Super Awesome Stories: Aftershock, Sense of Smell, Bleeding Memories, Salvation etc.
#626
Napisano 16 styczeń 2014 - 08:14
#627
Napisano 16 styczeń 2014 - 06:59
Ne ganz ehrlich, ich denke nicht das ich für einen Verleger genug gut schreibe, natürlich würde es mich freuen aber wahrscheinlich würde da nicht viel draus werden. Die Sache mit den Rechten wäre leider wirklich ein Problem, weshalb ich mich vorerst mit Online Veröffentlichungen begnügen werde.
Danke aber an dich Tom, ist n grosses Lob das du in der Geschichte das Potenzial siehst^^
#628
Napisano 17 styczeń 2014 - 06:12
Sollte bloß ein Lob sein
@Elite
War mir eine Ehre !
#629
Napisano 19 styczeń 2014 - 01:37
Aber jetzt ist diese Zeit vorbei und ich hoffe euch auch in diesem Jahr wieder viele spannende Kapitel liefern zu können.
Anfangen tun wir damit gleich jetzt...
Kapitel 47
„Das wird so niemals funktionieren, wie wollt ihr
das bewerkstelligen? Ihr würdet sofort auffliegen.“ Jeremys Stimme klang fest
und selbstsicher, ganz anders als noch vor wenigen Minuten.
Er war von seiner Kameradin via UW kontaktiert
worden, Jenni hatte ihn gebeten sich mit ihr zu treffen. Es war eigentlich
nichts ungewöhnliches dabei sich mit seinen Kameraden zu treffen, auch wenn er
kaum mehr direkt mit ihnen zu tun hatte so tat er doch immer noch sein bestes
sie zu unterstützen. Er leitete wichtige Informationen weiter, organisierte
Gebäudepläne oder Informationen über feindliche Truppenstärke und Geländebeschaffenheit.
Es war für ihn immer erhebend zu sehen dass seine Freunde ihn immer noch als
einen Teil der Einheit sahen obwohl er seit seines Unfalls beim Absprungtraining
nicht mehr mit ihnen kämpfen konnte. Nicht selten zuckte er nachts zusammen und
fand sich verschwitzt in seinem Bett liegend wieder, vor dem geistigen Auge die
verblassenden Bilder jenes Tages. Die Schmerzen waren längst verschwunden doch
das seltsame entsetzte Gefühl blieb noch immer. Wann immer er die letzten
Momente seiner Karriere als Kämpfender Soldat durchlebte sah er auch das
Gesicht seiner Kameradin. Jenni wahr ihm damals zur Hilfe geeilt, auch wenn
diese sich hauptsächlich auf einen Schlag an den Kopf beschränkte. Oft hatte
die Erinnerung ihn mit einem wehmütigen Lächeln zurückgelassen, einen Freund
K.O. zu schlagen um ihn vor schlimmeren Schmerzen zu bewahren war nicht gerade
das was ihm bei „Erste Hilfe“ in den Sinn kam. Als er in den besagten Raum
getreten war hatten ihn dort gleich zwei seiner Kameradinnen erwartet. Obwohl
er sich stets gefreut hatte mit ihnen reden zu können war diesmal etwas anders.
Der Raum schien von einer unnatürlichen Kälte erfüllt zu sein, die erdrückende
Stimmung erstickte das ansatzweise Lächeln in seinem Gesicht Augenblicklich.
„Was ist denn los?“ „Jeremy, wir haben nicht viel Zeit, ich werde mich nicht
wiederholen also hör mir bitte gut zu.“ Was in den nächsten zwei Minuten folgte
brannte sich in Jeremys Verstand ein. Seine beiden Kameradinnen hatten ihm ein
Vorhaben offenbart das ihn hätte entsetzen müssen, doch schienen seine Gefühle
sich im Unklaren zu sein. „Das wird so niemals funktionieren, wie wollt ihr das
bewerkstelligen? Ihr würdet sofort auffliegen. Jedes Shuttle das in irgend
einer Form abheben will muss vorher um Erlaubnis ersuchen. Wenn ihr nicht im
Flugplan eingetragen seid werdet ihr keinen Kilometer weit kommen ehe man euch
abschiesst… Ich brauche euch sicher nicht zusagen das ihr diese Erlaubnis
niemals kriegen werdet wenn ihr nicht eine genaue Missionsbeschreibung
einreicht die den Einsatz eines Shuttles rechtfertigt… Und denkt besser gar
nicht dran das reinzuschreiben was ihr mir gerade erzählt habt, das würde euch
nämlich wirklich einen Freischein einbringen, aber nicht für die Shuttles.“
Nach dem sich der junge Mann ziemlich in seine Erklärungen reingesteigert hatte
um seinen Kameradinnen den Wahnsinn ihres Vorhabens aufzuzeigen entspannte er
sich nun wieder etwas. „Das ist auch der Grund weshalb du hier bist, wir
brauchen die Unterstützung von jemandem der Zugriff auf den Server hat. Wir
brauchen deine Hilfe.“ Jeremy entwich ein Atemstoss durch den Mund und er
schüttelte ungläubig seinen Kopf. „Ihr meint das also tatsächlich ernst?“ Seine
ungläubige Stimme wurde zu einem Flüstern „Das ist doch Wahnsinn… was habt ihr
für einen Plan B?“ Er hob den gesenkten Blick so das er sich mit jenem der jungen
Frau die ihm gegenüberstand traf. In den beiden Smaragden funkelte nicht nur
Wut und Hass sondern ach eiserne Entschlossenheit. „Keinen“ gab diese halblaut
zurück. Beinahe hätte Jeremy gelacht doch er wusste dass seine Kameradin keine
Witze machte. „Das heisst euer ganzer Plan hängt schlussendlich an mir? Das
ganze Unterfangen steht und fällt mit meiner Entscheidung? Du bist Entweder
sehr selbstüberzeugt oder hast etwas das dich sicher macht mich überzeugen zu
können…“ „Nein, das einzige was ich habe ist keine andere Wahl. Du gehörst
genauso zu unserer Einheit wie jeder andere auch. Du hast Freunde und Familie
verloren wie wir auch. Du wirst zwar nicht kämpf….“ „Nein!“ Etwas erschrocken
stockte Jenni, sollte ihre ganze Planung umsonst gewesen sein? Sollte das
Versprechen an sich selbst bereits jetzt gebrochen werden? Jenes das sie sich
gegeben hatte als sie die Hand ihres Vater gehalten hatte und ihn vielleicht
das letzte Mal leben gesehen hatte? Noch ehe sie ihre schlimmsten Erwartungen
weiter spinnen konnte fuhr ihr Kamerad fort. „Du hast recht, ich werde nicht
mitkämpfen können, nie wieder. Ich habe meine Familie verloren genau wie viele
von euch aber etwas unterscheidet uns, ich hätte nie die Chance gehabt sie zu
verteidigen, ich hätte nicht mal was tun können wenn ich da gewesen wäre.“
Jeremy hatte sichtlich mit sich zu kämpfen, was er sagte stimmte leider. Jenni
hatte bis jetzt gar nicht daran gedacht, Jeremy sass auf dem Stützpunkt fest,
er hatte erst drei Tage später nach Sunsetbay reisen können um seine Familie zu
sehen. Da er der einzige Verwandte in der Nähe war hatte er den gesamten
Papierkram erledigen müssen. Drei Tage lang hatte er darauf warten müssen seine
Familie ein letztes Mal zu sehen, als kalte leblose Hüllen im Kühl Fach einer
Obduktionshallte. „Du willst von mir dass ich dir hierbei helfe, mich strafbar
mache, ein Verbrechen begehe. Ich bin nie mit Cerberus in Kontakt gekommen, ich
habe ihnen nie etwas getan, hat das sie daran gehindert meine Familie feige zu
ermorden? Nein!“ Unsicher was sie antworten sollte lies Jenni ihre Antwort aus.
Auch Arsilia schien nicht zu wissen womit sie eine Solche Aussage kontern
sollte. Es war Jeremy anzusehen dass ihm die Sache nahe ging, er unterdrückte
jedoch seine Tränen. Als hätte jemand einen Schalter tief in seinem Inneren
umgelegt veränderte sich der Gesichtsausdruck des jungen Soldaten. Seine
Muskeln entspannten sich und eine Emotionslose Maske entstand. Was seine
Kameradinnen nicht wissen konnte war das Jeremy sich geschworen hatte die
Trauer hinter sich zu lassen um weiter zu machen. Nach dem er seine Gefühle
runtergeschluckt und in der Tiefsten Spalte seines Seins weggeschlossen hatte
blieb nur noch der Wille die Schuldigen bluten zu lassen. „Ihr werdet sie
umbringen oder?“ Die Worte kamen mit einer Kälte und einer Entschlossenheit
über die Lippen des Biotikers die Jenni erschaudern lies. Sie verstand die Wut
ihres Kameraden gut, selbst wenn sie die Erlaubnis und die Möglichkeit hätten
zu kämpfen würde ihm die Genugtuung verwehrt bleiben. Diese Gefühl der
Machtlosigkeit musste unerträglich sein und sie empfand Mitleid mit Jeremy.
„Ja, gleiches wird mit gleichem vergolten, wir…“ „Gut“ er unterbrach sie
abrupt. „Ich kann nicht daran teilhaben also brauche ich nicht im Detail zu
wissen was ihr vorhabt, ich vertraue euch Gerechtigkeit walten zu lassen, auch
für mich. Du willst das ich mich der Beihilfe zum Mord schuldig mache… du gibst
mir die Möglichkeit Rache zu finden für meine Gefallen. Du bist meine Kameradin
und ich schätze dich wirklich sehr darum versteh mich nicht falsch. Das hier
tue ich nicht nur für dich, das hier tue ich in erster Linie für meine Eltern
und meine Schwester… ich habe nur eine Bedingung. Ich kann euch hierbei nicht
folgen also wirst du auch für mich Vergeltung üben müssen.“ Mit einer Mischung
aus Erleichterung das ihr Plan aufgegangen war du dem Entsetzen das sie diesen
Schritt nun wirklich gehen würde sah sie ihren Freund an. Dieser bot ihr die
Hand dar um ihren Packt zu besiegeln. Nach kurzem zögern ergriff sie die Chance
die sich ihr bot, die Chance auf einen Ausweg aus der Verzweiflung und zugleich
einen Abstieg in die Finsternis. „Das werde ich, verlass dich drauf.“ Er nickte
schwach und beugte sich etwas vor. „Also wie sieht der Plan aus?“ Nun trat
Arsilia in Aktion. Die Asari hatte sich bisher sehr zurückgehalten und das
Gespräch etwas distanziert verfolgt. „Also wir werden fünf Shuttles, unsere
Absprungausrüstung und Waffen brauchen. Es hat sich gezeigt dass in drei Tagen
der Optimale Zeitpunkt ist. Reeston wird nicht hier sein, da er Erics Trupp
besucht um neue Anwärter für N7 zu inspizieren. Damit ist das Grösste Hindernis
aus dem Weg geschafft, denkst du du schaffst das?“ Jeremy legte seine Stirn in
Falten und rieb sich die Schläfe. „Was wollt ihr als Grund für den „Ausflug“
nehmen?“ „Eine Übung, ein Simulierter Kampfabsprung auf einem benachbarten Planeten…“
„Schwierig, es ist zwar normalerweise so das keiner höherrangige Befehle
hinterfragt aber…“ mit einer ausholenden Geste begann Jeremy zu erklären. „Im
Normalfall wird die Kontrollstation nur nachsehen ob der Start genehmigt ist.
Die Piloten werden den Eintrag im Flugplan sehen und sich über die freie Zeit
freuen und das Arsenal die Freigabecodes überprüfen und das wars. Wenn nichts
Besonderes dabei ist wird niemand etwas merken. Den Planeten zu verlassen ist
dabei schon etwas schwerer, mit der Signatur, beziehungsweise der Genehmigung
von Reeston wird trotzdem keiner Fragen stellen… wer fliegt eigentlich? Ich
glaube kaum wo ihr einen der Piloten überreden könnt euch schnell anderswo
abzusetzen.“ „Wir haben eigene Piloten, einige von uns haben einen Crashkurs
absolviert“ warf Arsilia auf Jeremys frage ein. Dieser sah sie mit grossen
Augen an. „Macht ihr Witze? Wisst ihr wie lange ein Pilot trainieren muss um
überhaupt für einen Gefechtsflug zugelassen zu werden?“ „Heisst das es ist
nicht möglich?“ kam es abrupt von Jenni. „Möglich schon aber wenn die Piloten
rauskriegen das Amateure ihre Shuttles lenken sollen dann rennen die Reeston
die Bude ein. Wenn einer rauskriegt das ihr fliegen wollt ist die Sache
gelaufen…. was mir aber fast mehr Sorgen macht sind die anderen Ausbilder. Wenn
ich deren Einsatzplan umkrempeln muss werden sie sicherlich nachfragen und wir
werden auffliegen. Besonders Tirana könnte uns hier in die Quere kommen, sie
scheint allgemein nicht sehr gut auf dich zu sprechen zu sein…. Wenn das klappt
sollte der Start nicht sehr schwer sein. Wie wollt ihr es von der Zeit her
organisieren?“ Arsilia warf erst Jeremy und dann Jenni einen fragenden Blick
zu. „Wegen der Rückkehr, ihr müsst auch irgendwann wieder hierher zurückkommen,
mehr als 24 Stunden liegen nicht drin, da bräuchte ich eine spezielle
Genehmigung….“ „Ich glaube das Problem stellt sich eh nicht, wir müssen
Springen um unser Ziel zu erreichen, spätestens dann wissen die eh das was
nicht stimmt“ erwiderte die rothaarige Biotikerin. Jeremys nachdenkliche Mimik
wich einer entsetzten Mine. „Was, ich dachte die Sache würde unter dem Radar
verlaufen?“ „Das geht leider nicht. Es gibt gleich mehrere Punkte die das
unmöglich machen. Erstens wird der Munitionsverbrauch auffallen, wir dürfen
nicht einfach auf anderen Planeten rumballern. Zweitens wird Reeston
feststellen das da etwas mit dem Plan nicht stimmt da er die Übung nie
angeordnet hat und drittens müssen wir, wie bereits gesagt, springen…“ „So war
das aber nicht vorgesehen, wenn ich dennoch mitmache werdet ihr zwangsläufig
geschnappt. Damit würde ich nicht nur mein sondern auch euer aller Leben ruinieren.
Das kann ich nicht.“ „Ich kann dich zu nichts zwingen, und das will ich auch
nicht. Ich weiss wie viel ich von dir verlange und wenn du das nicht tun
möchtest verstehe ich das auch. In dem fall bitte ich dich lediglich alles zu
vergessen was du hier gehört hast.“ Jenni warf einen kurzen Blick zu Arsilia
und deutete ihr mit einer Geste an ihr zu folgen. Ungläubig folgte diese nach
einem Moment des Zögerns ihrer Kameradin her. Als die beiden schon fast die Tür
erreicht hatte überwand Jeremy den sie zurückgelassen hatte seine
Schreckstarre. „Woher weisst du überhaupt wo du hin musst?“ Jenni hielt in ihrer
Bewegung inne und ein Lächeln ihrerseits blitze auf. „Ein guter Freund hat mir
geholfen.“
„Los aufwachen du Faulpelz.“ Die neckische Stimme
gehörte Larina, der Kommando die bis vor einer Weile noch auf dem STG
Stützpunkt eingeteilt gewesen war. Seine Gedanken glitten ab, zurück in jene Zeit
in der er fast jeden Tag mit der Asari spazieren oder essen gegangen war. Warrek
war damals mit ihr verabredet gewesen und hatte sich kurz in sein Zimmer
verzogen um seine Klamotten zu wechseln war aber eingeschlafen da er die halbe
Nacht wach gewesen war um zusammen mit den Jungs von der technischen Abteilung
ein am Tag zuvor aufgetauchtes Problem zu lösen. Ungewollt war daraus ein
kleiner inoffizieller Wettkampf geworden. Es hatten sie zwei Gruppen gebildet
von denen jede die Lösung schneller hatte finden wollen. Der Sieg hatte ihn
viel Schlaf gekostet und schlussendlich dafür gesorgt dass er eingeschlafen
war. Sehr zu seinem Schreck wurde er durch den Anruf seiner Kameradin geweckt.
Sofort nach dem er bemerkt hatte was geschah war er aufgesprungen und hatte
versucht ihr zu erklären was schief gelaufen war, er wurde jedoch durch ein
Klopfen an der Tür unterbrochen. Etwas überfordert hatte er sie um einen Moment
gebeten und war eilig zur Tür getreten um den lästigen Störenfried abzuwimmeln,
schliesslich war er bereits spät dran. Als der Turianer die Tür mit grimmiger
Mine öffnete erstarrte er sofort in seiner Bewegung. Eine junge Asari in
Freizeitkleidung stand an die Wand gelehnt vor der Tür und lächelte ihn frech
an. Sie hob ihren rechten Arm und tippte kurz auf ihr UW, im selben Moment
vernahm er das Piepen das ihm verriet dass der Anruf mit ihm beendet worden
war. Nach gefühlten Äonen von Jahren schaffte er es endlich seine Starre zu
überwinden. „Ah, Larina, ich… ich bin eingeschlafen. Es tut mir wahnsinnig
leid, ich bin gestern erst spät zum schlafen gekommen, wir hatten noch diesen
dummen Wettkampf und….“ Er bemerkte dass er immer noch sein altes Shirt in den
Händen hielt und warf es schnell auf sein Bett. „Ich weiss das ist keine
Entschuldigung, aber es tut mir wirklich leid. Ich hoffe du hast nicht zu lange
auf mich gewartet…“ Sofort warf er einen nervösen Blick auf die Uhr auf seinem
Tisch. Es waren zwanzig Minuten vergangen seit er sie hätte treffen sollen. Die
Asari hatte bis zu diesem Moment nur zugehört und gelächelt, doch jetzt wo
Warrek aus der Türschwelle treten wollte achte sie einen schnellen Schritt auf
ihn zu so das sie einen halbe Meter vor ihm zu stehen kam. „Nein, ich habe
nicht lange warten müssen. Nach zehn Minuten habe ich gewusst dass etwas nicht
stimmt und wollte nachsehen wo du bliebst. Ich habe jemanden getroffen mit dem
du oft zusammen bist und der hat mir gesagt das du wahrscheinlich schläfst. Ich
habe geklopft aber du hast nicht reagiert also habe ich angerufen….“ Während
diesen Worten war sie noch ein wenig näher an ihn herangetreten sah ihn mit
bohrendem jedoch freundlichem Blick an. Der junge Turianer der bereits zuvor
nervös gewesen war stand nun am Rande einer Panik da er nicht wusste wie er
reagieren sollte. „Ähm, das ist“ „Nicht so wichtig, ich habe dich ja noch
gefunden…. Willst du mich nicht reinlassen?“ Nach einem Augenblick schaltete
sein Verstand und er trat ziemlich steif zur Seite. „Doch klar, ich dachte nur
wir würden spazieren gehen.“ „Hm, mir ist heute nicht so nach spazieren, ich
wollte lieber noch ein wenig mit dir reden… schliesslich ist heute ja ein
besonderer Abend.“ Hektisch versuchte Warrek sich daran zu erinnern was er
vergessen hatte doch sein Verstand verweigerte ihm anscheinend den Dienst. „Es
ist ja unsere letzte Möglichkeit…“ Wie von einem Schlag ins Gesicht getroffen
starrte er sie an. „Verflucht, ist es etwa schon heute so weit? Das darf doch
nicht wahr sein, ausgerechnet an unserem Letzten Abend verschlafe ich… ich
weiss nicht wie ich mich dafür entschuldigen soll.“ Larina hatte sich neben auf
sein Bett gesetzt und musste nun kichern. „Nun… für so etwas schwerwiegendes
brauchst du schon eine gute Entschuldigung, ich dachte da an… eine
Rückenmassage“ meinte sie grinsend. Warreks Pupillen weiteten sich als er sie
einen Augenblick lang verdutzt anstarrte. „Bist du sicher?“ fragte er etwas
ungläubig. Anstatt ihm zu antworten zog die Asari ihr Jackett aus unter dem sie
ein Trägertop trug und drehte sich etwas seitlich ab so das Warrek sich hinter
sie auf den Bettrand setzen konnte. „Na komm schon“ meinte sie freundlich und
tätschelte den für ihn bestimmte Platz auf dem Bett. Nach dem er sich zögerlich
gesetzt hatte legte er seine Hände vorsichtig auf ihre Schultern und begann
sachte druck auszuüben. Es dauerte einige Minuten bis er sich wirklich traute
sie zu massieren doch an Larina gab es nichts das für missfallen gesprochen
hätte. Nach dem sie sich ungefähr zehn Minuten hatte verwöhnen lassen und ein
wenig mit Warrek gesprochen hatte biss sie sich auf die Unterlippe was der
Turianer jedoch nicht sah. „Warrek…?“ Sofort zuckte der Angesprochene zurück“
„Oh, hab ich dir weh getan…?“ Noch ehe er sich hätte entschuldigen können fuhr
sie herum drückte ihn rücklings auf die Matratze und brachte sich auf allen
Vieren über ihm in Position. Mit grossen Augen starrte er die blaue Schönheit
vor sich an. „Du weisst dass wir uns heute wahrscheinlich das letzte Mal sehen…
und bevor ich wieder zurück zu den Kommandos muss habe ich mir gedacht könnte
ich mich noch einmal “richtig“ von dir verabschieden.“ Die Art wie sie die
Worte aussprach brachte Warreks Puls zum rasen. Ihr sinnlicher Blick und die
fast schon flüsternde Stimme jagten ihm einen angenehmen Schauer über den
Rücken. „Ähm…“ „Also natürlich nur wenn
du das auch willst, ich möchte dich hier keinesfalls bedrängen.“ Als er sah
dass sie zurückweichen wollte überkam ihn Panik, er wusste nicht wie er auf die
Situation reagieren sollte und tat darum einfach das erste was ihm einfiel.
Eilig aber dennoch vorsichtig legte er seine Hände an ihre Hüften um sie
festzuhalten. „Nein das ist nicht das Problem, ich war nur etwas überrascht über
dein vorgehen, ich dachte nur du wolltest eigentlich kein Beziehung eingehen
und….“ Ohne im Zeit für weiter Worte zu lassen versiegelte sie seinen Mund mit
ihren Lippen und brachte ihn so zu schweigen. Instinktiv schloss der junge
Turrianer seine Augen.
Als
er seine Augen wieder öffnete war das erste das er wahrnahm das schrille piepen
seines UWs das auf dem Tisch am anderen Ende des kleinen Zimmers lag. Er lag in
seinem Bett, Kopfkissen und Matratze klebten an seiner verschwitzten Haut. Noch
ehe er realisierte das er nackt war nahm er einen vertrauten Geruch war und
stellte sogleich fest das etwas nicht stimmte. Ruckartig fuhr er hoch als sein
Verstand die Zahnräder in seinem Kopf ansties. Larinas Geruch war noch da aber
sie war verschwunden. „Lara…“ die Name waren leise über seinen Lippen gekommen
als er die Datentafel bemerkte die neben seinem UW lag und ebenfalls blinkte.
Nun wieder in vollem Besitz seiner Kognitiven Leistungsfähigkeit trachtete er
danach den störenden Lärm loszuwerden. Er richtete sich auf, wobei er
feststellte dass seine gesamten Kleider auf dem Boden lagen anstatt ihn zu
verhüllen. Jetzt kahmen auch die Erinnerungen und Bilder wieder wie es dazu
gekommen war und eine wohlige Wärme durchströmte ihn. Endlich bei seinem Tisch
angekommen griff er nach seinem UW und nahm den Anruf entgegen. „Ja?“ fragte er
geistig abwesend da er noch immer das erlebte revue-passieren liess. „Na
endlich, ich dachte schon du würdest gar nicht mehr rangehen“ meinte eine
neckische Frauenstimme die in ihm für einen Moment die Hoffnung weckte es
handle sich um Larina. Dann jedoch verstand er das es sich um eine andere
Freundin handelte. „Oh hi Jenni, ich hab grad geschlafen…“ „Was? Bei euch ist
doch jetzt erst sieben Uhr abends?“ wurde er unterbrochen. „Ja aber ich habe
grad was erlebt… erzähl ich dir ein andermal…“ die letzten Worte waren
teilnahmslos aus seinem Mund gefallen da er sich komplett auf etwas anderes
konzentrierte. Auf dem blinkenden Datenpad war eine Nachricht… von Larina.
„Hei
Warrek, ich konnte mich leider nicht persönlich von dir verabschieden, da das
nur noch mehr geschmerzt hätte. Wir haben uns mehr Zeit gelassen als ich
angenommen hätte und du hast noch geschlafen aber ich musste gehen. Ich hoffe
dir hat der Abend genaus viel Spass gemacht wie mir, und um deine Zweifel
gleich mal zu zerstreuen, es war alles andere als „Schrecklich“ du musst dir
also keine Sorgen mehr machen. Du magst zwar noch etwas unerfahren sein aber du
bist ein von Herzen guter Turianer. Wünsch mir glück, vielleicht will es die
Göttin ja so und wir sehen uns eines Tages wieder.
Larina
PS.
Wenn du etwas findest das mir gehören sollte, wirst du es aufbewahren müssen
bis zu jehnem Tag da ich dir keine Adresse hinterlassen kann.
Am
Ende des Textes war ein grinsendes Smiley zu sehen. „Hallo bist du noch da?
Pennst du etwas schon wieder?!“ Erst jetzt drang die energische Stimme seiner
Kameradin wieder zu ihm durch. „Was? Oh tut mir leid, ich hab grad was
gelesen...“ Seine Augen suchten sofort nach etwas auffälligen das nicht hierhingehörte,
etwas was Larina ihm dagelassen haben könnte. „Was gibt’s denn?“ fragte er
neugierig. Nach dem er einige seiner Kleidungsstücke aufgehoben und angezogen
hatte blieb sein Blick an etwas hängen das ihn innerlich zum grinsen brachte.
Auf dem Boden unter seien Kleidern verborgen lag etwas kleines schwarzes mit
einem Zettel drauf. „Ist leider nicht diensttauglich“ stand auf dem
Papierstreifen. Darunter lag ein einfach gearbeiteter schwarzer “String“. Jenni
hatte etwas erzählt das ihm leider entgangen war weshalb er nachfragte. „Tut
mir leid, ich musste grad fremde Unterwäsche einsammeln, was hast du gesagt?“
„Fremde Unterwäsche? Ich hoffe du bist gerade in der Wäscherei…“ „Wie gesagt
erzähl ich dir später“ erwiderte er lächelnd. Er musste gerade daran denken wie
Larina breit grinsend den Zettel geschrieben hatte und das ganze so platziert
hatte dass er es finden würde. „Ich habe gefragt ob du gerade allein bist…“ „Ja
weshal…“ In dem Moment klopfte es an der Tür und selbige glitt nach einer
Sekunde auf. Entsetzt starrte Warrek in den Gang und den beiden Salarianern vor
seiner Tür entgegen. Die beiden jungen Techniker sahen ihn mindesten genauso
überrascht an wie er sie. Sie hatten erwartet das die Tür verschlossen wäre und
Warrek nach einer Ewigkeit verschlafen die Tür öffnen würde und nicht das er
nur in Unterwäsche und Hosen gehüllt, mit einem schwarzen String in den Händen
da stehen würde um sie anzustarren. „Was zur…“ Er wollte gerade zum Protest
ansetzen als er von den beiden unterbrochen wurde. „Oh… wir hatten dich fragen
wollen ob du Verwendung für nen geknackten Fornax Account hast, aber du
scheinst ja andersweitig bedient zu sein…. Wir ähm sehen uns später…“ die Tür
wurde wieder geschlossen und er fassungslos zurückgelassen. „Was?!“ drang eine
fragende Frauenstimme durch sein UW zu ihm. „Tut mir leid, im Moment spielt die
Welt ein wenig verrückt, das waren Freunde von mir, erzähl ich dir…“ „…Später
schon ok aber rede nicht so laut.“ Die letzten vier Worte liesen ihn
zusammenfahren. Das war ihr Code den sie auf der Akademie immer verwendet
hatten wenn sie ungestört reden mussten. Diesen Code verwendeten sie nur wenn
es wirklich wichtig war. Sofort schlug seine Stimmung um und er wurde ernst.
„Moment, ich rufe dich zurück sobald es ruhiger ist.“ Gleich nach dem er
aufgelegt hatte packte er Larinas „Souvenir“ in eine Schublade und zog sich
eilig fertig an. Wenn Jenni ihn so anrief musste es wirklich ernst sein.
„Verdammt,
warum bringst du mich bloss immer in Schwierigkeiten? Und warum gerade jetzt?“
Die Gedanken in seinem Kopf gingen ungewohnte Pfade, in den letzten Wochen
hatte er sich prächtig eingelebt und kaum etwas auserhalb des Standards
erlebt. Einzig Larina hatte seine Routine etwas durcheinander gebracht, doch
das hatte sich im Rahmen gehalten. Er stand mitten im Wald auf dem schmalen
Pfad den er in letzter Zeit häufig gegangen war. Sein UW durchlief einige
Prozesse zur Verschlüsselung der Kommunikation. Auch wenn es kaum etwas brachte
so gab es doch ein Gefühl der Sicherheit. Wenn sich jemand der STG auch nur
zwei Minuten Zeit nahm wäre die Verschlüsselung geknackt. „Sie schuldet mir
schon jetzt was“ schoss es durch seien Kopf. Die einzige Chance ohne sofort
erwischt zu werden zu kommunizieren war einen der im Orbit befindlichen Satelliten
direkt anzupeilen. Das war zwar extrem unsicher und wurde genau deshalb nicht
gemacht aber dafür unauffällig. Bei einer so kleinen Datenmenge würde das kaum
auffallen. „Na dann…“ seine Finger tippten einige kurze Befehle ein und das UW
baute ein unsichtbare Verbindung auf. „Mach schnell“ zischte er ungeduldig.
Nach einem Moment in dem nichts
geschehen war ertönte ein kurzes knacken und anschliessend eine Stimme zu
hören. „Das hat aber lange gedauert.“ Das die Worte sarkastisch gemeint waren
konnte er mit Bestimmtheit sagen auch wenn er das Gesicht seiner Freundin nicht
sehen konnte. „Also, es ist jetzt so ruhig wie ich es hinbekomme… warum
scheuchst du mich hier so durch die Gegend.“ „So ruhig wie du es hinbekommst?“
Erstaunt und auch etwas enttäuscht über das Misstrauen wollte er sie
zurechtweisen, lies es aber sein. Wie er gleich erfahren sollte hatte sie auch
jeden Grund misstrauisch zu sein. „Du wirst mir vertrauen müssen“ erwiderte der
junge Turiner. Ein leises Schnaufen das wahrscheinlich mit einem lächeln
einherging war scheinbar die einzige Antwort die er erhielt. „Wenn du wüstest
wie sehr da stimmt… Warrek, ich muss dich um einen Gefallen bitten. Es ist
etwas das ich dir wahrscheinlich nie wieder zurückzahlen kann und vielleicht
der letzte Gefalle um den ich dich je bitten werde.“ Mit den letzten Worten
ihrer Freundin war auch die letzte Farbe aus dem Gesicht des Turianers
gewichen. Mit offenem Mund starrte er in die Ferne. „Was?“ seine Lippen formten
das Wort tonlos. „Hör mit jetzt gut zu, ich werde mich nicht wiederholen…“
Jeder Satz den er von seiner Freundin hörte war ein weiterer Stich ins Herz.
„Wie gut bist du über das Geschehen in Sunsetbay im Bilde?... Es hat einen
Angriff gegeben…“ sie fuhr fort ehe Warrek die Gelegenheit gehabt hätte zu
antworten. „Von meiner Einheit sind jetzt ca. 95% Vollwaisen, mich
eingeschlossen…. Zumindest fast, mein Vater liegt im Koma aber er ist auch
schon der einzige der mir geblieben ist.“ Nun endgültig erschlagen von den
Worten seiner Freundin schienen seine Beine nachgeben zu wollen. Nach dem er
sich auf einen Baumstumpf der etwas abseits des Weges lag gesetzt hatte strich
er sich über die Schläfe, verzweifelt auf der suche nach einer Erklärung.
Scheinbar selbstständig tippte seine Hand einen Befehl ein und öffnete eine
Bildübertragung, er wollte seiner Freundin in die Augen sehen können. „Das ist
ein geschmackloser Witz oder?“ stiess er mit fast schon flehender Stimme
hervor. Nach ein paar Sekunden tauchte das Gesicht der Rothaarigen Biotikerin
auf dem Holodisplay vor ihm auch. Ihr Blick zeugte von grosser Trauer aber auch
von etwas kaltem finsterem das Warrek noch nie in ihren Augen gesehen hatte.
Ohne Kommentar schüttelte sie langsam ihren Kopf. Es wurden etwas mehr als
hundert Leute getötet.“ „****“ Er wusste nicht was er sagen sollte weshalb er
wie gebannt vor sich auf den Boden starrte. Erst als Jenni weiterredete wurde
er wieder in die Realität zurückgeholt, „Das lässt sich leider nicht mehr
ändern also müssen wir nach vorne blicken… der Angriff geht auf das Konto von
Cerberus, vielleicht als Revanche für die beiden Stützpunkte die wir ihnen
ausgehoben haben.... ich weiss es nicht. Aber eines weiss ich, die Allianz wird nichts dagegen tun also werden wir das selbst in die Hand nehmen müssen.“ Sie machte kurz eine Pause ehe sie
weiterredete. Dabei setzte sie einen Blick auf dem sich Warrek nicht entziehen
konnte. Er wusste das die junge Frau äusserst entschlossen sein konnte diesmal
machte ihm genau diese Eigenschaft Angst. „Und hierfür brauche ich deine
Hilfe.“ „Was? Was hast du vor, ich habe ein ganz mieses Gefühl bei der Sache.“
„Ich brauche von dir nur eine kleine Information. Ich muss wissen wo die nächstgelegene grössere
Basis von Cerberus liegt. Kannst du irgendwelche Informationen und Koordinaten
auftreiben?“ Eine düstere
Vorahnung schlich sich in seinen Verstand ein. „Warum brauchst du die?“ Auch
wenn er eigentlich wusste was sie vorhatte so wollte er es och aus ihrem Mund
hören. „Ist das wichtig?“ „Ja das ist sogar verdammt wichtig! Ich will nicht
schuld daran sein das du dein Leben wegwirfst!“ „Das bist du nicht, es ist
meine freie Entscheidung. Damit hast du nichts zu tun.“ Erbost darüber das sie
seiner Frage auswich und ihn behandelte als ginge es ihn nichts an entfuhr im
ein wütendes Schnauben. „Weist du eigentlich was du da von dir gibst? Du redest
von Befehlsverweigerung und…“ „Mord? Ja, ich weiss sehr gut wovon ich rede.“
„Aber…“ „Nein! DU hast keine Ahnung wovon du redest. Ich habe das Massaker an
meiner Familie mit eigenen Augen gesehen, ich habe meine kleine Cousine in den
Armen gehalten nach dem sie feige ermordet worden war. Also sag du mir nicht
wovon ich rede! Denkst du seither sei auch nur ein Tag vergangen an dem ich
nicht um meine Familie getrauert hätte?! Ich habe dich nicht angerufen um mit
dir über die moralischen Bedenken dieser Sache zu reden, entweder du hilfst mir
oder du lässt es sein!“ In ihrer Stimme schwang eine nicht zu verachtende Menge
Wut mit. Warrek starrte sie an als hätte sie ihm eine Ohrfeige verpasst.
„Cerberus wird dafür bezahlen was sie getan haben, mit oder ohne deine Hilfe.“
In seinem Inneren tobte ein Konflikt doch so sehr er sich auch wünschte seiner
Kameradin helfen zu können gelang es ihm nicht. Dafür verantwortlich zu sein
das beste Freundin ihr Leben wegwarf konnte er nicht verantworten. „Es tut mir
wirklich leid aber ich kann das nicht, ich kann dich nicht unterstützen bei
sowas…“ „Verstehe, dann versprich mir wenigstens dass du dieses Gespräch hier
für dich behältst, das schuldest du mir als Freund.“ „Ok, es wird niemand etwas
davon erfahren…“ „Leb wohl Warrek“ Nach diesen Worten wurde die Verbindung
getrennt. Noch immer wie versteinert sass der junge Turianer da. Ihre letzten
Worte hatten etwas so endgültiges. Ihm schnürte sich der Hals zu beim Gedanken
das es vielleicht tatsächlich ihr letztes Gespräch gewesen sein könnte und für
einen Moment war er in Versuchung sie zurückzurufen doch das hätte nichts
gebracht, er würde sie nicht von ihrem Vorhaben abbringen können und ihr helfen
konnte er auch nicht. Gerade als er die Verbindung zu dem Satelliten trennen
wollte blinkte eine Meldung auf. Eine Datei war ihm gesendet worden. Der
Absender war derselbe den er vor wenigen Sekunden noch angerufen hatte. Die
Datei war nicht sehr gross und hatte keinen Namen. Was auch immer Jenni ihm
geschickt hatte war entweder ein Abschiedsgeschenk oder ein letzter versuch ihn
zu überzeugen. Nach ernsthaftem abwiegen ob er die Datei überhaupt öffnen wollte
entschloss er sich schliesslich dafür ihr eine Chance zu geben. Kaum hatte er
auf das Datenpacket geklickt startete sich ein Player und es begann eine
Aufzeichnung sich abzuspielen. Das Video war verwackelt, Warrek erkannte den
Lauf einer Waffe und eine vertraute Strasse. Schwere Atemstösse im Hintergrund
und die Geräusche hastiger Schritte erinnerten ihn an eines der Kriegsspiele
das er schon oft gespielt hatte, nur das ihm hier mit einem Schlag klar wurde
das er nicht irgend eine Fiktive Welt aus den Augen einer irealen Person sah
sondern eine Aufzeichnung, aufgenommen aus dem Blickfeld seiner Freundin. Eilig
pausierte er die Aufzeichnung und schloss sie, sein Verstand ahnte was gleich
kommen würde und das wollte er nicht sehen. Nach dem Warrek die Aufzeichnung
geschlossen hatte und zur Basis zurückgekehrt war verzog er sich direkt in sein
Zimmer und schloss die Tür ab. Am liebsten hätte er laut geflucht weil er seine
Freundin einfach so abgewiesen hatte. Seine Gedanken kreisten noch immer um das
was sich gerade zugetragen hatte. So sehr es ihm auch wiederstrebte öffnete er
doch noch einmal die Videodatei. Nach langem zögern lies er sie weiter laufen.
Die Aufnahme zeigte den weg zu Jennis Haus wie ihm jetzt auffiel. Die Bilder
mitanzusehen wurde mit jeder Minute beklemmender, ihm bildete sich ein Kloss im
Hals als er sah wie sich die Kamera langsam Jennis Haus näherte. Von dem punkt
an ging alles ganz schnell. Urplötzlich sah er sich mit genau der Situation
konfrontiert die Jenni hatte durchleben müssen, sein hundert-zwanzig Zentimeter
Bildschirm und das hochauflösende Format machten das ganze nur noch schlimmer.
Mit aufgerissenen Augen starrte er wie gebannt auf die Bilder die vor seinen
Augen abliefen. Auch wenn er sich abwenden wollte von dem Schrecken der sich
ihm bot lies sein Körper es nicht zu. Doch das Schlimmste waren nicht die
Bilder, das schlimmste waren die Schreie und das Wimmern seiner Kameradin. Die
Aufnahme war unbearbeitet und ungeschnitten und deshalb war alles zu sehen und
zu hören. Der Moment in dem die Aufnahme stoppte war gerade zu erlösend. Sein
Mittagessen hatte gedroht sich zu dem Klos sin seinem Hals zu gesellen.
Kraftlos lies sich der Turianer auf sein Bett sinken.
„Habe
ein Geschenk für dich melde dich wenn du es willst“ Mehr hatte nicht in der
Nachricht gestanden die sie knapp eine halbe Woche später erhalten hatte. Da
Jenni keine andere Option gehabt hatte
als zu beten das Warrek es sich anders überlegen würde hatte sie bis dahin
unbehelligt weiter planen müssen, es war ein gefährliches Spiel bei dem man
sich schnell die Finger verbrennen konnte, nur ein einziger Pfeiler derer der
ihren Plan stützten musste versagen und das ganze Konstrukt würde einstürzen
und sie unter sich begraben. Die Nachricht war gerade rechtzeitig gekommen, am
nächsten Tag würde sie nach Sunsetbay fahren um ihren Vater zu besuchen. Mit
den Informationen die ihr Warrek senden konnte sobald sie nicht mehr im militärischen
Gebiet war würde sie nur noch eine Hürde meistern müssen.
„Was
denkst du? Wie sollten wir es ihnen sagen?“ „Wir?“ Jennis frage traf Arsilia
schwerer als die Rothaarige Biotikerin hätte ahnen können. „Ja wir!“ erwiderte
die Asari trotzig. „Hm, das dürfte in der Tat ziemlich schwer werden… du hast
dich doch etwas umgehört oder?“ Die beiden jungen Frauen standen draussen an
die Rückwand der Unterkunft gelehnt und unterhielten sich mit gedämpften
stimmen. Nickend bejahte die Asari, „Ja, ich habe mit den meisten darüber
geredet, einige werden sich uns bestimmt anschliessen, aber bei den meisten
reicht es nicht einfach so. Wir sind zweifellos alle wütend doch damit sie hier
mitmachen wirst du bei den meisten noch ordentlich Überzeugungsarbeit leisten
müssen.“ Mit einem leichten Nicken zeigte die geistige Anführerin der BDF das
sie verstanden hatte. „Wie viele?“ kam es knapp von ihr. Mindesten fünf garantiert,
uns nicht mitgerechnet. Vom Rest wird ungefähr die Hälfte überzeugbar sein, die
Übrigen…. Was machst du eigentlich wenn sich einige weigern mitzumachen?“ „Ich
kann niemanden zwingen mitzumachen, wer sich weigert bleibt hier. Sie brauchen
nur bis in die Shuttles mitzukommen. Ihre Piloten werden einfach den Befehl
erhalten hier zu bleiben und sie somit nie etwas damit zu tun haben. Sie sind
unsere Kameraden und werden behaupten können dass sie von nichts wussten.“ „Du
willst sie einfach so hierlassen?“ Jenni brauchte sich nicht zu ihrer Kameradin
umzudrehen um von deren fragendem Blick zu wissen. „Ich werde mein bestes tun
alle an Bord zu holen aber du musst sehen, nicht alle stehen der Sache so
gegenüber wie wir und das hier ist keine Kleinigkeit.“ Nach längerem Schweigen
sprach die Asari schliesslich einen Punkt an den Jenni lieber unbesprochen
belassen hätte. „Was ist dem mit Kiara? Versteh mich nicht falsch aber sie ist
so eine unschuldige Seele und ihre Mutter hat ja auch überlebt. Ich glaube nicht
das du sie überzeugen kannst.“ Ein Dorn der tief in ihrem Fleisch sass wurde
durch diese Worte angestossen und bohrte sich noch tiefer hinein. Auch wenn sie
genau wusste dass ihre Kameradin recht hatte wollte sie sich nicht damit
befassen. Von allem das sie akzeptieren und aufgeben musste um ihre Rache zu
erhalten war dies der Punkt der am meisten schmerzte. Mit sich selbst ringend
presste sie die Worte hervor, Arsilia sollte nicht merken wie schwer es ihr
viel weshalb sie so ruhig wie möglich blieb. „Wir dürfen keine Rücksicht auf
einzelne nehmen. Ich musste ihr versprechen sie nicht anders zu behandeln als
jeden anderen Soldaten auch wenn es um den Dienst geht, und das werde ich auch
nicht.“ „Kannst du das denn?“ Die Frage war viel zu sanft und fast schon
fürsorglich gesprochen um als Angriff aufgenommen werden zu können. Arsilia sah
wie nahe das Thema ihrer Freundin ging und sie hasste sich dafür es ihr noch
schwerer machen zu müssen aber es gab nun mal keinen Spielraum für Fehler.
„Frag mich das bitte nicht“ meinte die Angesprochene mit gequältem Blick.
„…lass uns reingehen, mittlerweile müssten alle da sein… wir gehen wie
besprochen vor…“
Wie
immer schien eine freundliche und auch einladende Atmosphäre in der Unterkunft
zu herrschen. Bereits seit längerem, seit dem Zwischenfall in Sunsetbay aber
noch verstärkt fühlte sie sich hier zuhause. Ihr Altes zuhause war zerstört,
nicht durch die Schäden am Haus sondern durch die Erinnerungen und Bilder die
sich für alle Ewigkeit in Jennis Gedächtnis gebrannt hatten und für immer mit
diesem Ort in Verbindung stehen würden. Hier waren all die Leute die ihr noch
geblieben waren, ihre Kameraden, ihre Freunde. Ein weiteres mal lies sie ihren
Blick durch die Runde wandern, Sorgen drängten sich ihr auf, es gab kein zurück
mehr. Sie hatte Ereignisse in Bewegung gesetzt die sie jetzt nicht mehr stoppen
konnte ohne überrollt zu werden. Ihre Gendanken liefen geordnet und trotz der
Anspannung blieb sie ruhig. Sie hatte nun bereits zum dritten Mal gezählt ob
alle anwesend waren. Ausser Arsilia befanden sich alle im Raum. „Ok, bleib
ruhig uns sachlich, du hast nur eine Chance.“ Mit ruhigen Schritten trat sie
einige Schritte vor und stellte sich entschlossen in die Mitte des Raumes.
Plötzlich fühlte sie sich ganz alleine, obwohl sie umgeben war von Leuten die
ihr ans Ende der Welt folgen würden. „Leute, ich muss mit euch reden. Das hier
ist wirklich wichtig, ich wäre euch dankbar wenn ihr etwas näher kommen
würdet…“ Nach dem sie einen Moment gewartet hatte um ihren Freunden die Chance
zu geben sich zu nähern fuhr sie fort. „Also, was ich euch jetzt erzählen werde
ist weder ein Scherz noch sonst in irgend einer Weise als Witz gemeint. Des
Weiteren werde ich mich nicht wiederholen…“ Nach einem letzten tiefen Atemzug
begann sie mit dem letzten Schritt ihrer Vorbereitung. „Ich werde euch vor eine
Entscheidung stellen müssen die vieles in eurem Leben verändern wird,
vielleicht sogar eure ganze Zukunft. Ich weiss das diese Entscheidung schwer
ist weshalb ich jeden von euch, unabhängig davon wie seine Wahl ausfällt
respektiere… und dennoch muss ich wissen ob ihr euch für oder gegen mich
entscheiden werdet.“ Diese Worte hatte sie unter gründlicher Überlegung
gewählt. Auch wenn sie ihren Kameraden vertraute konnte es doch nicht schaden das
eigene Vorhaben in ein möglichst attraktives Licht zu rücken. „Wie wir alle
noch gut in Erinnerung haben ist in Sunsetbay etwas schreckliches passiert, ein
Akt der Feigheit und Ungerechtigkeit, der jeden von uns betrifft. Trotz ihrer
Versuche sich zu verstecken erfuhren wir wer die Schuldigen sind und dennoch,
keiner hat etwas dagegen unternommen, keiner scheint Interesse daran zu haben
das Gerechtigkeit herrscht. Wir haben uns alle aufgeopfert um zu dienen und
unsere Leben für das Wohle anderer aufs Spiel zu setzen, doch sobald wir einmal
Hilfe brauchen wenden sich alle von uns ab. Wir sind gut genug für sie
geradezustehen aber keiner schert sich um uns wenn es unangenehm wird. Aber
wir sind nicht solange den Pfad des
Kriegers gegangen um uns davon aufhalten zu lassen. Sie lehrten uns zu kämpfen,
sie lehrten uns was Stärke bedeutet. Das man um seine Ziele zu erreichen
Schmerzen und Verzweiflung überwinden muss, und genau dass werden wir tun.
„Während die Allianz ihr möglichstes getan hat die Angelegenheit totzuschweigen
habe ich nach einem Weg gesucht etwas zu unternehmen. Ich kann euch hier die
Gelegenheit bieten das zu tun was niemand sonst für notwendig zu halten
scheint. Ich kann euch die Chance auf Gerechtigkeit geben, die Chance auf
Vergeltung dafür was wir und noch schlimmer unsere Familien durchmachen
mussten. Jene die ohne Grund und Recht getötet wurden um uns zu verletzen.“
Nach dem Jennis Stimme laut und Kräftig gewirkt hatte wurde sie nun leiser und
ruhiger. Doch ich kann das nicht alleine. Es steht mir nicht zu nach eure Hilfe
zu verlangen deshalb öffne ich euch diese Tür, ob ihr sie durchschreitet oder
wieder verschliesst muss jeder selbst entscheiden. Eiserne Stille erfüllte die
Luft. Ihre Kameraden schienen entweder komplett überrumpelt durch die Worte
ihrer Kameradin oder ungläubig. Als würde die Zeit endlos zäh dahin kriechen
musste die Rothaarige Biotikerin gefühlte Ewigkeiten warten ehe sie eine
Reaktion erhielt. Nach dem alle angespannten Blick auf ihr geruht hatten wurden
nun einige Fragende Blicke zwischen den anderen ausgetauscht. „Was meinst du
damit?“ brach es schliesslich aus jemandem heraus. Jenni hatte im erstem Moment
versucht herauszuhören um wessen Stimme es sich handelte doch das spielte
eigentlich keine Rolle. Die junge Biotikerin schluckte den Kloss der sich
während des angespannten Wartens in ihrem Hals gebildet hatte herunter und fuhr
fort. „Ich habe die Koordinaten einer Cerberus Basis wie auch die Möglichkeit
uns mit samt unserer Ausrüstung da hin zu Bringen.“ Nun kam der schwerste Teil,
ein Blick in die Runde der Gesichter um sie herum verriet ihr das viele bereits
erkannt hatten worum es ging. Die Mienen der meisten blieben neutral und schwer
zu deuten doch in den Augen mancher konnte sie es erkennen. Dasselbe Verlangen
wie es auch in ihr brannte. „Und dann?“ Diesmal konnte sie nicht anders als zu
erkennen um wen es sich handelte. Ivana Starrte sie ungläubig und fragen an.
„Dann wird gleiches mit gleichem Vergolten…“ kam es ausgerechnet von Shalera.
Diese hatte schweigend dagesessen und als einige der einzigen nicht gestarrt.
Nun wechselte Ivanas Blick zischen Shalera und Jenni hin und her, ungläubig was
ihre beiden Kameradinnen gerade von sich gegeben hatten. „Das ist doch der Plan,
oder?“ Mit einem leichten Nicken als Antwort vorneweg bekräftigte Jenni
selbiges auch gleich. „Ja, wir werden Cerberus geben was sie verdient haben.“
Die Positionen waren gesetzt, jetzt entschieden einzig die Überredungskünste
der Rothaarigen Biotikerin. Die erste Kritik an ihrem Plan lies auch nicht auf
sich warten. „Was? Ich kann nicht glauben wass ich da höre? Du willst dass wir
uns genau auf dasselbe Niveau hinabbegeben wie die? Mehr noch, du willst dass
wir Menschen töten um uns zu rächen? Was bringt uns dass denn? Wird deine
Mutter dadurch wieder lebendig? Wacht
dein Vater dadurch wieder auf?“ platzte es aus Deni heraus. „Nein, aber wir
setzen damit ein Zeichen, das wir keine Marionetten sind. Wir werden ihnen
damit vor Augen führen das sie nicht einfach über Menschenleben gehen können
nur weil sie mächtig sind. Niemand unternimmt etwas gegen sie, wie viele müssen
noch sterben bis jemand mal sagt “jetzt reichts!“ Wenn wir alles akzeptieren
was uns wiederfährt und angetan wird wie soll sich dann jemals etwas ändern?
Vergiss nicht, wir sind vielleicht nicht die letzten denen so etwas passieren
wird. Und zudem redest du von meiner Familie, was ist denn mit deinen Eltern?
Ist dir egal was mit ihnen geschehen ist? Ich für meinen Teil werde nicht
einfach still sitzen bleiben! Cerberus hat einen Krieg den wir nicht begonnen
haben zu einer persönlichen Angelegenheit gemacht und ich werde ihnen jetzt die
Quittung dafür liefern.“ „Was ist den eigentlich überhaupt mir Arsilia? Sie ist
im Moment die Anführerin der BDF, was meint sie dazu?“ schritt Selak ein bevor
jemand anderes die Diskussion ob vertretbar oder nicht weiterführen konnte.
„Arsilia ist“ „…dafür“ fiel ihr jemand ins Wort. Als Jenni sich umdrehte
erkannte sie die Asari die in der Tür stand. Arsilia hatte ihren Posten Also
Wache im Gang verlassen als sie ihren Namen gehört hatte. „Ich stehe hinter
dieser Idee“ verkündete sie knapp. Erdrückende Stille kehrte ein ehe Jenni noch
einmal das Wort ergriff. „Auch wenn ich niemanden drängen will schliesst sich
unser Zeitfenster in drei Tagen, bis dahin müsst ihr euch entschieden haben ob
wir als eine Einheit kämpfen werden oder ob ihr weiterhin vor dem davonlaufen
wollt das ihr nicht akzeptieren wollt.“
Das wars auch schon wieder für dieses Wochenende, ich hoffe es hat euch gefallen. Von jetzt an könnt ihr wieder mit einigermassen regelmässigen Posts rechnen, in welchen Abständen weiss ich noch nicht genau, wahrscheinlich so wie bisher. Bis dahin wünsche ich euch zumindes schon mal einen schönen Abend und ne gute Woche
Grüsse Elite
Użytkownik elitedefender2 edytował ten post 19 styczeń 2014 - 05:19
#630
Napisano 22 styczeń 2014 - 02:27
#631
Napisano 27 styczeń 2014 - 08:19
#632
Napisano 16 luty 2014 - 09:02
Bis dahin sollte aber Kapitel 49 noch drin liegen.... aber eben ich habs nicht so mit Zeitplanung.
Aber kommen wir zum Punkt .
Kapitel 48
Ein Ruck an ihrer
Schulter riss sie herum, Jenni war gerade aus der Unterkunft getreten um
draussen einen Moment über das nachzudenken was sie gerade verkündet hatte. Es gab
so vieles was nun schiefgehen könnte, es brauchte sie nur ein Mitglied ihrer
Einheit zu verraten und sie hätte alles umsonst geopfert. Doch schlimmer als
all diese Ängste lastete etwas auf ihr, was sie schon sehr bald einholen
sollte. Arsilia warf ihr einen strengen Blick zu, doch Jenni hielt diesem ohne
mit der Wimper zu zucken stand. Diese war ihr gefolgt, kaum hatte sie den Raum
voller verdutzter Soldaten verlassen. „Warum?“ Die Frage kam ohne Erklärung,
die Mimik der Asari verriet nichts über die Gefühle in deren Innerem. „Ich war
es, die verantwortlich ist für dieses ganze Vorhaben, ich war es ,die dich
hierzu bewegt hat. Wieso lässt du mich jetzt einfach aussen vor und bringst das
als deinen Plan?“ „Weisst du noch, als ich dir gesagt habe, dass ich nur eine
Bedingung hätte, damit ich dir helfe...? Das hier war diese Bedingung und du
wusstest das ganz genau. Dir muss doch ebenso klar sein wie mir, dass so etwas
nicht ungestraft bleiben wird und wenn es soweit ist, dann werde ich diejenige
sein, die die Verantwortung übernehmen wird. Ich werde die Befehle während
dieses Einsatzes geben, vergiss das nicht, du hast mir zugesichert, dass du mir
folgen wirst.“ Die Nachtluft war erfüllt von angespannter Stille. Erst nachdem
sie sich sicher war, dass niemand der aus der Unterkunft treten würde sie hören
könnte, hatte Arsilia zu sprechen begonnen, unterhielten sich aber dennoch nur
halblaut. „Ach, darum ging es dir also.“ Ein Atemstoss überkam Arsilias Lippen,
als glaube diese nicht was sie gerade erfahren hatte. „Warum willst du uns alle
beschützen? Denkst du nicht ,dass wir vielleicht selbst Verantwortung
übernehmen möchten?“ „Ich schätze das
ist das Schicksal einer Anführerin, dass sie manchmal keine Rücksicht auf die
Wünsche ihrer Soldaten nehmen darf, um sie zu schützen“, antwortete die
Angesprochene ihrem Gegenüber. „Es wäre sinnlos, wenn ihr alle auch für etwas
geradestehen müsst, das ich ins Rollen gebracht habe.“ Der Gedanke der sich ihr
aufdrängte, liess sie erschaudern. Jenni war dabei alles aufzugeben was sie
erreicht hatte und nun wollte sie auch noch das gesamte Schuldmass alleine
tragen, um sie und ihre Kameraden zu entlasten. Eigentlich hätte sie sich
schrecklich fühlen müssen solch ein Angebot überhaupt anzunehmen, doch ein Teil
von ihr befürwortete es. Der Mix aus seltsamen Gefühlen in ihrem Inneren liess
sie schweigen, auch wenn ihr Gewissen sie aufforderte etwas gegen das zu
unternehmen, was sich direkt vor ihr abspielte. „Und was willst du jetzt
machen?“ Jenni liess ein kurzes Lächeln aufblitzen: „Ich werde warten, du
solltest jetzt reingehen, es gibt noch jemanden der mit mir reden wollen wird…“
Auch wenn sie versuchte es zu überspielen, war doch deutlich zu erkennen, wie
sehr es sie schmerzte den Schritt zu gehen, der sich nun nicht mehr vermeiden
liess. „Ok, ich warte drinnen…“ Nach den ersten zwei Schritten hielt sie noch
einmal kurz Inne und drehte sich um: „Du weisst ,dass du das hier nicht alles
alleine durchstehen musst, ich gehe diesen Weg mit dir bis ans Ende.“ Ein
Nicken und das, nun aufrichtig wirkende Lächeln ihrer Kameradin, war die
Antwort.
Immer noch die Scherben
ihrer Illusionen betreffend hinsichtlich ihrer Liebsten, sass Kiara schweigend
auf ihrem Bett und starrte den Boden vor sich an. Hatte sie sich so sehr
getäuscht? Wo war das alles hergekommen? Sie hatte oft mit Jenni geredet, um
herauszufinden, ob sie etwas bedrückte, doch ihr war nie etwas aufgefallen,
dass auf eine so tiefgehende Veränderung hingedeutet hätte. Etwas gravierendes
hatte sich angebahnt und sie hatte es nicht gemerkt. Dass Jenni, seit sie ihre
Familie verloren hatte, viel schweigsamer geworden war, verwunderte sie nicht
besonders, schliesslich würde jeder eine Weile brauchen, um so etwas zu
verarbeiten. Selbst für jemanden der so zielstrebig war wie Jenni, musste so
ein Erlebnis ein vernichtender Schlag sein. „Was ist bloss passiert?“, fragte
die Stimme in ihrem Kopf sie, doch auch trotz grösster Anstrengung gelang es
ihr nicht eine Antwort zu finden. Auch Selbstzweifel mischten sich nun in ihre
Gedanken ein, was wenn es ihre Schuld war? Sie hatte zwar in letzter Zeit
versucht ihrer Liebsten beizustehen, sie aber immer auf Distanz gehalten, wenn
sie versucht hatte ihr wirklich nahe zu sein. Auch wenn es nur zu Jennis Schutz
vor Tirana gewesen war, musste es sich schrecklich angefühlt haben. Bereits
nach kurzem Grübeln wurde der Drang die Wahrheit direkt aus dem Mund der Frau
zu hören, die sie liebte, unerträglich, doch musste sie sich gedulden, bis
Arsilia, die ihr gefolgt war wieder hier erscheinen würde. Dieser Moment liess
glücklicherweise nicht allzu lange auf sich warten. Bereits nach kurzem kehrte
die Asari zurück und begab sich zu ihrem Bett, ihrem Gesichtsausdruck nach zu
urteilen, schien das ganze sie nicht im geringsten zu stören. Nach ein paar Minuten
richtete sie sich auf und trat in der Hoffnung von niemandem angesprochen zu
werden auf die Tür zu. Umgehend nachdem sie den Raum verlassen hatte und die
Tür hinter ihr zugefallen war, trat sie nach draussen, um nach Jenni zu suchen.
Nervosität macht sich in ihr breit beim Gedanken, dass Jenni bereits jetzt
etwas dummes tun könnte, sie würde sie von diesem selbstmörderischen
Unternehmen abbringen müssen. Endlich nach minutenlanger Suche fand sie ihre Freundin, die sorglos dem Zaun
entlang zu schlendern schien. Wie falsch sie mit dieser Einschätzung lag, würde
Kiara schon bald erfahren.
Als Sie die Schritte
hinter ihr vernahm, die sich ihr näherten, wusste Jenni, dass es nun endgültig
kein Zurück mehr geben würde. Sie atmete noch einmal tief durch, ehe sie stehen
blieb und einen Moment später lächelnd über ihre Schulter blickte. Es war kein
glückliches Lächeln, dass ihre Lippen umspielte, viel mehr war es Lächeln aus
Verzweiflung. „Ich nehme an, dass du hier bist, um mit mir über vorhin zu
reden.“ Kiara stand noch einige Schritte von ihr entfernt, doch Jenni konnte
deutlich erkennen, dass sie den Tränen nahe war. „Warum?“, fragte sie leise und
mit zitternder Stimme. Da sie verstand, dass Kiara nicht mehr näher kommen
würde, drehte sie sich zu ihr um und trat langsam auf ihre Liebste zu. „Weil
ich keine andere Wahl habe“, antwortete die rothaarige Biotikerin mit sanfter
Stimme. Ohne Vorwarnung trat Kiara zwei Schritte vor und packte Jenni am
Kragen. Die Asari hatte ihre Liebste zur Rede stellen wollen, doch ihre Gefühle
hatten sie einfach übermannt. Vielleicht war es das letzte Mal, dass sie Jenni
in den Arm nehmen konnte. Nicht mehr im Stande ihre Tränen zurückzuhalten,
begann die junge Asari zu schluchzen und drückte ihr Gesicht gegen Jennis
Brust. „Warum tust du das? Ich Liebe dich, warum tust du mir das an?“ Jenni
hatte mit vielem gerechnet, aber nicht mit einer so emotionalen Reaktion.
Nachdem sie einen Moment wie versteinert dagestanden hatte, legte sie nun die
Arme um ihre Liebste, um diese zu trösten. „Ich habe keine andere Wahl, es tut
mir leid. Sie haben mir alles genommen, meine Familie, mein Zuhause…“ Nach
einem weiteren lauten Schluchzen festigte sich Kiaras Griff um den Stoffkragen
an ihrer Allianzuniform noch mehr. „Du hast doch immer noch mich“, presste die
Asari unter Tränen hervor „Wenn du das tust dann… dann werden sie dich…“ Da sie
ihren Verstand nicht mehr voll im Griff hatte, konnte sie nicht verhindern,
dass vor ihrem geistigen Auge Bilder aufflackerten, auf denen Jenni in Ketten
von ihr weggezerrt wurde und an eine Wand gestellt endete.“ Bittere Tränen
rannen über die seidige Haut der Asari. „Ist dir diese Rache wirklich mehr wert
als ich?“ Sie hätte Jenni genauso gut in die Brust schiessen können, nichts
wäre den Schmerzen, die diese Frage mit sich trug, gleichgekommen. Tief in
ihrem Inneren wusste sie, dass es nicht mehr möglich war jetzt noch kehrt zu
machen, doch in dem Moment wünschte sie sich all ihre selbstsüchtigen Ziele
einfach über Bord werfen zu können, einfach alles hinter sich zu lassen, um
gemeinsam mit Kiara neu anzufangen. Vielleicht wäre es einfacher gewesen sie
anzulügen und am Vorabend zu betäuben, aber das hätte sie nicht fertig
gebracht. „Kiara, du weisst, dass ich für dich alles tun würde, aber wenn ich
das hier nicht zu Ende bringe, werde ich mir das niemals verzeihen können. Wenn
das hier vorüber ist, dann werde ich mein altes Leben zurücklassen und dann
können wir…“ „Nein, können wir nicht und das weisst du ganz genau! Lüg mich
nicht an! Ich weiss genau, dass dir bewusst ist, dass du damit alles opferst,
sogar mich.“ Nachdem sie bisher noch immer an ihre Liebste gedrückt hatte, wich
Kiara nun ein wenig zurück, um ihr in die Augen sehen zu können. Ketten lagen um Jennis Herz
geschlungen und liessen jeden Schlag zu einer Tortur werden. Doch der einzige
Schlüssel, der diese Ketten zu sprengen vermochte, musste sie nun wegwerfen ,um
den Pfad gehen zu können für den sie sich entschieden hatte. „Nein, ich will
dich nicht opfern und genau deshalb wünsche ich mir, dass du mich aufgibst. Ich
werde die volle Verantwortung für diesen Angriff übernehmen, dein Leben zu
zerstören könnte ich nicht ertragen.“ Für einen Moment konnte sie in den Augen
der Asari etwas erkennen, was sie als Freude eingeschätzt hätte, aber es war
flüchtig, wie ein feiner Schleier aus Rauch, der bereits im nächsten Moment von
einem Orkan der Verachtung weggefegt wurde. Energisch riss Kiara sich von Jenni
los und trat einen Schritt zurück, ehe sie ihr eine schallende Ohrfeige
verpasste. „Denkst du es wäre so einfach?! Nur weil du versuchst mich
abzuschieben, verändert sich gar nichts! Ich werde dich so oder so verlieren,
also was spielt es für eine Rolle?!“ Von der Reaktion immer noch überrumpelt,
konnte Jenni in der kurzen Zeit, die ihre Liebste ihr gelassen hatte um zu
antworten, nicht reagieren. „Du bist selbstsüchtig und egoistisch, wenn ich dir
wirklich etwas bedeuten würde, würdest du mich nicht für so etwas fallen
lassen“, schrie die nun wütende Asari, bevor sie auf dem Absatz kehrt machte
und eilig davonstapfte. Jenni hatte versucht sie davon abzuhalten, damit sie
sich erklären könnte, doch als sie versuchte Kiara am Arm festzuhalten, riss
sich diese los und ging, ohne sie eines Blickes zu würdigen weiter. „Warte…“
Ihre Worte schienen die Angesprochene nicht zu erreichen, zumindest zeigte
diese keine Reaktion. Niedergeschlagen liess Jenni ihren Kopf langsam sinken.
Den Spaziergang, den sie begonnen hatte, beendete sie schweigend und mit einer
Leere in ihrem Inneren, wie sie sie seit den ersten Stunden nach dem Verlust
ihrer Familie nicht mehr gespürt hatte. Etwas in ihr hatte geahnt, dass es so
enden könnte, doch sie hatte sich an die Hoffnung geklammert ihre Liebe retten
zu können. Doch diese Hoffnung war nun endgültig zerbrochen.
Die nächsten drei Tage
waren schleichend vergangen, da sie jederzeit damit rechnen musste, dass sie
festgenommen oder zu einem “Gespräch“ bestellt werden würde, weil jemand
geredet hatte. Doch bei weitem schlimmer als die Angst verraten zu werden, war
das Warten selbst. Nachdem sie so viel in Bewegung gesetzt hatte und so viel
Mühen auf sich genommen hatte, wollte sie endlich die Früchte ihrer Arbeit
kosten. Seit dem Gespräch mit ihrer Liebsten hatte sich ein Abgrund in ihr
aufgetan, auf der einen Seite stand ihre Wut und der Hass der nach Vergeltung
schrie, auf der anderen ihre Verzweiflung, die Trauer über ihre Verluste und
die Liebe für Kiara. Mit jeder Stunde wurde die Distanz grösser. Erst als es
bereits zu spät war, um die aus der Tiefe aufsteigende Finsternis noch zu durchdringen,
hatte sie bemerkt, dass ein Wechsel der Seiten nicht mehr möglich sein würde.
Sie hatte sich entschieden und nun war sie alleine. Alleine in der Finsternis
ihrer Selbst und nur ihr Hass begleitete sie. Kiara hatte seither kein Wort
mehr mit ihr gesprochen, wenn ihr Dienst das nicht erforderte. Jedes Mal, wenn
sie versuchte sich ihr langsam anzunähern, wurde sie sofort wieder durch
Ignoranz gestraft, weshalb sie es schnell aufgab. Die Anführerin der BDF war
ebenfalls schweigsamer geworden, die Frage wer sie letztendlich unterstützen
würde und wer nicht, lastete schwer auf dem Gemüt und Psyche der jungen Frau.
Das Training durfte jedoch durch nichts von all dem beeinflusst werden, würde
man Verdacht schöpfen, könnte alles auffliegen. Hundertprozentig hatte das aber
nicht funktioniert. Da sie angefangen hatte ihren Hass auf ihre Gegner zu
projizieren, war sie beim Training wesentlich aggressiver vorgegangen. Das
schien Tirana nicht entgangen zu sein, war sie doch vor allen betroffen
gewesen. Die beiden waren heftigst aneinander geraten beim Nahkampftraining.
Glücklicherweise hatten sie ihre Aggressionen im Training loswerden können.
Unter den besorgten Blicken der anderen Ausbilder und Soldaten waren die beiden
aufeinander losgegangen. Entgegen der Befürchtungen der umstehenden, war es
jedoch weder zu Toten, noch zu ernsthaften Verletzungen gekommen. Jenni hatte
die anschliessenden Fragen der Ausbilderin abwimmeln können. „Ich habe meine
Gedanken etwas geklärt, um mich besser aufs Training konzentrieren zu können.“
Nach dieser Antwort hatte die Asari nicht weiter nachgebohrt, sondern ihr nur
noch, mit einem wissendem Lächeln im Gesicht, unangenehme Blicke zugeworfen.
Das Zimmer war
stockfinster und ausser den tiefen Atemzügen der Schlafenden war nichts zu hören.
Die Uhr auf ihrem UW zeigte 01:30, es war spät, der Tag anstrengend gewesen und
trotzdem fand sie keinen Schlaf. Es würde noch eine halbe Stunde dauern, bis
ihr Wecker läuten würde, um sie zu wecken und ihre Rache einläuten würde, doch
bereits jetzt schlug ihr das Herz bis zum Hals. Reglos starrte sie durch das
Bett über ihr in die Ferne. In den letzten drei Tagen hatte sie einige Zweifel
an ihrem Vorhaben verspürt, meistens gingen diese Sorgen Hand in Hand mit den
Gedanken und den Vorwürfen an sich selbst wegen Kiara. Doch wann immer sie sich
gefühlt hatte, als könnte sie nicht mehr weitermachen, war jemand in der Nähe
gewesen, der ihre Zweifel wieder zerstreut hatte. Diejenigen ihrer Kameraden,
die dem Angriff offen, ja sogar freudig entgegensahen, hatten immer ihre Nähe
gesucht. Dadurch, dass sie alle der selben Ansicht waren, motivierten sie sich
gegenseitig. Ein Strudel der Wut gerichtet auf jene, die an dem Massaker in
ihrer Heimat zuständig waren entstand und liess sie immer tiefer darin versinken.
Nach einem langen und tiefen Atemzug schloss sie die Augen und versuchte erneut
einzuschlafen. Sie ballte ihre Hand unter der Decke zur Faust, nachdem sie zehn
Minuten vergeblich versucht hatte Schlaf zu finden. Gerade als sie sich
umgedreht hatte, um sich erneut in ihr Kopfkissen zu vergraben, spürte sie
einen leichten Ruck der hinter ihr durch die Matratze ging. Erschrocken fuhr
sie hoch und schnellte herum. Gleich neben ihr sass eine junge Asari auf der
Bettkante und sah sie etwas Gedanken verloren an. Die ganze Szene wurde von dem
schwach schummrigen Schein von Arsilias UW beleuchtet. Jenni, die noch immer
ziemlich erschrocken war, starrte sie mit grossen Augen an. „Tut mir leid ich
wollte dich nicht erschrecken… auch Schwierigkeiten zu schlafen?“ „Mhm“, fiel
es aus dem Mund der Rothaarigen, während diese versuchte ihre Gedanken zu
sammeln. „Ja, ich… habe zu lange auf diesen Moment gewartet, um jetzt nur
tatenlos herumzusitzen… wie lange bist du schon wach?“, fragte die gerade
geweckte mit nachdenklicher Stimme. „Seit kurzem…“ „Also seit du dich hingelegt
hast?“ Obwohl Jenni nicht sonderlich viel sehen konnte, reichte es aus um zu
erkennen, dass Arsilia sich erwischt fühlte, das bestätigte sie auch gleich mit
einem leichten Nicken. Nun wandte sich die junge Asari von ihren Füßen ab
und schaute der jungen Frau gegenüber
tief in die Augen, zwei smaragdfarbene Barrieren, welche keinerlei Emotionen
durchblitzen liessen. Arsilia hatte schon oft genug an Jennis Seite trainiert,
um zu erkennen, wenn sie etwas zu verstecken versuchte und sie brauchte auch
nicht lange nachzudenken worum es sich handeln könnte. Nach einem Blick durch
den Raum deutete die Asari auf die Tür zum Gang. Bemüht dabei möglichst keine
Geräusche zu verursachen, streifte Jenni die Decke ab und richtete sich auf.
Mit leisen Schritten trat sie barfuss hinter der Asari her, die bereits
aufgestanden war und an der Tür auf sie wartete. Jenni hatte wie immer in
Unterwäsche geschlafen, die Luft in dem Raum war kühl. Der Boden unter ihren
Sohlen strahlte Kälte ab, die bei jedem Schritt durch ihre Füsse wanderte. Als
Jenni die Tür erreichte erwiderte sie den Blick ihrer Kameradin in deren Augen
sich Besorgnis zeigte. Kaum war Jenni nach draussen getreten schloss die Asari
hinter ihr die Tür. „Du siehst besorgt aus, sag mir jetzt nicht, dass du kalte
Füsse bekommen hast.“ Der verständnislose Blick der Asari haftete einen Moment
lang auf Jenni, ehe sie sich wieder fand und antworten konnte. „Nein“,
erwiderte selbige kurz und entschlossen. „Wenn überhaupt, mache ich mir Sorgen
um dich.“ Stille senkte sich über die beiden jungen Biotikerinnen, keine von
beiden schien so recht zu wissen, wie sie fortfahren sollten. Nachdem sie eine
Weile schweigend an die Wand gelehnt verbracht hatte, wandte sich Jenni ihrer
Gesprächspartnerin zu und sah sie fragend an. Mehr als das hatte die Asari
nicht gebraucht, um sich zu einer weiteren Äusserung hinreissen zu lassen. „Ich
habe dich in den letzten Tagen beobachtet. Nicht zuletzt weil ich mich in den
letzten Tagen oft in deiner unmittelbaren Nähe aufgehalten habe, ist mir
aufgefallen, dass du etwas zu verheimlichen versuchst. Du machst dir Sorgen
nicht wahr?“ Nachdem sie einen Moment lang keine Antwort erhalten hatte, machte
sie sich daran ihren Gedanken weiter auszuführen. „Du warst immer eine gute
Anführerin und dafür habe ich dich auch immer respektiert. Seit wir angefangen
haben das hier zu planen, hast du dich verändert, du hast stets nachdenklich
gewirkt…“ Nach einem Augenblick den sie genutzt hatte, um Jennis Mimik zu
studieren und die richtigen Worte zu finden, fuhr sie fort. „Es ist wegen
Kiara, oder?“ Mit dieser Frage hatte die Asari einen wunden Punkt getroffen,
was sie auch sofort an Jennis Reaktion sah. Diese hatte für einen Moment die
Lippen zusammengepresst, offensichtlich war es ihr unangenehm darüber zu reden.
„Ich weiss, dass ich wahrscheinlich nicht verstehe wie du dich im Moment
fühlst, aber auch wenn du denkst, dass du sie betrogen hast oder eure Beziehung
hierfür aufgibst, selbst wenn du dich deshalb einsam fühlst, bist du nicht
allein. Ich werde hierbei an deiner Seite sein.“ Nachdem sie erneut keine
Antwort von ihrer Kameradin bekam, trat sie vor selbige hin und stützte ihre
Hände links und rechts von ihrem Kopf an die Wand. Jenni blickte vom Boden auf und
sah sich ihrer Kameradin gegenüber. Die beiden Saphire funkelten sie bohrend
an, in den Augen der Asari brannte ein Feuer der Entschlossenheit. Ein Feuer
von dem sich Jenni nur zu gerne wärmen liess und sie spürte etwas in ihrem
Inneren, was sie zutiefst erschütterte. Instinktiv wusste sie, dass wenn sie
den Blick ihrer Kameradin weiter erwiderte, sie etwas tun würde, was sie Kiara
auf keinen Fall antun konnte. Mit einem leichten Ruck nach vorne bewegte sie
sich auf Arsilia zu und nahm sie kurz freundschaftlich in den Arm. Arsilia war
für einen Moment perplex und erstarrte in ihrer Pose. „Danke, es tut gut zu
wissen, dass ich jemanden habe, der mir den Rücken frei hält.“ „Nicht nur das“,
erwiderte die Asari, mit dem Wissen ihre Freundin wieder aufgerichtet zu haben,
lächelnd. „Das da drinnen sind deine Kameraden, das ist deine Einheit, ganz
egal was die offiziellen Dokumente sagen, die BDF ist deine Einheit und wir
werden auch immer deine Kameraden bleiben…. Und wenn das ganze hier zu Ende
ist, werde ich alles tun um dir und Kiara zu helfen….“ Sie wurde von dem
amüsierten Schnaufen ihrer Kameradin unterbrochen. „Du bist noch immer sehr
optimistisch, wenn das hier vorbei ist werde ich jemanden brauchen, der sich um
Kiara kümmert, versprich mir, dass du auf sie aufpassen wirst.“ Mit einem
unangenehmen Gefühl, welches gerade nach Abschied schrie, nickte Arsilia. „Lass
uns kurz etwas frische Luft schnappen, ich muss meinen Kopf frei kriegen, bevor
wir die anderen wecken. Die rothaarige Biotikerin trat an ihrer Kameradin
vorbei, wobei sich ihre Blicke streiften und da konnte sie es sehen. Ihr Funke
war übergesprungen und hatte jenes lodernde Inferno des Hasses ,dass sie bis
hierhin getrieben hatte, wieder entfacht. Der inbrünstige Hass in Jennis Seele
hatte sie wieder gepackt und würde sie bis die ersten Sonnenstrahlen das Ende
der Nacht besiegelten auch nicht wieder loslassen.
Ein schrilles Piepsen
schallte durch den finsteren Raum und liess dutzende Gestalten, deren kaum zu
erkennenden Umrisse sich sofort zu winden begannen erwachen. „Aufwachen, es
geht los, in zwei Minuten abmarschbereit!“ Die Stimme der Anführerin der BDF
klang kalt und fest wie ein Fels. Sie und Arsilia standen bereits fertig
angezogen in der Tür zum Gang und beobachteten die restlichen Biotiker, die
mehr oder weniger motiviert, langsam in die Gänge kamen. Eine ihr fast schon
unheimliche Vorfreude machte sich in Jennis Innerem breit. Sie hatte die
letzten Minuten vor dem beginn der Operation damit verbracht einige wenige
Details mit Arsilia zu klären und in sich hineinzuhorchen. Das Echo dessen, was
sie in Sunsetbay erlebt hatte, war nur noch ein leises Wimmern in ihrem Inneren
gewesen, bevor sie sich all jene Bilder und Eindrücke wieder wachgerufen
hatten, die sie damals an den Rand des Zusammenbruches getrieben hatten. Nun
hatte etwas anderes diesen Platz eingenommen und befand sich jetzt tief im
Unterbewusstsein vergrabenen Käfig, zu tief verborgen, um gehört zu werden. Ein
Gedanken schoss durch ihren Kopf. „Sie
hat mir mal gesagt ,dass ich sie wie jede andere Soldatin behandeln soll…“ Ohne
es zu merken ballte sie die Hand zur Faust. In dieser Nacht würde sie den
Wunsch ihrer Liebsten befolgen, in dieser Nacht würde sie nicht ihre Liebste
sondern ihre Untergebene sein. „Beeilt euch, ich will so schnell wie möglich in
die Luft.“ Nach kurzem hatten sich alle Mitglieder der BDF bereitgemacht und
standen behelfsmässig bekleidet in dem Raum bereit. Die zwiegespaltete
Atmosphäre war deutlich spürbar und einige ihrer Kameraden schienen ziemlich nervös.
„Gut, mir nach, verhaltet euch einfach ganz normal…“ Nach dem sie einen Moment
Inne gehalten hatte, drehte sie von der Tür vor ihr weg und sah in die
Gesichter, all jener die sie zu folgen gebeten hatte. „Ich habe euch vor
einigen Tagen gesagt, dass keiner von euch mich begleiten muss. Diese Aussage
war weder gelogen, noch ein Witz. Ich habe bis jetzt niemanden vor die Wahl
gestellt, und das aus einem guten Grund. Egal ob ihr euch an dem Angriff
beteiligen wollt oder nicht, rate ich euch mich zu begleiten, zu eurem eigenen
Schutz. Das ist keine Drohung, sondern eine Bitte. Wenn jemand von euch hier
bleiben will, kann ich ihn nicht daran hindern, bedenkt jedoch, dass ihr euch
dann mitschuldig macht. Wenn ihr hier bleibt, bedeutet das, dass ihr gewusst habt
was wir geplant haben und ihr trotzdem niemanden alarmiert habt. In dem Fall
macht ihr euch garantiert der Mithilfe schuldig. Ihr schliesst euch mir besser
an und bleibt nach der Landung einfach draussen. Wenn sie euch befragen, könnt
ihr ihnen sagen, dass ich niemanden informiert hätte worum es bei diesem
Einsatz gehe und ihr euch, als ihr erfahren habt worum es ging, verweigert habt
mir noch länger zu folgen.“ „Würde uns das nicht zu Verrätern machen?“ die
Frage kam von Selak, der nachdenklich nach den Reaktionen seiner Kameraden
suchte. „Wahrscheinlich, aber Verräter an was? Verräter an einer Wahnsinnigen,
die ihre Autorität für persönliche Angelegenheiten missbraucht?“ Eine
unerträgliche Stille senkte sich über den Raum. „Nein, zu Verrätern an einer Kameradin“,
beendete der junge Turianer schliesslich das Schweigen. „Die Frage kann ich
euch leider nicht beantworten, das muss jeder mit seinem eigenen Gewissen
vereinbaren.“ Mit einem Lächeln im Gesicht und einem Handzeichen deutete sie
den anderen an ihr zu folgen. Jetzt würde sich zeigen ob der ganze Aufwand es
wert gewesen war.
Draussen herrschten
frische Temperaturen, ein leichter Wind bewegte die feuchte Nachtluft. Auf dem
Stützpunkt war kaum Aktivität auszumachen, ausser den obligatorischen Wachen hielt
sich niemand draussen auf. Hastig liess Jenni ihre Augen ihre Umgebung
abtasten, stehts drauf bedacht sich nichts anmerken zu lassen. Weder in den
Räumen des Hauptgebäudes, noch in der Werkstadt brannte Licht. Alles sprach
dafür, dass sie ohne irgendwelche Schwierigkeiten bis zu ihrer Ausrüstung
gelangen würden, schliesslich hatte auch niemand einen Grund ihnen zu
misstrauen, da Reeston die Übung ja angesagt hatte. Zügig führte sie ihre
Soldaten auf das Hauptgebäude zu, ohne sich weiter um ihr Umfeld zu kümmern. In
ihrem Kopf spulte sie zum gefühlt hundertsten mal den Ablauf der Mission ab.
„Wir gehen jetzt da runter, legen unsere Rüstungen an, gehen ins Arsenal, holen
unsere Waffen und die Munition und…“ Das Blut in ihren Adern erstarrte binnen
eines Wimpernschlages und doch fühlte
sie sich als würde ihr Gesamter Leib in Flammen stehen. Die Abläufe in ihrem
Kopf zerfielen in ihre Bestandteile und hinterliessen ein Gefühl der
Hilflosigkeit. Aus dem Hauptgebäude trat ihnen jemand entgegen. Bei einem normalen
Soldaten wäre das kein Problem gewesen doch es gab im Moment keine Person
ausser Reeston, die sie weniger hätte sehen wollen. Mit eleganten Schritten
näherte sich ihr das Verderben. „Ich habe gehofft dich noch rechtzeitig zu
erwischen.“ Jedes Wort liess gesprochen in gewohnt überlegener Art lies eine
Schauer durch ihren Körper rasen. Instinktiv suchten ihre Augen nach Zeichen
eines Hinterhaltes. Waren sie bereits umstellt? „Inwiefern?“ erwiderte die
Angesprochene selbstsicher, dass sie die Anrede vergessen hatte ärgerte sie
zwar für einen Moment, doch schien es der Ausbilderin, die sich nun einen
knappen Meter vor ihr aufgebaut hatte, nicht zu stören. Jennis Herz hätte
beinahe ausgesetzt, als sie verstand wie knapp sie gerade einer Katastrophe
entgangen war. Tirana war einfach an ihr vorbeigetreten, da Arsilia offiziell
immer noch die Anführerin der BDF war. Ihre Gedanken überschlugen sich immer
noch, ihre Kameradin hatte gerade geantwortet, als sie selbst im Begriff
gewesen war dazu anzusetzen. „Naja, die Übung für heute Nacht war ja angesagt
und ich wollte kurz mit dir darüber sprechen.“ Dankbar dafür, dass die
Beleuchtung des Hauptplatzes nicht auf voller Leistung lief und so wenigstens
ein wenig von der Blässe in ihrem Gesicht überspielte, schluckte die junge
Asari leer, sie hatte nicht damit gerechnet auf ihre Ausbilderin zu treffen.
Sollte jetzt bereits alles hier enden? Die Asari nahm ihr die Frage worum es
ging auch sogleich ab „Ich respektiere die Einschätzung des Colonels und auch
eure Fähigkeiten, aber dennoch glaube ich das es könnte etwas zu früh sein euch
ohne versierte Piloten alleine fliegen zu lassen. Einige von euch haben zwar
einen Kurs gehabt, aber bedenkt, dass euch bei einem Zwischenfall keine
sofortige Hilfe zur Verfügung steht.“ Arsilia, die sich mittlerweile wieder
gefangen hatte antwortete Tirana höflich aber entschlossen. „Ich danke ihnen
für ihre Sorge, aber ich bin mir sicher, dass meine Einheit den uns gestellten
Anforderungen gewachsen ist. Unsere Piloten sind zwar noch etwas unerfahren,
aber irgendwann muss man das erste mal alleine bestehen können. Und für den
Fall eines Unglückes befinden sich einige Soldaten in den Reihen der BDF, die
technisch über das Wissen verfügen grundlegende Reparaturen durchzuführen und
sollte der Fall eintreten, dass es Verletzte gibt, sind mehrere Soldaten mit
Sanitätskenntnissen dabei. Wie sie sehen, sollten wir auf alle Eventualitäten
vorbereitet sein.“ „Gut, wenn sie sich im Stande fühlen ihre Einheit heil
wieder hierher zurückzuschaffen, wünsche ich ihnen viel Glück.“ Die Worte waren
wesentlich weniger herablassend dahergekommen, als Jenni es erwartet hätte. Als
die Ausbilderin an ihr vorbeitrat streiften sich ihre Blicke, das merkwürdige
Lächeln im Gesicht ihrer Ausbilderin liess sie erstarren. Sie hatte das Gesicht
der Asari nur für den Bruchteil einer Sekunde gesehen doch sofort überkam sie
ein schrecklicher Gedanke. Würde Tirana tatsächlich so weit gehen? Konnte es
sein, dass sie bereits wusste was Jenni geplant hatte und sie nun gehen liess um
sie so ein für alle Mal aus dem Weg zu räumen? Ihr Blick folgte noch immer der
Asari die wieder in Richtung des Hauptgebäudes davontrat. Nein, solche Gedanken
durfte sie jetzt nicht zulassen, sie hatte schon genug aufgegeben und an diesen
Punkt zu gelangen. Jene die gestorben waren sollten nicht umsonst gefallen
sein. Mit erwartungsvollem Blick drehte sie sich zu Arsilia, welche auch
sogleich das Signal gab, weiterzugehen. Der Rest des Weges verlief, sehr zu
Jennis Erleichterung, ohne weitere Zwischenfälle.
„Es erfüllt mich mit
Stolz hier stehen zu können und nur Gesichter vor mir zu sehen ,denen ich blind
vertrauen kann.“ Die gesamte BDF hatte sich in dem unterirdischen Raum, in dem
sie vor einer gefühlten Ewigkeit das erste Mal ihre neuen Rüstungen zu Gesicht
bekommen hatten, versammelt. Gut drei Dutzend Soldaten in Schweren Rüstungen
standen vor ihr und fixierten sie mit ihren Blicken. Gedanklich hatte sie sich
bereits auf diesen Moment vorbereitet, doch nun erschienen all die Worte, die
sie sich bereitgelegt hatte, unpassend. „Cerberus hat einen Krieg, den wir im
Namen unserer Pflicht begannen, zu etwas privatem, persönlichem gemacht. Sie
haben den Kampf zu uns nach Hause getragen und jene getötet, die nichts mit
unserem Konflikt zu tun hatten. Sie haben unsere Familien getötet…. Menschen,
Turianer und Asari, die nicht einmal wussten ,weshalb sie sterben mussten.
Heute Nacht zeigen wir ihnen, dass wir das nicht einfach so hinnehmen. Sie
haben uns unser Zuhause genommen und jetzt kriegen sie die Quittung dafür! Ich
bitte euch nicht als Soldaten, sondern als Kameraden, die denselben Schmerz
durchleben mussten wie ich, zeigen wir Cerberus, dass wir keine Marionetten
sind, mit denen sie machen können was sie wollen!“ Auch wenn Jenni wusste, dass
nicht alle Anwesenden ihrer Ansicht waren so gab es doch viele, in deren Augen
sie dieselbe Wut erkennen konnte, die sich auch in ihrem Inneren breit gemacht
hatte und sie nun mit einer wohligen Wärme erfüllte, je näher sie ihrem Ziel
kam. Nach einem tiefen Atemzug setzte die junge Biotikerin ihren Helm auf ,um
die Welt als Soldatin der Allianz von sich abzuschotten. Jetzt war sie keine
Soldatin mehr, jetzt war sie eine Kriegerin. Ihre Kameraden taten es ihr gleich
und folgten ihr. In der Stille und Abgeschiedenheit der kleinen Welt, die ihre
Rüstung nun darstellte, konnte sich die junge rothaarige Biotikerin nicht gegen
die Gedanken erwehren, die sich in ihrem Kopf zu regen begannen. „Kiara hat
selbst jetzt kein Wort gesagt… bin ich ihr vollkommen egal? Sie muss mich hassen,
es hätte keine bessere Gelegenheit gegeben mich hier dran zu hindern als gerade
eben. Vielleicht hat sie es auch akzeptiert und versucht mich einfach zu
vergessen…“ Auch wenn es alles nur schwieriger gemacht hätte, hatte sie doch
irgendwie gehofft, dass ihre Liebste wenigstens einen Versuch unternommen hätte
sie umzustimmen. Ihre Gedankengänge wurden jäh unterbrochen, als ein Piepen ihr
ankündigte, dass jemand einen Kanal zu ihr öffnete. „Alles in Ordnung?“ Jenni
brauchte einen Moment, bis sie die Stimme von Joshua erkannte. „Ja, ich bin nur
gerade etwas in Gedanken gewesen.“ Joshua hatte inzwischen etwas zu ihr
aufgeschlossen und ging neben ihr her. Trotz der Rüstung und des Helmes konnte
Jenni erkennen, dass er nervös war. „Was ist los?“ Bemüht ihre Worte so sanft
wie möglich klingen zu lassen, sah sie ihren Kameraden an. Dieser erwiderte
ihren Blick sogleich. „Naja… ich habe…Bedenken. Diese Mission, ich bin mir
nicht sicher ob ich das hier durchziehen kann.“ Seine Stimme klang unsicher und
obwohl Jenni wusste, dass sie jetzt nicht schwach werden durfte, regte sich
irgendwo in ihrem Unterbewusstsein etwas. Was es genau war, hätte sie nicht
benennen können, sie wollte ihrem Kameraden helfen, auch wenn das ihn
wohlmöglich in eine noch schlimmere Situation bringen würde. „Du hast Zweifel
daran ob unser Handeln richtig sei. Du hast Zweifel daran ob du mir folgen
solltest oder nicht.“ „Nein…“ Joshua wollte sofort protestieren, wurde aber
hastig von seiner Kameradin unterbrochen. „Du begibst dich auf einen Pfad,
dessen Ende du nicht kennst, Zweifel und Sorgen zu haben ist da ganz normal und
es gibt nichts Falsches daran. Wichtig ist nur eines und das musst du dir immer
in Gedanken halten. Jeder Pfad, deiner, meiner und auch der eines jeden
anderen, ist irgendwann zu Ende und dann kannst du nicht mehr zurück. Sorg
dafür, dass du an dem Punkt zurückblicken kannst und den Weg hinter dir siehst,
den du hast gehen wollen, das ist alles was zählt, denn alles andere ist
vergänglich und an dem Punkt, an dem wir Abschied nehmen müssen, wertlos.“
Sichtlich geschockt über eine solch direkte und auch nüchterne Antwort brauchte
Joshua einen Moment. „Was meinst du damit?“ „Dass ich dir hierbei nicht helfen
kann. Du musst mit dir selbst im reinen sein, also musst auch du wissen, ob du
das hier tun kannst. Ich würde mir für den Rest meines Lebens Vorwürfe machen,
wenn ich jetzt einfach aufhören würde und deshalb muss ich das tun.“ Ein paar
Sekunden, nachdem sie die letzten Worte gesagt hatte, öffnete sie einen Kanal
zu allen ihrem Kameraden. „Wir gehen nun ins Arsenal, um unsere Ausrüstung zu
holen. Wir werden eine Basis stürmen, rüstet euch also für den Häuserkampf… es
sind nur wenige Ziele Mit Panzerung oder Schilden zu erwarten, nehmt welche mit
grossen Magazinen, es wird viele Feind Vorort haben.“ Nach einem Moment des
bedrückenden Schweigens fügte sie an: „Bewaffnet euch ausreichend, wir werden
weder weglaufen, noch Ziele verfolgen müssen, wir werden ein Zeichen setzen,
welches abschrecken soll… bis an die Zähne bewaffnet ist da kein schlechter
Anfang.“ Sie brauchte nicht lange warten, bis jene, von denen sie wusste, dass
sie ihrer Rache genauso erwartungsvoll entgegen sahen wie sie selbst, eine
Bestätigung schickten. Dieser Kampf würde viele Opfer fordern, doch bevor sie dran
war den Preis zu zahlen, würde sie erstmal ihre Feinde Bluten lassen. Der Weg zum Arsenal war kurz und die Flammen in ihrem Inneren, welche mehr und mehr zu einem Inferno heranwuchsen, trugen
sie förmlich über den Hauptplatz.
Mit einem leisen
Zischen öffnete sich die Tür zum Arsenal. Das Innere des vertrauten Gebäudes
war im ersten Moment nur spärlich beleuchtet, erst als die Sensoren ihre
Bewegungen realisierten, wurde die Beleuchtung hochgefahren. Mit dem
Aufleuchten der Lampen wurde auch der gelangweilt aussehende Soldat, der etwas
weiter hinten im Raum über ein Holo-Tablet gebeugt an einem Tisch gesessen hatte, munter. Das Gesicht des Mannes wurde von der Tischlampe, welche eine warmes Licht verströmte, teilweise in
Schatten gehüllt. „BDF, wir haben die Autorisierung unsere Einsatzausrüstung zu
holen, die Übung ist Angemeldet.“ Auch hier musste erneut Arsilia sprechen da
sie offiziell immer noch die Anführerin der BDF war. Nun richtete sich der
ältere Soldat auf und trat auf die vor ihm stehenden Biotiker zu. Sie waren
einander durchaus bekannt, er arbeitete oft hier und hatte die BDF bereits
mehrmals in voller Ausrüstung gesehen und dennoch betrachtete er sie
interessant. „Das nehme ich doch stark an, was denkt ihr weshalb ich jetzt hier
und nicht in meinem Bett bin, das nächste Mal kann Reeston selbst Waffendienst
schieben, wenn er zu so ner beschissenen Zeit ne Übung ansagt…“ Er begann breit
zu grinsen und aktivierte sein UW. „Aber nein, der noble Herr ist natürlich im
Moment gerade auswärts…“ Erneut huschte ein Grinsen über sein Gesicht, während
er die Autorisierung überprüfte. Es hatte Warrek wahrscheinlich nicht wenig
Nerven gekostet diese in das System zu schmuggeln, trotz der Software der STG.
Wenn er seine Arbeit gut erledigt hatte, würden sie in wenigen Minuten
ausgerüstet wieder aus diesem Raum treten. Die Augen des Mannes überflogen die
Zeilen des ihm vorliegenden Dokumentes während er weitersprach. „Ihr werdet dem
Colonel doch nicht erzählen, dass ich einen Witz über ihn gemacht habe oder?“ Der
sympathische Wächter des Arsenals warf der Asari vor ihm einen fragenden Blick
zu, welche mit einem Lächeln und gespielt freundlicher Mine den Kopf
schüttelte. „Garantiert nicht, schliesslich haben wir es ihnen zu verdanken,
dass die “Materialermüdung“ der bereits einige unserer Waffen zum Opfer
gefallen sind, nicht mit einer Standpauke über die astronomischen Kosten
unserer Ausrüstung geendet hatten.“ Bei Absprüngen und durch die rohe Gewalt
biotischer Angriffe, gemischt mit etwas Unaufmerksamkeit, liessen sich wichtige
Teile einer Waffe problemlos verbiegen. Meist liessen sich solche
Angelegenheiten durch das charmante Lächeln einer jungen Frau und das eine oder
andere Bier in der Kantine aber aus der Welt schaffen. Und auch jetzt schien es
als würden sie keinen Ärger kriegen. „Sieht alles gut aus, viel Spass mit euren
Spielzeugen, und bringt sie mir alle wieder heil zurück.“ Nach dem letzten Satz
öffnete er ihnen die Tür, die zu den Standard Waffenregalen führte und
entriegelte den am hinteren Ende, des mit Regalen gefüllten, Raum liegenden
Lift. Wie gewohnt trat zuerst die erste Hälfte der Soldaten ein und
anschliessend bei einer zweiten Fahrt die restlichen. Jenni betrat als eine der
ersten den beengt wirkenden Raum mit tief hängender Decke. Zielstrebig steuerte
sie auf einen Stapel Koffer zu. Mittlerweile hatte sich jegliche Zweifel an der
Mission die vor ihnen lag verzogen. Mit geübten Griffen glich sie ihre UW
Nummer mit dem ersten Waffenkoffer ab. In dessen Innerem fand sich eine neue
M-11 Wraith deren Oberflächen glänzten. Obwohl sie einen Helm trug, schien ihr
der Geruch von Waffen Öl in die Nase zu steigen. „Ich dachte wir sollen uns mit
was ausrüsten, das viele Kugeln verschiesst?“, meinte Joshua mit
herausforderndem Ton. „Die ist für die mit Rüstung gedacht…“ kaum hatte sie das
Gewehr in ihrer Hand aktiviert, um sich von dessen Funktionalität zu
überzeugen, steckte sie es an die dafür vorgesehene Halterung und trat zum
nächsten Stapel. Auf seine eigene Ausrüstung konzentriert schwieg Joshua eine
Weile ehe er die Frage aussprach, welche Jenni offen gelassen hatte. „Und was
nimmst du für den… Rest.“ Das letzte Wort war überflüssig, da sich ihm die
Antwort bereits zeigte. Jenni hatte ihren Helm ausgezogen, da sie die
einstellbaren Magnetischen Waffenhalterungen an ihrem Rücken hatte verstellen
müssen. Anders als sonst trug sie ihre Schrotflinte nicht auf Nierenhöhe,
sondern über den Rücken, an der Stelle an der Normalerweise das Sturmgewehr
montiert wurde. Seitlich an den Oberschenkeln der jungen Frau waren jeweils
eine M-6 Carnifex festgemacht. Die feurig roten Haare hatte sie hinten
zusammengebunden, damit sie nicht beim aufsetzten des Helmes nicht in die Quere
kamen. Nur ein paar einzelne Strähnen hingen seitlich an ihrem Gesicht
herunter. Selbiges war emotional tot, das einzige das Joshua erkennen konnte,
war eine schon beängstigend wirkende Entschlossenheit. Als sein Blick ihren
nach vorne ausgestreckten Armen folgte, stockte er für einen Moment. In dem
Moment drehte Jenni den Kopf zu dem sie anstarrenden jungen Mann. Auch wenn er
sie kannte, rann für einen Moment ein kalter Schauer über seinen Rücken, als
ihre Blicke sich trafen. Dieser wich jedoch schnell, als sich ein diebisches
Lächeln auf ihrem Gesicht abzeichnete. „Sind das hier genug Kugeln für dich?“,
fragte sie mit fast schon hämischer Stimme und präsentierte ihm die beiden
N7-Hurricans, die sie in den Händen hielt. Aufgrund der Extremen Feuerrate, und dem gleichzeitig geringen Gewicht der Waffe verzogen die MPs sehr stark. Die synthetischen Muskeln der Rüstung vermochten dies zwar zu vermindern doch auf grössere Distanzen würde sie dennoch nichts treffen, doch das würde auch nicht nötig sein. Ausser einem Fragenden Blick und einem amüsierten Kopfschütteln erhielt sie keine Antwort von ihrem Kameraden, dafür von jemand anderem. „Oh, da ist aber jemand ein böses Mädchen, bist du
sauer?“ Arsilia liess die Worte leise fallen, während sie an ihr vorbeitrat.
Sofort nachdem sie die beiden MP's an den beiden Halterungen auf Nierenhöhe,
die sie dort im Austausch für ihre Schrotflintenhalterung angebracht hatte,
festgemacht hatte, setzte sie eilig ihren Helm auf, um auf die Provokation via
privatem Funk antworten zu können. „Nein, sauer war ich als meine Familie
abgeschlachtet worden ist und man mir gesagt hat, das deswegen niemand was tun
wird, jetzt bin ich richtig angepisst…“ Nach einem Moment, in dem Arsilia nur
breit gegrinst hatte, fuhr sie zusammen. „Fang“ Der Befehl war klar an sie
gerichtet, doch was würde ihr entgegenfliegen? Sie konnte Jenni nicht sehen
weshalb, sie sich ruckartig umdrehte. Für einen Augenblick vor Schreck
erstarrt, musste sie feststellen, dass ihre Kameradin im Begriff war ihr eine
Granate zuzuwerfen. Mit möglichster Vorsicht bremste sie den kleinen Zylinder
sachte ab, zum protestieren kam sie jedoch nicht, da dem ersten gleich noch
zwei weitere folgten. „Spinnst du?!“ entfuhr es ihr darauf hin energisch.
„Wieso denn so schreckhaft, die Splinte stecken doch noch.“ „Wie viele von den
Dingern willst du denn mitnehmen?“ konterte die Asari auf die herausfordernde
Antwort ihrer Kameradin. „Genug“ erhielt sie als Antwort, während Jenni drei
den Sprengkörper seitlich an ihrer Hüfte festmachte. Gerade als sie die Kiste
vor sich wieder schliessen wollte spürte sie einen leichten Druck an ihrem
Rücken. Ihr Versuch sich aufzurichten wurde sogleich unterbrochen. „Halt still
deine Halterungen sind nicht richtig festgemacht, du wirst die Hälfte deiner
Waffen verlieren…“
Sie
waren an einem Punkt angekommen den Jenni tunlichst hinausgeschoben hatte, doch
nun liess es sich kaum noch länger vornewegschieben. Noch waren sie auf der
Route, die für die Übung angemeldet war. Das Massenportal in diesem Cluster war
noch ein gutes Stück entfernt, bald erreichten sie den Punkt, an dem sie ihm am
nächsten waren ehe sie sich in Richtung ihres angeblichen Zieles wieder davon
entfernen würden. Im Inneren der Shuttles war ausser dem leisen Surren des
Antriebes nichts zu hören. Aufgrund des Risikos eines Zwischenfalles, hatte sie
ihrer Einheit angeordnet die Helme aufgesetzt zu lassen. Das Risiko eines
Unfalles oder defektes war zwar nicht höher als sonst, doch der Vorwand kam ihr
ganz gelegen um nicht direkt den Blicken ihrer Kameraden ausgesetzt zu sein.
Wieder war es die Ruhe, die sie nachdenklich werden liess. Auch wenn es jetzt bereits
zu spät war, drängten sich ihr Gedanken auf, die sie schnellst möglich wieder
abschütteln wollte. Geradezu gelegen kam daher die Nachricht von Selak. „Wir
erreichen gleich unsere Abzweigung, sollen wir abdrehen?“ Mittels ihres UWs
verband Jenni sich mit den Lautsprechern im Passagierbereich der Shuttles, die
sich in etwas ungeordneter Formation durch die Leere schoben. Auch wenn die gefährlichsten Schritte des Einsatzes, abgesehen von den Kämpfen selbst, bereits überstanden waren wurde sie an dem Punkt etwas nervös. Ihr hatte sich ein Kloss im Hals gebildet den sie zuerst herunterschlucken musste ehe sie sprechen konnte. Nachdem sie sich erhoben und vor ihre Kameraden getreten war, antwortete sie mit selbstsicherer
Stimme. „Ja. Schaltet die Tarnsysteme ein und brecht den Funkkontakt mit
Sunsetbay ab. Hier beginnt unsere Mission! Wir sind nun nicht mehr Teil der
Allianz! Bis wir wieder auf Sunsetbay sind, gelten für uns weder die
Vorschriften noch die Gesetze der Allianz. Im Gegenzug dafür können wir uns aber
auch nicht mehr auf ihre Rückendeckung verlassen, wobei wir das letzte Mal ja
gesehen haben, wie viele diese Deckung wert ist. Aber diesmal liegen wir nicht
an einer Leine. Diesmal sind wir keine Soldaten, sondern Krieger, Engel des
Todes. Wir werden ihnen die selbe Verzweiflung und den selben Schmerz bringen,
den sie uns zuteil werden liessen. Vergesst nicht, wir gehen da nicht hin um zu
reden, wir gehen da hin um ein Zeichen zu setzen und Taten sagen mehr als
Worte. Während des gesamten Aufenthalts in der Basis des Feindes bleiben die
Aussenlautsprecher aus, Verhandlungen werden nicht geführt! Verstanden?“ Sie
wartete nicht auf eine Antwort ihrer Untergebenen sondern, schaltete
umgehend auf einen privaten Kanal zu Selak um. „Wie lange brauchen wir noch
bis zum Portal?“ Das Erste was sie vernahm war, dass der Turianer Luft einsog
und nachdenklich seufzte. Wenn alles gut läuft nicht lange, schau selbst. Mit
ÜLG sind wir ziemlich schnell da…“ „Gut, ihr habt die Koordinaten für den
Sprung, informier mich wenn wir im Zielsystem angekommen sind oder es
Schwierigkeiten gibt.“ Während sie mit dem Turianer geredet hatte, waren die
Bestätigungsmeldungen ihrer Kameraden bei ihr eingegangen, jedoch teils
wesentlich zögerlicher, als es ihr gefiel. Nun musste sie das Thema ansprechen,
das bestimmt auch vielen ihrer Kameraden durch den Kopf ging, jedoch niemand
ansprechen wollte. „Wie ich euch vor dem Abflug gesagt habe, ist diese Mission
für niemanden von euch ein muss, das ihr bis hierher mitgenommen wurdet, dient nur
eurem eigenen Schutz. Nun wisst ihr was ich von euch erwarte… aber um es noch
einmal gesagt zu haben, das Ziel der Operation ist die vollständige und
restlose Auslöschung der Besatzung der Basis von Cerberus.“ In dem Moment war
Jenni dankbar, dass sie den Helm auf hatte, sie konnte förmlich spüren, wie
sich die entsetzten Blicke mancher ihrer Kameraden selbst durch den schützenden
Helm bohrten. Auch wenn es für ihre Kameraden so aussah, als würden die Augen
ihrer Anführerin auf ihnen ruhen, blickte sie zu Boden. „Wer von euch folgt
mir?“ Die Frage kam direkt und mit nüchterner Kälte. „Wer nicht mitmachen will,
wird die Landeplattformen sichern, damit unser Rückzug gesichert ist. Weder
ich, noch irgendjemand anderes aus dieser Einheit werden euch für diesen
Entscheid in irgendeiner Form verurteilen, deshalb werde ich die Antworten
privat halten. Jeder der dabei ist, erhält anschliessend ein kurzes Briefing.“
Noch bevor sie zu Ende gesprochen hatte, erhielt sie bereits etwa die dritte
Bestätigung seitens Arsilia. Bei einem kurzer Blick zu ihrer Kameradin schien
sie deren breites Grinsen durch die Maske und ihres Helmes erkennen zu können.
Wie es zu erwarten gewesen war, gab es drei Wellen. Die erste, beinahe ohne
Verzögerung eintreffende, der Befürworter dieses Einsatzes. Diese machte, mit
Zehn Mann, sie selbst eingeschlossen, etwas weniger als einen Drittel aus.
Unter diesen Soldaten würde sie die Führungspositionen verteilen, denn sie
würden aus eigenem Antrieb handeln. Die Zweite waren diejenigen, die unsicher
waren, von denen sich die meisten zwar dazu durchrangen mitzumachen, jedoch,
zumindest nach dem die Verteidiger erledigt waren und der schmutzige Teil der
Arbeit begann, kaum mehr eine Hilfe sein würden. Zum Schluss kamen noch die,
die sich gegen sie entschieden hatten. Jenni musste sich selbst daran hindern
die Namen derer zu lesen, die sich weigerten, sie hatte versprochen niemanden
zu verurteilen, also spielte es auch keine Rolle wer sich dagegen entschieden
hatte. Eines konnte sie jedoch trotzdem nicht lassen. Instinktiv öffnete sie
die Alphabetische Tabelle und sprang zum K. „Warum tust du das?“, fragte sie
sich leicht ungläubig, als sie erkannte, was vor ihr lag. Kiara hatte trotz
ihrer klaren Abneigung gegenüber diesem Vorhaben zugestimmt daran teilzunehmen.
Wollte sie sich selbst oder Jenni damit etwas beweisen? Jenni konnte sie
unmöglich zwingen auszusteigen, schliesslich hatte sie ihr versprochen sie
nicht anders zu behandeln, als den Rest ihrer Einheit. Andererseits durfte sie
auch nicht zulassen, dass Kiara für etwas bestraft wurde, was sie verbrochen
hatte. Mit einem Mal wurde ihr auch klar, weshalb ihre Liebste sich in ein
anderes Shuttle gesetzt hatte. Es waren keine Zwischenstopps geplant und somit
würde Jenni sie nicht daran hindern können abzuspringen.
Und nun muss ich euch leider wieder abwürgen. Aber beim nächsten Kapitel gehts dafür gleich hier weiter^^
Bis dahin wünsche ich euch noch einen schönen Sonntagabend und ne gute Woche^_^
Użytkownik elitedefender2 edytował ten post 19 luty 2014 - 06:56
#633
Napisano 18 luty 2014 - 06:16
#634
Napisano 23 marzec 2014 - 01:25
Hi
Halt! legt die Tomaten Weg, ich möchte mich erklären bevor ich gelyncht werde.... danke.
Wie jeder der hier ist ja gemerkt hat hat sich einiges bei Biowaresocial einiges geändert. Ich habe das neue Social Network zwar schnell gefunden doch dieses Forum nicht. weshalb ich dachte das es vielleicht mit der alten Seite verschwunden sei. Ich entschuldige mich vielmals für die ewige Wartezeit und hoffe dass das neue kapitel zumindest ein wenig darüber hinwegzutrösten hilft^^
Kapitel 49
#635
Napisano 24 marzec 2014 - 09:16
Das neue Kapitel ist wie immer der Hammer
Ist auch nicht schlimm wenn das Kapitel später kommt. Lass dir ruhig genug Zeit.
#636
Napisano 26 marzec 2014 - 07:15
Ich müsste euch da noch um etwas bitten. Ich bzw. Ich und ein Klassenkamerad müssen für eine Projektarbeit in der Berufsschule eine Umfrage durchführen die sich um das Thema "Virtuelle Welten" dreht. sprich es geht um ein Thema das wahrscheinlich alle hier lesenden betrifft.
Es würde mich sehr freuen wenn ihr euch die Zeit nehmen könntet (Dauert nur 2 Minuten oder so) um uns dabei zu unterstützen und das hier schnell ausfüllen würdet.
https://www.umfrageo...e.com/s/0c8345f
Ich bedanke mich schon Mal
Freundliche Grüsse Elite ^^
#637
Napisano 14 kwiecień 2014 - 10:39
#638
Napisano 17 kwiecień 2014 - 09:03
Das Kapitel war echt super. Für sowas lohnt es sich wirklich vier Wochen zu warten ![]()
#639
Napisano 18 maj 2014 - 09:36
#640
Napisano 19 maj 2014 - 07:50
Endlich wieder ein Kapitel. Und anscheinend beginnt jetzt was Großes. Ich freu mich schon auf das nächste Kapitel ![]()
#641
Napisano 13 czerwiec 2014 - 12:59
Und es is immer noch nicht zu Ende meine Augen oh diese Heresy^^. Naja viel glück noch dabei.
#642
Napisano 20 czerwiec 2014 - 11:52
#643
Napisano 21 czerwiec 2014 - 08:54
Endlich ist die Warterei zuende. Naja, immerhin lohnt es sich hierrauf zu warten ![]()
#644
Napisano 12 sierpień 2014 - 10:32
#645
Napisano 16 sierpień 2014 - 09:41
Endlich gibt es nach über einen Monat mal wieder ein neues Kapitel. Aber wie sagt man so schön: "Gut Ding will Weile haben" ![]()
#646
Napisano 06 wrzesień 2014 - 05:23
#647
Napisano 07 wrzesień 2014 - 09:49
Solange die kapitel kommen, ist es mir egal wie lange ich warten muss.
Kannst dir ruhig Zeit lassen.
#648
Napisano 14 październik 2014 - 10:14
#649
Napisano 18 październik 2014 - 08:58
Kann ich nachvollziehen und ich finde deine Entscheidung gut
Ich warte lieber lange auf etwas gutes, als jede Woche irgend was schlechtes zu bekommen. Und am wichtigsten ist immer noch, dass du Spaß am schreiben hast.
#650
Napisano 25 grudzień 2014 - 03:52
„Sind sie sicher? Diese Aktion kann nicht wieder Rückgängig gemacht werden und darf nur im Falle der Gefahr einer feindlichen Übernahme eingeleitet werden.“ Eine kleine Schaltfläche leuchtet auf. Etwas zögerlich bewegte Arsilia ihre Hand auf die Schaltfläche zu, warf Jenni aber noch einmal einen Blick zu, um sich zu vergewissern, dass diese einverstanden war. „Na dann…“ gefolgt von einem leisen Piepsen erlosch die Schaltfläche wieder. Die Stimme der Serverinternen VI meldete sich einen Moment später wieder. „Lösche sämtliche Daten… Es war mir eine Freude ihnen dienen zu können. Bitte halten sie etwas Abstand zum Gerät, der Server Mxk2-33R wird Prozessoren und Speicherkarten überhitzen, um eine Rekonstruktion unmöglich zu machen… leben sie wohl.“ Erstaunt starrten die beiden Soldatinnen auf den Grauen Kasten vor ihnen. Das Blinken der Signalleuchten erlosch schlagartig, während das Gerät für einen Moment lange zu surren begann. Der Geruch von verschmorter Elektronik begann sich auszubreiten, während die letzten Geräusche aus dem grauen Kasten erstarben. „Das wars? Irgendwie hätte ich mehr erwartet.“ Arsilia drehte sich mit einer wegwerfenden Geste um und trat auf die Tür zu ,durch welche sie den Raum betreten hatte. „Irgendwie seltsam, findest du nicht? Wir haben alles verloren, unser Zuhause unsere Familien… und jetzt besiegeln wir selbst das Schicksal des letzten Ortes den wir noch hätten Zuhause nennen können. All unsere Ausbildungsdaten waren auf diesem Server gespeichert, wer weiss ob es davon überhaupt noch irgendwo ein Backup gibt.“ Jennis Blick ruhte noch einen Moment lang auf den Gehäuse des Servers, ehe sie sich umdrehte, um zu ihre Kameradin aufzuschliessen. „Wenn das alles vorbei ist und wir noch leben, können wir so vielleicht neu anfangen, wenn unsere Vergangenheit hier unten begraben liegt.“ Die Einschätzung der Asari liess ein Lächeln über Jennis Lippen huschen und für einen Moment wollte sie Arsilia für ihren Optimismus beneiden.
Die fauchende, grelle Flamme der warfen ein diffuses rotes Licht in die Runde und zuckende Schatten auf den Boden. Alle Anwesenden schwiegen, den Blick vor sich zu Boden gewandt. Die noch funktionsfähigen Shuttles hatten die Verletzten und Kampfunfähigen, sofort nachdem das Gebiet gesichert und alle Überlebenden geborgen waren, aufgenommen und sich auf den Weg zur Linz gemacht. Es hatte sie viel Überzeugungskraft gekostet auch Jeremy zu überreden den Stützpunkt zu verlassen. Erstmal unter sich, hatten die Soldaten von Erics Trupp beschlossen ihren gefallenen Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Während der grösste Teil ihrer Einheit damit beschäftigt gewesen war Material, Waffen, Munition und Medizin zusammenzutragen hatte Jenni und einige wenige ihrer Kameraden Eric und seinen Leuten geholfen die Gefallenen auf den Hauptplatz zu schaffen. Da ihnen die Zeit fehlte ein anständiges Begräbnis zu organisieren, hatten sie sich entschieden ihre Körper einzuäschern und dem Feind somit die Chance zu nehmen die Toten zu irgendwelche Perversionen ihrer früheren selbst zu machen. Keiner hatte seitdem gesprochen. In Gedanken waren alle damit beschäftigt Abschied zu nehmen von denen die sie verloren hatten. Der härteste Teil dieser letzten Arbeit war es gewesen ihre beiden Kameraden aus ihren Rüstungen zu holen. Nicht nur damit sie ihre Überreste den Flammen übergeben konnte, auch wenn es kalt erschien mussten sie sich darauf vorbereiten dass sie für lange Zeit keine Ersatzteile für ihre Rüstungen mehr bekommen könnten. Jedes noch funktionierende Teil musste geborgen werden. „Es wäre bestimmt ihr Wille gewesen, dass wir das Beste aus ihrem Opfer machen.“ Mit diesem Gedanken hatte sie sich dazu gezwungen den Anblick ihrer blassen starren Kameraden zu ertragen, während sie ihre Rüstung entfernte. Immer wieder musste sie die Gliedmassen ihrer Kameraden bewegen und die knorpligen, knirschenden Laute der gebrochenen, sich verschiebenden Knochen ertragen. Auch wenn sie sich hatte dagegen aussprechen wollen, hatte Shalera sich nach kurzem zu ihr gesellt um ihr zu helfen. Nicht nur weil die Demontage der teils verbogenen und verkeilten Teile schwer und kompliziert war, auch wollte sie Jenni etwas Gesellschaft leisten. Ihre rothaarige Kameradin war bereits vor dem Verlust viel schweigsamer geworden und nun schien sie sich noch mehr abzukapseln, was der jungen Sanitäterin zunehmend Sorge bereitete. Die restlichen Arbeiten waren zügig erledigt worden weshalb sie die letzten waren die auf dem Hauptplatz eintrafen. Die Beiden Körper von Alina und Terence waren in schmutzige Bettlaken gehüllt zu den anderen gelegt worden. Solange der Kampf angedauert hatte, war ihnen der Umfang der Verluste nie bewusst gewesen. Dutzende in weissen Stoff gehüllte Körper lagen aufgestapelt auf einem provisorisch, aus den Überresten der Möbel der Basis aufgeschichteten Holzhaufen.
In einem grossen Halbkreis vor dem Scheiterhaufen aufgestellt verharrten die Soldaten schweigend, die Blicke auf den einzigen im Bunde gerichtet der nicht in ihrer Reihe stand. Eric war vorgetreten, eine Signalfackel in der Hand haltend. „Soldaten…“ kaum begonnen stoppte er auch schon wieder. „Freunde… wir haben heute viele verloren, die uns treue Begleiter waren. Ich weiss genauso gut wie jeder von euch wie hart das Leben als Soldat ist. Wir sind alle gemeinsam durch diese Höhen und Tiefen gegangen und das hat uns zusammengeschweisst. Wenn ich mich an jene erinnere von denen wir hier und heute Abschied nehmen müssen, dann spüre ich, dass wir heute mehr verloren haben als bloss Kameraden, diese Männer und Frauen gehörten zur Familie.“ Eric Stockte kurz, offensichtlich suchte er nach den richtigen Worten um fortzufahren. „Sie haben ihre Leben gegeben, um unsere zu retten, lasst nicht zu dass dieses Opfer umsonst war! Ich weiss nicht wer unser Feind ist oder weshalb er uns angreift, aber eines weiss ich mit Sicherheit, solange wir noch atmen, werden wir kämpfen. Wir werden ihnen zeigen, dass wir uns nicht so leicht unterkriegen lassen. Ich weiss, dass ich von euch verlange mir in die Hölle zu folgen, doch ihr folgt dabei nicht bloss mir, ihr folgt auch ihrem Beispiel!“ Mit der Fackel deutete er auf den Haufen neben ihm. Jenni warf einen flüchtigen Blick in die Runde, in den Gesichtern der Männer um sie herum spiegelte sich Trauer und auch Wut wieder, doch am deutlichsten stach jedoch die Entschlossenheit im Blick der Soldaten heraus. Eine Mischung aus Stolz und dem Willen nach Vergeltung liess das Feuer in ihren Seelen auflodern. „Sobald die Shuttles zurück sind werden wir uns auf den Weg nach Sunsetbay machen und diese Schweine für jeden einzelnen bluten lassen den sie heute getötet haben! Ich übergebe die Überreste unserer Kameraden nun dem Feuer, nehmen wir in Stille Abschied, ehe wir den Pfad beschreiten, den sie nicht zu Ende gehen konnten.“ Nachdem er seine Worte einen Moment hatte wirken lassen, trat Eric an den Scheiterhaufen heran. Die Flammen seiner Fackel sprangen sofort auf den Scheiterhaufen über und umhüllten diesen in Windeseile. Der Geruch von Öl welcher die kühle Nachtluft erfüllt hatte, wurde von der leichten, aufkommenden Brise davongetragen. Während sie schweigend verweilten, betrachtete Jenni die Flammen. Ein weiteres Mal war sie gezwungen Abschied zu nehmen von ihrem gewohnten Umfeld. Begleitet von einem tiefen, wenngleich leisen, Seufzen wandte sie sich von den Flammen ab, um stattdessen ihre Kameraden zu sehen. Seit Trainingsbeginn war die BDF immer wieder geschrumpft. Würde sie irgendwann alleine zurückbleiben? Sie schüttelte diese unangenehme Frage eilig ab. Die vom Feuer beschienen Gesichter hatten alle etwas Familiäres, sie trainierten und kämpften seit Monaten Seite an Seite und kannten sich besser als jeder Andere. Sie konnte jedem von ihnen voll vertrauen, denn jeder von ihnen würde ihr in den Kampf folgen…“ Ihr Blick stoppte. „Manche vielleicht sogar noch weiter.“ Durch die Dunkelheit fast schon schwarz wirkend und nur von einem schwachen ungleichmässigen orangen Licht beschienen wirkten die Gesichtszüge der Asari fremd und verzerrt, doch Jenni hätte ihre Augen auch schliessen können und noch immer genau gewusst wie Kiaras Gesicht aussah. Die geradezu melancholischen Gedanken die sich in ihren Verstand schlichen, waren in dieser Situation mehr als störend, weshalb Jenni sie abzuschütteln versuchte. Es war nicht das erste Mal, dass ihre Gedanken in die Richtung ihrer Liebsten abgedriftet waren, doch seitdem sie den Angriff auf Cerberus gestartet hatten war sie nie dazu gekommen ungestört mit ihr zu reden. Es hatte sie bedrückt, dass sie niemanden mehr hatte mit dem sie so offen reden konnte oder wenigstens kleine Zärtlichkeiten austauschen konnte. Mit einem Nadelstich gleichen Schmerz in der Brust wandte sie sich von Kiara ab. Jetzt war nicht der Richtige Zeitpunkt.
Die Niedergeschlagene Stimmung der Soldaten war in den Hintergrund gedrängt worden als über den Funk der BDF die Meldung der Shuttles reingekommen war, dass sie in wenigen Minuten wieder beim Stützpunkt ankommen würden. Eilig hatten sich alle noch verbleibenden Soldaten daran gemacht das Arsenal zu plündern. Seltsamerweise erfuhr Jenni eine seltsame Vorfreude in Form eines leichten Schauers, welcher über ihren Rücken rann als sie den vertrauten Geruch von Waffen Öl wahrnahm. Der Lift war Standardgemäss immer in der unteren Endlage angestellt, wenn er gerade nicht gebraucht wurde. Als der Angriff erfolgte, hatten die zuständigen Wachen den Strom unterbrochen, um dem Feind den Zugriff auf die Spezialausrüstung von N7 zu verwehren. Unglücklicherweise hatten sie die beiden zuständigen nur noch tot bergen können und waren nun gezwungen sich des Notfallweges zu bedienen. Die Schweren Rüstungen waren dabei nicht unbedingt hilfreich, der schmale Schacht war knapp bemessen und der Luke an dessen unterem Ende noch knapper. Die Beleuchtung des Raumes war ausgefallen, wodurch Erics Männer gezwungen waren mit ihren UWs für Licht zu sorgen. Dank der Nachsicht stellte die Dunkelheit für die Dropforce kein Problem dar. „Los schnappt euch so viel ihr tragen könnt, den Rest müssen wir hierlassen.“ Vorsichtig liess die rothaarige Biotikerin ihre gepanzerten Finger über den polierten Stahl der vor ihr liegenden Saber streichen, ihr Inneres zwiegespalten. Auf der einen Seite standen die Erinnerungen an ihren letzten Aufenthalt hier, dessen Folgen sie und ihre Kameraden hinter Gitter gebracht hatten, auf der anderen Seite stand das seltsame Kribbeln in ihrem Körper welches sie als Vorfreude beschrieben hätte. „Worauf zum Teufel freue ich mich denn?“
„Wie sieht unsere Strategie eigentlich aus?“ „Schwer zu sagen, wir haben ganz ehrlich gesagt keinen Schimmer was uns erwartet! Wie können die Linz nicht mehr erreichen, da etwas unseren Kontakt stört, wir bräuchten einen stärkeren Sender…“ „Also springen wir blind in ein Hornissennest?“ „Super, und was sind die schlechten Nachrichten?“, rief Selak mit vor Sarkasmus triefender Stimme dazwischen. „Diesmal gibt’s auch noch Verbündete da unten blindes Feuer fällt damit flach… wir sind ziemlich dezimiert worden, weshalb wir etwas vor der Kolonie aussteigen werden. Ich und mein Team werden versuchen einen Weg aus der Kolonie zu finden und einen Korridor zu sichern, auf dem wir die Zivilisten rausschaffen können… ihr springt mitten ins Kampfgeschehen und drängt den Feind weitest möglich zurück, wenn es uns nicht gelingt zu euch vorzustossen müsst ihr genug Raum schaffen, damit wir mit den Shuttles bei euch landen können, verstanden?“ Jene die sich ein Shuttle mit Eric teilten, antworteten mit einem Nicken, der Rest sendete eine Bestätigungsmeldung an Jenni. „Dann macht euch bereit, wir sind in wenigen Minuten da.“ Nachdem sie einen Moment gewartet hatte bis die umstehenden sich etwas in ihre Vorbereitungen vertieft hatten, rutschte sie etwas näher an Eric heran. Der neben ihr sitzende Soldat war gerade im Begriff seinen Helm aufzusetzen und strich sich vorher noch einmal durch die Haare, als er bemerkte das Jenni mit ihm reden wollte. Mit einem fragenden Blick und einer angehobenen Augenbraue sah er sie an. „Eric, was du gerade gesagt hast… wir… ich wurde nie für Zivilevakuierungen ausgebildet, noch nicht.“ Etwas erstaunt hob der junge Mann nun auch die zweite Augenbraue an. „Was?“ Sein Gegenüber senkte die Stimme noch weiter als ohnehin schon, was es fast unmöglich machte sie in dem lärmigen Innenraum des Shuttles zu verstehen. „Eric, ich weiss nicht wie ich eine Evakuierung in diesem Masse durchführen muss. Ich habe gelernt Leute zu kommandieren aber nur kämpfende Truppen, Soldaten, nicht irgendwelche Zivilisten oder Verletzte.“ „Dann hast du jetzt die Gelegenheit es zu lernen“, erwiderte er mit einem schlecht gespielten, halbherzigen Lächeln auf den Lippen. „Ich glaube du verstehst mich nicht, ich kann das nicht“, erwiderte sie bittend. Nachdem er einen Moment gestockt hatte, wanderten seine Augen die er soeben von ihr abgewandt hatte wieder zu ihr zurück. Diesmal fehlte jedoch jegliche Gutmütigkeit in seinem Blick. Seine Augen waren kalt und abweisend. „Dann wird es verdammt nochmal Zeit dass du es lernst! Das Leben als Soldat besteht nicht nur daraus andere Menschen abzuschlachten!“ Entsetzt über die Aussage ihres Kameraden wich Jenni etwas zurück doch Eric hielt den Abstand zwischen ihnen gering in dem er ihrer Bewegung folgte. „Ich weiss was ihr getan habt, weshalb euch Onekrov festgenommen hat und euch, besonders dich nicht wieder gehen lassen wollte.“ Mit blassem Gesicht starrte die Rothaarige Eric wortlos an. „Er hat mir die Aufnahmen geschickt was ihr angerichtet habt. Ich habe es niemandem erzählt, weil die Moral allgemein schon ziemlich im Arsch war. Es wir das Zeit dass du Verantwortung übernimmst… oder ist Töten das einzige dass du kannst?“ Mit Schrecken stellten sie beide fest, dass ihr Gespräch die Aufmerksamkeit der Umstehenden auf sich gezogen hatten, besonders da Eric den letzten Teil lauter ausgesprochen hatte als beabsichtigt. „Sag dus mir!“, forderte Jenni ihn auf, nun nicht mehr gedämpft. Ohne auf eine Antwort zu warten richtete sie sich auf. „Wenn töten das einzige ist wozu ich gut bin, dann werde ich damit leben müssen. Wir werden den Feind vernichten und das Gebiet sichern bis ihr zu uns stosst… lasst uns nicht zu lange warten, der Überraschungsmoment hält nicht ewig.“
Ohne dass ein weiteres Wort gefallen ist, erreichten die Shuttles die letzten Hügel die Sunsetbay noch von ihnen trennten. „Ich glaube das solltet ihr euch ansehen…“ Die Stimme des Piloten, atemlos und vor Entsetzen triefend beendete das Schweigen im Inneren der Shuttles. Die Türkonsolen wechselten von orange auf grün, da sie entriegelt wurden. Erics Hand berührte die hololythische Schaltfläche, Augenblicke später peitschte ihnen ein stürmischer Wind entgegen. Der Anblick der sich den jungen Soldaten bot liess vielen den Atem stocken. Hinter den Hügeln wuchsen dutzende riesige Rauchsäulen in den morgendlichen Himmel, der von hunderten Feuern beschienen wurde. Mit jeder Sekunde schmolzen die Hügel vor ihnen weiter dahin, bis schliesslich die ersten Konturen sichtbar wurden. Die wenigen mehr als zwei Dutzend Stockwerke hohen Bürogebäude die im Zentrum der Colonie standen waren jedoch nicht das erste das zu sehen war. Eine gigantische sich bewegende, spitz zulaufende Silhouette bewegte sich zwischen den Rauchsäulen träge voran. Die Form des Unbekannten Objekts war kaum auszumachen, da überall Gebäude in Flammen standen und die gesamte Kolonie in einen schwarzen Schleier hüllten. „Gottverdammt“, hauchte einer von Erics Kameraden. Was auf den Aufnahmen des Kreuzers noch wie eine Szene aus einem schlechten Film gewirkt hatte, stellte sich nun als grausame Realität heraus. Der Zustand der Kolonie war noch schlimmer als Jenni es vermutet hatte, seit sie losgeflogen waren hatten die Angreifer ganz schön gewütet. Vom Geschäftsviertel, dem am dichtesten bebauten Gebiet waren nur noch brennende Ruinen übrig. Ein feurig roter Strahl von blendender Helligkeit durchschnitt die Luft und liess riesige Feuerbälle aus den Fenstern eines weiteren Gebäudes quellen. „Irgendwelche Ideen wie wir das Teil “zurückdrängen“ sollen?“ warf Joshua spöttisch in den Raum. „Das macht die Sache in der Tat etwas komplizierter… springt am anderen Ende der Kolonie ab, wir können dieses “Ding nicht bekämpfen also gehen wir ihm am besten aus dem Weg. Wir evakuieren so viele Zivilisten wie möglich bis wir eine Lösung für dieses Problem gefunden haben.“ Eric rief eine Karte auf seinem UW auf. „Wir werden hier aussteigen….“ Eine grüne Markierung tauchte auf. „Ihr werdet hier abspringen, sichert das Gebiet und wartet bis wir zu euch stossen. Behaltet den Läufer im Auge, wenn er seine Position verändert müssen wir uns wohlmöglich eine andere Evakuierungsrute suchen. Sobald wir genug Überlebende geborgen haben lassen wir sie von den Shuttles evakuieren.“
Wenn sie je einen Albtraum gehabt hätte in dem sie durch Sunsetbay geschritten wäre, so entsprach dies mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit genau dem was sie gerade mitansehen musste. Die Sicht war in diesem Viertel nicht schlecht, da sich die Zerstörung hier noch in geringem Masse gehalten hatte, anscheinend hatten sich die Angriffe grösstenteils auf die dichter bebauten Gebiete konzentriert, zumindest die des Läufers. Kampfspuren waren dennoch überall zu erkennen. Bei ihrem Absprung waren sie nur auf wenig Widerstand gestossen doch der Feind schien sich neu zu formieren, denn seit mehreren Minuten herrschte beunruhigende Stille. Die Vitalwerte auf ihrem Display befanden sich alle im grünen Bereich und dennoch spürte sie einen seltsamen Druck der auf ihrer Brust lastete. Ihr früheres Zuhause glich nun einer Geisterstadt, in welcher sich nur noch in den Schatten hier und da etwas regte. Bisher hatte sich die Suche nach Überlebenden als ziemlich fruchtlos erwiesen, alles was sie finden konnten waren verwüstete Wohnungen und hier und da eine entstellte, angefressene Leiche. „Vielleicht ist das ja der Grund weshalb sie nicht, mehr hier sind. Wohlmöglich sind sie mit dem Viertel hier ja bereits fertig.“ Die Aussage der Asari war zwar alles andere als ermutigend , aber durchaus vorstellbar. Wären noch Überlebende in der Nähe hatten sie durch den Kampfeslärm aufgeschreckt werden müssen. Auch für einen Leien mussten die Unterschiede einer Allianzwaffe und denen der Angreifer offensichtlich sein. „Dann sollten wir keine Zeit verschwenden…. Eric, wo seid ihr?“ Nach ein paar Sekunden erhielt sie schliesslich Antwort. „Auf dem Weg zu eurer Position, wir haben bisher zwei Überlebende gefunden…. Bitte sag mir das ihr mehr Glück hattet.“ „Negativ“, antwortete die Rothaarige niedergeschlagen „Keinen einzigen. Ich fürchte wir müssen dieses Viertel abhaken, es ist auch kaum Feindpräsenz festzustellen, könnte gut sein dass sie hier schon fertig sind.“ Vom anderen Ende der Leitung waren leise Flüche zu vernehmen. „Ok, rückt weiter nach Osten vor, wir bewegen uns parallel zu euch am äusseren Rand der Kolonie entlang. Wer auch immer rechtzeitig realisiert hat dass sie angegriffen wurden wird mit grösster Wahrscheinlichkeit versucht haben aus der Kolonie rauszukommen…“ „Verstanden wir halten euch auf dem Laufenden.
„Scheisse! Beschuss von links!“ Die stille leblose Atmosphäre war einer Hölle aus Feuer, Rauch und durch die Luft schwirrender Geschosse gewichen. Arsilia schien mit ihrer Behauptung recht zu behalten, dass das erste Viertel bereits “abgeerntet“ gewesen war. Keine zehn Minuten weiter hatte sich auch das Umfeld komplett verändert. Nun näher am Zentrum der Kolonie hatte der Grad der Zerstörung massiv zugenommen, die Spuren des Läufers waren unübersehbar. Der einzige Vorteil den die herumliegenden Trümmer, und die Teils eingestürzten Gebäude boten war reichlich Deckung gegen den nun zahlreich vertretenen Feind. Dessen Truppen setzten sich aus den selben Perversionen zusammen wie bisher, nur dass hier die Zahl der drahtigen “Husks“ wesentlich höher war. „Ich glaube wir haben die “Überlebenden“ gefunden!“ Eine lange donnernde Salven von Denis Typhoon mähten eine weitere Gruppe hirnlos heranstürmender Gestalten nieder. „Das ist pervers, sie töten nicht einfach jeden den sie finden, nein, sie hetzen sie auf uns damit die Überlebenden zuerst ihre eigenen Kameraden abschlachten müssen und dann beim richtigen Angriff bereits erschöpft sind“, spie Ivana angewidert aus. „Das ist Effizienz. Sie nutzen jede Ressource um uns zu bekämpfen die sie haben. Wie im Mittelalter, Belagerer nutzen nicht selten die Leichen ihrer Gefallenen als Munition für die Katapulte um Brunnen zu vergiften.“ „Jetzt ist nicht der Zeitpunkt für eine Geschichtsstunde Deni! Los, vorrücken wir müssen sie zurückdrängen, achtet auf Überlebende.“ In Anbetracht der Zerstörung schien der letzte Teil geradezu lachhaft, aber sie waren bereits näher dran als zuvor. Zwar war der unter den Trümmern eingeklemmte zu schwer verletzt gewesen als das sie ihn hätten bergen, geschweige denn retten können. Shalera hatte dem Mann eine Dosis Schmerzmittel verabreicht die ausreichte um ihn schmerzlos von seinem Leiden zu erlösen. Wenigsten schien hier noch nicht alle Hoffnung verloren. Die Kämpfe waren stupide und abstumpfend. Wenn dies wirklich alles war das die Angreifer zu bieten hatten, musste der Angriff auf die Militärbasis sie bereits einen grossen Teil ihrer Truppen gekostet haben. Während sich in einiger Entfernung der träge Schatten hinter den Rauchsäulen langsam voranschob und bei jedem roten Aufblitzen des Himmels ein weiteres Gebäude in die Vergessenheit beförderte, folgte die Dropforce dem Pfad seiner Verwüstung. Einer langen Strasse folgend mähte sie eine Gruppe Feinde nach der anderen nieder, es schien als würde den Invasoren gar nichts daran liegen sie aufzuhalten. Die Gegenwehr war lachhaft und unorganisiert, was bei den jungen Biotikern ein Gefühl des Unbehagens auslöste. Es war jederzeit mit einem Hinterhalt zu rechnen. „Teilt euch auf, bildet drei Gruppen und such das Gebiet nach überlebenden ab, wir bewegen uns langsam Richtung Norden.
Es kam ihr vor als wäre es Ewigkeiten her seitdem sie das letzte Mal durch Sunsetbay geschlendert war, ohne Waffen, Krieg und Blut. Früher hatte sie eine ihrem Viertel eine Strasse entlang gehen können und sie hätte auch mit geschlossenen Augen gewusst was zu sehen gewesen wäre, inzwischen hätte das nicht einmal mehr bei ihrem ehemaligen Zuhause funktioniert. Alles was sie erkennen konnte waren die Scherben ihrer Vergangenheit, ihrer Kindheit, vielleicht sogar ihres gesamten Lebens. Dennoch, trotz all der Veränderung und der Zerstörung fühlten sich diese Strassen vertraut an. „Wir haben einen Überlebenden, sichern die Position!“ „Verstanden ich komme rüber, Trupp weiter vorrücken.“ Das erste mal seid sie hier gelandet waren schien ihre Mühe belohnt zu werden. Auch wenn es sich nur um einen einzelnen Überlebendend handelte wollte Jenni ihn mit eigenen Augen sehen. Nach dem kurzen Befehl spaltete sie sich von der Gruppe ab und machte sich zum auf ihrem HUD markierten Punkt des Überlebenden auf. Der Weg war kurz ,aber die Ruine eines Hauses lag zwischen ihnen, weshalb sie nicht sehen konnte wo der Überlebende lag. „Scheisse, ich schätze er wird nicht erfreut sein hier weg zu müssen.“ Die Worte von Joshua erreichten sie gerade als sie die letzten Geröllhaufen überwand. Ein alter Mann mit schütterem Haar kniete vor den eingestürzten Überresten eines Hauses. Erst als Jenni näher herantrat erkannte sie das er nicht ohne Grund da kniete. Shalera kniete neben ihm, doch schien er von der jungen Asari keine Notiz zu nehmen. Seine Augen waren fest auf etwas vor ihm auf dem Boden gerichtet. Nur noch drei Schritte von dem Greis entfernt stockte sie kurz. Eine Frau ähnlichen alters lag vor ihm auf dem Boden, das blasse Gesicht gen Himmel gerichtet unter einer massiven Platte eingeklemmt. Die Wände des Hauses waren eingebrochen, der Boden des ersten Stockes war praktisch in einem Stück runtergefallen und hatte den Unterleib der Frau unter sich begraben. Shalera sah Jenni durch das Visier ihres Helmes an und auch ohne deren Mimik zu erkennen wusste sie was die Sanitäterin ihr gleich sagen würde. „Jenni, er weigert sich ohne seine Frau zu gehen, aber wir haben keine Chance sie da rauszubekommen. Ihr Unterkörper ist… ist zerquetscht und ein Armierungseisen hat sie aufgespiesst… “Erst als Jenni sich zu dem alten Herrn herunterbeugte, erkannte sie dass sich die Augen und die Lippen der Frau noch schwach bewegten. „Oh Gott, sie…“ „Hat keine Schmerzen, Ihr Rückgrat ist zertrümmert sie spürt nicht einmal mehr ihre Arme.“ „Es Tut mir leid dass wir ihnen nicht helfen konnten, ich verstehe dass sie ihre Frau nicht zurücklassen wollen aber wir müssen sie hier wegbringen.“ „Nein…“ meinte der neben ihr Kniende vehement. „Meine Frau… Margrid ist das einzige was mir noch geblieben ist, ich kann sie nicht verlassen…“ Diese Stimme kannte sie, von früher als sie noch nicht bei den Allianz war.“ Als sie ihm vorsichtig die Hand auf die Schulter legte wandte er sich ihr zu. Das Gesicht des Altem Mannes war gezeichnet von Verzweiflung und Schmerz doch schien er es in Ruhe zu akzeptieren. In seinen Augen fehlte jegliches Feuer, da war nichts mehr das für das Leben kämpfen würde, er hatte sein Ende akzeptiert. „Mister Jenkins…“, haute die Rothaarige Biotikerin raus. Eilig riss Jenni sich den Helm vom Kopf. „Mister Jenkins, ich bins, Jenni.“ Wenn auch nur schwach zeigten sich Emotionen in seinen Augen, erstaunt musterte er ihr Gesicht. „Mein kleines Mädchen… was tust du denn hier?“ „Ich bin hier um…“ Sie wollte ihm sagen dass sie hier war um jene für den Angriff verantwortlichen Bluten zu lassen, doch das war nicht ihre Aufgabe hier. „Um Überlebende wie sie zu retten, wir haben Shuttles, wir können sie hier rausbringen…“ Sofort begann er langsam den Kopf zu schütteln. „Aber…“ doch auch ihr zweiter Versuch wurde von dem Alten unterbrochen „Kleines ich habe dir schon oft gesagt dass es unhöflich ist älteren zu widersprechen.“ Seine Stimme war schwach und leise, auch wenn er keine offensichtlichen Verletzungen aufwies war er am Ende. „Sie ist alles was mir noch geblieben ist, mein Geschäft meine Familie, es ist alles weg. Für mich gibt es keinen Grund mehr länger hier zu sein, ich räume den Platz damit neue junge Leute wie du nachrücken können. Ich bitte dich, zwing einen alten Narren nicht dazu noch länger zu leiden.“ Jenni kannte Mister Jenkins praktisch ihr Leben lang und in ihrem Inneren zerbrach etwas beim Gedanken daran ihn hier zurückzulassen, doch stimmte es was er gesagt hatte. Sie erkannte den Schmerz in seinen Augen, sie würde ihn nur quälen wenn sie ihn zwingen würde mitzukommen. „Verdammt“, zischte sie leise. Tränen rannen über ihre Wangen und der Versuch sie mit dem gepanzerten Handschuh wegzuwischen blieben erfolglos. „Ich verstehe…“ Sie griff an ihren Gürtel und holte einen kleinen Metallzylinder hervor. „Die funktionieren immer noch wie zu ihrer Zeit, Splint ziehen, Knopf drücken und festhalten… lassen sie nicht zu dass die sie oder ihre Frau erwischen.“ Mit einem leichten Lächeln umschlossen seine müden Hände den Zylinder und er blickte sie mit einem Lächeln im Gesicht an, dem Letzten dass er ihr je schenken würde. „Es tut mir leid wegen deiner Familie…“ „Nein, mir tut es leid, dass ich es ihnen nicht ersparen konnte... leben sie wohl Mister Jenkins…“ Sie richtete sich auf ging an ihm vorbei und klopfte Shalera auf die Schulter, via Marker auf dem HUD zeigte sie ihren Kameraden an weiter zu gehen, in der Hoffnung den Knall der Granate nie vernehmen zu müssen.





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