Ich weiß, das Selbstverständnis der meisten User geht in Richtung Spieler, respektive "Gamer", aber ist hier nicht ein Wechsel der Bezeichnung notwendig? Spiele haben nach wie vor für viele etwas Billiges; kindische Unterhaltung, Donkey Kong etwa oder bestenfalls - schon Welten entfernt von Space Invaders - Turrican oder Elvira (wer sich erinnern kann). Heute treffen wir Entscheidungen. Wir beeinflussen sowohl den Charakter als auch den Spielverlauf und somit die Geschichte. Diese Möglichkeiten gehen weit über jeden Film hinaus und über das klassische "Jump & Run" sowieso. Das ist immer noch keine Realität, aber - ein "Spiel" ist es auch nicht mehr; es ist vielmehr die Zukunft der Unterhaltung.
Am Anfang standen Produktionen wie "Max Payne 2 - The Fall of Max Payne". Das "Spiel" trug den Untertitel "Film Noire" und das stimmte. Was war man damals über die Tiefe der Story erstaunt. Man zitierte auf den Foren den Protagonisten, identifizierte sich und litt mit Max Payne am Tod von Mona Sax.
Mafia. Tommy Angelo. Eine wahnsinns Geschichte. Ebenso später der zweite Teil, der ebenso ohne Entscheidungen daherkommt, aber ebenso eine filmreife Story erzählt.
Natürlich gibt es noch "Spiele". Far Cry, Crysis. Ballern, ballern, ballern - Emotionen? Im Grunde: Null. Aber Mass Effect ist anders, es ist interaktiv, im wahrsten Sinne des Wortes. Um Begriffe streiten? Nein, Paradigmenwechsel, Public Relation! Mass Effect ist kein Spiel, es ist ein interaktiver Animationsfilm. Und wir stehen dabei noch ganz am Anfang, sowohl grafisch als auch von den Entscheidungsmöglichkeiten her.
Science Fiction: Man stelle sich eine offene Spielarchitektur vor. Aktion - Reaktion, jede Entscheidung der Beginn einer Kausalkette wie im wahren Leben. Jenseits der Speicherkapazität der Datenträger und dem Produktionsaufwand haben wir eine neue Dimension der Unterhaltung. Das braucht einen neuen Namen. "Spiel" wäre zu wenig...
Wie denkt ihr darüber? Ist Mass Effect ein Spiel?





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