Spoilerwarnung: Der folgende Text kann Spoiler enthalten und wäre sinnlos, wenn er vollständig verdeckt würde. Aus diesem Grund bitte nicht weiter lesen, wer das Spiel noch nicht kennt. Trotzdem werde ich versuchen die Spoiler so gering wie möglich zu halten.
Eines vorweg: DAI ist kein Totalausfall der Spielegeschichte, nur merkt man dem Spiel eben deutlich an, dass es sich Skyrim zum Vorbild nahm, was ja auch von Bioware mehrfach bestätigt wurde, ohne dass ich dies jetzt per Link beweisen werde. Allerdings bleibt ein Klon eben immer nur ein Klon und wenn man dann noch bestimmte Dinge nicht korrekt versteht, kann der Klon dem Original eben nicht das Wasser reichen. DAI ist für mich ein Paradebeispiel dafür, was geschieht, wenn statt Spielerlebnis, Optik und Verpackung Umsatz und Gewinn generieren sollen. Nein, bei DAI stand definitiv nicht der Spieler bei der Entwicklung im Vordergrund, sondern der neidvolle Blick auf die Bilanz von Bethesdas Skyrim. Die eigenen Stärken, seit vielen Jahren ein unter Spielern sehr geschätztes Markenzeichen von Bioware, blieben dabei leider etwas auf der Strecke. Doch nun der Reihe nach.
Eine der Stärken von Skyrim, war meiner Meinung nach der Charaktereditor, mit dem es durchaus möglich war, optisch ansprechende Charaktere zu erschaffen. Bei Bioware gelangte man nun zu der Meinung, man müsste das Menü verändern und mit einem Fadenkreuz im Quadrat die entsprechende Einstellung vornehmen. Dumm nur, dass man dann jedes Mal das Menü verlassen muss, um seinen Charakter zu betrachten. Auch tragen acht verschiedenartige „Glatzen“ ( ich weiß, dass darunter auch extreme Kurzhaarschnitte sind ) für Frauen nun nicht unbedingt zur optischen Raffinesse bei. Schon in diesem Moment fragte ich mich zum ersten mal, wer das abgesegnet hat? Allerdings könnte ich mir da auch einen kostenpflichtigen Frisuren DLC im Plan vorstellen. Skyrim hat sich einen solchen Fauxpas nicht geleistet.
Schon kurze Zeit nach der Charaktererschaffung betritt man die optisch sehr schöne Welt von DAI. Ja, das sieht schon echt gut aus. Wer allerdings auf den Gedanken kam, per Hand erntbare „Knuppel“ aus den Felsen wachsen zu lassen, bleibt mir ein Rätsel, da auf diese Weise nur das eigentlich geniale optische Gesamtbild getrübt wird. Auch die Optik, und ich betone die Optik, der Drachenkämpfe ist derzeit wohl absolute Referenzklasse. Das Gleiche lässt sich jedoch nicht von der Steuerung sagen, denn die ist zumindest für PC einfach nur schlecht. Da darüber auch hier schon viel geschrieben wurde, belasse ich es dabei. Was mich jedoch extrem stört, sind ständig neu spawnende Gegner, auf die man dann gerade am Anfang ewig einprügeln muss. Wer hält eigentlich wirklich dermaßen viele Schläge aus? Bei Drachen oder Riesen habe ich da ja durchaus noch Verständnis, aber bei Menschen? Und leider ist es eben mit dieser Steuerung nicht ganz einfach den Überblick zu behalten, wobei ich hier anmerken muss, bisher nur Erfahrungen mit einem Schurken mit zwei Dolchen zu haben.
Bioware habe aus seinen Fehlern gelernt, wurde oft von Bioware verkündet. Nur hat man mal wieder die Vorratskiste vergessen. Da habe ich in Skyrim in jedem meiner Häuser welche. Ständig spawnende Gegner, bereits in DA2 mehrfach kritisiert, halten nun auch in DAI Einzug.
Doch nun zu den ehemaligen Stärken von Bioware, nämlich die Charaktere und deren Beziehungen untereinander, sowie der dem Spiel zu Grunde liegenden Story. Ein Highlight von DAO waren die Dialoge. Bei DAI kommt man fast an das Niveau von Bound by Flame ran. Wer es nicht glaubt, der höre besonders in der Festung von Westgrate nach deren Eroberung mal zu. Auch die Gefährten bleiben diese Mal wirklich blass und mir verging einfach die Lust, Gespräche zu führen. Selbst Varric, in DA2 noch ein fast Dauerbegleiter, hat seine beste Zeit längst hinter sich gelassen. Zu möglichen Beziehungen kann ich mich nicht äußern, da hier keine interessante Option zur Verfügung steht. Und die Story? Welche Story? Unter der Last von schier endlosen Hol und Bring Aufgaben erstickt jeglicher Bezug zur eigentlichen Handlung von DAI. Ja, es gibt im Spiel Momente, wo durchaus das alte geniale Bioware durchblitzt, nur um kurze Zeit später wieder völlig in Vergessenheit zu geraten. Selbst in Skyrim hatten die Gildenquests jeweils eine eigene Soryline. Hier in DAI sind das nur einzeln aneinander gereihte belanglose Lückenfüller. Und zur Spielzeit auch noch ein Wort. Wenn ich mich alle fünf Schritte bücken muss, wobei das Bücken dann jedes Mal extra durch eine Zeit schindende Sequenz dargestellt wird, so hat das nichts mit Spielzeit zu tun. Finishing Moves, noch bei DAO ein Highlight und auch bei Skyrim vorhanden, fehlen dagegen völlig. Modsupport ist ebenfalls ein weiterer Pluspunkt von DAO und Skyrim, der bei DAI fehlt. Ach ja, Attribute darf ich auch nicht mehr verteilen. Geht's noch?
Fazit:
DAI ist für mich eindeutig nicht der große Wurf von Bioware, sondern allenfalls ein Skyrimklon, der jedoch in einigen Disziplinen patzt. Optisch ein wirklicher Fortschritt, technisch und handlungsmäßig das genaue Gegenteil.





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