Hmmm... also... das sind ja zwei unterschiedliche Ideen. Ein unbekannter Teil des ME-Universums... oder ein anderes/paralleles Universum.
In einen unbekannten Teil "geworfen" zu werden, hat halt den Nachteil, daß dort eben wenig Bekanntes zu finden sein dürfte. Man kann natürlich andere "versprengte" Grüppchen/Schiffe dort plazieren, um wenigstens ein paar bekannte Spezies zu haben - dennoch dürfte es eigentlich kaum Menschen/Asari/Turianer/Salarianter/Kroganer, etc dort geben. Von daher fänd ich die Idee nur dann gut, wenn ein TEIL des Spiels in diesem unbekannten Bereich des Universums stattfindet - maximal 50%.
Desweiteren kann sich Bioware in so einem Szenario eigentlich nicht davon freimachen, zu erklären, was in der Vergangenheit der Crew passiert ist, die halt in einen unbekannten Raumbereich geworfen wurde. Also... MUSS uns Bioware mitteilen, ob die Leute aus "unserem"/bekannten ME-Universum vor dem Reaper-Angriff geschleudert wurden oder danach.
Ganz spontan... wäre natürlich eine nette Idee, wenn ein Schiff VOR dem Reaper-Angriff weggeschleudert wurde, dort ein erheblicher Teil des Spiels stattfindet... und das Schiff mit Vertärkung, oder so dann quasi am Ende des Reaper-Angriffs in die Geschichte eintaucht, um das ME3-Ende zu "korrigieren" bzw zu konkretisieren. Aber ich fürchte... sie werden das nicht tun.
Die andere Variante eines "Parallel"-Universums gefällt mir eigentlich gar nicht. Das ist mir eigentlich zu willkürlich, wenn ich nun ein "ähnliches" MassEffect-Universum baue, welches aber in bestimmten Details anders ist. Dann kann ich letztlich unendlich viele "ähnliche" ME-Universen bauen... zumindest in Gedanken. Ein fiktives Universum ist ja bereits ausgedachte Willkür - die aber in sich einigermassen konsistent sein kann, um eben interessante Geschichten zu entwickeln. Wenn ich dieses fiktive Universum der völligen Beliebigkeit Preis gebe... verliere zumindest ICH irgendwie nach und nach den Bezug - und eigentlich beginnt mir dann das Universum nichts mehr zu bedeuten.
Zudem gefällt mir der Gedanke nicht, daß ein Autorenteam sich letztlich aus der "Verantwortung" davonstehlen kann. Wenn ein Autor ein solches fiktives Universum baut, sollte er sich meines Erachtens sehr genau im Klaren sein, wie gut man eine Erzählung später weitererzählen kann, sodaß er seine Geschichte nicht zu einem toten Punkt bringt. Genau diese Gefahr besteht meines Erachtens bei recht vielen Autoren. Sie wollen irgendwie den "ultimativen" konflikt, das "ultimative" Ende... alles am grössten, grellsten, umfassendsten, etc etc. So gewaltig... gewaltiger gehts gar nicht. Wenn das wirklich realisiert wird (und leider war ME3 irgendwie nah dran), dann lässt sich eine Geschichte eigentlich nicht mehr weiter erzählen. Sie ist ausgeschöpft. Wenn ein Auto so blöde ist... dann sollte er sich meines Erachtens nicht aus der Verantwortung stehlen, indem er einen Reset-Knopf drückt. Ich empfinde das dann einfach nur als "schlechte" Erzählung.
Aber... trotzdem... beides durchaus nicht unrealistische Möglichkeiten, was Bioware mit ME4 anstellen könnte. Und mit der ersten Idee (quasi das Voyager-Prinzip
) könnte ich mich sicher anfreunden, wenn sie ordentlich umgesetzt ist. Mit der zweiten Idee weniger, auch weil das ME-Universum aus meiner Sicht in seinem bisherigen Zustand noch lange nicht ausgeschöpft ist, um einen solchen Reset-Knopf zu drücken.
Mal schauen, ob Bioware ähnliche Ideen hatte, wie Du
- aber das dürfte wohl noch einige Monate dauern, bis wir genaueres wissen...