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Super Awesome Stories: Aftershock, Sense of Smell, Bleeding Memories, Salvation etc.


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649 réponses à ce sujet

#151
Sayst

Sayst
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Macht euch keinen Stress ;) Wir (oder nur ich? oO) haben Geduld ;)

#152
StarCmdr

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Ich bin auch geduldig... noch! :D

#153
Bansaiben

Bansaiben
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Eventuell, gibt es heute Abend hier etwas Neues. :whistle:

#154
TopSun

TopSun
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Update: Guten Tag, liebe Community. Hier ist ihr werter Präsident Boss und es ist endlich Zeit mit viel Stolz, aber auch etwas Demut eine freudige Ankündigung zu machen:
Nach einer langen Pause und mit viel Hilfe ist ein neuer Teil meiner Geschichte.
Es tut mir schrecklich Leid, dass ihr warten musstet, und bitte um euer Verständnis. Ich versprechhe dieses Mal schneller zu sein.;)

Modifié par Big-Boss687, 31 mai 2012 - 06:42 .


#155
Sayst

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Ah Endlich. ist mir jedes Mal eine Freunde einen neuen Teil eurer Story zu lesen :)

So fängt das Wochenende gut an :P

#156
Bansaiben

Bansaiben
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Wer hat Interesse an einem kleinen Rätsel?

Einer der neuen Charaktere von Tag 3.3. kam bereits in ME2 vor. Welcher ist es?
Ach und der Name "Kilroy" kommt auch nicht von Irgendwo...

#157
Philip2403

Philip2403
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Erstmal. Ihr macht das Super, warte immer gespannt auf die Fortsezung der Geschichte. Ist jedesmal ein guter Zeitvertreib und auch sehr spannen, kann da nur meinen Respekt zum Ausdruck bringen.
Was das "Quiz" von Bansaiben angeht: Kenn, der eine Quarianer der zum Geschtütz aufbricht und dann mit seinem Leuten von irgendeinem Scharfschützen unter Beschuss genommen wird, dürfte der selbe Kenn sein, wie der dem man in ME2 helfen kann von Omega weg zu kommen, weil er seine waren nicht verkauft kriegt, da dieser Elcor ihn zu höchstpreisen verkaufen lässt^^

#158
Bansaiben

Bansaiben
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*Dingel! Dingel! Dingel!*

Philip ist jetzt der Leser des Tages!

Und vielen Dank für das Lob, wir tuen unser Bestes. :)

EDIT: Big Boss und ich sind überein gekommen, dass wir als kleine Belohnung deinen Nick "Philip" als Namen für einen neuen Charakter verwenden werden. Ob diese Figur eine besonders wichtige Rolle einnehmen wird, können wir jetzt noch nicht sagen. Achte einfach in den nächsten Parts darauf. ;)

Modifié par Bansaiben, 01 juin 2012 - 08:33 .


#159
TopSun

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Als Belohnung bekommt er das Geschenk der Bescheidenheit. (Umtausch ausgeschlossen)

Neues Rätsel. Das ist knifflig:

"Wie versteckt man etwas vor dem besten Detektiv der Welt?"

Mal schaun, wer drauf kommt.

Modifié par Big-Boss687, 01 juin 2012 - 08:21 .


#160
Bansaiben

Bansaiben
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In dem man es direkt vor seiner Nase platziert.

Batman Fans Unite! :D

#161
TopSun

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Ach, verdammt. Du kennst das auch.
Batman Fans Unite!

EDIT: Ich warte noch mmer gespannt auf das Feedback von Sayst.
           Sayst, wo bist du!?

Modifié par Big-Boss687, 01 juin 2012 - 08:26 .


#162
Bansaiben

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Sayst ist weiter oben. ^^

#163
Bansaiben

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Was ist überhaupt mit StarCmdr? Wo ist deine gepfefferte Kritik? :D

#164
TopSun

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Alle sind sie weg. They just disappear. It makes no sense!

Aber jetzt wirklich. Was ist nur los?

Modifié par Big-Boss687, 01 juin 2012 - 10:51 .


#165
Sayst

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Hab doch oben schon was geschrieben ;) Hat mir wieder sehr gut gefallen ;)

#166
Philip2403

Philip2403
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Bansaiben wrote...

*Dingel! Dingel! Dingel!*

Philip ist jetzt der Leser des Tages!

Und vielen Dank für das Lob, wir tuen unser Bestes. :)

EDIT: Big Boss und ich sind überein gekommen, dass wir als kleine Belohnung deinen Nick "Philip" als Namen für einen neuen Charakter verwenden werden. Ob diese Figur eine besonders wichtige Rolle einnehmen wird, können wir jetzt noch nicht sagen. Achte einfach in den nächsten Parts darauf. ;)


Nice freu mich schon drauf^^

#167
Bansaiben

Bansaiben
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Naja, du weißt ja mittlerweile wie lange es noch dauern könnte, bis wir wieder was Neues raushauen. :D

Modifié par Bansaiben, 02 juin 2012 - 07:53 .


#168
TopSun

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Bin ja schon wieder dabei. "Keine Panik auf der Titanic! Es ist genug Wasser für alle da!"
Immerhin habe ich versprochen dieses Mal schneller zu sein. Und das werde ich einhalten.;)

#169
Blue0023

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Gude erstmal....Ich gehöre seit Jahren zu den absoluten Bioware nerds ( BG1 u. 2.....) und ich muss sagen das Mass Effect die traditionen was Gruppendynamic besser fortführt als ein DA 2 . Aber hey BG soll ja nu neu aufgegossen werden....wennn die das versauen.....

#170
Bansaiben

Bansaiben
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Öh... falscher Thread. :huh:

#171
TopSun

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Modifié par Big-Boss687, 06 juin 2012 - 09:30 .


#172
NoIdeas00

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Ich finde deine Geschichte Super ! :) Kann nicht wirklich viel dazu sagen, da ich nichts daran auszusetzen habe. Nur lobende Worte .... aber das reicht dir , oder ? ;P
Freue mich schon auf die Fortsetzung ! =)

#173
Sayst

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NoIdeas00 wrote...

Ich finde deine Geschichte Super ! :) Kann nicht wirklich viel dazu sagen, da ich nichts daran auszusetzen habe. Nur lobende Worte .... aber das reicht dir , oder ? ;P
Freue mich schon auf die Fortsetzung ! =)


dito ;)

#174
Bansaiben

Bansaiben
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Na Big-Boss, dann musst du dich auch mal artig bedanken. :D


4h später... Edit: Gut dann bedanke ich mich in deinem Namen.

Vielen Dank!!
All ihr gütigen Menschen da draußen  :):D

Modifié par Bansaiben, 04 juin 2012 - 01:55 .


#175
Mister Ich

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Hallo! hab das Angebot von Bensaiben angenommen und poste meine ME Kurzgeschichte auch hir rein ^^
viel spaß beim Lesen! Kritik ausdrücklich erwünscht! wenns gefällt ... Fortsetzung folgt ;)

"Bleeding Memories"

Stahlgraue Wände umschlossen die abgedunkelte Kabine. Nur ein beleuchtetes Wandregal und eine kalten Neonleuchte über einem Tisch bildeten kleine Inseln aus Licht. Im Halbdunkeln wurde eine Hängematte grob,
mit an der Wand angeschweißten Ösen montiert. Darunter eine schmuddelige Datentafelmit schlüpfrigem Inhalt. Sturmgewehre, Maschinenpistolen, Shotguns und sogar ein ML13 Raketenwerfer zierten das, mit kaltem weißem Licht ausgeleuchtete Regal das die gesamte Breite der gegenüber liegenden Wand einnahm. Alle geladen, alle entsichert, vermittelten sie den Eindruck, dass jederzeit eine kleine Armee hereinstürmen könnte um sich eilig zu bewaffnen.
Der Eindruck täuscht, es waren alles seine Waffen. In der Mitte des Raumes saß, dem metallischen Schott zugewannt, ein Mann in mitten der Insel aus Licht. Der massive, stählerne Tisch war fix mit dem Boden vernietet. War, denn jemand hatte die Nieten gelöst und an den, dem Eingang zugewandten Tischbeinen hydraulische Scharniere eingebaut, die ein schnelles und sicheres Umkippen ermöglichen sollen. Eine improvisierte
Deckung. Commander Selina hatte ihn paranoid genannt, er nannte es vorsichtig.

John D. Harrold saß hier an seinem Tisch in seiner Kabine und säuberte den Lauf einer schweren M6
Carnifex Pistole im fahlen Licht der Neonröhre. Ein Ritual das er jeden Morgen wiederholte. Der Stuhl ächzte unter dem Gewicht des Mannes und seines aschgrauen Kampfanzuges. Er trug diesen Anzug beinahe immer, manchmal schlief er sogar darin. Noch so eine paranoid-vorsichtige Angewohnheit.
Kaum waren die gewohnten Handgriffe abgeschlossen, legte er behutsam den Lauf an seinen Platz zwischen
all den anderen Einzelteilen seiner Waffe. Dann ergriff er ein halb gefülltes Glas, das vor einer beinah leeren Flasche Whiskey stand und nahm einen kräftigen Schluck. „ Auf die Toten“ murmelte er denselben Tost wie jeden Morgen.
Leise seufzend lehnt er sich in seinem protestierenden Stuhl zurück während er sich lässig eine Zigarette anzündet. Genüsslich nahm er einen tiefen Zug und blies den blauen Dunst der Neonleuchte entgegen.

Seine müden, grünen Augen wanderten über den Tisch. Sein Blick schweifte über die Flasche alten Jack Daniels von der Erde, ein Päckchen Zigaretten das geöffnet neben einem viel zu vollen Aschenbecher lag. Die Einzelteile
seiner treuen M6 Carnifex die auf ihren Zusammenbau warteten, um wieder der alte verlässliche Scharfrichter zu sein, der ihm schon mehr als ein duzendes Mal das Leben gerettet hatte.

Sein, mit grauen Bartstoppeln umrandeter Mund verzog sich zu einem leichten Schmunzeln als sein Blick den
alten aschgrauen Helm streifte. Weiße Farbreste waren noch auf dem Visier zu erkennen.
Harrold hatte in seiner Anfangszeit als Freischaffender einen Totenschädel draufgemalt. „Deathskull“ hatte er sich damals genannt. Damals fand er den Namen ziemlich cool, doch heute, zwanzig Jahre später, musste er selbst darüber lachen. Alle die diesen Namen kannten, Feinde wie Freunde, waren inzwischen
tot.

Dreißig Jahre. Der Gedanken durchführ ihn wie ein kalter Schauer.
Dreißig verdammte Jahre und er war immer noch da. Damals war er noch ein junger Heißsporn, der glaubte, er müsse das Universum zu einem besseren Ort machen.
Das Universum will aber kein besserer Ort werden, es geht nur ums Überleben. Eine Erkenntnis die im Alter gereift war. Wobei Harrold mit seinen FünfundfünfzigvStandartjahren noch keines Wegs zu den „Alten“ gehörte. Dank des medizinischen Fortschritts, und den genetischen Upgrades die er damals beim Eintritt ins Allianz Militär erhalten hatte, konnte ein Mensch wie er mit Leichtigkeit die Hundert Jahr Marke als fitter Pensionist
überschreiten. Natürlich ließen sich die Jahre nicht aufhalten, außer man konnte es sich leisten. Die einst volle
schwarze Haarpracht ist einer kleinen, von spärlichen dünnem grauen Haar umzingelter Glatze gewichen, was einer der Hauptgründe war das er sich den Kopf kahl schor. Falten an den Augenwinkeln und auf der Stirn zerfurchen die einst straffe Haut und graue Haare begannen an Stellen zu wachsen die sich der junge
Harrold niemals hätte vorstellen können.

Sein Blick fiel von seinem unzähligen Mal geflicktem Helm ab. Er würde niemals hundert Jahre alt werden. Männer wie er starben auf irgendeinem gottverlassenen Planeten, von Kugeln zerfetzt und vor allem einsam.
Dessen war sich Harrold bewusst. Er hatte schon Vielen genau so ein Ende bereitet, und er würde es für ungerecht erachten, wenn er alt und schwach, in einem Bett liegend sein Leben aushauchen dürfte. Er gewährte keine Gnade und er erwartete sich auch nicht. Es ging nur ums Überleben.

„Auf die Überlebenden“ hauchte er mit heiserer Stimme und kippte sich einen weiteren Schluck
Whisky in den Rachen. Die Blicke des Söldner Veteranen wanderten auf seinem Tisch weiter.
Die zerknüllte Packung eines Proteinriegels, sein Frühstück. Ein schartiges Kampfmesser, ein Stapel
alter Spielkarten aus Papier, ein silbernes Medaillon in einem kleinen Vitrinenramen.

Müde streckte er sich auf seinem protestierenden Stuhl nach vorn, stellte das Glas auf dem Tisch ab
und nahm das Medaillon aus seinem Behälter. Nach vorn gebeugt, sich mit den Ellenbogen auf dem Tisch abstützend spielte er mit der feinen Platinkette des Schmuckstücks.

Seine Finger liebkosten sanft das filigrane Gehäuse, verfolgten die feinen gewundenen Linien an seiner Außenseite. Schließlich öffneten sie den Verschlussmechanismus und das Medaillon öffnete sich.
Im Inneren befand sich das Portrait einer Asari Schönheit. Aliria.[/i]

Jedes Mal wenn er das verdammte Bild anstarrte verspürte er diesen Stich in der Magengegend. Die
Erinnerung kam zurück und traf ihn jedes Mal wie ein Schlag ins Gesicht.

Er traf Aliria in einer hippen Bar auf dem Mars. Er war Rekrut des Allianz Marine Chors, sie Teil eines Teams von Asari-Wissenschaftlern um die protheanischen Ruinen, die auf dem Mars gefunden wurden, zu untersuchen.
Sie konnten sich vom ersten Augenblick an gut leiden. Mehr noch.

Ja klar sie war blau, alle Asari sind blau. Es war im damals wie heute egal. Harrold hielt noch nie sehr viel von der xeno-feidlichen Einstellung vieler seiner damaligen Kameraden.

Er hatte keine Ahnung wie alt sie war, Heute vermutete er, sie müsste zwischen 100 und 200 Jahre alt gewesen sein. Damals war sie Makellos. Sie war naiv und verspielt wie ein Schulmädchen und zugleich weise
und entschlossen. Harrold liebte sie noch heute, das war ihm jedes Mal schmerzlich bewusst wenn er das Bild betrachtete. Manchmal glaubte er ihre Stimme zu hören. Glaubte ihr ehrliches Lachen in den Maschinengeräuschen des Schiffs zu entdecken, den sanften Hauch ihres Atems im Nacken zu spüren. Aber
sie war fort.

Nach seiner Ausbildung wäre er den planetaren Streitkräften einer der neu gegründeten Kolonien im Hannibal Sektor zugeteilt worden. Auf Noah IV einem Planeten nahe der Traverse wurde soeben das Terraforming
abgeschlossen und der Planet erstmals besiedelt. Aliria war voll Tatendrang, sie redete irgendwas von matronaler Phase, einer Familie. Ihr gefiel der Gedanken neues Land zu besiedeln, einen Neuanfang zu beginnen. Wollte Lehrerin oder Ärztin werden. Es war die schönste Zeit in Harrolds leben.

Aliria reist ihm Voraus, im ersten Kolonieschiff. Er würde in einer Woche nachkommen.

Er konnte sich noch gut daran erinnern wie er sie in das Schiff steigen sah. Sie lächelte, und winkte ihm zu. Hauchte ihm ein „Ich liebe dich“herüber und betrat das Schiff.
Harrold spürte wieheiße Tränen ihm über seine stoppelige Wange fließen. Das war das letzte Mal dass er sie sah.

Als eine Woche später die Flotte des Alianzmilitärs eintraf, gab es die Kolonie Noah IV nichtmehr.
Batarianische Sklavenjäger hatten sie Ausgelöscht. Einen Teil der Kolonisten getötet , den Großteil verschleppt. Aliria war nicht unter den Toten. Der Angriff konnte erst einen Tag her sein, doch das Allianz Kommando sah von einer Verfolgung der Batarianer ab. Harrold war damals ebenso zornig wie verzweifelt.
Gemeinsam mit vierundzwanzig seiner Kameraden desertierte er. Sie kaperten ein Schiff und begannen die Verfolgung.

Vierundzwanzig. Sie alle hatten jemanden verloren den sie liebten. Zehn Jahre haben sie nach den Sklavenjägern gesucht. Einer nach dem Anderen starben diese mutigen Männer und Frauen. Er kannte heute noch jeden einzelnen Namen, jedes Gesicht. Er war ihr Anführer, und er fühlt sich noch heute für sie
alle verantwortlich. Zehn Jahre. Vergeblich. Der Vorsprung der Batarianer war zu groß, das Universum zu weitläufig. Zehn lange Jahre jagten sie Gerüchten und Phantomen hinterher. Sie waren alle Verdammt, von dem Tag an als sie desertierten. Und sie mussten alle dabei den Tot finden, damit Harrold genau das bewusst wurde. Verdammt und verloren, ohne Hoffnung auf Erfolg

„Auf die Verdammten!“, schluchzte Harrold, während er theatralisch das Glas Whisky über dem Tisch schwenkte. Danach stürzte er den letzten Rest Jack Daniels hinunter. Der scharfe Alkohol rann warm seine Kehle hinunter und brannte einen Teil der Schmerzen in seiner Magengrube aus. Die Tränen versiegten, der Puls verlangsamte sich. Doch ein kleiner Teil des Schmerzes blieb übrig, brannte sich tief in seine Seele. Etwas blieb immer zurück, wurde ein Teil von ihm selbst. Behutsam verschlossen er das Medaillon, und wog es sanft in den Händen. Er sollte es wegwerfen, einfach vergessen. Doch in Wahrheit genoss er den Schmerz, denn diese Erinnerung mit sich brachte. Es erinnerte ihn daran dass er noch am Leben war. Sanft legte er das Schmuckstück zurück in den
kleinen Vitrinenramen.

Zischend flog das Schott zu seiner Kabine auf. Mit den Reflexen eines Kämpfers ergriff Harrold das Messer auf seinem Tisch macht es wurfbereit.
Die Gestalt in der Tür machte erschrocken einen Schritt zurück, die dreifingrigen Hände abwehrend von sich gestreckt. „ Harrold! Sorry, ich bins nur!“, die Stimme des Eindringlings wurde durch die bioaktiven Filter seines
Helmes verzerrt und bekam dadurch einen leicht metallischen Klang, „Oh! Alles in Ordnung mit dir?“

Langsam lies der Veteran das wurfbereite Messer wieder zurück auf den Tisch sinken. „Kehl, “ seufzte Harrold, „ Ich hab dir schon tausend mal gesagt dass du anklopfen sollst! Scheiße irgendwann leg ich dich um.“ Der
schlanke Quarianer in der Tür verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust, „Selina möchte uns in einer halben Stunde auf dem Kommandodeck sprechen. Missionsbrifing.
Du solltest vielleicht vorher noch duschen.“
Begleitet von einem verächtlichen Grunzen Seitens des Veterans verließ der Mechaniker Harrold wieder.

Harrold würde es nie offen zugeben, aber er konnte Kehl´Sha vas Nophrethete gut leiden. Er teilte sich mit dem Quarianer das Maschinendeck der “Nophretete“. Beide genossen die relative Abgeschiedenheit, die das Maschindeck des Zerstörers bot. Kehl war sowas wie der Chefmechaniker des Schiffs. Eine gute Entscheidung, wie Harrold fand, denn niemand in der Galaxis hatte mehr Ahnung von Schiffstechnik, als ein Quarianer.
Wie alle Angehörigen seiner Rasse trug er immer seinen Schutzanzug. Scheinbar waren sie extrem anfällig für
Infektionen und Krankheiten. Ein Resultat des nomadischen Lebens seines Volkes. Kehl sprach ebenso ungern über seine Vergangenheit wie Harrold selbst. Soweit er es mitbekommen hatte wurde der Mechaniker von der Migranten Flotte verbannt nachdem er irgendwas angestellt hatte. Laut Feran hatte es mit der Tochter
eines Admirals zu tun, aber ob irgendwas davon was Feran von sich gab auch der Wahrheit entsprach wussten nur die Sterne.

Seufzend begann Harrold wieder damit seine Waffe zusammen zu bauen, irgendetwas sagte ihm, dass er sie bald wieder brauchen würde.

Eine halbe Stunde später traf Harrold im Besprechungsraum auf dem Kommandodeck der Nophrethete ein. Der Raum war hell beleuchtet und das kalte weiße Licht Schmerzte in seinen müden Augen. Blinzelnd viel sein Blick auf Commander Selina, die sich auf einem breiten ledernen Polstersessel rekelte.
Der Commander starrte ihn mit ihren großen stahlgrauen Augen an, durchbohrte ihn förmlich mit ihrem kalten Blick. „Harrold.“ Der Klang ihrer Stimme erinnerte ihn an eine sanfte Windböe in einem Schneegestöber. Mit einer lässigen Bewegung ihrer schlanken Hand bedeutete sie ihm auf einem, der an den Seitenwänden montierten Ledersitze Platz zu nehmen.

Selina war eine wahre Asarischönheit. Obwohl sich die Asari auf den ersten Blick doch sehr ähnelten so erinnerte sie Harrold niemals an seine Zeit mit Aliria. Selina war anders. Kalt, berechnend, skrupellos. Sie
hatte nichts gemein mit der Leichtigkeit und Herzlichkeit seiner Aliria.
Dennoch konnte er die körperlichen Reize des Commanders nicht übersehen. Ihre Schlanke überaus weibliche Gestallt wurde durch ein hautenges Latexoutfit nur noch mehr betont. Allein die Art wie sie sich bewegte, war die Verheißung der Erfüllung aller Träume die ein Mann in dieser Galaxis haben konnte.
Harrold fragte sich, ob genau dieser Eindruck die Art war, mit der sich das Volk der Asari an diese Galaxis anpasste.

Selina war ein Spectre. Eine Citadel-Rats Agentin mit umfangreichen Befugnissen. Spectre arbeiten außerhalb der Rats Gesetzgebung was ihnen einen großen Handlungsspielraum verschaffte. Sie sollten in der Regel, Ratsinteressen verfolgen, aber Harrold hatte oft das Gefühl das der Commander durchaus auch
ihre ganz persönlichen Interessen verfolgt.

Harrold platzierte sich in seinem Aschgauen Kampfanzug auf dem Stuhl neben Feran Sakaris.

„Du riechst wie ein Haufen Scheiße, Harrold“, die Stimme des Turianers klang rau und kratzig. „Du siehst wie einer aus.“ erwiderte Harrold schmunzelnd. Feran gluckste, er und der Veteran hatten diese Art Witze mittlerweile zu einem Ritual erhoben.
Harrold mochte den Turianer. Er scherte sich nicht um die Differenzen mit denen ihre Völker seit dem Erstkontakt-Krieg zukämpfen hatten. Feran hatte immer einen lockeren Spruch parat. Er schien absolut nichts ernst zu nehmen, ein Eindruck der allerdings täuschte. Der Turianer war ein Musterbeispiel an Disziplin. Seine Ausrüstung, wie er selbst wahren immer in Top Form. Er trank niemals zu viel, verlor nie die Nerven und war ein hervorragender Scharfschütze. Der Turianer hatte sich vierundzwanzig Stunden voll im Griff. Es gab niemanden in der Crew dem Harrold im Kampf eher sein Leben anvertrauen würde als Feran. Er war für ihn wohl zu so etwas wie ein Freund geworden, auch wenn sich der Veteran diesen Luxus seit Jahrzehnten nichtmehr gönnen wollte.

Harrold gegenüber saß Dr. Garin Halan. Ob der Salarianer wirklich ein Doktor war ließ sich nicht mit Sicherheit sagen. Der zappelige Salarianer erinnerte mehr an einen Frosch der unter Drogen gesetzt auf dem
Stuhl auf und ab hüpft. Dennoch war der Dok kompetent, wenn auch anstrengend.
Er hatte Harrold schon dutzende Male zusammen geflickt, während er unablässig geredet hatte. Obwohl der Salarianer hyperaktiv und redselig war, war er im Kampf jedoch ein eiskalter Killer. Angeblich hatte er seine Frau und seinen Chef in flagranti erwischt. Er hat sie beide einfach umgelegt und ist abgehauen. Harrold wusste nicht ob es ihn irgendwie belastete, der Doktor zeigte bis heute jedoch keine Reue. Er redete darüber, wie über das Wetter.

Daneben hatte Saori Masato Platz genommen. Frontkämpferin, Ex-Alianzmilitär. Die Japanerin war jung und eigentlich hübsch anzusehen. Allerdings hatte die Biotikerin einige Charakterzüge, die dem Veteranen zuwider
waren. Übertriebender Ehrgeiz, und die Arroganz zu glauben man wäre unbesiegbar.
Vielleicht erinnerte sie ihn zu sehr an sein junges Ich. Sie war noch jung, grün hinter den Ohren. Saori würde es irgendwann lernen, wie er. Wenn sie lang genug überlebt.

Masato und der Quarianer Kehl der ebenfalls anwesend war, grüßten ihn mit einem Nicken.

„Gut, jetzt wo wir vollzählig sind können wir ja Anfangen“,ergriff Selina das Wort,“ In einer Stunde erreichen wir das Kahin System. Unseren Informationen zufolge befindet sich auf dem Mond Andorras ein Schmugglerposten der Söldnerorganisation Blue Suns. Dort werden wir einen Frachtcontainer mit der der Serien Nummer XA 316 IN
sicherstellen.“ - „Werden wir mit Wiederstrand rechnen müssen, Mam?“ warf Saori ein.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Blue Suns uns ihre Beute freiwillig überlassen werden, Masato. Wir werden sie wohl alle umbringen müssen.“ klärte Selina die junge Soldatin mit einem grausamen Lächeln auf. Harrold kam es plötzlich viel kälter in dem Raum vor.

„Der Container soll ungeöffnet einem Volus Händler auf Illium zurückgebracht werden.
Feran, Sie und der Doc werden von Westen her dem Komplex infiltrieren. Dr Garin wird dann den Container für
den Transport bereit machen.
Harrold, sie und Masato werden das Lagerhaus von Süden aus stürmen, und den Container sichern.
Ich und Kehl bleiben auf der Nophrethete und knipsen all den Blue Suns die Lichter aus, die versuchen den Mond zu verlassen. Irgendwelche Fragen?“, eine rhetorische Frage,dessen war sich Harrold bewusst. Er arbeitete schon lange genug für Selina um zu wissen, dass diese Frau genau wusste was sie tat, und keinen Wiederspruch duldete.

„ Was befindet sich in dem Container? Will nicht das undeklarietes Gefahrengut an Bord gelangt. Gefahren für das Schiff, Gefahren für die Crew. Würde es vorziehen die Ladung untersuchen zu können. Mögliche Gefahren
auszuschließen. Müsste Untersuchungen anstellen, brauche Geräte dafür. Einen Molekularscanner, Schnellteststreifen, einen….“ Garin redete immer zu viel, aber er hatte diesmal gar nicht so unrecht.

„Wir sollen den Container ungeöffnet übergeben.“ Unterbrach ihn Commander Selina. „Glauben sie tatsächlich ich hätte etwaige Gefahren nicht bereits ausgeschlossen Doktor?“ die Stimme war kalt und schneidend.

„Na…natürlich Commander.“ Der Doktor wirkte zerknirscht. Gab aber klein bei, auch wenn Harrold den Eindruck hatte das es hinter den großen Augen des Salarianers immer noch arbeitete.

„Gut, dann hätten wir das geklärt, Harrold und Feran ich möchte dass sie noch bleiben. Der Rest kann wegtreten.“ Selina wartete bis die Anderen den Besprechungsraum verlassen hatten, „Harrold sie sehen aus als hätten sie eine Frage?“

Harrold stutzte, er hatte tatsächlich bedenken, wollte sie aber eigentlich für sich behalten.

„Nur eine Sache Commander“, setzte er an,“ Ich wollte nur wissen ob es das wert ist. Wir werden da unten ordentlich was zu knappern bekommen. Die Blue Suns sind keine Anfänger, das sind Profi Söldner. Es könnte
Verluste geben.“ Selina setzte einbreites Haifischgrinsen auf, und Harrold spürte wie es ihm kalt den Rücken
hinab lief. Die Asari fixierte ihn mit einem stechenden Blick als sie ruhig erwiderte: “Keine Sorge Harrold. Ich kann ihnen versichern, dass es das Absolut wert sein wird.“ Selina machte eine kurze Pause, „ wenn sie mich und Feran jetzt entschuldigen würden, wir haben noch etwas zu besprechen.“

Harrold verabschiedete sich mit einem Nicken, und lies Feran mit dem Commander allein. Es war nicht ungewöhnlich dass der Turianer mit Selina allein war. Er war so etwas wie ihr Vertrauter. Saori hatte sogar einmal
mehr angedeutet. Harrold war das egal, er hatte wieder einen Auftrag, ein Ziel, einen Zweck. Er musste sich Konzentrieren, den Kopf frei bekommen, aber ganz ließ ihn der Inhalt des Containers keine Ruhe. Bald würde das Töten anfangen und er musste bereit sein.
Er würde bereit sein.


Harrold stürmt aus der Hüfte schießend in die Deckung einiger Lagerkanister. Mit lautem Zischen wirft sein Gewehr ein lehrgeschossenes Thermomagazin aus. Die rotglühende Hülse springt rauchend am
Asphalt zu seinen Füßen auf und rollt, kleine Rauchkringel hinter sich herziehend aus der spärlichen Deckung.
Im gesamten Lagerhaus schienen eilig Lagerkanister zwischen den großen Transitcontainer verteilt worden zu sein, um den Effekt der Deckung zu maximieren. Überall huschen Söldner in blauen Kampfanzügen von Kanister Reihe zu Kanister Reihe und geben immer wieder kurze Feuerstöße aus ihren Sturmgewehren ab. Aus den schmalen Fenstern bahnt sich der rote Himmel Andorras seinen Weg ins Innere des Lagerhauses, als ob dieser Mond persönlich der Szenerie mehr Dramatik angedeihen lassen wolle.

Harrolds Blick wanderte auf den rauchenden Haufen brennender Kanister. Saori hatte dahinter Deckung gesucht und eine Rakete aus einem tragbaren Werfer hatte sie gemeinsam mit der Barrikade ausgelöscht.

Grunzend rammt der Mann im aschgrauen Kampfanzug ein neues Magazin in sein Sturmgewehr. Er hatte jetzt Keine Zeit für Trauer, keine Zeit für Zorn. Erneut leuchtet eine rote Anzeige auf dem Holodisplay seiner Waffe auf, und das Gewehr lädt surrend seine ultrahoch erhitze Munition. Harrold benutzte ausschließlich Brandmunition,
darunter litt zwar die Feuergeschwindigkeit seiner Vidicator, dafür blieb aber auch so ziemlich alles was er traf, auch dort liegen wo es hingefallen war. Es war Zeit zu Überleben, wieder einmal. Blitzartig richtete er sich auf und gabt eine kurze Salve ab. Eine Gestalt im blauen Kampfanzug taumelte drei Schritte nach hinten, ultrahoch
erhitzte Projektile schmolzen sich durch die Brustpanzerung und entzünden das Gewebe darunter. Das basslastige Geschrei des sterbenden Batarianers übertönt sogar den Lärm der erwidernden Sturmgewehre seiner Kameraden. „ Batarianisches Arschgesicht!“ Harrolds Mundwinkel zogen sich unwillkürlich nach oben. Nach all den Jahren war ein toter Batarianer immer noch wie Balsam für seine Seele.

„ Harrold, hier Feran! Bitte kommen!“ krächzte es aus seinem Komm Interface. „ Harrold hier! Fassen sie sich kurz Feran ich hab alle Hände voll zu tun!“ erwidert er, während er schießend über die Kanister hechtet und hinter einem Transitcontainer in Deckung sprintet.

„Nur keine Hektik, Harrold! Die Blue Suns werden es wohl nicht allzu eilig haben von ihnen abgemurkst zu werden, sie können ihnen ruhig mal eine Pause gönnen.“ - „ Sehr komisch Feran, ich ****** mir gleich in den Anzug vor Lachen“ Verdammter Turianer. Immer ein cooler Spruch auf Lager.[/i]

„ Passen sie bloß auf das sie dabei ihre Elektronik nicht versauen, Kehl kann da ziemlich sauer werden wenn er ständig ihre Ausrüstung reparieren muss nur weil...“ -„Jetzt Halten sie mal die Luft an Feran und geben sie mir ihren Status durch, sie blöder Mistkerl!“ unterbricht ihn Harrold.

„Wir…also ich bin fast bei ihnen. Garin hats erwischt. Blue Sun Scharfschütze. Hat dem Salarianer glatt die Rübe weggepustet. Hab den Dok gerächt, zehnfach…….er hat wohl nichts mehr davon“, der Turianer klang keines Wegs so als würde er um seinen Kameraden trauern.

„ Masato hats ebenfalls erwischt! Wir sollten,AU!..scheiße!“

Eine weitere Salve heiß glühender Schrapnelen schlugt, rings um Harrold, in die Seitenwand des Frachtkontainers ein. Seine Personenschilde flackern kurz auf um die kinetische Energie der Projektile abzuschwächen. Eine weitere Ladung würden sie nicht mehr bremsen können.

Eine Blue Sun Söldnerin hatte seine Deckung umgangen um ihn mit ihrer Shotgun das Licht aus zu blasen. Mit einer flüssigen Bewegung reißt Harrold seine M6 Carnifex aus dem Hüfthalfter seines Kampfanzuges. Surrend entklappt sich die Waffe, und bockt zwei, drei Mal in der Hand des Veteranen als dieser den Abzug der Großkaliberpistole durchdrückt. Die Söldnerin wurde förmlich in Stücke geschossen. Während ihre Einzelteile
auf den Boden regneten rammte Harrold den Scharfrichter schon wieder in den Halfter zurück.

Langsam wurde es eng für den Kämpfer im grauen Kampfanzug. Die restlichen Blue Suns waren wahrscheinlich ebenfalls gerade dabei seine Position zu umgehen, und solange Feran ihm keinen Feuerschutz geben konnte war er weiterhin auf sich allein gestellt.

„ Harrold! Sind sie in Ordnung?“ – „Alles klar, Feran. Ich hab nur gerade ein kleines Tänzchen mit einer Horde nackter Asari Stripperinnen!“
Harrold wagte einen kurzen Blick um die Ecke des Containers. Augenblicklich flogen ihm Kugeln um die Ohren und er fuhr sofort wieder in die Deckung zurück. Zumindest konnte er drei Blue Suns sehen die sich an seine Position heranschleichen.

„Sie scheinen die Mädels aber ganzschön sauer gemacht zu haben! He he he!“ das kehlige Lachen des
Turianers hörte sich an als ob man zwei Sandpappierblätter aneinander reiben würde.

Harrold holte etwas aus seinem Oberschenkeltornister.
Vorsichtig wog er das Gewicht der drei, mit Panzertape zusammengebundenen Thermomagazine in der Hand ab. Eine improvisierte Brandbombe, keine besonders schöne Lösung aber wen interessierte das schon, es
geht nur ums Überleben. Ruckartig riss er die Sicherheitskappen ab und das Chemogemisch im inneren der Magazine begann sich zu erhitzen.

„Halten sie die Klappe Feran und bewegen sie ihren Arsch hier her, sonst verpassen sie noch die ganze Party! Die ersten Drinks gehen auf mich!“ mit diesen Worten warf Harrold die Brandbombe über die Schulter. Der Sprengsatz landet unsanft vor den Füßen der Blue Sun Söldner. Der Aufschlag war zu viel für die instabilen Magazine die mit einem lauten ZWUSCH explodierten und tausendgrad heiße, brennende Chemikalien in alle Richtungen verspritzten.
Die drei Söldner hatten nicht einmal Zeit zu schreien. Die bloße Hitze der Explosion äscherte sie Augenblicklich ein und die Druckwelle verteilte ihre Asche über das gesamte Lagerhaus.

Der Veteran im aschgrauen Kampfanzug stürmte aus der Deckung, seine Vindicator im Anschlag, und feuerte Salve um Salve auf die überrumpelten Blue Sun Söldner ab. Ein Feuerstoß holte einen menschlichen Söldner von den Beinen der gerade einen Raketenwerfer in Stellung gebracht hatte. Das Geschoß löste sich und flog, eine Rauchkaskade hinter sich herziehend dem Dach des Lagerhauses entgegen. Einem Batarianer schoss er das
Gesicht weg als der über eine Reihe Kanister sprang um ihn abzufangen. Harrold tötete auf seinem Sturmlauf noch drei weitere Söldner. Einen Turianer dessen Waffe sich überhitzt hatte und er deswegen seine Deckung vernachlässigt hatte. Und zwei Blue Suns die sich unvorsichtiger Weise einen Treibstoffkanister als Deckung auserkoren hatten.

Plötzlich würde sein Angriff schlagartig gestoppt. Er sah nur im Augenwinkel, was da zwischen zwei Transitcontainer auf ihn zu kam. So schnell er konnte riss er sein Gewehr herum und traf den anstürmenden Riesen ein, zwei Mal, bevor er von der vollen Wucht des Angriffs getroffen wurde. Der Kroganer war volle zweieihalb Meter groß und beinahe eine halbe Tonne schwer. Harrold hatte das Gefühl von einem Transitzug angefahren geworden zu sein. Die Wucht des Aufpralls schleuderte ihn gute fünf Meter durch die Luft.
Der Flug wurde nur sehr unsanft von einer Barrikade aus Kanistern gebremst.
Kaum war Harrold wieder bei Bewusstsein setzte ihm der Kroganer laut brüllend nach. Der Veteran hatte eine aufwendige Nahkampf-Ausbildung bei der Allianz genossen doch gegen einen Kroganer war sie beinahe genauso wirksam als ob man leer Whisky Gläser gegen einen heran rollenden Lastwagen wirft. Der Kroganer
bewegte sich schneller als man es von einem reptilienhaften Humanoiden dieser Größe wohl erwartet hätte. In jeder seiner Bewegungen lag die Kraft von zwei oder mehr Männern. Kroganer lebten für den Kampf und vor allem für das brutale, ehrliche Handgemenge.

Jeder seiner Angriffe wurde abgeblockt oder einfach weggesteckt. Jeder Hieb, dem er nicht ausweichen konnte,
presste Harrold die Luft aus den Lungen und hätte ihm ohne seine Rüstung vermutlich jeden Knochen gebrochen. Ohne seine Ausbildung wäre er mit Sicherheit schon lange tot. Dieser Gedanke entlockte Harrold ein gequältes Lachen, als ihm die Ironie dieses zurzeit nur wenig trostspendenden Gedanken bewusst wurde.

Ein Kopfstoß des Angreifers schickte ihn zu Boden, kaum waren die tanzenden Lichter vor seinen Augen verschwunden blickte er direkt in die Mündung der Eviscorator Shotgun des Kroganers. „Guter Kampf….für einen Menschen!“ die Stimme des Kroganers klang wie Felsen die über einen Geröllhang rutschen, „Aber nicht gut genug….“

Harrold schloss hinter seinem Visier die Augen. Das war es also? Dachte er, während er auf das Krachen der Eviscorator wartete. Er war ganz ruhig. Er wusste, dass es irgendwann genau so enden würde.

Er dachte an Aliria, würde er sie wieder sehen, sie wieder in die Arme schließen können? Würde er seine alte Crew wieder sehen? Warten all diejenigen die er getötet hatte, im Jenseits auf ihn? Werden sie Rache an ihm nehmen, oder ihn als Bruder willkommen heißen?

Dann kam das Krachen, es hörte sich seltsam an, irgendwie weit entfernt. Er spürte nichts, keinen Schmerz, keinen Aufprall der ihn zurück schleuderte, und sein inneres im Lagerhaus verteilt. Nur ein Klatschen auf seinem Visier. Ein Klatschen?

„Kopfschuss! Ich hoffe ich komme nicht zu spät, Harrold! Wegen der gratis Drinks mein ich.“ krächzte es in seinem Ohr. „Feran sind sie etwa auch…..?“ Harrold öffnete die Augen und wischt sich die klebrige rote Masse von seinem Visier. Der Kroganer lag genau vor ihm, ein blutige Schweinerei anstelle eines Kopfes. „ Bitte wiederholen Harrold, Ich bin was?“- „ Feran! Ich liebe sie, sie verdammter Mistkerl wissen das?“ - „Geschenkt.“

Dar Kampf ebbte nach dem Tod des Kroganers etwas ab. Die Blue Suns gerieten in Unordnung und wurden von Harrold und dem turianischen Scharfschützen niedergemäht. Einige der Söldner flohen in Shuttles um sich abzusetzen.
Die schweren Buggeschütze der Nophrethete sorgten dafür dass kein einziger Söldner, Andorras lebend verlassen würde.

Müde erreicht Harrold den Container mit der Nummer XA 316 IN. Er dachte an Garin und an Saori. Zwei tote Teammitglieder. Behutsam legte er die Hand auf den mannhohen Container, er war nicht verschlossen. Das
Holodisplay zeige ihm in grünem Licht ein „Geöffnet“ Symbol. Er dachte an das haifischgrinsen Selinas als er sie fragte ob es das wert war. Er musste es wissen.

Mit einer schnellen Handbewegung öffnete er den Container, der Mechanismus begann einzurasten und öffnete die gesamte Breitseite des Transitcontainers mit einem leisen surren.

Harrold schaute ungläubig auf die Ladung, er begann zu schwitzen, hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Schnell nahm er den Helm ab. Andorras hatte ein atembare Atmosphäre, der Helm war nur Schutz. Er ging einen Schritt auf das innere des Containers zu. Plötzlich erstarrte er, fühlte das kalte Metall eines Gewehrlaufs im Nacken.

„Ach Harrold“, der Veteran kannte die kratzige Stimme nur zu gut, „Selina hatte befürchtet das du irgend einen Scheiß vorhast.“ – „Feran“, Antwortete Harrold, „Feran das ist….“ Sagte der Veteran und nickte nur leicht in Richtung des Containers – „Ich weiß verdammt genau was das ist!“ unterbrach ihn der Turianer. – „Du hast den Doktor umgelegt.“ –„Ja. Er hatte seine Scanausrüstung mitgenommen, faselte irgendwas von, auf Nummer sicher gehen. Du hättest ihn nicht aufmachen dürfen Harrold.“- „Es gibt keinen Volus Händlerauf Ililum, nicht war?“ Harrold war wie von Donner gerührt. Unfähig sich zu bewegen, unfähig sich zu wehren. –„Schlauer Bursche!“ die Stimme des Turianers hatte wieder diesen Unterton, doch dieses Mal war es kein Scherz.

“ Feran verdammt! Wach auf! Ich dachte wir wären….“ – „Was Harrold? Freunde?“ Die Stimme des Turianer wurde plötzlich sanfter, fast bedauernd, „In was für einer Galaxis lebst du eigentlich?“

Harrold schloss die Augen.
„Tut mir Leid, Harrold.“ Der Veteran nickte still, wartete auf den Knall.
Er hätte sich nie gedacht dass es so enden würde.




Kapitel II   "Kehl"

Kehl streifte durch die Gänge der „Nophretete“. Niemand schien den Quarianer zu beachten. Kehl war daran gewöhnt, um ehrlich zu sein, genoss er es, nicht beachtet zu werden. Selina hatte ihn vor drei Jahren auf Illium gekauft. Ein gegenseitiger Vertrag, wie es auf Illium üblich war. Eine Anstellung auf einem Schiff wie der Nophretete war etwas Erstrebenswertes für einen Quarianer. Er konnte sich nichts anderes
vorstellen, als durch den Weltraum zu reisen.
Kehl war zwar der beste Techniker in Selinas Crew. Er war sogar Teil ihres Teams, aber er hatte keine
Befehlsgewalt auf dem Schiff. Die Technik-Crew würde sich ohnehin nicht vom „Zwangsarbeiter“  des  Commanders herumkommandieren lassen. Sie ließen ihn am Schiff arbeiten ohne Fragen zu stellen. Sie würden ohnehin nicht verstehen was er da und dort geändert hatte.
Sie kannten die Nophretete nicht so, wie er es tat. Kehl streckte den Arm zur Seite, seine Finger glitten über die weiße Keramikvertäfelung der Korridorwände. Er konnte das sanfte Pulsieren der Energieleitungen förmlich spüren. Das Vibrieren des Antriebs unter seinen Füßen. Er stellte sich die Flut an Daten vor, die von den Sensor-Relais übertragen durch das interne Netzwerk der Nophretete  gespült wurden. Ein Schiff war mehr als eine
Hülle und ein Masseneffektkern.  Es war wie ein lebender Organismus.
Das war es, was die anderen Rassen niemals würden verstehen können. Jedes Schiff hatte seinen Charakter, seine eigene Persönlichkeit.
Kehl zog die Hand wieder zurück. Die Nophretete machte ihm Angst. Es war mehr als bloßer Respekt. Der Zerstörer turianischer Bauweise hatte etwas Gemeines, etwas Mörderisches an sich. Er war nicht so, wie die
meisten Schiffe seiner Klasse. Turianische Schiffe waren wie stolze Krieger, archaisch und heldenhaft kreuzten sie ihre Klingen mit jedem Feind. Nicht aber dieses hier. Dieses Schiff erinnerte ihn an einen Mörder, ruhig und geduldig tötete es mit kalter Effizienz. Es war sein Job diesen Killer am Laufen zu halten, und er funktionierte einwandfrei. Noch.

Es war nun vier Tage her, dass er den Container mit dem Shuttle auf die Nophretete gebracht hatte. Sie hatten
schwere Verluste erlitten. Masato, der Doc, Harrold - das Team existierte nicht mehr. Feran behauptete, sie seien im Kampf gefallen. Kehl hatte das Gefühl, dass das nur die halbe Wahrheit war.

Er erinnerte sich noch gut daran wie er in Harrolds Kabine ging. Er war schockiert, wie wenig Respekt dem toten
Veteran entgegengebracht wurde. Die Crew war wie eine Horde Aasgeier über die spärlichen Habseligkeiten des Söldners hergefallen. Er hatte keine Verwandten, keine Freunde. In diesem Moment erst wurde Kehl bewusst, wie einsam dieser Mann eigentlich war. Ebenso einsam wie er selbst.
 Diese Erkenntiss ließ ihn kurz innehalten, doch er schüttelte die düsteren Gedanken schnell wieder
ab. Er war anders, er hatte sich noch lange nicht aufgegeben. Er hatte nun einen Plan, ein Ziel. Und er hatte sich in den letzten Jahren genügend Credits angespart, um ihn zu verwirklichen. Zielstrebig setzte er seinen Weg durch die kühl beleuchten Korridore des Zerstörers fort und seine Gedanken kehrten wieder in Harrolds spärlich beleuchtetes Quartier zurück.
Kehl erinnerte sich an das Knirschen seiner Schritte als er durch den Raum ging. Jemand hatte wohl versehentlich die Umklapp-Hydraulik des Tisches aktiviert. Alles lag am Boden verstreut. Die Scherben einer Flasche Whiskey von der Erde vermischten sich mit denen eines schmutzigen Glases, überall lagen Spielkarten herum, zertrampelt und zerrissen. Kehl bückte sich nach einer kaputten Sonnenbrille. Sie wurde wohl aus Versehen zertreten. Kehl musste schmunzeln. Er konnte sich noch gut daran erinnern wie Harrold ihm ein Kartenspiel beigebracht hatte. Der alte Söldner hatte es „Poker“ genannt. Er hatte sich diese lächerlich große Brille aufgesetzt und gemeint, er würde so einen gewissen Nachteil gegenüber Kehl ausgleichen. Der Quarianer wusste bis heute nicht, was Harrold damit meinte, aber im Poker hatte er Harrold immer geschlagen.

Kehl legte die Brille behutsam wieder auf den Boden. Die Waffenregale waren leergefegt, Harrolds Whiskeyvorrat
hatte nun wohl auch einen neuen Besitzer. Das verstanden Söldner also unter Kameradschaft. Es ging nur darum, wer nach dem Tod eines Waffenbruders dessen Stiefel haben durfte. Immer noch in der Hocke bemerkte Kehl ein Glitzern inmitten des Gerümpels.
Ein kleiner Vitrinenrahmen, durch den Absturz zerstört, darunter ein kleines Medaillon. Kehl wog das Schmuckstück in den Händen, schnell fiel ihm der Verschlussmechanismus auf. Geschickt öffnete er das
Medaillon und schaute in das Antlitz einer Asari. Sie hatten alles mitgenommen, aber das Wertvollste, das Harrold je besessen hatte, haben sie im Müll zurückgelassen. Der Gedanke entlockte dem Quarianer einen traurigen Seufzer.

„Hast du noch was von Wert gefunden?“ Die kratzige Stimme ließ ihn zusammenzucken. “Ihr Quarianer
durchwühlt doch immer den Müll und Schrott anderer Leute und findet immer wieder was Brauchbares, beeindruckende Fähigkeit.“ Kehl ließ das Medaillon hastig in eine Tasche seines Anzugs gleiten und stand auf. Erst jetzt bemerkte er den Turianer der in einer dunklen Ecke hockte, „Feran? Keehla, du hast mich
erschreckt.“  Feran antwortete mit einem abfälligen Grunzen. „Was zur Hölle machst du hier?“ fragte Kehl, während er die Arme vor der Brust verschränkte. Durch die Rezeptoren seines Anzuges konnte er Alkohol riechen, der Turianer schien betrunken zu sein. „Abschied nehmen, Kehl. Um Vergeb…. Ich wüsste nicht, was dich das angeht.“ Die Zunge des Turianers war schwer, Kehl hatte Feran noch nie zuvor so gesehen, er war immer korrekt, auch wenn er nie um einen blöden Spruch verlegen schien. Ihn und Harrold verband eine Art Schertz, den sie immer wieder zum Besten gaben. „Was ist da unten passiert, Feran? Warum ist er tot? Ich kannte Harrold. Es braucht mehr als ein paar Blue Sun Boshtet, um ihn umzubringen.“ – „Du weißt ja nicht, wie recht du hast“, Feran hielt kurz inne bevor er weiter sprach, “und das ist gut so. Nicht zu viel zu wissen ist gut.“ Feran erhob sich langsam vom Boden und wankte durch den Raum auf Kehl zu. Der Turianer legte seine Hand auf Kehls Schulter und flüsterte ihm ins Ohr „ Sieh zu, dass es so bleibt.“ Dann wankte er weiter und ließ Kehl allein in Harrolds altem Quartier zurück.

Allein der Gedanke daran jagte Kehl einen kalten Schauder über den Rücken. Nicht zu viel zu wissen passte
nicht zu Kehl. Er wusste eine Menge. Die Datenbanken eines Schiffes ließen kaum Geheimnisse zu. Und was das Schiff wusste, wusste auch Kehl.

Sein Weg führte ihn zum Verladedeck. Er wusste, was sich in dem Container befand. Er hatte nachgesehen,
noch am gleichen Abend, an dem er die Begegnung mit Feran hatte. Selinas „Sicherheits-Code“,  um Verladebucht 3 für das Personal des Schiffes zu sperren, war ein Witz. Kehl hatte fünf Minuten gebraucht, um das System zu dekodieren. Das Shuttle war aufgetankt, alle Vorbereitungen waren getroffen. Er hatte immer geglaubt, wenn man mit einem Spectre arbeitete, war man auf der Seite der Guten. Er hatte den Commander seit Jahren beobachtet und er war sich seiner Sache immer weniger gewiss, doch seit er den Container aufgemacht hatte, wusste er, dass er sich getäuscht hatte. Er würde seinen Commander hintergehen, aber er fühlte sich keineswegs schuldig. Es war ja nicht so, dass Selina ihm jemals vertraut hatte, sie hatte ihn immer nur
unterschätzt. Alle hatten ihn unterschätzt. Verstohlen schaute er sich um, bevor er das Schott zur Verladebucht 3 öffnete. Die Teile des Schotts fuhren zur Seite und der schlanke Quarianer schlüpfte verstohlen hindurch. Kehl näherte sich langsam dem Container, der in kaltes Licht getaucht auf ihn zu warten schien. Sanft ließ er seine Hand an der metallischen Hülle entlang gleiten. Sein Blick wanderte zu dem betankten Shuttle und dem Lasten-Mech, der bereits im Schatten der Bucht auf seine Befehle wartete. Es war alles bereit. Behutsam lehnt Kehl die Stirn gegen den Container. „Lass uns von hier verschwinden.“

Selina lungerte auf ihrem Stuhl auf der Brücke der Nophretete. Sie hatte gerade ihren letzten Bericht nach
Illium durchgegeben. Die Pläne des Konzils nahmen nun endlich Gestalt an. Ein Jahr war es nun her, als dieser Shepard und seine Allianz die „Destiny Ascension“ hatten sterben lassen. Den Rat hatten sterben lassen. Ihre Mutter hatten sterben lassen. Nur um die Lorbeeren einzustreichen, und sich als große Sieger feiern zu lassen. Lidanyas Tod soll nicht umsonst gewesen sein. Selina schluckte schwer, kämpfte gegen die Tränen. Der Schmerz in ihrer Brust war noch so frisch wie an dem Tag, an dem sie ihre Mutter hatte sterben sehen. Sie erinnerte sich daran wie Nophretete ein Geth-Schiff nach dem anderen tötete.
Sie hatte gekämpft wie eine Löwin. Doch die Wölfe zogen ihren Kreis immer enger. Sie wusste noch, wie ihr Herz sich mit Hoffnung füllte, als die Allianzflotte durch das Portal kam. Und sie erinnerte sich, wie die Hoffnung
zerstob, und Wut und Frustration ihren Platz einnahmen, als sie den Hilferuf der „Destiny Ascension“ ignorierten und sich auf Sarens Flagschiff stürzten.
Sie hatte geweint und gebrüllt als das Flagschiff der Citadel Flotte vor ihren Augen explodierte. Ihr Blick fiel auf die Konsole. Sie erinnerte sich, wie Ihre Fäuste dagegen trommelten, wie sie die Allianz und die ganze Menschheit
verfluchte. Feran hatte sie damals davon abgehalten, das Feuer auf die Allianz Flotte zu eröffnen. Sie schluckte den bitteren Klumpen, der sich in ihrem Hals gebildet hatte, wieder hinunter. Erst jetzt bemerkte sie, dass sich ihre schlanken Hände zu Fäusten geballt hatten. Sie dachte an den Container. An ihre Rache und ihre Lippen verzogen sich zu einem breiten Grinsen.    

„Ma'am, die Schleuse in Verladebucht 3 wurde geöffnet!“ Die Stimme ihres salarianischen Stewards riss Selina aus ihren Gedanken. „Dann schließen Sie das verdammte Ding wieder!“ Was sollte das? Selina richtet stocksteif in ihrem Sitz auf.  Ihre Hand wanderte zu der Konsole. „Ma'am, das Schleusentor reagiert nicht. Shuttle3 wurde gestartet.“ Die Stimme des Stewards bekam einen nervösen Unterton, seine Hände flitzten über die Konsole,
aber sie verweigerte ihm sämtliche Befehle.

Selina spürte kalte Wut in ihr aufsteigen. Verladebucht 3, der Container, Ihre Pläne. Wer würde es wagen, ihre
Pläne zu durchkreuzen? „ Was soll das heißen? Es reagiert nicht? Wofür bezahle ich Sie überhaupt!“ ihre schlanken Finger berührten die Konsole vor ihr, „Feran! Ein Team zu Verladebucht 3. Wer auch immer gerade versucht, mir etwas zu stehlen, er wird es bereuen.“ – „Bin unterwegs“ krächzte die Antwort aus dem Kom. „ Und Feran. Ich will ihn lebend!“- „Ich liebe Abwechslungen.“

Selina blieb der spöttische Unterton in Ferans Antwort nicht verborgen. Sie wusste, dass er mit dem Andorras-Job unzufrieden war. Vielleicht war sie mit Harrold zu weit gegangen. Selina schüttelte kaum merkbar den Kopf. Nein, der Mensch hätte irgendwann Probleme gemacht und Selina hasste Probleme.

 Das Geschnatter ihres Stewards riss sie wieder aus ihren Gedanken: „Mam, das Schott reagiert nicht! Schuttle3 verlässt die Verladebucht! Nichts reagiert! Ich bin hier abgeschnitten, ich kann…..“ Blaue knisternde Energie traf den Steward von hinten und schmetterte seinen Kopf gegen die Konsole, eine Explosion aus Glas und  elektrischen Entladungen hüllte den Salarianer ein und reduzierte ihn zu einem blutenden wimmernden Etwas.

Selina, immer noch in eine leuchtende Corona biotischer Energie gehüllt, stand aufrecht vor ihrem Kommandostuhl. „Räumt das weg!“ raunte sie und nickte abfällig in Richtung des übel zugerichteten Stewards, “ Tharon, Abfangkurs, Voller Schub! Endrak, Waffensysteme scharf machen! Auf den Antrieb des Shuttles zielen! Wenn Sie es zerstören, Endrak, sind Sie der Nächste, bei dem ich die Geduld verliere!“  

Die Crew begann wortlos damit, ihren Befehlen Folge zu leisten.  Auf dem Bildschirm konnte Selina das Shuttle sehen, wie es zielsicher auf das Masseeffektportal zuhielt. Wer bist du?
Langsam drehte sich die Nophretete auf Abfangkurs und nahm Fahrt auf. Du wirst mir meinen Sieg nicht nehmen.
Selinas Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen. Nicht, nachdem ich so viel dafür geopfert habe.
Der Zerstörer verringerte den Abstand zum Shuttle immer schneller. Jetzt hab ich dich.
Im Hintergrund konnte Selina die kurze Bestätigung des Waffenoffiziers vernehmen. Die Bugwaffen wurden von leuchtender Energie umspült. Selina setzte ein Haifisch-Grinsen auf, ruhig und mit eisiger Stimme gab sie den Befehl: „Feuer!“

Die Maschinen des Schiffs heulten plötzlich kurz auf und verstummten dann abrupt. Selina wurde  auf der Brücke in völlige Dunkelheit getaucht. Der antriebslose Zerstörer trieb langsam zur Seite, wie ein Stück Schrott.

Selina war fassungslos. Die hektisch gebrüllten Statusmeldungen auf der Brücke verschwommen zu einem gedämpften Gemurmel im Hintergrund.   Wer konnte so etwas? Wer war in der Lage Ihr Schiff zu sabotieren, direkt vor ihrer Nase? Hilflos musste sie zusehen, wie Shuttle3 das Portal erreichte. Als die Energie des Portals das Shuttle erfasste, fiel es ihr wie Schuppen von den Augen und in dem Moment, als es zum Sprung ansetzte, brüllte Commander Selina aus vollem Hals, dem Shuttle diese schmerzliche Erkenntnis hinterher. „ KEEEEEHL!“

 


 

Modifié par Mister Ich, 18 juin 2012 - 09:09 .