Forst1999 wrote...
Ich denke, Shepard hat in ME2 schon einiges erreicht: Die Kolonien in den Terminussystemen waren schutzlos, da sie nuneinmal nicht zur Allianz gehörten. Jeder Versuch der Allianz ihnen zu helfen, wurde recht feindseelig aufgenommen (siehe Ash/Kaidan auf Horizon). Die normlle Abschreckungstaktik, die die Allianz bei Piraten anwendet (sie verfolgen und vernichten, wenn sie eine Allianzkolonie angegriffen haben), funktioniert bei den Kollektoren nicht. Shepard hat also schonmal Millionen von Leben gerettet.
Millionen Leben, die dann wieder verloren gehen, weil die galaktische Gemeinschaft nicht vorbereitet ist und Shepard leider nichts unternommen hat, um das zu ändern.
Hätte Shepard die Kollektoren ignoriert und sich darauf verlassen, dass die Allianz sich irgendwann schon um das Problem kümmern wird, dafür aber die Zusammenarbeit mit Cerberus verweigert, hätte das möglicherweise deutlich mehr gebracht.
Idealerweise hätte Shepard als Doppelagent gearbeitet und der Allianz z.B. die Reaper-IFF-Technik übergeben. Kontrolle über Mass Relays? Na sowas, könnte nützlich sein.
Forst1999 wrote...
Ein Reaper mehr oder weniger mag nicht viel sein, aber es ist definitiv was wert, das der Menschenreaper nicht fertiggestellt wurde. Die Kollektoren waren vielleicht nicht sehr zahlreich, konnten aber schnell und unauffällig zuschlagen. Sie loszuwerden, war ein großer Schritt.
Die Kollektoren waren weder schnell noch unauffällig. Sie setzen die Kommunikation außer Betrieb, Veetor konnte Beweismaterial aufzeichnen und Cerberus hat offenbar keine Probleme, Seeker einzusammeln, damit Mordin sie untersuchen kann. Auch die Infos hätte Shepard einfach an die Allianzs weiterleiten können.
Das hat den Vorteil, dass Shepard der Allianz und dem Rat BEWEISE liefert und außerdem seine Glaubwürdigkeit wiederherstellt.
Der menschliche Reaper kann so wertvoll nicht gewesen sein, denn ARRIVAL sagt uns, dass die Reaper in zwei Tagen unsere Galaxie erreicht haben werden. Was auch immer die Kollektoren jetzt in den zwei Tagen mit dem Dinge hätten erreichen wollen, offenbar war es allenfalls ein unausgegorener Plan ... D (nach Plan A - Keeper aktivieren das Citadel-Relay, Plan B - Saren/Conduit, Plan C - Alpha-Relay). Vielleicht ist es aber auch nur Beschäftigungstherapie für die Kollektoren.
Forst1999 wrote...
Desweiteren hat man auf dem Gebiet der Geth, Quarianer und Kroganer sehr wichtige Schritte unternommen, ohne die das Ergebnis in ME3 sehr viel schlechter ausfallen kann.
Da zu diesem Zeitpunkt nicht klar war, inwiefern sich das positive auswirken würde, ist diese Wirkung reiner Zufall.
Forst1999 wrote...
Zudem hat man einen ganzen Haufen der besten Kämpfer und Köpfe der Galaxie frühzeitig für den Kampf gegen die Reaper mobilisiert.
Man hat 12 Squadmates mobilisiert ... gegen einen Feind, der mit Hunderschaften übermächtiger Raumschiffe angerückt kommt, von denen einer allein reicht, um eine halbe Flotte zu vernichten.
Hätte man sich stattdessen darauf konzentriert die Allianz und den Rat zu mobilisieren, man stelle sich vor, was das gebracht hätte.
Forst1999 wrote...
Jemand hat sich tatsächlich mal die Mühe gemacht, die Reaper am Ende von ME2 zu zählen. 200-300, anscheinend alles große. Könnten natürlich noch mehr weiter hinten sein. Voll ausgewachsene Schlachtschiffe gibt es in der Galaxie nach optimistischen Schätzungen 150. Um wie viel hätte man diese Zahl in 3 Jahren erhöhen können? Besonders, da man mit unbewiesen Geschichte von Monstern aus der Tiefe des Weltalls schlecht die ganze Wirtschaft der Galaxie umkrempeln kann.
Um einige. Vor allem hätte man alles mit Reapertechnik aufwerten können, die ja ganz offenbar vorhanden ist. Und dann wäre da noch diese Abmachung, die Flottenstärke der einzelnen Völker begrenzt. Hätte man die Aufgehoben, wäre die Zahl der Schiffe auf Allianz-/Ratsseite explodiert.
Forst1999 wrote...
Sicherlich hätte ein richtige Planung der Handlung den Spielen gutgetan, besonders dem Ende, Diese "Synthetisch kontra Organisch" Prämisse des Katalysators hätte nach ME1 wohl noch nicht so viel Widerspruch hervorgerufen, als wirklich jede bewusstseinsfähige Maschine automatisch feindseelig war. Dieser "Dunkle Energie"-Schrott war nach ME2 sicher eine Option, auch wenn ich nicht glaube, dass das in ME1 jemals angesprochen wurde. Ich bin sicher, dass sie bei Bioware noch andere Ideen durchgegangen sind, aber eben erst zu spät, um es für die ganze Serie passend zu machen.
Es wurde immer behauptet, dass Mass Effect als Trilogie konzipiert wurde. Davon merkt man insgesamt aber recht wenig. Die Geschichte verliert nach ME1 völlig den Fokus. Zwei Jahre werden ohne Not übersprungen, das letzte Jahr wird mit Nebenquests vergeudet und am Anfang von ME3 ist man kein Stück weiter als am Ende von ME1. Die Situation ist fast identisch. Hätte man da wirklich eine zusammenhängende Geschichte erzählt, wäre die magische Wunderwaffe namens Tiegel mit dem Überaschungsgast Catalyst vielleicht unnötig gewesen.

Eigentlich schade. Da wäre deutlich mehr drin gewesen.
Modifié par klarabella, 11 mai 2012 - 04:36 .