Das sind meine Überlegungen zu dem Ende, und welches ich persönlich für meinen Shepard vorziehe.
Ich wähle Zerstörung. Es ist für das kleinere der vier hässlichen Übel. In erster Linie, weil mir Harbychilds Beweggründe sehr zwielichtig vorkamen. Das Ende wirkte für mich wie ein Indoktrinierungsversuch, vor allem im EC hatte ich das Gefühl, Harby wollte mich Richtung Synthese schubsen, so dass ich darüber besonders nachdachte. Kontrolle lehne ich ab, weil ich das Gefühl hatte, es sei eine gefährliche Zwangsherrschaft der Reaper, die fürchterlich nach hinten losgehen könnte (Diktatur etc), außerdem war ich nicht überzeugt, dass das wirklich funktionieren könnte (Seelenessenz beeinflusst millionenalte Maschinen, damit sie „gute Herrscher“ werden??? Bin skeptisch.). Refusal verschiebt die Verantwortung in den nächsten Zirkel. Also Synthese oder Zerstörung. Leider wies die Argumentation von Harby für mich wichtige Lücken auf, und zwar folgende:
(Ich zitere nun einige Zeilen aus dem alten Destrothread, um nicht alles komplett neuzuschreiben):
Ich habe kein Verständnis für die Ernte der Reaper. Warum nehmen die Reaper nicht ganz uninvasiv DNA-Proben, wenn sie n DNA-Pool der Spezies aus...artenschutzrechtlichen Gründen (???) aufbauen möchten? Mundschleimhautabstrich reicht. Und PCR ist nicht das Problem. Macht mich alles etwas skeptisch bezügl. der edlen "Rettungsmotiv der Reaper. Selbst mit Space Magic wirkt es komisch.
Teilweise musste ich bei dem "Wir retten auch vor der Auslöschung der Maschinen, indem wir euch auslöschen - aber nicht ganz so gründlich, wie die anderen Maschinen es machen würden" an "IRobot" denken - "Unser Auftrag ist es, euch zu beschützen, also sperren wa euch ein und töten, wer sich widersetzt. Wir meinen es doch nur gut!“ Es wird zwar oft behauptet, die Reaper hätten das Wissen und die Kultur der anderen Spezies bewahrt, aber Wissen in form von bytes ist trotzdem tot. Ohne die Lebewesen, den lebenden Kontext, unter dem eine Kultur läuft, bleibt sie tot. Was nützt es mir, die Mona Lisa zu retten oder einen Lexikoneintrag über Weihnachten, wenn sie von galaktischen Quallen betrachtet wird, die das zur Kenntnis nehmen? Die Reaper haben, genau wie die Collectoren, keine kultur - 1. sehen sie alle gleich aus, 2. sind sie wirklich nur Kriegsmaschinen, mehr nicht. Für mich also eine besonders gefährliche Art von Maschinen, die nicht mal im Traum nur etwas der „Lebendigkeit“ der Geth oder von EDI hat.
- die Erschaffer der Reaper, genau wie die Quarianer, sich offensichtlich in die Vorstellung verbissen hatten, dass Organische und Synthetische Lebewesen nicht kooexistieren können. Dass die Quaris falsch lagen, haben wir ja gesehen - wer sagt, dass die Erschaffer nicht genau so fehlbar und kurzsichtig sind? In diesem absolut entscheidenen Punkt stimme ich schon nicht mit dem Reaperbrain überein, und das macht unseren Dialog…schwierig. Bevor wieder gehetzt wird, ums eins klarzustellen: Legion ist mein 2.Lieblingschara, ich habe im Quari-Geth-Konflikt die Geth unterstützt (Friedensoption war glücklicherweise möglich, aber selbst wenn nicht….IMMER Geth) und EDI ermuntert. Ich sehe sie auch als Lebewesen an. Mein Traumende wäre ein Nebeneinander. Klar wird es nicht immer friedlich, aber Organische sind es untereinander ja auch nicht – zwischen den Spezies gibt’s Krieg, innerhalb der Spezies gibt es Krieg – alles ganz normal. Warum sollte Krieg zwischen den S&O besonders „schlimm“ sein? Ich persönlich könnte mit nem Nebeneinander von Synthese und Organischen sehr gut leben, sogar mit den Reapern, und das ist immer noch mein Lieblingsbild...

...aber ein friedliches Nebeneinander ist meiner Meinung weder möglich, solange psychopatische Kriegs-Urmaschinen herumschwabbern, die eine "gefährlichen",lebensverachtende, für mich unvertretbare Meinung haben, noch durch zwanghafte, überschnelle Verschmelzung. Im ME-Universum ist meiner Meinung nach vorhersehbar, dass es irgendwann zu einer Verschmelzung von organischen und synthetischen Wesen kommt, aber dass soll sich meiner Meinung nach "freiwillig und natürlich" entwickeln...und nicht auf die Art und Weise, die Harbychild vorsieht.
Zudem finde ich die Argumentation der Reaper sind dumm. Organisches Leben kann nicht ausgerottet werden. Die Elemente des Lebens - Wasserstoff und Kohlenstoff - sind in ausreichender Menge in Universum vorhanden, so dass "Leben" in einer Galaxy sicher noch öfters spontan auftreten wird. Auf lange Hinsicht, selbst nach einer (eher unwahrscheinlichen - denkt daran, wie hartnäckig Bakterien sind) Ausrottung, wird es irgendwann im Universum wieder organisches Leben geben. Bei synthetischen Leben ist es nicht so...von selbst kann es nicht entstehen. Und das ist ein Grund, warum ich das Synthese-Ende ablehne. Ich habe den Verdacht, dass die Reaper es so verbissen probiert haben, weil es ihre Masche ist "unsterblich" zu werden. Wie sagte Shep so schön? "You're a machine, and machines can be broken!" Warum also den Reapern, die keinen Respekt vor dem Leben haben (man bedenke Harbinger Kommentare in ME2 über die verschiedenen Rassen), dieses schenken?
Die Meinung der „Geopferten“ selbst zum Thema Reaper hat mich sehr nachdenklich gemacht:
EDI: “If the Normandy were captured, my fate would become similar to the indoctrinated. My code would be rewritten. I would become loyal to the Reapers. I would rather become non-functional than help them.”
[…] “The Reapers must be defeated, not because they threaten death, but because the threat of death makes us die inside. It is the right of sapients to live freely and securely. That is worth non-functionality.”
Nicht zu vergessen Legions grundlegende Ablehnung den Reaper gegenüber…er schien ja über den Kuhhandel der Geth aus Selbsterhaltungsgründen auch nicht sonderlich zufrieden zu sein und hat in ja verworfen, kaum dass er Shepard sah. Auch wenn es komisch klingt – sie zu „opfern“ erscheint mir ein „faireres Opfer“, während mir die anderen Optionen wie Verrat vorkommen. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass die beiden Fraktionen ein Universum mit Reapern begrüßen würden. Ich glaube, mir wäre Synthese auch sympatischer, wenn die Reaper danach einfach implodieren würden.
Zudem empfinde ich es falsch, ALLEN Lebewesen eine synthetische Verschmelzung aufzuzwingen, „nur“ weil man eine Spezies nicht opfern möchte. Entscheidungsfreiheit VS Leben ist n fieser Handel, aber die Geth standen und starben auch für ihre Meinungs-und Entscheidungsfreiheit. Sie sterben für die Chance, dass die Galaxy eine Chance auf einen Neustart hat, der "wahren" Frieden mit S&O bringen könnte. Ihr Tod gibt dem ganzen eine bittere, dramatische Note, die zu diesem schrecklichen Krieg ironischerweise passt. Für mich ist das Destro-Ending kein Happy Ending. Dass Shep überleben kann, ist n nettes Leckerli, aber auch nicht wirklich tröstlich.
Und das nur, weil neurotische Urquarianer (im Geiste) sich darauf verbissen hatten, dass Synthetische Wesen Organische immer bekriegen und auslöschen werden und man eine KI erfinden soll, die das Problem löst.
ARGH!

„
STUPID MACHINE!“
(Angry Krogan Merch, Mass Effect 1)
Modifié par Red_87, 03 août 2012 - 08:25 .