sein konnte. Tanja hatte allen von Dolch Team eine M11 Suppressor zugeteilt,
damit sie leise vorgehen konnten. Die Sekundärwaffe wählte jeder selbst.
Nachdem Jenni ihre Bewaffnung beisammen hatte, sah sie sich kurz um. Der Raum
war voller Soldaten, Platz blieb nicht viel und die Decke, die niedrig hing
machte es nicht besser. Ein bedrückendes Gefühl der Enge keimte in ihr auf.
Bisher hatte sie nie Platzangst oder so etwas verspürt und auch jetzt schien es
etwas Anderes zu sein. Mit einem Blick auf ihr UW hob sie die Augenbrauen, sie
waren schon fast eine halbe Stunde im Arsenal, die Gespräche zwischen den
Soldaten waren noch immer nicht versiegt, also ergriff sie das Wort. Sie
schüttelte die Unsicherheit und alle schlechten Gefühle ab, jetzt war sie nicht
mehr Jennifer Parker, sondern die Anführerin der BDF. Jegliche Gefühle oder
Sorgen, die ihre Diensttauglichkeit einschränkten, hatte hier keinen Platz
mehr. „BDF, in drei Minuten alle mit Bewaffnung beim Lift, wir sind jetzt schon
ne Ewigkeit hier unten und wir wollen ja nicht verschimmeln. Wer die Waffen
oben zur Freigabe abgegeben hat geht rüber und montiert die Rüstungen, nächster Sammelpunkt ist wieder
vor dem Arsenal, verstanden?“ „Verstanden.“ Die Antwort kam einstimmig, sie
alle kannten Jenni als liebevolle und verständnisvolle Person und schätzten sie
deswegen, aber sie respektierten sie auch als ihre Anführerin, weshalb sie beim
Umschwung ihrer Art sofort reagierten. Dieses Auftreten bedeutete, dass sie
sich konzentrieren und privates verschieben mussten, jetzt waren sie Soldaten
und hatten Befehle erhalten. Jeder packte eilig die Waffenkoffer, die er
ausgewählt hatte und trat damit zu der Eingangstür des Liftes. Trotz strenger
Stimmung konnte Jenni sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, als sie sah wie
Ivana sich mit dem Koffer ihrer Javelin abmühte, das Gewehr selbst war schon
schwer und der Sicherheitskoffer machte es nicht leichter. Einen Moment lang
erwog sie ihre Kameradin auf das Gespräch mit Erics Leuten anzusprechen, das
sich um das Gewicht ihrer Waffe gedreht hatte. Jenni hatte schon einige Male
mit Ivana zusammen gearbeitet, in ihrer Rüstung merkte man ihr das Gewicht der
Waffe kaum an, was unter anderem daran lag das sie handlicher war als der
sperrige Koffer und zum anderen schien sich im Kampf sowieso vieles zu
verändern. Selbst Joshua der fast immer zu Spässen aufgelegt war wurde ernst
und konzentriert. Nach kurzem waren alle Mitglieder der Kampfbiotiker-Einheit
bereit um abzurücken. Auf Grund der Ausrüstung mussten sie sich in drei Gruppen
aufteilen um im Lift Platz zu finden.
Das
Einschiessen der Waffen war reibungslos verlaufen und schnell von statten
gegangen, sie alle hatten eine gewisse Professionalität erlangt, in den Monaten
ihres Trainings. Nach vielen Thermomagazinen und einem Haufen Anpassungen waren
sie wieder abgerückt um, wie der Colonel ihnen gesagt hatte, ihre Rüstungen zu
säubern. Was er ihnen nicht gesagt hatte war, wo sie dies tun sollten, weshalb
sich viele in den Schlafräumen ihrer Rüstungen entledigten und diese dort auch
säuberten. Es war interessant zu sehen, wie sich die einzelnen Leute auf das
Bevorstehende vorbereiteten. Einige redeten miteinander über die Mission, sie
studierten daran herum um möglichst bereits zu sein, wenn es losging. Andere,
Selak und Graonn zum Beispiel, hatten sich an den Rand des Zimmers abseits der
Gespräche hingesetzt und waren vollkommen in die Arbeit vertieft, sie
konzentrierten sich und versuchten ihre Köpfe frei zu kriegen, wie Jenni
vermutete. Wieder andere versuchten sich abzulenken und redeten über die Zeit
an der Akademie, Freizeit oder andere Dinge. Sie selbst wusste nicht so recht,
was sie mache sollte. Jede der Strategien schien auf eine Weise logisch zu
sein, aber welche wäre die richtige? Die Antwort fand Jenni, als sie von ihrem
Helm aufblickte um noch einmal ihre Kameraden zu beobachten. Sie war so in
Gedanken vertieft gewesen, dass sie nicht bemerkt hatte, dass Kiara sich neben
ihr gesetzt hatte. Die Asari lächelte sie freundlich an und lies damit eine
wohlige Wärme von Jennis Innerem ausströmen. Ihre Liebste war etwas, das ihr
Halt bot und genau so etwas konnte sie jetzt brauchen. „Hei, Erde an Jenni,
jemand zuhause?“ Sofort wanderte ein Grinsen in das Gesicht der Rothaarigen.
Dese Redewendung war uralt, Jenni hatte sie von ihrem Vater gelernt. Er hatte
ihr gesagt sie stamme noch aus der Zeit der ersten bemannten Weltraumflüge. Der
Spruch hatte ihr gefallen und sie hatte ihn Kiara mal erzählt, als diese in der
Akademie am Mittag draussen gesessen und Löcher in die Luft gestarrt hatte. Es
war das erste Mal, dass sie die Worte aus dem Mund ihrer Freundin hörte und sie
musste Grinsen beim Gedanken daran, dass sie sich die Redewendung so lange
gemerkt hatte. „Ja, was ist denn?“ „Ich habe dich vorhin etwas gefragt.“ Kiara
sah amüsiert aus, weshalb Jenni offen zugab, das nicht mitbekommen zu haben.
„Tut mir leid ich war etwas weggetreten.“ „Das hat man gesehen, du putzt schon
fast zwei Minuten dieselbe Stelle deines Helmes.“ Erstaunt blickte Jenni zu
ihrem Helm, man sah keine Spuren, das Tuch, das sie verwendet hatte, um letzte
Dreckspuren von ihrem Helm zu putzen war noch fast komplett sauber. „Geht es um
die Mission?“ fragte Kiara schliesslich nachdenklich. Ein kurzes Nicken
bestätigte ihre Befürchtung. „Mach dir nicht zu viele Sorgen, du hast uns
bisher immer gut angeführt, wir vertrauen dir. Es gibt keinen Grund, weshalb du
diesmal versagen solltest.“ „Ich mach mir nur Sorgen, was wenn meinetwegen
jemand von uns fällt?“ erwiderte Jenni während sie den Blick abwandte. Kiara
legte ihr sanft die Hand ans Kinn und drehte ihr Gesicht zu dem Ihren. „Wir
alle waren uns dem Risiko bewusst, das uns erwartet, als wir das Dossier für
diese Einheit unterschrieben haben. Die Gefahr, dass so etwas geschieht lässt
sich nicht ausschalten. Und dennoch glaube ich an dich, jeder hier tut das.
Wenn du eine schlechte Anführerin wärst, hätten wir es nie bis hier geschafft.“
Es war wundervoll so etwas zu hören, es zeugte von wirklich grossem Vertrauen.
Jenni wusste, dass Kiara ihr Leben in ihre Hände legen würde wenn nötig und sie
würde dasselbe tun, denn sie wusste, dass Kiara sie nicht im Stich lassen
würde. „Und was, wenn dir etwas zustösst?“ fragte sie schliesslich mit etwas
zittriger Stimme. Kiaras Pupillen weiteten sich, es war klar, dass sich Jenni
um sie sorgte. „Wie soll ich damit leben können, wenn ich Schuld an deinem Tod
bin?“ „Das wird nicht geschehen und das weisst du. Ich bin ein grosses Mädchen
und kann auf mich selbst aufpassen und wenn das mal nicht mehr reicht weiss
ich, dass da jemand ist der mir helfen wird, ganz egal in welchen
Schwierigkeiten ich auch stecke“ flüsterte Kiara sanft während sie ihren Arm um
Jenni legte. Nach kurzem löste sich Jenni etwas von ihrer Liebsten und lächelte
sie an ehe sie sich abwandte. Nachdem sie ihn kurz betrachtet hatte, legte sie
ihren Helm zum Rest ihrer Rüstung auf die Matratze ihres Bettes. „Was hast du
vor?“ fragte ihre Liebste sofort. Ich glaube meine Rüstung ist sauber genug…
ich…“ Sie stockte, als sie ihr UW aktivierte um die Uhrzeit nachzuschauen. Sie
hatte eine Nachricht auf dem zivilen Kanal erhalten. Dieser war während des
Trainings, Besprechungen oder Kämpfen aber unterdrückt, weshalb sie nicht
mitbekommen hatte, dass sie vor einer ganzen Weile angerufen worden war. Ohne
weiterzusprechen öffnete sie die Anzeige, welche ihr verriet wen sie verpasst
hatte. Etwas verwirrt zog sie eine Augenbraue hoch, als sie den Namen ihrer
Cousine las. Sie hatten zwar schon oft miteinander geredet, aber bisher hatte
eigentlich immer Jenni sie angerufen. „Scheint als hätte Laura versucht mich
anzurufen?“ meinte sie erstaunt. Kiara hatte anscheinend vergessen, wer sich
hinter dem Namen verbarg und sah Jenni fragend an. „Wer ist das?“ fragte sie
neugierig nur um die Frage einen Moment später mit gespielt strengem Ton gleich
selbst zu beantworten. „Ist das deine neue Liebhaberin? Hintergehst du mich
etwa? Ich bin dir wohl nicht mehr gut genug.“ Den letzten Satz hat sie
theatralisch schluchzend von sich gegeben und dabei ihr Gesicht in ihre Hände
vergraben und sich von Jenni abgewandt. Diese packte sie, kitzelte sie an den
Seiten und zog sie zu sich. Der Asari entfuhr ein erschrockener Schrei, ehe sie
sich wieder fing. „Laura ist meine Cousine, schon vergessen?“ Kiara wand sich
eilig aus Jennis Griff, packte ihre Hände und sah sie an. Ihr Lächeln sprach
Bände, sie war froh in Jennis Nähe zu sein und für einen Moment schien sie die
Sorgen über den kommenden Kampf vergessen zu haben. Jenni bewegte sich langsam
auf Kiara zu, unterlag der Versuchung und tat es ihr für einen Moment lang
gleich ehe sie zurückwich. „Jenni, wir wollten vorsichtig sein, schon
vergessen?“ Ohne zu antworten bewegte Jenni sich weiter auf sie zu. Kiara wich
mit dem Oberkörper immer weiter zurück „warte, wir wollten doch…“ in dem Moment
verlor sie das Gleichgewicht und kippte nach hinten auf die Matratze. Jenni
liess ihre Hände dabei nicht los, erst als sie sich über sie beugte liess sie
von ihr ab um sich zu stützen. „Wenn Tirana versucht hier reinzukommen ist es
euer Befehl sie davon abzuhalten, verstanden?“ „Nur wenn wir dafür zuschauen
dürfen…“ neckte Joshua. „Perversling“ meinte Shalera abschätzig, dass die Worte
nicht so ernst gemeint waren wie sie klangen war jedoch klar. „… zu rein
wissenschaftlichen Zwecken natürlich, lass mich doch mal ausreden.“ „Ja genau,
da steckt kein Hintergedanke dahinter“, meinte Jenni mit schiefem Blick. „Ich
habe damit übrigens nicht nur Joshua gemeint…“, der anschuldigende Blick der
Asari schien sich förmlich unter Jennis Haut zu bohren. „Also bitte, soviel
Anstand hab ich schon noch…“, sie gab Kiara einen zärtlichen Kuss, den sie
lieber noch länger gehalten hätte und löste sich danach wieder von ihr. „Ich
muss schnell jemanden anrufen.“
Die
Sonne hatte sich ihren Weg über den Himmel gebahnt und wurde nun von den
vereinzelten Wolken am Horizont gedämpft. Die ganze Szenerie erstrahlte in
beinahe dem selben Orange wie Jennis Universalwerkzeug. Um nicht geblendet zu
werden hob sie ihren linken Arm vor ihr Gesicht, als sie das Gebäude verliess.
Eilig überbrückte sie die wenigen Meter bis zu der Ecke der Unterkunft, wo sie
sich im Schatten anlehnen konnte, um ihre Cousine anzurufen. Mit dem Starten
der Bildübertragung wurde ein Bildschirm in die Luft über ihrem rechten
Handgelenk projiziert. Nach einigen malen Läuten wich das Schwarz des Displays
einer erst verwischten verwackelten und anschliessend erstaunt dreinschauenden
Laura. Sie trug ihren Pyjama und ihre Haare waren etwas zerzaust, der
Gesichtsausdruck verriet Jenni, dass sie bis gerade eben geschlafen hatte. Mit
Schrecken wurde ihr bewusst, dass sie die Zeitverschiebung zwischen den
Planeten vergessen hatte. Die Tage auf der Koloniewelt ihrer Cousine dauerten
etwas weniger lange als bei ihr, weshalb es keine feste Zeitverschiebung gab,
die sie einhalten konnte. Wenn die Zeitdifferenz heute eine Stunde betrüge
würden es bis Ende des Monats bereits einige sein. „Tut mir leid Laura, ich habe
vergessen vorher nachzusehen wie spät es bei euch ist, soll ich morgen wieder
anrufen?“ Das Mädchen, das nun etwas aus ihrem Halbschlaf in dem sie den Anruf
angenommen hatte erwacht war schüttelte nun den Kopf. „Nein nein, es ist erst…
zehn Uhr, ich hab mich gerade erst hingelegt.“ „Deiner Mam wird das aber nicht
gefallen, wenn du so spät noch telefonierst.“ „Ach die muss das ja nicht
wissen“ antwortete die kleine schnell. „Hm… na gut, also, du hast mich
angerufen, ich war da gerade am trainieren, worum ging es denn?“ Laura lag in
ihrem Bett, sie drehte sich zur Seite und rutschte etwas näher an das UW heran.
Mit glänzenden Augen sah sie Jenni an „Uh, erzähl, was habt ihr trainiert?“
„Wir haben unsere neuen Waffen eingeschossen für…“ sie brach abrupt ab und biss
sich sofort auf die Lippe weil ihr bereits zu viel herausgerutscht war. „Wofür
denn?“ harkte sie sofort nach, das Interesse ihrer Cousine war geweckt. Nach
dem sie einen Moment darüber nachgedacht hatte sie anzulügen entschloss Jenni
das es keinen Sinn haben würde, da ihre Cousine komischerweise immer wusste
wenn sie log. „Du weisst doch dass ich dir nicht viel erzählen darf, weil das
hier geheim ist. Wir werden bald einen Einsatz haben und heute haben wir unsere
Ausrüstung darauf vorbereitet.“ „Einen richtigen Einsatz? Also echt du
gefährlich? Pass bloss auf dich auf“ meinte Laura mit besorgtem Blick. „Keine
Sorge, ich bin ein grosses Mädchen, ich kann auf mich aufpassen.“ Jenni grinste
ihre Cousine bei dieser Aussage breit an. „Du musst mir unbedingt all die Dinge
Zeigen du bisher gelernt hast, wenn wir uns das nächste mal sehen.“ Die Augen
der dreizehnjährigen strahlten förmlich, ihr Eifer lies Jenni schmunzeln.
„Deine Eltern waren schon verärgert, weil ich zur Allianz ging und dir davon
erzählte. Sie denken bestimmt, dass ich einen schlechten Einfluss auf dich
habe.“ „Ach komm, hättest du eine ältere Cousine gehabt in meinem Alter hättest
du sie auch gelöchert.“ Da in dieser Aussage mehr Wahrheit steckte als ihr lieb
war sah sie zur Seite. „Ja… aber meine Mam wäre davon auch nicht erfreut
gewesen.“ „Und? Abgehalten hat das dich ja auch nicht.“ „Wenn du mir
versprichst ein artiges Mädchen zu sein werde ich dir zumindest den Teil
zeigen, der für dein Alter geeignet ist…“ Jenni wusste, dass sie ihre Cousine
so aufziehen konnte, sie waren sich sehr ähnlich und Jenni hatte es früher
gehasst, wenn man sie für zu jung hielt. „Du bist gemein… ich… das ist nicht
fair.“ „Schon gut, pack den Schmollmund wieder ein, das war nur ein Scherz.“
Laura setzte sich auf und verschränkte die Arme vor der Brust „nicht witzig…“
ihr zuvor ernstes Gesicht nahm bedrückte Züge an. „Und du kannst dieses Jahr
ganz bestimmt nicht an unseren Familienabend kommen?“ „Leider nicht, wie
gesagt, ich habe an dem Wochenende nicht frei, aber vielleicht kann ich ja am
Abend anrufen um allen hallo zu sagen.“ „Verstehe“ kam es knapp zurück. Die
Trauer in ihrer Stimme war unüberhörbar. „Ähm Jenni…“ Die männliche Stimme kam
von rechts, sofort drehte die angesprochene sich um und signalisierte dem
Neuankömmling zu warten, da sie noch beschäftigt war. „Wer war denn das?... hat
da etwa jemand einen Freund?“ In dem Moment war Jenni froh die Lautstärke ihres
UWs ziemlich niedrig zu haben, da Eric ihre vorlaute Cousine so nicht gehört
hatte. „Nein. Er ist bei einer anderen Einheit und wir trainieren manchmal mit
ihnen.“ „Schon klar, war ja nur n Witz… und zudem stehst du ja eh auf Mädchen…
blaue, mit Tentakeln auf dem Kopf.“ Jenni hätte sich am liebsten selbst den
Mund zugehalten, da sie wusste dass sie gleich etwas dummes sagen würde. „Aber
auch hübsche mit knackigem Hintern“ entfuhr es ihr. Sowohl Eric als auch ihre
Cousine sahen sie fragend an. „Ich glaube für dieses Thema bist du noch etwas
jung, deine Mam wird mir schon den Hals umdrehen wollen, weil ich dir über
meine Ausbildung erzähle, aber wenn ich mit dir darüber rede, muss ich um mein
Leben fürchten.“ „Wieso denn?“ „Ähm… DAS erzähle ich dir ein andermal… aber ich
habe hier noch etwas...“ Jenni verlinkte ihrer Cousine das Video ihres
Absprungs. „Ich muss jetzt aber auflegen, pass auf dich auf.“ „Mhm, man hört
sich.“ „Bis dann“ die Übertragung wurde beendet und Jenni wandte sich Eric zu.
Dieser stand noch immer am selben Ort an dem er Jenni angesprochen hatte. Sein
fragender Blick liess erraten, dass er Fetzen des Gespräches mitbekommen hatte
aber den Zusammenhang nicht fand. „Ich weiss es geht mich nichts an, aber mit
wem hast du da gesprochen?“ „Mit meiner Cousine, sie ist von der Allianz
genauso angefressen wie ich in ihrem Alter“ antwortete sie auf seine neugierige
Frage. Eric lehnte sich nun mit der Schulter an die Wand der Unterkunft.
Nachdem einige Sekunden Stille herrschte ergriff Jenni schliesslich das Wort
„Also, du bist doch bestimmt nicht nur hergekommen um mich zu fragen mit wem
ich telefoniere oder?“ „Nein“ meinte er sofort kopfschüttelnd „Ich habe
erfahren, dass heute Abend ein Einsatz startet und da niemand von den anderen
Einheiten etwas wusste, müsst wohl ihr diejenigen sein, die heute eine
aufregende Nacht haben werden… das wird dann wohl eure Feuertaufe. Sei
vorsichtig, da draussen kann es verdammt gefährlich werden. Du musst auf dich
und deine Leute achtgeben, das letzte was ich morgen tun möchte, wäre an eine
Beerdigung zu gehen.“ „Ich werde es versuchen“ antwortete Jenni lächelnd. Eric
trat auf sie zu und streckte ihr die Hand entgegen. „Von Soldat zu Soldat, viel
Glück und lass mich nicht alleine in diesem Loch hier sitzen.“ Er grinste breit
als Jenni einschlug und nickte. „Na dann, ich muss meine Leute bereitmachen und
noch mal schnell zu Reeston, man sieht sich wenn wir durch sind.“
Die
sich unter dem heissen Ausstoss der Triebwerke kräuselnde Wasseroberfläche
schoss mit wahnwitziger Geschwindigkeit an ihnen vorbei. Die Türen des Shuttles
waren geöffnet, da sie jeden Moment ankommen würden. Wie besprochen verlief der
Anflug entlang des Flusslaufes in kaum einem Meter Höhe. Wie alle war Jenni zum
zerreissen angespannt, die letzten Stunden waren pure Folter gewesen. Nach dem
Gespräch mit Reeston hatte sie praktisch im Minutentakt auf die Uhr geschaut
und Kiara sicherlich ein halbes dutzend Mal aufgefordert vorsichtig zu sein.
Der Flug mit dem Shuttle war noch schlimmer gewesen, sie waren mit normalen
Militärshuttles aus der Atmosphäre von Curenas auf in Richtung Systemrand. Jenni
hatte den Anblick ihres Heimatplanten aus dieser Perspektive noch nicht oft
gesehen, bisher war sie nur einige Male auf anderen Planeten oder der Citadell
gewesen. Curenas war eine kleine und vor allem junge Koloniewelt. Die Lage war
sehr ruhig aber nicht gerade zentral. Auf etwa halbem Weg zum Rand des Systems
wurden sie von einem Transporter der Allianz aufgeladen und zum Massenportal
geflogen. Im inneren der grossen Andockbucht hatten mattschwarz lackierte
Shuttles mit dunkelgrauer N7 Kennzeichnung gestanden, bereit sie ungesehen an
ihr Ziel zu bringen. Diese hatten diverse Tarnverbesserungen erhalten, was sie
gegenüber ihren normalen Artgenossen beinahe unsichtbar für Radar und andere
Scanner machte. Nur leistungsstarke Langstreckensignaltransmitter-Ortungssysteme
konnten sie zuverlässig aufspüren, diese waren jedoch zu gross und
Energiehungrig um sie zu verstecken. Der Transporter selbst war nicht getarnt,
er flog dieselbe Route wie immer, um der Kolonie im benachbarten System ihres
Ziels Waren zu liefern, diesmal hatte er jedoch noch eine unsichtbare tödliche
Fracht mit sich gebracht. Sie hatten sich alle lange auf diesen Moment
vorbereitet und waren fest entschlossen. In voller Rüstung konnte Jenni ihre
Kameraden nur an den über ihnen auf dem HUD eingeblendeten Namen zweifelsfrei
erkennen. In ihrem Shuttle waren ausschliesslich Mitglieder vom Hammertrupp
anwesend, alle warteten auf das Anhalten des Shuttles. „Zehn Sekunden“ ertönte
die Meldung des Piloten über die internen Lautsprecher der Helme. „Waffen
laden, Feuerbereitschaft, nach ausstieg ausschwärmen und sofort Position in der
Buschlinie am Waldrand einnehmen. Feuer nur wenn unbedingt nötig.“ Jennis
Stimme war nun fest und selbstsicher, wie ihre Kameraden es von ihr als
Anführerin gewohnt waren. Die seitlichen Fliehkräfte beim rapiden Bremsen des
Shuttles zerrte an ihnen, brachte jedoch niemanden ins Wanken. „Viel Glück, wir
bleiben auf Kanal 3B12 in Bereitschaft, wenns zu heiss wird, holen wir euch
raus so gut wir können“ Jenni nickte dem Piloten durch die offene Luke zum
cockpit zu, ehe sie aus dem Shuttle, das etwa dreissig Zentimeter über der
Wasseroberfläche schwebte, sprang. Die bereits hinter dem Horizont
verschwundene Sonne spendete nur noch ganz spärlich etwas Licht weshalb sie
nicht erkennen konnte, wie tief das tiefschwarze kühle Flusswasser, das sich
langsam unter ihnen talwärts schlängelte war. Als sie sich von dem Shuttle
abstiess, um mit einem beherzten Sprung nach vorne den Beginn der Mission
festzulegen, schnellte die Anzeige der Unterstützung des Anzuges sofort auf
fünfzig Prozent hoch, normale Einsatzbedingungen. Unerwartet stiessen ihre
Füsse auf Widerstand, als ihre Knie gerade unter der Wasseroberfläche
verschwunden waren. Etwas wankend fing sie sich sofort wieder und marschierte zielstrebig
auf das Ufer des Flusses zu. Ein Blick über die Schulter verriet ihr, dass alle
vier Shuttles in einer Linie dem Ufer entlang in Schwebe gegangen waren und
ihre Besatzung ihrem Beispiel folgend ausstieg. Kaum waren die letzten Soldaten
gelandet, wendeten die Shuttles auch schon und verschwanden auf dem selben Weg
auf dem sie gekommen waren wieder in der Nacht. Nur das leuchten ihrer
Triebwerke verriet ihre Position, bevor sie in einer Biegung des Flusses
endgültig hinter den Schattenhaften Bäumen verschwanden. „Nachtsicht“ der
Befehl kam Knapp, musste aber auch nicht weiter erläutert werden. Anders als
bei alten Geräten, deren Anzeige eine Grünfärbung hatte wurden die auf ihren
Helmdisplays angezeigten Aufnahmen von einer leistungsstarken CPU eingefärbt,
weshalb sie fast nicht von Aufnahmen am Tag unterschieden werden konnten. Nur
der Hochkontrastfilter, der über alles gelegt wurde verlieh dem ganzen ein
unnatürliches Aussehen. „Vierergruppen bilden, zwei Reihen, zwanzig Meter
zwischen den Gruppen und Reihen, versetzt vorrücken. Die eine Hälfte von Dolch
geht mit Schwert, begleitet sie zum Fuss des Hügels und stosst dann von der
Seite zur Basis vor, der andere Teil kommt mit uns. Funkkontakt möglichst
gering halten.“ Sofort leuchteten die Bestätigungsmelden ihrer Kameraden auf
und die Gesamte Gruppe verschwand aufgefächert und in kleinen Gruppen in den
dichten Büschen des Waldes. Die ersten Meter herrschte kaum Sicht auf Grund des
dichten Blattwerkes, das vom Kampf der Pflanzen um ein Sonniges Plätzchen am
Flussufer zeugte. Unter ihren gepanzerten Stiefel gab der teils morastige Boden
nach und sie sanken bis zu den Knöcheln ein, das hielt sie jedoch nicht auf.
Der Wechsel von Dickicht zu laubwaldnatürlichen, relativ offenen Flächen
erfolgte schlagartig. Die Soldaten hielten alle inne, ehe sie die Deckung der
Büsche verliessen. Jenni lies ihren Blick über das vor ihnen liegende Terrain
schwenken, keinerlei Bewegung. Bei einem Blick zur Seite gab sie das Kommando
zum Vorrücken. Eine Silhouette von Katzenhafter Eleganz schälte sich neben ihr
aus den Schatten und machte sich in geduckter Haltung und mit angelegter Waffe
auf in Richtung des nächstgelegenen Baumes. Die Art ihrer Bewegungen war trotz
Rüstung unverkennbar. Wie eine Schlage die sich durchs Gehölz schlängelte ging
die Soldatin neben ihr her und Jenni hätte auch ohne Namenseinblendung gewusst
das es sich um Arsilia handelte. Die Asari war immer äusserst zuverlässig
gewesen und ihr Geschick im Kampf hatte ihr einen grossen Respekt als Kämpferin
bei Jenni eingebracht. Der Weg zur Basis war weit, doch Unachtsamkeiten durften
sie sich nicht leisten, jeden Moment konnten sie unter Beschuss geraten. Jenni
und ihre Kameraden bewegten sich schnell und koordiniert voran, wie sie es
gelernt hatten. Mit jedem Schritt der sie näher an die Basis brachte wurde es
spannender. Immer mal wieder rief Jenni ihre Karte des Gebietes auf, um die
Position ihrer Leute zu Checken und ihnen neue Anweisungen zu geben.
Der
leichte Wind wiegelte das hohe Gras vor ihnen sanft hin und her, die Blätter
über ihren Köpfen raschelten leise und ruhig. Selak hatte sich in Position
gebracht und lag nun unter einem der Bäume im Hohen Gras des Hügels. Anders als
Hammer und Dolch hatte Schwert auf dem HUD eine zuschaltbare Anzeige ihres eigenen
Herzschlages um diesen besser kontrollieren zu können. Doch so sehr er sich
auch bemühte die Frequenz schien immer gleich hoch zu sein, alle Versuche sie
zu senken schienen sinnlos. Die Nervosität schien auch bei der Asari neben ihm
ihren Preis zu fordern, sie hatten beide ihre Gewehre angelegt, die
Zweibeinstützen exakt positioniert und sich so ausgerichtet, dass sie die weit
entfernten Wachtürme ins Visier nehmen konnten. Ein weiteres Mal blickte er
durch das Zielfernrohr auf seiner Waffe, das Fadenkreuz schwankte über den
Soldaten auf dem Wachturm, den er im Visier hatte. Seine Atemfrequenz hatte er
bereits weitestgehend unter Kontrolle gebracht. Nachdem er tief eingeatmet
hatte, hielt er die Luft an und versuchte mittels feinster Bewegungen seiner Hand
das todbringende Kreuz der beiden feinen Linien erst auf Brust und
anschliessend auf den Kopf seines Ziels auszurichten. Wieder horchte er in sich
hinein und erhielt Antwort von seinem Herz, das immer schneller zu schlagen
schien und bei jeder pumpenden Bewegung einen kleinen Ausschlag des
Fadenkreuzes nach oben zur Folge hatte. Entnervt liess er die Luft die er für
einige Sekunden in seiner Lunge behalten hatte wieder durch seinen Mund
entweichen. „Ich krieg meinen Puls einfach nicht runter, wie siehts bei dir
aus?“ „Hm? Nicht viel besser, ich habe zittrige Hände… versuch einfach dich zu
konzentrieren, genau wie beim Training.“ „Na beim Training ist es einfach so,
dass ich nicht auf echte lebende Menschen schiesse.“ Die Asari wandte ihren
Kopf zu ihm um, er wusste, dass sie ihn fragend ansah, auch wenn er ihr Gesicht
nicht sah. „Was? Du willst doch jetzt nicht etwa moralische Probleme bekommen
jemanden von Cerberus umzulegen? Von CERBERUS, einer der rassistischsten
Organisationen überhaupt.“ „Nein, das nicht, aber ich glaube, dass wenn du den
Blick in den Augen deines Feindes siehst, wenn er bemerkt, dass du sein Leben
beendet hast… das muss schrecklich sein. „Dann schiess ihm ins Gesicht dann
sind da keine Augen mehr, die dich ansehen könnten…“ Die Stimme gehörte Ivana,
sie hatte seine Unterhaltung über Funk mitgehört. „Wir sind in Position, wenn
ihr auch bereit seit gebt Jenni das Signal.“
Und wieder endet ein Kapitel, wo ein neues beginnen wird. Ich hoffe wieimmer das es euch gefallen hat, falls kritik oder Anregungen vorhanden sind nur rein damit. Ich wünsch allen ne schöne Woche, werd sie selber sehr geniessen und mich anstrengen das nächste Kapitel spannend und des Wartens wert zu gestalten.
Kapitel
38
Die
Stimme des Colonels klang streng und eiskalt. Es war kurz nach Mittag, doch von
draussen viel kein bisschen Sonnenlicht in den Raum. Die metallenen Lamellen
aussen an den Fenstern waren verschlossen und riegelten den Raum mit
erschreckender Endgültigkeit ab. Drinnen erleuchteten lange Leuchtstoffröhren
den Raum mit einem kaltem, weissen Licht, das an einen OP-Saal erinnerte. Der
Raum war relativ klein, er bot gerade genug Platz für die Soldaten der BDF,
welche in einem nicht ganz geschlossenen Kreis um einen Projektor herum
verteilt sassen und das leuchtende Abbild eines Gebäudes begutachteten, das von
Reestons dirigierenden Handbewegungen verschoben und gedreht wurde. Direkt vor
dem Projektor sass Jenni, flankiert von den jeweiligen Anführern der anderen
Einheiten. Selak war das Kommando über die Scharfschützen erteilt worden,
während Tanja “Dolch“ befehligen wird. Die beiden hatten sich in den
vergangenen Wochen als fähig erwiesen und das restliche Team hatte der Wahl
zugestimmt. Bereits bevor bekannt wurde, dass sie auf eine Mission gehen würden
hielten die Ausbilder Ausschau, wer sich als Anführer eignen würde und
beispielsweise Jennis Posten einnehmen könnte, falls diese mal ausfiel. Alle
Anwesenden trugen ihre Standard-Allianzuniformen und hingen förmlich an den
Lippen ihres Vorgesetzten. Dieser hatte gerade damit begonnen ihnen zu
erzählen, um was für eine Basis es sich bei dem Stützpunkt, den sie ausheben
sollten, handelte. Die BDF hatte erfahren, dass der Stützpunkt relativ klein
sei und lediglich aus zwei Gebäuden, einem Lagerhaus und einem Hauptgebäude
bestand. Das ganze wurde von einer Mauer an deren vier Ecken je ein kleiner
Wachturm stand umgeben. Bis etwa ein paar Dutzend Meter an die Mauer heran lag
dichter Wald, die hohen Bäume mit ihren weit auslaufenden Kronen machten in
Kombination mit einigen Tarnnetzen auf dem Dach, einem Grünen Anstrich der
Gebäude und des Bodens und einem guten Störsender, die Basis fast unsichtbar.
Lange Zeit war sie der Allianz entgangen, bis einer der Piloten von Cerberus
einen Fehler gemacht hatte und für einen Moment auf den Schirmen einer Fregatte
der Allianz aufgetaucht war, die zu einem Vorposten der Allianz auf dem
Nachbarplaneten unterwegs war. Diese hatte nichts genaueres feststellen können,
hatten aber die Nachricht der Sichtung weitergeleitet. Erst eine genaue und
langwierige Abtastung der Planetenoberfläche mit Hilfe einer Kameradrohne hatte
die Position der Basis zu Tage gefördert. Ein Grossteil der Informationen war
geheim gehalten worden, da Cerberus Privat finanziert wurde und sich rechtlich
meist hervorragend abgesichert hatte. Solange sie nichts Handfestes gegen sie
zu Verfügung hatten durften sie sich nicht verraten, ansonsten würden sie nur
verlassenes Gemäuer finden, wenn sie die Basis durchsuchen würden. Nun konnten
sie ihnen jedoch nachweisen, Waffen und Sprengstoff zu einzelnen in
extremistische Zwischenfälle verwickelte Organisationen geschmuggelt hatten.
„Während Schwert sich in drei Gruppen aufteilt und hier in Position bringt…“ Die
Karte zoomte raus und schwenkte etwas zur Seite, sodass der Blick auf einen
kleinen, felsigen mit einigen Bäumen gesäumten Hügel frei wurde. Zwei
Positionen etwa hundert Meter auseinander blinkten rot auf, ehe die Karte in
die entgegengesetzte Richtung an der Basis vorbei schwenkte, wo in ziemlich
geringer Entfernung zur Basis eine steile Felswand aufragte. Oben an der Kante
der Wand blinkte ebenfalls eine Position auf. Der Colonel deutete auf die
beiden zuerst gesehenen Positionen. „Die beiden Zweierteams, die dort in
Stellung gehen werden, müssen gemeinsam mit den anderen einen ziemlich langen
Fussmarsch auf sich nehmen, da die Shuttles entdeckt würden, wenn wir euch so
nahe rann bringen. Ihr werdet im Tiefflug bis etwa fünf Kilometer
herangebracht, bis dort können wir in wenigen Metern Höhe und somit im Schatten
der Bäume unbemerkt rankommen. Den Rest müsst ihr und Hammer zu Fuss machen.
Das andere Team wird von Westen her mit einem Shuttle bis an den Fuss des
Berges gebracht werden, ihr werdet etwa achthundert Höhenmeter überwinden
müssen und auf euch allein gestellt sein. Es ist jedoch äusserst
unwahrscheinlich, dass sie dort oben Wachen oder Kameras haben, ausser einigen
Langstreckensensoren auf dem Berggipfel dürfte da nichts sein. Jedenfalls
werdet ihr, sobald ihr in Stellung seid Sicht auf die Basis haben. Die 700
beziehungsweise 1300 Meter stellen für eure Gewehre kein Problem dar. Eure
Aufgabe ist es, den Rest des Teams mit Informationen über Feindbewegung zu
versorgen. Wenn es zu offenen Kämpfen kommt, kümmert ihr euch um die Wachen auf
den Türmen, anschliessend Feuerschutz.“ Er wartete einen Moment auf die Antwort
der Scharfschützen, deren Bestätigung kam einen Augenblick später von Selak.
„Ja Sir, verstanden.“ „Gut, kommen wir nun zu Dolch… euer Aufgabe wird es
sein…“ zwei rote Sechsecke leuchteten auf und begannen in gleichmässigen Bahnen
um die Basis zu kreisen. „Die beiden Wachtrupps geräuschlos auszuschalten. Sie
sind etwas mehr als hundert Meter von der Basis entfernt und patrouillieren
jeweils eine Runde, bevor sie wieder zurückgehen und ein paar Minuten später
zwei neue Gruppen starten. Unsere Satelliten konnten ihre genauen Routen nicht
erfassen, wahrscheinlich variieren sie sowieso. Bekannt ist nur, dass sie
ungefähr eine halbe Stunde unterwegs sind, sie lassen sich also verdammt viel
Zeit. Wir müssen davon ausgehen, dass sie immer mal wieder Statusmeldung
machen, das heisst euer Timing ist wichtig. Hammer wird sich währenddessen so
nahe wie möglich an die Basis ranschleichen. Versucht unentdeckt die Mauer zu
erreichen, geht aber kein unnötiges Risiko ein. Falls dies möglich ist, sollte
Dolch dort schnellstmöglich zu euch stossen. Die STG hat uns Hackingsoftware
der neuesten Generation zur Verfügung gestellt. Damit sollte es euch möglich sein
trotz Störsender Kontakt zu halten und den Funkverkehr des Feindes abzuhören.
Zu unserem Vorteil rechnet der Feind nicht mit einem Angriff und hat kaum
Beleuchtung wie Suchscheinwerfer oder Flutlicht, um die Umgebung abzudecken, da
das ihre Position verraten würde. Wenn ein kleines Team es unbemerkt ins Innere
der Basis schafft, dann sollte die Stromversorgung lahmlegen können. Damit wäre
der Gegner blind und könnte mühelos überwältigt werden.“ Während seiner
Erklärung waren einige Pfeile auf dem Hologramm eingeblendet worden, welche die
von ihm erwähnten Bewegungen verdeutlichten. „Anschliessend können sie den
Sender deaktivieren, uns benachrichtigen und sich alle in der Basis sammeln.
Wir werden dann sie und alle Gefangenen abholen.“ Nach einigen Sekunden der
Stille meldete sich schliesslich Garonn. „Sir, das ist alles ziemlich
kompliziert, warum eröffnet Schwert nicht einfach das Feuer sobald die
Patrouillen beseitigt sind und wir stürmen?“ „Eine berechtigte Frage Soldat.
Das Überraschungsmoment und die bessere Position unserer Leute würde das
äusserst effektiv machen, aber wenn sie nicht gleich alle erwischen könnte
Cerberus alle Spuren vernichten, die Waffen und den Sprengstoff zerstören und
uns damit das Leben schwer machen. Wir können ihnen dann zwar den
Waffenschmuggel vorwerfen aber haben keinen Beweis, dass es nicht einmalig war
und womöglich könnten sie einen Rechtsstreit Wochen oder Monatelang
hinausziehen. Des Weiteren müssen wir auch davon ausgehen, dass es dort zivile
Arbeiter hat, die bei einem solchen Angriff unnötig zu Schaden kommen könnten.
Vergessen sie nicht, auch wenn sie zum Töten ausgebildet wurden, Menschlichkeit
ist immer noch ein Teil der Allianz und solange sie unter ihr dienen sollte
diese möglichst gewahrt bleiben. Zivile Opfer machen sich in den Berichten
nicht gut… und in den Gewissen der Soldaten auch nicht… niemand will in seinen
Träumen die bettelnden Augen eines verängstigten Arbeiters sehen der seinen
letzten Atemzug tut und mit dem Wissen leben müssen, dass er nichts getan hat
ausser seinem Job und ohne Vorwarnung getötet wurde. Auch Cerberus sind
Menschen, unter anderem mit Familie. Klar einige oder vielleicht auch die
meisten von ihnen sind Arschlöcher, aber die armen Hunde die es zuerst erwischt
sind meistens die, die am wenigsten dafür können und nur Befehle befolgt
haben.“ Die letzten Sätze waren direkt an den Turianer gerichtet und
erschreckend sanft und fast schon vertraut dahergekommen. Reestons Blick, der
in der Leere hing und sein leicht abwesender Gesichtsausdruck, der für einen
Moment durch seinen normalerweise gefühlslose Maske zu erkennen war, lies
einige erschaudern. Jenni hätte nicht sagen können wieso aber sie wusste… nein,
sie fühlte dass diese Worte niemals so gesprochen werden konnten wenn dahinter
nicht eigene Erfahrungen und wahrscheinlich auch schreckliche Bilder und
Erinnerungen waren. Jetzt erinnerte sie sich auch wieder an die äusserst
ernsten, fast schon bedrückend traurigen Gespräche mit ihrer Mutter. Als sie am
letzten Abend, den sie mit ihren Eltern vor ihrem Einrücken verbracht hatte mit
selbigen ein Gespräch geführt hatte, hatte Rebecca sie auf genau das
angesprochen. Sie hatte ihr über die Traumata vieler Soldaten und die Gefahr
daran zu zerbrechen was man sah geredet. Jenni hatte bisher noch kaum über den
Aspekt nachgedacht gehabt. Sie war fest entschlossen diesen Weg weiter zu
gehen, aber das erste mal hatten die Worte ihrer Mutter Zweifel bei ihr
aufkommen lassen. Der Gedanke jemanden zu töten schien im ersten Moment leicht,
doch dann in der Ruhe danach würde es schlimm werden. Gedanken über Familie und
Liebe des Opfers, dessen Leben, das man einfach auf einen Schlag beendet hatte
und ihm die Chance genommen hatte so vieles noch zu erleben. Auch Gedanken über
das eigene Leben würden aufkommen. „Was wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre?
Wer hätte um mich getrauert? Hätte sich jemand an mich erinnert? Was kommt wohl
danach?“ Jenni hatte diese Gedanken damals schnell abgeschüttelt, bevor es zu
unangenehm wurde und sich lieber über schönere Dinge unterhalten, doch nun
kehrten eben jene vermaledeiten Zweifel wieder. Beim Gedanken an das „Wer würde
um mich trauern?“ warf sie einen Blick in die Runde und blieb an Kiara hängen.
Diese starrte in Anbetracht solcher schwermütigen Worte ihres Vorgesetzten betroffen
zu Boden. Augenblicklich verdrehte sich die Realität vor Jennis geistigem Auge
und sie sah Kiara in einem schwarzen Kleid mit Tränen überströmtem Gesicht,
umgeben von ihrer Familie an einem Grab stehen, auf dessen Stein in grossen
Lettern “Jennifer Parker“ prangte. Sie schüttelte sich, da ihr der Anblick das
Blut in den Adern gefrieren lies. Wieder bei sich bemerkte Jenni, dass nun seit
einigen Sekunden Totenstille in dem Raum herrschte. Sie schüttelte die letzten
nach ihr greifenden, ihr widerstrebenden Gedanken ab, aus ihr unerfindlichen
Gründen fühlte sie sich gedrängt etwas zu sagen um die Stille zu brechen, die
allen die Stimme abzuschnüren schien. „Verstanden“ war alles was sie zustande
bekam aber es reichte um auch Reeston aus seinen Erinnerungen zu rütteln.
„Wie?“ fragte dieser etwas verwirrt da er nicht zugehört hatte. „Verzeihung,
Sir, ich meinte “Verstanden Sir“ wiederholte Jenni deutlich. „Sehr gut, gibt es
noch irgendwelche Fragen zum Vorgehen?“ Wieder versanken die Zuschauer in
tiefem Schweigen. „Gut, Soldatin Parker, hiermit erteile ich Ihnen das Kommando
über diese Einheit. Es steht ihnen somit frei die Strategie anzupassen, wenn
die Umstände es erfordern. Wenn möglich bitte ich Sie mich jedoch
schnellstmöglich zu informieren.“ Erneut nickte Jenni, ihr Herz begann
schneller zu schlagen, bei dem Gedanken schon bald mit eigenen Augen sehen zu
können, was sie jetzt nur als Hologramm sah. „Gut, falls noch Fragen auftauchen
melden sie sich unbehelligt bei mir…“ Etwas was sie so noch nie zuvor in der
Stimme des Colonels gehört hatte schwang nun in dessen Stimme mit, ernsthafte
Besorgnis. „Er ist viel zu nett für so eine ernste Situation“ schoss es ihr
durch den Kopf. „Dann meldet euch im Arsenal, dort erwarten euch einige
Fachkräfte der Allianz, sie werden euch mit eurer Ausrüstung helfen. Nun geht
es um eure Feuertaufe, und dabei soll der Stahl eurer Waffen mit euch
zusammengeschmiedet werden. Ihr werdet heute eure persönlichen Waffen beziehen.
Diese werden auf euch eingestellt und anschliessend nur noch von euch
verwendet, bis ihr sie wieder ans Arsenal aushändigt.“ Ein Grinsen umspielte
seine Mundwinkel. „Ein Freund von mir sagte mal, dass die Waffe den Schützen
auswähle und nicht umgekehrt. Falls das stimmt, möge jeder von euch von der Richtigen
Waffe gefunden werden. Wenn ihr damit fertig seid, eure Waffen eingeschossen
und eure Ausrüstung vorbereitet habt, putzt eure Rüstungen, nehmt euch Zeit und
konzentriert euch. Neunzig Prozent der Vorbereitung auf diese Mission werden
nicht mit euren Händen sondern in euren Köpfen geschehen.“
Seit
sie heute Morgen aufgestanden waren, hatte Jenni bereits ein mulmiges Gefühl im
Magen, sie wussten bereits seit einem Tag, dass sie heute Nacht aufbrechen
würden, die Übung gegen Tirana war erst vor zwei Tagen gewesen und schien doch
schon eine Ewigkeit zurück zu liegen. Die ganze Einheit war äusserst
schweigsam, es wurde nicht wie sonst geredet und diskutiert, alle schienen
während ihres kurzen Marsches ins Arsenal in Gedanken versunken zu sein. „Wie
wird es sein?“ Jenni hasste sich für diese Frage, da sie zwiespältige Gefühle
hatte. Das war es worauf sie all die Monate hin trainiert hatte, worauf sie
sich seit ihrer Kindheit gefreut hatte, ein Traum war in Erfüllung gegangen als
sie ein Teil der BDF wurde. Sie hatte davon geträumt als Heldin an der Front zu
stehen und in strahlender Rüstung zu siegen, doch nun wusste sie es besser.
Momente wie die auf den Bildern der alten Legenden, bei denen der oder die
Heldin stolz auf einem Hügel, die Fahne in der Hand über dem Schlachtfeld stand
und die Sonne gerade durch die finsteren Wolken am Himmel brach gab es alle
hundert Jahre einmal. Die restliche Zeit war es ein dreckiges Geschäft, bei
strömendem Regen durch den Dreck robben, voll mit Schlamm, frierend und mit schmerzendem,
geschundenem Körper. Der stolze, strahlende Gesichtsausdruck beim Triumph war
meistens den Kommandanten in ihren Bunkern und denen die die Hölle des
Schlachtfeldes nicht miterlebt hatten vorbehalten. Jene die Töteten und getötet
wurden hatten in den Momenten nur einen glasigen, leeren Blick übrig, nach dem
Stress und der Hektik des Kämpfens blieb ihnen nun die Zeit sich umzusehen,
nachzudenken und zu realisieren, was sie angerichtet hatten. Was sie mit ihren
Händen getan und zerstört hatten. Die getöteten Feinde, bisher nur Feind und
Ziele der Wut und des Hasses gewesen, wurden nun plötzlich wieder zu dem was
sie immer gewesen waren, die Soldaten aber nicht sehen konnten… Menschen. Jeder
tote Feind war ein Leben, das sie genommen und damit wahrscheinlich andere auch
noch zerstört hatten. Auch der Verlust der Kameraden, die gefallen waren traf
sie nun. Das waren die Bilder, die Jenni in den alten Aufzeichnungen gesehen
hatte, nicht in den Dokumentationen der Publicity heischenden Fernsehsender sondern
in den Archiven der Allianz, Aufnahmen die von Soldaten gemacht worden waren
ehrlich und ungeschönt. Manche der Aufnahmen waren so alt, dass sie noch in
schwarz-weiss waren, immer wieder auf neue Formate übertragen. Technisch konnte man sie zwar einfärben aber
als Erinnerung sollten sie so bewahrt werden wie sie aufgenommen worden waren.
Erst hatte sie geglaubt, es handle sich um die Seite der Verlierer als sie
Männer gesehen hatte, die in Ruinen gesessen hatten, leeren Blickes zu Boden
starrend oder weinend neben ihren gefallenen Kameraden knieten und ihren
Schmerz herausliessen, doch so sahen die Sieger in einem Kampf aus, in dem es
nur Verlierer geben konnte…Krieg. Bei diesen Erinnerungen stellte sich Jenni
unweigerlich eine Frage die sie nie zuvor bedacht hatte, immer war sie
ausgewichen und hatte sie beiseite geschoben, obwohl sie wusste, dass sie nicht
darum herum kommen würde. „Wie wird es sich anfühlen, jemanden zu töten?“ Um
den unangenehmen bitteren Geschmack der Frage und der Antwort darauf zu
verdrängen, stellte sich ein Teil von ihr vor, wie ein Feind vor ihr stand,
eine Figur bei deren Anblick sie nur Abscheu und Wut empfand und es eine
Befreiung und Genugtuung sein würde sie zu töten. Doch ein Teil von ihr
erinnerte sie daran, dass es nicht so sein würde, nicht immer. Würde sie den
Abzug drücken können, wenn ein Mensch, verängstigt und um sein Leben bettelnd
vor ihr liegen würde? „Nein, das würde ich nicht tun, niemals. Wir wurden
ausgebildet um zu kämpfen aber nicht um hirnlos zu töten. Der endlose Strom an
Gedanken der sich durch ihren Kopf wand, hatte ihre Wahrnehmung für das schöne
Wetter an diesem Vormittag getrübt und wurde erst durch die Ankunft im Arsenal
gestoppt. Schlagartig rissen die Stimmen in ihrem Kopf ab, als ihr der vertraute
Geruch in die Nase stieg. Waffen-Öl, der synthetische Geruch des Kühlmittels in
Thermomagazinen und der seltsame, Jenni hätte keine Worte gefunden ihn zu
beschreiben, Geruch, der an dem Gebäude selbst zu hängen schien. Um nicht
wieder von den deprimierenden Gedanken eingeholt zu werden, die sie gerade eben
noch in festen Griff gehalten hatten, machte sie sich sofort auf zu dem
Soldaten, der hinter dem Zaun sass und die Neuankömmlinge neugierig beäugte.
Als Jenni zu ihn trat und ihr UW aktivierte, um ihm ihre Zugangsberechtigung zu
bestätigen, sah er erst misstrauisch auf sein eigenes UW, das die Daten
anzeigte, die Jenni ihm schickte und begann dann aber zu schmunzeln. „Schon
gut, Reeston hat hinterlegt, dass ihr kommen werdet… erster Einsatz?“ fragte er
Jenni mit gespielter Neugier da er die Antwort bereits kannte. „Ja, wir sind
hier um die Bewaffnung für unseren ersten Einsatz zu holen“ antwortete sie so
selbstsicher wie es ihre Nervosität zuliess. „Gut, dann mal los…“ er stockte
einen Moment als seine Augen die Anzeige an seinem Handgelenk noch einmal
überflogen. „Oh, ihr werdet aber teures Spielzeug bekommen… ich öffne den
Aufzug für euch.“ Nach kurzem hatte sich die ganze Gruppe nach unten begeben,
wie gewohnt in mehrere kleine Gruppen aufgeteilt, damit sie alle in den Lift
passten. Die angespannte Stimmung wich für einige Minuten, Diskussionen kamen
auf, wer welche Bewaffnung tragen solle um auf jede Situation vorbereitet zu sein.
Schliesslich entschied Jenni, dass der oder die jeweilige Gruppenführerin über
die Bewaffnung seiner Gruppen verantwortlich sei. Schwert würde natürlich
hauptsächlich Scharfschützengewehre verwenden, bei denen sie sich bereits
spezialisiert hatten. Die Sekundärbewaffnung war lediglich für Notfälle, da sie
erst an die Basis herantreten würden, wenn die Feinde dort bereits erledigt
waren, weshalb die meisten leichte Waffen wie Maschinenpistolen oder schwere
Pistolen wählten. Dolch griff auf Waffen für kurze und mittlere Distanz zurück.
Fast ausschliesslich automatische Waffen mit möglichst geringer Lautstärke.
Natürlich würden auch alle ihre Monoklingen tragen. Ihre eigenen Leute liess
sie Sturmgewehre und Waffen für den Häuserkampf, sprich Schrotflinten
mitnehmen. Da sie die Basis Stürmen würden, bekamen auch alle zwei Granaten mit.
Jenni entschied sich für einen Harrier, ihr bevorzugtes Sturmgewehr. Sie mochte
die Valkyre zwar auch, aber der Salven Betrieb war etwas störend. Die Typhoon
war ihr für diesen Einsatz zu unhandlich, und auch sonst störte sie der Schild,
der die Sicht einengte. Als Zweitwaffe vertraute sie auf eine M11-Wraith, die
sich besonders schnell aktivieren lies was im Häuserkampf ein grosser Vorteil
sein konnte. Tanja hatte allen von Dolch Team eine M11 Suppressor zugeteilt,
damit sie leise vorgehen konnten. Die Sekundärwaffe wählte jeder selbst.
Nachdem Jenni ihre Bewaffnung beisammen hatte, sah sie sich kurz um. Der Raum
war voller Soldaten, Platz blieb nicht viel und die Decke, die niedrig hing
machte es nicht besser. Ein bedrückendes Gefühl der Enge keimte in ihr auf.
Bisher hatte sie nie Platzangst oder so etwas verspürt und auch jetzt schien es
etwas Anderes zu sein. Mit einem Blick auf ihr UW hob sie die Augenbrauen, sie
waren schon fast eine halbe Stunde im Arsenal, die Gespräche zwischen den
Soldaten waren noch immer nicht versiegt, also ergriff sie das Wort. Sie
schüttelte die Unsicherheit und alle schlechten Gefühle ab, jetzt war sie nicht
mehr Jennifer Parker, sondern die Anführerin der BDF. Jegliche Gefühle oder
Sorgen, die ihre Diensttauglichkeit einschränkten, hatte hier keinen Platz
mehr. „BDF, in drei Minuten alle mit Bewaffnung beim Lift, wir sind jetzt schon
ne Ewigkeit hier unten und wir wollen ja nicht verschimmeln. Wer die Waffen
oben zur Freigabe abgegeben hat geht rüber und montiert die Rüstungen, nächster Sammelpunkt ist wieder
vor dem Arsenal, verstanden?“ „Verstanden.“ Die Antwort kam einstimmig, sie
alle kannten Jenni als liebevolle und verständnisvolle Person und schätzten sie
deswegen, aber sie respektierten sie auch als ihre Anführerin, weshalb sie beim
Umschwung ihrer Art sofort reagierten. Dieses Auftreten bedeutete, dass sie
sich konzentrieren und privates verschieben mussten, jetzt waren sie Soldaten
und hatten Befehle erhalten. Jeder packte eilig die Waffenkoffer, die er
ausgewählt hatte und trat damit zu der Eingangstür des Liftes. Trotz strenger
Stimmung konnte Jenni sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, als sie sah wie
Ivana sich mit dem Koffer ihrer Javelin abmühte, das Gewehr selbst war schon
schwer und der Sicherheitskoffer machte es nicht leichter. Einen Moment lang
erwog sie ihre Kameradin auf das Gespräch mit Erics Leuten anzusprechen, das
sich um das Gewicht ihrer Waffe gedreht hatte. Jenni hatte schon einige Male
mit Ivana zusammen gearbeitet, in ihrer Rüstung merkte man ihr das Gewicht der
Waffe kaum an, was unter anderem daran lag das sie handlicher war als der
sperrige Koffer und zum anderen schien sich im Kampf sowieso vieles zu
verändern. Selbst Joshua der fast immer zu Spässen aufgelegt war wurde ernst
und konzentriert. Nach kurzem waren alle Mitglieder der Kampfbiotiker-Einheit
bereit um abzurücken. Auf Grund der Ausrüstung mussten sie sich in drei Gruppen
aufteilen um im Lift Platz zu finden.
Das
Einschiessen der Waffen war reibungslos verlaufen und schnell von statten
gegangen, sie alle hatten eine gewisse Professionalität erlangt, in den Monaten
ihres Trainings. Nach vielen Thermomagazinen und einem Haufen Anpassungen waren
sie wieder abgerückt um, wie der Colonel ihnen gesagt hatte, ihre Rüstungen zu
säubern. Was er ihnen nicht gesagt hatte war, wo sie dies tun sollten, weshalb
sich viele in den Schlafräumen ihrer Rüstungen entledigten und diese dort auch
säuberten. Es war interessant zu sehen, wie sich die einzelnen Leute auf das
Bevorstehende vorbereiteten. Einige redeten miteinander über die Mission, sie
studierten daran herum um möglichst bereits zu sein, wenn es losging. Andere,
Selak und Graonn zum Beispiel, hatten sich an den Rand des Zimmers abseits der
Gespräche hingesetzt und waren vollkommen in die Arbeit vertieft, sie
konzentrierten sich und versuchten ihre Köpfe frei zu kriegen, wie Jenni
vermutete. Wieder andere versuchten sich abzulenken und redeten über die Zeit
an der Akademie, Freizeit oder andere Dinge. Sie selbst wusste nicht so recht,
was sie mache sollte. Jede der Strategien schien auf eine Weise logisch zu
sein, aber welche wäre die richtige? Die Antwort fand Jenni, als sie von ihrem
Helm aufblickte um noch einmal ihre Kameraden zu beobachten. Sie war so in
Gedanken vertieft gewesen, dass sie nicht bemerkt hatte, dass Kiara sich neben
ihr gesetzt hatte. Die Asari lächelte sie freundlich an und lies damit eine
wohlige Wärme von Jennis Innerem ausströmen. Ihre Liebste war etwas, das ihr
Halt bot und genau so etwas konnte sie jetzt brauchen. „Hei, Erde an Jenni,
jemand zuhause?“ Sofort wanderte ein Grinsen in das Gesicht der Rothaarigen.
Dese Redewendung war uralt, Jenni hatte sie von ihrem Vater gelernt. Er hatte
ihr gesagt sie stamme noch aus der Zeit der ersten bemannten Weltraumflüge. Der
Spruch hatte ihr gefallen und sie hatte ihn Kiara mal erzählt, als diese in der
Akademie am Mittag draussen gesessen und Löcher in die Luft gestarrt hatte. Es
war das erste Mal, dass sie die Worte aus dem Mund ihrer Freundin hörte und sie
musste Grinsen beim Gedanken daran, dass sie sich die Redewendung so lange
gemerkt hatte. „Ja, was ist denn?“ „Ich habe dich vorhin etwas gefragt.“ Kiara
sah amüsiert aus, weshalb Jenni offen zugab, das nicht mitbekommen zu haben.
„Tut mir leid ich war etwas weggetreten.“ „Das hat man gesehen, du putzt schon
fast zwei Minuten dieselbe Stelle deines Helmes.“ Erstaunt blickte Jenni zu
ihrem Helm, man sah keine Spuren, das Tuch, das sie verwendet hatte, um letzte
Dreckspuren von ihrem Helm zu putzen war noch fast komplett sauber. „Geht es um
die Mission?“ fragte Kiara schliesslich nachdenklich. Ein kurzes Nicken
bestätigte ihre Befürchtung. „Mach dir nicht zu viele Sorgen, du hast uns
bisher immer gut angeführt, wir vertrauen dir. Es gibt keinen Grund, weshalb du
diesmal versagen solltest.“ „Ich mach mir nur Sorgen, was wenn meinetwegen
jemand von uns fällt?“ erwiderte Jenni während sie den Blick abwandte. Kiara
legte ihr sanft die Hand ans Kinn und drehte ihr Gesicht zu dem Ihren. „Wir
alle waren uns dem Risiko bewusst, das uns erwartet, als wir das Dossier für
diese Einheit unterschrieben haben. Die Gefahr, dass so etwas geschieht lässt
sich nicht ausschalten. Und dennoch glaube ich an dich, jeder hier tut das.
Wenn du eine schlechte Anführerin wärst, hätten wir es nie bis hier geschafft.“
Es war wundervoll so etwas zu hören, es zeugte von wirklich grossem Vertrauen.
Jenni wusste, dass Kiara ihr Leben in ihre Hände legen würde wenn nötig und sie
würde dasselbe tun, denn sie wusste, dass Kiara sie nicht im Stich lassen
würde. „Und was, wenn dir etwas zustösst?“ fragte sie schliesslich mit etwas
zittriger Stimme. Kiaras Pupillen weiteten sich, es war klar, dass sich Jenni
um sie sorgte. „Wie soll ich damit leben können, wenn ich Schuld an deinem Tod
bin?“ „Das wird nicht geschehen und das weisst du. Ich bin ein grosses Mädchen
und kann auf mich selbst aufpassen und wenn das mal nicht mehr reicht weiss
ich, dass da jemand ist der mir helfen wird, ganz egal in welchen
Schwierigkeiten ich auch stecke“ flüsterte Kiara sanft während sie ihren Arm um
Jenni legte. Nach kurzem löste sich Jenni etwas von ihrer Liebsten und lächelte
sie an ehe sie sich abwandte. Nachdem sie ihn kurz betrachtet hatte, legte sie
ihren Helm zum Rest ihrer Rüstung auf die Matratze ihres Bettes. „Was hast du
vor?“ fragte ihre Liebste sofort. Ich glaube meine Rüstung ist sauber genug…
ich…“ Sie stockte, als sie ihr UW aktivierte um die Uhrzeit nachzuschauen. Sie
hatte eine Nachricht auf dem zivilen Kanal erhalten. Dieser war während des
Trainings, Besprechungen oder Kämpfen aber unterdrückt, weshalb sie nicht
mitbekommen hatte, dass sie vor einer ganzen Weile angerufen worden war. Ohne
weiterzusprechen öffnete sie die Anzeige, welche ihr verriet wen sie verpasst
hatte. Etwas verwirrt zog sie eine Augenbraue hoch, als sie den Namen ihrer
Cousine las. Sie hatten zwar schon oft miteinander geredet, aber bisher hatte
eigentlich immer Jenni sie angerufen. „Scheint als hätte Laura versucht mich
anzurufen?“ meinte sie erstaunt. Kiara hatte anscheinend vergessen, wer sich
hinter dem Namen verbarg und sah Jenni fragend an. „Wer ist das?“ fragte sie
neugierig nur um die Frage einen Moment später mit gespielt strengem Ton gleich
selbst zu beantworten. „Ist das deine neue Liebhaberin? Hintergehst du mich
etwa? Ich bin dir wohl nicht mehr gut genug.“ Den letzten Satz hat sie
theatralisch schluchzend von sich gegeben und dabei ihr Gesicht in ihre Hände
vergraben und sich von Jenni abgewandt. Diese packte sie, kitzelte sie an den
Seiten und zog sie zu sich. Der Asari entfuhr ein erschrockener Schrei, ehe sie
sich wieder fing. „Laura ist meine Cousine, schon vergessen?“ Kiara wand sich
eilig aus Jennis Griff, packte ihre Hände und sah sie an. Ihr Lächeln sprach
Bände, sie war froh in Jennis Nähe zu sein und für einen Moment schien sie die
Sorgen über den kommenden Kampf vergessen zu haben. Jenni bewegte sich langsam
auf Kiara zu, unterlag der Versuchung und tat es ihr für einen Moment lang
gleich ehe sie zurückwich. „Jenni, wir wollten vorsichtig sein, schon
vergessen?“ Ohne zu antworten bewegte Jenni sich weiter auf sie zu. Kiara wich
mit dem Oberkörper immer weiter zurück „warte, wir wollten doch…“ in dem Moment
verlor sie das Gleichgewicht und kippte nach hinten auf die Matratze. Jenni
liess ihre Hände dabei nicht los, erst als sie sich über sie beugte liess sie
von ihr ab um sich zu stützen. „Wenn Tirana versucht hier reinzukommen ist es
euer Befehl sie davon abzuhalten, verstanden?“ „Nur wenn wir dafür zuschauen
dürfen…“ neckte Joshua. „Perversling“ meinte Shalera abschätzig, dass die Worte
nicht so ernst gemeint waren wie sie klangen war jedoch klar. „… zu rein
wissenschaftlichen Zwecken natürlich, lass mich doch mal ausreden.“ „Ja genau,
da steckt kein Hintergedanke dahinter“, meinte Jenni mit schiefem Blick. „Ich
habe damit übrigens nicht nur Joshua gemeint…“, der anschuldigende Blick der
Asari schien sich förmlich unter Jennis Haut zu bohren. „Also bitte, soviel
Anstand hab ich schon noch…“, sie gab Kiara einen zärtlichen Kuss, den sie
lieber noch länger gehalten hätte und löste sich danach wieder von ihr. „Ich
muss schnell jemanden anrufen.“
Die
Sonne hatte sich ihren Weg über den Himmel gebahnt und wurde nun von den
vereinzelten Wolken am Horizont gedämpft. Die ganze Szenerie erstrahlte in
beinahe dem selben Orange wie Jennis Universalwerkzeug. Um nicht geblendet zu
werden hob sie ihren linken Arm vor ihr Gesicht, als sie das Gebäude verliess.
Eilig überbrückte sie die wenigen Meter bis zu der Ecke der Unterkunft, wo sie
sich im Schatten anlehnen konnte, um ihre Cousine anzurufen. Mit dem Starten
der Bildübertragung wurde ein Bildschirm in die Luft über ihrem rechten
Handgelenk projiziert. Nach einigen malen Läuten wich das Schwarz des Displays
einer erst verwischten verwackelten und anschliessend erstaunt dreinschauenden
Laura. Sie trug ihren Pyjama und ihre Haare waren etwas zerzaust, der
Gesichtsausdruck verriet Jenni, dass sie bis gerade eben geschlafen hatte. Mit
Schrecken wurde ihr bewusst, dass sie die Zeitverschiebung zwischen den
Planeten vergessen hatte. Die Tage auf der Koloniewelt ihrer Cousine dauerten
etwas weniger lange als bei ihr, weshalb es keine feste Zeitverschiebung gab,
die sie einhalten konnte. Wenn die Zeitdifferenz heute eine Stunde betrüge
würden es bis Ende des Monats bereits einige sein. „Tut mir leid Laura, ich habe
vergessen vorher nachzusehen wie spät es bei euch ist, soll ich morgen wieder
anrufen?“ Das Mädchen, das nun etwas aus ihrem Halbschlaf in dem sie den Anruf
angenommen hatte erwacht war schüttelte nun den Kopf. „Nein nein, es ist erst…
zehn Uhr, ich hab mich gerade erst hingelegt.“ „Deiner Mam wird das aber nicht
gefallen, wenn du so spät noch telefonierst.“ „Ach die muss das ja nicht
wissen“ antwortete die kleine schnell. „Hm… na gut, also, du hast mich
angerufen, ich war da gerade am trainieren, worum ging es denn?“ Laura lag in
ihrem Bett, sie drehte sich zur Seite und rutschte etwas näher an das UW heran.
Mit glänzenden Augen sah sie Jenni an „Uh, erzähl, was habt ihr trainiert?“
„Wir haben unsere neuen Waffen eingeschossen für…“ sie brach abrupt ab und biss
sich sofort auf die Lippe weil ihr bereits zu viel herausgerutscht war. „Wofür
denn?“ harkte sie sofort nach, das Interesse ihrer Cousine war geweckt. Nach
dem sie einen Moment darüber nachgedacht hatte sie anzulügen entschloss Jenni
das es keinen Sinn haben würde, da ihre Cousine komischerweise immer wusste
wenn sie log. „Du weisst doch dass ich dir nicht viel erzählen darf, weil das
hier geheim ist. Wir werden bald einen Einsatz haben und heute haben wir unsere
Ausrüstung darauf vorbereitet.“ „Einen richtigen Einsatz? Also echt du
gefährlich? Pass bloss auf dich auf“ meinte Laura mit besorgtem Blick. „Keine
Sorge, ich bin ein grosses Mädchen, ich kann auf mich aufpassen.“ Jenni grinste
ihre Cousine bei dieser Aussage breit an. „Du musst mir unbedingt all die Dinge
Zeigen du bisher gelernt hast, wenn wir uns das nächste mal sehen.“ Die Augen
der dreizehnjährigen strahlten förmlich, ihr Eifer lies Jenni schmunzeln.
„Deine Eltern waren schon verärgert, weil ich zur Allianz ging und dir davon
erzählte. Sie denken bestimmt, dass ich einen schlechten Einfluss auf dich
habe.“ „Ach komm, hättest du eine ältere Cousine gehabt in meinem Alter hättest
du sie auch gelöchert.“ Da in dieser Aussage mehr Wahrheit steckte als ihr lieb
war sah sie zur Seite. „Ja… aber meine Mam wäre davon auch nicht erfreut
gewesen.“ „Und? Abgehalten hat das dich ja auch nicht.“ „Wenn du mir
versprichst ein artiges Mädchen zu sein werde ich dir zumindest den Teil
zeigen, der für dein Alter geeignet ist…“ Jenni wusste, dass sie ihre Cousine
so aufziehen konnte, sie waren sich sehr ähnlich und Jenni hatte es früher
gehasst, wenn man sie für zu jung hielt. „Du bist gemein… ich… das ist nicht
fair.“ „Schon gut, pack den Schmollmund wieder ein, das war nur ein Scherz.“
Laura setzte sich auf und verschränkte die Arme vor der Brust „nicht witzig…“
ihr zuvor ernstes Gesicht nahm bedrückte Züge an. „Und du kannst dieses Jahr
ganz bestimmt nicht an unseren Familienabend kommen?“ „Leider nicht, wie
gesagt, ich habe an dem Wochenende nicht frei, aber vielleicht kann ich ja am
Abend anrufen um allen hallo zu sagen.“ „Verstehe“ kam es knapp zurück. Die
Trauer in ihrer Stimme war unüberhörbar. „Ähm Jenni…“ Die männliche Stimme kam
von rechts, sofort drehte die angesprochene sich um und signalisierte dem
Neuankömmling zu warten, da sie noch beschäftigt war. „Wer war denn das?... hat
da etwa jemand einen Freund?“ In dem Moment war Jenni froh die Lautstärke ihres
UWs ziemlich niedrig zu haben, da Eric ihre vorlaute Cousine so nicht gehört
hatte. „Nein. Er ist bei einer anderen Einheit und wir trainieren manchmal mit
ihnen.“ „Schon klar, war ja nur n Witz… und zudem stehst du ja eh auf Mädchen…
blaue, mit Tentakeln auf dem Kopf.“ Jenni hätte sich am liebsten selbst den
Mund zugehalten, da sie wusste dass sie gleich etwas dummes sagen würde. „Aber
auch hübsche mit knackigem Hintern“ entfuhr es ihr. Sowohl Eric als auch ihre
Cousine sahen sie fragend an. „Ich glaube für dieses Thema bist du noch etwas
jung, deine Mam wird mir schon den Hals umdrehen wollen, weil ich dir über
meine Ausbildung erzähle, aber wenn ich mit dir darüber rede, muss ich um mein
Leben fürchten.“ „Wieso denn?“ „Ähm… DAS erzähle ich dir ein andermal… aber ich
habe hier noch etwas...“ Jenni verlinkte ihrer Cousine das Video ihres
Absprungs. „Ich muss jetzt aber auflegen, pass auf dich auf.“ „Mhm, man hört
sich.“ „Bis dann“ die Übertragung wurde beendet und Jenni wandte sich Eric zu.
Dieser stand noch immer am selben Ort an dem er Jenni angesprochen hatte. Sein
fragender Blick liess erraten, dass er Fetzen des Gespräches mitbekommen hatte
aber den Zusammenhang nicht fand. „Ich weiss es geht mich nichts an, aber mit
wem hast du da gesprochen?“ „Mit meiner Cousine, sie ist von der Allianz
genauso angefressen wie ich in ihrem Alter“ antwortete sie auf seine neugierige
Frage. Eric lehnte sich nun mit der Schulter an die Wand der Unterkunft.
Nachdem einige Sekunden Stille herrschte ergriff Jenni schliesslich das Wort
„Also, du bist doch bestimmt nicht nur hergekommen um mich zu fragen mit wem
ich telefoniere oder?“ „Nein“ meinte er sofort kopfschüttelnd „Ich habe
erfahren, dass heute Abend ein Einsatz startet und da niemand von den anderen
Einheiten etwas wusste, müsst wohl ihr diejenigen sein, die heute eine
aufregende Nacht haben werden… das wird dann wohl eure Feuertaufe. Sei
vorsichtig, da draussen kann es verdammt gefährlich werden. Du musst auf dich
und deine Leute achtgeben, das letzte was ich morgen tun möchte, wäre an eine
Beerdigung zu gehen.“ „Ich werde es versuchen“ antwortete Jenni lächelnd. Eric
trat auf sie zu und streckte ihr die Hand entgegen. „Von Soldat zu Soldat, viel
Glück und lass mich nicht alleine in diesem Loch hier sitzen.“ Er grinste breit
als Jenni einschlug und nickte. „Na dann, ich muss meine Leute bereitmachen und
noch mal schnell zu Reeston, man sieht sich wenn wir durch sind.“
Die
sich unter dem heissen Ausstoss der Triebwerke kräuselnde Wasseroberfläche
schoss mit wahnwitziger Geschwindigkeit an ihnen vorbei. Die Türen des Shuttles
waren geöffnet, da sie jeden Moment ankommen würden. Wie besprochen verlief der
Anflug entlang des Flusslaufes in kaum einem Meter Höhe. Wie alle war Jenni zum
zerreissen angespannt, die letzten Stunden waren pure Folter gewesen. Nach dem
Gespräch mit Reeston hatte sie praktisch im Minutentakt auf die Uhr geschaut
und Kiara sicherlich ein halbes dutzend Mal aufgefordert vorsichtig zu sein.
Der Flug mit dem Shuttle war noch schlimmer gewesen, sie waren mit normalen
Militärshuttles aus der Atmosphäre von Curenas auf in Richtung Systemrand. Jenni
hatte den Anblick ihres Heimatplanten aus dieser Perspektive noch nicht oft
gesehen, bisher war sie nur einige Male auf anderen Planeten oder der Citadell
gewesen. Curenas war eine kleine und vor allem junge Koloniewelt. Die Lage war
sehr ruhig aber nicht gerade zentral. Auf etwa halbem Weg zum Rand des Systems
wurden sie von einem Transporter der Allianz aufgeladen und zum Massenportal
geflogen. Im inneren der grossen Andockbucht hatten mattschwarz lackierte
Shuttles mit dunkelgrauer N7 Kennzeichnung gestanden, bereit sie ungesehen an
ihr Ziel zu bringen. Diese hatten diverse Tarnverbesserungen erhalten, was sie
gegenüber ihren normalen Artgenossen beinahe unsichtbar für Radar und andere
Scanner machte. Nur leistungsstarke Langstreckensignaltransmitter-Ortungssysteme
konnten sie zuverlässig aufspüren, diese waren jedoch zu gross und
Energiehungrig um sie zu verstecken. Der Transporter selbst war nicht getarnt,
er flog dieselbe Route wie immer, um der Kolonie im benachbarten System ihres
Ziels Waren zu liefern, diesmal hatte er jedoch noch eine unsichtbare tödliche
Fracht mit sich gebracht. Sie hatten sich alle lange auf diesen Moment
vorbereitet und waren fest entschlossen. In voller Rüstung konnte Jenni ihre
Kameraden nur an den über ihnen auf dem HUD eingeblendeten Namen zweifelsfrei
erkennen. In ihrem Shuttle waren ausschliesslich Mitglieder vom Hammertrupp
anwesend, alle warteten auf das Anhalten des Shuttles. „Zehn Sekunden“ ertönte
die Meldung des Piloten über die internen Lautsprecher der Helme. „Waffen
laden, Feuerbereitschaft, nach ausstieg ausschwärmen und sofort Position in der
Buschlinie am Waldrand einnehmen. Feuer nur wenn unbedingt nötig.“ Jennis
Stimme war nun fest und selbstsicher, wie ihre Kameraden es von ihr als
Anführerin gewohnt waren. Die seitlichen Fliehkräfte beim rapiden Bremsen des
Shuttles zerrte an ihnen, brachte jedoch niemanden ins Wanken. „Viel Glück, wir
bleiben auf Kanal 3B12 in Bereitschaft, wenns zu heiss wird, holen wir euch
raus so gut wir können“ Jenni nickte dem Piloten durch die offene Luke zum
cockpit zu, ehe sie aus dem Shuttle, das etwa dreissig Zentimeter über der
Wasseroberfläche schwebte, sprang. Die bereits hinter dem Horizont
verschwundene Sonne spendete nur noch ganz spärlich etwas Licht weshalb sie
nicht erkennen konnte, wie tief das tiefschwarze kühle Flusswasser, das sich
langsam unter ihnen talwärts schlängelte war. Als sie sich von dem Shuttle
abstiess, um mit einem beherzten Sprung nach vorne den Beginn der Mission
festzulegen, schnellte die Anzeige der Unterstützung des Anzuges sofort auf
fünfzig Prozent hoch, normale Einsatzbedingungen. Unerwartet stiessen ihre
Füsse auf Widerstand, als ihre Knie gerade unter der Wasseroberfläche
verschwunden waren. Etwas wankend fing sie sich sofort wieder und marschierte zielstrebig
auf das Ufer des Flusses zu. Ein Blick über die Schulter verriet ihr, dass alle
vier Shuttles in einer Linie dem Ufer entlang in Schwebe gegangen waren und
ihre Besatzung ihrem Beispiel folgend ausstieg. Kaum waren die letzten Soldaten
gelandet, wendeten die Shuttles auch schon und verschwanden auf dem selben Weg
auf dem sie gekommen waren wieder in der Nacht. Nur das leuchten ihrer
Triebwerke verriet ihre Position, bevor sie in einer Biegung des Flusses
endgültig hinter den Schattenhaften Bäumen verschwanden. „Nachtsicht“ der
Befehl kam Knapp, musste aber auch nicht weiter erläutert werden. Anders als
bei alten Geräten, deren Anzeige eine Grünfärbung hatte wurden die auf ihren
Helmdisplays angezeigten Aufnahmen von einer leistungsstarken CPU eingefärbt,
weshalb sie fast nicht von Aufnahmen am Tag unterschieden werden konnten. Nur
der Hochkontrastfilter, der über alles gelegt wurde verlieh dem ganzen ein
unnatürliches Aussehen. „Vierergruppen bilden, zwei Reihen, zwanzig Meter
zwischen den Gruppen und Reihen, versetzt vorrücken. Die eine Hälfte von Dolch
geht mit Schwert, begleitet sie zum Fuss des Hügels und stosst dann von der
Seite zur Basis vor, der andere Teil kommt mit uns. Funkkontakt möglichst
gering halten.“ Sofort leuchteten die Bestätigungsmelden ihrer Kameraden auf
und die Gesamte Gruppe verschwand aufgefächert und in kleinen Gruppen in den
dichten Büschen des Waldes. Die ersten Meter herrschte kaum Sicht auf Grund des
dichten Blattwerkes, das vom Kampf der Pflanzen um ein Sonniges Plätzchen am
Flussufer zeugte. Unter ihren gepanzerten Stiefel gab der teils morastige Boden
nach und sie sanken bis zu den Knöcheln ein, das hielt sie jedoch nicht auf.
Der Wechsel von Dickicht zu laubwaldnatürlichen, relativ offenen Flächen
erfolgte schlagartig. Die Soldaten hielten alle inne, ehe sie die Deckung der
Büsche verliessen. Jenni lies ihren Blick über das vor ihnen liegende Terrain
schwenken, keinerlei Bewegung. Bei einem Blick zur Seite gab sie das Kommando
zum Vorrücken. Eine Silhouette von Katzenhafter Eleganz schälte sich neben ihr
aus den Schatten und machte sich in geduckter Haltung und mit angelegter Waffe
auf in Richtung des nächstgelegenen Baumes. Die Art ihrer Bewegungen war trotz
Rüstung unverkennbar. Wie eine Schlage die sich durchs Gehölz schlängelte ging
die Soldatin neben ihr her und Jenni hätte auch ohne Namenseinblendung gewusst
das es sich um Arsilia handelte. Die Asari war immer äusserst zuverlässig
gewesen und ihr Geschick im Kampf hatte ihr einen grossen Respekt als Kämpferin
bei Jenni eingebracht. Der Weg zur Basis war weit, doch Unachtsamkeiten durften
sie sich nicht leisten, jeden Moment konnten sie unter Beschuss geraten. Jenni
und ihre Kameraden bewegten sich schnell und koordiniert voran, wie sie es
gelernt hatten. Mit jedem Schritt der sie näher an die Basis brachte wurde es
spannender. Immer mal wieder rief Jenni ihre Karte des Gebietes auf, um die
Position ihrer Leute zu Checken und ihnen neue Anweisungen zu geben.
Der
leichte Wind wiegelte das hohe Gras vor ihnen sanft hin und her, die Blätter
über ihren Köpfen raschelten leise und ruhig. Selak hatte sich in Position
gebracht und lag nun unter einem der Bäume im Hohen Gras des Hügels. Anders als
Hammer und Dolch hatte Schwert auf dem HUD eine zuschaltbare Anzeige ihres eigenen
Herzschlages um diesen besser kontrollieren zu können. Doch so sehr er sich
auch bemühte die Frequenz schien immer gleich hoch zu sein, alle Versuche sie
zu senken schienen sinnlos. Die Nervosität schien auch bei der Asari neben ihm
ihren Preis zu fordern, sie hatten beide ihre Gewehre angelegt, die
Zweibeinstützen exakt positioniert und sich so ausgerichtet, dass sie die weit
entfernten Wachtürme ins Visier nehmen konnten. Ein weiteres Mal blickte er
durch das Zielfernrohr auf seiner Waffe, das Fadenkreuz schwankte über den
Soldaten auf dem Wachturm, den er im Visier hatte. Seine Atemfrequenz hatte er
bereits weitestgehend unter Kontrolle gebracht. Nachdem er tief eingeatmet
hatte, hielt er die Luft an und versuchte mittels feinster Bewegungen seiner Hand
das todbringende Kreuz der beiden feinen Linien erst auf Brust und
anschliessend auf den Kopf seines Ziels auszurichten. Wieder horchte er in sich
hinein und erhielt Antwort von seinem Herz, das immer schneller zu schlagen
schien und bei jeder pumpenden Bewegung einen kleinen Ausschlag des
Fadenkreuzes nach oben zur Folge hatte. Entnervt liess er die Luft die er für
einige Sekunden in seiner Lunge behalten hatte wieder durch seinen Mund
entweichen. „Ich krieg meinen Puls einfach nicht runter, wie siehts bei dir
aus?“ „Hm? Nicht viel besser, ich habe zittrige Hände… versuch einfach dich zu
konzentrieren, genau wie beim Training.“ „Na beim Training ist es einfach so,
dass ich nicht auf echte lebende Menschen schiesse.“ Die Asari wandte ihren
Kopf zu ihm um, er wusste, dass sie ihn fragend ansah, auch wenn er ihr Gesicht
nicht sah. „Was? Du willst doch jetzt nicht etwa moralische Probleme bekommen
jemanden von Cerberus umzulegen? Von CERBERUS, einer der rassistischsten
Organisationen überhaupt.“ „Nein, das nicht, aber ich glaube, dass wenn du den
Blick in den Augen deines Feindes siehst, wenn er bemerkt, dass du sein Leben
beendet hast… das muss schrecklich sein. „Dann schiess ihm ins Gesicht dann
sind da keine Augen mehr, die dich ansehen könnten…“ Die Stimme gehörte Ivana,
sie hatte seine Unterhaltung über Funk mitgehört. „Wir sind in Position, wenn
ihr auch bereit seit gebt Jenni das Signal.“
Und wieder endet ein Kapitel, wo ein neues beginnen wird. Ich hoffe wieimmer das es euch gefallen hat, falls kritik oder Anregungen vorhanden sind nur rein damit. Ich wünsch allen ne schöne Woche, werd sie selber sehr geniessen und mich anstrengen das nächste Kapitel spannend und des Wartens wert zu gestalten.





Retour en haut




