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Eigentlich gefällt mir das Ende doch ganz gut (sehr lang)


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9 réponses à ce sujet

#1
Vincent-Vega

Vincent-Vega
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Hi,und schon wieder ein Post über die Enden. Ziemlich spät, aber ich habe ihn vor ein paar Wochen geschrieben und ihn gerade wiederentdeckt und fand ihn irgendwie zu schade zum Löschen.
Ich will das Ende nicht verteidigen, lediglich hervorheben, wie man es trotz seiner diversen Schwächen gut finden oder zumindest nicht hassen kann. Durch die zwischenzeitliche Ankündigung der „Extended version“ erübrigen sich vielleicht sogar ein paar Punkte, aber was solls. Also, alle die etwas Zeit haben, viel Spaß beim Lesen und sagt mir was ihr davon haltet.   ^_^





Fangen wir also mit dem Offensichtlichen an. Ja, das Ende von ME3 ist alles andere als perfekt. Mir ist, da bin ich ganz ehrlich, schleierhaft wie man wirklich rundum zufrieden damit sein kann. Betonung liegt auf rundum.
Dazu gibt es zu viele Fehler.
Angefangen beim Starchild, welches behauptet organische und synthetische Lebewesen könnten nicht friedlich koexistieren, obwohl doch gerade ME3 mit EDI und den Geth zeigt, dass genau das möglich ist, über die Tatsache, dass Sovereign und Saren eigentlich unnötig waren, da der Catalyst eh die ganze Zeit die Kontrolle über die Citadel hatte bis hin zu dem Umstand, dass die drei Möglichkeiten am Ende theoretisch zwar extrem unterschiedlich sind, ich aber immer die exakt gleiche Sequenz bekomme. Sicherlich, ein Ende kann, muss aber nicht die Zukunft restlos erklären, sich gegen eine Auflösung ala Dragon Age zu entscheiden, ist Biowares gutes Recht. Aber ein bisschen mehr darfs dann doch sein.

Ich will hier jetzt nicht weiter auf die Schwächen des Endes eingehen, dazu gibt es viele, sehr ausführliche Beiträge, allerdings möchte ich hier auch nicht die Reduzierung der Handlungstränge auf simple Kriegsposten unerwähnt
lassen. Ja, der Gedanke ist sicher nicht verkehrt, einen Zahlenwert für die Stärke der Armee zu haben, aber warum nicht etwas Abwechslung in den Verlauf der letzten Mission, sprich London, bringen.
Wäre es nicht ein unheimlich befriedigendes Gefühl für jeden Spieler zu sehen, wie Rachni und Kroganer, Geth und Quarianer gemeinsam kämpfen und damit meine ich nicht: „Flotte A und B sind bereit zum Kampf“, sondern am Boden, Seite an Seite. Letztlich erhalte ich immer das exakt gleiche Ende, egal ob ich ein „perfektes Spiel aus ME1 importiere“, oder ob ich mich schnell durch die Hauptmissionen ballere und noch ein oder zwei Multiplayerkarten spiele. Ganz zu schweigen davon, dass dadurch moralische Entscheidungen, wie die Heilung der Genophage/Unterstützung der Salarianer, ihre Bedeutung verlieren.


Das stört mich fast am meißten. Ein vielschichtiger Handlungsstrang, der mit Wrex in ME1 beginnt, mit
Mordin in ME2 fortgeführt wird und mit Eve in ME3 auf genialste Art und Weise beendet wird, findet keinerlei Erwähung mehr am Ende.

Aber hier setzt genau meine, nennen wir es mal Heilung, an. Der ganze Genophageplott findet auf Tuchanka
seinen Abschluss und zwar auf eine emotionale Art und Weise, wie es ein erneutes Aufgreifen in einem Epilog auch nicht besser könnte.
Ich kann jeden verstehen, der sagt ich möchte wissen, ob die Kroganer friedlich geworden sind oder ob erneut Krieg ausbrechen wird, andererseits finde ich eigentlich alle dafür notwendigen Informationen im Spiel, in den Gesprächen mit Wrex, Eve, Mordin und Co.
Eigentlich ist dieses Art der Auflösung viel besser als ein schnöder Text am Ende, denn ich erlebe sie selbst und bekomme sie nicht einfach vorgesetzt. Bioware gibt uns Spielern alle Informationen zur Hand um uns selbst vorstellen zu können, wie es mit den Kroganern weitergeht. Das beste Besipiel dafür: Sterben sowohl Wrex in ME1 als auch Eve in ME3, da man Maelons Forschung vernichtet hat, kann man Mordin davon überzeugen, die Heilung zu sabotieren ohne ihn töten zu müssen, da ein unkontrollierter Wreav eine zu große Gefahr für die Galaxie darstellt. Das alles kann ich während dem Spielen hautnah selbst erleben, brauche ich da wirklich noch die ultimative Bestätigung in Form eines Epilogs?



Weiter geht’s mit dem Absturz der Normandy. Einer der wohl am häufigsten genannten Kritikpunkte, und das sicherlich zurecht. Dazu einmal zwei Sichtweisen.
Aus Sicht der Fans:
Was soll denn der Mist? Warum zum Teufel flieht die Normandy. Niemals würden mich meine Kameraden und Freunde in der alles entscheidenden Schlacht zurücklassen. Sie würden bis zur letzten Kugel kämpfen, vor allem auch weil hier und jetzt die einzige Möglichkeit ist, die Reaper zu schlagen. Verliert man diese Schlacht, ist auch der Krieg verloren. Und abgesehen davon, wieso sind meine Kameraden überhaupt an Bord, sie waren gerade doch noch direkt hinter mir? Ganz klar, die Szene ist in ihrer jetzigen Form ohne Erklärung warum die Normandy mitsamt Bodencrew flieht nur schwer zu verkraften. Jetzt aber mal die gleiche Szene....
aus Sicht der Entwickler:
Das Leben geht weiter. Shepard hat es geschafft. Er hat sich selbst geopfert, um der Galaxie die Chance zu geben, weiterzuleben. Diese Szene symbolisiert einen Neuanfang. Nicht nur hat Shepard Milliarden von Menschen und anderen Rassen gerettet, sondern vor allem eben auch diejenigen, die ihm am meißten bedeuten, sprich die Normandy.
Shepards Opfer war nicht umsonst, er konnte die retten, die er liebt. Das Leben hat sich zwar radikal geändert und die Zukunft ist schwer vorherzusagen, aber es gibt Hoffnung und das ist die entscheidende Botschaft der Normandyszene.

Wer also hat jetzt Recht. Nunja, die Wahrheit liegt wohl irgendwie in der Mitte. Keine Frage, die Flucht ist und bleibt zweifelhaft, die Intentionen von Bioware allerdings sind ebenso nachvollziehbar. Ich kann jeden verstehen, der sagt, dass ist mir zu weit hergeholt, oder denjenigen, der sich auf die viel zitierte „Space Magic“ bezieht, aber trotzdem: man kann diese Szene akzepieren, ja sogar den „Aufbruchsgedanken“, der dahinter steckt würdigen und so die Szene richtig gut finden.

Voraussetzung ist, dass man einerseits darüber hinweg sieht, dass die Normandy samt Crew flieht, und, was noch viel wichtiger ist, akzeptiert, dass es eben nicht das erhoffte Happy End ist. Das klingt banal ist aber der alles entscheidende Punkt. Betrachtet man Shepards Opfer eben nicht als Ende, sondern als Neuanfang, indem er den verbliebenen Rassen die Chance gibt, eine neue Gesellschaft aufzubauen, diesmal ohne den Einfluss von Reapern, Protheanern oder sonst wem, ist es ein Ende, das Anlass zur Freude, mindestens jedoch zur Hoffnung gibt. Ja, man weiß nicht, wie es mit der Galaxie weitergehen wird. Werden die Organischen Wesen sich gegenseitig zerstören oder erneut synthetische Wesen erschaffen? Keine Ahnung, das hat Bioware bewusst offen gelassen.
Das muss einem nicht gefallen, aber, darum geht’s auch nicht. Bioware hat ein Spiel nach ihren Vorstellungen geschaffen und sie haben sich dazu entschieden, nicht zu beantworten, wie es im Einzelnen mit der Galaxy weitergeht. Das ist, auch wenn das einigen gar nicht gefallen wird, ihr Recht als Entwickler und Erfinder von Mass Effect.




Was ist also mein Fazit zu der ganzen Kontroverse?

Bioware hat eindeutig kein perfektes Ende abgeliefert, neutral betrachtet nicht einmal ein befriedigendes. Zu viele Logiklücken, Einführung eines gottgleichen Wesens buchstäblich Sekunden vor dem Ende, eine Auflösung die einiges der Vorgänger in Frage stellt, Reduzierung von ~80 Spielstunden pro Durchgang auf die immer exakt gleichen
Auswahlmöglichkeiten mit der gleichen Abschlusssequenz, obwohl uns Bioware genau das Gegenteil versprochen hat. Ja, der Ärger ist verständlich.
Aber, was wenn ich meine Betrachtungsweise etwas verändere. Klar, viele Schwächen bleiben trotzdem, aber einige verschwinden auch. Die Auflösung vieler Handlungsstränge erlebe ich direkt im Spiel. Ich erfahre, was mit den Kroganern und der Genophage passiert, wie sich der Geth-Quarianer Konflikt löst, ich habe einen sehr emotionalen
Abschied von meinen Gefährten. Vieles klärt sich natürlich auch nicht, aber wie weiter oben erwähnt. Es ist ein Neuanfang, die Dinge können sich in alle möglichen Richtungen entwickeln. Zum Guten wie zum Schlechten. Fakt ist, Shepard hat der Galaxie einen Neuanfang geschenkt, die Möglichkeit ihre eigene Zukunft zu gestalten, etwas dass seit Millionen von Jahren ertsmals möglich ist.
Ist das nicht genau das, was wir uns alle versprochen haben. Ja, wir haben keine „blauen Kinder“ oder ein „Haus auf Rannoch“, aber wir haben der Galaxie Hoffnung gegeben, ihr die Möglichkeit gegeben, sich selbständig eine neue Welt aufzubauen, ist das nicht ein Ergebnis, mit dem man zufrieden sein kann?

Modifié par dr_age86, 18 avril 2012 - 11:04 .


#2
Codebreaker819

Codebreaker819
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dr_age86 wrote...

Es ist ein Neuanfang, die Dinge
können sich in alle möglichen Richtungen entwickeln. Zum Guten wie
zum Schlechten. Fakt ist, Shepard hat der Galaxie einen Neuanfang
geschenkt, die Möglichkeit ihre eigene Zukunft zu gestalten, etwas
dass seit Millionen von Jahren ertsmals möglich ist.
Ist
das nicht genau das, was wir uns alle versprochen haben. Ja, wir
haben keine „blauen Kinder“ oder ein „Haus auf Rannoch“, aber
wir haben der Galaxie Hoffnung gegeben, ihr die Möglichkeit gegeben,
sich selbständig eine neue Welt aufzubauen, ist das nicht ein Ergebnis, mit dem man zufrieden sein kann?


Genau so ist es, Die letzte Szene wo Joker und Edi (Synthese) in die Weite des Fremden Planeten blicken verdeutlicht das nochmals ganz gut. Ein Neuanfang.

Die Logiklöcher wie warum die Normandy durch die Portale flog wird sich sicherlich mit dem EC lösen.

#3
mccool78

mccool78
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dr_age86 wrote...
...
Ist das nicht genau das, was wir uns alle versprochen haben. Ja, wir
haben keine „blauen Kinder“ oder ein „Haus auf Rannoch“, aber
wir haben der Galaxie Hoffnung gegeben, ihr die Möglichkeit gegeben,
sich selbständig eine neue Welt aufzubauen, ist das nicht ein Ergebnis, mit dem man zufrieden sein kann?

Nun, der Wiederspielwert des Endes ist für mich im Moment gleich null da keinerlei Variation, ich höre spätestens bei dem Abschied von den Gefährten auf. Man kann nur hoffen, das der EC das wieder geradebiegt.

Tja und "der Galaxie Hoffnung geben" ist eben für mich deswegen nicht  zufriedenstellend, weil ich mich nicht um eine namenlose und gesichtslose Masse schere, sondern um Charaktere, die ich während des Spiels kennengelernt habe. Für die kämpft man doch letztendlich, und man möchte sehen, wie es ihnen weiter ergeht. Stattdessen lässt man Shepard im besten Fall unter Trümmern liegen, und die Crew in irgendeiner Wildnis abstürzen, wo man befürchten muss, dass sie von Raubtieren aufgefressen wird.
Ja man kann sich nicht mal sicher sein, ob man nicht die halbe Galaxie in die Luft gesprengt hat.

Wie sagte doch Mordin so schön?

“Hard to imagine galaxy. Too many people. Faceless.
Statistics. Easy to depersonalize. Good when doing unpleasant work. For
this fight, want personal connection. Can’t anthropomorphize galaxy, but
can think of favorite nephew. Fighting for him.”

Modifié par mccool78, 18 avril 2012 - 08:03 .


#4
xxx_Overlord_xxx

xxx_Overlord_xxx
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@dr_age86

Ich finds ja super das du dir Gedanken über Erklärungen zum Ende gemacht hast, ohne Scheiß.
Nur leide ist das Ende so voller Lücken und zieht die gesamte Handlung der Vorgänger mit samt den Reaper beinahe ins lächerliche. Alles was Souvereign gesagt hat ergibt keinen Sinn mehr.

Das schwierige an dem Ende ist eigentlich das es Interpretaionsspielraum lässt den es zuvor in der gesamten Trilogie nicht gab, da einem weitesgehend die Konsequenzen aus allen Taten vorgezeigt wurden. Jetzt wo ich wissen will wies weitergeht muss ich auf einmal interpretieren?
Sowas wollte denke ich mal niemand. Einfach einen richtigen Abschluss wie man ihn erwartet hat als man ME 3 angefangen hat zu spielen wärs gewesen.

#5
gokhlayeh

gokhlayeh
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Impressive speech!:)

#6
Vincent-Vega

Vincent-Vega
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@mccool Kann ich absolut verstehen, wenn einem das nicht reciht, mir gehts sicher nicht darum, irgend jemand davon zu überzeugen, wie toll das Ende ist. Ja, man weiß nicht genau, wie es mit der Crew und den liebgewonnen Leuten weitergeht, aber, und das macht die Szene mit der Normandy eben gerade deutlich: Man hat ihnen eine Chance für die Zukunft gegeben. Ums überspitzt zu formulieren: Die Begleiter wurden ja gerade deshalb auf die Normandy "gebeamt", um eben der Hoffnung/dem Neuanfang vertraute Gesichter zu geben und nicht irgendwelche namenlosen Unbekannte.

@Overlord Sicher, man muss über einiges hinwegschauen um auch mit viel Interpretation wird das Ende nicht plötzlich uneingeschränkt schlüssig, hab ich auch nie behauptet. Aber die meißten SciFi Stories haben mit massiven Problemen zu kämpfen, ME ist da keine Ausnahme. Was ich im Prinzip sagen will, wenn man bereit ist, einige Logiklücken zu vergeben, kann man dem Ende durchaus etwas Positives abgewinnen, muss man aber nicht. Ich bin der letzte, der jemand mangelnde Phantasie vorwirft, weil er die Folgen seiner Entscheidungen in Form eines Epilogs sehen will, aber ich will auch nicht leugnen, dass ich diese ungewisse Zukunft irgendwie reizvoll finde.

@gokhlayeh Danke, egal ob ernst gemeint oder ironisch ^^

#7
Elcadia

Elcadia
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Auch wenns nur ein weiterer Text über das Ende ist...dieser gehört mit zu den Lesenswertesten. Echt gut geschrieben.

#8
gokhlayeh

gokhlayeh
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dr_age86 wrote...

@gokhlayeh Danke, egal ob ernst gemeint oder ironisch ^^


das war ernst gemeint

#9
Frejia

Frejia
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Elcadia wrote...

Auch wenns nur ein weiterer Text über das Ende ist...dieser gehört mit zu den Lesenswertesten. Echt gut geschrieben.


Sehe ich auch so und auch was den Threadstarter angeht kann ich seine Meinung mitlerweile auch in vielen Punkten unterschreiben. Objektiv betrachtet kann ich mit dem Ende leben aber subjektiv ist man doch ein wenig enttäuscht.

#10
Vincent-Vega

Vincent-Vega
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gokhlayeh wrote...

dr_age86 wrote...

@gokhlayeh Danke, egal ob ernst gemeint oder ironisch ^^


das war ernst gemeint

Freut mich :D
Dein erster Kommentar klang irgendwie leicht ironisch, weiß auch nicht warum. Übers Internet interpretiert man wahrscheinlich manchmal bissl zu viel rein.