Xeontis wrote... Es wurde aber bestätigt, shepard überlebt bei diesem Zerstörungsende.
Bestätigt? Dieses Ende ist also derart unklar, daß Bioware Shepards Überleben im Nachhinein verkünden mußte? Wenn man etwas auf diese Weise erklären muß, dann hat die Regie Mist gebaut. Stell Dir nur vor, am Ende einer Mass Effect Verfilmung muß der Regisseur den Zuschauern sagen, ob Shepard draufgegangen ist oder nicht. Wäre das gute Arbeit? So ein Regisseur würde nicht einmal Low Budget Produktionen überleben.
Xeontis wrote... Darum gings dir doch.
Mir ging es nicht um vage Andeutungen, sondern um ein klares positives Ende und bei diesem Ende, dem Ende mit einer verkohlten N7-Panzerung in Agonie, ist nicht Shepards Überleben sicher, sondern sein Tod vielleicht offen. Im Übrigen überlassen Spiele nichts der Phantasie, ausgerechnet in diesem Finale aber verlangt man genau das vom Kunden?
Zu dem Happy End das du dir wünschst, findest du das wäre so gut?
Meine Kritik betrifft das Script, das Du als Prämisse behandelst. Der Fehler liegt in den von Dir beschriebenen Endungen und somit bei den Autoren, die absurde Alternativen anboten.
Während des ganzen Spiels waren die Reaper der Feind. Mit dem überflüssigen "Kind" indes wird der zyklische Holocaust plötzlich zum "notwendigen" Regulativ. Die Autoren behaupten nonchalant, es gäbe kein friedliches Zusammenleben zwischen synthetischem und organischen Leben; das Kind wird mit dem Bade ausgeschüttet. Mehr noch, die Vernichtung wird als moralische Tat dargestellt, deren Motive die dummen Organischen natürlich nicht begreifen können. Der Höhepunkt ist die Behauptung, die Reaper wollten keinen Krieg. Das "Kind" wird zur selbsternannten - synthetischen! - Gottheit, die altruistische Unterwerfung herbeisehnt und ihre eigene Beschränktheit nicht erkennt. Diese Ideen sind genaugenommen eine unerträgliche Perversion der Autoren.
Es folgten rethorische Plattitüden vom Frieden, der nicht von langer Dauer sei. In der Tat, es ist z.B. offen wie die Kroganer ohne Genophage leben. Will sagen, auf Sonnenschein folgt Regen und auf Frieden irgendwann Krieg, ganz unabhängig davon ob es sich um synthetische oder organische Lebensformen handelt. Der Standpunkt des "Kindes" beschneidet somit die für Mass Effect typische Entscheidungsfreiheit, indem das Ende organischen Lebens durch jene immer siegreichen Synthetischen als unausweichlich dargestellt wird.
Mein Happyend hätte die Möglichkeit zur Flucht geboten. Shepard hatte schließlich auch kein Problem damit von der Kollektorenbasis zu entkommen. Daß er schließlich auf der Citadel draufgeht - und sei es auch nur halbwegs - war völlig unnötig. Vielleicht ist der tiefe Atemzug zwischen den Trümmern aber auch nur ein Cliffhanger...
Mit freundlichen Grüßen
Stefan
Modifié par i-hate-steam, 15 août 2012 - 02:11 .