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Die Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2893 réponses à ce sujet

#2526
Bellandyrs

Bellandyrs
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Bella hatte bemerkt, dass Allie sich von der Gruppe abwandte und dachte sich vorerst nicht viel dabei. Sie fühlte die Unruhe ja selber, und wünschte sich nur, dass Jannis endlich noch seinen Schwur abgeben und nicht am Erdboden Wurzeln schlagen würde. Selbst Theron wurde langsam unruhig, alle blickten auf Jannis, doch der schien gedanklich meilenweit entfernt zu sein.



Die Zwergin beschloß, Allie aufzusuchen. Schließlich waren sie beide die letzten grauen Wächter in ihrer Gruppe, nachdem Jule nicht mehr dabei war. Vielleicht brauchte die Freundin ja jemanden, der es verstand, was sie fühlen mußte? Die Kälte die sich in einem ausbreitete, das Adrenalin welches viel stärker durch den Körper gepumpt wurde als bei einem normalen Kampf, all das konnte man einem Normal-Sterblichen wohl nicht erklären.



Nach kurzer Zeit fand sie Allie, in Tränen aufgelöst.

Vorsichtig trat Bella auf diese zu.

"Allie, was ist los? Ich weiß, Ihr spürt diese Bestien genauso wie ich. Aber es ist unser Los, unser Schicksal. Oder bedrückt Euch etwas anderes?"

#2527
Kaysallie

Kaysallie
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Sie erschrak nicht, als Bella plötzlich neben ihr stand. Sie hörte diese bereits kommen, als sie noch mehrere Schritte weit entfernt war. Hastig wischte sie sich die Tränen von den Wangen, und seufzte.

"Ich befürchte etwas Schlimmes.", erwiderte sie nur, ohne Bella anzusehen und hielt einige Zeit inne. Erst als sie sich zur Seite drehte, und in das Gesicht der Zwergin blickte, in welchem Verwirrung über die Aussage lag, fuhr sie fort. "Ich spüre ein Gefühl, das ich kenne, jedoch dachte, es würde mich nie wieder heimsuchen."

Sie seufzte und starrte auf das Loch in dem Baumstamm, "Ich spreche von der schwarzen Magie, die die dunkle Brut nutzt. Die Magie, die ich unterschätzte, niemals für so mächtig gehalten hätte. Eine Magie, für die ich keinen Gegenzauber finde. Ich dachte er wäre fort... aber nun weiß ich, dass dem nicht so ist. Ich verstehe nun, wie er wirkt."

Sie blickte wieder zu Bella, "Der Fluch. Er war nie fort... doch man kann nichts hassen, wenn nichts zu hassen da ist.", sie musste schmunzeln, doch ihre Augen blieben glasig, "Ich spüre es, wie er meinen Geist zerfrisst, seitdem wir uns in der Nähe von ihnen befinden. Ich spüre die Schmerzen in meinem Kopf, den Hass der mich antreiben wird, die Wut die mir die Kontrolle rauben wird und ich höre die Schreie.. das Gelächter.. Der Fluch muss mit den Wächtersinnen im Einklang arbeiten.. ich kann es mir nicht anders erklären."

Sie blickte wieder geradeaus, und weitere Tränen liefen ihr über die Wangen hinab, "Ich werde nie wieder eine echte Magierin sein, ich bin befleckt von dieser Schande.. es war alles umsonst. Ich werde handeln wie ein Tier. Doch im Prinzip ist es ohnehin gleichgültig, da ein Pfeil mein Ende besiegeln wird."

Sie winkte mit der Hand von dem Thema ab, "Aber lasst uns nicht melodramatisch werden, schließlich, soll die dunkle Brut nicht auf uns warten müssen.", ein Grinsen legte sich auf ihr Gesicht, und sie blickte, trotz der Dinge die sie belasteten, Bella voller Entschlossenheit an, "Siegreich im Krieg, Wachsam in Friedenszeiten, Opferbereit im Tode... nicht wahr?"

Mit diesen Worten drehe sie sich um, und verschwand in den umherlaufenden Massen, auf den Rückweg zu ihrem Heerführer, bereit für die Schlacht, hoffend, dass diese bald stattfinden würde.


#2528
Bellandyrs

Bellandyrs
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Bella konnte kaum etwas anderes tun als Allie zuzuhören. Und sie wünschte sich inständig, dass es eben nicht umsonst war.

Sie hätte gern tröstende Worte gesagt, Allie ermuntert während des Kampfes vielleicht an ihre Liebe zu denken, und damit dieser schwarzen Magie entgegen wirken zu können. Allerdings wußte sie, dass es zwecklos war. Sie spürte die Brut genauso, und so sehr sie Theron liebte, ihre Gedanken und ihr Handeln fokusierte sich allmählich immer mehr auf den bevorstehenden Kampf.

Leise seufzte sie auf und ging zurück zu Theron. Sie war gespannt, ob Jannis endlich seinen Schwur getan hätte. Lyna würde Avalos sowieso überall hin folgen.

Modifié par Bellandyrs, 02 septembre 2010 - 07:18 .


#2529
viento2

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Unaufhaltsam bahnte sich die Sonne ihren Weg den Himmel hinauf. Die Schatten und Nebel der Nacht vertrieb sie dabei. Strahlend erhellte sie die Welt, fast so als lachte sie über die Wesen, die auf ihr wandelten.

Wusste sie nicht, was heute bevorstand? Oder war es ihr egal, dass sich der Boden am heutigen Tag rot färben würde? Wie viele sterbende Gesichter würde ihr Antlitz ins Nichts begleiten? Fast schon grotesk war ihr Anblick in Bezug auf die Vorahnungen, die das Herz jedes Anwesenden in Dunkelheit gehüllt hatten. Welches Recht hatte sie, an diesem schwärzesten Tag vom Himmel zu strahlen? Selbst die Vögel schienen am heutigen Morgen verstummt zu sein. Über allem lag eine unheilvolle Stille und jedes Wesen schien darauf zu warten, dass diese gebrochen wurde.

Noah stand stumm und starr auf seinem Platz und beobachtete, wie die Gefährten einer nach dem anderen vortraten, um ihren Schwur gegenüber Avalos abzulegen. Nach Theron trat Jannis nach vorne und kniete nieder. Sein Gesicht war versteinert und angespannt. Seine Lippen bewegten sich doch die Worte drangen nicht an Noahs Ohren. Was er sagte, war auch egal…..sie waren alle bis hierher gegangen und würden dem Schatten folgen auch wenn es ihren Tod bedeuten würde.

Lyna war die letzte der Gefährten, die Avalos Seite verließ und vor ihm niederkniete. Nur kurz senkte sie ihr Haupt. Dann blickte sie ihrem Geliebten in die Augen und dieser Blick schien mehr als tausend Worte zu sagen. Bedingungslose Liebe, Hingabe und Leidenschaft strahlten aus ihr heraus, wie die Sonne ihre Strahlen auf die Erde sandte. Wärme und Güte ruhten wie das Wasser eines Sees in ihren Augen. Ihre Körperhaltung strahlte sowohl Anmut und Kraft als auch eine Stärke aus, die jeden, der sie für zerbrechlich hielt, Lügen strafte. Es stand außer Frage, dass sie ohne zu zögern für ihren Geliebten und für seine Ziele in den Tod gehen würde.

Noahs Herz wurde bei dem Anblick der beiden von einer Faust umschlossen und schmerzhaft zusammen gedrückt. Für einen Moment blieb ihm die Luft weg und er musste sich abwenden. Das Gesicht von Jule erschien vor seinem inneren Auge. Ihr strahlendes Lächeln und ihre wunderschönen Augen. Fast schien es, als könne er sie greifen, wenn er die Hand ausstreckte. Doch sie verschwand so schnell, wie sie erschienen war und die Leere ergriff wieder Besitz von Noah.

Trauer und Schmerz verzogen sein Gesicht, als er sich wieder zurück zu seinen Gefährten drehte. Lyna war bereits wieder an Avalos` Seite getreten und hatte seine linke Hand ergriffen. Alle warteten darauf, dass er das Zeichen zum Aufbruch gab.


#2530
MagicBullet

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Avalos war zufrieden, und ein bisschen überrascht. Anstandslos alle. Sie würden kämpfen - und siegen, dessen war er sich sicher.

"Ich danke euch für diesen Vertrauensbeweis. Wir werden siegen, und hoffentlich unter gemeinsamen Banner.

Ihr kämpft im Übrigen mit den Warägern. Meldet euch bei Hauptmann Thrall, er wird euch zuweisen."
"Vorallem für Allie wird er Verwendung haben, eine hasserfüllte Magae ist eine mächtige Waffe.
Der Schatten blickte gedankenverloren in die Richtung, in die die Elfe verschwunden war.
Er spürte ihre elementare Wut, ihren unauslöschlichen Hass auf die Brut, die sie antreiben würde, bis sie fallen würde. Und selbst den Tod in Augen, würde sie immer noch Flüche auf den Lippen haben, bis ihr Lebenslicht erlöschen würde.

Avalos straffte die Schultern.

"Wegtreten. Mögen wir uns im Antlitz des Sieges und blutstarrender Klingen wiedersehen."
Er wandt sich auf der Stelle um eilte davon. sein schwarzer Mantel wehte ihm wie eine unheilvolle Wand aus Düsternis hinterher.

Er spielte mit den Heerführern nochmal den Schlachtplan durch.
Verschoben rote und blaue Holzklötzchen auf dem Kartentisch im Kommandotisch, debattierten über mögliche Finten und kamen immer wieder zur selben Schlussfolgerung: Dass es keine Alternative gab. Avalos Plan war riskant und setzte voraus, dass das Zangenmanöver gelang. Wenn nicht, würde es ein Blutbad unbeschreiblichen Ausmaßes geben.
Der Schatten schärfte es den Generälen immer wieder ein, denn ein nochmaliges Blutvergießen wie damals bei Ostagar durfte es nicht geben. Alles hing von davon ab, dass alles wie ein Uhrwerk funktionierte - winzige Zahnräder, ineinander griffen und damit den Untergang der Brut besiegeln sollten.

Inzwischen hatte sich das Heer formiert. Insgesamt 21.000 Krieger, die fast dem Doppeltem dieser Missgeburten gegenüberstehen würden.

Drei riesige Kolonnen, jeweils sechstausend Mann stark. Eine Hauptkampflinie, zwei Flügel, die der Brut in die Seite fallen sollten. Dreitausend Kavalleristen, die dem Feind den Rückzug abschneiden würden. Letztendlich lief alles auf den kleinsten gemeinsamen Nenner raus: Klinge gegen Fleisch, Stahl gegen Weichziel.

Alles war bereit, ein Finale unter einem blutroten Horizont, bereit in Blut zu ertrinken, das, wenn die Sonne verschwand, ihnen bis zu den Knien stehen würde. Der Gedanke hatte etwas entflammendes, und der Wahnsinn in seinen grünen Jadeaugen, die vielbeschworene Blutgier, kehrte zurück.

Es wurde Zeit.
Die Heerführer verabschiedeten sich einer nach dem Anderen und kehrten zu ihren Truppenteilen zurück.

Amofillias blieb als Letzter.

"Avalos, ihr habt Ereignisse in Gang gesetzt,, die die Geschichte meines Landes verändern wird. Ob zum Guten oder zum Schlechten wird sich zeigen. Aber sorgt dafür, dass ich diese tapferen Seelen nicht umsonst in den Tod geschickt habe!"
Der Schatten legte seine stahlbewehrte Hand auf des Königs Schulter, der unter dem immensen Gewicht des gepanzerten Handschuhs ein wenig in die Knie ging. "Seid bedankt mein Freund. Ihr werdet sehen, dass die Marschen diesen dunkelsten aller Tage in einen der Hellsten verwandeln werden."
Dann wandte er sich ab, schlug die Zeltplane zurück und trat hinaus.

Die Sonne warf ihr fahles Licht, aber sie schien eigentümlich kraftlos, als ob sie sich weigern würde, dem Gemetzel ihr Licht zu schenken.

Drei Marschkolonnen, drei prächtige Banner. Die Mittlere würde die Hauptkampflinie bilden, an der sich die Brut aufhalten sollte, bis die Falle mit stählernen Fängen zuschnappen würde. Die Kavallerie war schon längst weg, da sie den längsten Anmarschweg haben würden.

Die Waraäger, die elitäre Elitetruppe des Reichs der Marschen, wußten um ihr Los. Standhalten bis zum Atemzug, bis die Flanken die Brut zermalmen würde.

Avalos atmete tief duch.

"Soldaten der Marschen! Fürchtet euch nicht, denn Furcht ist ein Feind, den ihr mit dem Herzen bekämpfen müsst, nicht mit der Klinge! Doch wendet sie ab von euch, und dem Feind entgegen, und ihr werdet feststellen, welch mächtige Waffe sie zu sein vermag!"

Nichts regte sich. Gelegentlich  hörte man das metallene Klirren einer Rüstung. Die Banner bewegten sich wie in Zeitlupe im leichten Windhauch.

"Sät Chaos und Verderben in die Reihe der Brut, lasst sie in eure Schwerter laufen, spießt sie auf und schlachtet sie, wo immer ihr könnt!

Heute wird ein blutiger Tag, und möge der Tod ein Duett mit euren Klingen singen, auf dass die Geschichte diesen Tag niemals vergessen wird! Schenkt ihnen nichts! Aber nehmt ihnen alles!"

Der Schatten zog seine Klinge und reckte sie in die Höhe.

"Vernichten wir diese Missgeburten, lassen wir sie ihr eigenes, stinkendes, verderbtes Blut zu kosten geben!

Der Augenblick schien sich endlos zu dehnen. Doch dann brandete ohrenbetäubender Jubel auf, die Krieger trommelten mit ihren Schwertern auf ihre Schilde und steigerten das Crescendo ins schier Unermessliche.

"Für die freien Marschen! Zieht blank, und beseitigt die Geißel, die die Menschen schon so viele Äonen quält!

Die Soldaten tobten. Der Funke nagender Sorge und Furcht war hinweggespült, und stattdessen hatte Avalos in ihnen Hass und Kampfeswille geweckt. Wille und Moral wogen selbst eine Übermacht auf, wenn die Männer nur fanatisch genug waren. Und sie waren es. Niemand von ihnen würde die Waffen strecken, auch, da sie wußten dass die Brut keine Gefangenen machen würde.


Die Flanken setzten sich in Bewegung. Nur wenige Augenblicke später setzten sich auch die Waräger in Bewegung. Eine halbe Stunde hieß es ausharren, die Position halten, bis die Falle zuschnappte. Sie würden bergab kämpfen, die Brut eingekesselt in einer Senke, die eine lückenlose Vernichtung prophezeite, wenn das Korsett aus Stahl und Tod sich wie eine Schlinge zuziehen würde.

Höchstens eine halbe Stunde. Und sobald sie ihre Positionen eingenommen hatten, würde die Brut sich  zum Angriff sammeln.

Die Uhr tickte.

#2531
Kaysallie

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Allie stand noch im Hintergrund, doch sie vernahm jedes der Worte von Avalos, wie wenn sich jede einzelne Silbe davon in ihren Kopf abspielen würde, wie eine hängen gebliebene Schallplatte.

Vertrauensbeweis? Nein, sie hatte dem Schatten noch nie vertraut, und sie würde es wohl auch niemals tun. Das was sie tat, war ihre Pflicht, kein Gefallen für ihn, keine Geste des Vertrauens. Er war ihr Heerführer, der ihr zur Schlacht gegen das was sie hasste verhalf, nichts weiter.

Siegen? Sie musste sich einen Lacher verkneifen. Niemand würde siegreich sein, jeder würde etwas verlieren, doch das kümmerte sie gerade ohnehin nicht.

Verwendung? Hasserfüllt? Mächtige Waffe? Wie schön, dass wenigstens einer etwas Positives darin sah, dachte sie sich sarkastisch, doch durch diese Aussage fühlte sie sich nicht einmal einen Funken besser. Magie… Macht... Sie strebte nie nach Macht, wollte einfach nur eine freie Magierin sein, die Kontrolle über ihre Zauber hatte. Doch nun sollte dieser Hass eine Verwendung, nein ein Weg zu Macht sein? Für sie war das nur ein Grund mehr der ihren Hass – den sie auch hasste – nur noch mehr steigerte.

Wegtreten…

Allie drehte sich um, und ging mit schnellen Schritten, ohne einen Gedanken daran zu verlieren, auf die Anderen zu warten, durch die Massen an Soldaten. Ihr Blick war leer, und ihre grauen Augen schienen Kälte auszustrahlen.

Die Rüstungen, welche sie die gesamte Zeit umgaben, und manchmal zu erdrücken schienen, änderten sich. Sie war nun unter den Warägern und nur ein kurzer Blick über die Massen ließ sie das Gesuchte finden.
Ein Mann, dessen Rüstung und dessen edles Ross neben ihm, sowie die Befehle die er verteilte, ihn verrieten. Allie ging auf ihn zu, „Man sagte mir, Ihr hättet ‚Verwendung‘ für eine Magierin, die sehnlichst darauf wartet, endlich ihre Waffen mit warmen Blut beschmutzen zu können, Hauptmann.“

Modifié par Kaysallie, 01 septembre 2010 - 11:30 .


#2532
Bellandyrs

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Bella hörte Avalos Anfeuerungen nur mit halbem Ohr zu. Für die freien Marschen? Pah - für Thedas, für die Freiheit, und für die grauen Wächter! So war ihr Schwur, und sie stimmte dem euphorischen Geheul auch nicht mit ein. Im Gegenteil, sie biß sich auf die Unterlippe. Ohja, schenken würde sie diesen Ausgeburten sicher nichts. Und wenn es nach ihr ginge, würden sie auch Theron nicht kriegen.



Gedankenverloren strich sie über ihre federleichten seidig schimmernden Handschuhe, die jederzeit als Abendgarderobe durchgegangen wären. Manch einer der Waräger hatte sie deswegen schon mitleidig belächelt. Wenn die wüßten, dachte Bella nur. Wenn die wüßten. Ihre Augenfarbe veränderte sich wieder, wurden dunkler, und trotzig blickte sie in die Runde. Aufgrund ihrer Rasse wurde sie noch zusätzlich belächelt. Ein weiblicher Zwerg sollte wohl in den Augen der meisten Soldaten hinterm Herd stehen, aber nicht in voller Rüstung in den Krieg ziehen. Ihr war es egal, was die anderen dachten. Sie wußte, was sie konnte. Und für was sie schließlich berufen war.



Ein letztes mal überprüfte sie den richtigen Sitz ihres Hüftbeutels, in dem sie ihre Gifte verstaut hatte, und den Inhalt. Es mußte alles am richtigen Ort sein, sonst würde das später fatale Folgen haben. Noch einmal zählte sie ihre verschiedenen Gifte durch und lächelte zufrieden.

"Na wartet ihr Bastarde..." flüsterte sie leise und machte sich auf den Weg zu Hauptmann Thrall.



Isaac kreuzte ihren Weg, und ihre Augen leuchteten kurz erfreut auf.

"Bellandrys? Auf ein Wort?"



"Natürlich, Isaac. Vielleicht die letzte Gelegenheit um miteinander zu plaudern. Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Glück, möge der Erbauer Euch schützen."



"Genau um den geht es. Euer Begleiter... er sieht noch immer sehr mitgenommen aus, und er ist doch normalerweise Bogenschütze?"

Bella nickte.

"Was zum Henker macht er inmitten der Waräger?"



"Fragt Avalos oder Amofillias. Die beiden haben das angeordnet. Ich weiß selber noch nicht, wie das gut gehen soll, oder ob es überhaupt gut gehen wird. Aber ich werde mein möglichstes versuchen."



Isaac nickte ihr zu. "Dann Bellandrys, sollt Ihr wissen, dass ich versuchen werde, auch an Eurer Seite zu kämpfen. Glück auf, mögen uns die Götter wohl gesonnen sein."



"Ich danke Euch, Isaac. Hoffen wir das Beste." Sie blickte ihm nach. Sie war verwundert, dass der Waräger sich doch soviele Sorgen um sie machte, immerhin hatten sie im Palast nicht gerade viel miteinander gesprochen. Sie wußte nicht wie, aber anscheinend hatte sie tatsächlich seinen Respekt erlangt.



Kurze Zeit später traf sie auf Allie, die bereits vom Hauptmann ihre ersten Befehle erhielt.

"Hauptmann Thrall? Melde mich verfügbar und kampfbereit."



Dieser schaute sie kurz genervt an.

"Ihr halbe Portion?" Er runzelte die Stirn, aber dann fiel ihm wohl ein, dass sie eine von Avalos Reisegefährten war.

"Pardon. Selbstverständlich. Reiht Euch mit ein, Abmarsch in fünf Minuten."

Er fuchtelte mit den Armen in der Luft herum, um die Plätze einzuteilen und die Marsch-Ordnung herzustellen, brüllte Befehle quer über den Platz bis letztlich die Waräger und die Gefährten in Reih und Glied standen und jeder wußte, wo sein Platz war.



Dann wurde der Abmarschbefehl gegeben, und die Kompanie setzte sich in Bewegung.

Bella war froh, nicht reiten zu müssen, das Pferd hätte sie wohl spätestens im Kampf behindert. Aber Theron biss die Zähne zusammen. Vorsichtig drückte sie seine Hand und konnte nur hoffen, dass er den Tee getrunken hatte.

Die Gefährten gingen nebeneinander, relativ weit vorne, flankiert von Warägern.



Mit jedem Schritt pumpte sich ihr Körper mit Adrenalin voll, ihre Gänsehaut wollte überhaupt nicht mehr verschwinden, und sie mußte an sich halten um nicht mit den Zähnen zu klappern vor lauter innerer Kälte. Verdammtes Wächter-Los, würde sie anfangen zu klappern, würden die andern am Ende meinen, sie hätte Angst. Es hätte sie jedenfalls nicht gewundert, wenn ihr die Haare zu Berge gestanden wären.

Bei allen Paragons, so deutlich hatte sie die Brut nur ein einziges mal gespürt: beim Kampf gegen den Erzdämon. Avalos hätte es ihnen nicht sagen müssen, dass die Bestien zahlenmäßig weit überlegen waren. Bella spürte es. Und ein Blick auf die haßerfüllte Allie zeigte ihr, dass auch sie mit allen Sinnen spürte, was da auf sie zukommen würde.

#2533
J.D.C

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Jannis Gedanken waren fernab der Worte von Avalos, nur mit einem Ohr lauschte er ein wenig. Er drehte sich im Kreis, vor ihm ein Spiegel, zwei Seiten. Er und seine Gefährten waren genau zwischen Himmel und Hölle. Mittendrin, bedrückt von einer untragbaren last, eine Bürde die einer für sich nie halten konnte. Eine Bürde die von Tausenden getragen wird. Das Spiel des Schicksals, würde schon in Kürze beginnen. Er konnte nur hoffen, dass Avalos sich richtig entschieden hatte. Er formte in diesem Augenblick Soldaten die wie Sensen durch die Reihen der Brut fahren würden. Ein ungebendigter Kampfgeist erwachte in den meisten von ihnen.

Jetzt lag alles an ihnen das Schicksal zu Schmieden, nichts ist vorausgesagt, nur die gewissheit des Todes, wobei Avalso sogar diesem zu trotzen scheint. Der Schwur gegenüber ihm war nur eine Formalität, wenn sie hier verlieren würden, gäbe es keinen Ort mehr zu dem mann fliehen könnte, wenn einem die Feigheit im Sinne lag.

Es wurde lauter, wildes Getöse stieß in Jannis Ohren, ein paar Rempler von der Seite und er war zurück. Um ihn herum nur gröhlen, stampfen und Schwerter die auf Schilden klirrten. Er sah sich um, inmitten von Soldaten, die alle gleich aussahen. Er hing sich an Bella's Fersen und folgte ihr kurzerhand zum Hauptmann der Waräger. Ein kurzes Wort mit ihm und Bella verschwand schon wieder.

"Hauptmann, ich erwarte meine Befehle!"

Der Mann zu Pferd wandte sich Jannis zu und schielte durch sein Visir auf Jannis herab.

"Ah gut der nächste von euch, postier dich bei der linken Flanke der Warägertruppe und jetzt geht."

Jannis lief zu den anderen zurück, machte ihnen Kurz seine Position deutlich und entschwand dann durch das Getümmel auf seine Position. Etwas abseits von den anderen Stand er zwischen den Warägern ganz vorne. Eine kurze Wartezeit, bis die Offiziere das Chaos in Ordnung gewandelt hatten, dann zitterte der Boden. Das rießige Heer setzte sich in bewegung, die Flügel scherten aus und machten sich langsam bereit. Beim Marsch zog er seine Waffe und betrachtete die Spiegelung auf der Klinge. Noch lag in seinem Gesicht Keine zuverischt, die Ungewissheit zeichnete sich ab. Respekt und Angst erfüllten ihn, beides wird ihn im Kampf schützen.

Jannis blickte dem Horizont entgegen, dort wird sich bald alles entscheiden, er suchte nach jenen Gründen die ihm stets Selbstvertrauen gaben, Hoffnung und den nötigen Willen um all jenes zu überstehen. Sei es sein Rüstzeug und können für das Vertrauen, der Wille zu leben und den Mut etwas zu vollbringen, der ihn Teil einer Legende werden lässt, die Hoffnung. Zu guter letzt Freundschaft und Liebe die ihm Standhaftigkeit verleiht, a Braveheart.

Seine Augen leuchteten wieder auf und zeichneten sich auf der Klinge seines Schwertes ab.

Modifié par J.D.C, 02 septembre 2010 - 10:36 .


#2534
Bellandyrs

Bellandyrs
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Um sich von dieser eisigen Kälte abzulenken, die in ihr war, beobachtete sie ihre Gefährten. Allie blickte mordlustig und wütend drein, Jannis entschlossen, Theron war sein Kampfgeist anzumerken, aber auch seine Schmerzen. Ihr Blick glitt zu Noah. Dieser marschierte mit festen Schritten, die Wangen waren angespannt, so als ob er die Kiefer fest zusammen pressen würde. Hin und wieder zuckte der Wangenknochen. Seinen sonst so freudig und warm strahlenden Augen war jedes Funkeln entwichen, sein Blick war hart.



Während sie marschierten, überlegte Bella, wie sie ihm noch ein paar Worte sagen konnte. Sie hatte ihm nicht erklären können, dass er weiterhin auf ihre Freundschaft zählen konnte. Wollte er dies überhaupt noch? Seine Verbindung war Jule gewesen, und die war nun .. ja, wo würde sie wohl sein? Bella seufzte leise auf, sie vermißte die Freundin in diesem Augenblick mehr denn je.



Als hätte Noah ihre Blicke gespürt, sah er kurz zu ihr herüber. Bella lächelte ihm aufmunternd zu und hoffte, dass er es auch so verstand. Wenn sie überleben sollten, war nach der Schlacht genug Zeit, über verlorenes und vergangenes zu reden. Und wenn es einer von ihnen nicht schaffen würde, wäre ohnehin jedes Wort überflüssig gewesen.

#2535
MagicBullet

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Mit unbewegter Miene beobachtete der Schatten das Schauspiel.

Aleia acta Est? Nicht ganz, scholt sich Avalos. Trumpfkarten sparte er sich auf. Er hoffte inständig, dass er sie nicht brauchen würde, denn wenn, würde er etwas entfesseln, was sich möglicherweise gegen sie stellen würde.

Das Heer nahm Aufstellung. Die Waräger, Hauptkampflinie und Köder, fächerten sich auf. In einem minimal leichten Halbkreis, um eine feindliche Umfassung abzufedern bzw. um zu verhindern. Vorallem das war eine Unwägbarkeit, die er nicht einschätzen konnte. Sollte sein Flankenmanöver nicht auf eine grade Fläche treffen, würde es Verzug in der einbrechenden Formation geben und somit offene, ungeschützte Einbruchstellen. Und dann würde es ein Gemetzel innerhalb seiner eigenen Truppen geben.... 
Eine Schlacht wie diese war hochkompliziert und nicht vorauszusehen, wer heute abend noch im Blut waten würde - Entweder Avalos und seine Mannen, oder diese Missgeburten, die sich an ihren Leichen labten...

Die beiden Flanken waren längst in Position. Er war sich relativ sicher, dass die Brut frontal angreifen würde, und damit in eine vorläufig dreiseitige Falle marschieren würde. Und sobald das Korsett aus Spieß und Klinge zuschnappen würde, würde seine Reiterei den Rest erledigen, wenn sie diesen Missgestalten jedweden Rückzug abschneiden würde.

Das war der Plan. Aber Kriege hielten sich nicht an Pläne. Sie waren Chaos, und Chaos ließ sich nicht beherschen, nicht kontrollieren, nicht in Bahnen lenken. Man konnte höchstens versuchen, sich an den Verlauf anzupassen und zu kompensieren.

Von dem kleinen, windumtosten Hügel, auf dem inmitten eines kleinen Waldes stand, hatte er eine vorzügliche Sicht auf das Geschehen. Von hier oben aus konnte die Heeresleitung über ein Netzwerk an Meldeposten jedwede Bewegung des Feindes beobachten, nachvollziehen und eine entsprechende Gegenmaßnahme einleiten. Schlachten waren kein hirnloses Gemetzel, das solange stattfand, bis der ein oder andere Haufen einfach tot war. Es ging um strategische Überlegenheit, möglichst viele seiner eigenen Männer überleben zu lassen. Was nutzte ein Sieg, wenn man dabei seine eigene Armee verlor?

Avalos seufzte.
Zog eine Schnalle seines Beinpanzers etwas an, und gab seinem Pferd die Sporen.

Währendessen waren winzige Punkte in der Ebene aufgetaucht. Wie wimmelnde, schwarze Ameisen ergossen sie sich in das kleine Tal, dass sich noch vor den Abendstunden ein einen blutigen See verwandeln sollte.

Modifié par MagicBullet, 15 septembre 2010 - 08:02 .


#2536
Bellandyrs

Bellandyrs
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Die Stunde der Wahrheit war nahe. Bellas Nerven waren zum Zerreissen angespannt. Ihre Gefährten inmitten der Waräger, Theron neben ihr, daneben Isaac, er hatte sein Wort gehalten und würde Therons rechte Seite schützen. Bella spürte nicht nur die Brut, mittlerweile waren sie als kleine Punkte auszumachen, und von ihrem jetzigen Platz erst recht. Wieviele mochten es sein? Wahrscheinlich würde der Feind vor Lachen ohnehin umfallen, wenn sie glauben mußten, sie hier seien die einzigen, die das Land verteidigten.



Unerbittlich schritten sie voran, den Bestien entgegen, dem beinahe sicheren Tod. Bellas Gedanken waren mittlerweile ausgeschaltet, ihr Kämpferherz kam zum Vorschein, und ihr Körper funktionierte, machte sich bereit, zu kämpfen. Die Anspannung des Heeres war beinahe zum Greifen.

Bella kniff die Augen zusammen. Die Sonne stand ihnen im Rücken, und sie hoffte, dass es so bleiben würde. Somit hatte der Gegner definitiv einen Nachteil. Ein gefährliches Lächeln stahl sich auf ihren Mund. Sie war zu allem bereit.

#2537
The Black Hole

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#2538
MagicBullet

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Der Wind rauschte in seinem Ohren, im Gleichtakt mit dem Rauschen seines Blutes.
Der Wahnsinn erwachte in seinen jadegrünen Augen, die in einem dämonischen Feuer zu glühen schienen. Er gab seinem Pferd die Sporen und ließ den Rappen noch schneller laufen.

Inzwischen ergossen sich immer mehr dieser Missgeburten ins Tal, angelockt von der kleinen Schar, die sich ihnen zum Kampf stellte.


Die Waräger waren angespannt. Sie wußten alle, dass sie standhalten mussten, bis die Falle zuschnappen würde. Weniger als eine halbe Stunde. Aber unter diesen Umständen, der erdrückenden Überlegenheit des Feindes, schien sich die Zeit zu dehnen.

Währendessen hatte der Schatten die rechte Flanke erreicht. Zwei Krieger eilten herbei, nahmen sich des Pferdes an und banden es kurzerhand an einen Baum.

"Herr, wir sind bereit. Wann zerschmettern wir den Feind?"
Einer der Hauptmänner, der für diese Seite verantwortlich war, stützte sich auf seinen mächtigen Zweihänder und blickte den Schatten fragend an.

Avalos ließ sich keine Regung anmerken.

"Bald."

Er zog eine kleine, zerknitterte Pergamentrolle unter seiner Armschiene hervor, rollte sie aus und beschwerte die Ecken mit herumliegenden Steinen.
Es war eine kleine topographische Karte des Schlachtfeldes, die er gestern abend noch auf die Schnelle angefertigt hatte, und von denen mehrere Abschriften an alle wichtigen Entscheidungsträger gesandt worden waren, inklusive Aufstellungen, Formationen, Alternativschlägen gegen den Feind und einem klar definierten Zeitplan..

Die Heerführer für diesen Abschnitt versammelten sich um den Schatten, während dieser mit seinem Dolch auf ihre momentane Position deutete.

"Hinter diesem Hügelkamm befinden wir uns, die Hauptkampflinie hier, etwa 10 Minuten entfernt, in einem Winkel von ungefähr 80 Grad.
Auf der Seite gegenüber, etwa hier, befindet sichdie zweite Flanke, die auf unser Signal hin ebenfalls vorrücken wird.
Unsere Reiterei dürfte etwa eine Stunde entfernt sein - sie reiten in einem weiten Bogen, um in den Rücken der feindlichen Armee zu gelangen. Sobald wir das Korsett zugezogen haben, den Feind entsprechend gebunden haben, wird der Entsatz die Brut von hinten treffen und die Falle endgültig zuschnappen lassen. Aus diesem Ring aus Stahl und Feuer wird keine dieser Missgestalten mehr entkommen. Bis zum Ende diesen Tages, will ich in deren Blut waten!"

Die Hauptleute nickten nur beklommen. Sie wußten um die zahlenmäßige Überlegenheit. In einer offenen Feldschlacht wären sie mit Sicherheit einfach überrannt worden. Aber mit diesem Schachzug konnten sie das Verhältnis umkehren, da die Anzahl der Brut kein ausschlaggebender Faktor mehr war, griff man sie an mehreren Fronten zugleich an.

"Lasst die Männer Aufstellung nehmen. Ich gebe das Signal. Und dann entfesselt den Sturm auf den Feind!"

Der Schatten hatte ein wahnsinniges Grinsen im Gesicht und ein fahles Leuchten in seinen Augen, die kälter schienen als ewiges Eis. Dem Hauptmann überlief ein Schauer, als er sich abwandt und die Befehle weiterleitete.
Überall formierten sich die Männer zum Sturm auf den Feind.

Gemessenen Schrittes ging Avalos den Kamm hinauf, ging leicht in die Knie, damit sich seine Silhouette sich nicht gegen den Himmel abzeichnete, und sondierte die Lage. Die Brut war inzwischen zahlreicher als der Sand in der wachen See, zumindest schien es so. Das Tal war voll von ihnen, ein bild geprägt von einer dunklen, zappelnden Masse, die sich unaufhaltsam auf die ausgedünnten Linie seiner Mitstreiter zu bewegte.
Die frische Brise, die noch heute morgen die Banner an den aufgepflanzten Speeren hatte tanzen lassen, legte sich, als ob er in gespannter Erwartung auf die kommenden Ereignisse innehielt.

Hinter den Waräger stob ein Hagelsturm aus Pfeilen in den Himmel.

Und sollen sie doch in den Schatten kämpfen, da sie die Sonne tilgten....
Eine Zeile eines alten Gedichts, dass er vor langer Zeit gehört hatte, sich aber nicht mehr erinnern konnte, wann und wo.

Die Waräger hoben die Schilde, senkten die Speere, und dann prallte die Brut auch schon auf die ersten Reihen. Das Geräusch von Stahl auf Fleisch, Klinge auf Rüstung hallte durch das Tal.

Gemächlich hob Avalos einen Arm,blickte über die Schulter und...

"Jetzt! Setzt das Signal!
Ein bereitgestellter Bogenschütze senkte seinen Pfeil in eine schmiedeiserne Fackel, entzündete seinen Pfeil und schickte ihn gen Himmel.

Zugleich zog Avalos seine Klinge ließ sich von der Flut seiner Soldaten mitreißen, die mit ohrenbetäubendem Gebrüll über den Kamm dem Feind entgegenstürmten.

Von fern ertönten zwei Hörner, deren Klänge in einem ebenso frenetisch vorgetragenem Gebrüll unterging. Auch der Hang auf der anderen Seite erzitterte unter mehreren tausend hinabstürmenden Kriegern, die zu allem bereit waren.

Währenddessen schwankte die Hauptkamflinie unter dem Druck der Brut, die immer noch mit voller Wucht vorwärts drängte, und dann.... klaffte auf einmal eine mehrere Meter breite Lücke in der Verteidigung der Waräger. Gebrochen, die Kampflinie durchstoßen.
Wut kochte in Avalos hoch. Doch dann sah er mehrere Lichtblitze, aufflackernde Elmsfeuer und die Linie schloss sich wieder. Allie? Natürlich. Magische Entladung dieser Stärke konnten nur zu ihr gehören.

Der Schatten lachte lauthals auf, ein irres Kichern, dass so manchem Mitstreiter in der vorwärtswogenden Masse um ihn herum die Blässe ins Gesicht trieb.

10 Meter. 5 Meter. 2 Meter. Kraaaak!

Mit einem dumpfen Aufprall trafen die beiden Armeen aufeinander, verbissen sich ineinander und ließen dem Gemetzel freie Bahn.

Sein Schwert zuckte nach vorne, traf einen häßlichen Hurlock am Kragen seiner verbeulten Rüstung und schlitzte ihm den Hals bis zum Rückgrat auf, bevor er einfach von den vorwärtsdrängenden Menschen niedergerissen wurde und unter zahllosen Leibern verschand. Mit seinem Dolch parierte er einen schlecht geführten Hieb gegen seine Seite, hackte nach und rammte letztendlich den Knauf seiner Parierwaffe einem zu klein geratenem Genlock einfach ins Gesicht, der zurücktaumelte und von irgendwem anders aufgespießt wurde.
Auf der anderen Seite der Brut wurde inzwischen ebenso erbittert gekämpft wie auf seiner Flanke.

Die Schlinge zog sich zu. Die Brut von drei Seiten eingekesselt. Jetzt hieß es durchhalten, bis die Reiterei die Reste der Brut niederritt und den Sack endgültig zu machen würde.

Ein riesiger Oger fegte mit einem Baumstumpf, den er zu einer primitiven Keule umfunktioniert hatte, durch seine eigenen Verbündeten, weil diese nicht in der Lage waren ihm schnell genug Platz zu schaffen. Die Kreatur raste vor Wut, und Speichel flog von seinen gelblichen Hauern.
Avalos überschlug die Entfernung. Nicht nahe genug, aber bald. Er würde Breschen reißen, der Brut einen Ausfall ermöglichen.
Nicht akzeptabel.
Mit einem harschen Tritt entledigte er sich seinem derzeitigen Gegner, brach ihm dabei das Genick und wandte sich dem Oger zu, der seinerseits bestenfalls verwirrt schien.
Oger waren landläufig dumme Kreaturen, und dieser schien sich nicht entscheiden zu können, wo er denn jetzt den Feind zu suchen hätte. Vor ihm, hinter ihm, rechts von ihm? Die Entscheidung fiel ihm offenbar ziemlich schwer, während er sich einfach darauf konzentrierte, sich mit seinem Baumstumpf einfach Platz zu schaffen. Letztendlich setzte er sich einfach auf den Boden, brüllte ohrenbetäubend und stieß ein Schnauben aus. Der Oger schien sich vor einem unlösbaren Denkproblem wieder zu finden, das er jetzt unbedingt lösen wollte.
"Dummes Tier," spottete Avalos, den das Verhalten des Ogers mehr als amüsierte, und kämpfte sich zu ihm vor, während er mit Leichtigkeit einem Hurlock rechts von ihm seine Klinge in die Brust rammte, mit der anderen Hand ihm seinen schartigen Dolch aus dem geflickten Ledergürtel riss und ihm den Oger entgegenschleuderte.
Der rostige Dolch traf sogar, und riss das Ungetüm aus seinen tiefschürfenden Gedankenspielen.
Er schüttelte schnaubend den gehörnten Kopf, als ob er sich entrüstete, aus seinen Gedanken gerissen worden zu sein, während es ihm langsam dämmerte, dass sich sein "Problem" von alleine gelöst hatte.

Doch bevor sich diese Erkenntniss im schwerfälligen Denkapparat der Kreatur durchsetzen konnte, überwand Avalos die letzten paar Meter im Sprint, riss seine Klinge hoch und rammte es dem Oger bis zum Heft in die Brust.

#2539
Kaysallie

Kaysallie
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Jeder Schritt, welchen sie sich dieser riesigen Masse aus dunkler Brut näherte, schien sie mehr und mehr in Dunkelheit zu tauchen. Es war als würde sie jeden Herzschlag dieser Kreaturen spüren, und ihren gesamten Körper, wie unter Schmerzen pochen lassen. Eine unbekannte Sprache, die nur aus grunzenden verschleierten Geräuschen bestand, drang in ihren Kopf, als würde sie jeden Gedanken dieser Biester klar und dennoch undeutlich hören. Sie brauchte die Gesichter nicht vor sich zu sehen, um zu wissen wo sich jeder einzelne von ihnen befand.

Alles andere um sie schien wie ausgeblendet. Sie nahm weder die Gefährten an ihrer Seite, noch all die Waräger neben sich wahr. Sie sah nur das Ziel, welches sich immer weiter näherte, und ihr Gefühl von Hass, Wut, Rache- und Mordlust zu steigern, und jegliches andere Gefühl darin zu ertränken, schien.

Und plötzlich trifteten sie aneinander, die Flanke der Waräger brach zurück, die Wucht mit der die Brut gegen sie schlug war enorm. Einige wurden einfach umgerannt und im Dreck zertrampelt. Die Kampflinie schien durchstoßen, und die Genlocks liefen kreischend über die Leichen hinweg um Weitere zu fordern.

Ohne überhaupt darüber nachzudenken, nur gewillt jedem von ihnen das Herz aus der Brust zu reißen um es zu zerquetschen, schlug sie dem ersten der durchbrach den Arm ab, dem zweiten den Kopf, und rammte dem dritten beide Dolche in den Magen, und blickte über ihn hinweg, sah, dass sich eine ganze Horde näherte. Sie spürte wie ihre Hände wärmer wurden. Das war das Blut, welches aus dem Körper des zappelnden Genlocks quoll. Ihre Hände wurden heißer, schienen wie Feuer zu brennen. Sie umklammerte die Griffe der Waffen fester, und die dunkle Welle war nur noch einige Meter entfernt. Die Zuckungen des Genlocks schienen sich zu erhöhen, sein Kopf begann zu rauchen, und seine schwarzen Augen quollen weiter aus den grünen Höhlen, starrten leblos in den Himmel, wie wenn er von einem Blitz getroffen wurde.

Allie musste grinsen, und stieß den zuckenden Leichnam mit einem würdelosen Fußtritt von sich. Er taumelte zwei Schritte rückwärst, und explodierte, platzte. Blut, verbranntes Fleisch und Innereien flogen in alle erdenklichen Richtungen, befleckten Allies Rüstung und Gesicht - was sie ohne Gefühl von Ekel einfach geschehen ließ. Man konnte nur noch kurz einen Kugelblitz sehen, als wäre er die Seele des Genlocks gewesen, und schwebe nun gefangen in dieser Welt über dem blutigen Boden. Und nicht einmal einen Herzschlag später, fuhr die Kugel wie eine Schockwelle durch die dunkle Masse, ließ sie kreischen, bluten, rauchen, zappeln, und letzten Endes, verkohlt zu Boden krachen.

Der Blitz löste sich nach einigen Metern auf, als würde er durch das Tor, das die Welt und das Nichts verband, treten.

Die Waräger schrien jubelnd auf, ein Heerführer ließ die gebrochene Kamplinie schließen, doch Allie realisierte nur den winselnden Körper, der nur mit einen Arm am Boden lag, und rammte ihm den Dolch mit blutverschmierten und eiskaltem Ausdruck mitten in sein dunkles Herz.

Ein schon fast gestörtes Grinsen legte sich auf ihr Gesicht, als sie das Röcheln des Genlocks vernahm, sich aufrichtete, achtlos über ihn hinweg stieg, und sich wutentbrannt in die nächste dunkle Masse stürmte.

Modifié par Kaysallie, 19 septembre 2010 - 10:49 .


#2540
Bellandyrs

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Kaum dass sie den Kamm überquert hatten, sah Bella das Signal, Hörner ertönten, und die Reihen vor ihr bewegten sich nun im Laufschritt auf die Masse zu. Kurz darauf waren die ersten Geräusche zu vernehmen: Kampfschreie, Metall auf Metall, schmerzerfüllte Rufe. Lichtblitze zuckten, und Bella hatte gerade noch genug Zeit, ein Lähmungsgift auf ihre Waffen aufzutragen, bevor sie diese dem ersten dieser Bastarde in den Körper rammte.



Sie sah nur noch, wie Theron die Phiole ausleerte um dann so gut wie möglich sein Schwert zu heben. Sein Gesicht war schmerzverzerrt.



Die Feinde hatten die ersten Reihen durchbrochen und rannten auf sie zu. Hatte Allie nicht etwas von einer Schutzrune gesagt? Aus den Augenwinkeln sah Bella, wie ein stinkender Hurlock breit grinsend auf Theron zu lief. Dieser wiederum wich dem Schwerthieb aus, aber man sah ihm an, dass dies unter den größten Schmerzen - und zu langsam - geschah. Das Schwert des Hurlocks streifte Therons Oberarm. Zum Glück nur leicht, Isaac war sofort zur Stelle und schlug dem Gegner den Kopf vom Rumpf. Theron war leichenblass, Bella hatte aber keine Zeit, sich Gedanken zu machen. Sie versuchte jedoch, wieder näher an Therons linke Seite zu kommen. Dabei schnetzelte sie sich durch ein paar Genlocks, die sie entweder tödlich traf, oder wenigstens so, dass das Gift wirken konnte.



"Verfluchte Brut! Na wartet!" In Bella wuchs der Hass und ihr Blutrausch gleicher massen. Vor ihr zuckte ein Kugelblitz auf, der einige der Gegner fallen ließ. Sie griff in ihre Tasche und holte eines der Fläschchen hervor. Im Laufen holte sie aus und warf das zerbrechliche Glas mitten in die Feinde, die Säure zischte und fraß sich durch die Rüstungen.



Beinahe automatisch tanzten ihre Dolche durch die Biester, aber auch da hatten sich die ersten Reihen gelichtet. Ein Oger ging zu Boden und begrub einige seiner Mitstreiter unter sich. Bella dankte ihm im Stillen dafür, ein paar weniger, die getötet werden mußten. Sie konzentrierte sich auf den Kampf, hielt Theron im Augenwinkel und sah sich dennoch nach feindlichen Magiern um. Aber entweder waren die weiter hinten, wo später die Reiterei auf sie treffen würde, oder die Brut hatte diese in Urlaub geschickt.



Gerade als sich ihre Kampfreihe wieder schloß, hörte sie ein schrilles Heulen. Das fehlte gerade noch, Kreischer flogen auf sie zu. Aber die Bogenschützen schickten ihnen einen Willkommens-Pfeilhagel entgegen. Eines dieser Biester stürzte ab, Bella genau vor die Füsse. Sie überlegte nicht lange, hieb den Dolch in dessen Kehle und rannte über das Vieh hinweg. Immer öfter mußte sie nun aufpassen, wo sie hintrat, der Boden füllte sich mit Leichen und abgetrennten Gliedmaßen beider Heere. Blutlachen und Innereien ließen den festen Boden matschig werden.



Verbittert kämpften sie, weder Freund noch Feind gab auch nur einen Schritt nach. Um sie herum das Klirren der Waffen, Freudes- und Schmerzschreie. Ihre Gefährten hatte sie so ziemlich aus den Augen verloren, hin und wieder sah sie Feuerbälle oder Eisregen in den gegnerischen Reihen. Allie? Oder die anderen Magae, die dabei waren? Weitere Säure-Flächenschäden wurden von Bella geworfen, sie kämpfte verbissen. Der Schweiß floß zwischenzeitlich in Strömen über ihr Gesicht, aber dank der Schlacht vergaß sie die Kälte, die sie wegen der Biester spürte.

#2541
viento2

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Noah lief in mitten von Kriegern dem Kampf entgegen. Der Boden unter seinen Füßen dröhnte und er bewegte sich in einer homogenen Masse aus Metall. Den Blick hatte er starr geradeaus gerichtet. Doch auch dort sah er nur Metall vor sich. Klirren und Scharren füllte seine Ohren und gelegentliche Rufe mischten sich mit hinein.

Den Gegner konnte er nicht sehen. Doch er spürte die Erschütterung, als beide Kampflinien aufeinander prallten. Stahl auf Stahl und Körper auf Körper. Die Massen drückten ihn weiter nach vorne und als sein Vordermann in einem Schwall aus Rot vor ihm zu Boden fiel war Noah an der Reihe.

Nun sah er sie endlich vor sich. Die Fratzen der Brut, die seinen Bruder auf dem Gewissen hatten. Wie von selber bahnten sich seine zwei Schwerter ihren Weg durch die widernatürlichen Wesen. Mit einem großen Ausfallschritt stürmte Noah nach vorne und schaffte sich Platz. Dabei riss er zwei Gegner mit sich und zertrat ihre Schädel auf dem matschigen Boden. Ein grimmiger Ausdruck hatte sich über sein Gesicht gezogen. Doch die Fratze blieb unter seinem Helm verborgen. Lediglich das Glühen seiner Augen war das letzte was die Brut sah, die unter seinen Hieben starb.

Um ihn herum tobte der Kampf. Er wusste nicht wie es stand oder wie viele seiner Kameraden noch lebten. Er teilte aus und streckte einen Gegner nach dem anderen nieder. Sein Verstand war still und sein Körper funktionierte wie mechanisch. Sein Herz war voller Hass und Wut, die ihn anstachelten und sein Hiebe härter werden ließen. Sie gaben ihm Kraft und vertrieben die Müdigkeit aus seinen Muskeln.

Blut lief an seinen Schwerter herunter und färbte seine stählernen Handschuhe rot. Doch sein Griff blieb fest. Eine Fratze tauchte vor ihm auf. Ein Schwert schwang durch die Luft und zielte auf seinen Hals. Noah stieß sein linkes Schwert in die Brust des Gegners und holte mit dem rechten aus. Lautlos schnitt die Klinge durch Fleisch und Knochen und trennte den Kopf ab, der mit einem erstaunten Ausdruck im Gesicht von den Schultern rutschte. Der Rumpf wankte kurz, bevor er ebenfalls zu Boden ging. Noah trat ihn achtlos beiseite und stach der nächsten Brut beide Klingen in die Brust. Im Herzen erkaltet, sog er den gequälten Ausdruck der Kreatur in sich auf, bevor er ihr mit dem Fuß vor die Brust trat, um seine Waffen frei zu bekommen. Schon hatte er den nächsten Gegner fixiert. Der Hurlock zog eben seine Waffe aus dem Hals eines Soldaten, als Noah beide Schwerter kreuzte und sie ihm über die Kehle zog. Röchelnd und gluckernd ging der Hurlock zu Boden.

Noah stapfte weiter. Knochen und Schädel der Gefallenen brachen unter seinen Stiefeln. Seine Rüstung war über und über mit Blut bedeckt. Ein Waräger kroch neben ihm über den Boden. Ihm fehlte ein Arm und sein Brustkorb schien durch eine stumpfe Waffe zertrümmert worden zu sein. Hilfesuchend reckte er seine verbliebene Hand Noah entgegen. Doch dieser hatte kein Mitleid übrig. Der Soldat war verloren und Noah beendete sein Leid kurzerhand mit seiner Klinge.

Der Kampf ging weiter und Noah bahnte sich seinen blutigen Weg durch die Brut.

#2542
Guest_Avalin_*

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Theron spürte keinen Schmerz, als sich die Klinge des Hurlocks über seinen Arm zog. Er taumelte zur Seite und sah wie sich Isaac auf die Kreatur stürzte. Das Schwert lag schwer in Therons Hand und Schweiß lief ihm übers Gesicht. Er war Bogenschütze und kein Schwertkämpfer. Theron fühlte sich machtlos und er war sich sicher hier und jetzt den Tod zu finden.

Sein Blick glitt zu Bella, die im Blutrausch wild um sich hieb.

Plötzlich traf ihn ein dumpfer Schlag von der Seite.

Es war Issac der ihn hart zur Seite stieß, um ihn vor dem Schlag eines Kreischers zu schützen. Theron besann sich und riss sein Schwert hoch. Er konzentrierte sich voll und ganz und drückte den Schmerz und die Angst in den Hintergrund. Mit neuer Kraft stürzte er sich auf den nächsten Genlock und trieb diesem mit beiden Händen sein Schwert in den Rücken. Das Vieh quiekte laut und sackte zusammen.

Theron wütete durch die Horde, stach und schlitzte. Er schlug gerade einem Kreischer den Kopf ab, als er Isaacs warnenden Schrei vernahm.

Theron drehte sich um und sah eine gepanzerte Faust auf sich zufliegen…….



Der Schlag der Hurlocks fegte ihn von den Beinen und Theron landete mit einem Platschen in einer großen Blutlache. Das Schwert glitt ihm aus der Hand und versank in dem kleinen Tümpel aus Blut. Auf allen vieren robbte er durch das Blut. Er konnte nichts sehen und in seinem Mund hatte er einen intensiven Kupfergeschmack. Hilflos wie ein Kind versuchte er sich das fremde Blut aus den Augen zu wischen.

Der Hurlock näherte sich ihm langsam. Er genoss das Spiel mit seinem Opfer. So wie alle der Dunklen Brut.

Theron vernahm ihn als blutigen Schemen und versucht panisch auf allen vieren in dem Gemisch aus Blut, Schweiß und Dreck irgendeine Waffe zu finden. Doch er suchte erfolglos. Der Hurlock holte mit seinem spitzen Stiefel aus und trat Theron mit solcher Wucht in die Magengrube das es ihn um die eigene Achse drehte und er abermals mit einer blutigen Fontäne im Dreck landete.

Theron blieb rücklings liegen, erneut blind vom Blut, und er krümmte sich vor Schmerz. Der Hurlock näherte sich ihm und umfasste mit beiden Händen sein Schwert. Breitbeinig stand die Kreatur über Theron und legte den Kopf schräg. Theron schenkte dem verschwommenen Schemen nur mehr ein angewidertes Lächeln, ehe der Hurlock ausholte und ihm das Schwert mit voller Wucht in den Brustkorb stieß……



Schwach nahm er noch die Geräusche der um sich tobenden Schlacht wahr. Sah aus den verschwommenen Augenwinkeln Freunde und Feinde fallen.

Theron hatte sich den Tod schlimmer vorgestellt. Doch es war nur der anfängliche Schmerz, der sich aber rasch einstellte. So wie auch alle anderen Schmerzen. Nur die Kälte blieb……..


#2543
Kaysallie

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Wie ein riesiger Armeisenhaufen der auf Beutezug war, so schwirrte die Dunkle Brut von allen Seiten an ihr vorbei, wollte auf sie springen, ihr den Todesstoß versetzen, als wäre sie ein Stück Zucker, welches sie zu ihrer Königin schleppen mussten.

Doch keiner dieser kreischenden stinkenden Genlocks hatte den Hauch einer Chance. Sie sprangen einfach los, legten es nicht einmal auf einen ehrwürdigen Kampf an, zielten immer auf dieselben Stellen. Einfach nur lächerlich, ging Allie durch den Kopf.

Sie achtete nicht darauf, wo sie sich befand, ihr Blick war nur auf eines fokussiert, und das war es zu töten. Das letzte Mal als sie eine solche Mordlust, wie in jenem Moment verspürte, war als die quietschende Türe ihrer Zelle geöffnet wurde, und der sanfte Geruch von Freiheit hinein drang.

Nein, sie dachte an nichts in jenen Augenblicken, als sie eine Gruppe von Genlocks vor sich in Flammen aufgehen ließ und der Geruch von verbranntem Fleisch in ihre Nase drang. Sie dachte auch an nichts, als sie die schützenden Reihen verließ, um alleine weiter in die strömende Masse vorzudrängen. Ebenso wie sie an nichts dachte, als ein dreckiger Pfeilhagel auf die Armeen des Königs niederging, und surrend an ihren empfindlichen Ohren vorbeischnellte.

Sie wusste nur, dass sie für niemanden kämpfte, außer für sich selbst, und würde ihr einer der gepanzerten Männer im Weg stehen, so würde sie diesen achtlos beiseite stoßen, um weiterhin ihr Ziel verfolgen zu können.
Ihr Zeitgefühl war verschwunden, ebenso wie ihr Überblick. Sie wusste nicht wie lange sie bereits kämpfte, wer die Oberhand hatte und erst recht nicht wo sie sich befand. Doch das war ihr auch einerlei. Sie sah nur Dunkle Brut, dessen Leichen sich bereits vor ihr stapelten, hörte jedoch nicht auf die Dolche gekonnt mit aggressiven Zaubern zu kombinieren. Sie fühlte sich wie in eine Art Trance versetzt, doch plötzlich drängten einige Zeilen in ihren Kopf. Zeilen aus einem Geschichtsbuch, welches sie vor langer Zeit im Turm gelesen hatte.

...Die Kirche lehrt uns, dass es der Hochmut der Menschen war, der die Dunkle Brut in unsere Welt brachte...

Sie bohrte den Dolch in die Brust eines weiteren Genlocks, legte die Hand nahezu sanft auf seinen kahlen und heulenden Schädel. Einige Sekunden schüttelte es ihn, und kurz darauf entspannten sich seine Muskeln und er glitt zu Boden. Sie hasste die Kirche, und spuckte zu Boden.

...Die Magier wollten den Himmel an sich reißen, doch sie haben ihn vernichtet. Sie wurden verbannt und durch ihre eigene Verderbtheit verflucht...

Ein Hurlock mit einem kaum erkennbarem Grinsen blieb einige Meter vor ihr stehen, begann die Keule in seiner Hand zu schwenken, so als wolle er mehr als einen einfachen und für ihn sinnlosen Kampf.

Allie musste schmunzeln, und wischte sich mit dem Handrücken etwas Blut von den Lippen.

...Sie kehrten als Monster zurück, als die ersten der Dunklen Brut. Als Verderbnis fielen sie über die Länder her. Unaufhaltsam...

"Dann zeig was Du drauf hast, Bruder.", dachte sie laut, und als hätte er sie verstanden, wandte er sein Gesicht zur Seite und spuckte ebenfalls zu Boden, bevor er auf sie losstürmte.

Sein erster Schlag war kräftig, doch er ging ins Leere. Allie wich seitlich aus, und schnitt ihm leicht am Becken. Keine sonderlich starke Wunde. Er stolperte nach vorne und gab einen verärgerten Laut von sich.

Währenddessen schnitt Allie einem Genlock, der auf sie springen wollte, den Kopf ab, da er wohl glaubte er könne sich einfach einmischen. Blut strömte mit einem blubbernden Geräusch aus dem kopflosen Geschöpf, befleckte ihr Gesicht, welches nun endgültig in Dreck und Blut getaucht war. Nur ihre Augen, welche eine graue Einöde, wie die auf welcher sie kämpfen, ausstrahlten, zeigten ein anderes Farbbild.

Der Körper ging zu Boden, einer unter vielen in jenem Moment, und sie wandte ihren Blick wieder zu dem Keulenträger. Der Hurlock richtete sich auf, Allie wusste nicht ob er wütend war, oder grinste, für sie sahen die Gesichtszüge dieser Viecher alle gleich aus. Theoretisch hätte sie sein Leben einfach beenden können, als er fast am Boden kniete und ihr den Rücken zuwandte. Doch irgendwie hatte sie Lust auf etwas Spaß, und gab ihm noch eine Chance. Das Abschlachten ohne großartiger Taktik verlieh ihr keine wirkliche Genugtuung, sie kam dabei nicht einmal außer Atem, und dabei hatte sie kaum Ausdauer als Magierin.

Mit einem wutentbrannten Schrei stürmte er erneut auf sie los, holte wie vorhin zu einem kräftigen Schlag aus. Allie regte sich nicht, begann lediglich erneut zu grinsen. Er erreichte sie schließlich, schlug zu, zielte direkt auf ihren Schädel, steckte wohl all seine Kraft in diesen einen Schlag.

Der Schlag wurde direkt neben ihrem Ohr gebremst, seine Keule schien in etwas Unsichtbarem stecken geblieben zu sein. Verwundert blickte er auf seine Waffe, zog verwirrt und hysterisch daran. Sein Blick wanderte immer wieder zwischen Allie und seiner Waffe hin und her.

Allie steckte ihre Dolche weg, so als würde sie ihn einfach ignorieren, "Du dachtest doch nicht ernsthaft, ich würde es Dir so einfach machen."

Anschließend blickte sie tief in seine schwarzen Augen, grinste abermals.

Nie strebte sie nach Macht, nie hätte sie sich zugetraut, es derart zu genießen, diese aufgrund von Lust am Töten zu nutzen. Immer wollte sie anderen dienen und ihnen mit der Heilkunst helfen, so Gruppen und Armeen stärken. Sie war überzeugt davon, dass man nur durch ein Zusammenspiel siegreich sein konnte. Doch nun? All das kümmerte sie nicht mehr. Sie wollte ihre Begabung nicht mehr für andere verschwenden, sondern damit lediglich Durst nach Rache stillen und spürte, wie sie immer mehr in ein dunkles Loch fiel und von Hass zerfressen wurde.

Ruckartig packte sie den Hurlock mit ihrer Rechten an der Kehle. Er ließ die Keule los, welche einfach weiterhin in der Luft zu schweben schien, und griff reflexartig nach ihrer Hand, versuchte den Griff zu lösen, welcher so fest war, dass er bereits röcheln musste, schaffte es jedoch nicht. Er ritzte lediglich das Leder ihres Handschuhs mit seinen krallenartigen Fingernägeln leicht auf. Allie fixierte ihn mit einem kalten Blick.

"Soll das etwa alles gewesen sein?", sagte sie schließlich zynisch. Im Hintergrund hörte sie wie Klingen aneinander prallten, nahm einen weiteren Pfeilhagel wahr, spürte, dass weitere Genlocks auf sie springen wollten, um die Chance zu nutzen, in der sie scheinbar nicht auf ihre Deckung achtete.

"Du hast meine Zeit vergeudet.", fügte sie abfällig hinzu und krallte ihre Hand tiefer in seine dunkelgrüne Kehle. Seine Blutadern begannen sich urplötzlich leuchtend blau zu färben, als würde Lyrium durch diese fließen. Es begann ihn am gesamten Körper zu schütteln und er krallte sich tiefer in ihren dünnen Lederhandschuh, sodass leicht Blut hervortrat. Sie regte sich nicht, fokussierte ihn weiterhin. Die dünne netzartige blaue Farbe schien sich nun auf seinen gesamten Körper auszubreiten, bis er stocksteif da stand. Ein leichter Wind zog über das Tal, und sog kalten Rauch, der von ihm ausging, mit sich.

Allie löste ihren Griff und duckte sich, wodurch auch die schwebende Keule zu Boden krachte. Ein Pfeil, welchen wohl ein Genlock auf Allie abfeuerte, und ihn ihr direkt in den Hinterkopf rammen wollte, fuhr direkt in die Eisstatue. Risse zeigten sich an der Einschlagstelle und breiteten sich auf seinen gesamten Körper aus, bis er mit einem klirrenden Geräusch in tausende Eissplitter zerfiel.

...Als erstes fielen die Länder der Zwerge und aus den tiefen Wegen griff uns die Dunkle Brut immer und immer wieder an bis wir kurz vor der Auslöschung standen...

Allie kniete am Boden und sog scharf Luft ein. Urplötzlich bekam sie höllische Kopfschmerzen, musste aufschreien, und schaffte es gerade noch sich hinter die inzwischen weiter vorrückende Linie der Armeen des Königs zu zerren, um nicht von der Brut niedergetrampelt zu werden. Ein unbeschreiblicher Druck lastete auf ihrem Schädel, als hätte jemand mit einem Hammer darauf geschlagen. Sie blieb neben der riesigen Leiche eines Ogers sitzen, lehnte sich an den toten bereits kalten Körper und presste ihre Hände auf den Kopf, spürte wie immer weitere Krieger an ihr vorbeiliefen, um ihre Klingen mit Blut beflecken zu können.

... die Länder der Zwerge...

...Zwerge...

...Bella...

Sie wusste wieder, was sie versprochen hatte, und es schien als würden gerade zwei unterschiedliche Persönlichkeiten in Konflikt miteinander stehen. Die eine die durch die unüberschaubaren Massen laufen wollte, um das zu tun, wofür sie all die Jahre gelernt hatte; Anderen zu helfen. Die andere, die das herumsitzen auf dem Boden als Zeitverlust ansah, und weiter töten wollte und am liebsten niemals aufgehört hätte.

Schweiß lief ihr von der Stirn, und hinterließ sanfte Linien auf dem blutbefleckten Gesicht. Ihr Atem ging schwer, ihr Puls raste nur so vor Adrenalin und ihr Blick schien nichtmehr so klar zu sein.

"Reiß Dich zusammen...", flüsterte sie hastig zu sich selbst.

...tiefe Wege...

...Dunkle Brut...

"Verdammt!", sie schlug mit der Faust auf die staubige Erde, welche sofort aufgewirbelt wurde, sprang auf, ignorierte jegliche Schmerzen, sowie den Drang danach zu töten, und verschwand in den dunklen und Silber glänzenden Massen, die sich immer weiter vermischten.

'Sei nicht so ein Weichei, wen kümmert es ob dieser Elf stirbt. Du kannst es ohnehin nicht verhindern, Du darfst ihn nicht heilen, schon vergessen? Also tu das, wozu wir hier sind.', sagte eine Stimme in ihren Kopf.

"Nein, lass mich in Frieden!", schrie sie sich selbst an, und lief etwas wackelig an der Linie entlang, erschlug im Vorbeilaufen einige durchdringende und bereits verletzte Genlocks. Sie wusste genau wo sich die Zwergin befand, schließlich war sie der einzige weitere Graue Wächter der an dieser Schlacht teilnahm, musste sich jedoch zusammenreißen nicht sofort wieder die Kontrolle zu verlieren. Sie versuchte ihre Blicke zu Boden zu richten, um die Kreaturen nicht zu sehen, auf die sie einschlug. Die Kopfschmerzen schienen jedoch jede Sekunde, die sie nicht auf eines dieser Viecher einstach, immer weiter zu steigen, und sie merkte gar nicht, dass ihre Hände bereits extrem zitternden, aufgrund des Versuchs all diese gestaute Wut zu zügeln.

Nur noch wenige Schritte, sie spürte die Anwesenheit der Zwergin immer stärker, wusste jedoch, dass sie dafür vor die Linien, welche die Brut zurückdrängten, musste. Allie blieb einen Augenblick wie angewurzelt stehen, in dem sie tief seufzte, und nur der Erbauer wusste wohl, was ihr dabei durch den Kopf ging.

Sie nahm ein kreischendes Geräusch wahr, wusste jedoch bereits davor, dass sie anwesend waren. Ohne weiterhin Zeit zu vertrödeln bückte sie sich hastig und griff nach dem Zauberstab eines gefallenen Magiers. Er war aus einem glänzenden Silber angefertigt, mit wunderschönen gewellten Verzierungen, die an den Turm der Magi erinnerten, welche jedoch fast völlig in dem Blut, das an der Waffe klebte, untergingen. An der Spitze war ein mächtiger rundgeschliffener gelber Stein eingearbeitet, was so aussah als sei er von silbernen Wurzeln umschlungen. Doch all das interessierte Allie in jenem Moment nicht und sofort als sie diesen Stab berührte, spürte sie, wie viel Macht in diesem innewohnte. Eine Sekunde musste sie zögern. Es war lange her, dass sie einen Zauberstab benutzte und sie wusste nicht was geschehen würde.

Doch ohne weiter darüber nachzudenken umklammerte sie den Stab mit beiden Händen, stützte das Ende am Boden ab, sodass der Stein beinahe ihre Nasenspitze berührte, und schloss die Augen. Wieder das schleichende Geräusch, es schien von allen Seiten zu kommen. Doch sie wartete auf den richtigen Moment.

Welcher sofort kam.

Sie riss die Augen auf, hob den schweren Stab ruckartig nach oben, und rammte sein Ende voller Kraft erneut in den Boden. Eine Art Druckwelle schien zu entstehen, die sich kreisförmig um den Stab ausbreitete. Um die zehn Kreischer kamen dadurch zum Vorschein, welche durch die Berührung der kalten Welle komplett einfroren und nur einen Moment darauf, wie wenn sie nur aus Staub bestünden, vom Wind davon geblasen wurden. Allie musste den Stab sofort loslassen, da er eiskalt war. Er flog zu Boden und zerbrach. Sie musste tief ein und ausatmen, und realisierte wieder einmal, dass sie ihre Magie alles andere als unter Kontrolle hatte.

Sie ließ sich jedoch nicht lange davon beirren, und lief weiter in die Richtung, in der sie Bella wusste, stets begleitet von den stechenden und zum Verrücktwerdenden Kopfschmerzen.

Sie drängte sich durch die Waräger, weiter nach vorne, immer zu Boden blickend, hoffend nicht wieder das Ziel des hasserfüllten Tötens vor Augen zu bekommen, bevor sie nicht ihr Versprechen eingelöst hatte. Sie stieg über Leichen beider Seiten, einzelne Körperteile und Gedärme, als sie stehen blieb und inne halten musste. Direkt unter ihr lag Theron, die Augen schmerzvoll und leblos geweitet, mit blutüberströmten Brustkorb.

'Ich sagte doch, es ist reine Zeitverschwendung.'

Modifié par Kaysallie, 26 septembre 2010 - 01:17 .


#2544
Bellandyrs

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Bella hatte drei oder vier Gegner zwischen sich und Theron, sie war etwas hinter ihm, Isaac seitlich vor ihm. Sie träufelte gerade neues Gift auf ihre Waffen, als sie den Hurlock sah, der auf Theron zurannte. Schnell erledigte sie den Genlock vor ihr, wollte Theron den Hurlock vom Leib schaffen, aber es war wie verhext. Isaac verteidigte sich und Theron nach vorne und rechts, und Bella mußte einen erneuten Angriff von zwei Kreischern parieren.

Diese griffen die Zwergin von vorne und von hinten an, und Bella wirbelte einige Male um die eigene Achse, bevor sie die beiden Biester wirklich erwischt hatte. Inzwischen war ihr Liebster durch den Schlag des Hurlocks zu Boden gegangen, Bella zog ihr Messer und warf es in die Richtung des angreifenden Henlocks, verfehlte das Ziel aber, weil wie aus dem Nichts plötzlich ein weiterer Feind vor ihr stand. Dieser hatte das Messer mit seinem Oberarm unfreiwillig abgefangen, er ließ seine Waffe fallen und faßte mit seiner nun freien Hand an den Griff, um die Waffe zu entfernen. Diese schutzlose Sekunde nutzte Bella, einen sauberen Streich ihrer Dolche an seinem Rumpf anzusetzen. Gedärme quollen aus dem tödlich verwundeten Feind, er krümmte sich nach vorne, und während dieser fiel, rannte Bella zu Theron.

Nur wenige Schritte trennten sie noch, um ihrem Liebsten zu helfen, aber es war zu spät. Wie in Zeitlupe sah sie, wie der Hurlock Theron das Schwert in die Brust rammte und mit einem fanatischen Lachen und einem irren Blick zusah, wie der Elf sein Leben aushauchte.

Bella taumelte, sie konnte nicht glauben, was hier vor ihren Augen gerade passierte.
"NEEEIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" schrie sie, holte aus und schmiss ihre Dolche direkt auf den Hurlock. Dieses mal verfehlte sie ihr Ziel nicht, ihre Waffen steckten mitten im Herz und im Magen des Viehs. Sie kümmerte sich nicht darum, ob dieser nun fiel oder nicht. Sie ließ sich kraftlos auf den besudelten Boden fallen, kniete neben Theron nieder. Aber aus seinen Augen war alle Lebenskraft verschwunden.

Fassungslos sah Bella auf ihre große Liebe. Er war gegangen, ohne ihr noch einmal Lebewohl zu sagen. Ihr Gehirn war völlig vernebelt, es war, als stünde die Zeit gerade still. Wie durch ein Meer aus Nebel hörte sie, wie die Soldaten kämpften, Kreischer ihre schrillen Schreie von sich gaben, Gegner neben ihr zu Boden gingen. Ihr war eiskalt, und es war ein Wunder, dass noch keiner der Feinde diesen Moment ausnutzte oder sie von Warägern niedergetrampelt wurde. In dem Augenblick war es ihr einerlei ob sie nun auch starb. Für sie persönlich gab es keinen Grund mehr, auf dieser Welt zu bleiben.

Modifié par Bellandyrs, 26 septembre 2010 - 10:15 .


#2545
viento2

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Noah kämpfte sich weiterhin blindlings durch die Brut und streckte einen nach dem anderen nieder. Mehrere Kreischer waren vor ihm aufgetaucht und brachten ihn kurzzeitig in arge Bedrängnis. Dadurch fiel er etwas zurück und die Kampflinie rückte langsam an ihm vorbei. Er kämpfte verbissen gegen die letzten zwei der hinterhältigen Angreifer und schickte sie zu den anderen Gefallenen als er neben sich einen durchdringenden und leidvollen Schrei vernahm.

Sein Kopf flog herum und er sah Bella, die neben dem Elf in Schlamm und Blut kniete. Theron lag regungslos und blutüberströmt auf dem Schlachtfeld und seine Liebe hockte neben ihm und Tränen rannen ihr über das Gesicht.

Der Kampf um sie herum tobte weiter und der Feind gelangte gefährlich nahe an die Zwergin heran. Vor Noahs geistigem Auge erschien plötzlich Jules Bild. Er sah in ihre grünen Augen und sie lachte ihm entgegen. Im nächsten Moment verblasste das Bild jedoch und sie lag auf dem Boden, geschwächt von Fieber und Schmerzen und dem Tode nahe. Ein eiserner Griff legte sich um sein Herz und drückte es schmerzhaft zu.

Mit einem Wutschrei überbrückte Noah die kurze Distanz zu Bella und stellte sich schützend vor sie. Er drängte die Wucht der Angreifer vorerst zurück und hoffte, dass die Zwergin schnell wieder zur Besinnung kommen würde.

#2546
Kaysallie

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Es dauerte nur einen kurzen Augenblick, als Allie einen leidvollen Schrei vernahm, der über all das Gestöhne und Wimmere, sowie aneinanderprallen verschiedenster Waffen hallte. Und nur einen Herzschlag darauf, den sie spürte, wie wenn ihr jemand dieses qualvoll zusammendrücken würde, fiel Bella vor ihr auf die Knie, Tränen befleckten ihr Gesicht, und sie trauerte über den Verlust des Elfs, der zu Allies Füßen lag, ohne ihre Anwesenheit überhaupt zu bemerken, wohl zu sehr von Leid und Schmerz zerfressen, um etwas anderes wahr zu nehmen.

Allie musste den Blick nicht abwenden, um zu wissen, dass dies nicht der richtige Ort war, um zu trauern, so sehr sich das Bild auch gerade in ihre Seele bohrte und Erinnerungen wecken ließ, die sie jedoch sofort wieder verdrängte.

Ein Teil von ihr fühlte sich schuldig, und verfluchte den anderen Teil, der wütend über die Dummheit dieses Gedankens war.

'Was stehst Du hier rum? Möchtest Du, dass wir auch wie dieser Schwächling am Boden liegen?'

Allie fasste sich erneut an den Kopf, und musste die Augen krampfhaft schließen, die Schmerzen waren nahezu unerträglich, "Verschwinde...", brachte sie heiser hervor.

'Nein, Du bist diejenige die verschwinden muss!'

Sie atmete einmal tief ein und aus. Die Kopfschmerzen waren verschwunden. Sie hatte den Kampf mit sich selbst und ihre Kontrolle erneut verloren.

Allie packte Bella am Schulterschutz und zog sie hoch, ehe die Zwergin hätte reagieren können, fasste sie mit der anderen Hand auf ihren Kopf und drehte diesen in die Richtung, in welcher der Kampf tobte. Einige Männer gingen zu Boden, Noah verteidigte gewaltsam die Linie, schien wutgeladen.

"Ihr seid ein Grauer Wächter also benehmt Euch gefälligst wie einer und tut das wozu Ihr bestimmt seid. Ihr habt es geschworen, es ist Eure Pflicht weiterzukämpfen!", sagte sie kalt und mit einem Hauch von Zorn zu der Zwergin, ehe sie diese mit einem Schubs beinahe achtlos von sich stieß und sie gute zwei Schritte nach vorne taumelte.

Anschließend lehnte sie den Kopf zur Seite, blickte in die toten Augen von Theron, ehe sie über ihn hinweg steig. Dabei hob sie ihre Hand und der Leichnam des Elfs ging durch diese nahezu unscheinbare Handbewegung in Flammen auf.

Allie würdigte weder Bella noch Noah eines weiteren Blickes und schlug sich stattdessen, wie vorhin, durch die Dunkle Brut, bis sie sich immer weiter zu entfernen schien und in der Dunkelheit unterging. Nur einige Rauchwolken, Blitze und kalter Wind offenbarten den Ort an welchem sie hasserfüllt wütete.


#2547
Bellandyrs

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Bella sah nicht, dass Noah und Isaac sie in diesen Sekunden schützten. Sie bemerkte auch nicht, dass Tränen über ihr Gesicht liefen, der Schlamm feucht durch ihre Rüstung am Knie kroch.



Als Allie sie nach oben riß, reagierte sie eher automatisch und stolperte dadurch ein paar Schritte nach vorne. Sie hörte nicht, was Allie sagte, sie bemerkte nicht einmal, dass sie überhaupt etwas sagte. Erst als Theron vor ihr in Flammen aufging, kam wieder Leben in Bella.



"Allie! Ihr verfluchte..." Aber die Magae war bereits wieder in der Menge verschwunden. Zorn loderte in Bellas Augen auf. Wenngleich sie innerlich froh war, dass Therons Leichnam verbrannte und nicht zerstückelt wurde, hätte sie ihm lieber eine angemessene Bestattung zukommen lassen, statt als Häufchen Asche auf einem blutbesudelten Boden zu enden.



Erst jetzt sah sie Noah, der ihr die Feinde vom Leib hielt. Sie war dankbar für diese Kameradschaft, auf diese Verlässlichkeit, die sie mit ihren Gefährten verband. Bella zog ihre Dolche aus dem Körper des Hurlock, versetzte ihm nochmal einen Tritt mit ihrer Stiefelspitze ins Gesicht und hätte diesen am liebsten noch zerhackt und zerstückelt, aber es hätte nichts gebracht. Es war besser, wenn sie diesen Hass auf jenen einen auf alle Feinde ausbreitete.



Schnell gab sie neues Gift auf die Waffen, rief Noah ein "Danke!" zu und stürzte sich wieder in den Kampf, nun wutentbrannt und voller Hass.

"Ich werde kämpfen, mein Liebster, wie ich es Dir versprochen habe". Sie schickte diesen Satz gedanklich gen Himmel, während sie einem Genlock den Arm abtrennte.

#2548
viento2

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Noah kämpfte mit eisernem Willen weiter. Gesichter und Helme zogen an ihm vorbei. Metall blinkte in der Sonne, die mittlerweile hoch am Himmel stand. Wie lange waren sie schon hier? Wie stand es um sie? Immer und immer wieder drang hinter dem besiegten Gegner schon der nächste hervor. Eine nicht enden wollende Flut wälzte sich den Soldaten entgegen.

Wie mechanisch bewegte sich Noah und schwang seine Schwerter. Müdigkeit senkte sich über ihn und seine Glieder. Lange könnte er nicht so weiter machen. Doch eine Wahl hatte er nicht. Kämpfen bis zum Sieg oder dem Tod.

Blut klebte auf seiner Rüstung....er war über und über damit bedeckt. Sein eigenes? Er wusste es nicht. Schmerzen spürte er keine, nur unendlich große Müdigkeit. Seine Beine wankten unsicher während er auf den Leichen von Feinden und Verbündeten balancieren musste. Immer wieder sah er einen tapferen Soldaten neben sich zu Boden gehen.

Wann war Noahs Zeit gekommen?

…...Sein Schwert bohrte sich in die Brust eines angreifenden Hurlocks.....

Wann würde er sie endlich wieder sehen?

…...Ein Streitkolben sauste dicht an seinem Kopf vorbei. Atemzüge später ging der Angreifer blutüberströmt zu Boden....

Er sah sie auf dem Scheiterhaufen liegen, der ihren Körper verzehren sollte. Ihr Geist schon lange hinüber gegangen ins Nichts. Doch ihre Schönheit war geblieben. Ihr blondes Haar war weich über ihre Schultern gefallen und hatte ihr liebliches Gesicht eingerahmt. Die Augenlider geschlossen und nur wer sie vorher gekannt, wusste welch tiefes Grün dahinter verblichen war. Nie wieder würde er sie lachen sehen. Nie wieder ihre zarte Haut berühren. Nie wieder würde er lieben können, so wie er sie geliebt hatte.

…..Eine graugrüne Fratze kreischte ihm entgegen. Seine Klinge zerteilte sie vom linken Auge bis zum rechten Mundwinkel.....

Konnte er je wieder ohne sie glücklich sein?

…..Sein Fuß trat vor eine Brust und drückte sie nieder. Der schwere Stiefel zerbrach die Knochen mit Leichtigkeit....

Mit was sollte er die Leere in seinem Herzen füllen?

….Etwas Warmes lief an seiner Schläfe hinunter und fand seinen Weg zum Mundwinkel....metallisch....

Würde dieser Kampf jemals enden? Würden sie die Brut aufhalten können? Wenn nicht, was stand dann noch zwischen ihnen und dem Rest von Thedas?

#2549
Kaysallie

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Die Sonne stand am höchsten Punkt und der blaue Himmel wurde nur durch einige harmlose Schönwetterwolken verdeckt, die langsam über das Tal zogen. Sie kämpften also bereits einen halben Tag.. wie schnell doch die Zeit verging, und dennoch schien kein Ende in Sicht zu sein. Eine kühle Brise schien den Gestank des Todes immer weiter zu verbreiten und die Kräfte aus den Knochen der noch Lebenden saugen.

Die Dunkle Brut kämpfte noch immer wie am Beginn, zeigte keinerlei Anmerkungen, die auf eine Erschöpfung hindeuteten, wodurch sie nun auf gleicher Ebene mit der Armee des Königs waren. Ein Ausgleich zwischen erster Anzeichen von Müdigkeit und unterbelichteter Kampfmethodik.

Ein Soldat wurde ein Kolben direkt aufs Nasenbein geschlagen, wodurch sich der Schutz seines Helmes direkt in sein Gesicht bohrte und er schreiend zu Boden fiel. Der Hurlock, welcher zufrieden auf sein nun wehrloses Opfer zuging, holte zu einem weiteren Schlag aus, zielte erneut auf den bereits verletzten Schädel, um ihn wie eine Melone zu zerschlagen, als er plötzlich inne hielt und ihm dunkles Blut aus dem Mund lief. Er ließ den Kolben ungewollt fallen und fiel auf die Knie.

Man hörte nur sehr leise das Geräusch einer Klinge, wie sie aus dem Halsrücken der Kreatur gezogen wurde. Der Soldat am Boden zog wimmernd den Helm von seinem blutüberlaufenen Gesicht, wodurch sich seine schwer gebrochene Nase zeigte. Er schien sehr benommen zu sein, atmete schwer, spuckte Blut und suchte blind nach seinem Schwert, als es ihm plötzlich jemand entgegen reichte. Er wischte sich Blut aus dem Gesicht und fasste nach seiner Klinge, auch wenn es klar war, dass er so niemals hätte weiterkämpfen können ohne seinen sicheren Tod damit zu besiegeln. Mit verschwommenem Blick versuchte er zu erkennen, wem er sein Leben zu verdanken hatte, erkannte jedoch nur wie sie sich zu entfernen schien, und auf weitere dunkle Kreaturen einschlug.

Etwas wackelig und die Nase haltend richtete er sich auf, um nicht niedergetrampelt zu werden und folgte ihr verwirrt. "Wartet", rief er, "Ich muss mic..." Er beendete den Satz nicht, da er beinahe über einen Leichnam stolperte.

"Verschwendet nicht meine oder Eure Zeit mit irgendwelchen Danksagungen, es war nur ein Zufall. Nun kämpft weiter oder sterbt."

Der Soldat blickte auf, direkt in graue scheinbar leere Augen, die jedoch zugleich viel Wut ausstrahlten. Trotz des Blutes das ihr Gesicht beschmutzte und der vom Schweiß durchnässten Haare schien der Soldat sie zu erkennen, "Beim Atem des Erbauers! Ihr wart das! Ihr seid eine von den Wächtern, nicht wahr? Die Elfenmagierin!", brachte er zittrig hervor.

Sie rollte die Augen abfällig, da er scheinbar nicht verstand was sie ihm gerade sagte, und drehte sich zur Seite, um sich weiteren Genlocks - die zwar nicht direkt auf sie zuliefen, doch das war auch einerlei - zu stellen.

"Wartet doch mal!", lief ihr der Soldat erneut hinterher, und versuchte irgendwie die Blutung seiner Nase mit den Händen zu stoppen, "Ihr seht doch, dass ich verletzt bin, wieso heilt ihr meine Wunde nicht? Wollt Ihr, dass wir verlieren?"

"Es gibt kein wir.", erwiderte sie gleichgültig ohne ihn anzusehen, während sie einem bereits verletztem Genlock die Kehle durchschnitt und sich dem nächsten nähern wollte.

Doch so schnell schien er nicht aufzugeben und lief ihr weiterhin hinterher und versuchte trotz der noch leichten Benommenheit nicht über eine der Leichen zu stolpern, und packte die Elfe schließlich am Oberarm. Sie wollte sich losreißen und fluchte irgendetwas vor sich hin, doch sein Griff war zu fest.

"Verdammt! Wenn ich schon sterbe, dann wenigstens in einem ehrlichen Kampf, und nicht mit einer gebrochenen Nase, an der ich bald verblute!"

"Dann hättet Ihr eben besser auf Euch Acht geben müssen.", erwiderte sie genervt und versuchte sich weiterhin aus seinem Griff zu lösen. Der Kerl raubte ihre Zeit, vielleicht wäre es besser gewesen ihm gleich als er noch im Dreck lag die Kehle durchzuschneiden. "Lasst los. Glaubt mir ich scheue nicht davor Euch zu töten, nur weil Ihr auf Befehl des Königs handelt! Ihr behindert mich bei meiner Aufgabe!"

"Hättet Ihr mich nicht gerettet, stünden wir nicht vor diesem Problem. Wenn Ihr mir schon eine zweite Chance gebt, dann auch eine Ganze. Jetzt macht schon, heilt oder tötet mich, viel schlimmer kann meine Situation auch nicht mehr werden! Oder seid Ihr etwa eine Magierin, die nicht einen einzigen Heilzauber beherrscht?", entgegnete er leicht provozierend.

"Ihr wollt mich wohl in den Tod reißen! Seht Ihr nicht, dass direkt dort vorne die Brut wütet!?", schrie sie ihn erzürnt an. Sein letzter Satz und der Tonfall gefielen ihr ganz und gar nicht, doch es war der falsche Zeitpunkt für irgendwelche Erklärungen, sie musste diesen Kerl loswerden, sonst würde sie noch draufgehen. Dieser Soldat hatte sie ja nicht alle, wie konnte er nur mitten am Schlachtfeld eine so sture Handlung begehen? Sie konnte ihn nicht heilen, dafür fehlte ihr die Konzentration, aber sie würde sich niemals eingestehen, dass sie es nicht konnte, dafür war sie einfach zu eitel. Sie wollte lediglich ihre Kräfte nicht für irgendwelches Fußvolk opfern, die ohnehin dem sicheren Tod geweiht waren. Doch sie musste inzwischen ebenso sparsam mit allen anderen Zaubern umgehen.. es blieb wohl nur der Entschluss ihm einfach die Kehle aufzuschlitzen. Er trug ja nicht einmal mehr einen Helm.. Wie unklug.

Gerade als sie ihre Entscheidung gefällt hatte, und den Griff des Dolches noch fester umklammerte um es zu vollenden, nahmen ihre empfindlichen Ohren ein Surren wahr. Allie drehte sich geschwind zur Seite, doch es war zu spät um auszuweichen, und sie sah, fast schon wie in Zeitlupe, wie mehrere Pfeile auf sie zurasten, und einschlugen.

Von dem Schock, der Schmerzen und der Wucht des Geschosses fiel sie zusammen mit dem Soldaten zu Boden, schnappte nach Luft und umklammerte den Pfeil reflexartig direkt an der Einschussstelle. Er war nur wenige Zentimeter oberhalb ihres Herzens eingeschlagen, und die Pfeilspitze mit dem Widerhaken blickte aus ihrem Rücken heraus. Ein weiterer Pfeil traf sie am rechten Oberschenkel, und steckte bis zur Hälfte darin.

Schnaufend sah sie sich um. Der Soldat lag neben ihr, jedoch traf ihn einer der Pfeile direkt zwischen den Augen, ein weiterer in der Schulter. Er war wohl augenblicklich tot.

"Verdammte Brut..", fluchte sie vor sich hin, und zog sich mit schmerzverzerrtem Gesicht nach oben. Wenn sie hier liegen blieb, war sie so gut wie tot. Stöhnend und mit Schweißperlen auf der Stirn humpelte sie weiter hinter die Linien, wo fast nur noch Tod zu sehen war und ließ sich schließlich neben einem Leichenhaufen niederfallen.

Allie schnappte einige Male nach Luft, bevor sie den Pfeil an der Brust los ließ, und den aus ihrem Oberschenkel mit einem Schmerzensschrei herauszog. Blut quoll aus der Wunde, und sie durchwühlte die kleine Tasche die sie mit sich schleppte, worin sich Tränke, Kräuter, Wasser und Verbände befanden. Mit zittrigen Händen zog sie schließlich eine Bandage hervor, mit welcher sie den Schenkel notgedrungen verband.

Schwerfällig lehnte sie sich zurück, sodass ihr Rücken den Leichenhaufen berührte. Dabei durchfuhr sie erneut ein stechender Schmerz. Der Pfeil in der Brust. Sie schnappte erneut einige Male nach Luft, und versuchte die Pfeilspitze zu erfassen, um sie abzubrechen. Vergebens. Selbst wenn sie es geschafft hätte, die Spitze zu berühren, so wäre für sie selbst in diesem Zustand unmöglich gewesen sie abzubrechen, um sie herauszuziehen. Um dann.. das war das Problem. Sie konnte ihre Heilzauber zwar wirken, doch bisher immer nur wenn sie alles andere um sich ausschalten konnte. Und dieser Ort war dafür mehr als gar nicht geeignet, noch dazu unter solchen Schmerzen.

War das das Ende?

Sie glaubte nicht daran, auch wenn alles dafür sprach, sie musste hier überleben, musste weiterkämpfen.. Sie dufte nicht so lächerlich von dannen gehen.. Sie umklammerte den Pfeil mit beiden Händen, wütend über sich selbst.

Allie begann zu husten und spürte wie ihr Blut über die Lippen lief, der Blick immer verschwommener wurde, die Atmung immer schwieriger.

'Du hättest ihn heilen sollen, sofort als Du ihn gerettet hast, dann wären wir jetzt nicht in dieser Situation. Deine Wut und Dein Hass ist schuld daran, und das weißt Du!'

Sie hörte die Stimme, ignorierte sie jedoch, und blickte stattdessen einfach weiterhin geradeaus, schien zu überlegen, wo es doch nichts zu überlegen gab.


#2550
Bellandyrs

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Die Schlacht tobte erbarmungslos weiter und forderte seine Opfer, genauso wie die Sonne erbarmungslos vom Himmel brannte. Zwischenzeitlich waren sie im Tal angelangt, hinter sich eine Spur des Todes ziehend. Leichen und schwer Verlezte lagen hinter ihnen, Feinde sowie auch Freunde.

Bella kämpfte mit verbissener Wut weiter, aber sie merkte, dass es ihr bereits an die letzten Kräfte ging. Der Schweiß lief ihr über den Rücken, die Haare klebten unter dem Helm an ihrem Kopf an, und ihr Magen knurrte vor Hunger teilweise lauter als die Kampfschreie der Hurlocks. Sie hatten die Armee der Brut bereits stark gelichtet, aber es waren immer noch zuviele.

Bella schätzte, dass inzwischen Soldaten Thedas und Feinde in der Zahl etwa gleich waren. Sie hatten eine wirkliche Chance, diesen Kampf zu gewinnen. Aber zu welchem Preis! Theron hatte sie bereits verloren. Von Jannis sah sie überhaupt nichts, auch Lyna war aus ihrem Sichtkreis verschwunden. Diese war zwar bei den Bogenschützen, aber war sie noch am Leben?

Isaac kämpfte wie ein Berserker, auch wenn er den einen oder anderen Kratzer abgekriegt hatte. Bella stolperte über einen Gegner, der vor ihrer Nase zu Boden ging, und rammte dem nächsten Hurlock ihre Dolche in den Bauch. Sie konnte kaum noch, vor lauter Erschöpfung waren ihre Bewegungen rein automatisch. Bellas Gedanken kreisten nur noch darum, wann diese verdammte Schlacht endlich vorbei sein würde. Und wenn schon gekämpft wurde, dann könnte man doch auch einen Getränke-Ausschank organisieren? Der Durst quälte sie beinahe noch schlimmer als der Hunger und ihre Zunge klebte am Gaumen. Wie ging es den anderen?

Plötzlich wurde ihr übel, und vor ihren Augen drehten sich Kreise. Sie blinzelte ein paar mal, aber die Kreise blieben. Sie würde eine kleine Pause machen müssen, bevor sie wegen eines Kreislaufkollapses umfiel. Vorsichtig ließ sie sich hinter die Hauptkampflinie zurück fallen. Nur eine Minute hinsetzen und sich ausruhen, dachte Bella sich.

Sie blickte sich um, wo sie halbwegs geschützt sein würde, und sah einen Leichenhaufen. Dort wäre sie nicht sofort sichtbar. Schnell rannte sie dort hin, nach Luft ringend und die Kreise vor ihren Augen ignorierend. Sie ließ sich sofort auf den Boden gleiten, riss sich den Helm vom Kopf und schnappte nach Luft. Dabei schaute sie sich um, nicht dass sie doch noch einen Gegner übersehen hatte, für den sie nun leichte Beute wäre. Ihr stockte der Atem, als sie statt eines Gegners Allie sitzen sah, einen Pfeil in der Brust. Vergessen war ihre Schwäche, ihr Durst oder ihr Hunger. Nicht Allie! Sie durfte nicht tot sein, nicht, nachdem die Magae soviel in Kauf genommen hatte, um der Brut zu entwischen.

„Allie!!!“ schrie Bella, und stürzte auf die Gefährtin zu. Schnell blickte sie in ihr Gesicht. Allie hatte die Augen zwar geschlossen, aber sie sah, dass sich der Brustkorb hob und senkte. Vorsichtig rüttelte sie ihre Freundin an den Schultern.
„Beim Erbauer, Allie! Reißt Euch zusammen! Ich helfe Euch, den Pfeil zu entfernen, aber heilt Euch! Ihr werdet doch nicht jetzt aufgeben? Verdammt nochmal, Ihr habt soviel durchgemacht, das kann doch nicht umsonst gewesen sein?“

Hektisch durchsuchte sie ihre Hüfttasche. Irgendwo hatte sie auch ein paar Lyrium-Tränke einstecken, wenngleich es nur leichte Tränke waren, und davon nicht viele. Sie hätte sie ohnehin nicht gebraucht, aber hatte sicherheitshalber welche besorgt.
„Na also, da ist es ja...“ murmelte sie und entkorkte die Phiole. Dann hielt sie Allies Nase zu, schob ihr das Fläschchen zwischen die Lippen und kippte den Inhalt in Allies Mund. Danach hielt sie mit der anderen freien Hand den Mund der Gefährtin zu. Allie mußte schlucken, ob sie wollte oder nicht. Und Bella hoffte, dass sie dadurch wieder zu Kräften kam.

Modifié par Bellandyrs, 06 octobre 2010 - 08:56 .