Aller au contenu

Photo

Super Awesome Stories: Aftershock, Sense of Smell, Bleeding Memories, Salvation etc.


  • Veuillez vous connecter pour répondre
649 réponses à ce sujet

#601
Kieferbruch

Kieferbruch
  • Members
  • 1 234 messages
Mir fällt kein guter Anfang ein, weshalb ich einfach mit dem Standard beginne.

Hi elite, ^^
Wieder einmal hast du mir und den anderen ein umwerfend gutes Kapitel geschenkt! Ein Kapitel, was einen fesselte, mögliche Ausblicke auf die Zukunft gewährte und auch eine Mischung aus Angst und Freude hervorruft, welche ich noch nicht ganz zu deuten weiß. ;)
Mal sehen ob es immer weiteren Verlauf des Feedbacks möglich ist.

Aber ich will dich nicht groß langweilen. Es gefiel mir wundervoll. So das war es auch schon. Ich will mich mit den Feedbacks kürzer halten. ^^

Schöne Grüße Kieferbruch

P.S. Aber einen kleinen Punkt muss ich noch nennen:
Der Anfang gelang dir umwerfend gut. Die Beschreibung des Raumes förderte eine bedrückende Stimmung zu tage und sorgte für eine Gänsehaut. Passend zu der Situation, welche durch die Lagebesprechung zu Stande kommt. Das Detail mit den anderen Anführern gefiel mir dabei sehr. Es kommt nach und nach eine Rangordnung zustande und Jenni hat eine weitere Instanz unter sich. Erst sie, dann die anderen Anführer und dann der Rest. Die Nervosität ist verständlich, wird durch das aufmerksame Zuhören noch weiter unterstützt. Sehr gut!

Das Ziel! Eine Einrichtung von Cerberus! Diese Basis wurde von dir schön beschrieben und ebenso wie sie erkannt und getarnt war. Menschliches Versagen ist allgegenwertig und auch eine gute Tarnung hilft nicht gegen eine sehr gute Abtastung. Der Punkt mit der Privaten Finanzierung und das durch diese Privatleute Probleme aufkommen, fand ich weiterhin sehr gut. Es hebt Cerberus vom normalen Militär ab.

Zu der Projektion will ich dir besonders gratulieren. Eine sehr schöne Arbeit, welche wunderbar zu lesen und zu visualisieren ist. Man erhält bereits einen kleinen Einblick auf das Terrain, doch ich würde empfehlen, dass du im kommenden Kapitel, wenn Jenni dann alles in natura sieht, es noch einmal auffrischst. ;)
Die taktische Aufteilung ist sehr gut und auch verständlich, zumindest aus der Sicht eines Laien. Die verschiedenen Aufgaben von den drei Teams kommen schön zur Geltung und es kommt Spannung auf, besonders weil bei Dolch das Timing stimmen muss. Verstärkt wird es noch, dadurch, dass es kein Frontalangriff ist. Zumindest nicht direkt. Es wird ein chirurgischer Eingriff vorgenommen, durch welchen der Feind ins Wanken kommen soll. Bin gespannt ob es klappt und ebenso frag ich mich, was sie dort sonst noch alles finden werden.

Die Thematik mit dem töten hast du brillant getroffen und so auch gleich eine leicht deprimierende Stimmung geschaffen. (Positiv gemeint) Die Stimmung passt zum Thema und ruft den Satz irgendeines großen Kriegsherren in meinen Kopf, leider weiß ich nicht wer es sagte, doch er sagte: „Krieg schmeckt für jene süß, welche ihn nie probierten.“ Wahre Worte, die du gut einfängst. Ich bin sehr neugierig, ob Jenni sich ihre Menschlichkeit erhalten kann. Und gleichzeitig habe ich keine Ahnung, ob ich möchte, dass es ihr gelingt oder nicht! Ich finde die Bösen irgendwie immer reizvoll, aber gleichzeitig habe ich halt das Bild von Jenni vor Augen, wie sie mit Kiara am See liegt und unbeschwert rumalbert. Die Menschlichkeit ist ein hohes Gut, um dass es sich zu kämpfen gilt. Dramatik hätte es zweifellos und es wäre auch ein krasser Wandel, doch habe ich Angst davor, weil ich nicht weiß, ob ich diese Jenni so lieben könnte. Andererseits... ein zweiter Wandel gegen Ende, an dem Jenni dann wieder warmherzig wird und dann alle rettet, hätte auch was.
Da ich mich aber noch nicht entscheiden kann, vertraue ich auf deine Fähigkeiten als Autor und hoffe, dass ich, wenn es soweit ist, jubelnd vor dem Kapitel sitze, egal wie es aussieht.

Die Situation wird durch die Gedanken von Jenni weiter unterstütz und auf einem emotionalen Level gehalten. Auf die Vorstellung wie Kiara vor ihrem Grab steht, ist zum Zittern, ebenso wie die damit verbundene Erinnerung an Kiaras Traum. Wenn es wirklich so kommt und Jenni stirbt, hoffe ich aber auf einen Epilog, wo sich beide im Nachleben wiedersehen und wenn du es nicht schriebst, mach ich es. =D (Ja ich weiß, ich habe einen Happy End Fetisch.) ^^

Reestons Verhalten war an dieser Stelle dann die Krönung. Dieser Charakter!!! *schwärm*
Ich finde den Typen so geil! Du vertiefst seinen Charakter kontinuierlich und gibst auch ihm, schwache Momente. Meinen Glückwunsch!
Jennis „Pflicht“ etwas zu sagen gefiel mir sehr gut und sie ließ Reeston auch etwas Zeit, doch eine Frage: „Sollte dieser wirklich das „Sir“ noch hören, oder war er etwas mit der Situation überfordert?“
Und gleich noch eine Frage: Du sagtest, dass die Waffen nur noch an die Soldaten ausgegeben werden würden, nachdem sie sie ausgewählt hätten, aber nur so lange bis sie wieder ins Arsenal kommen. Die Waffen sind dann also nur für die Dauer der Einsatzvorbereitung und des Einsatzes selbst im Besitz der BDF. Habe ich das richtig verstanden? :)
Zumindest war Reestons Wortwahl am Ende sehr gut und gab einen schönen Abschluss mit einem leichten Hauch von Mystik. Sehr gut!!!

Der nächste Morgen führt die Grundthematik, dessen was sie erwartet, wunderbar fort. Eine schöne Beschreibung der Truppen und auch Jennis Gedanken waren wunderbar gewählt. Gepaart mit den alten Aufnahmen und den Worten ihrer Mutter, blieb ich als Leser in einer sehr nachdenklichen Position. Es ist eine ernste Thematik, wenn man sie betrachtet. Du hast es fantastisch eingefangen und schon jetzt bin ich mir ziemlich sicher, dass noch viele emotionale und herzzerreißende Momente kommen werden. Sie werden sich alle wandeln, die Frage ist nur, wie viel sie sich von ihrem jetzigen Selbst erhalten können?

Die Thematisierung der Waffenwahl, war ein schönes Detail, welches die militärische und auch notwendige Präzision wundervoll hervorhebt. Deine Überlegungen mit den Waffen waren an dieser Stelle sehr gut. Auch dass du die exakte Wahl und deren Aufzählung auf Jenni beschränkest, war gut durchdacht. Wenn du alle ausgerüstet hättest, bis zur letzten Waffe, hätte es sich eh niemand merken können, doch so war es super. Besonders gefiel mir aber die Nennung von Cassandra. (Na… weißt du noch wer Cassandra ist? ^^ Vermutlich und ich gebe dir recht vollautomatisch würde sie mir auch besser gefallen, doch das Aussehen hat einfach was. =D (Für alle anderen: Cassandra = N7 Valkyrie). Auch die Nennung des Nachteils, des Schildes, der Typhoon war sehr gut. Alle Waffen haben ihre Vor- und Nachteile.

Jennis Gedankenverlorenheit und ihre Führungsposition kamen schön zur Geltung im Arsenal und man merkt, dass es zwei Jennis gibt. Die Anführerin und die Freundin. Das dieser Wandel auch auf andere, wie zum Beispiel Joshua zutrifft, ist hierbei ein willkommenes Detail, welches die Atomsphäre um das Team schön stärkt. Jeder reagiert anders auf Stress und stellt sich somit auch manchmal völlig um.

Übrigens das Detail mit Ivana gefiel mir sehr gut. Sie wirkt zärtlich und zerbrechlich, doch nur solange sie keine Panzerung trägt. ;)

Die Konversation zwischen Jenni und Kiara war fantastisch, ebenso wie das alte Sprichwort. „Erde an…“ Sehr schön, ebenso die kleine Geschichte dahinter. ^^
Das Jenni den Kopf voll hat, merkt man hier wieder deutlich und auch wem ihre Haupt Sorge gilt. Glücklicherweise zerstreut Kiara sie schnell, indem sie übertreiben auf Jennis Anruf reagierte. Ein schöner Aspekt war hierbei, dass sich auch Kiara nicht alles merken kann und dass du den Familienabend und Laura mit integriertest. Leider fürchte ich, dass es dieser Abend sein wird, wenn die Reaper landen und Jenni gerade mit ihrer Familie spricht, während die Verbindung abreißt. Vermutlich ist dann auch noch die ältere Dame aus dem Schwimmbad (Jennis Kindermädchen war sie glaub ich) auch gerade im Bild. Aber wenn die Reaper vorher kommen, wird dieser Abend dennoch eine Bedeutung haben. ;)
Das sich Jenni, aber trotz einer gewissen Asari Ausbilderin nicht zurückhalten kann, war klar. =D
Sie ist nun mal heißblütig. Shaleras Aussage war dabei dann ein schöner Gag, welcher die Situation weiter auflockerte.

Das Gespräch mit Laura war dann sehr schön (die Zeitverschiebung war ein umwerfend gutes Detail) und man merkt die Parallelen zwischen ihnen. Ich bin gespannt wie es Laura ergehen wird, wenn der Krieg losbricht. *schauder*
Als dann im Telefonat Eric hinzutrat und Jenni Laura antwortet: „Aber
auch hübsche mit knackigem Hintern“, musst ich grinsen, habe aber auch eine kleine Frage, ob ich es richtig verstand. Für mich war das jetzt eine Andeutung darauf, dass sich Jenni in den Duschen auch die anderen Körper ansieht. Habe ich es richtig verstanden oder war der knackige Hinter nur auf Kiara bezogen?

Erics Glücks Wünsche waren weiterhin sehr gut und er nimmt eine leicht brüderliche Rolle ein, allerdings weiß er, soweit ich weiß noch nicht genau, dass Jenni lesbisch ist. Bei dem Telefonat wenige Zeilen zuvor hat er es glaube ich nicht wirklich mitgekriegt, weshalb ich mich frage, ob Eric wohl mehr für Jenni empfindet, schließlich ist er sehr um sie bedacht und sagt nicht der ganzen BDF viel Glück. Bin gespannt. ^^

Wie sich die Einheit dann nähert gefällt mir sehr gut. Eine schön durchdachte Idee, gepaart mit einem einfacheren Modell der Normandy Tarnsysteme. Nicht so effektiv, doch ausreichend. Die Mitnahme auf dem Transporter war eine schöne Idee um sich unbemerkt zu nähern. Das Absetzen hatte dann einfach was. Ich sah es vor mir und ich will jetzt einen Kinofilm dazu. Eine geile Stelle, die sich schön in Gedanken fassen lässt. =D

Die Weiterentwicklung der Nachtsicht war sehr schön, und durchdacht, da es mittels einer CPU geschieht. Auch das Vorrücken der Einheit ist gut beachtet worden und einzelne Stärken, wie zum Beispiel die Eleganz von Arsilia wurden schön deutlich.

Der Umschwung zu Joshua war dann ein schöner Wechsel und lieferte einen anderen Blickwinkel. Dass sie nervös sind, kann ich verstehen. Dies hast du übrigens wunderbar eingefangen! Die unterschiedlichen Sichtweisen von Joshua und seiner Kameradin wurden hier wunderbar deutlich. Sie als Asari hat eine höhere Distanz zwischen Menschen und Cerberus. Sie kann sie leichter trennen, doch Joshua ist da doch noch feinfühliger, weil es Menschen wie er sind. Was mich hier aber am meisten überraschte waren Ivanas Worte. „„Dann schiess ihm ins Gesicht dann sind da keine Augen mehr, die dich ansehen könnten…““ Ich bin mir ziemlich sicher, dass Ivana einen sehr starken Wandel durchmachen wird und dass sie auch Spaß am Töten finden wird. Ich weiß nicht genau warum, doch sie wirkt in diesem Moment sehr kalt auf mich und da der Verlust der Menschlichkeit sowieso Thematik ist in diesem Kapitel ist, könnte ich es mir bei ihr sehr gut vorstellen. Im Gegensatz zu Jenni, weiß ich aber, dass ich diesen Wandel durchaus zu schätzen wüsste. ^^ Ivana als kaltes Miststück und Spezialistin für unschöne Verhöre. Ich würde es nur zu gerne sehen / lesen! =D

Aber damit wir uns richtig verstehen, alle Vermutungen die ich anstelle und auch geäußerte Hoffnungen von mir, sollen dich NICHT beeinflussen. Es ist deine Geschichte und die MUSS es bleiben. Wenn ich mit etwas richtig liege freut es mich und wenn ich einen Gedanken bei dir wecke, welchen du noch nicht hattest, welcher dir aber sehr gefällt, dann bediene dich, doch du sollst nur schreiben, was aus deiner Sicht zu der Geschichte und den Charakteren passt! :)
Dieses Werk muss nur einem gefallen und dieser Jemand bist du. ;)

So ende ich dann auch mal. Mein Vorhaben mich kürzer zu halten ist gekonnt verflogen und ich glaube sogar ich bin etwas länger als sonst geworden. Tja macht nichts. Es war ein geiles Kapitel, welches zum Nachdenken anregte und eine Gänsehaut hinterlässt. Meinen Glückwunsch dazu!
Kritik beläuft sich darauf, dass „der Fuß“ nicht mit „ss“ sondern mit „ß“ geschrieben wird, ebenso auch schießen. Aber mehr gibt es wirklich nicht.
Für die Beantwortung meiner Fragen wäre ich dir sehr dankbar und ansonsten hoffe ich, dass dir dieses Feedback gefiel und ich dir ein kleines Lächeln bescheren konnte. ;)
Ich warte gespannt auf die Fortführung und frage mich, wie glatt dass alles wohl ablaufen wird?
Probleme gibt es schließlich immer! :D

P.S.S. Mir ist immer noch kein guter Anfang eingefallen, dann muss es wohl so gehen. :D

#602
elitedefender2

elitedefender2
  • Members
  • 1 712 messages
 Hei Kiefer

Wäre der Weg nach Deutschland nicht so weit würde ich dich echt gern kameradschaftlich in den Arm nehmen. Ich weiss gar nicht wie ich mich für ein so tolles Feedback bedanken soll... ausser natürlich mit einem weiteren kapitel. Das wird aber noch ein zwei tage dauern. Aber fangen wir am Anfang an:

Das Zitat von dir passt nur zu gut und trift auf viele Menschen zu. Ich will in der Geschichte besonders die düstere schreckliche Seite des Krieges zeigen und hoffe damit einigen der Leser auch zeigen zu können das Krieg nicht so toll ist wie man ihn aus Filmen oder Spielen kennt. 

Zu deinem eigenen "Ende"... wenn du das tust verklag ich dich wegen Urheberrecht....... ^^ XD
natürlich nicht! Ich weiss nicht ob ich das dir bereits einmal gesagt habe aber ich werde vielleicht zwei enden schreiben. Das erste so wie ich es von Anfang an geplant hatte und das zweite, wenn den jemand Interesse daran hat etwas ich nenns jetzt mal "netter" Aber sei gewarnt wo tot war wird auch immer tot sein jedoch in einer anderen Form..... aber das dauert ja noch ne Weile.

Reeston.... nein beziehungsweise ja. Es ging ihm dabei nicht um das Sir, er war wie ich glaube geschrieben zu haben abwesend. Damit wollte ich ausdrücken das er etwas in Erinnerungen versunken war. Ich danke jedoch für die Frage, das verdeutlicht mir wieder wo ich noch mehr ins Detail gehen muss.

Wegen den Waffen.... Jede Mission, jedes Terrain und jeder Gegner erfordert andere Taktiken und Strategien. Jede Strategie erfordert andere Ausrüstung. Da nicht jeder Soldat permanent 12 Gewehre und Pistolen mit sich rumschleppen kann werden diese zwischen den Missionen im Arsenal gelagert. Sie bleiben jedoch den einzelnen Soldaten zugewiesen. Will heissen Ivanas Javelin wird von niemand anderem vewendet wenn sie sie nicht braucht wird aber im Arsenal gelagert. Hoffe das ist so etwas verständlicher^^.

Laura sagt ja "Schon klar, war ja nur n Witz… und zudem stehst du ja eh auf Mädchen… blaue, mit Tentakeln auf dem Kopf".
Jennis Aussage war dann eher Witzhaft auf selbige "Blauen Mädchen" bezogen. Das sie manchmal auch andere Frauen anschaut ist aber nicht ausgeschlossen. Ich meine kann ein Mann eine Attraktive Frau, und sei es eine langjährige Freundin mit der aber nichts laufen würde, anschauen ohne das er in seinem Unterbewusstein an bestimmte dinge denkt? Nur schwer. Wieso sollte es Jenni anders gehen? Ein Kumpel aus der Schule hat dazu mal ein gutes Sprichwort erwähnt:
"Apetit darfst du dir von überall holen, aber gegessen wird zuhause" Ich hoffe das ich es sinngemäss übersetzt habe war Berndeutsch als ichs gehört habe^^

"Ich sah es vor mir und ich will jetzt einen Kinofilm dazu." Wenn ich es bis dahin schaffen würde, also Buch rausbringen erfolg damit haben und dann bis ins Kino dann wärst du der erste den ich an die Premiere einlade^^. Jetzt aber mal ganz realistisch, ich glaube das würde nichts werden, erstens träfe der Film wahrscheinlich nur eine kleine Fangemeinde und zweitens halte ich nichts von Zensur (Wieso sich und die Welt belügen? Das Leben ist Dreckig und Brutal... oder eben anzüglich wems nicht passt der soll die Augen zumachen) dementsprechend würden die Duschscene auf dem Berg und oder der Teil mit dem Halstuch *hust hust* wahrscheinlich für einen fetten Roten Kleber des FSK oder USK auf dem Film führen, von den unschönen Scenen der späteren Kämpfe ganz zu schweigen. Aber zurück zu Thema.

"Der Umschwung zu Joshua war dann ein schöner Wechsel"... musst du mich so erschrecken?^^
Ich gehe mal davon aus das du damit den Wechsel zu Schwert gemeint hast. Da hätte Joshua nämlich nichts verloren. Ich gehe davon aus das dir der Name reingerutscht ist, soweit ich es sehen konnte habe ich nur Selak an dieser Stelle beschrieben. Fals ich dennoch ein durcheinander mit den Namen gemacht habe würde ich dich bitten mir die entsprechende Textpassage zu schicken damit ich sie beheben kann. 

Ivanas Veränderung..... Veränderung ist ein gutes Stichwort das dir in den kommenden Kapiteln noch oft in den Sinn kommen wird, so hoffe ich zumindest. 

Und um deine Sorgen zu zerstreuen, ich bin immer gespannt welche Ideen du für meine Geschichte hast, werde aber nur die nutzen oder aufgreifen die zu meinem Leitfaden passen. Ich habe den groben Verlauf der Geschichte schon sehr früh festgelegt und werde den auch beibehalten kleinere Detailänderungen mal ausser acht gelassen. Es wird also nicht geschehen das du mich zusehr aus den Bahnen lenkst.... auch wenn ich glaube das du mich manchmal unterschwellig zu beeinflussen versuchst... *Hust AUSRUTSCHER Hust* ^^

Wegen den "ss" das von dir genannte Ersatzzeichen gibt es auf meiner Tastatur gar nicht, da es in der Schweiz eigentlich nicht verwendet wird. Um es zu formen müsste ich mich wohl einer mir unbekannten Tastenkombination bedienen. Falls es in dieser form vorkommen sollte wurde es warscheinlich von demjenigen eingefügt der meine Texte korrigiert. AUs meiner sicht sind eigentlich beide Schreibweisen richtig von daher hoffe ich das es dir nicht all zu viel ausmacht.

So bleibt mir eigentlich nicht mehr viel zu sagen ausser Danke. Vielen Dank fr ein so umfassendes und motivierendes Feedback.
Freundliche Grüsse Elite

#603
Kieferbruch

Kieferbruch
  • Members
  • 1 234 messages
Das du zwei Enden planst wusste ich nicht, lediglich, dass du einmal mit dem Gedanken gespielt hattest und keine Sorge! Ich wäre niemals so dreist und würde deine Geschichte verwerfen. Zumindest nicht ohne ausdrückliche Zustimmung und enormer Lust. :D
Bei mir fehlt jedoch beides. Zustimmung deinerseits fehlt und mir gefällt die Geschichte so gut, dass ich da gar nichts ändern will. Wie schon so oft gesagt: Es ist DEINE Geschichte. ^^

Für die Erklärung mit den Waffen danke ich. Jetzt ist es kristallklar, ebenso wie mit Reeston und Laura. ;)
(Übrigens das Sprichwort mit dem Appetit kenne ich. ;) )

Bezüglich des Kinofilms: Kinofilme sind für die Masse wie du schon sagtest. Man würde dein Werk vermutlich verpfuschen, damit es viele anspricht. So etwas ist schade. :(

Mit Joshua hast du Recht. Entschuldige, da steht wirklich Selak. :)

Es freut mich, dass du deinen Weg für die Geschichte verfolgst und es ist viel wert, wenn man weiß wann und wie etwas endet. Eine Geschichte kann sich selbst richten, wenn sie zu lang wird und zuviele Thematiken immer dazu kommen. Darum bin ich froh, dass du dein Werk so führst, dass nicht dazu kommen wird. ;)
Und keine Bange...
Bewusst will ich dich niemals manipulieren, dafür bin ich einerseits zu nett und andererseits würde ich es völlig falsch angehen. ^^
Die Sache mit dem Ausrutscher ist eher so ein kleines Necken. =D
Ich kann es jedoch jederzeit unterlassen, sollte es dich stören.

Das "ß" gibt es bei euch nicht? :0
Wieder etwas dazu gelernt. Aber Nein, es stört nicht, es springt ab und an halt nur mal kurz ins Auge und lesen lässt es sich problemlos. Mach dir darum keine Gedanken. ;)

#604
elitedefender2

elitedefender2
  • Members
  • 1 712 messages
Ich will diesmal gar nicht all zu viele Worte verlieren und wünsch einfach gleich viel Spass beim lesen. 

Kapitel 39



„Noch fünfhundert Meter bis zur Basis, von jetzt an bleiben die
Außenlautsprecher aus, bewegt euch so leise wie möglich… wir warten auf
Distanz, bis wir eine der Patrouillen sehen, dann hängt sich die eine Hälfte
von Dolch an sie dran. Die andere Hälfte schnappt sich die zweite Patrouille.
Sobald diese den Kontrollfunkspruch abgesetzt haben, schaltet ihr sie aus.
Danach werden wir sofort zur Basis vorrücken. Wenn wir an der Mauer sind, wird
sich Dolch zu uns gesellen und sich reinschleichen, wenn möglich. Das
ausschalten des Generators würde uns einen Riesenvorteil verschaffen. Wenn das
nicht klappt, wird Schwert die Wachen von ihren Türmen putzen und wir stürmen.“
„Und wie finden wir die Patrouillen?“ Die Frage kam von Alex, der neben Jenni
hinter einem Baum kauerte. „Indem wir warten, horchen und uns gut verteilen…
ich markiere die Positionen auf der Karte.“ Sie hatte die durch die
Augenbewegungen gesteuerten Befehle anfangs nur mühsam bedienen können, doch
mittlerweile erledigte sie diese Eingaben beiläufig und mit überraschender
Gewandtheit. Bereits nach wenigen Minuten hatten die Vierergruppen ihre neuen
Positionen bezogen und die Basis komplett umstellt. Nun kam der schwerste Teil
der Mission, sie mussten warten, warten bis die beiden Patrouillen gesichtet
und den von Dolch vorbereiteten Hinterhalt gelaufen waren. Diese Pause gab
ihnen jedoch auch noch einmal die Zeit durchzuatmen und sich noch ein letztes
Mal auf das vorzubereiten, was jeden Moment beginnen würde. Jenni warf einen
Blick durch den Wald in Richtung der Basis, der Blick auf die Türme wurde ihr
durch das dichte Blattwerk der Bäume um sie herum versperrt. Ihr Blick fiel
durch das auf ihrer Harrier installierte Visier und glitt über die entfernten
Bäume und die kurzen Abschnitte der Mauer, die sie sehen konnten. Die
Patrouille war vor wenigen Augenblicken in einiger Distanz an ihnen
vorbeigezogen, die Soldatinnen und Soldaten der Dolch Gruppe schlichen bereits
um sie herum, nur darauf wartend, dass sie den Kontrollfunkspruch absetzten.
Jenni lehnte sich wieder an den Baum zwischen ihr und der Basis. Sie warteten
bereits eine gefühlte Ewigkeit und mit jeder Sekunde wurde dieses Gefühl,
beklemmend und schwer, wie sie es schon oft gefühlt hatte, wenn sie angespannt
war, schlimmer. Es war, als würde sich ihr der Hals zuschnüren, sie schloss die
Augen und sah vor sich zu Boden. Die Luft roch nach feuchter Erde und Moos. Die
Zweige der Bäume kratzten bei jedem Windhauch sanft aneinander und ließen die
daran hängenden Blätter rascheln. In dieser kurzen Pause fielen ihr plötzlich
Dinge auf, die sie bisher gar nicht wahrgenommen hatte. Ein plötzlicher
Funkspruch riss sie jäh aus ihrer gedankenversunkenen Trance. „Erste Patrouille
hat gerade den Funkspruch abgesetzt, bereitmachen, wir schlagen gleich zu.“
Sofort schnellte ihr Puls in die Höhe und sie konnte das Rauschen ihres Blutes
und das Pochen ihres Herzens in ihren Ohren hören. Ihre Finger umklammerten
fester den Griff ihres Gewehres. Aus einem ihr unerfindlichen Grund schaltete
sie kurz die Nachtsicht aus, um sehen zu können wie dunkel es eigentlich war.
Seit sie aus den Shuttles gesprungen waren, hatten für sie immer normale
Lichtverhältnisse geherrscht und sie hatten von der finsteren Mondlosen Nacht
um sie herum gar nie etwas mitbekommen. Mit dem Abschalten der Nachsicht war
sie mit einem Schlag Blind, selbst ihre eigene Hand wenige Zentimeter vor ihrem
Gesicht war nicht mehr zu erkennen. Ihre Augen hatten sich an die Helligkeit
der Anzeige ihres Helms gewöhnt und waren nun komplett überfordert weshalb sie
die Unterstützung sofort wieder einschaltete. „Zweiter Funkspruch abgesetzt,
schalten sie jetzt aus, Grünes Licht wenn es vorbei ist“, meldete eine kaum hörbar
zitternde Frauenstimme. „Hammer, vorrücken, umgeht die Patrouillen und
schleicht euch bis zum Waldrand an, seid aber vorsichtig keiner darf euch
sehen.“ Sofort setzten sich alle angesprochenen in Bewegung.



Kiaras Gedanken rasten, sie hatten sich gerade für den Hinterhalt in Stellung
gebracht. Zuvor hatten sie die Sechsköpfige Gruppe Feinde in den Schatten
verfolgt, eine gefühlte Ewigkeit hatten sie sie verfolgt, Teils hatten sie sich
in wenigen Metern Abstand zu ihnen aufhalten müssen. Ihr raste ein kalter
Schauer über den Rücken, wenn sie sich an die Stelle zurückerinnerte, als sie
nur zwanzig Zentimeter Busch von den Stiefeln eines Feindes getrennt hatten.
Sie war vor der Patrouille hergegangen, um einen guten Ort für einen Hinterhalt
zu finden. Ein plötzlicher Wechsel der Route der Sechs hatte sie zu einem
riskanten Stellungswechsel gezwungen, der prompt um ein Haar schief gegangen
wäre. Sie konnte sich gerade noch an einen Baum pressen, sodass sie im Schatten
eines Busches verschwand. Ihr Herz hatte so laut gehämmert, dass sie erwartet
hätte, dass es jeder im Umkreis von zehn Metern sie hätte hören müssen. Jeder
Muskel in ihrem Körper hatte sich verkrampft und sie war kaum mehr im Stande
gewesen zu atmen und nun setzten genau diese Gefühle wieder ein. Der Hinterhalt
war bereit und die Feinde näherten sich nichtsahnend. Für jene sechs Seelen war
die Welt an jenem Abend in Ordnung. „Zehn Sekunden“, zischte Shalera über Funk.
Der Rundgang um die Basis war unspektakulär verlaufen, wie immer. Nur zwei der
Cerberus-Männer trugen Helme, sie schienen die Sache relativ locker zunehmen.
Zwei von ihnen rauchten eine Zigarette, deren orange-rot glühenden Enden durch
die Ultrakontrastfilter wie Leuchtfeuer wirkten und eine fast einen Meter große
Sphäre aus Licht ausstrahlten. Ein anderer trug eine flache gewölbte Flasche
mit sich herum. Er nahm einen Schluck davon und verzog danach das Gesicht und
schüttelte den Kopf. „Schmeckt ja widerlich, hast du das Zeug mit deinen alten
Socken gefiltert?“ die spöttische Stimme klang laut und sorglos, so unahnend,
dass das Ende ihrer Existenz nur noch wenige Meter entfernt war und in Form
vierer Kriegerinnen auf sie lauerte. „Fünf Sekunden.“ „Nein, aber weil ich
wusste, dass du es trinkst, hab ich reingepisst“, sprach ein anderer mit
schallender Stimme, ehe er dem etwas jünger aussehenden Soldaten die Flasche
abnahm, um selbst einen kräftigen Zug davon zu nehmen. Die Stimmen der Männer
waren gut hörbar, genau wie ihre unvorsichtige Gangart. Keiner von ihnen
achtete auf Äste oder Blätterhaufen, was im Weg lag wurde plattgetreten. Auch
ihre Rüstungen machten Lärm, einige der Platten schabten aneinander oder
klapperten bei hastigen Schritten. Diese Geräusche waren minimal, doch wenn man
in der Stille einer Nacht in einem abgelegenen Stück Wald jemanden verfolgt,
fielen einem solche Details auf. Die Stimmen wurden lauter und die Worte
deutlicher, als die Männer näher kamen. Kiaras Blick sprang zu Thomas, der auf
dem Baum nebenan auch auf einem Ast, in der Baumkrone von deren Blättern getarnt
kauerte und sich bereit hielt. „Vier“ Der Trampelpfad der unter den Bäumen
verlief deutete die normale Route der Patrouillen an, die genau unter ihnen
durch verlief. Der schmale Pfad war festgetreten, das zeugte von seiner
häufigen Benutzung und hatte zur Auswahl dieses Hinterhaltortes geführt. Sie
konnten sich nicht sicher sein, dass sie diesen Weg nehmen würden, aber es war
ihre beste Chance. „Drei!“ Nun kam die heißeste Phase des Hinterhaltes, wenn
einer der Soldaten nach oben blicken würde, könnte er sie vielleicht sehen und
es durften unter keinen Umständen Schüsse fallen. „Ihr solltet beide aufhören
zu saufen, wenn der Boss das rauskriegt, dürft ihr irgendwo in der Traverse
eine Wetterstation bewachen oder in einer E-Zero Mine arbeiten gehen…“ Der
Mann, der in der Zweierreihe vorne links ging, riss mitten im Satz ab. Er riss
seine Waffe hoch und zielte in den Wald zu seiner Seite. Einen Augenblick
später blitzte ein helles Licht auf, eine an der MP befestigte Lampe. Der weiße
Lichtkegel erhellte einen Teil des Waldes in dessen Mitte, ein erschrockener
Blick zweier leuchtender Augen auf ihn gerichtet war. Ein kleines
Fuchsähnliches Tier starrte die Männer an und ergriff sofort die Flucht.
„Mensch, das war jetzt schon das dritte Tier, dass du heute Abend beinahe über
den Haufen geschossen hättest, du bist einfach paranoid. Hier geschieht nie
etwas, wir könnten die Patrouille gerade so gut unbewaffnet machen, das wäre
bei deinem nervösen Zeigefinger sowieso sicherer.“ Die Gruppe setzte sich
wieder in Bewegung, sie war schon fast unter Kiara, deren Herz bei der
plötzlichen Aktion des Soldaten ausgesetzt hatte, angekommen. „Zwei!“ „Ich bin
nicht paranoid, ich hab Supersinne, ich rieche jede Gefahr aus hundert Meter
gegen den Wind… nur hier sind solche Fähigkeiten etwas belastend, ich sollte
lieber irgendwo sein, wo auch etwas Action ist.“ Die Junge Asari ,die auf dem
Baum in Stellung war, konnte sich ein fast schon trauriges Schmunzeln nicht
verkneifen. „Wenn er nur wüsste ,wie ironisch das ganze hier ist“, hallte es in
ihrem Kopf, während sie mit ihrer rechten Hand geräuschlos ihre Monoklinge aus
deren Scheide zog und sie mit der Spitze nach unten fest in ihre Hand schloss.
„Eins“ Die Zeit schien schlagartig stillzustehen. Das hämmern in ihrer Brust
war urplötzlich verschwunden. Die letzten Schritte der Soldaten bis sie genau
unter ihnen waren schienen in Zeitlupe zu vergehen. Kiara sah zu Thomas, der
nun aufrecht auf dem Ast stand. Sie erhob sich ebenfalls und nickte ihm zu, was
er erwiderte. Die gesamte Geräuschkulisse schien gedämpft zu werden, als
müssten die Stimmen der Männer erst durch träges, dickflüssiges Harz dringen,
klangen sie ganz dumpf. Das einzige was Kiara schneidend scharf hörte, war
Tanjas Stimme „JETZT!“ Im nächsten Moment schien die Schwerkraft plötzlich ihre
Richtung zu wechseln und alles geschah Blitzschnell. Kiara sprang von dem Ast
runter, synchron mit Thomas, dabei hielten sie beide ihre Monoklingen mit der
spitze nach unten vor ihrem Körper. Keine drei Meter tiefer trafen die Spitzen
der Klingen auf Widerstand. Die beiden Biotiker waren so gesprungen, dass sie
keine dreißig Zentimeter hinter den beiden hintersten Soldaten der Formation
gelandet wären. Doch anstatt sich bis zum Boden fallen zu lassen, hatten sie
ihre Schwertarme versteift und so die ganze Wucht ihres Falles auf die winzigen
Spitzen ihrer Monoklingen konzentriert. Durch die mehr als hundert Kilo Masse
und die drei Meter Fall, wurde die Schneide mit dem dutzendfachen der
notwendigen Kraft in den Oberkörper der Wachen gebohrt. Diese hatten noch nicht
einmal bemerkt was geschah, schon hatte sich die mattschwarze Legierung bereits
zwischen ihrem Kopf und ihrer Schulterplatte in ihren Hals, und von dort an
diagonal durch ihren Brustkasten bis zu ihrem Becken gebohrt. Die Schwerter
hatten mühelos durch Knorpel, Muskeln Sehnen und Arterien geschnitten und auf
ihrem Weg lebenswichtige Organe wie Herz, Lunge, Leber, Magen und Gedärme
durchstoßen und zerstört. Bei der Landung zertrümmerten die BDF Kämpfer die
Kehlköpfe ihrer Ziele mit einem gezielten Schlag der freien Hand, damit sie
nicht schreien konnten, stießen beim abfedern mit ihren Knien in die Kniekehlen
der Feinde und rissen sie, indem sie sich selbst nach hinten fallen ließen, zu
Boden. Keine Sekunde nachdem sie gesprungen waren, lagen die beiden Biotiker
nun mit dem Rücken auf dem Waldboden, die noch zuckenden Feinde als Schild auf
ihnen draufliegend und in der Hand, die nicht das Heft der Monoklinge
umschloss, die gezogenen Pistolen. Die Schusswaffen würden jedoch nicht mehr
von Nöten sein ,denn nur wenige Wimpernschläge nachdem die beiden zum liegen
gekommen waren, sahen sie die restlichen vier Wachen auch schon leblos zu Boden
sacken. In dem Moment, in dem die Sohlen von Kiara und Thomas auf dem Waldboden
aufgeschlagen waren, hatten auch ihre beiden Kameradinnen zugeschlagen. Tanja
war links von der Gruppe hinter dem Stamm des Baumes, auf dem Kiara gelauert
hatte, hervorgeschnellt und Shalera war auf der andern Seite aus dem Busch am
Wegesrand gesprungen. Beide hatten mit chirurgischer Präzision zugeschlagen.
Shalera war direkt vor dem Mann vorne rechts in der Formation aus der Deckung
gesprungen und stieß sich kräftig vom Boden an ihm vorbei ab. Während ihres
Schrittes auf den mittleren Soldaten zu zog sie mit einem Beidhändigen Streich
ihre Klinge durch den Hals des vorderen Soldaten. Die nun vor ihr stehende
Wache kam zu nicht mehr als einem entsetzten Gesichtsausdruck, ehe auch sein
Leben ein jähes Ende fand. Noch während sie das Schwert in ihrer Linken zum
zustoßen in Stellung brachte, packte sie den Unglückseligen an der rechten
Schulter und stieß ihm anschließend die Klinge durch Hals und Wirbelsäule.
Dabei warf sie sich ihm mit ihrem ganzen Gewicht entgegen, rammte ihm dabei das
Schwert mit solcher Wucht durch den Hals, dass die Parier-Platte an dessen Heft
an den Kiefer des Mannes donnerte, diesen zerbrach und die Wache beinahe von
den Füßen gehoben hätte. Währenddessen war Tanja hinter dem Baumstamm
hervorgesprungen, direkt hinter den mittleren Mann der linken Reihe. Sie sprang
an ihm vorbei auf den Vordersten zu. Auch sie führte dabei einen beidhändigen
Schlag aus, der dem mittleren den linken Oberarm und dem vorderen den linken
Unterarm durchtrennte, letzterer fiel mit samt der darin gehaltenen Waffe zu
Boden. Doch um dies zu begutachten blieb keine Zeit, die junge Frau wirbelte
herum, führte den Schlag dabei weiter, um dessen Schwung nicht zu verschwenden.
Nach einer halben Drehung um die eigene Achse durchtrennte die Schneide das
Genick, sowie die linke Halsschlagader der Wache in der Mitte der linken Reihe.
Nun stand die vorderste Wache genau hinter ihr, er hatte sich in ihre Richtung
gedreht, schockiert über den plötzlichen Schmerz und total überrumpelt von der
Situation, verharrte er einen Moment lang, doch es war eh längst zu spät für
ihn. Mit einer flüssigen Bewegung ließ sie die todbringende, blutverschmierte
Klinge ihres Schwerte in der Luft einen Halbkreis vollführen, als sie selbige
losließ, packte sie einen Augenblick später die Klinge parallel zu ihrem Unterarm
wieder und stieß sie knapp an ihrer Hüfte vorbei nach hinten zu. Während des
Stiches hatte sie sich nach hinten abgestoßen, sodass ihre Rückenpanzerung
gegen die Brust der Wache schlug. In dem Moment hatte ihr Schwert den Brustkorb
des Mannes bereits knapp unter dem Brustbein durchstoßen. Die Spitze ragte
leicht nach oben gerichtet aus dem Rücken der Wache. Genauso schnell wie ihr
Angriff gekommen war, genauso schnell endete er auch. Plötzlich herrschte Ruhe
und Kiaras Gehirn begann all die Dinge die gerade eben passiert waren und sie
nicht alle hatte gleichzeitig realisieren können, zu verarbeiten. Ein leichter
Atemstoß entwich durch ihren Mund, als sie die schiere Brutalität ihres
Handelns verstand. Ihr Blick haftete noch an dem Soldaten, der vorne rechts
gegangen war, er sackte auf den Boden, der Kopf fiel vom Rumpf ab und der
letzte schlag des Herzes ließ Blut aus den offenliegenden Schnittstelle der
Halsschlagadern spritzen. Eine Bewegung direkt vor ihr ließ ihren Blick zu dem
Mann, der vor ihr gestanden hatte wechseln, der Stummel seines linken Armes
zuckte und aus ihm tropfte ein Rinnsal Blut auf den Waldboden. Der Kopf jenes
Menschen war, als er auf die Knie gesackt war, nach hinten gefallen und
baumelte nun an der nicht ganz durchtrennten Halsschlagader und etwas Haut
hängend zwischen den Schulterblättern des Toten. Blut quoll aus dem Rumpf und
breitete sich auf dem Trampelpfad aus. Zwei erschreckend lautes, unangenehme
Knacken signalisierten, dass die beiden vorderen Kämpferinnen wie gelernt die
Rückenwirbel ihrer Opfer durch eine neunzig Grad Drehung ihrer Klinge,
zertrümmert hatten und so jeden Nervenstrang in deren Rückgrat durchtrennt
hatten. Shalera und Tanja standen noch immer da, erst jetzt eine Sekunde später
zog letztere ihre Monoklinge aus der Brust ihres Widersachers raus, welcher,
als letzter Akt der Gegenwehr einen Schwall Blut über die Schulter seiner
Bezwingerin würgte, ehe er ein paar mal röchelnd und zuckend zu Boden fiel.
Auch die Asari riss ihre Klinge unsanft aus der Wache heraus und stieß diese zu
Boden. Der schlaffe Körper zeigte keinerlei Reaktion, nur die Augen bewegten
sich noch, alle anderen Funktionen des Körpers waren durch das zerteilen der
Wirbelsäule unmöglich geworden. Ein plötzliches würgen direkt vor ihr ließ Kiara
zusammenfahren. Thomas’ Opfer war anscheinen sofort tot gewesen, doch der junge
Mann mit den Supersinnen auf Kiaras Brust schien sich an seinen Lebensfunken zu
klammern. Aus seinen Mundwinkeln rannen dünne Rinnsale seinen roten, warmen
Blutes über seinen Hals auf Kiaras Rüstung. Diese realisierte das sie seinem
Leiden ein Ende bereiten musste und handelte sofort. Sie ließ die Pistole in
ihrer Linken fallen packte damit seine Stirn und riss in einem Ruck seinen Kopf
zur Seite. Nach einem lauten knacken hatte auch er es hinter sich. Angewidert
von der ganzen Situation schob sie den reglosen Körper von sich runter, und
richtete sich auf. Sie zog die beinahe bis zum Griff in dem Torso steckende
Monoklinge heraus und wischte sie mit ihrer Hand ab. Mit ihren Gedanken immer
noch ganz wo anders, versuchte sie das Blut auf ihrer Brustpanzerung
wegzuwischen, leider jedoch mit genau der Hand, die sie zuvor zum säubern ihres
Schwertes benutzt hatte und verschmierte das klebrige Blut nur. „Scheiße“,
zischte sie verärgert, als sie jemanden würgen hörte. Tanja hatte sich eilig
die Maske vom Helm gerissen und übergab sich am Wegesrand. Der Anblick der
Toten und das Wissen selbst dafür verantwortlich zu sein war wohl etwas zu viel
für ihren Magen gewesen. Auch in ihrem Bauch schien sich alles auf den Kopf zu
stellen, sie konnte den Würgereflex jedoch unterdrücken. „Mist… los wir müssen
weiter! Jenni wartet sicher bereits auf uns!“, meinte Tanja, nachdem sie
angewidert ausgespuckt hatte. Sie setzte die Maske wieder auf und sendete die
Bestätigung, dass die eine Patrouille ausgeschaltet ist.



Am Rand des Waldes gruben sich schwere Solen tief in den weichen Boden zwischen
den Wurzeln des Baumes, der als Deckung gedient hatte. Die
Unterstützungsanzeige stand bei siebzig Prozent und trotzdem schien das Gelände
nur schleichend an ihm vorbei zu ziehen. Deni war der Erste der von ihrer Seite
zu der Basis stürmte. Dicht gefolgt von Alex und Arsilia. Jeweils in
Dreiergruppen stießen die Biotiker vor. Das war der gefährlichste Teil der Mission.
Auch wenn die Wachen gelangweilt und unaufmerksam waren, konnten sie sie nun
entdecken. Auf den beiden Türmen an der ihnen zugewandten Mauer standen je eine
Wache ausgerüstet mit einem Nachtsichtgerät, diese waren jedoch nicht wie
ältere militärische Modelle zum aufsetzen, sondern wie ein Fernglas aufgebaut.
Dadurch belegte es zwar eine Hand des Anwenders, ermöglichte dadurch aber ein
viel größeres Sichtfeld, was zum Wache halten optimal war. Aufgrund mangelnder
Motivation, Müdigkeit und Langeweile benutzten sie selbiges jedoch selten.
Meistens standen die Beiden an einem Pfosten des Turmes gelehnt da und starrten
Löcher in die Luft und spielten an ihren Zigaretten herum. Die Gruppen der BDF
mussten so jeweils immer den passenden Moment abwarten, bis sie die knapp
fünfundzwanzig Meter freien Feldes überqueren und sich auf der anderen Seite an
die Mauer zu pressen, um in deren Schatten zu verschwinden. Allzu viel Zeit
bleib ihnen jedoch nicht, seit dem Ausschalten der beiden Patrouillen waren
bereits fünf Minuten vergangen und nach einem Zeitfenster von etwa dreißig
Minuten würde auffallen, dass die Patrouillen nicht zurückgekommen waren. „Sind
drüben“, ertönte es kurz, nachdem die drei Biotiker losgesprintet waren.
„Nächste Gruppe bereitmachen.“



„Jenni“ die Stimme in ihrem Helm klang gedämpft, die Asari flüsterte, obwohl
das nicht notwendig gewesen wäre. Bei einem Blick über ihre Schulter erkannte
sie ein Gestalt ,die aus den Schatten hinter ihr auftauchte. „Kiara?“ Eine
grüne Bestätigungsmeldung in ihrem HUD blinkte auf. „Schwert Status?“ „Angelegt
und Schussbereit“, erwiderte eine Stimme, die sie Selak zuordnete. „Wie sieht’s
bei euch aus?“ Die Frage war an ihre Freundin gerichtet. „Außer mir habens nur
Tanja und Thomas hergeschafft, die anderen
hängen noch am Waldrand fest“, antwortete diese. Jenni ballte die Hand zur
Faust und fluchte leise. „Verdammt, wir können nicht noch länger warten, eine
zu große Gruppe wäre zu auffällig…“ Sie wechselte auf den allgemeinen Kanal,
sodass sie jeder der BDF hören konnte. „Drei Leute von Dolch gehen jetzt rein,
wenn der Generator ausgeht, eröffnet Schwert sofort das Feuer und wir stürmen.
Wenn Dolch auffliegen sollte, gehen wir genau gleich vor, die oberste Priorität
gilt dann aber der Sicherung unserer Kameraden, verstanden?“ Ohne auf eine
Antwort, auf die mehr als Befehl gemeinte Aussage zu warten, wandte sie sich
wieder an Kiara. „Ihr kennt den Plan, Tanja hat das Kommando… bitte sei
vorsichtig“, die letzten drei Worte hatte sie auf dem privaten Kanal zu Kiara
gesprochen. Nach einem bestätigendem nicken verschoben die drei Biotiker ihre
Position entlang der Mauer. Als sie fast genau unter einem der Türme standen,
machte Thomas eine Räuberleiter. „Schwert, wie siehts auf der anderen Seite der
Mauer aus?“ Auf Tanjas Anfrage hin wandte jemand des Schwerttrupps das Visier
von den Wachen auf den Türmen ab und suchte den Innenhof ab. Dieser bestand aus
dem Hauptgebäude, zwei kleineren Gebäuden die dichtbeieinander naher einer Ecke
der Basis Standen. Der Rest des Innenhofes war als Landezone für bis zu zwei
Shuttles gedacht, im Moment war der Boden aber mit einem Tarnnetz abgedeckt.  „Von hier kann ich nichts sehen, ein Gebäude
ist im Weg…. Ivana, siehst du was?“ „Negativ, ich kann keine Wärmesignatur
erfassen, scheint frei zu sein, seid aber vorsichtig, bei der Distanz kann ich
nichts garantieren.“ „Ok, ich gehe rüber, ihr wartet bis ich grünes Licht
gebe.“ Einen Moment später schwang sich die junge Soldatin über die Mauer und
ihre sich elegante bewegende Silhouette verschwand hinter selbiger.



Die Landung war härter als geplant, aber dennoch leise. Die Sohlen der Dolch
Einheit waren im Gegensatz zu Hammer besser gepolstert. Eine Gummisole
ermöglichte es ihnen sich geräuschlos zu bewegen, während ihre Kameraden der
Sturmangriffstruppe schwere, gepanzerte Solen und Stiefel trugen, deren
primäres Augenmerk auf Halt, und Stabilität ruhte, damit sie weder von
schwierigem Gelände, noch durch Hindernisse aufgehalten werden konnten. Sofort
raste Tanjas Blick über das was vor ihr lag. Sie war hinter einem Gebäude
gelandet, welches sie vom Hauptplatz trennte. Der Weg bis zum Generator war
nicht weit. Entlang dem Gebäude vor ihr in den etwa zwei Meter breiten Gang,
zwischen selbigem und dem zweiten Gebäude gleich nebenan. Dort befand sich der
Hauptsicherungskasten, eine Überlastung von diesem würde zu einem Ausfall des
Generators führen und den Angriff einläuten, doch das war in der Theorie
leichter als in der Praxis. Erst musste sie unentdeckt bis in jenen Gang kommen
und dort würden die Probleme erst richtig anfangen. Direkt vor diesem Gang war
eine Lampe angebracht, weshalb sie nicht nur Schutzlos war sobald sie sich dort
befand, es gab dort auch keine dunklen Schatten, die sie vor neugierigen
Blicken verborgen hätten. Zu allem Überfluss konnte man auch noch direkt vom
Hauptplatz dorthin sehen. Wenigstens die Wachtürme waren nicht mehr so
problematisch, da sich die Aufmerksamkeit der Wachen meistens nach außen und
nicht in den Hof der Basis richtete. Doch genügend Zeit um sich einen Plan
auszudenken blieb ihr sowieso nicht. Nahende Schritte zwangen sie zu handeln.
„Scheiße, Zone ist heiß, nicht reinkommen, da sind Wachen!“, während sie die
Worte in ihre Mikro zischte schlüpfte sie in den Schatten des Gebäudes, während
die Schritte jenseits der Hausecke näher kamen. Der Boden der Basis war außer
einigen Wegen und dem Hauptplatz nicht wirklich befestigt, was das geräuschlose
vorankommen zumindest etwas erleichterte. Die Stimmen der beiden in ein
entspanntes Gespräch vertieften Männer ließ darauf schließen, dass sie Tanja
noch nicht gesehen hatten. „Tanja, was ist los? Status! Bist du entdeckt, wir
holen dich….“ „Negativ, ich bin unentdeckt und mir geht’s gut. Bleibt draußen!
Ich bin zwar alleine, aber ich kann es bis zum Sicherungskasten schaffen!“
„Nein das ist zu gefährlich, alleine bist du zu leichte Beute, wir können auch
so stürmen.“ „Negativ, das ist wesentlich riskanter, es sind von hier an keine
zwanzig Meter im Notfall schaff ich es auch alleine schnell genug über die
Mauer.“ Innerlich verfluchte Jenni sich selbst, dass unter ihrem Kommando
bereits die einfachsten Dinge zu scheitern schienen, aber jede Entscheidung
trug riesenhaft erscheinende Konsequenzen nach sich. Beim stürmen Leute zu
verlieren wäre schlecht, aber sie konnte doch nicht das leben einer Kameradin
opfern, um das eines anderen zu erhalten. Auch wenn Reeston ihr gelehrt hatte,
dass Krieg manchmal einfache Mathematik sei. Zwei Leute retten in dem man einen
Opfert war ein guter Deal… aber ob das der eine auch so sah?“ „Ok, aber bei dem
kleinsten Problem haust du ab, klar? … Schwert Feuerbereitschaft, gleich wird’s
heiß.“ Tanjas Magen verkrampfte sich beim Gedanken daran, dass sie umringt von
feindlichen Soldaten war, die keine Reue kennen würden sie zu töten. Auch das Wissen,
dass ihre Kameraden da waren um ihr zu helfen, beruhigte sie nicht wirklich,
schließlich reichte ein Sekundenbruchteil, um ein tödliches Projektil
abzufeuern. Durch das Gespräch mit Jenni hätte sie beinahe verpasst sich in
Deckung zu begeben. Zwei Wachen waren im Begriff um die Ecke des Gebäudes zu
treten, es gab nur noch einen Weg, Flucht nach vorne. Der Zwischengang bot den
einzigen Schutz vor den Blicken der Beiden. Ihre Gedanken überschlugen sich und
ihre Schwerthand zuckte. Zwei Feinde auszuschalten war relativ leicht wenn sie
überrascht wurden aber die Gefahr dabei entdeckt zu werden war einfach zu
gross. Mit eiligen Schritten bewegte sie sich auf den Zwischengang zu ,doch
dann kam alles anders als geplant. Keinen Meter vor ihr trat ein Soldat in Rüstung
und mit Helm aus der Gasse und stieß um ein Haar mit ihr zusammen. Die
Überraschung auf beiden Seiten war enorm und forderte fast eine Sekunde des
entsetzten starrens beider Seiten als Tribut. Was Tanja nicht gewusst hatte
war, dass der kleine Gang nicht einsehbar war für die Wachoffiziere, die fast
immer am Eingang des Hauptgebäudes standen. Ein müder oder gelangweilter Soldat
konnte diesen Umstand nutzen, um ungesehen einen Schluck verbotenen aber
herrlich wärmenden Schnapses zu sich zu nehmen oder eine kurze Nachricht an
Angehörige oder Freunde zuschreiben. Letzteres war der Grund gewesen, weshalb
der Mann, der nun vor Tanja stand, ihr geradewegs in die Arme gelaufen war.
Nachdem ihr Eiseskälte über den Rücken geschossen war, als hätte man ihr Stickstoff
in die Rüstung gekippt, fing sie sich wieder und reagierte blitzschnell. Mit
der rechten Hand ,in der sie ihre Pistole hielt, fuhr sie hinter seinen rechten
Arm und drehte ihn so, dass sie hinter ihn treten konnte. Gleichzeitig riss sie
ihre Monoklinge von ihrem Rücken und drückte die Schneide selbigem an seinen
Hals. Noch ehe er hätte reagieren können, fand er sich nun im festen Griff
jener geheimnisvollen gepanzerten Amazone, die ihn brüsk überrumpelt hatte. Bis
vor weniger als ein paar Sekunden war seine größte Sorge noch gewesen, dass ihn
der diensthabende Offizier beim Schreiben einer privaten Nachricht erwischen
würde, was ihn seine Stelle hier hätte kosten können und im schlimmsten Falle
mit einer Versetzung in eine der gefährlichen Minen, die Cerberus betrieb,
hätte enden können ,doch nun stand sein Leben im wahrsten Sinne des Wortes auf
Messers Schneide. „Keinen Mucks, sonst schlitz ich dich auf!“, fuhr sie ihn mit
gedämpfter Stimme an. Ihre Pistole hatte sie bereits auf die Hausecke gerichtet,
um die die beiden Wachen, die sie in diese missliche Lage getrieben hatten,
gleich treten würden. Die Situation war außer Kontrolle und würde jeden Moment
eskalieren. Als sie gerade den Kom-Kanal zu Jenni geöffnet hatte, um deren
Eingreifen anzufordern, war es auch schon zu spät. Alles geschah auf einmal,
der Mann vor ihr hatte zu dem Wachturm vor ihm gesehen und sah nun seine
Chance. Dass er die Situation überleben würde war sowieso unwahrscheinlich
,also konnte er wenigstens seine Kameraden warnen. Gerade als die beinen Männer
um die Ecke traten, schrie der Mann vor Tanja laut auf „Alarm…“ Die letzte
Silbe hatte seine Lippen gerade erst verlassen, als die kühle Klinge der
Biotikerin bereits seine Kehle und den davor liegenden Halsschutz durchtrennte.
Letzterer war nicht gemacht worden um direkten Angriffen standzuhalten und die
Monoklinge hatte eine so dünne Schneide, dass sie das weiche Material mühelos
durchtrennte. „Jetzt ist es auch egal, Schieß!“, schrie eine Stimme in ihrem
Kopf, die sie als ihren gesunden Menschenverstand identifizierten. Trotz
Schalldämpfer an ihre M-11 Pistole war der Knall der Waffe nach so langer
Stille geradezu Ohrenbetäubend. Das Projektil traf die eine Wache mitten ins
Gesicht und zertrümmerte die Schädelknochen dahinter. Das Gesicht des Mannes
wurde grotesk verformt und nach innen gedrückt, während die Schockwelle des
eintreffenden Projektils den Hinterkopf aufplatzen ließ und Gehirnmasse,
Knochensplitter und schleimige blutige Flüssigkeit herausgerissen wurde. Ein
Schwall aus Blut klatschte zu Boden, ehe der leblose Körper nach hinten zu
Boden sackte. Ihnen war gesagt worden, dass alle N7 Waffen darauf ausgelegt
waren auch gepanzerte Ziele auszuschalten und daher verheerende Schäden an
sogenannt “weichen“ Zielen anrichteten ,doch das, was sie nun vor sich sah,
ließ Tanja erschaudern. Zeit zum zögern blieb ihr jedoch nicht. Sofort richtete
sie die Waffe nach dem zweiten Ziel aus doch, die drei noch wesentlich lauteren
Schläge einer automatischen Waffe machten ihr klar, dass es zu spät war,
jegliche Chance auf Geheimhaltung war vertan. Zwei weitere Kugeln aus ihrer
Pistole lösten sich, erstere traf die Hüfte der Wache, zertrümmerte deren
Becken und zerfetzte die dort verlaufenden Adern und Muskeln, ehe sie hinten
wieder austrat. Die Zweite traf auf das Brustbein und beendete das Leben des
Soldaten abrupt. Die Rüstungen der Wachen waren nur leicht und vermochten ein
aus so kurzer Distanz abgefeuertes Geschoss nicht zu stoppen. Die Kugel
vermochte Knochen und Herz zu durchschlagen und wurde schliesslich von der
Rückenpanzerung gestoppt. Der Schaden war aber bereits angerichtet.
Knochensplitter hatten sich in die lebenswichtigen Organe gebohrt und diese
perforiert. Aus dutzenden innerer Wunden trat Blut, was von außen jedoch nicht zu
sehen war. Im krassen Gegensatz zu ihrem ersten Abschuss schien dieser Mensch
äusserlich kaum verletzt zu sein, der Schock und das fehlen von Puls ließ ihn
jedoch nur Augenblicke später zusammenbrechen.







Das letzte was vor seinen Augen ablief ehe eine gnädige angenehme Wärme ihn
umfing und sein Augenlicht schwand, war die Drehung der Wache auf dem Turm. Er
hatte mitbekommen, dass seine Kehle und die Adern, die sein Gehirn mit Blut und
Sauerstoff versorgten, zerteilt worden waren und ein Teil von ihm wusste, dass
ihm nur noch Sekunden blieben, bevor er das Bewusstsein verlieren und sterben
würde. Gedanken rasten durch seinen Kopf. Die Nachricht, die er seiner Frau
geschrieben hatte. Er hatte ihr gesagt, dass er bald nach Hause könne und sie
liebe. Wenigstens hatte er ihr noch das sagen können. Doch seine ganze
Aufmerksamkeit galt seinem Kameraden auf dem Turm vor ihm. Sein Tod war gewiss
und der der beiden Wachen vor ihm auch, aus dem Augenwinkel hatte er eine
wiederwärtige Wolke aus roter Flüssigkeit und weisslichem Schleim gesehen,
einer von ihnen war bereits tot und der zweite würde es auch gleich sein. Die
Frau musste eine Elitekämpferin sein und sie waren kaum ausgebildet, da sie
niemals hätten in eine Lage kommen sollen, die selbiges notwendig gemacht hätte.
Es hieß diese Mission sei einfach und ruhig. „Drei Wochen bezahlter Urlaub am
Arsch der Welt mit der Langeweile als einziger Feind“, so hatte sein Freund es
ihm beschrieben, als er ihm geraten hatte sich hierher versetzten zu lassen.
Drei Schläge gegen seinen Unterleib. Seine Ohren hatten das Geräusch einer
abgefeuerten Maschinenpistole wahrgenommen. Sein Kamerad hatte ihn getroffen
beim verzweifelten Versuch sich zu wehren, doch auch das war egal, er war eh
schon tot. Quälend langsam schien die Bewegung der Wache zu sein, die sich
langsam ihm zuwandte. Sein Verstand hatte auf eine subtile Weise realisiert,
dass es ihm nur so vorkam, als würde alles um ihn herum langsamer vergehen,
genauso wie ihm aufgefallen war, dass er keinen Schmerz spürte, obwohl er doch
schwer verletzt war. Hoffnung keimte in ihm auf während die Blüte seines Lebens
verwelkte, als er sah, wie der Mann auf dem Turm die Waffe zu heben begann.
Hoffnung erfüllte ihn, nicht umsonst gestorben zu sein, nur um im nächsten
Moment von einer unsichtbaren Kraft herausgerissen auf den Boden geworfen und
zertreten zu werden. Jene Kraft bestand aus einem mehrere tausend Grad heißen
Feroplasma, das durch atmosphärische Reibung zum Kochen gebracht wurde. Ein
dünnes türkisfarbenes Haar, dessen Umfang und Helligkeit rasend schnell
zuzunehemen schien, blitzte auf. Noch im selben Moment hatte es bereits die
dicke eines Fingers erreicht und war gleissend hell geworden. Vom Leuchten des
Strahls erhellt konnte er sehen, wie der Kopf seines Freundes zerbarst. Die
Wucht des Aufschlages und der Druck des schlagartig verdampfenden Wassers im
Inneren des Schädels der Wache ließen selbigen wie eine Melone unter einem
Vorschlaghammer explodieren. Was er nicht sah war, dass die anderen Drei Wachen
innerhalb einer Sekunde alle dasselbe Schicksal ereilte. Schwerts hartes
Training hatte sich gelohnt. Tränen sammelten sich in den Augen des
hoffnungslosen Soldaten, als er sah das all eine Bemühungen umsonst gewesen
waren, nun wären zwar alle alarmiert, jedoch nicht durch ihn und die
Gewissheit, dass seine Schlächterin ebenfalls den Tod finden würde, wich der
Ungewissheit, ob seine Frau jemals erfahren würde, dass er als mutiger Soldat
gestorben war.



Nach so langem Schleichen und heimlichem planen waren die Schüsse nun wie ein
Schlag ins Gesicht für Soldaten, die kampfbereit in den Schatten der Mauern
warteten. Jennis Herz schien auszusetzen, als sie das Feuer der automatischen
Waffe hörte, dass eindeutig nicht zu Tanjas Waffe gehörte. „Wieso hast du sie
auch nicht zurückgerufen?“, schoss es ihr durch den Kopf. Nur
Sekundenbruchteile Später blitzten zwei leuchtend helle Strahlen auf, die
Wachen auf den Türmen gehörten der Vergangenheit an. „Feuerfreigabe, ANGRIFF!“
Obwohl sie den allgemeinen Kom-Kanal offen hatte und die Worte selbst
geflüstert gut verständlich bei allen anderen angekommen wären, brüllte sie die
Befehle aus voller Kehle. Durch die Lautstärkenbegrenzung gedämpft schallten
die Worte aus allen Lautsprecher in den Helmen ihrer Kameraden und urplötzlich
brach ein Sturm der Vernichtung über die bis dahin so friedlich im Wald
liegende Basis herein.



Tanja hatte gerade die zweite Wache erledigt, als der Mann vor ihr
zusammenbrach. Ihr Plan war aufgegangen und sein Körper hatte ihr als Schild
gedient und die drei Geschosse der zweiten Wache gestoppt, auch wenn es gar nie
zum Feuergefecht hätte kommen sollen. Die Stimme ihrer Freundin drang aus der
Membran direkt neben ihrem Ohr „Feuerfreigabe, Angriff!“ „Nein, der Generator
läuft noch, verdammt!“ Noch ehe sie den Gedanken zu Ende geführt hatte, wurde
ihr Bewusst, dass keine Zeit mehr blieb um nachzudenken, jetzt musste sie
handeln. Indem sie ihre Pistole in die Luft warf, hatte sie für einen Moment
eine Hand frei, der Rest war leicht. Blaue Energie umfing sie und begann auf
ihrer Haut zu prickeln. Trotz der hermetisch dichten Rüstung blieb das fast
schon auf der Haut kitzelnde Gefühl beim wirken einer Biotik. Die durch den
Impuls ihrer Nerven in Gang gesetzte Bewegung entfesselte eine heftige
Schockwelle, die durch den schmalen Gang schoss. Die biotischen Detonationen
ließen Dreck und Splitter des Mauerwerkes abplatzen, und erreichten schließlich
den Sicherungskasten. Eine Überlastung mittels UW wäre zwar sicherer gewesen,
aber so ging es schneller. Die letzte Welle des Angriffs traf den metallenen
Kasten mit voller Wucht, riss das dünne Blech der Tür aus den Scharnieren und
stanzte das Blech ins Innere des Kastens. Kleine Wolken aus Funken sprühten aus
dem Sicherungskasten ,als sich in dessen Inneren sämtliche Sicherungen
verabschiedeten.



Das letzte was die durch die Schüsse aufgeschreckten Wachen sahen, bevor
sämtliche Lichter erloschen, waren die Umrisse von gut einem Dutzend Krieger
und Kriegerinnen in schweren Rüstungen, die durch ihre Kameraden unterstütz
über die Mauern gesprungen kamen und sie von allen Seiten gleichzeitig
attackierten. Keiner von ihnen hatte ein Nachtsichtgerät griffbereit und selbst
das hätte nur noch gereicht um ihnen zu zeigen wodurch sie starben, taktisch
war der Kampf längst entschieden. Jenni hatte sich gerade mit aller Kraft vom
Boden abgestossen, konnte von Alex Räuberleiter noch einmal zusätzlichen
Schwung holen, dabei hielt sie ihr Gewehr in der einen Hand fest umschlossen.
Sie schwang ihre Beine über die Mauer und landete im Hof der Basis, sie konnte
gerade noch einen Blick auf diesen ergattern, bevor das Licht ausging und die
Nachtsicht in ihrem Visier sich einen Moment später an die veränderten
Lichtverhältnisse anpasste. Etwa ein halbes Dutzend Soldaten stand auf in dem
Innenhof verteilt, außer ein paar blinden Salven konnten sie jedoch nichts mehr
bewirken. Blau flimmernde Umrisse schleuderten sie wie Spielbälle durch die
Luft, wobei die Angriffe wesentlich chaotischer und schlechter organisiert
abliefen, als Jenni lieb war. Einer der Männer wurde vom Boden gehoben und
schwebte für einen Moment hilflos in der Luft, gleich mehrere Salven trafen ihn
gefolgt von einem Wurffeld, welches die erste Biotik zur Detonation brachte und
den bereits zerschundenen Körper mit brachialer Wucht gegen das nächstgelegene
Gebäude donnerte. In all dem durcheinander konnte sie eine Wache erfassen und
mit einer gezielten Salve niederstrecken. Sofort nachdem die restlichen
Biotiker auch noch im inneren angekommen waren, teilte sich die Einheit in drei
Teile auf. Um das jeweils ihnen zugewiesene Gebäude schnellstmöglich zu
sichern. Im Augenwinkel konnte sie erkennen, wie Joshua sich zielstrebig auf
Tanjas Position zubewegte. Sie verstand seine Reaktion, würde ihn jedoch dazu
ermahnen nicht von vorgegebenen Plänen abzuweichen, solange kein dringlicher
Grund dazu bestehe.



„Raum sichern, Alex, Arsilia an meine Flanken, umsteigen auf Nahkampf!“ Reeston
hatte ihnen eingeschärft so schnell wie möglich zu handeln, nachdem der Angriff
einmal begonnen hatte, damit dem Feind keine Zeit blieb Hinweise zu vernichten.
Die beiden Biotiker positionierten sich wie ihnen befohlen und wechselten auf
die für den Häuserkampf geeigneteren Schrotflinten. Mit einem kräftigen Tritt
wurde die Türe aufgebrochen und der Raum, wie sie es gelernt hatten, gesichert.
Über Funk konnte sie hören, dass in den anderen Gebäuden vereinzelt Schüsse
fielen, umso erstaunlicher schien es, das gerade im Hauptgebäude niemand zu
sein schien. Der erste Raum war relativ groß und beherrscht von Schreibtischen
die Teils sehr improvisiert aussahen und chaotisch mit Blättern überfüllt
waren. „Im ersten Stock ist Bewegung... einen kann ich…“, der Satz der jungen
Frau wurde durch ein schnell höher werdendes Surren ,gefolgt von einer lauten
Entladung unterbrochen. „Einen hab ich, aber sind bestimmt noch mehr. Die kann
ich von hier aber nicht sehen, seid vorsichtig Hammer.“ Die Stimme hatte Ivana
gehört und dem dumpfen Poltern aus dem oberen Stockwerk zur Folge hatte sich
einer der dort Verschanzten zu nahe an eines der Fenster gewagt. „Aufteilen,
fünf gehen hoch, der Rest kommt mit mir, wir säubern den Keller.“ Wie ihnen
befohlen, teilten sich die Soldaten in zwei Gruppen auf und begaben sich zu den
Treppen. Diese waren sehr einfach gefertigt, unverputzter Beton, durch
Armierungseisen verstärkt. Der ganze Stützpunkt hatte einen sehr rohen und
ungeschliffenen Eindruck gemacht, anscheinend war er in großer Eile errichtet
worden und nicht auf Komfort ausgelegt. Das schien aber angesichts der
Beschreibung von Reeston aber auch logisch, es war nur ein Umschlagpunkt für
Waren, er musste im Notfall schnell geräumt werden, ohne dass dabei viel
verloren ging. Jenni konnte fühlen wie ihr Puls raste, das Pochen ich ihren
Schläfen zeugte von ihrer Aufregung. Ihre Gedanken überschlugen sich, sie hatte
vorhin gerade jemanden getötet… ob die anderen Gruppen auf Widerstand gestoßen
waren und viele andere Fragen drängten sich ihr auf, Fragen, die sie jetzt
nicht brauchen konnte, sie musste sich konzentrieren und dafür musste sie ihren
Kopf freikriegen. Sie atmete kurz durch ,ehe sie in bekannter Weise den Keller
stürmten. Auch dieser Raum schien leer. Außer Kisten und Vorräten war nichts zu
erkennen. Gerade als sie dabei waren den Raum zu sichern, rief Alex Jenni zu
sich. Hinter einem Stapel Kisten war in eine der Wände eine völlig deplatziert
wirkende Elektronische Schleuse eingebaut, wie sie eigentlich nur bei technisch
hochstehenden Einrichtungen verwendet wurde. „Was denkst du? Sie ist
verriegelt, da muss was wertvolles dahinter sein, wenn die sich die Mühe machen
soviel Elektronik hierhin zu schleppen.“ Mit einer Hand signalisierte sie ihm
zu warten, während sie über Funk die Gruppe im Obergeschoss anrief. „Wie siehts
bei euch aus?“ „Gesichert, es gab nur leichten Wiederstand, zwei haben sich
ergeben, was machen wir mit ihnen?“ „Nach draussen auf den Hauptplatz, sagt den
anderen beiden Gruppen sie sollen gleich verfahren und dann stellt von den
anderen beiden Gruppen mindestens vier Wachen ab. Der Rest soll
schnellstmöglich hier runter kommen, wir haben da etwas gefunden….“ Jennis
Gruppe hatte sich vor der Schleuse gesammelt und wartet nun auf weitere
Anweisungen. „Aufmachen?“, fragte Arsilia neugierig, die Asari war schon immer
ungeduldig gewesen und es erstaunte Jenni nicht, das sich das auch jetzt nicht
geändert hatte. „Ok, alle in Stellung gehen.“ Die Anzeige der Schleuse
leuchtete Rot, nun würde die Hacksoftware der STG zeigen können, was sie drauf
hat. Als hätte er ihre Gedanken gelesen, meinte der Turianer in ihrer Gruppe
grinsend „Hoffen wir die Salarianer verstehen was von ihrem Handwerk, die Tür
sieht nämlich ein bisschen zu stabil aus, um sie einzutreten.“ Alex stellte
sich vor die Schleuse, während seine Kameraden selbige flankierten. Und nachdem
Jenni bestätigt hatte aktivierte er sein UW, keine zehn Sekunden später sprang
die Anzeige auf Grün und die Tür glitt auf. Der junge Mann hatte sich gerade
noch in Sicherheit bringen können bevor ihnen durch die sich öffnenden
Türhälften eine wahre Wolke an Geschossen entgegenhagelte. „****!“, fluchte
Alex laut, als er sah was ihn Beinahe getroffen hätte. „Zu riskant für ne
Schockwelle“, meinte Arsilia knapp die Hinter Jenni stand. „Achtung Granate,
erwiderte diese eine Sekunde später. Nach einem Griff an ihren Oberschenkel
holte sie einen kleinen zylindrischen Gegenstand hervor, zog den Splint und
warf ihn die Treppe hinunter ihren Widersachern entgegen. Nach einem leisen
metallischen klimpern wurde das höher werdende Pfeifen von panischen Schreien
überlagert, ehe ein Ohrenbetäubender Knall den Boden erzittern ließ und ihnen
eine Wolke aus heißer Luft und kleinen Fragmenten entgegen. Die Schreie rissen
abrupt ab und es kehrte gespenstische Stille ein. Ein Signal von Jenni läutete
die nächste Stufe des Angriffes ein, die Soldaten traten mit angelegten Waffen
in den Gang. Entschlossen und bereit zum Sturmangriff traten sie eilig die
Stufen hinunter. Ein Schock gefolgt von einem Gefühl der Übelkeit, dass ihr die
Kehle zuschnürte, überkam sie, als sie die Auswirkungen der Granate sah. Sofort
kamen die Erinnerungen an Garoschs Tot in der Grundausbildung in ihr hoch. Der
Turianer war damals in Sekundenbruchteilen zerfetzt worden und nun standen sie
vor einer ähnlichen Situation. Diesmal waren es Feinde, aber es war auch ihre
Granate gewesen. Wände Decke und Boden waren mit den Überresten der hinteren
beiden Feinde verschmiert. Rüstungsteile an denen noch Fleischfetzen hingen,
rosa Schlinge herausgerissener Gedärme und rote Spritzer und lachen säumten den
Boden. Die beiden Feinde, die näher an der Treppe gestanden hatten, hatten
anscheinend noch versucht wegzulaufen, sie waren einige Meter von dem Zentrum,
des durch einen Krater in dem verputzten Betonboden gekennzeichneten Zentrums
der Explosion entfernt gewesen, genützt hatte es ihnen trotzdem nichts. Die
Schockwelle hatte ihre Lungen zerrissen und ihre Knochen zertrümmert,
Blutrinnsale liefen aus Mund, Nase und Ohren. Angewidert fand Jenni
schliesslich ihre Stimme wieder „Überprüft ob sie wirklich tot sind, wir wollen
je nicht in den Rücken geschossen werden…“  Ihr Blick wanderte durch den Gang vor ihr, zu
ihrer Linken waren große Fenster gewesen, die gepanzert schienen, da sie
entgegen allen Erwartungen zwar zersprungen und eingedrückt jedoch, nur im
unmittelbaren Radius der Explosion komplett zerstört waren. Hinter selbigen
Fenstern waren weiß gestrichene, teils gekachelte Räume in denen stark an
medizinische Geräte erinnernde Apparate standen, deren Funktion Jenni nicht
erkennen konnte. Der Geruch von Desinfektionsmittel vermischte sich mit dem
Gestank verbrannten Fleisches, Blutes und Exkrementen. In dem Moment waren alle
BDF Mitglieder froh, dass sie Filter hatten, die den Gestank zumindest
dämpften. Auf der rechten Seite des Ganges, dessen schwer havarierte
Beleuchtung  nur noch flackernd
funktionierte, waren weitere Schleusen angebracht. Diese befanden sich in
einiger Distanz zum Explosionspunkt und schienen glücklicherweise ganz
geblieben zu sein. „Was auch immer Cerberus hier gemacht hat, es war definitiv
nicht nur ein Warenumschlagsplatz.“ „Sieht eher nach einem Labor aus…
wahrscheinlich war der Warenumschlag bloß Tarnung, damit man die Basis für
unwichtig hielt“, antwortete Arsilia auf Jenni Aussage. „Das werden wir bald
erfahren, los, wir dürfen Cerberus keine Zeit lassen Beweise zu vernichten, das
hier muss illegal sein, ansonsten hätten sie sich nicht soviel Mühe gegeben es
zu verschleiern.“ „Willst du nicht auf Verstärkung warten?“ „Negativ, dauert zu
lange, wir sicher die Räume so.“ Die Bestätigungsmelden der anderen leuchteten
kurz grün auf. „Verteilt euch, wir müssen schnell machen.“ Jenni trat vor die
erste der Schleusen, um selbige zu öffnen, nachdem die anderen ihres Trupps in
Position gegangen waren, wurde der Befehl zu stürmen erteilt. Beinahe synchron
glitten die beiden Schotten auf. Jenni sprang mit angelegter Wraith in den
Raum, als etwas den Lauf ihrer Waffe packte und sie Ruckartig in den Raum riss.
Das ganze geschah zu schnell, als das sie hätte reagieren können. Das letzte
was sie von dem Turianer hinter ihr noch hörte, war ein angesetzter
Turianischer Fluch, den er ausstossen wollte, ehe beide Schleusenhälften hinter
ihr zuschnellten, krachend aufeinanderprallten und sie vom Rest der Gruppe
abschnitten.
So alles wie gehabt Kritik, Lob, Komentare gleich hier. Bis zum nächsen Mal Grüsse Elite:D

Modifié par elitedefender2, 02 août 2013 - 12:20 .


#605
elitedefender2

elitedefender2
  • Members
  • 1 712 messages
Nach zwei Woche ist es nun endlich soweit nach vierzehn Tagen ich kann das nächste Kapitel rausbringen. Yeaj als man schon fast glaube das nichts mehr kommt:P

Diesmal hatts etwas länger gedauert da ich komplikationen hatte. Ich habe einen Teil des Kampitels zweimal geschrieben da ich zwei Optionen offen hatte. An dem Punkt möcht ich mich ganz herzlich bei den Leuten bedanken die mir bei der Entscheidung zwischen den beiden Optionen geholfen haben: Zerydal, Kieferbruch, Noideas und taxorus. Ich danke für das Feedback und die Inspiration durch viele gute wenn auch nicht immer ganz umsetzbaren ideen:P und die Zeit die ihr euch genommen habt.

Nun ist es also da. Um nicht noch länger zu werden wünsch ich einfach viel Spass

Kapitel 40


Alles lief schief, das durfte gerade nicht passieren. Gerade eben hatte sie ihren Kameraden noch gesagt, dass sie nicht auf Verstärkung warten durften, da das zulange dauern würde, sollte sie nun aus diesem Grund, einem dummen Fehler sterben? Vor wenigen Sekunden hatte sie noch vor der Schleuse gestanden, von rechts flankiert von ihrem turianischen Kollegen, Arsilia und Alex waren vor der zweiten Schleuse nebenan gestanden während das letzte Gruppenmitglied den Gang sicherte. Nun war sie brutal in den Raum gerissen worden und die Schleuse war hinter ihr zugeknallt. Sie musste notverriegelt worden sein. Noch bevor sie ihren Widersacher überhaupt erkannte ging ihr auch bereits auf weshalb ihr Kamerad nicht geschossen hatte. Der Feind hatte neben der Schleuse gelauert und sie so in die Schussbahn gebrach, ein taktisch schlauer Plan. Doch diese Gedanken waren gerade fehl am Platz. Beim Versuch sich in die Richtung ihres Angreifers zu drehen bekam sie einen unter Panzerung verborgenen Ellenbogen gegen den Kopf gerammt. Überrumpelt durch die Wucht des Schlages taumelte sie kurz zur Seite. Gerade noch rechtzeitig konnte sie reagieren um dem nächsten Schlag zu entgehen. Die linke Hand des Angreifers ruhte immer noch am Lauf ihrer Waffe während sein rechter Ellenbogen sie gerade seitlich am Helm erwischt hatte. Den Schlagstock entlang seines Unterarmes hatte sie bisher noch gar nicht realisiert und nun sauste genau dieser auf ihr rechtes Handgelenk, das noch immer an ihrer Wraith lag, zu. Aus Reflex betätigte sie den Abzug worauf sich ein krachender Schuss löste. Der Rückstoss presste die Waffe nach hinten und brachte ihre Hand gerade noch aus der Gefahrenzone, stattdessen traf der Schlag die Waffe, welche Jenni aus der Hand gerissen wurde. Funken flogen als Metall auf Metall traf, wie gierige Klauen Griffen die blauen Blitze nach ihr und zitterten über ihre Barriere. Der Schlagstock war Elektrisch aufgeladen gewesen und hatte einen mehrere Zehntausend Volt starken Schock freigesetzt. Ohne Barriere wäre sie, nach so einem Schock wahrscheinlich nicht mehr im Stande gewesen sich zu bewegen. Ihr Arm schnellte nach oben und lies den nächsten Schlag des Feindes abgleiten. Nun hatte sie ihren Widersacher das erste Mal richtig vor Augen. Der Mann vor ihr war etwas grösser als sie selbst und trug eine Schwer und unbeholfen wirkende Rüstung die denen der Cerberus Soldaten draussen ähnelte. Jenni erkannte sie schliesslich als Zenturio Rüstung aber etwas stimmte nicht. Der Starke Schlag der Linken ihres Gegenübers verfehlte ihren Kopf und gab ihr die Gelegenheit zu Kontern. Die Masse des Zenturios war durch den Schlag bereits in Bewegung gesetzt worden, sie nutzte das aus um ihn an sich vorbei zu ziehen und zu Boden zu werfen. Dieser packte jedoch ihren Arm und riss sie mit zu Boden, um sich auf sie zu stürzen. Mit lautem gepolter kam Jenni auf dem Rücken zu liegen. Sofort warf sich der Feind auf sie und plötzlich befanden sie sich in einer Pattsituation. Jeder hielt einen Arm des Kontrahenten fest, während sein anderer von eben jenem festgehalten wurde, ergo konnte nur handeln wer den Feind losliess doch dann konnte dieser das auch. Das Gefühl das etwas nicht stimmte überkam Jenni wieder, Cerberus Zenturios waren angeblich gut ausgebildete Soldaten, dieser hier kämpfte aber nicht wie ein berechnender Soldat sondern eher wie ein wildes Tier. Sie kannte trotz Maske sein Lautes fast schon schnaubendes Atmen hören und das liess sie erschaudern. Normalerweise wäre sie seiner körperlichen Kraft deutlich unterlegen gewesen aber die Synthetischen Muskeln erwiesen sich auch hier als nützlich. Obwohl sich der Zenturio dagegenstemmte gelang es ihr ihre Hand langsam auf seinen Kopf zuzubewegen. Nach ein paar Sekunden mörderischer Anstrengung gelang es ihrem Feind jedoch ihre Hand nach aussen von sich weg abzulenken. Dadurch verlor er jedoch den Halt und Landete Brust auf Brust auf Jenni. Diese Reagierte sofort mit genauso unsauberen Mitteln wie er. Mit ordentlich Kraft schlug sie ihren Kopf gegen den des Zenturios, die beiden Helme krachten zusammen. Der Angriff machte keinen Schaden aber er reichte um den Zenturio zurückschrecken zu lassen. Als nächstes riss sie ihr Knie hoch und stiess es gegen seinen Unterleib. Durch diesen Ruck aus dem Gleichgewicht, wankte der Zenturio nach vorne, dadurch gelang es ihr ihn über sich drüber zu schleudern. Mit einem Ruck riss sie sich aus dem Griff des Zenturios los ohne dabei seine Hand loszulassen, nun hatte sie eine Hand zum Schlag frei. Augenblicklich richtete sie sich auf die Knie auf und aktivierte ihre Universalklinge. Orange leuchtend blitzte die Glühende Spitze an ihrem Handgelenk auf und schoss im nächsten Moment bereits auf die Brust des Zenturios, der noch immer am Boden lag, zu. Der Gedanke es gleich geschafft zu haben schlich sich gemeinsam mit einem hoffnungsvollen Gefühl in Jennis Verstand ein, wurde aber gleich wieder zerschmettert, genau wie ihre Universalklinge. Dadurch das sie ihre Hand dem Griff des Zenturios entwunden hatte war auch dessen Hand frei geworden, unglücklicherweise die an deren Unterarm der Elektroschlagstock angebracht war. Selbigen nutzte der Zenturio auch gleich um seinen Herannahenden Tod abzuwehren. Die Ladung die der am Schlagstock angebrachte Kondensator aufgenommen hatte war noch nicht wieder bei voller Stärke, sie reichte jedoch um Jennis geschwächte Barriere zu durchdringen und das UW zu überlasten woraufhin es schlagartig deaktiviert wurde und erlosch. Den Schlag abzuwehren hatte er jedoch nicht mehr geschafft, die glatte Panzerung an Jennis Arm rutschte über die Oberfläche der entladenen Nahkampfwaffe ihres Feindes und ihre Faust traf ihn schliesslich auf die Brust. Wenn auch nicht tödlich so hatte der Schlag dennoch genug Wucht um einen Abdruck in der Brustplatte zu hinterlassen und den Zenturio zum husten zu bringen. Wütend darüber das ihr Plan den Kampf schnell zu beenden gescheitert war holte die Anführerin der BDF zum zweiten Schlag aus wurde jedoch unterbrochen. Der Cerberus Soldat hatte nach seinem missglückten Blockversuch sofort zum Gegenangriff angesetzt. Mit einer schnellenden Bewegung hatte er mit seiner freien Hand nach der Hand von Jenni, die seine zweite umklammert hielt, geschlagen und sie weggestossen. Der betroffenen fehlte nun der Halt, da sie sich hatte vorbeugen müssen um den Zenturio richtig treffen zu können war diese Hand auch ihre Stütze gewesen. Der Preis für ihre Unachtsamkeit war Schmerz. Selbiger Raste Augenblicke später durch anscheinend jede Faser ihres Oberkörpers. Nun frei, war der Zenturio aufgesprungen, hatte sich Jenni zugewandt und sofort nachgesetzt. Sein Knie traf sie an der Brust als sie sich aufrichten wollte und presste ihr trotz Panzerung die Luft aus den Lungen. Der gleich darauf folgende Schlag auf ihre Schulter traf glücklicherweise die dicke Rückenpanzerung und richtete keinen Schaden an. Mit vor Schmerz verzogenem Gesicht packte die Biotikerin die beiden Oberschenkel des Mannes, hob ihn mit der Schulter ein Wenig vom Boden und rempelte ihn mit ihrem ganzen Gewicht an die Wand bevor sie sich mit ihm voran auf dem Boden warf. Sein Rücken krachte auf den Metallboden und verursachte dabei ein dumpfes Poltern das von den Wänden des kleinen Raumes wiederhallte. Blanke Wut beherrschte Jennis Gedanken, sie wollte jetzt nur noch eines, ihren Find tot sehen. Sie hatte noch nie zuvor einen so intensiven Kampf gehabt, dieser Feind war ihr ebenwürdig und kämpfte wild und entschlossen. Sie kniete sich über seine Brust um eine Reihe Schläge auf seien Kopf niedergehen zu lassen, war aber wieder zu langsam. Erneut kam er ihr zuvor und hieb ihr in die Seite. Ein Schmerz als wären ihre Rippen gerade gebrochen überflutete ihren Körper. Sie krümmte sich seitlich zusammen um den Schmerz zu linder, das nutzte der Cerberuskämpfer aus um in die Position zu gelangen die Jenni angestrebt hatte. Als sie die Gewichtsverlagerung spürte war es bereits zu spät um etwas daran zu ändern, also tat sie das nächst Beste. Ein blauer Schleier flammte um sie herum auf und konzentrierte sich bei ihrer linken Hand. Ein Wurffeld traf mit voller Wucht auf die Brust des Zenturios und schleuderte diesen quer durch den Raum. Unter heftigen Schmerzen schaffte Jenni es sich aufzurappeln. Das war das erste Mal gewesen dass sie die Möglichkeit gehabt hatte eine Biotik zum Einsatz zu bringen ohne vorher unterbrochen zu werden. Hunderte Gedanken rasten durch ihren Kopf, jetzt viel ihr auch erst auf das im Funk Befehle gebrüllt wurden und hektisch Stimmen durcheinander riefen. Sie schnappte ihren Namen auf, sie würde also gleich Hilfe erhalten. Ein Schock schoss durch ihren Körper als sie sah dass der Zenturio bereits wieder auf sie zustürmte. Die Treffer die er hatte einstecken müssen, besonders letzterer, hätten einen normalen Menschen längst in die Knie gezwungen, doch er schien davon nicht einmal verlangsamt zu werden. In ihrem Inneren entstand sofort ein Konflikt, „Waffe oder Biotik“ fragten dutzende Stimmen in ihrem Kopf. Noch ehe sie einen Entschluss gefasst hatte wurde ihr auch schon klar dass ihr für beides die Zeit fehlte. Diesmal hatte Jenni aber genug Zeit sich auf seinen Angriff vorzubereiten, da sie ihn hatte kommen sehen. Sie leitete den ersten Schlag an sich vorbei, packte den Helm des Zenturios um diesem das Genick zu brechen. Mit beinahe übermenschlicher Geschwindigkeit reagierte der Mann auf das Vorhaben seiner Angreiferin und klinkte den Helm aus seiner Halterung aus so dass er ihn Probleme abstreifen konnte. Durch die schiere Geschwindigkeit dieser Reaktion verblüfft hätte Jenni ihn beinahe verloren. Sie erwischte gerade noch sein Handgelenk musste ihn aber trotzdem loslassen. Polierter fein geschliffener Stahl blitzte auf und schoss auf sie zu. Wie bereits beim Training in den Bergen wurde ihr einmal mehr klar dass es noch immer Menschen gab die sich auf altmodische Technik verliessen. Sehr zu ihrem Leidwesen musste sie zugeben das diesmal das Alte dem Neuen überlegen war. Das Kampfmesser des Soldaten schnitt genau an der Stelle durch die Luft an der sich gerade noch ihre Hand befunden hatte und schnellte ohne halt anschliessen in Richtung ihrer Kehle. Die Schwünge der Klinge kamen schnell aggressiv und so gezielt das sie keine Zeit fand ihre Waffe zu Ziehen oder den Gegner in Stase zu setzen. Unablässig musste sie aus oder zurückweichen. Bei einem zu weit ausgeführten Schlag bot sich ihr eine Gelegenheit den Angriffen ein Ende zusetzen was auch dringend nötig war.
Verzweiflung kam in ihr auf, alles was sie ihm entgegensetzte schien wirkungslos. In den Augen des Zenturios, schienen die Flammen des Wahnsinns zu lodern. Sein Gesicht war zu einer Fratze verzogen, er fletschte die Zähne und Spucke tropfte von einem seiner Mundwinkel, dazu kam die unnatürlich blasse haut unter der nebst Adern auch noch andere Dinge zu sehen waren. Angst durchtränkte den Boden unter ihr und drohte sie hilflos in jenem versinken zu lassen doch der Schmerz und die Wut die in ihr kochte verhinderte dass sie sich verlor. Die Klinge stand für einen Moment still ehe sie ihre Richtung wechseln würde und das war der Moment in dem sie zuschlug. Mit aller Kraft packte sie seinen Arm, sprang auf ihn zu und zog ihm mit ihrem Bein die Füsse unter dem Körper hervor. Er landete auf dem Bauch und wurde sogleich von ihr festgenagelt. Sie kniete auf seine Rechte Schulter, ihre Linke hielt das Handgelenk des rechten Arms der das Messer führte. Fast alle Menschlichen Rüstungen waren so Konstruiert das weder Handgelenke noch Ellenbogen überdreht werden konnten doch mit genügend Gewalt war auch das möglich. Nach dem Jenni ihre zweite Hand auch noch an seinen Arm angesetzt hatte drückte sie diesen mit einem Ruck quer über seinen Rücken. Schulter oder Oberarm gaben unter ihrem Krafteinfluss nach und zerbrachen unter einem grässlichen krachenden Knacken das bei der Anführerin der BDF den Würgereflex ansprechen lies. Der Markerschütternde Schrei des von Schmerzen gepeinigten Zenturio erfüllte sofort den Raum. In einem zweiten Ruck schlug sie seinen Ellenbogen auf ihr anderes Bein das neben seinen Kopf aufgestützt war und zertrümmerte auch dieses Gelenk. Ohne nachzudenken umschloss sie mit beiden Händen seine Rechte und verbog seinen geschundenen Arm in einer unnatürliche Form um ihm das Messer in die Seite zu rammen. Die Metallklinge verkantete jedoch nach ungefähr fünf Zentimeter und lies sich nicht mehr bewegen. Die Schmerzen die solche Wunden verursachten mussten unvorstellbar sein, der Mann schrie aus Leibeskräften während sein zerstörter Arm hilflos zuckte und zappelte. Doch anstatt sich zu beruhigen oder sich zu ergeben wie es bei einem Schock der Fall gewesen wäre, wurde seinen Gegenwehr noch stärker. Er wand sich und zappelte, versuchte mit allen Mitteln in Rückenlage zu kommen. Blind vor Wut verlagerte sie ihr Gewicht das sie ihn herumreissen konnte um ihm mit einem Schlag ins Gesicht den Schädel zu zertrümmern wenn er nicht ruhe geben würde. Kaum war er umgedreht drosch sie ihre Rechte auch schon seitlich gegen seinen Kopf. Dieser wurde zur Seite gedreht und leitete so einen Teil der Wucht ab. Ober und Unterkiefer wurden dennoch zertrümmert und mehr als die Hälfte der Zähne herausgeschlagen oder zerbrochen was ihn Blut spucken lies. Die Schmerzensschreie des Zenturios hatten nachgelassen doch entgegen jeder Logischen Erklärung versuchte er immer noch zu kämpfen. Kein Normaler Mensch konnte nach all dem noch bei Bewusstein geschweige denn bei klarem Verstand sein. Jeder andere hätte längst aufgegeben, um Gnade gewinselt oder sich einem schnellen schmerzlosen Tod geöffnet. Verzweifelt über ihre Unfähigkeit den Zenturio zu töten rutschte Jenni auf einen Abgrund der Panik zu der mit jeder Sekunde näher kam. Der Arm des Cerberus Soldaten der noch intakt war reckte sich ihr entgegen und versuchte ihr Gesicht zu fassen zu kriegen. Mit ihrer Linken drückte sie diesen zu Boden und schrie so laut sie konnte „Wieso verreckst du nicht!“ Das Verkrampfte Gesicht des Zenturios funkelte sie an. Trotz all der Schmerzen schien er nicht einsehen zu wollen das der Kampf für ihn gelaufen war. Blinder Wahnsinn trieb ihn an immer weiter zu machen. Seine Augen waren Blutunterlaufen und weit aufgerissen. Er war keine Bedrohung mehr, nicht in seiner jetzigen Lage. „Lass es, lass ihn liegen und lass ihn einfach hier drinnen, den können sie gleich mitnehmen wenn sie die Basis durchsuchen“ meinte eine Stimme in ihrem Kopf. Sie war gerade dabei ihren Griff zu lockern um zurückzuspringen und ihn in Stase zu setzen als der vor ihr liegende sie mit einem Schleimigen Gemisch aus Blut und Speichel bespuckte. „Fick dich!“ zischte er kaum verständlich. In ihrem inneren zuckte etwas, etwas das mit jeder Sekunde des Kampfes jedem Funken Schmerz der durch ihren Körper strömte und jedem Angriff des Feindes stärker wurde. Das Gefühl das diese scheinbar unerschöpfliche Energie in ihr verströmte war verführerisch. Eine Mischung aus loderndem Hass und blinder Wut auf den Feind. Ihre Muskeln spannten sich an sie konnte fühlen wie die erlösende Erleichterung zurückgehaltenen Zorns wie ein überfüllter Stausee langsam überzuquellen begann. Einzelne Tropfen fielen bereits auf ihren Verstand und begannen diesen zu vernebeln, alles was es nun brauchte war ein einzelner Schlag um die Mauer einstürzen zu lassen und eine reissende Flut anzustossen. Ausgerechnet jetzt kamen auch all die anderen Erinnerungen hoch bei denen sie ihre Wut hatte herunterschlucken müssen. Bilder aus ihrer Schulzeit wo sie gehänselt wurde und solche von Tiranas Schikanen beim Training flackerten auf doch eines bleib hängen. Das Gesicht eines selbstgefälligen Soldaten aus der Grundausbildung. Mit seinem Gesicht waren die Erinnerungen an Schmerz und Schmach verbunden. “Walker“ spie eine Stimme in ihrem Kopf aus. Die gefährliche Masse in ihrem inneren begann beim Gedanken an ihn zu kochen. Nur mit grosser Mühe und viel Selbstbeherrschung gelang es ihr ihre Emotionen zu unterdrücken. Ihre Hand die seinen Arm umklammerte hatte sich regelrecht verkrampft und immer fester zugedrückt. „Du wirst hier drinn verrotten“ zischte sie ihn an. Der Zenturio versuchte ihr das Knie in den Rücken zu rammen traf sie aber auf den Rückenpanzer. Aus reflex versuchte ihr Körper sich zu stabilisieren und lockerte dabei den Griff um den Arm des Feindes. Dieser entriss sich ihrem Griff und packte das Messer das in seiner Seite steckte, riss es heraus und wollte damit nach Jennis Hals stechen. Seine Aktion wurde jedoch rechtzeitig erkannt und abgewehrt. Das Angriff war der letzte Schlag der die Mauer die ihren innern Zorn zurückhielt zerbrechen lies. Unfähig ihre Wut noch länger im Zaum zu halten schrie Jenni auf. Es war ein Schrei der Wut. Ihre Finger umschlossen sein Handgelenk noch ehe er zum zustossen kam und zwang seine Hand in die andere Richtung. Erneut wurde dem Zenturio das Messer in die Brust gerammt. Die Biotikerin sah nun rot, ihr Zorn hatte die Schrecksekunde ausgenutzt um ihren Verstand unter sich zu begraben und so zum schweigen zu bringen. Mit einem Ruck brach sie ihm die Hand, kniete sich auf seinen Arm und schmetterte ihre Faust in sein Gesicht. Nichts an ihr hielt sie jetzt noch zurück. Neue Kraft durchflutete ihre Glieder und mit gefletschten Zähnen begann sie zu schreien während sie einen Schlag nach dem anderen auf sein Gesicht niedergehen lies. Mit aller ihr zur Verfügung stehenden Kraft donnerte sie die Metallenen, als Schlagringe fungierenden Platten gegen seinen Kopf. Zersplitternde Knochen, und feuchtes schleimiges klatschen drangen zu ihr. Ein nicht enden wollender Strohm aus aufgestauten Emotionen verweigerte ihr die Kontrolle über ihren Körper. Als es ihr endlich gelang den roten Vorhang vor ihrem Verstand nieder zu reissen bot sich ihr ein verstörendes Bild. Ihre Schmerzenden Fäuste prügelten nur noch den Schleimigen Brei aus Knochensplitter, Blut und Hirnmasse in den Boden, der Kopf des Zenturios war längst bis zur Unkenntlichkeit zertrümmert. Ihr Atem Stockte, der Boden, die Wand vor ihr und ihre ganze Rüstung war von oben bis unten voll mit Blut und Überresten des Menschenkopfes. Keuchend und zitternd wich sie von der Leiche zurück. Das konnte nicht sein, es konnten nicht ihre Hände gewesen sein die so etwas angerichtet hatten. Das durfte einfach nicht sein. Die Stimmen in ihrem Kopf die ihren Hass geschürt hatten waren alle verstummt, nur die eine Stimme, welche bisher ungehört geblieben war sprach leise weiter. Sie rief Jenni vor Augen was sie gerade getan hatte. Was sie dem Menschen vor ihr angetan hatte. Wie ein Stich ins Herz bohrten sich Schuldgefühle in sie hinein. Welcher Teil von ihr hatte da die Kontrolle an sich gerissen? Was in ihr konnte dermassen voller Hass sein? Ein Schauer überfiel sie als sich ihr aufdrängte das diese blinde Wut auch ihre liebsten treffen könnte wenn sie nicht im Stande war sich zu kontrollieren. „Was wenn du Kiara wehtun wirst?“ Alleine der Gedanken daran dass etwas derartiges in ihr steckte liess sie frösteln, sie war von sich selbst angewidert. Plötzlich war alle Kraft in ihrem Körper verpufft und ihr Hals schien sich ihr zuzuschnüren. Ihre Arme zitterten und eine Welle aus Schmerz brandete gegen ihren Verstand. Sie sackte in sich zusammen, stützte ihren Rücken gegen ein Kiste, zog ein Bein an sich heran und ihren Helm aus.  Nachdem sie ihn neben sich hatte zu Boden fallen lassen, ließ sie ihr Gesicht nach vorne fallen. Warme salzige Tränen tropften von ihrer Nase, tränen das Endsetzen über sich selbst. Nachdem sie mehrmals versucht hatte diese wegzuwischen, gab sie es auf und fand sich mit ihrer Anwesenheit ab.



 „Gesichert… Oh mein Gott Jenni!“ Die Panische Stimme war direkt auf ein vertrautes leises Zischen gefolgt. Vom Gang waren Leute in den Raum gestürmt, ihre Leute. Tanja stürzte auf sie zu und liess sich vor ihr auf die Knie fallen. „Jenni! Jenni alles in Ordnung? Kannst du mich hören?“ sie hatte sie vorsichtig geschüttelt und legte ihre Hand an ihr Kinn um ihren Kopf zu sich zu drehen. Aus ihrer Starre gerissen realisierte Jenni erst jetzt was geschah. Nach dem sich der Rausch gelegt hatte war sie von der Erschöpfung förmlich erschlagen worden. „Ja, ja mir geht’s gut, alles ok. Eilig wischte sie die letzten Tränen aus ihrem Gesicht ehe sie einen Blick in die Runde warf. Alle die sie anstarrten waren total blass und schockiert. Es war ihr peinlich dass sie sahen dass sie geweint hatte aber das liess sich jetzt nicht mehr ändern. „Du bist voller Blut, wir müssen dich sofort hier rausbringen!“ Überrascht fasste sie sich ins Gesicht und erkannte warum alle so erschrocken waren. Ohne es zu wissen hatte sie das Blut an ihren Handschuhen in ihrem Gesicht verschmiert, es musste grässlich aussehen. Sofort wehrte sie mit einer Geste ab. „Das ist nicht von mir, schon ok, ich bin in Ordnung.“ Sie rappelte sich auf, verzog dabei aber das Gesicht, ihre Seite schmerzte immer noch. Ihre Gedanken wurden nur durch die gelegentlichen Fragen ihrer Kameraden im hier und jetzt gehalten. Ihr Körper hatte noch arg mit den Nachwirkungen des Kampfes zu schaffen. „Was ist hier geschehen?“ Fragte Tanja weiter während sie ihr aufhalf, sie musste Jenni noch einmal etwas wachrütteln da diese schon wieder in Gedanken versunken schien. „Ich wurde überrascht, er hat mich hier reingezogen und angegriffen, ich… habe gewonnen“ meinte sie stockend“ „Das sieht man, was hast du mit dem Typen angestellt, der ist ja… Mus“ erwiderte Alex der den entstellten Zenturio in seiner Blutlache kurz ansah. „Nein, es war knapp. Das ist unmöglich ein normaler Mensch, ihr seht ja was es gebraucht ha um ihn zu töten.“ Sie hatte ihre Stimme zwar wieder Gefunden, wirkte aber als würde sie gleich wieder umkippen. Alex aktivierte sein UW und scannte den Toten. „Heilige Scheisse, der sieht aus wie durch n Wolf gedreht. Aber kein Wunder das der nicht draufgehen wollte. Da ist lauter Kybernetik drin. Fast alles unbekannte Teile aber scheiss viel…“ „Was?! Zeig her… Scheisse, das erklärt warum er dermassen hart gekämpft hat. Aber warum? Warum gerade hier? Was hat Cerberus damit bewirken wollen?“ Tanjas Stimme klang aufgeregt. „Einen Supersoldaten“ antwortete Alex knapp „Sie versuchen den perfekten Menschen zu schaffen, das was Cerberus schon immer wollte, die Menschheit perfektionieren…“ „Sind alle anderen heil?“ „Ja bis auf dich schon, jemand wurde getroffen aber nur die Barriere….“ Ohne ihre Kameradin ausreden zu lassen fragte sie gleich weiter während sie ihren Helm aufhob und sich in Richtung Tür in Bewegung setzte. „Konntet ihr die Basis sichern?“ Tanja folgte Jenni sofort als diese den Raum verliess. „Ja, im zweiten Raum gab es keinen Wiederstand, nur einige Ärzte oder Wissenschaftler die sich ergaben…“ „Ja aber sie haben ihre Datenträger in der Mikrowelle geröstet und ihre UW formatiert… sie werden sie wohl befragen müssen um Antworten zu erhalten….“ Alex war neben Jenni getreten und musterte diese besorgt. Die Anführerin der BDF musste sich zu jedem Schritt zwingen, ihre Beine wollten nachgeben, ihr Körper signalisierte ihr penetrant dass er eine Pause brauchte. „Jenni!“ der Panische Ausruf lies die angesprochene aufhorchen. Als sie aufsah stürmte eine Kameradin deren panische Stimme sie Kiara zuordnen konnte auf sie zu. Sofort trat sie zu ihr um sie zu stützen. „Was ist geschehen? Du bist verletzt!? Wir müssen…“ „Ganz ruhig, mir geht’s gut“ unterbrach sie die Asari die sie mit weit aufgerissenen Augen anstarrte. Sie wusste genau wie unglaubwürdig das klang, Leichenblassen, mit Blut verschmiertem Gesicht und von Kameraden gestützt. Kiara stand Wortlos da, sie brauchte einen Moment bis sie die Situation verarbeitet hatte. Jenni hielt kurz an, löste sich von ihren Kameraden um alleine weiter zu gehen. „Schon gut…“ sie setzte ihren Helm auf und öffnete einen Funkkanal an alle. Nach einem tiefen Atemzug begann sie „Die Basis ist gesichert, Schwert sammelt sich bei der Basis, Ivana, Sarjka begebt euch zu eurem Exfiltrationspunkt, wir rücken ab sobald unsere Mitfahrgelegenheit hier ist…“ sie wechselte den Kanal um die Shuttles anzufunken. „Carrier eins, der Stützpunkt ist gesichert, schicken sie ihre Leute her… und ein paar Techniker gleich mit, hier gibt’s n Labor, sie werden vielleicht noch einige Daten retten können.“ Nach einer Sekunde Stille meldete sich die Stimme des Piloten der sie hergeflogen hatte. „Verstanden BDF, freut mich zu hören das ihr noch in einem Stück seid, wir kommen euch holen. Es wird ungefähr zwanzig Minuten dauern bis die Sicherung da ist, haltet bis dahin die Stellung.“
 

Nach etwas mehr als einer Minute die Jenni schweigend vor dem Hauptgebäude auf einer Kiste gesessen hatte trat Kiara wieder zu ihr. Ihr Gesicht sah immer noch besorgt aus und als sie Jennis leeren Blick bemerkte. Ihre Liebste wirkte so anders als sie noch gewesen wr als sie vor der Basis zu ihr gestossen war. Was auch immer ihr passiert war musste sie ungeheuer belasten. Normalerweise lies Jenni sich nie etwas anmerken, auch wenn es ihr schlecht ging. Sie wollte Jenni in den Arm nehmen und sie trösten, aber das musste bis nachher warten. Bis dahin konnte sie nur hoffen dass ihre Freundin sich wieder erholte. „Hier, ich glaube das könntest du brauchen, dein Gesicht, es ist…“ da sie den Satz nicht beenden wollte deutete sie statt dessen auf den Bereich ihres Gesichtes den sie meinte. Ihre Freundin verstand was sie ihr mit der Geste und der ihr entgegengehaltenen Klopapierrolle sagen wollte. „Wo hast du die her?“ Die Worte vielen teilnahmslos aus ihrem Mund während sie das Papier entgegennahm und begann das bereits gerinnende Blut von ihrem Gesicht abzuwischen.  „Von einer Toilette auf dem Stützpunkt… Jenni… bitte sieh mich an…“ sie kauerte ein wenig um mit ihrer Freundin auf Augenhöhe zu sein, doch diese wich ihrem Blick aus und sah zu Boden. „Bist du sicher dass es dir gut geht? Du siehst nämlich nicht danach aus.“ Kiaras Stimme klang ganz sanft und trotzdem vermochte sie es nicht Jenni Trost zu spenden wie sonst eigentlich immer. In Ihrem Kopf pulsierte ein Schwarm Bilder, Erinnerungen, Eindrücke der ihren Verstand überforderte. Wenn sie die Augen schloss sah sie Bilder die sie gerade erlebt hatte aufblitzen, so real als wäre ihre Sicht erst dann klar und alles andere bloss die Einbildung. Ihre Hände zitterten noch immer aber der Adrenalinrausch war einer vakuumartigen Leere gewichen die alle ihre Gefühle zu verschlingen schien. Doch schlimmer als das, die Schmerzen des Kampfes und die Bilder in ihrem Kopf war die Gewissheit in ihrer Seele. Eine gnadenlose Gewissheit was sie getan hatte. War es das wovon ihre Mutter gesprochen hatte? War das die Bürde eines jeden Soldaten? Schliesslich rang sie sich durch diese und schulterte die Last welche tonnenschwer auf ihr lastete um sich aufzurichten. Jeder hier hatte getötet, viele ihrer Kameraden hatten Blut an ihren Händen und liessen sich davon nicht derart erschlagen, also durfte sie das auch nicht. Als Anführerin dieser Einheit musste sie aufrecht stehen, ihren Kameraden ein Vorbild sein und sie Stützen anstatt sich von ihnen tragen zu lassen. „Ja, ich bin nur etwas geschafft, der letzte Kampf hat mich ziemlich mitgenommen… danke…brauchst du noch?“ sie deutete eine Bewegung mir der Klopapierrolle an. Als die Asari den Kopf schüttelte stellte sie sie neben sich hin und setzte ihren Helm wieder auf. Das UW an ihrem Handgelenk das ihr als Lichtquelle gedient hatte damit sie in der Dunkelheit etwas hatte sehen können erlosch, auch Kiara musste ihren Helm wieder aufsetzen um nicht blind umherzutappen. „Hilf, Tanja und den anderen bei Sicherungskasten, sorgt dafür dass ihr ihn irgendwie überbrücken könnt, sonst müssen die hier blind landen…“ sie wechselte auf den allgemeinen Kanal „Und jemand soll endlich das blöde netz da wegnehmen, macht die Notlichter der Landeplattform an!“ Nach ein paar weiteren Schritten war sie in der Mitte des Hauptplatzes angekommen. Nun waren wieder alle beschäftigt, jeder hatte seine Aufgabe und es gab für den Moment nichts zu tun. Zeit um nachzudenken, die Bilder wieder und wieder ertragen zu müssen. Sofort zuckte sie zusammen als sie wieder jene Augen vor sich sah. Ein Teil von ihr wusste das sie sich nicht ewig flüchten konnte aber bis sie wieder zuhause wären würde sie sich beschäftigen müssen um den Bildern zu entgehen. Sie war geradezu erleichtert als sie jemand ansprach. Als sie sich umdrehte sah sie den Turianer vor sich der mit ihr hätte den Raum sichern sollen. „Jenni, ich… ich wollte mich bei dir entschuldigen… nein, das reicht nicht, ich wollte dich um Vergebung bitten. Du wärst meinetwegen fast gestorben, weil ich zu langsam war. Hätte ich schneller reagiert…, wäre ich nur schneller gewesen wäre ich bei dir gewesen und hätte dir helfen können…“ „Nein, wenn du versucht hättest zu schiessen hättest du bloss mich getroffen und wenn du mir nachgesprungen wärst hätte dich die Schleuse Zerquetscht.“ „vielleicht… aber es war meine Schuld das du da alleine drin warst also hätte ich dir wenigsten zu Hilfe kommen sollen aber die Tür liess sich nicht direkt öffnen wir mussten zuerst das Notfallprotokoll überschreiben und die Tür dann manuell öffnen. Es viel zu lange gedauert… wir brauchten fast eine Minute bis wir drin waren, das hätte nicht passieren dürfen.“ Er wirkte aufrichtig beschämt, sie konnte spüren wie sehr es den Turianer belastete das er ihr nicht hatte helfen können. „Vielleicht hast du recht, und es war deine Schuld dass ich da drinnen fast gestorben wäre…“ der Schock traf den Turianer wie ein Kessel Eiswasser ins Gesicht „aber wenn ich nicht den Befehl gegeben hätte ohne Verstärkung zu stürmen wäre ich gar nie in diese Situation gekommen. Gib dir nicht die Schuld für eine Situation die du nicht hast verhindern können.“ „denn schliesslich war es allein meine Schuld“ fügte sie ihren beruhigenden Worten innerlich an. 
 

Die Luft im Shuttle war stickig, sie stank nach Schweiss, Dreck und Blut. Letzterer Geruch stammte hauptsächlich von ihrer und der Rüstung von Kiara und Tanja, ihre Rüstungen waren als einzige damit in Kontakt gekommen. Die Piloten hatten sie entsetzt angestarrt als sie eingestiegen waren. Die Notfallbeleuchtung des Landefeldes war mit einem separaten Notgenerator betrieben, hatte aber kaum gereicht um den Hauptplatz zu erhellen. Jenni war erst ganz am Schluss ins Shuttle gestiegen und hatte vorher die angekommenen Allianzsoldaten eingewiesen. Als sie die Techniker in den unterirdischen Teil der Anlage geführt hatte waren ihr die entsetzten Gesichter der Männer und Frauen nicht entgangen. Es war nicht ihre Aufgabe gewesen die Kampfspuren zu beseitigen weshalb sie das Hauptaugenmerk auf die Verteidigung der Basis und die Bewachung der Geiseln gelegt hatte. Sie hatten zwar die Toten auf dem Hauptplatz an den Rand des Hauptgebäudes getragen aber den Gang im Labor zu säubern wäre ohne entsprechendes Werkzeug ein vergebliches unterfangen gewesen. Deshalb schlug den Technikern und den Soldaten, die sie begleiteten derselbe widerliche Gestank entgegen den sie hatten ertragen müssen, nur das die Neuankömmlinge keine Atemmasken trugen. Der Anblick der zerfetzten Leichen hatte manchen schwer zugesetzt. Ihre Blicke hatten Bände gesprochen, sie mussten sie für ein Monster halten. Ein Monster, das sein Gesicht hinter einer Maske und seinen Körper hinter einer Blutverschmierten Rüstung verbarg und so absolut nichts menschliches an sich trug, ausser der Stimme, doch selbst diese konnte nur imitiert sein. In Wahrheit hätte sie sich am liebsten die Rüstung vom Leib gerissen um wenigstens das Gefühl das sie ihr gab, das in ihrem Verstand mit Kämpfen verbunden war loszuwerden, doch das ging nicht, und ohne Helm hätte sie kaum etwas gesehen draussen, so blieb es ihr erspart ihren Begleiter in die Augen sehen zu müssen.

Nun sassen sie in den Shuttles auf dem Weg nachhause. Der Flug dauerte bereits eine Weile und er würde auch nicht bereits in den nächsten zehn Minuten enden. Im Inneren sprach keiner ein Wort, anscheinend war Jenni doch nicht die einzige, die das Gesehene erst einmal verdauen musste. Besonders ihre zwei Kameradinnen von Dolch schien es erwischt zu haben. Tanja starrte mit leerem Blick auf den Boden und wirkte geistig völlig abwesend, das leichte Wackeln, das durch das Shuttle verursacht wurde und gelegentliches Blinzeln war die einzigen Bewegungen die sie am Körper ihrer Kameradin ausmachen konnte. Kiara hingegen wirkte nervös, sie kratzte mit ihrer Stiefelspitze über den Boden des Shuttles und spielte an ihren Handschuhen herum. Dabei wirkte auch sie abwesend, wahrscheinlich versuchte sie auch gerade den Gedanken an die Mission zu entkommen. Jenni wusste noch nicht genau was sie dermassen erschüttert hatte, aber sobald sie in der Basis waren würde sie sich die Aufnahmen ihrer HUDs ansehen.. Diese Aufnahmen gaben das Gesehene der Soldaten praktisch aus der Ego-Perspektive wieder und konnten so zur Fehleranalyse genutzt werden… zumindest verkaufte es die Allianz so. In Jennis Augen war es nur eine weitere technische Spielerei um im Falle eines Fehlschlages einen Schuldigen zu finden und als Sündenbock hinstellen zu können. Trotz all der aufbauenden Worte der Allianz schien das Militär seinen Soldaten nur soweit zu vertrauen wie sie sie kontrollieren konnten. Gewollt spann sie den Gedanken weiter um keinen Platz für anderes zu lassen. Was kümmerte es die Bürohengste überhaupt wie die Soldaten an der Front ihre Arbeit erledigten? Wenn sie ihnen nicht genug vertrauten um ihr Wort als Beweis gelten zu lassen wie konnten sie ihnen dann vertrauen sie und ihr Land zu beschützen? Die Anführerin der BDF kam zum Schluss das dem nur so war weil jene die über ihr Vorgehen richteten zu feige oder zu schwach waren es selbst zu erledigen.

 

Beim Anflug auf die Basis ging draussen gerade die Sonne auf. Die Augenlider der Soldaten waren schwer und obwohl die meisten noch immer die Nachwirkungen des Kampfes spürten, versuchten sie dies bestmöglich zu verbergen. Auch Kiara und Tanja, die von ihrem Shuttle am schwersten betroffen schienen, hatten sich wieder gefangen. Zuvor hatten sie in einem Transporter der Allianz zwischengehalten und sich wenigstens etwas die Beine vertreten können. „Wir sind in zwei Minuten unten, packt eure Sachen zusammen“ meldete der Pilot. Jenni riss sich von den Gedanken in ihrem Kopf um ihre Ausrüstung zu kontrollieren. Innerlich ging sie den Ablauf durch. „Erst ins Arsenal die Waffen abgeben dann runter und die Rüstungen ausziehen, anschliessend unter die Dusche, Missionsbesprechung und dann schlafen gehen.“ Mit einem leichten Ruck setzte das Shuttle auf und die Biotiker im Inneren erhoben sich. Auf dem Platz vor dem Hauptgebäude wurden sie bereits erwartet, Reeston, einige andere Ausbilder und am Rande des Platzes ein paar Soldaten die sie neugierig begutachteten. Jetzt bereute Jenni es, ihre Rüstung nicht gesäubert zu haben. Das Blut war längst getrocknet und nun nur noch schwer wegzukriegen. Sie traten vor ihre Vorgesetzten und salutierten kurz, den Helm unter den linken Arm geklemmt. „Sir, BDF meldet sich zurück, wir konnten die Basis erfolgreich einnehmen.“ Reeston erwiderte den Salut und meinte einen Moment später „stehen sie bequem Soldaten… ich habe die ersten Berichte der Techniker bereits erhalten… es war unvorhergesehen, dass ihr dort auf Laboreinrichtungen gestossen seid. Noch liegen keine genaueren Daten vor, aber wir werden sie hoffentlich bald erhalten. Ich gratuliere zum Erfolg der Mission. Das Debriefing wird noch einen Moment warten können, zieht euch erst mal um, ihr seht aus als wäre es ganz schön heftig zur Sache gegangen. Ich habe nicht vernommen, dass es Verletzte zu beklagen gäbe, falls diese Information sich als falsch erweisen sollte meldet das in der Krankenstation. Bis dahin wegtreten.“ Die Stimme des Colonels war streng aber sie hatte trotzdem eine Wärme in sich wohnen, die Jenni zum Lächeln brachte. Bisher hatte sie weder das Bedürfnis noch die Zeit gehabt ihren „Sieg“ zu feiern. Nun waren sie wieder zuhause und würden bestimmt Glückwünsche und Gratulationen erhalten. Tatsächlich dauerte es nicht lange, sie waren gerade wieder aus dem Arsenal zurück in dem sie ihre Waffen und die nicht gebrauchten Granaten wieder deponiert hatten, als auch schon das erste vertraute grinsendes Gesicht vor ihnen Stand. „Wusst ich doch, dass du es packend würdest. Gute Arbeit von euch allen!“ verkündete Eric lautstark als er auf Jenni zutrat. Er griff ihre Hand und stiess mit seiner Schulter vorsichtig gegen die seiner Kameradin. „Unkraut vergeht nicht“ meinte diese mit schiefem Lächeln. „Na hoffen wirs doch, es würde sich nicht wirklich lohnen wenn ihr so lange trainiert nur um gleich beim ersten Einsatz den Löffel abzugeben… du musst mir aber nachher unbedingt erzählen was oder wer da an deiner Rüstung hängen geblieben ist“ meinte er mit angehobenen Augenbrauen. „aber ich will euch nicht aufhalten, kommt nach dem Debriefing in die Kantine, damit wir noch schnell ein paar Worte wechseln können, bevor ihr euch hinlegt.“ Eric schien selbst für seine heitere Art aussergewöhnlich gut drauf zu sein. Er salutierte zum Spass und trat eilig davon. Die nächsten Minuten verbrachten sie damit sich aus ihren Rüstungen zu schälen und anschliessend zu duschen. Nach der warmen und ungemein befreienden Dusche hatten die Meisten Mühe nicht sofort einzuschlafen, das Adrenalin war längst verflogen und was blieb war die Müdigkeit nach der Anstrengung.
 

Das Debriefing war unspektakulär verlaufen und hatte nur fünf Minuten gedauert, die richtige Besprechung würde erst am nächsten Tag stattfinden, wenn das Videomaterial ausgewertet und die Berichte des Techteams vorliegen würden. Reeston entliess sie vorerst, für den nächsten Tag waren zahlreiche Auswertungen und psychologische Gutachten angesagt. Als sie die Kantine betraten wurden sie bereits erwartet. Teile von Erics Einheit sassen an einem Tisch in der Kantine und empfingen sie mit einem freundlichen Lächeln. „Macht mal Platz für die müden Krieger, sie haben uns bestimmt eine ganze Menge zu erzählen, schliesslich ist der erste Einsatz immer etwas Besonderes.“ Wie ihnen angewiesen, machten die Soldaten den Neuankömmlingen Platz und verteilten sich auf einen zweiten Tisch, anscheinend waren sie wirklich alle an den Schilderungen der “Neulinge“ interessiert. „Und wie war es? Dein “erstes Mal?“ „Schon ne Weile her“ antwortete Jenni frech als sich setzte. „Nicht dass, wobei… ne das kannst du nachher erzählen, wie war der Einsatz? Ich habe bisher nur die Grundinfos  gelesen.“ „Wie soll er gewesen sein? Aufregend, spannend und erschreckend. Es… es ist schwer zu beschreiben jetzt im Nachhinein.“ „Was ist denn genau passiert?“ „Naja, wir sind planmässig vorgegangen, dazu gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen. Wir konnten die Basis erfolgreich stürmen, wenn du den taktischen Plan kennst, weisst du im Prinzip eigentlich schon alles.“ Es war ihr unangenehm über den Einsatz zu reden, jene schrecklichen Bilder begannen wieder in ihrem Geist zu kursieren. „Komm, nicht so geizig mit den Details, du kannst mir nicht erzählen, dass ihr da einfach rein spaziert seid und das wars…“ einer von Erics Leuten machte eine auffordernde Geste mit der Hand während er sprach. „Es ist nicht leicht darüber zu reden, vergiss das nicht. Nach unserem ersten Einsatz mussten  wir das Ganze auch erst einmal verarbeiten“ ermahnte ihn Eric. „Ich weiss diese Fragen sind ziemlich persönlich, es muss also niemand darauf antworten, wenn er oder sie gefragt wird. Ein paar von euch haben an der Rüstung ne ziemliche Sauerei gehabt als ihr hier angekommen seid, ich gehe mal davon aus, dass die zumindest eine Kerbe in der Waffe haben. Wer hat denn alles eine?“  Einige hoben die Hand, andere zögerten etwas. „Schwer zu sagen, wenn drei auf denselben Feind schiessen, wer hat ihn dann…“ Marcel sprach das letzte Wort nicht aus, ob aus Unbehagen oder nicht konnte Jenni nicht erkennen. „Hm, schwer zu sagen, da sowas eigentlich nur im Notfall vorkommen sollte, aber ganz spontan würd ich in dem falle sagen jeder der n tödlichen Schuss angebracht hat. Was Eric eigentlich fragen wollte aber natürlich viel zu anständig ist wäre… Wer von euch hat getötet?“ Die rauchige Stimme gehörte dem Soldaten am rechten Tischrand. Er hatte bisher kaum etwas gesagt und wirkte sehr zurückhaltend. Für einen Moment lang schwiegen alle am Tisch. Selak war der erste der sich meldete. „Einen Abschuss mit der Sniper“ „Ich auch“ fügte Sarjka an. Nach und nach meldeten sich einige. „vier oder fünf, je nach dem“ Alle Blicke ruhten auf Tanja die sofort wieder schwieg und fragend in die Runde blickte. „Vier oder Fünf?“ Nun wurde es auch ihr ungemütlich, in Zahlen zu sprechen war einfach da jeder getötete auf eine einfache Ziffer reduziert wurde, es gab nichts was ihn von den einen vom anderen unterschied. Doch sobald Details ins Spiel kamen wurden aus den “Feinden“ wieder Menschen welche ein Leben, vielleicht eine Familie und Verwandte hatten. Genau diese Überlegungen waren es, die dem Soldaten das Kreuz brachen. Die junge Frau wollte eine genaue Beschreibung umgehen, aber das würde bloss in noch mehr Fragen enden weshalb sie es sein lies. „Ich habe zwei beim Hinterhalt und zwei in der Basis erwischt, den letzten hab ich tödlich verwundet, aber er bekam noch eine Salve ab bevor er daran gestorben ist.“ nach kurzer Pause kam was kommen musste. Deine Rüstung war auch voller Blut, wie ist das zustande gekommen?“ Da Tanja sichtlich mühe hatte die richtigen Worte zu finden schritt Kiara ein. „genauso wie bei allen aus der Dolch Einheit. Wir mussten die Patrouillen ausschalten ohne lärm zu machen… eine Monoklinge ist wesentlich leiser als eine Pistole oder ein Gewehr.“ „Ach so“ Kiara war erleichtert darüber das sie ihre Erklärung nicht noch genauer ausführen musste. „Und bei dir Jenni?“ die angesprochene war etwas in Gedanken versunken gewesen. „Was? Ähm… ich weiss nicht wie weit ich darüber Auskunft geben darf, es stellte sich heraus, dass unsere Informationen über die Basis nicht hundertprozentig korrekt sind… sagen wir es einfach so, vier mit einer Granate und einen im Nahkampf…“ Nachdem ihre Kameraden darüber gesprochen hatten, hatte sich Jenni auch einen Ruck gegeben. „Ok… aber mit der Universalklinge…“ „Nein, ich musste ihm den Schädel einschlagen, mein UW war beschädigt worden“ unterbrach sie den ersten, der zur Frage ansetzte kalt. Die Gesichter der Männer waren gezeichnet von einer Mischung aus Erstaunen und Erschrecken. „Autsch!“ meinte der Soldat der zur Frage angesetzt hatte und pfiff leise zwischen den Zähnen durch. „Das ist hart, über Kimme und Korn ist einfach, aber von Angesicht zu Angesicht… wie war es? Was hast du dabei empfunden?“ Jennis Atem stockte, „hat er mich das gerade wirklich gefragt?“ schoss es durch ihren Kopf. Sie musste sich beherrschen ihn nicht anzuschnauzen. „Es war ein erschütterndes Erlebnis“ antwortete sie knapp. „Gut… denn sobald du gefallen am Töten findest, solltest du aufhören, dann von da ist es nur noch ein kleiner Schritt zum Töten aus Spass“ erwiderte Eric nachdenklich. „Nehmt euch vor den Psychoheinis in acht, die euch befragen werden, wenn ihr da was falsches sagt seit ihr euren Posten los bevor ihr wisst wie euch geschieht“ warnte den schweigsame N7 Soldat am Tischrand „das hat schon dem einen oder anderen guten Soldaten die Karriere versaut.“ „Hört nicht hin, Damian ist ein Idiot, er hat nur Ärger mit den Typen weil er selbst einen an der Klatsche hat.“ Die Fragerei wurde der BDF Anführerin nun zu blöd, die anderen würden sich mit den Berichten der Mission zufrieden geben müssen, sie wollte jetzt vor allem eines, schlafen. Sie verabschiedete sich freundlich aber bestimmt und macht sich auf den Weg in die Unterkunft. 
 

Ein lautes Krachen liess sie hochschnellen. Nasse Tropen liefen über ihre im gedämpften Licht des Mondes glänzende, feuchte Haut. Schweissperlen liefen ihr übers Gesicht und brannten in ihren Augen. Ihr Herz raste und sie atmete schnell. Es war bereits das dritte Mal, dass sie in dieser Nacht aufgewacht war. Mit dem Handrücken wischte sie den Schweiss von ihrer Stirn und rieb ihn sich aus den Augen. Doch es war zwecklos, ihr Körper fühlte sich an, als stünde er in Flammen und es drang sofort neuer Schweiss aus ihren Poren. Nachdem sie einmal tief durchgeatmet hatte, stand sie vorsichtig auf um niemanden zu wecken, trat nach draussen in den Gang und wurde dort sogleich von einer herrlich kühlen Brise begrüsst. Eines der Fenster im Schlafraum und eines bei den Toiletten standen offen, da Jenni nun die Tür dazwischen geöffnet hatte war ein Luftstrom entstanden. Plötzlich stutzte sie, sie war in der Tür stehen geblieben, um das sanfte Streichen der Luft über ihre Haut zu geniessen als ihr einfiel, dass eigentlich noch eine zweite Tür geöffnet werden musste um eine Verbindung zwischen den beiden Fenstern herzustellen. Sofort wanderte ihr neugieriger Blick den Gang entlang an dessen Ende die Tür zur Frauentoilette einen Spalt breit offen stand. Aus dem Inneren fiel Licht auf den kalten Boden unter ihren Füssen. Gerade als sie losgehen wollte um nachzusehen, ob ausser ihr noch jemand anderes wach war, trat Tanja aus besagtem Raum und tapste ihr Barfuss entgegen. „Auch Probleme beim Schlafen?“ Etwas überrascht antwortete Jenni nach kurzem zögern. „Ja, ich… ich schwitz mich da drin zu Tode. Auch wenn sie wusste, dass es eigentlich schwachsinnig war wollte sie ihrer Kameradin nicht sagen, dass sie wegen Alpträumen nicht schlafen konnte. Es war immer das selbe Spiel gewesen in den letzten Stunden, sie hatte versucht zu schlafen und kaum war sie eingeschlafen, war sie wieder in dem Raum gefangen in dem sie den Zenturio bekämpft hatte. Es war ihr unmöglich zu entrinnen oder sich dessen zu erwehren, sie war verdammt tatenlos zusehen zu müssen und immer war es das selbe was sie sehen musste. Ein blutüberströmter Mann, mit zerschundenem Gesicht und Körper robbte auf sie zu, zähnefletschend und schnaubend. Wenn er sie erreichte reagierte Jennis Körper von selbst und sie konnte nichts dagegen tun. Sie packte den Zenturio und holte zum Schlag aus. Das war jeweils der Moment in dem Jenni schreien wollte da sie nicht zuschlagen wollte, doch stattdessen wachte sie jedes Mal aufs neue schweissgebadet in ihrem Bett auf. Nach jedem Mal wurde die Angst wieder einzuschlafen grösser, da sie genau wusste worauf es hinauslaufen würde. „Stimmt, die sollten hier eine anständige Kühlung einbauen.“ Tanja warf ihr einen Blick zu der verriet, dass sie den wahren Grund kannte weshalb Jenni wach war, etwas in ihren Augen verriet es. Die beiden braunen Augen die sie müde anblickten verrieten aber auch, dass sie selbst keinen Schlaf fand, aus dem selben Grund. Erschöpft trat Jenni in Bad, kaltes Wasser, das sie sich ins Gesicht spritzte um die Hitze zu vertreiben und den Schweiss wegzuwaschen, rann über ihre Wangen. Beim Blick in den Spiegel fragte eine Stimme in ihrem Kopf „Wieso bist du hier? Hast du etwa Angst davor schlecht zu träumen? Das sind nur Erinnerungen! Der Typ ist längst tot, was bringt es dir darüber den Kopf zu zerbrechen? Er wird dadurch auch nicht wieder lebendiger!“ Die Worte klangen so erleichternd logisch, doch ein Teil von ihr hätte am liebsten geheult weil er all das Wissen, das diese Stimme bewusst ignorierte, vor sich sah. „Das war nicht einfach irgend ein Typ, es war ein Mensch, genau wie du. Er hatte bestimmt Freunde genau wie du! Was macht es also für einen Unterschied ob du ihn oder irgendjemanden aus von deinen Freunden getötet hättest? Ein Leben ist ein Leben und du kannst das nie wieder gutmachen!“ Die Häärchen auf ihrem Rücken stellten sich bei den Anschuldigungen ihres Gewissens auf und sie begann zu frösteln. Die Worte der ersten Stimme klangen viel beruhigender, sie sprachen sie von der Schuld frei und gaben ihr ein gutes Gefühl, doch das Flüstern ihres Gewissens liess sich nicht ignorieren. Nun noch mehr niedergeschlagen trottete sie zurück zu ihrem Bett und lies sich darauf niedersinken. „Bitte lass mich einfach schlafen, mach, dass die Bilder verschwinden“ flüsterte sie leise ehe sie ihr Gesicht in ihr Kopfkissen vergrub um sich weiteren unruhigen Stunden zu stellen.

 

Die BDF sass wieder in dem selben Raum wie bei der ursprünglichen Missionsbesprechung, nur, dass diesmal keine Projektion da war. Im gedämpften Licht des Raumes hatte Jenni Mühe, wach zu bleiben. Reeston hatte bereits eine Weile geredet, alle guten und schlechten Punkte ihres Vorgehens aufgezählt und anschliessend den Raum verlassen um jemanden zu holen. Nach kurzem trat der Colonel gefolgt von einer älteren Frau wieder in den Raum. Die Frau trug keine Allianzuniform, sie trug einen Kittel der dem eines Arztes ähnelte. Sie hatte eine Brille auf der Nase und trug ein Datentablett mit sich. Als Reeston seinen Platz vor der Gruppe erreicht hatte stellte der die Dame kurz vor. „Soldaten, das ist Elisa Grenich, eine der besten Bio-Synthese Technologinnen in unseren Reihen. Sie ist Spezialistin für jegliche Arten von Implantaten.“ Er räumte das Feld, damit sie vor allen sprechen konnte. „Nun ja, da der Colonel mir den formellen Teil bereits abgenommen hat komme ich gleich zur Sache. Das Labor, das ihr unter der Basis gefunden habt war ein Versuchslabor, Cerberus hat dort eine Reihe von Feldversuchen mit technologisch verbesserten Soldaten durchführen wollen. Diese “Verbesserungen“ sollten ähnlich wie die Biotikimplantate in euren Körpern funktionieren und den Körper von innen heraus unterstützen. Die Tech die Cerberus angewendet hat nimmt jedoch wesentlich grösseren Biologischen Einfluss auf den Körper und ist daher sehr gefährlich und instabil.“ Als sie kurz pausierte um wieder Luft zu holen schoss Jennis Hand in die Höhe „Ma’am, gestatten sie eine Frage… als wir die Basis betreten haben sind wir nur auf geringen Widerstand gestossen, ich bin mir ziemlich sicher dass es nur ein einziges Versuchsobjekt gegeben hat.“ Sie musterte die Rothaarige vor ihr neugierig. „Wie kommen sie zu diesem Schluss?“ „Ich musste gegen dieses Versuchsobjekt kämpfen und wäre dabei beinahe draufgegangen…“ Stille überflutete den Raum und eine fast schon spürbare Anspannung begann zu knistern. „Dieses “Versuchsobjekt“, dieser Mann war stärker als jeder andere den ich bisher getroffen hätte. Er war schneller und stärker als alle anderen Wachen und konnte selbst unter unmenschlichen Schmerzen und schlimmsten Verletzungen noch kämpfen, wie es kein normaler Mensch gekonnt hätte... aber er war wie ein wildes Tier, als wäre er…“ ihr fehlte das passende Wort aber die Professorin schien verstanden zu haben was sie sagen wollte. „Besessen?“ meinte sie, während ihre Finger eilig etwas auf den Datenpad eintippten. „Das bestätigt meine Vermutungen. Als wir seine Leiche untersuchten, was auf Grund der Heftigen Gewalteinwirkungen vor seinem Tod nicht sehr einfach war… fanden wir heraus dass bei der Operation einige fatale Fehler unterlaufen sein mussten. Eine Fehlfunktion sorge für eine Vernarbung des Gewebes, das an die Implantate grenzte. Der Proband musste furchtbare Schmerzen leiden. Eine alte, grösstenteils verheilte Verletzung deutet auf einen misslungenen Selbstmordversuch hin. Als die Leute begriffen, was mit dem armen Kerl los war pumpten sie ihn mit Schmerzmitteln voll, um weitere Selbstmordversuche zu verhindern. Nach einer Weile geriet er aber ausser Kontrolle, einige Videoaufnahmen beweisen, dass er immer öfter Aggressionsprobleme hatte. Schliesslich kam es zu einer Handgreiflichkeit bei der eine andere Wache schwer verletzt wurde. Also sperrten sie ihn in diesem Raum ein. Sie hatten ihm Vorräte hineingepackt und die Tür verriegelt damit er auch mit seinem UW von innen nicht rauskam. Wir wissen nicht genau, wie lange er da drinnen eingesperrt war aber anscheinend ist ihm das Schmerzmittel ausgegangen und er ist an den Schmerzen wahnsinnig geworden, das erklärt zumindest, wieso er dermassen unbeherrscht auf Sie losgegangen ist.“ Innerlich atmete Jenni auf . Er war irre gewesen, er hätte keine Zukunft gehabt, sie hatte nur einen Psychopaten getötet. „Jedenfalls konnten wir aus den Daten die übrig geblieben sind nicht allzu viel herausfinden, fest steht jedoch, dass diese Implantate technisch extrem fortschrittlich sind. Wen Cerberus es schaffen sollte, diese effektiv einzusetzen und die Schwierigkeiten bei den Operationen überwinden kann, werden diese Implantate uns noch eine Menge Ärger machen.“ Um einen zu besiegen hatte sie bereits all ihre Kraft einsetzen müssen, zwei solche Soldaten oder eine ganze Armee davon wären ein gewaltiges Problem. Dazu würde noch kommen, dass diese Soldaten überlegt, taktisch, und in guter Zusammenarbeit vorgehen würden. Nach dem Reeston wieder das Wort übernommen hatte wurden noch die letzten Fragen geklärt ehe er die Einheit zu den Psychologischen Gutachten schickte. 
 

„Parker, du kannst gleich mit mir kommen.“ Meinte Reeston, als die Biotiker gerade dabei waren den Raum zu verlassen. Sofort hielt Jenni inne und drehte sich um. Jeder noch so krampfhafte Versuch in Reestons Mine etwas zu lesen, war jedoch vergeblich, seine Mine war emotionslos, wirkte aber nicht strenger als sonst. „Natürlich Sir“ erwiderte sie und wartete bis er ebenfalls zum Ausgang trat um ihm anschliessend zu folgen. „Weshalb will er mich separat sprechen?“ viele solcher Fragen wirbelten durch ihren Kopf und liessen ihr keine Ruhe. Der Weg war nicht weit doch schien ewig zu dauern, die Stille war beklemmend. Nachdem sie dem Flur gefolgt waren und die Treppe in die Etage über ihnen genommen hatten trat Reeston an eine Tür, öffnete sie Jenni und blieb am Eingang stehen. „Setz dich, ich stosse nachher zu euch.“ Jennis Pupillen weiteten sich, der Colonel sprach in Mehrzahl, wer befand sich also in dem Raum? Etwas zögerlich betrat sie das Zimmer. Vor ihr stand ein Tisch mit weissem Tischblatt und metallenen Beinen an jeder Ecke. Erleuchtet wurde der Raum durch eine an der Decke befestigten Lampe. Die Halbkugel aus milchigem Glas verströmte ein kühles weisses Licht, das von den weissen Wänden und dem Boden zurückgeworfen wurde. Am anderen Ende des Tisches sass eine Frau mittleren Alters. Sie trug eine Allianzuniform, diese unterschied sich aber farblich von der ihren. Das freundliche Lächeln in ihrem Gesicht war ansprechend reichte aber nicht um das flaue Gefühl aus Jennis Magen zu vertreiben. „Setzen sie sich doch bitte“ meinte sie mit freundlicher Stimme und wies auf den Ihr gegenüberstehenden Stuhl. Wie aufgefordert nahm Jenni Platz aber sie konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass etwas nicht stimmte. „Mein Name ist Emilia Larn, ich bin hier um Ihr Psychologisches Gutachten zu erstellen. Sie sollten sich entspannen und möglichst ruhig bleiben. Dieses Gutachten dient zu ihrer eigenen Gesundheit, also ist es unbedingt notwendig, dass sie die Wahrheit sagen.“ Unweigerlich gingen ihr wieder Damians Worte durch den Kopf. Fantasien, Bilder formten sich in ihrem Kopf. Der Bericht über ihren geistigen Zustand würde an Reeston weitergeleitet und er würde sie dann aus der Einheit nehmen. Ihre Nervosität wuchs rapide an. Emilia die dies zu sehen schien lächelte wieder freundlich und meinte ruhig „Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, ich werde ihnen nur ein paar Fragen stellen und mit ihnen den vergangenen Einsatz durchgehen, nichts grosses. Falls irgendetwas sie belasten sollte, können Sie mir das sagen, damit wir darüber reden können. Diese Gespräche werden diesen Raum nicht verlassen, sie können also offen Sprechen.“ „Genau, ich kann dir all meinen seelischen Müll zeigen damit du darin rumstochern kannst um irgendetwas zu finden. Für dich ist das schon nichts grosses, ein paar Kreuze zu setzen, aber für den Soldaten dem du damit seine Karriere zerstörst schon“ fluchte sie innerlich. „Ich dachte Sie müssten mein Gutachten erstellen, das wäre aber ziemlich sinnlos wenn diese Informationen anschliessend nicht weitergegeben werden dürfen…“ fragte Jenni misstrauisch nach. „Das Gutachten wird zwar auf Grund der Gespräche hier erstellt wird aber keine konkreten Gesprächsthemen beinhalten.“ Mit einem Nicken gab die junge Rothaarige an verstanden zu haben. „fangen wir also an. Zuerst werden wir mal etwas ganz einfaches nehmen, ihren jetzigen Zustand… wie fühlen sie sich im Moment?“ „Hm, ich bin noch immer etwas geschafft von unserem letzten Einsatz, aber ansonsten geht es mir nicht schlecht.“ „Konnten sie sich nicht erholen seither? Hatten sie Probleme beim Schlafen?“ Jennis Magen krampfte sich zusammen, in ihrem Inneren stritten sich Vernunft und Angst. Sie sollte ihr die Wahrheit sagen wollte aber nicht 

Modifié par elitedefender2, 18 août 2013 - 01:28 .


#606
elitedefender2

elitedefender2
  • Members
  • 1 712 messages
deswegen ausser Dienst genommen wurde. „Hm, ich hatte eine etwas holprige Nacht aber nichts Aussergewöhnliches“ log Jenni. „Mhm…“ nach einem kurzen Eintrag auf ihrem Datenpad fuhr sie fort. „Gibt es irgendetwas das sie bedrückt oder ihnen Sorgen bereitet?“ „Hm… im Moment nicht“ erwiderte Jenni knapp. „Ok… Ihr letzter Einsatz war ein Kampfeinsatz, sie waren dort gezwungen gewaltsam gegen Feinde vorzugehen. Ich erhielt Einsicht in die Aufnahmen ihrer Helmkamera… die Kämpfe waren ziemlich brutal, wie es ihnen ergangen? Hatten sie Probleme damit sich mit ihrem Handeln auseinander zu setzen?“ Nun war der Moment gekommen in dem Jenni klar wurde weshalb sie ein ungutes Gefühl gehabt hatte als Reeston sie hierhin geschickt hatte.

 

Schweiß lag auf ihrem Rücken, während vor ihren Augen die Aufnahme ihres Kampfes über eine holographischen Bildschirm abliefen. Mit verkrampften Muskeln starrte sie auf die Aufnahme, blankes Entsetzen regierte in ihrem Kopf. Die Aufnahmen riefen Erinnerungen wieder wach und liessen sie so real in ihr ablaufen. Sie konnte die Situation praktisch noch einmal aus genau der selben Perspektive erleben. Der Mann, der vor ihr lag wurde von ihren Fäusten brutalst traktiert. Was sie am meisten schockierte war nicht die Brutalität der Szenen, sondern das Wissen wie egal es ihr im Moment des Kampfes gewesen war, was sie dem Zenturio angetan hatte. Das war auch das erste Mal, dass sie sehen konnte welchen Schaden jeder ihrer Schläge anrichtet. Bereits nach drei Schlägen war der Schädel des Zenturios eingeschlagen gewesen und er hatte keine Lebenszeichen mehr von sich gegeben, doch sie schlug weiter auf ihn ein. Am liebsten hätte sie Emilia aufgefordert die Aufnahme zu stoppen doch die Genugtuung wollte sie ihr nicht auch noch geben. Diese hatte bereits ihr UW mit Jennis verknüpft um so ihre Körperwerte messen zu können während sie die Aufnahmen ansehen musste. Sie konnte so schon nicht mehr verstecken was sie fühlte, also würde sie wenigstens stark genug sein es zu ertragen. Jenni konnte ihr ansehen wie sehr sie das abstiess was sie sah. Es war so ironisch, diese Frau sollte beurteilen können ob ein Soldat im Stande war das Grauen des Kampfes zu ertragen, aber selbst hatte sie noch nie gekämpft geschweige denn getötet. Das ganze hier erschien ihr so falsch, wenn jemand über ihren geistigen Zustand entscheiden sollte, dann wohl eher jemand der aus eigener Erfahrung sprechen konnte. Nachdem die Aufnahme zu Ende gegangen war verblasste sie und Jenni war wieder mit der Psychologin alleine. „Was sie ertragen mussten war furchtbar, dieses Erlebnis muss sie bestimmt schwer getroffen haben. Ihre Werte waren ziemlich hoch, eine traumatische Nachwirkung ist in Anbetracht solcher Szenen aber auch kein Wunder. Ich verstehe, dass sie vielleicht nicht darüber…“ „Nein tun sie nicht“ Mitten im Satz unterbrochen stockte die Psychologin. „Sie haben keine Ahnung wie es ist so etwas tun zu müssen“ fuhr die Anführerin der BDF kalt und distanziert fort, während sie vor sich auf den Tisch sah. „Haben sie schon mal gekämpft? Mussten sie schon mal ein Leben nehmen, um ihr eigenes zu wahren?“ Nachdem sie einen Moment perplex gewesen war fing sich Emilia. „Nein, aber ich habe Psychologie studiert und weiss wie sich so etwas auf den Menschen auswirkt.“ Nach einem verächtlichen Atemstoss der aus ihrer Nase entwichen war, sah Jenni ihr in die Augen „Von wem haben sie das gelernt? Von einem anderen Professor der es wieder von einem Professor gelernt hat? Wer sagt ihnen eigentlich dass das was Ihnen erzählt wurde stimmt? Ich könnte Ihnen irgendwas erzählen und sie hätten keine Ahnung ob dem wirklich so ist. Ich respektiere ihre Position und ihre Arbeit, aber sagen sie mir nicht sie würden wissen wie es mir oder irgend einem Soldaten gehe, der aus der Schlacht zurückkehrt. Denn dafür müssten sie selbst Blut an den Händen haben. Sie wissen was mit uns geschieht aber sie kennen den Ursprung nicht.“ Dass ihre Worte eine empfindliche Stelle getroffen hatten konnte an Emilias Gesicht unschwer erkannt werden, sie war gekränkt blieb aber professionell. „Vielleicht haben Sie recht, aber wenn ich einen Soldaten vor mir habe dann kann ich sehen ob er der Belastung einer weiteren Schlacht gewachsen war oder ob er darunter zerbrechen würde. Jede Aktion, jede Bewegung oder Geste sagt etwas über unsere Verfassung und Laune aus, wissen Sie. Meine Aufgabe ist es Soldaten die jene schlimmen Erinnerungen verarbeiten dabei zu helfen und denen die daran zerbrochen sind, oder noch werden, eine Linderung und eine Möglichkeit auf Heilung zu geben. Diese Gutachten werden nicht angestellt um Sie oder Ihre Leute möglichst zu schikanieren für ihre Menschlichkeit, es geht darum, sie vor schlimmerem Übel zu beschützen, auch wenn viele Soldaten immer nur die kurzfristigen Auswirkungen sehen.“ Diese Worte waren energischer gekommen als es Emilia lieb war, auch als Profi war sie nicht perfekt. „Das Sehen dieser Aufnahmen hat bei ihnen zu starken Stresszuständen geführt. Sind sie sicher, dass sie wirklich keine Probleme beim Schlafen hatten? Bei solchen Symptomen ist es äusserst selten dass die Betroffenen nicht auch unter Alpträumen leiden. Den Soldaten ist es aus irgendwelchen Gründen meist peinlich darüber zu sprechen obwohl es eigentlich ganz natürlich ist. Wenn wir schlafen kann unser Verstand unser Unterbewusstsein nicht mehr kontrollieren und aufgestaute Erinnerungen nicht mehr zurückhalten.“ Nun wurde die junge Frau leicht rot im Gesicht, es war ihr peinlich, dass sie beim lügen erwischt worden war, dazu noch nachdem sie so unhöflich gewesen war. „Nun ja, vielleicht war es doch etwas mehr als bloss “holprig“ gestand sie. „In dem Fall muss ich Sie ausser Dienst stellen.“




Das Wars auch schon wieder aber das nächste Kapitel kommt schon bald, hoffe ich zumindest >.<
an jedem so lange zu sitzen wäre ärgerlich. Bis dahin wünsche ich schon mal eine schöne Woche

Grüsse Elite

Modifié par elitedefender2, 18 août 2013 - 01:30 .


#607
Zerydal

Zerydal
  • Members
  • 519 messages
Posted Image

du brauchst eindeutig zu lange :D

Posted Image

Modifié par Zerydal, 13 août 2013 - 11:09 .


#608
NoIdeas00

NoIdeas00
  • Members
  • 1 967 messages
Na ja, das Warten lohnt sich aber immer, nur weiter so :)

#609
elitedefender2

elitedefender2
  • Members
  • 1 712 messages
Ups... wer das Kapitel gelesen hat nach dem ich ein formlich angepasste habe (sprich die ganzen Zeilen ausgenutzt habe hatt nicht das ganze lesen können da das ende nicht mehr platz gehabt hat wies aussieht, tut mir leid das ich das erst jetzt bemerke^^

#610
elitedefender2

elitedefender2
  • Members
  • 1 712 messages
Auf das Risiko hin das der Threat längst ausgestorben ist melde ich mich trotzdem. Da wollte ich schneller sein als beim letzten Kapitel und was passiert? Projektarbeiten in der Schule Berufsmaturitätsvorberietungskurse und Skyrim. Zack ist ne Woche rum und man konnte kaum etwas schreiben. Zu allem Überfluss hat dann die Korrektur auch noch längere eit in Anspruch genommen. Kein Vorwurf an die Angesprochenen.... zumindest nur n kleiner:P

Jedenfalls, hier kommt das nächste Kapitel, ich hoffe es gefällt und entschädigt für die lange Wartezeit, viel Spass beim Lesen.

Kapitel 41

 

Die Muskeln in ihrem Gesicht erlahmten und Jenni sass mit
offenem Mund vor Emilia, die ihrem entsetzten Blick standhielt. Vor den Augen
der jungen Frau brach gerade eine Welt zusammen. Sie hatte so viel aufgegeben
und ertragen um an diesen Posten zu gelangen und nun war das alles um sonst
gewesen? Sie hätte all die Zeit mit Kiara verbringen können, ganz ohne
Einschränkungen an einer Uni auf Thessia oder sonst wo, doch nun hatte Kiara
ihr Ziel zu studieren aufgegeben, um an ihrer Seite zu kämpfen. Sie hatte das
für Jenni getan und nun war diese schuld daran, dass dieses Opfer umsonst
gewesen war. Sie durfte nicht suspendiert werden. Ein Bürojob war nicht
akzeptabel, definitiv nicht. Sie war hergekommen, weil sie kämpfen und an der
Front sein wollte. Ihr Vater hatte ihr geraten den Weg hoch zu wählen, der sie
in ein Büro bringen würde, doch das war ihr zu langweilig. Wenn sie draussen
waren und trainierten und das Adrenalin in ihren Adern sie in einen Rausch
versetzte, dann fühlte sie sich wirklich frei. Das war auch der Grund, weshalb
sie solche Übungen liebte, die Freiheit und das Adrenalin waren fast schon eine
Droge. Sie hätte nie gedacht, dass es so extrem wäre, aber auch wenn es einen
unglaublichen Stress bedeutete, wenn man unter Beschuss geriet und nicht selten
mit Schmerzen verbunden war, so war das Gefühl doch um ein vielfaches
mitreissender als jede Achterbahn. Es war ein Kick, den ihr keine andere
Aktivität mehr zu versetzen vermochte. Doch das alles spielte jetzt keine Rolle
mehr, schliesslich war ihr diese Welt, an deren Oberfläche sie in den letzten
Monaten gekratzt hatte, entzogen worden, die Tür dazu war vor ihrer Nase
zugeschlagen worden und sie musste das akzeptieren. „Nein, das darf nicht
passieren, ich muss das verhindern.“ Nach so langem Kämpfen und all der
Schinderei wäre es viel zu leicht gewesen einfach aufzugeben und sich mit allem
abzufinden. Sie würde für das kämpfen was sie erreicht hatte. Stockend und nach
den richtigen Worten suchend begann Jenni verzweifelt zu erklären, sie musste
die Situation richtigstellen. „Ich…. sie können…. Ich…“ „Warten sie“ unterbrach
die Psychologin sie, doch die Worte sprudelten einfach so aus Jenni heraus.
„Ich kann das erklären…“ „Warten sie! Es tut mir leid, dass ich sie so
erschrecken musste, aber das war der beste Weg um all das zu erfahren. Sie
wollen unbedingt ihren Posten behalten und wieder oder weiter im aktiven Dienst
sein. Ihre schockierte Reaktion zeigt, dass eine Dienstuntauglichkeit für sie
eine Katastrophe wäre. Deshalb haben sie mich auch belogen und das ist auch der
Grund, dass sie versuchen all das alleine zu ertragen und zu verarbeiten. So
etwas kommt öfter vor als sie glauben. Sie sollten aber beachten, dass das
Verweilen im aktiven Dienst ihre Psyche womöglich irreparabel beschädigen
könnte. Auch heute muss ich viel zu viele Soldaten sehen, denen ich nicht mehr
helfen kann, Soldaten, die nie wieder ein normales Leben führen können oder
deren Familien nie wieder mit dem Menschen sprechen können, den sie geliebt
hatten und zur Allianz hatten gehen sehen. Ist es das wert?“ „Ich…ich wollte
das hier schon immer, seit ich klein war wollte ich zur Allianz. Ich hatte nie
ein anderes Ziel, das ich angestrebt habe, das war meine Bestimmung und ich
wüsste nicht was ich sonst machen sollte. Was habe ich denn für Berufliche
Optionen wenn ich jetzt mit der Begründung “Dachschaden“ entlassen?“ Die ältere
Frau lächelte, Jenni glaubte einen Anflug von Selbstzufriedenheit in ihrem
Gesicht sehen zu können. Ob, weil sie Jenni letztlich doch durchschaut hatte
oder, weil sie recht gehabt hatte mit ihrer Diagnose, wusste sie jedoch nicht.
„Es ist nicht mein Ziel ihr Leben zu zerstören, das müssen sie mir glauben. Ich
möchte nur nicht, dass sie in einigen Monaten oder Jahren bereuen sich so
entschieden zu haben. Mein Job ist es dafür zu sorgen, dass niemand verletzt
wird, weil jemand anderes dem Druck nicht mehr gewachsen war und daran
zerbrochen ist… und zudem würde ein Ausschluss aus dem aktiven Dienst ja nicht
dem Ausschluss aus der Allianz gleichkommen…“ Jenni wusste was jetzt kommen
würde und sie hätte Emilia am liebsten gleich unterbrochen, da der Punkt den
sie gleich ansprechen würde zu keiner sinnvollen Diskussion führen würde. „Sie
könnten immer noch einen Job in den organisatorischen Abteilungen der Allianz
einnehmen, diese sind genauso wichtig wie die aktiven Posten.“ Jenni lächelte
höflich ehe sie so nett es ihr möglich war antwortete. „Nein, das ist keine
Option.“ „Weshalb?“ kam es sofort neugierig von der Psychologin. „Waren sie
jemals dabei, bei einem N7 Training?“, sie schüttelte erstaunt den Kopf und sah
Jenni fragend an. „Das… es ist schwer zu beschreiben, aber wenn ich da draussen
bin und trainiere, zusammen mit meinen Leuten, da gibt es mir das ein Gefühl
von Freiheit. An der Front zu sein, der Lärm der Waffen, die Aufregung, das
alles, wenn es dir gelingt deine Kameraden zum Sieg zu führen und ein Plan
aufgeht, das ist ein Gefühl, das man nicht beschreiben kann. Ich kann ihnen das
weder erklären noch zeigen. Ich kenne jedoch ein Sprichwort, das die Situation
ziemlich passend beschreibt. “Ein Vogel der einmal draussen in Freiheit
geflogen ist, wird nie wieder in einem Käfig leben können, egal wie gross
dieser auch ist.“ Es spielt keine Rolle, ob sie mich in ein Büro oder eine
Zelle stecken, “gefangen“ bin ich so oder so.“ Erschrocken über ihre eigenen
Worte, bereute sie bereits so offen gesprochen zu haben. „Das ist eine
interessante Ansicht und ich glaube sogar zu verstehen wie sie sich fühlen. Sie
wollen kämpfen und sind entschlossen alles nötige zu tun um dies zu erreichen.
Ein solch starker Wille kann den unterschied machen zwischen Zusammenbruch und
Triumph. Ein Mensch kann schier unmögliches ertragen wenn er sich weigert daran
zu zerbrechen und weiterkämpfen will… solch ein Verlangen kann aber auch
gefährlich sein, jemanden unberechenbar machen. Sehen sie mein Problem? Ich
muss entscheiden wer zu welcher der beiden Kategorien gehört und das ist nicht
leicht.“ Auf diese Aussage wusste Jenni nichts zu erwidern, das ihr geholfen
hätte also schwieg sie. Die Psychologin tippte noch einige Sätze in ihren
Bericht ein ehe sie sich wieder Jenni zu wandte um fortzufahren.

 

Die Befragung durch Emilia hatte sich noch ordentlich in die
Länge gezogen, Jenni war lange in dem Raum gewesen, bevor Reeston wieder zu
ihnen gestossen war. Er hatte Jenni erlaubt sich zu entfernen und besprach nun
wahrscheinlich mit Emilia, wie sie weiter verfahren würden. Es war Jenni nicht
gelungen eine klare Aussage aus Emilia rauszubekommen, wie es jetzt mit ihr
weitergehe. Sie hatte entweder selbst noch kein Urteil gefällt, oder dieses
einfach nicht preisgeben wollen. So hatte sie wieder in die Unterkunft gehen
müssen ohne zu wissen, ob es womöglich das letzte Mal war, dass sie dort mit
ihren Kameraden sein würde. Der Rest des Tages verlief unspektakulär, sie hatte
kein Training, musste ihre Ausrüstung säubern und überprüfen und einen ganzen
Haufen Papierkram erfüllen. Dem Rest des Teams ging es kaum anders. Jenni war
mit den Gedanken bei der Psychologin, die über ihre Zukunft entscheiden würde.
Unter den Biotikern waren bereits eifrige Gespräche über die Befragungen
ihrerseits ausgebrochen. Anscheinend war die Sorge über die zukünftige Laufbahn
verbreiteter, als sie angenommen hatte. Viele waren sich unsicher, ob sie das
richtige geantwortet hatten, schliesslich waren die Psychospielchen der
Weisskittel schwer zu durchschauen. Jenni hatte sich vorgenommen ihren Bericht
am Abend zu schreiben, war jedoch kläglich gescheitert. Ihre Augenlieder waren
ihr immer wieder zugefallen und sie hatte sich nicht konzentrieren können, der
Schlafmangel setzte ihr zu. Die Albträume, die sie während der letzten Nacht
ständig aus dem Schlaf gerissen hatten forderten nun ihren Tribut. Mittlerweile
war die Sonne bereits seit langem untergegangen und Jenni sass erneut vor dem
Monitor. Das Arbeitszimmer, das sie benutzte war leer und ganz still, ausser
ihr war niemand darin. Die Einrichtung war schlicht, Ein Schreibtisch diente
als Arbeitsfläche, eine Lampe am Kopfende des Tisches beleuchtete selbigen. Die
an der Decke verteilten Lampen erleuchteten den restlichen Raum. Ein paar
einsam erscheinende Pflanzen brachten spärlich etwas Farbe in den Raum. Ein
zweiter Arbeitsplatz war durch eine etwa schulterhohe Holzwand von ihrem
abgetrennt, wie es in Bürogebäuden oft der Fall war. Doch das im Moment
wichtigste im ganzen Raum war die Tasse die neben Jenni stand, oder besser
deren Inhalt. Kaffee schwarz und stark gebrüht damit er wachhielt. Einmal war
sie bereits eingeschlafen, hatte es aber sofort bereut. Anstelle des
befürchteten bereits bekannten Albtraums mit dem Zenturio, hatte sich diesmal
etwas neues gezeigt. Ihre schlimmsten Befürchtungen, die sie verdrängt hatte im
Bezug auf Emilia. Sie hatte sich selbst gesehen, von der Allianz ausgestossen
und in einer Zwangsjacke. Sie hatte versucht den anderen zu erklären das sie
nicht verrückt sei, doch niemand hatte ihr geglaubt. Niemand hatte ihr
zugehört, schliesslich hatten ja Spezialisten das Urteil gefällt, da war ihre
Meinung unwichtig. Es war das selbe Gefühl der Hilflosigkeit, wie beim Kampf
gegen den Zenturio. Als sie zusammenzuckte und die Augen wieder öffnete waren
gerade mal 30 Minuten vergangen. Sie war kurz nach draussen gegangen und hatte
sich an der Kaffeemaschine in dem kleinen Verpflegungsraum am Ende des Ganges
einen Kaffee geholt. Die Müdigkeit war damit für den Moment gewichen aber sie
würde bald wiederkehren. Die Arbeit, die sie vor sich hatte, diente ihr als
Ablenkung um nicht dauernd daran denken zu müssen, was sie im Schlaf erwarten
würde. „Was tust du denn da? Du läufst schon wieder vor deiner eigenen Angst
davon, wenn du dich ihr nicht stellen kannst, dann solltest du vielleicht
wirklich ausser Dienst gestellt werden“ flüsterte eine Stimme in ihrem Kopf,
doch Jenni schüttelte sie sofort ab. „Ich mache noch den Bericht fertig und
dann gehe ich schlafen“ meinte sie zu sich selbst um ihr Gewissen zu beruhigen.
Wieder wanderte ihr Blick über die bereits geschriebenen Zeilen. Sie hatte
schon einiges zusammen, auch wenn ihr die Art des Geschriebenen irgendwie nicht
gefiel. Sie überflog gerade die letzten Zeilen als jemand die Tür öffnete und
eintrat. Jenni erschrak und zuckte zusammen, da sie nicht damit gerechnet hatte
“Besuch“ zu erhalten. Sie war ziemlich erleichtert, dass es sich um Eric und
somit um einen Kameraden handelte. „Was machst du denn zu so später Stunde noch
hier?“ „Meinen scheiss Bericht schreiben“ meinte sie lächelnd. „Der muss aber
sehr dringend sein, du solltest ihn vielleicht bis morgen warten lassen,
ansonsten wird der Schlaf ziemlich kurz kommen…“ „Wieso, wir haben doch erst…
Mist, schon elf Uhr?“ Die Zeit war wesentlich schneller vergangen als Jenni
lieb war. Sie mussten am nächsten Tag um sechs Uhr aufstehen, für sie bedeutete
das höchstens sieben Stunden Schlaf. Auf das auffordernde Lächeln des Soldaten
erwiderte Jenni „Ich habe hier nicht mehr lange… aber die Frage was ich um die
Zeit hier mache könnte ich auch dir stellen.“ Er nickte grinsend und trat etwas
näher zu Jenni, an ihren Tisch heran „Ich wollte nachsehen ob´s jemanden von
euch erwischt hat… es erstaunt mich, dass du es bist.“ Verwirrt über seine
Aussage sah sie ihn fragend an. „Naja, wenn jemand bei einem Einsatz, besonders
beim Ersten, gleich ziemlich übel erwischt wird, kommt es nicht selten vor,
dass diese Person ein Trauma davonträgt. Erstaunlich viele flüchten sich dann
in Arbeit, um das Erlebte zu verdrängen, keine gute Idee“ erwiderte Eric. „Das
endet fast immer mit einem Zusammenbruch.“ „Du willst also sagen dass ich ´nen
Dachschaden habe? Das ist nicht gerade charmant.“ Sie versuchte ihn zu ärgern,
doch er blieb ernst, was seltsam war, da er sonst immer sehr aufgestellt war.
„Nein, aber ich wollte fragen ob du vielleicht reden möchtest… inoffiziell,
ohne Vorgesetzte und Psychologen, mit einem Kameraden. Vielleicht kann ich dir
ein paar Tipps geben, denn im Vergleich zu den Weisskitteln weiss ich, wie es
dir geht.“ Gemischte Gefühle kamen in Jenni hoch, sie freute sich einerseits darüber,
dass ihr Kamerad so hilfsbereit war und sein Angebot klang wirklich sehr gut.
Mit ihm würde sie offen sprechen können, da er sie nicht verpfeifen würde und
verstand wie es ihr ging. Andererseits waren da auch Gefühle, die sie daran
hinderten, dass Angebot anzunehmen, schliesslich war sie nicht verrückt. Sie
hatte schlecht geträumt, das war nichts, was sie nicht selbst bewältigen
konnte. Nach kurzem Zögern setzte sie ein freundliches Lächeln auf. „Es ist
nett von dir, dass du dir Sorgen um mich machst, aber ich glaube ich komme
zurecht.“ Sie erntete einen sehr skeptischen Blick, er schien zu wissen dass
ihre Zuversicht nur gespielt war. „Ok…wenn du es dir anders überlegst, kannst
du mich jederzeit ansprechen… dann… bis morgen.“ „Danke, bis morgen“ Kaum hatte
er den Raum verlassen verfluchte sie ihren Stolz, wahrscheinlich war er ihre
beste Chance jemals richtig darüber reden zu können und sie hatte diese Chance
gerade verspielt. Sie schloss das Dokument da sie eh nicht mehr weiter kommen
würde. Jenni biss sich auf die Unterlippe, sie wusste, dass die Nacht wieder zu
einer Tortur werden würde und die Angst davor war schliesslich doch stärker als
ihr Stolz. Sie schaltete den Monitor vor sich aus und trat eilig in den Gang
hinaus. Vom einen Ende des Ganges waren noch leise Schritte zu hören. Sofort
ging sie hinter ihrem Kameraden her, eilig, damit sie ihn noch einholte. Als
sie um die Ecke trat, war Eric etwa zehn Meter vor ihr. Jennis Schritte waren
eilig und als sie nur noch ein paar Schritte hinter ihm war, meinte sie mit
vorsichtiger Stimme. „Eric… warte mal schnell…“ Er drehte sich zu ihr um und
sah sie erstaunt an. „Ich dachte du wolltest deinen Bericht schreiben? Das ging
aber schnell.“ Nun grinste er sie an, das war die Revanche für vorhin. „Du bist
ein Idiot“ meinte sie lächelnd. „Hast du Zeit ein paar Schritte zu gehen?“

 

Die Luft war kühl, der Sommer neigte sich langsam dem Ende,
zwar war das Klima hier immer gemässigt, aber man konnte den Unterschied
zwischen den Jahreszeiten doch merken. Die Sterne waren so weit von grossen
Städten entfernt, dass sie im Dunkeln zu Millionen zu erkennen waren und die
Stille umfing alles und jeden wie ein seidener Schleier. „Wow, das ist
natürlich schon hart, mit blossen Händen zu töten ist nicht gerade der schönste
Einstig… aber eigentlich macht es gar keinen Unterschied was du gesehen oder
getan hast, wichtig ist, dass du dich davon nicht unterkriegen lässt. Rede mit
jemandem darüber, wenn du das nicht mit mir machen kannst, dann such dir jemand
anderen, es ist eigentlich egal wen, du musst dich dieser Person einfach öffnen
können. Als Anführer müssen wir immer Stärke zeigen, aber das geht nicht, auch
wir müssen uns gegenüber irgendjemandem verwundbar machen, um unsere Sorgen und
Schwächen zu zeigen, sich einfach mal von jemandem stützen lassen und die Last
auf unseren Schultern, wenn auch nur für einen Moment abgeben zu können. Das
ist kein Zeichen von Schwäche.“ Er liess seine Fingerspitzen über den
Maschendrahtzaun gleiten und starrte dabei in die Ferne, wo sich die schwarze,
zackige Kontur des Horizonts mit dem farblich kaum zu unterscheidenden Himmel
vermischte. Jenni schwieg, sie hatte ihm vorhin geschildert was sie erlebt
hatte, und dass sie deshalb nicht hatte schlafen können. Er hatte ihr daraufhin
erzählt, wie es ihm damals ergangen war, nicht viel anders als ihr. Er begann
zu grinsen und wandte sich wieder Jenni zu „Ich habe damals…ich weiss das
klingt lächerlich, aber ich hab damals immer mit meiner Oma darüber geredet.
Sie war schon immer geduldig gewesen und hat mir stets zugehört, ohne mich
übertrieben zu bemitleiden oder alle Nase lang einen blöden Ratschlag zu
geben.“ Jenni konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Langsam schlenderten
sie weiter. Das Gespräch hatte sie tatsächlich abgelenkt, aber sie wusste, dass
sie sich Eric gegenüber nicht vollkommen öffnen konnte, dafür standen sie sich
nicht nahe genug. Ihr Verstand hatte schon lange alle Möglichkeiten abgecheckt,
ihre Cousine war definitiv zu jung, ihre Eltern waren auch keine Option, ihre
Mutter wäre in Ohnmacht gefallen und ihr Vater… Der wäre tatsächlich eine
Option gewesen, doch mittels UW war das ganze sehr unpersönlich. Die besten
Chancen hatte sie bei Kiara, doch sie musste vorsichtig sein damit Tirana
nichts in die Hände bekam, das sie gegen sie einsetzen konnte. Sie warf einen
flüchtigen Blick auf die Uhr ihres Uws und bereute es sogleich. „Ich danke dir,
dass du dir die Zeit genommen hast, ich hoffe, dass ich das umsetzen kann was
du gesagt hast… bis Morgen.“ Eric nickte ihr zu „Nicht der Rede wert, pass auf
dich auf, bis morgen.“

 

Ein druck auf dem Unterleib liess sie erwachen. Verschlafen
blinzelte Kiara, es war wahrscheinlich noch mitten in der Nacht. Der Raum war
dunkel, ausser den tiefen gleichmässigen Atemzügen ihrer Kameraden war nichts
zu hören. Nachdem ihr Körper aus dem Schlafmodus hochzufahren begann, erkannte
sie schnell den Grund für ihr Erwachen, das grosse Glas Wasser das sie beim
Abendessen getrunken hatte. Mühsam drehte sie sich zur Seite, rutschte an den
Bettrand und lies sich möglichst leise und vorsichtig hinab zum Boden gleiten.
Schlaftrunken torkelte sie durch den Raum. In ihrem Verstand herrschte äusserst
gemächlicher Verkehr, hier und da blitzte ein Gedanke auf. „Scheint als hätte
meine Mam doch recht gehabt, als ich noch ein kleines Mädchen war, zu viel
trinken ist nicht gut vor dem schlafen“ meinte sie gedanklich zu sich selbst.
„Ich muss unbedingt mehr schlafen“, flüsterte eine andere Stimme träge. Ihre
Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt und so konnte sie den minimalen
Rest des Lichtes, der vom Gang her in den Raum fiel gut erkennen. Zielstrebig
steuerte sie selbigen an, die Hand ausgestreckt die Türklinke frühzeitig
greifen zu können. Leise öffnete sie die Tür einen Spalt breit und schlüpfte
heraus. Das Licht im Gang war gedämpft doch erschien es ihren Augen wie ein
gleissender Scheinwerfer der ihr entgegen strahlte. Blinzelnd, die Hand zum
Schutz vor den Augen und den Blick zu Boden gewandt, ging sie eilig durch den
Gang, um dem blendenden Licht zu entgehen. Im Bad musste sie das Licht dann
aber einschalten, da ihre geblendeten Augen wieder eine Weile brauchen würden,
um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Nach etwa einer Minute verliess sie den
Raum wieder, doch diesmal stockte sie. Sie war aus ihrem Halbschlaf erwacht und
nun hörte sie etwas. Ein leises plätschern das kaum wahrzunehmen war drang aus
der Dusche. Normalerweise wäre ihr das egal gewesen, aber um diese Uhrzeit
konnte da etwas nicht stimmen. Sie trat vorsichtig auf die Tür zu, ein ungutes
Gefühl machte sich in ihr breit und ihre Fantasie begann rasend schnell zu
werken. Im Vorraum der Dusche brannte Licht und nun war auch das leise
Plätschern von Wasser, das über Fliesen lief und das Prasseln feiner Tropfen
auf nasser Kleidung oder Haut zu hören. Jetzt drängte sich Kiara die Erinnerung
an ihre gemeinsame Dusche mit Jenni auf, doch der Gedanke an ihre Liebste liess
sie erschaudern, Jenni hatte sich seit dem Einsatz seltsam verhalten. Ihre
schlimmsten Befürchtungen erfüllten sich, als sie in den Duschraum trat, am
liebsten hätte sie laut aufgeschrien.Vor ihr bot sich ein Bild des Schreckens,
ihre Gedanken überschlugen sich. Sie wollte losrennen, doch ihre Beine
reagierten nicht auf ihre Befehle. War sie?... nein das durfte nicht sein.
„Jenni“ es kostete sie schon fast körperliche Kraft den Namen ihrer Liebsten zu
hauchen. Diese sass mit dem Rücken an die Wand gelehnt, die Beine an sich
herangezogen unter der Dusche. Ihr Gesicht lag auf ihren Knien, die von ihren
Armen eng umschlungen waren. Wasser nieselte sanft auf sie herab und tropfte
von ihren klatschnassen Haaren, die über ihren Oberschenkel herabhingen. Das
Bild war ganz anders, als alles was sie bisher je von Jenni gesehen hatte.
Bisher hatte sie immer stark gewirkt oder es zumindest versteckt, wenn es ihr
schlecht ging, doch nun war sie offensichtlich dabei gescheitert. Sie wirkte
hilflos, verzweifelt und es war wie ein Stich ins Herz der Asari, ihre Liebste
so sehen zu müssen. Ein leises ersticktes Schluchzen war zu hören, sie hatte
geweint, aber wie lange schon? Sofort rannte Kiara zu ihrer liebsten hin und
sank auf die Knie. Das Wasser das über den Körper ihrer Freundin rann, war
nicht gerade sonderlich warm, sie war unterkühlt. Die Haut der jungen Frau
fühlte sich unter den Fingerspitzen von Kiaras Hand ganz rau an. “Gänsehaut“
wie Jenni ihr gesagt hatte, ein Phänomen, das nur die menschliche Anatomie
kannte. Sie richtete sich auf und schaltete die Brause der Dusche aus, ehe sie
sich wieder neben ihre Freundin kniete. „Jenni, was ist passiert?“ Nachdem die
Angesprochene einige Sekunden lang keine Antwort gegeben hatte, strich die
Asari ihre Haare langsam zur Seite um das Gesicht ihrer Freundin sehen können.
Diese schluchzte erneut leise, kümmerte sich aber nicht weiter um ihre
Besucherin. Doch Kiara lies nicht locker „Warum bist du hier?... Jenni bitte
sprich mit mir“ flehte sie, auch in ihr machte sich Verzweiflung breit,
verständlicherweise sorgte sie sich darum, ihre Freundin zu verlieren. In der
Dusche war es kühl, sie war kaum nass und spürte trotzdem bereits wie die Kälte
langsam unter ihre Haut kroch. Jenni musste entsetzlich frieren, sie zitterte
und ihre Lippen hatten eine leicht bläuliche Färbung. Kiara fasste einen
Entschluss und beugte sich näher an ihre Kameradin heran „Ich bin glich wieder
da, versprochen.“ Eilig stand sie auf, verliess die Dusche und trat in Richtung
des Schlafzimmers. Dort angekommen trat sie zu Jennis Bett, packte die Decke
die zerknautscht und zur Seite geschoben dalag, sie wollte schon wieder
losgehen, als ihr etwas einfiel. Jenni trug nur Unterwäsche, genau wie sie
auch, ihre war jedoch noch trocken, die ihrer Freundin war genauso durchnässt
wie sie selbst. Eilig schnappte sie sich einen Slip und einen BH aus dem
kleinen Schrank neben ihrem Bett und eilte dann sofort zurück zur Dusche, wobei
sie versuchte möglichst wenig Lärm zu verursachen um niemanden zu wecken. Jenni
ging es bereits schlecht genug, das letzte was sie jetzt brauchte war ihre
ganze Einheit, die sie so sah. Der einzige Vorteil an Jennis momentanem Zustand
war, dass sie nicht weglief, das einzige was Kiara noch mehr Angst gemacht
hätte, als sie ohnehin schon hatte. Sie trat zu Jenni, setzte sich dicht neben
sie und legte die Decke um sich und ihre Freundin herum. Sie strich der jungen
Frau sanft über die Wange und meinte mit tröstender Stimme: „Ich werde hier
nicht weggehen, ehe du mit mir kommst und mir sagst was passiert ist.“ Nun
reagierte die Angesprochene, wenn auch nur minimal. Sie schluchzte wieder und
als Kiara ihren Arm um sie legte, zerbrach ihre Gegenwehr schliesslich. Jenni
rückte so dicht sie konnte an Kiara heran und legte ihr den Kopf auf die
Schulter. Kiara hätte nicht sagen können wie lange sie in dieser Pose verweilt
war, das einzige was sie in dem Moment interessierte, war ihre Liebste. Nach
einer Weile legte sie ihr vorsichtig die Hand ans Kinn und drehte ihren Kopf zu
sich, damit sie ihr in die Augen sehen konnte. Die beiden Smaragde, die sie
sonst immer voller Lebensfreude und Liebe angefunkelt hatten, schienen nun matt
und leblos, ausgewaschen von den vielen Tränen. „Wir sollten zurück ins Bett,
hier erkältest du dich bloss.“ Jenni griff nach dem Arm ihrer Freundin, der um
sie lag und hielt ihn fest, als hätte sie angst Kiara würde weglaufen. „Keine
Sorge, ich bleibe bei dir, egal was passiert… komm, bevor dich jemand so
sieht.“ Die Asari erhob sich und streckte ihrer Freundin helfend die Hand
entgegen. Jennis Reaktion lies einen Moment auf sich warten, kam aber
schliesslich doch noch. Sie zog sich an Kiara hoch und trat langsam auf den
Vorraum der Dusche zu. „Warte hier, zieh dich erst mal um.“ Die nasse
Unterwäsche wickelte Kiara in die Decke ein, die stellenweise mit Wasser
vollgesogen war. Sie nahm Jenni in den einen und die Decke in den anderen Arm,
während sie den Gang entlanggingen. Das Knäuel aus nassem Stoff entsorgte sie
in einem der Wäschebehälter, den sie passierten. Der restliche Weg durch das
dunkle Zimmer war kurz, die Erleichterung, als sie die Matratze erreichten
gross. Kiara griff nach oben um ihre Decke herunterzuholen und setzte sich dann
auf die Matratze neben Jenni, diese legte sich hin, rollte sich zusammen und
legte ihren Kopf auf Kiaras Schoss. Die Decke Spendete eine angenehme Wärme und
die Nähe ihrer Liebsten gab ihr ein Gefühl von Geborgenheit, auch wenn Jenni
diese im Moment dringender brauchte als sie. Nach kaum einer Minute die sie
damit verbracht hatte, ihre Liebste sanft zu streicheln, legte sie sich
schliesslich neben sie und deckte sich auch komplett zu, sollten Reeston und
Tirana doch kommen und sie suspendieren, ihre Liebste brauchte sie jetzt und da
spielte das Risiko keine Rolle. Jenni dankte es ihr, indem sie sich auf ganzer
Länge an Kiara ran schmiegte und vorsichtig einen Arm um sie legte.  

 

Das Erwachen war eine Wohltat und ein Schock zu gleich. Das
erste, das sie sah als sie ihre Augen öffnete, war das besorgte Lächeln ihre
Liebsten, die dicht bei ihr lag. Es war das erste Mal seit langem, dass Jenni
mit ihr im selben Bett hatte schlafen können. Neben ihr aufzuwachen war ein
wundervolles Gefühl, doch das Wissen weshalb sie neben ihr lag, lies selbiges
sofort wieder verschwinden. Die Erinnerungen an den letzten Abend kehrten
langsam zurück. Kiara hatte sie in der Dusche gefunden und hier hergebracht.
Weshalb war sie mitten in der Nacht unter der Dusche gewesen? Der Schleier
lichtete sich nun, wo sie darüber nachdachte relativ rasch und die Erkenntnis
war niederschmetternd. Nachdem sie ungefähr zwei Stunden versucht hatte zu
schlafen und ständig wieder von denselben Bildern verfolgt worden war, hatte
sie es nicht mehr ausgehalten. Jeder Versuch die Erinnerungen zu vertreiben
hatte nichts genützt und sie war schliesslich daran verzweifelt. Sie hatte
schreien wollen, hatte endlich schlafen wollen, da die Müdigkeit schon fast
schmerzte. Weshalb sie ausgerechnet zur Dusche gegangen war und was genau dort
passiert war, wusste sie nicht mehr. Das einzige was sie wusste war, dass sie
geweint hatte, ihre Augen fühlten sich trocken an. Kiaras besorgter
Gesichtsausdruck machte deutlich, dass es schlimm gewesen sein musste. Die
Realität holte sie wieder ein, als sie zwei weiche Lippen auf den Ihren spürte.
„Geht es dir wieder besser? Es sah aus als hättest du ganz gut geschlafen.“
Kiara sprach mit gesenkter Stimme, sie waren die ersten die wach waren. Die Hand
der Asari lag noch an ihr, weshalb sie vermutete, dass ihre Freundin sie
geweckt hatte. „Mhm, das erste Mal seit zwei Tagen… es tut mir leid dass…“ „Das
muss es nicht, jeder hat das Recht einmal Hilfe zu brauchen“, antwortete Kiara
und fügte schliesslich an „Ich hatte fürchterliche Angst um dich, du musst mir
nachher unbedingt sagen was los war ok?“ Jenni nickte und zog sich zu ihrer
liebsten heran, um dieser noch einen zweiten sanften Kuss zu geben. Kiara liess
sie gewähren, löste sich aber nach dem Kuss von ihrer Freundin und richtete
sich vorsichtig auf. „Ich muss nach oben, wir werden wahrscheinlich gleich
geweckt…“ Die Asari erntete einen ernüchterten Blick aber gleich darauf auch
ein Nicken, sie wussten beide Bescheid dass sie nichts riskieren durften. Nun
wieder alleine konnten beide keinen Schlaf mehr finden, was aber daran lag dass
ihnen keine Zeit dazu geblieben wäre. Nachdem Kiara wieder in ihr eigenes Bett
geklettert war, hatte es noch knapp zwanzig Minuten gedauert bis sie offiziell
geweckt wurden. Es war das allseits bekannte Spiel, sie wurden geweckt, mussten
sich eilig anziehen, auf dem Hauptplatz antreten um anschliessend Frühsport zu
betreiben. Diesmal war aber etwas anders, der schwerfällige Klumpen in ihrem
Bauch, der Groll den sie auf sich selbst hegte, brachte ihre Magensäure zum
Kochen, sie war gereizt und angespannt. Die Vorwürfe an sich selbst zu schwach
gewesen zu sein,wurden lauter. Es war ihre eigene Schuld gewesen, was letzte
Nacht passiert war. Sie war Kiara nichts desto trotz dankbar, wäre sie nicht
dagewesen, hätte sie bis heute Morgen da gesessen. Wenn sie jemand anderes
gefunden hätte, wäre ihre Zeit bei der Allianz bestimmt gelaufen gewesen.
Verärgerung machte sich in ihr breit und ein ungutes Gefühl verriet ihr, dass
der gesamte heutige Tag kaum besser werden würde.

 

„Los, schneller verdammt“ Schwere Schritte trampelten hinter
ihr, und ein lautes Hämmern aus ihrer Brust belagerte ihre Ohren. Die Strecke
erschien länger als sonst, doch das hielt Jenni nicht davon ab, ihre Leute noch
mehr anzutreiben. Sie waren wie immer gemeinsam mit Erics Trupp gestartet, nach
etwa der Hälfte des Weges brodelte sie innerlich. Die Vorwürfe an sich selbst
gingen ihr nicht mehr aus dem Kopf, sie musste diese Schwäche überwinden, wenn
sie es schaffen wollte die Anführerin der BDF zu bleiben und dafür gab es nur
einen Weg… ihre eigenen Grenzen zu überschreiten. Erics Männer hatten sie
belächelt, als sie sich schrittweise nach vorne gearbeitet hatte. „Ladys first“
hatte Eric gemeint, als sie ihn eingeholt hatte und hatte ihr den Vortritt
gelassen. Nun war es nicht nur der Ehrgeiz der sie antrieb, sondern auch ihr
Stolz, sie wollte nicht wie ein Idiot aussehen, deshalb musste sie vorne
bleiben. Die Anstrengung forderte ihren Tribut, ihre Seite schmerzte, da sie
nicht richtig geatmet hatte und ihre Lunge schien als nächstes den Geist
aufzugeben. Sie ignorierte die Schmerzen so gut sie konnte und drehte sich
nicht um. Jeder Schritt schmerzte und das Ziel kam nur quälend langsam näher.

 

„Weiss jemand von euch was mit Jenni los ist? Sie benimmt
sich seltsam.“ „Ich weiss nicht, sie ist heute mitten in der Nacht mit Kiara
ins Zimmer gekommen, ich hab gar nicht mitgekriegt, dass sie mal aufgestanden
war.“ „Dann sollte sie aber eigentlich besser drauf sein wenn sie…“ „Idiot! Es
war nicht das, etwas hatte nicht gestimmt, Kiara hatte vorhin kurz Jennis Decke
geholt, ist aber ohne wieder zurückgekommen… sie wollte mir aber nicht erzählen
was los war.“ „Dann fragen w…“ sofort erstarben die Gespräche unter den am Tisch
sitzenden Soldaten. Sie waren alle in eine eifrige Diskussion vertieft gewesen,
solange die beiden um die sich das Gespräch drehte noch beim Essen holen waren.
Nun war Jenni wieder in Hörweite und Kiara würde gleich folgen. Die Worte hatte
sie nicht verstanden, aber die Blicke sprachen Bände, Neugierde, Unsicherheit
und auch etwas Misstrauen spiegelten sich in den Augen ihrer Kameraden.
Offensichtlich hatten einige bemerkt, dass etwas nicht stimmte. Das Vertrauen
unter der Einheit durfte nicht zerstört werden, wie sollte sie eine Einheit
anführen die ihr nicht traute? Doch es war nicht der richtige Zeitpunkt ihnen
zu erzählen was geschehen war, nicht solange sie nicht wusste, wie es
weitergehen würde. Sie würde heute noch zu Reeston gehen um zu erfahren, was
nun mit ihr geschehen werde, allerdings musste sie sehr vorsichtig sein, er
könnte eine solche Anfrage falsch verstehen. Mit etwas Geschick könnte sie ihm
eine Antwort beim Taktiktraining am Abend entlocken, ohne dass es ihm bewusst
würde. Sie schob ihren Groll zurück und setzte ein Lächeln auf. „Hab ich was im
Gesicht das ihr mich alle so anstarrt?“ meinte sie neckisch. „Nein…“ erhielt
sie von Arsilia sofort als Antwort „du hast dich heute nur irgendwie seltsam
verhalten und wir haben uns gefragt weshalb.“ Die Asari war wie gewohnt offen
und direkt, was Jenni sehr an ihr schätzte. Wann immer sie eine ehrliche
Meinung wollte, konnte sie Arsilia fragen. „Tut mir leid, ich bin nur etwas
verärgert.“ „Weshalb?“ kam es unweigerlich von einem ihrer Kameraden, wahrscheinlich
befürchteten sie, dass es ihre Schuld sein könnte. „Ok, ich fang mal vorne an.
Wie mittlerweile sicherlich allen bekannt ist, wurde ich im Zuge unseres ersten
Einsatzes in einen Zweikampf verwickelt… den ich nur mit knapper Not gewonnen
habe… weil ich zu schwach war. So simpel ist die Erklärung, wäre ich stärker,
schneller oder agiler gewesen hätte ich den Kampf mit Leichtigkeit für mich
entscheiden können. Doch anstatt dass sie uns trainieren lassen damit wir uns
verbessern können, müssen wir den ganzen Tag ´rumsitzen und irgendwelche
Gespräche mit Psychoheinis führen, das ist frustrierend.“ Alle schwiegen für
einen Moment, die Blicke ihrer Kameraden hafteten immer noch auf ihr. „Ach, du
wirst noch genug Zeit haben uns zu Grunde zu richten… zumindest wenn du so
weiter machst wie heute Morgen“ scherzte Joshua grinsend. „Wenn du deine
Grenzen erweitern willst, musst du sie zwangsläufig überschreiben, wenn ich
euch nicht ein wenig scheuche spaziert ihr ja bloss“ erhielt er provokant als
Antwort. „Na wenigstens brauchst du nicht mehr länger zu warten, heute “darfst“
du ja wieder trainieren… vielleicht sogar gleich mit deiner
Lieblingsausbilderin.“ Alex erhielt einen bösen Blick als Antwort auf seinen
Spruch. Tirana war immer noch ein Dorn der Jenni bei jeder Berührung stach,
doch wenn sie sich verbessern wollte gab es nur diesen steilen, dornigen Pfad.

 

Der Himmel war verhangen von schleierhaften Wolkenfetzen,
die über ihnen zu schweben schienen. Es herrschte kaum Wind, die Fahne in der
Ecke des Trainingsplatzes hing schlaff herab. Ohne das Rauschen des Grases und
der Blätter in den Baumkronen war der Gesang der frühen Vögel und die Stimmen
der Ausbilder weit zu hören. Die BDF war diesmal nicht nach den drei
Untergruppierungen aufgeteilt worden, sondern frei gemischt. Jeder hatte eigene
Stärken und Schwächen was auch ein individuelles Training erforderte. Die erste
Mission hatte vielen diese Schwächen aufgezeigt, die Motivation selbige
auszumerzen war gross, in Anbetracht dessen, dass dies über Leben und Tod
entscheiden konnte. Tirana war gerade dabei gewesen sich aufzuwärmen, als sie
im Augenwinkel jemanden auf sich zutreten sah. Die junge Frau sah sie grimmig
an, ihre feurigen, roten Haare hatte sie hinter dem Kopf zusammengebunden und
trat mit festen Schritten auf sie zu. Es verwunderte die Asari, dass die
Soldatin gerade zu ihr kam, obwohl noch andere Ausbilder frei waren, trotz all
der Schikanen ihrerseits. „Parker was machen Sie den hier?“ „Trainieren“
antwortete sie kalt auf die Provokation der Asari. Es erstaunte Tirana, dass
diese junge Frau sich bereits so weit entwickelt hatte. Seit Beginn des
Projektes hatte es anscheinend nichts gegeben, das sie von ihrem Weg abgebracht
hatte und war er auch noch so schmerzhaft gewesen. Anscheinend stimmte es doch
was man sich über die Menschen erzählte. Dadurch, dass sie im Verhältnis zu
ihrer Spezies sehr kurzlebig waren, verfolgten Menschen ihre Ziele mit schier
unglaublicher Zielstrebigkeit. „Und was wollen wir trainieren?“ fragte sie
spöttisch. Anstatt einer Antwort setzte ihr Gegenüber den Helm auf und ging in
Kampfhaltung. Etwas liess sie bedrohlich wirken, sie sah nicht so stämmig aus
wie in der Kampfrüstung und Tirana wusste, dass sie ihr in einem fairen Kampf
überlegen war, aber etwas liess sie innerlich erschaudern. Es war der Blick,
den die Anführerin der BDF ihr zugeworfen hatte. Kalt und emotionslos, was aus
ihr sprach war weder Stolz noch Wut, sondern der unbeugsame Wille stark genug
zu werden um jedes Hindernis zu überwinden. Mit einem schiefen Grinsen hob die
Asari ebenfalls die Hände vor den Körper um so zu signalisieren, dass sie
bereit war. Ihre Kontrahentin liess sich dann auch nicht lange bitten, sie ging
auf sie zu und griff sofort an. Erschrocken über die Art der bisher immer
zurückhaltenden Soldatin, musste die Ausbilderin erstmal einen Schritt
zurückweichen. Zuvor hatte sie Jenni immer provozieren müssen, damit sie aus
sich herauskam, doch etwas hatte sich verändert. Die Schläge und Tritte kamen
mit voller Kraft und ohne Rücksicht. Schnell hatte sie sich darauf eingestellt
und ging ebenfalls ohne Zurückhaltung an die junge Soldatin heran. Die Welt um
sie herum begann zu verblassen, das einzige was noch blieb, war der Boden unter
ihren Füssen und die Andere die darauf stand. Die Kämpfe waren schnell und
schonungslos. Beide mussten Treffer einstecken, die Barrieren flackerten auf
und wurden erschüttert, ehe sie sich wieder aufluden um vor weiteren Treffern
zu schützen.

 

„Wo willst du hin? Ich habe dich schon gesucht.“ „Ich schau
nur mal schnell nach den Neulingen, will nur wissen ob alle wieder beim
Training sind.“ Eric war gerade vom Schiessstand unterwegs zum nächstgelegenen
Trainingsplatz. Einer seiner Kameraden hatte ihn gerade eingeholt. „Ok… wieso
das denn?“ „Naja, sie sind noch nicht wirklich lange dabei, das Projekt
betrifft ja nicht nur die Allianz, sondern alle Ratsvölker. Wenn möglich
sollten wir versuchen sie zu unterstützen, die Menschheit kann etwas gute
Publicity durchaus gebrauchen.“ „Stimmt, aber deshalb das eigene Training vernachlässigen
wär auch nicht gut.“ „Ganz ruhig, ich will nur schnell vorbeischauen, du wirst
schon nicht zum Kindermädchen degradiert… wobei du mir nicht sagen kannst, dass
du abgeneigt wärst etwas mehr Zeit den Soldatinnen der BDF zu verbringen…“
„Ähm… touché“ antwortete Erics Kamerad grinsend. Nach dem sie ein paar Minuten
gegangen waren tauchte vor ihnen das Trainingsgelände auf. Es war kurz vor
Mittag, Eric hoffte die Gruppe noch zu erreichen, bevor diese zum Stützpunkt
aufbrachen. Auf dem gesamten Trainingsplatz waren aber nur noch zwei Personen
zu sehen die gegeneinander kämpften. Um genaueres zu erkennen waren sie aber
noch zu weit entfernt. „Du bist wohl schon etwas zu spät dran, das können wir
uns eigentlich schenken.“ „Ich geh trotzdem schnell hin, eines von beiden muss
fast jemand von der BDF sein, dann kann ich einfach fragen, ob es alle
geschafft haben“ warf Eric ein. Die beiden Männer trennten sich, und gingen in
unterschiedliche Richtungen davon. „Aber beeil dich, sonst fällt dein
Mittagessen flach!“ Eric war noch etwa zweihundert Meter von den beiden
Kämpfenden entfernt, als er plötzlich stockte. „Das sieht aber nicht wie
harmloses Training aus!“ rief ihm eine Stimme in seinem Kopf zu. Die beiden
Soldaten bewegten sich schnell, ihre Auseinandersetzung sah wesentlich brutaler
aus als ein Trainingskampf aussehen sollte. Mit Schrecken wurde Eric bewusst,
um wen es sich handelte. „Scheisse, ich muss da dazwischen gehen!“ warnte ihn
sein Verstand. Eilig trat er auf die Beiden zu, mittlerweile waren auch die
Kampfgeräusche zu hören. Ihm graute beim Gedanken an die letzte
Auseinandersetzung die Jenni mit einer ihrer Ausbilderinnen gehabt hatte. Die
Mund-zu-Mund Propaganda auf dem Stützpunkt hatte gut funktioniert, er hatte von
einem der menschlichen Ausbilder erfahren, dass sie einer Asari arg zugesetzt
hatte, nachdem diese ihr einen Zahn ausgeschlagen habe. Seine Schritte wurden
schneller und die Szene vor ihm immer deutlicher. Die Beiden Frauen vor ihm
waren in ihre heftige Auseinandersetzung so vertieft, dass sie ihn gar nicht
bemerkten. Die Asari schickte ihre Kontrahentin mit einem gekonterten Schlag zu
Boden, diese erhob sich einen Moment später aber wieder, hielt sich kurz die
Stelle an ihrer Seite die den Schlag der Ausbilderin abbekommen hatte und ging
dann wieder in Kampfhaltung, um erneut anzugreifen. Mittlerweile gab es auch
keine Zweifel mehr über die Identität der beiden. Die Asari war Tirana, die
Leiterin des Kommandotrupps der dem Projekt zugeteilt war. Und die Andere war
Jenni, sie war die einzige auf dem Stützpunkt die sich von allen anderen
deutlich abhob. Ihre roten Haare stachen ins Auge, wie eine blühende Rose in
einem Geröllfeld. Der Helm der Rothaarigen lag einige Meter entfernt auf dem
Boden, wieso sie ihn nicht trug war Eric nicht klar. Als er nur noch wenige
Schritte entfernt war, gelang es Jenni mit einem Tritt ihre Ausbilderin nach
hinten umzustossen. Sie wollte sofort nachsetzen, wurde aber unterbrochen.
„Langsam, langsam, ihr solltet hier trainieren und euch nicht umbringen“ meinte
Eric mit beschwichtigender Geste. Aus ihrer Konzentration gerissen, bemerkten
die beiden Frauen erst, dass sie einen Zuschauer hatten. Ihr Kampf war etwas
ausser Kontrolle geraten, anfangs hatten sie zwar aggressiv aber noch
kontrolliert gegeneinander gekämpft, mit der Zeit waren ihre Kämpfe aber immer
rücksichtsloser geworden, sodass sie am Ende mit voller Gewalt aufeinander
eingedroschen hatten. Wäre bei einer von beiden die Barriere ausgefallen hätte
ein solcher Schlag üble Verletzungen verursachen können. Auch die Zeit war in
den Hintergrund gerückt. Die anderen Ausbilderinnen hatten gemeldet, dass es
Mittag sei, aber von den beiden hatte keine den Kampf beenden wollen, der Stolz
war in dem Moment stärker gewesen, als der Hunger. Tirana lächelte, ihr Atem
ging schnell und sie sah immer wieder zu Jenni, der es genau gleich ging. „Es
ist nett, dass Sie sich Sorgen machen, aber das ist nicht nötig, es ist alles
in Ordnung, wir waren nur etwas ins Training vertieft“ antwortete sie so ruhig
wie es ihr Körper zuliess. „Das sah aber ziemlich brutal aus, um nur Training
zu sein“ gab er nachdenklich zu bedenken. „Training bringt nur dann etwas, wenn
es dich fordert, was bringt also ein Kampf bei dem es dank der Barriere keine
Rolle spielt, ob ich getroffen werde oder nicht?“ warf die Rothaarige ein.  Jenni hatte sich bis her auf ihren Beinen
abgestützt, da sie ausser Atem war, sie trainierten schon den ganzen Morgen und
die Pausen die sie sich gegönnt hatten, waren nur kurz gewesen. „Na dann bin
ich erleichtert“ seine Stimme klang immer noch skeptisch, was Tirana als
Aufforderung sah. „Keine Angst, ich tu ihr schon nicht weh, zumindest nicht
mehr als notwendig“ giftete die Asari mit fiesem Grinsen. Um die Situation am
eskalieren zu hindern schritt Eric sofort ein „Dann würde ich vorschlagen, dass
wir alle erst mal essen gehen, bevor die anderen uns nichts mehr übrig
lassen...“ er wandte sich Jenni zu, die ihre Ausbilderin zornig an funkelte.
„Was ich dich eigentlich fragen wollte, haben alle deine Leute die Nachwirkungen
eures Einsatzes überstanden?“ Er deutete ihr an mit ihm zu kommen, die beiden
Biotikerinnen jetzt alleine zu lassen wäre wahrscheinlich kein gute Idee.

 

Kiaras Gedanken kreisten um ihre Liebste, sie hatte sich
beim Mittagessen wieder seltsam verhalten. Anders als sonst hatte sie kaum
gesprochen, sie war angespannt gewesen und schien es äusserst eilig zu haben.
Kaum in der Kantine angekommen, hatte sie sich auch schon ihr Essen geschnappt
und daran gemacht alles herunter zu schlingen. Sofort nach Beendigung des Mahls
war sie wieder aufgestanden und gegangen. Dazwischen hatte sie kaum gesprochen.
Kiara hatte ihr jedes Detail über den Morgen aus der Nase ziehen müssen. Es
machte ihr Sorgen, dass sie so schweigsam geworden war. Wenn sie etwas gefragt
worden war, hatte sie Antwort gegeben, war höflich gewesen und hatte Kiaras
Nähe gesucht doch etwas stimmte nicht. Mit den Sorgen schlichen sich auch
Ängste ein, Ängste Jenni zu verlieren. Sie warteten alle auf ihre Ausbilderin
und hatten von daher Zeit sich Gedanken über solche Dinge zu machen. Gesprochen
wurde im Moment nicht viel, sie hatten auf dem Weg hierher geredet und nun
bereiteten sich alle auf das Training vor. Ihre Ausbilderin hatte nämlich die
unangenehme Eigenschaft immer aus dem Nichts aufzutauchen und sie urplötzlich
in Situationen zu bringen die volle Konzentration erforderten. Nacira konnte
sich praktisch geräuschlos bewegen, sie nutzte das Terrain hervorragend aus und
wusste mit ihrer Tarnung umzugehen. Kiaras Blick wanderte von ihren Kameradinnen
zu den Baumkronen. Diesmal trainierten sie nicht auf dem Kiesplatz, den sie
normalerweise nutzten, sondern auf einem Patz im Wald. Die kleine Lichtung war
künstlich geschaffen worden, einige abgesägte Baumstümpfe die den Soldaten nun
als Sitzgelegenheit dienten zeugten noch davon. Die Blätter über ihren Köpfen
hingen einfach nur schlaff da, als warteten sie auf einen Grund sich zu
bewegen, doch ohne Wind würden sie keinen solchen finden. In ihrem Kopf hatte
sich gerade der Gedanke aufzustehen gefestigt, als sie plötzlich an der linken
Schulter gepackt und nach hinten gezogen wurde. Ihr Versuch sich abzustützen
war sinnlos, da es nie zu Naciras Plan gehört hatte sie zu Boden fallen zu
lassen. Die Ausbilderin war von hinten an sie herangetreten und hielt sie an
der einen Schulter fest, während ihr Schwert vor dem Hals der Asari in Position
lag. „Du musst aufmerksamer sein…. Ihr alle müsst besser aufpassen was um euch
herum geschieht, ich musste mich noch nicht einmal anstrengen um mich
anschleichen zu können.“ Kiaras Herz raste und sie musste erst einmal leer
schlucken, ehe sie ein Wort herausbekam. „Wir wussten auch nicht, dass wir mit
einem Hinterhalt rechnen müssen“ warf die Asari erschrocken ein. „Das wird euch
der Feind auch nie erzählen“ erwiderte Nacira streng. Die anderen waren sofort
aufgesprungen, als sie die vermeindliche Angreiferin entdeckt hatten. „Stellt
euch auf, ich will mal eure Treffgenauigkeit prüfen….“ „Schon wieder? Das haben
wir doch erst gestern geübt, wäre es nicht sinnvoller heute etwas anderes zu
üben?“ Die Frage stammte von Nerina, deren Stimme freundlich und erstaunt
klang. „Euer Schwert nützt euch nichts, wenn ihr damit nicht dahin trefft wo
ihr wollt. Wir trainieren heute noch einmal, weil das was ihr gestern gezeigt
habt noch unzureichend war.“ Diese Aussage hatte gesessen, die jungen Soldaten
hatte alle ihr Bestes gegeben und nun erfuhren sie, dass all ihre Bemühungen
“unzureichend“ waren. Um sich warmzumachen begannen sie wie immer mit einigen
Übungen. Nach ein paar Minuten, die sie schweigend verbracht hatten meldete
sich schliesslich Thomas. „Ma`am, darf ich fragen wo sie ausgebildet worden
sind?“ Nacira die ganz in ihren Aufwärmübungen vertieft gewesen war horchte
auf, als sie die förmliche Ansprache hörte. Ohne ihre langsamen und präzisen
Bewegungen zu unterbrechen, begann sie etwas zögerlich zu sprechen. „Ich wüsste
kein Wort, das diesen Ort passend beschreibt, aber ich glaube Internat trifft
es am besten. Ich habe einige Jahre dort gelebt und trainiert.“ Der junge Mann
nickte kurz und nach einigen Sekunden des Zögerns stellte er schliesslich die
Frage, die allen schon lange im Kopf umherspukt. „Wer hat sie denn da
trainiert?“ Ruckartig hielt die Ausbilderin inne, nach einem Augenblick
richtete sie sich auf und trat langsam auf den jungen Mann zu. Das Knirschen,
das der Kies normalerweise unter ihren Schritten verursachte fehlte hier auf
dem weichen Waldboden, was einem das Gefühl vermittelte ihre Füsse würden den
Boden gar nicht berühren, da sie sich komplett geräuschlos bewegte. Die
zierliche Frau wirkte an sich nicht bedrohlich, doch Kiara konnte erkennen das
Thomas sich verkrampfte. Unter dem Helm den sie immer zu tragen schien war kein
Gesicht zu erkennen, was es unmöglich machte irgendwelche Emotionen abzulesen.
Nacira hatte sowieso immer sehr emotionslos geklungen, wahrscheinlich hätten
sie ihr sowieso nicht angesehen ob sie wütend war. Die Gestalt der Ausbilderin
bewegte sich langsam auf ihn zu, sie war kleiner und zierlicher als er doch sie
verströmte eine Aura der Kälte. Normalerweise, beim Training war ihm das nie so
vorgekommen doch nun jagte ein Schauer über seinen Rücken. Etwa einen halben
Meter vor ihm blieb sie stehen und sah ihn an. „Wieso fragst du das?“ wollte
sie wissen. Aus einem ihm unbekannten Grund setzte Thomas seinen Helm ab,
wahrscheinlich weil er hoffte, dass sie es ihm gleichtun würde. Der junge
Soldat sah sich nicht in der Lage sich ihrer eindringlichen Stimme zu
widersetzten und antwortete deshalb ehrlich. „Naja, ich, das heisst wir wissen kaum
etwas über sie Ma`am. Sie haben sehr viel Erfahrung im Umgang mit
Cerberussoldaten und ihre Ausrüstung entspricht ziemlich genau der eines
“Phantoms“, wenn das stimmt was ich gehört habe. Diese Dinge liessen in uns
allen die Frage aufkommen wer sie denn ausgebildet hat?“ Ein Lächeln umspielte
ihren, durch den Helm vor allen Blicken verborgenen, Mund. „Würde es denn einen
Unterschied machen, wenn das der Fall wäre, was ihr befürchtet? Würdet ihr mich
mit anderen Augen sehen?“ die beiden Fragen waren an alle gerichtet, doch es
fand niemand den Mut zu antworten. Wie in Zeitlupe wanderte die Rechte Hand der
Ausbilderin hoch zu ihrer Schulter, hinter der sich das Heft ihres
todbringenden Schwertes befand. Die Pupillen des jungen Mannes weiteten sich
vor Schreck, wollte sie ihn etwa…? Die anderen Biotiker verkrampften sich
ebenfalls, aus Reflex griffen einige nach ihren Schwertern. „Wieso fürchtet ihr
euch? Bisher hätte ich tausend Gelegenheiten gehabt euch zu töten, wieso sollte
ich sie ausgerechnet jetzt ergreifen, wenn meine Chancen so schlecht stehen?“
Ihre Hand wanderte an ihrem Schwert vorbei hinter ihren Kopf und ein leises
klicken war zu hören. Nun legte sie auch die zweite Hand an ihren Helm, um
selbigen abzusetzen. Thomas hatte etwas sagen wollen, aber sein Mund stand
offen, ohne dass etwas herauskam. Sie hatten das Gesicht ihrer Ausbilderin noch
nie gesehen, doch das würde sich gleich ändern. Kiara wusste nicht was sie
erwartet hatte, aber sie war erleichtert und erschrocken zugleich, als Nacria
ihren Helm absetzte und neben sich auf einen der Baumstümpfe legte. Ihr Gesicht
konnte sie im ersten Moment nicht erkennen, da die Ausbilderin von ihr
abgewandt stand aber dafür das Tattoo auf ihrem Hinterkopf. Unter den kurz
geschorenen Haaren war ein vom Hinterkopf bis in den Nacken reichendes Tattoo
zu sehen, das Symbol von Cerberus. In den Ohren der Frau stecken kleine
Apparaturen von denen aus bläulich schimmernde und schwach pulsierende Linien
unter ihrer Haut verliefen. Die meisten davon verschwanden irgendwo unter der
Kopfhaut oder liefen über den Hals nach unten wo sie von der Rüstung verborgen
wurden. Thomas starrte sie überrumpelt an, sein Mund stand noch immer offen.
„Und das ist der Grund weshalb ich mich meinen Schülern normalerweise nicht
zeige, es schmeichelt nicht gerade dem Selbstwertgefühl, wenn man wie eine
Aussätzige angestarrt wird.“ Mit diesen Worten drehte sie sich um, damit sie
die Reaktion der anderen Soldaten sehen konnte. Diese musterten sie ebenfalls
interessiert, sie hatten aber bereits etwas Zeit gehabt sich an ihren Anblick
zu gewöhnen. Etwas erschrak Kiara trotzdem, da wo normalerweise die Augen lagen
liefen einige der Bläulichen Linien zusammen und vereinten sich in den
bionischen Augen der Ausbilderin. Diese sahen annähernd menschlich aus, aber an
der Stelle an der normalerweise die Iris sass, war das selbe bläuliche Leuchten
zu sehen wie in den Linien über ihren Körper verliefen, jedoch deutlich heller.
Thomas, der sich fürchterlich für seine schockierte Reaktion schämte, wäre am liebsten
im Boden versunken, was hatte er auch seinen blöden Helm ausziehen müssen.
Sofort verspürte er den Drang sein idiotisches Handeln zu erklären. „Es tut mir
leid, ich habe Sie nicht anstarren wollen… hat Cerberus ihnen das angetan?“
„Angetan? Nein, das war grösstenteils ich selbst… aber um ihre Frage zu
beantworten, ja diese Implantate sind von Cerberus, aber ich schätze ich muss
etwas weiter zurück anfangen.“ Sie stellte sich bequem hin und signalisierte
den Soldaten näher zu treten. „Ich habe euch ja bereits gesagt, dass ich in
einer Art Internat gelebt habe… man möchte jetzt vermuten, dass meine Eltern
arm oder herzlos gewesen sein mussten, um mich einfach so wegzuschicken aber
dem war nicht so. Sie waren äusserst gut betucht gewesen, uns hatte es nie an
etwas gemangelt. Aber meine Eltern...rassistisch wäre noch ein zu milder
Ausdruck um sie zu beschreiben. Sie stammten beide von einer seit Generationen
auf der Erde lebenden Blutlinie ab. Sie hatte von Anfang an grosse Vorurteile
gegenüber anderen Spezies gehabt und immer nur das Schlechte in ihnen gesehen.
Dementsprechend bin ich auch erzogen worden. Seit Cerberus bekannt geworden war
hat mein Vater die Organisation tatkräftig unterstützt. Ich war damals noch
sehr jung gewesen und habe nicht viel von dem verstanden was sie geredet
hatten, aber wann immer wir Besuch empfangen hatten war mein Vater damit
beschäftigt gewesen unseren Gästen die Vorteile und die erstrebenswerten Ziele
von Cerberus nahezulegen. Dementsprechend war es auch sein grösster Wunsch,
dass seine kleine Tochter einmal den selben Pfad einschlagen würde wie er. Als
ich ungefähr zehn war, hat er erfahren dass Cerberus Leute sucht. Sie wollten
das “Phantom Programm“ starten und brauchten dafür Rekruten. Daddys kleine
Prinzessin…“ Sie sprach die Worte wehmütig, es war deutlich zu spüren, dass sie
die Erinnerungen aus jener Zeit schmerzten. „wollte damals natürlich, dass ihr
Vater stolz auf sie war, weshalb ich zusagte als er mich dahin schicken wollte.
Er hatte mir gesagt, dass es mir bestimmt gefallen würde und ich war naiv genug
gewesen ihm zu glauben. Als sie mich dort hingebracht haben habe ich geweint,
aber so, dass sie es nicht sehen konnten, als kleines Mädchen waren meine
Eltern das einzige was ich hatte. Die Realität traf mich hart, das Training
erwies sich als erbarmungslos und grausam. Wir wurden in Zwölferzimmer
gesteckt, im Alter alle um die zehn bis zwölf Jahre. Das war meine neue
Familie, elf total fremde Mädchen, die ich noch nie gesehen hatte. Da wir vor
und nach dem Training praktisch unbeaufsichtigt waren und einfach in dem
Gebäude eingeschlossen wurden, bildete sich schnell eine eigene Hierarchie und
eine brutale Gewaltenteilung. Erst waren wir nur zimmer weise als Gruppen
organisiert gewesen, doch nach und nach bildeten sich Banden, Clans und damit
auch Konflikte. Es war ein Teufelskreis, je brutaler die Kämpfe untereinander
wurden, desto brutaler behandelten uns die Ausbilder. Prügelstrafen,
Erniedrigungen und Drill waren Standard.“ Mit einem Blick auf den Boden
schüttelte sie den Kopf leicht und ein ungläubiges Lächeln huschte über ihre
Lippen. „Sie haben manche von uns draussen im Dreck schlafen lassen, uns nackt
um das Gebäude getrieben oder uns an einen Zaun gefesselt. Ich weiss nicht, ob
meine Eltern wussten was dort mit uns getan wurde, aber anscheinend war es
ihnen egal gewesen, solange es dem Wohle der Menschheit diente. Mit zunehmendem
alter wurden auch unsere Methoden schlimmer. Die starken Clans terrorisierten
die schwachen, Gewalt war bereits normal und sogar sexuelle Übergriffe kamen
auch langsam auf, auch die Wärter begannen uns anders anzusehen.
Glücklicherweise gehörte ich zu einer der stärkeren Gruppen. Ich habe lange
gedacht, dass die Anarchie planlos gelaufen sei, aber mir wurde später klar,
dass sie alles genau geplant hatten. Wir waren untereinander
zusammengeschweisst worden, hatten uns gegenseitig bekämpft und gelernt auf uns
selbst aufzupassen, es war keine erzwungene Endwicklung gewesen, sondern eine
aus eigenem Willen. Beim Training waren wir alle gleich, aber am Abend gab es
keinen mehr, der uns alle geschunden hat und so nahmen die Ereignisse ihren
Lauf. An dem Punkt brauchten sie nur noch etwas, das unsere Rivalitäten
untereinander zweitrangig werden liess. Dazu trennten sie unsere Gruppen auf,
isolierten uns von unseren Freunden und mischten die Gruppen untereinander. Die
Wachen wurden unsere gemeinsamen Feinde, denn sie traten uns von nun an mit
Füssen. Wir konnten nur überleben, wenn wir zusammenarbeiteten, auch unter den
Gruppen. Im Laufe der Jahre wurde unsere Fähigkeiten immer besser und schon
bald fürchteten wir uns nicht mehr vor den Wachen. Sie trauten sich nicht mehr
eine von uns anzugreifen oder zu vergewaltigen, da sie wussten, dass wir
untereinander jedem zu Hilfe kommen würden. Wir waren bereits drauf und dran
gewesen eine Revolte anzuzetteln, als ein Mann aufgetaucht war. Er war uns als
der “Unbekannte“ vorgestellt worden und war anscheinend der Boss von Cerberus.
Er liess uns verlegen, auf einen neuen, grösseren Stützpunkt an dem wir nun
professionell trainiert wurden, ohne Gewaltstrafen, ohne Erniedrigungen und es
gab sogar saubere Kleider und Uniformen. All diese “Geschenke“ hatten ihm
unsere Sympathie eingebracht, ein kalt kalkulierter Schachzug seinerseits. Wir
wurden mit Rüstungen, Schwertern und Biotikimplantaten ausgerüstet. Bis dahin
haben wir kaum etwas gewusst über Biotiken. Nach und nach kamen immer mehr
Implantate und “Verbesserungen“ hinzu und irgendwann begannen wir uns Fragen zu
stellen. Jedes weitere Implantat machte uns leistungsfähiger, aber schleichend
kam auch eine Art der Willenlosigkeit hinzu. Viele waren von der Vorstellung
immer mächtiger zu werden gefesselt, aber einige waren skeptisch. Als ich
achtzehn war zählten wir bereits zu den besten Soldaten von Cerberus. Mittlerweile
wurden wir respektiert und gefürchtet, denn ein Geschlagener Hund wird sich
immer an die Schmerzen erinnern die er durchmachen musste. Viele haben sich auf
die gleiche Weise revanchiert. Bevor ich aber zu weit abschweife… ich bin
abgehauen. Eigentlich hatte ich nie gewollt, dass man mir irgendwelche Geräte
in den Körper pflanzt, aber eine Flucht musste gut geplant sein, Vertrauen
konnte man niemandem, der Drill wog noch schwerer als die Kameradschaft und aus
der “Schwesternschaft“, wie die anderen Soldaten es nannten, konnte man nicht
einfach so austreten. Wenn die Vorgesetzten einen nicht getötet hätten, so
wahrscheinlich die Kameradinnen. Als mir die Flucht schliesslich gelang, hatte
ich das hier bereits alles in mir drin.“ Die jungen Soldaten hatten gebannt an
ihren Lippen gehangen und schienen nun ziemlich schockiert. Kiara war Nacira
immer kalt und emotionslos erschienen, doch gerade jetzt schien sie diese kalte
Art verloren zu haben, zumindest für einen Moment. Noch ehe jemand etwas zu ihrer
Erzählung hätte sagen können, griff sie nach ihrem Helm, setzte ihn wieder auf
und rief mit strenger Stimme. „Genug geredet jetzt, die Zeit wir euch vom
Mittag abgezogen, wir sind jetzt hier um zu trainieren also los!“ 


Also das wars auch schon wieder. Ich hoffe es hat euch gefallen. Falls nicht lasst doch nen Komentar hier, falls schon ein Lob tut niemandem weh:D

Aber ich wills nicht mehr in die Länge ziehen als nötig, ich wünsche noch eine schöne Woche ^_^

#611
Feuerdrache X

Feuerdrache X
  • Members
  • 2 messages
Hi elitedefender2
verfolge deine Geschichte schon einige zeit und muss sagen sie ist nicht nur großartig sondern brillant. Ich kann vom lesen gar nicht genug bekommen und freue mich schon auf das nächste Kapitel und hoffe es bleibt so spannend wie bisher mach weite so.:)
Gruß Feuerdrache X

PS.: Du solltest vielleicht in Erwägung ziehen das beruflich zu machen :)
PSS.: Zu deiner andern Geschichte muss ich sagen so hätte das Ende von Mass Effect 3 aussehen müssen :)

#612
elitedefender2

elitedefender2
  • Members
  • 1 712 messages
Hi Feuerdrache
Hab jetzt n paar Tage nicht mehr reingeschaut deshalb kommt die Antwort etwas später^^

Es freut mich sehr das es dir gefällt. Es ist schön zu wissen das ich anderen eine Freude machen kann in dem ich dass tue etwas tue das mir gefällt. Das es weiter Spannend bleibt hoffe ich doch sehr, ich werde mein bestes geben.

Ob ME3 wirklich so hätte aussehen sollen weiss ich nicht, aber wenn ich mal eine Mail von EA kriegen würde weil sie meine Geschichte zu einem Spiel oder auch FIlm machen wollen, das wäre schon das höchste das ich erreichen könnte.

Um das hier beruflich machen zu können fehlt mir definitiv das Talent und die Erfahrung. Ich bin schon relativ stolz auf meine Leistung und nehme auch an das es sich nicht all zu schlecht liest aber von Professionellen Autoren bin ich noch Lichtjahre entfernt. Ich habe grossen Respekt vor denen die so etwas beruflich machen denn erst dadurch das ich selbst zu schreiben begonnen habe ist mit klar geworden wie schwer das alles eigentlich ist.

Ich danke dir nochmals fürs Feedback und hoffe das dir auch die zukünftigen Kapitel gefallen werden.

#613
elitedefender2

elitedefender2
  • Members
  • 1 712 messages
Ich wollte das Kapitel nach einer WOche Ferien fertig haben aber es hat nicht geklappt, manche Dinge brauchen anscheinend einfach ihre Zeit.... dafür ist hoffentlich die Qualität hochstehend. 
Ähm, da ich jetzt grad nicht mehr wüsste was es noch zu sagen gäbe wünsch ich euch einfach gleich viel Spass beim lesen.

 
Kapitel 42

 

„Parker, melden Sie sich umgehend bei
mir im Büro!“ Der Befehl war kurz und direkt gewesen. Als Reeston sie über ihr
UW gerufen hatte, war sie gerade dabei gewesen, mit Übungsdrohnen ihre Biotiken
zu trainieren. Sofort war sie in Richtung des Stützpunktes aufgebrochen. Trotz
eiligem Gang war es nicht die körperliche Anstrengung, die ihr Herz zum rasen
brachte. Es war viel mehr die Nervosität, ein Tag war vergangen, seit sie bei
der Psychotante gewesen war. Wahrscheinlich hatte sie mittlerweile ihr Urteil gefällt
und nun würde Reeston entweder zum Erlöser oder zum Henker werden. Ihre
Gedanken hingen irgendwo zwischen dem Jetzt und dem Moment in dem sie ihm
gegenüber sitzen würde. „Verdammt!“ fluchte sie laut, es war niemand in der
Nähe, der sie hätte hören können, weshalb sie sich gar nicht erst die Mühe
machte ihren Frust zurückzuhalten. Jetzt war es zu spät noch irgendetwas zu
ändern. Nach dem sie ein weiteres Mal tief durchgeatmet hatte, holte sie ihren
Geist ins Hier und Jetzt zurück um sich zu konzentrieren, jetzt die Fassung zu
verlieren wäre in keinem Falle gut. Der Bewölkte Himmel schien sich mit jedem
Meter in Richtung der Basis weiter zu verdunkeln. Als sie schliesslich den
Platz zum Hauptgebäude hinter sich gelassen hatte konnte sie spüren, dass ihre
Hände zitterten. Mühsam zwang sie sich dazu ruhig zu bleiben. Die Tür zu
Reestons Büro stand offen und im Inneren brannte Licht. Wie üblich klopfte sie
kurz an ehe sie nach Reestons Erlaubnis eintrat. „Sir… Ma`am… sie haben mich zu
Rapport befohlen?“ „Stehen sie bequem.“ Er deutete auf einen Stuhl vor seinem
Tisch. Entgegen ihren Hoffnung waren nicht nur Reeston, sondern auch die
Psychologin anwesend. Richtig erstaunt war sie jedoch darüber das auch Eric da
sass. Hatte er sie Verraten? Ihr Magen verkrampfte sich beim Gedanken daran,
dass er ein Verräter sein könnte. Falls dies der Fall sein sollte, würde sie
ihn bezahlen lassen. Noch ehe sie weiter nachdenken konnte wurde sie
unterbrochen. „Du kannst dir bestimmt vorstellen, dass du nicht grundlos hier
bist.“ „Ja Sir“ Sie versuchte sich in Gegenwart von Emilia möglichst knapp zu
halten, sie hatte der Frau gegenüber eine starke Antipathie entwickelt. „Gut,
dann kommen wir gleich zur Sache, es gibt gute und schlechte Neuigkeiten für
dich. Unsere Experten konnten aus den geretteten Daten, der von euch
gesicherten Basis, rausfiltern, dass Cerberus, um die Implantate herzustellen,
externe Hilfe gebraucht hatte. Sie haben sich unter dem Deckmantel einiger
“Importfirmen“ die dafür nötigen Teile von Schwarzmarkt der anderen Spezies
verschafft. Wir konnten diese nun lokalisieren... zumindest einen Teil davon,
unsere Leute arbeiten noch daran. Sobald wir eine Gelegenheit haben, werden
sowohl Erics Einheit, als auch die BDF an der Aushebelung der Kommandostruktur
beteiligt sein. Jedoch nicht mit dir als Anführerin der BDF.“ Die Tragweite
dieses Befehls liess sie innerlich zusammenzucken. Um ihre Fassung kämpfend
nickte sie mit grösstmöglicher Ruhe. „Emilia hat dein psychologisches Profil
erstellt… um es kurz zu halten, bis wir zuverlässige Beweise haben das du unter
Gefechtsbedingungen immer noch Kommandotauglich bist, wirst du der Position als
Anführerin enthoben. Gibt es damit irgendwelche Probleme?“ Der
schneidende Ton entging Jenni nicht. „Nein Sir“ erwiderte sie knapp und
emotionslos. „Ich reiss der Schlampe den Kopf ab und schieb ihn ihr in ihren
ach so noblen Arsch!“ Innerlich fluchend liess sie sich nichts anmerken. „Gut,
gibt es sonst noch irgendwas das ihr Fragen eurerseits?“ Reestons Blick sprang
zwischen den beiden Soldaten vor ihm hin und her. „Nein Sir“ während Jenni
schwieg setzte Eric zur Frage an. „Wann dürfen wir voraussichtlich mit dem
Beginn der Operation rechnen?“ fragte Eric interessiert. Reeston sah ihn
nachdenklich an, ehe er einen Blick auf das Datenpad auf seinem Tisch warf.
„Schwer zu sagen, unsere Leute reissen sich den Arsch auf, um an der Spur dran
zu bleiben bevor sie kalt wird, aber ich kann nichts versprechen. Halte deine
Einheit einsatzbereit, es könnte gut sein das ihr jede Minute ausrücken
müsst…ach ja, noch etwas, Parker, jemand wird die BDF anführen müssen, wir
haben bereits einige Kandidaten ins Auge gefasst, aber es kennt sie kaum jemand
so gut wie du, wer wäre deiner Meinung nach geeignet?“ Momentan war es Jenni
ziemlich egal wer sie anführen würde, von ihren Kameraden waren einige durchaus
fähig. Nach kurzem Überlegen antwortete sie schliesslich „Meiner Meinung nach
würde sich Arsilia ab besten eignen, sie zeigt immer viel Eigeninitiative, sie
sollte eine gute Anführerin sein.“ Reeston notierte sich etwas und nickte dann
„Gut, in dem Fall können Sie beide wegtreten.“ Eilig salutierte die Soldatin,
machte auf dem Absatz kehrt und verliess den Raum. Sie brauchte nun dringend
eine Gelegenheit sich ab zu reagieren, die Übungsdrohnen waren da eine ganz
dankbare Option. Gerade als sie die letzte Stufe der Treppe ins Erdgeschoss
hinter sich liess, holten die Schritte, die sich ihr von hinten genähert hatten
ein. „Hei, sieh es positiv, du bist noch dabei. Ich weiss zwar nicht, was du
der Psychologin erzählt hast, aber anscheinend denkt sie nicht, dass du einen
Sprung in der Schüssel hast, zumindest nicht komplett…“ Eric bekam sofort einen
eisigen Blick, den sie ihm über ihre Schulter zuwarf, als Antwort. „Sorry … ich
bin ein Idiot ich weiss. Es tut mir echt leid für dich… ich wollte dir nur
sagen, dass es nicht meine Idee gewesen ist, dass ihr mir oder meiner Einheit
zugeteilt werdet. Ich hoffe das belastet nicht unsere Freundschaft… ähm, also
wenn du das denn so nennen würdest.“ „Schon ok, ist ja nicht deine Schuld“
antwortete sie ihm, ohne sich zu ihm zu drehen. „Es ist doch kein Problem für
dich, dass die BDF…“ „Eric, frag mich das jetzt bitte nicht!“ sie hielt inne,
drehte sich zu ihm um und sah ihn streng an. „Du weisst genau wie ich mich
jetzt fühle, was würdest du sagen, wenn man dir einfach so das Kommando
wegnimmt, hm?! Ich werde weder Befehle verweigern, noch sonst irgendwelchen
Ärger machen, aber frag mich nicht wie ich mich fühle oder was ich darüber
denke. Das hier ist nicht deine Schuld, also mach es nicht zu deinem Problem
ok?“ Nachdem sie anfänglich ziemlich aufgebraust war, hatte sie sich beim
letzten Satz wieder etwas beruhigt. Ziemlich verdutzt blieb Eric einen Moment
lang stehen, er hatte nicht mit einer so abrupten Reaktion gerechnet, konnte
seine Kameradin aber durchaus verstehen. Sie drehte sich von ihm weg und trat
weiter die Treppe herunter in den gepanzerten Bunker unter dem Hauptgebäude der
Basis. Die Konsole an der schweren Sicherheitstür leuchtete auf, als sie sich
näherte, die nachfolgenden Eingaben und Scans erledigte sie in Windeseile, da
sie Routine waren. „Mach einfach nichts dummes ok? Es wär schade, wenn du dich
ins Abseits manövrieren würdest.“ Er hatte noch etwas aufmunterndes anfügen
wollen, doch ihm war spontan nichts schlaues eingefallen. Nun wieder alleine
trat Jenni eilig in die Frauenumkleide, sie entledigte sich ihrer Sachen, warf
diese achtlos auf den Boden und machte sich sofort daran den Sensoranzug
anzuziehen. Dieser stellte sich wie immer sehr widerspenstig an, was die
bereits gereizte Stimmung der jungen Frau noch mehr Wallung versetzte. Nachdem
sie den engen Anzug angezogen hatte, machte sie sich daran ihre Rüstung
anzulegen, was alleine trotz Training nicht gerade leicht war. Nach einer
ganzen Weile hatte sie es schliesslich geschafft, nur noch der Helm fehlte. Sie
hatte ihre Harre so zurechtgerückt, dass sie beim Aufsetzen des Helms nicht
eingeklemmt würden und atmete noch ein letztes Mal tief durch. Sekunden später
blinkten einige Statusleuchten auf und alle Geräusche der Umgebung erstarben.
Es war bereits zuvor unangenehm ruhig gewesen, doch nun war die gespenstige
Ruhe fast schon erdrückend. Nach kurzem Nachdenken schob sie die Zweifel
beiseite und öffnete die Datenbank ihres UWs mittels einer schnellen
Augenbewegung. Die einzelnen Dateien flogen förmlich an ihr vorbei, bis die
Liste schlagartig anhielt. Ein Nervenimpuls wählte die Datei aus und startete
diese sogleich. Eigentlich war es verboten über die Helmlautsprecher Musik zu
hören, aber in dem Moment war ihr das egal. Ein Schriftzug blinkte kurz auf
“Fallen Syndicate, Hellfire.“ Augenblicke später setzte die aggressive Melodie
und, der schnelle Takt ein, Jenni hatte diese Musik schon lange nicht mehr
gehört, sie hatte ihr immer geholfen Aggressionen abzubauen. Mit entschlossenen
Schritten lies sie die unterirdischen Räume hinter sich.

 

Man hatte ihnen beigebracht, wie sie
ihre Biotiken im Kampf einsetzen mussten um damit grösstmöglichen Schaden an
ihren Feinden anzurichten oder sich selbst zu schützen, doch die Meisterung
einer jeden Biotik erforderte Zeit, Mühe und Konzentration. Einem ungeübten zu
erklären wie eine Biotik anzuwenden oder zu erzeugen ist war ein Ding der
Unmöglichkeit, wie wollte man etwas erklären, das aus dem Gefühl passieren
muss. Die biotischen Masseneffektfelder wurden von Zellen im Körper erzeugt, es
war also ein Teil des Körpers des Biotikers, der dafür zuständig war.
Dementsprechend war es auch praktisch unmöglich zu beschreiben wie es sich
anfühlte eine Biotik zu wirken da das für jeden anders sein konnte. Doch wenn
Jenni in dem Moment hätte beschreiben müssen wie es für sie ist, dann wäre
“befreiend“ der passendste Ausdruck gewesen. Ihnen war gezeigt worden wie sie
eine Biotische Entladung im Nahkampf effektiv nutzen konnten, aber diese
Technik war langsam, zu langsam wie sie in ihrem Kampf gegen den Zenturio hatte
feststellen müssen. Sie durfte sich nicht nur auf ihre Biotik verlassen, sie
musste auch ohne bestehen können. Ihr Gegenüber war von vergleichbarer Grösse
und Statur, das Gewicht entsprach auch etwa dem eines ausgewachsenen Menschen,
nur die Reaktionen der Drohne waren jenseits dessen, was ein organisches Wesen
leisten konnte. Um überhaupt eine Chance gegen diesen Gegner zu haben, lies
sich dessen Reaktionsgeschwindigkeit limitieren. So konnten mit der selben
Drohne Bewegungen in Zeitlupe analysiert werden oder Kämpfe realistisch
nachgestellt werden. Die rothaarige Biotikerin hatte den Kampf auf normalem
Level begonnen und ihn dann so lange gesteigert bis sie nur noch mühsam
mithalten konnte. Die vergangenen Kämpfe waren nicht spurlos an ihr
vorbeigegangen, ihr Atem ging schnell und flach, der Puls raste und die Muskeln
schmerzten. Die Schläge der Drohne waren genauso echt wie die von Jenni, diese
spürte jedoch im Vergleich zu ihrem synthetischen Gegner die Schmerzen
eingesteckter Treffer. In den Programmcodes der Drohne war festgehalten, dass
sie im Training niemals tödliche oder schwer verletztende Gewalt einsetzen
würde, stattdessen waren die Treffer so gezielt, dass der Proband immer
stärkere Schmerzen erlitt, bis er so zur Aufgabe gezwungen wurde, das hatte
auch Jenni erfahren müssen. Je höher sie die Kampffähigkeiten der Drohne
einstellte, desto schmerzhafter wurden die Schläge die sie austeilte, da sie
immer genauer auf die Nervenbahnen und Punkte zielte. Trotz schützender Rüstung
hatte sie in der letzten Runde abbrechen müssen. Ein Schlag hatte sie auf die
Brust getroffen, genau auf den Solarplexus. Des Atems beraubt und nach Luft
ringend war sie auf die Knie gesunken. Nach einigen Sekunden hatte die Drohne
ihr Hilfe angeboten doch sie war selbstständig wieder aufgestanden. „Los noch
einmal!“ zischte sie schwer atmend. Nach einer Sekunde stellte sich ihr Gegner
gerade vor ihr hin „sind Sie sicher? Ihre Werte zeigen, dass sie bereits an
ihre Grenzen stossen…“ „Schnauze, das weiss ich selbst und jetzt los!“ „Wie sie
wünschen.“ Sofort ging die Drohne zum Angriff über. Die ersten zwei Schläger
waren schwach, aber blitzschnell, so dass Jenni Mühe hatte sie zu stoppen, es
war praktisch unmöglich vorherzusehen, wo der nächste kommen würde. Sie hatte
bereits so viele Schläge blocken müssen das ihre Arme schmerzten, doch es blieb
keine Zeit darauf Rücksicht zu nehmen. Eine heftige Gerade verfehlte ihren Kopf
nur knapp, doch nun sah sie eine Chance gekommen zurückzuschlagen. In der
gegnerischen Deckung hatte sich eine Lücke aufgetan, die es nun auszunutzen
galt. Mit einer Drehung ihres Oberkörpers brachte sie sich in Schlagposition
und holte aus. Das Metallene Exoskelett der Drohne bestand aus lackierten und
polierten Platten, welche gegen äussere Gewalteinflüsse äusserst Widerstandsfähig
waren, darunter befanden sich Sensoren, die Aufschläge erfassten und so eine
realistische Reaktion des Trainingsbots ermöglichten. Die Faust der Biotikerin
traf auf die Brust der Drohne uns stiess selbige zurück, bremste die Angriffe
ihrerseits jedoch kaum aus. Der Konter traf mit voller Wucht. Die Hände der
Drohne packten Jennis Arm und zerrten diese zum Körper der Drohne hin. Von dem
Ruck nach vorne überrascht, konnte sie nicht mehr rechtzeitig reagieren, so
wurde sie von ihrem Gegner gepackt und über die Schulter geschleudert wo sie
hart auf dem Boden aufschlug. Durch die Landung auf dem Rücken wurde ihr erneut
die Luft abgeschnürt und sie begann zu husten, der “weiche“ Kiesboden wirkte
kaum dämpfend. Für einen Moment drehte sich alles und sie drohte in einer
erlösenden Ohnmacht zu versinken. In ihrem Geist loderte immer noch ein
Inferno. Alles und Jeder schien sich gegen sie verschworen zu haben. Erst
musste Tirana sie dauernd schikanieren und ihr noch die letzte Möglichkeit
nehmen Zeit mit Kiara zu verbringen, dann meinte irgend eine Psychotante ihre
Karriere ruinieren zu müssen und nun musste sie auch noch das Kommando
abtreten. „Und das alles nur weil du zu schwach bist!“ rief eine hämische
Stimme in ihrem Kopf. Jenni ballte ihre rechte Hand zur Faust und schlug neben
sich auf den Boden, ehe sie sich unter Schmerzen aufrappelte. Es gab nur einen
Weg sich selbst zu beweisen, dass sie kein Schwächling war und das war mit
einem Sieg in diesem Kampf. In Extremsituationen zeigten sich immer wieder die Urinstinkte
jeder Spezies, welche sich erstaunlicherweise sehr ähnelten. Mit gefletschten
Zähnen und keuchend stellte sie sich vor ihren Kontrahenten, die Arme in
Kampfhaltung erhoben. „Komm her!“ geleitet von ihrem Zorn sprang sie auf die
Drohne zu und hieb mit der Rechten nach selbiger, der Kampf schien bereits mit
diesem Schlag vorbei zu sein. Die Drohne leitete den unvorsichtig platzierten
Schlag an sich vorbei, drehte sich ab und landete einen Treffer auf dem grossen
Nervenstrang, der unten an Jennis Oberarm entlanglief. Der brennende Schmerz
des Treffers trieb der Biotikerin die Tränen in die Augen. Eine Welle schoss
durch ihren Körper. Ein Gefühl so erlösend und befreiend, wie sie es in dem
Moment für unmöglich gehalten hätte erfüllte sie und begrub den Schmerz unter
sich. Mit einem lauten Schrei drosch sie ihre freie Faust von unten her gegen
die Brust der Drohne. Diese wurde von der Wucht des Aufschlages fast einen
Meter durch die Luft geschleudert, ehe sie strauchelnd wieder auf dem Boden
aufkam. Jennis rechter Arm war halb taub doch der Brodelnde Zorn in ihrem
Inneren und das befreiende Gefühl in ihrem Körper überlagerten jede andere
Empfindung. Noch ehe der Apparat sich auf die neue Situation einstellen konnte,
wurde er von einem Schlag von Oben zu Boden geschmettert. Metall verbog sich
und der gut achtzig Kilo schwere Körper prallte von dem Kiesplatz ab und
landete einen grosszügigen Schritt weiter entfernt erneut. Einige Warnleuchten
am äusseren der Drohne blinkten auf, es waren Beschädigungen aufgetreten. Ein
Blick auf ihre Hand verriet Jenni woher die Kraft gekommen war, die ihren
Gegner niedergestreckt hatte. Eine blaue wabernde Masse umgab ihren Körper. Die
Biotische Energie fühlte sich nicht nur ganz anders an als bisher, sie sah auch
anders aus, aufgewühlt und wild glich sie eher einer tosenden Brandung, als
einem grazilen Schleier wie für gewöhnlich. Eine Biotische Entladung musste
aufgeladen werden und es fühlte sich an als würde an ihrer Hand Gewichte hängen
die ihre Bewegungsfreiheit einschränkten doch dieses Feld war anders, es schien
flüssig und beweglich. Die Energie schien durch ihren Körper und ihre Rüstung
zu fliessen und sich genau an dem jeweils benötigten Ort zu verdichten. Die
Sekunden die sie erstaunt auf die blauen Schwaden geblickt hatte hatten ihrem
Feind gereicht wieder auf die Beine zu kommen. Mit dem Wechsel ihrer
Aufmerksamkeit zu ihrem Feind wurde der Schalter in ihrem Verstand wieder auf
Kampf gekippt. Ein Impuls raste durch ihren Körper und lies die pulsierende
Energie, die sie umgab aufflackern. Ein Zustand der Rage lies ihren Verstand
verstummen und ihren Körper die Kontrolle übernehmen. Die gepanzerten Sohlen
ihrer Rüstung gruben sich tief in den lockere Kies, als sowohl synthetische als
auch organische Muskeln sich anspannten. Mit einem Satz überwand sie die
Distanz zwischen sich und der Drohne. Diese versuchte den nahenden Angriff zu
blocken, scheiterte aber kläglich. Eine Ladung Biotischer Energie fegte über
sie hinweg und riss sie mit sich gegen den breiten Betonpfosten hinter ihr. Der
metallene Körper prallte rücklings gegen den Betonpfosten und war gerade im
Begriff zu Boden zu sinken, als er zerbrach. Nach dem ihre Linke den Gegner an
die Wand geschleudert hatte, besiegelte der folgende Schlag sein Schicksal. Alle
Kraft die sie hatte aufbringen können, sowohl körperlich als auch biotisch
hatte sie in diesen Schlag gelegt. Mit der Gewalt eines Dampfhammers traf die
dunkle Materie, die ihre Faust umgab auf den Kopf der Drohne, der nun zwischen
selbigem Feld und dem Pfosten eingeklemmt war. Unter lauten Ächzen und Krachen
gab etwas nach. Für einen Moment befürchtete Jenni, dass es ihre Knochen
gewesen waren, doch der Schmerz blieb aus. Ein Splitter prallte gegen ihren
Helm und ein plötzlicher Wiederstand riss sie herum und lies sie zu Boden
fallen. Plötzlich waren all die Eindrücke und Gefühle, die bis soeben noch
ihren Verstand dominiert hatten, verschwunden. „Was ist passiert?“ war die
erste und einzige Frage die ihr Verstand klar formulieren konnte bevor er unter
einer Lavine wirr durcheinander redender Stimmen begraben wurde. Hunderte
Fragen stellten sich auf einmal, doch nur die erste drang zu ihr durch. Sie
versuchte sich aufzurichten doch ihr Körper machte keine Anstalten auf ihre
Befehle zu reagieren, das einzige was ihr gelang, war ihren Kopf zu drehen. Sie
war auf allen vieren gelandet, was sie aus diesem Winkel an ihrer Schulter
vorbei erkennen konnte, war das Resultat ihres Werkens. Der leblose künstliche
Körper sackte schlaff zu Boden, die Stelle an der einst das Gesicht der Drohne
gesessen hatte war total eingeschlagen und zertrümmert. So gesehen erinnerte
der Kopf an eine zerdrückte Getränkedose. Der Pfosten hatte auch Spuren
davongetragen, an der Stelle an der ihr Schlag gelandet war, war der Verputz
abgeplatzt und eine kleine aber deutlich sichtbare Einbuchtung zu sehen, einige
Betonklümpchen waren abgesplittert. „Wie…?“ weiter kam sie nicht mehr. Wie aus
dem nichts schien sich ihr Körper abzuschalten. Das Gefühl aus ihren Armen und
Beinen wich einer beängstigenden Leere und ihre Muskeln erschlafften. Eine
unerklärliche Kraft begann damit ihre Augenlieder zuzuziehen. „Nicht schlecht
Parker, ich habe bisher noch nicht viele Biotiker gesehen die das können…“ die
gedämpfte Stimme kam von hinten langsam näher. Vor ihr verschwamm die Sicht und
alles wurde dunkel, jetzt nützte alles Kämpfen nichts mehr, das Bewusstsein
entwand sich ihrem verzweifelten Klammern. Das Letzte, das sie vernahm, bevor
sie von Stille umfangen wurde, war das Knirschen von Kies unter Stiefeln.  

 

Der stechende Geruch von
Desinfektionsmittel liess sie hustend erwachen. „Warten Sie… nicht, das ist
nicht richtig… so lassen Sie ihr doch wenigstens etwas Zeit!“ „Ach die schafft
das schon, hey Parker, auch wieder da?“ Jemand schüttelte sie, nachdem sie
einen Moment nicht reagiert hatte trat ihr erneut der stechende Gestank vom
Putzalkohol, der zur Händedesinfektion, verwendet wurde in die Nase. Hustend
und nach Luft ringend drehte sie sich zur Seite und riss die Augen auf. Ein
helles Licht schien ihr entgegen und dir verzerrten Umrisse vor ihr nahmen
langsam Gestalt an. „Alles ok? Tut mir echt leid, ich konnte sie nicht davon
abbringen dich so zu wecken.“ Die Stimme kam ihr bekannt vor, aber sie konnte
sie in dem Moment niemandem zuordnen. Das Gesicht das vor ihr auftauchte wies
besorgte Züge auf. Nach wiederholtem blinzeln begann sich der Schleier vor
ihren Augen zu lichten so das sie die Person die sich zu ihr gebeugt hatte
identifizieren konnte.. Marcell stand vor ihr und sah sie an. „Was ist
passiert?“ fragte sie verwirrt. „Du bist aus den Latschen gekippt“ meinte eine
Stimme die ihren Verstand zusammenzucken lies. Etwas benommen drehte sie sich
um, in der Hoffnung sich verhört zu haben. An dem leeren Krankenbett hinter ihr
lehnte eine ernst dreinblickende Asari. „Du bist ohnmächtig gewesen,
zusammengebrochen aus Erschöpfung, ein normaler Kreislaufkollaps.“ „Normal?“
Die etwas ungläubige Frage lies das Lächeln des Sanitäters zu einem Grinsen
werden. „Naja, du bist fast andauernd hier, da ist sowas eher noch harmlos und
von daher normal.“ „Das letzte woran ich mich erinnern kann ist…“ sie stockte
da die Bilder des Trainingsplatzes wieder in ihrem Kopf aufblitzten. „Dass du
eine 100'000 Credits Drohne demoliert hast?“ Tirana war nun von dem anderen
Krankenbett zu ihr herangetreten und sah sie fragend an. Mit überraschtem
Gesichtsausdruck sah Jenni ihre Ausbilderin an, war das wirklich geschehen? Das
ganze fühlte sich so surreal an. „Ich habe dich den ganzen weg hierherschleppen
müssen.“ Die junge Frau richtete sich auf, ihr Kreislauf brauchte einen Moment
um sich anzupassen weshalb ihr einen Moment lang schwindlig wurde. „Ach, dann
bin ich also nicht der einzige?“ meinte Marcel lachend während er in einem
kleinen Schrank am Ende des Zimmers kramte. „Ich werde mich nun meinen anderen
Pflichten zuwenden, Sie kennen meine Diagnose.“ Diese letzten Worte waren an
Tirana gerichtet und nicht wirklich als Frage gedacht. „Ja ja… also Parker,
deine Aktion da unten… positiv überrascht.“ Nach dem sie anfänglich mit einer
Standpauke oder schlimmerem gerechnet hatte starrte Jenni ihre Ausbilderin nun
sprachlos an. „Es gibt nur wenige Menschliche Biotiker die ich kenne, die ihre
Biotiken so einsetzen können. Es erstaunt mich dass jemand wie du zu so etwas
fähig ist. Viele meiner eigenen Soldatinnen brauchen Jahre oder Jahrzehnte
langes Training um solch eine Technik anwenden zu können und selbst dann ist es
nur wenigen vergönnt sie zu meistern.“ „Welche Technik?“ Nach einem amüsierten
Schnaufen erklärte Tirana sich. „Du kannst dich noch erinnern was du mit der
Drohne angestellt hast? Diese Biotiken… eigentlich ist es ja keine geläufige
Technik, eher ein Kampfstil. Erinnerst du dich an das biotische Feld das du um
dich herum erzeugt hast? Es war beweglich und nicht starr. Normale biotische
Felder lassen sich nur in aufgeladener Form bewegen. Du warst in der Lage bei
voller Geschwindigkeit zu agieren und hattest die volle Energie für einen
Angriff ohne dadurch verlangsamt zu werden… aber du hast den Preis, den das hat
auch gleich bezahlt. Um eine einfach Biotik wie eine Schockwelle oder ein
Wurffeld zu wirken brauchst du nur einen kleinen Teil der Rezeptoren in deinem
Körper anzusprechen, um eine Feld aufrecht zu halten das jede deiner Bewegungen
verstärken kann brauchst du permanent alle dieser Rezeptoren in deinem Körper,
das Resultat kennst du ja. Dein Energieverbrauch ist viel höher als normal. Du
bist gut im Nahkampf ausgebildet und hast grosses Potenzial und das hierkönnte
dich weiterbringen, wenn du denn stark genug bist es zu meistern.“ Immer noch
ziemlich verwirrt nickte Jenni, sie versuchte sich an den Kampf zu erinnern
doch er schien schon Äonen von Jahren zurückzuliegen. „Ich… ich bin mir nicht
sicher wie ich das gemacht habe, ich wusste gar nicht das, dass ich sowas
kann.“ „Wow, und ich dachte du wolltest wirklich was erreichen. Gerade als ich
glaubte, dass du wohlmöglich doch das Zeug hättest das hier zu schaffen gibst
du auf, nur weil du nicht weiterweisst? Naja, eigentlich hätte ich es wissen
müssen. Du wars bereits am ersten Tag an dem ich dich trainieren musste, nur
eine Nummer in der Masse. Das einzige was dich von all den anderen
unterscheidet ist deine Position als Anführerin der Einheit.“ Die schneidenden
Worte ihrer Ausbilderin verfehlten ihre Wirkung nicht. Verächtlich schnaufend
versuchte Jenni aufzustehen doch ihre Beine waren noch schwach und wacklig.
„Gibt es denn überhaupt jemanden in ihrer Einheit, der mich darin ausbilden
könnte?“ meinte Jenni schnippisch. „Soll das eine Beleidigung sein?“ „Nein
Ma`am nur eine Frage.“ „Lass die Ausbildung nur meine Sorge sein.“ „In dem
Fall, wann können wir anfangen?“ Bei ihrem ersten Schritt vom Bett weg knickte
die junge Biotikerin beinahe ein, konnte sich aber wieder fangen. Mit
amüsiertem Gesichtsausdruck und verächtlichem Lächeln sah Tiaran Jenni an
„Nicht vor morgen, du hast den Sanitäter ja gehört. Du meldest dich morgen
gleich nach dem Training bei mir, verstanden?!“ Mit diesen Worten verliess
Tirana die Krankenstation und liess Jenni allein.

Seit Tirana mit ihr gesprochen hatte lag
Jenni wach auf ihrem Krankenbett. Sie konnte trotz ihrer Erschöpfung keinen
Schlaf finden, immer wieder wanderten ihr die selben Gedanken durch ihren Kopf.
Sie war von ihrem Posten als Anführerin entbunden worden, war das wirklich das
einzige was sie von ihren Kameraden unterschieden hatte? Beim Training waren
sie alle motiviert sich zu verbessern, sie hatten alle den Willen zu kämpfen um
ihre Ziele zu erreichen. Es gab bessere Schützen als sie, es gab Soldaten die
schneller waren als sie, warum sollte gerade sie dann ihre Anführerin sein? Sie
war ja noch nicht einmal stark genug sich selbst zu verteidigen. Erneut drehte
sie sich um, es war unerträglich, die Zeit wollte einfach nicht vorbeigehen.
Marcell hatte ihr gesagt, dass sie bis zum Abendessen hier bleiben müsse.
„Weniger aus medizinischer Notwendigkeit, es ist mehr zu deinem eigenen Schutz.
Wenn ich dich gehen lasse, hältst du dich dann wirklich daran, dass du dich
heute nicht mehr zu sehr anstrengen darfst?“ Seine Sorge war durchaus
berechtigt gewesen, denn Jenni wusste, dass sie mit grosser Wahrscheinlichkeit
nicht hätte stillsitzen können. Zum gefühlt hundertsten Mal sah sie auf die Uhr
ihres UWs. Das Training war vor knapp einer halben Stunde beendet worden, es
würde also nicht mehr lange dauern, bis sie endlich gehen durfte. Die Stille in
diesem Raum der Basis war ziemlich ungewohnt und ihr bisher kaum aufgefallen.
Sie hatte schon viele “Besuche“ bei Marcel gehabt und kannte ihn mittlerweile
fast so gut wie ihre Teamkameraden. Er war ein netter und fröhlicher Typ, was
ihn bei den Soldaten äusserst beliebt machte, genauso wie seine Eigenschaft das
eine oder andere Mal ein Auge zuzudrücken. Jenni hatte schon mehr als einmal
wegen einer kleinen Verletzung kurz zu ihm gemusst und auf ihr Bitten hin hatte
er sie jeweils früher gehen lassen, damit sie wieder trainieren konnte anstatt
die vorgeschriebene Zeit in einem der Krankenzimmer abzusitzen. Er konnte einem
immer aufmunternd, auch wenn es einem schlecht ging. Nach ihrem letzten
Zwischenfall, einer leichten Hirnerschütterung, hatte er sie bis über beide
Ohren grinsend gefragt, ob sie sich absichtlich so oft verletzte um mehr Zeit
mit ihm verbringen zu können. „Du könntest mich auch einfach nach einem Date
fragen, das wäre für uns beide viel einfacher und für dich weniger schmerzhaft…
und deinen armen Körper müsstest du auch nicht dermassen schinden, es tut
richtig weh zu sehen, was du jedes Mal mit dir selbst anstellst.“ Selbst jetzt
musste sie lächeln als sie an seinen Spruch dachte. Doch im Moment war er nicht
hier und so war ihre einzige Gesellschaf die Stille die den Raum erfüllte. Ihre
Gedanken schienen aus ihrem Kopf zu entfliehen und wie akustische Signale von
den Wänden wieder zu hallen. „Was tust du hier, du solltest jetzt draussen sein
und….“ „Nein, du weisst, dass Tirana dich damit nur aufziehen will, sie will
dich bloss leiden sehen.“ Wieder sah sie auf die Uhr, seit mehreren Stunden war
sie nun schon in dem Raum. Tirana musste bestimmt ganz schön was zu schleppen
gehabt haben, sie war in voller Ausrüstung hier aufgewacht. Eine andere
Übungsdrohne oder ein anderer Soldat musste ihr geholfen haben, denn so
ausgerüstet wog sie gut die 150 Kilo. Marcell hatte sie mittels UW gescannt und
so ihre Vitalwerte kontrollieren können, ohne die komplizierte Demontage
vorzunehmen, was besonders dadurch, dass weder er noch Tirana gewusst hätten
wie, sehr interessant geworden wäre. Obwohl sie heute nicht mehr trainieren
könnte hatte sie die Rüstung nicht abgelegt, da sie erstens nach einigen
Minuten des Tragens kaum mehr wahrnahm, dass sie eine Rüstung trug und sich
zweitens unlogischerweise unwohl gefühlt hätte, nur in dem engen, dünnen Sensoranzug
herumzusitzen, wenn Marcel in der Nähe war. Eigentlich sollte seine Anwesenheit
sie ja am wenigsten stören, als Sanitäter würde er sie in bestimmten
Situationen teils oder sogar ganz nackt sehen, von daher sollte er als
Fachperson noch am ehesten fähig sein professionell zu bleiben. Sie hatte sich
wieder aufgerichtet um ein paar Schritte zu gehen und ihre Beine etwas zu
belasten, damit das seltsame Gefühl beim nächsten Schritt einzuknicken aus
selbigen zu verschwand. Ihr Blick wanderte durch den Raum und streifte dabei
einen kleinen Gegenstand der auf dem Boden lag. Bei genauerer Betrachtung
stellte sie fest, dass es sich um einen Kiesel handelte, wahrscheinlich war er
irgendwo an ihren Sohlen hängen geblieben und hatte sich hier drinnen wieder
gelöst. Aus einem ihr unerfindlichen Grund wollte sie ihn gerade aufheben als
die Tür aufging. „Jenni?“ Sie schnellte herum, da sie die Stimme kannte. „Was
ist geschehen?“ Kiara eilte sofort zu ihr um ihrer vermeindlich
zusammengeklappten Freundin zu helfen. Eine angenehme Wärme breitete sich in
ihrem Körper aus und schien den ganzen Raum auszufüllen „Nichts, alles ok, ich
wollte nur gerade das hier aufheben…“ Kiara sah erst ihre Freundin und dann den
Kiesel an. Sofort erhielt Jenni einen fragenden Blick zugeworfen. „Warum bist
du hier? Ich habe gehört, dass du Bewusstlos von einem Übungsplatz geschleift
worden bist und auf der Krankenstation bist.“ Kiara trug normale Kleidung, sie
hatte ihre Rüstung bereits abgelegt. In den Augen der Asari glänzten Tränen und
sie nahm Jenni fest in die Arme. Noch ehe die Angesprochene reagieren konnte,
fuhr Kiara fort. „Verdammt Jenni, ich habe mir bereits wieder solche Sorgen
gemacht.“ „Schon ok, ich hab mich nur ein wenig Überanstrengt, mein Kreislauf
hat nicht mehr mitgemacht und ich bin umgekippt. Es ist alles ok.“ Trotz ihrer
dicken Rüstung legte Jenni ihre Arme um Kiara, auch wenn die vertraute Wärme
ihres Gegenübers und die Berührung ihrer weichen Haut auf der ihren fehlten.
„Und wieso hat dich dann Tirana hierhergebracht?“ Die Skepsis in Kiaras Stimme
war deutlich zu hören, sie wusste, dass Jenni sie angelogen hätte, wenn sie ihr
dadurch noch mehr Sorgen ersparen konnte. „Sie hat mich gefunden als ich
umgekippt bin… es ist wirklich…“ „Nein, nichts ist ok. Du bist in letzter Zeit
so seltsam. Du redest kaum noch mit mir und den anderen, du bist dauernd
schlecht gelaunt und bist viel zu verbissen beim Training. Als ich dich unter
der Dusche gefunden habe wäre ich vor Angst fast gestorben. Ich habe gedacht du
würdest sterben… und jetzt bist du schon wieder auf der Krankenstation. Erzähl
mir nicht, dass alles ok ist, lüg mich nicht an.“ Die junge Asari hielt ihre
Liebste noch immer fest, ihre zittrige Stimme zeugte von grosser Trauer, da sie
mit sich selbst kämpfte um nicht zu weinen. Jenni hasste sich nun für die
Entscheidung ihre Rüstung nicht ausgezogen zu haben. Sie wollte Kiara Trost
spenden, doch wie konnte das gehen, wenn sie durch die Rüstung von der
Aussenwelt abgeschirmt war. „Es tut mir leid Kiara… ich wollte nicht, dass du
dir Sorgen machst.“ „Das tue ich aber, also erzähl mir was los ist.“ Jenni
wollte Kiaras Blick ausweichen und biss sich auf die Lippe, schliesslich trafen
sich ihre Blicke aber trotzdem. „Ich… ich kann nicht, da gibt es nichts zu
erzählen.“ Kiaras Blick änderte sich schlagartig. Sie löste ihre Umarmung und
legte ihre Hände auf die kühlen Platten an Jennis Hüften. „Bitte Jenni, ich
kann nicht mehr länger mit ansehen wie du dich zu Grunde richtest. Dich leiden
zu sehen tut mir genauso weh wie dir. Es mag ja sein, dass du diesen Schmerz
verkraften kannst, aber ich nicht. Jedes Mal wenn ich an dich denke, muss ich
mir Sorgen machen ob es dir gut geht. Diese Unsicherheit, das ist zu viel. Wenn
du mir jetzt nicht erzählst was los ist, dann gehe ich zu Reeston und melde ihm
was letzte Nacht unter der Dusche vorgefallen ist.“ Entsetzt über diese Aussage
starrte Jenni ihre Liebste an. „Was?" platzte es aus ihr heraus "wie... wieso willst du mir das antun?" fragte sie fassungslos. „Gerade weil du mir so viel bedeutest. Ich will dich nicht verlieren und wenn das der einzige Weg ist
dich vor dir selbst zu schützen, dann werde ich das tun.“ Jenni wandte sich von
ihrer Liebsten ab, da es schmerzte ihrem besorgten und verzweifelten Blick zu
trotzen. Nach einem tiefen Atemzug löste sich Jenni von Kiaras Umarmung und
aktivierte ihr UW. Die verwunderte Asari sah ihrem Treiben einige Sekunden zu
ehe ihr UW aufblinkte. Sie hatte eine Datei von Jenni erhalten, es war eine
Videodatei. Auf ihren fragenden Blick zu Jenni antwortete selbige mit einer
Geste, das erhaltene Video abzuspielen. Zögerlich startete die Asari die
Aufnahme und das Bild begann sich zu bewegen. 
Eine geschlossene Tür, an deren anderen Flanke einige Mitglieder der BDF
in Stellung waren, war zu sehen und die Stimme einer jungen Frau zu hören. Wie
gebannt starrte Kiara auf die Aufnahme, ihr Verstand hatte sofort registriert
worum es sich handelte. Jenni trat einige Schritte von ihr weg, sie hatte diese
Bilder bereits mehr als oft genug 
gesehen, auch ohne ihr UW. Anhand des Gesichtsausdrucks ihrer Freundin
konnte sie abschätzen, an welcher Stelle die Aufnahme war. Ihre immer
entsetztere Mine verriet genug über Kiaras Gefühlslage. Nach einigen Minuten
schaltete sie ihr UW Kommentarlos ab, starrte jedoch immer noch auf dieselbe
Stelle, an der sich Sekunden zuvor noch das Grauen ihrer Jenni abgespielt
hatte. „Ich wollte es dir sagen, aber ich hatte Angst, Angst, dass du mich für
ein Monster halten würdest… ich… ich tue es ja selbst.“ Jenni hatte sich einige
Meter entfernt von ihrer Liebsten an eines der Krankenbetten gelehnt und
starrte auf ihre Füsse. „Ich hatte Angst, dass du mich verlassen würdest und
ich das letzte verliere, was mir noch Halt gibt.“ „Es verletzt mich das du mich
für so oberflächlich hältst“ meinte Kiara mit gekränkter Stimme. Sie trat auf
Jenni zu und blieb erst stehen, als sie nur noch einen halben Schritt von ihr
entfernt war. „Du weisst, dass ich dich liebe und dich nie im Stich lassen
würde, also wieso sagst du so etwas?“ „Es ist nur… Was ist wenn das da ein Teil
von mir war? Wenn dass mein wahres Ich war?“ Kiara legte ihre Hand an das
Gesicht ihrer Liebsten um sie zu sich zudrehen und ihr in die Augen sehen zu
können. „Jenni, ich kenne dich, du hast dich lediglich verteidigt. Dass du so
etwas grausames erleben musstest ist schrecklich und ich verstehe jetzt auch
warum dich das so belastet, aber vergiss nicht das du diese Last nicht alleine tragen
musst. Ich will bei dir sein, auch in deinen dunklen Stunden, aber dafür musst
du mir vertrauen. Du musst mich dir helfen lassen.“ Beschämt über die Offenheit
ihrer Liebsten, nachdem sie diese belogen hatte, wollte Jenni der Situation
entkommen doch Kiara liess sie nicht. „Ich habe jemanden wie dich gar nicht
verdient, du hast immer Versucht mir zu helfen und ich habe dich bloss
belogen.“ „Stimmt, vielleicht hättest du was besseres verdient, aber du bist
das beste was mir je passieren konnte und daran will ich mich festhalten.“
Jenni biss sich auf die Lippe, sie hatte mit den Tränen zu kämpfen. Sie fühlte
sich so dumm, es hätte ihr klar sein sollen, dass sie bei ihrer Liebsten hätte
auf Unterstützung zählen können. Am liebsten hätte sie sich einfach fallen
gelassen um sich in Kiaras Armen wenigstens für einen Moment geborgen und frei
von aller Last zu fühlen, doch ihre Rüstung stand ihr im Weg. Zu gerne hätte
sie sie in den Arm genommen und fest an sich gedrückt, um ihre Nähe zu fühlen
doch so war sie gezwungen das nächst Beste zu tun, sie legte ihren Kopf auf
Kiaras Schulter während sie diese tröstend festhielt. Es musste lächerlich
aussehen, dass die zierlich wirkende Asari der Gerüsteten Soldatin vor ihr Halt
spenden musste, doch Jenni war froh, dass sie jemanden hatte, auf den sie in
jeder Situation zählen konnte. Nachdem sie einige Sekunden in dieser Position
verharrt hatten, ging plötzlich die Tür auf und Jenni zuckte zurück, was wenn
Tirana zurückkahm. „Oh, stör ich?“ „Nein, ich wollte nur nachsehen was sie sich
diesmal angetan hat“ meinte Kiara locker als sie Marcel in der Schwelle zum
Raum stehen sah. Sie hatte schnell reagiert und ihre Gefühle überspielt, wenn
auch nicht wirklich gut. „Wenigstens weisst du immer wo du sie suchen musst,
wenn sie nirgends zu finden ist… du darfst jetzt übrigens gehen Jenni, ich kann
sie sicher deiner Obhut überlassen?“ „Mhm, ich schaue, dass sie nichts
übertrieben Dummes anstellt.“ lächelnd trat der Sanitäter zur Seite, als die
beiden jungen Frauen an ihm vorbeitraten um den Raum zu verlassen.

 

Der Weg bis ins Untergeschoss des
Hauptgebäudes war nicht weit und trotzdem kam er Jenni wie eine Ewigkeit vor.
Sie war schweigend aber lächelnd neben Kiara hergegangen bis diese sie auf der
Treppe gefragt hatte wieso sie so fröhlich sei. „Weil ich daran erinnert worden
bin, dass ich einen Engel habe, der über mich wacht.“ Ihr Blick haftete an der
Asari und sie fühlte sich beschwingt, während sie die letzten Schritte zur
Montagestation ging. „Ich glaube Engel ist nicht ganz das richtige Wort dafür,
Engel tragen normalerweise keine Waffen oder?“ „Interpretationssache“ meine
Jenni lächelnd. Sofort machte sie sich daran die einzelnen schweren Platten
schrittweise von ihrer Rüstung  zu
demontieren. Diese war mittlerweile fast schon zum Gefängnis geworden. Obwohl
sie entgegen jeder Vermutung sehr gemütlich zu tragen war fühlte Jenni sich im
Moment gefangen und eingeengt in ihr. Jedes weiter Teil das sie ablegte war
befreiend. Nach einigen Minuten hatte sie mit Hilfe der Asari die Rüstung
abgelegt und war nun gerade mühsam dabei ihren Sensoranzug abzustreifen. „Warte
ich… Hei!“ Jenni war gerade aus dem am Boden liegenden Anzug gestiegen als
Kiara, die vor ihr stand versuchte diesen aufzuheben. Sie wurde aber abrupt
unterbrochen als Jenni einen Schritt nach vorne machte und so plötzlich wenige
Zentimeter vor Kiara stand. Diese wollte erst etwas erschrocken ausweichen,
wurde aber von ihrer Liebsten davon abgehalten. Jenni hatte ihre Hände auf
Kiaras Hüften gelegt und ihren Kopf neben den der Asari geschoben und flüsterte
nun leise. „Du sollst mich doch davon abhalten dumme Dinge anzustellen? Dann
musst du mich ganz schnell aufhalten.“ Noch ehe die Angesprochene reagieren
konnte, spürte sie bereits zwei weiche Lippen, die sanft auf ihren Hals
gedrückt wurden. Die Finger von Jenni machten sich ungeduldig daran Kiaras
Oberteil aufzuknöpfen, doch ihre Liebste stoppte sie. „Was ist denn in dich
gefahren?“ fragte sie erstaunt. Als Antwort erhielt sie einen innigen Kuss auf
den Mund, während Jenni ihren nackten Körper an den ihrer Liebsten drückte.
Kiara blieb nichts anderes übrig, als nach hinten zurückzuweichen doch da war
kaum Platz, die Mauer hinter ihr versperrte den Weg. Die Asari bemerkte zu
spät, dass Jenni nach ihren Händen griff, sie konnte nicht mehr reagieren. Im
nächsten Moment stand sie mit dem Rücken an der Wand, ihre Hände neben ihren
Schultern an die Wand gedrückt. „Jenni, auch hier unten kann uns jemand sehen.“
Warf Kiara eilig ein, als sich die junge Frau von ihr löste. „Ich weiss… aber
ich will meine Gefühle für dich nicht ständig verbergen müssen.“ „Warte…“ Kiara
wand sich aus dem Griff ihrer Freundin und schob diese vorsichtig etwas zurück.
Sie konnte nicht behaupten, dass der Anblick der rothaarigen, jungen Frau vor
ihr sie nicht erregt hätte, ohne dabei zu lügen. „Du musst noch etwas Geduld
haben, wir werden wieder ein freies Wochenende haben und dann kannst du mir all
das zeigen.“ „Das reicht mir aber nicht, ich kann nicht so lange warten.“ „Ist
es das wert deinen Posten zu verlieren? Du stehst schon so auf der
Abschussliste.“ Mit niedergeschlagenem Seufzen lies Jenni den Kopf hängen. „Ich
weiss du hast recht aber… die Salarianer haben das Problem nicht.“ Auf den
fragenden Blick der Asari hin führte sie ihren Gedanken aus. „Die juckt es
nicht jedes Mal in den Fingern, wenn sie eine so schöne Asari wie dich sehen…“
Breit grinsend trat Kiara an sie heran und gab ihr ein Kuss auf die Wange „Dann
kann ich ja froh sein, dass du kein Salarianer bist, deine unanständigen
Gedanken sind meist ziemlich verführerisch… aber jetzt geht es einfach nicht.“
Sie warf Jenni ihren Stapel Kleider zu. „Jetzt?“ fragte sie neckisch während
sie sich anzog. „Wer weiss, vielleicht ergibt sich ja später eine Gelegenheit“
erhielt sie prompt als Antwort. „Du bist fies, es mir noch schwere zu machen.“

 

„Triebwerke… Check, Instrumente…
funktionieren alle einwandfrei, Masseneffektfeld Stabil…“ „Und jetzt?“ Der
Turianer sah etwas unsicher auf die blinkenden und leuchtenden Konsolen vor
sich, es war nicht das erste Mal, dass er sich des weiteren Vorgehens nicht
sicher war. „Ähm… die Checkliste hab ich durch, also würd ich das Shuttle mal
vorsichtig in die Luft bringen…“ „Fast“ der Ausbilder neben ihm deutete nach
hinten in den leeren Laderaum des Shuttles. „Die Tür ist noch offen, das ist
zwar bei Militärschiffen kein funktionelles Problem und manchmal sogar
erforderlich, aber bei Übungsflügen werden die immer vorher geschlossen. „Ok…
sind geschlossen, Bodenkontrolle, Charlie eins drei erbittet Startfreigabe.“
„Startfreigabe erteilt“ meldete eine Stimme über die Innenlautsprecher des
cockpits. „Ok, dann bringen wir das Ding mal in die Luft…“ Nach einigen
Sekunden begann das Metall das ihn umgab zu vibrieren und die Landschaft
draussen begann langsam nach unten zu sinken. „Flughöhe zwanzig Meter, geh
jetzt in den regulären Steigflug über“ meldete der Ausbilder. Im inneren des
cockpits  befand sich ausser den beiden
Pilotensesseln und den Instrumenten zur Navigation kaum etwas, da der Platz
relativ begrenzt war. „Beginne Steigflug…“ Ein Ruck ging durch die Kabine und
lies den Turianer zusammenzucken. „Langsam, du darfst nicht zu ruckartig
beschleunigen, wenn es sich nicht um Gefechtsbedingungen handelt, vielleicht
musst du mal Verletzte transportieren, mit einem gebrochenen Bein gibt es
schöneres als quer durch die Kabine zu fliegen.“ „Verstanden…“ Die Nase des
Shuttles hob sich langsam nach oben und die grünen Hügel vor ihm verschwanden
unter ihnen. Stattdessen füllte nun ein strahlend Blauer Himmel, der lediglich
von ein paar Wolken durchzogen war ihre Sicht aus. „Stimmt noch alles?“ „Ähm,
das hoff ich doch, mir ist nichts aufgefallen.“ Plötzlich stoppte die Bewegung
des Geländes um sie herum, der Druck der Beschleunigung der auf seinem Körper
gelastet hatte verschwand und die Bewegungen des Simulators stellten sich ein.
„Dann hättest du bald ein echtes Problem, du verlierst Sauerstoff. Noch ist
kein Alarm ausgelöst worden aber die Leuchte hier zeigt dir an, dass du Luft
verlierst, sowas muss dir auffallen, sonst kann es sein, dass du dich oder
deine Mitreisenden umbringst.“ „Verdammt, tut mir leid.“ „Muss es nicht, wir
probierens später noch einmal, geh jetzt erst mal rüber, in zehn Minuten gibt
es noch einmal einen allgemeinen Theorieblock.." Der Simulator fuhr wieder
in eine waagrechte Position zurück und die Instrumente schalteten sich ab. Mit
mürrischem Gesichtsausdruck richtete sich der Turianer auf und verliess den
eins-zu-eins Nachbau eines Kodiak-shuttles, das von einem Masseneffektfeld
knapp über dem Boden gehalten wurde und so den Flug mit einem echten Shuttle
simulierte. Dabei konnten mithilfe eines kleinen E-Zero Kerns im inneren des
Shuttles sogar die Beschleunigungsgefühle erzeugt werden, was den Simulator zu
einem perfekten Training machte. Da solche Ausbildungsgeräte aber extrem
kostspielig waren, hatten Garon und eine Hand voll andere ausgewählter
Kandidaten gleich am Morgen bei Trainingsbeginn ein Shuttle zu einem Planeten
in einem benachbarten System genommen, wo sich ein Ausbildungszentrum für
Piloten befand. Sie waren fünf an der Zahl und hatten bereits alle die Lizenz
ein Skycar zu steuern gehabt, als sie die Ausbildung zur BDF angefangen haben,
das war Grundvoraussetzung für diese Weiterbildung. Sie würden nun eine ganze
Woche hier bleiben um den ersten Umgang mit dem Codiac, einem weit verbreiteten
Allianzshuttle zu lernen. Dazu war eine Woche zwar viel zu wenig, aber das
Training erfolgte Schrittweise, da sie gleichzeitig auch ihr Biotiktraining und
die Kampfausbildung nicht vernachlässigen durften. Sehr zum Erstaunen der
Kandidaten waren sie, nachdem sie am Vormittag einen trockenen Theoriekurs
gehabt haben, gleich in den Simulator gesetzt. Dieses „Ins kalte Wasser werfen“
sollte schon mal grob den Weizen von der Spreu trennen. Garon war anfangs sehr
zaghaft gewesen, obwohl der Simulator abgesichert war und so eigentlich nichts
passieren konnte. Das Fliegen selbst war dann jedoch nicht einmal das grösste
Problem, die Steuerung und das Flugverhalten erinnerten erfreulicherweise sehr
dem eines Skycars. Das nötige Fingerspitzengefühl fehlte noch, was selbst
einfache Manöver teils ziemlich wacklig werden liess. Einzig das senkrechte
Steigen und Sinken war gewöhnungsbedürftig, da Skycars das nur unmittelbar vor
dem Aufsetzten konnten, zumindest wenn sie nicht von der Hand eines Profis
gelenkt wurden. Beim Codiac war das jedoch normal und auch notwendig da es auf
Grund seines Gewichtes und bei Einsätzen meist unwegsamem Gelände oft senkrecht
auf einige Meter Höhe gebracht werden musste, ehe man richtig losfliegen
konnte. Garon verliess den Simulator und strich sich die N7 Uniform glatt, die
er beim Sitzen im Pilotensessel zerknittert hatte, ehe er den Raum verliess um
sich zum Schulungsraum 2B zu begeben in dem sie weitere Stunden der faden
Theorie über sich ergehen lassen mussten.  


 

„Du meldest dich gleich nach dem
Training bei mir, verstanden?!“ Mit diesen Worten hatte Tirana Jenni in der
Krankenstation zurückgelassen. Aus irgend einem Grund wusste si, dass die
“Freundlichkeit“ ihrer Ausbilderin nur gespielt war. Etwas stimmte nicht an der
Sache. Das Training war vor kurzem zu Ende gegangen und nun befand sie sich auf
dem Weg zu der Position, die Tirana ihr angegeben hatte, nachdem Jenni zweimal
vergeblich versucht hatte sie zu erreichen. Die Position lag ein ordentliches
Stück abseits der gewöhnlichen Trainingsplätzen. Das ganze schrie geradezu nach
Falle, aber welche Alternativen hatte sie? Das Ganze war nicht von Reeston
organsiert und wahrscheinlich noch nicht einmal offiziell. Diese Chance aus
Angst zu verspielen hätte sie sich jedoch niemals vergeben, zu viel konnte sie
gewinnen. Der dünne Trampelpfad, der sie durch den Wald führte sah aus als
würde er nur selten benutzt. Kleine Pflanzen, welche sich durch den
festgetretenen Boden gekämpft hatten, trieben erste Blätter um sich am
Sonnenlicht zu laben. Die Baume, die den Wegesrand säumten fingen das Licht der
über dem Horrizont stehenden Sonne ab, was die Dämmerung noch mehr verdunkelte.
„Ob sie sich einen Scherz erlaubt hat?“ Unweigerlich drängte sich ihr ein
Gedanke auf.Ees waren nur noch 50 Meter bis zu dem Wegpunkt den Tirana ihr
angegeben hatte und es war noch weder Licht noch sonstige Anzeichen von
Zivilisation zu erkennen. Nervosität machte sich in ihr breit, was wenn sie
geradewegs in einen Hinterhalt lief?

An dem Punkt möchte ich mich mal bei den Leuten bedanken die sich immer die Mühe machen meine Kapitel zu korrigieren und auch an alle die mich mit feedback unterstützen. Kritik hilft mir mich zu verbessern und Lob... naja, das fühlt sich halt gut an und das ist auch was tolles. :whistle::D

Dann verabschiede ich mich mal wieder, wie immer Feedack Kritik Lob usw. gleich hier reinhauen Fragen gerne auch gleich hier stellen oder halt als pm wenns nicht offiziel sein soll. Ich wünsch zumindest noch n schönes Wochenende, grüsse Elite^_^

Modifié par elitedefender2, 02 octobre 2013 - 08:17 .


#614
Taxorus

Taxorus
  • Members
  • 1 messages
Is ja ziemlich flaute hier im thread ^^
Mein feedback haste ja noch gar nicht >.< aber es wird wie gewohnt ausfallen, naja ich hoffe nur es wird nicht so weitergehen wie in dem..."experiment"...ne elite? ;)

#615
Moira-chan

Moira-chan
  • Members
  • 1 461 messages
 Das es ja hier ziemlich flau ist, stell ich mal einen One Shot über FemShep und Thane vor wie eine Romance night hätte aussehen können und einen für FemxShep und Garrus vor, den ich für  die Liebe Greymouse zum Geburstag schrieb. Hab auch noch 2 ongoing fanfictions über nach dem Starchild und dann eine mit Shepard und Thane, aber losgelöst von der Mass Effect Geschichte. Sie arbeitet dabei bei der C-Sec. Diese werd ich aber erst später vorstellen^^

Die letzte Nacht/A whisper from Apart (FemShepxThane)

Shepard schreckte aus dem Schlaf. Schweißgebadet setzte sie sich auf und fuhr sich durch ihr verklebtes Haar. Nur das leise Summen des E-Zero Kerns zwar in der stillen Kabine des Commanders zu hören. Sie starrte aus dem neuen Fenster und beobachtete die kleinen, gelben Punkte, welche an ihr vorbeizogen. Es war ein Wechselspiel zwischen Schwarz und Gelb und somit von Farben und Dunkelheit. Shepard seufzte leise. Das Ende war nah. Morgen würden sie die Cronos Station erreichen und sie würde Cerberus endgültig vernichten. Danach würden sie direkt zur Erde weiterreisen- zusammen mit dem Tiegel. Somit stand auch die letzte Schlacht kurz bevor. Alles, wofür Shepard sich in den letzten fünf Jahren aufgeopfert hatte, würde in den nächsten zwei Tagen entschieden werden. Was dem Krieg folgen würde, wusste Niemand.
Es war seltsam, doch Shepard war in Ordnung damit. Auch wenn die Endgültigkeit des Unterfangens nach ihr Griff, so war sie darüber nicht besorgt. Es kümmerte sie noch nicht einmal. Es würde enden- so oder so. Die einzige Frage war wie es enden würde. Ob sie die Reaper besiegen würde- wie jeder es von ihr erwartete- oder ob sie alle sterben würden. Im Moment fühlte Shepard sich ruhig, vielleicht sogar eher leer. Ihr war all die Zeit bewusst gewesen, dass diese Mission das Ende bedeutete und diese Erkenntnis hämmerte in ihrem Kopf, war tief in ihrer Seele verankert, aber sie war damit im Reinen. Nein, all das beschäftigte Shepard nicht. 
Direkt nachdem ihre Verfolgung von Saren begonnen hatte, als sie den Reapern in Form der Sovereign gegenübergestanden hatte, war ihr klar geworden, dass sie in etwas hineingeraten war, dass so viel größer war als sie selbst, dass sie gefangen in etwas gefangen war, dass entweder in ihrem legendären Triumph oder in ihrem Tod enden würde. Letzteres war bereits eingetreten. Shepard lächelte verbittert und setzte sich an die Bettkante, bevor sie ihre Hände im Schoß faltete. Sie hatte sich damit abgefunden. Um ehrlich zu sein, war dieser Krieg das einzige, was sie am Leben hielt. Dieser Krieg, den nur sie führen könnte. Alles andere, alles was sie geschätzt und geliebt hatte, hatte dieser grausame Krieg ihr entrissen. Niemand hatte ihr zuhören wollen, als sie vor fünf Jahren vor der Bedrohung durch die Reaper gewarnt hatte und erst als es fünf vor Zwölf gewesen war, kamen sie reumütig zu ihr gekrochen und bettelten um ihre Hilfe, während Shepard den Preis für ihre Torheit zahlte.
Sie hatte genug davon gegen Cerberus und Politiker zu kämpfen, welche ihre Verbündeten hätten sein sollen. Sie hatte gegen alles gekämpft: Verrat, Intrigen, Misstrauen, Angst und Verzweiflung. Nur gegen eines hatte sie nicht gekämpft: gegen die Reaper selbst. Ihre Strategie- falls sie denn eine hatten- war unbekannt. Es hatte keine Vorschlachten gegeben, in denen man hätte ihre Kampfweise analysieren können, nein, es gab nur die letzte Schlacht. Shepard wusste nicht, wogegen sie kämpfen würde oder wie- und ob überhaupt- der Tiegel arbeiten würde.  Nein, all das stimmte Shepard nicht unruhig. Sie war eine Soldatin durch und durch. Das psychologische Training während ihrer Ausbildung war nicht umsonst gewesen. Sie würde es ertragen können. Das einzige, was sie nachts rastlos hielt, waren die Stimmen.
Sie hatte schon wieder diesen Alptraum gehabt. Diesen Traum wo sie denjenigen ihrer Freunde gegenüberstand, die sie nicht hatte retten können. Shepard hatte auch wieder diesen blonden Jungen mit den blauen Augen, der zu verängstigt gewesen war um sich von ihr retten zu lassen. Hätte sie hartnäckiger sein sollen? Hätte sie ihn aus dem Lüftungsschacht ziehen und zur Normandy tragen sollen? Shepard hatte darauf keine Antwort, aber letzten endlich konnte sie es auch nicht mehr ändern. Er war tot- getötet von den Reapern wie so viele weitere Milliarden. Asari, Turianer, Salarianer, Menschen, Kroganer, Hanar, Drells, Baterianer, Eclor, Volusse und Vorcha, keine dieser Rassen würden jemals so sein wie früher. Selbst wenn sie überlebten, würde ein Trauma bleiben.  Ein Trauma, welches sie beim Gedanken an den vergangenen Krieg für zumindest die nächsten 50.000 Jahre, zittern lassen würde- hoffentlich.
Ihr Blick glitt wieder zurück zum Fenster. Eine Struktuschwäche, wie Legion es immer genannt hatte. Abermals hörte sie die elektronische Stimme, die durch ihre Kopf rollte. Sie sah wieder das Licht vor ihren Augen, welches Jack immer scherzhaft ‚eine gute Lampe‘ nannte, und sie hörte ihn wieder die Frage stellen, die ihr jedes Mal das Herz rausriss: 
„Habe ich eine Seele?“ Er hatte nicht gefragt ob „wir“ eine Seele haben wie es im Konsens üblich gewesen war. Shepard schüttelte ihren Kopf. In diesem letzten, kurzen Moment war Legion eine KI geworden, ein Lebewesen wie Shepard, nur basierend auf Silizium anstatt Kohlenstoff.
//Ja, Legion, du hast eine Seele. Du hattest immer eine.“//, dachte Shepard. Auch wenn sie damals nicht in der Lage gewesen war, ihm diese Frage zu beantworten, hatte sie immer gewusst, dass Legion recht gehabt hatte. Es war schwer für sie gewesen es einzugestehen nachdem sie gegen die Heretics gekämpft hatte, aber sie konnte es längst nicht mehr verneinen. Seitdem sie Legion getroffen hatte, hatte sie nie mehr daran gezweifelt. Legion war wie jeder andere gewesen, vielleicht sogar besser. Verdammt, die Geth waren die einzige vernünftige Rasse in diesem verfluchten Krieg gewesen- die einzigen, die sich nicht wie ein trotziges Kind oder eine Prima Donna aufgeführt hatten. Aber die Besten mussten immer gehen. Niemand wusste es besser als Shepard.
[/i]„Muss es tun, Shepard. Jeder andere würde es falsch machen[/i].“, hallte es in ihrem Kopf und Tränen begann in ihren Augen zu brennen. Dieser verrückte, unglaubliche salarianische Wissenschaftler war neben Garrus stets ihr bester Freund gewesen. Wie oft sie ihn in seinem Labor besucht hatte und von der Arbeit abgehalten hatte, nur um zu hören, welche Entschuldigung er dieses Mal anführte, damit er nicht mit ihr reden musste. Sie hatte immer gewusst, dass er gescherzt hatte, doch seine trockene, ernste Tonlage hatte sie immer schmunzeln lassen. Selbst jetzt, wo sie sich daran erinnerte, musste sie leicht grinsen. Dann kehrten die Erinnerungen von seinem Gespräch mit Urdnot Bakara zurück. Wie er versucht hatte, sie mit Garrus zu verkuppeln, etwas davon murmelte das Kinder von Asari und Vorcha eine Laktoseintoleranz hätten oder einfach leise für sich sang, während er auf die Proben wartete. Ihr Lächeln wurde traurig, als sie zu seinem Tod zurückdachte. Sie konnte ihn beinahe in der Spitze des Mantels sehen, während er auf die Konsole zuging, mit einem Lächeln im Gesicht, während er Gilbert und Suillivan sang. Shepard zitterte und schlang ihre Arme um die Taille um sich davor zu schützen zu zerbrechen. Sie vermisste ihn so sehr.
//Du hast es geschafft, Mordin.//, dachte sie traurig. //Die Genophage is geheilt. Die Kroganer können sich wieder erholen und ein starkes Mitglied der interstellaren Gesellschaft werden. Haben deine Simulationen das vorhergesagt? Bestimmt. Nun kannst du dich auf deine Muschelstudien konzentrieren, wo immer du auch bist.//
„Führe sie, Kalahira, und sie wird dir eine Freundin sein wie sie es auch für mich gewesen war.“ Sie weitete ihre Augen. Nein, nicht das! Bitte, aufhören! Shepard konnte das nicht ertragen. Tränen tropften aus ihren Augen und färbtend en Stoff ihrer Hose dunkel. Nicht dieses Gebet, nicht seine Liebe! Sie zitterte als wäre sie auf der Antarktis, versuchte verzweifelt auf etwas zu konzentrieren, das nichts mit ihm zu tun hatte. Mit seinem Gebet, seinen Worten, seiner Stimme, kehrte all der selbsthass, all die Traurigkeit wie mit einen Wirbelsturm zurück und rissen ihr den Boden unter den Füßen weg.
Kalahira, Herrin der unergründbaren Wege, ich bitte um Vergebung.
Meine Zeit ist kurz, Siha, aber sie gehört dir.“ Nein! Shepard schrie beinahe von dem Schmerz, der ihr Herz zerriss. Sie krallte die Hände um die Ohren in der Hoffnung es dann nicht mehr hören zu müssen. Sie wollte es nicht hören. Nicht schon wieder.
„Bitte nicht!“, flehte sie. Sie sollten sie gehen lassen! All die verdrängten Schmerzen erwachten erneut, als seine Stimme erschien. Ihr Körper krümmte sich unter diesen freundlichen Worten, diesen liebevollen Ton in ihnen. Es fühlte sich an, als würde ihre Seele zerbrechen. Ihr Herz schrie nach ihm, rief ihn an ihre Seite wie er es vor dem Omega 4 Portal gewesen war. 
Shepard realisierte, dass sie niemals vor einer finalen Schlacht allein gewesen war. Bevor sie auf Ilos gelandet waren, hatte Kaidan ihr mit dem Schmerz über Ashs Tod geholfen. Auch wenn Kaidan damals einen guten Job geleistet hatte, so war er nicht im Entferntesten an Thane heran gekommen. Auch wenn sie ihn hatte trösten müssen, weil er sich mittlerweile vor dem Tod fürchtete, weil er sie nicht verlassen wollte, so hatte er doch ihre Seele zutiefst berührt, sodass sie nicht anders in der Lage gewesen war, als Liebe in ihrer reinsten Form zu spüren. Thane hatte sich um sie gesorgt, um sie und niemand sonst. Alles, was in seinem Leben gezählt hatte, waren Kolyat und sie gewesen. 
//Thane…warum hast du sterben müssen?“//, dachte sie mit zutiefst geschundener Seele. Warum hatte sie ihn nicht retten können? Warum hatte sie wie eine Idiotin neben dem salariansichen Ratsherren gestanden und einfach nichts getan? Warum hatte es geschienen, als wäre sie dort festgefroren gewesen? Shepard hatte sich selbst versprochen, dass sie alles tun würde um ihn zu retten, um mit ihm zusammen sein zu können so lang es ihnen möglich war, aber letzten endlich hatte sie sich selbst betrogen und war somit der Grund für ihren Schmerz. Sie hatte die Chance gehabt einzugreifen, aber sie hatte sie nicht genutzt. In seinen letzten Augenblicken war sie noch nicht einmal in der Lage gewesen ihm zu sagen, dass sie ihn liebte. Dumme Shepard! Wovor hatte sie Angst gehabt? Nun war es zu spät?
Niemand hatte sie je auf ihren Verlust angesprochen. Sie glaubte, dass sie vielleicht Angst gehabt hatten, dass es bloß ihren Schmerz zurückbringen würde. Shepard wusste, dass Garrus und Liara sie beobachtet hatten, wie sie mit der Faust gegen die Tür des ‚Life Support‘ gehämmert hatte und anschließend den Kopf verzweifelt auf ihr gebettet hatte, bevor sie leise geweint hatte. Sie war niemals mehr in diesen Raum gegangen. Shepard hatte Angst davor, dass all die geteilten Erinnerungen zurückkehren würden, die in diesen Raum lebten. Thane war alles für sie gewesen. Er hatte ihr die Maske der Verantwortung abgenommen und hatte ihr wahres Gesicht gesehen. Um Himmelswillen, warum war er nicht hier um sie aufzumuntern? Warum war es, als wäre er im Nichts verschwunden und hätte niemals existiert? Warum war Thane so grausam gewesen und hatte abgelehnt mit ihr zurück auf die Normandy zu kehren? Warum hatte er sie allein gelassen.
Plötzlich schüttelte Shepard ihren Kopf. Sie brauchte etwas von ihm. Nichts, dass den Schmerz zurückbrachte, sondern etwas, dass ihr das Gefühl gab, dass er wieder an ihrer Seite wäre.
Shepard stand schnell auf und ging zu ihrem Schreibtisch, setzte sich vor ihr optisches Terminal und öffnete das letzte was sie von Thane bekommen hatte. Es war das einzige, was von ihm geblieben war, selbst wenn es bloß von Liara als Shadow Broker weitergeleitet worden war.

Siha, 
ich schreibe dies schweren Herzens, in dem Wissen, dass du diesen Brief erst lesen wirst, wenn ich meine Gedanken nicht länger mit dir teilen kann. Ich sterbe, Siha. Ich hoffe, dass die Zeit auf Grund der Unterschiede zwischen unseren Spezies nachsichtig mit dir sein wird und den Schmerz über mein Hinscheiden mit dem Schleier des Vergessens verhängt, was für einen Drell unmöglich wäre, da seine Erinnerungen stets glasklar blieben.
Aus reiner Selbstsucht heraus kann ich diese Welt jedoch nicht verlassen, ohne ein Stück von mir zurückzulassen, das nie vergeht.
Ich hatte mein Schicksal akzeptiert. Ich war nur noch eine Hülle, die zum Tode verurteilt war. Lediglich das Wann und Wie meines Hinscheidens blieb noch festzulegen.
Ich entschied mich gegen einen Tod im Bett, gegen verzweifeltes Atmen mit der Unterstützung einer Maschine, in deren Funktion ich keinen Sinn sah. Ich dachte an meine Irikah, gebrochen, blutüberströmt und all das infolge meiner Abwesenheit. An Kolyat, klein und verängstigt, wie er tapfer versuchte, die Tränen zurückzuhalten, die ich ihm zu weinen gestattet hatte…für uns beide.
Das Herbeisehnen eines raschen Todes schwand, als ich mich deiner Sache anschloss. Du hast mich aufgeweckt, Shepard. Mein Herz schlug wieder schneller, wenn auch nur, um an deiner Seite zu sein und dich mit allem, was mich ausmacht, zu beschützen. Ich war damit zufrieden, dich einfach nur anzusehen und die verbleibende Zeit zu genießen. Ich pries den Umstand, dass ich meine letzten Tage voller Hoffnung und in der Sicherheit verbringen konnte, dass ich mehr verdient hatte als kalte Isolation, und all das nur, weil du an mich geglaubt hast.
Ich liebe dich. Und auch wenn alles andere als Flüstern in den Gezeiten untergeht, sei dir zumindest das gesagt. Bei der Gnade, die mir die Göttin Arashu gewährt hat, erbitte ich ihren göttlichen Schutz für dich, o kriegerischer Engel, o Siha, auf dass er dein weiteres Schicksal begleiten möge. Er soll dir in der Dunkelheit, die dich erwartet, Licht spenden, und Hoffnung geben, wenn alles verloren scheint.

Ich warte jenseits des Ozeans auf dich.

Thane


Es war, als wäre seine Stimme überall im Raum wiedererklingen. Shepard könnte hören wie er ihn leise las. Sie sah eine Illusion vor ihrem inneren Augen wie er im ‚Life Support‘ saß und ihr diesen Brief schrieb. Sie sah wie seine Hand zitterte und seine Augen vor Tränen brannten, während seine Iris durch seine perfekten Erinnerungen rannte. Wie schmerzvoll dieser Brief für ihn hatte sein müssen, doch er hatte es getan um sie selbst nach seinem Tod zu trösten. Er hatte nie ganz verstanden wie das menschliche Gedächtnis funktionierte, dass sie niemals in der Lage sein würde ihn zu vergessen.
Shepard zitterte und konnte ihre Tränen nicht mehr länger zurückhalten. Sie schniefte. Er war so ein Idiot. Wann war er jemals selbstsüchtig gewesen? Sie war diejenige, die selbstsüchtig gewesen war. Sie hatte ihn so sehr zurückgewollt, dass sie nicht an seine Gefühle gedacht hatte. Ohne daran zu denken, dass er vielleicht Angst gehabt hatte, dass sie mit ansehen musste, wie er langsam dahinraffte bis er nicht mehr in der Lage war zu atmen, hatte sie ihren Willen durchsetzen wollen. Dabei hatte er sie niemals verletzen wollen. Sie hatte das gewusst, doch sie liebte ihn so sehr, dass ihr Wunsch übermächtig geworden war. Und dennoch hatte sie ihm niemals sagen können wie wichtig er ihr gewesen war. Wie es aussehen würde, wenn Thane nicht mehr bei ihr war, hatte sie sich nicht einmal vorstellen können. Sie hat es immer solange wie möglich von ihr weggeschoben.  Sie hatte es sich selbst verboten daran zu denken, weil es sie sonst zerstört hätte. Am Ende war das Einzige, wozu in der Lage gewesen war, das Gebet zusammen mit Kolyat zu stottern. An seinem Sterbebett hatte sie die Starke gespielt um ihn nicht zu beunruhigen. Sie hatte sich abgeschirmt, ihre Seele getötet, damit sie weitermachte, denn sie hatte gewusst, dass Thane ihre Seele mit sich nehmen würde. Sie hatte sich wie ein Roboter gefühlt. Keine Gefühle waren mehr in ihrem Körper gewesen. Sie hatte sich wie ein leeres Gefäß gefühlt und das tat sie noch immer.
„Siha…gib dir keine Schuld. Es war nicht dein Fehler.“ Ein leises Flüstern kam von der Tür. Shepard schrak hoch, hielt inne, zuckte dann jedoch mit den Schultern und ging zur Couch.
„Ich halluziniere, so muss es sein. Ich dachte wirklich, ich hätte seine Stimme gehört.“, wisperte sie leise und ließ sich ins Sofa fallen, während sie ihre Füße auf den Glastisch legte.
„Du halluzinierst nicht, Siha. Nun…zumindest nicht so wie du denkst.“ Shepard zuckte zusammen, drehte ihren Kopf zur Tür und…erstarrte. Direkt im Türrahmen stand er. Thane! Ihr Herz setzte für einen Moment aus und ihre Gedanken begannen zu rasen. Es konnte nicht sein. Alles in ihr sagte, dass es unmöglich war, doch er war da. Sie konnte seine Aura wieder fühlen. Thane hatte seine Hände hinter seinem Rücken gefalteten und ging langsam auf sie zu. Eine Manifestation ihrer Wünsche vielleicht? Aber…er sah viel zu real dafür aus. Er war noch nicht einmal transparent.
„Thane?“, fragte sie vorsichtig, irritiert, während sie ihre Hand nach aus ihm ausstreckte.
„Irgendwie.“ Er lächelte leicht und nahm ihre Hand, setzte sich neben sie. Shepard konnte es nicht glauben. Sie starrte ihn an. Die Haut seiner Hand fühlte sich so echt an. Es war dasselbe Gefühl, die gleiche trockene, aber weiche Hand. Sogar sein sanfter Druck. Alles war, als wäre er noch immer am Leben, als wäre er nie gestorben. Träumte sie? Oder war sein Tod der wahre Alptraum gewesen und sie war nun erwacht?
„Aber wie?“, murmelte sie atemlos. Shepard war noch nicht einmal in der Lage Luft zu holen. Die Gefühle des Verlustes übernahmen die Kontrolle über sie. Sie wusste nicht wie sie damit umgehen sollte. „Du bist tot…oder nicht?“ In diesem Moment war es ihr egal wie unsensibel es klingen möge, aber sie musste es verstehen.
„Bin ich.“, wisperte Thane und strich ihr eine Haarsträhne hinter das Ohr. Tiefe, dunkle Augen betrachteten sie und Shepard sah einen Funken von Schuld in ihnen. „Aber ich habe mir gewünscht hier zu sein, wenn alles zum Ende kommt. Ich wollte für dich da sein, meine Siha.“ Seine Stimme war voller Trauer, während Shepard ihn mit weitaufgerissenen Augen anstarrte.
„Weil…du es wollte?“ Thane nickte leicht. „Also…bist du keine Projektion meines inneren Verlangens?“
„Das Universum ist nicht so einfach, meine Siha.“, sagte er nachdenklich. „Es gibt viele Dinge, die wir nicht verstehen. Nach dem ich gestorben war, war ich hinterm Ozean. Ich nutzte die Zeit zum Meditieren und über mein zurückgelassenes Leben nachzudenken, doch ich konnte mich nicht konzentrieren. Jedes Mal glitten meine Gedanken zu dir zurück und ich musste daran denken, dass ich dich verlassen habe, als du mich an meisten gebraucht hast. Das ist der Grund, warum ich hier bin. Die finale Schlacht steht bevor, nicht?“
Shepard sah mit den Tränen in den Augen zu ihm auf. Selbst nach seinem Tod, sorgte er sich um sie und wollte sie aufmuntern. Thane war unglaublich. Ihre Beine begannen zu zittern und sie hatte das Gefühl, dass all ihre verdrängten Depressionen sie übermannten. Wie konnte sie nur etwas so großes besiegen? Sie schluckte hart und nickte ein wenig zu schnell. Das Gefühl der Hilflosigkeit übermannte ihr Herz und ließ sie für einen Moment das Atmen vergessen.
„Siha…“, sagte Thane sanft und legte einen Arm um sie, führte ihren Kopf gegen seine Brust. Sie schloss ihre Augen und inhalierte so viel von ihm wie möglich. Seine Wärme, sein Geruch, sie konnte sogar sein Herz schlagen hören. Es war als wäre ihr Drell niemals gegangen.  Sie spürte seine harten, definierten Muskeln unter ihrem Kopf, jeden einzelnen Atemzug von ihm, seine sanfte Hand liebkoste ihre Haare und er küsste sanft auf ihre Stirn. „Du musst nicht stark sein. Ich bin da für dich.“ Er legte seine Nase in ihr weiches Haar und jedes Ausatmen ließ sie erschauern, weil es sich wie eine heiße Brise anfühlte.
Tränen begannen ihre Augen zu füllen, als sie ihren Kopf hob und in seine verständnisvollen Augen sah.
„Thane…“, war alles, was Shepard sagen konnte.  Die ganze Situation überwältigte sie. Stärker und stärker brannten die Tränen in ihren Augen und sie krallte sich in seinen Rücken. In diesem Moment war Thane ihr einziger Halt, obwohl sie nicht verstand, wie es sein konnte, dass er hier war. Es interessierte sie nicht. Im ersten Moment hatte es sie irritiert, aber seine sanfte Stimme wieder zu hören, seinen vertrauten Körper zu spüren war Balsam für ihre geschundene Seele. Sie war glücklich, dass sie mit dieser Situation nicht mehr allein war. Shepard konnte es nicht mehr zurückhalten und begann zu weinen. Erst leise, ihr Körper sich schüttelnd von all den Gefühlen, aber dann bekam das Schniefen lauter und lauter, bis schließlich die Träne gnadenlos aus ihren Augen rollten. Die starke, maskierte Shepard verwandelte sich in eine unsichere Frau, die unter dem Druck litt, die gesamte Galaxie retten zu müssen.
„Ich…es ist nur…ich wollte nicht…“, stotterte sie, versuchte zu erklären, warum sie weinte, aber ihr Hals war zu trocken, als das sie hätte antworten können. Sie leckte sich über die Lippen und starrte irritiert zu Boden. Warme Hände umschlossen ihren Wangen, zwangen sie aufzusehen. Thane lehnte sich vor und küsste sie leidenschaftlich.
„Shh…versuch es nicht zu erklären. Du musst es nicht.“, sagte Thane ruhig und lächelte sie an. Shepard hob ihre Augen und errötete, als sie sah, mit wie viel Liebe Thane sie betrachtete. Ihr Herz schien zu rasen und schlug gegen ihre Brust. „Es gibt nichts dessen du dich schämen müsstest. Der Druck, den du ertragen musst, ist immense. Ich bin beeindruckt, dass du ihn so lange ertragen konntest, meine Siha.“ Seine sanften Finger strichen über ihre Wangen und er lehnte seine Stirn gegen die ihre.
„Thane…“, flüsterte sie dankbar und lehnte ihren Kopf wieder gegen seine Brust, ihre Augen schließend und die Wärme seines vertrauten Körpers genießend und auch das Vergnügen liebkost und gehalten zu werden. „Ich konnte es nur ertragen, weil ich wusste, dass du da warst um mich zu unterstützen und den Schmerz zu erleichtern. Ich habe immer ruhe und Frieden bei dir gefunden. Du hast mich dafür gerettet verrückt zu werden.“
Thane lächelte einfach nur und strich über ihren Kopf, bevor er sie in seinen Armen Ruhen ließ. Shepard döste eine Weile, um ihre Nerven zu beruhigen. Auf einmal schien der Kampf so weit entfernt- zumindest für einige Zeit- und sie war froh, dass sie nicht daran denken musste wie sie gewinnen sollten.
„Thane?“, murmelte Shepard leise, nachdem sie ihre Nerven beruhigt hatte und sich mit der überraschenden Situation arrangiert hatte.
„Ja?“
„Ich…“ Sie holte tief Luft. „Es tut mir leid.“ Er blinzelte irritiert und neigte seinen Kopf leicht.
„Entschuldigen für was?“
„Dass ich nichts getan haben. Dass ich dich nicht habe retten können. Ich wollte es. Nichts wollte ich mehr, wirklich, aber ich hatte solche Angst, dass ich dich treffen könnte anstatt Kai Leng und plötzlich war ich wie festgewachsen.“, beeilte sich Shepard die Situation zu erklären und gestikulierte damit wild mit den Händen. Das Gefühl der Schuld schmerzte tief in ihr seit langer Zeit und nun wo er hier war, wollte sie es nur erklären. Er musste doch wütend auf sie sein. Er hatte alles für sie getan, alles aufs Spiel gesetzt und wo er einmal sie gebraucht hatte, da hatte sie zu große Angst zum Reagieren gehabt. Thane seufzte und stupste sanft gegen ihre Stirn.
„Habe ich dir nicht gesagt, dass du dir nicht die Schuld geben sollst, Siha?“ Thanes Ton war ernst, während er frustriert seufzte.
„Aber…“
„Kein ‚aber‘. Es war nicht dein Fehler und wird es niemals sein. Um ehrlich zu sein, ich bin froh, dass es so geendet ist.“ Seine Augen beobachteten sie vorsichtig. Thane achtete auf ihre Reaktion. Er vermutete, dass sie wütend werden würde, aber stattdessen war sie verwirrt. 
„Du wolltest, dass es so endet?“ Shepard zögerte und der Kopf wiederholte sich automatisch wieder und wieder in ihrem Kopf. Mit jedem Mal, wenn das geschah, bemerkte sie, wie sie wütender wurde. Hatte er nicht verstanden wie sehr sein Tod sie verletzt hatte? Wie sehr sie von den Schuldgefühlen gelitten hat, dass sie ihn nicht hatte retten können? Und dann wagte er es zu sagen, dass er war froh, dass es so geendet hatte? Shepard war niemals wütend auf ihn gewesen, aber nur spürte sie wie er in ihrem Bauch anwuchs. Sie starrte ihn wütend an und senkte ihre Augenbrauen. Als wenn Thane ihre Gefühlsänderung bemerkt hatte, kam er ihr zuvor:
„Siha, lass es mich erklären.“ Er seufzte schwer und sah sie mit einem entschuldigen Blick an. Shepard schluckte und versuchte sich zu beruhigen. Thane würde niemals etwas tun, was sie verletzten könnte. Sie atmete stark aus und all ihr Ärger verschwand zusammen mit der Luft.
„Ja, bitte…erklär es! Es ist nur…“
„Glaube mir…ich wollte dir niemals wehtun, meine Siha.“ Sanft strich her durch ihr Haar und sah sie mit solcher Trauer an, dass Shepard nicht einmal mehr atmen konnte. Sie konnte seinen inneren Konflikt sehen und wie er darunter litt. Seine Augen waren halbgeschlossen und er vermied ihren Blick.
„Ich weiß, Thane. Mach dir keine Sorgen.“ Sie nahm seine Hand und drückte sie sanft. Ein kleines Lächeln legte sich auf seine vollen Lippen. „Thane, sieh mich an! Ich will nicht streiten. Nicht jetzt, so bitte, erklärt es mir und ich werde zuhören.“ Thane sah vorsichtig auf, aber als er sah, dass ihr Ärger verschwunden war, nickte er und begann erneut:
„Ich weiß nicht, was ich in der Kollektoren Basis eingeatmet habe, aber als wir zurückgekehrt waren, spürte ich wie mein Zustand dramatisch schlechter wurde. Kurz bevor ich hörte, dass du an die Citadel angedockt hattest, war es schwer für mich überhaupt zu atmen. Es fühlte sich an, als würde ein Feuer in meinem Hals brennen… und ich entschied…dass es besser wäre…wenn wir uns nicht mehr sehen würden. Du hattest so viele Sorgen, mit denen du zu kämpfen hattest. Ich wollte dir keine mehr geben. Vielleicht war es selbstsüchtig von mir, aber ich wollte nicht, dass du mich so siehst. Wie ich schwächer werde und in etwas verwandle in etwas, dass dir nicht gefällt. Jemand…der…der nicht mehr nützlich für dich war.“
„Du…du wolltest mich nie mehr sehen? Niemals…wieder?“ Shepard weitete ihre Augen, als sie realisierte, was er gesagt hatte. Der Fakt, dass er dachte, er wäre für sich nichts mehr als ein Attentäter, erreichte sie überhaupt nicht. Es schockierte sie mehr, dass Thane sie nicht mehr hatte sehen wollen. Ihr Herz verkrampfte sich.
„Ich wollte dir nicht wehtun.“ Thane versuchte es schnell zu erklären. „Aber, als ich hörte, dass du an die Citadel angedockt hast, kam all mein Verlangen schlagartig zurück. Ich hatte es aus Rationalität so entschieden. Es war das einzig vernünftige…aber, als ich hörte, dass du mir so nah gewesen warst…im Krankenhaus…spürte ich, dass ich mein Herz nicht besiegen konnte. Das es mein letzter Wunsch war wieder deine Stimme zu hören, dich zu sehen, dich zu fühlen. Mein Herz schrie nach dir und deshalb schrieb ich dir diese E-Mail.“
„A…aber…du…“, stotterte sie mit Tränen in den Augen. Nun konnte Shepard es nicht mehr zurückhalten. Der Schock in ihren Augen verwandelte sich in ein Feuer der Wut und sie stand auf, ging zum Aquarium, während sie ihm den Rücken zuwandte. Dieser dumme Drell!
„Siha…“
„Nenn mich nicht so!“, presste sie aus zusammengebissenen Zähnen hervor und atmete stark aus, nicht bereit ihn anzusehen.
„Was habe ich getan?“, fragte Thane geschockt und Shepard konnte seinen traurig Blick im Nacken fühlen. Es war schwer für sie es auszuhalten, aber ihre Enttäuschung war stärker.
„Du hast noch immer nicht meinen Punkt verstanden.“, erklärte sie gefährlich ruhig, während sie konsequent die Fische anstarrte wie sie durch das Wasser schwammen.
„Dann korrigier mich, Siha. Bitte!“ Für eine Sekunde bettelte seine tiefe, markante Stimme, dass sie ihm erklärte, was er getan hatte.
„Verdammt! Irgendwann bringst du mich noch um, Thane, wirklich.“, fluchte Shepard und schlug leicht mit der Faust gegen das Glas des Aquariums, bevor sie ihren Kopf darauf bettete.
„Siha…“, unterbrach seine liebevolle Stimme sie und er umarmte sie von hinten. Thane lehnte seinen Kopf in ihren Nacken und zog sie so nah an seinen Körper wie er konnte. Ihr Körper erschauderte, als er sich an den wohlvertrauten Körper hinter ihm erinnerte. „Was auch immer ich getan habe, es tut mir leid.“
„Das ist das, was ich meinte. Du weißt noch nicht einmal, wofür du dich entschuldigst, Thane. Du verstehst nicht, was mich wirklich verletzt.“
„Was ist es?“, hauchte er in ihren Nacken und sie erschauderte. Seine Hand wanderte über ihre Hüften, zog sie so nah wie möglich heran. Shepard schloss ihre Augen, lehnte ihren Kopf gegen seine Schulter und erlaubte Thane sie zu liebkosen. Seine Hand war so sanft wie nur möglich, während er über ihre Arme strich und sein Atem über ihre Kopfhaut wehte. Shepard seufzte und legte eine Hand auf seinen Arm.
„Du verstehst nicht, dass du für mich immer mehr gewesen bist, als deine Krankheit. Hast du wirklich gedacht, ich könnte es nicht ertragen? Ich habe so oft den Tod erlebt. Ich habe meine beste Freundin auf Virmire in den Tod geschickt um den Mann zu retten, den ich liebte und um Saren aufzuhalten. Es war hart, aber ich bin eine Soldatin. Ich wurde darauf trainiert. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mich nicht beschäftigt hätte, wie es dir ging- wie es dir wirklich ging und nicht wie du mich hattest glauben lassen- und auch wie viel Zeit uns blieb. Du bist mehr als deine Krankheit. Das warst du immer für mich. Wie konntest du nur glauben, dass ich dich nicht mehr mögen würde, wenn alles zum Ende kommen würde. Dachtest du wirklich, ich wäre eine Frau, die sich ein wenig mit dir vergnügt und dann fallen lässt, wenn es begann schwierig zu werden?“ Shepard drehte sich um und lehnte sich gegen das Aquarium. Das blaue Licht der Neonleuchte ließen ihr Haar schimmern. Thane sah sie irritiert an, während sie ihn mit einem Lächeln gemixt aus Trauer, Bereuen und Liebe ansah. Ein Lächeln, so faszinierend, dass es seinen Geist umwarf. Ihre Augen glommen sanft, während sie betrachtete und leise flüsterte:
„ich liebe dich…und das war es, was mir am meisten geschmerzt hatte. Dass ich es dir nicht habe sagen können. Ich weiß noch nicht einmal, warum. Vielleicht, weil Kolyat neben mir stand, vielleicht wegen des Schocks. Ich habe mir diese Frage so oft gestellt, aber nie eine Antwort gefunden. Aber mit all den unsicheren Dingen, die es in diesem Universum gibt, weiß dies mit Sicherheit, Thane: Ich werde dich immer Lieben- vom Grund meines Herzens.“ Thane weitete seine Augen und hörte auf zu Atmen.
„Siha…du…“
„Oooh, sag mir nicht, dass ich so etwas nicht sagen soll.“ Shepard schmunzelte und trat einen Schritt vor, umarmte ihn freundlich. „Ich weiß es mit Sicherheit. Du bist der Mann meines Lebens und mit etwas Glück wird es nicht mehr allzu lange dauern, bis ich dich wiedersehe. Ich habe das dumpfe Gefühl, dass diese gesamte Scheiße mit meinem Tod endet. Nun…nicht bevor ich diesen Mistkerl Kai Leng morgen das gegeben habe, was er verdient, aber danach. Ich möchte nicht mehr ohne dich sein.“ Mit diesen letzten Worten überbrückte sie die letzten Zentimeter zwischen ihren Gesichtern und küsst ihn mit all ihrer Liebe. Tränen füllten Thanes Augen und er packte sie, zog sie näher.
„Danke, Siha. Ich liebe dich auch, für immer. Und ich werde bis zum Ende der Zeit auf dich warten.“, flüsterte er so sanft wie niemals zuvor und langsam verschwamm er. Sein Körper begann transparent zu werden und kleine Funken glitzerten um ihn herum. Shepard lächelte und nickte.
„Ich weiß. Auf Wiedersehen, Liebster.“ Sie hielt seine Hand bist zum allerletzten Moment und dann verschwand Thane mit einem wundervollen lächeln. Shepard blieb allein zurück, aber sie fühlte sich nun stark genug um den Reapers die Hölle zu bescheren.

Modifié par Moira-chan, 04 octobre 2013 - 01:10 .


#616
elitedefender2

elitedefender2
  • Members
  • 1 712 messages
 Die Tatsache das sich so wenig hier im Forum kaum was getan hat, ist zwar irgendwie schade aber ich sehe es mal positiv, besser unbemerkt zurückkommen als mit Mistgabeln und Fackeln empfangen zu werden.

Aber kommen wir erst mal zum Grund meines langen fortbleibens. Nebst Schule, Job und Hausaufgaben gab es in den letzten zwei Wochen auch noch eine zweite Geschichte an der ich gearbeitet habe. Dieses Projekt für einen Freund hatt dann doch mehr Zeit in Anspruch genommen als gedacht. Um der Frage gleich vorzugreiffen ob ich sie Posten werde.... vorläufig nicht, vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt. 


Jetzt jedoch habe ich das nächste Kapitel fertig und freue mich es mit euch teilen zu können.
Wünsche viel Spass beim Lesen.
Kapitel 43

 

Wie
jedes Mal am Ende des Trainings, sind Sie als erstes ins Untergeschoss des
Hauptgebäudes gegangen, um dort ihre Rüstung abzulegen und anschliessend unter
die Dusche zu wechseln. Joshua hatte wie der Rest der Hammer-Gruppe überaus
anstrengendes Ausdauertraining hinter sich. Besonders seit Jenni sie jedes Mal
bis an die Grenzen brachte. „Wo ist denn unsere Schinderin hin?“ Die Frage war
in dem Moment von Alex ausgesprochen worden, wo sie Joshua durch den Kopf
gegangen war. „Vielleicht plant sie gerade was sie uns das nächste Mal antun
will, in letzter Zeit ist sie schlimmer als jeder Ausbilder“ antwortete dieser" „Oder sie macht
noch ne Extrarunde, vielleicht braucht sie ja die Schmerzen“, witzelte Deni.
„Moment, bevor eine von euch unter die Dusche geht, schaut erst mal nach ob
Kiara hier ist, wir wollen ja niemanden stören…“ Ein Räuspern hinter sich lies ihn zusammenfahren „Ach verdammt, euch sollte man
ne Kuhglocke umhängen, damit man euch immer kommen hört.“ Joshua hatte sich
noch nicht einmal umgedreht, als er bereits wusste wer hinter ihm stand. Ein
Blick über die Schulter bestätigte seine Vermutung. Dolch war gerade eben vom
Training zurückgekehrt. „Also erstens, pack dein Zunge wieder ein und deinen
Verstand zur Abwechslung mal in deinen Schädel. Das was du dir vorstellst,
passiert nur in den Filmchen, die du dir im Extranet anschaust… und zweitens,
das mit den Glocken wär extrem kontraproduktiv, man erfährt die interessanteren
Dinge, wenn niemand weiss, dass man zuhört.“ Kiara trat an ihm vorbei und
rempelte ihn dabei nicht unabsichtlich an. „Wo sie ist, kann ich euch auch
nicht sagen, ich dachte sie sei bei euch“ fuhr KIara fort. „Das war sie auch bis zum
Trainingsende, dann war sie plötzlich weg und ihre Position ist auf der Map nicht mehr anzeigbar. Sie
wird ihren Ortungssender also ausgeschaltet haben. Die Tatsache, dass sie nicht
gefunden werden will, lässt den Gedanken nahe liegen, dass sie vielleicht auch
nicht gestört werden möchte und so…“ Alex hatte versucht ernsthaft zu bleiben,
konnte sich aber ein Grinsen nicht verkneifen, als Kiara ihn schräg ansah. „Und
deshalb würde sie sich in der Dusche „verstecken“, wo gleich die halbe Einheit
hineinstürmt? Ich glaube behaupten zu können sie gut genug zu kennen, um dir zu
garantieren, dass sie nicht so naiv wäre.“ Kiara wusste, dass die anderen bloss
Spass machten und sie etwas veräppelten, war aber dennoch ein bisschen
angefressen. In ihrem Inneren regte sich aber auch die Sorge um ihre Liebste,
was wenn sie schon wieder dabei war sich selbst zu weit anzutreiben? Sie hatte
mit ihr gesprochen, Jenni musste einfach auf sie hören. Joshua, der ihren
nachdenklichen Gesichtsausdruck gesehen hatte, legte ihr die Hand auf die
Schulter und meinte lächelnd. Sie ist bestimmt bloss wieder bei Reeston...“
„Oder bei Eric“, rief Arsilia von weiter hinten im Raum. Das sie damit ziemlich
danebengegriffen hatte, bemerkte sie erst einen Augenblick später. „Wir haben
ja bald wieder eine gemeinsame Übung, da müssen sie bestimmt noch ne Menge
planen“, versuchte sie eilig zu korrigieren. Joshua, der mittlerweile seine
Rüstung abgelegt und die Teile verstaut hatte, trat schmunzelnd an seinen
Kameraden vorbei, sie waren durch das harte Training und die Kämpfe
zusammengeschweisst worden, da änderten auch solche kleinen Zankereien nichts.
Der Grund für seine ausgelassene Stimmung war jedoch nicht das Verhalten seiner
Kameraden, sondern die Aussicht auf den heutigen Abend. Das erste mal seit
langem hatten sie etwas Zeit gefunden, in der sie ungestört miteinander reden
konnten. Seit er von Jenni und Kiara beim Flirten mit Tanja erwischt worden
war, hatte er seine Beziehung zu ihr so gut gepflegt, wie es die Umstände
zuliessen. Sie hatten sich vorgenommen es langsam anzugehen, doch mit der Zeit
war ihre Beziehung dennoch inniger geworden. Sie hatten sich bereits geküsst,
das Wochenende aber noch nie zusammen verbracht, jedenfalls nicht so, wie er es
sich gewünscht hätte. Den Nachmittag miteinander verbringen, spazieren gehen
oder einen Film schauen war immer schön gewesen, doch es hatte etwas gefehlt,
dass ihm das Gefühl der Zusammengehörigkeit gab. Es waren weniger die
Aktivitäten selbst, als eher das Verhalten von Tanja, sie hatte sich meist eher
wie eine Kameradin oder eine Freundin verhalten und nicht wie die eine, der er
sich anvertrauen konnte. Seine Gefühle waren ihm bisher kaum in die Quere
gekommen, klar hatte es bereits früher in der Oberstufe Frauen gegeben, an die
er nicht nur Blicke und Gedanken verloren hatte, aber noch nie etwas ernstes.
Eine Beziehung hatte er auch bereits gehabt, diese hatte aber nicht sonderlich
lange gehalten. Damals waren sie beide relativ ungestüm gewesen, hatten schnell
die nächsten Schritte gewagt und bereits nach ein paar Wochen auch das Bett für
einige Nächte geteilt. Es waren Erfahrungen gewesen, die sie damals gesammelt
hatten und wahrscheinlich auch hatten sammeln müssen, aber nach nicht ganz zwei
Monaten musste er dann feststellen, dass es nicht funktionierte. Die
anfängliche Euphorie war verflogen und die kleinen Missstände, über die man in
den ersten Wochen noch so gerne hinweggesehen hatte, traten nun immer mehr
hervor. Interessenkonflikte und Meinungsverschiedenheiten nahmen mehr und mehr
die Überhand. Sehr zu Joshuas gutheissen gingen sie als Freunde auseinander und
konnten sich so an den guten Erinnerungen erfreuen, die ihnen niemand nehmen
konnte. Er wollte es nicht überstürzen, damit nicht wieder eine solche
Situation herauskam, aber dennoch wollte er, dass Tanja mehr als eine Freundin
war. Dieses Durcheinander seiner Gefühle liess ihn etwas nervös werden. Die
Zeit bis zum Abendessen schlich dahin, die sonst viel zu kurze Ruhepause zog
sich endlos. Nach einer entspannenden Dusche und einem ungeduldig erwarteten
Abendessen, verliess er den Stützpunkt in Richtung eines Trainingsplatzes. Tanja
hatte ihn benachrichtigt, dass sie sich wie ausgemacht treffen konnten. So kam
es, dass er nach dem Training einen der Biotiktrainingsplätze aufsuchte. Dieser
lag etwas unterhalb des Waldrandes an welchem sie sich verabredet hatten. Tanja
war vorgegangen, ihr wäre es ein leichtes gewesen den Blicken auffälliger
Beobachter zu entgehen und Joshua mitzuteilen, dass sie sich nicht treffen
konnten. Zu seiner Erleichterung hatte sie aber grünes Licht gegeben und
wartete nun einige dutzend Meter von ihm entfernt lächelnd und an einen Baum
gelehnt. „Was würdest du bloss ohne mich tun?“, fragte sie neckisch, als er
nähertrat. „Dann wäre ich gar nicht erst hier“, antwortete er grinsend. Als er
sie erreichte legte er ihr die Hand auf die Hüfte und gab ihr einen kurzen
Kuss. Durch diese Geste offensichtlich erfreut, lächelte sie Joshua an, ehe sie
ihm andeutete ihr zu folgen. Nach ein paar Minuten gemütlichem Schlendern,
hielt er an „Ich bin heute den ganzen Tag gerannt, würde es dir etwas
ausmachen, wenn wir uns setzen?“ „Klar! Spinnst du?“ Nach einigen Sekunden in
denen er sie erschrocken für ihre übertrieben entsetzte Antwort angestarrt
hatte, begann sie zu lachen. „War nur Spaß, klar können wir uns setzen…“ „Na
warte!“ Tanja hatte noch die Zeit gehabt sich von ihm wegzudrehen, um
auszuweichen hatte es aber nicht mehr gereicht. Joshua packte sie am Becken,
zog sie mit, als er sich nach hinten zu Boden sinken liess. Er setzte sie auf
seinen Schoss und beugte sich zu ihr vor. Er deutete an sie zu beissen, worauf
hin sie ihre Schultern hochzog, um ihren Hals zu schützen. Nachdem sie sich
einige Sekunden lang in seinen Armen gewunden hatte, stiess sie, immer noch
lachend, einen halblauten Schrei aus. „Lass das!“ Wie ihm befohlen hielt Joshua
sofort inne, behielt seine über sie gebeugte Position aber bei. Einige Momente
später trafen sich ihre Blicke, sofort machte sich in Joshuas Innerem eine
wohlig warmes Gefühl breit, als er den glücklichen Blick seiner Freundin sah.
„Habe ich etwas im Gesicht?“, fragte sie, als sie bemerkte, dass er sie
angeregt musterte. „Ja… einen Mund den ich gerne küssen würde.“ Tanjas
Mundwinkel zuckten noch etwas weiter nach oben „Wieso tust du es dann nicht
einfach?“ Langsam bewegte er sich auf sie zu. Dass sie ihm entgegenkam, zeigte,
dass sie sich nach Zärtlichkeit sehnte, genau wie er. Nach einigen Sekunden
lösten sie sich wieder voneinander und Tanja richtete sich auf. Sie setzte sich
dicht neben ihn und lehnte sich an seine Schulter. Vor ihnen erstreckten sich
die Weiten des grösstenteils bewaldeten Terrains, das diesen Teil des Landes
dominierte, erst weit am Horrizont waren die Umrisse bergiger Hügel zu
erkennen. Die Sonne war gerade dabei hinter selbigen zu versinken und tauchte
den bewölkten Himmel in viele verschiedene Rot- und Orangetöne. Sie sassen
beide am Rand des Waldes im Gras einer Wiese, die sich in der warmen
Spätsommerbriese wiegte. Wie fast jedes Mal, wenn sie nicht gerade in mitten
von Kameraden oder anderen Soldaten waren, begannen sie ein Gespräch. Diesmal
lief es aber anders als sonst, relativ bald auf ihre Zukunft hinaus. Sie
sprachen darüber, was sie nach dem Dienst in der Allianz machen wollten, wie
lange sie dienen wollten und was sie für Alternativpläne hatten. Nach längerem
schweigen sah Joshua schliesslich erst zu Tanja und dann zu den Bergen am
Horrizont. „Was machen wir eigentlich, wenn`s einen von uns erwischt? Also
verletzungsmässig und dann aus dem aktiven Dienst austreten?“ „Darüber will ich
gar nicht erst reden, ich weiss genau wo das endet und daran will ich nicht
denken.“ Sie rückte etwas näher an ihn heran. Du bist mir wichtig, auch wenn
ich dir das nicht immer zeigen kann, meine Gefühle für dich sind trotzdem da.
Wir haben vereinbart es langsam angehen zu lassen und das werden wir auch tun,
aber dich zu verlieren wäre….“ „Hei, schon gut, solange wir aufeinander
aufpassen können, wird das ja kaum ein Problem sein.“

 

„Parker!“
Unweigerlich zuckte Jenni zusammen, sie war nicht darauf gefasst gewesen, dass
Tirana ihr auflauern würde. Sofort fuhr sie herum, ihre Nackenhärchen hatten
sich aufgestellt und ein Schauer gefolgt von Gänsehaut jagte durch ihren Körper
beim Gedanken gleich angegriffen zu werden. Doch entgegen jeder Erwartung
geschah dies nicht. Tirana stand locker an einen Baum gelehnt einige Meter
neben dem Trampelpfad und sah sie verschmitzt lächelnd an. „Du solltest dich
besser schnell konzentrieren, wir wollen ja schliesslich nicht die ganze Nacht
hier verbringen…“ Nach dem Jenni ihren Puls wieder etwas im Griff hatte,
entspannte sie sich ein wenig und ließ die Arme locker hängen, damit Tirana
nicht sehen konnte, dass ihre Hände zitterten. „Wieso trainieren wir denn nicht
einfach auf einem der offiziellen Trainingsplätzen?“ „Weil das hier nicht zum
offiziellen Ausbildungsplan gehört… wieso, ist der Weg hierher zu anstrengend?“
Jenni wusste genau, dass sie der Frage nur aus dem Weg ging, um den wahren
Grund nicht nennen zu müssen. „Nein, natürlich nicht, Ma`am“, antwortete sie
eilig. „Gut dann fangen wir an… komm mit.“ Mit zügigen Schritten trat die
Ausbilderin zwischen den Bäumen vor ihr hindurch und nach einigen dutzend
Metern standen sie auf einer kleinen Lichtung. Der freie Platz beschränkte sich
auf etwa sieben mal sieben Meter. Die Dämmerung ging bereits zur Neige und die
mit der Nacht legte sich ein Tuch der Stille über das Land. Nachdem nun die
letzten Sonnenstrahlen verschwunden waren, wurde es merklich kühler. Jenni
fühlte sich etwas verloren, sie stand mitten im Wald ohne recht zu wissen, was
sie erwartete. Die einzige Gesellschaft die sie hatte, war Tirana, jene
Ausbilderin, die sie um ein Haar ihres Postens beraubt hätte. Schlimmer noch,
sie hätte es beinahe geschafft, dass Kiara nach Hause gehen müsste und somit
ihre Karriere auch noch ruiniert wäre, neben ihrer Beziehung. Doch die Asari
verhielt sich ganz anders als gewohnt, sie schien nachsichtig und geduldig,
zumindest für ihre Verhältnisse. „Ist es nicht schon etwas dunkel, um zu
trainieren? Oder haben sie Beleuchtung dabei. „Du wirst heute eh den grössten
Teil des Trainings blind sein, von daher lass das meine Sorge sein…“ Die Worte
ihrer Ausbilderin beunruhigten Jenni noch wesentlich mehr. „Was meint sie
damit?“, fragte eine Stimme in Jennis Kopf. Auch wenn sie das ganze
optimistisch sehen wollte und wirklich versuchte Tirana zu vertrauen, hatte sie
ein ganz schlechte Gefühl bei der Sache. „Ich verstehe nicht ganz“, meinte die
junge Frau ziemlich verunsichert. Tirana trat zum Rand der Lichtung. Erst jetzt
bemerkte Jenni, dass dort eine kleine Kiste stand. Eine leichte Brise ließ sie
frösteln, da sie bereits gegessen hatten und sie nicht hatte auffallen wollen,
war sie in normaler Allianzkleidung hergekommen. Mir vor der Brust
verschränkten Armen beobachtete sie skeptisch das Treiben der Ausbilderin. „Als
erstes musst du ein solches Feld um dich herum aufbauen können, das sollte aber
kein Problem sein…“ Tirana sprach die Worte ohne von der Kiste, in der sie
gerade kramte aufzusehen. „Tut mir leid, aber ich weiß nicht wie das geht, wie
bereits gesagt kann ich mich an den Kampf kaum mehr erinnern.“ Für diese
Aussage erntete sie einen verächtlichen Blick, den die Asari ihr über die
Schulter zuwarf. „Dann versuch dich zu erinnern, ich kann nicht in deinen
Körper schlüpfen und dir zeigen wie er funktioniert!“ Nach ein paar weiteren
Sekunden hatte sie gefunden was sie gesucht hatte, stopfte es aber sofort in
ihre Tasche bevor Jenni erkennen konnte, worum es sich handelte. „Ok,
konzentrier dich, bau deine Barriere auf… und dann konzentrier deine biotische
Energie auf deine Rechte Hand, genau so, wie du einen Schlag vorbereitest.“
Etwas zögerlich reagierte Jenni auf die Aufforderung ihrer Ausbilderin. Ein
blauer Schleier leuchtete um sie herum auf und ihre Barriere materialisierte
sich. Wie ihr angewiesen spannte sie ihren rechten Arm an und lies ein bläulich
schimmerndes Feld um ihre Hand entstehen. „Genau so bleiben, halte das Feld
aufrecht!“ Tirana trat an sie und musterte ihren Arm. Die Grenze an der die
Aufgeladenen blauen Schwaden endeten war gut zu erkennen. „Gut und nun lass das
Feld nach hinten über deinen Arm wandern.“ „Ähm…“ Jenni hatte Mühe das Feld
aufrecht zu halten, solche Felder über längere Zeit aufrecht zu halten war
extrem anstrengend. „Ich kann es nicht…bewegen.“ Plötzlich erlosch das Leuchten
um ihre Hand und Jenni lies ihren Arm ärgerlich knurrend sinken. „Ich weiß
nicht wie ich verschieben soll, es ist als klebte es an meinen Händen.“ Tirana
holte etwas aus ihrer Tasche, einen kleinen etwa zwanzig Zentimeter langen
Zylinder, lackiert mit roter Farbe. Die Asari packte das oberste Stück des roten
Körpers und zog es vom Rest ab, einen Augenblick später begann das obere Ende
des Zylinders fauchend zu brennen. Die gleissend helle Flamme strahlte ein
leicht rötliches Licht ab, das die kleine Lichtung erleuchtet. „Ist das nicht
etwas altmodisch?“, fragte Jenni verwundert, mit einem UW konnte man auch für
Licht sorgen. „Glaub mir, ich habe mir schon etwas dabei überlegt… und nun zieh
deine Jacke aus.“ „Ok….“ Widerwillig entledigte Jenni sich des Wärme spendenden
Kleidungsstückes. „T-Shirt und Hose auch“, fügte die Ausbilderin knapp an.
„Ma`am? Ich möchte gerne wissen wozu das gut sein soll.“ Das ganze ging ihr nun
doch sehr gegen den Strich, auch wenn sie nicht verklemmt war. Tirana, die sie
musterte ,sah sie auffordernd an „Wirst du gleich sehen, und jetzt beeil dich.“
Es kostete Jenni viel Überwindung ihre Sachen abzulegen, Unterwäsche hin oder
her. Die Blicke der Ausbilderin fühlten sich unangenehm an und schienen sich
förmlich unter ihre Haut zu graben. „Gut, keine Sorge, du brauchst nicht lange
zu frieren wenn du genau das machst, was ich dir sage. Diese Fackel brennt ca.
zehn Minuten, dann kannst du deine Sachen wieder anziehen… setz die hier auf.“
Nun erkannte Jenni was Tirana aus der Kiste genommen hatte. Die Ausbilderin
streckte ihr eine aus schwarzem Stoff gefertigte Schlafmaske entgegen, ihr
Gesicht zeigte keinerlei Emotionen doch Jenni glaubte ein fieses Grinsen unter
der Fassade zu erkennen. „WAS? Erst fordern sie mich auf mich heimlich hier mit
ihnen zu „Training“ zu treffen, dann verlangen sie dass ich mich ausziehe und
jetzt soll ich mir noch die Augen verbinden?!“ Jenni blaffte ihre Ausbilderin
ziemlich ungehalten an, was wäre das nächste? Handschellen? Sie wollte sich
verbessern, aber nicht zu Tiranas Spielzeug werden. „Ok, es zwingt dich niemand
dazu, du kannst gerne wieder zurückgehen und das Training hier sein lassen…
wenn es dir reicht mittelmäßig zu sein…“ Mit entsetzen stellte die junge Frau
fest, dass sie Tirana genau in die Falle gegangen war. Die gespielte
Freundlichkeit, die Nachsicht, das waren alles nur Mittel gewesen, um sie
hierher zu locken. Es hätte ihr klar sein müssen, dass die Asari sich nicht so
plötzlich komplett geändert haben konnte. Doch nun war es zu spät sich darüber
zu ärgern, jetzt musste sie eine Entscheidung treffen. Eigentlich wäre es das
richtige gewesen zu gehen und das Ganze zu melden. Letzteres hätte zwar nichts
gebracht, da Tirana recht hatte, Jenni tat dass hier freiwillig. Tirana war
nicht verpflichtet sie auf dem Gebiet auszubilden und hatte sie darum in der
Hand. Die Asari wusste genau wo sie ansetzten musste, um ihr Gegenüber klein zu
kriegen. „Ich kann wieder…“ Mit einem genervten Schnauben packte sie das ihr
dargebotene Objekt. Nun kam das Grinsen das Jenni zu sehen geglaubt hatte zum
Vorschein. „Dachte ich es mir doch“, meinte sie triumphierend. Tirana spielte
ihre Machtposition aus, und das würde sich auch nicht ändern, eher noch
schlimmer werden. Doch egal wie verlockend das Angebot der Ausbilderin auch
war, Jenni hatte sich geschworen, wenn sie sie vor ihren Kameraden oder anderen
Soldaten demütigen würde, sie Sexuell belästigen oder gewalttätig werden würde,
würde sie Meldung machen und die Finger davon lassen. Sofort umfing sie tiefste
Schwärze, als sie die Maske aufsetzte. „Und was jetzt?“ Innerlich war sie total
angespannt, sie konnte weder sehen was Tirana tat, noch konnte sie hören, wo
sie sich hinbewegte, nun war auch klar weshalb sie eine Signalfackel
verwendete, das laute fauchen überdeckte die Geräusche ihrer Schritte. Nachdem
sie ein paar Sekunden keine Antwort erhalten hatte, drängte sich ihr ein
schrecklicher Gedanke auf, was wenn Tirana einfach gegangen war und ihre
Kleider mitgenommen hatte? Ein Schauer jagte über Jennis Rücken bei dem
Gedanken, wie sollte sie wieder zurück in den Stützpunkt gelangen? Für einen
Moment war sie in Versuchung die Maske abzusetzen um nachzusehen aber
vielleicht wollte Tirana sie nur testen. „Lass deine Barriere fallen, und bau
noch einmal ein Feld auf...“ Nachdem Jenni tat, wie ihr befohlen, berührte Tirana
Jennis Unterarm sanft. Diese zuckte etwas zusammen, da sie nicht damit
gerechnet hatte, dass ihre Ausbilderin sie berühren würde. Im ersten Moment
hätte sie sich vor Schreck beinahe umgedreht und nach ihr geschlagen, sich aber
noch beherrschen können. Die Ausbilderin ließ ihren Finger sanft über Jennis
Arm streichen. "Folg meinem Finger mit dem Feld, versuch mich einzuholen, lass das Feld aber nicht springen."
Diese Strategie wirkte sehr ungewöhnliche doch sie schien durchaus effektiv. Es fiel ihr immer noch schwer und sie kam ihrer Ausbilderin kaum
hinterher, doch gelang es ihr durch die Berührung wenigstens das Feld überhaupt
zu bewegen. Die Nerven auf ihrer Haut registrierten wo sie berührt wurde, sie
konnte die Energie einfach den Berührungen folgen lassen. Tirana musste ihre
Fingerspitze sehr langsam bewegen, damit Jenni nicht den Anschluss verlor,
sobald der Abstand zu groß wurde, ließ diese das biotische Feld ungewollt
springen, wodurch sie von Tirana gerügt wurde. „Perfekt, wenn wir mal von
Riesenschnecken invasiert werden, bist du bestens darauf vorbereitet“, spottete
sie, als Jenni einmal mehr den Anschluss verlor. Jenni hatte etwas sagen
wollen, es sich aber verkniffen. Nach einigen Minuten, in denen sie die Übung
im selben Rahmen fortgesetzt hatten, war die junge Biotikerin am Ende ihrer
Kräfte. „Gut, fürs erste mal nicht schlecht, du bist noch viel zu langsam und
gerade kraftvoll war das auch nicht, hätte ich es nicht gesehen, würde ich
glauben, dass du die Drohne  mit nem
Hammer demoliert hast, denn so kriegst du nicht mal nen Wecker kaputt… zieh
dich wieder an, wir setzen das Training morgen fort, ich habe noch einige Dinge
zu erledigen.“

 

Nach
dem Training vom letzten Tag war sie zum Stützpunkt zurückgegangen und hatte
dort gerade noch etwas zu essen organisieren können. Wenn das Training mit
Tirana sich zukünftig etwas in die Länge ziehen würde, müsste sie sich mit den
Leuten aus der Küche arrangieren müssen. Wenigstens liessen sich ihre Kameraden
mit der Ausrede, dass sie “noch etwas wegen der Ausbildung“ hatte regeln müssen
zufrieden stellen. Doch bereitete ihr bereits etwas neues Kopfzerbrechen.
Reeston würde seine Meinung kaum noch ändern, was ihre Position beim nächsten
Einsatz anbelangte, sie würde das ihren Kameraden noch mitteilen müssen. Die
Frage war nur, wie sie das tun wollte. Einfach zu warten, bis Reeston es
offiziell verkündete war die schlechteste Möglichkeit. Als sie sich
schliesslich schlafen legte, hatte sie sich fest vorgenommen ihre Kameraden
morgen zu informieren.

 

Ihre
Augen überflogen die Zeilen vor ihr „Muss mit dir reden, ist wichtig!“ Als sie
den Absender betrachtete, hätte sie am liebsten ihren Kopf gegen die Wand
gehauen. „Und wo, du Idiot?“ Eric hatte ihr weder eine Zeit noch  einen Ort genannt,  was seine Nachricht ziemlich sinnlos machte.
Eilig öffnete sie eine neue Nachricht und forderte ihn auf, ihr die benötigen
Informationen zu geben, hatte jedoch noch nicht einmal den ersten Satz
eingetippt, als bereits eine zweite Nachricht mit dem selben Absender ankam.
„Triff mich in einer halben Stunde, Besprechungsraum 2“. Nach einem genervten
Seufzer, verwarf sie ihre angefangene Nachricht und schickte ihm stattdessen
eine Bestätigung, dass sie kommen würde. Die orange leuchtende holographische
Anzeige des UWs erlosch und Jenni trat zu ihren Kameraden in die Unterkunft.
Bis vor kurzem war sie noch bei Tirana im Training gewesen, das zweite Mal
jetzt. Es war bereits spät und die Sonne schon untergegangen. Das Training war
dieses Mal tatsächlich länger ausgefallen, da Tirana ihr neben der bereits
bekannten Übung, einige andere Dinge gezeigt hatte, die ihr helfen konnten.
Erstaunlicherweise schien ihr Jennis Fortschritt wirklich wichtig zu sein, auch
wenn sie das hinter ihrer typischen herausfordernden und teils sogar
herablassenden Art versteckte. Sofort wandten sich ihr neugierige Blicke zu,
nun würde sie eine gute Ausrede brauchen, die selbe wie gestern würde nun
garantiert nicht mehr funktionieren. „Hast du es doch noch geschafft?“, fragte
Garonn grinsend, als er an ihr vorbeitrat. „Ich dachte schon ich käm heute gar
nicht mehr zur Ruhe“, antwortete sie lächelnd. Ihr Blick wanderte durch den
Raum, es schienen alle Anwesend zu sein. „Ähm, Leute, alle mal herhören, es
gibt da noch etwas das ich euch mitteilen muss, also hört schnell zu…“ „Jetzt
gibt’s kein Zurück mehr“, schoss es ihr durch den Kopf. „Es geht um unseren
nächsten Einsatz… Ich habe erfahren, dass durch die Daten, die wir bei unseren
letzten Misson retten konnten, ein grösseres Netz an Scheinfirmen von Cerberus
lokalisiert werden konnte. Sobald wir alle nötigen Infos  haben, werden wir gemeinsam mit Erics Trupp
die Kommandostruktur dieser Firmen aushebeln. Ich habe noch keine genauen Inforationen
wann oder wo, aber ich weiss jetzt schon, dass jemand von euch die BDF anführen
wird“. Jetzt wo die Katze aus dem Sack war, fühlte Jenni doch eine gewisse
Erleichterung, doch der unangenehmste Teil würde erst jetzt kommen. „Bevor ihr
fragt, den Grund dafür kennen einige von euch ja bereits, für alle anderen: Bei
unserem letzten Einsatz wurde ich in einen Zweikampf verwickelt, den ich zwar
gewonnen habe, aber anscheinend nicht schadlos überstanden habe. Laut Reeston
könnte es sein, dass ich nach einem „solch traumatischen Erlebnis“ psychische
Folgeschäden davongetragen habe, die meine Fähigkeiten als Führungsperson
beinträchtigen. Kurz: die Psychotante glaubt, dass ich einen an der Klatsche
habe und deshalb bekommt vorerst jemand von euch das Kommando.“ Nach dieser
Aussage wie von einem Hammer getroffen, herrschte Totenstille in dem Raum. Nach
einigen Sekunden fasste schliesslich Alex das Wort. „Darf man fragen was dieses
traumatische Erlebnis war?“ Genau diese Frage hatte Jenni befürchtet, aber nun
konnte sie nicht mehr zurückkrebsen. „Ich schätze soviel Ehrlickeit schulde ich
euch, wenn ich von euch verlangen will mir im Einsatz eure Leben anzuvertrauen.
Ich habe die Datei auf meinem UW, ihr könnt sie euch gerne ansehen.“ Nachdem
sie ihren Kameraden die Aufnahme gezeigt hatte, herrschte wieder einen Moment
Stille, anscheinend wusste niemand so recht, was sie machen sollten, ob sie
einfach wieder weiter miteinander reden sollten oder doch mit Jenni darüber
sprechen. Diese hatte die Zeit, in der alle auf die Aufnahme fixiert waren
genutzt, um sich auf ihr Bett zu setzen und sich wenigstens einen Moment zu
entspannen, bevor sie schon bald wieder los musste, um sich mit Eric zu
treffen. Sie würde Arsilia auch noch darauf ansprechen, dass sie sie als Anführerin
vorgeschlagen hatte, Reeston hätte nicht nach ihrer Meinung gefragt, wenn er
sie nicht berücksichtigen würde.

 

Eric
hatte bereits auf sie gewartet als sie wie vereinbart im Besprechungsraum zwei
eintraf. Er hatte einige Datenpads dabei und ihr kurz und treffend erklärt, wie
ihre nächste Mission aussehen würde und wann sie angesetzt war. Auch erfuhr
sie, dass Reeston am nächsten Tag mit Arsilia den Einsatz besprechen würde, da
sie ja die neue Anführerin der BDF war. „Ok, das heisst also wir werden in drei
Tagen starten?“ „Knapp, aufgrund der Zeitverschiebung müssen wir hier am Mittag
los, das heisst in gut 60 Stunden ist Operationsbeginn.“ Jenni überflog noch
einmal die Infos, die vor ihr lagen. „Wieso erzählst du mir das hier dann? Wenn
doch Arsilia morgen ein Briefing erhält, brauche ich das hier doch gar nicht zu
wissen.“ „Naja, eigentlich schon, aber ich dachte du würdest es vielleicht
gerne wissen. Schliesslich bist du ja eigentlich die Anführerin der BDF, das
hier ist ja nur temporär.“ Es war ihm sichtlich unangenehm dieses Thema
anzusprechen. „Wer weiss…“, antwortete sie nachdenklich mit einem schrägen
Blick zu ihrem Kameraden. „Ach, das wird schon“ „Kannst du dafür nicht Ärger
bekommen? Das sind doch eigentlich geheime Dokumente…“ Eric kratzte sich am
Hinterkopf, ehe er antwortete: „Nichts was schlimmer wäre, als ne Nachtschicht.
Wenn ich die Infos bekomme, ist es meine Aufgabe meine Leute zu informieren,
das heisst in dem Fall auch euch, da ihr ja in gewisser Weise mir zugeteilt
seid. Mit gespielt gekränktem Gesichtsausdruck ließ Jenni den Kopf hängen.
„Nein, so war das nicht gemeint…“ Die erhoffte Reaktion von Eric kam sofort.
Nach ein paar Sekunden in denen sie ihn hatte zappeln lassen, grinste sie ihn
an. „Nur Spass, ich bin mir sicher du wirst deine Sache gut machen. Arsilia ist
eine gute Soldatin, du kannst ihr bestimmt eine ganze Menge beibringen… und
danke für die Info, es ist schön zu wissen, dass einen nicht alle für
untauglich halten.“ „Bis morgen, und denk nicht zu viel über die ganze Sache
nach, du machst dich nur selbst verrückt.“ Eric sah Jenni noch einen Moment
hinterher, ehe er sich daran machte sein Material einzusammeln.

 

„Arsilia,
hast du noch ne Sekunde Zeit, ich muss schnell mit dir reden.“ Die Asari war
gerade dabei gewesen sich die Zähne zu putzen, als ihre Kameradin
hereingetreten kam und sie ansprach. Jenni war gerade von ihrem Gespräch mit
Eric zurückgekommen, auch wenn sie nur kurz da gewesen war und nicht wirklich
viel nützliches erfahren hatte, war sie doch froh nicht ganz blind in den
nächsten Einsatz zu stolpern. Sie vertraute Arsilia, doch in ihrem Inneren sah
sie sich immer noch selbst als die Anführerin der BDF. Ihre Kameradin nickte
ihr zu, da sie gerade nicht sprechen konnte. Jenni trat nach draussen in den
Gang, um dort auf ihre Kameradin zu warten, die Zeit konnte sie nutzen ,um sich
einigermassen auf das Gespräch vorzubereiten. „Also, worum gehts?“ Das sonnige
Gemüt der Asari würde sich gleich verfinstern, dessen war sich Jenni sicher.
„Es geht um den Einsatz den ich euch vorhin angekündigt habe… ich habe ja
gesagt, dass ich euch nicht anführen werde…“ Sie hatte Arsilia angedeutet ihr
zu folgen und trat nun unter den klaren Nachthimmel nach draussen. „Ich halte
es für wahrscheinlich, dass du diese Position einnehmen wirst.“ „WAS?!“ Die
Frage kam ziemlich harsch und ungehalten. „Wieso, ich habe niemals danach
gefragt… Hör mal zu, ich weiss es gefällt dir nicht, dass du dieser Position
enthoben wurdest, aber ich möchte nicht, dass du denkst, dass ich dir deinen Posten
wegnehmen will…“ „So war das auch nicht gemeint. Ich wollte nur sagen, dass ich
es für wahrscheinlich halte, dass Reeston dir diese Position zuweisen wird.“
Jenni erntete einen ungläubigen Blick von ihrer Kameradin. „Wieso sollte er das
tun?“ „Weil ich es ihm geraten habe?“, 
meinte die junge Soldatin unschuldig lächelnd. Mit grossen Augen und
offenem Mund starrte die Asari ihre Kameradin an. Sie setzte gerade zu
Wiederworten an, als ihre Kameradin ihr zuvorkam. „Warte, warte, warte! Bevor
du mich steinigst, hör mir erst mal zu. Reeston hat mich gefragt, wen ich
empfehlen würde als Anführerin und ich habe dich genannt, weil ich denke, dass
du dafür am besten geeignet bist.“ „Und meine Meinung dazu interessiert keinen?
Was ist, wenn ich das gar nicht kann?“ Die Stimme von Arsilia wirkte sehr
unsicher. „Das hast du doch schon, du hast auch schon eine kleinere Gruppe
angeführt.“ „Ja aber das waren acht Leute und noch dazu in einer Übung, das
hier ist keine Übung, sondern Real, ein Ernstfall.“ „Ich weiss, aber du hast ja
bei unserem ersten Einsatz gesehen, dass du nicht alle alleine anführen musst.
Wir sind in Teams aufgeteilt und jeder Teamleiter koordiniert seine Leute… und
zudem ist Eric ja auch noch da, er wird dir Befehle geben und Aufgaben
zuweisen, deren Erfüllung du dann koordinieren musst. Ich weiss, dass du das
kannst. Normalerweise kenne ich dich mit mehr Selbstvertrauen.“ Nachdem sie ihr
einen grimmigen Blick zugeworfen, hatte seufzte die Asari langezogen „Ich
schätze, ich muss das Beste draus machen. Ich hoffe du weisst, was du da getan
hast… aber danke für die Warnung.“ Trotz Jennis Erklärungsversuch schien
Arsilia immer noch angefressen zu sein, was sie aber durchaus verstehen konnte.
Jenni folgte ihr nach einigen Sekunden wieder ins Innere der Unterkunft, das
erste Mal an diesem Tag konnte sie wenigsten für einen Moment lang entspannen.

 

„Das
wars, von dem Arschtritt erholen die sich so schnell nicht wieder!“ „Ja Mann!
Cerberus wird den Tag nicht vergessen, an dem sie uns ans Bein gepisst haben!“
Die Beiden Männer in N7 Rüstungen waren nur ein kleiner Teil der Meute, die
jubelnd und heiterer Laune auf dem Platz standen. „Gute Arbeit Männer… ihr habt
heute alle gute Dienste geleistet und euch einmal mehr als würdig erwiesen,
dieses Abzeichen zu tragen. Wir ehren die mit der Zeit von uns gegangen sind
und jeden anderen, der unter N7 gedient hat mit unserer Hochachtung und einem
weiteren Sieg! Doch sollten wir auch unsere Unterstützung nicht vergessen. Das
war ein heisser Ritt heute und ihr habt euch wacker geschlagen.“ Die feste und
selbstsichere Männerstimme gehörte Eric, er wirkte in seiner Rolle als Anführer
immer souverän und selbstsicher. Wer ihn nur Privat kannte, würde ihn für einen
aufgestellten jungen Burschen halten, aber nichts aussergewöhnliches an ihm
festhalten. Sobald er jedoch in seiner Rüstung steckte und seine Kameraden in
den Kampf führte, veränderte er sich. Seine unbeschwerte Art wich etwas hartem
unnachgiebigem. Militärische Präzision und langer Drill hatten aus ihm einen
guten Strategen und noch bessern Kämpfer gemacht. Es wäre niemandem in den Sinn
gekommen, sich einem seiner Befehle zu widersetzen, er hatte während der ganzen
Mission eine Autorität ausgestrahlt, die ihm bei unerfahrenen Rekruten
wahrscheinlich schon fast Ehrfurcht eingebracht hätte. Dieser Einsatz hatte
Jenni gezeigt, dass sie noch weit von dem entfernt war, was sie anstrebte. Es
freute sie, dass sie ihn als Kameraden zählen konnte, er konnte ihr noch eine
Menge beibringen. Die gesamte BDF und auch Erics Leute hatten sich in einem
Kreis aufgestellt. Sie waren gerade auf dem nächstgelegenen Allianzstützpunkt
gelandet und warteten dort auf ihren Transport nach Hause. Eric hatte sie alle
zusammengerufen um schnell einige Worte zum Einsatz zu sagen und zu verkünden,
wie es weiterging. „Ich finde, das ist doch mal ne kleinen Applaus wert“,
meinte er mit breitem Grinsen im Gesicht. „Stimmt“ meinte einer seiner
Kameraden „Schon bald habt ihr es euch verdient, dass ihr nicht mehr als
Grünschnäbel bezeichnet werdet.“ Nachdem Erics Leute kurz in die Hände
geklatscht hatten, fuhr deren Anführer fort. „Das wars dann erstmal, wegtreten…
aber bleibt in der Nähe des Flugdecks, unser Transport geht in zwanzig Minuten,
wer zu spät kommt, darf zum nächsten zivilen Raumhafen joggen und sich dort ein
Ticket kaufen.“  Ein Soldat neben Jenni
stiess seinen Kameraden mit dem Ellenbogen an. „Ich brauch gleich ein
Taschentuch, gerade waren sie noch so klein und jetzt werden sie schon
erwachsen“, meinte er, bemüht nicht in lautes Gelächter auszubrechen. Sein
Kamerad begann zu prusten und zu lachen, er stiess ihn an die Schulter „Idiot,
deine Kinder tun mir jetzt schon leid.“ Gut hörbar räusperte sich die
Biotikerin neben den Beiden, sodass diese sie bemerkten. „Ach, du darfst ihm
das nicht übel nehmen. Er kann nichts dafür, dass er mal aufn Kopf gefallen
ist… nein aber ganz ehrlich, ihr wart nicht schlecht, dafür, dass ihr noch
nicht lange dabei seid“ meinte einer der beiden. „Stimmt, diese Biotiken scheinen ganz nützlich zu
sein, würd auch gern mal wissen wie das so ist“ fügte sein Kamerad an. „Hm, sei froh, dass du keine
hast, sonst müsstest du auch drei mal die Woche die Schindereien der Kommandos
ertragen“, antwortete Jenni den beiden Männern. Die Meute hatte sich rasch
verteilt, viele waren müde und hatten sich eine Sitzgelegenheit gesucht.
„Denkst du Eric sei besser? Der ist nur nett zu dir, weil er bei hübschen
Frauen immer gleich weich wird.“ „Im Vergleich zu dir, hab ich einfach sowas
wie Anstand… ich glaube übrigens, dass dich da jemand sprechen wollte, wenn du
dich beeilst hast du ihn in drei Runden um die Basis eingeholt.“ Wohlwissend,
dass der Befehl seines Vorgesetzten nicht ernst gemeint war, verschwanden die
Beiden. Auch wenn Eric ein gemütlicher Zeitgenosse war, wollten sie es nicht
herausfordern. „Ich habe langsam das Gefühl, dass deine Leute nicht unbedingt
die hellsten sind.“ Die junge Frau deutete ihrem Kameraden an ihr zu folgen.
Einige Meter entfernt standen ein paar Kisten, auf die man sich setzten konnte.
„Täusch dich nicht, sie sind alle gute Soldaten und auch geistig voll auf Trab,
aber ihre sozialen Verhaltensweisen sind etwas eingerostet. Wir Soldaten sind
halt ein ungehobelter Haufen“, meinte er lächelnd. „Ach und ich zähl da nicht
dazu?“, harkte sie neckisch nach. „Niemals, eine Lady wie du… aua, hei, man
schlagt keine Vorgesetzten.“ Sie hatte ihm einen leichten Hieb auf den Oberarm
verpasst. „Als “Lady“ schon.“ Trotz ihres Versuchs gelang es ihr nicht
ernsthaft zu bleiben. „Deine Leute haben wohl doch recht, du scheinst bei
Frauen wirklich schwach zu werden.“ „Ähm… Nein. Das stimmt nicht… ich… Meine
Eltern haben mich lediglich Respekt gelehrt.“ „So so, ein Gentleman also, der
der Frau die Tür aufhält, nur um ihr dann auf den Hintern schauen zu können.“
Verzweifelt liess er den Kopf hängen „Ok, weisst du was, ich nehme es zurück,
du bist genauso schlimm wie alle Anderen auch.“ Ein aufrichtiges Lächeln
wanderte über ihr Gesicht, Eric war ein guter Freund und er versuchte sein
Bestes sie von den Gedanken über die vergangene Mission abzulenken. Der Einsatz
war gross und aufwändig gewesen, das “Firmenareal“ war riesig gewesen. Jetzt in
einem Moment der Ruhe konnte sie sich das Ganze noch einmal durch den Kopf
gehen lassen. Zwischen all den anderen grossen Firmen ,in einem etwas
abgelegenen Teil eines Industrieviertels, war das Gebäude kaum aufgefallen.
Logos und alles wiesen auf eine Transportfirma hin, Cerberus hatte sich gut
getarnt. Frei nach dem Motto: „Direkt vor deiner Nase suchst du keine
Geheimnisse“, waren die Transporter mit ihrer brisanten Fracht zwischen den tausenden
anderen, die Waren für hunderte Geschäfte und Restaurants lieferten,
untergetaucht und praktisch durch die Pforten der Allianz gefahren. Einmal aus
dem Sonnensystem raus, war es kein Problem mehr gewesen unterzutauchen und sich
mit gefälschten Papieren wieder anderswo einzureihen. Nur wer das Innere der
Lagerhallen genau unter die Lupe nahm, konnte sehen, dass es sich nicht um
normale Güter handelt. Es waren keinerlei offensichtliche Hinweise zu Cerberus
gefunden worden, aber das fiel eh in die Zuständigkeit der Spurensicherung.
Besonders schwierig hatte den Einsatz die Tatsache gemacht, dass überall
Zivilisten unterwegs waren. Einige Allianzbeamte hatten nur wenige Minuten in
zivil die umliegenden Gebäude aufgesucht und die dortigen Mitarbeiter ins Innere
beordert. Sachschäden waren hingegen nicht zu vermeiden gewesen. Kisten, die
zur Tarnung dienten und Lebensmittel oder Luxusgüter beinhalteten, waren in den
Hallen gestapelt gewesen und sowohl von Angreifern, wie auch Verteidigern als
Deckung missbraucht worden. Gleich in zweierlei Hinsicht ein gefährliches
Spiel, eine Deckung, die einem vor feindlichem Feuer schützen sollte, konnte
sich urplötzlich in eine Todesfalle verwandeln, eine explodierende Kiste hätte
ein Mitglied der BDF beinahe das Leben gekostet. Im Inneren hatten sich
Energiezellen vom salarianischen Schwarzmarkt befunden. Die instabilen
Energieträger in deren Innerem hatten, auf Beschuss äusserst schlecht reagiert
und sich in einer Plasmawolke verflüchtigt. Hätte eine Gruppe Wachen sie nicht
hartnäckig am Vorrücken gehindert, hätte sich der junge Mann aus ihrer Einheit
wahrscheinlich direkt hinter der Kiste befunden und wäre zerfetzt worden. Doch
auch wenn ihm dieses Schicksal erspart geblieben war, lag er nun dennoch auch
der Krankenstation. Splitter des Metallenen Behälters, die bei der Detonation
in alle Richtungen geschossen waren, hatten ihn am Arm und am Bein erwischt.
Jenni wusste noch nicht um seinen genauen Zustand, lediglich, dass er stabil
sie. Zwei weitere Soldaten waren ebenfalls verletzt worden. Einer von Erics
Männern war von einer Kiste verletzt worden, die Verteidiger hatten einen Regal
mit Hilfe eines kleinen Lastentransporters zu Fall gebracht und ihn darunter
begraben. Mit Prellungen, Quetschungen und ein paar gebrochene Rippen war er da
noch relativ glimpflich davongekommen, auch wenn er für eine ganze Weile ausser
Dienst bleiben würde. Weniger Glück hatte die eine Asari gehabt. Sie war von
einem mobilen Geschützturm erwischt worden und hatte einen Bauchschuss
erhalten. Sie hatte zwar mit Medigel versorgt werden können und war sofort ins
nächstgelegene Krankenhaus gebracht worden, würde aber für lange Zeit nicht
mehr kämpfen können, da ihr Bein ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden
war. Bis sie ihren Körper wieder belasten konnte, würde die Muskeldegeneration
so weit Fortgeschritten sein, dass sie erst in die Reha und anschliessend
wieder lange trainieren müsste. Trotz dieser Umstände wurde die Mission als
Erfolg angesehen. Trotz des grossen Missionsumfangs hatte es keine Verluste
gegeben. Auch wenn es Jenni irgendwie falsch vorkam, war sie froh, dass der
Einsatz so gut verlaufen war. „Schon wieder am grübeln?“ „Hm… nein, ich habe
nur gerade…“ „Gegrübelt, ich sehe es dir doch an.“ Eric versuchte sie
abzulenken, wahrscheinlich noch etwas, dass sie von ihm lernen konnte: Sich von
negativen Dingen nicht so sehr belasten zu lassen. „Vielleicht hast du recht…
ich muss noch schnell mit wem reden, bis nachher.“ Mit diesen Worten erhob sie
sich, klopfte ihm auf die Schulter und trat in Richtung Arsilia davon.

 

Die
Asari stand alleine an eine Mauer gelehnt und tippte etwas auf ihrem UW herum.
Als sie Jenni auf sich zutreten sah, schaltete sie selbiges aus und sah ihrer
Kameradin erwartungsvoll an. „Hier hast du dich also verkrochen… eigentlich
solltest du doch bei deinen Leuten sein und deinen Erfolg feiern.“ „Ja, klar,
bist du hier um mir zu sagen wie schlecht ich sei?!“ Etwas erschrocken von der
barschen Antwort war Jenni einen Moment sprachlos. „Was meinst du damit? Ich
wollte dich garantiert nicht angreifen.“ Arsilia hatte manchmal etwas viel
Temperament, aber das hier passte nicht zu ihr. Mit einem verärgerten Schnauben
wandte sie ihren Blick von Jenni ab und sah vor sich auf den Boden. „Was ist
denn los? Du hast deine erste Mission als Anführerin gerade erfol…“ „Sag es
nicht! Das habe ich nicht! Zwei unserer Freunde sind nun im Krankenhaus, und
wer weiss wie viele jetzt tot wären, wenn wir keine Unterstützung durch Eric
und seine Leute bekommen hätten.“ Die Gefühle 
der Asari waren kurz vor dem überkochen. „Wieso? Das ist doch nicht
deine Schuld.“ Da Arsilia keine Anstalten machte sie anzusehen oder sich einem
offenen Gespräch zu stellen, lehnte Jennis sich neben ihr an die Wand. „Du hast
deinen Teil der Aufgabe erledigt, wir haben unsere Ziele erreicht. Ich weiss,
dass klingt jetzt hart, aber wir müssen uns jedes Mal im Klaren sein, dass wir
vielleicht nicht mehr zurückkommen, wenn wir in den Kampf ziehen. Das ist das
Los eines Soldaten und unser Los ist es damit leben zu müssen einige unserer
Freunde in den Tod schicken zu müssen. Auch wenn du das nicht willst, wirst du
nicht immer alles so richten können wie du möchtest. Hast du gedacht, dass es
so einfach ist? Ich habe Reeston nicht deinen Namen genannt, weil ich dir damit
ein Messer in den Rücken treiben wollte. Ich weiss wie schwer es werden würde
und habe dich gewählt, weil ich wusste, dass du stark genug bist es trotzdem zu
schaffen.“ Während diesen Worten hatte die junge Frau ihren Blick über die
fernen Lichter einer Stadt am Horizont schwenken lassen. Es waren diese Worte,
die ihr oft durch den Kopf gegangen waren, wenn sie abends draussen etwas
frische Luft geschnappt hatte. Sie jetzt ihrer Kameradin zu sagen, um ihr zu
die Last von den Schultern zu nehmen, war einfach, doch sich selbst damit
abzufinden war viel schwerer. „Als ob es so leicht wäre… Ich weiss deine
Freundschaft zu schätzen und auch das du mir helfen willst, aber ich brauche
wahrscheinlich einfach etwas Zeit.“ „Ok, ich wollte nur sichergehen, dass du
weisst, dass du nicht alles alleine schaffen musst.“ Mit einem Lächeln sah
Arsilia ihre Kameradin an „Nimm dir das selbst auch zu Herzen, wenn du wieder
in dieser Position bist.“ Jenni setzte ein freundliches Lächeln auf, als ihrer
Kameradin noch einen Blick zuwarf, ehe sie wegtrat. „Wenn“, wiederholte sie in
ihrem Kopf. Der Gedanke daran, dass dies vielleicht nie wieder vorkommen würde,
zog sie noch mehr herunter, als das Gespräch mit Arsilia gerade. Doch um
deprimiert zu sein blieb jetzt keine Zeit, bevor sie wieder in der Basis und
somit in Sichtweite von Tirana waren, musste sie erst noch mit einer anderen
Asari reden.

 

„Leute,
das ist sowas von illegal, dafür werden wir Monatelang Sonntagswachen schieben
und Latrinen putzen, das wisst ihr doch, oder?!“ „Ach komm, mach dir nicht ins
Höschen, wir haben Leute, die wissen wie man so ein Ding fliegt, und zudem
werden die schon kein Theater machen.“ „Ähm also… wegen dem Fliegen… ich weiss
nicht genau wie weit das gültig ist, was ich an Ausbildung da habe…“ Alle Augen
waren schlagartig auf den Turianer gerichtet. „Was?!“, zischte Ivana verärgert
„Was heisst “gültig?“ Darfst du überhaupt fliegen?“ „Naja, ich habe den
Führerschein für ein Skycar und jetzt ne ganze Woche Training gehabt. Also
können täte ich es schon, und theoretisch dürfen auch, schliesslich muss ich
bis zum nächsten Kurs eine gewisse Anzahl Flugstunden gesammelt haben… Die
Frage ist jetzt nur, wie gerne die Administration das sieht, wenn wir ein
Shuttle nehmen, um uns nen schönen Nachmittag zu machen.“ Die Anspannung der
gesamten Gruppe war enorm, schliesslich war die Lage nicht ganz ungefährlich.
„Also ihr habt doch die Erlaubnis gekriegt oder?“ „Für ein paar Flugstunden
schon, aber wenn ihr nicht bereits um acht wieder hier sein wollt, dann dürfte
es etwas knapp werden. Oder weiss von euch gerade jemand wie man fünf Stunden
Verspätung erklären kann?“ „Ähm… Schwierigkeiten, du hast dich… verflogen.“
Shalera warf prustend ein: „Wenn ihr die lahme Ausrede bringt, kriegen wir
garantiert Ärger.“ Nach kurzem Überlegen begann Jenni zu grinsen. „Also ich
sehe drei Möglichkeiten, entweder wir müssen dafür sorgen, dass niemand
herausfindet, dass wir mit den Shuttles bloss nen Ausflug machen und wir tarnen
es als Training. Die zweite Option wäre, wir versuchen es mit ner ehrlichen
Ansage. Vielleicht lässt sich Reeston ja drauf ein, auch wenn ich das für
extrem unwahrscheinlich halte, oder wir besorgen uns Hilfe.“ „Was für Hilfe?“,
harkte Alex neugierig nach. „Jemand, der uns fliegen könnte, dann haben wir
allerdings keine Shuttles, die wir selbst fliegen können. Oder wir suchen
jemanden mit Transportmöglichkeit, den wir mitnehmen.“ Wie zu erwarten gewesen
war hielt sich die Begeisterung in Grenzen. „Und an wen denkst du?“ „Ich weiss
nur von zwei Möglichkeiten… ich kenne da zwei Herren, die uns einen Transport
organisieren könnten, da wären wir aber nicht mehr mobil, nachdem sie uns
abgesetzt haben.“ Shalera, Kiara und Ivana, die wussten an wen Jenni dachte,
konnten sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. „Und die andere Option?“
„…Werdet ihr nicht mögen“, beendete die Jenni den Satz von Joshua. „Naja, die
einzigen anderen von denen ich weiss, dass sie uns helfen könnten…“ „Und?“
harkte der junge Mann nach. „Eric“ Der Name kam schwer über Jennis Lippen und
brachte die Soldaten um sie herum zum verstummen. Nachdem sich die Anwesenden
einen Moment lang ratlose Blicke zugeworfen hatten, meldete sich Garonn
schliesslich. „Was genau ist denn eigentlich geplant? Ich weiss nur, dass wir n
paar Shuttles kapern müssen, aber noch nicht wirklich weshalb.“ „Selak hat beim
Training einen kleinen “Strand“ an einem Fluss in der Nähe gesehen, wir wollten
eigentlich da hin und etwas entspannen, aber zu Fuss dauerts ne Stunde da hin.“
„Ist es nicht sowieso schon etwas spät?“, meinte der Turianer mit einem Blick
auf sein UW.“ „Nicht heute, morgen, du Holzkopf“, rief Joshua im grinsend zu.
Es war klar gewesen, dass es nicht einfach werden würde, aber die Tatsache,
dass der erste Nachmittag, den sie hätten ausserhalb der Basis verbringen wollen,
auszufallen drohte, wirkte extrem niederschmetternd. „Irgendwie ist keine der
Optionen wirklich der Bringer...“ „Wir könnten ja die Kommandos fragen“,
witzelte Deni auf Garonns Bemerkung. „Genau, damit Jenni und Tirana sich auch
noch in ihrer Freizeit gegenseitig misshandeln und verprügeln können, super
Idee“, meldete sich Kiara, die gerade den Raum betreten hatte. „Hei, ich würd
mich schon beherrschen können!“, erwiderte die Betroffene energisch. Die junge
rothaarige Frau hatte sich auf ihr Bett gelegt, um sich zu entspannen. Kiara
trat zu ihr, setzte sich neben ihr auf die Bettkante und flüsterte ihrer
Liebsten verführerisch ins Ohr „Und was wenn ich mich nicht beherrschen kann?“
Jenni warf ihr einen lustvollen Blick zu und biss sich auf die Lippe. „Dann
würde ich meinen Job verlieren, dann ich könnte es auch nicht“, antwortete sie,
ebenfalls geflüstert. „Also wie verbleiben wir?“ „Ich kläre morgen früh ab
welche Möglichkeiten uns offen stehen, viel mehr können wir im Moment nicht
tun.“ Betrübt über die Ausgangslage, legten sich die Meisten hin, seit ihrem
Einsatz war mehr als eine Woche vergangen. Es war Samstagabend und somit lagen
wie jede Woche sechs anstrengende Tage hinter ihnen, die sie mit Training
verbracht hatten.

 

Schrille
Sirenen rissen sie aus den Armen ihrer Liebsten. Das Bild von Kiara, die sich
dicht an sie schmiegte, zu Hause, in einem grossen gemütlichen Bett, zerbrach
in tausende Teile. Adrenalin wurde in ihre Adern gepumpt. Als sie ihre Augen
aufriss, kam sie sich vor wie in einem ihrer Albträume. Rote kreisende
Warnlichter erhellten den Raum. Und eine Sirene im Gang ihrer Unterkunft heulte
laut. Der Lärm und der sich bis vor wenigen Sekunden noch im Energiesparmodus
befindliche Kreislauf der Soldatin machten ihr arg zu schaffen. Sie konnte kaum
etwas erkennen, da ihre Augen sich noch nicht an die neuen Bedingungen gewöhnt
hatten. Etwas desorientiert sprang sie auf. „Eine Übung? Am Sonntag,
unwahrscheinlich. Ein Angriff? Von wem? Wer wäre blöd genug einen voll belegten
N7 Stützpunkt anzugreifen?“ Ihre Gedanken überschlugen sich, als ihr Training
zu arbeiten begann. „Alarm, alle sofort bereitmachen… was ist los!?“ Sie schrie
die Worte in den allgemeinen Kommunikationskanal ihres Uw´s, um die Sirenen zu
übertönen. „Angriff auf Sunsetbay!“, ertönt die Stimme eines ebenfalls
schreienden Soldaten von der anderen Seite.

 

Spannend gehts beim nächsten Kapitel gleich weiter, das wird definitiv weniger lange brauchen als das hier:whistle:aber dennoch wahrscheinlich erst nächstes Wochenende kommen.
In dem Sinne wünsch ich noch ne schöne Woche.
Freundliche Grüsse Elite:D 

Modifié par elitedefender2, 30 octobre 2013 - 07:28 .


#617
jjhghd

jjhghd
  • Members
  • 14 messages
Super Geschichte. Will gar nicht aufhören zu lesen. Mach weiter so.

#618
elitedefender2

elitedefender2
  • Members
  • 1 712 messages
 Leider sind schon wieder drei Wochen vergangen bis ich posten konnte, aber das lässt sich jetzt nicht mehr ändern. Darum komme ich auch gleich zum erfreulicheren Punkt... hier ist mein neues Kapitel, wünsch viel Spass beim lesen.

Kapitel 44

 

Die Worte hallten in ihrem Kopf wie das Echo in
einer Gewaltigen Höhle. Auch wenn ein Teil von ihr völlig perplex war, griffen
die Zahnräder von Drill und Übung ineinander. „Was tun wir?!“ „Sofort
eingreifen, was auch immer es ist, der Angriff überfordert die örtliche Polizei
bei weitem! Schnellstmöglich transportbereit machen! Reeston informiert euch
gleich genauer!“ Es dauerte einen Moment bis sich eine neue Verbindung öffnete.
Die jungen Biotiker die gerade erst aus den Träumen gerissen worden waren
standen alle angespannt da, wie versteinert starrten sie auf ihre
Universalwerkzeuge. Nach kurzem erschien Reeston Gesicht auf den Anzeigen. Die
Leitung war an alle Soldaten gerichtet und hatte sich automatisch geöffnet. „BDF,
das hier ist keine Übung, es handelt sich hier um einen Ernstfall. Machen sie
sich sofort abmarschbereit. Noch sind keine genaueren Informationen verfügbar,
Feind unbekannt, ich werde jedoch dafür sorgen das sie alle uns zur Verfügung
stehenden Infos erhalten… Bewegung!“ Die Verbindung wurde getrennt und das
Gesicht eines verschlafenen und zerzausten Colonels verschwand. „Alle herhören,
Dolch geht sofort zum Arsenal, holt die Ausrüstung, die beim letzten Einsatz
eingeteilt war und macht denen Feuer unterm Arsch, wenn sie mit irgendwelchen
Formularen antanzen. Danach holt ihr eure Ausrüstung, los!“ Während die ersten
Soldaten sich eiligst ein paar Sachen überwarfen und zum Arsenal stürmten,
richtete sich Jenni an die restlichen Soldaten. Auch wenn eigentlich Arsilia
noch das Kommando hatte, war sie jetzt diejenige, die alles koordinierte.
Arsilia schien das nicht zu stören, entweder war sie noch zu erstaunt von dem
Ganzen oder es war ihr ganz recht, dass nicht sie die Einheit lenkte. „Der Rest
geht rüber und holt die Ausrüstung, der Flug dauert eine Weile, wir haben keine
Zeit uns hier umzuziehen, also los!“ Nachdem sie den letzten Befehl gebrüllt
hatte, öffnete sie einen Kommunikationskanal zum Befehlsstand. „Wir brauchen
sofort einen Transport, organisieren sie fünf Shuttles und beordern sie sie auf
den Hauptplatz?“ Nachdem eine Sekunde lang keine Antwort gekommen war, meldete
sich die hektische Stimme eines älteren Mannes. „Ihre ID ist keiner Position
zugewiesen, die zu solch einer Anforderung berechtigt ist, ich…“ „Ernsthaft?!“
Jenni war im Moment alles andere als in Stimmung für solche Gespräche. Als sie
sich umsah, konnte sie Arsilia erkennen, die wie alle anderen gerade einige
ihrer Klamotten übergeworfen hatte und ihre Stiefel notdürftig zuschnürte.
„Arsilia, zieh dem Typen mal den Stock aus dem Arsch, wir brauchen fünf
Shuttles auf dem Hauptplatz, sofort!“ „Ok!“ Arsilia nickte ihr zu, aktivierte
ihr eigenes UW und machte sich daran Jennis Befehl auszuführen, während sich
die ganze Gruppe rennend zum Hauptgebäude bewegte. Die Soldaten, die über den
Hauptplatz wuselten, warfen ihnen verwunderte Blicke zu, einige der Männer
hatten sich gar nicht erst die Mühe gemacht ein Oberteil anzuziehen, sie würden
sich eh gleich wieder “umziehen“ müssen und so kam es zustande, dass etwa drei
Dutzend halbwegs bekleidete N7 Biotiker quer über den Platz der Basis rannten.
In dem ganzen Aufruhr schien wenigstens niemand die Zeit zu haben sich darum zu
kümmern, anscheinend war die ganze Basis im Alarmzustand. „Schnappt euch die
Rüstungen, und bringt sie hoch… und vergesst die von Dolch nicht!“ Sie waren
gerade vor der massiven Sicherheitstür angekommen, welche sie eilig öffneten.
Während sie warteten, bis sich die schwere Metallpforte geöffnet hatte, nutzte
Jenni die Zeit ihre Leute noch etwas genauer zu informieren. Kaum offen,
durchschritten die Soldaten den Eingang eilig. In Jennis Kopf rasten noch immer
die Gedanken, wer würde Sunsetbay angreifen und vor allem wieso? Sie hatte
keine Zeit darüber nachzudenken und auf die Schnelle fand sie auch keine
Antwort. Kaum in der Frauenumkleide angelangt, schnappte sie sich ihren
Sensoranzug, streifte ihre Kleider ab und begann damit das widerspenstige
Kleidungsstück anzuziehen. Die Routine beim Anziehen der Sensoranzüge half
zwar, aber es kam ihr trotzdem vor, als bräuchte sie eine Ewigkeit dafür. Den
anderen schien es nicht besser zu gehen, sie alle wirkten nervös und
ungeduldig. „Ok, schnappt euch die Rüstungen und bringt sie hoch… Arsilia…“
„Shuttles wurden autorisiert, sollten gleich bereit sein.“ „Gut, ladet die
Ausrüstung ein, macht kein durcheinander mit den Rüstungen, beeilt euch!“ Mit
schnellen Schritten traten die jungen Biotikerinnen und Biotiker wieder in den
Hauptraum, um dort so viele Teile wie möglich zu schnappen und zu den Shuttles
auf dem Hauptplatz zu tragen. Das große Gewicht der Panzerung machte es nahezu
unmöglich alle Teile auf einmal mitzunehmen, weshalb alle mehrfach hin und her
gehen mussten. Dolch hatte sich mittlerweile ebenfalls ins Kellergeschoss
begeben, um in ihre Sensoranzüge zu schlüpfen.



„Schnappt euch eure Ausrüstung, lasst die Koffer gleich hier, wir sind schon so
schwer genug“ meinte Jenni. Die Aussage war an alle BDF-Mitglieder gerichtet
und über UW bekanntgegeben worden. Die junge Frau war gerade auf dem Hauptplatz
angekommen, als sie die Waffenkoffer vor den Shuttles gesehen hatte. Einige der
Soldaten die im Arsenal arbeiteten, standen daneben. Sie und die meisten
anderen Soldaten der BDF waren gerade dabei die letzten Rüstungsteile in die
Shuttles zu tragen. „Haben wir Startfreigabe?“, fragte die rothaarige
Biotikerin einen der Piloten ungeduldig. „Melden sie, wenn sie bereit sind,
dann gibt das Oberkommando uns grünes Licht.“ Nach einem kurzen Nicken trat sie
zu den einzelnen Koffern. Sie hatte dieselbe Ausrüstung wie beim letzten Mal
herbringen lassen, da diese noch gespeichert gewesen war und so schneller
griffbereit lag. Nachdem sie ihre Cursader und die Harrier geschnappt hatte,
trat sie in das nächstgelegene Shuttle platzierte dort alles und stellte sich
vor selbiges. „Na los, Beeilung… vergesst Munition und Granaten nicht!“ „Sie
werden auf bewohntem Gebiet agieren, da sind Zivilisten“, warf einer der Soldaten
aus dem Arsenal nachdenklich ein. „Ich weiß, aber man sollte auf alles gefasst
sein.“ Von nun an ging alles relativ schnell. Munition und letzte Ausrüstung
wurde eilig verladen und nach kaum zwei Minuten meldete die BDF sich
abmarschbereit. Die Piloten stiegen ebenfalls ein, und hoben kurz darauf ab.
Nachdem ziemlich rabiaten Start erreichten die in Formation fliegenden Shuttles
schnell ihre Reiseflughöhe. Während des Steigfluges hatten die Passagiere sich
selbst und ihre Ausrüstung festhalten müssen, der Weg nach Sunsetbay war weit
und die Zeit lief gegen sie. „Los, Rüstungen anlegen, wir springen direkt rein…
wie lange brauchen wir bis Sunsetbay?“ Die zweite Hälfte ihres Satzes war an
den Piloten gerichtet. „Wir fliegen so schnell wir können, aber auch bei einem
Strato-Flug dauert es eine Weile.“ Nicht gerade glücklich über diese Antwort,
machte sich Jenni daran ihre eigene Rüstung anzulegen. Jetzt wo sie etwas Zeit
hatte, begann ihr Verstand zu arbeiten. „Wer würde Sunsetbay angreifen? Die
Stadt verfügte über nichts, was einen größeren Angriff erklären würde. Banken,
und Einkaufszentren waren nur Ziele für Kleinganoven, aber nicht für einen
Angriff dieser Größenordnung. Sunsetbay war keine Festung, aber trotzdem
verfügte die Stadt über einiges an Polizei. Auch Regierungsgebäude waren dort
keine vorhanden, Jenni war in einer jungen Kolonie aufgewachsen, die anderen
Kolonien der Menschheit kaum etwas voraus hatte, außer der namensgebenden,
wunderschönen Sonnenuntergänge im Spätsommer. Auf eine seltsame Weise amüsierte
sie der Gedanke eine Stadt anzugreifen, nur um deren Panorama bewundern zu
können. Doch der Ernst der Situation holte sie schnell wieder ein, als ihr ein
unangenehmer Gedanke kam. Die einzige Sache, die an ihre Heimat außergewöhnlich
war, befand sich in deren Mitte, sie hatte dieses Gebäude selbst in der
Vergangenheit oft aufgesucht. Die Akademie in der jungen Kolonie war in
gewisser Weise ein Pilotprojekt, aber es gab dort nichts außer dem Gebäude und
der offenen Mentalität der Schüler, was die Akademie zu etwas besonderem
machte. Auch wenn sie schon davon gehört hatte, dass Cerberus oder andere
kriminelle Organisationen biotisch begabte Studenten entführt haben soll,
konnte sie nicht glauben, dass sie dafür einen offenen Angriff wagen würden. Es
musste noch einen anderen Grund geben… Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen,
als jemand neben ihr zu sprechen begann. Die Stimme gehörte Shalera, wie sie
bei einem blick über ihre Schulter herausfand. „Was denkt ihr, was ist da los?
Ich meine wenn es N7 betrifft, kanns ja wohl keine Kleinigkeit sein.“ Das lange
Schweigen zeugte davon, dass die anderen auch nicht weiter gekommen waren, als
Jenni selbst. „Ich habe keine Ahnung, aber ich würde mal schätzen, dass es
entweder verdammt gut organisierte Banditen oder Sklavenhändler sind oder
vielleicht… ne das ist zu abgedreht.“ „Nein ganz ehrlich, Banditen greifen
nicht am helllichten Tag eine ganze Stadt an, viel zu gefährlich…“ Nachdem
Garonn auf Denis Aussage geantwortet hatte,
verzog er nachdenklich die Mine. „Was wäre dein zweiter Vorschlag gewesen?“
„Wie gesagt, das ist zu krass um ernsthaft daran zu denken…“ Nachdem ihn alle
neugierig angeblickt hatten, führte er seine Überlegung dennoch aus. „Ihr wisst
doch noch was Reeston uns gesagt hat, als wir zu N7 gekommen sind, oder? Ganz
am Anfang… niemand? Ok. Shepard, also "die Shepard", hat den Rat vor
dem Angriff auf die Citadel vor ein paar Jahren doch vor einer Alienspezies
gewarnt. Den… Re… Ra..“ der junge Mann sah nachdenklich zur Decke. „Reaper“,
warf Alex Fragen ein. „Genau, die Reaper. Sie hat den Rat gewarnt, dass die
Reaper angreifen werden und das nur die Vorhut gewesen ist…“ „Moment, du meinst
die “Vorhut“ dieser Aliens hat mal schnell einfach so die ganze turianische
Flotte bei der Citadell und beinahe die gesamte Arkturus Flotte zerstört?“ Deni
deutete Garon an ihm zuzuhören. „Ich habe mich über das Thema etwas schlau
gemacht…“ „Wenns um Verschwörungen geht, ist der gute Deni sofort Feuer und
Flamme…“, witzelte Alex grinsend. „Jedenfalls, wie Reeston schon sagte, gibt es
im Extranet kaum etwas darüber, außer Berichte von senilen Archäologen, die ihr
ganzen Leben mit der Erforschung alter Artefakte verbracht haben und immer
wieder auf scheinbare Hinweise gestoßen seien, das aber nie beweisen konnten.
Dann gabs da natürlich auch die Extranet typischen Blogs und Foren voller
Spinner, die sich mit einer fantastischen Geschichte nach der anderen immer
wieder überbieten wollten. Wenn man den Romanen, die da einige geschrieben
haben, glauben dürfte, wären wir alle längst tot. Aber worauf ich hinaus will.
Wenn sogar die Allianz, die Kommandos , die STG und die Armigerlegion aufrüstet, muss da doch was dran sein. Ich meine,
ein Gethschlachtschiff, alleine gegen so viele andere Schiffe? Es gibt, wenn
man ganz tief gräbt, sogar einige Amateuraufnahmen aus den Bezirken, die das
Teil zeigen… Alter sowas habt ihr noch nie gesehen.“ Deni, der sich nun richtig
in Schwung geredet hatte, aktivierte sein UW und startete eine verschwommene
Aufnahme. „Wieso sind solche Videos eigentlich immer verschwommen? Selbst jetzt
wo Kameras fast unbegrenzte Auflösungen zustande kriegen?“ „Kommt gleich“ Sowie
Deni die Worte sprach, wurde das Bild schärfer und man konnte die sich schließenden
Arme der Citadel erkennen. Die Aufnahme wurde von ganz vorne gemacht, auf einer
Aussichtsplattform eines Armes… uuund Stopp! Seht ihr das? Dieses…Ding hat ein
turianisches Schiff überfahren!“, meinte er ungläubig. „Ach übrigens, diese
kleinen unbedeutenden Punkte daneben sind Gethschiffe…“ Schweigend und staunend
sahen die anderen zu, wie gebannt lauschten sie seinen Worten. „Nennt mich
einen Irren, aber das Teil wurde nie und nimmer von den Geth, noch von
irgendeiner anderen uns bekannten Spezies gebaut. Protheanisch? Vielleicht,
aber ich glaube nicht. Was wir bisher von den Protheanern wissen ist zwar
begrenzt, aber ich glaube kaum, dass sich ein praktisch schon ausgestorbenes
Volk auf die erste Chance komplett ausradiert zu werden stürzen würde, schon
gar nicht eines, dass schlau genug war die Massenportale zu schmieden… glauben
viele. Wenn man den Theorien gewisser Forscher glauben darf, sind die
Massenportale viel viel älter als die Protheaner, einige Millionen Jahre
vielleicht sogar.“ „Wow, du klingst ja fast wie einer dieser Eierköpfe aus
ihren Labors“, spaßte Shalera grinsend. Jenni fand diese Erklärung hingegen gar
nicht zum lachen, sollte ihr Kamerad recht haben, könnte das das Ende bedeuten.
Sie wusste was er mit Reeston Gespräch über dieses Thema meinte und es gefiel
ihr gar nicht. Schließlich platzten ihre Gedanken aus ihr heraus. „Du willst
also sagen, dass wir wohlmöglich von einer ganzen Armada von Schiffen
angegriffen werden, von denen eines beinahe in der Lage gewesen wäre einen
beträchtlichen Teil unserer Flotte im Alleingang zu überwinden und dazu noch
das Nervenzentrum unserer Regierungen zu kapern? Gehen wir mal davon aus, dass
du recht hast, warum gerade Sunsetbay und nicht wieder die Citadel, die Erde,
Palavan oder Thessia? Was wollen sie hier draußen?“ „Die schöne Aussicht
genießen", meinte Alex als Witz, er verstand jedoch schnell, dass Jenni
diese Frage ernst gemeint hatte. „Nun…“ Deni zögerte etwas „In Anbetracht ihrer
Stärke und technologischen Überlegenheit… bräuchten sie nur einen kleinen Teil
ihrer Flotte, höchstens ein Schiff, um uns hier zu besiegen… und zudem, wer
sagt, dass die Citadel und all die anderen Planeten nicht schon längst gefallen
sind?“ Die Zeit schien stehen zu bleiben und Jennis Gesicht verlor etwas an
Farbe. Sämtliche der Passagiere starrten ihn entsetzt an, sogar der Pilot warf
einen erschrockenen Blick nach hinten, erschrocken von so viel Schwarzmalerei.
„Natürlich nur hypothetisch überlegt, wir waren nicht einmal mehr in der Lage
gewesen die Citadel rechtzeitig zu versiegeln, wie sollten wir dann noch ein
Notsignal senden? Oder Hilfe, wenn die Reaper “ihre Massenportale“ einfach
deaktivierten? Vielleicht sind wir ja schon die einzigen, die noch übrig…“ „Hör
auf!“ Shalera unterbrach ihn abrupt, die Bilder, die sich vor ihrem geistigen
Auge auftaten waren zu grauenvoll, um sie sich auszumalen. „Aber wie gesagt,
das ist viel zu krass und abgedreht, um möglich zu sein.“ „Und plötzlich
wünsche ich mir echt, dass es doch Plünderer sind.“, schnaubte Garon nachdenklich.
Die Stimmung war am Boden, Denis Schilderung klang unrealistisch, war aber so
gut begründet, dass sich Jennis Magen verkrampfte beim Gedanken daran. Ihr
Blick durch die Runde machte ihr jedoch klar, dass sie etwas unternehmen
musste. „Deni, behalte dir diese Worte im Kopf, ich will heute Abend noch
einmal mit dir über das Thema reden… aber jetzt ist erst mal was anderes
wichtig. Wer oder was uns da auch immer angreift, ist wahrscheinlich gerade
dabei unsere Kolonie zu verwüsten, unsere Heimat, unser Zuhause. Und mir ist
egal, wem ich dafür in den Arsch treten muss, aber der Verantwortliche wird
büßen. Ich habe keine Lust in Zehn Jahren in Schande an diesen Tag zurückdenken
zu müssen und mir selbst dann sagen zu müssen: “Erinnerst du dich noch an den Tag?
An den Tag, an dem du versagt hast? Den Tag, an dem du dein Zuhause und alle
deine Freunde dort im Stich gelassen und enttäuscht hast?“ Ich hoffe sehr, dass
es euch genauso geht, denn ich will die nicht alle alleine erschießen müssen…
also, wer ist dabei?“ Auch wenn sie wusste, dass ihr Talent Reden zu halten
nicht das Beste war, schienen ihre Worte doch Wirkung zu zeigen. Ihre Freunde
vertrauten ihr noch immer, sowohl aus Freundin als auch als Anführerin und das
tat gut. „Macht euch bereit, und kontrolliert nochmal eure Ausrüstung, schaltet
den Energiekern online, wir wollen ja alle bereit sein, wenn es losgeht.“



„Jeremy, gibt es irgendwelche Informationen darüber was da genau vorgeht?“
„Negativ, leider nichts zuverlässiges. Wie du dir vorstellen kannst, ist in den
Leitungen gerade ganz schön was los. Das einzige was ich dir sagen kann ist,
dass viele Polizeimeldungen von einem Angriff auf die Akademie und Schießereien
in den zivilen Bezirken berichten. Ihr werdet euch wahrscheinlich Vorort
informieren müssen, es gibt kaum Informationen, die bis zu uns durchgedrungen
sind.“ Die Antwort ihres Kameraden trug nicht gerade dazu bei Jennis
angeschlagene Stimmung zu verbessern. „Das meiste was im Moment aus allen
Leitungen in Sunsetbay quillt sind Notrufe besorgter Bürger, die Schüsse und
Unruhen melden, das zivile Netz kannst du damit vollkommen vergessen.“ „Und die
Polizei?“, harkte sie nach. „Schwer zu sagen, da ist kaum was los. Entweder
haben die gerade alle Urlaub oder das es ist doch was Größeres am Werke als
gedacht.“ Die junge rothaarige Frau nickte knapp, ehe sie ihr UW wieder
ausschaltete. Mittlerweile war Ruhe eingekehrt im Shuttle, alle waren dabei
sich zu konzentrieren oder sich in Gedanken zu flüchten, um die Wartezeit
irgendwie zu überbrücken. Auch Jennis Gedanken begannen nach kurzer Zeit zu
wuchern. Jeremy hatte ihr von Schießereien in den zivilen Bezirken erzählt,
eine beunruhigende Nachricht. Ihre Familie lebte in Sunsetbay. Es kam ihr vor,
als wäre es ewig her, seit sie das letzte Mal zu Hause gewesen war oder mit
ihren Eltern gesprochen hatte. Sie verfluchte sich nun dafür sich nicht öfter
bei ihnen gemeldet zu haben. Ihre Gedanken wanderten zurück, überflogen was sie
in den letzten Tagen alles getan hatte. Außer dem Training und den beiden Einsätzen
hatte es in den letzten Wochen kaum etwas in ihrem Leben gegeben. Der Dienst
und die Ausbildung verschlagen fast alle Zeit, der kleine Rest, der noch blieb,
reichte gerade mal um wenigstens ein bisschen mit ihrer Liebsten zusammen zu
sein. Doch auch das hatte sich in letzter Zeit zum schlechteren gewandt, seit
Tirana sie im Visier  hatte, durften sie
sich nichts mehr leisten. Somit fielen fast alle Zärtlichkeiten flach und nur
einmal im Monat, zwei Tage lang, die Gefühle für die Geliebte ausleben zu
können, war viel zu wenig. Auch wenn im Moment eigentlich der ganz falsche
Moment war, um sich darüber Gedanken zu machen, kamen Sorgen in ihr auf. Ihre
Beziehung drohte abzustumpfen und das wollte sie unter allen Umständen
verhindern. Sie liebte Kiara wirklich und wenn sie müsste, würde sie ohne zu
zögern den Dienst quittieren, um sie nicht zu verlieren, doch sie betete
inständig dafür, dass dies niemals nötig sein würde. Die Stimme des Piloten
holte ihre immer distanzierter werdenden Gedanken schlagartig wieder zurück.
„Noch fünfzehn Minuten!“, verkündete er ernst. Die Gedanken der rothaarigen
Biotikerin kreisten bald wieder um ihre Heimat. Wie würde die Kolonie aussehen,
wenn sie da wäre? In ihrem Geiste duellierten sich die schlimmsten Vorstellungen
und versuchten sich gegenseitig zu überbieten. Die ganze Kolonie in Schutt und
Asche gelegt von jenen mysteriösen Invasoren, vor denen Samanta Shepard sie
gewarnt hatte. Ein Blutbad in der Akademie. All diese Bilder flackerten auf,
wurden von ihrer Vernunft aber schnell wieder vertrieben. Alles was groß genug
wäre, um die Kolonie zu zerstören, wäre längst gesichtet und gemeldet worden.
Biotisch begabte Menschen gab es noch relativ wenige, da die Kontamination mit
E-Zero für die meisten Babys tödlich endete, sie waren wertvoll. Für einen
Sklavenhändler konnte sowas bare Münze bedeuten, aber dafür einen so großen
Angriff wagen? Sie begann sich einen Plan zurechtzulegen, wie sie vorgehen
wollte, wurde jedoch unterbrochen. Joshuas Stimme war durch den Funk zu
vernehmen. „Ich weiß, das klingt jetzt bestimmt blöd, aber wir sind doch
eigentlich ne vollwertige Einheit ,oder? Sollten wir da nicht auch so ne Art…
Ähm… Schlachtruf oder sowas haben? Ihr wisst schon, wie die Marines früher.
Oohra!“ Letzteres stieß er mit gutturaler Stimme aus, wie man es aus den alten
Aufnahmen der früheren Soldaten kannte. „Ernsthaft?“, fragte eine weibliche
Stimme, wahrscheinlich eine der Frauen in Joshuas Shuttle. „Na ich dachte nur,
wär doch peinlich, wenn wir siegen und dann keiner weiß, was er sagen soll.“
„Das Problem hast du als halber Brüllaffe garantiert nicht, dir fällt doch
immer irgendein Schwachsinn ein“, neckte Deni seinen Kamerad. „Ich dachte da
auch eher an die etwas weniger kreativen… nicht wahr… Alex.“ „Maul!“, erwiderte
dieser knapp, wenn auch grinsend. „Wir brauchen irgendwas neues, was passt, hat
jemand ne Idee?“



„Ich versuche Kontakt mit den Einsatzkräften vor Ort aufzunehmen“ Der Pilot
ließ seine Finger über eine der holographischen Konsolen tanzen und nickte ein
paar Sekunden später. „Kanäle sind freigegeben, sie können es versuchen“,
meldete er, stehts auf den Himmel vor sich konzentriert. „Ok…“ Jenni verband
ihr UW mit dem wesentlich leistungsstärkeren Sender und Empfänger des Shuttles
und suchte die bekannten Komm-Kanäle von Polizei und Allianz ab.
Erschreckenderweise war nur wenig zu hören, kaum einer der Polizeikanäle war in
Benutzung. „Hier spricht Jennifer Parker von der BDF, Allianz Militär, kann
mich jemand hören?“ Sie wollte die Frage nach ein paar Sekunden gerade
wiederholen, als nach kurzem rauschen und knacken einige Wortfetzen aus den
Lautsprechern drangen. Die Nachricht war zu verzerrt und abgehackt um sie zu
verstehen, doch bevor sie etwas antworten konnte, riss der Kontakt wieder ab.
„Interferenzen?“, fragte sie sich selbst ungläubig. Sie wusste das sowas bei
früheren Funkgeräten ein Problem gewesen war, aber die neue Technologie sollte
dieses Problem längstens gelöst haben. Nur noch in extrem strahlungsreichen
Raumsektoren, in der Nähe von Pulsaren oder radioaktiven Nebeln kam es zu
hörbaren Störungen. „Störfelder, wer auch immer da ist, will nicht, dass wir
kommunizieren, muss ziemlich neue Ausrüstung sein… ich hab auch leichte
Störungen bei den Instrumenten.“ „Wie lange noch bis wir da sind?“ Die ewige
Warterei zerrte an aller Nerven. „Fünf Minuten… wo soll ich euch absetzten?“
Etwas perplex zögerte sie einen Moment, sie hatten kaum Informationen über die
Situation vor Ort. Reeston hatte sich kurz nach dem Start gemeldet,
glücklicherweise bei Arsilia, er hatte anscheinend nicht erfahren, dass Jenni
inoffiziell wieder das Kommando übernommen hatte. Seine Meldung hatte nicht
viele nützliche Informationen gebracht, aber sie wissen seit da wenigstens,
dass die Akademie ihr Hauptziel sei. Doch wie nahe sollten sie sich ranwagen?
Bereits leichte Luftabwehrwaffen konnten einem Landungsshuttle gefährlich
werden. „Bringen sie uns zur Akademie, ich versuche nochmal Funkkontakt
herzustellen.“ Während der Pilot die Weisungen an die anderen Shuttles weitergab,
machte Jenni sich daran erneut die Kanäle abzusuchen, es musste doch irgendwie
möglich sein herauszufinden, was da unten los war. Auch die Verschlüsselten
Kanäle funktionierten nicht mehr oder nur noch stark eingeschränkt.
„Sichtkontakt zur Kolonie“ Je näher sie ihrem Ziel kamen, desto gefährlicher
wurde die Situation, ihre gesamte Einheit war dabei blind in einen Einsatz zu
stolpern. „Sichtkontakt zu Akademie“ „Bereit machen zum Absprung, wir gehen
gleich runter, sucht euch Deckung und behaltet das Gebäude im Auge…“
„Anfliegendes Shuttle, abbrechen, nicht angreifen… da sind Geiseln.“ Die
Nachricht war kaum verständlich doch sie verfehlte ihre Wirkung nicht. Sofort
verlangsamten die Piloten und die Soldaten richteten ihre Blicke auf ihre
Anführerin. Diese reagierte schnell und trat zu dem Monitor der Shuttleinternen
Kommunikation. „Wer spricht da!?“ „Sichtkontakt, Polizeikräfte!“ Jenni horchte
auf und trat zu dem Piloten, der gesprochen hatte, ins cockpit. Tatsächlich
standen knapp zweihundert Meter vor ihnen einige Skycars und der, der Polizei
auf den Straßen rings um die Akademie und einer der Männer fuchtelte wild mit
den Händen. „Setzten sie und hinter den Polizeifahrzeugen ab, wenn da Geiseln
sind, können wir nicht einfach die Tür eintreten… Planänderung, da sind
Geiseln. Wir werden nicht angreifen, bis wir genau wissen was da drin vorgeht,
verstanden?“ Die Bestätigungsmelden leuchteten auf, wenige Sekunden bevor das
Shuttle einen halben Meter über Boden in Schwebe ging. Sofort nachdem sich die
Türen geöffnet hatten, trat eine junge Frau in schwerer Rüstung und mit
gezogener Waffe heraus. Der ältere Mann in Polizeiuniform, der ihr eilig
entgegengetreten war, stockte etwas und sah sie mit großen Augen an. Für sie
war der Anblick ihrer Rüstungen längst alltäglich geworden, das ihr Anblick auf
andere durchaus einschüchternd wirken konnte, hatte sie nicht bedacht. „Ähm…
Ma`am… ich bin froh, dass die Allianz Unterstützung geschickt hat, wir stecken
hier ziemlich in der Klemme. Einige Angreifer haben sich in der Akademie
verschanzt, da sind Studenten drin, wenn wir stürmen, kommt es zu einem
Massaker.“ „Haben sie irgendwelche Forderungen Gestellt?“ „Nein, sie haben uns
klare Grenzen gesetzt, welche wir nicht überschreiten dürfen, da sie sonst die
Geiseln töten würden, aber seither haben wir nichts mehr von ihnen gehört. Sie
patrouillieren zwar auf dem Dach und im Gebäude, verweigern aber jegliche
Kommunikation.“ „Wie lange schon?“ Es erstaunte die rothaarige Biotikerin das
die Polizei bisher nichts unternommen hatte. „Knapp drei Stunden, plötzlich war
jegliche Kommunikation weg, dann brach die Hölle los, wir wurde mit Meldungen
von Schießereien auf den zivilen Kanälen überflutet, während unsere Kanäle gestört
wurden. Wir haben eine ganze Weile gebraucht, bis wir wieder eine etwas
funktionierende Kommunikation hatten, wir mussten alles auf die zivilen Kanäle
um belegen. Diese wurden aber gnadenlos überschwemmt und waren plötzlich auch
gestört. Wir haben noch immer verstreute Einsatzfahrzeuge, können uns aber
langsam wieder sammeln, es herrscht gerade etwas Chaos.“ „Etwas, ist nett
ausgedrückt…wie viele Geiseln sind da drin?“ Während sie sich mit dem Polizist
unterhielt, trat sie zu einem etwas abseitsstehenden Polizei-Skycars. Der Rest
der BDF war ebenfalls aus den Shuttles ausgestiegen und folgten nun ihrer
Anführerin. „Das wissen wir nicht genau, für heute war eine Lesung angesagt
gewesen. Einige bekannte Professoren aus anderen Systemen sind angereist, um
ihre Vorträge hier zu halten. Glücklicherweise war der Anlass noch in der
Vorbereitungsphase, wir gehen davon aus, dass dreißig Leute im Gebäude waren,
als der Angriff begann. Einige konnten entkommen und sind in Sicherheit
gebracht worden. Schätzungsweise sind noch ca. zwei Dutzend Leute da drin.“ Jenni
legte die Stirn in Falten, etwas stimmte hier nicht. Wenn Geiselnehmer so viele
Gefangene hatten, versuchten sie immer Lösegeld und Fluchtmittel zu erpressen.
Wieso diesmal nicht? „Die haben zwei Dutzend Geiseln und verlangen keinerlei
Lösegeld?“ „Ja, wir haben keine…“ „Sir, Bewegung auf dem Dach…“ Die abrupte
Unterbrechung kam von einem der Männer, die hinter den Skycars in Stellung
waren, die um die Akademie herum aufgestellt waren. „Was ist los?“ „Die
scheinen die Shuttles abflugbereit zu machen, haben wohl kalte Füße gekriegt
beim Anblick von N7.“



„Haltet euch bereit das könnte eine Falle oder eine Ablenkung sein“ ermahnte
der Leiter der Einsatzkräfte. Tatsächlich schienen die Shuttles auf dem Dach
der Akademie hochzufahren, die Antriebe begannen langsam ein heller werdendes blaues
Licht abzustrahlen und die Luft davor begann zu flimmern. „Was tun sie wenn sie
mit samt den Geiseln abhauen?“ „Die kommen nicht weit, wir haben mehrere
Shuttles im Luftraum die ihnen folgen können“ erhielt Jenni als Antwort. „Warum
ziehen die überhaupt ab? Sie hätten die Situation locker noch Stunden oder Tage
hinausziehen können. Solange sie die Geiseln haben können sie ein Eingreifen
verhindern, selbst N7 ändert da nichts dran.“ Der Junge Mann der die Frage
gestellt hatte sah nervös zu den Neuankömmlingen rüber, vermutlich suchte er
nach Anzeichen von Unmut über seine Aussage „Vielleicht ist ihnen bewusst
geworden das sie schlussendlich doch keine Chance haben“ warf Alex, der etwas
hinter Jenni stand, ein. „Das glaube ich weniger, um so was zu tun muss man zu
allem entschlossen sein, da gibt man nicht einfach auf… zudem ist das ganze
viel zu gut organisiert als dass sie die Möglichkeit das wir Verstärkung
bekommen ausser Acht lassen würden… da stimmt etwas nicht.“ „Eine Falle?“
fragte der Junge Polizist seinen Vorgesetzten verwundert. „Was hätten sie
davon? Wenn sie nur die Shuttles wegschaffen aber selbst hierbleiben hätten sie
keine Fluchtmöglichkeit mehr.“ Eine dunkle Vorahnung die sich in Jennis
Unterbewusstsein verborgen hatte, wurde nun zur schrecklichen Gewissheit. Sie
hatten beim Training gegen Eric mal eine Ähnliche Situation gehabt, ein
scheinbar kleiner Rest seiner Einheit hatte sich eingegraben und wehrte sich
nun erbittert. Langsam hatte die BDF sich ihnen genähert und sich immer wieder
gezeigt, zum stürmen waren sie zu gut verschanzt, aber ewig würden sie nicht
durchhalten können. Kurz bevor sie sich auf Sturmreichweite genähert hatten
waren sie von hinten niedergemäht worden. Eine Situation die für den Betrachter
einfach und verlockend aussah konnte diesen schnell ablenken. „Scheiße! Das war
bloß eine Ablenkung. Die Akademie war gar nie das Ziel gewesen.“ Sie packte den
Polizisten, der sie über die Situation informiert hatte, am Arm und drehte ihn
zu sich. „Sie haben gesagt es gab Schießereien in den zivilen Bezirken, wo?!“
Der erschrockene Mann sah sie mit grossen Augen an. „Kann ich nicht genau
sagen, es sind von überall her Meldungen eingetroffen….“ „Das hier war eine
Finte, hätten die es auf das Gebäude abgesehen gehabt, hätten sie die Situation
noch lange herauszögern können, wäre es ihnen um Geld oder andere materielle
Güter gegangen hätten sie bereits vor langem Forderungen und ein Ultimatum
gestellt. Die wollten sie nur ablenken… und wir sind auch noch drauf
reingefallen, ****!“ Sie aktiviere die direkte Kommunikation zu ihren
Kameraden. „Verdammt, wir sind auf einen Köder reingefallen, egal was deren
Ziel war, die Akademie ist es nicht, dafür haben sie viel zu schnell
aufgegeben…“ Jenni richtete sich wieder an den Polizisten vor ihr. „Wir
brauchen schnellstmöglich genaue Infos wo es Auseinandersetzungen gab, sagen
sie ihren Leuten sie sollen die Akademie sichern und die Flüchtigen verfolgen,
wir werden uns in den zivilen Bezirken umsehen.“ Eine Sorge ließ Jenni
erschaudern. Teilt euch in Vierergruppen auf, jeder von euch kennt die Stadt.
Wir schwärmen von hier an aus, ich markiere die Routen auf der Karte. Vier
Teams gehen mit den Shuttles und halten aus der Luft Ausschau, falls es
brenzlig wird, werdet ihr eingreifen, verstanden?“ „Jawohl Ma`am!“ „Was ist mit
den Infos?“, pochte Jenni. „Das Netz ist immer noch gestört… ich kriege die
Informationen nur langsam rein. Unsere Polizei VI hat eine Liste erstellt. Die
Anführerin der BDF aktivierte ihr UW und nahm die Datei des Polizeiangestellten
entgegen. Nach kurzem hatte sie die Liste auf die Karte von Sunsetbay
übertragen. Die betroffenen Zonen wurden rot markiert. Zum Schrecken der
rothaarigen Biotikerin waren es mehr als zwei dutzend Straßen. „So viele?“,
fragte sie ungläubig, während ihre Augen über die Karte huschten und begannen
Wegpunkte zu setzen. „Wenn die Zeugenaussagen stimmen, waren die Angreifer mit
zivilen Skycars unterwegs und haben aus dem Nichts zu schießen angefangen.“
„Das ergibt doch keinen Sinn“, meinte Ivana nachdenklich, als sie etwas näher
an die beiden herangetreten war. „Ob sinnvoll oder nicht, wir müssen was
unternehmen. Schwert, teilt euch auf die Shuttles auf, ihr gebt Unterstützung
von Oben…“ Sie markierte einen Teil der Namen in ihrer Einheitsliste „Ihr teilt
euch ebenfalls auf die Schuttles auf, der Rest, Vierergruppen und abrücken,
Kiara, Joshua, Garon ihr kommt mit mir, wir sichern das Wohnviertel östlich von
hier, Team zwei geht drei Straßen weiter der Steinerstraße entlang. Team drei
und vier, ihr folgte dieser Route… eine Straße Abstand halten und vorsichtig
vorgehen, es muss mit Widerstand und Beschuss aus dem Inneren der Häuser
gerechnet werden…“ Sie teilte den beiden Teams eine der zuvor festgelegten
Routen ein. Team Fünf kümmert sich um das obere Wohnviertel, eines der Shuttles
begleitet euch. Die Restliche Shuttles halten sich in Bereitschaft und suchen
schon mal vorneweg die Straßen ab, seit vorsichtig… Funkkontakt halten, los!“
Die Soldaten bewegten sich wie angeordnet zu den Shuttles oder in Richtung der
entsprechenden Straßen. „Sie machen ihren Leuten mal Feuer unterm Hintern, wir
brauchen zuverlässige Informationen! Trupp, mir nach, Gefechtshaltung, Feuer
ohne Genehmigung nur erwidern.“ Die Bestätigungsmelden aller BDF Mitglieder
blinkten grün auf. Jenni wechselten den Sendekanal auf den ihres Viererteams.
„Wir gehen… hier lang, und treffen dort auf Team zwei, wenn alles gut geht.“



Die Straßen von Sunsetbay waren viel zu ruhig, die meisten Leute hielten sich
bestimmt noch im Inneren ihrer Häuser auf und warteten ab, ob noch etwas
geschah. Da das Kommunikationsnetz ausgefallen war, konnten sie sowieso kaum
etwas anderes tun. Unter dem bewölkten Himmel warfen Häuser und Büsche
undeutlich, verschwommene Schatten, die sich bei jedem Windstoß bewegten. Diese
Bedingungen verlangten der Aufmerksamkeit der Biotiker alles ab, jede Bewegung
konnte ein Feind sein, durfte aber nicht sofort beschossen werden, es war
anzunehmen, dass auch die Zivilisten in den Häusern einen Blick durchs Fenster
wagen würden. Das relativ offene Feld machte es auch nicht gerade einfacher,
doch sie mussten rasch vorankommen, weshalb sie die spärliche Deckung nutzten,
so gut es ging und ständig in Bewegung blieben. In geduckter Haltung und mit
angelegten Gewehren, rückten sie durch die Gärten der Häuser vor, um nicht auf
der offenen Straße gehen zu müssen. Als sie die Stille nicht mehr ertrug,
schaltete Jenni auf den allgemeinen Funkkanal um „Bisher irgendwelche
Kontakte?“, die Statusmeldungen der anderen Teams blinkten rot auf, ehe sich
Sarjka meldete. „Aus der Luft sieht alles ruhig aus, einige Gebäude scheinen
beschädigt, aber sonst ist nichts zu sehen.“ „Verstanden, weiter vorrücken“
Mittels Handzeichen deutete sie ihrem Team an sich weiter zu bewegen.



Die Gärten, die Straßen und auch die Häuser kamen einem trotz der geradezu
surrealen Stille und winterlich weißem Gewand auf eine befremdliche Weise
vertraut vor. Obwohl sie seit Wochen nicht mehr hier gewesen waren, um sich
richtig umzusehen, schien alles noch so wie bei ihrem letzten Besuch.
Vielleicht stimmte es ja doch, was so manch ein Besucher aus den inneren
Kolonien sagt und weit draußen vergeht die Zeit langsamer. Vielleicht war es
wirklich so, dass sich in den abgelegeneren Kolonien alles nur langsam
veränderte. Seltsame Gefühle kamen in ihr hoch, es war keine Nostalgie, fühlte
sich aber fast schon so an. Unkontrolliert machten ihre Gedanken einen Sprung
zurück, zurück in die Tage, in denen sie diese Straßen fröhlich entlanggegangen
war, auf dem Weg zur Akademie. Jeden Tag war sie denselben Weg gegangen, hatte
ihn hunderte Male beschritten und doch schien das alles bloß noch ferne
Erinnerung zu sein. Wie eine Rauchschwade, die beim Versuch danach zu greifen
zerfällt und sich auflöst. Mit jedem Schritt wurde der Kloß in ihrem Hals
größer, etwas stimmte nicht. Der leise knirschende Schnee unter ihren Solen
zeigte wie eisig es war und doch rann ihr kalter Schweiß über den Rücken. Aus
dem Augenwinkel konnte Kiara erkennen, dass Jenni das Zeichen zum anhalten gab.
„Kiara….“ Die Stimme ihrer Liebsten zitterte etwas. Die junge Asari hatte ihr
Team zur Seite abgesichert und hatte die Mündung ihrer Waffen unablässig den
Fenstern des Hauses neben ihr folgen lassen, ehe sie sich umdrehte. Ihr Herz
stockte, als sie sah was ihre Freundin gemeint hatte. Inmitten des
zugeschneiten Gartens, lag der Ort, den sie ihr Zuhause nannte. Die Tür war
aufgebrochen, eine Scheibe des Wintergartens war zerbrochen und im Inneren des
Anbaus herrschte Chaos. Obwohl sie das Gesicht ihrer Liebsten nicht sehen
konnte, war Jenni sich sicher, dass Kiara in dem Moment bleich wurde. Das Wort
fiel fast unhörbar aus ihrem Mund. „Mam…“ Jenni konnte sie gerade noch am Arm
packen, als Kiara hatte loslaufen wollen. „Vorsichtig, wer auch immer das
angerichtet hat, könnte noch da drin sein.“ Sichtlich bemüht nicht die
Beherrschung zu verlieren, nickte sie verkrampft. Es musste unglaublich schwer
sein, sich in solch einer Situation im Griff zu haben. Zielstrebig und mit
erhöhtem Tempo trat die Vierergruppe auf das Haus zu. „Schüsse“, bemerkte Garon
trocken, als er die Eingangstür auf der einen Seite flankierte. Der Türrahmen
war an der Stelle gesplittert, an der der Riegel normalerweise ansetzte. Wer
auch immer sich Zugriff verschafft hatte, hatte nicht lange gefackelt. „Stase
nutzen, wir wissen nicht wer in dem Haus ist“, ermahnte die rothaarige
Biotikerin ihre Kameraden, ehe sie in den Hausgang traten. Im Inneren des
Hauses herrschte Stille. Nur das Licht, das von draußen hereinfiel, erhellte
den Raum. Bereits die ersten Möbel im Gang waren umgestoßen und lagen auf dem
Boden. Eine Blumenvase, die auf einen kleinen Tisch gestanden hatte, lag
zerschlagen am Boden in einer Wasserlache. Der Blick ins Wohnzimmer stärkte die
Hoffnung nicht gerade. Diverse Möbel waren beschädigt oder umgeworfen. Das
ganze Haus sah aus, als wäre jemand randalierend durchgestürmt. Beim Anblick
ihre verwüsteten Zuhauses, riss Kiaras Geduldsfaden. „Mam? Mam!?“ Sie trat
eilig durch den Gang ins Wohnzimmer, um ihre Mutter zu suchen. Jenni wusste,
dass es eine sehr blöde Idee gewesen war zu rufen, da jeder potenzielle
Angreifer jetzt wusste, dass sie kamen, doch sie verstand die Sorge ihrer
Liebsten. „Mam bist du hier?“ Jenni folgte der jungen Asari eilig, um im
Notfall sofort eingreifen zu können. Die große Glastür im Wohnzimmer, die in
den Garten führte, war nach außen eingeschlagen worden, Glassplitter bedeckten
den Parkettboden und einen Teil der Terrasse. Garonn und Joshua waren indessen
die Treppe hochgegangen und hatten die oberen Zimmer gesichert. „Niemand zu
Hause“, meldeten sie nach kurzem. Kiara wurde merklich panischer. Sie trat in
den Garten, unter ihren Sohlen zerbrachen knirschend die Glassplitter. „Mam,
ich bins Kiara… Mam!“ Jenni trat zu ihrer Liebsten und legte ihr die Hand auf
die Schulter, da diese den Tränen nahe war. Sie konnte ihre Mutter nirgends
finden und alles deutete darauf hin, dass sie entführt worden war. „Deiner Mam
geht es bestimmt gut, vielleicht ist sie ja nicht zu Hause gewesen, als hier
eingebrochen wurde.“ „Das Skycar ist hier, sie muss einfach zu Hause gewesen
sein… und jetzt.“ Sie wandte sich dem Haus zu, den Blick auf den Boden gewandt.
Sie erreichte dieses aber nicht mehr. „Scheiße… Miss Nesharis!“ Jenni hatte
sofort ihre Waffe hochgerissen, als sie eine Bewegung wahrgenommen hatte. Eine
zitternde Asari in dünnen Kleidern war stockend auf sie zugetreten und stand
nun wie versteinert vor Schreck da und starrte sie mit weit aufgerissenen Augen
an, ehe sie in Tränen ausbrach und zusammensackte. Kiara, die erst einen Moment
später realisierte was passiert war, rannte sofort los zu ihrer Mutter.  „Verdammt, absichern, wir holen sie ins Haus!“
Sie rannte nach vorne zu den beiden Asari, packte die gepanzerte am Arm und
schüttelte sie kurz. „Bring sie sofort rein, hier sitzen wir auf dem
Präsentierteller!“ Kiara, die immer noch ganz aufgewühlt war, nickte, stützte
ihre Mutter und trat auf den Balkon zu. Da ihre Mutter keine richtigen Schuhe
trug, nahm Kiara sie auf ihre Arme und setzte sie im Wohnzimmer auf der Couch
ab. Der Rest des Teams folgte ihr sofort. „Mama, der Göttin sei Dank, du lebst,
ich hatte schon Angst du seist…seist…“ Kiara hatte sich den Helm vom Kopf
gerissen und nahm ihre Mutter nun fest in die Arme. Ihre Tränen begannen über
ihre Wangen zu rinnen, es war ihr unmöglich gewesen das zu verhindern. Doch das
war der jungen Asari im Moment auch egal, sie war einfach nur froh, dass ihre
Mutter noch lebte. „Kiara…“ „Selara, was ist hier passiert?“ Auch Jenni hatte
ihren Helm abgesetzt und ging etwas in die Hocke, um mit Kiaras Mutter auf
gleicher Höhe zu sein. Deren Augen waren immer noch voller Tränen und sie war
total durch den Wind. Sie zitterte am ganzen Körper und starrte Jenni an. „Ich…
ich“ Der Schock sass offensichtlich noch zu tief als das sie eine Sinnvolle
Antwort hätte formulieren können. „Holt ihr etwas warmes, eine Decke oder so…
Selara, ich bins Jenni. Du musst mir sagen was hier passiert ist, ok?“ „Ja ich…
war zuhause und plötzlich ist es passiert.“ „Was ist passiert?“ schaltete sich
Kiara ein. Von oben her näherten sich Schritte, die beiden anderen Mitglieder
ihres Teams trat zu ihnen heran und brachten eine Decke von einem der Betten im
ersten Stock mit. Kiara nahm diese eilig entgegen und legte sie ihrer Mutter um.
Mam was war hier los, es ist wichtig dass du es uns sagst.“ Die jüngere der
beiden Asari schien sich wieder ein wenig im Griff zu haben, mittlerweile waren
ihre Tränen versiegt und sie sprach wieder mit etwas festerer Stimme. Ihre
Mutter sah sie mit bemühtem Lächeln an. „Ich weiß es nicht genau. Ich stand
gerade bei der Terrassentür und wollte etwas durchlüften, als ich einen Knall
hörte. Jemand versuchte die Tür einzutreten. Ich bin sofort nach draußen in den
Garten gerannt und habe mich hinter der Hecke am hinteren Gartenende versteckt.
Ich weiß nicht was sie getan haben oder wie lange ich da gekauert hatte, es tut
mir leid. Ich hatte Todesangst und…“ sie begann wieder zu stocken und ihr kamen
wieder die Tränen hoch. „Schon gut, es ist nur wichtig, dass sie in Sicherheit
sind… sie müssen sich warme Kleidung schnappen und sich in einem Raum, der von
außen möglichst schlecht ersichtlich ist, verstecken, bis die Situation geklärt
ist… haben sie eine Waffe zur Verteidigung?“ „Nein ich….“ Kiara war gerade
dabei gewesen ihre Pistole zu ziehen, als Jenni abweisend die Hand hob. „Das
ist wahrscheinlich keine so gute Idee...“ „Ich werde mich in mein Zimmer
einschließen. Ich glaube nicht, dass es noch einen zweiten Angriff geben wird.“
Jenni nickte, richtete sich auf und setzte ihren wieder auf. „Ok, wir müssen
weiter, Kiara komm.“ Unerwarteter Weise griff Selara nach Jennis Arm. „Pass auf
meine Tochter auf, versprich es mir.“ „Sicher, ihr wird nichts passieren das
versreche ich“, erwiderte sie etwas erstaunt. Kiara zierte sich ihre Mutter
alleine zu lassen. Sie nahm sie wieder fest in den Arm und begann wieder zu
schluchzen. „Sei vorsichtig Schatz“ „Mam ich will dich nicht alleine lassen…“ „Du
musst jetzt gehen, mir wird nichts passieren.“ Schließlich konnte sie sich
losreissen und folgte den anderen wieder aus dem Haus. „Wir haben gerade eines
der betroffenen Häuser durchsucht, keine Angreifer.“ „Aus der Luft ist
keinerlei Bewegung zu sehen, scheint als wären die alle abgehauen, als wir
gekommen sind.“ „
Weiter vorrücken, wir gehen zum nächsten Gebäude.“ Eine Stimme meldete sich über
Funk. „Ähm Jenni, das hier solltest du dir ansehen." 

Ich hoffe es hat euch gefallen und verabschiede mich bis zum nächsten Kapitel dann auch mal wieder.
Freundliche Grüsse Elite

Modifié par elitedefender2, 20 novembre 2013 - 08:18 .


#619
jjhghd

jjhghd
  • Members
  • 14 messages
Wieder ein gutes Kapitel. Hoffe das nächste kommt diesmal schneller :D

#620
elitedefender2

elitedefender2
  • Members
  • 1 712 messages
Ich muss mich anscheinend damit abfinden das ich nebst Arbeit berufsfachschule und BMS Vorkurs einfach nicht alls 14 Tage ein Kapitel schaff... ok klingt jetzt nach wenig aber ich will versuchen die Qualität nicht auf Kosten der Quantität sinken zu lassen. Hoffe es gefällt trotzdem ^^

Kapitel 45

 

Die Datenübertragung
brauchte einen Moment, bis eine sichere Verbindung aufgebaut war. „Ist das
nicht…?“ Ivanas Stimme am anderen Ende der Verbindung schien in unendliche
Ferne zu rücken und zusammen mit allem um sie herum einfach zu verblassen. Der
Anblick der sich ihr bot war erschreckend und doch so surreal das sie kaum
glauben konnte das dies echt sei. „Jenni?... Parker?“ Die junge Frau zuckte
etwas zusammen, ausser ihrer Vorgesetzten sprach sie kaum jemand so an. „Das…
das ist mein Haus…“ „Soll Team zwei nachsehen? Sie sind ziemlich nahe dran“
fragte Ivana. „Nein!“ kam es sofort entschlossen von ihr. „Das liegt auf
unserer Route, ich kümmere mich darum.“ „Bist du sicher, es könnte…“ „Ja, ich
bin mir sicher!“ Sie fuhr ihre Kameradin ziemlich unfreundlich an, doch das
kümmerte Jenni im Moment herzlich wenig. Sie hatte zwar Angst davor was sie
vorfinden könnte musste es aber mit eigenen Augen sehen. Bisher war der Gedanke
an eine heile Familie und einen sicheren Ort an dem weder Kämpfe noch N7 sie
stören würden, einer der wenigen Punkte gewesen die ihr Halt gegeben hatten.
„Abrücken wir gehen weiter…Los!“ Unverzüglich machte sich der Trupp auf den Weg
zu ihrem Haus. Die anderen folgten ihr, etwas verwundert über den plötzlichen
Sinneswandel, auf dem Fuss. Nach dem sie einen Moment in gewohnter
Bewegen-und-Sichern Manier vorgerückt waren meldete sich Kiara. Der junge Asari
lag ein wehmütiges Lächeln auf den Lippen. „Weist du noch, als wir diesen weg
immer zu zweit gegangen sind, nach dem Unterricht? Es kommt mir vor als wäre es
schon so lange her das wir uns einfach sorglos haben treiben lassen können.“
Jenni war die einzige die die Aussage ihrer Kameradin gehört hatte, doch sie
war zu tief in Gedanken versunken und musste sich erst losreissen ehe sie
antworten konnte. „Damals war alles noch viel leichter“ erwiderte sie knapp,
ihr war im Moment überhaupt nicht nach reden zumute. Sie wurde gerade von
Gedanken gequält die sie am liebsten aus ihrem Schädel verbannt hätte, doch sie
schienen immer wieder einen Weg zurück zu finden. Was mochte bei ihr zuhause
passiert sein? Wieso gerade bei ihr? Es gab so viele Häuser in Sunsetbay warum
musste ausgerechnet ihr Zuhause angegriffen worden sein? Um den sich endlos im
Kreis drehenden Gedanken zu entkommen klammerte sie sich an den ersten Felsen
den sie greifen konnte. Gedanklich wiederholte sie die selbe Phrase immer
wieder. „Bei Kiara ist auch nichts passiert, meinen Eltern geht es bestimmt
gut. Dad war bei der Allianz, er weiss wie man in solch einem Fall reagieren
muss.“ Bestärkt durch die selbst Suggestion schritt sie weiter voran. Bereits
nach kurzem stand die kleine Gruppe junger Soldaten vor
einer Abzweigung.

 

Jenni atmete ein
weiteres Mal tief durch bevor sie in die Strasse einbog. Sie waren praktisch
schon bei ihr zuhause und mit jedem Schritt wurde Jennis Nervosität grösser.
Ihr Training zwang sie ihren Blick auf ihr Zuhause zu richten um nach
Feindaktivität Ausschau zu halten. Am Rande ihrer Selbstbeherrschung zögerte
sie einen Moment ehe sie weiter ging. Kiara die gleich neben ihr stand bemerkte
das seltsame Verhalten ihrer Kameradin und sah sie an. „Alles ok?“ Es hatte
Jenni erstaunt das Kiara nicht reagiert hatte als sie sah das Jennis Zuhause
betroffen war aber wahrscheinlich wollte sie es ihr einfach nicht noch schwerer
mach. Die Rothaarige trat einen Schritt zu ihrer
Liebsten hin und legte ihr die Hand auf die Schulter. „Ich bin hinter dir.“ Die
junge Asari verstand was ihre Kameradin ihr sagen wollte. Jenni war zu stolz um
einfach einzuknicken oder ihr zu sagen dass sie es nicht aushielt ihr Zuhause
so zu sehen. Kiara hatte sie schon oft gebeten mit ihr darüber zu reden
und sich ihr zu öffnen wenn etwas an ihr nagte, doch Jenni war ein Mensch der
seine Last selbst tragen wollte. Jemand der seine Schmerzen Stumm herausschrie
damit niemand sie hören konnte. Kiara übernahm die Führung, Jenni sicherte sie
zu einer Seite ab. Es war als würde jemand sie rufen, etwas in ihrem Inneren
schrie sie an dem unausweichlichen entgegenzusehen. Als sie das Gartentor
beinahe erreicht hatten hielt sie es nicht mehr aus. Mit zusammengepressten
Lippen und zugekniffenen Augen stand sie eine Moment da. Ihre Hände umschlossen
ihre Waffe so fest das ihre Knöchel weiss hervortraten. Das Gewehr in ihren
Händen war das einzige an dem sie sich halten konnte. Jeder Versuch ihre Kraft
zu sammeln erstarb als sie ihre Augen öffnete. Auch wenn sie sich geschworen
hatte stark zu bleiben wurde sie überrollt. Das Gewicht ihrer Rüstung schien
plötzlich unermesslich, am einfachsten wäre es gewesen aufzugeben und auf die
Knie zu. Einige Fenster waren zerbrochen, die Tür eingetreten und im inneren
des Hauses war Rauch zu sehen. Drei Skycars waren neben dem Haus geparkt. Nur
eines davon gehörte ihren Eltern doch Jenni kannte sie alle. Worte hallte durch
ihren Kopf. „Und du kannst dieses Jahr ganz bestimmt nicht zu unserem
Familienabend kommen?“ Sie hatte mehrmals mit ihrer Cousine darüber geredet ob
sie nicht an dem Tag nachhause hätte kommen können um wenigstens den einen Tag
an dem ihre ganze Familie beisammen war beizuwohnen. Sie hatte vollkommen
vergessen dass dieser Tag heute war. Warum musste ausgerechnet an diesem Tag so
etwas passieren? Der Anblick des Hauses schrie die Worte “Tod“ und “Verderben“
geradezu heraus. Nicht im Stande ihre Tränen zurück zu halten rannen zwei warme
Rinnsale über Jennis Wangen. Sie blinzelte ihre Sicht frei und trat auf das
Höllentor, das einst die Pforte zu ihrem sicheren Hafen gewesen war, zu. Noch
ehe sie den Eingang erreichte begann sie zu würgen. Der Gestank verbrannten
Fleisches der ihre schlimmsten Befürchtungen untermauerte, zwängte sich durch
ihren Filter. Nun war jeglicher Wiederstand zwecklos, die letzten Meter rannte
sie ungeachtet ihrer Umgebung. Ihre Kameraden stürmten ihr hinterher doch es
war bereits zu spät. Wie versteinert stand sie vor der offene Tür ins
Wohnzimmer. Ihre ganze Hoffnung wurde zerschmettert. Scheppernd fiel Jennis
Waffe zu Boden. Ihr Körper reagierte nicht mehr und torkelte noch ein paar
Schritte nach vorne ehe sie zusammenbrach und auf die Knie sackte. Ihr Atem
versagte und ein Teil ihrer Seele schien zu zerbrechen. Jene Splitter bohrten
sich in ihr Herz und fügten ihr Schmerzen zu die sie nicht für möglich gehalten
hätte. Joshua hatte Kiara überholt um seiner Kameradin
zu Hilfe zu eilen doch beim Blick in den Raum erstarb jede Entschlossenheit in
seiner Haltung. Des Bestialische Gestank von Blut, Exkrementen und verbrannten
Haaren erfüllte den Raum. Mit stockendem Atem und zittrigen Fingern legte Jenni
ihren Helm ab und lies ihn zu Boden fallen. Ihre Hand schlotterte und sie war
blass als sie vorsichtig über die zarte Haut strich. Als wäre er aus Glas und
unter ihren Berührungen gesprungen zuckte sie von dem Körper zurück, als ihr
Verstand bestätigte was sie längst begriffen aber nicht hatte wahr haben
wollen. Der Kleine zierliche Körper ihrer Cousine lag friedlich und Still vor
ihr. Sie sah aus als hätte sie eben noch gespielt und gelächelt doch ihre Haut
war blass und kalt. In ihrer Brust klaffte ein Loch das so fehl am Platz schien
das Jenni es nicht begreifen konnte. Inzwischen hatte auch Kiara ihren Schrecken
überwunden und die Tür ebenfalls erreicht. Am liebsten hätte diese aufgeschrien
doch ihre Stimme versagte kläglich. Mit tauben Gliedern umschloss Jenni den schlaffen
Körper vor ihr und drückte ihn sanft an ihre Brust als wolle sie Laura trösten.
Noch immer nicht im Stande zu verstehen was um sie herum gerade geschehen war,
schrie sie die Qualen ihrer gepeinigten Seele heraus. Kiara hätte alles getan
um Jenni zu helfen doch sie konnte nichts für ihre Liebste tun. Jenni kniete in
dem Raum, schrie und weinte heraus was ihr Inneres nicht zu tragen vermochte.
Das Wohnzimmer zeugte von dem Gemetzel das hier stattgefunden hatte. Der ganze
Boden war voller Blut. Kiara lies ihren Blick über den Gräuel der sich ihr bot
wandern. Zwei ältere Menschen waren auf ihren Stühlen zusammengesunken, die
Kleider blutverklebt die Gesichter schlaff und teils entstellt. Der Mann hatte
drei Einschusswunden zwei in der Brust und eine am Hals. Letzterer Treffer
hätte ihn beinahe enthauptet und lies seinen Kopf nur noch von einigen Bändern
und Muskeln gehalten herabhängen. Die Frau war förmlich zersiebt worden. In
ihrem Oberkörper klafften ein halbes Dutzend Einschusslöcher. Kiara konnte es
nicht genau sagen aber sie ging davon aus das es sich dabei um Jennis
Grosseltern handelte. In einer Ecke des Raumes war eine kleine
zusammengesunkene Person zu sehen. Ein Kind von höchstens vier Jahren Alter.
Kiara kam der Brechreiz als sie die Verschmierte Blutspur zu der Stelle sah.
Der leblose Körper schien immer noch verkrampft den eigenen Magen zu halten.
Mit grösster Wahrscheinlichkeit hatte er einen Bauchschuss erhalten und war
dann einfach liegen gelassen worden. Die Asari mahlte sich aus wie das Kind
sich in Panischer Angst und unter fürchterlichen Schmerzen, machtlos in die
Ecke geschleppt hatte und dort dann schluchzend und wimmernd verblutet war. Die
Vorstellung war grauenhaft. Ob Jenni davon überhaupt etwas von ihrer Umgebung
mitbekommen hatte konnte Kiara nicht sagen. Sie sah nur den Schmerz im Gesicht
der Frau die sie liebte und das trieb ihr einen Dolch ins Herz. „Scheisse“
hauchte Joshua tonlos. „Los, geht und sichert das Haus… wir müssen… verdammt
ich weiss auch nicht wir brauchen jemanden hier…“ Sichtlich überfordert
versuchte Kiara die Situation zu koordinieren doch sie scheiterte. „Ok, nehme
Kontakt zu den anderen auf…“ der junge Mann trat an Kiara vorbei und zog Garonn
mit sich. „Jenni…“ Kiara trat vorsichtig auf ihre Liebste zu doch diese nahm
keine Notiz von ihr. Da sie nicht wusste was sie tun sollte versuchte sie die
junge Soldatin vor ihr in den Arm zu nehmen doch diese wandte sich ab. „Jenni,
wir sollte nicht hier bleiben“ meinte sie mit der sanftesten Stimme die ihr im
Moment möglich war. Die einzige Reaktion die von Jennis Seite kam war ein
leises schluchzen und unter Tränen erstickte Worte „Es tut mir so leid“ Kiara
hatte etwas sagen wollen doch ihre Freundin hatte nicht an sie gerichtet
gesprochen. Sie strich eine einzelne Haarsträhne aus dem Gesicht ihrer kleinen
Cousine. „Hätte ich auf dich gehört und wäre hier gewesen wäre das alles nicht
passiert... das ist meine Schuld.“ „Das Stimmt nicht Jenni. Du konntest nicht
wissen dass so etwas passieren würde. Du kannst nichts dafür“ flüsterte die
junge Asari neben ihr. „Ich hätte sie beschützen müssen“ Kiara legte Jenni
vorsichtig die Hand auf die Schulter. „Dann wärst du vielleicht auch gestorben.
Hättest du gewollt dass ich jetzt hier um dich trauern müsste? Tot hättest du
deinen Eltern auch nicht helfen können.“ Nun schien ihre Liebste zu reagieren,
sie legte den Blutigen Körper ihrer Cousine vorsichtig wieder auf den Boden und
liess ihre Hand ganz vorsichtig über die Wange des kleinen Mädchens streicheln.
Auch wenn ihre Finger unter einer dicken Panzerung lagen schien die Berührung
doch unendlich sanft. Mit einer weiteren streichenden Bewegung schloss sie die
Augen der Kleinen, die ausdruckslos in die Ferne gestarrt hatten, zur letzten
Ruhe. „Mam, Dad?“ die junge Frau war aufgestanden und trat, noch immer
überwältigt von Trauer und Verzweiflung in die nebenanliegenden Küche, wo sie
gleich den Nächsten Schlag kassierte. Drei weitere Leichen. Zwei lagen auf dem
Boden, beide durch einen Schuss aus nächster Nähe in die Stirn exekutiert. Vom
Hinterkopf war bei beiden kaum mehr etwas übrig, dafür waren Wände und Boden
voller blutigem Schleim, Knochensplitter und Hautfetzen mit Haaren. Der
widerwärtigste Anblick war jedoch die alte Frau deren Oberkörper auf dem Herd
lag. Jenni begann wieder zu schluchzen und legte die Hände vor ihren Mund. Garonn
trat gerade vom Gang her in die Küche, instinktiv stellte sich zwischen Jenni
und die Leichen die in dem Raum lagen. „Keine weiteren Leichen im Haus… auch
keine überlebenden.“ Kiara nickte, Legten ihre Hand an Jennis Schulter und zog
sie mit sich nach draussen in den Gang. Garonn wollte ihnen folgen doch erst
musste er Gabriela Murfis Körper vom Herd wegnehmen. Er wusste nicht ob die
Angreifer das im Nachhinein getan hatten oder ob es einfach nur ein
widerwärtiger Zufall war. Der Kopf der Frau hatte auf der Herdplatte gelegen
die noch eingeschaltet gewesen war. Durch die Hitze war ihre Haut geschmolzen
und ihr Fleisch verkohlt. Eines der Augen war ausgelaufen und auf der
Herdplatte festgebrannt. Die gesamte Gesichtshälfte war verkohlt und blieb
teilweise an der Heissen Oberfläche kleben als der Turianer den Leichnam auf
den Boden legte und die Platte ausschaltete. Jenni war mittlerweile draussen
mit dem Rücken an die Wand gelehnt zu Boden gesunken und starrte geistig
abwesend auf den Boden. Ihre Liebste kniete sich vor sie hin und umfasste
Jennis Hände mit den ihren. Die junge Frau liess sie ohne Gegenwehr gewähren,
ihr Leben war gerade zerbrochen und ihr in Trümmern. „Jenni… es tut mir so
leid, ich weiss ich kenne deinen Schmerz nicht aber du darfst jetzt nicht
aufgeben. Deine Eltern sind nicht hier, sie sind nicht tot. Es geht ihnen
bestimmt gut.“ Jenni warf ihr nur einen Hoffnungslosen Blick zu. Die junge
Asari fühlte sich als würde etwas in ihr sterben als sie in die sonst vor
Lebensfreude und Zuversicht strahlenden Smaragdgrünen Augen ihrer Freundin sah.
„Kiara, Ich bekomme grad Meldungen von den anderen Gruppen rein…“ Nach einer
kurzen Pause fuhr er etwas stockend fort. „Alle bisher durchsuchten Ziele… es
war überall dasselbe wie hier. In allen markierten Gebäuden haben… Familien
unserer Kameraden gewohnt. Das war kein willkürlicher Angriff, das war ein
Attentat… auf uns.“   

 

Bis die Polizei die
Störsender gefunden und ausgeschalten hatte waren einige Stunden vergangen.
Danach war alles recht schnell abgelaufen. Die Zivilen und Amtlichen Netzte
wurden wieder in Betrieb genommen und sämtliche verfügbaren Kräfte mobilisiert.
Die Polizei sperrte die betroffenen Gebäude ab, die Ambulanz war mit dem
behandeln Verletzter beschäftigt. Sämtliche Menschen in Sunsetbay schienen
beschäftigt zu sein, nur eine kleine Gruppe sass scheinbar untätig herum. In
einem kleinen Saal der Polizeiwache war die BDF untergebracht worden und wurde
nun dort “betreut.“ Einige Psychologen aus umliegenden Krankenhäusern waren
anwesend und sollten den Soldaten helfen das gesehene und erlebte zu
verarbeiten, doch ihnen schlug ein harscher Wind entgegen. Keiner  der jungen Biotiker hatte im Moment Lust sich
zu unterhalten. Nach dem Jenni zusammengebrochen war hatte Kiara zwangsläufig
das Kommando übernommen. Sie hatte über die Interne Kommunikation die einzelnen
Gruppen darauf hingewiesen das es sich bei dem Angriff mit grosser
Wahrscheinlichkeit um einen Koordiniertes Attentat auf ihre Familien handelte.
Da die Polizei zu der Zeit aber noch nicht effektiv handeln konnte hatten sie
die restlichen Gebäude trotz allem noch kontrolliert. Das Ergebnis war
vernichtend. Von den Ursprünglich 45 Mitgliedern des Projekts wohnten alle in
Sunsetbay, nur einige wenige getrennt von ihren Familien. Mehr als achtzig
Prozent der Familien waren von Angriffen betroffen. Genaue Informationen waren
noch nicht verfügbar, dementsprechend angespannt war die Stimmung. Jeder der
nicht mit eigenen Augen gesehen hatte was mit seiner Familie geschehen war sass
wie auf Nadeln auch wenn die meisten schlechte Nachrichten von ihren Kameraden
erhalten hatten. Jenen die in ihren eigenen Häusern gewesen waren sah man an
was sie vorgefunden hatten. Blass, schlaff und erschüttert sassen die meisten
da, auf den unausweichlichen Bescheid wartend. Von Zeit zu Zeit wurde einer der
Namen ausgerufen und der betreffenden Person anschliessend von “geschultem
Personal“ Bescheid gegeben. In fast allen Fällen führte dies zu weiteren Tränen
und niedergeschlagenen Gesichtern. Auch wenn das sie nicht aufzuheitern
vermochte war es doch schön zu sehen wie sich die Einheit intern unterstützt.
Wenn jemand schlechte Neuigkeiten bekam unterstützten ihn seine Kameraden auch
wenn es ihnen selbst gerade miserabel ging. Die Kämpfe und das harte Training
hatte sie zusammengeschweisst und das zeigte sich nun. Wenigstens an diesem
Punkt hatte das Schicksal es gut gemeint mit Jenni. Sie hatte jemanden ganz
besonderes der ihr zur Seite stand und sie niemals fallen lassen würde. Genau
jene Asari sass im Moment neben ihr und gab ihr so etwas Halt. Nach dem das
Letzte Gebäude durchsucht worden war hatte sie Reeston im groben darüber
informiert was geschehen war und hatte den Befehl erhalten vor Ort zu
verweilen. Dies war nun schon einige Stunden her in denen sie nichts mehr von
gehört hatten weder von Reeston noch von jemand anderem der Basis. Kiara
versuchte gerade ein Gespräch zu beginnen als die Tür geöffnet wurde. Jenni
reagierte erst als Kiara erstaunt zur Tür starrte. In den letzten Stunden waren
so viele Leute gekommen und wieder gegangen das sie sich längst nicht mehr nach
jedem umdrehte. „Soldaten, Stillgestanden!“ Die Strenge Stimme kannten alle
Anwesenden wie ihre eigene. Trotz der vernichtenden Stimmung und Lustlosigkeit
der Soldaten regte sich der Drill in ihnen. Wenn auch deutlich langsamer als
sonst richteten sich alle Soldaten auf und gingen in Achtungsstellung. Reeston
hatte den Raum betreten und ging nun einige Schritte auf sie zu. Kiara hatte
nicht gedacht dass er selbst hierherkäme, schliesslich hatte er nicht in dieser
Richtung erwähnt. „Soldaten, heute habt ihr alle einen harten Schlag einstecken
müssen. Was heute geschehen ist war nicht nur grausam sondern auch feige. Noch
lässt sich nicht mit Sicherheit sagen wer für diese Angriffe verantwortlich
ist, aber die Ermittler arbeiten mich Hochdruck daran den Schuldigen zu finden
und zur Strecke zu finden. Doch bis zu diesem Punkt werden wir Geduld brauchen.
Wir werden warten müssen und wir werden dis aufrecht tun. Ich weiss das ich
euren Schmerz nicht kenne und das will ich auch gar nicht behaupten aber ihr
dürft jetzt nicht nachgeben. Der Feind hat heute versucht euch zu brechen und
wenn ihr hier gleich aufrecht aus diesem Raum geht dann könnt ihr zeigen das
ihm das nicht gelungen ist. Das ihr nicht an seinem jämmerlichen und feigen
Schlag in euren Rücken zugrunde gehen werdet. Ihr gehört zu N7, der Elite der
Menschheit, wir haben euch trainiert aber letzten Endes wahrt ihr es die
durchgehalten haben, die die Zähne zusammengebissen haben und weitergegangen
sind wo andere aufgeben mussten. Wollt ihr das alles heute enden lassen?“ Er
gestikulierte wild herum und zeigte bei den letzten Worten auf die ihm am
nächsten stehenden Soldaten. „Nein das wollt ihr nicht! Eure innere Feigheit
will euch vielleicht dazu bringen aufzugeben und flüstert euch leise zu das
alles vorbei sei. Bisher habt ihr euch nie von dieser Stimme ablenken lassen
wieso nun? Ich will das ihr diese Stimme das nächste Mal wenn ihr sie hört
packt, aus eurem Verstand herausreisst und auf dem Boden zertretet, denn ihr
seid Krieger. Die einzige Angst die ihr kennt ist die Angst zu versagen. Auf
der Liste der Dinge die schlimmer sind als der Tod steht ihr ganz oben und
blickt auf all das unter euch herab. Solange ihr zusammenhaltet wird keiner einen
sinnlosen Tod sterben. Und jetzt reisst euch zusammen, um die Gefallen könnt
ihr trauern wenn der Krieg gewonnen ist dafür müssen wir erstmal sicher
nachhause.“ Das Charisma das Reeston ausstrahlte und das Feuer das in seiner
Rede steckte schien selbst die finstersten Wolken der Zweifel und Sorgen
durchringen zu können. Auch wenn sie nicht genau wussten weshalb schöpften sie
aus seinen Worten neue Kraft. „In Zweierreihe aufstellen, wir rücken ab.“ Nach
einem zackigen Salut packten die Biotiker eiligst ihre Sachen zusammen und
stellten sich abmarschbreit auf. Die Gewehre geschultert, die Helme aufgesetzt
und mit den Masken versiegelt standen sie da. Durch ihren Vorgesetzten von am
Boden liegenden Trauerklössen in Gesichtslose, strammstehende Kämpfer verwandelt.
Mit eiligen Schritten trat Reeston voran in Richtung der Tür als diese
aufgestossen wurde. Eine Frau in weissem Kittel gefolgt von zwei Männern in
selbiger Aufmache traten ihnen entschlossen entgegen. „Sir, bei allem Respekt,
sie können nicht einfach hier reinstürmen und meine Patienten mitnehmen!“
meinte sie entrüstet. „Soldaten, braucht jemand von ihnen eine Möglichkeit über
seine Gefühle zu sprechen oder sich in einer Gesprächsrunde auszuheulen?“ „Sir,
nein Sir“ kam die Antwort im Chor. „Ma`am, das einzige was diese Soldaten im
Moment brauchen ist jemand den sie für das hier bezahlen lassen können und da
können sie ihnen leider nicht weiterhelfen.“ Die letzten Worte frassen sich
sofort ins Gedächtnis der Rothaarigen Frau an der Spitze der Zweierkolonne.
“Jemand den sie für ihre Familie büssen lassen konnte“ der Gedanke begann
langsam seine Bahnen in ihrem Verstand zu ziehen und wiederholte sich dabei.

 

Die Stimmung unter den
Soldaten war noch immer im Keller, gesprochen wurde kaum und wenn dann nur kurz
und zumeist nur als Mittel zum Zweck. Der Rückflug in die Basis hatte genau wie
der Hinflug eine gefühlte Ewigkeit gedauert. Anschliessend waren die bereits
vertrauten Schritte, Debriefing, Waffen und Ausrüstung ins Arsenal bringen,
Rüstung ablegen und umziehen, Duschen, und schliesslich die Missionsbesprechung
gefolgt. Letztere hatte Reeston sehr kurz gehalten. Dies jedoch nicht aus
mangelndem Interesse oder Rücksicht auf seine Leute sondern schlicht aus
Informationsmangel. In Sunsetbay herrschte immer noch ein heilloses
Durcheinander. Es gab mehrere Dutzend Tatorte die Gesichert und untersucht
werden mussten, möglichst schnell natürlich um keine Spuren zu verlieren. Die
Gelegenheit des Chaos hatten sich anscheinend auch einige Kleinganoven nicht entgehen
lassen und waren in Geschäfte eingebrochen um sich dort zu bedienen.
Dementsprechend aus- und überlastet waren die Behörden vor Ort. Die
Informationen tröpfelten nur langsam herein und es wussten bereits alle
Anwesenden dass sie noch einige Tag wenn nicht Wochen würden warten müssen bis
sie Klarheit hatten. Nun sassen einige der Biotiker im Untergeschoss des
Hauptgebäudes und waren dabei ihre Rüstungen zu säubern. Das Training das für
den heutigen Tag geplant gewesen war viel komplett aus, gab es doch noch viel
anderes zu erledigen. Die Allianzinterne Polizei befragte die Mitglieder der
BDF der Reihe nach zu den Ereignissen in Sunset Bay
Wer sowohl den Beamten als auch den Psychologen, die sie bereits wieder
befragen wollten, entkommen war hatte sich nach hier unten geflüchtet wo sie
unter sich waren. Jeder kannte die Gefühle der anderen weshalb sie
Stillschweigend eine Übereinkunft getroffen hatte die Ruhe welche die dicken,
gepanzerten Wände spendeten zu geniessen. Keine nervigen Fragen, keine Tests und
keine Vorgesetzten, hier unten konnte es ja sogar mal passieren dass man per UW
nicht erreichbar war. Die Arbeit war beruhigend, wer nachdenken wollte konnte
dies Tun und hielt so seine Hände beschäftigt, wer die Gedanken verdrängen
wollte konnte sich auf die Säuberung seiner Panzerung konzentrieren und so dem
entgehen was ihn ihren Köpfen umherspukte. Draussen schien die Sonne noch hell
am Himmel, es war kurz nach Mittag und sie würden bald in der Kantine etwas zu
Essen holen können. Jenni hatte bereits eine Nachricht von Eric gekriegt das er
mit ihr über die Mission sprechen möchte doch sie war nicht sonderlich erpicht
darauf. Die Erinnerung an die Vorlauten Sprüche seiner Kumpane und deren
Verhalten würden sich mit ihrer Momentane Stimmung ungefähr so gut vertragen
wie Benzin und Feuer.

 

„Hei, wir kriegen
Gesellschaft“ Einige verwunderte Blicke richteten sich zu der Eingangstür
wanderten aber sogleich wieder zurück. Es dauerte nicht lange bis die
Neuankömmlinge sich verteilten, Eric hatten nach kurzem überblicken des Raumes gefunden
wonach er suchte und machte sich auf den Weg. „Hei Leute, ich, ähm…“ Seine
Gesichtszüge zeigten deutlich das es ihm unangenehm war einfach so auf sie
zuzutreten. Auch von seinem sonst so fröhlichen und aufgestellten Wesen war im
Moment nicht gerade viel zu sehen, er wirkte nachdenklich, sogar etwas besorgt.
„Tut mir echt verdammt leid was in Sunsetbay passiert ist, das ist eine
verdammte Schande, wer greift bitte eine Stadt an um dort die Familien jener zu
töten denen sie sich nicht gegenüber zu treten trauen?“ Mit einem leichten
Kopfschütteln atmete er einmal tief durch „Es ist nicht fair das euch sowas
passiert. Ihr seid noch kaum richtig dabei und schon… es tut mir echt leid.“
„Schon ok, ist ja nicht deine Schuld“ antwortete Kiara lächelnd. Jenni die ihr
gegenüber sass hatte nicht damit gerechnet das sich ihre Liebste, die sonst
eher etwas zurückhalten war, zu Wort melden würde. Ebenfalls entgegen ihrer
Vermutung setzte sich Eric nicht neben sie sondern ging nah drüben zu seinen
Kameraden. Auch diese schienen alle zu wissen was geschehen war und verhielten
sich ihnen gegenüber entsprechend. „Warst du eigentlich schon bei der
Besprechung?“ Nach einem Moment sah die rothaarige von ihrem Teller auf als sie
verstand dass die Frage an sie gerichtet war. „Mhm, war eine der ersten.“
„Und?“ „Nichts und, ich hoffe dass wir bald erfahren wer dafür verantwortlich
ist und warum das alles passiert ist.“

 

„Vorwärts, wir sind
fast durch!“ Wären sie nicht sofort nach dem Reeston sie persönlich geweckt
hatte aus dem Zimmer gescheucht und zum Frühsport abkommandiert worden wäre
wahrscheinlich noch keiner von ihnen wach. Reeston schien der Ansicht zu sein
das der beste Weg sie vor Dummheiten zu bewahren der sei ihnen keine Zeit dazu
zu geben. Bereits um fünf Uhr morgens war er in die Unterkunft getreten und
hatte sie geweckt. Beim Frühsport hatte er dann aber doch nicht mittmachen
wollen, wahrscheinlich in weiser Voraussicht. Seit dem Trainingsbeginn hatten
die jungen Biotiker viel trainiert und konnten mittlerweile gut mit Erics Trupp
mithalten. Der Weg war immer ähnlich, doch Eric hielt den Druck dadurch
aufrecht das er sie dazu zwang den Kurs immer schneller zu absolvieren. „Ihr
habt heute ein ziemlich volles Programm, wenn wir zurück sind schnappt ihr euch
am besten schnell was zu essen, ihr werdet nicht viel Zeit haben bis ihr euch
bei den anderen Posten melden müsst.“ Die Stimmung der Soldaten war noch immer
sehr getrübt, keiner redete und ein Lächeln oder  ähnliches suchte man vergebens. Es war
bereits der Zweite Tag seit sie von ihrem Einsatz in Sunsetbay zurückgekehrt
waren. Noch immer war kaum etwas über den Angriff bekannt, lediglich die Liste
der Opfer war nun von der Polizei bekanntgegeben worden. Das Ausmass war
erschreckend doch die meisten war bereits bewusst gewesen das sie nur noch auf
die Bestätigung warten konnten dass ihnen niemand mehr geblieben war. Jenni
hatte sich auch bereits damit abgefunden gehabt das ihre ganze Familie an jenem
Tag verstorben war als sie die Nachricht bekam das ihr Vater im Spital sei. Er
sei mit einer Schusswunde im Unterleib eingeliefert worden und liege nun im
Koma. Ihre Mutter hätte nicht mehr gerettet werden können. Die Nachricht war
wie ein Schlag ins Gesicht gewesen. Laut dem Bericht aus dem Krankenhaus seien
die beiden von einem völlig verängstigten Ehepaar mit dem Skycar ins
Krankenhaus gebracht worden. Sie seien durch die Gärten geflohen als Schüsse
gefallen waren. Ihr Vater habe selbst eine Waffe getragen als er, seine schwer
verletzte Frau stützend vor der Haustür eines nahegelegenen Hauses
zusammengebrochen war. Sein Zustand sei nach wie vor kritisch und sie hätten
keine Möglichkeit ihn zu wecken. In Jennis Innerem war sofort ein Konflikt
ausgebrochen, einerseits war sie überglücklich das wenigstens ihr Vater noch
lebte, andererseits wusste ein Teil von ihr das er vielleicht nie wieder
aufwachen würde. Das war auch der Grund weshalb sie ihn noch nicht besuchen
wollte. Ihn lebend wieder zu sehen aber dann doch noch zu verlieren wäre zu
viel gewesen. Jeder von ihnen hatte sich mit seinen Verlusten
auseinandergesetzt. Jenni hatte oft und lange mit Kiara gesprochen, auch wenn
sie nur wenige Pausen gehabt hatten so hatten sie jede freie Minute genutzt.
Hauptsächlich auf das drängen ihrer Liebsten hin hatte sie sich selbiger
gegenüber geöffnet. Doch egal wie oft sie darüber gesprochen hatte und wie
lange sie auch darüber nachdachte jedes Mal endeten ihre Gedanken wieder an derselben
Stelle, jenen beiläufig gesprochenen Worten die sich in ihrem Geist
festgebrannt hatten. „Jemanden den sie bezahlen lassen konnten“ Noch wussten
sie nicht wer das getan hatte doch man würde es herausfinden und dann würde sie
die Verantwortlichen bezahle lassen.

 

„Was willst du damit
erreichen Parker, damit kannst du kleine Kinder von der Schaukel schubsen aber
nicht kämpfen!“ Tirana war vorlaut wie immer, doch diesmal schien etwas anders
zu sein, sie hatte etwas Hinterhältiges in ihrem Blick. Wie jeder Ausbilder
wusste auch sie was in Sunsetbay geschehen war. Es erstaunte sie dass die Asari
das Ganze noch nicht genutzt hatte um ihr Salz in die Wunde zu streuen aber
vielleicht hatte ja sogar sie so etwas wie Ehre und Niveau. Während des
regulären Biotiktrainings hatten sie sich schon sehr in die gekriegt. Jenni war
schon so schlecht gelaunt und Tirana schien das mit Freuden als Anlass zu
nehmen sie weiter zu provozieren. Doch nun waren sie alleine. Die anderen waren
bereits in die Basis zurück gegangen während Jenni sie wie jeden Tag im Wald
mit Tirana traf. Diese hatte das Training etwas umgestellt. Nach dem diese
wieder bis auf ihre Unterwäsche ausgezogen war hatte sie Jenni vor einen Baum gestellt
und ihr wieder eine Augenbinde angelegt. Nun musste sie das selbe Spiel wie
immer mitmachen und das Biotische Feld ihrem Körper entlang hinter Tiranas
Finger her wandern lassen, ohne Vorwarnung benutzte die Asari jeweils ihre
Trillerpfeife. Bei jedem Pfiff musste die junge Soldatin das Feld jeweils
schnellstmöglich verschieben und den Baum vor ihr mit einem Biotischen Tritt
oder Schlag angreifen. Tirana lies ihr keine Zeit zum verschnaufen, kaum kam
ein Pfiff folgte bereits die nächste Berührung. Um es ihr zusätzlich zu
erschweren redete sie unentwegt. Zumeist waren es belanglose Themen doch sie
stellte ihr immer wieder Fragen die ihre Aufmerksamkeit erforderten. Die ganze
Übung war schon ohne Gefrage schwer genug doch es schien es Tirana noch immer nicht
zu reichen. Sie ging immer noch einen Schritt weiter bis sie eine Linie
übertrat die sie nicht hätte überschreiten dürfen. „Parker, was ist eigentlich
in Sunsetbay genau passiert, ich hab bisher nur Fetzen aufgeschnappt, es gab
zivile Verluste?“ „Ja, es gab anscheinend gezielte Anschläge auf gewisse
Familien“ antwortete die angesprochene nach kurzem Zögern. „Familien aus deiner
Einheit?“ Jenni wusste genau das Tirana Bescheid wusste, es ging ihr nur darum
noch weiter auf Jenni einzutreten wenn diese Seelisch bereits am Boden lag.
„Ja, ausschliesslich“ gab die junge Biotikerin genervt zurück. Sie wusste genau
was jetzt kommen würde und doch konnte sie nicht verhindern darauf zu
reagieren. „Es soll angeblich ganz schöne viele erwischt haben, wie sieht es
denn bei dir aus? Hast du jemanden verloren?“ Jenni atmete tief durch,
ungewollt schloss sie ihre Rechte zur Faust. „Verstehe, ich weiss wie es sich
anfühlt. Wie Hilflos man sich fühlt wenn man zusehen muss wie man das Leben
einer geliebten Person verliert, unfähig ihr zu helfen oder irgendetwas dagegen
zu tun…“ Der Finger der Asari zuckte vom Rücken der Rothaarigen Soldatin zurück
als das bläulich schimmernde Biotische Feld, das selbigem gefolgt war, ihre
Hand sprunghaft einholte. Die zuvor ruhig wabernde Energie war nun aufgewirbelt
und pulsierte. Das Feld hatte sich schlagartig ausgedehnt und war auf gut die
doppelte Grösse angeschwollen. „Vorsicht Parker! Wut kann eine gute Motivation
sein aber du solltest aufpassen wie weit du dich von ihr beherrschen lässt. Die
Grenzen zwischen Freund und Feind verschwimmen da schnell mal.“ „Sie haben
keine Ahnung wie ich mich fühle…“ „Denkst du ich habe noch niemanden verloren?
Ich…“ „Alle“ Nach dem sie einmal tief durchgeatmet hatte drehte sie sich zu
ihrer Ausbilderin um und funkelte diese Finster an. „Ich habe alle Verloren,
meine ganze Familie ist in meine Zuhause niedergemetzelt worden, also behaupten
sie nicht sie wüssten wie ich mich fühle.“ Sichtlich verdutzt brauchte Tirana einen
Moment bis sie sich wieder gefangen hatte. „Hm, das ist in der Tat nicht ganz
dasselbe… ich nehme an ihr wisst noch immer nicht wer dafür verantwortlich ist
oder?“ blanke Wut stieg in ihr auf, sie hatte bereits jede Nacht mit diesen
Dingen zu kämpfen was es verständlich machte das sie nicht auch noch darüber
reden wollte, besonders nicht mit Tirana. „Nein, was denkst du denn?! Meinst du
dann würde ich hier einfach tatenlos rumsitzen?“ fluchte sie innerlich. „Nein
Ma`am und ich wäre ihnen sehr verbunden wenn wir das Thema wechseln könnten.“
Der mit grosser Mühe freundlich formulierte Satz kam sehr stockend. „Nun gut,
konzentrier dich, wir sind hier noch nicht fertig.“

 

In dem Büro herrschte
angespannte Stille. Als der unruhig wirkende Soldat durch die Tür trat wurde er
sofort von einem neugierigen Blick empfangen. „Sir, wir haben die Bestätigung
soeben erhalten, unsere Techniker sind sich sicher. Das ist jetzt schon der
zweite Punkt.“ „Verdammt, ich hätte gehofft dass es nur ein Versuch gewesen
wäre es ihnen anzuhängen…, das macht die Sache erheblich komplizierter…“

 

„Ach hier bist du, ich
dachte schon du seist beim Training verloren gegangen.“ Als antwort erhielt er
ein schiefes, müdes Grinsen. „Als ob man mich vergessen würde, dazu gehe ich zu
viele auf den Geist.“ Eric musste grinsen als er den bemühten Witz seiner
Kameradin hörte. „Ach komm, so schlimm bist du nun auch nicht, naja, abgesehen
von deiner lästigen Art, deinem miesen Charakter und deinem störenden….“ Die
junge Frau vor ihm war aufgestanden und war ihm in Sachen Grösse nun fast
ebenwürdig. Auch ohne ihre Schwere Panzerung konnte sie durchaus Bedrohlich
wirken und ihr finsterer Blick hätte so manch einen gestandenen Mann zum
erschaudern gebracht, nicht jedoch Eric. Er kannte Jenni lange genug um zu
sehen das sie nur Spass machte genau wie er bei seiner Bemerkung vorhin. „Willst
du dich mit mir prügeln?“ Sie hob drohend die von einem blauen Schleier umgeben
Faust. Sie konnte sich ein Grinsen kaum mehr verkneifen. „Nein lieber nicht, da
mach ich dann doch lieber ein Wetttrinken da wird keiner verletzt… aber ein
paar Schritte gehen würde ich ganz gerne wenn du einen Moment Zeit hast.“ Sie
nickte kurz und warf einen Blick zu ihren Kameraden, diese hatten einen kleinen
Tisch mit samt Stühlen aus der Unterkunft, auf der vom Hauptgebäude abgewandten
Seite, direkt neben selbige gestellt um am Abend noch etwas an der frischen
Luft Karten spielen zu können. Sie hatte bis vor kurzem selbst mittgespielt,
seit längerem mal wieder eine Runde. Die Karten die Alex von seinem Grossvater
bekommen hatte waren mittlerweile ziemlich abgegriffen und gezeichnet vom regen
Gebrauch. Einige aus der BDF hatten bis vor dem Angriff fast jeden Abend
gespielt, sie hatten alle gefallen an der altmodischen Spielweise gefunden. Der
einzige der sich immer wieder beschwerte war Alex, jedes Mal wenn er eine
seiner Karten glattstreichen musste oder eine umgeknickte Ecke wieder
geradebiegen musste fluchte er darüber das diese Karten wertvoll seien und er
sie besser nie rausgerückt hatte, wenn jemand nach einer Partie fragte war er
aber immer sofort dabei. Er war gut und hatte sie schon alle mindestens einmal
abgezockt, was besonders bei Trinkspielen ärgerlich war. Der Rest der Einheit
war drinnen, nach einem anstrengenden Tag und einem Herzhaften Abendessen
legten sich die Meisten hin, wohlwissend das die ohne hin schon kurzen Nächte
durch die Albträume die viele von ihnen heimsuchten nicht erholsamer würden.
„Ja, ich schiene hier gerade nicht gebraucht zu werden… worum geht es denn?“
Die Stimmung der jungen Frau war verhältnissmässig gut, sie hatte schon eine
Weile kein richtiges Gespräch mehr mit Eric gehabt, was unter anderem daran lag
das sie in den Letzten Tagen ausser mit ihrer Einheit und besonders Kiara kaum
geredet hatte. „Ach… ich… Nur so…“ Er zögerte einen Moment eher Eric sich
durchrang etwas zu sagen. „Weisst du schon etwas neues über deinen Vater… Es
ist mir etwas unangenehm und ich möchte weder deinen Stimmung ruinieren noch
dir wehtun also vergiss es einfach wenn du nicht darüber reden möchtest ok?“
Jenni atmete einmal tief durch ehe sie antwortete „Nein schon ok, aber leider
nicht, es hat sich doch nichts verändert, er ist immer noch im Koma.“ „Das tut
mir wirklich leid, sowas hast du nicht verdient…“ Unbewusst legte er ihr die
Hand auf die Schulter, als er es bemerkte wollte er zurückweichen doch es war
ihm irgenwie peinlich. „Danke“ Sie sah ihn kurz an was er als Zeichen nahm
seine Hand von ihr weg zu nehmen. Nach dem sie ein Paar Minuten schweigend
nebeneinander hergegangen waren und Jenni keinerlei Regung in den Gesichtszügen
gezeigt hatte hielt Eric es nicht mehr aus. „Tut mir echt leid dass ich dich
hier zum reden mitschleppe und dann nichts sage, ich weiss auch nicht…“  Der Ansatz eines Lachens wanderte über Jennis
Gesicht, manchmal kann auch Schweigen viel aussage.“ „Nein, das meinte ich
nicht… ah“ er seufzte kurz ehe er sich durch seine stoppeligen kurzen Haare
fuhr. „Du hast ja sicher längst bemerkt das meine Stärke nicht gerade im
Sprechen steckt…“ „Wieso? Ich dachte du wärest nur Soldat geworden um deine
Geknechtet Poetenseele zu befreien…“ Jenni trug den Satz derart Theatralisch
vor das es schon lächerlich klang. „Mach dich nicht auch noch darüber lustig,
das macht es nicht gerade einfacher… hör mal, es… wir werden vorausichtlich
morgen für eine Weile auf einen anderen Stützpunktverlegt, wir sollen und
einige Kandidaten für N7 ansehen und sie einschätzen. Damit wir eine etwas
bessere Einsicht erhalten werden wir einige Tage mit ihnen trainieren und dann
unsere Meinung und unsere Empfehlungen abgeben. Das Heisst wir werden für ne
Weile nicht hier sein und ich weiss das du dazu neigst dich in Schwierigkeiten
zu bringen wenn niemand auf dich aufpasst also… ähm…ich…“ „Na komm, spucks
schon aus stotternd kannst du deinen Leuten keinen Befehle geben also fang
besser gar nicht erst damit an.“ Während eines Blicks zum Himmle fasste er sich
in den Nacken und setzte erneut an. „Ach Gott wieso müssen mache Dinge so
schwer sein… Ok, ich fasse mich kurz sonst krieg ich noch n Herzkasper… Unter
Frontschweinen wie ich eins bin sieht man nicht all zu viel von der Welt ausser
Dreck, Schutt und Asche. Das ist unsere Umgebung unser Zuhause. Auf diesem
Felsigen harten Boden wachsen nur Knollen und Unkraut das sich nur angepasst
hat um zu überleben. Schönheit ist hier Zweckmässigkeit gewichen. Doch ich habe
etwas gefunden, unter all dem Geröll und zwischen dem Unkraut, eine
wunderschöne rote Rose. Eine die selbst in einem unwirklichen und
unfreundlichen Umfeld wie diesem erblüht…“ „Diese “Rose“ wächst bestimmt nur da
weil sie sich ihrer in einem Blumengarten schämen würde.“ Meinte Jenni
anspielend. „Nein, keinesfalls, ihre Schönheit kann mit allen anderen locker
mithalten aber sie wird standhalten was alle andern einknicken lässt… Jenni, du
bist eine wunderschöne junge Frau, du bist schlau und selbstbewusst und gibst
dich trotzdem mit Typen wie mir ab. Wie du dir vorstellen kannst ist es nicht
gerade einfach jemanden zu finden wenn man 90% seiner Zeit auf einem Stützpunkt
verbringt. Die meisten Frauen sehen die Uniform und Narben aber auch die
Mangelnde Zeit. Du bist anders, du verstehst was es bedeutet zu N7 zu gehören,
du bist selbst ein Teil davon.“ Ein Grinsen huschte über seine Lippen. „Während
andere Angst haben sich die Hände schmutzig zu machen liegst du bereits neben
uns im Graben und Kämpfst.“ Er machte eine kurze Pause. „Kurz, du bist mehr als
sich jemand wie ich jemals erträumen könnte und ich weiss das du wahrscheinlich
jeden Mann bekommen könntest den du wolltest aber auch bei schlechten Chancen
will… nein muss ich Frage. Gibt es für mich eine Chance mehr als bloss ein
Kamerad für dich zu sein.“ Sein Blick ruhte auf Jennis Augen, diese sah seinem
erwartungsvollen Blick entgegen. „Das bist du bereits.“  

Das wars auch schon wieder, hoffe es hat gefallen und wünsche noch ne schöne Woche.^_^

#621
jjhghd

jjhghd
  • Members
  • 14 messages
Hoffe es bleibt so spannend. Warte schon auf das nächste Kapitel :D

#622
elitedefender2

elitedefender2
  • Members
  • 1 712 messages
 Also ich kann zwar weder fleigen noch hab ich goldene Locken aber Christkind spiel ich jetzt mal trotzdem. Ich bringe Geschenke zu Weihnachten... ok eigentlich nur eines, dafür aber eins für alle^^

Worum es sich bei dem Geschenk handelt können sich sicher die meisten schon denken:P



Kapitel 46


Erics Pupillen weiteten sich und er starrte sie erwartungsvoll an. Jenni konnte
spüren, wie sich in ihrem Inneren eine seltsame Hitze ausbreitete. In
erwartungsvoller Anspannung sah er die junge Frau an. Diese begann nach kurzem
nachdenken schließlich. „Unter all den Leuten, die ich hier bei N7
kennengelernt habe, vielleicht sogar von allen Leuten, die ich in meinem ganzen
Leben kennengelernt habe, gab es kaum jemanden, der mich so sehr unterstützt
hat wie du. Du hast mir immer beigestanden und auch dann zu mir gehalten, wenn
viele andere sich abgewendet haben. Das hat dich zu einem Menschen gemacht, auf
den ich mich immer verlassen konnte und dem ich immer vertrauen kann. Ich mag
dich wirklich sehr und du bist für mich längst mehr als nur “ein Kamerad“, du
bist für mich wie ein großer Bruder, der mir immer helfen wird, wenn ich mal
Hilfe brauche. Ich schwöre dir, wären die Umstände nur etwas anders, so wäre
ich mit Freude auf das hier eingegangen, denn was du mir hier gerade gesagt
hast, war das süßeste, was je ein Mann zu mir gesagt hat.“ Jenni trat einen
kleinen Schritt auf Eric zu und schloss seine Hände in die ihren so gut sie
konnte und lächelte ihn, mit um Verständnis bittenden Blick, an. „Es gibt
bereits jemanden dem ich mein Herz geschenkt habe und das schon vor geraumer
Zeit.“ Da Jenni ihm nicht in die Augen sehen konnte, während sie Eric abwies,
wandte sie sich ab. „Ich verstehe deine Sorgen, aber lass mich dir sagen, dass
es sehr viele Frauen gibt, denen die inneren Werte eines Mannes mehr bedeuten,
als sein Beruf oder Einkommen. Jede Frau, die jemanden wie dich abweisen würde,
ist es gar nicht wert, dass du um sie trauern würdest. Es gibt zwar noch nicht
so viele Frauen bei N7, aber ich bin ja nicht die einzige.“ „Hm, ich verstehe.
Ich hätte damit rechnen müssen, dass jemand wie du nicht lange frei sein würde.
Schließlich wird es wohl kaum einen Mann geben, den du nicht bekommen könntest…
darf ich etwas fragen?... Ist er auch bei der Allianz?“ Obwohl Erics Stimme
zwar niedergeschlagen, aber weder wütend noch eifersüchtig klang, fühlte Jennis
sich unwohl. Er ging davon aus, dass es sich bei Jennis Freund um einen Mann
handelte. So sehr sie sich auch wünschte ihm gegenüber aufrichtig sein zu
können, so sträubte sich doch ein Teil dagegen. Obwohl er die Wahrheit
zweifellos verdient hätte, war er noch immer ein aufrichtiger Soldat und ihre
Beziehung noch immer verboten. Jenni machte sich weniger Sorgen darüber, dass sein
Pflichtbewusstsein ihn dazu bringen würde sie zu verraten, aber in Kombination
mit Eifersucht konnte das eine gefährliche Mischung ergeben. Der Konflikt in
ihrem Inneren schien zu keinem klaren Ergebnis zu führen, weshalb Jenni sich
schweren Herzens dazu entschied ihrem Kameraden einige Details vorzuenthalten.
„Ich bin mir nicht sicher, ob ich dir das wirklich sagen soll“, meinte sie
etwas nachdenklich. „Ach komm, ich wird ihn schon nicht Stalken.“ Eric schien
seine Enttäuschung verbergen zu wollen, weshalb er sich zu einem Lächeln zwang.
„Ja, wir sind beide bei der Allianz.“ Die junge Biotikerin musste gut auf ihre
Wortwahl achten, um nicht aus versehen etwas auszuplaudern. „Hab ichs mir doch
gedacht, du bist halt doch durch und durch eine von uns, was willst du da mit
ner Büronudel, die den ganzen Tag nur in einem Sessel rumhängt. Wenn du ihn das
nächste mal siehst, sag ihm einen Gruß von mir und er solle sich gut um dich
kümmern, wahrscheinlich weiß er gar nicht was für ein Glück er mit dir hat.“
„Das werde ich… das hier wird aber nicht zwischen unserer Freundschaft stehen,
oder? Ich möchte nicht, dass wir uns deswegen in die Haare kriegen.“ „Nein
schon in Ordnung, was hättest du denn machen sollen? Ich habe gefragt und war
zu spät, da kannst du nichts dafür.“ Jenni, die Erics Hände bereits vor einer
Weile wieder losgelassen hatte, nahm diesen nun kurz in den Arm. „Du bist
wirklich wie ein großer Bruder, selbst wenn ich… selbst jetzt bist du mir nicht
böse.“ Ein weiteres Lächeln huschte über Eric Gesicht, doch diesmal schien es
aufrichtig und nicht aufgesetzt. „Du hast etwas gesagt, dass ihr für eine Weile
nicht hier sein werdet, du musst mir jetzt aber unbedingt noch genauer sagen,
worum es da geht, wenn ihr uns schon nicht mitnehmen wollt…“



Sie atmete ruckartig ein, als zwei weiche Lippen sanft gegen ihren Nacken
berührten und zwei Hände ihre Taille zärtlich umfassten. „Hey meine Schöne…“
Jenni ließ sich hinter Kiara, welche auf dem Rand des Bettes ihrer Liebsten saß
auf die Knie sinken und legte ihre Arme um ihre Freundin. „Es ist schon eine
ganze Weile her seit du mich so begrüßt hast…“, meinte die Asari lächelnd und
blickte über ihre Schulter nach hinten. „Was ist denn passiert?“, fuhr sie
fort. Sie konnte das letzte Wort gerade noch aussprechen, ehe ihr Mund durch
den ihrer Liebsten versiegelt wurde. „Nichts, es ist nur genau das was du
gesagt hast, es ist schon viel zu lange her, seit ich etwas zärtlich zu dir
war.“ Sie ließ einen weiteren Kuss auf den Hals der Asari folgen, ehe sie
fortfuhr. „Ich liebe dich, bin aber in letzter Zeit kaum mehr dazu gekommen dir
das zu zeigen.“ „So, komm her…“ Kiara umfasste Jennis Oberkörper mit einem Arm
und zog sie nach vorne, sodass Jennis Kopf auf ihrem Oberschenkel zu liegen
kam. „Was hast du verbrochen?“ Kiara sah ihre Liebste streng an, diese
erwiderte den Blick unschuldig. “Nichts, ich kann nicht glauben, dass ich nicht
einmal mehr nett zu dir sein darf, ohne das mir gleich vorgeworfen wird, dass
ich etwas verbrochen hätte. Könnte es denn nicht einfach sein, dass ich mich
nach deiner Nähe sehne?“ Kiara konnte sich beim entsetzten Gesichtsausdruck
ihrer Liebsten ein breites Grinsen nicht verkneifen. „Und zudem habe ich nur
mit Eric gesprochen…“ Nach einem kurzen Kontrollblick, ob niemand mithörte,
flüsterte sie leise. „Er hat mir gesagt, dass er in mir mehr als eine Kameradin
sieht und auch gerne mehr als nur befreundet wäre….“ Noch ehe sie weiterfahren
konnte, schnaubte Kiara verächtlich „Das wars, ich geh ihn jetzt umbringen…“
„Nein!“ Jenni legte sofort ihre Arme um Kiara um diese festzuhalten. „Niemand
macht mir mein Mädchen streitig…“ Die aufgesetzte finstere Mine der Asari
wirkte ziemlich überzeugend. „Er hat mir nur gesagt, dass es schwer sei
jemanden zu finden, wenn man in der Allianz ist und unter N7 dient, da man kaum
Zeit hat, die man mit seinen Liebsten verbringen kann. Ich habe ihm natürlich
gesagt, dass ich schon vergeben bin, aber... was er gesagt hat, hatte etwas
Wahres an sich. Selbst wenn du hier bist, fühle ich mich, als würde ich dich
kaum noch sehen...“ Kiara hätte Jenni am liebsten widersprochen, doch sie
fühlte genauso. Seit sie von Tirana beinahe erwischt worden wären, hatten sie
kaum noch Kontakt gehabt, der über normale Freundschaft hinausgereicht hätte.
Auch sie sehnte sich danach ihre Geliebte wieder einmal in die Arme schließen
zu können und sich einfach fallen zu lassen, doch das ging nicht. Je länger sie
sich hatten zurückhalten müssen, desto mehr war auch das Bedürfnis der Nähe zur
Seite gedrängt worden. Sie hatten andauernd ein volles Programm gehabt und
alles andere war langsam in den Hintergrund gerückt. Der Angriff auf Sunsetbay
hatte auch den letzten Rest der Romantik zwischen ihnen zerbrochen. Die
niedergeschmetterte Stimmung war mittlerweile in etwas Resignation und
Verzweiflung gewichen, die meisten schienen verdrängen zu wollen, was sie
erlebt hatten, doch das Knistern zwischen ihnen war bisher ausgeblieben. „Aber
dass lässt sich ja ändern…“ Jenni hatte gerade dazu angesetzt Kiara nach hinten
auf die Matratze zu stoßen, als sie eine vertraute Stimme unterbrach. „Leute,
Reeston will uns alle sprechen, Raum 3, es geht um den Angriff!“ Die Träge
wirkenden Soldaten waren mit einem Schlag wieder munter, auch wenn sie alle
versucht hatten die schmerzlichen Erinnerungen schnellstmöglich zu vergessen,
waren doch alle daran interessiert was der Colonel ihnen zu sagen hatte,
vielleicht würden sie sogar erfahren, wer dafür verantwortlich war. Auch wenn
dieses Wissen kaum etwas verändert hätte, es war äußerst unwahrscheinlich, dass
die Allianz sie etwas hätte unternehmen lassen. “Privatleben und Arbeit durften
nicht vermischt werden…“, wie ihnen bereits mehrfach gesagt worden war. Ihre
Vorgesetzten würden ihnen also kaum die Gelegenheit geben sich zu revanchieren.
„Woher kommt das denn plötzlich? Ich dachte die wollen die Sache totschweigen.“
Die Stimme gehörte Arsilia, die junge Asari war eine der wenigen, der es genau
so schlimm ergangen war wie ihr. Ihre ganze Familie war in Sunsetbay gewesen,
als der Angriff stattfand. Jenni konnte in ihren Augen etwas sehen ,dass sie
nervös machte, Hass. Bereits kurz nach dem sie in den Stützpunkt zurückgekehrt
waren war bei ihr die Trauer der Wut gewichen. Sie hatte sich immer gut mit der
Asari verstanden, da sie sich sehr ähnlich waren. Die junge rothaarige Biotikerin
verstand nur zu gut, auch an ihrer Stelle hatten die Samen des Zorns ihre
Wurzeln getrieben und ließen nun die schwarzen Blüten des Hasses wachsen, das
einzige was noch fehlte, um sie erblühen zu lassen, war Blut, das Blut aus
Wunden, die wieder aufgerissen wurden.



Ein dünner Schleier, der sich unbemerkt über den Verstand legte, so dünn, dass
er die Sicht nicht nahm und dadurch unbemerkt blieb, jedoch die Realität
verzerrte. Ein Schleier, der Worte verfälschte und den Wind leise flüstern
ließ, Worte die sich gut anhörten und dem Betroffenen das sagten, was dieser
hören wollte. Das wäre die beste Beschreibung der explosiven Mischung
schlechter Emotionen gewesen, die die Köpfe und Herzen der Soldaten erfüllte.
Ob Reeston bewusst war, dass er gerade ein Pulverfass mit Streichhölzern
bewarf, wagte Jenni zu bezweifeln. Es war ihre Pflicht als Soldaten über
solchen Gefühlen zu stehen, doch auch nach ihren Beitritt zu N7 waren sie noch
immer nur Menschen… und Menschen die verletzt werden, sinnen nun mal auf Rache.
Die Urinstinkte aller intelligenten Lebensformen zeigen sich erst dann richtig,
wenn uns unser Intellekt nicht mehr weiter zu helfen vermag. Die Worte von
Reeston plätscherten vor sich hin und gingen einfach an ihr vorbei, weder seine
Mitleidsbekundungen, noch seine Ermahnungen daran, dass sie als Soldaten lernen
müssten mit Verlusten umzugehen, konnte sie rühren. Ein Teil von ihr verfluchte
sie für ihre Kälte ihm gegenüber. Sein Beileid schien wirklich aufrichtig zu
sein und die Mühe, die er sich machte, wäre es wert gewesen ihm deshalb
wenigstens zuzuhören, doch in Jennis Kopf waren andere Gedanken vorherrschend.
Innerlich wog sie bereits ab, was sie noch erwarten würde. Ob sie erfahren
würden, durch wen und vor allem warum sie hatten ihre Familien verlieren
müssen. „…Die Spurensicherung konnte selbige sicherstellen und zur Analyse
abtransportieren. Die technische Analyse hat gezeigt, dass es sich um
hochstehende Technologie handelt, für einfache Sklavenhändler ist es praktisch
unmöglich an sowas ranzukommen. Von den festgenommenen Tätern aus der Akademie
hat keiner etwas gestanden, wenn man ihren Aussagen glauben kann, wussten sie
nichts von den Angriffen auf die Zivilbezirke. Sie sind komplett Loyal, wie wir
annehmen, dementsprechend werden wir aus ihnen wahrscheinlich auch nichts
rausbekommen. Wichtiger ist, dass wir mit Hilfe einer DNA Datenbank unseres
Geheimdienstes herausfinden konnten, dass einer der Männer Kontakt mit Cerberus
hatte. Die anderen Ergebnisse liegen noch nicht vor. Bei einem so umfassenden
und akribisch geplanten Angriff ist jedoch klar, dass eine gut organisierte
Gruppierung beteiligt gewesen sein muss. Dass der Angriff gerade jetzt gekommen
ist, war dennoch seltsam. Das private Daten der BDF nach draußen dringen ist
nicht zu vermeiden, da diese über die Akademie und das Extranet praktisch für
jeden zugänglich sind. Wir konnten euch nicht einfach aus allen Akten
Streichen, nachdem ihr der Allianz beigetreten seid. Es ist nicht neu, dass
Cerberus ein Auge auf Akademien für biotisch begabte Studenten hat. Wenn sie an
euch interessiert gewesen sind, dann haben sie wahrscheinlich schon lange ein
Auge auf euch gehabt. Wieso sie jedoch nicht dann angegriffen haben, wenn ihr
zu Hause gewesen wärt, wissen wir auch nicht.“ „Rache?“, platzte es aus Arsilia
heraus, die einige Plätze neben Jenni saß. „Für die beiden Angriffe
unsererseits? Möglich, wobei ich nicht glaube, dass sich Cerberus so viel Mühe
dafür machen würde. Vielleicht eine Splittergruppe oder betroffene unserer
Angriffe vielleicht. Fakt ist aber, egal wie oder weshalb, wenn Cerberus darin
verwickelt ist, wird die Sache kompliziert. Der Unbekannte ist nicht dumm, es
ist nur selten möglich Cerberus etwas nachzuweisen, geschweige denn genug
Beweise zu finden, um einen der zentralen Kreise hochgehen zu lassen. Wir
können nichts tun, solange wir keine konkreten Beweise haben.“ „Soll das
heißen, die können ein Massaker anrichten, dutzende Unschuldige abschlachten
und wir tun nichts?!“ Arsilias Temperament schien mit ihr durchzugehen.
„Solange wir nichts handfestes haben, nein. Wir können nicht einfach aufbrechen
und Basis um Basis stürmen, in der Hoffnung etwas zu finden. Wenn wir zu
schnell handeln, werden sie die Allianz auf horrende Summen verklagen. Die
privaten Geldgeber der Organisation haben teils weitreichende Verbindungen.
Jeder Angriff könnte Konsequenzen haben, die bis auf uns zurückreichen.“
„Unglaublich“, schnaubte sie verächtlich. „Aber, Sir, waren das nicht Morde,
wie sie im zivilen Bereich auch begangen werden? Bei denen macht die Polizei
auch keinen Unterschied, ob mächtig oder nicht, niemand steht über dem Gesetz.“
Reeston nickte Joshua kurz zu, als dieser mit sprechen fertig war. „Das stimmt
und einzelne Personen werden wir auch überführen können, doch die sind nur Marionetten
und werden schneller ersetzt ,als wir sie aus dem Spiel nehmen können. Das ist
hart, aber die Realität, ich hielt es dennoch für angebracht euch zu sagen, was
ich weiß. Wir werden unser Möglichstes tun, um dafür zu sorgen, dass Cerberus
bezahlen wird, mehr kann ich im Moment leider nicht machen.“



Die Stimmung unter den Soldaten, als diese den Besprechungsraum verließen, war
keinen Millimeter besser als zuvor, schließlich hatten sie trotz Reestons gutem
Willen keinerlei gute Nachrichten erhalten. Man hatte ihnen gesagt, dass man
wisse wer Schuld sei, denen aber nichts anhaben könne. „Diese Feiglinge! Nur
weil sie nicht die Eier haben sich dem zu stellen, was auf sie zukommt. Klar,
es ist viel gemütlicher nichts zu tun, als sich die Hände schmutzig zu machen,
ich hasse diese Bürokraten Arschlöcher.“ „Verbindungen sind ja schön und recht,
aber hier geht es doch einfach nur darum, dass keiner Flecken auf seiner weißen
Weste haben will.“ Jenni ging mit leerem Blick vor ihren Kameraden weg, sie
vernahm zwar die Worte, die hinter ihr gesprochen wurden ,jedoch nicht von wem
sie kamen. Alles schien langsam zu verblassen. Farben und Emotionen schienen zu
verblassen, ihre Gedanken hatten sich in ihr Inneres zurückgezogen und wandten
sich dort träge. Ihr Leben schien eine beschissene Wendung nach der Anderen zu
nehmen, alles wurde stetig schlechter. Erst war sie gezwungen ihre Liebste zu
meiden und ihre Gefühle zu verbergen, dann wurde ihr ihre ganze Familie, sowie
das ihr Zuhause genommen, und jetzt würden die Schuldigen nicht einmal bestraft
werden? Wieder in der Unterkunft angelangt, ließ sie sich kraftlos auf ihr Bett
fallen. Es gab nichts, was sie tun wollte. Mit glasigem Blick durch das Bett
über ihr, in die Ferne starrend, lag sie da, die Gedanken langsam wegdriftend.
War es das woraus das Leben eines Soldaten bestand? Alles zu verlieren? Wer
nichts mehr zu verlieren hatte, lebte nur noch für den Dienst und somit gab es
nichts, was einem von seinem Weg abbringen konnte. Sollten sie einfach
abstumpfen? Ihre Gefühle zurücklassen und weitermarschieren? Drill und Kämpfe
hatten ihnen gezeigt, wie hart das Leben bei N7 sein kann, doch in ihrer freien
Zeit hatten sie immer sehr kameradschaftlich reden und lachen können. Wenn sie
sich jetzt umsah, erkannte sie nichts mehr davon, die Gesichter waren
ausdruckslos oder gekennzeichnet von Trauer und Wut. Anscheinend war die Chance
auf Gerechtigkeit für die meisten von ihnen eine große Stütze gewesen, die
ihnen nun einfach genommen worden war. Vielleicht hatte Reeston ja doch recht
gehabt, auch wenn seine Worte damals nur hohl und leichtfertig geklungen
hatten. Vielleicht brauchten sie ein Ziel, einen Sündenbock, auf den sie all
ihren Hass und ihre Wut projizieren konnten. Eine Motivation, die sie antrieb,
auch jetzt, wo sich alles gegen sie zu richten schien.



Schlafmangel zeigte sich durch Unachtsamkeit, verlangsamte Reflexe und
aggressivem Verhalten, in Kombination mit dem heute anstehenden Biotiktraining
nicht optimal. Es schien vielen so zu gehen und es war eine Frage der Zeit, bis
die dauernden Niederschlagenden Ereignisse die ersten Opfer fordern würden. Die
Zweiergruppen der Biotiker befanden sich auf dem Kießplatz, auf dem sie schon
oft trainiert hatten. Die Übungen waren monoton was Gespräche zwischen den Soldaten
aufkommen ließ. Hammer trainierte an dem Morgen alleine, weshalb Jenni mit
Arsilia übte. Die Asari schien heute sogar noch gereizter, als an den Tagen
zuvor, sie war am gestrigen Abend Nacira, der ehemaligen Cerberus Ausbilderin
begegnet. Obwohl es weder Konflikte noch irgendwelche Provokationen gegeben
hatte, war die Stimmung der Asari schlagartig gekippt, was Jenni nun zu spüren
bekam. Ihre Partnerin zeigte sich ausgesprochen rücksichtslos und offensiv.
Ihre Angriffe kamen schnell und mit brutaler Wucht. Um sich selbst etwas Zeit
zu verschaffen, versuchte sie ein Gespräch in Gang zu bekommen, welches Arsilia
etwas ablenken würde und ihr vielleicht die Chance geben würde herauszufinden
was genau geschehen war. „Also die psychologische Kriegsführung hast du schon
ziemlich gut drauf, bei dem Blick werden die meisten weglaufen.“ Ein
verächtliches Schnauben war alles, was sie als Antwort erhielt, ehe der nächste
Angriff ihre Barriere traf. „Nicht gerade die Art mit einer Vorgesetzten
umzugehen, wie wir es gelernt haben… was ist denn los? Du bist noch schlechter
drauf als sonst.“ „Ist es dir nie aufgefallen?“ Jenni sah ihre Kameradin
verwundert an, was meinte sie? „Na überleg dir doch mal, Cerberus brauchte
Informationen über uns und unsere Familien, was denkst du wo sie die herhaben?
Glaubst du die schreiben ins Extranet “Folgende Leute werden nun zu N7
Biotikern ausgebildet, im Anhang finden sie deren Adresse und einen Zeitplan,
wann jemand zu Hause ist?“ Auch wenn ich glaube, dass es nur Idioten in unserer
Informationsabteilung gibt, so behindert können nicht mal die sein!“ Es war
nicht ungewöhnlich, dass Arsilia mit ihrer Wortwahl etwas vom “höflichen“
abwich, aber heute schien sich echt übel gelaunt zu sein. „Na ja Reest….“ „Ja,
hat er, aber ich glaube nicht, dass die Liste einer Akademie genug
Informationen enthält, um darauf basierend einen solchen Angriff zu starten.
Die müssen doch sicher noch genauere Informationen gesammelt haben. Dafür
müssten sie aber auf unsere Server zugreifen können und das dürfte von außen
ganz schön schwer werden. Eine VI ist schwer zu überlisten, zumindest die
militärischen. Praktischer wäre es jemanden vor Ort zu haben…“ Arsilia stellte
die Angriffe ein und trat etwas näher an Jenni heran. „Jemanden der sich
unbemerkt bewegen kann, vielleicht sogar vertraut ist mit dem Komplex und
dessen Besatzung. Wie praktisch, wenn man da eine ehemalige Angestellte hat,
die sicher sogar noch auf ner alten Lohnliste eingetragen ist, nur kurz wieder
in Dienst gestellt werden muss“ „Denkst du nicht, dass das etwas weit hergeholt
ist?“ „Wieso, hast eine bessere Idee?“ die Rothaarige Biotikerin schüttelte
kurz den Kopf. „Nein, aber ich denke du bist so versessen darauf einen
Schuldigen zu finden, dass du die Realität etwas verlierst. Du solltest dich
nicht zu sehr in die Sache verbeißen.“ „Was bleibt mir denn anderes übrig, als
selbst was zu tun, hm? Wir sitzen jetzt bereits seit drei Tagen hier rum und
die Allianz tut gar nichts und uns lassen sie erst recht nichts unternehmen.
Ich hab bei Jeremy nachgefragt, bisher ist noch nichts gelaufen. Die versuchen
das ganze einfach tot zu schweigen“ bluffte die junge Asari. Die vorlaute Art
ihrer Kameradin vertrug sich ganz schlecht mit Jennis ohnehin gereizter
Stimmung. „Denkst du, du wirst das durch solche Anschuldigungen ändern? Mach
ruhig weiter, verbreite weiter solche Gerüchte, bis sie jemand falsches
erreichen, dann kannst du dich gleich vom Dienst verabschieden, wenn es
plötzlich heißt, du seist paranoid geworden!“ „Wenigstens versuche ich etwas zu
bewirken und verkrieche mich nicht einfach, andere sollten das vielleicht auch
mal versuchen!“ Die Worte waren klar auf Jenni bezogen und der Unterton der in
der Stimme der Asari mitschwang machte es unmöglich das zu überhören. „Denkst
du ich sei glücklich hiermit?! Bist du wirklich dumm genug zu glauben, ich
hätte es so gewollt? Glaub mir, wenn ich irgend eine Möglichkeit gehabt hätte
mit meiner Familie zu tauschen, dann wäre ich jetzt nicht hier. Ich wäre
gestorben, um sie zu retten, aber ich konnte nicht.“ Jenni trat auf Arsilia zu
und zeigte mit drohender Geste auf sie. „Wenn ich die Verantwortliche jagen
könnte, würde ich es tun, aber im Moment bleibt mir nichts anderes übrig, als
zu warten. Ich tue niemandem einen Gefallen, indem ich meine Karriere wegwerfe,
schlimmer noch, ich lasse damit zu, dass Cerberus genau das erreicht, was sie
wollten.“ Innerlich kochte die junge Biotikerin, hätte ein außenstehender
solche Dinge gesagt, hätte sie es verstanden, schließlich hätte dieser nicht
gewusst, wovon er sprach, doch von einer Kameradin, die dasselbe erlebt hatte
wie sie selbst, hätte Jenni mehr erwartet. „Du hast keine Ahnung…“ Weiter kam
Arsilia nicht mehr, ehe sie von ihrer Kameradin an der Halsstütze ihrer Rüstung
gepackt und ruckartig nach vorne gerissen wurde. „Untersteh dich das
auszusprechen! Solange du Teil meines Trupps bist, wirst du mich mit Respekt
behandeln!“ „Deines Trupps?! Schon vergessen wer das Kommando hat? Die BDF
steht noch immer unter meinem Kommando, klar?!“ Jenni ließ ihre Kameradin sofort
los und hob beschwichtigend die Hände. „Oh Verzeihung, was heulst du dann hier
rum? Los, große Anführerin, dann gib doch Befehle, unternimm etwas. Wer außer
dir sollte denn die Befehle geben? Na los, dann unternimm doch etwas, ich werde
deine Befehle befolgen, aber die Verantwortung dafür wirst alleine du tragen
müssen…“ Konfrontiert mit dieser Tatsache blieb Arsilia für einen Moment wie
versteinert stehen, ihre vorlaute und aufmüpfige Stimmung war plötzlich
gewichen. Nach einem Moment der Stille wandte sie sich ab. „Was ist jetzt? Ich
dachte du wolltest etwas bewirken“, harkte Jenni spottend nach. „Du weißt
genau, dass ich nie um diese Position gebeten habe. Ich will handeln, und das
werde ich auch, aber ich will damit nicht all jenen schaden, die mir noch
geblieben sind. Du weißt genau, dass es nicht so einfach ist.“ Das verächtliche
Schnauben ihrer Kameradin schien in ihrem Kopf ein Echo zu hinterlassen,
während schwere Schritte sich langsam von ihr entfernten.



Das künstliche, weiße Licht, welches von oben auf sie herabfiel, erhellte den
ebenso weißen und klinisch sauber wirkenden Gang und verlieh ihm eine kalte
Aura. Selbst die Bilder, welche auf hauchdünnen Displays an den Wänden gezeigt
wurden und die kleinen Pflanzen neben den Stühlen, die vereinzelt an den Wänden
standen, vermochten das nicht zu ändern. Ihre Beine trugen sie langsam voran,
obwohl sie sich nicht sicher war, ob sie das Ziel ihrer Reise hierher überhaupt
erreichen wollte. Auf dem ganzen Weg hatte sie kein Wort mehr gesprochen, als nötig.
Nach dem Streit mit Arsilia hatte sie lange über deren Worte und auch die
ihrigen nachgedacht. Ihre Kameradin hatte Recht und das wusste sie auch, doch
etwas zu unternehmen war schwer. Ihr Inneres war seit Tagen von Konflikten und
widersprüchlichen Gefühlen zerfressen gewesen, doch es schien immer schlimmer
zu werden. Jeder Tag lastete schwerer auf ihren Schultern. Schließlich hatte
sie beschlossen eine Entscheidung zu treffen. Diese würde über vieles
entscheiden und musste daher wohlbedacht sein. Am nächsten Morgen war sie mit
einer Bitte zum Colonel getreten. Sehr zu ihrer Verwunderung erteilte er ihr
noch am selben Vormittag die Erlaubnis den Stützpunkt zu verlassen, um ihren
Vater im Krankenhaus zu besuchen. Sie bog in einen kleinen Seitengang ab. Auf
den zwanzig Metern, die noch vor ihr lagen, waren auf jeder Seite vier Türen in
die Wände eingelassen. Die Nummern daran setzten sich aus Stockwerk und
Zimmernummer zusammen. Langsam begann ihr Herz schneller zu schlagen. Die
Gedanken in Ihrem Kopf lösten sich aus den abgetretenen Spuren, denen sie seit
ihres Aufbruchs gefolgt waren und das ihr bevorstehende Treffen rückte etwas in
den Hintergrund. „Warum hast du mir nicht gesagt, dass du weggehst, ich hätte
dich begleitet…“ „Kiara, bitte nimm es nicht persönlich, du weißt, dass du mir
viel bedeutest, aber diesmal möchte ich gerne allein sein. Ich brauche etwas
Zeit zum Nachdenken.“ Die Worte hallten in ihrem Kopf. “Ich brauche etwas Zeit
zum nachdenken.“ Das waren die letzten Worte, die sie an ihre Liebste gerichtet
hatte, ehe sie gegangen war. Waren diese Worte wirklich wahr? Brauchte sie
wirklich Zeit, in der sie alleine sein konnte oder war das nur eine Ausrede,
weil sie Angst hatte ihre Entscheidung nicht frei treffen zu können, wenn ihre
Liebste in der Nähe war? Ein schwerer Seufzer entwich durch Jennis Mund. War
sie wirklich schon so weit, dass sie Kiara belügen musste? Die Geräusche in
ihrer Umgebung waren leiser geworden, auf dem Hauptgang waren viele Stimmen und
Schritte zu hören gewesen, Dinge die ihr zuvor nie aufgefallen waren. Das
Kampftraining hatte ihre Sinne geschärft, unbewusst achtete sie auf vieles, was
ihr früher entgangen war. Leute in weißen Kleider, die scheinbar ziellos
umherirrten und dennoch einem genauen Plan folgten, waren an ihr vorbeigetreten
oder hatte sie in ihrem schlendernden Gang überholt. Familienangehörige von
Patienten hatten sich nur wenige dort aufgehalten, es war Nachmittag und ein
Arbeitstag, der größte Teil der Bevölkerung arbeitete oder war in der Schule.
Trotz ihrer hervorragenden Wahrnehmung war ihr dennoch etwas entgangen, ihr
eigener glasiger Blick. Scheinbar ohne Ziel war sie langsam durch den Gang
getreten, in Gedanken versunken. Erst als ein junger Mann, der anscheinend als
Pfleger arbeitete, sie ansprach, hatte sie reagiert. Rasch hatte sie ihm
erklärt, dass sie ihren Vater besuchen wolle und zum Zimmer 3.12 musste.
Scheinbar war dem jungen Mann bewusst, um welchen Raum es sich handelte, denn
in seiner Mine veränderte sich etwas. Trotz aufgesetztem Lächeln konnte Jenni
in seinen Augen das Mitleid erkennen. Er nickte, erklärte ihr kurz wo sie lang
musste und fügte zum Schluss noch hinzu „Es tut mir wirklich leid, wir tun was
wir können, um ihm zu helfen.“ Nachdem sie sich bedankt hatte, war sie wieder
vorangeschritten, bis sie schließlich hier gelandet war. Eigentlich hatte die
junge rothaarige Frau sich immer vorgestellt, dass ihr Schicksal einmal auf
einem Schlachtfeld oder in einem Besprechungsraum entschieden würde, doch der
Schritt der vor ihr lag, schien viel größer, als alle zuvor. Die weiße glatte
Oberfläche der Tür warf das Licht, welches vom Gang her leuchtete, zurück, und
ein Schatten mit scharfen Konturen zeichnete sich darauf ab. Mit jedem
Zentimeter die ihre Hand sich der Tür näherte, kam auch die schwarze, finstere
Hand ihr näher. Es schien als wolle ihr Schatten nach ihr greifen, um ihre Hand
zu packen. Erst wollte sie zögern, zurückweichen von dem Gedanken, was sie
vorfinden könnte. Solange sie die Realität nicht kannte, konnte sie sich ihr
eigenes Bild machen, ein Bild ,das erträglich war, ein Bild, das ihren Vater
friedlich schlafend zeigte, fern von Schmerz und Trauer. Doch sie hatte sich
entschieden. Wenn sie jene Entscheidung treffen wollte, die über ihre Zukunft
entscheiden würde, musste sie sich der Realität stellen und wenn sie auch noch
so grausam war. Wenn sie ihre Wahl erst einmal getroffen hatte, würde es kein
Zurück mehr geben. Gepackt von neuer Entschlossenheit und erfüllt vom Willen,
dem was geschehen war, endlich ins Gesicht schauen zu können, machte sie einen
Schritt nach vorne. Die Tür öffnete sich wie erwartet, nachdem sie sanft
berührt worden war, automatisch. Noch immer geistig etwas abwesend ,hatte sie
zu Boden geblickt, als sie nach vorne getreten war. Ihre Reflexe bewahrten sie
vor einem Zusammenstoß. Durch die sich gerade öffnende Tür war eine junge Frau
getreten, die offensichtlich als Krankenpflegerin arbeitenden Brünette hatte
ein hastiges Tempo drauf gehabt und war auf einen Zettel ,der auf ihrem Tablett
mit diversen Hygieneartikeln lag, fixiert gewesen. Instinktiv waren Jennis Arme
hochgeschossen, um die ihr entgenkommende Person aufzuhalten. Diese zuckte
zusammen, als sie einen plötzliche Bewegung vor sich sah und erstarrte im
nächsten Moment. Die beiden jungen Frauen standen sich einen Moment lang genau
gegenüber, Jenni blickte direkt in zwei nussbraune Augen, deren Pupillen vor
Schreck geweitet waren. Nun riss ihr Gedankenfluss ab und sie realisierte, was
gerade geschehen war. Eilig zog sie ihre Hände welche die Pflegerin an den
Hüften auf Distanz gehalten hatte los. „Tut mir leid, ich war gerade etwas in
Gedanken versunken.“ „Ach, halb so wild, ist ja nichts geschehen… ich nehme an
sie sind die Tochter des Patienten Parker, nicht wahr?“ Ohne nachzudenken
nickte sie. „Ja“ Die junge Frau vor ihr biss die Zähne zusammen, auch ihr waren
die unangenehmen Gefühle deutlich anzusehen. „Es tut mir wirklich sehr leid was
geschehen ist, der Zustand ihres Vater ist stabil und sie können ihn besuchen,
es ist uns leider bisher nicht gelungen….“ „Schon ok, ich weiß.“ Sie hatte die
Krankenschwester unterbrochen, jedoch ohne harsch zu klingen und trat nun an
ihr vorbei, Schwermut überkam sie plötzlich. „Danke“, war das letzte, was sie
der jungen Frau noch sagte, ehe sie in den Raum trat und die Tür hinter ihr
geräuschlos zu glitt.



Das Zimmer war klein aber freundlich eingerichtet. Ein großes Fenster in der
Außenwand ließ viel Sonnenlicht herein, welches von dünnen Vorhängen etwas
abgeschwächt wurde. Neben dem großen Krankenbett befand sich noch ein kleiner
Tisch mit zwei Stühlen, ein an der Wand befestigtes Display und einige kleine,
in die Wände eingelassene Schränke in dem Raum. Unter anderen Umständen wäre
das Zimmer richtig gemütlich gewesen, doch für Jenni fühlte es sich an wie der
Aufenthalt in einer Leichenhalle. Schuld daran waren der reglos daliegende
Körper und die daran angeschlossenen Instrumente, die ein leises gleichmäßiges
Piepsen von sich gaben. Der Anblick ihres Vaters schmerzte, doch es war ein
vertrauter Schmerz. Sie atmete einmal tief durch, ehe sie an das Bett herantrat
und den schlaffen Körper darauf musterte. Trotz aller Gegenwehr konnte sie
spüren, wie ein warmes Rinnsal über ihre Wange floss. Eilig wischte sie die
Tränen aus ihren Augen, ein schwaches Lächeln huschte über ihr Gesicht. „Hei
Dad… ich schätze die Sache mit “ein Soldat heult nicht“ muss ich noch üben… es
tut mir leid ,dass ich erst jetzt komme, ich… ich hatte Angst.“ Obwohl Jenni
genau wusste, dass ihr Vater ihr nicht antworten würde, entspannte es sie mit
ihm zu reden, auch wenn er wahrscheinlich nicht einmal hörte was sie von sich
gab. „Ich bin hergekommen, weil ich jemanden zum reden brauche, jemand der mir
zuhört und dem ich alles sagen kann…“ Sie griff nach einem der Stühle und
stellte ihn neben das Bett. Ihr Vater lag mit ausdruckslosen Gesicht und etwas
blasser Haut auf dem Rücken im Bett. Die Decke, die ihm bis zu den Schultern
hochgezogen war, bedeckte seinen Körper. Jenni wollte nicht sehen, was darunter
lag, seine Verletzungen mussten schlimm gewesen sein, dass er ins Koma gefallen
war. Einzig seine Hand holte sie vorsichtig unter der Decke hervor und legte
die ihre darauf. „Dad, ich weiß das hier ist eigentlich nicht der richtige
Moment, aber ich weiß sonst niemanden mit dem ich darüber reden könnte. Der
Angriff, die Leute, die unsere Familie getötet haben, die Mom…“ Wieder stiegen
Tränen in ihren Augen auf und sie fühlte sich, als würde eine glühende Nadel in
ihrem Herzen stecken. „Die uns Mom genommen haben, sie gehören zu Cerberus…
aber das wusstest du sicher längst. Du hattest schon immer ein gutes Auge für
sowas. Wir wissen zwar wer es war, aber uns fehlen die Beweise. Ich verspreche
dir, wir werden welche finden und… Du warst selbst bei der Allianz, ich brauche
dir also nicht zu sagen, wie das da abläuft. Reeston kennst du ja auch, du
verstehst sicher was ich meine.“ Sie stoppte einen Moment und warf kurz einen
Blick aus dem Fenster, die Sonne stand tief über der winterlichen Landschaft
und brachte diese zum glitzern. Ihr Blick wanderte zurück zu ihrem Vater der
immer noch unverändert dalag. „Sie werden nichts unternehmen… ist es nicht so?
Du kennst die Verantwortung dieser Leute besser als ich… ich wünschte du
könntest mir helfen. Jedenfalls, ich muss eine Entscheidung treffen die sehr
sehr wichtig ist. Ich kann nicht zulassen, dass die Schweine, die dir das
angetan haben ungeschoren davonkommen…. Ich werde vielleicht etwas dummes tun
müssen…“ Vorsichtig umschloss sie seine Hand mit den ihren, hob sie etwas hoch
und legte ihre Stirn dagegen. „Du musst mir helfen, ich weiß nicht was ich tun
soll.“



Langgezogene Schatten überzogen das Land und verschlangen es Meter um Meter.
Nichts vermochte ihrem Vorrücken Einhalt zu gebieten, außer der
Menschengeschaffenen Lichtquellen. Deren Leuchten konnte die Schwärze der Nacht
aus den Städten und Gebäuden vertreiben. Und doch umfing die Nacht sie alle und
ließ Stille einkehren. Eine Stille, die bereits eine ganze Weile anhielt, ehe
ein leises Piepen sie zerriss. Nachdem sie versucht hatte es zu ignorieren, um noch
ein paar weitere Minuten in der seltsamen Geborgenheit, die sie verspürte
verweilen zu können, quittierte sie den Alarm. Sie musste sich wieder nach
draußen begeben, ihr Transport würde gleich ankommen und nicht erfreut sein,
wenn er auf sie warten musste. Widerwillig erhob sich die junge Soldatin von
ihrem Stuhl. Die zwei Stunden, die sie hier verbracht hatte waren schnell
vorbei gewesen. Sie hatte ihrem Vater viele Dinge erzählt, die sie bedrückten
oder ihr Sorgen machten. Auch hatte sie ihm gesagt wie es jetzt weiter gehen
werde. Jenni hatte ihre Entscheidung getroffen, das Gespräch mit ihrem Vater
hatte ihr verdeutlicht, dass sie ihren Entschluss längst getroffen hatte, als
sie hier angekommen war. Das einzige was ihr gefehlt hatte war ein Grund, eine
Motivation die sie dazu antrieb ihr Ziel bis zum bitteren Ende zu verfolgen.
Nachdem sie ihren Stuhl wieder zurück an den Tisch gelegt hatte, trat sie noch
einmal an das Bett heran. „Dad, wenn ich vor dir Mom folgen sollte, werde ich
an der Tür auf dich warten, denn da wo sie jetzt ist, werden sie mich nicht
mehr reinlassen… wenn das alles vorbei ist, werde ich dich wieder besuchen.“
Sie lehnte sich etwas nach vorne und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Schweren
Gemütes richtete sie sich erneut auf und wandte sich in Richtung der Tür. Die
Schwester, die sie erschrocken ansah, ignorierte sie dabei völlig. Der Blick
der Pflegerin zeigte deutlich, dass sie zumindest den ersten Teil von Jennis
Worten verstanden zu haben schien.




An dem Punkt endet es leider auch schon wieder, ich hoffe das es euch die Weihnachtszeit zumindest etwas versüssen konnte und freue mich auf Geschenke in Feedback-form von eurer Seite :innocent:

Leider muss ich an dem Punkt auch noch eine etwas weniger fröhliche Nachricht anbringen, da Neujahr und Weihnachten sowie seit langem mal wieder Urlaub anstehen werde ich die Geschichte nach diesem Kapitel etwas ruhen lassen.... zumindest bis nächstes Jahr. Ich werd im Januar wieder anfangen mit schreiben, ich brauch mal n Moment Pause um einfach abzuschalten^_^

Ich bin mr sicher das ihr das versteht^^

Freundliche und Weihnachtliche Grüsse Elite 

#623
Zerydal

Zerydal
  • Members
  • 519 messages
No metal bawxes it can not be what a heresy ^^ naja dann ruhe in Frieden :D

Modifié par Zerydal, 25 décembre 2013 - 06:58 .


#624
jjhghd

jjhghd
  • Members
  • 14 messages
Das Kapitel ist mal wieder total spannend. Freu mich schon auf das nächste :)

#625
TomHengst

TomHengst
  • Members
  • 124 messages
Leute.. sucht euch nen verleger :)
Ich will das als Buch sehen !