Ich habe mich für das Synthese Ende entschieden. Dann habe ich mir die anderen Enden angesehen, und
durfte feststellen das ich mich für genau das richtige Ende entscheiden hatte. IMO stellt das Synthese Ende das bestmögliche dar.
Ich lasse mich jetzt nicht darüber aus ob es ein völlig anderes Ende hätte geben müssen oder wie gut ich
die angebotenen Möglichkeiten finde. Ich hatte das Glück von Anfang an mit Extended Cut zu spielen und bin also nicht vorgeprägt durch die vielen Diskussionen um das Ende, die ich erst nach dem ersten durchspielen angelesen habe.
Um zu verstehen warum ich das Synthese Ende am besten finde, ist es notwendig zu wissen das „mein“ Shepard zu 99 % Vorbildlich war. Dabei habe ich nicht zwingend versucht ihn so „Gut“ wie möglich sein zu lassen, sondern nicht aus seiner, sondern aus meiner Position heraus entschieden welche Lösung ich in den jeweiligen Situationen für am besten halte. Also kein Roleplaying im klassischen Sinn. Das kommt beim zweiten Durchgang, aber das führt weg vom Thema. Wichtig ist auf jeden Fall das ich meinen Moralischen Kodex bei der Bewertung der unterschiedlichen Enden anwende.
Das Zerstörungs Ende kam nicht in Frage. Ich opfere keine Lebewesen, und seien sie auch synthetisch.
Die Geth haben eine Chance verdient. EDI hat mich niemals hintergangen und zu mir gehalten, obwohl sie mehrmals dazu in der Lage gewesen wäre. Beide haben deutliche Anzeichen von (Selbst)Bewusstsein gezeigt. Das klassifiziert sie als Lebewesen. Ich hätte auch kein anderes Volk und keine andere Person geopfert.
Und: es löst das Problem nicht. Wenn man unterstellt das der Katalysator die Wahrheit sagt, dann ist der
Konflikt „Synthetisch vs. Organisch“ eine logische Folge aus der Technischen Weiterentwicklung von Zivilisationen. Er nennt das Chaos. Irgendwann, in egal wie vielen Äonen, wäre dieser Konflikt
eskaliert. Bereits in Shepards Zyklus hat sich dies am Konflikt zwischen Geth und Quarianern gezeigt, was ein deutliches Indiz dafür ist, das der Katalysator tatsächlich eine Tatsache benennt. Immerhin
trägt er das Wissen mehrere Äonen in sich. Das Chaos ist ein sich wiederholendes Muster, und die Reaper die Lösung dieses Problems. Keine gute Lösung, aber alles was die Schöpfer sich einfallen lassen konnten.
Entscheide ich mich also für die Zerstörung verschiebe ich das Problem in die Zukunft. Und selbst wenn es eine unvorstellbar weit entfernte Zukunft sein mag, so ist es doch keine Lösung.
Das Kontroll Ende ist ausgeschlossen. Klar, Shepard ist ein Streiter für das Gute und so weiter und so fort, aber zu große Macht korrumpiert jeden irgendwann. Letzten Endes kann er nur zu dem werden, was die Reaper
waren bevor er sie übernahm.
Bleibt das Synthetische Ende.
Einer der Vorwürfe, die ich gegen dieses Ende gelesen habe, sagt aus das dies Sarens Ziel gewesen sei. Das Stimmt nur bedingt. Klar, Saren ist eine Art von Synthese eingegangen, aber er war ein Indoktrinierter Sklave.
Nach der Ausrottung der Zivillisierten Völker wäre seine Zeit vorbei gewesen, so wie die seiner Anhängerschaft.
Die Synthese scheint anders zu sein. Es scheint als bliebe der frei Wille erhalten. EDI klingt im Abspann jedenfalls nicht wie eine Borgdrohne, grünes Leuchten hin oder her.
Die Synthese löst das Chaos, sprich den Konflikt zwischen Synthetischen und Organischen Lebewesen. Sie bereichert ALLE Lebewesen um das Wissen von Äonen von Kulturen. Dadurch das dieses Wissen allen zugleich zugute kommt kann niemand es ausnutzen. Grenzenlose Macht, aber so verteilt das niemand sie missbrauchen kann. Ich sehe nicht warum das schlecht sein soll. Es ist Evolution.
Ja, sagt der Kritiker, aber Evolution bei der niemand gefragt wurde. Stimmt. Wenn es möglich wäre ein Komitee aus allen Völkern einzuberufen und solange zu Diskutieren bis man sich auf einen Konsens geeinigt hat
wäre das sicher die fairer Lösung. Kann man aber nicht. Tatsache ist, man muss sich entscheiden „hier und jetzt“, inmitten der vielleicht letzten Schlacht der Menschheit.
Und abgesehen davon: wer wurde je gefragt ob er sich entwickeln möchte? Evolution findet statt, ob man will oder nicht. Nur deutlich langsamer. Aber die Völker der Galaxie haben sich vereinigt, jedes einzelne Volk.
Alle Konflikte wurden beigelegt, Kriege beendet. Also, in „meinem“ Universum. Wann wenn nicht jetzt sind die Völker bereit dazu einen solchen Schritt zu machen?
Natürlich hängt viel davon ab ob der Kathalysator die Wahrheit sagt oder nicht. Aber ganz ehrlich: warum sollte er lügen? Wie man am Refusal Ende sehen kann ist es kein Ding für ihn mal eben die Maschine hinter sich runterzufahren. Ups, kaputt. Auslöschung aller Zivillisationen, etc., alles wie gehabt. Niemand hindert ihn daran. Er müsste also ein berechtigtes Interesse an einer Lösung haben. Wenn er das hat: warum die Alternativen? Wenn er will das ich Synthese wähle, warum sagt er nicht: "Okay, du kannst Synthese haben, aber wenn du nicht willst dann dreh ich den Saft ab und ihr sterbt alle."
Das Synthetische Ende ist die ultimative Chance auf Frieden und Gerechtigkeit. Die Weisheit von Abertausenden (!!!) von Kulturen, verfügbar für jeden einzelnen. Keine Armut, keine Überbevölkerung, und vor allem kein Chaos mehr. Was soll daran schlecht sein?
Modifié par Gloomyghost, 23 juillet 2012 - 09:26 .





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