Ungeachtet dessen, dass wir vielleicht unterschiedliche Auffassungen zum Begriff Innovation haben und ohne dass ich hierbei den Anspruch auf begriffliche Korrektheit meinerseits erhebe, wäre für mich die größte "Innovation" kommender RPG's, dass diese Spiele endlich mal wieder für Spieler entwickelt werden. Ja ich weiß, dass ist keine korrekte Interpretation von "Innovation" im Sinne des Begriffes, aber genau das wäre die wichtigste "Innovation" für mich, da in meinen Augen Skyrim das letzte RPG war, welches diesem Anspruch gerecht wurde. Heutige RPG's werden eben nicht mehr für die Spieler entwickelt, sondern dienen in erster Linie der Generierung von Profit ( Profit = Gewinn ) auf Kosten der Spieler. Deshalb stimmen Werbeaussagen immer weniger mit dem Endprodukt überein. Deshalb müssen Grafikblender her, da die Spielfunktion nur noch eingeschränkt nutzbar ist. Und deshalb müssen immer neue Wege gefunden werden, um noch ein wenig mehr aus den Spielern heraus zu holen.
Trotzdem haben die meisten Spiele durchaus ihre genialen Momente. Auch DAI und ME3. Mir jedoch ist eine Szene wie zum Beispiel die Ankunft in der Himmelsfeste in DAI, für ein Spiel in diesem Umfang einfach zu wenig. Noch dazu mit dieser bis zum heutigen Tag nicht gepatchten PC Steuerung. Und immer wieder frage ich mich aufs Neue, wer das Ende in ME3 verbrochen hat? Wie kann ein hochbezahlter "Profi" den Wiederspielwert der gesamten Trillogie dermaßen vermasseln? Ich bin deshalb bis zum heutigen Tag so schockiert darüber, weil ein einziger Gedanke an den Spieler, der ja die Geschichte beinflussen können soll, die Absurdität dieses Endes vor Augen hätte führen müssen. Nicht können, sondern müssen!
Und dann immer wieder die Äußerungen von zum Beispiel Bioware. Ja, wir hören Euch. Wir entwickeln für die Spieler. Eure Meinung ist uns wichtig. Alles nur leere Worthülsen. Also kann ich gar nicht anders als mir zu wünschen, dass die Entwickler mal wieder beginnen aus der Sicht des Spielers zu denken. Dabei ist es mir im Grunde völlig egal, ob man das dann korrekter Weise nach "Innovation" nennen kann oder nicht.
Na, so wie ich das sehe, haben wir hier aneinander vorbei geredet, da ich eine Innovation bei einem Videospiel als das sehe, was das Wort laut Definition aussagt: Eine Veränderug/Neuerung, die sich bei Spielen auf die Präsentation, das Gameplay, die Steuerung etc. bezieht.
Das was Du meinst, würde ich als die Konsistenz eines Spiels bezeichnen - die Seele sozusagen. Und ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass Du den Wunsch hast, dass die Spiele wieder mehr Herzblut beinhalten. Das man als Spieler merkt, dass dieses Spiel eben nicht ausschließlich zum Generieren von Gewinn gemacht worden ist.
So etwas wirst Du von großen Publishern wie eben EA aber wohl leider nicht mehr zu sehen bekommen. Da geht es mehr um Deadlines, Renditen, Absatzstatisken usw. als um die Inhalt bzw. die Aufmachung kurz gesagt die Konsistenz des Spiels. Spiele mit Herzblut wird es wohl nur noch bei kleinen Entwicklern & Indiestudios geben.
Auch wenn Du Pillars of Eternity nicht magst, ist es ein gutes Beispiel für ein Spiel, dass für Spieler gemacht worden ist. Diese wollten ein modernes Baldur's Gate. Und das haben sie auch bekommen. Es gibt keine aufwändigen Zwischensequenzen bei Dialogen oder auch sonst wo. Alles wirkt vergleichsweise schlicht gegenüber anderen RPGs aus unserer Zeit. Aber das war ja auch gar nicht anders beabsichtigt. Es sollte ja oldschool sein - und diesen Flair bringt es auch rüber. Und trotzdem wurde die Grafik gegenüber den Orginalen aufgehübscht und das Gameplay modernisiert. Meiner Ansicht nach eine gute Mischung aus alt und neu.
Dem 3. Witcher merkt man auch an, dass die Entwickler viel Herzblut in das Spiel gesteckt haben. Dort gibt es wie auch bei den meisten anderen RPGs genau so viele x-beliebige Hol-und-Bring & Töte-Monster-XYZ-Aufträge. Doch werden diese weitaus besser verpackt als z. B. bei DA:I, da es selbst für simple XP-/Goldsammelquest eine (oder auch mehrere) richtige Dialogszene(n) gibt. Dann passiert es auch häufiger, dass man erst im Nachhinein erfährt, was die eigenen Entscheidungen für Konsequenzen haben (wie etwa bei einer verletzten Frau, bei der man die Wahl, ob man sie sterben lässt oder ihr einen, für Menschen giftigen, Hexertrank verabreicht.) Solche Dinge sind es, die den Hexer für mich zu einem besonderen Spiel und die Welt so lebendig machen.
Allerdings sind solche Spiele heute eher die Ausnahme als die Regel. Und so etwas wie ein zweites DA:O wird es wohl auch nicht mehr geben...zumindest nicht mehr von BioWare.
@xchrisx
Ich für meinen Teil bin da sicher nicht nachtragend, kann ich die Sachlage doch gut nachvollziehen. Ich habe selbst über viele Jahre die Flagge BioWares hochgehalten und die Firma unterstützt/verteidigt, bis mir klar wurde, dass ihre RPGs sich mehr und mehr von dem entfernten, was ich von einem RPG erwarte. Es gibt also nichts zu entschuldigen und nichts zu verzeihen.
@Malelen
Wie ich es schon zu lustig gesagt habe, liegt das Problem darin, dass es EA/BW nicht darum geht ein gutes Spiel für uns Spieler zu machen, sondern nur eins, was sich in großen Stückzahlen verkaufen lässt und die Aktionäre zufrieden stimmt. Das ein Spielentwickler Geld verdienen will, ist klar. Es sollte aber nicht so dominant sein, wie es derzeit bei EA & Co. der Fall ist. Und ich befürchte ebenso, das wird man auch beim nächsten ME merken, was, wie ich vermute, praktisch nichts mehr mit der orginalen Trilogie zu tun haben wird.
@Deathangel
Ich führe kein Buch über die Spielstunden der einzelnen Spiele, die ich zocke. 
Derzeit wandert meine ganze Spielzeit in den 3. Witcher. Rein gefühlsmäßig würde ich aber sagen, dass DA:O das Spiel ist, in welches ich in den verschiedenen Durchläufen die meiste Zeit investiert habe. Bei ME waren es zwar mehr Durchläufe, aber DA:O dauert ja auch weitaus länger pro Spiel!