1. Das könnte man vielleicht bei einem 08/15 Shooter oder Actiontitel, mit banalen Charakteren, so sehen. Bei einer relativ freien Charakterentwicklung und bei einer Story, welche beeinflußt wird (wenn auch nicht immer realistisch) durch Moral, Entscheidungen und deren Konsequenzen, liegt das, meiner Meinung nach, etwas anders.
Naja, ich weiß das man sich gerne als "Non-Mainstream" sieht, aber so groß wurde die Story von Origins doch auch nicht von den Entscheidungen beeinflusst. Ob ich nun die Elfen oder die Werewölfe rette ist doch am Ende Pupe und selbst wenn ich mich die ganze Zeit wie ne offene Hose benehmen, am Ende bin ich der Held von Ferelden. Ich kann mich ja nichtmal dagegen entscheiden ein grauer Wächter zu werden und statt dessen meinethalben meinen Magier zum Besänftigten machen zu lassen oder meine Dalish am Gift der dunklen Brut verrecken zu lassen.
Es fließt ja etwas von einem selbst in den Charakter mit ein und es fällt leichter sich mit der Spielfigur zu identifizieren. Diese Bindung war auch immer eine Stärke BioWares bei früheren Titeln und ist allgemein bei vielen guten Rollenspielen zu finden. Die Spielfigur ist im Endeffekt eher ein Avatar des Spielers dahinter und seiner Entscheidungen. Gerade das man sich direkt angesprochen fühlt und nicht nur Zuschauer ist und daneben steht macht einen großen Teil der guten Atmosphäre solcher Spiele aus.
Wenn tatsächlich etwas von mir mit einfließen würde, dann würde der Held von Ferelden mal schön sehen wie er sich selbst in Sicherheit bringt anstatt irgendeine Selbstmordmission gegen den Erzdämon zu führen.Und auch wenn es die wenigsten zugeben, die meisten würden genauso handeln wenn sie das alles nicht aus der Sicherheit des eigenen Wohnzimmers machen könnten. Das vergessen einige manchmal (deshalb ist auch fast jede Shepard-Fanfiction ein Self-Insert) aber man ist weder der Wächter, noch Hawke, noch der Inquisitor. Und ich finde das gut so, denn so kann ich auch Entscheidungen treffen die ich normalerweise nicht machen würde.