Ruhig Blut, allesamt, ist doch nur ein Spiel 
Bevor jetzt noch jemand in den Hals bekommt, dass ich DAI als Schrott empfinde oder bezeichne: dem ist nicht so.
Positives an DAI, aus meiner Sicht:
Die einzelnen Gebiete sind wunderschön geworden. Als ich zum ersten Mal an die Sturmküste kam, mit dem Licht, dem Meeresrauschen, den Wellen, die in an den Strand brandeten, hatte ich fast Salzgeruch in der Nase.
in den Smaragdgräben überwiegt Grün, es wuseln überall Häschen (oberirdische Nugs?) herum, sanfte Hügel und alte Bäume, ebenfalls wunderschön.
In den Westgraten glaubt man, die Wärme zu spüren, der Sand kitzelt fast in der Nase, es scheint trocken, brüchig, staubig zu riechen.
Mein Lieblingsgebiet ist übrigens die Fauchende Ödnis, die ihren Namen wirklich verdient hat. So eine Weite, so eine Einsamkeit, und überall Zeugnis einer alten Zwergenkultur. Am wenigsten mag ich die Erhabenen Ebenen, warum, kann ich gar nicht so richtig sagen, aber dieses Gebiet nervt mich irgendwie. 
Wunderschön im Kodex sind die Charakterkarten, die sich im Laufe des Spiels ergänzen. Wunderschön empfinde ich auch die sich stetig verändernde Himmelsfeste. Es wurde zwar angekündigt, man könne diese nach eigenem Gusto ausbauen, aber damit habe ich ehrlich gesagt gar nicht gerechnet, weil dazu ein unglaublich umfangreiches Programmieren nur alleine für die Himmelsfeste nötig gewesen wäre.
Wunderschön die Zwischensequenzen mit wirklich wunderbarer Musik. Ergreifend geradezu das Lied nach Haven und das Entdecken der Himmelsfeste. Als zum Ende hin alle Berater ihre Leute organisierten und ihre Spielfiguren auf dem Kartentisch in Stellung brachten.... geradezu ergreifend. (DAS sind die Momente, an denen man spürt, was alles möglich ist und möglich gewesen wäre und das sind dann leider auch die Momente, die nach dem Spiel Fragen aufwerfen......)
Varric ist eine so coole Socke, herrlichst, und für mich der glaubwürdigste und authentischste Charakter im ganzen Game. Das ist einfach Varric, derselbe, wie man ihn in Kirkwall kennengelernt hat. Und dass man ihn nicht romanzen kann ist prima, denn Varric ist Varric und eine Liebelei hätte für mich meinen Lieblingscharakter verdorben.
Cassandra ist ebenfalls sehr gut gelungen. Ich mag sie sehr. Ebenfalls Cullen, der mich an Alistair erinnert und den der Kenner von DA ja schon im ersten Teil kennengelernt hat. Er hat sich sehr gut entwickelt, und ich finde ihn glaubwürdig, nach allem, was er durchgemacht hat.
Dass fast alle Begleiter irgendein Geheimnis haben finde ich toll. Man kann nicht genau sagen: du bist gut und du bist schlecht, weil eben jeder auf eine Weise "Dreck am Stecken" hat. So war es übrigens schon in DAO. Alistair verheimlichte, dass er der Thronfolger ist. Wynne verheimlichte, dass sie "besessen" war. Leliana war eine ehemalige Bardin, die sicherlich einigen Orlaisianern wahnsinnige Scherereien gemacht hat. Zevran war ein fieser Meuchelmörder der Krähen, der gegen Gold tötete und so weiter und so fort. So richtig aufrichtig und ehrlich war der Mabari und Sten, der von Anfang an zugab, eine Bauernsippe ausgelöscht zu haben und Ohgren.... alter Saufkumpane.... 
Die erste Begegnung mit einem Drachen in den Hinterlanden empfand ich auch als gigantisch. Gott sei Dank konnte ich mich nach dem ersten Schreck in den Tunnel zurückziehen und abhauen. Bin später nochmal wiedergekommen, aber am Drachentöten hatte ich keine Freude, weil ich die Viecher wirklich majestätisch und toll und wunderschön finde (und weil man erst die Wölfe nach Deutschland zurückholte und einige die am liebsten wieder abmurksen würden.... aber das nur nebenbei).
Die Talentbäume an sich sind gelungen. Finde ich prinzipiell gut. Aber..... ach.....
Toll ist die Möglichkeit, selbst Waffen und Rüstungen herzustellen. Auch gut finde ich das Material sammeln, wobei es vielleicht glaubwürdiger gewesen wäre, zumindest die Metalle nur zu finden und dann von "Personal" abbauen zu lassen.
Die Scherben und die Mosaike sind beides eine gute Idee für diejenigen, die Spass an sowas haben. Warum nicht? Wer mag, der macht, wer nicht mag, der lässt es sein.
Die Inszenierung von DAI ist gut gelungen, die Bilder, die Zwischensequenzen sind famos. Einige der Charakter sind wirklich liebenswert, andere nicht, aber das ist Geschmackssache.
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Negatives an DAI, aus meiner Sicht:
Beim Versuch, eine möglichst grosse Open World zu erschaffen, hat man den Spieler, der ein Dragon Age spielen wollte, geradezu erschlagen. Wollte ich ein Skyrim spielen, hätte ich ein Skyrim gespielt - ich wollte jedoch ein Dragon Age! Die Nebenaufgaben sind teilweise wirklich einfach nur dumm und langweilig und nervig (dieser blöde Bison zum Beispiel, in den HInterlanden, wwwuaaaahh).
Man, oder besser ich, erhalte den Eindruck, dass Bioware mit diesen fiesen Nebenaufgaben und Schatzkarten und so weiter versucht hat, das Spiel künstlich in die Länge zu ziehen, damit es die Bezeichnung Open World auch verdient. Ich hätte lieber weniger Nebenaufgaben gehabt, aber dafür mehr Content in der Hauptstory. Mehr von dem, was relevant ist und das Spiel lenkt, mehr von dem, was mir dauerhaft in Erinnerung bleibt und was ich eventuell nochmal durchspiele, um es anders, besser hinzubekommen. Die Nebenaufgaben, meine Güte, die interessieren mich doch nach Erledigung schon nicht mehr. Das ist doch Füllmaterial in Massen. Wenn Bioware also so viel Zeit aufgebracht hat, zig Nebenaufgaben zu erstellen, warum haben sie dann nicht diese Zeit in die Hauptstory gesteckt, zumindest anteilig, um die grösser, wichtiger, vielfältiger zu machen? Für mich ist mindestens die Hälfte der Nebenaufgaben Zeitverschwendung und zwar des Spielers und der Entwickler. Schade, schade, schade.
Die Steuerung am PC erweckt den Eindruck, man hätte sich gedacht: "Wenn die doofen PC-Ler unbedingt mitspielen wollen, hier, bitte schön, quält euch damit rum. Darüber ist aber schon genug gesagt worden.
BUGS! bei den Mosaiken, bis heute nicht behoben. Ein absolutes NO GO! Wenn schon Füllmaterial in eine Open World, dann auch richtig. So jedoch doppelte Zeitverschwendung, siehe weiter oben.
Die Begleiter: bis auf Varric, der für mich ein Sonderfall ist und den ich wirklich sehr liebe, und bis auf die Person, mit der man eventuell eine Romanze eingeht, bleiben die allesamt distanziert, irgendwie weit entfernt. Irgendwie kalt, unwichtig, nicht relevant, für mich. Da ist nichts, nicht einmal nach den persönlichen Quests, die ich ja noch gut fand. Seltsam und irgendwie wie in Skyrim, als man irgendwen anheuern konnte und der auch nur fremd und irgendwer blieb. Mochte ich in Skyrim schon nicht. Pah.
Klassenwahl. Klassenwahl? Murks. Wo sind die Zweiwaffenkrieger geblieben? Warum kann ein Schurke entweder/oder und nicht beides, Bogen und Dolche? Fallenhandwerk? Schlösser öffnen? Wo ist das alles abgeblieben? Wo ist der Heilmagier geblieben, wo doch alle anderen Magier im Spiel heilen können, nur die eigenen Magier können das nicht? Hä? Und wenn wir schon mal dabei sind: wieso kann ich nicht im Kampf eine andere Waffe ziehen? Einen anderen Magierstab benutzen? Ich kann doch Heiltränke einwerfen, warum nicht die Waffen wechseln? Was ist das für ein Mist?????
Und weiterhin: halten die mich für zu blöde, selbst Attributspunkte zu vergeben? Ich darf gar nichts mehr machen, als Talentpunkte verteilen und dann habe ich am Ende auch noch nur die paar Schnellzugriffsleisten, so dass ich meine Talente gar nicht alle nutzen kann? Was ist das denn für ein Mist? Bin ich als Spieler jetzt vollkommen gedeckelt und entmündigt oder halten die mich tatsächlich für dumm wie Weissbrot?
Das Ende! Der Endkampf ein Witz. Dieselben vier Mannen kloppen auf einen einzelnen Endgegner ein. Wo ist die Epic? Wundervolle Zwischensequenzen, endlose Nebenaufgaben, und jetzt das? Als ob die selbst keine Lust mehr gehabt hätten, nach all den vielen Quatschaufgaben und jetzt nur noch fertig werden wollten.
Und nach alledem? Ein paar Bilder, eine Stimme aus dem Off, fertig. Hallo? Nach all den Zwischensequenzen im Spiel, all den Nebenaufgaben, siehe oben, nun das? Wollen die mich verhornepiepeln?
Und dann? Man kann ja noch weiterspielen, aber alles, was mir bis zum Ende nicht gefallen hatte, gefällt mir nun noch weniger und ich habe nicht ein einziges Mal nach der Endsequenz irgendwas weitergespielt weil es mich null gereizt hat, irgendwelche Nebenaufgaben zu komplettieren. Wozu auch? Für wen oder was?
Abschliessend dann noch folgendes: ich habe mich sehr auf das Black Emporium gefreut, dass für den letzten Patch angekündigt worden ist. Und entsprechend enttäuscht war ich wiederum. Leere Versprechungen? Ja, das können die bei Bioware. Die könnten gigantische Spiele machen, tatsächlich zu Legenden werden, aber die verzetteln sich scheinbar ständig und würden wollen, aber können dann doch nicht, weil sie nicht wissen, wie sie alles unter einen Hut bringen sollen - das, was sie wollen und was ginge und das, was der Markt momentan will und was EA will und was das dann alles kostet und die Zeit spielt eine Rolle, immer schnell, schnell..... früher war RPG eine Begeisterung der Macher, heute ist es nur noch Geschäft, und ich finde, dass man das merkt, echt jetzt.
So, das war das Wort zum Mittwoch, mir tun schon die Finger weg und ich werde meinen Schreibtisch wieder nicht leer kriegen... und ich könnte noch so vieles mehr schreiben, aber mir geht es gerade wie Bioware, ich habe keine Zeit mehr.....
