Da Games ja Meinungssache sind, bitte ich um Kommentare, ob Ihr das anders seht, und wenn ja, inwiefern, oder ob meine Meinung geteilt wird. Vor allem geht es mir darum, sich mal nicht NUR über das Ende aufzuregen, sondern auch mal Meinungen über den Rest des Games einzuholen.
ACHTUNG:
Spoilergefahr
In diesem Bericht werde ich in vollen Zügen erklären, wieso ME 3 mich so maßlos
enttäuscht hat. Falls jemand das Spiel noch nicht durchgespielt hat, (was aber
unwahrscheinlich ist) sollte er nicht weitelesen, da ich auch auf die Handlung
zu sprechen komme.
Über Monate hinweg haben die Gamer auf Mass Effect 3 gewartet. Und mit jedem Bild, und jedem Trailer wurde das Warten unerträglicher. Und dann war es endlich soweit: Mass Effect 3 kam in die Läden...
Und schon nach einer Woche machen sich erste Proteste unter den Spielern breit: „Unwürdiges Ende eine glorreichen Spiele Reihe“, heißt es da. „Falsche Versprechungen von Bioware“, ertönt es von woanders.
Auch ich war verärgert, Anfangs nur über das Ende. Doch nach dem zweiten Durchgang ist mir klar geworden, dass ME3 zu den schlechtesten Spielen zählt, die ich jemals durchgezockt habe.
Zu Beginn einmal: Die ME-Reihe hatte, was den Charaktereditor angeht, von Beginn an längst nicht so viel zu bieten wie Biowares „Dragon Age“. Nach ME1 wurde dann aber gleich noch ein bisschen
mehr eingespart. (Seit Teil 2 kann man nicht mal mehr Narben in das Gesicht
einfügen). Ist zwar kein Weltuntergang aber was diese Einschränkung soll, ist
mir nicht ganz klar. Egal, viel wichtiger ist die Tatsache, dass man zwar die
Entscheidungen der Vorgänger in den dritten Teil importieren kann, das Gesicht
jedoch nicht. Da hat man schon im Editor das Gefühl, die Entwickler müssen das
Spiel schnell auf den Markt bringen. Gedanken zur Qualität und Möglichkeiten wurden scheinbar innerhalb von fünf Minuten auf ein Blatt Papier gekritzelt. (Dieses Problem wurde aber dann noch behoben). Also muss man entweder sich erst mal mit dem 08/15-Standard Charakter auseinandersetzen, oder bastelt sich einen neuen
zusammen.
So, Charakter fertig, Entscheidungen der Vorgänger wurden übernommen: Los geht’s!
Und es geht durchaus Spitzenmäßig los:
Das Spiel beginnt mit einem Reaper-Angriff auf die Erde. Shepard und Anderson
müssen sich bis zur Normandy durchkämpfen, während die riesigen,
Insektenähnlichen Reaperschiffe die Stadt in Schutt und Asche legen. Hier gibt
es eigentlich noch nichts zu bemängeln. (Mal abgesehen von der deutschen
Synchronisation, die noch eine Spur schlechter ausfällt, als beim Vorgänger).
Doch schon während des Anrufs von Admiral Hackett vor der nächsten Mission, die uns zum Mars führt, ahne ich
übles. Da redet der Kerl doch tatsächlich von einer Möglichkeit, die Reaper zu besiegen!
Kann das denn wahr sein? Sagt bloß, jetzt wird wie in Halo 3 plötzlich die alles rettende Superwaffe ausgepackt,
von der vorher scheinbar nie jemand was wusste. Als Liara auf dem Mars das
Ganze dann bestätigt, dachte ich schon: „Super, das war´s dann wohl mit dem
würdigen Ende. Man hat keine besseren Ideen, also wird irgendwas unlogisches,
an den Haaren herbeigezogenes flott eingeführt.“ Gott sei´s gedankt wurden
meine Befürchtungen später nicht bestätigt, denn der Tigel entpuppt sich nicht
als Waffe der Allianz, sonder als Gerät, dass von jedem Zyklus erweitert wurde.
Das macht as ganze schon erträglicher, kommt aber natürlich trotzdem gerade sehr gelegen.
Die Marsmission selbst macht Spaß. Hier wird man mit den Möglichkeiten von Deckung zu Deckung zu springen vertraut
gemacht, während man das Cerberus-Killerkommando zerlegt. Zwischendurch wird
die Loyalität Shepards von Ashley/Kaidan immer wieder angezweifelt. Biowares
Charaktere sind also immer noch lebendig, die vergangenen Monate gingen an Shepards ehemaligen Gefährten nicht
spurlos vorüber. Schade ist nur die Vorhersehbarkeit des
Missionsverlaufs. Man sah Dr. Eva nur kurz auf dem Monitor und mir war klar:
Die hat Cerberus Zutritt verschafft. Fünf Minuten später wird der Verräter
enthüllt: Oh, Dr. Eva, wer hätte das gedacht…
Nachdem man dann auf der Citadel war,
kann man sich endlich frei auf der Galaxiekarte bewegen. Im Gegensatz zum
Vorgänger wurde der Scannvorgang stark eingeschränkt. Anstatt einen ganzen
Planeten abzusuchen und neben Mineralien auch mal die ein- oder andere
Nebenmission zu finden, gibt es nur noch hier und da mal ein Artefakt zu
finden, sowie die Überreste eines Treibstoffdepots. Je nachdem ob sich die
Reaper in dem System aufhalten, können diese nun die Normandy aufspüren, sobald
der Scanner aktiviert wird. Sollten diese uns erwischen, ist das Spiel
allerdings sofort vorbei. Vielleicht hätten die Entwickler sich eine
Möglichkeit ausdenken können, in ein Feuergefecht zu geraten, oder die Reaper
daran zu hindern, die Normandy zu entern. Daüber hinaus ist es völlig egal, ob
das Spiel im Falle eines Reaperkontaktes beendet ist, da mit jedem Eintritt in
ein neues System eine automatische Speicherung erfolgt.
Wo ich schon mal gerade das Wörtchen „Nebenmissionen“ erwähnte: Davon gibt es deutlich weniger als beim Vorgänger. Hier und da wirft Admiral Hackett zwar mal mit ´nem Auftrag daher, aber diese Missionen
sind, bis auf wenige Ausnahmen, so kurz gehalten, dass es meistens nur heißt:
Rein, Gegner umnieten, wieder raus. Die Nebenmissionen sind nur einfache Maps aus dem Multiplayermodus.
Auf der Citadel hört man so nebenbei Haufenweise Gespräche mit, in denen die Leute sagen, was sie dringend brauchen. Sind das nun biotische Verstärker oder Obelisken. Wer jetzt aber denkt, er könne in einer bleihaltigen Erkundungstour das halbe Universum zufrieden stimmen: Irrtum. Völlig egal welche Dinge die Citadelbewohner auch brauchen. Man findet sie rasch, indem man flott mit dem Scanner über die Planeten fährt.
Vom netten Landgang mit Cerberus-Patrouillen keine Spur. Wie schon bei Teil 1
wird man stark in Richtung Story gedrückt. Damit endlich was passiert, muss man
die Hauptmissionen abwickeln. Eine Nebenmission der Gefährten gibt’s diesmal
nicht. Bioware hat behauptet, die Loyalität der Teammitglieder sei diesmal
nicht einfach mit einer Mission zu sichern… Richtig: Die Loyalität und die
Nebenmissionen der Gefährten wurden ganz abgeschafft. Überhaupt sind die
Gefährten auch nur durch Hauptmissionen zu bekommen. Liara auf dem Mars, Garrus
auf dem Turianischen Mond, und Ashley/Kaidan kann man auch erst ins Boot holen,
wenn die Schießerei auf der Citadel vorbei ist. Bei den Charakteren wurde eh
wieder ziemlich gespart. Gibt es dieses Mal zwar maximal sieben verfügbare
Teammitglieder, (Teil 1 hatte einen weniger) fühlt man sich da jedoch im
Gegensatz zu anderen Bioware-Titeln etwas eingeschränkt. Dragon Age hatte neun
Mitglieder, Mass Effect 2 kam auf zwölf-, Liara einbezogen sogar auf dreizehn
Kameraden. Da hatte man mit allen DLCs allerdings auch fünfunddreißig bis
vierzig Stunden Spielzeit. Bei Teil 3 kam ich bisher nicht mal auf dreißig.
Gäbe also für weitere Teamkameraden auch nicht viel zu tun. Dennoch ist es
schon nervig, sämtliche Überlebenden aus ME2 anzutreffen, und diese zu fragen,
ob sie einen nicht begleiten wollen, nur um von JEDEM eine Abfuhr zu bekommen.
Wenn es die Überredungskünste nicht schaffen können, hätte Bioware sich diese
Dialogpunkte gleich sparen können. Besonders angepisst war ich bei Samara, die
mir erst sagte, dass sie mich begleitet, und dann plötzlich doch an die Front
geht. Unlogischerweise sagt sie mir, dass eine Justikarin dahin geht, wo sie am
dringendsten gebraucht wird, laut Hacket und Anderson ist aber Shepards Mission
eindeutig die wichtigste, da man ohne Verbündete und Katalysator den Krieg
nicht gewinnen kann. Und beides muss ja wohl Shepard, sprich der Spieler,
auftreiben. Also warum geht Samara woanders hin, mit der Behauptung, dort gäbe
es wichtigere Aufgaben?
Auch die Gesprächsmöglichkeiten wurden
ziemlich knapp gehalten. Konnte man in den Vorgängern noch dauerhaft (spätestens
nach einer Mission) auf seine Kollegen einquatschen, muss man sich bei ME3 oft
damit begnügen, dass die Teamkameraden nur einen Satz von sich geben, auf den
man nicht reagieren kann.
Man hat also eigentlich kaum Möglichkeiten,
sich mal um seine Crew zu kümmern und mit denen zu interagieren. Hauptsache,
man wird Richtung Story gedrückt. Ähnlich wie die Entwickler das Spiel schnell
fertigstellen wollten, so soll scheinbar auch der Spieler flott durch das Game
gejagt werden. Bioware hat sich vorgenommen, die „am besten erzählten Titel der
Welt“ herzustellen. In ME3 jedoch auch davon keine Spur. Beispiele: Auf der
Citadel kann man die Romanze mit Ashley fortsetzen, doch als gerade die
Kuss-Szene kommt, blendet das Bild einfach aus, und – Plopp – geht das Game
ganz normal weiter, Shepard steht wieder einfach so da, Ashley ist weg, und
Emotionen gab es keine.
Oder: Auf einer Nebenmission gilt es auf
dem Planeten Cyone Treibstoffgeneratoren wieder in Gang zu bringen. Während
dieser Mission bildet man mit der anwesenden Captain Riley und ihrem Trupp zwei
Teams, wobei man einen seiner Gefährten Riley zur Unterstützung mitgibt.
Nachdem man alle Reaper erledigt hat, gibt Cortez durch, dass zwar noch
Lebenzeichen vorhanden sind, aber jeder Kontakt zu Riley und Co. abgebrochen
ist. Jetzt dachte ich: „Mein Gott, ist mein Teammitglied etwa draufgegangen?“
Emotionen stiegen in mir hoch, als ich plötzlich, an der Tür angekommen,
feststellen musste, dass alle da ganz sorglos stehen, als wäre nix gewesen.
Natürlich wäre jetzt eine Umarmung oder großes Freudentränenvergießen
übertrieben gewesen, aber es gab nicht mal ein: „Teammitglied XY, alles in
Ordnung?“ oder „Der Funkkontakt war weg, ich befürchtete das Schlimmste.“ – bla
bla, irgendwas.. aber nö: Da hieß es nur: „Gute Arbeit, Captain.“ Mission
beendet, jegliche Emotion im Keim erstickt. Was bitte ist das? Abgesehen vom
Anfang des Games hat mich nur EINE weitere Szene wirklich berührt, dazu später
aber mehr, wenn ich auf das lahme Ende eingehe.
Desweiteren musste ich mit Bedauern
feststellen, dass ME3 völlig unlogisch ist. Sicher hab ich schon viele Games
gespielt, bei dem es immer mal den ein oder anderen Fehler gab, und kein Spiel
ist vollkommen logisch und realistisch. Bei ME3 musste man es jedoch auf die
Spitze treiben: Da wäre zum einem Liara, die nun der Shadow Broker ist, was man
vielleicht geheim halten soll, bedenkt man die „Macht“ über die sie nun
verfügt. Scheinbar hat sie jedoch nichts besseres zu tun, als ihren neuen
Status gleich in die Galaxie hinauszuposaunen. Der Unbekannte ist bestens
informiert, und auch Hackett bittet sie,
ihre Ressourcen als Broker zur Verfügung zu stellen. Hat sie das selbst
ausgeplaudert, oder hat Shepard seinen Vorgesetzten ALLES zugeflüstert? Das
fördert natürlich Vertrauen.
Es ist natürlich nicht verkehrt, dass sie die ihr nun zur Verfügung stehenden Mittel nutzt, aber da sie das scheinbar der gesamten Galaxie mitteilt, wird Liara, aufgrund der Feinde sie man sich als Shadow Broker nun mal macht, für den rest ihres Lebens nicht mehr sicher sein.
Auch sehr gut ist die Tatsache, dass Miranda dem
Freak Kai Leng einen Sender unterjubelt, damit Shepard ihn verfolgen kann.
Einen Sender… -.-
1. Wieso macht sie das? Sie wusste nicht, dass Shepard auftaucht und zur
Cerberus Basis will. Sie wollte ja nur ihre Schwester retten.
2. Wieso merkt Leng nicht, dass man ihm
einen Sender anhaftet? Jemand mit seinen Fähigkeiten kann gar nicht so
unaufmerksam sein. (Es sei denn, der Sender hatte maximal Erbsengröße. Was
Miranda alles so bei sich hat…).
3. Gleich zu Beginn von ME2 sieht man
Miranda beim Unbekannten auf der Cerberus Basis rumlaufen. Sie könnte also
Shepard einfach sagen, wo sich deren Hauptquartiert befindet.
Apropos Kai Leng:
Dieser ist nämlich völlig fehl am Platz. Durch
ihn wurden das Kräfteverhältnis in ME3 unlogisch über den Haufen
geworfen und völlig absurd dargestellt: Der
Blödmann nichts auf die Reihe (,wird von "Greis" Anderson kampfunfähig geshcossen, vom Todkranken Thane an der Mission gehindert, braucht ´nen für den Spieler unerreichbaren Jäger um mit Shepard zu kämpfen und tötet ihn doch nicht, und am Ende holt er sich drei Dutzend Cerberus-oldaten und verliert trotzdem), aber
Shepard, der sich in der Trilogie durch Horden von Geth, Kroganern,
Södnern und Kollektoren geschossen hat, den Reaper in der
Kollektoren-Basis mit der Handfeuerwaffe zerlegt und den Reaper auf
Rannoch auch zu Fuß, ist plötzlich nicht in der Lage, diesen dummen Leng
schon bei der ersten Begegnug die Rübe wegzupusten. Ein ordentlich Misslungener Versuch von BW, Kai Leng als überaus gefährlichen Gegner darzustellen, der Shepard weit überlegen ist.
Oder auf Tuchanka, beim Trip zum Mantel: Es geht ncht weiter, heißt es. Die Straße ist zerstört. Doch kaum haben Shepard und sein Team den Wagen verlassen, sagt dieser: "Los, weiter," woraufhin die Fahrzeuge einfach über das Loch hinwegfahren... Was war das denn jetzt? WOzu haben wir eigentlich angehalten? Nur damit der Spieler sich mal wieder sinnloserweise alleine durchschlagen muss?
Auch sehr gut ist die Geschichte mit der
Genophage und dem Mantel. Laut ME2 wurde die Genophage übers Wasser verbreitet,
in Teil 3 plötzlich insgeheim über den Mantel? Ja, was denn nun? Und wenn es
nun der Mantel war, wie kommt die Genophage dann auf die Kroganer-Kolonien? Für
mich klang das ganze so, als hätte man sich die Mantel-Idee eben flott für Teil
3 ausgedacht, nur um einen Weg zu finden, das Heilmittel schnell zu verbreiten.
Vorangegangene Story wurde einfach mal schnell über den Haufen geworfen.
Auch völlig hirnlos ist die Story um die
Rachni. Man hat die Wahl: Lasse ich sie zurück, damit die Kompanie Aralakh
entkommen kann, oder befreie ich sie, was angeblich zu lange dauert, sodass die
Kompanie unseren Rücken decken muss… Tja, leider dauert das „Befreien“ etwa
eine Sekunde, da Shepard lediglich einen Schalter zerstört und dann das Weite
sucht. Wieso die Kompanie in diesem Fall nicht fliehen kann, ist mir völlig
schleierhaft… Bioware dachte sich hier wohl, Hauptsache ´ne Entscheidung
zwischen Gut und Böse. Die Logik dahinter ist doch wurscht. Ebenso fragt man
sich, wie Cerberus an die Überreste des Reapers gekommen ist, der mitsamt der
Kollektoren Basis zerstört wurde. Das benötigte Reaper-FFS war in der Normandy
integriert, und die haben wir mitgehen lassen. Also wie konnte Cerberus erneut
durch das Omega-4 Portal? (Haben wahrscheinlich noch einen toten Reaper
gefunden und infiltriert, ja ne is klar).
Wo wir schon mal bei Rachni und Reaper
sind: ME3 zeigt ganz toll, wie unwichtig die Entscheidungen aus den Vorgängern
sind: Egal ob die Rachni-Königin in Teil 1 getötet oder freigelassen wurde – In
ME 3 ist auf jeden Fall eine da. Egal, ob der Reaper in ME2 am Ende zerstört
oder Cerberus übergeben wurde: Die Einzelteile sind in beiden Fällen hinterher
in der Basis. Auch egal ob Wrex tot ist…er wird einfach durch Wreav ersetzt. Ebenso
ersetzt man Grunt durch irgend so einen anderen Kroganer, der Missionsverlauf
bleibt derselbe. Gespräche laufen nur geringfügig anders ab. Völlig egal, ob
wir Anderson zum Ratsherren machen, in ME3 ist es dann doch Udina. Auch wenn
wir am Ende von Teil 1 den Rat menschlich machen, so sind die Mitglieder in
Teil 3 plötzlich wieder Asari, Turianer und Salarianer.
Biowares Versprechungen waren auch kaum zutreffend. Abgesehen vom Ende und den bereits erwähnten Loyalitätsmissionen, wäre da noch die Ankündigung, dass ganze Zivilisationen Ausgelöscht werden
können. Also ich sah lediglich die Möglichkeit, dass Geth oder Quarianer vernichtet werden. Das waren aber auch schon alle.
Da die „Trennlinie zwischen Haupt- und Nebenmissionen weniger deutlich sein soll“, soll der Spieler angeblich
gezwungen sein, sein Vorgehen genauer zu durchdenken… Totaler Quatsch. Das traf noch bei Teil 1 zu, wo man sich entscheiden musste, welche Hauptmission man als
nächstes macht. Bei ME3 werden die Hauptmissionen nacheinander runter gespielt.
(Mars, Menae, Sur´kesh, Tuchanke, Citadel, Ranoch, Thessia, Horizon, Cerberus-Base
und Erde) Ob man dazwischen irgendwelche Nebenmissionen macht, hat überhaupt
keine Auswirkung. Sollte man bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eine
Nebenmission NICHT gemacht haben, ist die Konsequenz lediglich, dass mal ein
früheres Teammitglied den Löffel ablegt. Aber wen interessiert das, wenn man
jene eh nicht mitnehmen kann? Auch soll man am Gelände nicht erkennen können,
ob ein Kampf stattfindet. Ist auch zum Großteil Mumpitz. In den meisten Fällen
erkennt man es doch, und darüber hinaus, kommen die Gegner quasi im Sekundentakt.
Meiner Meinung nach metzelt man sich durch deutlich mehr Gegnerhorden als im
Vorgänger.
Auch sollen sich die Entscheidungen des Spielers aus allen drei Teilen DIREKT auf das Ende auswirken. Glatt gelogen: Egal wie ich vorgehe, Salarianer und Asari kämpfen nach anfänglichen bockig sein
doch mit. Und wie bereits oben erwähnt, ändern die Entscheidungen aus ME1 und 2
nichts an der Story von ME3.
Die Anzahl der Verbündeten macht sich lediglich in der militärischen Gesamtstärke
bemerkbar, was jedoch am Ende auch nur geringfügig Einfluss nimmt.
Bevor ich mich nun dem heiß diskutierten
Ende widme, vielleicht noch ein paar allgemeine Mängel:
So wurde zum Beispiel auch an der Musik
gespart. Für die Nebenmissionen wurde (bis auf wenige Ausnahmen) einfach die
Musik des Vorgängers genommen. Kann man zwar mal machen, muss aber nicht beinahe
jede Mission sein. Sieht mir stark nach Faulheit aus. Und für einige
Hauptmissionen wurde gar keine Komponiert. So gibt es auf Thessia den gesamten
Weg zum Tempel keine Musik, auch am Ende auf der Erde war der Großteil ohne
jegliche musikalische Vertonung. Wer genau hinhört, wird auch feststellen, dass
die Songs „The View of Palaven“ und „The Cerberus Plot“ im Grunde die gleichen
Lieder sind. Melodie ist sehr ähnlich, der Beat ist auch beinahe genauso. Das
bisschen was an Musik da war ist zwar gut, besonders die Titel „Leaving Earth“
und „I´m Sorry“, aber das war einfach zu wenig. Hat sich der Komponist selbst
gedacht, wenn die Entwickler sparen, mach ich das auch? Oder wurde ihm das
aufgetragen? „Hey Clint, mach´ bitte so wenig Musik wie möglich, das Spiel muss
auf den Markt, wir haben keine Zeit für dein Gedudel.
Auch ist es wurscht, welche Völker, Truppen und Co. man noch zur Zusammenarbeit bewegen kann, in der Endschlacht sieht man ja doch nur dieselben: Menschen, Turianer und Quarianer. Auf der Erde
gibt’s dann noch ein paar Kroganer. Wo sind die Elcor, die schwere Waffen
transportieren? Wo sind Arias Söldner und ihre Mechs? Was ist mit der Bomberflotte der Volus?
Die Steuerung finde ich hakelig, ständig hängt Shepard irgendwo fest und hüpft plötzlich in Deckung. Soll er dann mal in Deckung gehen, springt er plötzlich drüber. Auch kann man nicht in Deckung
gehen und gleichzeitig nachladen. Dumm…
Die Reaper sind zu Handlangern degradiert worden (siehe gleich das Ende) und
Harbinger, der im Vorgänger als böser Obermacker gehyped wurde, verschwand
irgendwo in der Bedeutungslosigkeit. Da ändert auch sein Kurzauftritt auf der
Erde am Ende des Games nichts mehr. Und was ich ziemlich langweilig finde: In
Teil 1 stellte sich heraus, dass die Citadel die Hintertür für die Reaper ist.
Das ist noch überraschend und hat was von guter Story. (Das war noch gut, das Langweilige kommt jetzt): Doch was macht man nun mit ME3? Jagd durch die halbe Galaxie, um herauszufinden, was der Katalysator
ist. Und es ist…. Schon wieder die Citadel. Wie öde.
Liebes Team von Bioware, das ist einfach nur langweilig. (Ein anderes Wort fällt mir da schon gar nicht mehr ein). Das Ganze hat mich nicht mal mehr überrascht. Eher genervt. Auch das Gespräch mit dem Unbekannten am Ende, ist quasi ein „Remake“ des Gesprächs mit Saren. Entweder er ignoriert Shepard, dann knallen wir ihn halt über den Haufen, oder er hört auf uns…. und erschießt sich selbst. Auch langweilig.
Ich denke es ist nun an der Zeit, auf
das Ende einzugehen. Hierbei werde ich mich sowohl dem Ursprünglichen, als auch
parallel dem Extended Cut widmen.
Ich werde mal versuchen, alles der Reihe nach durchzugehen:
„Das Ende“ beginnt quasi, als Shepard, Anderson und Co. auf den Strahl zustürmen. Obwohl Harbinger einmal mehr den Miesepeter spielt und alles kurz und klein schießt, befinden sich die Teammitglieder in der
Endsequenz plötzlich an Bord der Normandy. Das Problem wurde mit dem EC gelöst.
Harbinger fliegt jedoch wieder weg. Wieso? Ist er so naiv zu glauben, dass in
der gesamten Stadt kein Soldat mehr lebt, der sich Richtung Strahl bewegen
könnte? Als nächstes wäre da der Strahl selbst, der Shepard quasi direkt zur
Konsole bringt, welche die Arme der Citadel öffnet. Äußerst praktisch, da
Shepard selbst sagt, er war noch nie an besagtem Ort. So muss er sich nicht
durch die Citadel suchen. Konsole erreicht, Anderson schon da (warum auch
immer, es gab doch nur einen Weg dorthin, und wir waren vor ihm im Strahl).
Dann die bereits erwähnte Diskussion mit dem Unbekannten, die der mit Saren
gleicht.
So, Arme geöffnet, Sequenz übersprungen.
Jetzt steht dieser blöde Dreikäsehoch vor uns. Der Katalysator, der die Gestalt
des Kindes angenommen hat, von dem Shepard immer träumt. Wieso? Weiß der was
ich träume? Oder hat er sich rein zufällig dessen Ebenbild ausgesucht?
Vermutlich weil es das einzige Kind ist, was man jemals in ME zu Gesicht bekam.
Jetzt erzählt uns dieser Bengel, dass er die Reaper erschaffen hat, um die
organischen zu ernten, (was im Grunde einer Auslöschung gleich kommt) damit wir
nicht von unseren eigenen Synthetischen massakriert werden… WAS? Der Synthetische
zerlegt die Organischen, damit diese nicht von Synthetischen zerlegt werden?
Das ist ja wohl mal dreist an den Haaren herbeigezogen, und völlig unsinnig.
Auch wenn dieser Knirps meint, dass durch die Ernte die Spezies zu einem Reaper
wird, kann man das ja wohl nicht wirklich als Leben bezeichnen. Überhaupt:
Erschaffen? „Wir haben keinen Anfang, wir
haben kein Ende.“ [/i]Das waren doch Sovereigns Worte. Gut, dass sich die
Reaper so überlegen vorkommen, weil sie denken, sie wären seit Anbeginn der
Zeit da, ohne zu wissen, dass sie selber nur Diener eines leuchtenden Bengels
sind, der selber nicht mehr weiß, wer ihn eigentlich mal irgendwann eschaffen
hat.
Mal eben, um meine persönliche Meinung
kund zu tun: Das ganze Katalysator Geschwafel, dass er die Reaper erschaffen
hat bla bla, hätte man sich schenken sollen, und lieber die Story aus Teil 1
beibehalten sollen. Die Reaper vernichten uns, aus Gründen die wir nun mal
nicht verstehen. Und weil sie organisches Leben für einen Unfall halten. Ist
zwar banal, aber besser als dieses unsinnige Kauderwelsch. So werden die Reaper
quasi auf die Ersatzbank verfrachtet. Ob sie wirklich noch der Feind sind….
Naja, sie folgen im Grunde ja doch nur einer Programmierung.
Jedenfalls stehen wir nun vor einer von
drei Möglichkeiten. Diese werde ich jetzt erst im ursprünglichen Ende
erläutern, dann im EC.
Der Katalysator sagt, ich kann ALLE Synthetischen zerstören, sowohl Reaper als auch Geth. Aber ich verliere die
Massenportale. Hat man die Geth als Verbündete ist das zwar traurig, aber wohl
die beste Lösung. Ich kann auch die Kontrolle über die Reaper erlangen, was der
Unbekannte die ganze Zeit vorhatte. Aber dann würde ich sterben. Oder meine DNA
verschmilzt bla bla, und wir werden alle zum Teil synthetisch, damit Frieden
herrscht. Da sagt mir der Bengel gar nichts mehr zu meinem Gesundheitszustand.
Nun, wie ich mich auch entscheide: Am Ende sterbe ich in JEDEM Fall (danke,
dass Du das nicht gesagt hast, du P****r) und die Massenportale explodieren
auch in jedem Fall. (Gut, dass Du mir das AUCH verschwiegen hast). Die Enden unterscheiden
ich nur demnach, dass es in verschiedenen Farben abläuft. Hinterher gibt’s dann
noch ´ne unsinnige Sequenz, in der die Normandy vor der Schockwelle flieht
(warum auch immer, hat doch niemand gesagt, dass die Normandy zerstört wird.
Andererseits hat dieser Rotzlöffel mir ja ´ne Menge vorenthalten). Diese stürzt
dann irgendwo ab und Ende.
Nun zum Extended Cut:
Im Grunde wird jetzt klar, dass der Katalysator Shepard lediglich die Wahl lässt, um nicht selbst ausradiert zu
werden. Schließlich hat er erkannt, dass jeder Zyklus etwas zum Tigel
beigetragen hat, und die Menschen, Asari und Co. diesen nun fertiggestellt
haben, was das Ende des Katalysators bedeuten würde. Die Folge: Er muss nun mit
einem Ersatzplan rausrücken.
Zum einen kann man auf den Katalysator schießen, was dazu führt, dass der Zyklus fortgesetzt wird. Also ein dummes, am wenigsten erstrebenswertes Ende. Die anderen Möglichkeiten bleiben die Selben:
Der Katalysator erläutert mir seine hirnlosen Gründe etwas genauer, die aber
keineswegs logischer werden. Ich kann nun wieder die Reaper und alle
Synthetischen zerstören, etwas was Shepard nicht als Ausweg sieht. Allerdings
nicht, weil es dafür vernünftige Gründe gibt, sondern weil die beiden anderen
Möglichkeiten viel ausführlicher beschrieben werden. Kurz: Das, worauf man die
ganze Zeit über hingearbeitet hat, wird nun als schlechteste Lösung
dargestellt.
Oder ich übernehme die Kontrolle über
die Reaper. Dazu wird Shepards Geist quasi als neuer Katalysator installiert,
bla bla… Jedenfalls folgen dann Sequenzen, in denen Shepard erzählt, wie es
ist, eine Art Gott zu sein und er nun über die Galaxie wacht. Die Reaper, die
in ME1 noch so eingeführt wurden, dass sie organisches Leben verachten und
scheinbar selbstständig regelmäßig das Universum einstampfen, werden nun dazu
verdonnert, die Welten wieder aufzubauen. An sich eine interessante Idee, nur
wird damit die komplette Handlung von ME3 über den Haufen geworfen. Denn
Cerberus, mit dem Unbekannten an der Spitze, stand für das alte Sprichwort:
Macht korrumpiert. Hat man die ganze Zeit über Versucht, Cerberus an seinen
Plänen zu hindern und dem Unbekannten klarzumachen, dass dieser Weg die Menschheit ins Verderben
reißt, wird diese Option nun als tolle Lösung dargestellt.
Da bietet sich doch das Ideale Ende an:
Shepard opfert sich (wie immer) um die Völker des Universums in teils
organische, teil synthetische Wesen zu verwandeln. Die Folge ist, dass die
Reaper keinen Grund mehr haben, den geplanten Genozid fortzusetzen, und alle
Völker, mit Geth und Reapern friedlich nebeneinander leben, Konflikte wird es
nicht mehr geben, Friede, Freude, Eierkuchen. Auf der einen Seite ist das doch
großartig, auf der anderen völlig verlogen. Denn allein Turianer und Kroganer
sind so gewaltbegeistert, ohne Konflikt sind die nicht glücklich, von Menschen
mal ganz zu schweigen.
Und was ist mit den Hinterbliebenen der
Millionen Opfer, die der Katalysator mit seinen Reaperschergen nun auf dem
Gewissen hat? Sagen die nun von sich aus: „Oh, wir sind jetzt auch synthetisch,
alles ist gut.“, oder wurden die nun umprogrammiert, sodass keinerlei Hass-
oder Rachegefühle aufkommen? Falls letzteres zutrifft, würde das bedeuten, dass
allen die Individualität gestohlen wurde. Bioware stellt hier das perfekte
Universum dar, wobei nicht ganz klar ist, ob das eine Botschaft an die
Menschheit sein soll, oder nur einfaches Wunschdenken der Entwickler.
Nun, wie man sich auch entscheidet, Shepard macht quasi in jedem Fall ´nen Abflug. Das motiviert den Spieler
natürlich, nach allem was man geleistet hat: Saren und Sovereign aufgehalten,
den Menschen einen Sitz im Rat verschafft, den Kollektoren aufs Maul gehauen,
Quarianer und Geth vereint, die Genophage geheilt, Kolonien gerettet, auf der
Citadel einem Dutzend Leute in den Arsch gekrochen, Cerberus zerlegt und sich
gegen Reaper und Katalysator aufgelehnt…. Nur um dann in jedem Falle doch ins
Gras zu beißen.
Einzige Option ist da noch die militärische Gesamtstärke. Hat man dort genügend
Punkte, kann Shepard überleben, wenn er die Reaper vernichtet. Doch das ist
auch dämlich gemacht, denn:
1. Wieso sollte die militärische Stärke,
die sich draußen mit den Reapern prügelt, beeinflussen, ob Shepard in der
Citadel überlebt oder nicht.
2. Hat sein Überleben keinerlei
Auswirkung auf die Endsequenzen. Weder sagt Hackett, dass Shepard gefunden
wurde, noch gibt es eine Sequenz mit seiner Liebe (Ashley, Liara, wer auch
immer) noch wird sich das auf andere ME Spiele auswirken, da es ja keine
Fortsetzung mit Shepard geben soll. Derzeitige Gerüchte über ein Prequel sind
in Umlauf.
Einzige zusätzliche Sequenz gibt es ganz
am Schluss, in der man Shepard eine Sekunde lang Atmen sieht. Toll, davon hat
man aber auch nichts. Die Gründe habe ich ja gerade genannt.
Wenn das Ende eine Emotion bei mir
auslöste, dann Enttäuschung, ansonsten war das Game sehr Emotionslos. Ich
wollte aber noch die EINZIGE Szene ansprechen, die bei mir etwas bewirkte: Talis
Selbstmord, nachdem ich mich mit den Geth verbündet habe, und diese sich gegen die
Quarianer zur Wehr setzen. Tali stürzt sich daraufhin von einer Klippe. Ein für
mich unerwartetes Ergebnis, dass mich tief berührt hat, muss ich ehrlich sagen.
Und als dann noch die Möglichkeit angezeigt wurde, dass ich LT (Linke Maustaste
auf dem PC) drücken kann, und ich dachte, so rette ich Tali noch, war ich noch
bestürzter, als ich feststellen musste, dass es vergebens war. Das war im
Grunde die einzige Szene, die bei mir echte Emotionen hervorgerufen hat.
Selbst die Liebesszene mit der geilen Ashley war recht lahm, die wilde Knutscherei aus ME1, (die zwar deutlich kürzer war) hat mich mehr berührt.
(Und was das Luder Jack angeht, gab es
ja leider keine echte Szene, bis auf diesen einen Kuss. LANGWEILIG) -.-
Kurz und gut. ME3 hat mich mehr als enttäuscht. Meiner Meinung nach der mit Abstand schlechteste Teil der Trilogie. Es hatte zwar durchaus Unterhaltungswert, und die ein- oder andere Stelle ist
auch gut gelungen, aber gesamtgesehen ist ME3 meiner Meinung nach ein
schlechtes Spiel. Bioware sagte von sich mal wieder, dass es das beste Game ist,
das sie entwickelt haben. Klar, haben sie bei Dragon Age 2 auch schon gesagt,
und das war genauso schlecht. Sprich: Alles was BW an Eigenproduktion gut
findet, ist im Grunde eine Enttäuschung. Das sieht man auch an der
Entwicklungszeit: an ME1 hat man über 3,5 Jahre gearbeitet, (war ja auch ein
gutes Spiel) an Dragon Age 2 jedoch nur 1,5 Jahre, und an ME3 auch nur 2 Jahre.
Das zeigt, dass die derzeitige Spielindustrie mal wieder bestätigte, was ich
schon lange über sie denke: Unser Motto lautet, „Das Spiel muss fertig, und
nicht gut werden.“
Scheinbar sind andere Gedanken, wie
vernünftige Story, Atmosphäre, Musik, Spielspaß, neue Ideen, etc etc. nicht
mehr wichtig. Hauptsache die Kassen klingeln. Seit EA den Laden übernommen hat, verkommt Bioware meiner
Meinung nach mehr und mehr zu einem geldgeilen Sauhaufen.
Modifié par Suckerfish, 19 janvier 2013 - 10:03 .





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