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Super Awesome Stories: Aftershock, Sense of Smell, Bleeding Memories, Salvation etc.


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649 odpowiedzi w tym temacie

#626
Zerydal

Zerydal
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Naja da könnte es eine nette Klage von Seiten EA/Bioware geben da ihre IP verletzt wird also müsste man wohl vorher mit einer Englischen Variante zu denen gehen und sagen lests mal durch was sagt ihr dazu usw usw. bezweifle aber das Elite da eine Chance hätte seine Geschichte für Bioware zu veröffentlichen und das meine ich nicht weil ich seine Geschichte scheiße o so finde das da drinnen sehr viel Arbeit steckt ist mir sehr wohl bewusst also bitte steinigt mich bitte nicht :D

#627
elitedefender2

elitedefender2
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STEINE ich brauch STEINE holt mir mehr STEINE!!
Ne ganz ehrlich, ich denke nicht das ich für einen Verleger genug gut schreibe, natürlich würde es mich freuen aber wahrscheinlich würde da nicht viel draus werden. Die Sache mit den Rechten wäre leider wirklich ein Problem, weshalb ich mich vorerst mit Online Veröffentlichungen begnügen werde.
Danke aber an dich Tom, ist n grosses Lob das du in der Geschichte das Potenzial siehst^^

#628
TomHengst

TomHengst
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@Zerydal
Sollte bloß ein Lob sein ;)
@Elite
War mir eine Ehre !

#629
elitedefender2

elitedefender2
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 So jetzt melde ich mich wieder. Mir die Zeit von Weihnachten bis Neujahr freizunehmen hat wirklich gut getan, ich hatte etwas Zeit einfach mal zu entspannen. 

Aber jetzt ist diese Zeit vorbei und ich hoffe euch auch in diesem Jahr wieder viele spannende Kapitel liefern zu können. ^_^

Anfangen tun wir damit gleich jetzt... 

Kapitel 47

 

„Das wird so niemals funktionieren, wie wollt ihr
das bewerkstelligen? Ihr würdet sofort auffliegen.“ Jeremys Stimme klang fest
und selbstsicher, ganz anders als noch vor wenigen Minuten.

Er war von seiner Kameradin via UW kontaktiert
worden, Jenni hatte ihn gebeten sich mit ihr zu treffen. Es war eigentlich
nichts ungewöhnliches dabei sich mit seinen Kameraden zu treffen, auch wenn er
kaum mehr direkt mit ihnen zu tun hatte so tat er doch immer noch sein bestes
sie zu unterstützen. Er leitete wichtige Informationen weiter, organisierte
Gebäudepläne oder Informationen über feindliche Truppenstärke und Geländebeschaffenheit.
Es war für ihn immer erhebend zu sehen dass seine Freunde ihn immer noch als
einen Teil der Einheit sahen obwohl er seit seines Unfalls beim Absprungtraining
nicht mehr mit ihnen kämpfen konnte. Nicht selten zuckte er nachts zusammen und
fand sich verschwitzt in seinem Bett liegend wieder, vor dem geistigen Auge die
verblassenden Bilder jenes Tages. Die Schmerzen waren längst verschwunden doch
das seltsame entsetzte Gefühl blieb noch immer. Wann immer er die letzten
Momente seiner Karriere als Kämpfender Soldat durchlebte sah er auch das
Gesicht seiner Kameradin. Jenni wahr ihm damals zur Hilfe geeilt, auch wenn
diese sich hauptsächlich auf einen Schlag an den Kopf beschränkte. Oft hatte
die Erinnerung ihn mit einem wehmütigen Lächeln zurückgelassen, einen Freund
K.O. zu schlagen um ihn vor schlimmeren Schmerzen zu bewahren war nicht gerade
das was ihm bei „Erste Hilfe“ in den Sinn kam. Als er in den besagten Raum
getreten war hatten ihn dort gleich zwei seiner Kameradinnen erwartet. Obwohl
er sich stets gefreut hatte mit ihnen reden zu können war diesmal etwas anders.
Der Raum schien von einer unnatürlichen Kälte erfüllt zu sein, die erdrückende
Stimmung erstickte das ansatzweise Lächeln in seinem Gesicht Augenblicklich.
„Was ist denn los?“ „Jeremy, wir haben nicht viel Zeit, ich werde mich nicht
wiederholen also hör mir bitte gut zu.“ Was in den nächsten zwei Minuten folgte
brannte sich in Jeremys Verstand ein. Seine beiden Kameradinnen hatten ihm ein
Vorhaben offenbart das ihn hätte entsetzen müssen, doch schienen seine Gefühle
sich im Unklaren zu sein. „Das wird so niemals funktionieren, wie wollt ihr das
bewerkstelligen? Ihr würdet sofort auffliegen. Jedes Shuttle das in irgend
einer Form abheben will muss vorher um Erlaubnis ersuchen. Wenn ihr nicht im
Flugplan eingetragen seid werdet ihr keinen Kilometer weit kommen ehe man euch
abschiesst… Ich brauche euch sicher nicht zusagen das ihr diese Erlaubnis
niemals kriegen werdet wenn ihr nicht eine genaue Missionsbeschreibung
einreicht die den Einsatz eines Shuttles rechtfertigt… Und denkt besser gar
nicht dran das reinzuschreiben was ihr mir gerade erzählt habt, das würde euch
nämlich wirklich einen Freischein einbringen, aber nicht für die Shuttles.“
Nach dem sich der junge Mann ziemlich in seine Erklärungen reingesteigert hatte
um seinen Kameradinnen den Wahnsinn ihres Vorhabens aufzuzeigen entspannte er
sich nun wieder etwas. „Das ist auch der Grund weshalb du hier bist, wir
brauchen die Unterstützung von jemandem der Zugriff auf den Server hat. Wir
brauchen deine Hilfe.“ Jeremy entwich ein Atemstoss durch den Mund und er
schüttelte ungläubig seinen Kopf. „Ihr meint das also tatsächlich ernst?“ Seine
ungläubige Stimme wurde zu einem Flüstern „Das ist doch Wahnsinn… was habt ihr
für einen Plan B?“ Er hob den gesenkten Blick so das er sich mit jenem der jungen
Frau die ihm gegenüberstand traf. In den beiden Smaragden funkelte nicht nur
Wut und Hass sondern ach eiserne Entschlossenheit. „Keinen“ gab diese halblaut
zurück. Beinahe hätte Jeremy gelacht doch er wusste dass seine Kameradin keine
Witze machte. „Das heisst euer ganzer Plan hängt schlussendlich an mir? Das
ganze Unterfangen steht und fällt mit meiner Entscheidung? Du bist Entweder
sehr selbstüberzeugt oder hast etwas das dich sicher macht mich überzeugen zu
können…“ „Nein, das einzige was ich habe ist keine andere Wahl. Du gehörst
genauso zu unserer Einheit wie jeder andere auch. Du hast Freunde und Familie
verloren wie wir auch. Du wirst zwar nicht kämpf….“ „Nein!“ Etwas erschrocken
stockte Jenni, sollte ihre ganze Planung umsonst gewesen sein? Sollte das
Versprechen an sich selbst bereits jetzt gebrochen werden? Jenes das sie sich
gegeben hatte als sie die Hand ihres Vater gehalten hatte und ihn vielleicht
das letzte Mal leben gesehen hatte? Noch ehe sie ihre schlimmsten Erwartungen
weiter spinnen konnte fuhr ihr Kamerad fort. „Du hast recht, ich werde nicht
mitkämpfen können, nie wieder. Ich habe meine Familie verloren genau wie viele
von euch aber etwas unterscheidet uns, ich hätte nie die Chance gehabt sie zu
verteidigen, ich hätte nicht mal was tun können wenn ich da gewesen wäre.“
Jeremy hatte sichtlich mit sich zu kämpfen, was er sagte stimmte leider. Jenni
hatte bis jetzt gar nicht daran gedacht, Jeremy sass auf dem Stützpunkt fest,
er hatte erst drei Tage später nach Sunsetbay reisen können um seine Familie zu
sehen. Da er der einzige Verwandte in der Nähe war hatte er den gesamten
Papierkram erledigen müssen. Drei Tage lang hatte er darauf warten müssen seine
Familie ein letztes Mal zu sehen, als kalte leblose Hüllen im Kühl Fach einer
Obduktionshallte. „Du willst von mir dass ich dir hierbei helfe, mich strafbar
mache, ein Verbrechen begehe. Ich bin nie mit Cerberus in Kontakt gekommen, ich
habe ihnen nie etwas getan, hat das sie daran gehindert meine Familie feige zu
ermorden? Nein!“ Unsicher was sie antworten sollte lies Jenni ihre Antwort aus.
Auch Arsilia schien nicht zu wissen womit sie eine Solche Aussage kontern
sollte. Es war Jeremy anzusehen dass ihm die Sache nahe ging, er unterdrückte
jedoch seine Tränen. Als hätte jemand einen Schalter tief in seinem Inneren
umgelegt veränderte sich der Gesichtsausdruck des jungen Soldaten. Seine
Muskeln entspannten sich und eine Emotionslose Maske entstand. Was seine
Kameradinnen nicht wissen konnte war das Jeremy sich geschworen hatte die
Trauer hinter sich zu lassen um weiter zu machen. Nach dem er seine Gefühle
runtergeschluckt und in der Tiefsten Spalte seines Seins weggeschlossen hatte
blieb nur noch der Wille die Schuldigen bluten zu lassen. „Ihr werdet sie
umbringen oder?“ Die Worte kamen mit einer Kälte und einer Entschlossenheit
über die Lippen des Biotikers die Jenni erschaudern lies. Sie verstand die Wut
ihres Kameraden gut, selbst wenn sie die Erlaubnis und die Möglichkeit hätten
zu kämpfen würde ihm die Genugtuung verwehrt bleiben. Diese Gefühl der
Machtlosigkeit musste unerträglich sein und sie empfand Mitleid mit Jeremy.
„Ja, gleiches wird mit gleichem vergolten, wir…“ „Gut“ er unterbrach sie
abrupt. „Ich kann nicht daran teilhaben also brauche ich nicht im Detail zu
wissen was ihr vorhabt, ich vertraue euch Gerechtigkeit walten zu lassen, auch
für mich. Du willst das ich mich der Beihilfe zum Mord schuldig mache… du gibst
mir die Möglichkeit Rache zu finden für meine Gefallen. Du bist meine Kameradin
und ich schätze dich wirklich sehr darum versteh mich nicht falsch. Das hier
tue ich nicht nur für dich, das hier tue ich in erster Linie für meine Eltern
und meine Schwester… ich habe nur eine Bedingung. Ich kann euch hierbei nicht
folgen also wirst du auch für mich Vergeltung üben müssen.“ Mit einer Mischung
aus Erleichterung das ihr Plan aufgegangen war du dem Entsetzen das sie diesen
Schritt nun wirklich gehen würde sah sie ihren Freund an. Dieser bot ihr die
Hand dar um ihren Packt zu besiegeln. Nach kurzem zögern ergriff sie die Chance
die sich ihr bot, die Chance auf einen Ausweg aus der Verzweiflung und zugleich
einen Abstieg in die Finsternis. „Das werde ich, verlass dich drauf.“ Er nickte
schwach und beugte sich etwas vor. „Also wie sieht der Plan aus?“ Nun trat
Arsilia in Aktion. Die Asari hatte sich bisher sehr zurückgehalten und das
Gespräch etwas distanziert verfolgt. „Also wir werden fünf Shuttles, unsere
Absprungausrüstung und Waffen brauchen. Es hat sich gezeigt dass in drei Tagen
der Optimale Zeitpunkt ist. Reeston wird nicht hier sein, da er Erics Trupp
besucht um neue Anwärter für N7 zu inspizieren. Damit ist das Grösste Hindernis
aus dem Weg geschafft, denkst du du schaffst das?“ Jeremy legte seine Stirn in
Falten und rieb sich die Schläfe. „Was wollt ihr als Grund für den „Ausflug“
nehmen?“ „Eine Übung, ein Simulierter Kampfabsprung auf einem benachbarten Planeten…“
„Schwierig, es ist zwar normalerweise so das keiner höherrangige Befehle
hinterfragt aber…“ mit einer ausholenden Geste begann Jeremy zu erklären. „Im
Normalfall wird die Kontrollstation nur nachsehen ob der Start genehmigt ist.
Die Piloten werden den Eintrag im Flugplan sehen und sich über die freie Zeit
freuen und das Arsenal die Freigabecodes überprüfen und das wars. Wenn nichts
Besonderes dabei ist wird niemand etwas merken. Den Planeten zu verlassen ist
dabei schon etwas schwerer, mit der Signatur, beziehungsweise der Genehmigung
von Reeston wird trotzdem keiner Fragen stellen… wer fliegt eigentlich? Ich
glaube kaum wo ihr einen der Piloten überreden könnt euch schnell anderswo
abzusetzen.“ „Wir haben eigene Piloten, einige von uns haben einen Crashkurs
absolviert“ warf Arsilia auf Jeremys frage ein. Dieser sah sie mit grossen
Augen an. „Macht ihr Witze? Wisst ihr wie lange ein Pilot trainieren muss um
überhaupt für einen Gefechtsflug zugelassen zu werden?“ „Heisst das es ist
nicht möglich?“ kam es abrupt von Jenni. „Möglich schon aber wenn die Piloten
rauskriegen das Amateure ihre Shuttles lenken sollen dann rennen die Reeston
die Bude ein. Wenn einer rauskriegt das ihr fliegen wollt ist die Sache
gelaufen…. was mir aber fast mehr Sorgen macht sind die anderen Ausbilder. Wenn
ich deren Einsatzplan umkrempeln muss werden sie sicherlich nachfragen und wir
werden auffliegen. Besonders Tirana könnte uns hier in die Quere kommen, sie
scheint allgemein nicht sehr gut auf dich zu sprechen zu sein…. Wenn das klappt
sollte der Start nicht sehr schwer sein. Wie wollt ihr es von der Zeit her
organisieren?“ Arsilia warf erst Jeremy und dann Jenni einen fragenden Blick
zu. „Wegen der Rückkehr, ihr müsst auch irgendwann wieder hierher zurückkommen,
mehr als 24 Stunden liegen nicht drin, da bräuchte ich eine spezielle
Genehmigung….“ „Ich glaube das Problem stellt sich eh nicht, wir müssen
Springen um unser Ziel zu erreichen, spätestens dann wissen die eh das was
nicht stimmt“ erwiderte die rothaarige Biotikerin. Jeremys nachdenkliche Mimik
wich einer entsetzten Mine. „Was, ich dachte die Sache würde unter dem Radar
verlaufen?“ „Das geht leider nicht. Es gibt gleich mehrere Punkte die das
unmöglich machen. Erstens wird der Munitionsverbrauch auffallen, wir dürfen
nicht einfach auf anderen Planeten rumballern. Zweitens wird Reeston
feststellen das da etwas mit dem Plan nicht stimmt da er die Übung nie
angeordnet hat und drittens müssen wir, wie bereits gesagt, springen…“ „So war
das aber nicht vorgesehen, wenn ich dennoch mitmache werdet ihr zwangsläufig
geschnappt. Damit würde ich nicht nur mein sondern auch euer aller Leben ruinieren.
Das kann ich nicht.“ „Ich kann dich zu nichts zwingen, und das will ich auch
nicht. Ich weiss wie viel ich von dir verlange und wenn du das nicht tun
möchtest verstehe ich das auch. In dem fall bitte ich dich lediglich alles zu
vergessen was du hier gehört hast.“ Jenni warf einen kurzen Blick zu Arsilia
und deutete ihr mit einer Geste an ihr zu folgen. Ungläubig folgte diese nach
einem Moment des Zögerns ihrer Kameradin her. Als die beiden schon fast die Tür
erreicht hatte überwand Jeremy den sie zurückgelassen hatte seine
Schreckstarre. „Woher weisst du überhaupt wo du hin musst?“ Jenni hielt in ihrer
Bewegung inne und ein Lächeln ihrerseits blitze auf. „Ein guter Freund hat mir
geholfen.“

 

„Los aufwachen du Faulpelz.“ Die neckische Stimme
gehörte Larina, der Kommando die bis vor einer Weile noch auf dem STG
Stützpunkt eingeteilt gewesen war. Seine Gedanken glitten ab, zurück in jene Zeit
in der er fast jeden Tag mit der Asari spazieren oder essen gegangen war. Warrek
war damals mit ihr verabredet gewesen und hatte sich kurz in sein Zimmer
verzogen um seine Klamotten zu wechseln war aber eingeschlafen da er die halbe
Nacht wach gewesen war um zusammen mit den Jungs von der technischen Abteilung
ein am Tag zuvor aufgetauchtes Problem zu lösen. Ungewollt war daraus ein
kleiner inoffizieller Wettkampf geworden. Es hatten sie zwei Gruppen gebildet
von denen jede die Lösung schneller hatte finden wollen. Der Sieg hatte ihn
viel Schlaf gekostet und schlussendlich dafür gesorgt dass er eingeschlafen
war. Sehr zu seinem Schreck wurde er durch den Anruf seiner Kameradin geweckt.
Sofort nach dem er bemerkt hatte was geschah war er aufgesprungen und hatte
versucht ihr zu erklären was schief gelaufen war, er wurde jedoch durch ein
Klopfen an der Tür unterbrochen. Etwas überfordert hatte er sie um einen Moment
gebeten und war eilig zur Tür getreten um den lästigen Störenfried abzuwimmeln,
schliesslich war er bereits spät dran. Als der Turianer die Tür mit grimmiger
Mine öffnete erstarrte er sofort in seiner Bewegung. Eine junge Asari in
Freizeitkleidung stand an die Wand gelehnt vor der Tür und lächelte ihn frech
an. Sie hob ihren rechten Arm und tippte kurz auf ihr UW, im selben Moment
vernahm er das Piepen das ihm verriet dass der Anruf mit ihm beendet worden
war. Nach gefühlten Äonen von Jahren schaffte er es endlich seine Starre zu
überwinden. „Ah, Larina, ich… ich bin eingeschlafen. Es tut mir wahnsinnig
leid, ich bin gestern erst spät zum schlafen gekommen, wir hatten noch diesen
dummen Wettkampf und….“ Er bemerkte dass er immer noch sein altes Shirt in den
Händen hielt und warf es schnell auf sein Bett. „Ich weiss das ist keine
Entschuldigung, aber es tut mir wirklich leid. Ich hoffe du hast nicht zu lange
auf mich gewartet…“ Sofort warf er einen nervösen Blick auf die Uhr auf seinem
Tisch. Es waren zwanzig Minuten vergangen seit er sie hätte treffen sollen. Die
Asari hatte bis zu diesem Moment nur zugehört und gelächelt, doch jetzt wo
Warrek aus der Türschwelle treten wollte achte sie einen schnellen Schritt auf
ihn zu so das sie einen halbe Meter vor ihm zu stehen kam. „Nein, ich habe
nicht lange warten müssen. Nach zehn Minuten habe ich gewusst dass etwas nicht
stimmt und wollte nachsehen wo du bliebst. Ich habe jemanden getroffen mit dem
du oft zusammen bist und der hat mir gesagt das du wahrscheinlich schläfst. Ich
habe geklopft aber du hast nicht reagiert also habe ich angerufen….“ Während
diesen Worten war sie noch ein wenig näher an ihn herangetreten sah ihn mit
bohrendem jedoch freundlichem Blick an. Der junge Turianer der bereits zuvor
nervös gewesen war stand nun am Rande einer Panik da er nicht wusste wie er
reagieren sollte. „Ähm, das ist“ „Nicht so wichtig, ich habe dich ja noch
gefunden…. Willst du mich nicht reinlassen?“ Nach einem Augenblick schaltete
sein Verstand und er trat ziemlich steif zur Seite. „Doch klar, ich dachte nur
wir würden spazieren gehen.“ „Hm, mir ist heute nicht so nach spazieren, ich
wollte lieber noch ein wenig mit dir reden… schliesslich ist heute ja ein
besonderer Abend.“ Hektisch versuchte Warrek sich daran zu erinnern was er
vergessen hatte doch sein Verstand verweigerte ihm anscheinend den Dienst. „Es
ist ja unsere letzte Möglichkeit…“ Wie von einem Schlag ins Gesicht getroffen
starrte er sie an. „Verflucht, ist es etwa schon heute so weit? Das darf doch
nicht wahr sein, ausgerechnet an unserem Letzten Abend verschlafe ich… ich
weiss nicht wie ich mich dafür entschuldigen soll.“ Larina hatte sich neben auf
sein Bett gesetzt und musste nun kichern. „Nun… für so etwas schwerwiegendes
brauchst du schon eine gute Entschuldigung, ich dachte da an… eine
Rückenmassage“ meinte sie grinsend. Warreks Pupillen weiteten sich als er sie
einen Augenblick lang verdutzt anstarrte. „Bist du sicher?“ fragte er etwas
ungläubig. Anstatt ihm zu antworten zog die Asari ihr Jackett aus unter dem sie
ein Trägertop trug und drehte sich etwas seitlich ab so das Warrek sich hinter
sie auf den Bettrand setzen konnte. „Na komm schon“ meinte sie freundlich und
tätschelte den für ihn bestimmte Platz auf dem Bett. Nach dem er sich zögerlich
gesetzt hatte legte er seine Hände vorsichtig auf ihre Schultern und begann
sachte druck auszuüben. Es dauerte einige Minuten bis er sich wirklich traute
sie zu massieren doch an Larina gab es nichts das für missfallen gesprochen
hätte. Nach dem sie sich ungefähr zehn Minuten hatte verwöhnen lassen und ein
wenig mit Warrek gesprochen hatte biss sie sich auf die Unterlippe was der
Turianer jedoch nicht sah. „Warrek…?“ Sofort zuckte der Angesprochene zurück“
„Oh, hab ich dir weh getan…?“ Noch ehe er sich hätte entschuldigen können fuhr
sie herum drückte ihn rücklings auf die Matratze und brachte sich auf allen
Vieren über ihm in Position. Mit grossen Augen starrte er die blaue Schönheit
vor sich an. „Du weisst dass wir uns heute wahrscheinlich das letzte Mal sehen…
und bevor ich wieder zurück zu den Kommandos muss habe ich mir gedacht könnte
ich mich noch einmal “richtig“ von dir verabschieden.“ Die Art wie sie die
Worte aussprach brachte Warreks Puls zum rasen. Ihr sinnlicher Blick und die
fast schon flüsternde Stimme jagten ihm einen angenehmen Schauer über den
Rücken. „Ähm…“ „Also natürlich  nur wenn
du das auch willst, ich möchte dich hier keinesfalls bedrängen.“ Als er sah
dass sie zurückweichen wollte überkam ihn Panik, er wusste nicht wie er auf die
Situation reagieren sollte und tat darum einfach das erste was ihm einfiel.
Eilig aber dennoch vorsichtig legte er seine Hände an ihre Hüften um sie
festzuhalten. „Nein das ist nicht das Problem, ich war nur etwas überrascht über
dein vorgehen, ich dachte nur du wolltest eigentlich kein Beziehung eingehen
und….“ Ohne im Zeit für weiter Worte zu lassen versiegelte sie seinen Mund mit
ihren Lippen und brachte ihn so zu schweigen. Instinktiv schloss der junge
Turrianer seine Augen.

 

Als
er seine Augen wieder öffnete war das erste das er wahrnahm das schrille piepen
seines UWs das auf dem Tisch am anderen Ende des kleinen Zimmers lag. Er lag in
seinem Bett, Kopfkissen und Matratze klebten an seiner verschwitzten Haut. Noch
ehe er realisierte das er nackt war nahm er einen vertrauten Geruch war und
stellte sogleich fest das etwas nicht stimmte. Ruckartig fuhr er hoch als sein
Verstand die Zahnräder in seinem Kopf ansties. Larinas Geruch war noch da aber
sie war verschwunden. „Lara…“ die Name waren leise über seinen Lippen gekommen
als er die Datentafel bemerkte die neben seinem UW lag und ebenfalls blinkte.
Nun wieder in vollem Besitz seiner Kognitiven Leistungsfähigkeit trachtete er
danach den störenden Lärm loszuwerden. Er richtete sich auf, wobei er
feststellte dass seine gesamten Kleider auf dem Boden lagen anstatt ihn zu
verhüllen. Jetzt kahmen auch die Erinnerungen und Bilder wieder wie es dazu
gekommen war und eine wohlige Wärme durchströmte ihn. Endlich bei seinem Tisch
angekommen griff er nach seinem UW und nahm den Anruf entgegen. „Ja?“ fragte er
geistig abwesend da er noch immer das erlebte revue-passieren liess. „Na
endlich, ich dachte schon du würdest gar nicht mehr rangehen“ meinte eine
neckische Frauenstimme die in ihm für einen Moment die Hoffnung weckte es
handle sich um Larina. Dann jedoch verstand er das es sich um eine andere
Freundin handelte. „Oh hi Jenni, ich hab grad geschlafen…“ „Was? Bei euch ist
doch jetzt erst sieben Uhr abends?“ wurde er unterbrochen. „Ja aber ich habe
grad was erlebt… erzähl ich dir ein andermal…“ die letzten Worte waren
teilnahmslos aus seinem Mund gefallen da er sich komplett auf etwas anderes
konzentrierte. Auf dem blinkenden Datenpad war eine Nachricht… von Larina.

„Hei
Warrek, ich konnte mich leider nicht persönlich von dir verabschieden, da das
nur noch mehr geschmerzt hätte. Wir haben uns mehr Zeit gelassen als ich
angenommen hätte und du hast noch geschlafen aber ich musste gehen. Ich hoffe
dir hat der Abend genaus viel Spass gemacht wie mir, und um deine Zweifel
gleich mal zu zerstreuen, es war alles andere als „Schrecklich“ du musst dir
also keine Sorgen mehr machen. Du magst zwar noch etwas unerfahren sein aber du
bist ein von Herzen guter Turianer. Wünsch mir glück, vielleicht will es die
Göttin ja so und wir sehen uns eines Tages wieder.

Larina

 

PS.
Wenn du etwas findest das mir gehören sollte, wirst du es aufbewahren müssen
bis zu jehnem Tag da ich dir keine Adresse hinterlassen kann.

 

Am
Ende des Textes war ein grinsendes Smiley zu sehen. „Hallo bist du noch da?
Pennst du etwas schon wieder?!“ Erst jetzt drang die energische Stimme seiner
Kameradin wieder zu ihm durch. „Was? Oh tut mir leid, ich hab grad was
gelesen...“ Seine Augen suchten sofort nach etwas auffälligen das nicht hierhingehörte,
etwas was Larina ihm dagelassen haben könnte. „Was gibt’s denn?“ fragte er
neugierig. Nach dem er einige seiner Kleidungsstücke aufgehoben und angezogen
hatte blieb sein Blick an etwas hängen das ihn innerlich zum grinsen brachte.
Auf dem Boden unter seien Kleidern verborgen lag etwas kleines schwarzes mit
einem Zettel drauf. „Ist leider nicht diensttauglich“ stand auf dem
Papierstreifen. Darunter lag ein einfach gearbeiteter schwarzer “String“. Jenni
hatte etwas erzählt das ihm leider entgangen war weshalb er nachfragte. „Tut
mir leid, ich musste grad fremde Unterwäsche einsammeln, was hast du gesagt?“
„Fremde Unterwäsche? Ich hoffe du bist gerade in der Wäscherei…“ „Wie gesagt
erzähl ich dir später“ erwiderte er lächelnd. Er musste gerade daran denken wie
Larina breit grinsend den Zettel geschrieben hatte und das ganze so platziert
hatte dass er es finden würde. „Ich habe gefragt ob du gerade allein bist…“ „Ja
weshal…“ In dem Moment klopfte es an der Tür und selbige glitt nach einer
Sekunde auf. Entsetzt starrte Warrek in den Gang und den beiden Salarianern vor
seiner Tür entgegen. Die beiden jungen Techniker sahen ihn mindesten genauso
überrascht an wie er sie. Sie hatten erwartet das die Tür verschlossen wäre und
Warrek nach einer Ewigkeit verschlafen die Tür öffnen würde und nicht das er
nur in Unterwäsche und Hosen gehüllt, mit einem schwarzen String in den Händen
da stehen würde um sie anzustarren. „Was zur…“ Er wollte gerade zum Protest
ansetzen als er von den beiden unterbrochen wurde. „Oh… wir hatten dich fragen
wollen ob du Verwendung für nen geknackten Fornax Account hast, aber du
scheinst ja andersweitig bedient zu sein…. Wir ähm sehen uns später…“ die Tür
wurde wieder geschlossen und er fassungslos zurückgelassen. „Was?!“ drang eine
fragende Frauenstimme durch sein UW zu ihm. „Tut mir leid, im Moment spielt die
Welt ein wenig verrückt, das waren Freunde von mir, erzähl ich dir…“ „…Später
schon ok aber rede nicht so laut.“ Die letzten vier Worte liesen ihn
zusammenfahren. Das war ihr Code den sie auf der Akademie immer verwendet
hatten wenn sie ungestört reden mussten. Diesen Code verwendeten sie nur wenn
es wirklich wichtig war. Sofort schlug seine Stimmung um und er wurde ernst.
„Moment, ich rufe dich zurück sobald es ruhiger ist.“ Gleich nach dem er
aufgelegt hatte packte er Larinas „Souvenir“ in eine Schublade und zog sich
eilig fertig an. Wenn Jenni ihn so anrief musste es wirklich ernst sein.

 

„Verdammt,
warum bringst du mich bloss immer in Schwierigkeiten? Und warum gerade jetzt?“
Die Gedanken in seinem Kopf gingen ungewohnte Pfade, in den letzten Wochen
hatte er sich prächtig eingelebt und kaum etwas auserhalb des Standards
erlebt. Einzig Larina hatte seine Routine etwas durcheinander gebracht, doch
das hatte sich im Rahmen gehalten. Er stand mitten im Wald auf dem schmalen
Pfad den er in letzter Zeit häufig gegangen war. Sein UW durchlief einige
Prozesse zur Verschlüsselung der Kommunikation. Auch wenn es kaum etwas brachte
so gab es doch ein Gefühl der Sicherheit. Wenn sich jemand der STG auch nur
zwei Minuten Zeit nahm wäre die Verschlüsselung geknackt. „Sie schuldet mir
schon jetzt was“ schoss es durch seien Kopf. Die einzige Chance ohne sofort
erwischt zu werden zu kommunizieren war einen der im Orbit befindlichen Satelliten
direkt anzupeilen. Das war zwar extrem unsicher und wurde genau deshalb nicht
gemacht aber dafür unauffällig. Bei einer so kleinen Datenmenge würde das kaum
auffallen. „Na dann…“ seine Finger tippten einige kurze Befehle ein und das UW
baute ein unsichtbare Verbindung auf. „Mach schnell“ zischte er ungeduldig.
Nach einem Moment  in dem nichts
geschehen war ertönte ein kurzes knacken und anschliessend eine Stimme zu
hören. „Das hat aber lange gedauert.“ Das die Worte sarkastisch gemeint waren
konnte er mit Bestimmtheit sagen auch wenn er das Gesicht seiner Freundin nicht
sehen konnte. „Also, es ist jetzt so ruhig wie ich es hinbekomme… warum
scheuchst du mich hier so durch die Gegend.“ „So ruhig wie du es hinbekommst?“
Erstaunt und auch etwas enttäuscht über das Misstrauen wollte er sie
zurechtweisen, lies es aber sein. Wie er gleich erfahren sollte hatte sie auch
jeden Grund misstrauisch zu sein. „Du wirst mir vertrauen müssen“ erwiderte der
junge Turiner. Ein leises Schnaufen das wahrscheinlich mit einem lächeln
einherging war scheinbar die einzige Antwort die er erhielt. „Wenn du wüstest
wie sehr da stimmt… Warrek, ich muss dich um einen Gefallen bitten. Es ist
etwas das ich dir wahrscheinlich nie wieder zurückzahlen kann und vielleicht
der letzte Gefalle um den ich dich je bitten werde.“ Mit den letzten Worten
ihrer Freundin war auch die letzte Farbe aus dem Gesicht des Turianers
gewichen. Mit offenem Mund starrte er in die Ferne. „Was?“ seine Lippen formten
das Wort tonlos. „Hör mit jetzt gut zu, ich werde mich nicht wiederholen…“
Jeder Satz den er von seiner Freundin hörte war ein weiterer Stich ins Herz.
„Wie gut bist du über das Geschehen in Sunsetbay im Bilde?... Es hat einen
Angriff gegeben…“ sie fuhr fort ehe Warrek die Gelegenheit gehabt hätte zu
antworten. „Von meiner Einheit sind jetzt ca. 95% Vollwaisen, mich
eingeschlossen…. Zumindest fast, mein Vater liegt im Koma aber er ist auch
schon der einzige der mir geblieben ist.“ Nun endgültig erschlagen von den
Worten seiner Freundin schienen seine Beine nachgeben zu wollen. Nach dem er
sich auf einen Baumstumpf der etwas abseits des Weges lag gesetzt hatte strich
er sich über die Schläfe, verzweifelt auf der suche nach einer Erklärung.
Scheinbar selbstständig tippte seine Hand einen Befehl ein und öffnete eine
Bildübertragung, er wollte seiner Freundin in die Augen sehen können. „Das ist
ein geschmackloser Witz oder?“ stiess er mit fast schon flehender Stimme
hervor. Nach ein paar Sekunden tauchte das Gesicht der Rothaarigen Biotikerin
auf dem Holodisplay vor ihm auch. Ihr Blick zeugte von grosser Trauer aber auch
von etwas kaltem finsterem das Warrek noch nie in ihren Augen gesehen hatte.
Ohne Kommentar schüttelte sie langsam ihren Kopf. Es wurden etwas mehr als
hundert Leute getötet.“ „****“ Er wusste nicht was er sagen sollte weshalb er
wie gebannt vor sich auf den Boden starrte. Erst als Jenni weiterredete wurde
er wieder in die Realität zurückgeholt, „Das lässt sich leider nicht mehr
ändern also müssen wir nach vorne blicken… der Angriff geht auf das Konto von
Cerberus, vielleicht als Revanche für die beiden Stützpunkte die wir ihnen
ausgehoben haben....  ich weiss es nicht. Aber eines weiss ich, die Allianz wird nichts dagegen tun also werden wir das selbst in die Hand nehmen müssen.“ Sie machte kurz eine Pause ehe sie
weiterredete. Dabei setzte sie einen Blick auf dem sich Warrek nicht entziehen
konnte. Er wusste das die junge Frau äusserst entschlossen sein konnte diesmal
machte ihm genau diese Eigenschaft Angst. „Und hierfür brauche ich deine
Hilfe.“ „Was? Was hast du vor, ich habe ein ganz mieses Gefühl bei der Sache.“
„Ich brauche von dir nur eine kleine Information. Ich muss wissen wo die nächstgelegene grössere
Basis von Cerberus liegt. Kannst du irgendwelche Informationen und Koordinaten
auftreiben?“ Eine düstere
Vorahnung schlich sich in seinen Verstand ein. „Warum brauchst du die?“ Auch
wenn er eigentlich wusste was sie vorhatte so wollte er es och aus ihrem Mund
hören. „Ist das wichtig?“ „Ja das ist sogar verdammt wichtig! Ich will nicht
schuld daran sein das du dein Leben wegwirfst!“ „Das bist du nicht, es ist
meine freie Entscheidung. Damit hast du nichts zu tun.“ Erbost darüber das sie
seiner Frage auswich und ihn behandelte als ginge es ihn nichts an entfuhr im
ein wütendes Schnauben. „Weist du eigentlich was du da von dir gibst? Du redest
von Befehlsverweigerung und…“ „Mord? Ja, ich weiss sehr gut wovon ich rede.“
„Aber…“ „Nein! DU hast keine Ahnung wovon du redest. Ich habe das Massaker an
meiner Familie mit eigenen Augen gesehen, ich habe meine kleine Cousine in den
Armen gehalten nach dem sie feige ermordet worden war. Also sag du mir nicht
wovon ich rede! Denkst du seither sei auch nur ein Tag vergangen an dem ich
nicht um meine Familie getrauert hätte?! Ich habe dich nicht angerufen um mit
dir über die moralischen Bedenken dieser Sache zu reden, entweder du hilfst mir
oder du lässt es sein!“ In ihrer Stimme schwang eine nicht zu verachtende Menge
Wut mit. Warrek starrte sie an als hätte sie ihm eine Ohrfeige verpasst.
„Cerberus wird dafür bezahlen was sie getan haben, mit oder ohne deine Hilfe.“
In seinem Inneren tobte ein Konflikt doch so sehr er sich auch wünschte seiner
Kameradin helfen zu können gelang es ihm nicht. Dafür verantwortlich zu sein
das beste Freundin ihr Leben wegwarf konnte er nicht verantworten. „Es tut mir
wirklich leid aber ich kann das nicht, ich kann dich nicht unterstützen bei
sowas…“ „Verstehe, dann versprich mir wenigstens dass du dieses Gespräch hier
für dich behältst, das schuldest du mir als Freund.“ „Ok, es wird niemand etwas
davon erfahren…“ „Leb wohl Warrek“ Nach diesen Worten wurde die Verbindung
getrennt. Noch immer wie versteinert sass der junge Turianer da. Ihre letzten
Worte hatten etwas so endgültiges. Ihm schnürte sich der Hals zu beim Gedanken
das es vielleicht tatsächlich ihr letztes Gespräch gewesen sein könnte und für
einen Moment war er in Versuchung sie zurückzurufen doch das hätte nichts
gebracht, er würde sie nicht von ihrem Vorhaben abbringen können und ihr helfen
konnte er auch nicht. Gerade als er die Verbindung zu dem Satelliten trennen
wollte blinkte eine Meldung auf. Eine Datei war ihm gesendet worden. Der
Absender war derselbe den er vor wenigen Sekunden noch angerufen hatte. Die
Datei war nicht sehr gross und hatte keinen Namen. Was auch immer Jenni ihm
geschickt hatte war entweder ein Abschiedsgeschenk oder ein letzter versuch ihn
zu überzeugen. Nach ernsthaftem abwiegen ob er die Datei überhaupt öffnen wollte
entschloss er sich schliesslich dafür ihr eine Chance zu geben. Kaum hatte er
auf das Datenpacket geklickt startete sich ein Player und es begann eine
Aufzeichnung sich abzuspielen. Das Video war verwackelt, Warrek erkannte den
Lauf einer Waffe und eine vertraute Strasse. Schwere Atemstösse im Hintergrund
und die Geräusche hastiger Schritte erinnerten ihn an eines der Kriegsspiele
das er schon oft gespielt hatte, nur das ihm hier mit einem Schlag klar wurde
das er nicht irgend eine Fiktive Welt aus den Augen einer irealen Person sah
sondern eine Aufzeichnung, aufgenommen aus dem Blickfeld seiner Freundin. Eilig
pausierte er die Aufzeichnung und schloss sie, sein Verstand ahnte was gleich
kommen würde und das wollte er nicht sehen. Nach dem Warrek die Aufzeichnung
geschlossen hatte und zur Basis zurückgekehrt war verzog er sich direkt in sein
Zimmer und schloss die Tür ab. Am liebsten hätte er laut geflucht weil er seine
Freundin einfach so abgewiesen hatte. Seine Gedanken kreisten noch immer um das
was sich gerade zugetragen hatte. So sehr es ihm auch wiederstrebte öffnete er
doch noch einmal die Videodatei. Nach langem zögern lies er sie weiter laufen.
Die Aufnahme zeigte den weg zu Jennis Haus wie ihm jetzt auffiel. Die Bilder
mitanzusehen wurde mit jeder Minute beklemmender, ihm bildete sich ein Kloss im
Hals als er sah wie sich die Kamera langsam Jennis Haus näherte. Von dem punkt
an ging alles ganz schnell. Urplötzlich sah er sich mit genau der Situation
konfrontiert die Jenni hatte durchleben müssen, sein hundert-zwanzig Zentimeter
Bildschirm und das hochauflösende Format machten das ganze nur noch schlimmer.
Mit aufgerissenen Augen starrte er wie gebannt auf die Bilder die vor seinen
Augen abliefen. Auch wenn er sich abwenden wollte von dem Schrecken der sich
ihm bot lies sein Körper es nicht zu. Doch das Schlimmste waren nicht die
Bilder, das schlimmste waren die Schreie und das Wimmern seiner Kameradin. Die
Aufnahme war unbearbeitet und ungeschnitten und deshalb war alles zu sehen und
zu hören. Der Moment in dem die Aufnahme stoppte war gerade zu erlösend. Sein
Mittagessen hatte gedroht sich zu dem Klos sin seinem Hals zu gesellen.
Kraftlos lies sich der Turianer auf sein Bett sinken.

 

„Habe
ein Geschenk für dich melde dich wenn du es willst“ Mehr hatte nicht in der
Nachricht gestanden die sie knapp eine halbe Woche später erhalten hatte. Da
Jenni keine andere  Option gehabt hatte
als zu beten das Warrek es sich anders überlegen würde hatte sie bis dahin
unbehelligt weiter planen müssen, es war ein gefährliches Spiel bei dem man
sich schnell die Finger verbrennen konnte, nur ein einziger Pfeiler derer der
ihren Plan stützten musste versagen und das ganze Konstrukt würde einstürzen
und sie unter sich begraben. Die Nachricht war gerade rechtzeitig gekommen, am
nächsten Tag würde sie nach Sunsetbay fahren um ihren Vater zu besuchen. Mit
den Informationen die ihr Warrek senden konnte sobald sie nicht mehr im militärischen
Gebiet war würde sie nur noch eine Hürde meistern müssen.

 

„Was
denkst du? Wie sollten wir es ihnen sagen?“ „Wir?“ Jennis frage traf Arsilia
schwerer als die Rothaarige Biotikerin hätte ahnen können. „Ja wir!“ erwiderte
die Asari trotzig. „Hm, das dürfte in der Tat ziemlich schwer werden… du hast
dich doch etwas umgehört oder?“ Die beiden jungen Frauen standen draussen an
die Rückwand der Unterkunft gelehnt und unterhielten sich mit gedämpften
stimmen. Nickend bejahte die Asari, „Ja, ich habe mit den meisten darüber
geredet, einige werden sich uns bestimmt anschliessen, aber bei den meisten
reicht es nicht einfach so. Wir sind zweifellos alle wütend doch damit sie hier
mitmachen wirst du bei den meisten noch ordentlich Überzeugungsarbeit leisten
müssen.“ Mit einem leichten Nicken zeigte die geistige Anführerin der BDF das
sie verstanden hatte. „Wie viele?“ kam es knapp von ihr. Mindesten fünf garantiert,
uns nicht mitgerechnet. Vom Rest wird ungefähr die Hälfte überzeugbar sein, die
Übrigen…. Was machst du eigentlich wenn sich einige weigern mitzumachen?“ „Ich
kann niemanden zwingen mitzumachen, wer sich weigert bleibt hier. Sie brauchen
nur bis in die Shuttles mitzukommen. Ihre Piloten werden einfach den Befehl
erhalten hier zu bleiben und sie somit nie etwas damit zu tun haben. Sie sind
unsere Kameraden und werden behaupten können dass sie von nichts wussten.“ „Du
willst sie einfach so hierlassen?“ Jenni brauchte sich nicht zu ihrer Kameradin
umzudrehen um von deren fragendem Blick zu wissen. „Ich werde mein bestes tun
alle an Bord zu holen aber du musst sehen, nicht alle stehen der Sache so
gegenüber wie wir und das hier ist keine Kleinigkeit.“ Nach längerem Schweigen
sprach die Asari schliesslich einen Punkt an den Jenni lieber unbesprochen
belassen hätte. „Was ist dem mit Kiara? Versteh mich nicht falsch aber sie ist
so eine unschuldige Seele und ihre Mutter hat ja auch überlebt. Ich glaube nicht
das du sie überzeugen kannst.“ Ein Dorn der tief in ihrem Fleisch sass wurde
durch diese Worte angestossen und bohrte sich noch tiefer hinein. Auch wenn sie
genau wusste dass ihre Kameradin recht hatte wollte sie sich nicht damit
befassen. Von allem das sie akzeptieren und aufgeben musste um ihre Rache zu
erhalten war dies der Punkt der am meisten schmerzte. Mit sich selbst ringend
presste sie die Worte hervor, Arsilia sollte nicht merken wie schwer es ihr
viel weshalb sie so ruhig wie möglich blieb. „Wir dürfen keine Rücksicht auf
einzelne nehmen. Ich musste ihr versprechen sie nicht anders zu behandeln als
jeden anderen Soldaten auch wenn es um den Dienst geht, und das werde ich auch
nicht.“ „Kannst du das denn?“ Die Frage war viel zu sanft und fast schon
fürsorglich gesprochen um als Angriff aufgenommen werden zu können. Arsilia sah
wie nahe das Thema ihrer Freundin ging und sie hasste sich dafür es ihr noch
schwerer machen zu müssen aber es gab nun mal keinen Spielraum für Fehler.
„Frag mich das bitte nicht“ meinte die Angesprochene mit gequältem Blick.
„…lass uns reingehen, mittlerweile müssten alle da sein… wir gehen wie
besprochen vor…“

 

 

Wie
immer schien eine freundliche und auch einladende Atmosphäre in der Unterkunft
zu herrschen. Bereits seit längerem, seit dem Zwischenfall in Sunsetbay aber
noch verstärkt fühlte sie sich hier zuhause. Ihr Altes zuhause war zerstört,
nicht durch die Schäden am Haus sondern durch die Erinnerungen und Bilder die
sich für alle Ewigkeit in Jennis Gedächtnis gebrannt hatten und für immer mit
diesem Ort in Verbindung stehen würden. Hier waren all die Leute die ihr noch
geblieben waren, ihre Kameraden, ihre Freunde. Ein weiteres mal lies sie ihren
Blick durch die Runde wandern, Sorgen drängten sich ihr auf, es gab kein zurück
mehr. Sie hatte Ereignisse in Bewegung gesetzt die sie jetzt nicht mehr stoppen
konnte ohne überrollt zu werden. Ihre Gendanken liefen geordnet und trotz der
Anspannung blieb sie ruhig. Sie hatte nun bereits zum dritten Mal gezählt ob
alle anwesend waren. Ausser Arsilia befanden sich alle im Raum. „Ok, bleib
ruhig uns sachlich, du hast nur eine Chance.“ Mit ruhigen Schritten trat sie
einige Schritte vor und stellte sich entschlossen in die Mitte des Raumes.
Plötzlich fühlte sie sich ganz alleine, obwohl sie umgeben war von Leuten die
ihr ans Ende der Welt folgen würden. „Leute, ich muss mit euch reden. Das hier
ist wirklich wichtig, ich wäre euch dankbar wenn ihr etwas näher kommen
würdet…“ Nach dem sie einen Moment gewartet hatte um ihren Freunden die Chance
zu geben sich zu nähern fuhr sie fort. „Also, was ich euch jetzt erzählen werde
ist weder ein Scherz noch sonst in irgend einer Weise als Witz gemeint. Des
Weiteren werde ich mich nicht wiederholen…“ Nach einem letzten tiefen Atemzug
begann sie mit dem letzten Schritt ihrer Vorbereitung. „Ich werde euch vor eine
Entscheidung stellen müssen die vieles in eurem Leben verändern wird,
vielleicht sogar eure ganze Zukunft. Ich weiss das diese Entscheidung schwer
ist weshalb ich jeden von euch, unabhängig davon wie seine Wahl ausfällt
respektiere… und dennoch muss ich wissen ob ihr euch für oder gegen mich
entscheiden werdet.“ Diese Worte hatte sie unter gründlicher Überlegung
gewählt. Auch wenn sie ihren Kameraden vertraute konnte es doch nicht schaden das
eigene Vorhaben in ein möglichst attraktives Licht zu rücken. „Wie wir alle
noch gut in Erinnerung haben ist in Sunsetbay etwas schreckliches passiert, ein
Akt der Feigheit und Ungerechtigkeit, der jeden von uns betrifft. Trotz ihrer
Versuche sich zu verstecken erfuhren wir wer die Schuldigen sind und dennoch,
keiner hat etwas dagegen unternommen, keiner scheint Interesse daran zu haben
das Gerechtigkeit herrscht. Wir haben uns alle aufgeopfert um zu dienen und
unsere Leben für das Wohle anderer aufs Spiel zu setzen, doch sobald wir einmal
Hilfe brauchen wenden sich alle von uns ab. Wir sind gut genug für sie
geradezustehen aber keiner schert sich um uns wenn es unangenehm wird. Aber
wir  sind nicht solange den Pfad des
Kriegers gegangen um uns davon aufhalten zu lassen. Sie lehrten uns zu kämpfen,
sie lehrten uns was Stärke bedeutet. Das man um seine Ziele zu erreichen
Schmerzen und Verzweiflung überwinden muss, und genau dass werden wir tun.
„Während die Allianz ihr möglichstes getan hat die Angelegenheit totzuschweigen
habe ich nach einem Weg gesucht etwas zu unternehmen. Ich kann euch hier die
Gelegenheit bieten das zu tun was niemand sonst für notwendig zu halten
scheint. Ich kann euch die Chance auf Gerechtigkeit geben, die Chance auf
Vergeltung dafür was wir und noch schlimmer unsere Familien durchmachen
mussten. Jene die ohne Grund und Recht getötet wurden um uns zu verletzen.“
Nach dem Jennis Stimme laut und Kräftig gewirkt hatte wurde sie nun leiser und
ruhiger. Doch ich kann das nicht alleine. Es steht mir nicht zu nach eure Hilfe
zu verlangen deshalb öffne ich euch diese Tür, ob ihr sie durchschreitet oder
wieder verschliesst muss jeder selbst entscheiden. Eiserne Stille erfüllte die
Luft. Ihre Kameraden schienen entweder komplett überrumpelt durch die Worte
ihrer Kameradin oder ungläubig. Als würde die Zeit endlos zäh dahin kriechen
musste die Rothaarige Biotikerin gefühlte Ewigkeiten warten ehe sie eine
Reaktion erhielt. Nach dem alle angespannten Blick auf ihr geruht hatten wurden
nun einige Fragende Blicke zwischen den anderen ausgetauscht. „Was meinst du
damit?“ brach es schliesslich aus jemandem heraus. Jenni hatte im erstem Moment
versucht herauszuhören um wessen Stimme es sich handelte doch das spielte
eigentlich keine Rolle. Die junge Biotikerin schluckte den Kloss der sich
während des angespannten Wartens in ihrem Hals gebildet hatte herunter und fuhr
fort. „Ich habe die Koordinaten einer Cerberus Basis wie auch die Möglichkeit
uns mit samt unserer Ausrüstung da hin zu Bringen.“ Nun kam der schwerste Teil,
ein Blick in die Runde der Gesichter um sie herum verriet ihr das viele bereits
erkannt hatten worum es ging. Die Mienen der meisten blieben neutral und schwer
zu deuten doch in den Augen mancher konnte sie es erkennen. Dasselbe Verlangen
wie es auch in ihr brannte. „Und dann?“ Diesmal konnte sie nicht anders als zu
erkennen um wen es sich handelte. Ivana Starrte sie ungläubig und fragen an.
„Dann wird gleiches mit gleichem Vergolten…“ kam es ausgerechnet von Shalera.
Diese hatte schweigend dagesessen und als einige der einzigen nicht gestarrt.
Nun wechselte Ivanas Blick zischen Shalera und Jenni hin und her, ungläubig was
ihre beiden Kameradinnen gerade von sich gegeben hatten. „Das ist doch der Plan,
oder?“ Mit einem leichten Nicken als Antwort vorneweg bekräftigte Jenni
selbiges auch gleich. „Ja, wir werden Cerberus geben was sie verdient haben.“
Die Positionen waren gesetzt, jetzt entschieden einzig die Überredungskünste
der Rothaarigen Biotikerin. Die erste Kritik an ihrem Plan lies auch nicht auf
sich warten. „Was? Ich kann nicht glauben wass ich da höre? Du willst dass wir
uns genau auf dasselbe Niveau hinabbegeben wie die? Mehr noch, du willst dass
wir Menschen töten um uns zu rächen? Was bringt uns dass denn? Wird deine
Mutter dadurch  wieder lebendig? Wacht
dein Vater dadurch wieder auf?“ platzte es aus Deni heraus. „Nein, aber wir
setzen damit ein Zeichen, das wir keine Marionetten sind. Wir werden ihnen
damit vor Augen führen das sie nicht einfach über Menschenleben gehen können
nur weil sie mächtig sind. Niemand unternimmt etwas gegen sie, wie viele müssen
noch sterben bis jemand mal sagt “jetzt reichts!“ Wenn wir alles akzeptieren
was uns wiederfährt und angetan wird wie soll sich dann jemals etwas ändern?
Vergiss nicht, wir sind vielleicht nicht die letzten denen so etwas passieren
wird. Und zudem redest du von meiner Familie, was ist denn mit deinen Eltern?
Ist dir egal was mit ihnen geschehen ist? Ich für meinen Teil werde nicht
einfach still sitzen bleiben! Cerberus hat einen Krieg den wir nicht begonnen
haben zu einer persönlichen Angelegenheit gemacht und ich werde ihnen jetzt die
Quittung dafür liefern.“ „Was ist den eigentlich überhaupt mir Arsilia? Sie ist
im Moment die Anführerin der BDF, was meint sie dazu?“ schritt Selak ein bevor
jemand anderes die Diskussion ob vertretbar oder nicht weiterführen konnte.
„Arsilia ist“ „…dafür“ fiel ihr jemand ins Wort. Als Jenni sich umdrehte
erkannte sie die Asari die in der Tür stand. Arsilia hatte ihren Posten Also
Wache im Gang verlassen als sie ihren Namen gehört hatte. „Ich stehe hinter
dieser Idee“ verkündete sie knapp. Erdrückende Stille kehrte ein ehe Jenni noch
einmal das Wort ergriff. „Auch wenn ich niemanden drängen will schliesst sich
unser Zeitfenster in drei Tagen, bis dahin müsst ihr euch entschieden haben ob
wir als eine Einheit kämpfen werden oder ob ihr weiterhin vor dem davonlaufen
wollt das ihr nicht akzeptieren wollt.“

 

 Das wars auch schon wieder für dieses Wochenende, ich hoffe es hat euch gefallen. Von jetzt an könnt ihr wieder mit einigermassen regelmässigen Posts rechnen, in welchen Abständen weiss ich noch nicht genau, wahrscheinlich so wie bisher. Bis dahin wünsche ich euch zumindes schon mal einen schönen Abend und ne gute Woche
Grüsse Elite

 

Użytkownik elitedefender2 edytował ten post 19 styczeń 2014 - 05:19


#630
jjhghd

jjhghd
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Die Spannung steigt immer weiter. Hört sich aber so an als würde sich das Ende nähren :)

#631
Zerydal

Zerydal
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Ich glaub nicht das ich was damit verrate aber das Ende ist noch fern^^

#632
elitedefender2

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 So nach dem ich jetzt mal wieder eine Ewigkeit gebraucht hab um das Kapitel fertig zu kriegen meld ich mich auch mal wieder. Vorneweg gleich mal ne gute Nachricht, ich hab die Projektarbeit die ich im letzten halben Jahr habe erarbeiten müssen fertig. Jedoch hab ich nur wenig Zeit und dann beginnen gleich 2 neue :unsure: 

Bis dahin sollte aber Kapitel 49 noch drin liegen.... aber eben ich habs nicht so mit Zeitplanung.

Aber kommen wir zum Punkt      .    

Kapitel 48

 

Ein Ruck an ihrer
Schulter riss sie herum, Jenni war gerade aus der Unterkunft getreten um
draussen einen Moment über das nachzudenken was sie gerade verkündet hatte. Es gab
so vieles was nun schiefgehen könnte, es brauchte sie nur ein Mitglied ihrer
Einheit zu verraten und sie hätte alles umsonst geopfert. Doch schlimmer als
all diese Ängste lastete etwas auf ihr, was sie schon sehr bald einholen
sollte. Arsilia warf ihr einen strengen Blick zu, doch Jenni hielt diesem ohne
mit der Wimper zu zucken stand. Diese war ihr gefolgt, kaum hatte sie den Raum
voller verdutzter Soldaten verlassen. „Warum?“ Die Frage kam ohne Erklärung,
die Mimik der Asari verriet nichts über die Gefühle in deren Innerem. „Ich war
es, die verantwortlich ist für dieses ganze Vorhaben, ich war es ,die dich
hierzu bewegt hat. Wieso lässt du mich jetzt einfach aussen vor und bringst das
als deinen Plan?“ „Weisst du noch, als ich dir gesagt habe, dass ich nur eine
Bedingung hätte, damit ich dir helfe...? Das hier war diese Bedingung und du
wusstest das ganz genau. Dir muss doch ebenso klar sein wie mir, dass so etwas
nicht ungestraft bleiben wird und wenn es soweit ist, dann werde ich diejenige
sein, die die Verantwortung übernehmen wird. Ich werde die Befehle während
dieses Einsatzes geben, vergiss das nicht, du hast mir zugesichert, dass du mir
folgen wirst.“ Die Nachtluft war erfüllt von angespannter Stille. Erst nachdem
sie sich sicher war, dass niemand der aus der Unterkunft treten würde sie hören
könnte, hatte Arsilia zu sprechen begonnen, unterhielten sich aber dennoch nur
halblaut. „Ach, darum ging es dir also.“ Ein Atemstoss überkam Arsilias Lippen,
als glaube diese nicht was sie gerade erfahren hatte. „Warum willst du uns alle
beschützen? Denkst du nicht ,dass wir vielleicht selbst Verantwortung
übernehmen  möchten?“ „Ich schätze das
ist das Schicksal einer Anführerin, dass sie manchmal keine Rücksicht auf die
Wünsche ihrer Soldaten nehmen darf, um sie zu schützen“, antwortete die
Angesprochene ihrem Gegenüber. „Es wäre sinnlos, wenn ihr alle auch für etwas
geradestehen müsst, das ich ins Rollen gebracht habe.“ Der Gedanke der sich ihr
aufdrängte, liess sie erschaudern. Jenni war dabei alles aufzugeben was sie
erreicht hatte und nun wollte sie auch noch das gesamte Schuldmass alleine
tragen, um sie und ihre Kameraden zu entlasten. Eigentlich hätte sie sich
schrecklich fühlen müssen solch ein Angebot überhaupt anzunehmen, doch ein Teil
von ihr befürwortete es. Der Mix aus seltsamen Gefühlen in ihrem Inneren liess
sie schweigen, auch wenn ihr Gewissen sie aufforderte etwas gegen das zu
unternehmen, was sich direkt vor ihr abspielte. „Und was willst du jetzt
machen?“ Jenni liess ein kurzes Lächeln aufblitzen: „Ich werde warten, du
solltest jetzt reingehen, es gibt noch jemanden der mit mir reden wollen wird…“
Auch wenn sie versuchte es zu überspielen, war doch deutlich zu erkennen, wie
sehr es sie schmerzte den Schritt zu gehen, der sich nun nicht mehr vermeiden
liess. „Ok, ich warte drinnen…“ Nach den ersten zwei Schritten hielt sie noch
einmal kurz Inne und drehte sich um: „Du weisst ,dass du das hier nicht alles
alleine durchstehen musst, ich gehe diesen Weg mit dir bis ans Ende.“ Ein
Nicken und das, nun aufrichtig wirkende Lächeln ihrer Kameradin, war die
Antwort.

 

Immer noch die Scherben
ihrer Illusionen betreffend hinsichtlich ihrer Liebsten, sass Kiara schweigend
auf ihrem Bett und starrte den Boden vor sich an. Hatte sie sich so sehr
getäuscht? Wo war das alles hergekommen? Sie hatte oft mit Jenni geredet, um
herauszufinden, ob sie etwas bedrückte, doch ihr war nie etwas aufgefallen,
dass auf eine so tiefgehende Veränderung hingedeutet hätte. Etwas gravierendes
hatte sich angebahnt und sie hatte es nicht gemerkt. Dass Jenni, seit sie ihre
Familie verloren hatte, viel schweigsamer geworden war, verwunderte sie nicht
besonders, schliesslich würde jeder eine Weile brauchen, um so etwas zu
verarbeiten. Selbst für jemanden der so zielstrebig war wie Jenni, musste so
ein Erlebnis ein vernichtender Schlag sein. „Was ist bloss passiert?“, fragte
die Stimme in ihrem Kopf sie, doch auch trotz grösster Anstrengung gelang es
ihr nicht eine Antwort zu finden. Auch Selbstzweifel mischten sich nun in ihre
Gedanken ein, was wenn es ihre Schuld war? Sie hatte zwar in letzter Zeit
versucht ihrer Liebsten beizustehen, sie aber immer auf Distanz gehalten, wenn
sie versucht hatte ihr wirklich nahe zu sein. Auch wenn es nur zu Jennis Schutz
vor Tirana gewesen war, musste es sich schrecklich angefühlt haben. Bereits
nach kurzem Grübeln wurde der Drang die Wahrheit direkt aus dem Mund der Frau
zu hören, die sie liebte, unerträglich, doch musste sie sich gedulden, bis
Arsilia, die ihr gefolgt war wieder hier erscheinen würde. Dieser Moment liess
glücklicherweise nicht allzu lange auf sich warten. Bereits nach kurzem kehrte
die Asari zurück und begab sich zu ihrem Bett, ihrem Gesichtsausdruck nach zu
urteilen, schien das ganze sie nicht im geringsten zu stören. Nach ein paar Minuten
richtete sie sich auf und trat in der Hoffnung von niemandem angesprochen zu
werden auf die Tür zu. Umgehend nachdem sie den Raum verlassen hatte und die
Tür hinter ihr zugefallen war, trat sie nach draussen, um nach Jenni zu suchen.
Nervosität macht sich in ihr breit beim Gedanken, dass Jenni bereits jetzt
etwas dummes tun könnte, sie würde sie von diesem selbstmörderischen
Unternehmen abbringen müssen. Endlich nach minutenlanger Suche  fand sie ihre Freundin, die sorglos dem Zaun
entlang zu schlendern schien. Wie falsch sie mit dieser Einschätzung lag, würde
Kiara schon bald erfahren.

 

Als Sie die Schritte
hinter ihr vernahm, die sich ihr näherten, wusste Jenni, dass es nun endgültig
kein Zurück mehr geben würde. Sie atmete noch einmal tief durch, ehe sie stehen
blieb und einen Moment später lächelnd über ihre Schulter blickte. Es war kein
glückliches Lächeln, dass ihre Lippen umspielte, viel mehr war es Lächeln aus
Verzweiflung. „Ich nehme an, dass du hier bist, um mit mir über vorhin zu
reden.“ Kiara stand noch einige Schritte von ihr entfernt, doch Jenni konnte
deutlich erkennen, dass sie den Tränen nahe war. „Warum?“, fragte sie leise und
mit zitternder Stimme. Da sie verstand, dass Kiara nicht mehr näher kommen
würde, drehte sie sich zu ihr um und trat langsam auf ihre Liebste zu. „Weil
ich keine andere Wahl habe“, antwortete die rothaarige Biotikerin mit sanfter
Stimme. Ohne Vorwarnung trat Kiara zwei Schritte vor und packte Jenni am
Kragen. Die Asari hatte ihre Liebste zur Rede stellen wollen, doch ihre Gefühle
hatten sie einfach übermannt. Vielleicht war es das letzte Mal, dass sie Jenni
in den Arm nehmen konnte. Nicht mehr im Stande ihre Tränen zurückzuhalten,
begann die junge Asari zu schluchzen und drückte ihr Gesicht gegen Jennis
Brust. „Warum tust du das? Ich Liebe dich, warum tust du mir das an?“ Jenni
hatte mit vielem gerechnet, aber nicht mit einer so emotionalen Reaktion.
Nachdem sie einen Moment wie versteinert dagestanden hatte, legte sie nun die
Arme um ihre Liebste, um diese zu trösten. „Ich habe keine andere Wahl, es tut
mir leid. Sie haben mir alles genommen, meine Familie, mein Zuhause…“ Nach
einem weiteren lauten Schluchzen festigte sich Kiaras Griff um den Stoffkragen
an ihrer Allianzuniform noch mehr. „Du hast doch immer noch mich“, presste die
Asari unter Tränen hervor „Wenn du das tust dann… dann werden sie dich…“ Da sie
ihren Verstand nicht mehr voll im Griff hatte, konnte sie nicht verhindern,
dass vor ihrem geistigen Auge Bilder aufflackerten, auf denen Jenni in Ketten
von ihr weggezerrt wurde und an eine Wand gestellt endete.“ Bittere Tränen
rannen über die seidige Haut der Asari. „Ist dir diese Rache wirklich mehr wert
als ich?“ Sie hätte Jenni genauso gut in die Brust schiessen können, nichts
wäre den Schmerzen, die diese Frage mit sich trug, gleichgekommen. Tief in
ihrem Inneren wusste sie, dass es nicht mehr möglich war jetzt noch kehrt zu
machen, doch in dem Moment wünschte sie sich all ihre selbstsüchtigen Ziele
einfach über Bord werfen zu können, einfach alles hinter sich zu lassen, um
gemeinsam mit Kiara neu anzufangen. Vielleicht wäre es einfacher gewesen sie
anzulügen und am Vorabend zu betäuben, aber das hätte sie nicht fertig
gebracht. „Kiara, du weisst, dass ich für dich alles tun würde, aber wenn ich
das hier nicht zu Ende bringe, werde ich mir das niemals verzeihen können. Wenn
das hier vorüber ist, dann werde ich mein altes Leben zurücklassen und dann
können wir…“ „Nein, können wir nicht und das weisst du ganz genau! Lüg mich
nicht an! Ich weiss genau, dass dir bewusst ist, dass du damit alles opferst,
sogar mich.“ Nachdem sie bisher noch immer an ihre Liebste gedrückt hatte, wich
Kiara nun ein wenig zurück, um ihr in die Augen sehen zu können. Ketten lagen um Jennis Herz
geschlungen und liessen jeden Schlag zu einer Tortur werden. Doch der einzige
Schlüssel, der diese Ketten zu sprengen vermochte, musste sie nun wegwerfen ,um
den Pfad gehen zu können für den sie sich entschieden hatte. „Nein, ich will
dich nicht opfern und genau deshalb wünsche ich mir, dass du mich aufgibst. Ich
werde die volle Verantwortung für diesen Angriff übernehmen, dein Leben zu
zerstören könnte ich nicht ertragen.“ Für einen Moment konnte sie in den Augen
der Asari etwas erkennen, was sie als Freude eingeschätzt hätte, aber es war
flüchtig, wie ein feiner Schleier aus Rauch, der bereits im nächsten Moment von
einem Orkan der Verachtung weggefegt wurde. Energisch riss Kiara sich von Jenni
los und trat einen Schritt zurück, ehe sie ihr eine schallende Ohrfeige
verpasste. „Denkst du es wäre so einfach?! Nur weil du versuchst mich
abzuschieben, verändert sich gar nichts! Ich werde dich so oder so verlieren,
also was spielt es für eine Rolle?!“ Von der Reaktion immer noch überrumpelt,
konnte Jenni in der kurzen Zeit, die ihre Liebste ihr gelassen hatte um zu
antworten, nicht reagieren. „Du bist selbstsüchtig und egoistisch, wenn ich dir
wirklich etwas bedeuten würde, würdest du mich nicht für so etwas fallen
lassen“, schrie die nun wütende Asari, bevor sie auf dem Absatz kehrt machte
und eilig davonstapfte. Jenni hatte versucht sie davon abzuhalten, damit sie
sich erklären könnte, doch als sie versuchte Kiara am Arm festzuhalten, riss
sich diese los und ging, ohne sie eines Blickes zu würdigen weiter. „Warte…“
Ihre Worte schienen die Angesprochene nicht zu erreichen, zumindest zeigte
diese keine Reaktion. Niedergeschlagen liess Jenni ihren Kopf langsam sinken.
Den Spaziergang, den sie begonnen hatte, beendete sie schweigend und mit einer
Leere in ihrem Inneren, wie sie sie seit den ersten Stunden nach dem Verlust
ihrer Familie nicht mehr gespürt hatte. Etwas in ihr hatte geahnt, dass es so
enden könnte, doch sie hatte sich an die Hoffnung geklammert ihre Liebe retten
zu können. Doch diese Hoffnung war nun endgültig zerbrochen.

 

Die nächsten drei Tage
waren schleichend vergangen, da sie jederzeit damit rechnen musste, dass sie
festgenommen oder zu einem “Gespräch“ bestellt werden würde, weil jemand
geredet hatte. Doch bei weitem schlimmer als die Angst verraten zu werden, war
das Warten selbst. Nachdem sie so viel in Bewegung gesetzt hatte und so viel
Mühen auf sich genommen hatte, wollte sie endlich die Früchte ihrer Arbeit
kosten. Seit dem Gespräch mit ihrer Liebsten hatte sich ein Abgrund in ihr
aufgetan, auf der einen Seite stand ihre Wut und der Hass der nach Vergeltung
schrie, auf der anderen ihre Verzweiflung, die Trauer über ihre Verluste und
die Liebe für Kiara. Mit jeder Stunde wurde die Distanz grösser. Erst als es
bereits zu spät war, um die aus der Tiefe aufsteigende Finsternis noch zu durchdringen,
hatte sie bemerkt, dass ein Wechsel der Seiten nicht mehr möglich sein würde.
Sie hatte sich entschieden und nun war sie alleine. Alleine in der Finsternis
ihrer Selbst und nur ihr Hass begleitete sie. Kiara hatte seither kein Wort
mehr mit ihr gesprochen, wenn ihr Dienst das nicht erforderte. Jedes Mal, wenn
sie versuchte sich ihr langsam anzunähern, wurde sie sofort wieder durch
Ignoranz gestraft, weshalb sie es schnell aufgab. Die Anführerin der BDF war
ebenfalls schweigsamer geworden, die Frage wer sie letztendlich unterstützen
würde und wer nicht, lastete schwer auf dem Gemüt und Psyche der jungen Frau.
Das Training durfte jedoch durch nichts von all dem beeinflusst werden, würde
man Verdacht schöpfen, könnte alles auffliegen. Hundertprozentig hatte das aber
nicht funktioniert. Da sie angefangen hatte ihren Hass auf ihre Gegner zu
projizieren, war sie beim Training wesentlich aggressiver vorgegangen. Das
schien Tirana nicht entgangen zu sein, war sie doch vor allen betroffen
gewesen. Die beiden waren heftigst aneinander geraten beim Nahkampftraining.
Glücklicherweise hatten sie ihre Aggressionen im Training loswerden können.
Unter den besorgten Blicken der anderen Ausbilder und Soldaten waren die beiden
aufeinander losgegangen. Entgegen der Befürchtungen der umstehenden, war es
jedoch weder zu Toten, noch zu ernsthaften Verletzungen gekommen. Jenni hatte
die anschliessenden Fragen der Ausbilderin abwimmeln können. „Ich habe meine
Gedanken etwas geklärt, um mich besser aufs Training konzentrieren zu können.“
Nach dieser Antwort hatte die Asari nicht weiter nachgebohrt, sondern ihr nur
noch, mit einem wissendem Lächeln im Gesicht, unangenehme Blicke zugeworfen.

 

Das Zimmer war
stockfinster und ausser den tiefen Atemzügen der Schlafenden war nichts zu hören.
Die Uhr auf ihrem UW zeigte 01:30, es war spät, der Tag anstrengend gewesen und
trotzdem fand sie keinen Schlaf. Es würde noch eine halbe Stunde dauern, bis
ihr Wecker läuten würde, um sie zu wecken und ihre Rache einläuten würde, doch
bereits jetzt schlug ihr das Herz bis zum Hals. Reglos starrte sie durch das
Bett über ihr in die Ferne. In den letzten drei Tagen hatte sie einige Zweifel
an ihrem Vorhaben verspürt, meistens gingen diese Sorgen Hand in Hand mit den
Gedanken und den Vorwürfen an sich selbst wegen Kiara. Doch wann immer sie sich
gefühlt hatte, als könnte sie nicht mehr weitermachen, war jemand in der Nähe
gewesen, der ihre Zweifel wieder zerstreut hatte. Diejenigen ihrer Kameraden,
die dem Angriff offen, ja sogar freudig entgegensahen, hatten immer ihre Nähe
gesucht. Dadurch, dass sie alle der selben Ansicht waren, motivierten sie sich
gegenseitig. Ein Strudel der Wut gerichtet auf jene, die an dem Massaker in
ihrer Heimat zuständig waren entstand und liess sie immer tiefer darin versinken.
Nach einem langen und tiefen Atemzug schloss sie die Augen und versuchte erneut
einzuschlafen. Sie ballte ihre Hand unter der Decke zur Faust, nachdem sie zehn
Minuten vergeblich versucht hatte Schlaf zu finden. Gerade als sie sich
umgedreht hatte, um sich erneut in ihr Kopfkissen zu vergraben, spürte sie
einen leichten Ruck der hinter ihr durch die Matratze ging. Erschrocken fuhr
sie hoch und schnellte herum. Gleich neben ihr sass eine junge Asari auf der
Bettkante und sah sie etwas Gedanken verloren an. Die ganze Szene wurde von dem
schwach schummrigen Schein von Arsilias UW beleuchtet. Jenni, die noch immer
ziemlich erschrocken war, starrte sie mit grossen Augen an. „Tut mir leid ich
wollte dich nicht erschrecken… auch Schwierigkeiten zu schlafen?“ „Mhm“, fiel
es aus dem Mund der Rothaarigen, während diese versuchte ihre Gedanken zu
sammeln. „Ja, ich… habe zu lange auf diesen Moment gewartet, um jetzt nur
tatenlos herumzusitzen… wie lange bist du schon wach?“, fragte die gerade
geweckte mit nachdenklicher Stimme. „Seit kurzem…“ „Also seit du dich hingelegt
hast?“ Obwohl Jenni nicht sonderlich viel sehen konnte, reichte es aus um zu
erkennen, dass Arsilia sich erwischt fühlte, das bestätigte sie auch gleich mit
einem leichten Nicken. Nun wandte sich die junge Asari von ihren Füßen ab
und  schaute der jungen Frau gegenüber
tief in die Augen, zwei smaragdfarbene Barrieren, welche keinerlei Emotionen
durchblitzen liessen. Arsilia hatte schon oft genug an Jennis Seite trainiert,
um zu erkennen, wenn sie etwas zu verstecken versuchte und sie brauchte auch
nicht lange nachzudenken worum es sich handeln könnte. Nach einem Blick durch
den Raum deutete die Asari auf die Tür zum Gang. Bemüht dabei möglichst keine
Geräusche zu verursachen, streifte Jenni die Decke ab und richtete sich auf.
Mit leisen Schritten trat sie barfuss hinter der Asari her, die bereits
aufgestanden war und an der Tür auf sie wartete. Jenni hatte wie immer in
Unterwäsche geschlafen, die Luft in dem Raum war kühl. Der Boden unter ihren
Sohlen strahlte Kälte ab, die bei jedem Schritt durch ihre Füsse wanderte. Als
Jenni die Tür erreichte erwiderte sie den Blick ihrer Kameradin in deren Augen
sich Besorgnis zeigte. Kaum war Jenni nach draussen getreten schloss die Asari
hinter ihr die Tür. „Du siehst besorgt aus, sag mir jetzt nicht, dass du kalte
Füsse bekommen hast.“ Der verständnislose Blick der Asari haftete einen Moment
lang auf Jenni, ehe sie sich wieder fand und antworten konnte. „Nein“,
erwiderte selbige kurz und entschlossen. „Wenn überhaupt, mache ich mir Sorgen
um dich.“ Stille senkte sich über die beiden jungen Biotikerinnen, keine von
beiden schien so recht zu wissen, wie sie fortfahren sollten. Nachdem sie eine
Weile schweigend an die Wand gelehnt verbracht hatte, wandte sich Jenni ihrer
Gesprächspartnerin zu und sah sie fragend an. Mehr als das hatte die Asari
nicht gebraucht, um sich zu einer weiteren Äusserung hinreissen zu lassen. „Ich
habe dich in den letzten Tagen beobachtet. Nicht zuletzt weil ich mich in den
letzten Tagen oft in deiner unmittelbaren Nähe aufgehalten habe, ist mir
aufgefallen, dass du etwas zu verheimlichen versuchst. Du machst dir Sorgen
nicht wahr?“ Nachdem sie einen Moment lang keine Antwort erhalten hatte, machte
sie sich daran ihren Gedanken weiter auszuführen. „Du warst immer eine gute
Anführerin und dafür habe ich dich auch immer respektiert. Seit wir angefangen
haben das hier zu planen, hast du dich verändert, du hast stets nachdenklich
gewirkt…“ Nach einem Augenblick den sie genutzt hatte, um Jennis Mimik zu
studieren und die richtigen Worte zu finden, fuhr sie fort. „Es ist wegen
Kiara, oder?“ Mit dieser Frage hatte die Asari einen wunden Punkt getroffen,
was sie auch sofort an Jennis Reaktion sah. Diese hatte für einen Moment die
Lippen zusammengepresst, offensichtlich war es ihr unangenehm darüber zu reden.
„Ich weiss, dass ich wahrscheinlich nicht verstehe wie du dich im Moment
fühlst, aber auch wenn du denkst, dass du sie betrogen hast oder eure Beziehung
hierfür aufgibst, selbst wenn du dich deshalb einsam fühlst, bist du nicht
allein. Ich werde hierbei an deiner Seite sein.“ Nachdem sie erneut keine
Antwort von ihrer Kameradin bekam, trat sie vor selbige hin und stützte ihre
Hände links und rechts von ihrem Kopf an die Wand. Jenni blickte vom Boden auf und
sah sich ihrer Kameradin gegenüber. Die beiden Saphire funkelten sie bohrend
an, in den Augen der Asari brannte ein Feuer der Entschlossenheit. Ein Feuer
von dem sich Jenni nur zu gerne wärmen liess und sie spürte etwas in ihrem
Inneren, was sie zutiefst erschütterte. Instinktiv wusste sie, dass wenn sie
den Blick ihrer Kameradin weiter erwiderte, sie etwas tun würde, was sie Kiara
auf keinen Fall antun konnte. Mit einem leichten Ruck nach vorne bewegte sie
sich auf Arsilia zu und nahm sie kurz freundschaftlich in den Arm. Arsilia war
für einen Moment perplex und erstarrte in ihrer Pose. „Danke, es tut gut zu
wissen, dass ich jemanden habe, der mir den Rücken frei hält.“ „Nicht nur das“,
erwiderte die Asari, mit dem Wissen ihre Freundin wieder aufgerichtet zu haben,
lächelnd. „Das da drinnen sind deine Kameraden, das ist deine Einheit, ganz
egal was die offiziellen Dokumente sagen, die BDF ist deine Einheit und wir
werden auch immer deine Kameraden bleiben…. Und wenn das ganze hier zu Ende
ist, werde ich alles tun um dir und Kiara zu helfen….“ Sie wurde von dem
amüsierten Schnaufen ihrer Kameradin unterbrochen. „Du bist noch immer sehr
optimistisch, wenn das hier vorbei ist werde ich jemanden brauchen, der sich um
Kiara kümmert, versprich mir, dass du auf sie aufpassen wirst.“ Mit einem
unangenehmen Gefühl, welches gerade nach Abschied schrie, nickte Arsilia. „Lass
uns kurz etwas frische Luft schnappen, ich muss meinen Kopf frei kriegen, bevor
wir die anderen wecken. Die rothaarige Biotikerin trat an ihrer Kameradin
vorbei, wobei sich ihre Blicke streiften und da konnte sie es sehen. Ihr Funke
war übergesprungen und hatte jenes lodernde Inferno des Hasses ,dass sie bis
hierhin getrieben hatte, wieder entfacht. Der inbrünstige Hass in Jennis Seele
hatte sie wieder gepackt und würde sie bis die ersten Sonnenstrahlen das Ende
der Nacht besiegelten auch nicht wieder loslassen.

 

Ein schrilles Piepsen
schallte durch den finsteren Raum und liess dutzende Gestalten, deren kaum zu
erkennenden Umrisse sich sofort zu winden begannen erwachen. „Aufwachen, es
geht los, in zwei Minuten abmarschbereit!“ Die Stimme der Anführerin der BDF
klang kalt und fest wie ein Fels. Sie und Arsilia standen bereits fertig
angezogen in der Tür zum Gang und beobachteten die restlichen Biotiker, die
mehr oder weniger motiviert, langsam in die Gänge kamen. Eine ihr fast schon
unheimliche Vorfreude machte sich in Jennis Innerem breit. Sie hatte die
letzten Minuten vor dem beginn der Operation damit verbracht einige wenige
Details mit Arsilia zu klären und in sich hineinzuhorchen. Das Echo dessen, was
sie in Sunsetbay erlebt hatte, war nur noch ein leises Wimmern in ihrem Inneren
gewesen, bevor sie sich all jene Bilder und Eindrücke wieder wachgerufen
hatten, die sie damals an den Rand des Zusammenbruches getrieben hatten. Nun
hatte etwas anderes diesen Platz eingenommen und befand sich jetzt tief im
Unterbewusstsein vergrabenen Käfig, zu tief verborgen, um gehört zu werden. Ein
Gedanken  schoss durch ihren Kopf. „Sie
hat mir mal gesagt ,dass ich sie wie jede andere Soldatin behandeln soll…“ Ohne
es zu merken ballte sie die Hand zur Faust. In dieser Nacht würde sie den
Wunsch ihrer Liebsten befolgen, in dieser Nacht würde sie nicht ihre Liebste
sondern ihre Untergebene sein. „Beeilt euch, ich will so schnell wie möglich in
die Luft.“ Nach kurzem hatten sich alle Mitglieder der BDF bereitgemacht und
standen behelfsmässig bekleidet in dem Raum bereit. Die zwiegespaltete
Atmosphäre war deutlich spürbar und einige ihrer Kameraden schienen ziemlich nervös.
„Gut, mir nach, verhaltet euch einfach ganz normal…“ Nach dem sie einen Moment
Inne gehalten hatte, drehte sie von der Tür vor ihr weg und sah in die
Gesichter, all jener die sie zu folgen gebeten hatte. „Ich habe euch vor
einigen Tagen gesagt, dass keiner von euch mich begleiten muss. Diese Aussage
war weder gelogen, noch ein Witz. Ich habe bis jetzt niemanden vor die Wahl
gestellt, und das aus einem guten Grund. Egal ob ihr euch an dem Angriff
beteiligen wollt oder nicht, rate ich euch mich zu begleiten, zu eurem eigenen
Schutz. Das ist keine Drohung, sondern eine Bitte. Wenn jemand von euch hier
bleiben will, kann ich ihn nicht daran hindern, bedenkt jedoch, dass ihr euch
dann mitschuldig macht. Wenn ihr hier bleibt, bedeutet das, dass ihr gewusst habt
was wir geplant haben und ihr trotzdem niemanden alarmiert habt. In dem Fall
macht ihr euch garantiert der Mithilfe schuldig. Ihr schliesst euch mir besser
an und bleibt nach der Landung einfach draussen. Wenn sie euch befragen, könnt
ihr ihnen sagen, dass ich niemanden informiert hätte worum es bei diesem
Einsatz gehe und ihr euch, als ihr erfahren habt worum es ging, verweigert habt
mir noch länger zu folgen.“ „Würde uns das nicht zu Verrätern machen?“ die
Frage kam von Selak, der nachdenklich nach den Reaktionen seiner Kameraden
suchte. „Wahrscheinlich, aber Verräter an was? Verräter an einer Wahnsinnigen,
die ihre Autorität für persönliche Angelegenheiten missbraucht?“ Eine
unerträgliche Stille senkte sich über den Raum. „Nein, zu Verrätern an einer Kameradin“,
beendete der junge Turianer schliesslich das Schweigen. „Die Frage kann ich
euch leider nicht beantworten, das muss jeder mit seinem eigenen Gewissen
vereinbaren.“ Mit einem Lächeln im Gesicht und einem Handzeichen deutete sie
den anderen an ihr zu folgen. Jetzt würde sich zeigen ob der ganze Aufwand es
wert gewesen war.

 

Draussen herrschten
frische Temperaturen, ein leichter Wind bewegte die feuchte Nachtluft. Auf dem
Stützpunkt war kaum Aktivität auszumachen, ausser den obligatorischen Wachen hielt
sich niemand draussen auf. Hastig liess Jenni ihre Augen ihre Umgebung
abtasten, stehts drauf bedacht sich nichts anmerken zu lassen. Weder in den
Räumen des Hauptgebäudes, noch in der Werkstadt brannte Licht. Alles sprach
dafür, dass sie ohne irgendwelche Schwierigkeiten bis zu ihrer Ausrüstung
gelangen würden, schliesslich hatte auch niemand einen Grund ihnen zu
misstrauen, da Reeston die Übung ja angesagt hatte. Zügig führte sie ihre
Soldaten auf das Hauptgebäude zu, ohne sich weiter um ihr Umfeld zu kümmern. In
ihrem Kopf spulte sie zum gefühlt hundertsten mal den Ablauf der Mission ab.
„Wir gehen jetzt da runter, legen unsere Rüstungen an, gehen ins Arsenal, holen
unsere Waffen und die Munition und…“ Das Blut in ihren Adern erstarrte binnen
eines Wimpernschlages  und doch fühlte
sie sich als würde ihr Gesamter Leib in Flammen stehen. Die Abläufe in ihrem
Kopf zerfielen in ihre Bestandteile und hinterliessen ein Gefühl der
Hilflosigkeit. Aus dem Hauptgebäude trat ihnen jemand entgegen. Bei einem normalen
Soldaten wäre das kein Problem gewesen doch es gab im Moment keine Person
ausser Reeston, die sie weniger hätte sehen wollen. Mit eleganten Schritten
näherte sich ihr das Verderben. „Ich habe gehofft dich noch rechtzeitig zu
erwischen.“ Jedes Wort liess gesprochen in gewohnt überlegener Art lies eine
Schauer durch ihren Körper rasen. Instinktiv suchten ihre Augen nach Zeichen
eines Hinterhaltes. Waren sie bereits umstellt? „Inwiefern?“ erwiderte die
Angesprochene selbstsicher, dass sie die Anrede vergessen hatte ärgerte sie
zwar für einen Moment, doch schien es der Ausbilderin, die sich nun einen
knappen Meter vor ihr aufgebaut hatte, nicht zu stören. Jennis Herz hätte
beinahe ausgesetzt, als sie verstand wie knapp sie gerade einer Katastrophe
entgangen war. Tirana war einfach an ihr vorbeigetreten, da Arsilia offiziell
immer noch die Anführerin der BDF war. Ihre Gedanken überschlugen sich immer
noch, ihre Kameradin hatte gerade geantwortet, als sie selbst im Begriff
gewesen war dazu anzusetzen. „Naja, die Übung für heute Nacht war ja angesagt
und ich wollte kurz mit dir darüber sprechen.“ Dankbar dafür, dass die
Beleuchtung des Hauptplatzes nicht auf voller Leistung lief und so wenigstens
ein wenig von der Blässe in ihrem Gesicht überspielte, schluckte die junge
Asari leer, sie hatte nicht damit gerechnet auf ihre Ausbilderin zu treffen.
Sollte jetzt bereits alles hier enden? Die Asari nahm ihr die Frage worum es
ging auch sogleich ab „Ich respektiere die Einschätzung des Colonels und auch
eure Fähigkeiten, aber dennoch glaube ich das es könnte etwas zu früh sein euch
ohne versierte Piloten alleine fliegen zu lassen. Einige von euch haben zwar
einen Kurs gehabt, aber bedenkt, dass euch bei einem Zwischenfall keine
sofortige Hilfe zur Verfügung steht.“ Arsilia, die sich mittlerweile wieder
gefangen hatte antwortete Tirana höflich aber entschlossen. „Ich danke ihnen
für ihre Sorge, aber ich bin mir sicher, dass meine Einheit den uns gestellten
Anforderungen gewachsen ist. Unsere Piloten sind zwar noch etwas unerfahren,
aber irgendwann muss man das erste mal alleine bestehen können. Und für den
Fall eines Unglückes befinden sich einige Soldaten in den Reihen der BDF, die
technisch über das Wissen verfügen grundlegende Reparaturen durchzuführen und
sollte der Fall eintreten, dass es Verletzte gibt, sind mehrere Soldaten mit
Sanitätskenntnissen dabei. Wie sie sehen, sollten wir auf alle Eventualitäten
vorbereitet sein.“ „Gut, wenn sie sich im Stande fühlen ihre Einheit heil
wieder hierher zurückzuschaffen, wünsche ich ihnen viel Glück.“ Die Worte waren
wesentlich weniger herablassend dahergekommen, als Jenni es erwartet hätte. Als
die Ausbilderin an ihr vorbeitrat streiften sich ihre Blicke, das merkwürdige
Lächeln im Gesicht ihrer Ausbilderin liess sie erstarren. Sie hatte das Gesicht
der Asari nur für den Bruchteil einer Sekunde gesehen doch sofort überkam sie
ein schrecklicher Gedanke. Würde Tirana tatsächlich so weit gehen? Konnte es
sein, dass sie bereits wusste was Jenni geplant hatte und sie nun gehen liess um
sie so ein für alle Mal aus dem Weg zu räumen? Ihr Blick folgte noch immer der
Asari die wieder in Richtung des Hauptgebäudes davontrat. Nein, solche Gedanken
durfte sie jetzt nicht zulassen, sie hatte schon genug aufgegeben und an diesen
Punkt zu gelangen. Jene die gestorben waren sollten nicht umsonst gefallen
sein. Mit erwartungsvollem Blick drehte sie sich zu Arsilia, welche auch
sogleich das Signal gab, weiterzugehen. Der Rest des Weges verlief, sehr zu
Jennis Erleichterung, ohne weitere Zwischenfälle.

 

„Es erfüllt mich mit
Stolz hier stehen zu können und nur Gesichter vor mir zu sehen ,denen ich blind
vertrauen kann.“ Die gesamte BDF hatte sich in dem unterirdischen Raum, in dem
sie vor einer gefühlten Ewigkeit das erste Mal ihre neuen Rüstungen zu Gesicht
bekommen hatten, versammelt. Gut drei Dutzend Soldaten in Schweren Rüstungen
standen vor ihr und fixierten sie mit ihren Blicken. Gedanklich hatte sie sich
bereits auf diesen Moment vorbereitet, doch nun erschienen all die Worte, die
sie sich bereitgelegt hatte, unpassend. „Cerberus hat einen Krieg, den wir im
Namen unserer Pflicht begannen, zu etwas privatem, persönlichem gemacht. Sie
haben den Kampf zu uns nach Hause getragen und jene getötet, die nichts mit
unserem Konflikt zu tun hatten. Sie haben unsere Familien getötet…. Menschen,
Turianer und Asari, die nicht einmal wussten ,weshalb sie sterben mussten.
Heute Nacht zeigen wir ihnen, dass wir das nicht einfach so hinnehmen. Sie
haben uns unser Zuhause genommen und jetzt kriegen sie die Quittung dafür! Ich
bitte euch nicht als Soldaten, sondern als Kameraden, die denselben Schmerz
durchleben mussten wie ich, zeigen wir Cerberus, dass wir keine Marionetten
sind, mit denen sie machen können was sie wollen!“ Auch wenn Jenni wusste, dass
nicht alle Anwesenden ihrer Ansicht waren so gab es doch viele, in deren Augen
sie dieselbe Wut erkennen konnte, die sich auch in ihrem Inneren breit gemacht
hatte und sie nun mit einer wohligen Wärme erfüllte, je näher sie ihrem Ziel
kam. Nach einem tiefen Atemzug setzte die junge Biotikerin ihren Helm auf ,um
die Welt als Soldatin der Allianz von sich abzuschotten. Jetzt war sie keine
Soldatin mehr, jetzt war sie eine Kriegerin. Ihre Kameraden taten es ihr gleich
und folgten ihr. In der Stille und Abgeschiedenheit der kleinen Welt, die ihre
Rüstung nun darstellte, konnte sich die junge rothaarige Biotikerin nicht gegen
die Gedanken erwehren, die sich in ihrem Kopf zu regen begannen. „Kiara hat
selbst jetzt kein Wort gesagt… bin ich ihr vollkommen egal? Sie muss mich hassen,
es hätte keine bessere Gelegenheit gegeben mich hier dran zu hindern als gerade
eben. Vielleicht hat sie es auch akzeptiert und versucht mich einfach zu
vergessen…“ Auch wenn es alles nur schwieriger gemacht hätte, hatte sie doch
irgendwie gehofft, dass ihre Liebste wenigstens einen Versuch unternommen hätte
sie umzustimmen. Ihre Gedankengänge wurden jäh unterbrochen, als ein Piepen ihr
ankündigte, dass jemand einen Kanal zu ihr öffnete. „Alles in Ordnung?“ Jenni
brauchte einen Moment, bis sie die Stimme von Joshua erkannte. „Ja, ich bin nur
gerade etwas in Gedanken gewesen.“ Joshua hatte inzwischen etwas zu ihr
aufgeschlossen und ging neben ihr her. Trotz der Rüstung und des Helmes konnte
Jenni erkennen, dass er nervös war. „Was ist los?“ Bemüht ihre Worte so sanft
wie möglich klingen zu lassen, sah sie ihren Kameraden an. Dieser erwiderte
ihren Blick sogleich. „Naja… ich habe…Bedenken. Diese Mission, ich bin mir
nicht sicher ob ich das hier durchziehen kann.“ Seine Stimme klang unsicher und
obwohl Jenni wusste, dass sie jetzt nicht schwach werden durfte, regte sich
irgendwo in ihrem Unterbewusstsein etwas. Was es genau war, hätte sie nicht
benennen können, sie wollte ihrem Kameraden helfen, auch wenn das ihn
wohlmöglich in eine noch schlimmere Situation bringen würde. „Du hast Zweifel
daran ob unser Handeln richtig sei. Du hast Zweifel daran ob du mir folgen
solltest oder nicht.“ „Nein…“ Joshua wollte sofort protestieren, wurde aber
hastig von seiner Kameradin unterbrochen. „Du begibst dich auf einen Pfad,
dessen Ende du nicht kennst, Zweifel und Sorgen zu haben ist da ganz normal und
es gibt nichts Falsches daran. Wichtig ist nur eines und das musst du dir immer
in Gedanken halten. Jeder Pfad, deiner, meiner und auch der eines jeden
anderen, ist irgendwann zu Ende und dann kannst du nicht mehr zurück. Sorg
dafür, dass du an dem Punkt zurückblicken kannst und den Weg hinter dir siehst,
den du hast gehen wollen, das ist alles was zählt, denn alles andere ist
vergänglich und an dem Punkt, an dem wir Abschied nehmen müssen, wertlos.“
Sichtlich geschockt über eine solch direkte und auch nüchterne Antwort brauchte
Joshua einen Moment. „Was meinst du damit?“ „Dass ich dir hierbei nicht helfen
kann. Du musst mit dir selbst im reinen sein, also musst auch du wissen, ob du
das hier tun kannst. Ich würde mir für den Rest meines Lebens Vorwürfe machen,
wenn ich jetzt einfach aufhören würde und deshalb muss ich das tun.“ Ein paar
Sekunden, nachdem sie die letzten Worte gesagt hatte, öffnete sie einen Kanal
zu allen ihrem Kameraden. „Wir gehen nun ins Arsenal, um unsere Ausrüstung zu
holen. Wir werden eine Basis stürmen, rüstet euch also für den Häuserkampf… es
sind nur wenige Ziele Mit Panzerung oder Schilden zu erwarten, nehmt welche mit
grossen Magazinen, es wird viele Feind Vorort haben.“ Nach einem Moment des
bedrückenden Schweigens fügte sie an: „Bewaffnet euch ausreichend, wir werden
weder weglaufen, noch Ziele verfolgen müssen, wir werden ein Zeichen setzen,
welches abschrecken soll… bis an die Zähne bewaffnet ist da kein schlechter
Anfang.“ Sie brauchte nicht lange warten, bis jene, von denen sie wusste, dass
sie ihrer Rache genauso erwartungsvoll entgegen sahen wie sie selbst, eine
Bestätigung schickten. Dieser Kampf würde viele Opfer fordern, doch bevor sie dran
war den Preis zu zahlen, würde sie erstmal ihre Feinde Bluten lassen. Der Weg zum Arsenal war kurz und die Flammen in ihrem Inneren, welche mehr und mehr zu einem Inferno heranwuchsen, trugen
sie förmlich über den Hauptplatz.

 

Mit einem leisen
Zischen öffnete sich die Tür zum Arsenal. Das Innere des vertrauten Gebäudes
war im ersten Moment nur spärlich beleuchtet, erst als die Sensoren ihre
Bewegungen realisierten, wurde die Beleuchtung hochgefahren. Mit dem
Aufleuchten der Lampen wurde auch der gelangweilt aussehende Soldat, der etwas
weiter hinten im Raum über ein Holo-Tablet  gebeugt an einem Tisch gesessen hatte, munter. Das Gesicht des Mannes wurde von der Tischlampe, welche eine warmes Licht verströmte, teilweise in
Schatten gehüllt. „BDF, wir haben die Autorisierung unsere Einsatzausrüstung zu
holen, die Übung ist Angemeldet.“ Auch hier musste erneut Arsilia sprechen da
sie offiziell immer noch die Anführerin der BDF war. Nun richtete sich der
ältere Soldat auf und trat auf die vor ihm stehenden Biotiker zu. Sie waren
einander durchaus bekannt, er arbeitete oft hier und hatte die BDF bereits
mehrmals in voller Ausrüstung gesehen und dennoch betrachtete er sie
interessant. „Das nehme ich doch stark an, was denkt ihr weshalb ich jetzt hier
und nicht in meinem Bett bin, das nächste Mal kann Reeston selbst Waffendienst
schieben, wenn er zu so ner beschissenen Zeit ne Übung ansagt…“ Er begann breit
zu grinsen und aktivierte sein UW. „Aber nein, der noble Herr ist natürlich im
Moment gerade auswärts…“ Erneut huschte ein Grinsen über sein Gesicht, während
er die Autorisierung überprüfte. Es hatte Warrek wahrscheinlich nicht wenig
Nerven gekostet diese in das System zu schmuggeln, trotz der Software der STG.
Wenn er seine Arbeit gut erledigt hatte, würden sie in wenigen Minuten
ausgerüstet wieder aus diesem Raum treten. Die Augen des Mannes überflogen die
Zeilen des ihm vorliegenden Dokumentes während er weitersprach. „Ihr werdet dem
Colonel doch nicht erzählen, dass ich einen Witz über ihn gemacht habe oder?“ Der
sympathische Wächter des Arsenals warf der Asari vor ihm einen fragenden Blick
zu, welche mit einem Lächeln und gespielt freundlicher Mine den Kopf
schüttelte. „Garantiert nicht, schliesslich haben wir es ihnen zu verdanken,
dass die “Materialermüdung“ der bereits einige unserer Waffen zum Opfer
gefallen sind, nicht mit einer Standpauke über die astronomischen Kosten
unserer Ausrüstung geendet hatten.“ Bei Absprüngen und durch die rohe Gewalt
biotischer Angriffe, gemischt mit etwas Unaufmerksamkeit, liessen sich wichtige
Teile einer Waffe problemlos verbiegen. Meist liessen sich solche
Angelegenheiten durch das charmante Lächeln einer jungen Frau und das eine oder
andere Bier in der Kantine aber aus der Welt schaffen. Und auch jetzt schien es
als würden sie keinen Ärger kriegen. „Sieht alles gut aus, viel Spass mit euren
Spielzeugen, und bringt sie mir alle wieder heil zurück.“ Nach dem letzten Satz
öffnete er ihnen die Tür, die zu den Standard Waffenregalen führte und
entriegelte den am hinteren Ende, des mit Regalen gefüllten, Raum liegenden
Lift. Wie gewohnt trat zuerst die erste Hälfte der Soldaten ein und
anschliessend bei einer zweiten Fahrt die restlichen. Jenni betrat als eine der
ersten den beengt wirkenden Raum mit tief hängender Decke. Zielstrebig steuerte
sie auf einen Stapel Koffer zu. Mittlerweile hatte sich jegliche Zweifel an der
Mission die vor ihnen lag verzogen. Mit geübten Griffen glich sie ihre UW
Nummer mit dem ersten Waffenkoffer ab. In dessen Innerem fand sich eine neue
M-11 Wraith deren Oberflächen glänzten. Obwohl sie einen Helm trug, schien ihr
der Geruch von Waffen Öl in die Nase zu steigen. „Ich dachte wir sollen uns mit
was ausrüsten, das viele Kugeln verschiesst?“, meinte Joshua mit
herausforderndem Ton. „Die ist für die mit Rüstung gedacht…“ kaum hatte sie das
Gewehr in ihrer Hand aktiviert, um sich von dessen Funktionalität zu
überzeugen, steckte sie es an die dafür vorgesehene Halterung und trat zum
nächsten Stapel. Auf seine eigene Ausrüstung konzentriert schwieg Joshua eine
Weile ehe er die Frage aussprach, welche Jenni offen gelassen hatte. „Und was
nimmst du für den… Rest.“ Das letzte Wort war überflüssig, da sich ihm die
Antwort bereits zeigte. Jenni hatte ihren Helm ausgezogen, da sie die
einstellbaren Magnetischen Waffenhalterungen an ihrem Rücken hatte verstellen
müssen. Anders als sonst trug sie ihre Schrotflinte nicht auf Nierenhöhe,
sondern über den Rücken, an der Stelle an der Normalerweise das Sturmgewehr
montiert wurde. Seitlich an den Oberschenkeln der jungen Frau waren jeweils
eine M-6 Carnifex festgemacht. Die feurig roten Haare hatte sie hinten
zusammengebunden, damit sie nicht beim aufsetzten des Helmes nicht in die Quere
kamen. Nur ein paar einzelne Strähnen hingen seitlich an ihrem Gesicht
herunter. Selbiges war emotional tot, das einzige das Joshua erkennen konnte,
war eine schon beängstigend wirkende Entschlossenheit. Als sein Blick ihren
nach vorne ausgestreckten Armen folgte, stockte er für einen Moment. In dem
Moment drehte Jenni den Kopf zu dem sie anstarrenden jungen Mann. Auch wenn er
sie kannte, rann für einen Moment ein kalter Schauer über seinen Rücken, als
ihre Blicke sich trafen. Dieser wich jedoch schnell, als sich ein diebisches
Lächeln auf ihrem Gesicht abzeichnete. „Sind das hier genug Kugeln für dich?“,
fragte sie mit fast schon hämischer Stimme und präsentierte ihm die beiden
N7-Hurricans, die sie in den Händen hielt. Aufgrund der Extremen Feuerrate, und dem gleichzeitig geringen Gewicht der Waffe verzogen die MPs sehr stark. Die synthetischen Muskeln der Rüstung vermochten dies zwar zu vermindern doch auf grössere Distanzen würde sie dennoch nichts treffen, doch das würde auch nicht nötig sein. Ausser einem Fragenden Blick und einem amüsierten Kopfschütteln erhielt sie keine Antwort von ihrem Kameraden, dafür von jemand anderem. „Oh, da ist aber jemand ein böses Mädchen, bist du
sauer?“ Arsilia liess die Worte leise fallen, während sie an ihr vorbeitrat.
Sofort nachdem sie die beiden MP's an den beiden Halterungen auf Nierenhöhe,
die sie dort im Austausch für ihre Schrotflintenhalterung angebracht hatte,
festgemacht hatte, setzte sie eilig ihren Helm auf, um auf die Provokation via
privatem Funk antworten zu können. „Nein, sauer war ich als meine Familie
abgeschlachtet worden ist und man mir gesagt hat, das deswegen niemand was tun
wird, jetzt bin ich richtig angepisst…“ Nach einem Moment, in dem Arsilia nur
breit gegrinst hatte, fuhr sie zusammen. „Fang“ Der Befehl war klar an sie
gerichtet, doch was würde ihr entgegenfliegen? Sie konnte Jenni nicht sehen
weshalb, sie sich ruckartig umdrehte. Für einen Augenblick vor Schreck
erstarrt, musste sie feststellen, dass ihre Kameradin im Begriff war ihr eine
Granate zuzuwerfen. Mit möglichster Vorsicht bremste sie den kleinen Zylinder
sachte ab, zum protestieren kam sie jedoch nicht, da dem ersten gleich noch
zwei weitere folgten. „Spinnst du?!“ entfuhr es ihr darauf hin energisch.
„Wieso denn so schreckhaft, die Splinte stecken doch noch.“ „Wie viele von den
Dingern willst du denn mitnehmen?“ konterte die Asari auf die herausfordernde
Antwort ihrer Kameradin. „Genug“ erhielt sie als Antwort, während Jenni drei
den Sprengkörper seitlich an ihrer Hüfte festmachte. Gerade als sie die Kiste
vor sich wieder schliessen wollte spürte sie einen leichten Druck an ihrem
Rücken. Ihr Versuch sich aufzurichten wurde sogleich unterbrochen. „Halt still
deine Halterungen sind nicht richtig festgemacht, du wirst die Hälfte deiner
Waffen verlieren…“  

 

Sie
waren an einem Punkt angekommen den Jenni tunlichst hinausgeschoben hatte, doch
nun liess es sich kaum noch länger vornewegschieben. Noch waren sie auf der
Route, die für die Übung angemeldet war. Das Massenportal in diesem Cluster war
noch ein gutes Stück entfernt, bald erreichten sie den Punkt, an dem sie ihm am
nächsten waren ehe sie sich in Richtung ihres angeblichen Zieles wieder davon
entfernen würden. Im Inneren der Shuttles war ausser dem leisen Surren des
Antriebes nichts zu hören. Aufgrund des Risikos eines Zwischenfalles, hatte sie
ihrer Einheit angeordnet die Helme aufgesetzt zu lassen. Das Risiko eines
Unfalles oder defektes war zwar nicht höher als sonst, doch der Vorwand kam ihr
ganz gelegen um nicht direkt den Blicken ihrer Kameraden ausgesetzt zu sein.
Wieder war es die Ruhe, die sie nachdenklich werden liess. Auch wenn es jetzt bereits
zu spät war, drängten sich ihr Gedanken auf, die sie schnellst möglich wieder
abschütteln wollte. Geradezu gelegen kam daher die Nachricht von Selak. „Wir
erreichen gleich unsere Abzweigung, sollen wir abdrehen?“ Mittels ihres UWs
verband Jenni sich mit den Lautsprechern im Passagierbereich der Shuttles, die
sich in etwas ungeordneter Formation durch die Leere schoben. Auch wenn die gefährlichsten Schritte des Einsatzes, abgesehen von den Kämpfen selbst, bereits überstanden waren wurde sie an dem Punkt etwas nervös. Ihr hatte sich ein Kloss im Hals gebildet den sie zuerst herunterschlucken musste ehe sie sprechen konnte. Nachdem sie sich erhoben und vor ihre Kameraden getreten war, antwortete sie mit selbstsicherer
Stimme. „Ja. Schaltet die Tarnsysteme ein und brecht den Funkkontakt mit
Sunsetbay ab. Hier beginnt unsere Mission! Wir sind nun nicht mehr Teil der
Allianz! Bis wir wieder auf Sunsetbay sind, gelten für uns weder die
Vorschriften noch die Gesetze der Allianz. Im Gegenzug dafür können wir uns aber
auch nicht mehr auf ihre Rückendeckung verlassen, wobei wir das letzte Mal ja
gesehen haben, wie viele diese Deckung wert ist. Aber diesmal liegen wir nicht
an einer Leine. Diesmal sind wir keine Soldaten, sondern Krieger, Engel des
Todes. Wir werden ihnen die selbe Verzweiflung und den selben Schmerz bringen,
den sie uns zuteil werden liessen. Vergesst nicht, wir gehen da nicht hin um zu
reden, wir gehen da hin um ein Zeichen zu setzen und Taten sagen mehr als
Worte. Während des gesamten Aufenthalts in der Basis des Feindes bleiben die
Aussenlautsprecher aus, Verhandlungen werden nicht geführt! Verstanden?“ Sie
wartete nicht auf eine Antwort ihrer Untergebenen sondern,  schaltete 
umgehend auf einen privaten Kanal zu Selak um. „Wie lange brauchen wir noch
bis zum Portal?“ Das Erste was sie vernahm war, dass der Turianer Luft einsog
und nachdenklich seufzte. Wenn alles gut läuft nicht lange, schau selbst. Mit
ÜLG sind wir ziemlich schnell da…“ „Gut, ihr habt die Koordinaten für den
Sprung, informier mich wenn wir im Zielsystem angekommen sind oder es
Schwierigkeiten gibt.“ Während sie mit dem Turianer geredet hatte, waren die
Bestätigungsmeldungen ihrer Kameraden bei ihr eingegangen, jedoch teils
wesentlich zögerlicher, als es ihr gefiel. Nun musste sie das Thema ansprechen,
das bestimmt auch vielen ihrer Kameraden durch den Kopf ging, jedoch niemand
ansprechen wollte. „Wie ich euch vor dem Abflug gesagt habe, ist diese Mission
für niemanden von euch ein muss, das ihr bis hierher mitgenommen wurdet, dient nur
eurem eigenen Schutz. Nun wisst ihr was ich von euch erwarte… aber um es noch
einmal gesagt zu haben, das Ziel der Operation ist die vollständige und
restlose Auslöschung der Besatzung der Basis von Cerberus.“ In dem Moment war
Jenni dankbar, dass sie den Helm auf hatte, sie konnte förmlich spüren, wie
sich die entsetzten Blicke mancher ihrer Kameraden selbst durch den schützenden
Helm bohrten. Auch wenn es für ihre Kameraden so aussah, als würden die Augen
ihrer Anführerin auf ihnen ruhen, blickte sie zu Boden. „Wer von euch folgt
mir?“ Die Frage kam direkt und mit nüchterner Kälte. „Wer nicht mitmachen will,
wird die Landeplattformen sichern, damit unser Rückzug gesichert ist. Weder
ich, noch irgendjemand anderes aus dieser Einheit werden euch für diesen
Entscheid in irgendeiner Form verurteilen, deshalb werde ich die Antworten
privat halten. Jeder der dabei ist, erhält anschliessend ein kurzes Briefing.“
Noch bevor sie zu Ende gesprochen hatte, erhielt sie bereits etwa die dritte
Bestätigung seitens Arsilia. Bei einem kurzer Blick zu ihrer Kameradin schien
sie deren breites Grinsen durch die Maske und ihres Helmes erkennen zu können.
Wie es zu erwarten gewesen war, gab es drei Wellen. Die erste, beinahe ohne
Verzögerung eintreffende, der Befürworter dieses Einsatzes. Diese machte, mit
Zehn Mann, sie selbst eingeschlossen, etwas weniger als einen Drittel aus.
Unter diesen Soldaten würde sie die Führungspositionen verteilen, denn sie
würden aus eigenem Antrieb handeln. Die Zweite waren diejenigen, die unsicher
waren, von denen sich die meisten zwar dazu durchrangen mitzumachen, jedoch,
zumindest nach dem die Verteidiger erledigt waren und der schmutzige Teil der
Arbeit begann, kaum mehr eine Hilfe sein würden. Zum Schluss kamen noch die,
die sich gegen sie entschieden hatten. Jenni musste sich selbst daran hindern
die Namen derer zu lesen, die sich weigerten, sie hatte versprochen niemanden
zu verurteilen, also spielte es auch keine Rolle wer sich dagegen entschieden
hatte. Eines konnte sie jedoch trotzdem nicht lassen. Instinktiv öffnete sie
die Alphabetische Tabelle und sprang zum K. „Warum tust du das?“, fragte sie
sich leicht ungläubig, als sie erkannte, was vor ihr lag. Kiara hatte trotz
ihrer klaren Abneigung gegenüber diesem Vorhaben zugestimmt daran teilzunehmen.
Wollte sie sich selbst oder Jenni damit etwas beweisen? Jenni konnte sie
unmöglich zwingen auszusteigen, schliesslich hatte sie ihr versprochen sie
nicht anders zu behandeln, als den Rest ihrer Einheit. Andererseits durfte sie
auch nicht zulassen, dass Kiara für etwas bestraft wurde, was sie verbrochen
hatte. Mit einem Mal wurde ihr auch klar, weshalb ihre Liebste sich in ein
anderes Shuttle gesetzt hatte. Es waren keine Zwischenstopps geplant und somit
würde Jenni sie nicht daran hindern können abzuspringen.


Und nun muss ich euch leider wieder abwürgen. Aber beim nächsten Kapitel gehts dafür gleich hier weiter^^

Bis dahin wünsche ich euch noch einen schönen Sonntagabend und ne gute Woche^_^

Użytkownik elitedefender2 edytował ten post 19 luty 2014 - 06:56


#633
jjhghd

jjhghd
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dann kommt bald endlich wieder ein richtiger Kampf :D Ich freu mich drauf

#634
elitedefender2

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Hi

Halt! legt die Tomaten Weg, ich möchte mich erklären bevor ich gelyncht werde.... danke. 

 

Wie jeder der hier ist ja gemerkt hat hat sich einiges bei Biowaresocial einiges geändert. Ich habe das neue Social Network zwar schnell gefunden doch dieses Forum nicht. weshalb ich dachte das es vielleicht mit der alten Seite verschwunden sei. Ich entschuldige mich vielmals für die ewige Wartezeit und hoffe dass das neue kapitel zumindest ein wenig darüber hinwegzutrösten hilft^^

 

Kapitel 49

 

„Was machst du grade?“ Sie waren bereits eine gefühlte Ewigkeit unterwegs, wobei sie kaum geredet hatten. In ihr Schweigen vertieft war Jenni mit ihren Gedanken weit abgeschweift. „Was?“ die Gegenfrage war ihr rausgerutscht, ehe sie realisiert hatte wer zu ihr gesprochen hatte. Die letzte halbe Stunde hatte sie mit Musik in den Ohren schweigend dagesessen und sich auf das konzentriert, was vor ihr lag. Als sie nun die Augen geöffnet hatte, um herauszufinden wer gesprochen hatte, war das erste was sie sah der Boden zwischen ihren Füssen. Als sie schliesslich aufsah, zog ein Geste sofort ihre Aufmerksamkeit auf sich. Einer ihrer Kameraden winkte ihr zu. Alex hatte sie eine Weile lang gemustert und imitierte nun das leichte Nicken, welches er bei ihr beobachtet hatte. Nun verstand auch die Angesprochene was er meinte, ihr war das selber nie aufgefallen, aber einige ihrer Freunde hatten ihr berichtet, dass sie, wenn sie in die Musik die sie hörte vertieft war, entweder mit dem Fuss den Rhythmus mitklopfte oder eben leicht zu nicken begann. Mit ein paar Augenbewegungen liess sie die Wiedergabeliste über Funk weiterlaufen, sodass er sie ebenfalls hören konnte. Kaum hatte er die erste Klänge vernommen, begann er zu lächeln. „Eines eurer alten Lieder?“ Jenni winkte ab „Nein, das ist von jemand anderem…sagt dir der Name Hellfire was?“ „Ne ist nicht so ganz meine Richtung, auch wenn es meine Stimmung doch ziemlich genau trifft.“ „Dead from above, we fall, sent from Hell to kill them all.“ die junge Biotikerin sprach die Worte aus dem Song mit, während sie die Faust ballte. „Wie bereitest du dich vor?“ Einen Augenblick verzögert erhielt sie eine Bilddatei geschickt, die sie sogleich öffnete. Eine kleine Gruppe Leute im Garten vor einem Haus war darauf zu erkennen. Nach einem Moment erkannte Jenni das Gesicht ihres Kameraden auf dem Bild. „Sind das…?“ „Waren“ unterbrach Alex sie mit schmerzlichem Unterton. „Das ist an dem Tag entstanden, an dem wir in unser neues Haus eingezogen sind… Ich schaue mir all die Bilder aus meiner Kindheit an, um mir noch einmal wachzurufen, weshalb ich hier bin und weshalb Cerberus von mir keine Gnade erwarten kann.“ Mit einem leichten Nicken bestätigte sie seine Aussage ,während sie die Bilddatei schloss, um ein paar eigene alte Fotos zu öffnen. Es war ihnen zu beginn des N7- Trainings gestattet worden ihre privaten Dateien bis zu einem bestimmten Rahmen auf die militärischen UWs zu übertragen. Jenni hatte lediglich drei Bilder übertragen, welche sie nun ansah. Die ersten beiden zeigten sie mit ihrer ganzen Familie beim Essen. Unweigerlich kamen die Bilder und Eindrücke wieder. Genau derselbe Raum, den sie auf dem Foto sah, so lebhaft und fröhlich war zu einem Schlachthaus verkommen, als sie ihn das letzte mal in Natura gesehen hatte. Schweren Herzens wählte sie die beiden Dateien an und verschob sie in den Papierkorb. Sie zögerte einen Moment, ehe sie den Befehl gab die Dateien endgültig zu löschen. Auch wenn es schmerzte, war es doch der einzige Weg die Schrecklichen Erinnerungen loszuwerden, gemeinsam mit ihrem Hass und ihrer Trauer würde sie auch diese Erinnerungen heute unter einem Berg aus Leichen begraben und für immer hinter sich lassen. Das dritte Bild zeigte sie zusammen mit Kiara aneinander gelehnt auf der Couch sitzend. Ein Stich in ihrem Herzen liess sie erschaudern. Ihre Faust verkrampfte sich, sodass ihre Knöchel weiss hervortraten. Entschlossen richtete sie sich auf und stieg in Cockpit des Shuttles zu dem dort sitzenden Turianer. „Ist das unser Ziel?“ „Positiv, T- zehn Minuten… wechseln gleich zu Unterlichtgeschwindigkeit… Moment…“ Für die Sekunden die sie hatte warten müssen bis Selak seine Vorhersage umgesetzt hatte, wurde sie sogleich belohnt. Das sie umgebende Lichterspektakel erlosch und gab die Sicht auf den sich vor ihnen befindlichen Himmelskörper frei. Die Welt die vor ihr lag und fast ihr ganzes Sichtfeld beanspruchte, sah nicht so lebendig aus, wie Sunsetbay oder vergleichbare Planeten deren Landmassen zum grössten Teil von Vegetation bedeckt waren. Dieser Planet hier erinnerte mehr an einen riesigen Dreckklumpen, der in kränklichem gelbbraun erstrahlte. Nur an den beiden Polen wurden die endlosen Wüsten und Geröllfelder einige spärliche grüne Kleckse unterbrochen, dort, an einen Berg herangebaut, befand sich ihr Ziel, welches zum ersten mal seit beginn ihrer Planung greifbar nahe schien. „Bring uns runter, tief anfliegen damit wir nicht entdeckt werden… sobald wir in ihrer Funkreichweite sind will ich eine Verbindung zu ihrer Basis…“ Nach dem er bei jeder ihrer Anweisungen genickt hatte, stockte Selak nun und sah sie fragend an?“ „Willst du dich anmelden oder um Landeerlaubnis fragen?“, meinte er ungläubig. „Nein aber ich will dafür sorgen dass sie wissen das ihr Leben vorbei ist.“
 
Nach einem ruhigen Morgen in seinem Sessel war David gerade von der Toilette zurückgekehrt und trat gemütlich zurück an seinen Platz. Unterwegs passierte er den einzigen anderen Mann der im Moment in der Kommzentrale Dienst hatte. Dieser stützte den Kopf auf seinen Händen auf dem Schreibtisch ab. Seit er vor einigen Minuten zur Toilette gegangen war, lag die Zeitschrift seines Kameraden auf der Gleichen Seite offen. Vorsichtig und beim vorbeigehen stiess er gegen die Rückenlehne des Sessels des anderen Mannes. Dieser zuckte erschrocken zusammen, als er plötzlich aus dem Schlaf gerissen wurde. „Du wirst nicht bezahlt um hier zu pennen!“, schnauzte er harsch. „Bleib mal ruhig, ich hab hier nichts zu tun, ausser auf diese Monitore zu starren und dabei zu verblöden.“ „Du bist für den Luftverkehr zuständig, jedes Schiff das in irgendeiner Form zu uns muss, ist auf dich angewiesen. Du hast hier eine grosse Verantwortung.“ „Genau, gestern durfte ich den ganzen verdammten Tag hier sitzen um ein einziges lausiges Shuttle zu kontrollieren und zudem ist die Landezone eh gerade besetzt. Es dauert mindestens noch eine halbe Stunde bis die mit ausladen fertig sind und den Platz wieder geräumt haben. Ausserdem ist auf dem Radar…“ Um sich zu vergewissern, dass er nichts übersehen hatte, kontrollierte er das Display erneut. Auf der Anzeige war eine Karte der Umgebung bis in einigen hundert Kilometern Entfernung dargestellt. „...nichts zu sehen also lass mich in Ruhe.“ Desinteressiert winkte David ab „Wenn du nicht atmen müsstest, um zu überleben, wärst du sogar dafür zu faul.“ Mit einem Blick aus dem Fenster ihres erhöht liegenden Arbeitsplatzes, liess sich das Landefeld vor dem eigentlichen Gebäudekomplexes überblicken. Das länglich geformte Gebäude war entlang des Hanges erbaut worden. Mit geschultem Auge schätzte er die Anzahl der Kisten vor auf der Landefläche und schätzte ein, wie viele Kisten dort noch standen und wie lange ihre Verladung noch dauern würde, als ein leises piepen ihn aufhorchen lies. „Was zum…?“ „Ihr brachet uns unsere Flügel und liesset uns in die Finsternis fallen. Schmerz und Verzweiflung öffneten uns die Augen und liessen uns die Dunkelheit mit offenen Armen empfangen. Unsere Seelen nahmen in sich auf was uns umgab und wurden genauso schwarz wie jene Schwingen des Hasses, die uns aus der Trauer empor trugen und auf den Pfad der Vergeltung zu leiten. Als die Engel eurer Vernichtung werden wir vom Himmel herabsteigen, die Tränen unserer Trauer werden als die Flammen eures Armageddon auf euch herabregnen. Im Namen derer die ihr uns nahmt werden unsere Hände Vergeltung üben…“ Die Finstere Stimme, die aus dem Lautsprecher drang, schien eine eisige Aura mit sich zu tragen und jagte David einen kalten Schauer über den Rücken. „Angis, wenn das wieder einer deiner Scherze sein soll…“ „Kein Rückzug, keine Gefangenen…. Keine Überlebenden“ Dieselbe Stimme, bar jeder Emotion unterbrach den verärgert wirkenden Mann, der eben noch geschlafen hatte und liess seine Stimme verstummen. Eilig kontrollierte er den Monitor erneut, doch noch immer waren keine Radarsignaturen zu erkennen. Ein leises klimpern liess ihn sich umdrehen. Sein Freund starrte mit offenem Mund aus dem Fenster, seine Kaffeetasse hatte er den Kaffeespritzern auf dem Tisch zu folge etwas unsanft zurückgestellt, nachdem er einen Schluck hatte trinken wollen. „N7“ war alles was er herausbekam, ehe sein Freund erkannte was er meinte. Eine kleine Gruppe Shuttles schoss niedrig über die Baumwipfel des nahen Waldes auf sie zu. Ungläubig trat er näher an das Fenster heran. Die Shuttles waren bereits zu nahe dran, als das sie noch etwas hätten dagegen unternehmen können und so blieb ihnen nichts anderes übrig, als mitanzusehen wie die Shuttles ihre Türen öffneten um ihre Tödliche Fracht abzuwerfen.
 
Die Luft im Inneren des Passagierraumes war wie elektrisiert, die Anspannung war noch grösser als vor all ihren bisherigen Absprüngen. „Fünf Sekunden!“ Die Stimme der jungen Biotikerin zitterte, trotz aller Unterdrückungsversuche, ein wenig. Unsanft betätigte sie mit der Handfläche die Schaltfläche zum öffnen der Shuttletür. Sofort schlug ihr ein Stürmischer Wind entgegen und unter ihr rasten Baumwipfel vorbei. Einen letzten Tiefen Atemzug bevor es soweit war. Die Frische unverbrauchte Luft, die von draussen hereinströmte und sich ihren Weg durch die Filter des Helmes suchte, war herrlich kühl, ganz anders als ihr Inneres. Mit einem Körper, der sich anfühlte, als würde er brennen und einem Geist, der nun vollends von ihrer Wut und ihrer Verachtung gelenkt wurde, setzte sie zum Sprung an. Augenblicklich als das grüne Signal aufleuchtete, spannten sich ihre Muskeln an und setzten in Kombination mit ihren synthetischen Geschwistern explosionsartig Energie frei. „Los!“ Aus voller Kehle schrie sie den Befehl in ihr Mikro, während sie losstürmte. Die Landezone war platzmässig begrenzt. Zu früh und sie würden die Landezone verpassen und gut zwanzig Meter tiefer stürzen. Nicht nur das dass für den Einsatz fatal wäre, bei ihrer derzeitigen Geschwindigkeit und Höhe hätte das auch durchaus tödlich sein können. Sie mussten bereits so an die Grenzen gehen. Um nicht erfasst und abgeschossen zu werden, mussten sie schnell und niedrig fliegen. Das bedeutete jedoch auch, dass sie bei hoher Geschwindigkeit und im Steigflug abspringen mussten. Wer zu spät absprang würde gegen die Wand des Gebäudes Prallen und dabei mit höchster Wahrscheinlichkeit sofort sterben. Nun hätten all diese Faktoren sorgfältig berechnet werden können, um den Sekundenbruchteil genauen Absprungzeitpunkt festzulegen, doch eine einfach Überschlagsrechnung, die Reeston ihr gezeigt hatte, würde reichen müssen. Mit Hilfe dieser Formel konnte sie auf ein paar Meter genau festlegen, wie weit sie nach vorne verschoben aufschlagen würde. So kam es, dass das erste was Jenni unter sich erkennen konnte, nachdem sie sich mit einem kraftvollen Sprung aus dem Shuttle abgestossen hatte, der Hang und nicht die Landezone war. Mit knapp einer Sekunde Verzögerung war bereits der nächste Absprung erfolgt. Um Zeit beim Springen zu sparen, waren sie beidseitig, gleichzeitig abgesprungen, die ersten beiden etwa zwanzig Meter vor beginn des Landefeldes. Für einen Moment schienen die Gesetze der Schwerkraft nicht zu gelten und, nur umgeben von einem auflodernden Feld aus biotischer Energie, stieg sie weiter in die Höhe. Erst als die Schwerkraft ihre, vom Shuttle übernommene, Aufwärtsbewegung ausgeglichen hatte, packten die Krallen der Physik zu und zerrten sie rasend schnell nach unten. Ein Phänomen, welches Jenni nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei vielen anderen beobachten hatte können, war das des ungewollten Kampfschreies. Im freien Fall, wenn Instinkte und antrainierte Reflexe kurzzeitig die Kontrolle übernahmen, liessen viele ihre Anspannung und vielleicht auch Angst lautstark raus. So auch dieses Mal. Einen wütenden Schrei ausstossend schlug die junge Biotikerin mit der Gewalt eines Dampfhammers auf. Im Moment, in dem sie ihre Nova auslöste, um die eigentlich tödliche Energie ihres Aufschlages in alle Richtungen abzulenken, verstummte ihr Schrei. Die Kräfte, die auf sie wirkten und sowohl Mensch als auch Material an ihre Grenzen brachten, pressten ihr die Luft aus der Lunge. Dieser Absprung war, wenn man Geschwindigkeit und Absprunghöhe miteinbezog, der härteste gewesen, seit ihres Trainingsbeginnes. Sofort stürmten hunderte Informationen auf sie ein. Sie war unmittelbar neben zwei glücklosen Arbeitern eingeschlagen, die, durch die mörderische Energie der Nova, mitsamt der Kisten, die sie ausgeladen hatten, wie Spielzeug durch die Luft geschleudert wurden. Urplötzlich befand sie sich in einer Lage, die sie noch weder überblicken noch kontrollieren konnte. In dem Augenblick zählte nur Geschwindigkeit, den jeden Moment würden die restlichen Mitglieder der BDF landen und das Gebiet in ein Schlachtfeld verwandeln, auf dem ihre Feinde nicht bestehen konnten. Der nach der Landung noch übrig gebliebene Schwung nach vorne drohte sie aus dem Gleichgewicht zu bringen, weshalb sie sofort reagierte und sich in diese Richtung abstiess, um zum Sturmangriff anzusetzen. Felder bauten sich auf, eine Kraft umschloss sie und liess sie nach vorne schiessen. Da sie kaum Zeit gehabt hatte sich umzusehen, hatte sie einfach den ersten Gegner, den sie erkannt hatte anvisiert und war losgestürmt. Die Distanz zwischen sich und der erschrockenen Wache war innert kaum einer Sekunde überwunden. Bereits während ihres Ansturmes landeten die ersten ihrer Kameraden. Ihnen war beigebracht worden, während eines Sturmangriffes ein biotisches Feld vor sich aufzubauen und es als Rammbock einzusetzen. Die drei Wächter, welche neben dem Haupttor für die Warenanlieferung standen, hatten gerade bei einer gemütliche Zigarette etwas miteinander geplaudert, da der Tag, wie immer unspektakulär und langweilig zu verlaufen schien, als plötzlich die Shuttles über sie hinweggefegt waren. Nach der ersten Schrecksekunden folgte die Erkenntnis, dass die Shuttles etwas abwarfen, was im ersten Moment von der Form her einem Menschen glich. Noch ehe sie hatten reagieren können, waren die Silhouetten in blaue lodernde Schleier gehüllt auf der Landefläche niedergegangen. Um die ersten beiden offensichtlich feindseligen Eindringlinge gebührend zu empfangen, hoben die drei ihre Waffen, doch sie waren nicht auf das vorbereitet was dann geschah. Biotiken waren zwar längst ein bekanntes Phänomen, doch nur wenige konnte von sich behaupten eine ausgebildete Biotikereinheit im Kampf gesehen zu haben, weshalb nur wenige die wahre Schlagkraft solcher Truppen einzuschätzen wussten. Die Mündungen ihrer M-25 Hornet auf den Landepunkt des ersten Angreifers gerichtet, hielten sie einen Moment inne. Zu diesem Zeitpunkt regneten bereits mehr als drei dutzend tropfenförmige, biotische Sphären auf sie herab. Mit vor Schreck offen stehenden Mündern mussten sie mitansehen, wie einige ihrer Kameraden von einer blauen Schockwelle meterweit über das Deck katapultiert wurden. Einen Wimpernschlag später schoss der in schwere Rüstung gehüllte Körper bereits auf sie zu. Da ihnen die Zeit fehlte um auszuweichen, taten sie das nächstbeste und eröffneten das Feuer, vergeblich. Ohne Schaden anzurichten verschwanden die Projektile in dem auf sie zurasenden biotischen Feld. Mit entsetzen mussten die äusseren beiden Männer mitansehen, wie ihr in der Mitte stehender Kamerad, wie von einem Skycar erfasst, gegen die Wand an die sie sich gelehnt hatten, geschmettert wurde. Das scheussliche Knacken und Knirschen zerbrechender Knochen und der schlagartige Widerstand zeigten Jenni, dass sie ihr Ziel getroffen hatte. Ihre Schulter rammte mit voller Wucht die Brust des ersten Feindes. Dessen leichte Rüstung wurde unter solcher Gewalteinwirkung verformbar wie Gummi. Den Brustkasten zerschmettert und den Schädel, den kein Helm schützte, an der Wand zertrümmert, erschlaffte sein toter Körper sofort. Den noch lebenden beiden Wachen stand der Schock noch ins Gesicht geschrieben, sie hatten nicht damit gerechnet, dass ihr Kontrahent sie so schnell erreichen würde. Ihre erschrockenen Aufschreie vermischten sich in den nächsten Augenblicken mit ihren Schmerzens- und Todesschreien. Das Training und der Drill hatten gewisse Abläufe in den Verstand der jungen Frau eingebrannt, welche nun abzulaufen begannen. Zwischen zwei Feinden stehend musste sie nun schnell reagieren, um nicht getötet zu werden. Noch während sie sich von dem Sturmangriff abfing, zog sie ihr Bein an und stampfte mit aller Kraft gegen das Knie der rechts von ihr stehenden Wache. Sofort nach der Landung war die Unterstützung automatisch wieder auf Gefechtsstandard zurückgesetzt worden, was maximal 70% entsprach, doch das reichte. Die gepanzerte Sohle ihres Stiefels traf die Kniescheibe des Wächters frontal und zertrümmerte selbige. Das Gelenk konnte der Krafteinwirkung nicht standhalten und zerbrach, sodass das Bein nach hinten durchgeknickt wurde. Biotische Energie schoss über ihren Körper und konzentrierte sich an einem Punkt. So sehr sie Tirana auch hasste, nun würde sich ihr Training auszahlen. Jenni drehte sich ohne einen Moment lang Inne zu halten um und griff nach der dritten Wache. Diese hatte sich ihr zugewandt und war gerade im Begriff die Waffe auf die Biotikerin zu richten, wurde jedoch unterbrochen. Mit der Rückhand stiess sie die Hornet von sich weg und umschloss den Hinterkopf des jungen Mannes mit beiden Händen und riss ihn auf sich zu. Mit ganzer Kraft donnerte sie ihr Knie gegen sein Gesicht. Ihre physisch bereits optimierte Kraft wurde durch ihre Biotik noch zusätzlich verstärkt. Die Panzerplatte an ihrem Knie durchbrach den Schädelknochen mit Leichtigkeit, ein nasses klatschen drang zu ihren Ohren, während sie sah ,wie der Kopf in ihren Händen seine Form verlor. Der Schalter in ihrem Verstand war auf Kampf gestellt und somit hatte Ekel keinen Platz mehr in ihren Sinnen. Ihre Muskeln verkrampften sich, dass sie all ihre Kraft in die Bewegungen legte. Blut spritze auf ihre Ober- und Unterschenkel. Wie bei einem Ei, dessen Schale an einer Stelle zerbrochen war, verlor nun das gesamte Gebilde seine Stabilität und verformte sich in ihrem Griff wie eine knöchrige Masse. Trotz ihrer Wut arbeitete ihr Verstand noch immer auf Hochtouren, was sie kalt und berechnend machte. Der Feind vor ihr war keine Bedrohung mehr, also konnte sie sich um den anderen kümmern. Eine Welle aus biotischer Energie bewegte sich über ihren Körper, während sie herumfuhr und sich bei Jennis Faust konzentrierte. Der Mann, dessen Bein bereits geschunden war, wurde von dem Schlag gegen die Wand
hinter ihm geschleudert. Blut hustend und röchelnd hielt er sich den Solarplexus, während er den “Engel“ seines Todes flehend anstarrte. Diese zeigte sich jedoch von ihrer finstersten Seite und liess ihre Hände Vernichtung und Schmerz überbringen. „Bitte…“ mehr gelang es ihm nicht hervor zu würgen, ehe sein Ende ihn ereilte. Ohne zu zögern griff sie an ihren Rücken, wo ihre Finger einen Griff zu fassen bekamen. Sie wusste mittlerweile weshalb sie eine Schnellzugschrotflinte genannt wurde. Kaum hatte sie die Wraith von ihrer Halterung gezerrt, hatte selbige sich auch schon aktiviert. Sekundenbruchteile später spie ihre Mündung bereits Feuer und verwandelte die Linke Schulter und die Hälfte der Brust des Mannes in ein Sieb. Der zweite Schuss zerfetzte den bereits von ihrem Knie zertrümmerten Schädel des anderen Soldaten vollends. Selbiger war auf die Knie gesunken, nachdem Jenni von ihm abgelassen hatte und wurde nun nach hinten umgestossen. Obwohl sie gerade eben drei Männer von Cerberus getötet hatte, verspürte sie keine Genugtuung, vielmehr wurde ihr Hass nur noch grösser. Bevor sie zu weit in Gedanken abgleiten konnte, rief ihr Gehör sie wieder in die Realität zurück. Bis vor wenigen Augenblicken war sie noch derart auf ihren Kampf fokussiert gewesen, sodass sie das brachiale Getöse um sich herum nicht realisiert hatte. Sofort nach ihrer Landung waren auch ihre Kameraden zum Angriff übergegangen und hatten die Verteidiger niedergemäht. Es waren nur wenige Wachen vorhanden gewesen, leicht bewaffnet und nur wenig Rüstung tragend. Sie hatten keinen richtigen Kampf geliefert, viel mehr war es ein verzweifeltes Strampeln im Angesicht des sicheren Todes gewesen. Gnade war keinem von ihnen widerfahren.
Da die Verteidiger nicht nur unvorbereitet waren, sondern auch zahlenmässig unterlegen und schlechter ausgerüstet, waren die Wachen innert kürzester Zeit überwunden. Die Letzten Schüsse auf der Landefläche verklangen, noch bevor Jenni die Chance gehabt hätte sich ein neues Ziel zu suchen. Nachdem sie die beiden Wachen mit ihrer Wraith erschossen hatte, war die Zone bereits gesichert. „Status?!“ „Hintereingang gesichert, hier kommt keiner raus“, antwortete Alex selbstsicher.“ „Landezone gesichert, keine Verluste“, bestätigte Selak. Auch die Piloten der Shuttles waren abgesprungen und liessen den Autopiloten in sicherer Entfernung kreisen, bis die Luftabwehr deaktiviert war. Das Risiko mit dem Shuttle abgeschossen zu werden war zwar nicht sehr gross, aber es würden weitere Acht Leute fehlen. „Sekunde…. Aaaaah!“ Nach dem wütenden Schrei der aus dem Funk ertönte zerriss ein lauter Knall die unheimliche Stille die eingekehrt war. Eine biotische Detonation nahe der Dachkante katapultierte einen wild herumwirbelnden Körper in hohem Bogen über sie hinweg. Die weibliche Gestalt passte zu den Nemesis Scharfschützen, die in den Reihen von Cerberus agierten. Mit dumpfem Gepolter schlug der Körper, dessen leichte Rüstung teilweise zerfetzt worden war, am Rande der Landezone auf und schlitterte ein paar Meter weiter über deren Rand hinaus in die Tiefe. Am Einschlagsort waren einige rote Spritzer zurückgeblieben, vom dritten Stock bis dorthin war die Nemesis gute fünfundzwanzig Meter weit geschleudert worden. Nachdem Jenni der Flugbahn gefolgt war, richtete sie sich wieder zum Dach, dort tauchte Arsilia auf und gab das Handzeichen für “gesichert“. „Wir gehen jetzt rein!“ „Verstanden“ Unmittelbar nach dem Befehl der Anführerin der BDF gekommen war, bestätigte die auf dem Dach stehende Asari und machte sich ihrerseits auf den Weg ins Innere des Gebäudes. „Vorgehen wie besprochen! Teams bilden! Joshua, Garonn, zu mir, LOS!“ Mit einem finsteren Lächeln im Gesicht stürmte Jenni ins Innere des Gebäudes, die 3D Pläne des Komplexes hatte sie lange genug studiert, um genau zu wissen wo sie lang musste. Ihr Team würde den Angriff auf die erste Ebene anführen. Der erste Gang den sie betraten, war hell erleuchtet und an den Wänden standen Kisten und Kartons gestapelt. Nach ca. zehn Metern würde ein Eingang in ein Treppenhaus auf der rechten Seite des Ganges auftauchen. Mit angelegter Wraith schritt die rothaarige Soldatin rasch voran, Zeit war ein wichtiger Faktor, sie durften Cerberus keine Zeit geben sich neu zu formieren. „Kontakt!“ Sofort liess sie sich in die kniende Haltung fallen, damit ihre Kameraden hinter ihr besseres Schussfeld hatten. Im nächsten Moment durchsiebten Kugeln den Gang vor ihr, auch wenn die beiden Soldaten, die ihr folgten, gewisse Abneigung gegenüber diesem Einsatz verspürt hatten, gehörten sie zu jenen, die zugesagt hatten ihr zu folgen. Jene, die sich nicht an den Kämpfen beteiligen wollten, hatten sich draussen auf der Landezone eingegraben ,um von anfallenden Angreifern nicht überrascht zu werden. Eine reglose Leiche sackte hinter einem Kistenstapel hervor, die blechernen Behälter hatten keinen Schutz vor Projektilen geboten. „Team zwei, wir gehen hoch, der Gang gehört euch!“ Mit diesen Worten sprang sie in das Treppenhaus und scannte sofort alles was vor ihr lag. Überrascht musste sie feststellen, dass sie nicht alleine war. Eine junge Frau, die sie ende der zwanziger eingeschätzt hätte, starrte sie entsetzt und mit blassem Gesicht an. Ihre Waffe war bereits auf die junge Frau gerichtet, doch feuerte sie nicht. Stattdessen sprang sie die sechs Stufen in zwei schnellen Schritten empor. Eine Wraith verbrauchte alle zwei Schuss ein Thermomagazin, da lohnte es sich nicht mit einer so durchschlagskräftigen Waffen auf ungepanzerte Ziele zu schiessen. Die Frau trug Freizeitkleidung und begann zu schreien, als sie erkannte, dass sie nicht die Soldaten gefunden hatte, bei denen sie hatte Schutz suchen wollen, sondern den unbekannten Aggressoren in die Arme gelaufen war. Ihr Schrei wurde zu einem ersticken Krächzen. Jenni hatte den Zwischenboden erreicht, auf dem ihr Opfer gestanden hatte. Sie donnerte ihre in einem gepanzerten Handschuh steckende Hand gegen die Kehle der Frau und packte mit aller Kraft zu. Knorpel wurden zur Seite gedrückt oder zerquetscht. Ohne den Bewegungsfluss zu unterbrechen, verringerte sie die Distanz zu ihrem Gegenüber auf null. Wie beim Kugelstossen, versetzte sie ihren Körper in eine Drehung, wobei sie mit der Schulter gegen ihre Hand an der Kehle der würgenden jungen Frau presste, um diese in Schwung zu versetzen. Ein blauer Schleier loderte um ihren Körper herum auf und fokussierte sich auf ihren rechten Arm. Mittels der biotischen Energie konnte sie den Körper über das Geländer an ihren Kameraden vorbei an die gegenüberliegende Wand schleudern, von wo aus die Zivilistin mit dem Gesicht voran auf die Stufen fiel und selbige herunterrollte. Noch während dies geschah, markierte Jenni sie als Ziel für ihre Kameraden als feindlich. Diese standen jedoch bloss entsetzt hinter ihr und starrten fassungslos auf den sich windenden Körper, dessen blonde Haare sich rot zu verfärben begannen. Jenni war den Rest der Treppe bereits zur hälfte hochgegangen, als sie bemerkte, das weder der junge Mann, noch sein turianischer Kamerad Anstalten machten ihrem Befehl folge zu leisten. Beiläufig lehnte sie sich über das Geländer und schoss beide Ladungen ihrer Schrotflinte mehr oder weniger ungezielt in den Rücken der Frau. Genervt darüber die Munition nun doch verbraucht zu haben, schnaubte sie. Nachdem sie ein neues Thermomagazin geladen hatte, verstaute sie die Wraith an ihrem Rücken und zog stattdessen eine ihrer Carnifex-Pistolen, während ihre andere Hand von nervös zuckenden bläulich schimmernden Schwaden umspielt wurde. Nach einem Moment den ihre Kameraden entsetzt über die Brutalität ihrer Anführerin stehen geblieben waren folgten sie dieser nun wieder eilig. 
 
Der Erste Raum hinter dem Treppenhaus wurde durch eine automatische Tür von selbigem getrennt. Da wahrscheinlich auch im Inneren des Gebäudes einige Wachen stationiert waren, mussten sie aufpassen nicht in einen Hinterhalt zu geraten. „Flankieren, mit Schockwellen sichern.“ Gleich nachdem sie die Positionen für ihre Kameraden markiert hatte, aktivierte sie ihr UW, um die automatische Öffnung der Tür zu unterdrücken. Die Softwares der Salarianer erwiesen sich auch hier als nützlich, innert Sekunden waren die Sicherheitsprogramme automatisch umgangen. Die Waffen im Anschlag rückten sie die letzten Meter vor. Der nächste Schritt war durch die unzähligen Wiederholungen bei Training perfekt in ihrem Verstand eingebrannt. Die Kommandos hatten ihnen gezeigt, wie man zu dritt einen kleinen Raum am besten sicherte. Alle drei Biotiker waren nun in einen blauen Schleier gehüllt und spannten sich an. „Bereit?... Los!“ einige Sekundenbruchteile nach dem Befehl fuhren die beiden Türhälften nach in die Wände ein und gaben den Blick in den Raum frei. Ohne sich zu verschieben entfachten die beiden Männer an den beiden Türflanken eine ins innere des Raumes gerichtete Schockwelle. Möbel und Inneneinrichtung wurde zertrümmert und als Schrapnell ähnliche Splitter durch den Raum geschleudert. Unmittelbar auf die ersten beiden sich diagonal überschneidenden Schockwellen folgte eine Dritte die gerade durch den Raum walzte und der anschliessende Sturm. Entgegen Jennis erster Erwartung erfuhren sie keine Gegenwehr. Der anscheinend als Aufenthaltsort gedachte Raum schien verlassen. Ohne sich länger umzusehen, trat Jenni zielstrebig auf die Tür vor ihr zu. Selbige führte in einen Flur, in dessen linker Wand eine ganze Reihe Türen eingelassen waren. Jede davon, so wusste sie, führte zu einem Zimmer, in dem sowohl Betten, als auch eine separat abgegrenzte Toilette lag. Sie dienten den hier stationierten Leuten als Schlafzimmer und als privater Raum. Um den Platz möglichst effizient zu nutzen, waren sowohl Küche, Esszimmer, Duschen und Aufenthaltsräume gemeinschaftlich aufgebaut. Die Küche befand sich im Erdgeschoss, genau wie das angrenzende Kantinenähnliche Esszimmer. Aufenthaltsräume gab es einige kleine und einen grossen, der im zweiten Stock lag und von dort aus mit der grossen Fensterfront eine tolle Aussicht bieten musste. Die Duschen waren ebenfalls im zweiten Stock angesiedelt. Der Rest des Gebäudekomplexes wurde von Arbeits- oder Lagerräumen eingenommen. All diese Informationen verdankte sie Warrek, der Kopf und Kragen für sie riskiert hatte, als er all das an sie weiterleitete. Fast schon am hinteren Ende des Ganges angekommen liefen einige in zivil gekleidete Männer und Frauen, wahrscheinlich jene, die zuvor in dem gerade gestürmten Raum gewesen waren. Ihr Mut war erstaunlich, aus dem kleinen Fenster hatte man zumindest einen Teil der Landeplattform sehen können. Wenn sie beim beginn des Alarms einen Blick hinaus geworfen haben, mussten sie gesehen haben was mit ihren Kameraden geschehen war. Viele wäre vor Entsetzen oder Angst erstarrt, diese Leute hingegen schienen den Starken Drang zu verspüren ihr Leben noch weiter zu führen. Traurigerweise konnte Jenni ihnen das nicht erlauben. So sehr sie sich auch anstrengten, die scheinbar schützende Treppe am Ende des Ganges zu erreichen waren sie zu langsam. Das erste Projektil aus ihrer Carnifex hatte die Distanz zu den Flüchtenden innert eines Wimpernschlags zurückgelegt und frass sich dort nun durch das Fleisch und die Organe des Getroffenen. Dieser, ein blonder Mann mittleren alters, schrie erschrocken auf. Er verspürte im ersten Moment keinen Schmerz doch ein Ruck durch seinen Körper und die plötzliche Kälte die ihn umfing, liessen ihn wissen, dass es um ihn geschehen war. Seine Hände verkrampften sich, als er die fast Faustgrosse Austrittswunde auf seiner Brust zuzupressen versuchte. Das Blut, das in seine zerfetzte Lunge strömte, brachte den Mann zum husten, dabei spritzte ein kleiner roter Strahl aus seiner Brust, zwischen seinen zusammengepressten Fingern hindurch. Noch bevor all dies ablaufen konnte, streckte Jenni bereits den zweiten Zivilisten nieder. Eine Frau in Cerberuskleidung fiel schreiend auf die Knie ,als ihr Unterschenkelknochen zerbarst und beim nächsten Schritt nachgab. Jenni hatte gewusst, dass die meisten Ziele nicht gerüstet sein würden, weshalb sie ihre Pistolen und MPs mit “Schredder-Munition“ geladen hatte. Diese platzte im Inneren des Körper auf und liess so dutzende Schrapnellen in ihrem Opfer zurück, wenn sie den nicht gleich ein Ganzes Fleischstück herausriss. Diese Munition war konzipiert worden, um “weichen“ Zielen möglichst gravierende Verletzungen beizubringen. Gegen gepanzerte Ziele wäre solche Munition nutzlos, doch dafür hatte sie ja die Wraith dabei. Der dritte Schuss traf die selbe Frau, die mittlerweile vorne übergekippt war, von unten in der Lendenbereich. Die Carnifex war sehr durchschlagskräftig, weshalb das Projektil genug Energie haben würde, um die Lebenswichtigen Organe zu erreichen. Ihre beiden Kameraden, welche die Schüsse gehört hatten, schlossen eilig zu ihr auf, die Feinde im Visier. „Nicht schiessen!“ Stiess sie angestrengt hervor, während biotische Energie an ihrer freien Hand aufblitzte. Der hinterste der drei noch übrigen fliehenden erstarrte mitten in der Bewegung. „Was?“ kam die Frage sofort. „Mist… da kommen zwei in eure Richtung“ gleich nach dem sie ihren Kameraden am Hinterausgang informiert hatte, senkte sie ihre Waffe und wandte sich zu ihren Begleitern. „Ich hätte gehofft, dass die anderen versuchen ihn zu retten, dann hätt ich die auch noch erwischt…. Aber so hat Alex wenigstens auch was zu tun.“ Mit einem zufriedenen Grinsen schickte die Biotikerin einen Warp auf den Weg. Die Sphäre aus komprimierter, destruktiver Energie brauchte einen Moment, um ihr Ziel, dass sie wie ein Magnet anzog, zu erreichen. Die Luft erzitterte, als die beiden Felder sich berührten und explosionsartig gegenseitig aufhoben. Sowohl die erschossenen als auch der gerade eben getroffene wurden von der Explosion weggeschleudert, erstere waren jedoch nur wenig betroffen, da sie ein paar Meter von der Explosion entfernt lagen. Der zuvor in Stase gefangene Mann in Arbeitskleidung hingegen wurde förmlich in Stücke gerissen. Jenni erkannte, dass ein paar Körperteile abgerissen wurden, doch interessierte sie sich nicht weiter dafür, sie würde später noch genug Zeit haben sich an der Verwüstung, die sie angerichtet hatte, zu erfreuen. Ihr Verstand wurde mehr und mehr von blankem Zorn übermannt. Je weiter sie sich dem Hass in ihrer Seele hingab, desto besser fühlte sich das morden an.
 
„Absichern!“ Die Landung war hart gewesen und die Gegenwehr begrenzt. Der Schlussendliche Einstieg ins Gebäude hatte sich als schwieriger erweisen, als der Kampf gegen die Verteidiger selbst. Nachdem sie eine gefühlte Ewigkeit darauf gewartet hatte, dass ihr Umgehungsprogramm die Verschlüsselung der Tür knackte, konnten sie endlich ins Innere des Gebäudes vorstossen. Ohne jegliche sichtbare Emotion bahnte die junge Asari sich mit mechanischer Präzision, ihren Weg durch das innere der Basis. Gerade hatte sie ein Büro gesäubert. Der nach einem Geschäftsmann aussehende und vornehm gekleidete Mann hatte sich hinter seinem Schreibtisch hingekauert, als sie die Tür geöffnet hatte. Arsilia kochte vor Wut und in ihrem Inneren schwebt noch immer das Bild ihrer Schwester, welche ein qualvolles Ende gefunden hatte. Es war, als würden ihre Hände von jemand anderem gesteuert und die Kontrolle wieder an sich zu reissen war anstrengend. Während sich einfach gehen zu lassen  geradezu erlösend war. Denn wer auch immer ihren Körper zu diesen Taten antrieb, schien genau zu wissen was Arsilia wollte. In ihrem tiefsten Inneren hatte sie ein dunkles Verlangen, dass sie jedoch nicht hätte ausleben können, doch das was sie nun lenkte tat genau dies. Ohne nachzudenken hob sie ihre Harrier, drückte den Abzug durch und schwenkte den Feuer spuckenden Lauf langsam über den Schreibtisch. Holzsplitter sirrten durch die Luft, funken flogen wo die Projektile auf Metall trafen, während all das unter gewaltigem Getöse erstickt wurde. Erst nachdem ihr ganzes Magazin sich in den Raum entleert hatte und den Tisch in ein Sieb verwandelt hatte, senkte sie ihre Waffe und trat hinein, um sicherzustellen, dass der Insasse auch wirklich tot war. Nach einem kurzen Blick über den Tisch wandte sie sich zufrieden ab ,um sich den nächsten Raum vorzunehmen. Eine vom Stockwerk unter ihnen her schallendes dumpfes Donnern liess die Asari verschmitzt lächeln, anscheinend war sie nicht die einzige die sich zu amüsieren begann. „Los, weiter“ einige Schüsse aus einem Nebenraum signalisierten, dass ihre Begleiter sich nun auch an der Säuberung des Stützpunktes zu beteiligen begannen. Der Gang auf dem sie sich bewegten war nicht mehr all zu lang, es gab nur noch eine Hand voll Räume die vor ihnen lag. „Das beste heben wir uns zum Schluss auf“, flüsterte eine leise Stimme in ihrem Hinterkopf, während sie den Korridor vor ihr entlangtrat. Mehrere reglose Körper, in ihren eigenen Blutlachen liegend, säumten ihren Weg. Auf ihrem Lageplan waren zwei Räume auf der linken Seite eingezeichnet, die als „Duschen-M“ und als „Duschen-F“ bezeichnet waren. „Sichert den Gang ab, wer versucht zu entkommen wird getötet, verstanden?!“ Mit fast schon erschreckender Entschlossenheit trat die Asari langsam auf die erste Tür zu. Ihren Kameraden hatte sie Positionen zugewiesen. Ein Entschluss kristallisierte sich aus ihrem Inneren heraus. Wenn sie schon den Preis für das hier bezahlen mussten, konnte sie es auch gleich richtig geniessen. Jana hatte sich bisher sehr zurückhalten, führte jedoch die Befehle aus, die ihr gegeben wurden, wahrscheinlich hatte sie innere Konflikte. „Ich borg mir das mal schnell.“ Mit diesen Worten griff die Asari nach dem Heft des Schwertes auf dem Rücken ihrer Mitstreiterin und zog es aus der entsprechenden Halterung. „Was willst…“ sie brach ihre Frage ab, als sie erkannte was die Asari vor hatte. Mit ausgestrecktem Arm zeigte sie auf die Tür der Dusche, um sie mit ihrem UW zu entriegeln, doch das erwies sich als überflüssig, da diese nicht verriegelt war. „Ihr beleibt hier draussen!“ Nach dem kurzen Funkspruch trat sie in den Vorraum der Dusche. Das letzte was ihre Kameraden noch von ihr sahen war eine Bewegung ihres UWs. Im nächsten Moment schloss sich die Tür, die Konsole sprang auf Rot, der Raum war verriegelt. Das innere der Dusche war einfach gehalten weisse Kacheln bedeckten die Wände und den Boden, die Decke war einfach verputzt. Was ihre Aufmerksamkeit aber viel mehr erregte war eine Bewegung im hinteren Teil. Die Duschen waren in einem Teilweise durch eine Wand abgegrenzten zweiten Teil am hinteren Ende der Umkleide. Dort hatte jemand um die Ecke gespäht, sich aber sofort zurückgezogen, als er Arsilia erblickt hatte. „Ich werde Verantwortung für mein Handeln übernehmen müssen, aber das hier ist für meine Schwester. Wenn ich für das hier in die Hölle kommen sollte, dann soll es eben so sein.“ Die Worte sprach sie nur leise und zu sich selbst, ehe sie sich ihren Dämonen hingab. Geleitet von purem Hass, trat sie langsam in den Raum hinein. Den Atem langsam und in tiefen Zügen haltend, schritt sie voran. Die schweren Solen gaben bei jedem Schritt ein lautes klacken von sich, das zum neuen Rhythmus ihrer Zeit wurde, alles ausserhalb dieses Raumes rückte in die Ferne. Die Umkleide war nicht sonderlich gross, auf den kleinen Holzbänken, welche an den Wänden angebracht waren, lagen Kleider herum, wie viel es waren wusste sie nicht, doch es spielte auch keine Rolle, ausser ihr würde diesen Raum niemand mehr verlassen. Kaum war sie drei Schritte in die Umkleide getreten, konnte sie bereits Gebrauch von ihrem Schwert machen. Einer der Männer die geduscht hatten, war an die Wand gepresst neben dem Eingang gestanden und hatte nun versucht sich an ihr vorbei zur Tür durchzumogeln. Wahrscheinlich hatte er gedacht, dass die Angreiferin kein Interesse an ihm hatte oder ihn nicht gesehen hatte. Schliesslich wusste niemand von den Anwesenden was genau vorging. Zwar hatte es Alarm gegeben, doch wie es genau um den Stützpunkt stand wusste keiner. Anscheinend griff die Allianz an, in dem Falle hätten sie nichts zu befürchten gehabt, da sie Zivilisten waren, doch es waren bereits viel zu viele Schüsse gefallen, als ob diese nur den Wachen gegolten hätten. Mit einem Sprung zurück und einem Hieb aus der Drehung brachte sie den nackten Mann zum Fall. Erstaunt über die Leichtigkeit mit der die Klinge Knorpel und Kochen durchtrennte, betrachtete sie für einen Moment wie sich der eine Fuss von dem dazugehörigen Bein löste. Vor Schmerzen aufschreiend stürzte der Verletzte zu Boden, als seinen Sturz mit seinem blutigen Stumpf zu verhindern versuchte und ausrutschte. Auch wenn es nicht nötig gewesen wäre, da die Tür ohnehin blockiert war, sorgte sie dafür, dass er nicht mehr fliehen konnte. Mit einem zweiten Streich durchtrennte sie den Wadenmuskel mitsamt Sehnen, welche unter der Haut sichtbar zurückschnellten und sein Bein hilflos zappeln liess. Zufrieden mit dem dort angerichteten Schaden drehte sie sich gerade noch rechtzeitig um. Einer der anderen hier lebenden Cerberusangestellten wollte seinem Freund anscheinend zur Hilfe eilen. Auch wenn er wissen musste, dass ein Angriff auf einen N7-Soldaten, dazu noch einen so massiv gerüsteten, Selbstmord gleichkam ,versuchte er es dennoch. Vielleicht ertrug er es auch einfach nicht mehr auf sein Ende warten zu müssen und wollte es hinter sich bringen, doch dieser Wunsch würde ihm nicht gewährt werden. Entgegen seinem Glauben seinen Freunden damit vielleicht die Gelegenheit zur Flucht zu schaffen, verdammte er sie alle zu einem qualvollen Ende. Denn dieser Angriff war der letzte Schlag der die Ketten, welche das Monster im inneren der jungen Frau noch gehalten hatten, sprengte. Entgegen Jennis Order hatte sie die Aussenlautsprecher angeschaltet, sie wollte dem Feind ihren Hass ins Gesicht schreien. Cerberus hatte gar kein Recht sie anzugreifen oder wütend auf sie zu sein, schliesslich war das hier nur Gerechtigkeit. Mit einem wütenden Schrei sprang sie auf den Angreifer zu. Dessen Schlag prallte von ihrer Brustplatte ab ohne schaden anzurichten oder sie auch nur zu verlangsamen. Ihre Antwort darauf war brutal und rücksichtslos. Nachdem sie ihn mit ihrer linken, freien Hand am Hals gepackt hatte, schob sie, ihn würgend, seinen Körper an eine der Wände. Gewaltsam zwang sie ihn auf die Hölzerne Bank nieder. Panisch versuchte er ihren Griff zu lockern und nach ihr zu schlagen, als ein unerträglicher Schmerz jeden Muskel in seinem Körper verkrampfen liess. Fast schon genüsslich langsam trieb die Asari ihre Klinge in die Gedärme ihres Opfers. Als ein Verzweifelter Versuch seinen Tod noch abzuwenden umschloss er die Klinge mit beiden Händen um sie herauszuziehen. Da sein Verstand nun der Selbsterhaltungstrieb gewichen war und das logische denken unterdrückte, bemerkte er gar nicht dass er dadurch die meisten seiner Finger verlor. Für einen Moment löste sie ihren Griff um das Heft ihres Schwertes. Blaue Flammen hüllten die Rüstung der Biotikerin ein ehe sie sich an ihrer rechten Hand kanalisierten und in Form eines Wurffeldes von ihr weggeschleudert wurde. Aus dem Augenwinkel hatte sie gesehen, dass die restlichen drei Insassen auf sie zustürmten. Sie mussten es schlicht nicht mehr ertragen haben ihrem Freund beim sterben zuzusehen. Die biotischen Energie, die sie traf, hatte jedoch auch ihre Verzweiflung nichts entgegenzusetzen. Sie wurden alle zurückgeschleudert und landeten hart auf dem gekachelten nassen Duschenboden. Es war nie Arsilias Absicht gewesen sie mit diesem Angriff zu töten, es wäre Verschwendung gewesen es so schnell zu beenden. Ein Stoss gegen ihr Schienbein lies sie herumfahren. Der würgende Mann, dessen Kehle sie immer noch fest umschlossen hielt, hatte es tatsächlich geschafft das Schwert fast komplett herauszuziehen, doch damit nicht genug trat er auch noch nach ihr. In blinder Rage packte sie den Griff der Klinge und entriss sie seinen blutüberströmten Händen wobei diese endgültig zerteilt wurden und seine Finger zu Boden fallen liess. Für seine Tritte wurde er auch sogleich bestraft. Mit aller Kraft stampfte mit sie ihren Gepanzerten Stiefel auf einen der Füsse ihres Opfers. Das gesamte Gewicht der Biotikerin mitsamt Rüstung, trafen, mittels synthetischer Muskelstränge
verstärkt, auf. Fleisch und Knochen wurden einer Zähflüssigen Pampe gleich unter ihrer Sohle plattgequetscht. Für einen kurzen Moment übertönte das Geräusch zersplitternder Kochen das Würgen und Keuchen ihres Gegenübers. Nun löste sie ihren Griff um seinen Hals und packte stattdessen seine Hand. Die anderen Männer konnten derweilen nichts anderes tun als den Anblick zu ertragen, der sich ihnen bot. Kaum waren die Atemwege des Geschundenen frei, begann dieser um sein Leben zu schreien. Die Fingerstummel seiner freie Hand rutschten über ihre Rüstung und verschmierten sie mit seinem Blut. Mit einem Ruck legte Arsilia den Mann rücklings auf die Bank, drückte seinen Arm über seinem Kopf auf die Holzfläche und rammte ihr Schwert durch seinen Unterarm und nagelte ihn so fest. „Denkst du immer noch, dass es eine gute Idee war meiner Schwester das anzutun, hm?!“ Erneut flackerten Bilder vor ihrem inneren Auge auf, Bilder ihrer Schwester, wie sie sie gefunden hatte. Sie war tot auf ihrem Bett gelegen verblutet, weil man ihr die Kehle aufgeschlitzt hatte. Doch was ihren Hass noch weiter genährt hatte, als alles andere, war die Tatsache ,dass die Angreifer sich offensichtlich nicht damit zufrieden geben konnten sie zu töten, ihre Kleider waren zerrissen im Raum verteilt gewesen und ihre Schwester nackt. Sie hatte weder wissen wollen, was mit ihr geschehen war, noch wie. Das einzige was sie interessiert hatte war Cerberus alles heimzuzahlen. Jene Bilder vertrieben nun auch noch das letzte bisschen Zurückhaltung aus ihrem Geist. „Ich reiss dir die Eingeweide raus, für das was ihr meiner Schwester angetan habt!“ Die linke Hand der Asari schnellte am Körper des noch immer schreienden Mannes entlang hinunter. Ihr gepanzerter Handschuh schloss sich mit aller Kraft um die Genitalien des Betroffenen und verarbeiteten diese zu Mus. Noch ehe der Cerberusangestellte unter Qualen aufschreien konnte, endete sein Leben. Sofort nachdem sie zugepackt hatte, riss sie das Schwert aus der Bank heraus, um damit den Bauch des Mannes der breite nach mit einem kräftigen Schlag zu zerhacken. Der Todesstoss folgte sogleich. Mit einem biotischen Wurffeld, das sie aus nächster nähe von oben gegen sein Gesicht donnerte, schmetterte sie den leblosen Körper durch die zerbrechende Holzbank auf den Boden. Sich langsam aufrichtend wandte sich die Asari den verbleibende Feinden zu. Mit einem satanischen Grinsen im Gesicht trat sie auf die Dusche zu, wobei sie die Spitze ihres Schwertes über den Boden kratzen liess.
 
„Scheisse, sie ist schon viel zu lange da drin, wir müssen nachsehen…“ „Ihre Vitalwerte sind immer noch im grünen Bereich, ihr ist nichts passiert.“ Erwiderte Jana auf die Besorgte Aussage ihres Kameraden. „Ich werd da jetzt trotzdem reingehen…“ Gerade als der junge Mann die Verriegelung mittels UW aufhob und die Konsole der Tür auf grün wechselte war ein dröhnender Knall aus dem inneren des Raumes zu hören. Einen Augenblick später glitten die beiden Türhälften auf. Der Anblick der die beiden draussen wartenden Biotiker erwartete, liess sie erstarren. Sofort nachdem die Türen sich weit genug geöffnet hatten, fiel ein toter Körper, der an selbige gelehnt gewesen war heraus. Der Kopf des betroffenen war komplett zertrümmert. Arsilia hatte den Schädel des ersten Mannes, der versucht hatte zu fliehen und sich an die Tür gelehnt hatte, da er nicht entkommen konnte, an selbiger zertreten und war gerade dabei sich wieder normal hinzustellen. Ihr rechter Stiefel hatte eine mit Blut und Hirnmasse verschmierte Sohle, wobei ihre gesamte Rüstung Blutverschmiert war. „Was ist den? Hat ja keine fünf Minuten gedauert.“
 
 
Damit sind wir wieder am Ende angekommen, wie immer hoffe ich das es euch gefallen hat und wünsche euch bis zum nächsten Kapitel ne gute Zeit.
Grüsse Elite ^^


#635
jjhghd

jjhghd
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Das neue Kapitel ist wie immer der Hammer :D 

Ist auch nicht schlimm wenn das Kapitel später kommt. Lass dir ruhig genug Zeit.



#636
elitedefender2

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Ich müsste euch da noch um etwas bitten. Ich bzw. Ich und ein Klassenkamerad müssen für eine Projektarbeit in der Berufsschule eine Umfrage durchführen die sich um das Thema "Virtuelle Welten" dreht. sprich es geht um ein Thema das wahrscheinlich alle hier lesenden betrifft.

 

Es würde mich sehr freuen wenn ihr euch die Zeit nehmen könntet (Dauert nur 2 Minuten oder so) um uns dabei zu unterstützen und das hier schnell ausfüllen würdet.

 

https://www.umfrageo...e.com/s/0c8345f

 

Ich bedanke mich schon Mal

Freundliche Grüsse Elite ^^



#637
elitedefender2

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So nach dem ich erst am Sonntagabend als ich posten wollte bemerkt hab das ich noch was anpassen musste kommt das Kapitel erst jetzt.
 
Dafür ist diesmal n wenig mehr dran... also äh drin ^^
 
Ich hoffe wie immer es gefällt euch und wünsche viel Spass beim lesen
 
(PS. Ich weiss das könnt ihr bestimmt schon kaum mehr hören aber das es diesmal vier Wochen gedauert hat ärgert mich echt. Aber wer weiss vielleicht kann ich ja über Ostern einen Moment Zeit finden und das nächste Kapitel früher posten.)
 
Kapitel 50
 
 
Mit fasziniertem Blick verfolgte sie die sich windenden Bewegungen des in seine Bestandteile zerfallenden Körpers. Arme und Beine strampelten und schlugen erst wild um sich, ehe sie sich verkrampften. Unkontrollierte Zuckungen gingen durch den Körper, wann immer ein weiterer Nervenstrang aufgelöst wurde. Das grausame Spektakel wurde untermalt von den bellenden Schüssen, die von den anderen Stockwerken zu ihr drangen, welche sich mit den Schreien des Sterbenden und dem dumpfen Hämmern in ihrer Brust zu einer Sinfonie des Todes vermischte, welche Soldaten immer wieder zu hören bekamen. Auch wenn ein kleiner Teil bei dem Gedanken daran zu sterben schien war es seit langem die gewogenste  “Musik“ die sie gehört hatte. Obwohl sie bereits seit Monaten trainierten und sie die Wirkungsweise eines Warps kannte, hatte sie noch nie die Möglichkeit gehabt die destruktive Wirkung an einem lebenden Wesen zu beobachten. Der Unglücksselige Büroarbeiter der ihr in die Schussbahn geraten war, durfte ihr nun helfen diese Wissenslücke zu füllen. Die Beschreibung von Tirana traf zwar das Optische recht gut, doch lagen bei genauerer Betrachtung Welten zwischen einfachem Feuer und diesen biotischen Flammen. Während echtes Feuer Sauerstoff verbrauchte und das Fleisch einfach verkohlte, schien sich der Warp von der Materie des Opfers selbst zu ernähren. Dabei wurden einige Zelltypen schneller aufgelöst als andere, was dazu führte, dass einige Hautfetzen sich von den darunterliegenden Muskeln lösten und über den Körper rutschten oder gar zu Boden fielen, wo sie wie von Säure zerfressen wurden bis nichts mehr übrig blieb. Unter unvorstellbaren Schmerzen packte der Sterbende panisch nach dem vor ihm knienden Dämon. Jenni konnte durch das auf seinem Fleisch klebende bläuliche Feld, das ihn Verheerte seinen panischen Blick erkennen, sofern der Ausdruck in seinen Augen tatsächlich gewollt war, waren seine Augenlider doch schon zerfressen und die Augen dabei auszulaufen. Die Kraft seines letzten verzweifelten Griffes an ihrem Arm spürend, schüttelte sie selbigen sogleich wieder ab wie einen lästigen Zweig. Auch wenn ihre Barriere sie vor den Wirkungen des Warps schützte, war sie nicht daran interessiert sich noch länger dem Sterben eines einzelnen zu widmen, es gab noch viele andere denen sie das selbe Schicksal überbringen musste. Der Körper vor ihr erschlaffte, allmählich erreichten die Schäden tödliche Ausmasse. So verheerend ein Warp auch wirkte, war er als Einzeleinsatz kaum geeignet. Bereits eine leichte Rüstung bot genug Widerstand, um die meisten solchen Biotiken auslaufen zu lassen bevor sie zum Körper vordrangen. Als Unterstützung war der Warp jedoch optimal, er unterdrückte Schildregeneration und schwächte Panzerungen, auch vermochte er unerfahrene Soldaten in Panik zu versetzen, ähnlich dem Anblick eines Flammenwerfers. Zu Folterzwecken oder für Biotische Explosionen war er perfekt geeignet. Den Blick durch den Raum schweifen lassend überprüfte die rothaarige Biotikerin, ob auch keiner der vormaligen Insassen des Raumes vergessen worden war. Als sie ausser, zumeist in ihrem eigenen Blut liegenden, leblosen Körpern nichts erkannte, richtete sie sich auf und wandte sich der Tür zu. Ein flüchtiger Blick auf den Timer, den sie, kurz nach ihrer Landung aktiviert hatte, zeigte ihr wie lange sie bereits dabei waren die Basis zu säubern. „Hier sind wir fertig, bleibt noch eine Station auf unserer Etage…“ Nachdem sie den Kanal gewechselt hatte, schaltete sie die einzelnen Anführer der Untergruppen durch. „Luftabwehr Türme scharf, auf dein Kommando startet das Feuerwerk.“ „Uns ist grad ne richtige Meute entgegengestürmt, mir wär fast die Munition ausgegangen… glücklicherweise hat die Typhon ein grosses Magazin.“ Die Antwort  von Alex klang geradezu amüsiert und Jenni kam nicht darum herum sich das Grinsen in seinem Gesicht vorzustellen. Die anderen Truppführer meldeten sich ebenfalls Augenblicke nachdem Jenni sie angepingt hatte, nur eine nicht. Erst jetzt achtete sie auf das Getöse, das aus dem oberen Stockwerk drang. Ein gewaltiger Schlag liess etwas Verputz von oben auf den Boden des Ganges rieseln. Als sie manuell einen Sprachkanal öffnete empfing sie eine gezischter Fluch in Asaridialekt, gefolgt von einer Phrase die ihr durchaus bekannt war. „Fahr zur Hölle du verfi….“ Die restlichen Worte gingen trotz Dämpfung im Lärm unter. Eine Zweite Explosion liess das Gebäude erneut erzittern, unmittelbar darauf folgten in Serie abgefeuerte Schüsse aus einer Piranha. Es gab nur eine Soldatin die eine solche ausgerüstet hatte. Die Waffe war nicht die erste Wahl der meisten Mitglieder der BDF, da sie sowohl in Sachen Genauigkeit wie auch Schaden hinter anderen Modellen zurücklag. Doch in dieser Situation erschien die Hohe Schussrate als perfekt, reichte doch bereits ein kleines Kaliber aus, um ungepanzerte Ziele zu töten. Auch ohne die letzten Laute verstanden zu haben, konnte sich Jenni ungefähr vorstellen was ihre Kameradin gerade hatte aussprechen wollen. „Schätze das bedeutet dass du noch nen Moment brauchst.“ „Geschütz, in Deckung!... Schlechter Zeitpunkt Jenni!“ säubern gleich den letzten Raum…“
 
Seit sie sich ihren Gefühlen hingegeben hatte, waren Jennis Bewegungen anders geworden. Sie bewegte sich mit einer Effizienz und Eleganz durch die Raume, die vor ihr lagen, wie es ihre Kameraden zuvor nur selten gesehen hatten. Was sie nicht sehen konnten, war das Lächeln, welches sie auf ihrem Gesicht trug. Die junge Biotikerin hatte ihre Seele geöffnet und liess all den Hass, den sie in sich hineingefressen hatte durch ihre Taten heraus. Das Gefühl all die Last hinter sich zu lassen. Die Schreie ihrer Familie, die in ihrem Inneren und in ihren Alpträumen noch immer widerhallten, wurden nun von denen ihrer Feinde erstickt und für immer zum verstummen gebracht. Die ersten drei Zimmer waren bereits gesäubert, ein halbes Dutzend lag noch vor ihnen. Das Vorgehen der Biotikerin liess sich am passendsten mit brachial beschreiben. Nachdem sie sich bei den letzten Räumen auf ihre Schusswaffen verlassen hatte, griff sie in diesem beengten Umfeld lieber auf ihre Fäuste und ihre Biotik zurück. Im letzten Raum hatte sie ausserdem die Klinge ihres UWs benutzt, das erste Mal im Einsatz. Kaum eingetreten, war ein Mann mittleren Alters, der sich auf der rechten Seite der Tür, hinter einem Schrank versteckt hatte, mit einem Küchenmesser in der Hand auf sie zugesprungen. Eine Flucht durch den Gang fiel flach, da immer mindestens eine Person selbigen absicherte. Der Mann hatte sich bewusst sein müssen, dass Flucht keine Option war, doch zu Kämpfen war genauso sinnlos wie sich zu verstecken. Jenni hatte die Klinge gerade noch mit ihrem Unterarm blocken können, wobei das Messer über die Panzerung an ihrem Unterarm geschrammt war und einen Ansehnlichen Kratzer hinterlassen hatte. Mit einer ruckartigen Bewegung hatte sie den Arm des Angreifers gepackt. Ihr Konter hatte aus einem einzelnen gezielten Hieb mit der Linken Hand bestanden. Orange leuchtend hatte sich die Klinge materialisiert, die nur Augenblicke später in den Schädel des Angreifers getrieben worden war. Ein Mädchen, das Jenni als seine Tochter eingeschätzt hatte, war an dem Punkt auf sie zugestürmt. Auch sie hatte ein Messer in Händen gehalten, dieses jedoch fallen lassen, als sie hatte mitansehen müssen wie ihr Vater getötet wurde. Ungeachtet dessen, dass sie wissen musste, dass für ihn jede Hilfe zu spät kommen würde, wollte sie zu ihm eilen. Ihre Bewegung  hatte sich schlagartig verändert. Die Anführerin der BDF konnte die entsetzten Blicke ihrer Kameraden auf ihrem Rücken praktisch spüren als sie das Leben der kleinen beendete. Jenni hatte sich geschworen Cerberus die gleiche Gnade zukommen zu lasse, wie sie ihrer Familie und das bedeutete, dass weder Alter noch Geschlecht eine Rolle spielten. Mit einem sprunghaften Schritt weg vom Körper des Mannes hatte die Biotikerin ihrem Körper in Drehung versetzt. Die Klinge die gerade eben noch in ihres Vaters Gesicht gesteckt hatte, durchschnitt nun erst die Luft und anschliessend das Fleisch des Mädchens. Noch ehe diese hatte realisieren können, dass sich gerade eine Schneide aus Hocherhitzten Kohlenstoffteilchen durch ihren Hals gefressen hatte, wurde sie von einer unterarmschelle brutal zu Boden geschmettert. In einer flüssigen Bewegung waren die Hände der gepanzerten Soldatin an ihrem Körper entlang nach unten gewandert und umschlossen die beiden Carnifex an ihren Oberschenkeln. Ohne zu Zögern hatte sie die beiden mit einer Dublette aus nächster Nähe hingerichtet. Kaum fertig, war sie aus dem Raum getreten, um sich zum Nebenanliegenden zu begeben. Es war schon fast schade, dass die meisten sich nur jämmerlich zur Wehr setzten. Es wäre interessanter gewesen, wenn sie etwas hätte kämpfen können, bevor sie ihre Feinde tötet. Jagen machte nun mal mehr Spass, als exekutieren, doch mit dem nächsten Raum den sie betrat, wichen auch diese Gedanken aus ihrem Geist. Wieder machte sich die Kälte breit, die sie weiter vorantrieb und ihre Hände weiter morden liess. Eine gewisse Routine beim sichern der Räume hatte sich eingependelt. Diejenigen, die sich wehrten ausser Gefecht setzen, und dann einen nach dem anderen beseitigen. Ihren Verstand durch einen roten Vorhang des Zorns verschleiert genoss sie ihre Rache und die Stille die einkehrte, wenn sie ihre Augen schloss. Die Bilder und Erinnerungen an ihre getötete Familie verblassten zusehens, doch noch waren sie da, das konnte die junge Biotikerin spüren. Anstelle von verbissenem Schweigen, in der Hoffnung nicht entdeckt zu werden oder dem puren Wimmern der puren Verzweiflung, wurde ihr beruhigende Worte entgegengetragen. Wenn auch getränkt von Angst, so schien die Frauenstimme doch in der Absicht zu sprechen, die Frucht von jemand anderem zu lindern. Als sie eintrat, erkannte sie auch sogleich woher dies kam. Eine Frau hielt einen kleinen Jungen von höchstens fünf Jahren eng an sich gedrückt fest. Auf dem Boden neben dem Bett kniend starrte sie ihr entgegen. Aus ihren Augen rannen dünne salzige Rinnsale über ihre Wangen. „Bitte, sie haben bereits seinen Vater getötet, verschonen sie meinen Jungen.“ Die Worte steckten voller Schmerz und Trauer. Mit gemächlichen Schritten trat die Blutverschmierte Kriegerin auf die beiden Menschen zu. Aus Angst ihr geliebtes Kind zu verlieren drehte sich die Mutter um, sodass ihr Körper schützend zwischen dem Aggressor und ihrem Sohn stand. „Bitte, tötet mich aber lasst ihn am leben, er hat niemandem etwas getan.“ Ohne Vorwarnung wurde sie brutal gepackt und quer durch den Raum mit dem Rücken gegen einen Schrank geworfen. Noch während sich die letzten Reste des biotischen Feldes, das sie getroffen hatte, auflösten, musste sie mitansehen, wie die Furchteinflössende Gestalt zu ihrem Sohn herab auf die Knie sank. Das Kind, erstarrt vor Angst, starrte sie mit offenem Mund und weinerlichem Gesicht an. „Jenni, das reicht jetzt, wir sollte gehen bevor Verstärkung eintrifft!“ Der Versuch ihres Kameraden sie aufzuhalten scheiterte, die rothaarige reagierte nicht. Nachdem sie ihr Gesicht bis auf unter einen halben Meter an das Kind heranbewegt hatte, schaltete sie die Aussenlautsprecher ein und begann mit sanfter Stimme zu sprechen. „Dein Daddy ist für immer weg…. aber du brauchst nicht zu weinen, du wirst ihn gleich wieder sehen…“ Das Flehen der Mutter wurde zu einem gequälten schreien, als diese erkannte, wie die Carnifex der Biotikerin ihre Halterung verliess und sich aktivierte. Der Junge erinnerte Jenni an Laura es war schon lange her, dass sie sie das letzte Mal gesehen hatte. Richtig gesehen nicht als toten Körper, sondern als aufgewecktes junges Mädchen. Doch diese Gedanken wühlten den Nebel wieder auf der sich über die Umstände ihres Todes gelegt hatten und liess die Bilder davon wieder aufblitzen. Behutsam schob sie den Lauf auf das Gesicht des Kindes zu presste den kalten Stahl gegen dessen Lippen. Als ob der Junge wusste, dass ihn gleich sein Ende erwarten würde, schloss er schluchzend die Augen während Jennis Finger sich langsam anzuspannen begann.
 
„Jenni!“ Einem Nadelstich gleich liess die Stimme sie zusammenzucken. Sie kannte die Stimme und die Verzweiflung und der Schmerz der darin mitschwang jagte ihr einen Schauer über den Rücken. Irgendwo in ihrem Inneren begann sich etwas zu regen, stark genug um die ihm von ihr angelegten Fesseln zu sprengen. Einen Moment lang lichtete sich der rote Schleier um ihren Verstand und gab jenem Teil ihrer Seele den sie unterdrückt hatte den Blick frei auf das Resultat ihrer Taten. Etwas in ihr zerbrach, als sie erkannte was sie angerichtet hatte und doch liess sich ihr Körper nicht mehr stoppen. Nachdem sie eine Sekunde lang praktisch erstarrt war, ballte sie ihre freie Hand zur Faust und verkrampfte sich. Sie wollte Kiara nicht verletzten. Auch wenn sie sich ihrem Hass hingegeben hatte, liebte sie die junge Asari noch immer von ganzem Herzen. Doch hatte sie sich geschworen, dass ihre Gefühle sie diesmal nicht behindern durften. Widerwillig richtete sie sich auf und senkte die Waffe. Bevor sie sich umdrehte, stiess sie den Jungen mit einem Tritt zurück, sodass er einen guten Meter nach hinten über den Boden rollte und lauthals zu heulen begann. Ungeachtet dessen, das noch immer einer von Jennis Kollegen seine Waffe auf sie gerichtet, hatte stürmte die Mutter zu ihrem Kind, um es sofort in die Arme zunehmen und an sich zu drücken. Die gepanzerte Biotikerin welche gerade ihre Carnifex wegesteckt hatte, stand mittlerweile einen knappen halben Meter vor der Asari, die sie unterbrochen hatte. Mittels eines direkten Funkkanals fragte Jenni harsch. „Habe ich dir nicht den Befehl gegeben die Landezone zu sichern?“ „Jenni ich… ich wollte nur verhindern, dass dich deine Wut zu etwas treibt, das du später bereust.“ Als Jenni an ihr vorbeitreten wollte stellte sich Kiara entschlossen in ihren Weg. „Ich wollte nicht, dass du deine Menschlichkeit verlierst… aber ich habe nicht gewusst, dass sich dein Hass schon so tief in deine Seele gefressen hat...“ Ihre Stimme begann zu zittern und selbst mit der Rüstung wirkte sie nicht mehr so standfest, wie vor wenigen Sekunden noch. Wahrscheinlich war sie den Tränen nahe. „Ich wollte nur…“ „Kiara, ich habe dir versprochen, dass ich, wenn das hier vorbei ist, das alles hinter mir lassen werde. Ich werde dieses Versprechen halten, aber vorher muss ich das hier zu ende bringen. Du solltest wieder auf deinen Posten zurückkehren, wir sind in ein paar Minuten fertig.“ Kiara starrte ihre Liebste entsetzt an, zeigte diese doch scheinbar keinerlei Verständnis für ihren Standpunkt. Bestimmend und doch sanft legte Jenni ihr die Hand auf die Schulter und schob sie aus dem Weg. Bei einem Blick zurück setzte sie mittels einiger Augenbewegungen einen Befehlspunkt für ihre beiden Begleiter. Nach dem sie sich abgewandt hatte und die ersten drei Schritte dem Gang entlang gegangen war, stellte sie den selben Befehl gleich noch einmal aus, da sie keine Bestätigung erhalten hatte.
 
Es war viel zu still. Während kurz nach dem Eindringen in den Gebäudekomplex noch immer wieder Schüsse gefallen waren, herrschte nun eine trügerische Ruhe. Das ihre gesamten Kameraden Tot oder überwältigt waren, war schlicht unmöglich. Dazu kam noch ,dass die Vitalanzeigen aller Mitglieder der BDF grün waren. Ausser erhöhtem Puls und Adrenalin war nichts spezielles zu erkennen. Deni wusste genau, weshalb Jenni ihn und die anderen die gegen ihren Plan gewesen waren, hier in der Landezone abgestellt hatte. So würden sie ihr nicht in die Quere kommen. Anfangs hatte er sich nicht damit zufrieden geben wollen, dass sie ihn einfach hier abstellte, doch er hatte schnell festgestellt, dass es keinen Sinn haben würde sich gegen sie aufzulehnen. Jenni konnte sehr bestimmend wirken, in diesem Aspekt hatte sie sich gewaltig weiterentwickelt. In den ersten Tagen hatte sie wie jeder seiner Kameraden unsicher und verloren gewirkt, doch seit sie das erste mal das Kommando über die Einheit zugesprochen bekommen hatte, war viel geschehen. Charismatisch, entschlossen und auch einschüchternd waren nur einige der Begriffe die seiner Ansicht nach auf die junge Frau zutrafen. Sobald sie ihre Rüstung trug ,veränderte sich etwas in ihrem Wesen, zumindest schien es so. Sie war eine gute Anführerin und stets offen für die Meinungen ihrer Kameraden, doch diesmal war etwas anders gewesen. Deni hatte sie selten so entschlossen gesehen, wie an diesem Tag und so sehr die Neugier ihn antriebt, blieb er doch draussen. Ein Teil von ihm wollte gar nicht wissen wozu sie, getrieben von ihrem Hass, im Stande war. Draussen auf der Landeplattform herrschte Ruhe, die Shuttles kreisten noch immer in sicherer Entfernung, im Falle das Verstärkung eintreffen würde, war ihre Transportmöglichkeit so nicht direkt gefährdet. Gerade als er sich erneut umdrehte, um das Gebäude nach Bewegung abzusuchen , zerbarst eine der grossen Scheiben im ersten Stock, tausende Splitter sirrten durch die Luft nur um im nächsten Moment von einem aus dem Raum schiessenden Feuerball verschlungen zu werden. Das flammende, brüllenden Infero entfesselt eine Hitze welche die Luft zum flimmern brachte, die Wände schwärzt und sämtlichen Sauerstoff in der Umgebung verzehrte. Nachdem er im ersten Moment zusammengezuckt war, starrte der junge Mann nun erschrocken auf den ausgebrannten Raum, aus dem noch einige kleine Flammen züngelten. Deni wusste genau was geschehen war, auch wenn er einen Moment vor der Gewissheit zurückschreckte. Sie hatten solche Feuerbälle bereits beim Training gesehen. Um Gebäude zu sichern waren Splittergranaten nicht sehr effektiv, da die leichten Schrapnellen relativ rasch aufgehalten wurden, wenn sie auf Wänden trafen. Die Schockwelle reichte zwar aus um den betroffenen Raum zu säubern aber bereits direkt angrenzende, verbundene Räume konnten dieser Wirkung entgehen.   N7 verwendete in manchen Fällen Brandsatzgranaten. Diese waren grundsätzlich gleich aufgebaut wie Schrapnellgranaten nur das der Splittermantel hier durch einen Mantel aus Thermit ersetzt wurde. Das Feinkörnige Metallpulver wird durch die Schockwelle der Detonation der Granate bis in die hintersten Winkel des Raumes getragen, ehe es sich entzündet und einen Feuersturm entfesselt. Zusätzlich zu den mehr als 2000 Grad Verbrennungsshitze, kommt die Staubexplosionsähnliche Ausdehnung, die den Feuerball auch noch in benachbarte Räume tragen kann. Dies machte die Granaten zwar äusserst effektiv aber auch zu einer äusserst brutalen Waffe, was der Grund war, dass die Verantwortlichen sie nur ungerne autorisierten, machten sich auch das lebende ergreifen von Feinden nahezu unmöglich. Wer nicht direkt verbrannte oder in der Rüstung lebendig gegart wurde starb an den Lungenverletzungen durch die Hitze oder die Schockwelle der Sekundärexplosion. Nur wenige Sekunden nachdem die erste Explosion abgeebbt war, schien sich im benachbarten Zimmer gleich das nächste Tor zur Hölle zu öffnen. Einen fast identisch spektakulärem Anblick bietend verwandelte sich der zweite Raum in eine verkohlte Ruine, einzig das diesmal eine lichterloh in flammen stehende Silhouette aus dem Raum geschleudert wurde. Nach einem ewig scheinenden Sturz schlug der brennende Leichnam auf dem Hang auf und rollte selbigen unkontrolliert hinab. Mit entsetzter Mine folgten die Augen des jungen Mannes der Bewegung des Flammenumhüllten Menschen.
 
Mit Kiaras auftauchen, war ihre Stimmung gekippt. Auch wenn sie nur wenige Worte mit ihrer Liebsten gewechselt hatte, konnte sie nun keinen Gefallen mehr finden an ihrem blutigen Treiben. Ihre Rache war von einem befriedigenden Vergnügen zu einer Aufgabe, die beendet werden musste, geworden. Trotz aller Anstrengungen schaffte sie es nicht herauszufinden was genau es war ,dass sie aus ihrem Rausch herausgerissen hatte und nun verhinderte, dass sie in selbigen zurückfand. Sie liebte Kiara noch immer, daran hatte sich, trotz all dem was geschehen war, nichts geändert und wenn sie ehrlich zu sich selbst war, dann vermisste sie sie, selbst in diesem Moment. Doch nun gab es Dinge die für den Moment wichtiger waren. Sie hatte sich so lange zusammenreissen können, warum scheiterte sie gerade jetzt daran. Nachdem sie den Raum verlassen hatte, hatten ihre beiden Begleiter etwas gezögert, ehe sie, wie von ihr angeordnet, eine Granate in den Raum warfen und die Tür sofort schlossen und mittels UW verriegelten. Den Zweiten Raum hatte sie auf die gleiche Weise gesäubert, diesmal jedoch selbst. Da ihr die Lust vergangen war jeden verbleibenden Überlebenden in der Basis von Angesicht zu Angesicht zu töten, trat sie einfach durch den Gang und säuberte jeden Schlafraum mit einer Granate. Ohne sich die Mühe zu machen den Raum zu betreten öffnete sie dessen Tür mittels ihres UWs und warf achtlos den kleinen Metallzylinder hinein. Der zweite Befehl, übertragen durch ihr UW versiegelte die Tür sogleich wieder. „Das war meine letzte… kann mir einer von euch aushelfen?“ Wenige Augenblicke später kam eine Bestätigungsmeldung rein. Nach dem sie die Granate die ihr zugeworfen wurde gefangen und sofort scharf gemacht hatte, gab sie den Befehl zum öffnen der nächsten Tür. In diesem Moment erwachte der Funk zum Leben. „Jenni, es gibt Probleme auf unserer Etage. Wir haben einige grosse Gruppe Leute in einem der Lagerräume festgenagelt, aber sie haben die Tür verschlosssen und die Stromverbindung gekappt, sie lässt sich von aussen nicht öffnen…“ „Position halten, keiner betritt diesen Raum! Ich komme sofort runter.“ „Ihr räumt hier den Rest auf, keine Überlebenden…verstanden?“ Ohne eine Antwort abzuwarten schleuderte sie ihre Granate in den gerade geöffneten Raum ehe sie loslief.
 
Der Gang ,der zum Hintereingang führte, glich einem Schlachthof. Erstaunt darüber wie viele zerschossene Körper den Boden bedecken, verlangsamte sie einen Moment. Die erste Gruppe hatte anscheinend eine ganze Meute aufgescheucht, die vom Sperrfeuer welches ihnen vom Hinterausgang her entgegengebrandet war, niedergemäht worden war. „Nicht schiessen, ich bins“ Jenni brauchte keine zwei Sekunden für die provokante an Alex gerichtete Bemerkung. „Hei, ist ja nicht so als würde ich deine Signatur nicht sehen. Ganz so nervös ist mein Zeigefinger nun auch nicht…“ Mit einem Lächeln und dem Handzeichen sich bereit zu machen ,um abzurücken, wandte sie sich von ihrem Kameraden ab und schritt, über die Leichen hinweg, zu dem Raum, in dem sich anscheinend ein Gruppe Überlebender verschanzt hatte. Team drei hatte die Tür gesichert und sich davor in Stellung gebracht. Tanjas Blick haftete auf ihrer Kameradin als diese an sie herantrat. Jenni hatte sich nicht wirklich darum gekümmert, weshalb sie gar nicht realisiert hatte, dass sie eine ansehnliche Menge Blut auf ihrer Rüstung verteilt hatte. „Wie viele?“ kam es kalt und direkt von der gerade angekommenen Biotikerin. „Mindestens Zehn, scheint fast die gesamte Küchenbesatzung und ein paar andere zu sein. Allerdings ist die Tür blockiert, wir…“ „Wie viele Sprenggranaten habt ihr dabei?“ Etwas verdutzt kotrollierte Tanja ihren Granatenbestand und händigte Jenni drei der kleinen Sprengkörper aus. „Eine brauch ich noch… danke.“ Sofort nachdem sie die letzte Granate, welche ihr zugeworfen worden war, gefangen hatte machte sie sich daran die Tür aus der Nähe zu untersuchen. „Alex, wie spreng ich das Ding am besten in die Luft?“ „Was denn?“ Mit einem genervte Seufzen wurde ihr klar, dass sie die Nachricht auf direktem Kanal empfangen hatte und Alex gar nicht wissen konnte wovon sie sprach. „Ne Tür… ich hab vier Granaten…“ „Hm… Das Schloss ist in der Mitte der Tür… die Riegel sind bei dem Modell aber oben und unten ungefähr bei einem und bei drei Vierteln der Höhe… Ohne bessere Ausrüstung kann ich dir auch nicht viel sagen, bring die Dinger möglichst nahe an der Tür zum hochgehen und hoff das Beste.“ Auch wenn die Geste sinnlos war ,da ihr Kamerad sie nicht sehen konnte, nickte sie zur Bestätigung. „Tanja, erzeug eine Singularität an dem Punkt…“ Mit der Hand zeigte sie, noch immer vor der Tür kniend die Stelle an. „Sobald ich meine auch aufgebaut habe wirfst du die beiden Granaten in die Singularität, sorg aber dafür das du deine Triffst. Wenn mein Plan aufgeht müssten die Granaten durch den Sog in Position gehalten werden. Alle anderen bringen sich in Sicherheit. Wir ziehen uns zum Ende des Ganges zurück sobald die Granaten scharf sind.“ Kaum waren die Befehle verteilt, standen die beiden Frauen auch schon alleine in dem von Kämpfen gezeichneten Flur. Die Stille, welche in der Basis eingekehrt war, verdichtete sich zu beinahe greifbarem Masse. „Bereit?“ Nach knappen Nicken folgte eine ruckartige Bewegung begleitet vom hellen, metallischen Klimpern der abspringenden Sicherungsbügel. Fast perfekt synchron suchten sich die biotischen Sphären, welchen stürmische, zu einem Sog konzentrierte, biotische Energie, innewohnte, sich ihren Weg zum angepeilten Ziel. Aus ihrer natürlichen Flugbahn gerissen, wurden die Granaten auf spiralförmigem Kurs nahezu schlagartig an das Zentrum der Singularität herangezogen und dort festgehalten. Die Hämmernden Schritte ihrer gepanzerten Sohlen auf dem Boden vermochten das beinahe ebenso schnelle Hämmern in ihrer Brust kaum zu überdecken. Jenni musste sich darauf verlassen, dass ihre Kameradin ebenfalls schnell genug war sich in Sicherheit zu bringen. Mit einem Satz konnte sie sich gerade noch um die Ecke Hechten ,ehe eine Ohrenbetäubende Explosion aufblitzte. Einem Tsunami gleich schob die Detonation eine Schockwelle vor sich her, durch den beengten Gang. Das Auftreffen der Schockwelle fühlte sich an wie ein Schlag gegen die Brust und hinterliess ein Pfeifen in den Ohren, trotz geschlossenem Helm. Rauch verdeckte die Sicht zur Tür als die Biotiker zurück in den Gang traten. Sofort hob Jenni die Hand. „Alle Position halten, ich gehe alleine rein.“ „Ähm… bist du sicher?“ Der Blick den Garonn für die Frage erntete, hätte selbst einem Warlord der Kroganer einen Schauer über den Buckel gejagt. „Ja! Wenn ich Unterstützung brauche, rufe ich euch.“ Mit festen Schritten trat die Anführerin der BDF in den beissend, chemisch riechenden Rauch hinein. Nach ein paar Metern war sie im Stande die Tür oder was noch davon übrig war, zu erkennen. Die gesamte Tür war von der Wucht der Detonation massiv nach innen durchgebogen. In der Mitte der Tür klaffte eine fast Faustbreite Spalte und der Rahmen der beiden Türhälften war beinahe vollends verschwunden. Aus dem Inneren waren aufgeregte, teils panische Rufe zu hören. Mit einem leisen Piepen aktivierte sich die Hurrican, die sie gerade aus deren Halterung geholt hatte. Der Blick der Biotikerin ruhte für einen Moment auf der Waffe und deren Holoanzeige. Vierzig Schuss, Shredder-Munition konnte sie abfeuern, ehe sie nachladen musste, das würde mehr als genug sein. In Angriffsstellung gehend spannte sie ihren rechten Arm an. Eine Biotische Sphäre begann nervös und heller werdend ich ihrer Hand zu pulsieren. Nach dem sie ihre Energie einen Moment lang fokussiert hatte, setzte sie zum Schlag an. Wenige Zentimeter vor den demolierten Überresten der Tür öffnete sie schlagartig die Hand und setzte die aufgeladene Energie explosionsartig frei. Die dadurch entstehende Druckwelle reichte aus, um den getroffenen Türflügel den Rest zu geben. Mit einem gequälten Ächzen gab das Metall nach und donnerte in dem Raum zu Boden.  Im Inneren des Raumes hing ein dünner Schleier aus Rauch, der die Sicht jedoch nur minimal beeinträchtigte. Was sofort ins Auge stach, war der Haufen an Kartons und das andere Gerümpel, was in der hinteren Hälfte des Raumes vor einem umgekippten Tisch aufgestapelt worden war. Kaum hatte Jenni den Raum betreten, regte sich auch bereits etwas hinter dem Haufen. Zögerlich, mit blasser Mine und zitterndem Körper erhob sich ein junger braunhaariger Mann mit Lesebrille, nachdem er einen Blick über die provisorische Deckung geworfen hatte. Jenni war gerade im Begriff gewesen ihre Hurricane zu heben um den Überlebenden hinzurichten, als weitere Bewegungen hinter dem Haufen sie innehalten liessen. Ihre Pupillen weiteten sich als die junge Biotikerin erkannte, dass sich mehr als ein dutzend Menschen hinter der behelfsmässigen Barrikade versteckt hatten. Die ganze Gruppe hatte aneinandergepresst da gekauert, es war wahrscheinlich anzunehmen, dass sie damit gerechnet hatten, dass die Tür aufgesprengt werden würde. Mindestens einer der ihr gegenüberstehenden Menschen musste über grundlegende militärische Kenntnisse verfügen, da er richtig gehandelt hatte sich gegen Schrapnellen so gut wie möglich zu schützen. Nachdem es einige Sekunden gedauert hatte, bis sich alle der verängstigten, noch übriggebliebenen Bewohner der Basis erhoben hatten, sofern sie dazu noch in der Lage waren, schien sich der junge Mann etwas gesammelt zu haben. Offensichtlich würde er für die Gruppe sprechen. Es erstaunte Jenni nicht, dass einige der Insassen verletzt waren, angesichts der Explosion war es eher erstaunlich in wie guter Verfassung sich die meisten befanden. Ausser kleineren Blessuren oder Platzwunden schienen die meisten nur unter Schock und Desorientierung zu leiden. Lediglich eine Person lag Leblos auf dem Boden. Schweigend sah die Biotikerin den vor ihr stehenden an. „Bitte hören sie mir zu. Ich weiss nicht was Cerberus ihnen angetan hat oder wer sie geschickt hat, aber diese Leute haben damit nichts zu tun. Ich flehe sie inständig an, wir arbeiten auf diesem Stützpunkt hart für unsere Zukunft und leben auch hier. Wir leben zwar hier, aber wir wollen einfach nur unseren Frieden.“ Nachdem sie einmal tief durchgeatmet hatte setzte griff die Biotikerin nach ihrer Maske und löste diese vom Rest ihres Helmes ab. „Cerberus ist mehr als ein Gebäude oder die Menschen darin, Cerberus ist eine Idee…“ Mit der letzten Silbe dieser Aussage richtete sich die Biotikerin vom Boden auf und sah dem Mann ihr gegenüber in die Augen. Aus den Saphirgrünen, ihn anblitzenden Augen sprach die tiefste Schwärze der Seele der Biotikerin. „Das Problem bei Ideen ist, dass wenn sie sich einmal im Verstand eines Menschen eingenistet haben, gibt es keinen Weg sie dort jemals wieder rauszubekommen…“ Ihr Körper begann von selbst zu agieren. Scheinbar wie von selbst griff sie nach der zweiten Hurricane an ihrem Rücken und aktivierte sie. Ein letztes Mal öffnete sie jehnen Graben, dessen Inhalt sie hatte durch die Gänge der Basis strömen lassen, um auch den letzten verbliebenen Rest an Hass herauszuschöpfen und zu kanalisieren. Jeden Muskel in ihrem Körper anspannend richtete sie die beiden Maschinenpistolen, mit überkreuzten Armen auf die vor ihr stehende Gruppe. Das letzte was sie in ihrem Leben sehen würden war ihr Gesicht, aus dem keinerlei Reue oder Mitleid sprach. Ruckartig riss sie die beiden Abzüge nach hinten und entfesselte damit einen Sturm aus Feuer und Projektilen, der alles Leben mit dem er in Berührung kam vernichtete. Den beiden, sich schliessenden Schenkeln einer Schere gleich liess sie ihre Arme zwei sich entgegengesetzte Bewegungen beschreiben. Sie durchtrennte die Fäden an denen das Leben der Menschen vor ihr gehangen hatten, ohne den geringsten Widerstand. Die unter den Einschlägen wild Zuckenden und schreienden Körper wurden niedergemäht wie Grashalme von einer Sense.
 
Das erste das sie wahrnahm, als sie den Raum betrat, war nicht die gesamte Geräuschekulisse oder das Massaker, dass ihr präsentiert wurde, es war das leise klimpern zweier Thermomagazine, die rotglühend, zu Boden fielen. Ihre Kameradin stand mitten in dem Raum vor ihr, die Mündungen ihrer Waffen noch immer rauchend deaktivierte sie selbige einen Moment später und tauschte sie durch die Wraith aus. Mit zwei Schritten nach vorne überwand sie die Distanz zu der behelfsmässigen Deckung. Dahinter war der Boden Rot gefärbt. Da sie die Hurricanes einhändig abfeuerte, war die Streuung hoch und so hatte sie einfach grob auf Brusthöhe drüber geschwenkt und so die meisten einfach durchsiebt. Wer jetzt noch lebte, wurde mit ihrer Wraith exekutiert.  
 
Während sie ihren Blick über die Leichen vor sich wandern liess, nahm sie ein sich näherndes Geräusch wahr. Schritte, wie sie nur die schweren gepanzerten Stiefel der Hammer Gruppe verursachten, kamen auf sie zu. Gerade als sie sich umdrehen wollte, um den Eindringling, der sich ihrem Befehl widersetzt hatte, zurechtzuweisen, vernahm sie dessen Stimme. Nicht über Funk, sondern direkt gesprochen. „Mist, sieht aus als wär ich zu spät gekommen… ganz schön fies von dir einfach alle anderen aussen vor zu lassen. Jenni konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen, wurden die Konsequenzen die ihr Handeln hier haben würde immer präsenter und unausweichlicher, so schien die Asari ihr frohes Gemüt ausgerechnet jetzt wieder gefunden zu haben. Mit ähnlich neckischer Stimme antwortete sie deshalb noch bevor sie sich umdrehte „Wir sind schon lange genug hier und…. Da schein aber jemand ein ganz böses Mädchen gewesen zu sein… hast du dich amüsiert?“ Musternd betrachtete sie die neuerdings rot gefärbte, von klebrigen zähen Spritzern und Schmierereien bedeckte Rüstung . Mit ihrer Kameradin schien sich auch eine weitere nach Blut stinkende Wolke in den Raum zu gesellen. „Du weisst genau, dass es nie darum gegangen ist sich zu amüsieren, aber das muss ich dir nicht erzählen… Ich habe das getan, was mein Herz mir gesagt hat… und es gut getan.“ Nach kurzer, nachdenklicher Pause fuhr Arsilia selbstsicher fort „Jetzt kann ich die Erinnerungen an meine Familie zur Ruhe betten. Ich habe die Rechnungen beglichen und lege all das hier ab, was mich an etwas anderes erinnert, als an die schönen Zeiten die ich mit ihnen hatte… und das solltest du auch tun.“ „Das habe ich bereits“, erwiderte die Rothaarige. „Ich habe nicht nur mir selbst geschworen hier und jetzt einen Schlussstrich zu setzen. Beenden wir es.“ Auffordernd streckte sie ihrer Kameradin die Hand entgegen und sah sie erwartungsvoll an. Ohne lange zu zögern packte Arsilia selbige. Nachdem sie die Grusstypische Geste, bei der man mit der Rechten die des Gegenübers festhielt und vorsichtig die Schultern zusammenstiess, abgeschlossen hatte, aktivierte Jenni einen Allgemeinen Funkkanal damit sie alle Mitglieder der BDF erreichte. „Das Gebäude räumen, wir rücken ab. Sobald alle draussen sind, sprengt ihr die Luftabwehrtürme und lasst die Shuttles draussen landen. Schaltet die Triebwerke aus und die Ortungs- sowie Kommunikationssysteme wieder ein, die suchen uns bestimmt schon.“ An der Tür angekommen warf die junge Biotikerin einen letzten Blick in den Raum, in dem ein Teil ihrer Persönlichkeit, jener der sie all dies hatte tun lassen, noch immer verweilte. Dieser Teil würde hier bleiben, so hatte sie es sich selbst geschworen.
 
Pilzförmig in die Höhe wuchernd, loderten die feurigen Säulen in den Himmel, als sich Munition und Elektronik entzündete. Die beiden Flugabwehrtürme wurden binnen eines Wimpernschlags zu Alteisen und Sondermüll, während das Echo der Explosionen schwach widerhallte. Der Himmel glich einer abendlichen Dämmerung, doch Jenni konnte nicht genau sagen, ob dies wirklich den Einbruch der Nacht oder bloss einen, in den fast den ganzen Planeten bedeckenden Wüsten, tobenden Sandsturm ankündigte. Ihre Gesamte Einheit hatte sich auf der Landeplattform versammelt, den meisten Gesichtern war zu entnehmen, wie sie sich fühlten. Anscheinend hatten manche nicht erwartet, dass die Aktion derart schmutzig enden würde. Andere hingegen wirkten erleichtert, befreit von einer schweren Last. Für Sie war jetzt die schlimmste Zeit gekommen, die Zeit des Wartens. Die Shuttles würden in wenigen Minuten hier und gelandet sein, doch das reichte bereits aus, um das warten ewig während  wirken zu lassen. Das dumme Gefühl als erwarteten alle, dass sie etwas sage, machte sich in ihrem Körper breit. Bereits als sie den Komplex verlassen hatte, wurde sie von dem unnachgiebigen Bedürfnis sich zu rechtfertigen bedrängt. Arsilia und sie hatte äusserlich das meiste abgekriegt, ihre Rüstungen sahen aus, als hätten sie eine Schlägerei in der Blutbank hinter sich, wobei die Asari noch schlimmer aussah, als die Anführerin der Gruppe. Jenni hatte sich vorgenommen bevor sie, wie anzunehmen war, festgenommen wurden, die Aufzeichnungen von Arsilias Helmkamera anzusehen, doch das musste warten bis sie einen Moment Zeit fand in dem es etwas ruhiger war. „Ich hoffe dass wir alle ein für alle Mal abschliessen können mit dem was geschehen ist. Ich bin euch zu Dank verpflichtet für eure Hilfe und euer Verständnis. Doch nun müssen wir uns den Konsequenzen unseres Handelns stellen, das hier wird nicht ungestraft bleiben. Mein Wort, das ich euch gegeben habe gilt noch immer, ich werde die Verantwortung für den Angriff übernehmen, schliesslich habe ich ihn angeordnet, angeführt und auch organisiert. Einen wichtigen Punkt gibt es jetzt jedoch noch. Wenn wir erstmal zurück sind, werdet ihr alle befragt werden, genauso wie ich. In dieser Situation muss jeder von euch schlussendlich selbst wissen, was er sagen will, trotzdem möchte ich euch bitten euer Leben nicht schwerer zu machen als notwendig. “Ihr wurdet von mir gezwungen an dieser Operation teilzunehmen und habt die Befehle, die ich euch gab ausgeführt, weil ich euch sonst wegen Befehlsverweigerung getötet hätte.“ Manche von euch werden bereits durch die Aufnahmen der Helmkameras entlastet werden, andere sollten auf diese Aussage zurückgreifen.“ Die Worte waren ihr wie zäher Schleim durch die Kehle gekrochen und hinterliessen einen scheusslichen Nachgeschmack. Bisher hatte sie bewusst jeden Gedanken an die Konsequenzen, die sie nun erwarteten, verdrängt, doch jetzt musste sie sich damit ausseinander setzen. „Wofür würde man sie anklagen? Mord? Ging das hier schon unter Massenmord oder würde die Allianz, um die Schmach zu tilgen, etwas inszenieren und sie für immer verschwinden lassen? Die BDF war ein Interspezies Projekt und betraf alle Ratsvölker, ihre Aktion würde ein schlechtes Licht auf die Menschen werfen. Als sie genauer darüber nachdachte, war es auch nicht komplett abwegig, dass die gesamte BDF aufgelöst werden würde. Vielleicht würden sie einen tragischen Unfall erleiden, der irgendwo im Vakuum des Weltalls ihre Shuttles zerstören und sie so für immer entsorgen würde… ein Piratenüberfall war unwahrscheinlich, aber sie könnten auch Cerberus die Schuld in die Schuhe schieben. Dann wäre die Zerstörung der Basis hier bloss ein Racheakt gewesen. Das Oberkommando bei der Allianz unterschied sich nicht sehr von Politikern und die waren Aalglatt ,wenn es darum ging ihrem Volk und den Medien Lügen aufzutischen. Sie würden garantiert einen Weg finden sich die Situation zurecht zu biegen. Das einzige worum sie sich nun Sorgen machen musste war es ihre Kameraden so weit wie möglich aus der Sache rauszuhalten. Es wäre einfach nicht richtig gewesen, wenn sie für ihre Taten bestraft werden würden. Nun kam ihr auch wieder etwas in den Sinn, dass sie, wahrscheinlich aus Angst, verdrängt hatte. Rasch hatten ihre Augen ausgemacht, wonach sie gesucht hatte. Kiara sass etwas abseits der Gruppe, mit glasigem Blick zu Boden starrend auf einer Kiste, die neben einem Cerberus Shuttle lag. Nach einem Kontrollblick durch die Einheit, ob niemand sie gerade beobachtete, trat sie auf ihre Liebste zu. Diese reagierte erst als die rothaarige junge Frau direkt vor ihr stand. Der Blick der Asari wirkte abwesend, doch sie schien schnell aufzutauen, als sie das Gesicht von Jenni erkannte. Sehr zum Leidwesen dieser kamen jedoch keine schönen Emotionen zum Vorschein. Ekel und Ablehnung, vielleicht sogar Verachtung blitzten auf, ehe Kiara den Blick abwandte. „Ich wollte mich bei dir endschuldigen, ich war ziemlich unhöflich zu dir…“ „Nein, du hast nur deine Befehle durchgesetzt, emotional zu werden während dem Einsatz ist schlecht.“ Der Satz unterbrach nicht nur ihr Reden, sondern schien auch noch gleich ihrem Herzen einen Tritt zu versetzen. Scheinbar hatte sie, blind vor Wut noch einiges mehr zerstört, als nur ihre Karriere. Langsam sank sie vor ihrem Gegenüber auf die Knie um deren zu Boden gerichteten Blick entgegnen zu können. „Kiara, ich weiss das ich hier etwas getan habe, was schrecklich ist und dennoch bereue ich mein Handeln nicht. Das einzige was ich bereue ist, dass ich die Einheit und besonders dich mit hineingezogen habe. Es ist alles mein Fehler und ich verstehe wenn dieser Fehler unverzeihlich ist. Trotzdem werde ich min bestes tun, damit du nicht in das involviert wirst, was du nie gewollt hast. Du wirst wahrscheinlich nicht mehr bei der Allianz dienen können, aber so hast du wenigstens noch die Möglichkeit nach Thessia studieren zu gehen, wie es dein Traum gewesen ist, bevor ich dein Leben kaputt gemacht habe. So gesehen ist das einzige, was ich bereuen sollte, zugelassen zu haben, dass du dich in mich verliebst. Es hätte dir zwar kurz wehgetan, aber du hättest mich bestimmt schnell vergessen. Es wäre nicht einmal ein Jahr gewesen, dann hätten wir uns nie wieder gesehen und du hättest jemanden finden können, der dich nicht so selbstsüchtig ausgenutzt hätte. Könnte ich die Zeit zurückdrehen, glaube ich jedoch nicht, dass ich es geschafft hätte dich abzuweisen, auch wenn ich wüsste wozu es führt…“ Nach dem sie sich für einen Moment auf die Lippe gebissen hatte, fuhr sie mit fast schon tonloser Stimme fort. „Ich bin einfach das letzte“ Trotz dessen, dass sie niedergekniet war, konnte sie den Blickkontakt nicht erwidern, Kiara wandte sich abermals ab. Und so entging der Asari, dass die junge Frau vor ihr sehr mit ihren Tränen zu kämpfen hatte. Noch während sie gesprochen hatte, war ihr etwas klar geworden, das schlimmer schmerzte als jede Folter. Eine Gewissheit, die sie mit einer gewissen Freude erfüllte. Sie brauchte sich nun vor keiner Strafe der Welt zu fürchten, denn was auch immer man ihr antat, die schlimmste Strafe hatte sie sich selbst auferlegt. Die Gewissheit, dass man um jemanden zu beschützen, den man liebte, genau jene Menschen von sich fern halten musste, weil man sie sonst verletzte, war die Härteste, die sie akzeptieren musste. Das würde ihre Strafe sein, für ihr selbstsüchtiges Handeln. Mit dem Massaker hatte sie gehofft die Schreie ihrer Familie, die an ihrem Herzen gezerrt hatten zu ersticken, doch nun war einfach der nächste Schmerz nachgerückt, einer der noch schlimmer war, als der bisherige. Vielleicht würde es das ganze Leben so weitergehen und der einzige Weg zu leben war es, den Schmerz zu akzeptieren und zu ertragen. Vielleicht war das die Bestimmung eines jeden Menschen. Das Leben zu führen, in das er geboren wurde und der Preis für jede Änderung an dem Pfad, der ihm vorbestimmt war, bürdete ihm weitere Schmerzen auf, solange bis er es nicht mehr aushielt und daran zerbrach. Ein Zyklus, aus dem es kein Entkommen gab. Gerade als sie sich aufgerichtet hatte, antwortete ihre Liebste ihr schliesslich. „Wenn ich nicht reingekommen wäre, dich nicht unterbrochen hätte… hättest du abgedrückt?“ Ihr war sofort klar, worum es ging, doch die Bilder zu jenem Augenblick ihres Lebens hatte sie bereits aus ihren Erinnerungen verbannt. „Ich… ja, ich denke schon… Ich danke dir, dass du mich davor bewahrt hast. Ich habe mich nie in diesem Hass verlieren wollen und trotzdem war ich zu schwach zu widerstehen… Danke.“ Widerstrebend wandte sie sich ab und ging wieder zur Gruppe zurück. So sehr sie sich auch gewünscht hatte, dass Kiara noch etwas sagen würde, einfach nur etwas, damit sie wenigstens noch einmal ihre Stimmen hätte hören können, wurde erstickt als sich mit einem leisen Rauschen, das rasch lauter wurde, die Shuttles ankündigten.
 
Selak hatte sich gerade in das Cockpit gesetzt, die Tarnungs- und die Komm-Anlagen eingeschaltet, als bereits eine ernste Stimme aus dem Lautsprecher drang. „N7 Einheit melden sie sich, wir haben ihre Position ausgemacht, sie sind umstellt, jegliche Fluchtversuche werden zu ihrer Auslöschung führen! Antworten sie oder wir sind gezwungen sie anzugreifen!“ Ohne zu Zögern öffnete sie den Kanal. „Hier spricht Jennifer Parker, Befehlshabende der Biotic Drop Forces. Mit wem spreche ich?“ Nachdem sie Schuttles entführt, sich in den Server einer N7 Basis gehackt und ein Massaker an Zivilisten veranstaltet hatte, würde die Mangelnde Höflichkeit und die Nichteinhaltung der Funkrichtlinien wahrscheinlich auch keine Rolle mehr spielen. „Hier spricht der Captain der SSV Linz Sie haben sich verdammt noch mal viel Zeit gelassen!“ „Tut mir leid Sir, ich war beschäftigt und konnte keine Verbindung aufnehmen.“ Die junge Biotikerin konnte förmlich hören, wie der Captain rot anlief vor Wut. „Was denken sie eigentlich was sie hier tun?!“, fuhr der Befehlshaber sie harsch an. „Sir, ich glaube das eine Erklärung über Funk sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Sie sagten, dass wir umstellt sind, wir werden keinen Widerstand leisten und uns ihnen stellen. Wir haben wie sie sehen Shuttles hier und werden ihnen mit diesen entgegen kommen. Falls sie dem zustimmen können.“ Nach einer scheinbar endlosen Schweigepause fuhr der Captain fort: „Position halten, wir schicken eine Eskorte.“  
 
Mit der Eskorte hatten sie dess Ernst gemeint, die beiden Jäger, die ihnen geschickt worden waren, besassen genug Feuerkraft, um ihre Shuttles innerhalb weniger Sekunden zu zerfetzen. Ein Shuttle mit Männern und Frauen in Allianzkleidung war ebenfalls gekommen, wahrscheinlich die Spurensicherung oder sowas, wie sich Jenni dachte. Das Schiff welches über dem Planeten im äussersten Orbit lag, stellte sich zu Jennis erstaunen als ein Kreuzer heraus. Selbst wenn es um eine ganze Einheit ausgebildeter N7-Soldaten ging, war das doch etwas krass. Ein Kreuzer verfügte über eine kleinere Version der Massenbeschleunigerkanone, welche Schlachtschiffe benutzten, und damit genug Feuerkraft um den gesamten Cerberuskomplex mit einem einzigen Schuss in einen Haufen schwielende Trümmer zu verwandeln. Dazu kamen die Luftabwehrtürme, welche jegliche arten von Jägern bereits aus extremer Distanz beschiessen konnten. Plötzlich war das Gefühl der Überlegenheit, dass sich nicht selten einstellte, wenn sie am Boden kämpften verblasst, im Angesicht des gewaltigen Schiffes das vor ihr in der Leere des Weltalls schwebte. „Sir, erbitten die Erlaubnis an Bord kommen zu dürfen.“ Halten sie die Position für einen Moment, sie erhalten gleich neue Anweisungen.“ Der “Moment“ erwies sich als eine Viertelstunde, in der sie weder über Funk noch ins sonst einer Weise kontaktiert wurden. Als sie endlich wieder kontaktiert wurden, sprach eine andere Stimme zu ihnen. Sie merkte sofort, dass etwas nicht stimmte, die Stimme der jungen Frau die zu ihnen sprach klang seltsam. Sie klang, als hätte sie etwas furchtbares gesehen. „Sie dürfen in der Landebucht drei einfliegen, es wird jedoch immer nur ein Shuttle nach dem anderen landen dürfen. Aktivieren sie jetzt den Autopiloten, ihr Landungsassistent wird den Rest übernehmen.“ „Verstanden“ Mittels internem Funk gab sie die Reihenfolge durch, in welcher ihre Shuttles landen sollten. Dass sie sich ans Ende dieser Reihenfolge setzte hatte einen guten Grund. Menschen neigten dazu andere Menschen eher zu töten, wenn sie ihnen nicht ins Gesicht sehen mussten. Solange die Opfer nur aus Zahlen und Buchstaben in einem digitalen Dokument bestanden, war es einfach zu töten, nicht anders als ein Dokument zu löschen. Doch wenn man diesem Menschen in die Augen sah und ihm direkt gegenüber stand, war es etwas ganz anderes diesen zu töten. Nachdem sie eine weitere Viertelstunde gewartet hatte, setzte sich auch ihr Shuttle in Bewegung. Jenni hatte die gesamte Zeit über schweigend dagesessen und sich Mental auf das vorbereitet, was sie in dem Hangar erwarten würde. Schliesslich gesellte sich auch Selak zu ihnen, da nun alles vom Autopiloten gesteuert wurde. „Setzt die Helme ab, wir müssen auf alles gefasst sein, wir dürfen aber auf keinen Fall aggressiv vorgehen, verstanden?!“ Mit einem leichten Ruck setzte das Shuttle auf und die Holo-Anzeige im Inneren sprang auf grün. Nach einem prüfenden Blick zurück zu ihren Kameraden, welche ihr zunickten, betätigte sie die Schaltfläche. Leise zischend öffnete sich die Tür des Shuttles und gab den Blick ins Innere des Hangars frei. Der Empfang war genauso unfreundlich, wie sie es erwartet hatte. Draussen standen mindestens ein Dutzend Soldaten hinter Kisten und anderen Deckungen, die Läufe ihrer Waffen auf sie gerichtet. Nachdem sie sich kurz orientiert hatte, erkannte sie auch zwei stationäre Geschütze, welche auf zwei balkonartigen Terrassen montiert waren und sie mit ihren erschreckend grossen Mündungen bösartig angrinsten. Nachdem sie aus dem Shuttle getreten war, ging sie noch einige Meter ,bis sie vor einem jungen Mann zum stehen kam der keine Rüstung trug. Er nannte einen Offiziersrang sein eigen und war damit ein Vorgesetzter, doch er schien sichtlich nervös zu sein. Seine Lippen waren fest zusammen gepresst, ganz offensichtlich unterdrückte er etwas. „Soldatin Parker, melde mich wie befohlen.“ Den Salut liess sie sein, es war ihrer Ansicht nach unangebracht jetzt auf korrekt und Regelkonform zu machen. „SIE… sie sind eine Schande für die gesamte Allianz. Für das was sie in dieser Basis angerichtet haben, gehören sie nach dem Kriegsgesetz sofort hingerichtet!“ Die Tatsache, dass der Offizier vor ihr eine feuchte Aussprache hatte, ignorierte Jenni beherrscht, da der junge Mann schon so kurz vor dem Ausrasten schien. Wahrscheinlich hatte er bei allen ankommenden Gruppen nach ihr gefragt und sich jedes Mal grün und blau geärgert, dass sie nicht dabei gewesen war. So sehr sie es auch versuchte, konnte sie nicht verhindern dass ein leichtes Lächeln für einen Moment ihre Mundwinkel umspielte. „Du findest das wohl witzig…“ Scheinbar vollends die Beherrschung verlierend riss der Mann seine Pistole aus deren Halfter und richtete sie, die Mündung keinen halben Meter von ihr entfernt, genau auf das Gesicht der jungen Biotikerin.
 
 
An der Stelle muss ich dann auch wieder unterbrechen, leider. Hoffe ich zumindest, wenns ne Qual war bis hier zu lesen dann teilt mir das unbedingt mit. Falls es euch gefallen habt ist so ne Rückmeldung natürlich auch nicht verkehrt.
 
Wünsche euch bis zum nächsten Mal ne gute zeit und schöne Ostern.
Grüsse elite


#638
jjhghd

jjhghd
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Das Kapitel war echt super. Für sowas lohnt es sich wirklich vier Wochen zu warten :)



#639
elitedefender2

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SCH***** wer auch immer den Lehrplan aufgestellt hat gehört geschlagen.... 
Ich habs endlich geschafft das Kapitel abzuschliessen. Eine Projektarbeit ist jetzt auch fertig, hoffe das ich jetzt etwas mehr Zeit habe auch wenn ich das zu bezweifeln vermag, da ich noch eine zweite hab... und bald theoretische Autoprüfung T_T wünscht mir Glück, ich wünsch euch jetzt erstmal viel Spass.
 
PS. Wichtiger Hinweis!!!
kursiv geschriebenes ist in der betreffenden Scene für Jenni nicht hörbar. Wollte nur der Verständlichkeit wegen mal informieren.^^
 
[style type="bold"]Kapitel51[/style] 
 
Für einen Moment stand die Zeit still. Ihre Barriere war nicht aufgeladen, sie hatte keinen feindlichen Eindruck erwecken wollen und war deshalb ohne Helm und Barriere angerückt, sollte sich das nun rächen? Unweigerlich schossen ihr Gedanken durch den Kopf. Wenn ihr Leben hier und jetzt enden sollte, was würde sie zu bereuen haben? Was würde sie nie erleben können? All diese Gedanken passierten ihren Verstand zu schnell, um genauer darauf einzugehen, nur der letzte blieb wie ein bitterer Nachgeschmack in ihrem Kopf hängen. Wenn sie jetzt sterben würde, wären die letzten Worte die sie zu ihrem Vater gesagt hatte bedeutungslos gewesen, da er sie wahrscheinlich nicht einmal gehört hatte. Die letzten Worte, die sie an Kiara gerichtet hatte, wären nicht jene drei Worte mit denen sie sich von ihr verabschieden wollte, wenn ihre Zeit gekommen war. Bei diesem Gedanken fiel ihr auch auf, dass  noch keine Spur ihrer Kameraden zu erkennen war, wie zu erwarten gewesen war hatten sie die BDF aufgespalten, um ihre Schlagkraft zu verringern. Jäh wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, als der Lauf der Zeit abrupt wieder einsetzte. Einer Lache aus Benzin die entzündet wurde gleich, flammte biotische Energie um den Körper der Asari neben ihr auf. Arsilias Blick bohrte sich förmlich in die Augen des Offiziers. Binnen weniger Augenblicke hatte sich die Situation komplett geändert, und drohte nun zu eskalieren. Kaum hatten die beiden, den Offizier flankierenden Soldaten Arsilias Reaktion realisiert richteten sie die Waffen auf selbige. Eine Kettenreaktion war in Gang gesetzt worden. Beinahe synchron bauten sich die Barrieren sämtlicher anderen Biotiker auf. Wenn nun einer der Soldaten die Beherrschung verlor und den Abzug betätigte, würde es zu einem Blutbad kommen, weshalb Jenni schnell reagieren musste. „Beruhigt euch, wir sind hier hergekommen, um uns zu stellen also werden wir das auch.“ Mit rasendem Puls richtete sich die Anführerin der BDF wieder an den Offizier direkt vor ihr, seine Waffe immer noch so gut als möglich ignorierend. „Sie sind im Moment nicht berechtigt nach dem Kriegsgesetz zu handeln, da wir uns nicht im Krieg befinden. Wenn sie nun schiessen, werden sie sich also nicht nur für Regelwidriges Handeln, sondern auch für jeden Mord unter ihrem Kommando verantworten müssen. Sie werden sich mit der Vollstreckung des Urteils also noch gedulden müssen, bis ein Militärgericht darüber entschieden hat.“ Erstaunt darüber wie ruhig sie die Worte hatte sprechen können, atmete Jenni innerlich auf. Nun hatten sich ihre Kameraden auch wieder entspannt, ein Kampf wäre sicherlich nicht zu ihren Gunsten ausgegangen. Schnaubend senkte der Offizier seine Pistole und halfterte sie wieder. „Sie werden uns jetzt ihre Waffen aushändigen, und ihre Rüstungen ablegen, anschliessend werden sie in ihre Zellen gebracht, jeglicher Widerstand wird scharf geahndet, verstanden!?“
 
In einem Raum ohne Fenster und nichts ausser einer behelfsmässigen Toilette und einer ungemütlichen Liege, vergingen die Minuten nur schleichend und unkontrollierbar. Bereits nach kurzem verlor man das Gefühl für die Zeit. Dazu kam noch die Stille, die einen fertig machte. Es bleib absolut nichts das eine Orientierung möglich gemacht hätte, denn das an einer Stelle in eine Wand eingelassene Display zeigte nur eine andauernd gleich wirkende, sich langsam bewegende Ansicht des Weltalls. Ob es sich dabei tatsächlich um die Aufnahmen einer Aussenkamera oder bloss eine sich ständig wiederholende Schleife handelte, vermochte Jenni nicht zu sagen, kümmerte es sie doch auch herzlich wenig. Sie waren wie der Offizier es ihnen prophezeit hatte nach der Abgabe ihrer Waffen und Rüstungen in einen kleinen Umkleideraum gebracht worden, in dem sie ihre Unifarbenen, orangen Gewänder erhalten hatten, welche sie nun trugen. Sie war von ihrer Gruppe als erstes abgeführt worden, ohne jegliche Informationen was nun mit ihren Kameraden passieren würde. Von der Zeit auf der Akademie wusste sie das ausser speziell dafür ausgelegte Gefängnisschiffe nicht genug Zellen fassten, um annähernd vierzig Leute einzeln unterzubringen, also mussten zumindest einige ihrer Kameraden gemeinsam untergebracht worden sein, doch ausser Spekulationen blieb ihr nichts übrig. Auch die Idee sich durch klopfen an den Wänden, via Morsezeichen zu verständigen hatte sie schnell begraben, bereits beim ersten vorsichtigen Schlag gegen die Wand hatte sie feststellen müssen, dass selbige isoliert waren und somit stark dämpfend wirkten. Um ein Geräusch zu erzeugen, das laut genug wäre, hätte sie mit ihrer Biotik gegen die nackten Stahlwände hämmern müssen doch das fiel ebenfalls flach, da man ihnen „Biotikhemmer“ angelegt hatte. Diese am Nacken angelegten Geräte verhinderten, dass die Impulse vom Gehirn welche das E-Zero in ihrem Körper ansprechen sollten ihr Ziel erreichten. Das machte auch das Training unmöglich, weshalb sie das einzige tat das ihr übrig blieb, warten. Die Decke über ihr anstarrend lag sie auf ihrer Liege und liess sich immer tiefer in ihre Gedanken sinken. Es war nicht der Gedanke wohlmöglich den Rest ihres Lebens in solch einer Zelle verbringen zu müssen der an ihr nagte, die Sorge um ihre Kameraden war es, die sie innerlich zerfrass. Die Unwissenheit was nun mit ihnen geschah. Es war anzunehmen dass sie ihre Kameraden erst einmal gründlich befragen würden, ehe sie sich mit ihr befassten. Somit könnten sie bereits im Vorfeld Informationen sammeln und ihre Fragen gezielt so auslegen, dass sie die Wunden Punkte der jungen Biotikerin treffen würden. Andererseits hatten sie auch gleich Referenzwerte um zu überprüfen, ob sie die Wahrheit sprach, ohne dass sie selbst wusste ob die ihr gegenübersitzenden Soldaten ihre Lügen enttarnen. In jeder anderen Situation hätte sie sich mit ihren Kameraden vorher genau abgesprochen und sich dann auch blind darauf verlassen das sie als geschlossene Einheit aussagen und einander Decken würden, falls nötig. Doch diesmal war es anders, diesmal würde keine Ausrede der Welt reichen um ihre Taten zu rechtfertigen, doch das würde auch nicht nötig sein. Sie wusste was sie getan hatte und war bereit sich mit den Konsequenzen auseinander zu setzen. „Ich habe scheisse gebaut aber bereuen tue ich es nicht“, flüsterte sie sich selbst zu. Als sie in ihre Zelle gebracht worden war, wurde sie von demselben Offizier begleitet, der sie bereits auf dem Kreuzer empfangen hatte, genauso wie drei Soldaten. Mit einem bösartigen grinsen hatte der besagte Offizier sie ins innere der Zelle gebracht und war dann wieder gegangen. Einer der Soldaten hatte sie auf dem Rückweg begleitet, zwei waren Wahrscheinlich noch immer in dem Gang vor ihrer Zelle und musste dafür sorgen dass sie keinen Blödsinn machen würde. Zudem war sie sich sicher dass ihre Zelle mittels Kameras überwacht wurde. Dies war zwar verboten aber solange nur die Schiffs-VI zugriff auf die Aufnahmen hatte galten Sonderregeln die Jenni nicht gut genug kannte als das sie sich auf eine Diskussion darüber hätte einlassen können. Ihre ersten beiden versuche sich durch Klopfzeichen an der Tür bemerkbar zu machen und anschliessend die Wachen nach dem Verbleib ihrer Kameraden zu fragen war unbeantwortet geblieben. Deprimiert über diesem Misserfolg hatte sie sich wieder hingelegt sich weiter von den Gedanken malträtieren lassen die in ihrem Verstand umher spukten. Praktisch ohne Umwege richteten sich ihre Sorgen wieder auf ihre Liebste. Sie hatte Kiara bereits eine Weile nicht mehr gesehen, zumindest nicht richtig. Wenn sie im Training waren hatten sie keine Zeit und mussten sich auf etwas anderes konzentrieren. Während des Essens und auch in der Unterkunft hatte Kiara ständig einen Abstand zu ihr gehalten. Jetzt im Nachhinein betrachtet war es dumm gewesen dies einfach so zu akzeptieren, auch wenn es in der gesamten Einheit zu einer gewissen Aufspaltung gekommen war. Jene die für den Einsatz gewesen waren hatten sich immer in ihrer Nähe aufgehalten und sich auch gut mit ihr verstanden während andere sich etwas distanziert hatten. Wenigstens hatte das Training nicht darunter gelitten, im Feld hatte sich niemand etwas anmerken lassen. Es war verständlich das die Asari einen Groll auf sie hegte, vielleicht war es sogar besser so. Wenn sie nun hinter Gitter wandern würde war die Wahrscheinlichkeit gross das Kiara sie als Verräterin in Erinnerung behalten und somit nicht vermissen würde. Auch wenn es schmerzte wäre es für die junge Asari wahrscheinlich besser sie schnell zu vergessen.
 
„Sir?“ „Liegt ihr Bericht nun vor?“ Die Stimme des Offiziers klang gereizt, er war die letzten Minuten auf der Brücke immer wieder auf und ab gegangen. Die Warterei zehrte an seinen Nerven. Da seine Leute eine Weile brauchten um die Gefangenen zu befragen hatte er die Verhöre verlassen. Es gab nur ein Verhör das ihn interessierte und das musste noch warten. Die Aussagen der bisher Befragten hielte sich sowieso alle im erwarteten Rahmen. Es schien sich entweder niemand die Mühe zu machen zu lügen oder die Aussagen waren derart gut abgesprochen das es kaum Abweichungen gab. Zweiteres war jedoch nicht nur unwahrscheinlich sondern wäre es auch sinnlos gewesen. Die Aufnahmen der Helmkameras zeigten deutlich die Handlungen eines jeden. Bis ein Team diese jedoch ausgewertet hatte blieb diese Informationsquelle jedoch noch unzuverlässig. Die wenige Ausschnitte die er aufgeschnappt hatte während er den beiden Technikern über die Schultern geschaut hatte waren jedoch bereits ziemlich eindeutig gewesen. Diese Umstände wären kaum ein Problem gewesen wäre nicht noch immer ein Team vor Ort in der, nun mehr einem Schlachthaus gleichenden, Cerberusbasis. Da, bis sich jemand vom Gegenteil überzeugt niemand mit Sicherheit sagen konnte ob die Aufnahmen der Kameras nicht gefälscht waren mussten sie erst nachsehen. Die Erste Nachricht die er erhalten hatte war von einem blass aussehenden jungen Mann gekommen. Selbiger hatte gerade eben den Anruf des Offiziers entgegengenommen. Der Gesichtsausdruck des jungen Mannes war noch immer säuerlich doch wenigstens hatte er ein wenig seiner Gesichtsfarbe wieder erlangt. „Wir haben noch nicht den gesamten Stützpunkt durch, aber ich brauche gar nicht weiter zu suchen um ihnen sagen zu können dass hier ein Massaker stattgefunden hat. Ich habe ihnen das zwar bereits gesagt als sie noch auf die Ankunft der Gefangenen gewartet haben aber das hier ist abartig.“ Die Kamera die das Gesicht des jungen Mannes aufgenommen hatte schaltete sich ab, einen Wimpernschlag später schaltete sich die das Bild wieder ein, diesmal jedoch den Raum vor dem Mann filmend. „Sowohl auf der Landefläche als auch auf den ersten Metern der Gänge sind einige Leichen von bewaffneten und gerüsteten Wachen zu finden gewesen. Auch wenn ein paar von ihnen übel zugerichtet waren scheinen es doch normale Wunden die bei einem Angriff und beim Einsatz von Biotik entstehen können… was sich drinnen abgespielt hat lässt sich aber beim besten Willen nicht anders beschreiben als ein Schlachtfest. Da es in gewissen Fällen schwer ist die Opfer überhaupt als Menschen zu identifizieren kann ich ihnen keine genaue Zahl nennen…. Aber mindesten drei Viertel oder sogar noch mehr der Leute hier drin waren Zivilisten. Nicht dass das die Angreifer in irgendeiner Form interessiert hätte, viel mehr scheint es als wäre ein Exempel nach dem nächsten statuiert worden…“ Er machte eine kurze Pause da er über einige Leichen hinwegsteigen musste die in dem Gang den er abschritt lagen. Der Gestank im inneren des Komplexes musste grotesk sein. Die Kamera zeigte, bei jedem Schritt leicht wackeln, den mit durchsiebten Körpern gepflasterten Gang vor ihm. Nach einigen Metern bog der junge Man in ein Treppenhaus ein dessen Stufen mit abgerissenen Extremitäten dekoriert waren. „Dem Grad der Entstellung einiger Leichen zu folge und die Tatsache berücksichtigend das die meisten der toten keinen Widerstand geleistet haben dürften entnehme ich das es sich hier um einen Racheakt gehandelt hat. Wenn es nur ums töten gegangen wäre hätte eine N7 Einheit viel mehr effizient an den Tag gelegt, besonders eine die auf schnelle Überraschungsangriffe ausgelegt ist.“ Mittlerweile hatte er den obersten Stock erreicht und bog dort in einen weiteren Gang ein. „Sir wenn sie erlauben würde ich gerne meine offene Meinung äussern“ Ein leichte Nicken des Offiziers reichte um den in der Basis stehenden zu überzeugen. „Sir, Wer auch immer das hier getan hat hatte definitiv Spass daran. Ich finde dass einfach nur pervers aber überzeugen sie sich selbst.“ Die Tür welche er ansteuerte stand offen und am Türrahmen lehnte eine Kreideblasse Frau welche ihren Mageninhalt nicht mehr hatte halten können. Ohne es zu merken lehnte der Offizier sich angespannt vor. Was folgte reichte um einen Würgereflex auszulösen, sowohl bei dem Kameraführenden als auch den Zusehenden Allianzmitglied. Die ehemals Weissen Fliesen der Dusche waren an Boden, Wänden und mancherorts sogar an der Decke mit Blut verschmiert. Teils arg zerfleischte Leichen und Verteilte Eingeweide säumten den Boden. Hustend wandte sich der filmende ab und verliess eilig den Raum. „Ich danke ihnen, kehren sie sobald sie alles nötige haben wieder an Bord zurück, die Säuberung der Basis wird eine spezialisierte Truppe übernehmen.“ „Verstanden.“
 
Ihre Gedanken hatten bereits so manch eine Schleife gedreht als sich mit einem leisen Zischen plötzlich die Tür öffnete. Einer der beiden Soldaten die vor ihrer Tür wache standen trat ein, in seiner Hand hielt er einen Zylinderförmigen Behälter. „Wenn du trinken willst, hier steht Wasser“ die Worte kamen harsch und knapp daher. Kaum hatte er das Metallene Gefäss abgestellt machte er bereits auf dem Absatz kehrt und ging zurück zu Tür. „Warten sie mal…“ nach dem sie sich aufgerichtet und sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht gestrichen hatte warf musterte sie ihn kurz. „Kann mir einer von euch sagen was mit meinen Leuten geschehen ist?“ „Eingesperrt“ meinte der Soldat ehe er hinaustrat und die Tür hinter sich wieder verriegelte. Langsam durch den Raum schlendernd sah sie ihn noch einen Moment hinterher. „Sehr aufschlussreich… danke für die Info.“ Das Wasser in dem Behälter schmeckte seltsam, es war der chemische Geschmack der sich in wieder aufbereitetem Wasser, wie es in den meisten Schiffen normal war, festsetzte. Es war äusserst unwahrscheinlich dass sie ihr etwas unterjubeln wollten oder sie zu vergiften versuchten. Sie hatte zwar auch schon von sogenannten “Wahrheitsdrogen“ gehört die in besonders schwerwiegenden Verhören eingesetzt werden sollen doch glaubte sie nicht das sie einen solchen Aufwand wert war. Schon alleine aus dem Grund das es eine Verschwendung an Mitteln gewesen wäre, hatte sie doch nicht vor ihre Gegenüber zu belügen. Dennoch kamen nun, da sie den Gedanken aufgegriffen hatte unangenehme Gedanken in ihr hoch was ihr Verhör anbelangte. Besonders besorgniserregend war dabei der Gedanke an den Offizier. Es war nicht zu übersehen gewesen das er sie verachtete, wenn diese Verachtung über die Professionelle Ebene hinausreichte könnte es sein das er auf eigene Faust und abseits der Gesetze der Allianz agieren würde. Nach einem weiteren Schluck aus dem Behälter trottete sie wieder zurück zu ihrer Liege. Die bereits viel zu vertraute, dünne und harte Matratze starrte sie mit hämischem Blick an. Bereits bevor sie sich hingelegte schien sie das unangenehme, drückende Gefühl des warmen Stoffes auf ihrem Rücken zu spüren. Aus einem ihr unbekannten Grund konnte sie auf der Liege keine Ruhe finden. Wut machte sich in ihrem Verstand breit, hasste sie denn der Gesamte Raum? Unerklärlicherweise fühlte sie sich plötzlich beobachtet und die Tatsache dass sie nichts tun konnte zog ihre ohnehin bereits schlechte Laune weiter in die Tiefe. Warum behielt man sie überhaupt so lange hier drin? Der Hinflug mit den wesentlich langsameren Shuttles konnte niemals so lange gedauert haben wie sie nun bereits hier drin feststeckte. Eigentlich hätten sie längst wieder in Sunsetbay sein müssen. Ihre rechte Hand schloss sich zu einer Faust, die Knöcheln weiss hervortretend war sie in Versuchung ihrem Frust Luft zu machen und ihre ungeliebte Liege mit Fäusten zu traktieren doch das hätte ihr auch nichts gebracht. Stattdessen würde sie mit ihrer Energie etwas Schlaueres anfangen.
 
„Sir“ der Salut kam zackig und die Haltung des Soldaten verrieten nichts von seiner getrübten Stimmung. Stundenlang nichts anderes zu tun zu haben als eine Tür zu betrachten hinter der sich eine Gefangene befand, welche wesentlich interessanter anzusehen war als die Tür, wie der Soldat fand, war nicht gerade ein Feuerwerk der Unterhaltung. „Wie steht es um die Gefangene?“ Nach dem er sein UW aktiviert hatte öffnete die VI eine Übertragung der Überwachungskamera. „Ok… ich werde sie mir mal vornehmen, sie werden mich beide begleiten, ich will definitiv nicht alleine mit der in dem Raum sein. Laden sie Betäubungsgeschosse und seien sie auf alles gefasst.“ Mit einem Nicken bestätigten die beiden Wachen seinen Befehl, sobald der Offizier sich der Tür zugewandt hatte warfen sie sich jedoch einen Fragenden Blick zu. Keiner von ihnen wusste was die Gefangene denn getan hatte um eine Einzelzelle zu verdienen. Einen kurzen Code eingetippt und den Fingerabdruck gescannt und schon glitt die Tür auf. Trotz der Tatsache dass er sie bereits auf der Übertragung gesehen hatte hielt der Offizier für einen Moment inne als er die junge Soldatin deren feurig roten Haare hinter ihrem Kopf zusammengebunden waren sah. Ihrer locker hängenden Hose hatte sie die Beine bis über ihre Knie hochgekrempelt, das Oberteil mittels eines Knotens so hochgebunden das es ihr bis zum unteren Ende ihres Brustbeines reichte. Ihre Haut war mit kleinen Schweissperlen bedeckt und der Atem der Biotikerin ging ihrem Puls gleich, schnell. „Wieso trainieren eigentlich alle Gefangenen immer wie die irren? Ihre verbringt den Rest eures Lebens in einem Loch da bringen euch die Muskeln doch eh nichts?“  „Hm, gute Frage“ die Worte kamen keuchend da sie gerade dabei war Liegestütze zu machen. Nach dem sie ein paar weitere Wiederholungen abgeschlossen hatte richtete sie sich auf und sah ihn mit durchdringendem Blick an. „Hat wohl mehrere Gründe; Wer sich an seine Grenzen bringt lernt mit physischen Schmerzen umzugehen und das hilft auch bei Psychischen Schmerzen… oder aus Langeweile, was anderes beliebt uns doch gar nicht übrig, ohne Fernseher“ Während sie die Worte gemächlich aussprach löste sie den Knoten an ihrem Oberteil und streckte die Hose wieder, die Blick der Wachen wie auch die des Offiziers waren schon fast spürbar auf ihr gehaftet. Bei den letzten Worten konnte sie sich ein Lächeln nicht verkneifen. Mit dem entfernen des Haarbandes fielen ihre die etwas mehr als Schulterlangen, seidig wirkenden Haare herab. „Das wichtigste ist aber die Tatsache dass ich aus der Übung gerate und das kann bei einem Absprung tödlich sein.“ Ein leichter Lacher überkam die Lippen des Offiziers. „Du hast einen guten Sinn für Humor… bis sie dich wieder rauslassen wirst bist du eh Altersheim reif, falls sie dich je wieder rauslassen.“ Mittels seines UWs tippte er einige Befehle ein woraufhin sich eine der Bodenplatten auf einem Metallzylinder erhob. Zu dem so in die Höhe wachsende Tisch gesellten sich zwei in gleicher weise aufgebaute Sitzgelegenheiten. Nach dem sie sich erst gewundert hatte weshalb so etwas in einer Zelle eingebaut war kam sie auf den Gedanken das sich wahrscheinlich kein eigens dafür vorgesehener Verhörraum an Bord eines Kreuzers befand, somit bildete dies eine praktische alternative. Flankiert von den beiden Wachen die sich hinter dem Offizier links und rechts neben der Tür in Stellung brachten setzte selbiger sich auf den, der Tür zugerichteten “Hocker.“ Ein Stuhl konnte man die Metallplatte auf einem Zylinder beim besten Willen nicht nennen. „Nimm doch platz, ich habe ein paar Fragen die ich dir noch stellen möchte“ meinte der Offizier mit gespielter Freundlichkeit.
 
„Habe ich das also richtig verstanden, weil Cerberus eure Familien angegriffen hat, hast du deine Kameraden zu einem Amoklauf genötigt?“ Seine Stimme klang spöttisch und verachtend, ganz anders als noch vor etwas weniger als einer halben Stunde. Während der Befragung war er immer wieder auf die selben Punkte eingegangen. Er hatte versucht sie in eine Ecke zu drängen doch war das schwer wenn die andere Person nicht zurückwich sondern mit offene Armen da stand. Eigentlich hätte er mit ein wenig Geschick und de richtigen Fragen längst alles zu hören bekommen das er hören musste doch es schien ihm nicht darum zu gehen. „Nicht ganz… Cerberus hat unsere Familien nicht einfach angegriffen um sie als Geiseln zu nehmen oder uns zu zeigen das wir Grenzen überschritten haben, sie haben sie systematisch abgeschlachtet. Wir… Ich…“ da sie genau wusste das er es so hören wollte lies sie die Korrektur mit einem Lächeln auf den Lippen verlauten, „…War lediglich gezwungen so zu handeln weil all die feigen Bürohengste in ihren Sesseln nicht die Eier dazu hatten etwas zu Unternehmen. Der Bevölkerung gegenüber soll die Allianz die Fähigkeit, die Macht und auch die Entschlossenheit der Menschheit verkörpern aber sobald es unangenehm wird ziehen sie alle den Schwanz ein. Wenn die Gefahr droht den Job zu verlieren oder das Eis etwas dünner wird, wo sind unsere Tapferen Anführer dann?“ Bisher hatte sie jeden seiner Provokationsversuche gekonnt ignoriert aber so langsam hatte sie es satt sich immer weiter beschuldigen zu lassen und immer wieder auf dieselben Fragen zu antworten. „Und dass macht den Unterschied zwischen einem einfach Frontsoldaten und einem Strategen aus. Würde jeder unserer Admiräle derart Hirnverbrand handeln hätten wir uns längst selbst ausgelöscht! Cerberus ist eine mächtige Organisation es ist nicht von Vorteil sie zu unserem Feind zu machen. Cerberus weiss das sie nicht uneingeschränkte Freiheit haben und wir sie zurechtstutzen wenn sie zu weit gehen, so können wir ein Gleichgewicht wahren.“ „Dann liegt der Mord an gut hundert Zivilisten also noch im Rahmen? Liegt das etwa noch im Spielraum den ihr ihnen lassen wollt? Wie viele müssen sie den umbringen bis jemand etwas unternimmt? Hundert? Tausend? Oder ist das nur eine Frage des Geldes? Sind wir bereits so weit das jeder der die nötigen Mittel hat sich alles erlauben kann?“ Offensichtlich gegen seine eigenen Mittel ziemlich empfindlich lies er sich scheinbar aus der Reserve locken. Mit der flachen Hand auf den Tisch schlagend lehnte der Offizier sich nach vorne. „Was weist du denn schon von solchen Angelegenheiten, deine Welt reicht doch nur so weit du sehen kannst und der einzige Blickwinkel den du kennst ist der durch das Visier einer Waffe. Menschen wie du sind Abschaum, eine Schande für die Allianz. Ich verstehe nicht was N7 an hirnlosen Gorillas wie euch findet. Mord kann nicht mir Mord gesühnt werden! Unsere Experten werden angemessene Massnahmen treffen um auf den Angriff von Cerberus zu reagieren. Denkst du eigentlich du seist die einzige die hier Opfer bringen musste?! „Erzähl du mir nichts über Verluste oder meine Welt, du hast keine Ahnung!“ Auch wenn es ihm widerstrebt hätte das zuzugeben lief ihm ein Schauer über den Rücken als er sah das sich ihr bisher gelangweilten Blick veränderte. Etwas feuriges das ihr innewohnte flammte auf. Dem bohrenden Blick der Soldatin standhalten rasten ihm ungewollt die Bilder der Helmkamera seines Gegenübers durch den Kopf. „Wann hast du das letzte mal eine Waffe in den Händen gehalten?... während eines richtigen Einsatzes? Hast du schon jemals jemanden töten müssen um zu überleben? Kennst du denn überhaupt das Gefühl unter Beschuss zu sein, einem Menschen gegenüber zu stehen der dich töten will und das auch tun wird wenn du ihm nicht zuvor kommst? Ich weiss nicht wie alt du bist, aber ich habe die Augen vieler Soldaten gesehen und deine sind nicht die eines Kämpfers. Hast du überhaupt schon einmal Bekanntschaft mit dem Tod gemacht? Weisst du was es für ein Gefühl ist wenn du deine Cousine, ein kleines Mädchen, im Arm hältst weil sie feige ermordet wurde?! Haben sie eine Familie? Kinder?“ Die Worte waren einfach so aus ihr herausgesprudelt doch verspürte sie nicht das Verlange diese zu unterdrücken. Nachdem er, von ihrem aufbrausen einen Moment lang überrumpelt nicht antwortete harkte sie nach. „Hm?“ „Warum sollte ich dir das sage?“ erwiderte der Offizier verärgert nach dem er sich wieder gefangen hatte. Die Stimme der Biotikerin hatte sich verändert, ihr Temperament war etwas anderem gewichen, Verachtung. „Wie würden sie reagieren wenn sie nach hause kommen würden und ihre Frau und ihre Kinder… ihre ganze Verwandtschaft abgeschlachtet zu ihren Füssen liegen würde und obwohl jeder weiss wer es wahr unternimmt niemand etwas. Wenn die Allianz sie mit einem “Sorry kann man nichts machen“ wieder nach hause schickt weil der Täter ein dicker Fisch ist?“ Nach dem die Antwort für einen Moment ausblieb entwich ihr ein verächtliches Schnauben „Hm. Sie haben “meine Welt“ noch nicht ein einziges Mal gesehen und kennen weder meinen Schmerz noch meinen Blickwinkel, wer sind sie also über mich zu urteilen!“ Jenni spie die letzten Worte förmlich aus, während sie versuchte, den ihr ausweichenden Blicken ihres Gegenübers zu folgen. Ihre Haltung war nun wieder zu ruhig und entspannt zurückgekehrt. Auch die Anspannung der Wachen lies wieder nach. Die beiden Männer waren sichtlich angespannt gewesen, wahrscheinlich hatten sie befürchtet von ihren Waffen gebrauch machen zu müssen. Jenni konnte hören wie der Offizier einmal tief durchatmete ehe er Luft holte. Anstelle einer Welle von Anschuldigungen und Zurechtweisungen vernahm sie jedoch das Geräusch eines eingehenden Anrufes. Durch diese Störung aus dem Konzept gebracht starrte er für einen Moment auf die orange blinkende Schaltfläche die über seinem Handgelenk schwebte. Nach innerlichem abwägen über die Wichtigkeit dieses Anrufes entschied er sich ihn anzunehmen, jedoch viel die Begrüssung gegenüber seines Komm-Experten fiel jedoch ziemlich harsch aus.
 
„Habe ich nicht angeordnet mich nicht anzurufen?!“ „Tut mir leid Sir, aber wir kriegen gerade einen Notruf aus Sunsetbay rein. Ein Soldat unter N7, er hat verlangt sie sofort zu sprechen.“ „Wie bitte? Er VERLANGT mich zu sprechen? Warum stören sie mich wegen eines Wichtigtuers?“ Der Komm-Experte brauchte einen Moment um dir richtigen Worte zu finden ehe er antwortete. „Sir, er sagt dass die Kolonie gerade invasiert wird!“ „Bitte wiederholen sie das“ meinte der Offizier mit nun ungläubiger Stimme. Jenni, welch nur seine Worte, nicht jedoch die seines Gesprächspartners hören konnte musterte das Geschehen interessiert wenn auch ziemlich ratlos, genau wie die beiden Wachen neben der Tür. Etwas stimmte nicht, die plötzliche Blässe des Offiziers verursachte bei ihr grosses Unbehagen. „…Ich wiederhole, jemand legt gerade die gesamte Kolonie in Schutt und Asche!“ „Verbinden sie mich sofort!“ Nach dem ausser knisternder Statik für einige Augenblicke nichts zu hören war ertönte eine von rauschen verzerrte Stimme. „Hallo? Können sie mich hören? Spricht da der Captain der SSV Linz?“ „Korrekt, hier spricht Andrei Onekrov kommandierender Offizier des Allianzkreuzers….“ „Sir, mir wurde gesagt dass sie sich in der Nähe der Kolonie befinden, sie müssen…“ der Soldat unterbrach den Offizier abrupt. Seine Worte wurden von bellenden Schüssen und dem Rattern eines Schweren MGs übertönt. Praktisch im Selben Moment war das schwere Scheppern einer Rüstung zu hören. Das Bild das eigentlich übertragen werden sollte glich einem Schneegestöber, es war praktisch unmöglich etwas zu erkennen. Zu allem Übel hielt der Offizier sein UW auch noch so niedrig das Jenni nicht einmal einen flüchtigen Blick drauf hätte werfen können. „Sichert den verdammten Gang! Wenn wir diese Stellung verlieren ist es vorbei!... und helft den Kerl da drüben endlich! Sani, hilf seine Blutung zu stoppen!“ Wieder war Getöse und hämmernde Schüsse zu hören ehe für einen Moment ein scharfes Bild aufblitze, dies zeigte jedoch bloss eine Werkstadt aus dem Blickwinkel eines am Boden liegenden Soldaten. Rascheln und Kratzen drang aus dem Ohrenstecker des Offiziers. Die Schrillen Laute liessen selbigen zusammenfahren und hektisch die Lautstärke runterdrehen. „Verdammt! Können sie mich noch hören?! Dan, putz mal die scheiss Leitung sauber, ich krieg keine Anständige Verbindung… hei, sind sie noch da?“ „Was zum Teufel ist bei ihnen los und wer zur Hölle sind sie überhaupt?“ Wieder huschte ein verwackeltes Bild über das Display und nur einige kaum verständliche Worte, förmlich vom Rauschen verschlungen, schafften es bis zum Kreuzer. „Nicht verstanden, wiederholen sie das.“ Auch wenn das kaum etwas bringen würde wenn es technische Störungen gab redete der Offizier lauter, als wolle er das Rauschen einfach übertönen. Die Antwort kam mit deutlich genervter Stimme „Mein Name ist Eric, Dienstnummer, Einheit, Rang und all das kann ich ihnen später erzählen, sie müssen sofort hierher kommen. Unser Stützpunkt wird gerade überrannt! Wir stecken hier bis zum Hals in der Scheisse und wies in der Kolonie aussieht will ich gar nicht erst wissen! Schicken sie uns sofort Verstärkung!“ „Tut mir leid aber wir befinden uns gerade auf einer Mission, wir werden jedoch bald nach Sunsetbay zurückkehren…“ Wollen sie mich verarschen? Sir bei allem Respekt, wenn sie nicht sofort hier anrücken wird weder eine Kolonie übrig sein in der sie landen könnten noch jemand der ihnen zum Abschluss ihrer Mission gratulieren könnte!“ „Wir haben im Moment kaum Männer an Bord die wir ihnen schicken könnten. Können sie den Feind denn identifizieren?“ Eine leise Stimme aus dem Hintergrund des umkämpften Gebäudes meldete sich. „Leitung stabilisiert… zumindest ein wenig, besser geht’s nicht, das ganze Ding wird praktisch mit Klebeband und Kaugummis zusammengehalten“ Plötzlich tauchte anstelle des Schneegestöbers ein Bild auf, auch wenn die Qualität bestenfalls als schlecht bezeichnet werden konnte. Ein junger Mann auf dessen Stirn eine kleine Platzwunde klaffte aus der ein Blutrinnsal sein Gesicht hinunter kroch. Ich kann ihnen keine Garantie geben aber grob gepeilt würde ich sagen sehen die Dinger ähnlich aus wie… als das ganze Theater um Saren und die Geth lief wurden von Geth… keine Ahnung wie ich das nennen soll… entstellte Menschen als Kanonenfutter eingesetzt… die hier sehen ähnlich aus.“ Da der Offizier nun jemanden sah den er ansprechen konnte richtete er seine Aufmerksamkeit voll auf das UW. „Die Geth? Unmöglich von dehnen hat man seit des Angriffs auf die Citadel nichts mehr gehört.“ „Negativ, definitiv keine Geth, sie sehen zwar ähnlich aus aber die hier haben ganz andere Implantate, sowas hab ich noch nie gesehen.“ „Soldat… Eric, wir…“ „Eric?!“ Der Name platzte einfach so aus ihr heraus, zu neugierig war sie worum es sich handelte. Die Worte welche sie aufgeschnappt hatte versprachen nichts gutes und da jetzt auch noch jemand den sie kannte darin verwickelt zu sein schien wurde die Sache noch spannender. Die Antwort auf ihren Zwischenruf war ein drohend erhobene Hand und ein abgrundtief finsterer Blick. Doch die Biotikerin hatte bereits eine ganze Kette von Ereignissen, deren Tragweite sie noch nicht im mindesten zu erfassen vermochte, in Gang gesetzt. „Jenni!?... Ist die Dropforce bei ihnen an Bord?“ Mit einer Mischung aus Verärgerung und Frust nahm Andrei Onekrov zur Kenntnis das die Gefangene uns sein Gesprächspartner sich kannten. „Ja, wir wurden geschickt um…“ Eine Explosion am anderen Ende der Leitung gefolgt von einem schmerzerfüllten Schrei rissen ihm das Wort ab. Soll das ein verkackter Witz sein? Sie haben eine gesamte Einheit Kampferprobter Sturmbiotiker mit Absprungausbildung an Bord und wollen mir erzählen dass sie keine Leute schicken können“. Nun an den Grenzen seiner Geduld angelangt herrschte der Offizier Eric an. „Die Dropforce steht unter Arrest! Ich wurde geschickt um sie festzunehmen!“ „Ich weiss zwar nicht was Jenni verbockt hat das sie gefangen genommen wurde aber wenn sie nicht ganz schnell ein ganzes Kompanie Soldaten aus dem Ärmel zaubern können ist die BDF die einzige Chance die wir haben…“ Mit errötetem Kopf stapfte der Offizier Wutentbrannt aus dem Raum. Seit sie erfahren hatte dass Eric am anderen Ende der Leitung war waren zu viele Fragen auf sie Eingestürmt als das sie verstanden hätte was ablief. Das letzte wozu sie noch kam bevor der Offizier den Raum, eifrig Befehle an seine Vertretung  auf der Brücke sendend, verliess, war von dem sich plötzlich wieder absenkenden Hocker aufzuspringen. Worum war es in dem Gespräch gerade gegangen? War die Person am anderen Ende wirklich der Eric den sie kannte? “Können sie den Feind identifizieren?“ die Worte von Andrei deuteten auf einen Kampf hin, aber weshalb sollte Eric gerade diesen Kreuzer kontaktieren? Während die in ihrem Inneren wogenden Fragen immer wieder gegen ihren Verstand brandeten versuchte sie sich auf ein logisches Vorgehen zu konzentrieren. „Warte….! Hallo? Was ist los? Lassen sie mich jetzt einfach hier sitzen?... ****!“ Die Tür hatte sich hinter den beiden Wachen bereits geschlossen und Antwort kam keine mehr. Was auch immer sich gerade abgespielt hatte musste gross genug sein um die Gesamte Situation drastisch zu beeinflussen. Ein leichter Ruck ging durch das Schiff, die bereits wieder eingekehrte Ruhe verriet das lauter werden des surrenden Antriebes deutlich. Auch wenn sie wusste, dass es sich wohlmöglich nur um eine Aufnahme handelte, betrachtete sie die Aufnahme des Weltalls auf dem Display. „Verdammt, was läuft hier für ne Scheisse ab?“
 
„Wie sieht es aus?“ „Verlassen gleich den ÜLG-Bereich, wir müssten gleich Sensorkontakt haben…“ Die Stimme der Zuständigen für Sensorik und Aufklärung, einer Frau höheren Alters, klang bereits etwas müde aber immer noch voller Selbstsicherheit. In ihrem Sessel etwas abseits des Hauptfensters der Brücke sitzend tippte sie fleissig auf den Monitoren herum. Ausserhalb des Schiffes flackerten bunte Lichtschwaden sich auf dem Schild und dem Masseneffektfeld entladender Teilchen wild und unregelmässig auf. Das zuckende Lichtspektakel vor seinen Augen interessierte Andrei nicht, er hatte es bereits so oft gesehen das es jegliche Magie verloren hatte, ganz anders als bei seinem ersten ÜLG-Sprung war sein Blick auf das Ziel fixiert das sich noch irgendwo in der Ferne befand. Sunsetbay wurde laut des Berichtes des unhöflichen N7 Soldaten belagert… nein überrannt, so hatte der Soldat es beschrieben. Auf die Nachfrage bei seinem Komm-Experten war ihm erklärt worden dass keine Verbindung nach Sunsebay aufgebaut werden konnte, weder militärisch noch zivil. Das es manchmal Piraten oder Schmuggler gab die mutig genug waren eine ganze Kolonie anzugreifen stimmte zwar aber noch nicht einmal eine gut organisierte Söldnerarmee wie die Blue Suns hätten es geschafft eine ganze Kolonie einfach so komplett zu isolieren. Die Situation stand nach seinen Schilderungen sehr schlecht doch die Art des offensichtlich noch jungen Soldaten hatte ihn zu tiefst verärgert. Es entsprach genau dem was in den Vorurteilen über N7 gesagt wurde, „Ein Haufen vorlauter, grossmäuliger, Gorillas deren verstand nicht weiter reicht als sie einen Menschen werfen können“ wie einer seiner Kollegen es mal so passend formuliert hatte. Wieso wusste er nicht genau aber er hatte den “Frontschweinen“ schon immer eine Abneigung gegenüber empfunden. Es brauchte auch diese Art von Soldat um einen Krieg zu gewinnen und dies war Andrei ach klar aber die direkte Zusammenarbeit mied er wann immer möglich. Das mit dem Fall der N7 Basis ein aus militärischer Sicht wichtiger Punkt verloren ging war ihm ebenfalls bewusst aber der Forderung des Soldaten konnte er unmöglich nachkommen. Es stand vollkommen ausser Frage das er dieses Monster das in den Tiefen des Rumpfes seines Kreuzers eingeschlossen war freilassen würde. Eher würde er selbst kämpfen. Was sie angerichtet hatte war mehr als Beweis genug sie wegzusperren. „Sensorkonakt…“ die nächsten Worte kamen nur gehaucht. „Grosser Gott“ nach dem sie die Daten auf ihre Richtigkeit überprüft hatte wandte sie ihren Kopf in Richtung des zentralen Sessels. „Captain, ich kriege gerade die Daten rein…“ Der Lichtervorhang um die SSV Linz erlosch mit einem mal und der nüchtern eingerichtete Kommandoraum wurde von orangerotem Licht geflutet. Da im All Richtungen wie oben und unten keine Bedeutung hatten stand der Kreuzer mit dem Bug dem Stern zugewandt in der Leere des Vakuums ehe der Antrieb auf Normalleistung überging. „Allmächtiger… die Daten waren korrekt…“ Der Planet war bereits ziemlich nahe, der Sprung knapp angesetzt gewesen. Was auch immer den Planeten angriff müsste schon sehr gross sein um es im Zweikampf mit einem vollbewaffneten Kreuzer aufnehmen zu können. Die Sensoren hätten ein Schiff dieser Grösse bereits erfassen müssen bevor sie auf Kontaktnähe waren. Das Risiko in einen Hinterhalt zu geraten war daher gering. Wie die Sensoren bereits mitgeteilt hatten war der Orbit in dieser Hemisphäre frei von grossen Schiffen. Was jedoch jeden auf der Brücke zum erstarren brachte war der Anblick des riesigen Monstrums das in der Kolonie eine Schneise der Verwüstung hinterliess. Mittels Optischem Zoom war auf dem Hauptmonitor der Ausschnitt des Planeten auf dem sich der Hauptteil der Kolonie befand stark vergrössert dargestellt. „Was zu Hölle ist das?“ Frage der Waffenoffizier sichtlich geschockt. Die Vierbeinige Metallene Kreatur die zwischen den Strassen und Häusern alles niederwalzte das ihr in die Quere kam drehte sich einem grossen Gebäude zu das in einiger Entfernung zu ihr stand. Ein Feuriger Rubinroter Strahl schoss aus dem Körper des Läufers und liess, geschwenkt über die Fensterfront, Feuerbälle aus jedem Raum den er berührte schiessen. „Er hat die Wahrheit gesagt… erschüttert durch die Tatsache das die Aussage einer Invasion tatsächlich stimmte lies er sich wieder in seien Sessel sacken nach dem er beim Anblick der Zerstörung aufgestanden war. „Verdammt…“ „Sir, wie sollen wir vorgehen?“ „Wir können das Ding nicht beschiessen, solange es mitten in der Kolonie steht, das wäre Wahnsinn, ein einziger Fehlschuss könnte einen ganzen Häuserblock einäschern…“ Die Hand des Captains verkrampfte sich, ungewollt krallte er sich an der Armlehne seines Kommandosessels fest. „Holen sie mir noch einmal diesen Eric an den Hörer, und machen sie sofort die Basis ausfindig aus der er Kontakt aufgenommen hat. „Lentman, sofort alle Waffensysteme hochfahren, ich will jedes Geschütz in zwei Minuten Feuerbereit, Schildenergie auf Maximum, wenn dieser Bastard uns angreifen will sprengen wir ihn zu Hölle und zurück…“
 
Die Luft im inneren der Garage war derart mit Rauch und verdampftem Kühlmittel durchsetzt das die Sicht kaum mehr quer durch den Raum reichte. Der Gestank von Schweiss Blut und verbranntem Fleisch machte das Atmen zu einer Qual und lies einen ständigen Kampf mit dem Magen aufkommen der seinen Inhalt loswerden wollte. „Scheisse, irgendwie hätte ich mir das Frühstück anders vorgestellt.“ Die Vorlaute Stimme gehörte Adrian, der Scharfschütze lehnte an einer Barrikade und grinste Eric entgegen. Ein einer Hand hielt er ein Gewehr in der anderen einen Riegel wie in den Notfallrationen der Allianz vertreten war. Neben seiner Position lag bereits eine beträchtliche Anzahl verbrauchter Thermomagazine. „Was beschwerst du dich denn eigentlich? Bis wir haben bis vor kurzem doch nicht einmal gedacht dass wir es bis jetzt schaffen könnten.“ Seit sie vor kurzem jäh aus dem Schlaf gerissen worden waren war die Hölle los, unter plötzlichem Beschuss hatten sie gerade noch genug Zeit gehabt sich ihre Rüstungen und Waffen zu schnappen ehe die Wachen überrannt wurden und der Stützpunkt gestürmt wurde. Die Verluste mussten vernichtend sein, die Kommunikation zwischen den einzelnen Widerstandsnestern die sich auf den ganzen Stützpunkt verteilt eingegraben hatten funktonierte spärlich, doch es herrschte noch immer Chaos und von Besserung konnte keine Rede sein. Noch immer waren sie alle auf ihren Positionen festgenagelt. „Wie siehts denn eigentlich mit Unterstützung aus? Kommt da jetzt was?“ „Ein Kreuzer ist unterwegs aber ich würd mich nicht drauf verlassen das die wen schicken, deren Captain ist ein hochnäsiger Vollidiot.“ „Warum was hat er denn gesagt?“ Die Blicke aller die das Gespräch zwischen Eric und Adrian mitgehört hatten starrten nun ersteren an. Zu einer Antwort genötigt warf er einen nachdenklichen Blick in die Runde. „Er schien gar nicht erfreut von meiner Anfrage und hat darauf beharrt das er keine Truppen an Bord habe…. bis ich im Hintergrund Jenni gehört habe… das Schwein hat die gesamte BDF an Bord gehabt und wegen eines Inhaftierungsbefehls will er sich quer stellen.“ Eisernes Schweigen machte die Runde, keiner der Anwesenden schien zu wissen was es auf diese Aussage zu antworten galt. „Ich weiss ja nicht was sie verbockt haben aber ich kenne Jenni, sie würde uns hier nicht sitzen lassen wenn sie die Gelegenheit hätte uns zu helfen.
 
 
Ich lasse euch hier auch nur ungern wieder sitzen aber leider habe ich keine andere Wahl. Wünsche euch noch ne gute Woche und einen Schönen Abend
 
Freundliche Grüsse Elite


#640
jjhghd

jjhghd
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Endlich wieder ein Kapitel. Und anscheinend beginnt jetzt was Großes. Ich freu mich schon auf das nächste Kapitel :)



#641
Zerydal

Zerydal
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Und es is immer noch nicht zu Ende meine Augen oh diese Heresy^^. Naja viel glück noch dabei.



#642
elitedefender2

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Hi Leute
Nach einer Rekordverdächtigen Wartephase habe ich es endlich zustande gekriegt das Kapitel abzuschliessen.
Doch noch fast wichtiger, zumindest für mich, ich hab die beiden Projektarbeiten abgeschlossen und somit wieder mehr zeit zum tippen, jey. 
Für euch von sofern interessant das ich hoffentlich wieder öfter was rausbringen kann.
 
An dieser Stelle bleibt mir dann auch nicht mehr viel zu tun ausser euch viel Spass beim lesen zu wünschen.
 
Kapitel 52
 
 
Der Raum war erfüllt von unangenehmen und beklemmenden Gefühlen. Nachdem ihr Verhör abrupt beendet worden war, hatte sie ihre Zeit damit verbracht unruhig in ihrer Zelle auf und ab zu gehen. Immer wieder liess sie sich auf die Liege fallen  und verfluchte sich innerlich, dass sie ihn nicht zur Rede gestellt hatte. Auch wenn es nichts gebracht hätte, so hätte sie wenigstens versuchen können etwas zu unternehmen. „****!“ Innerlich schrie sie förmlich auf. Auch wenn sie noch nicht lange in dieser Zelle sass, bekam sie nun zu spüren was sie so sehr unterschätzt hatte, das Gefühl der Hilflosigkeit. Wenn sie ihre Wahrnehmung nicht getäuscht hatte, waren sie einmal auf ÜLG und wieder zurück gewechselt, doch das war bloss eine Vermutung. Wieder ballte sie die Hand zur Faust, wohlwissend, dass sie es gleich bereuen würde, versuchte sie ihre Biotik zu aktivieren. Bereits weit bevor der Stromstoss-ähnliche Impuls aus ihrem Gehirn die Rezeptoren in ihrem Körper erreichte, an denen jenes Element angedockt war, welches ihre biotischen Kräfte entfesseln würde, verwandelte das Gerät an ihrem Nacken den Impuls in einen stechenden Schmerz. Reflexartig griff sie nach dem Ursprungsort des brennenden Stiches. Die kühle glatte Oberfläche fühlte sich unglaublich deplatziert an. Ihre seidige warme Haut gab die ihr vertraute Wärme ab, während der „Fremdkörper“ sich wie ein Parasit an ihr festklammerte. Vorsichtig liess sie ihre Fingerspitzen über ihren Nacken streichen. Einhergehend mit einem tiefen Seufzen drängte sich ihr die Frage auf, wie lange es bereits her war, dass jemand anderes sie berührt hatte. Sie kannte ihre eigenen Berührungen ebenso wie die ihrer Rüstung oder die des Wassers unter der Dusche, natürlich und so alltäglich, dass sie sich ihrer gar nicht mehr bewusst war. Doch was sich im Zentrum ihrer Gedanken befand, war das zärtliche, neckische Kitzeln jener blauen Finger, welche ihr das erste mal die Welt solcher Empfindungen gezeigt hatten. Seitdem Angriff auf Sunsetbay hatten sie kaum noch gesprochen, geschweige denn Zärtlichkeiten ausgetauscht. Ohne sich um die Unpassenheit dieses Gedankens zu kümmern, warf ihr ihr Verstand eine weitere Frage vor die Füsse. Sofort verdrängte sie jegliche Gedanken daran, dieses Manko nachzuholen. Nicht nur dass sie wahrscheinlich überwacht wurde und jederzeit Besuch empfangen konnte, war jetzt auch ein ganz schlechter Zeitpunkt. Ungläubig schüttelte sie den Kopf, wie konnte ihr Inneres sie ausgerechnet jetzt mit solchen Dingen konfrontieren? Auch diese Gedankengänge brach sie jedoch rasch wieder ab, in ihr herrschte im Moment ein ziemliches Chaos und ihr waren bereits so viele fehlgeleitete Gedanken zu jegweglichen, teils extremst unpassenden Themen durch den Kopf geschossen, dass sie sich gar nicht weiter darum kümmerte. Gellende Sirenen und eine an der Decke aufblinkende rote Alarmleuchte rissen sie aus der Welt in ihrem Kopf und schleuderten sie brutal in die Realität zurück. Trotz der Stabilisatoren war deutlich zu spüren, dass der Kreuzer seinen Kurs abrupt änderte. Die gellenden Sirenen, die von den Gängen her leise zu hören waren, versprachen nichts Gutes. Sie mussten in Gefechtshandlungen verwickelt sein, ansonsten würden keine solchen Maßnahmen getroffen werden. Ein weiterer Gedanke schlich sich ein. Wenn ihr Schiff in einen Kampf geriet und dabei zerstört würde, was würde mit ihr geschehen? Würde man sie ebenfalls evakuieren oder im Bericht einfach als “Beim Angriff gefallen“ deklarieren? Genau das war es was ihr bei jedem Einsatz eine Gänsehaut  verpasste. Solange sie auf festem Boden stand, würde sie kämpfend sterben. Wer auch immer sie besiegen wollte, musste sich ihr stellen und sie würde alles tun können was in ihrer Macht stand um zu überleben. Doch wenn sie hier draussen in der endlosen Weite des Alls angegriffen wurde, musste sie sich auf die Technik verlassen, die sie vor dem gnadenlosen Vakuum und der Kälte schützten. Hier waren es nicht ihre Limits, welche die Grenzen definierten, hier würde die Arbeit anderer darüber entscheiden ob sie überlebte oder nicht. Mit einem Ruck richtete sie sich von der Liege auf, wenn noch eine Wache vor ihrer Tür stand, würde sie vielleicht in Erfahrung bringen können was gerade geschah. Die Schritte, langsam und schwer, durchquerte Jenni die Zelle. Bei der Tür angelangt hielt sie einen Moment inne, um den Geräuschen des Schiffes zu lauschen. Die Berührung der Metallenen Wand an ihrem Ohr fühlte sich kalt an, genau wie alles in diesem Raum. Stille war alles was sie vernehmen konnte. Der Antrieb schwieg, offensichtlich standen sie im Moment still. Enttäuscht darüber nichts gehört zu haben was ihr als Hinweis hätte dienen können, trat sie einen Schritt zurück klopfte mit der Faust gegen die Tür. Die Schläge klangen dumpf und schwach. Als auch nach einigen Sekunden keine Antwort kam, hämmerte sie erneut gegen die Tür. In ihrem Inneren flackerten Bilder auf, auf denen sie ignoriert wurde, auf denen sich die Wachen einen Spass daraus machten sie zu beobachten und zuzusehen wie sie versuchte herauszufinden was geschah. Wut, ein allzu vertrautes Gefühl, begann sich in ihr auszubreiten. Sie wusste, dass sie sich ihre jetzige Lage selbst zuzuschreiben hatte und doch begann ihr Blut wieder zu kochen. Wohlwissend, dass jetzt auszurasten sie nur noch mehr in Schwierigkeiten bringen würde, unterdrückte sie den Drang ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. Der Blick der jungen Biotikerin wechselte von der Zellentür vor ihr zu ihrer geballten Faust, ihr rechter Arm war angespannt. Ein leises zischen kündigte Besuch an.
 
Die Befragung durch einen der Soldaten hatte nicht besonders viel ergeben, weder hatte sie ihm Informationen entlocken können, noch war nun klar was aus ihr werden würde. Arsilia war gemeinsam mit den anderen Asari der BDF in eine Zelle gepfercht worden, die offensichtlich nicht für mehr als eine Person ausgelegt war. Ihre anderen Kameraden waren spurlos verschwunden, ein Punkt der sie nervös machte. Während Shalera und Sarjka auf der Bettkante sassen und sich leise unterhielten, war sie vor der Tür auf und ab gegangen. In der letzten halben Stunde hatte sich nichts ereignet und da es unwahrscheinlich war noch einmal Besuch zu bekommen, liess sich Arsilia schliesslich auch mit einem Seufzen nieder. Kiara, die in einer Ecke der Zelle sass, sich mit dem Rücken an eine der kalten Stahlwände lehnte und bisher nur Löcher in die Luft gestarrt hatte, warf nun einen flüchtigen Blick zu ihrer Kameradin. Arsilia hatte sich nicht ohne Grund neben sie gesetzt. Solange der Angriff auf Cerberus noch geplant wurde und sie vorsichtig sein mussten, hatte sie es nicht bemerkt, aber ihre Kameradin hatte sich verändert. Kiara hatte immer ein frohes Gemüt besessen, ausserdem war sie die Stimme der Vernunft, die Jenni von Natur aus nicht zu besitzen schien, gewesen. Doch seit dem Angriff hatte sie kein Wort gesprochen, wenn sie nicht gefragt worden war. Selbst die Fragen ihrer Kameraden hatte sie nur Wortkarg beantwortet, was eigentlich nicht zu ihr passte. Arsilia wusste, dass sie mit Jenni aneinander geraten war, was in ihr Unbehagen auslöste. Auch wenn es nun bereits viel zu spät war, fühlte sie sich verantwortlich für den Streit zwischen den beiden. Als die junge Asari den Blick ihrer Kameradin bemerkte, verkrampfte sich etwas in ihrem Inneren und plötzlich hatte sie einen Kloss im Hals. Erst nachdem sie einmal tief durchgeatmet hatte schaffte sie es ihre Lippen, die zusammengeklebt schienen voneinander zu lösen. „Alles ok?“ Auch wenn die Worte die sie gewählt hatte ihr extrem unpassend vorkamen, wollte sie dennoch versuchen mit ihrer Kameradin zu reden. „Ja ich…“ Die Antwort hatte einige Zeit auf sich warten lassen und klang auch nur wenig überzeugend. „Hör mal Kiara, ich… ich will nicht dass du Jenni für etwas die Schuld gibst, was sie nicht angefangen hat. Ich kann verstehen, dass du sauer bist und das ist auch dein gutes Recht, aber wenn, dann sollte es auch die richtigen treffen. Ich war es, die mit der ganzen Aktion angefangen hat, ich hab Jenni da mitreingezogen, wenn du also jemanden dafür hassen willst, dann sollte es eher mich treffen.“ Nachdem sie ihre Kameradin einen Moment lang verwundert angesehen hatte, zeichnete sich ein leichtes Lächeln auf ihrem Lippen ab. Auch wenn Kiara den Blick abwandte und wieder in die Ferne blickte, konnte Arsilia erkennen, dass das Lächeln aufgesetzt war, tief in ihrem Herzen schmerzte sie der Gedanke an Jenni anscheinend doch sehr. „Habt ihr das abgesprochen oder hast du einfach ein schlechtes Gewissen?“ Die Worte klangen weder überheblich noch zurechtweisend, die Stimme ihrer Kameradin war leise und wehmütig ,doch traf sie Arsilia hart. „Wer das ganze angefangen hat oder nicht spielt letztendlich doch gar keine Rolle, Jenni hat sich für diesen Weg entschieden und wir kennen sie beide gut genug um sagen zu können, dass sie ihn auch bis zum Ende gehen wird, oder denkst du dass sie kneifen würde?“ „Nein, aber wenn es etwas gäbe wofür sie all ihre Ziele aufgeben würde, dann wäre das weder Ehre noch unsere Einheit…“ Ohne jede Vorwarnung öffnete sich die Tür und ein Soldat in voller Rüstung trat, die Avenger in den Händen haltend, einen Schritt in den Raum. Nachdem er seinen Blick einmal hatte durch den Raum wandern liess, nickte er Arsilia zu. „Du, mitkommen“ Ziemlich verdutzt erhob sich die Asari und trat einen Schritt auf den Soldaten zu, ehe sie sich noch einmal zu Kiara umdrehte und mit freundschaftlichem Lächeln ihren Satz zu Ende brachte. „…Denk mal drüber nach.“
 
Die Gänge des Kreuzers waren belebt, Personal eilte durch die beengten Flure und immer wieder unterbrachen gerüstete Soldaten die gleich wirkenden Reihen der Crew. In der Mitte zweier Soldaten in voller Rüstung inklusive Helm wurde sie zu einem Aufzug geführt der sie rasch auf die oberen Ebenen des Kreuzers brachte. Noch im Ungewissen wohin sie gebracht werden würde, folgte sie den schnellen Schritten des Soldaten vor ihr. In ihrem Kopf überschlugen sich Szenarien die nun eintreten könnten. Sollte ihr vielleicht nun der Prozess gemacht werden? Offiziell war sie die Anführerin der BDF… was wenn Jenni sie verraten hätte? Würde sie vielleicht tatsächlich soweit gehen sie ans Messer zu liefern ,um damit ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen? Sofort schüttelte sie diese Gedanken ab, es war ihr schlicht nicht möglich so etwas zu glauben und sie fühlte sich ihrer Kameradin gegenüber schlecht so etwas auch nur in Betracht gezogen zu haben. Eine von zwei weiteren Soldaten bewachte Tür öffnete sich vor ihr und gab den Blick auf die Brücke frei. Diese war grösser als Arsilia es erwartet hatte, beidseitig des Raumes sassen mehrere Leute in bequem aussehenden Sesseln und tippten emsig auf Ihren Holomonitoren herum. An der Spitze des Raumes befanden sich die beiden Piloten, von welchen jedoch nichts zu erkennen war. Mittig auf einer leicht erhöhten Position befand sich der Sessel des Captains. Dieser sass, ihr den Rücken zugewandt da und betrachtete die Anzeigen auf seinen Monitoren. Trotz der eingeschalteten Beleuchtung wirkte der Raum irgendwie düster. Der vordere der beiden Soldaten signalisierte ihr vorzutreten und stellte sich anschliessend zu seinem Kameraden hinter sie. In dem Moment in dem sie hatte fragen wollen weshalb  sie hergebracht worden war, drehte sich Andrei Onekrov auch schon zu ihr um. Das Gesicht des Mannes war geprägt von Anspannung und Unruhe. „Ah, wie ich sehe haben sie es geschafft… ich hoffe sie verzeihen mir die plötzlich Störung, aber die Situation erfordert es dass wir schnell handeln…“ meinte er in hämischem Ton. Nachdem einen Moment lang keiner der beiden etwas gesagt hatte, erhob sich der Captain und trat ein paar Schritte auf die junge Asari zu. „Aber wo bleiben meine Manieren, sie wissen ja gar nicht wer ich bin… Mein Name ist Andrei Onekrov und sie müssen dann wohl die Anführerin der Biotic Drop Force sein. Arsilia nicht wahr?“ Die Freundlichkeit mit welcher der Captain zu ihr sprach war so deutlich aufgesetzt das es sie aufregte. Er hatte sie in Zellen gesperrt, was erhoffte er sich nun davon nett zu sein? „Ja, Sir“, erwiderte sie, sich zur Höflichkeit zwingend. „Nun, wir hatten einen etwas unglücklichen Start, aber vielleicht haben wir ja noch eine Chance das ein wenig zu ändern. Ich komme gleich zur Sache, euer Verhalten und eure Taten wiegen ziemlich schwer, aber ich habe mich auf Grund der neuen Umstände dafür entschieden, dass ich dir noch eine Gelegenheit geben kann diese Schmach zu schmälern.“ Ein ganz schlechtes Gefühl überkam die junge Asari. Mit Skeptischem Blick hielt sie dem hinterhältigen Grinsen des Captains entgegen. „Wie darf ich das verstehen?“ „Ich mach ihnen ein Angebot. Ich geben ihnen eine Möglichkeit.“ Nachdem sie ausser einem fragenden Blick nichts entgegnet hatte, führte er sein Vorhaben aus. „Ich kann dir die Chance geben deinen Namen rein zu waschen und noch einmal mit deiner Einheit auszurücken...“ „Und dann?“, konterte die Asari misstrauischer denn je. „Wenn ihr den Einsatz abschliesst, werde ich dich und einige deiner Einheit bei eurem Prozess entlasten können.“ „Einige?“, stiess sie ungläubig aus. „Du kannst dir sicher vorstellen, dass die Allianz nicht einfach so über den Vorfall hinwegsehen kann. Fakt ist, das Ganze wird an die Öffentlichkeit kommen und dann werden wir einen Sündenbock brauchen. Es wäre nicht nur für die Allianz schlecht, wenn das erste Speziesübergreifende Militärprogramm in einer Katastrophe enden würde, das würde ein schlechtes Licht auf die gesamte Menschheit werfen, es wäre also für uns beide von Vorteil, wenn wir das vermeiden könnten…“ Als er den finsteren Blick der Asari bemerkte, beendete er seine Umschreibungen abrupt. „Um auf den Punkt zu kommen… Wenn wir uns hier einig werden können, wirst du gegen diejenigen aussagen deren Namen auf der schwarzen Liste stehen, im Gegenzug wird veranlasst werden, dass der Rest von euch mit einer Unehrenhaften Entlassung und vielleicht ein paar Jahren auf Bewährung durchkommt.“ Im ersten Moment unfähig zu glauben was sie gerade hörte, verkrampfte sich ihr Magen und sie konnte spüren wie in ihr die Galle hochkam. „Sie wollen also, dass ich meine Kameraden verrate um meinen eigene Haut zu retten?!“, platzte es aus ihr heraus. Sie musste sich zusammenreissen das sie ihn nicht anschrie. „Sie haben nie Seite an Seite mit anderen gekämpft, oder?“ Tiefe Verachtung sprach aus der Stimme der Asari. „Mal angenommen ich würde auf ihr Angebot eingehen, haben sie eine Ahnung wie ich meinen Kameraden je wieder in die Augen sehen könnte? Haben sie nicht selbst gesagt, dass ich die Anführerin dieser Einheit bin? Ist es denn nicht die Aufgabe einer Anführerin für das Wohl ihrer Einheit zu sorgen, auch wenn das mein Leben kosten würde?“ Das finstere Lächeln, dass bis zu ihrer Widerrede sein Gesicht geziert hatte, wich nun einem ernsten Ausdruck. „Du weigerst dich also? Na ja, ich kann dich nicht dazu zwingen, aber vielleicht stimmt dich das hier ja um.“ Mit einer Handbewegung betätigte er mittels seines UWs eine Konsole vor seinem Sessel. Die Fenster des Cockpits, auf welchen bisher nur eine Aufnahme der endlosen Weiten des Weltalls gezeigt worden waren, gaben nun, nach dem Erlöschen selbiger, den Blick auf die in Flammen stehende Kolonie frei. Mit offen stehendem Mund und vor Schreck geweiteten Pupillen starrte Arsilia einige Sekunden lang auf die ihr gezeigten Bilder, ehe sie sich wieder fangen konnte. „Ist das nicht euer zu Hause das da unten brennt? Ich kann dir eine Chance geben es zu retten, das einzige was du…“ „Nein! Sunsetbay hat aufgehört mein Zuhause zu sein, als meine gesamte Familie dort abgeschlachtet wurde. Dieser Ort trägt nur noch schmerzhafte Erinnerungen in sich! Im Moment ist die einzige Familie die ich habe die, die unten in den Zellen dieses Kreuzers sitzt… Aber dort unten sind viele meiner Freunde, die ihr zu Hause in dieser Kolonie sehen. Sie brauchen uns um was auch immer Sunsetbay angreift zu bekämpfen, nicht wahr? Und wenn ich die Situation so betrachte, müssen die Umstände bereits ziemlich verzweifelt sein, ansonsten würden sie uns nicht einfach so “frei lassen“, nicht wahr?“ Die letzten Worte flötete sie mit einem Zuckersüssen, triumphierenden Lächeln im Gesicht. Wohlwissend, dass Andrei sie wahrscheinlich bereits nur Zähneknirschend hatte herbringen lassen, würde sie ihm nicht einfach so in die Hand spielen. „Selbst wenn ich bereit wäre mitzumachen, werden sie doch die “richtige“ Anführerin der BDF brauchen, wenn sie die BDF dazu bewegen wollen gegen einen unbekannten Feind in den Krieg zu ziehen.“ „Was meinst du damit?“ Obwohl er genau wusste worauf sie anspielte, hoffte er doch dass sie nicht den Namen aussprechen würde, den er befürchtete. „Ich bin zwar offiziell die Anführerin der BDF, aber den Posten habe ich nur wegen eines Zwischenfalles bekommen. Ich habe bisher erst bei einer Operation die Führung übernommen und selbst die war unter der Verantwortung einer erfahreneren Einheit. Sie werden jeden meiner Kameraden fragen können, die wahre Anführerin der BDF ist und bleibt…“
 
„Jennifer Parker!“ Der Soldat der direkt vor ihr gestanden hatte als die Tür zur Seite geglitten war starrte sie entsetzt an. Sofort sprang er erschrocken zurück und riss seine Avenger hoch und richtete sie auf die junge Frau vor sich. Selbst verdutzt dreinblickend verharrte sie wie versteinert für einen Moment in ihrer Pose, ehe sie realisierte was gerade geschah. Sofort entspannte sie sich und liess ihren Arm sinken. Ein zweiter Soldat drängte sich neben seinen Kameraden, auch er hielt eine Waffe in den Händen, seine jedoch nicht im Anschlag. „Ganz ruhig, du wirst uns jetzt begleiten, verstanden?“ Seine Stimme klang erstaunlich ruhig, vielleicht hatte er die Aufnahme der Internen Kamera gesehen und wusste dass sie nie die Absicht gehabt hatte sie anzugreifen, oder hatte es gar nicht mitbekommen. „Klar… sorry, war keine Absicht.“ Die letzten Worte waren an den Soldaten direkt vor ihr gewandt. Dieser senkte, mit noch immer angespanntem Gesichtsausdruck langsam die Waffe und trat zur Seite, um sie vorneweg gehen zu lassen. Antwort erhielt sie keine, genauso wie ihr keiner der Beiden beantworten wollte wo sie hingebracht wurde oder weshalb man sie geholt hatte. Wortlos zogen sie eilig durch die Gänge des Schiffes. Erst als Jenni die grossen Türen, die zum Hangar führten wiedererkannte, überkam sie eine Ahnung, vielleicht waren sie in der Nähe einer Basis oder eines anderen Schiffes und sie würde nun verladen werden. Ihre Gedanken wie es weitergehen würde und was mit ihren Kameraden geschehen würde, wurden jedoch einfach weggewischt, als sich die Tore in den Hangar öffneten. Ungläubig blieb die junge Biotikerin stehen. Ihre Verstand musste ihr ganz offensichtlich einen Streich spielen wollen.
 
„Na los, zieh dich an, wäre doch schlecht wenn die Anführerin als einzige den Flug verpassen würde.“ Die Stimme gehörte Joshua, der sie breit angrinste. Jenni öffnete den Mund, brachte jedoch keine Worte heraus. „Na Los, das war kein Scherz, mach dich fertig, ihr fliegt gleich“ bekräftigte einer der beiden Soldaten die sie hergebracht hatten. Noch immer verdutzt betrat die junge Biotikerin den Hangar, nur darauf wartend dass sich ihr der Haken der Sache offenbarte. All ihre Kameraden standen, bereits in voller Gefechtsmontur oder waren noch mit dem Anlegen selbiger beschäftigt, in dem Raum. Die Blicke die sie empfingen waren heiter, in manchen spiegelte sich jedoch noch Reste einer Unsicherheit, wie ihre Kameraden sie nun bei ihr beobachten konnten. „Hier.“ Wieder war es Joshua der sie ansprach, auf seinen Händen trug er den Sensoranzug den Jenni bei ihrem letzten Einsatz getragen hatte. „Zwar noch nicht gewaschen, aber mit n wenig Raumspray fast wie neu… falls du Schwierigkeiten beim anziehen hast, kann ich dir gerne zur Hand gehen…“ Der neckische Ton ihres Kameraden hatte sie zwar bemerkt, doch ihre normalerweise genauso freche Antwort blieb aus, da sie immer noch damit beschäftigt war ihre Verwirrung zu überwinden. Etwas zögerlich nahm sie den engen, neoprenähnlichen Anzug entgegen, ehe sie sich kurz umblickte. Nebst der BDF war ähnlich wie bei ihrem Eintreffen eine beachtliche Anzahl Sicherheitspersonal anwesend. Ihre Shuttles waren ebenfalls noch in dem Hangar, jedoch zum Abflug vorbereitet. Langsam wieder zu ihrer alten Selbstsicherheit zurückfindend, fragte die Rothaarige, nachdem ihr Blick seine Runde abgeschlossen hatte. „Ich bin mir sicher, dass die meisten hier Anwesenden dafür wären, aber ich würde es vorziehen mich nicht vor allen umziehen zu müssen.“ „Das wird auch nicht nötig sein, du kannst dich hier in dem Shuttle umziehen, aber mach vorwärts, da unten sind Soldaten die eure Hilfe brauchen können!“ Eine Soldatin in Uniform war gerade aus einem der Shuttles getreten, sie wirkte robust gebaut und hatte eine kräftige autoritäre Stimme. Das Abzeichen auf ihrer Uniform verriet, dass sie einen Unteroffiziersrang bekleidete. Sofort war Jennis Aufmerksamkeit bei der Soldatin „Was? Wo?“ „Auf Sunsetbay, hat man dir das nicht gesagt, ihr werdet zu eurem Heimatstützpunkt geschickt.“ Ohne weiter zu zögern schnappte sich die Anführerin der BDF den Sensoranzug und trat eilig zu dem Shuttle hin. „Jemand soll ihr beim anziehen helfen…“ Noch ehe der Unteroffizier ihren Befehl weiter ausführen konnte, schaltete sich Arsilia ein. „Kiara, komm mit, wir haben keine Zeit zu verlieren.“
 
Mit flüssigen Bewegungen streifte die junge Biotikerin ihre orangefarbenen Kleidung genauso wie ihre Unterwäsche ab. Wie jedes Mal würde sich das Anziehen des Sensoranzuges auch diesmal als keine leichte Übung erweisen, doch durch die beiden Asari die ihr zur Seite standen, würde es diesmal sicher schneller gehen. Schnell musste Jenni jedoch bemerken, dass diesmal etwas anders war. Nicht nur dass ihr Blick immer wieder zu den Fingern von Kiara abglitten, welche über ihre Haut und den Sensoranzug strichen um Falten in Zweiterem zu vermeiden. Auch wenn die beiden bis auf ihre Handschuhe komplett in Panzerung gehüllt waren, schienen die Konturen immer noch feminin. Es kostete sie einiges an Beherrschung sich nichts anmerken zu lassen. Doch was wesentlich deutlicher auffiel, leider im negativen Sinne, war die Tatsache die Joshua bereits erwähnt hatte. Da die Sensoranzüge nicht gereinigt worden waren, klebte das synthetische Material förmlich an ihr. Ein widerwärtiges Gefühl, als wäre das Innere des Anzugs aus mit einem dünnen, schmierigen, öligen Film überzogen, bedeckte bald schon ihre ganze Haut. Arsilia lächelte die ganze Zeit verschmitzt, während Kiara ihrem Blick auswich. Doch selbst wenn die junge Asari Blickkontakt zu vermeiden versuchte, konnte Jenni erkennen, dass sie erleichtert war. Ob das an ihrer Freilassung oder an ihrer Wiedervereinigung lag, konnte sie jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Kaum hatte sie den Sensoranzug an, trat sie vor die einzelnen Teile ihrer schweren Panzerung. Wenigsten diese waren gereinigt worden, wenn auch nur aus Kontaminationstechnischen Gründen. Auch wenn es ihr schwachsinnig vorkam, überkamen sie fast schon nostalgische Gefühle beim Anblick ihrer Rüstung. Es kam ihr vor, als wäre es ewig her, seit sie das letzte mal darin gestanden hätte und erst jetzt machte, als sie sie vor sich liegen sah, sich ein komisches Gefühl der Unvollständigkeit bemerkbar. Vorsichtig strich sie mit den Fingerspitzen über ihre Brustpanzerung, als hätte sie Angst sie würde sich wie eine Illusion wieder in Rauch auflösen. „Du weisst aber noch wie man sie anzieht oder?“, kam es neckisch von Arsilia. Diese hatte die Geste ihrer Kameradin beobachtet und konnte sich nun ein breites Grinsen nicht verkneifen. Als Antwort erhielt sie ein Nicken. Eilig machten sich ihre beiden Kameradinnen daran ihr ein Rüstungsteil nach dem anderen anzulegen, da dies der schnellste Weg war. Mit dem leisen klicken der Einrastenden schweren Handschuhe war die Panzerung grösstenteils komplett zusammengebaut und ihre Trägerin aktivierte den internen E-Zero Kern mittels ihres inzwischen wieder ihr überreichten UWs. Nachdem sie einen Moment verharrt hatte, setzte sie einen Schritt nach vorne. Das gewohnte und vermisste Gefühl einer Enge, welche sie umschloss und doch nicht gegenwärtig schien. Das offensichtlich fehlende Gewicht das auf ihr lasten sollte  kehrte wieder zurück und ersetzte das unangenehme klebrige Gefühl des Sensoranzug. Kiara war bereits nach draussen getreten und die Unteroffizierin, welche sie überwacht hatte, trat ebenfalls auf die Tür zu. Gerade als Arsilia an Jenni vorbeitreten wollte, stoppte diese sie mit einer unauffälligen Geste. Da sie noch nicht alleine waren, konnte Jenni nicht sprechen und warf ihrer Kameradin daher einen fragenden Blick zu, schliesslich wusste sie noch immer nicht genau wie es zu dieser ganzen Situation gekommen war. Arsilia sah ihr für einen Moment lang in die Augen, ehe sie flüchtig in Richtung der Tür nickte. Auch wenn kein Wort gefallen war, wusste Jenni, dass ihre Kameradin verstanden hatte und ihre Fragen beantworten würde, sobald sie die Gelegenheit dazu hatte. Als sie das Shuttle verliess, waren alle Augen auf sie gerichtet. Nun wieder im Freien und damit im Sichtfeld der Wachen, trat die Unteroffizierin hinter sie „Den Kopf nach vorne beugen“, befahl sie in kaltem Ton. Jenni konnte an dem orangen Leuchten erkennen, dass sie mit ihrem UW etwas hinter ihrem Kopf machte. Ein heisser Schmerz ,einem Stich mit einer grossen Nadel gleich, raste durch ihren Körper als der Biotikhemmer deaktiviert und von ihrem Nacken entfernt wurde. Ein kalter Schauer gefolgt von einer vertrauten Wärme rannen ihren Rücken hinunter. Mit einem Ruck ging ihr Ganzer Körper in lodernden blauen Flammen auf. Jenni liess ihre Augen zufallen während die Flammen wieder erloschen, sehr zur Erleichterung der Wachen, welche auf ihr Manöver sehr angespannt reagiert hatten. An einer ihrer Hände flammte ein biotisches Feld auf, welches einen Augenblick später über ihren Körper zu ihrer anderen Hand schoss. Prüfend betrachtete sie ihre Hand, während sie ihre Finger bewegte, als wolle sie testen ob ihre Biotik auch keinen Schaden genommen hatte und immer noch funktionierte. Als sie ein paar Sekunden später auch dieses Feld zusammenbrechen liess und den Blick wieder auf ihre Kameraden richtete, wandelte sich der ernste Eindruck ihres Gesichtes zu jenem verschmitzten Lächeln, welches ihre Freunde von ihr kannten. Aus dem Komm-Systemen des Kreuzers meldete sich eine vertraute Stimme. „Dropforce, ihr werdet auf diese Mission geschickt ,weil es sich um einen Notfall handelt, es wäre Leichtsinn zu glauben das euch eure Verbrechen deshalb vergessen würden. Wenn das hier vorbei ist werdet ihr euch vor einem Militärgericht für eure Taten verantworten müssen. Versucht erst gar nicht zu fliehen, im Moment gibt es kein Schiff in diesem System welches der Linz entkommen könnte, verstanden?!“ „Ja Sir!“
 
Da sie zwischenzeitlich keine Möglichkeit gehabt hatten ihre Ausrüstung anzupassen, zogen sie mit der selben Bewaffnung los, wie sie angekommen waren. Munition sowie Granaten hatten sie neue erhalten. Nur zu gut konnte sie sich vorstellen, wie die Zuständigen der Rüstkammer jedes Thermomagazin und jede Granate zähneknirschend ausgegeben hatten, schliesslich bewaffneten sie damit jene Soldaten, die bis vor kurzem als ihre Gefangenen gegolten hatten. Ein Blick auf das Holodisplay verriet ihr, dass von dem Kreuzer nur noch eine kleine Silhouette war, welche nach und nach durch die Atmosphäre von Sunsetbay verdeckt wurde. Ein seltsames Gefühl der Erleichterung überkam sie, als der letzte verschwommene Umriss des Allianzschiffes ausser Sicht geriet. Mit dem verfliegen ihrer Besorgnis wurde jedoch Platz für neue Gefühle frei, welche sich ihr aufdrängen konnten. Nach all der Aufregung und dem plötzlichen Start hatte sie nun zum ersten Mal einen Moment Zeit um sich bewusst zu werden, was gerade alles geschah. Die erste Frage die sich ihr unwillkürlich aufdrängte war die was in Sunsetbay passierte. Der Blick aus dem Hangar hatte nichts verraten und aus einem ihr unerklärlichen Grund hatte sie ein flaues Gefühl im Magen ihre Kameraden danach zu fragen. Den Piloten konnte sie auch nicht fragen ,da dieser zu Andreis Leuten gehörte und sich im Cockpit eingeschlossen hatte. Instinktiv rief sie ihre Erinnerungen an ihr Verhör noch einmal auf. Erics Name war gefallen und ob es die Geth waren, kam ebenfalls zur Sprache. Ihr Blick sprang zu Arsilia, welche vor sich auf den Boden starrte. Erst als Jenni ihr UW aktivierte, warf die Asari einen flüchtigen Blick in ihre Richtung. Diesen Moment musste Jenni nutzen. Ihre Blicke trafen sich nur für einen Moment, doch es reichte um Arsilia daran zu erinnern was sie Jenni nonverbal versprochen hatte. Es dauerte einen Moment bis Jenni das Zeichen von Arsilia verstand, es war eine so kleine beiläufige Geste dass nur ein aufmerksamer Beobachter sie als Zeichen erkennen konnte. Die Asari tippte mit ihrem Zeigefinger auf den Helm, den sie seit einiger Zeit in den Händen hielt. Nachdem sie ihren Blick einmal zu ihrem Helm hatte zucken lassen, erkannte sie das Lächeln der Asari, welches ihr bestätigte, dass sie richtig verstanden hatte. Mit beiden Händen machte sie sich daran ihre Haare so zurecht zu legen, dass sie ihren Helm aufsetzen konnte. Auch wenn ihr die Blicke ihrer Kameraden nicht entgingen, liess sie sich nichts anmerken. Kaum damit fertig die feurigen Strähnen richtig zu platzieren, setzte sie ihren Helm auf. Einen Augenblick später blinkten die Meldungen auf, dass ihre Rüstung in vollem Rahmen einsatzbereit war. Ein Blick durch ihr Visier zeigte ihr, dass die Asari es ihr gleich getan hatte. „Arsilia, was läuft hier eigentlich?“ „Wir haben nicht viel Zeit, also gebe ich dir die Kurzfassung. Onekrov hat mich zu sich auf die Brücke beordert und mir angeboten mich aus der Affäre ziehen zu können, wenn ich dafür dich und einige andere verraten hätte. Der Rest der Einheit weiss nichts von all dem, ich hab dem Scheisskerl klar gemacht, dass keiner von uns seine Kameraden verkauft. Ich habe den anderen gesagt, dass wir es dir zu verdanken haben, dass wir nicht mehr in einer Zelle sitzen…“ „Was?! Wieso?!“,wurde sie abrupt von Jenni unterbrochen. Das Lächeln der Asari schien sich schon fast hörbar auf ihre Stimme zu übertragen. „Hast du nicht dasselbe gemacht, als es um die Schuld für den Angriff ging?“ Wohlwissend, dass ihre Kameradin gleich protestieren würde nahm sie ihr die Möglichkeit dazu gleich vorneweg. „Jenni, die Drop Force ist heute nur hier, weil wir deren letzte Hoffnung sind! Die BDF braucht eine Anführerin und die bin ich nicht! Du kannst dich jetzt nicht einfach aus irgendwelchen egoistischen Gründen verstecken, mit der Ausrede dass du gefangen warst als es geschah! Sunsetbay wird gerade überrannt und was ich gesehen habe, da fürchte ich dass Reeston recht hatte… das hier könnten die Reaper sein.“ Ausser dem leisen Atmen ihrer Kameradin konnte Arsilia nichts hören. „Hast du Bilder? Aufnahmen? Irgendwas?“ Die Stimme der jungen Frau zitterte, wenn auch kam wahrnehmbar. „Nein, aber ich bin mir ziemlich sicher, oder hast du schon mal nen riesigen Metalltintenfisch gesehen, der sich durch unser Zuhause walzt?“ „Drei Minuten, macht euch bereit, ihr werdet direkt ins Kampfgebiet abspringen. Feindstärke unbekannt, es ist nicht auszuschliessen dass sie euch bereits erwarten.“ Die Unterbrechung des Piloten riss die beiden aus ihrem Schweigen, sehr zu Arsilias Erleichterung, das Schweigen ihrer Kameradin hatte sie an den Rand der Verzweiflung gebracht. So sehr sie sich auch angestrengt hatte, war ihr nichts eingefallen dass sie hätte sagen können, um die Sorgen ihrer Kameradin zu zerstreuen. Gerade in einem so kritischen Moment brauchte die BDF eine Anführerin, die Stärke und Sicherheit ausstrahlte, damit die Soldaten ihre angeschlagene Moral wieder aufbauen konnten, doch ausgerechnet jetzt schien diese zu wanken. „Also springen wir blindlings in die Hölle. Gegen einen Feind über den wir nichts wissen ,an einem Ort an dem wir vielleicht bereits erwartet werden. Toll, auch ne Möglichkeit uns loszuwerden…“ Die Antwort auf die Aussage kam von Deni. Als hätten seine Worte ihre Sicht geklärt wurde ihr plötzlich klar, was ihr bisher nicht aufgefallen war. Bisher hatten sie immer gesprochen oder sogar rumgealbert, selbst bei ihren bisherigen echten Einsätzen, doch diesmal schwiegen alle. Die Stimmung war am Boden, obwohl ihre Freilassung ihrer aller Gemüter eigentlich froh stimmen sollte. „Vielleicht solltest du ein paar Worte an deine Kameraden richten“, kam es von Arsilia die sich anscheinend genau dasselbe gedacht hatte. „Schliesslich sind sie alle deinetwegen hier“, fügte die Asari halblaut an. Nachdem sie einen Moment gezögert hatte, setzte sie ihren Helm ab und stand auf. Die Schwermütigkeit, welche sie alle runterzuziehen schien zu überwinden kostete schon fast körperliche Kraft. „Alle mal herhören, wir werden gleich abspringen… doch bevor es soweit ist, möchte ich mich bei euch allen entschuldigen. Es war mir nicht möglich euch die Wahl zu ermöglichen, ob ihr mir weiter folgen wollt oder nicht. Es ist meine Schuld, dass wir festgenommen wurden, und ich kann es niemandem verübeln der die Schnauze voll hat von mir, und dennoch seid ihr jetzt alle hier…“ „Wären wir nicht, wenn wir das nicht wollten.“ Selaks Stimme drang aus dem Innenlautsprecher des Shuttles, da der Turianer sich an Bord eines anderen Shuttles befand. „Jeder von uns hätte sich weigern können dir zu folgen, oder etwa nicht?“ „Mag ja sein, dass du uns hinter Gitter gebracht hast, aber du hast uns auch wieder rausgeholt.“ Die zweite Stimme kam ebenfalls über Funk rein, Jenni ordnete sie jedoch Alex zu. „Ja aber wohin?“, fragte Ivana zynisch. „In die Hölle, genau wie Deni es gesagt hat. An den Ort für den wir ausgebildet wurden. Ich erinnere mich noch gut an den ersten Tag unter N7, als uns Reeston und die anderen durch die Hölle geschickt haben. Ich habe damals nur daran geglaubt, dass mir das mal was helfen wird, weil ich an irgendwas glauben musste, aber heute weiss ich, dass ich nicht ohne Grund hier stehe. Jeder von euch, ich eingeschlossen, hätte hundert Mal die Möglichkeit gehabt aufzugeben, aber wir haben es nicht getan… und warum nicht? Weil wir uns selbst dafür entschieden haben, dass wir heute hier stehen wollen. Jeder von uns hat gewusst was uns erwarten würde, wenn wir diesen Pfad weitergehen. Wir wurden trainiert um zu kämpfen, doch entschlossen es zu tun haben wir uns bereits weit vorher. Wenn kämpfen und töten das einzige sein sollte, zu dem ich gut bin, dann ist die Hölle der Ort, an den ich hingehöre und dann komme ich schon bald nach Hause. Wenn es stimmt, dass es die Reaper sind die uns angreifen, dann dürfen wir weder Krieg noch Hölle fürchten, wenn wir bestehen wollen. Ich kann von niemandem verlangen mir weiterhin zu folgen, mir zu vergeben, doch wenn ihr mir noch vertrauen könnt und euch, wenn ihr die Wahl hättet, auch beim zweiten Mal dafür entscheiden würdet der BDF beizutreten, dann seid ihr heute hier, weil ihr hier hergehört und nicht weil ich oder irgendjemand anderes euch hierhergeführt hat. Sobald ihr also diese Shuttles verlasst, seid ihr keine Gefangenen mehr, weder von der Allianz noch von euch selbst. Wenn es Momente gibt, in denen wir wirklich frei sind ist das hier einer davon, also lasst uns tun wofür wir den ganzen Weg gegangen sind… geben wir ihnen den Krieg, nach dem sie gerufen haben!“
 
 
Wie immer hoffe ich das es euch gefallen hat, in jedem Fall freue ich mich über feedback und wünsch euch eine (diesmal hoffentlich nicht so lange) gute Zeit bis zum nächsten Kapitel
Grüsse Elite


#643
jjhghd

jjhghd
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Endlich ist die Warterei zuende. Naja, immerhin lohnt es sich hierrauf zu warten :)



#644
elitedefender2

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Nach einer schon fast obszön langen Wartezeit habe ich nun wieder ein Kapitel Fertig.
WICHTIG:
Das soll keine Anschuldigung sein!
Einer der Gründe weshalb es bis zum erscheinen des Kapitels so lange gedauert hat ist ein Problem beim Korrigieren. 
Dank der Arbeit eines Freundes musstet ihr das noch nicht in dem Ausmasse erfahren aber wenns um Rechtschreibung geht bin ich nicht grad ne helle Leuchte.... eher ein geknicktes Zündhölzchen in nem feuchten Keller... >.<
Jedenfalls musste das Kapitel von jemand anderem überprüft werden( Herzlichen dank noch einmal an den Betreffenden!)
 
Die Zeit habe ich jedoch nicht einfach verstreichen lassen. Nebst einer Woche Ferien in der ich weg war habe ich mich immer mal wieder rangesetzt und was geschrieben weshalb das nächste (Nr. 54) schon fast fertig ist.
 
Aber genug gelabert wenn ihr schon so lange warten musstet dann sollt ihr auch kriegen worauf ihr gewartet habt.
 
 
Kapitel 53
 
Das vereinzelte Feuer, das von draussen gedämpft zu ihnen drang, nahmen sie bereits nur noch unbewusst wahr. Keiner von ihnen hatte sich darum bemüht herauszufinden, wie lange sie sich bereits in ihrer provisorischen Stellung dem Unausweichlichen widersetzten. Die Angriffe waren seltener, jedoch ungleich heftiger geworden. Eric zwang sich dazu, einen Blick auf sein UW zu werfen. Seit dem ersten angegriffen der seltsamen Kreaturen war knapp eine Stunde vergangen. Während sie in den ersten Minuten noch panisch den Rückzug angetreten hatten und nur unorganisiert hatten Widerstand leisten können, hatte sich das ganze nun zu einem Grabenkrieg entwickelt, einen den sie nicht gewinnen konnten. Der Feind konnte noch riesige Reserven haben und sie würden es gar nicht bemerken. Nach aussen hin waren sie blind und es verwunderte ihn, dass der Feind noch nicht auf die Idee gekommen war, das ganze Gebäude zu sprengen. Ihm war jedoch aufgefallen, dass sich die Feinde nicht sonderlich intelligent anstellten. Ähnlich einer primitiven KI versuchten sie ihre Feinde einfach zu überrennen, ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn ihre Taktik nicht aufging versuchten sie es wenig später auf ähnliche Weise wieder. So primitiv dieses Vorgehen auch war, ernüchternder Weise würde es schon bald Wirkung zeigen. Die Munition die ihnen noch blieb war begrenzt und die Zahl der Verletzten stieg auch stetig weiter an. Ihre Widersacher waren zweifellos schlechte Schützen, aber auch ihnen gelangen Glückstreffer. Ohne Rüstungen und Schilde waren sie Zielscheiben dazu kam noch, dass die Waffen der Feinde wesentlich weiterentwickelt waren als ihre Strategie vermuten lies. Seine Augen durchsuchten einmal mehr den Raum, die beiden geparkten Fahrzeuge waren nicht einsatzbereit und ihnen fehlten die Teile, um sie in Gang zu kriegen, also dienten sie ihnen als Lager für die Verletzten, da sie am ehesten Schutz boten vor Splittern und Querschlägern. „Eric! Wir brauchen echt dringend einen Plan!“ Durch die Stimme seines Kameraden aus seiner Konzentration gerissen, schnellte Eric Kopf herum. Der Soldat der ihn angesprochen hatte kniete hinter einer der Barrikaden aus Werkbänken und Gerümpel das zu vor selbigen aufgeschichtet worden war. Mit einem Handzeichen lies er seinen Anführer wissen, dass sie über nicht einmal mehr ein dutzend Thermomagazine verfügten. Mit säuerlichem Gesichtsausdruck nahm er den Hinweis entgegen und bewegte sich in geduckter Haltung zu dem ersten geparkten Mako. Im Moment herrschte gerade trügerische Ruhe, doch das würde sicherlich nicht lange so bleiben. Doch die Stille hatte auch ihre Schattenseite. Während der Kämpfe hatte er sich zu sehr auf das Geschehen um ihn herum konzentrierten müssen, als dass er die Verletzten gehört hätte. Das gequälte Stöhnen und die Schreie waren im Kampfeslärm untergegangen. Bereits beim Öffnen der Luke in den Innenraum drängte ihm der Gestank von Blut und versengtem Fleisch entgegen. Eine der schlimmsten Eigenschaften der Waffen ihrer Feinde waren die Verbrennungen welche sie zufügten. Eric hatte eine standardmässige Erste-Hilfe Ausbildung durchlaufen, doch sein Wissen reichte nicht, um die genaue Art der Projektile zu bestimmen, fest stand nur, dass ein Treffer unglaublich schmerzhafte Verletzungen hinterliess. Der Anblick, der sich ihm im Inneren des Transporters bot, war grauenhaft. Einige seiner Kameraden, die er seit Jahren kannte, lagen sich windend vor ihm auf den Sitzbänken oder dem Boden. In mitten der Verletzten kniete ein blutverschmierter junger Mann, der mit schweissbedeckter Stirn hektisch dabei war zwischen seinen Kameraden hin und her zu huschen. Er wandte sich nach nicht einmal zwei Sekunden bereits wieder von ihm ab, begann aber dennoch zu sprechen. „Scheisse, wir haben zu wenig Bandagen und Medigel, sag jemandem er soll mir irgendwas bringen um die Wunden abzubinden, sonst verblutet Eddi…“ „Schätze die Frage wie's hier steht erübrigt sich“ Sam, der Sanitäter, ein wahrer Berg von einem Mann, richtete sich auf so gut er konnte und deutete Eric an, ein paar Schritte zurück zu gehen. Sofort, nachdem sie beide etwas von den Verwundeten weggetreten waren, trat der dunkelhäutige Hüne bis auf Flüsterdistanz an ihn heran. „Eric, ich weiss wie beschissen die Lage ist, aber wenn wir nicht bald medizinische Versorgung organisieren können, dann werden mehr als die Hälfte unserer Freunde hier draufgehen und das innerhalb der nächsten 30 Minuten.“ Auch wenn es ihn Kraft kostete den Blick seines Kameraden standzuhalten erwiderte er: „Ich weiss, aber wir kommen hier nicht raus, uns geht die Munition aus und ich weiss nicht, wie ich meine Leute noch motivieren soll, nicht einfach die Waffen zu strecken. Glaubst du ich würde wirklich hier rumsitzen wenn ich eine andere Option hätte?“ Das plötzliche Husten eines Verletzten, der neben ihnen an der Wand lehnte, veranlasste Sam dazu Eric stehen zu lassen und sich wieder seiner Arbeit zuzuwenden. Auf seinem Weg nach draussen passierte Eric einen Verletzten, der bei Bewusstsein war. Der junge Mann atmete schwach, aber als er den Blick seines Vorgesetzten erwiderte, zwang er sich zu einem schwachen Lächeln. „Lass mir ein paar von denen übrig, ich will mich hierfür revanchieren.“ Der Soldat deutete auf seine Seite, welche mit einem Blutigen Stofftuch umwickelt war. „Keine Sorge Kumpel, du bekommst deine Rache noch, du musst nur durchhalten“ Eric klopfte ihm zu den Worten leicht auf die Schultern, ehe er den Mako wieder verliess. Die Gesichter der Männer um ihn herum wirkten emotionslos und doch wusste er, dass jeden von ihnen die selben Fragen bedrückten wie ihn. „Wie siehts aus?“ „Schlecht, wir müssen dringend an Medizin und Munition kommen, sonst sind wir am Arsch!“ Eric hatte nicht darauf geachtet, wer gefragt hatte, da er innerlich gerade einen Kampf austrug. Die Entscheidung, die er nun treffen würde, entschied darüber ob sie überleben würden oder nicht. Schliesslich rang er sich zu einer Entscheidung durch. „Gib mir die Hälfte der Munition, ich brauche zwei Freiwillige, die mit mir kommen…“ „Was hast du vor“ Dan, der bisher hinter der Deckung gekauert und den Eingang bewacht hatte, sah ihn mit besorgter Mine an. „Wir müssen einen Vorstoss wagen…wir gehen zu dritt raus und versuchen uns bis zum Arsenal durchzuschlagen. Wenn wir es schaffen ziehen wir das Feuer von dort aus auf uns und versuchen eine Bresche zu öffnen damit wir euch Zeit verschaffen uns zu folgen. Sobald die Lage gesichert ist, schaffen wir die Verletzen rüber in den unterirdischen Teil, dort sind sie besser geschützt. Dann können wir uns der Rückeroberung der Basis widmen.“ „Und was wenn ihr bei dem Versuch draufgeht?“ hakte Dan nach. „Unsere Munition reicht sowieso nicht um diese Angriffe noch lange abzuwehren, wenn wir nichts tun, gehen wir alle drauf, das würde den Prozess lediglich noch etwas beschleunigen.“ Dans Blick wanderte zwischen ihnen auf den Boden, während er sich den Schweiss von der Stirn wischte. Es war leicht zu erkennen, dass er genau wusste wie riskant die Sache war. „Ich versteh deine Entscheidung, aber haben wir keine andere Option? Was ist aus der Unterstützung geworden die du angefordert hast?“ „Wir haben sie kein zweites mal dran gekriegt, wahrscheinlich ist unser Sender endgültig abgekackt nach dem ersten Funkkontackt.“ 
 
„Sichtkontakt, dreissig Sekunden!“ Die Stimme des Pilot drang metallen klingend aus dem Lautsprechern des Transportraums während die Signallampe im Frachtraum von rot auf grün sprang. „Bereit machen!“ Mittels der Holokonsolen öffnete Jenni die Tür des Shuttles, woraufhin ihr sofort ein peitschender Wind entgegenschlug und an ihrer Rüstung zu zerren begann. Der Himmel draussen war schwarz, es herrschte noch immer tiefste Nacht auf dieser Seite des Planeten. Ausser den anderen Shuttles, welche ihnen in Keilformation an ihren beiden Flanken folgten, war nichts zu erkennen. Ihre Augen hatten sich an das Licht im Inneren des Shuttles gewöhnt und würden einen Moment brauchen um sich wieder umzustellen. Die Türen der anderen Shuttles öffneten sich ebenfalls und gaben die Sicht auf ihre Kameraden frei, welche sich in deren Innerem absprungbereit machten. Die Shuttles drosselten ihre Geschwindigkeit um den Absprung zu ermöglichen. Sich an einem Griff neben der in die finstere, durch den tobenden Wind brüllende Nacht hinausführende Öffnung festhaltend versuchte Jenni einen Blick auf die Basis vor ihr zu erhaschen. Die Baumwipfel versperrten ihr jedoch die Sicht, da ihr Anflug nur ganz knapp über dem Blätterdach des Waldes verlief. Für einen Moment schloss sie die Augen, um sich zu konzentrieren. Ihr Herzschlag war schnell, das leichte Pochen in ihrer Brust schien viel zu laut. Durch ihre geschlossenen Augenlider schien ein rotes Licht hindurch, als würde ihr jemand ins Gesicht leuchten. Noch ehe sie ihre Augenlider aufreissen konnte, spürte sie den Einschlag. Flammend und funkensprühend zerplatzte das Projektil an der Innenseite der geöffneten Luke, einen halben Meter vor ihrem Gesicht. Einem Pfeilhagel gleich schossen ihnen eine ganze Wolke rubinroter, kometenhafter Projektile entgegen. Sofort heulten Sirenen auf und ein gewaltiger Ruck ging durch das Shuttle, welches unter der plötzlichen Belastung ächzte. Aus Angst davor, der Griff neben der offenen Luke ihr Gewicht nicht zu halten vermochte, klammerte sie sich an die erstbeste greifbare Kante des Innenraums. „Massiver Feindbeschuss! Die schiessen uns ab, ich muss abdrehen!“ „NEIN!“ Im Inneren des Passagierraums herrschte Chaos, der abrupte Richtungswechsel hatte die Biotiker aus dem Gleichgewicht gebracht, taumelnd nach halt suchend brauchten die anderen einen Moment um sich zu fangen. „Wenn wir nicht sofort reingehen, haben sie Zeit sich zu verschanzen. Wenn da noch irgendjemand von uns am Leben ist, müssen wir direkt rein und das Überraschungsmoment ausnutzen! Wir haben nur diese eine Chance!“ Eilig setzte sie ihre Maske auf. Gleich der Brandung an der Küste eines stürmischen Ozeans trommelte der Beschuss gegen die anfliegenden Shuttles, und je langsamer sie wurden desto energischer und schriller heulte der Alarm auf. „Scheisse, dann macht was draus!“ „Absprung!“ Jenni konnte ihr eigenes Wort gerade noch so hören ehe ihre Stimme im Getöse unterging. Eine Explosion lies die Hülle des Shuttles erzittern. Dröhnend erlag eines der Triebwerke dem Beschuss und verabschiedete sich in einem kleinen Feuerball, der über die Unterseite schrammte und ihnen eine feurigen Schweif verpasste. Es ging alles viel zu schnell, als dass sie sich noch hätte über die Situation informieren können, bevor sie sich bereits im freien Fall befand. Ausser der Anzeige, dass alle ihre Kameraden noch lebten, hatte sie keine Übersicht mehr. Wenn die Piloten die Formation aufgelöst hatten oder gar abgedreht hatten würde der Absprung in einer Katastrophe enden. 
 
Urplötzlich war draussen die Hölle losgebrochen. Ohrenbetäubendes Getöse erzeugt von dutzenden, feuernden Waffen und den brüllenden Triebwerken sich nähernder Shuttles lies seine Ohren Schmerzen. Dem finalen Trommelschlag nach einem Crescendo gleich lies ein Tiefer Bassschlag plötzlich jedes andere Geräusch scheinbar verstummen. Etwas in seinem Verstand regte sich, auch wenn ihm in diesem Moment nicht einfiel was sein Gedächtnis ihm mitzuteilen versuchte. Gedrängt von einem ihm unerklärlichen Verlangen lehnte er sich an die Mauer neben dem Eingang des Arsenals. Vorsichtig schob er sich näher an die von Einschlägen verwüstete Öffnung, welche einst einen Türrahmen dargestellt hatte. Ein kalter Wind schoss ihm entgegen und seine Pupillen weiteten sich, als er erkannte was knapp ein dutzend Meter vor ihm Geschah. Durch einen Adrenalinschub, wie er später annahm, lief für ihn die Zeit einen Moment lang verlangsamt ab. Sein Körper vermochte nicht mit seiner Auffassungsgabe mitzuhalten. Wenn in der Hölle Regen fiel, dann würde er genau so aussen, dessen war Eric sich sicher. Riesige, bläulich schimmernde, aus lodernder Energie bestehende Tropfen Schlugen auf dem Boden auf. Es war nicht das erste mal, dass er dieses Schauspiel beobachten konnte, doch noch nie hatte er es von so nahe gesehen oder unter ähnlichen Umständen. In diesem Moment konnte er sich nichts vorstellen, das sich mit der Schönheit dieses Anblicks messen konnte. Die Tropfenförmige Sphäre die vor ihm auf dem Boden aufschlug wurde durch einen Impuls aus ihrem Inneren zerrissen. Einer sich entfaltenden Lotusblüte gleich schienen sich Fetzen der Sphäre abzuschälen, ehe das Gebilde seine Integrität komplett verlor und detonierte. Eine Gewaltige Schockwelle, entfesselt vom Zentrum des Einschlages, schleuderte ihm Steinsplitter und Dreck entgegen. Dutzende weitere Einschläge liessen den Boden erzittern während er blinzelnd versuchte seine Sicht zu klären. Nach dem die biotische Energie, welche sie zuvor verdeckt hatte freigesetzt worden war, wurde die Silhouette eines schwer gepanzerten Soldaten sichtbar. „Jenni…“ Sein Mund verkündete leise was sein Geist längst realisiert hatte. Die Mitglieder der Dropforce waren die einzigen Soldaten in der gesamten Galaxie, die eine solche Landetechnik benutzten. Der Soldat der sich vor ihm befand hatte zu männliche Konturen, als dass es sich um Jenni handeln konnte, die Anwesenheit eines ihrer Kameraden legte jedoch nahe, dass sie sich auch in der Nähe befand. Nach dem Aufschlag noch einen Augenblick in der typischen Landepose nach einer Nova-Landung verharrend, stiess der stämmige Kämpfer sich plötzlich mit scheinbar übermenschlicher Kraft vom Boden ab. Umschlossen von einem ihn nach vorne katapultierenden biotischen Feld schoss er aus Erics Blickfeld. „Was zur….“ „Die Dropforce ist hier, Jenni hatts geschafft!“ unterbrach Eric seinen Kameraden. 
Es war alles wie eine zu schnell laufende Diashow an ihr vorbeigezogen, ohne dass sie hatte sagen können was ihr Körper tun soll. Dieser hatte auf eigene Faust gehandelt und sie aus dem Shuttle befördert, wo er scheinbar urplötzlich seine Meinung änderte und ihr das Steuer überliess. Nach dem ihr Magen und ihre Gedärme gefühlt ihren Hals hoch gekrochen waren, umschloss sie ihr blauer Schleier aus Energie. Erst während des Fallens bemerkte Jenni, wie schnell und flach sie reinkamen. Die Basis welche ihr seit Monaten schon praktisch zum Zuhause geworden war, raste ihr entgegen und liess sie beten in keines der Gebäude zu krachen. Sekundenbruchteile später trafen ihre Füsse auf Widerstand. Trotz des harten Aufschlages konnte sie spüren, dass ihre Sohlen über den Boden rutschten. Wie sie es sich angewöhnt hatte griff sie sofort nach der Landung nach ihrer Schrotflinte und stiess sich bereits während dessen ab. Reeston hatte ihnen beigebracht, dass sie nach der Landung sofort die Stellung wechseln mussten, denn auch wenn es nur Sekunden waren, so konnte der Feind vorausberechnen an welcher Stelle man ungefähr landen würde und diese unter Feuer nehmen. Ein biotischer Sturmangriff war hierfür die perfekte Wahl. Nicht nur half er die Barriere wieder aufzubauen, welche bei der Landung zur Detonation gebracht wurde, sondern konnte die Position des Feindes sofort erreicht werden, was jeglichen organisierten Widerstand schlicht unmöglich machte. Einmal in den gegnerischen Reihen angelangt konnten sie ihr ganzes Zerstörungspotential freisetzen und ihre Biotiken wüten lassen. So hatten sie es gelernt und so würden sie es auch umsetzen. Die donnernden Aufschläge vor und neben ihr erleichterten sie, sie war zumindest schon nicht mehr alleine. Eine Kreatur, gehend wie ein Mensch aber mit schrecklich aufgedunsenem Oberkörper stand ein paar dutzend Meter vor ihr. Was auch immer es sein mochte, menschlich konnte es auf keinen Fall sein, zumindest nicht mehr. Ohne weitere Gedanken daran zu verschwenden, was es wohl sein mochte das da vor ihr stand oder was es einmal gewesen war, setzte sie zum Sturmangriff an. Vom Effekt der Massenverschiebung nach vorne katapultiert spannte sie ihre Muskeln als Vorbereitung auf den Aufprall an. Wie eine vor ihr hergeschobene Dampfwalze erfasste das biotische Feld, welches sie umgab den Feind und schleuderte diesen kraftvoll zurück. Der Aufprall war härter als Jenni erwartet hatte, ihr Gegenüber musste ziemlich massig sein. Ihre Schulterplatte war auf etwas Hartes getroffen, ein dumpfer Schmerz breitete sich in der rechten Seite ihres Oberkörpers aus. Der klumpenhafte Körper der Kreatur rutschte über den rauen, von kleinen Trümmerteilchen gesäumten Boden, wobei das aufgedunsene Fleisch aufplatzte und teils gleich fetzenweise liegen blieb. Eine zähe, fast teerartige Masse verschmiert zu einen dunklen Spur trat langsam aus den Wunden aus. Erstaunt und entsetzt zugleich über den Anblick, der sich ihr bot, beobachtet sie das Geschehen einen Moment. Es war das erste Mal, dass sie die Kreatur etwas genauer erkennen konnte. Um sie herum herrschte derweilen heilloses Chaos unter den Invasoren. Dutzende gleicher und ähnlicher Kreaturen wuselten umher und vergingen im Kreuzfeuer aus biotischen Attacken und Projektilen. Sehr zu ihrer Verwunderung begann sich ihr Kontrahent, kaum war er zum Stillstand gekommen, bereits wieder aufzurappeln. Den Treffer, den er hatte einstecken müssen, hätte jeden Menschen mit Sicherheit ausgeknockt und ihm Brüche, sowie innere Verletzungen zugefügt. Unter Tiranas Ausbildung hatten sie gelernt, dass ein korrekt ausgeführter Sturmangriff denselben Effekt auf einen Gegner haben konnte wie ein Zusammenstoss mit einem Personentransporter mit fünfzig Km/h. Ohne Schild half da auch Panzerung kaum. „Biotiken sind die Streithämmer der Moderne“ so hatte die Asariausbilderin es einmal ausgedrückt, da sie genau wie ihre Mittelalterlichen Vergleiche die Rüstung nicht zu durchschlagen brauchten, um zu töten. Doch offensichtlich war das Wesen vor ihr umfangreich modifiziert worden, Kybernetik, blau leuchtende Implantate und metallene Komponenten ragten aus der blassen, abgestorben wirkenden Haut, welche nur erschreckend wenig vom Körper der Kreatur bedeckte. Aufgrund ihrer ungleich verteilten Körpermasse, kämpfte die Kreatur mit Schwierigkeiten sich wieder aufzurichten, und taumelte. Die Strafe des Schlachtfeldes für ihre Unaufmerksamkeit ereilte Jenni sofort. Brüllend sprang ihr eine Gestalt, deren Oberfläche ihrem ersten Gegner glich, entgegen. Diese Abscheulichkeit war jedoch von drahtiger Gestalt und sah einem unterernährten, ausgemergelten Menschen gespenstisch ähnlich. Um auszuweichen war es bereits zu spät, dennoch wollte Jenni nicht rein auf ihre Barriere vertrauen müssen. Mit einem Ruck wirbelte sie herum um den Schlag mit ihrer Waffe zu blockieren. Wie sie sogleich feststellen musste, hatte ihr Körper allen Grund gehabt so auf den Angriff zu reagieren. Der Schlag der eher schwächlich wirkenden Kreatur kam dem eines Hammers gleich. Ein unangenehmes Knirschen drang aus ihrer Wraith, welche ihren Händen beinahe entrissen worden wäre. Als wäre sie von irgendeinem Wahnsinn befallen, schrie die Kreatur sie an und holte sofort zum nächsten Schlag aus. Auch wenn die magere Gestalt vor ihr stärker war, als man es ihr auf den ersten Blick zugetraut hätte, so mangelte es ihr dafür an Geschwindigkeit. In dem sie einen Schritt zur Seite machte und sich abdrehte gelang es Jenni den Lauf ihrer Schrotflinte auf ihren Gegner zu richten. Aus nächster Nähe feuerte sie ihre Waffe ab. Die grosskalibrigen Schrapnelle der M-11 zerfetzten den Hals und das Genick der noch immer schreienden Kreatur. Während die blutigen Stücke noch auf den Boden herabregneten, klappte der dünne Körper des Wesens bereits zusammen. Mit einem dumpfen poltern schlug etwas verzögert der abgetrennte Kopf auf dem Boden auf. Erleichtert den plötzlich aufgetauchten Feind niedergerungen zu haben, ereilte sie auch schon der nächste Angriff. Die selben rubinroten Geschosse, welche sie bereits beim Anflug empfangen hatten, schossen an ihr vorbei. Insgesamt drei Geschosse, von denen das letzte auf ihrer Barriere zerplatzte, wurden auf sie abgefeuert. Die zuvor von ihr zu Boden geschickte Kreatur hatte sich inzwischen aufgerappelt und das Feuer auf sie eröffnet. Da Jenni auf Anhieb keine Waffe bei ihr hatte entdecken können, war sie dem leichtsinnigen Glauben verfallen dieser Feind sei aus der Distanz keine Bedrohung. Zu ihrem Entsetzen musste sie nun feststellen, dass der eine Arm des Wesens durch einen grotesken Mechanischen “Greifer“ ersetzt worden war. In der Mitte von dessen drei Finger befand sich ein Lauf aus dem die todbringenden Geschosse abgefeuert wurden, welche sie gerade nur knapp verfehlt hatten. Der Drill, den sie alle durchlaufen hatten zeigte nun Wirkung. Noch ehe sie dazu kam einen Schritt zu planen, reagierte ihr Körper bereits. Instinktiv ging sie in die Hocke und feuerte. Da sie aus der Hüfte feuerte trafen nicht alle der Schrotkugeln ihr Ziel. Jene die trafen, frassen sich in das Weiche Fleisch der Kreatur und liessen sie nach hinten stolpern, was Jenni genug Zeit verschaffte. Da ihre Wraith nur zwei Schuss fasste, war sie in dem Moment nutzlos geworden. Ein Blauer Schleier verdichtete sich um die Hand der Anführerin der BDF, diesmal würde sie ihren Gegner nicht unterschätzen. Begleitet von einem angestrengten, wütenden Schrei schleuderte sie ihrem Feind ein Wurffeld entgegen. Die unscheinbare, biotische Sphäre schleuderte bei ihrem Auftreffen auf die Brust der Kreatur selbige mit solcher Wucht gegen die Wand hinter ihr, dass die aufgeblähten Fleischbeulen an ihrem Rücken aufplatzten und ihr zähes Schwarzes Blut auf den Beton verspritzt wurde. Ein ersticktes Grunzen war alles was Jenni von ihrem Feind noch vernahm, ehe dieser mit dem Gesicht nach unten auf den harten Grund aufschlug und reglos liegen blieb. Ein Gedanke, eine Warnung ihres Unterbewusstseins lies sie aufmerksam werden. Etwas stimmte nicht. Das Grunzen, das sie gerade gehört hatte war nicht laut genug um den normalen Lärmpegel in einem umkämpften Gebiet zu übertönen. Ganz offensichtlich fehlte der Lärm, ausser vereinzelten Schüssen war nichts mehr zu hören. Dieses Phänomen hatte sie bereits dutzende Male geschildert gekriegt. Jeder N7 Soldat der bereits an echten Einsätzen mit Kampfhandlungen teilgenommen hatte, berichtet das selbe wenn man nachfragte. Manche nannten es die “Fünf Minuten Stille“, bezogen auf die ersten fünf Minuten nach dem ein erbitterter Kampf zu Ende gegangen war. Der Organismus derer die überlebt hatten war in den fünf Minuten noch immer voll auf Kampf programmiert, weshalb die Wahrnehmung auf Hochtouren lief und einem das Fehlen von bestimmten Geräuschen besonders auffiel während unwichtige Hintergrundgeräusche einfach ausgeblendet wurde. Gleichzeitig war man darauf bedacht sich selbst nicht bemerkbar zu machen und sich möglichst geräuschlos zu bewegen oder sogar in Position zu verharren. Aus diesem Grund erschienen die Schlachtfelder in den ersten fünf Minuten, nachdem der letzte Schuss gefallen war direkt gespenstisch ruhig. Sofort begann sie sich umzublicken. Eine Bewegung in ihrem Augenwinkel lies sie herumschnellen. Eine Kameradin, Ivana, wie der eingeblendete Namen ihr verriet, war von einem der korpulenten Wesen angefallen worden. Die junge Scharfschützin war in der Nähe des Einganges  zum Hauptgebäude gelandet, aus selbigem, so vermutete die Rothaarige, war die Kreatur herangestürmt und hatte sie angefallen. Den abnorm grossen Kiefer weit aufgerissen versuchte sie ihre Kameradin zu verschlingen, doch verging ihr der Appetit ziemlich schnell. Nachdem sie den ersten Schrecken überwunden hatte, hielt sie ihren Widersacher mit dem einen Arm zurück, während sich in ihrer anderen Hand biotische Energie konzentrierte. Der Stinkende schleimige Speichel des Monstrums tropfte ihr in Fäden aufs Visier und ihren Oberkörper und auch wenn die Rüstung Luftdicht war, konnte Ivana das chmierige Gefühl auf ihrer Haut förmlich spüren. Mit aller Kraft trieb sie ihre Faust in den Schlund der Kreatur, wo sie ihre Hand ruckartig öffnete und die zuvor aufgeladene Biotik entfesselte. Wie es ihnen von den Kommandos der Asari beigebracht worden war, entlud sie die Energie in Form einer Schockwelle in alle Richtungen. Durch die plötzliche Detonation in ihrem Inneren, wurde der auf ihr liegende Körper förmlich in Stücke gerissen. Die gesamte Rückenpartie wurde zerfetzt und Meter weit durch die Luft geschleudert. Fleischbrocken von mehreren Kilogramm Gewicht landeten mit nassen klatschenden Geräuschen auf dem Boden, begleitet von einem leichten Niesel aus schwarzem, teerigem Blut. „Uaa, verpiss dich du schleimiges Stück Scheisse!“ fluchte Ivana angestrengt, während sie den noch intakten Teil des Leichnams von sich runterrollte. Jenni war sofort losgelaufen um ihrer Kameradin zu helfen, doch jemand anderes, Shalera kam ihr bereits zuvor. Sie trat neben ihre Kameradin und zog sie hoch. „Nette Maske, hilft das Schleimzeug gegen Falten?“ bemerkte sie mit erleichtertem Lächeln. 
 
„Jenni!“ die Stimme kam aus dem Arsenal und war ihr durchaus vertraut, doch aus Reflex schnellte sie herum und legte sofort auf die Quelle des Rufes an. Für Eric, der sich langsam vorsichtig aus der Deckung begab musste der Anblick ziemlich erschreckend gewesen sein. Anscheinend hatten alle in Hörweite auf die selbe Weise reagiert, weshalb sich der Soldat plötzlich zwei Dutzend voll gerüsteten Kampfbiotikern und mindestens genauso vielen Läufen gegenüber sah. Etwas blass im Gesicht trat er vorsichtig, gefolgt von zwei Kameraden ein paar Schritte aus dem mit Einschlagslöchern gespickten Gebäude. Die Waffe hatte er gesenkt und trotz der Erschöpfung und der Anspannung konnte sie Erleichterung in seinen Zügen feststellen. „Gott sei Dank, ich dachte schon die würden niemanden mehr schicken!“ „Schneller gings nicht, die wollten uns nicht gehen lassen.“ Es war unschwer zu erkennen, wie sich sein Gesichtsausdruck verfinsterte und auch seine Stimme wurde kälter und ernster „Wir haben verletzte in der Garage, wir brauchen sofort medizinische Unterstützung und Sanitäter!“ Mit einem Nicken wandte sie sich von ihm ab und ihren Kameraden zu. Plötzlich fielen wieder Schüsse und das dumpfe Donnern einer Schockwelle hallte von den Wänden der Gebäude wieder. „Feindkontakte im Hauptgebäude, da könnten noch mehr sein.“ Der Verstand der rothaarigen Biotikerin begann erneut zu arbeiten, sie war von Reeston für zahlreiche Situationen geschult worden, nun musste sie dieses Wissen umsetzten. Mittels eines Makros teilte sie die Dropforce in drei Teams ein. „Trupp Alpha, Selak, ihr sichert die Basis ab, wir brauchen keinen Besuch von aussen! Team Bravo, ihr folgt Arsilia ins Innere des Hauptgebäudes und sichert es, passt auf eventuelle Überlebende auf! Team Charlie ihr kommt mit mir, wir sichern die Krankenstation und helfen Erics Leute zu versorgen! Verstanden?!“ Ohne die Antwort abzuwarten trat sie sofort los als sie ein Hammerschlag zum stocken brachte. „Wir haben Verluste.“ Die Zeit stoppte und die Welt hielt inne. Diese drei Worte, so unbedeutend sie auch scheinen mochten, waren der Albtraum eines jeden Anführers. Ihr Magen verkrampfte sich und schmerzhafter Atemhauch entwich ihrem Mund. Die Stimme war über Funk reingekommen doch schienen es alle gehört zu haben. Niemand sprach etwas. Es dauerte eine Sekunde bis Jenni begriff was Tanja da gerade von sich gegeben hatte. Augenblicklich hafteten die Pupillen der BDF Anführerin auf der Tabelle mit den Namen ihrer Kameraden. Bisher war sie gar nicht dazu gekommen diese zu überprüfen. Sie hatte einen grossen Teil ihrer Kameraden gesehen, als sie sich flüchtig umgesehen hatte. Da sie keine Meldungen erhalten hatte war sie davon ausgegangen das alle heil unten angekommen waren. Tatsächlich waren zwei der Namen ausgegraut. Keine Vitalfunktionen messbar, das war die grausame Botschaft welche die Farbe überbrachte. Erst nach dem sie einmal leer geschluckt hatte fand sie ihre Stimme wieder. Auch wenn in ihrem inneren momentan ein gewaltiges Chaos herrschte schien ihr Verstand sich an die Kontrolle über ihren Körper zu klammern. Nach endlosen Sekunden konnte sie sich schliesslich aus ihrer Starre lösen und rannte in Tanjas Richtung los. „Shalera!“ Auf dem HUD der Asari tauchte ein rot Markiertes Kreuz auf, die Meldung, dass ein Sanitäter gebraucht wurde. Auch wenn dies noch nie der Fall gewesen war, bisher verstand sie ihre Aufgabe und rannte ebenfalls los, einhergehend mit der Bestätigungsmeldung. „Alpha, Bravo ihr habt eure Befehle…LOS! Charlie…“ Eilig rief sie die Liste auf, der erste Name unter dem ihrem eigenen… „Kiara, du übernimmst Charlie, LOS!“ befahl die junge Frau. Auch wenn Jennis Kondition hervorragend war und sie bisher keineswegs ausser Atem geraten war schnürte ihr Tanjas Meldung den Hals zu. Mit schnellen Schritten näherte sie sich der jungen Frau welche vor einem reglosen Körper kniete. Die kleinen Steinchen unter ihren Sohlen knirschten, als sie schlitternd zum Stillstand kam und sich sofort ebenfalls auf die Knie fallen liess. Auch wenn sie Tanjas Gesicht nicht erkennen konnte wusste sie, dass ihre Kameradin den Tränen nahe war. Ihre Stimme hatte es bereits verraten als sie ungläubig über das gesprungene Visier des vor ihr Liegenden strich verdeutlichte ihren Schock. „Was ist passiert?“ Jenni war aufgebracht, schliesslich war es ihre Aufgabe als Anführerin ihre Leute wieder lebend nach Hause zu bringen, eine Aufgabe bei der sie versagt hatte. In ihrem HUD wurde ihr angezeigt, dass es sich bei dem Toten um Terence handelte. Auch wenn sie nicht ausserordentlich viele Erinnerungen an ihn hatte, da er eher unauffällig gewesen war, musste sie nun auf den Toten Körper eines Kameraden herabblicken. Shalera war mittlerweile ebenfalls angekommen. Die Asari hatte zusammen mit einigen anderen eine Spezialisierung im Bereich der ersten Hilfe und Sanitätsdienste begonnen. Auch wenn sie diese noch nicht abgeschlossen hatte und somit noch nicht über das gesamte Wissen verfügte, das sie einmal ihr Eigen nennen sollte, kannte sie einige unter anderem Lebensrettenden Techniken. Sie kniete sich gegenüber von Jenni auf den Boden und machte sich daran den Leichnam mittels ihres UWs zu scannen. Erst nach dem die orangen Reflektionen einige Male über die zerkratzte Oberfläche des Brustharnischs gewandert war, löste Jenni ihre Augen von ihrem verblichenen Kameraden und wandte sich wieder Tanja zu. Diese wandte sich erst von Terence ab, als Jenni sie leicht an der Schulter schüttelte. „Was ist passiert Tanja?“ Etwas zögerlich begann sie zu sprechen. „Gleich als ich gelandet bin hab ich ein fürchterliches Krachen gehört und nur Augenblicke später ein dumpfes Scheppern. Als ich mich umgedreht habe ist er dann einfach dagelegen und hat sich nicht mehr bewegt…“ Die Bilder wieder vor dem inneren Auge passieren sehend, schnieft Tanja kurz ehe sie sich zwang fortzufahren. „Er muss bei der Landung die Kante des Gebäudes getroffen haben und…“ wieder stoppte sie und Jenni drehte sie zu sich damit sie ihr in die Augen sehen konnte, auch wenn diese hinter dem Visier verborgen lagen. „Tanja, du kannst nichts dafür, Terence wusste das so etwas passieren konnte und letzten Endes ist er einfach im falschen Augenblick gesprungen. Sowas gehört nun mal zum Leben eines Soldaten dazu, wir müssen jetzt weitermachen… ok. Geh und hilf Selak das Gelände zu sichern, ich kümmere mich mit Shalera hier rum. Kaum war ihre Kameradin aufgestanden nickte sie kurz und bestätigte etwas verzögert via HUD den Befehl. „Vergiss es Jenni. Er muss die Kante sauber getroffen haben. Sein rechtes Bein ist komplett zertrümmert und wird wahrscheinlich nur noch von der Rüstung am Körper gehalten. Seine Wirbelsäule ist Staub und seine Inneren Organe zerquetscht, losgerissen oder verschoben und eingeklemmt, dazu schwerste Hirnblutungen ein zerbröseltes Becken….“ „Ok das reicht.“ Die angesprochene unterbrach die Sanitäterin bei ihrer Aufzählung, an was genau er gestorben war zählte in diesem Moment nicht. „Tut mir leid… er war sofort tot… falls das etwas zur Sache tut…“ Jenni hätte ihre Kameradin am liebsten angeschrieben, als ob es eine Rolle spielen würde. Sie hatte einen Untergebenen verloren und es würde ihn auch nicht zurückbringen, wenn sie seiner wahrscheinlich toten Familie sagen würde, dass er nicht gelitten hatte. Dieses junge Leben hatte ein sinnloses Ende gefunden und würde nie wieder zurückgebracht werden können. Sie erwischte sich gerade noch rechtzeitig um einen wütenden Ausruf zu unterdrücken. Shalera tat ihr Bestes und wollte ihr nur helfen um wenigsten ein wenig der schlechten Gefühle von ihr zu nehmen. „Gute Arbeit, hilf Eric mit den Verletzten, stell eine Liste auf und sorg dafür, dass Charlie die richtigen Medis bringt.“ „Verstanden…. Jenni, du hast es selbst gesagt, das hier war letzten Endes Pech, du lädst dir das jetzt nicht auf deine Schultern oder?“ „Schon ok…“ mit diesen beiden Worten richtete sie sich auf und sah sich um. Jemand hatte einen Nav-Punkt gesetzt zu dem sie sich bewegen soll. Shalera bestätigte ihren Befehl auch wenn Jenni sich nicht gross darum kümmerte, der Nav Punkt vor ihr verriet, dass sie noch weitere schlechte Nachrichten erwarteten. „Sie ist direkt auf eine Granate gesprungen. Bei der Landung… wahrscheinlich hat das Vieh unter ihr sie gerade werfen wollen und durch die Nova ist die Granate sofort losgegangen…. Aus der Distanz ohne Barriere hatte sie keine Chance.“ Joshua sprach über Funk und begann bereits als er Jenni in einigen Metern Abstand auf sie zukommen sah. Die Rede war von Alina Rainors, einer jungen braunhaarigen Frau. Sie war Teil von Dolch, die kleinste dieses Trupps weshalb Jenni sofort das Bild zum Namen im Kopf hatte. „Hey... warte das willst du vielleicht nicht… sehen.“ Bei seinem letzten Wort war Jenni bereits an Joshua vorbei getreten, der sich zwischen sie und die Gefallene gestellt hatte. Mit knapper Not konnte sie sich noch die Maske vom Helm reissen, ehe ihr Magen das bisschen an Inhalt ausstiess, das sich in ihm befand. Der Körper ihrer Kameradin war ein Sieb. Aus dutzenden Löchern waren mittlerweile versiegte Blutrinnsale geronnen. An manchen Stellen waren Panzerplatten abgerissen und Synthetische Muskeln bluteten weissliche Flüssigkeit aus. Das Schlimmste war jedoch das in Fetzen hängende Gesicht. Die Maske ihres Helms war durch die Detonation der Granate zerschmettert worden, von den Teilen die die Schockwelle ihr nicht in den Schädel getrieben hatte fehlte jede Spur. „Scheisse“ keuchte die Anführerin der BDF leise während sie den kalten Handschuh auf ihr Gesicht legte. Terences Körper war wenigstens äusserlich noch intakt gewesen, doch das hier war grausam. Das Bild ihrer lachenden Kameradin das sie in Erinnerung hatte stand so krass im Kontrast zu dem was nun vor ihr lag, dass sie der Eckel übermannt hatte. „Jenni, alles ok?“ „Nein!“ fuhr sie Joshua an „Ich habe gerade zwei Leute verloren… ****! Denkst du ich fühl mich gut wenn ich meine Freunde begraben darf! Joshua sah sie mit überrumpelter Mine an, er hatte nicht gedacht das sie ihn anschreien würde. Nach dem sie einen Moment gebraucht hatte sah sie ihn an. „Tut mir leid, das macht mich nur grad ziemlich fertig…“ Ihr Kamerad legte ihr die Hand auf die Schulter und zog sie hoch. „Schon ok, sowas würde niemanden kalt lassen…“ Den ekelhaften sauren Geschmack aus ihrem Mund vertreiben wollend, spuckte Jenni einmal aus, ehe sie ihr Visier wieder aufsetzte. „Danke…Sorg dafür, dass jemand die L… Alina zudeckt, die Anderen sollen sie nicht so sehen. 
 
Ihr ganzer Körper kribbelte vor Anspannung und sie konnte spüren, wie sich ihre linke, die Talon haltende Hand verkrampfte bei jeder Ecke um, die sie trat. Kiara hatte sich überlegt ganz auf Schusswaffen zu verzichten und stattdessen auf ihre Mono-Klinge und ihre Biotik zu setzen. Die Kombination aus Zugfeldern, welche den Feind in die Richtung des Anwenders rissen und einem anschliessend beidhändig geführten Schlag war äusserst effektiv auf kurze Distanzen, doch in den Gängen des medizinischen Abteils der Basis stand ihr nicht unbegrenzt Platz zur Verfügung. Die Tatsache dass sich noch vier weitere Verbündete in demselben Gang bewegten erleichterte das manövrieren und besonders das Schwingen einer todbringenden Klinge nicht gerade. Trotz der Nachsicht ihrer Rüstung und den Kontrast- sowie Farbnachbearbeitung durch die eingebaute CPU wirkte das Abteil gespenstisch. Fast alle Lampen waren ausgefallen oder kaputt, einige hingen sogar von der Decke runter, da sie aus den Halterungen gerissen worden waren. In den Gängen herrschte eine Ordnung, wie sie nach einem Erdbeben zu erwarten gewesen wäre. Kleine Wagen auf denen Medikamente und Tablette befördert wurden lagen auf dem Boden, Verpackungen und Kleinkram war überall verstreut. Mancherorts glänzte Werkzeug metallisch oder Flüssigkeiten bildeten Lachen am Boden. Was einem jedoch einen Schauer durchs Mark zu jagen vermochte waren die Leichen und das Blut. Boden, Wände und mancherorts sogar die Decke waren verspritzt oder sogar grossflächig verschmiert. Einige Tropfen bedeckten das flackernde Datenpad, das vor den Füssen der Asari lag, während der gesamte Fussboden einige Meter weiter vorne beinahe flächendeckend verschmiert war. Die Spur glich der eines Verletzten, der schwer blutend davon geschleift wurde oder robbte. An den Wänden und den Türen befanden sich nicht selten blutige Handabdrücke. Kleine Fleischstücke nicht grösser als eine Fingerkuppe trieben in einer Blutlache in deren Mitte eine ältere Frau lag. Die Seite aufgerissen hingen ihr die Innereien heraus, während ihr im entsetzten Schrei erstarrte Gesicht zerkratzt und Blutverschmiert war. Am Hals der Frau fehlte ein grosses Stück, was den starken Blutverlust erklärte. Im Krassen Gegensatz zum Anblick der sich ihnen bot stand die alles umgebende Stille, welche sie empfangen hatte, kaum hatten sie die beiden Türen zum medizinischen Abteil durchschritten. Jene Pforte, die sie in diese Dunklen, nach Blut und Tod stinkende Hölle aus Weissen , rot verschmierten Wänden und Kacheln geführt hatte. Trotz aller Mühe leise aufzutreten, schien jeder Schritt ein hallendes Echo zu hinterlassen. Ein leises Wimmern aus dem Nebenraum lies sie innehalten. Eilig wies sie ihren Kameraden die Positionen zu, welche sie einnehmen sollten. Nur Sekunden später trat die junge Asari die Tür auf. Entgegen jeder Erwartung erfuhren sie keinerlei Gegenwehr, als sie den Raum betraten. Die selbe Stille, nur durch das Krachen der aufbrechenden Tür unterbrochen umschloss sie. Der kleine Materialraum beinhaltete zwei Regale von denen eines umgekippt war und ein halbes dutzend Schränke aus Metall in denen wahrscheinlich Medikamente gelagert wurden. Zwischen kleinen Kartonverpackungen und Plastikbeuteln lagen zwei weitere Körper. Der eine, einer Krankenpflegerin gehörend lag ruhig auf dem Boden. Die Blässe ihrer Haut und der glasige Blick verrieten sofort, dass sie tot war. Der zweite Körper gehörte einem älteren Mann, der sich verkrampft die Brust hielt. Beide weissen Kittel war verschmiert mit Blut, wahrscheinlich ihrem eigenen. Der Atem des Mannes ging schleppend und seine Augen konnten sie nur noch mühsam erfassen, ehe sie nach einem weiteren Wimmern und einem kurzen verkrampfen zufielen. Seine Arme sanken zu Boden und eine klaffende Wunde kam zum Vorschein „Hey, hallo bleiben sie bei mir…“ Kiara war sofort vorgetreten um den Mann sanft an der Schulter zu schütteln, doch dieser sass schlaff an den Schrank hinter ihm gelehnt da. Ihr UW mit welchem sie seine Vitalfunktionen abzutasten versuchte, konnte selbige nicht ermitteln. „Möglicher Kontakt… könnte ein Überlebender sein.“ Die Stimme in ihrem Helm rief ihr wieder ins Bewusstsein weshalb sie hier war. „Komme, hier können wir eh nichts mehr tun.“ Kaum wieder in den Gang getreten wurde eine NAV-Markierung gesetzt. Da hat sich etwas bewegt, ich habe nur den Schatten gesehen, aber ich glaube es ist in dem Schrank da. Die Rede war von einem weiteren metallenen Schrank, welcher im letzten Zimmer des Ganges stand. Die Tür zu diesem Raum stand offen, der Schaden am Türrahmen legte Nahe, dass sie gewaltsam geöffnet worden war. Mit einem Handzeichen gab Kiara ihren Kameraden zu verstehen ihr zu folgen. 
Nachdem er sich sicher gewesen war zu sterben hatte ihn sein unausweichliches Schicksal anscheinend nicht gefunden. Die Art auf die er dem Tod entgangen war, kam ihm naiv, fast schon kindisch vor, doch die Angst, die ihn noch immer fest im Griff hatte, schürte die Panik bei jedem Geräusch. Gerade als er nach einer Weile der Stille den Mut gesammelt hatte nachzusehen, ob die Luft rein war, hatte ein lautes Krache ihn wieder zusammenzucken lassen. Als die Monster die Tür zu diesem Raum aufbrachen, hatte er sich bereits versteckt, doch das Schnauben und die Schreie aus dem Gang hatten an seinem Verstand gezerrt. Er wusste nicht, wie lange er bereits hier drin verharrte, nur das er dem Wahnsinn verfallen würde, wenn er nicht bald raus käme, das war ihm gewiss. Sein Atem stockte, Schritte näherten sich ihm und es waren nicht die von Allianzstiefeln. Verzweifelt klammerte er sich an das Skalpell in seiner Hand, betend, dass er es nicht benutzen müsste. Die Schritte erstarben direkt vor seinem Versteck. „Das wars, jetzt stirbst du, einen erbärmlichen und sinnlosen Tod, ohne dass je jemand erfahren würde wie und weshalb.“ Die Stimme in seinem Kopf stiess ihn wieder über die Klippe der Panik, welche er erst vor kurzem wieder erklommen hatte. Mit einem Ruck wurde dir Tür vor ihm aufgerissen. Zu verängstigt um sich zu bewegen schrie er laut auf.
 
 
So das wars leider auch schon wieder. Das zweite Kapitel hoffe ich noch diese Woche posten zu können. Bis dahin wünsche ich euch noch ne schöne Zeit und ich freue mich wie immer auf Feedback.


#645
jjhghd

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Endlich gibt es nach über einen Monat mal wieder ein neues Kapitel. Aber wie sagt man so schön: "Gut Ding will Weile haben" :)



#646
elitedefender2

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Hi Leute >.< wieder nicht geschafft.... ich glaub so langsam die Welt wills mir einfach jedes Mal versauen. Na egal ich schaffs zwar nicht die Zeit zu verkürzen oder meine angesagten Termine einzuhalten aber aufhören werd ich definitiv nicht. Wie jedes mal wünsch ich euch viel Spass beim Lesen.
 
 
Kapitel 54
 
Zu dritt umstellt sie den Schrank, nachdem sie sich vergewissert hatten, dass sich niemand in dem Raum befand, während zwei Soldaten den Gang absicherten. Kiara hätte mit vielem gerechnet, doch was sich im Inneren des Schrankes befand, löste bei ihr eine Mischung aus Erleichterung und Verwunderung aus. Ein junge Mann schrie laut auf und starrte sie entsetzt an. In der einen Hand ein Skalpell haltend, die andere Schützend vor sich ausstreckend, sass er zusammengekauert auf dem Boden des Medikamentenschrankes. Erleichtert weder ein Zähnefletschendes Monster noch eine weitere verstümmelte Leiche gefunden zu haben, senkte Kiara ihre Waffe. „Marcel?“ Die Frage kam vorsichtig, da der junge Mann den Eindruck erweckte kurz vor dem Kollaps zu stehen. Sein stossartiger Atem und sein unkontrolliertes Zittern beruhigten sich etwas, als er erkannte dass man ihn nicht umbringen würde. Auch wenn er noch nicht genau verstand wer vor ihm stand, war ihm der klang einer bekannten Stimme Anlass genug sich zu entspannen. Er kippte aus dem Schrank hinaus auf den Boden und umfasste Kiaras Stiefel. Es schien ihr als wolle er sich vergewissern, dass sie tatsächlich echt sei oder bloss eine seiner Angst entsprungene Illusion der Hoffnung. Nachdem er seine Umklammerung wenige Augenblicke später wieder löste, half sie ihm auf die Beine, welche ihn kaum zu tragen vermochten. „Trupp Charlie, Medizinische Abteilung gesichert, wir haben einen Überlebenden.“ Diese Nachricht via Funk abgesetzt hatte, löste die junge Asari ihre Maske und machte sie an ihrer Schulter fest. „Marcel, ich bins, du bist in Sicherheit… Bist du ok?“ Das Gesicht des Sanitäter war noch immer blass und er hatte sich auf eine der Tragen setzen müssen, um nicht umzukippen. „Scheisse.“ In flüsterndem Ton begann Marcel etwas unverständliches von sich zu geben. Als Kiara vor ihm in die Hocke ging, damit sie auf Augenhöhe waren, verstand er und begann noch einmal von vorne, diesmal jedoch in angemessener Lautstärke. „Es ging alles so verdammt schnell. Ich….“ Offensichtlich hatte er sich selbst dabei erwischt wieder die Fassung zu verlieren, weshalb er eine kurze Pause machte und einmal tief durchatmete. Ich war eigentlich nur hier unten, weil eine der Wachen behandelt werden musste. Auch wenn das klingt wie  ein schlechter Witz, jemand ist beim Wachrundgang ausgerutscht und blöd gelandet. Er hatte den Helm für einen Moment nicht aufgehabt und hat sich den Schädel angehauen. Da die Gefahr einer inneren Verletzung bestand, habe ich ihn kurz untersucht. Er hatte nur eine Gehirnerschütterung aber…“ „Marcel…“ Erst als die junge Asari vor ihm seinen Redefluss unterbrach bemerkte er seine Abschweifung. „Tut mir leid, jedenfalls… Ich hatte ihn gerade versorgt, als draussen plötzlich der Alarm losging. Im Falle eines Angriffes muss das Medizinische Personal hier Stellung beziehen, damit verletzte sofort behandelt werden können. Plötzlich fielen Schüsse im Inneren des Gebäudes und ich hörte Schreie. Als ich nach draussen eilen wollte, hielt mein Patient mich auf. Er ging trotz meines Verbots sich zu bewegen nach draussen. Ich weiss nicht was er gesehen hat, aber er hat mich wieder in den Raum gestossen und gesagt ich solle abschliessen und mich verstecken. Ich weiss nicht wieso aber ich habe getan was er gesagt hat. Irgendetwas an seinem Blick oder seiner Stimme hat mir gesagt, dass es um mein Leben ging.“ Marcel schlug sich die Hände an die Stirn und vergrub die Finger in seinen Haaren. „Ich habe mich wie ein Feigling verkrochen, während die anderen gestorben sind. Ich hab sie schreien hören, aber ich hatte zu viel Schiss ihnen zu helfen…“ „Du hättest nichts tun können. Die Wachen wurden einfach überrannt. Die Viecher die euch angegriffen haben… das waren keine Menschen, wir wissen noch nicht was die sind, aber wir werden es herausfinden, ok?“ Mit einem leichten Nicken bestätigte der braun haarige Sanitäter, ehe er sich über Gesicht und Schläfen strich. „Charlie, hier Shalera, ich komme mit einigen von Erics Leuten zu euch, wir brauchen Medigel und Verbände, tragt alle brauchbaren Medikamente zusammen, verstanden?“ „Bestätige, Marcel ist hier, er kann dir sicher helfen.“ Da sein Name gefallen war blickte der Betroffene vom Boden auf. „Es gibt einen Haufen Verletzte, wir könnten deine Hilfe gebrauchen, kannst du gehen?“ „Ja, ich… gebt mir ne Sekunde…“ Etwas verwirrt wirkend rappelte Marcel sich auf und atmete einige Male durch, ehe er sich zu orientieren begann. „Wenn ich helfen soll, muss ich in den Materialraum.“ Kiara setze ihre Maske wieder auf und öffnete einen Kanal zu ihrer Gruppe. „Jemand hilft Marcel, die anderen sichern die Räume… und deckt die Leichen ab, ich weiss nicht ob er den Anblick jetzt sonderlich gut verkraftet. Ich gehe Shalera entgegen, sie kommt in Begleitung vorbei, um Material zur Behandlung von Erics Leuten zu holen. Verstanden?“ Bestätigungsmeldungen blinkten kurz auf, ehe sich alle daran machten die ihnen zugewiesenen Arbeiten zu erledigen.
 
Das Innere des Hauptgebäudes war von Kampfspuren gezeichnet. Arsilia hatte von Jenni sieben weitere Mitglieder der BDF zugeteilt bekommen, um das Zentrale Gebäude der Basis zu sichern. Aus einigen Räumen im ersten Stockwerk drang dichter schwarzer Rauch nach draussen und der Gestank nach verschmortem Plastik und verbranntem Fleisch hing in der Luft. Anscheinen war der Widerstand gegen die Invasoren hier am stärksten gewesen. Verständlich, wie Arsilia befand, schliesslich waren im Hauptgebäude nicht nur die Ranghöchsten Personen, sondern auch der Server und die Datenarchive der Basis untergebracht. Der mit Leichen, hauptsächlich denen der Angreifer gesäumte Eingangsbereich, zeugte von den heftigen Kämpfen die hier gewütet hatten. „Aufteilen! Squad eins sichert das Erdgeschoss, die anderen kommen mit mir nach oben. Seid vorsichtig“ Die Asari brauchte einen Moment, um mittels der Bewegungen ihrer Augen Gruppe Bravo in zwei Squads aufzuteilen ehe sie weiterging. Mit ihrer Waffe im Anschlag trat sie langsam auf die Treppe zu, welche sie in den ersten Stock führen sollte. Eine erschreckende Menge an Geröll lag auf den Stufen und besonders auf dem Zwischenboden verteilt. Bei einem ersten vorsichtigen Blick den Treppenschacht nach oben musste sie feststellen, dass der zweite Stock nicht mehr so leicht erreichbar sein würde. Die Treppe in den obersten Stock war durch eine Explosion, wie die schwarzen Spuren an den Wänden vermuten liessen, eingerissen worden. „Seid vorsichtig, die Treppe ist beschädigt, wir gehen in Zweiergruppen.“ Dem Befehl folgend trat einer ihrer Kameraden mit ihr nach oben, während die anderen beiden unten auf grünes Licht von ihrer Seite her warteten. Arsilia konnte spüren wie ihr Herz raste, als sie vorsichtig die Stufen empor stieg. Mit jedem Schritt wurde ein wenig mehr des vor ihr liegenden Ganges sichtbar. Bei der letzten Stufe angelangt wartete sie einen Augenblick, um ihrem Partner die Zeit zu geben sich in Position zu bringen. Der Gestank den sie bereits im Erdgeschoss wahrgenommen hatten war hier noch stärker und trotz der Filter in ihren Helmen noch penetrant. Die Wände im Gang waren förmlich perforiert. Hier mussten heftige Feuergefechte stattgefunden haben, was die verbrauchten Thermomagazine am Boden noch verdeutlichten. Ein weiterer Indikator dafür , wenngleich auch ein massiv unerfreulicherer, waren die zahlreichen Verteidiger, welche hier gefallen waren. Eine grün aufblinkende Bestätigungsmeldung verriet ihr, dass alles bereit war zum vorstossen. Den Rücken an die Ecke des Rechtwinklig zum Treppenschacht verlaufenden Ganges gedrückt atmete sie kurz durch. „Los!“ Synchron mit dem Befehl drehte sie sich in den Gang hinaus, ging in die Hocke und legte auf das Ende des Ganges an. Auch wenn der Gang gerade einmal zwanzig Meter lang war, reichte der Rauch um die Sicht massiv zu behindern. Gerade noch rechtzeitig erkannte sie, dass die Bewegung am Ende des Ganges keiner der entstellten Kreaturen zuzuordnen war. „Identifizieren sie sich!“ Einige Momente nachdem Arsilia ihre Aufforderung gebrüllt hatte, waren erneut Bewegungen zu sehen. „Lars Steiner, Wachgruppe…“ „Menschlich reicht mir schon!“, unterbrach die Asari ihn erleichtert. Gerade als Arsilia sich aufrichten wollte um sich den Überlebenden zu nähern, war aus dem Erdgeschoss, sich überschlagendens, dröhnendes Gewehrfeuer zu hören. Sie erkannte, dass es sich um Waffen der Allianz handelte. Gleich darauf folgend erschütterte die Detonation einer Schrapnellgranate das Gebäude. „Lagebericht!“ Der Befehl kam fast schon automatisch über ihre Lippen. „Alles ok, wir haben ne Gruppe von denen im Besprechungsraum überrascht. Waren grad damit beschäftigt einige Leichen zu fressen…“ Erleichtert seufzend schickte sie das Signal an ihre beiden anderen Squadmitglieder nachzurücken. „Ok, verstanden.“ „Ist das Gebäude gesichert? Wir haben Verletzte die dringend behandelt werden müssen.“ Der Soldat am anderen Ende des Ganges war aus dem Türrahmen, der ihm als Deckung gedient hatte, getreten und humpelte ihr entgegen. Sein rechter Oberschenkel war mit einem Stück Stoff verbunden, das farblich mit den Vorhängen übereinstimmte, bis auf den dunklen Blutfleck der sich darauf abzeichnete. „Wir sind gerade dabei das Gebiet zu sichern, wie viele seid ihr?“ Eilig trat sie dem jungen Mann entgegen in dessen Gesicht sie deutlich den Schmerz und die Erschöpfung erkennen konnte. Die andauernden Kämpfe hatten einen sichtlichen Tribute von ihm gefordert, doch hielt er sich wacker. „Nicht mehr viele, verdammt gut dass ihr aufgetaucht seid, der letzte Angriff hat viele Opfer gefordert. Lange hätten wir nicht mehr durchgehalten.“ Er drehte sich um die Neuankömmlinge zu ihrem verzweifelten Widerstandsnest zu führen. Wie verzweifelt sich die Verteidiger an ihre Leben gekrallt hatten wurde ihr deutlich, als sie das Ende des Ganges erreichte. Die umgekippten Tische, die sie in den Gang geschoben hatten waren im Kugelhagel zerfetz worden und konnten somit nicht einmal mehr ihren Dienst als Sichtschutz erfüllen. Die übrigen Verteidiger waren in noch schlechterer Verfassung als Lars selbst. Einer der anderen Soldaten lag, mit dem Rücken an die Wand gelehnt in dem Zimmer zu ihrer Rechten. Sein linker Arm war auf die gleiche weise verbunden wie das Bein von Lars und sein Kopf einschliesslich seines rechten Auges waren mit Blutdurchtränkten Verbänden umwickelt. Die blasse Haut und die Kraftlosen Augen die sie ansahen liessen sie zweifeln ob der Mann überhaupt noch am leben war. Ein zweiter kniete im anderen Türrahmen, auch er trug einige Verbände doch seine Mine wirkte fröhlicher als die von Lars. Einmal mehr wurde der jungen Asari bewusst, weshalb die Menschheit von vielen anderen Spezies gefürchtet wurde. Die Kraft welche die Menschen antreibt immer weiter zu machen und der Wille um jeden Preis zu überleben und zu siegen war etwas, was durchaus einschüchternd wirken konnte, doch war es auch genau das was dieser jungen Spezies ein so grosses Potenzial verschaffte. Diese Gedanken waren ihr schon oft durch den Kopf gegangen, wenn sie an Jennis Seite gekämpft oder trainiert hatte. Der junge Frau schien ein Feuer innezuwohnen, dass sie bis vor ihrem Beitritt zur BDF noch bei niemandem gesehen hatte. Wann immer sie ihre Kameradin im Einsatz beobachten konnte, hatte sie das Gefühl als wäre “zu kämpfen“ ein Teil von ihr, von allen Menschen. Kaum eine Rasse ,ausser vielleicht den Kroganern, hatte eine so gewalttätige und kriegerische Vergangenheit wie die Menschen. Auch wenn sich nicht mehr sonderlich viel Material dazu im Extranet fand, waren die Krümel die sie über die Kriege ,welche die Menschen unter sich ausgetragen hatten, erschreckend gewesen und sie wollte sich nicht ausmalen wie ein Krieg zwischen zwei so verbissen kämpfenden Fraktionen wohl ausgesehen hätte. Die Realität holte sie wieder ein ,als eine Vertraute stimme zu ihr drang. „Soldat, zeigen sie mir ihr Gesicht, ich will sehen wer meinen Arsch gerettet hat.“ Arsilia wendete sich in dem Raum zu ihrer Rechten um. Der Verwundete Soldat der sie mit seinem einen gesunden Auge noch immer musterte, begann zu lächeln als er bemerkte, dass auch sie ihn ansah. „Keine Sorge, ich bin noch nicht ganz tot“, meinte er angestrengt. Sofort wieder an ihren vorherigen Gedanken erinnert, begann sie ebenfalls zu lächeln, auch wenn er das nicht sehen konnte. Die Stimme war aus dem selben Raum gekommen, doch konnte sie aus dem Gang nicht erkennen, wo der zugehörige Soldat sich befand, ebenso wenig wie ihr Verstand ihr den Namen der zu der Stimme gehörte verraten wollte. Als sie einen Schritt in den Raum hineintrat, musste sie sich zusammenreissen, um nicht gleich wieder zurückzuschrecken.
„Reeston“ keuchte sie erschrocken. „Colonel…“ Sie trat sofort an ihn heran und kniete sich vor ihn hin. Auch er war an die Wand gelehnt, jedoch liess die Blässe in seinem Gesicht und die vollgesogenen, blutigen Verbände nichts gutes vermuten. Eilig legte Arsilia ihre Maske aus und liess sie zu Boden fallen. „Sir…“ Mit einem müden Lächeln sah er ihr in die Augen. „Arsilia…“ Die Überraschung war trotz seiner unterdrückungsversuche immer noch gut zu hören. „Onekrov hat euch also doch noch gehen lassen. Hm, dann muss die Lage wirklich übel sein.“ Beim Versuch zu lachen musste Reeston husten. Schwer atmend wischte er sich etwas Blut aus dem Mundwinkel. „Sir, wir müssen sie sofort versorgen, ich werde…“ „Warte… es freut mich zu sehen, dass du mit so viel Elan bei der Sache bist aber das wird nicht nötig sein.“ „Sir, ich…“ Erneut unterbrach Reeston sie. „Ihr habt nicht unbegrenzte Vorräte, versorgt zuerst die Soldaten ,die wieder Kämpfen können wenn…“ „NEIN!“ Auch wenn sie in letzter Zeit weniger mit ihm zu tun gehabt hatte, war Reeston für sie alle zu einer Art Vaterfigur geworden während ihrer Ausbildung. Es war ihr immer albern vorgekommen wenn die anderen über solche Gefühle sprachen, doch nun merkte sie, dass auch sie so empfand. Reeston war bei all den Veränderungen die sie durchgemacht hatten eine der wenigen Konstanten gewesen und auch wenn sie es hasste das zuzugeben, war er dadurch zu einem Fels geworden der ihnen Halt gab. Ihn nun so zu sehen schmerzte sie auf eine Weise die sie nicht verstand. „Ich werde sie hier nicht sterben lassen!“ Ohne es zu merken hatte sie ihm die Hand auf die Schulter gelegt. Ein warmes lächeln trat auf sein Gesicht. „Wieso so förmlich? Kennen wir uns nicht schon lange genug um auf diese Spielchen zu verzichten?“ Sie sah ihn entsetzt an und wendete sich ihren Kameraden zu „Helft mir hier…“ „Arsilia ich werde nie wieder kämpfen.“ Als ihre Kameraden an ihn herantraten hob er abweisend die Hand. „Du musst dafür sorgen, dass die anderen versorgt werden.“ „Ich lasse sie hier nicht sterben!“, erwiderte sie mit einer Mischung aus Resignation und Verzweiflung nichts tun zu können. „Das ist ein Befehl“, brummte er um sein Bewusstsein ringend. „Dann wirst du mich wohl wegen Befehlsverweigerung degradieren müssen“, antwortete sie trotzig. Erneut begann Reeston zu Lachen, was jedoch in erneutem Blut husten endete. „Du bist genauso stur wie Parker“, meinte er mit schmerzlichem schmunzeln. „Los, holt Jenni hierher!“, befahl sie ihren Kameraden, die ziemlich ratlos um die beiden herumstanden. „Jenni ist auch hier? Gut, ich habe mir schon Sorgen gemacht… du musst auf sie aufpassen, ok?“ „Was? Reeps. Bleiben sie bei mir.“ Ihr Verstand war mit der Situation etwas überfordert und sie begann panisch zu werden. „So hat mich schon lange niemand mehr genannt.“ Den Spitznamen hatten einige seiner engeren Bekannten verwendet als sie in Hörweite gewesen waren. „Jenni… sie ist ein gutes Mädchen. Sie hat das Zeug zu ner Anführerin aber… sie wird Leute brauchen die ihr den Rücken freihalten und sie auf dem richtigen Kurs halten. Jemanden der vernünftig ist…“ Reeston dessen Atem immer flacher wurde, musste seine Worte immer wieder unterbrechen, um ein übel klingendes röcheln von sich zu geben. Auch seine Sicht schien zu schwinden da er immer mehr Schwierigkeiten hatte Arsilia zu fixieren. „Ich glaube nicht, dass ich dazu die richtige bin… Sir, Reeston bitte…“ Als sie bemerkte ,dass er wegzusacken drohte, schüttelte sie ihn leicht an der Schulter. Noch einmal etwas klarer lächelte er sie erneut an. „Sie dürfen jetzt nicht draufgehen, wir schulden ihnen noch immer ihr Fass Bier für die Sache beim Wettkampf!“ Ohne es zu merken war sie in Tränen ausgebrochen, das Gefühl der Hilflosigkeit war unerträglich. „Ich schätze so viel Alkohol verträgt meine Leber nicht mehr“, antwortete er mit zittriger Stimme und hob dabei die Hand etwas von seiner Wunde im Bauchbereich. „Arsilia…“ Mit schwachem Griff umfasste er ihre Hand. „Versprich mir dass du auf Jenni aufpasst, sie wird euch eine gute Anführerin sein… und benutz das hier bevor ihr geht…“ Mit dem Letzten leisen Wort liess er einen kleinen Chip in ihre Hand fallen ehe er lächelnd seine Augen schloss. „Nein, Sir… Reeston…“ Diesmal nützte auch kein Schütteln mehr etwas, der Körper des Colonels blieb reglos liegen. „Verdammt!“ Ihr wütender Aufschrei liess ihre Kameraden zusammenzucken. Mit aller Kraft donnerte sie ihre Faust gegen den Schreibtisch neben ihr. „Verdammt!“, fluchte sie leise während sie ihre Hand um den kleinen Chip schloss.
 
„Eric“ Der Angesprochene war gerade wieder auf dem Weg zurück in die Garage, um nach seinen Kameraden zu sehen. Sein Gang entsprach dem von einem Soldaten erwarteten. Mit weitausholenden raschen Schritten bewegte er sich auf das ebenfalls starke Beschussspuren aufweisende Gebäude zu. „Was ist hier geschehen...? Und was sind das überhaupt für Dinger?“ Sichtlich gestresst wirkend hielt Eric kurz Inne, um sich ihr zuzuwenden. „Jenni, ich bin unglaublich froh dich zu sehen, aber können wir mit dem Plaudern bis später warten, ich habe Männer da drin, die im Sterben liegen.“ „Das weiss ich, und du hast mein aufrichtiges Beileid, aber wenn wir die Basis halten wollen, kann jede Information über den Feind über Leben und Tod entscheiden. Zudem sind meine Leute bereits dabei Medizin zu organisieren, bis dahin kannst du sowieso kaum etwas tun.“ Mit einem Nicken in die Richtung des Gebäudes deutete er ihr an ihm zu folgen. „Hör zu, ich weiss kaum etwas über den Feind, ich weiss noch nicht einmal so richtig wie wir überhaupt überlebt haben. Das einzige was ich dir sagen kann ist, dass sie aus dem nichts aufgetaucht sind und uns einfach überrannt haben. Wie du vielleicht schon selbst bemerkt hast sind die Dinger nicht sonderlich helle aber saugefährlich. Irgendwelche kybernetischen Implantate verstärken sie, sie sind verdammt zäh und stark… Ich hoffe dass ich damit falsch liege, aber irgendwie erinnern die dünnen mich verdammt an die Husks, die die Geth eingesetzt haben.“ „Du gehst also davon aus, dass das hier mal Menschen gewesen sind?“ Eric beantwortete Jennis Frage mit einem leichten Nicken. „Ich befürchte es… woraus die anderen gemacht sind weiss ich nicht.“ Abgestossen von seinen Worten richtete sie ihren Blick auf einen der Körper von einem der genannten Wesen. Es widerstrebte ihr daran zu denken, dass dies mal Menschen gewesen sein könnten, auch wenn der Gedanke nahe lag. Die Wortwahl ihres Kameraden förderte dieses Wiederstreben noch zusätzlich da es nahelegte, dass Menschen einfach nur eine Ressource waren, aus der man solche Monster herstellen kann. „Hast du eine Ahnung wo die hergekommen sein könnten?“ Beim Gebäude angelangt hielt Eric kurz inne. „Nicht schiessen, ich komme rein“ Der kleine Eingangsraum war komplett demoliert und mit Toten gepflastert, erleichternder Weise grösstenteils mit nichtmenschlichen. „Sag doch dass du Frauenbesuch mitbringst, dann hätten wir ein wenig geputzt.“ Die Last die den Männern von den Schultern fiel, als sie erkannten, dass Verstärkung eingetroffen war, war fast schon spürbar. Während diejenigen, die noch hinter der Barrikade in Deckung waren sich zusammen sacken und den Kopf nach hinten sinken liessen, um sich für einen Moment auszuruhen und durchzuatmen, sprang der Vorderste von ihnen förmlich auf und trat auf die beiden zu. „Verdammt gut dich in einem Stück wiederzusehen…“ mit diesen Worten trat er an Eric vorbei und ging auf Jenni zu. Diese hatte ihre Maske abgenommen, als sie das Gebäude betreten hatten, was dazu geführt hatte, dass Dan sie erkannt hatte. „Du glaubst gar nicht wie froh ich bin dich hier zu sehen Kleine.“ Vom Adrenalin sichtlich aufgedreht nahm er die Biotikerin in ihrer schweren Rüstung kurz in den Arm. „Wir können Hilfe echt dringend brauchen“ „Kein Ding, es tut gut auch mal wieder ein paar freundliche Gesichter zu sehen…“, erwiderte die Rothaarige lächelnd. Dan war immer sehr aufgeweckt gewesen, doch auch seine Euphorie verschwand schnell wieder. „Das Gelände ist provisorisch gesichert… Eric du solltest alle deine Leute die nicht verletzt sind losschicken, um ihre Ausrüstung zu holen…“ „Lass uns erstmal ne Sekunde Zeit, wir sind hier grad durch die Hölle, ok.“ Die Antwort von Eric kam ziemlich energisch aber sie konnte das gut verstehen, nach so langen und verzweifelten Kämpfen lagen die Nerven bei jedem blank. „Ich fürchte den haben wir nicht. Wenn das Stimmt was Onekrov mir gezeigt hat, haben wir keine Zeit zu verlieren…“ „Was meinst du damit?“ Eric drehte sich langsam und mit fragendem Blick zu Jenni um. „Sunsetbay steckt mächtig in der Scheisse, ihr seid nicht die einzigen, die was abgekriegt haben.“ Ein entsetztes Gemurmel ging durch den Raum, als ihr Funk kurz knackte. „Gruppe Charlie, Medizinische Abteilung gesichert, wir haben einen Überlebenden.“ „Verstanden, ich schicke Shalera vorbei.“ Kaum hatte sie den Kanal geschlossen wandte sie sich wieder an Eric. „Das medizinische Abteil ist gesichert, schick ein paar von deinen Leuten mit Shalera, damit sie Medis hierherschaffen können.
 
Eine dumpfe Explosion aus dem Hauptgebäude. Kurz sprang ihr Blick in die Richtung des Gebäudes doch sie riss sich schnell wieder los. Nach dem Eric seinen Leuten Anweisungen gegeben hatte, waren alle ,die noch selbstständig dazu in der Lage waren, ausgeschwärmt ,um die ihnen zugewiesenen Aufträge zu erledigen. Somit für einen Moment unter sich hatte Jenni die Möglichkeit Eric ungeduldigen Fragen nachzukommen. Mit gesenkter Stimme hatte sie sich daran gemacht ihm alles kurz zu erklären. Die restliche Gesichtsfarbe ihres Kameraden war gewichen ,als er den ganzen Umfang des Angriffes begriffen hatte. Genauere Details hatte sie noch gar nicht ansprechen können, als sie eine aufgebrachte Stimme erreichte. Die Anzeige ihres Huds verriet ihr, dass es sich dabei um ein Mitglied des Bravo-Trupps handelte. „Jenni du musst sofort herkommen, Arsilia hat Reeston gefunden, er ist schwer verletzt...“ Ihr Körper rannte bereits als sie begriff was sie gerade erfahren hatte. „Bin unterwegs!“ Das letzte was sie von Eric noch hören konnte, ehe dessen Stimme sie nicht mehr erreichen konnte, war die Frage was los sei. Die Unterstützungsanzeige ihres Anzugs war auf nahezu volle Leistung hochgeschnellt, nachdem sie auf das Minimum gesunken war, welches im nicht aktiven Kampf normal war. Sie hatte sich bereits Gedanken gemacht was wohl mit den anderen Leuten sein mochte, die sich auf dem Stützpunkt befunden hatten, war aber nicht dazu gekommen diesen Gedanken weiter zu spinnen. „Scheisse, ausgerechnet jetzt wo wir ihn am dringendsten brauchen könnten…“ Mit diesem Gedanken erreichte sie den Eingangsraum. Da sie in vollem Lauf hineingeschossen kam, wäre sie beinahe über die herumliegenden Körper gestolpert, nur mit Mühe gelang es ihr das Gleichgewicht zu halten. „Komme hoch!“ Sie machte sich nicht die Mühe die Information via Funk weiterzuleiten sondern schrie ihn stattdessen den Treppenschacht hinauf, damit die Verteidiger sie nicht versehentlich unter Beschuss nahmen. Am Ende des verwüsteten Ganges waren hinter dichtem Rauch, der das Atmen erschwerte und in der Lunge kratzte, waren die Umrisse ihrer Kameraden zu erkennen. Noch immer rennend hatte sie etwa die Hälfte des Ganges hinter sich gelassen, als ein lauter Fluch gefolgt von einem dumpfer Aufschlag aus dem von ihr angesteuerten Raum zu hören war. Die Stimme gehörte zu Arsilia, doch etwas stimmte nicht. Die Asari war eine Kämpfernatur genau wie sie selbst. Das Ausmass der Verzweiflung und Trauer in Arsilias Stimme war beängstigend, hatte Jenni sie doch sonst noch nie vergleichbar erlebt. Ihre Kameraden traten ihr aus dem Weg, als sie bei ihnen ankam und verlangsamte. Der Kloss der sich im Hals der BDF Anführerin gebildet hatte schien sie förmlich zu ersticken und sie wusste genau das sie in den Raum treten musste, um Gewissheit zu erhalten, sie diese aber eigentlich nicht erfahren möchte. Mit schnellen Schritten und begleitet von den ungläubigen Blicken ihrer Kameraden trat Jenni durch den Türrahmen. Da ihr Tempo noch immer zügig war schaffte sie es nicht mehr rechtzeitig zu bremsen als ihr Arsilia ebenso zügig aus dem Nichts entgegen kam. Aus Reflex schossen ihre Hände nach oben um ihre Kameradin festzuhalten damit sie sich gegenseitig stabilisieren konnten. Ihre Rüstungen trafen mit dumpfem poltern aufeinander. Kaum waren sie zum Stillstand gekommen, löste Jenni ihren Griff. Jennis Versuch ihr in die Augen zu schauen wich Arsilia Geschickt mit einem Schritt zur Seite aus, jedoch hielt sie einen Moment Inne, indem sie ihrer Kameradin die linke Hand auf die rechte Schulter legte. Die Asari welche nun neben ihr stand, wollte etwas sagen, fand jedoch keine Worte, weshalb sie Kommentarlos und eilig den Raum verliess. Obwohl Jenni ihre Augen nicht hatte sehen können, hatte das Glitzern auf den tiefblauen Wangen ihrer Kameradin ihr verraten, dass diese geweint hatte. Nur sekundenbruchteile später traf sie die Erkenntnis weshalb. Der Oberkörper war mit der Allianzflagge abgedeckt die für gewöhnlich in diesem Raum gehangen hatte. Die Stiefel sowie die Hose wiesen Blutspuren und Tropfen auf, welche vom Material aufgesogen worden waren. Es vergingen einige Sekunden ehe Jenni an den verblichenen herantrat und niederkniete. Sie brauchte nicht unter die Flagge zu blicken, um zu wissen um wen es sich handelte. Der Verlust schmerzte mehr als sie bis vor kurzem für möglich gehalten hätte. Dazu kam nun, nachdem die Kämpfe vorbei waren und sie durch diesen Schock aus der Hektik gerissen worden war, auch noch der Schmerz über den Verlust ihrer Kameraden. Die Bilder der Gesichter von Terence und Alina blitzen vor ihren Augen wieder auf. Sie wollte das Gesicht von Reeston sehen, damit sie wenigsten wusste wie er gestorben war, doch etwas in ihr sträubte sich dagegen. Ein Teil von ihr wollte seine letzte Ruhe nicht stören, da sie es als respektlos empfand. Durch den Verlust des ihr als Mentor dienenden Ausbilders niedergeschlagen, salutierte sie langsam, ehe sie sich erhob und ihre Maske wieder aufsetzte. Reeston hatte ihr beigebracht, dass eine Anführerin ihrer Truppe Kraft und Zuversicht spenden musste, auch wenn sie keines davon mehr besass. Auch wenn das bedeutete mit der Last seiner Trauer allein zu sein. Jeder grosse Anführer in der Geschichte war auch nur ein Mensch gewesen und doch waren sie stark genug gewesen Tausende zu führen. „Vorwärts, Team Bravo, bringt die Verletzten nach unten… wir haben den Stützpunkt gesichert… gute Arbeit von allen.“ Noch nie hatten sich Worte so falsch angefühlt und einen so bitteren Nachgeschmack in ihrem Mund hinterlassen und dennoch wollte sie ihre Kameraden Loben. Keiner hatte etwas falsch gemacht. Ihre Verluste waren auf simples Pech zurückzuführen und die Verluste der Verteidiger hatten sie nicht verhindern können.
 
Beim entlangschreiten des Ganges hatte Jenni alle Mitglieder von Team Bravo passiert, bis auf Eine. Während sie über den zerschossenen Bodenbelag schritt, hielt sie plötzlich Inne. Nachdem sie für einen Moment überlegt hatte die Position ihrer Kameradin anzeigen zu lassen, verwarf sie den Gedanken wieder. Sie brauchte die Ortung nicht um Arsilia zu finden. Getrieben von einem Gefühl, einer Vermutung, bog sie in eines der Zimmer ein aus dem Rauch quoll. Die gepanzerte Gestalt die sich in dem Raum aufhielt, stand am Fenster, den starren Blick in die Ferne gerichtet. Ohne ein Wort zu sagen stellte sich Jenni neben sie, lehnte sich mit der Schulter an den Fensterrahmen und blickte ebenfalls über die, in schwärzester Nacht gehüllten, Wälder hinweg. Arsilia hatte ebenfalls ihre Maske aufgesetzt. Sie beide waren Kriegerinnen und auch wenn sie sich ihrer Tränen nicht schämten, behielten sie sie für sich. Obwohl es niemanden gab ,der ihren Schmerz besser hätte verstehen können als ihr Gegenüber, schotteten sie sich ab und dennoch wusste jede von den beiden, dass die Andere sie verstand und ihre Gefühlte teilte. Es bedurfte keiner tröstenden Worte oder Gesten, die reine Anwesenheit einer Person desselben Schlages und das Wissen von deren Verständnis half den Schmerz zu lindern. Es wäre problemlos möglich gewesen bis zur Dämmerung ins nichts zu starren, die Gedanken treiben zu lassen und das erlebte zu verarbeiten oder zu verdrängen. Nachdem sie ungefähr zwanzig Sekunden, wie Jenni schätzte, genau konnte sie es nicht sagen, da sie ihr HUD ausgeblendet hatte, trat sie von der Wand weg. Die wortlose Aufforderung verstehend tat Arsilia es ihr gleich. Einen letzten Blick aus dem Fenster werfend, bevor sie zurück auf den Hauptplatz traten, ahnten die beiden nicht, dass sie beim flüchtigen betrachten des Sternenhimmels den Todesschreien hunderter Welten entgegensahen.
 
„Was ist passiert, weshalb bist du…“ Der Gesamte Bravo-Trupp war bereits mit einigen Verletzten im Schlepptau nach draussen getreten und befand sich nun auf dem Weg zum Arsenal. Eric der keine Ahnung hatte weshalb seine Gesprächspartnerin einfach plötzlich wie eine Irre davongerannt war, erwartete sie auf dem Hauptplatz und sah sie nervös an. Wir haben einige Überlebende… Reeston…“ Jenni blickte ihn kurz durch ihr Visier an, selbst hinter der von aussen blickdichten Scheibe schaffte sie es nicht seinen Blick lange zu erwidern. „Der Colonel hatt`s nicht geschafft.“ „Was meinst du damit?“ fuhr er sie an. „Eric, lass gut sein, ich erkläre es dir gleich…“ Der Verletzte Soldat der an ihm vorbei trat, wobei ihm ein Mitglied der BDF stützte, versucht seinen Kameraden etwas zu beruhigen. „Jenni was soll das heissen?“ „Das soll heissen, dass er Tot ist!“, erwiderte sie genauso bissig wie ihr Gegenüber, ehe sie ihn hinter sich lies. „Als ich ihn gefunden habe, hat er noch gelebt aber ich konnte ihm nicht mehr helfen, er hatte bereits zu viel Blut verloren.“ „Verdammt…“, zischte der Soldat ungläubig vor sich auf den Boden starrend. Mit einer Hand strich er sich durch die Haare, während er weitere leise Flüche von sich gab. Eilig schloss er zu der Anführerin der BDF auf, die ,nachdem sie an ihm vorbeigegangen war, nach einigen Schritten zum Stillstand gekommen war. „Und was jetzt?“ „Ich weiss auch nicht… ich… jeder mit Sanitäterausbildung begibt sich in die Werkstatt und hilft bei der Versorgung von Erics Männern.“ Etwas verzögert trafen die Bestätigungsmeldungen der betroffenen Biotiker ein. Shalera kam ihnen von der Werkstatt her entgegen, um beim Transport der Verletzten zu helfen. „Wir müssen so schnell wie möglich nach Sunsetbay um….“ „Warte mal.“ Eric war mittlerweile an Jenni herangetreten und legte dieser die Hand auf die Schulter. Als sie sich ihm zuwandte deutete er ihr mit einer Geste an ihr Maske abzusetzen. Erst nachdem sie seinen nachdenklichen Blick einige Sekunden lang erwidert hatte, griff sie widerstrebend nach ihrem Helm. Mit einem leisen klicken löste sie den gesamten Helm von seiner Halterung und setzte ihn ab. Das Gefühl der kühlen Nachtluft die über ihre Haut strich war herrlich, trotz des grässlichen Gestankes. Wenn sie ihre Augen schloss, waren das einzige das sie sehen konnte die Bilder von Kämpfen die sie ausgetragen hatte oder diejenigen, die das Innere einer Zelle zeigten. Auf dem Weg den sie in den letzten Tagen gegangen war, waren Leichen, Schmerz und Verzweiflung stets ihre einzigen Begleiter gewesen. Der kräftige Wind, der durch ihre Haare strich, war das erste Zeichen von Freiheit welches sie wirklich spüren konnte. Eric der geduldig gewartet hatte bis sie ihren Helm abgesetzt und in die Armbeuge geklemmt hatte, sah sie noch immer mit nachdenklicher Mine an. „Ich weiss, ich habe nicht gesehen was in Sunsetbay los ist und vielleicht ist das auch besser so, aber wir können jetzt nicht einfach lospreschen. Es gibt Verletzte die wir versorgen müssen und die Überlebenden müssen irgendwie evakuiert werden. Wenn wir nun gehen, ist niemand mehr da um das Gelände zu verteidigen. Ich sags nur ungern aber wir müssen den Stützpunkt vorerst aufgeben.“ Sie streifte seine Hand ab nickte jedoch. „Ok, momentan scheint die einzige Möglichkeit dafür die Linz zu sein. Wir sind mit deren Shuttles hierhergekommen. Wir haben heftigen Beschuss abgekriegt, aber wenn sie noch funktionieren, können wir damit die Verletzten und alle nicht Kampffähigen Personen ausfliegen.“ „Gut, unsere Kommunikation funktioniert jedoch nicht mehr, die Schüssel hat arg gelitten unter dem Beschuss“, meinte der N7 Soldat und deutete auf einen zerlöcherten, verbogenen Schrotthaufen auf den Dach des Hauptgebäudes. „Diese Dinger mögen ja zu blöd sein, um eine effektive Strategie einzusetzen aber sie haben definitiv Prioritäten gesetzt beim Angriff und die Schüssel gezielt ausgeschaltet. Glücklicherweise konnten wir euch mit einem Ersatzsender noch erreichen. Wir werden sie also anfliegen müssen um direkt Kontakt aufzunehmen.“ „Gut, wir packen alles zusammen was wir gebrauchen können, während du dich um den Transport der Verletzten kümmerst. Wenn alles nach Plan gelaufen ist, müssten unsere Shuttles in einiger Entfernung kreisen, ich lasse sie hier landen.“
 
Der Treppenschacht der ins Untergeschoss führte wurde nur durch das spärliche Licht, welches von oben hineinfiel, beleuchtet. Kleine Verputzklümpchen, die die Stufen säumten, knirschten unter ihren Sohlen bei jedem Schritt. Die Dunkelheit stellte dank der Nachsicht kein Problem dar ,aber der Lärm liess sich nicht vermeiden und verriet ihre Position. Als sie mit angelegter Waffe um die Ecke spähte, konnte Jenni erkennen, dass die schwere Tür zum unterirdischen Teil des Hauptgebäudes einen Spalt breit geöffnet war. „Eine Schiessscharte!“ Der Gedanke schoss ihr gerade noch rechtzeitig durch ihren Kopf. Unweigerlich zuckte sie zusammen, als sie das Aufblitzen des Mündungsfeuer sah. Nur durch ihre Barriere blieb die junger Biotikerin unverletzt. Mit einem Ruck warf sie sich nach hinten, konnte den ersten Projektilen aber bereits nicht mehr entgehen. Mit einem bläulich schimmernden flackern einhergehend wurde ihre Barriere durch die Einschläge erschüttert. In der Mauer vor ihr platzen Splitter ab und hagelten gegen ihre Rüstung. „Feuer sofort einstellen, die gehören zu uns!“ Die weibliche Stimme die vom unteren Ende der Treppe drang klang äusserst gereizt. „Vollidiot! Hast du schon mal eines der Dinger mit ner Barriere gesehen?! Jenni, seid ihr das?“ „Positiv, nicht schiessen, ja?“ Nach einem Moment in Deckung, in dem sich ihre Barriere wieder etwas regenerieren konnte, trat sie erneut an die Ecke heran. Erfreulicherweise fiel ihre Begrüssung diesmal freundlicher aus. „Es tut mir unglaublich leid ich…“ „Jenni!“ Ein ihr vertrautes Lächeln erschien am unteren Ende der Treppe. Die Tür stand nun offen und aus dem inneren fiel Licht ins Treppenhaus. Jeremy trug eine normale Allianzrüstung, jedoch keinen Helm. Neben ihm trat eine schlanke Frau aus dem Raum an deren Rücken ein Schwert hing. Wie jedes Mal wenn Jenni sie sah trug sie ihre Rüstung und ihren Helm. Erst jetzt fiel ihr auf, dass sie das Gesicht von Nacyra noch nie gesehen hatte. „Das Gelände ist gesichert, sind noch weitere Überlebende bei euch?“ Die Frage war an ihren Kameraden gerichtet. „Ja, aber nicht viele… schön dich lebend wieder zu sehen“, erhielt die Rothaarige von diesem als Antwort. Freundschaftlich nahm sie ihn zu Begrüssung in den Arm. „Gleichfalls“ Erst nachdem sie sich einen Augenblick später wieder von ihm löste, wandte sie sich an die anderen beiden Verteidiger. „Gute Arbeit. Wie viele Überlebende habt ihr?“ „Nicht viele, wir sind zu sechst, zwei nicht Kampfausgebildet, einer davon ist verletzt“, meinte Nacyra. Ungewöhnlicherweise war ihrer sonst immer sehr beherrschten Stimme die Erleichterung anzuhören. „Was ist draussen geschehen? Als der Angriff angefangen hat mussten wir uns hier einigeln und hatten seitdem keinen Kontakt mehr zum Rest des Stützpunktes.“ Jenni war mittlerweile ins Innere des Raumes getreten, um sich umzusehen. „Da ist kaum noch was übrig das man als Stützpunkt bezeichnen könnte. Ausser Eric und nem Teil seiner Leute, Marcel und einigen wenigen Wachen sind alle Tot… sogar Reeston hat’s erwischt.“ Ungläubig starrte Jeremy sie an. Gerade als er dazu ansetzen wollte etwas zu sagen, unterband seine Kameradin diesen versuch mit einem Handzeichen. „Ich erklär dir das Ganze später, wir müssen schnellstmöglich alle Verletzten und Zivilisten von hier Wegschaffen, wir geben den Stützpunkt auf und evakuieren… Die Kolonie wird gerade in Schutt und Asche gelegt, wir müssen dahin.“ Noch ungläubiger als zuvor blieb Jeremy stehen. „Jeder der selbstständig gehen kann muss mitanpacken. Schafft alles was ihr an Ausrüstung finden könnt nach oben in den Eingangsraum, wir wollen nichts zurücklassen was wir später brauchen könnten.“ Die Stimme der BDF Anführerin war mittlerweile wieder kalt und streng nachdem sie die Aufregung und den Schock von vorhin verarbeitet hatte. Mit einem Nicken bestätigte die Ausbilderin und trat auf die Tür zur Umkleide im hinteren Teil des Raumes zu. „Über internen Funk gab Jenni ihren Kameraden Anweisungen damit alles koordiniert ablief, während sie der Ausbilderin mit etwas Abstand folgte.
 
„Was tust du da?“ Die Angesprochene zuckte kaum wahrnehmbar zusammen, warf einen Blick über die Schulter und seufzte dann leise. Arsilia hatte gehofft ihr Vorhaben abschliessen zu können ohne unnötige Aufmerksamkeit zu erregen. „Etwas worum mich Reeston noch gebeten hat bevor er gestorben ist“, erwiderte sie ausweichend auf Jennis Frage. Diese war bis vor wenigen Augenblicken noch damit beschäftigt gewesen nach den Überlebenden zu sehen, wo sie Dr. Larn, die Psychologin, die sie einst begutachtet hatte, wieder getroffen hatte. Ihr waren der Stress und die Angst deutlich anzusehen, trotzdem bemühte sich die Frau möglichst souveränen Ausdruck zu wahren. Nachdem sie sich ein kurzes Bild gemacht hatte wer die Überlebenden waren und wie ihr Zustand war hatte sie sich zurück in den Hauptraum begeben. Der hell erleuchtete Raum aus grobschlächtigen Stahlbetonwänden und kalter Beleuchtung barg eine Menge Erinnerungen. Nicht nur das sie praktisch jedes Mal hier ihre Rüstungen angelegt hatten, es war auch der Ort, an dem aus ihnen die BDF geworden ist. Der Ort, an dem sie das erste Mal mit ihrer Rüstung “verschmolzen“ war.     
 
 
Da es das auch schon wieder war hoffe ich das es euch gefallen hat und ich freue mich natürlich immer über Feedback, auch kritisches. Bis zum nächsten Kapitel wünsch ich euch noch ne gute Zeit 
Elitedefender2


#647
jjhghd

jjhghd
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Solange die kapitel kommen, ist es mir egal wie lange ich warten muss. :) Kannst dir ruhig Zeit lassen.



#648
elitedefender2

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Ich sags jetzt einfach mal direkt ;`(
 
Leider habe ich keine Zeit während meiner Abschlussarbeit (Projektarbeit über ne gewisse Zeit) noch an meiner Geschichte zu schreiben.
Auch nach mehr als einem Monat habe ich es nicht geschafft das angefangene Kapitel zufriedenstellend zu beenden. Da ich nur kurze Zeitfenster habe in denen ich schreiben kann oder einfach keine lust mehr auf schreiben hab nach 2-3 Stunden Arbeit an der Dokumentation , zusätzlich zum arbeiten muss ich es sein lassen. Schliesslich will ich nicht zu gunsten der Quantität die Qualität leiden lassen.
 
Bin mir sicher ihr versteht das. Wünsch trotzdem noch ne gute Zeit bis dahin
Freundliche Grüsse Elite^^


#649
jjhghd

jjhghd
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Kann ich nachvollziehen und ich finde deine Entscheidung gut :) Ich warte lieber lange auf etwas gutes, als jede Woche irgend was schlechtes zu bekommen. Und am wichtigsten ist immer noch, dass du Spaß am schreiben hast. 



#650
elitedefender2

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Ein Weihnachtswunder ist geschehen Elite aus seinem Winterschlaf erwacht.... 
zumindest fast.
So wir habens geschafft unsere VA ist geschrieben abgegeben und präsentiert. Wie gut wir damit abgeschnitten haben wissen wir zwar noch nicht, wir wurden jedoch schon mal nominiert als beste arbeit unserer Klasse.... Yay :D
 
Kommen wir nun aber zum interessanten punkt für euch.... 
Nach dem ich eine lange pause gemacht habe war ich etwas eingerostet und hab darum noch n moment gebraucht um das Kapitel fertig zu stellen, darum hab ich mich entschieden es als Weihnachtsgeschenk raus zubringen.
An der Stelle möchte ich mich auch noch mal ganz herzlich bedanken bei all jenen die mich mit Feedback und Kommentaren unterstützt haben.  
Besonderer Dank geht an die zuständigen welche euch meine Rechtschreibe und Interpunktionsverbrechen ersparen, sprich meine texte korrigieren und K13f3R6RucH für seine immerwährenden ausführlichen Feedbacks
 (Direkt an mich gesendet deshalb hier nicht drin)
^_^
 
SO jetzt aber 
Kapitel 55
 
 

 

„Sind sie sicher? Diese Aktion kann nicht wieder Rückgängig gemacht werden und darf nur im Falle der Gefahr einer feindlichen Übernahme eingeleitet werden.“ Eine kleine Schaltfläche leuchtet auf. Etwas zögerlich bewegte Arsilia ihre Hand auf die Schaltfläche zu, warf Jenni aber noch einmal einen Blick zu, um sich zu vergewissern, dass diese einverstanden war. „Na dann…“ gefolgt von einem leisen Piepsen erlosch die Schaltfläche wieder. Die Stimme der Serverinternen VI meldete sich einen Moment später wieder. „Lösche sämtliche Daten… Es war mir eine Freude ihnen dienen zu können. Bitte halten sie etwas Abstand zum Gerät, der Server Mxk2-33R wird Prozessoren und Speicherkarten überhitzen, um eine Rekonstruktion unmöglich zu machen… leben sie wohl.“ Erstaunt starrten die beiden Soldatinnen auf den Grauen Kasten vor ihnen. Das Blinken der Signalleuchten erlosch schlagartig, während das Gerät für einen Moment lange zu surren begann. Der Geruch von verschmorter Elektronik begann sich auszubreiten, während die letzten Geräusche aus dem grauen Kasten erstarben. „Das wars? Irgendwie hätte ich mehr erwartet.“ Arsilia drehte sich mit einer wegwerfenden Geste um und trat auf die Tür zu ,durch welche sie den Raum betreten hatte. „Irgendwie seltsam, findest du nicht? Wir haben alles verloren, unser Zuhause unsere Familien… und jetzt besiegeln wir selbst das Schicksal des letzten Ortes den wir noch hätten Zuhause nennen können. All unsere Ausbildungsdaten waren auf diesem Server gespeichert, wer weiss ob es davon überhaupt noch irgendwo ein Backup gibt.“ Jennis Blick ruhte noch einen Moment lang auf den Gehäuse des Servers, ehe sie sich umdrehte, um zu ihre Kameradin aufzuschliessen. „Wenn das alles vorbei ist und wir noch leben, können wir so vielleicht neu anfangen, wenn unsere Vergangenheit hier unten begraben liegt.“ Die Einschätzung der Asari liess ein Lächeln über Jennis Lippen huschen und für einen Moment wollte sie Arsilia für ihren Optimismus beneiden.

 

Die fauchende, grelle Flamme der warfen ein diffuses rotes Licht in die Runde und zuckende Schatten auf den Boden. Alle Anwesenden schwiegen, den Blick vor sich zu Boden gewandt. Die noch funktionsfähigen Shuttles hatten die Verletzten und Kampfunfähigen, sofort nachdem das Gebiet gesichert und alle Überlebenden geborgen waren, aufgenommen und sich auf den Weg zur Linz gemacht. Es hatte sie viel Überzeugungskraft gekostet auch Jeremy zu überreden den Stützpunkt zu verlassen. Erstmal unter sich, hatten die Soldaten von Erics Trupp beschlossen ihren gefallenen Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Während der grösste Teil ihrer Einheit damit beschäftigt gewesen war Material, Waffen, Munition und Medizin zusammenzutragen hatte Jenni und einige wenige ihrer Kameraden Eric und seinen Leuten geholfen die Gefallenen auf den Hauptplatz zu schaffen. Da ihnen die Zeit fehlte ein anständiges Begräbnis zu organisieren, hatten sie sich entschieden ihre Körper einzuäschern und dem Feind somit die Chance zu nehmen die Toten zu irgendwelche Perversionen ihrer früheren selbst zu machen. Keiner hatte seitdem gesprochen. In Gedanken waren alle damit beschäftigt Abschied zu nehmen von denen die sie verloren hatten. Der härteste Teil dieser letzten Arbeit war es gewesen ihre beiden Kameraden aus ihren Rüstungen zu holen. Nicht nur damit sie ihre Überreste den Flammen übergeben konnte, auch wenn es kalt erschien mussten sie sich darauf vorbereiten dass sie für lange Zeit keine Ersatzteile für ihre Rüstungen mehr bekommen könnten. Jedes noch funktionierende Teil musste geborgen werden. „Es wäre bestimmt ihr Wille gewesen, dass wir das Beste aus ihrem Opfer machen.“ Mit diesem Gedanken hatte sie sich dazu gezwungen den Anblick ihrer blassen starren Kameraden zu ertragen, während sie ihre Rüstung entfernte. Immer wieder musste sie die Gliedmassen ihrer Kameraden bewegen und die knorpligen, knirschenden Laute der gebrochenen, sich verschiebenden Knochen ertragen. Auch wenn sie sich hatte dagegen aussprechen wollen, hatte Shalera sich nach kurzem zu ihr gesellt um ihr zu helfen. Nicht nur weil die Demontage der teils verbogenen und verkeilten Teile schwer und kompliziert war, auch wollte sie Jenni etwas Gesellschaft leisten. Ihre rothaarige Kameradin war bereits vor dem Verlust viel schweigsamer geworden und nun schien sie sich noch mehr abzukapseln, was der jungen Sanitäterin zunehmend Sorge bereitete. Die restlichen Arbeiten waren zügig erledigt worden weshalb sie die letzten waren die auf dem Hauptplatz eintrafen. Die Beiden Körper von Alina und Terence waren in schmutzige Bettlaken gehüllt zu den anderen gelegt worden. Solange der Kampf angedauert hatte, war ihnen der Umfang der Verluste nie bewusst gewesen. Dutzende in weissen Stoff gehüllte Körper lagen aufgestapelt auf einem provisorisch, aus den Überresten der Möbel der Basis aufgeschichteten Holzhaufen.   

 

In einem grossen Halbkreis vor dem Scheiterhaufen aufgestellt verharrten die Soldaten schweigend, die Blicke auf den einzigen im Bunde gerichtet der nicht in ihrer Reihe stand. Eric war vorgetreten, eine Signalfackel in der Hand haltend. „Soldaten…“ kaum begonnen stoppte er auch schon wieder. „Freunde… wir haben heute viele verloren, die uns treue Begleiter waren. Ich weiss genauso gut wie jeder von euch wie hart das Leben als Soldat ist. Wir sind alle gemeinsam durch diese Höhen und Tiefen gegangen und das hat uns zusammengeschweisst. Wenn ich mich an jene erinnere von denen wir hier und heute Abschied nehmen müssen, dann spüre ich, dass wir heute mehr verloren haben als bloss Kameraden, diese Männer und Frauen gehörten zur Familie.“ Eric Stockte kurz, offensichtlich suchte er nach den richtigen Worten um fortzufahren. „Sie haben ihre Leben gegeben, um unsere zu retten, lasst nicht zu dass dieses Opfer umsonst war! Ich weiss nicht wer unser Feind ist oder weshalb er uns angreift, aber eines weiss ich mit Sicherheit, solange wir noch atmen, werden wir kämpfen. Wir werden ihnen zeigen, dass wir uns nicht so leicht unterkriegen lassen. Ich weiss, dass ich von euch verlange mir in die Hölle zu folgen, doch ihr folgt dabei nicht bloss mir, ihr folgt auch ihrem Beispiel!“ Mit der Fackel deutete er auf den Haufen neben ihm. Jenni warf einen flüchtigen Blick in die Runde, in den Gesichtern der Männer um sie herum spiegelte sich Trauer und auch Wut wieder, doch am deutlichsten stach jedoch die Entschlossenheit im Blick der Soldaten heraus. Eine Mischung aus Stolz und dem Willen nach Vergeltung liess das Feuer in ihren Seelen auflodern. „Sobald die Shuttles zurück sind werden wir uns auf den Weg nach Sunsetbay machen und diese Schweine für jeden einzelnen bluten lassen den sie heute getötet haben! Ich übergebe die Überreste unserer Kameraden nun dem Feuer, nehmen wir in Stille Abschied, ehe wir den Pfad beschreiten, den sie nicht zu Ende gehen konnten.“ Nachdem er seine Worte einen Moment hatte wirken lassen, trat Eric an den Scheiterhaufen heran. Die Flammen seiner Fackel sprangen sofort auf den Scheiterhaufen über und umhüllten diesen in Windeseile. Der Geruch von Öl welcher die kühle Nachtluft erfüllt hatte, wurde von der leichten, aufkommenden Brise davongetragen. Während sie schweigend verweilten, betrachtete Jenni die Flammen. Ein weiteres Mal war sie gezwungen Abschied zu nehmen von ihrem gewohnten Umfeld. Begleitet von einem tiefen, wenngleich leisen, Seufzen wandte sie sich von den Flammen ab, um stattdessen ihre Kameraden zu sehen. Seit Trainingsbeginn war die BDF immer wieder geschrumpft. Würde sie irgendwann alleine zurückbleiben? Sie schüttelte diese unangenehme Frage eilig ab. Die vom Feuer beschienen Gesichter hatten alle etwas Familiäres, sie trainierten und kämpften seit Monaten Seite an Seite und kannten sich besser als jeder Andere. Sie konnte jedem von ihnen voll vertrauen, denn jeder von ihnen würde ihr in den Kampf folgen…“ Ihr Blick stoppte. „Manche vielleicht sogar noch weiter.“ Durch die Dunkelheit fast schon schwarz wirkend und nur von einem schwachen ungleichmässigen orangen Licht beschienen wirkten die Gesichtszüge der Asari fremd und verzerrt, doch Jenni hätte ihre Augen auch schliessen können und noch immer genau gewusst wie Kiaras Gesicht aussah. Die geradezu melancholischen Gedanken die sich in ihren Verstand schlichen, waren in dieser Situation mehr als störend, weshalb Jenni sie abzuschütteln versuchte. Es war nicht das erste Mal, dass ihre Gedanken in die Richtung ihrer Liebsten abgedriftet waren, doch seitdem sie den Angriff auf Cerberus gestartet hatten war sie nie dazu gekommen ungestört mit ihr zu reden. Es hatte sie bedrückt, dass sie niemanden mehr hatte mit dem sie so offen reden konnte oder wenigstens kleine Zärtlichkeiten austauschen konnte. Mit einem Nadelstich gleichen Schmerz in der Brust wandte sie sich von Kiara ab. Jetzt war nicht der Richtige Zeitpunkt.

 

Die Niedergeschlagene Stimmung der Soldaten war in den Hintergrund gedrängt worden als über den Funk der BDF die Meldung der Shuttles reingekommen war, dass sie in wenigen Minuten wieder beim Stützpunkt ankommen würden. Eilig hatten sich alle noch verbleibenden Soldaten daran gemacht das Arsenal zu plündern. Seltsamerweise erfuhr Jenni eine seltsame Vorfreude in Form eines leichten Schauers, welcher über ihren Rücken rann als sie den vertrauten Geruch von Waffen Öl wahrnahm. Der Lift war Standardgemäss immer in der unteren Endlage angestellt, wenn er gerade nicht gebraucht wurde. Als der Angriff erfolgte, hatten die zuständigen Wachen den Strom unterbrochen, um dem Feind den Zugriff auf die Spezialausrüstung von N7 zu verwehren. Unglücklicherweise hatten sie die beiden zuständigen nur noch tot bergen können und waren nun gezwungen sich des Notfallweges zu bedienen. Die Schweren Rüstungen waren dabei nicht unbedingt hilfreich, der schmale Schacht war knapp bemessen und der Luke an dessen unterem Ende noch knapper. Die Beleuchtung des Raumes war ausgefallen, wodurch Erics Männer gezwungen waren mit ihren UWs für Licht zu sorgen. Dank der Nachsicht stellte die Dunkelheit für die Dropforce kein Problem dar. „Los schnappt euch so viel ihr tragen könnt, den Rest müssen wir hierlassen.“ Vorsichtig liess die rothaarige Biotikerin ihre gepanzerten Finger über den polierten Stahl der vor ihr liegenden Saber streichen, ihr Inneres zwiegespalten. Auf der einen Seite standen die Erinnerungen an ihren letzten Aufenthalt hier, dessen Folgen sie und ihre Kameraden hinter Gitter gebracht hatten, auf der anderen Seite stand das seltsame Kribbeln in ihrem Körper welches sie als Vorfreude beschrieben hätte. „Worauf zum Teufel freue ich mich denn?“

 

„Wie sieht unsere Strategie eigentlich aus?“ „Schwer zu sagen, wir haben ganz ehrlich gesagt keinen Schimmer was uns erwartet! Wie können die Linz nicht mehr erreichen, da etwas unseren Kontakt stört, wir bräuchten einen stärkeren Sender…“ „Also springen wir blind in ein Hornissennest?“ „Super, und was sind die schlechten Nachrichten?“, rief Selak mit vor Sarkasmus triefender Stimme dazwischen. „Diesmal gibt’s auch noch Verbündete da unten blindes Feuer fällt damit flach… wir sind ziemlich dezimiert worden, weshalb wir etwas vor der Kolonie aussteigen werden. Ich und mein Team werden versuchen einen Weg aus der Kolonie zu finden und einen Korridor zu sichern, auf dem wir die Zivilisten rausschaffen können… ihr springt mitten ins Kampfgeschehen und drängt den Feind weitest möglich zurück, wenn es uns nicht gelingt zu euch vorzustossen müsst ihr genug Raum schaffen, damit wir mit den Shuttles bei euch landen können, verstanden?“ Jene die sich ein Shuttle mit Eric teilten, antworteten mit einem Nicken, der Rest sendete eine Bestätigungsmeldung an Jenni. „Dann macht euch bereit, wir sind in wenigen Minuten da.“ Nachdem sie einen Moment gewartet hatte bis die umstehenden sich etwas in ihre Vorbereitungen vertieft hatten, rutschte sie etwas näher an Eric heran. Der neben ihr sitzende Soldat war gerade im Begriff seinen Helm aufzusetzen und strich sich vorher noch einmal durch die Haare, als er bemerkte das Jenni mit ihm reden wollte. Mit einem fragenden Blick und einer angehobenen Augenbraue sah er sie an. „Eric, was du gerade gesagt hast… wir… ich wurde nie für Zivilevakuierungen ausgebildet, noch nicht.“ Etwas erstaunt hob der junge Mann nun auch die zweite Augenbraue an. „Was?“ Sein Gegenüber senkte die Stimme noch weiter als ohnehin schon, was es fast unmöglich machte sie in dem lärmigen Innenraum des Shuttles zu verstehen. „Eric, ich weiss nicht wie ich eine Evakuierung in diesem Masse durchführen muss. Ich habe gelernt Leute zu kommandieren aber nur kämpfende Truppen, Soldaten, nicht irgendwelche Zivilisten oder Verletzte.“ „Dann hast du jetzt die Gelegenheit es zu lernen“, erwiderte er mit einem schlecht gespielten, halbherzigen Lächeln auf den Lippen. „Ich glaube du verstehst mich nicht, ich kann das nicht“, erwiderte sie bittend. Nachdem er einen Moment gestockt hatte, wanderten seine Augen die er soeben von ihr abgewandt hatte wieder zu ihr zurück. Diesmal fehlte jedoch jegliche Gutmütigkeit in seinem Blick. Seine Augen waren kalt und abweisend. „Dann wird es verdammt nochmal Zeit dass du es lernst! Das Leben als Soldat besteht nicht nur daraus andere Menschen abzuschlachten!“ Entsetzt über die Aussage ihres Kameraden wich Jenni etwas zurück doch Eric hielt den Abstand zwischen ihnen gering in dem er ihrer Bewegung folgte. „Ich weiss was ihr getan habt, weshalb euch Onekrov festgenommen hat und euch, besonders dich nicht wieder gehen lassen wollte.“ Mit blassem Gesicht starrte die Rothaarige Eric wortlos an. „Er hat mir die Aufnahmen geschickt was ihr angerichtet habt. Ich habe es niemandem erzählt, weil die Moral allgemein schon ziemlich im Arsch war. Es wir das Zeit dass du Verantwortung übernimmst… oder ist Töten das einzige dass du kannst?“ Mit Schrecken stellten sie beide fest, dass ihr Gespräch die Aufmerksamkeit der Umstehenden auf sich gezogen hatten, besonders da Eric den letzten Teil lauter ausgesprochen hatte als beabsichtigt. „Sag dus mir!“, forderte Jenni ihn auf, nun nicht mehr gedämpft. Ohne auf eine Antwort zu warten richtete sie sich auf. „Wenn töten das einzige ist wozu ich gut bin, dann werde ich damit leben müssen. Wir werden den Feind vernichten und das Gebiet sichern bis ihr zu uns stosst… lasst uns nicht zu lange warten, der Überraschungsmoment hält nicht ewig.“

 

Ohne dass ein weiteres Wort gefallen ist, erreichten die Shuttles die letzten Hügel die Sunsetbay noch von ihnen trennten. „Ich glaube das solltet ihr euch ansehen…“ Die Stimme des Piloten, atemlos und vor Entsetzen triefend beendete das Schweigen im Inneren der Shuttles. Die Türkonsolen wechselten von orange auf grün, da sie entriegelt wurden. Erics Hand berührte die hololythische Schaltfläche, Augenblicke später peitschte ihnen ein stürmischer Wind entgegen. Der Anblick der sich den jungen Soldaten bot liess vielen den Atem stocken. Hinter den Hügeln wuchsen dutzende riesige Rauchsäulen in den morgendlichen Himmel, der von hunderten Feuern beschienen wurde. Mit jeder Sekunde schmolzen die Hügel vor ihnen weiter dahin, bis schliesslich die ersten Konturen sichtbar wurden. Die wenigen mehr als zwei Dutzend Stockwerke hohen Bürogebäude die im Zentrum der Colonie standen waren jedoch nicht das erste das zu sehen war. Eine gigantische sich bewegende, spitz zulaufende Silhouette bewegte sich zwischen den Rauchsäulen träge voran. Die Form des Unbekannten Objekts war kaum auszumachen, da überall Gebäude in Flammen standen und die gesamte Kolonie in einen schwarzen Schleier hüllten. „Gottverdammt“, hauchte einer von Erics Kameraden. Was auf den Aufnahmen des Kreuzers noch wie eine Szene aus einem schlechten Film gewirkt hatte, stellte sich nun als grausame Realität heraus. Der Zustand der Kolonie war noch schlimmer als Jenni es vermutet hatte, seit sie losgeflogen waren hatten die Angreifer ganz schön gewütet. Vom Geschäftsviertel, dem am dichtesten bebauten Gebiet waren nur noch brennende Ruinen übrig. Ein feurig roter Strahl von blendender Helligkeit durchschnitt die Luft und liess riesige Feuerbälle aus den Fenstern eines weiteren Gebäudes quellen. „Irgendwelche Ideen wie wir das Teil “zurückdrängen“ sollen?“ warf Joshua spöttisch in den Raum. „Das macht die Sache in der Tat etwas komplizierter… springt am anderen Ende der Kolonie ab, wir können dieses “Ding nicht bekämpfen also gehen wir ihm am besten aus dem Weg. Wir evakuieren so viele Zivilisten wie möglich bis wir eine Lösung für dieses Problem gefunden haben.“ Eric rief eine Karte auf seinem UW auf. „Wir werden hier aussteigen….“ Eine grüne Markierung tauchte auf. „Ihr werdet hier abspringen, sichert das Gebiet und wartet bis wir zu euch stossen. Behaltet den Läufer im Auge, wenn er seine Position verändert müssen wir uns wohlmöglich eine andere Evakuierungsrute suchen. Sobald wir genug Überlebende geborgen haben lassen wir sie von den Shuttles evakuieren.“

 

Wenn sie je einen Albtraum gehabt hätte in dem sie durch Sunsetbay geschritten wäre, so entsprach dies mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit genau dem was sie gerade mitansehen musste. Die Sicht war in diesem Viertel nicht schlecht, da sich die Zerstörung hier noch in geringem Masse gehalten hatte, anscheinend hatten sich die Angriffe grösstenteils auf die dichter bebauten Gebiete konzentriert, zumindest die des Läufers. Kampfspuren waren dennoch überall zu erkennen. Bei ihrem Absprung waren sie nur auf wenig Widerstand gestossen doch der Feind schien sich neu zu formieren, denn seit mehreren Minuten herrschte beunruhigende Stille. Die Vitalwerte auf ihrem Display befanden sich alle im grünen Bereich und dennoch spürte sie einen seltsamen Druck der auf ihrer Brust lastete. Ihr früheres Zuhause glich nun einer Geisterstadt, in welcher sich nur noch in den Schatten hier und da etwas regte. Bisher hatte sich die Suche nach Überlebenden als ziemlich fruchtlos erwiesen, alles was sie finden konnten waren verwüstete Wohnungen und hier und da eine entstellte, angefressene Leiche. „Vielleicht ist das ja der Grund weshalb sie nicht, mehr hier sind. Wohlmöglich sind sie mit dem Viertel hier ja bereits fertig.“ Die Aussage der Asari war zwar alles andere als ermutigend , aber durchaus vorstellbar. Wären noch Überlebende in der Nähe hatten sie durch den Kampfeslärm aufgeschreckt werden müssen. Auch für einen Leien mussten die Unterschiede einer Allianzwaffe und denen der Angreifer offensichtlich sein. „Dann sollten wir keine Zeit verschwenden…. Eric, wo seid ihr?“ Nach ein paar Sekunden erhielt sie schliesslich Antwort. „Auf dem Weg zu eurer Position, wir haben bisher zwei Überlebende gefunden…. Bitte sag mir das ihr mehr Glück hattet.“ „Negativ“, antwortete die Rothaarige niedergeschlagen „Keinen einzigen. Ich fürchte wir müssen dieses Viertel abhaken, es ist auch kaum Feindpräsenz festzustellen, könnte gut sein dass sie hier schon fertig sind.“ Vom anderen Ende der Leitung waren leise Flüche zu vernehmen. „Ok, rückt weiter nach Osten vor, wir bewegen uns parallel zu euch am äusseren Rand der Kolonie entlang. Wer auch immer rechtzeitig realisiert hat dass sie angegriffen wurden wird mit grösster Wahrscheinlichkeit versucht haben aus der Kolonie rauszukommen…“ „Verstanden wir halten euch auf dem Laufenden.

 

„Scheisse! Beschuss von links!“ Die stille leblose Atmosphäre war einer Hölle aus Feuer, Rauch und durch die Luft schwirrender Geschosse gewichen. Arsilia schien mit ihrer Behauptung recht zu behalten, dass das erste Viertel bereits “abgeerntet“ gewesen war. Keine zehn Minuten weiter hatte sich auch das Umfeld komplett verändert. Nun näher am Zentrum der Kolonie hatte der Grad der Zerstörung massiv zugenommen, die Spuren des Läufers waren unübersehbar. Der einzige Vorteil den die herumliegenden Trümmer, und die Teils eingestürzten Gebäude boten war reichlich Deckung gegen den nun zahlreich vertretenen Feind. Dessen Truppen setzten sich aus den selben Perversionen zusammen wie bisher, nur dass hier die Zahl der drahtigen “Husks“ wesentlich höher war. „Ich glaube wir haben die “Überlebenden“ gefunden!“ Eine lange donnernde Salven von Denis Typhoon mähten eine weitere Gruppe hirnlos heranstürmender Gestalten nieder. „Das ist pervers, sie töten nicht einfach jeden den sie finden, nein, sie hetzen sie auf uns damit die Überlebenden zuerst ihre eigenen Kameraden abschlachten müssen und dann beim richtigen Angriff bereits erschöpft sind“, spie Ivana angewidert aus. „Das ist Effizienz. Sie nutzen jede Ressource um uns zu bekämpfen die sie haben. Wie im Mittelalter, Belagerer nutzen nicht selten die Leichen ihrer Gefallenen als Munition für die Katapulte um Brunnen zu vergiften.“ „Jetzt ist nicht der Zeitpunkt für eine Geschichtsstunde Deni! Los, vorrücken wir müssen sie zurückdrängen, achtet auf Überlebende.“ In Anbetracht der Zerstörung schien der letzte Teil geradezu lachhaft, aber sie waren bereits näher dran als zuvor. Zwar war der unter den Trümmern eingeklemmte zu schwer verletzt gewesen als das sie ihn hätten bergen, geschweige denn retten können. Shalera hatte dem Mann eine Dosis Schmerzmittel verabreicht die ausreichte um ihn schmerzlos von seinem Leiden zu erlösen. Wenigsten schien hier noch nicht alle Hoffnung verloren. Die Kämpfe waren stupide und abstumpfend. Wenn dies wirklich alles war das die Angreifer zu bieten hatten, musste der Angriff auf die Militärbasis sie bereits einen grossen Teil ihrer Truppen gekostet haben. Während sich in einiger Entfernung der träge Schatten hinter den Rauchsäulen langsam voranschob und bei jedem roten Aufblitzen des Himmels ein weiteres Gebäude in die Vergessenheit beförderte, folgte die Dropforce dem Pfad seiner Verwüstung. Einer langen Strasse folgend mähte sie eine Gruppe Feinde nach der anderen nieder, es schien als würde den Invasoren gar nichts daran liegen sie aufzuhalten. Die Gegenwehr war lachhaft und unorganisiert, was bei den jungen Biotikern ein Gefühl des Unbehagens auslöste. Es war jederzeit mit einem Hinterhalt zu rechnen. „Teilt euch auf, bildet drei Gruppen und such das Gebiet nach überlebenden ab, wir bewegen uns langsam Richtung Norden.

 

Es kam ihr vor als wäre es Ewigkeiten her seitdem sie das letzte Mal durch Sunsetbay geschlendert war, ohne Waffen, Krieg und Blut. Früher hatte sie eine ihrem Viertel eine Strasse entlang gehen können und sie hätte auch mit geschlossenen Augen gewusst was zu sehen gewesen wäre, inzwischen hätte das nicht einmal mehr bei ihrem ehemaligen Zuhause funktioniert. Alles was sie erkennen konnte waren die Scherben ihrer Vergangenheit, ihrer Kindheit, vielleicht sogar ihres gesamten Lebens. Dennoch, trotz all der Veränderung und der Zerstörung fühlten sich diese Strassen vertraut an. „Wir haben einen Überlebenden, sichern die Position!“ „Verstanden ich komme rüber, Trupp weiter vorrücken.“ Das erste mal seid sie hier gelandet waren schien ihre Mühe belohnt zu werden. Auch wenn es sich nur um einen einzelnen Überlebendend handelte wollte Jenni ihn mit eigenen Augen sehen. Nach dem kurzen Befehl spaltete sie sich von der Gruppe ab und machte sich zum auf ihrem HUD markierten Punkt des Überlebenden auf. Der Weg war kurz ,aber die Ruine eines Hauses lag zwischen ihnen, weshalb sie nicht sehen konnte wo der Überlebende lag. „Scheisse, ich schätze er wird nicht erfreut sein hier weg zu müssen.“ Die Worte von Joshua erreichten sie gerade als sie die letzten Geröllhaufen überwand. Ein alter Mann mit schütterem Haar kniete vor den eingestürzten Überresten eines Hauses. Erst als Jenni näher herantrat erkannte sie das er nicht ohne Grund da kniete. Shalera kniete neben ihm, doch schien er von der jungen Asari keine Notiz zu nehmen. Seine Augen waren fest auf etwas vor ihm auf dem Boden gerichtet. Nur noch drei Schritte von dem Greis entfernt stockte sie kurz. Eine Frau ähnlichen alters lag vor ihm auf dem Boden, das blasse Gesicht gen Himmel gerichtet unter einer massiven Platte eingeklemmt. Die Wände des Hauses waren eingebrochen, der Boden des ersten Stockes war praktisch in einem Stück runtergefallen und hatte den Unterleib der Frau unter sich begraben. Shalera sah Jenni durch das Visier ihres Helmes an und auch ohne deren Mimik zu erkennen wusste sie was die Sanitäterin ihr gleich sagen würde. „Jenni, er weigert sich ohne seine Frau zu gehen, aber wir haben keine Chance sie da rauszubekommen. Ihr Unterkörper ist… ist zerquetscht und ein Armierungseisen hat sie aufgespiesst… “Erst als Jenni sich zu dem alten Herrn herunterbeugte, erkannte sie dass sich die Augen und die Lippen der Frau noch schwach bewegten. „Oh Gott, sie…“ „Hat keine Schmerzen, Ihr Rückgrat ist zertrümmert sie spürt nicht einmal mehr ihre Arme.“ „Es Tut mir leid dass wir ihnen nicht helfen konnten, ich verstehe dass sie ihre Frau nicht zurücklassen wollen aber wir müssen sie hier wegbringen.“ „Nein…“ meinte der neben ihr Kniende vehement. „Meine Frau… Margrid ist das einzige was mir noch geblieben ist, ich kann sie nicht verlassen…“ Diese Stimme kannte sie, von früher als sie noch nicht bei den Allianz war.“ Als sie ihm vorsichtig die Hand auf die Schulter legte wandte er sich ihr zu. Das Gesicht des Altem Mannes war gezeichnet von Verzweiflung und Schmerz doch schien er es in Ruhe zu akzeptieren. In seinen Augen fehlte jegliches Feuer, da war nichts mehr das für das Leben kämpfen würde, er hatte sein Ende akzeptiert. „Mister Jenkins…“, haute die Rothaarige Biotikerin raus. Eilig riss Jenni sich den Helm vom Kopf. „Mister Jenkins, ich bins, Jenni.“ Wenn auch nur schwach zeigten sich Emotionen in seinen Augen, erstaunt musterte er ihr Gesicht. „Mein kleines Mädchen… was tust du denn hier?“ „Ich bin hier um…“ Sie wollte ihm sagen dass sie hier war um jene für den Angriff verantwortlichen Bluten zu lassen, doch das war nicht ihre Aufgabe hier. „Um Überlebende wie sie zu retten, wir haben Shuttles, wir können sie hier rausbringen…“ Sofort begann er langsam den Kopf zu schütteln. „Aber…“ doch auch ihr zweiter Versuch wurde von dem Alten unterbrochen „Kleines ich habe dir schon oft gesagt dass es unhöflich ist älteren zu widersprechen.“ Seine Stimme war schwach und leise, auch wenn er keine offensichtlichen Verletzungen aufwies war er am Ende. „Sie ist alles was mir noch geblieben ist, mein Geschäft meine Familie, es ist alles weg. Für mich gibt es keinen Grund mehr länger hier zu sein, ich räume den Platz damit neue junge Leute wie du nachrücken können. Ich bitte dich, zwing einen alten Narren nicht dazu noch länger zu leiden.“ Jenni kannte Mister Jenkins praktisch ihr Leben lang und in ihrem Inneren zerbrach etwas beim Gedanken daran ihn hier zurückzulassen, doch stimmte es was er gesagt hatte. Sie erkannte den Schmerz in seinen Augen, sie würde ihn nur quälen wenn sie ihn zwingen würde mitzukommen. „Verdammt“, zischte sie leise. Tränen rannen über ihre Wangen und der Versuch sie mit dem gepanzerten Handschuh wegzuwischen blieben erfolglos. „Ich verstehe…“ Sie griff an ihren Gürtel und holte einen kleinen Metallzylinder hervor. „Die funktionieren immer noch wie zu ihrer Zeit, Splint ziehen, Knopf drücken und festhalten… lassen sie nicht zu dass die sie oder ihre Frau erwischen.“ Mit einem leichten Lächeln umschlossen seine müden Hände den Zylinder und er blickte sie mit einem Lächeln im Gesicht an, dem Letzten dass er ihr je schenken würde. „Es tut mir leid wegen deiner Familie…“ „Nein, mir tut es leid, dass ich es ihnen nicht ersparen konnte... leben sie wohl Mister Jenkins…“ Sie richtete sich auf ging an ihm vorbei und klopfte Shalera auf die Schulter, via Marker auf dem HUD zeigte sie ihren Kameraden an weiter zu gehen, in der Hoffnung den Knall der Granate nie vernehmen zu müssen.

 
 
Damit wars das leider auch schon wieder. Ich hoffe ich konnte euch die Festtage wenigstens etwas verschönern und freue mich auch im nächsten Jahr wieder das eine oder andere Kapitel präsentieren zu können ^_^  Bis dahin wünsch ich ne gute Zeit, schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
freundliche Grüsse Elite