Die Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)
#2551
Posté 06 octobre 2010 - 09:57
Ineinander verkeilt, Die Fänge in die Flanken geschlagen.
Die Taktik war aufgegangen. Die Brut von drei Seiten eingekeilt, eingekesselt in ein Korsett aus Tod und Klinge.
Der Boden war aufgewühlt, knietiefer Schlamm, der das ganze Blut nicht mehr aufnehmen konnte. Soviel, wie vergossen wurde, konnte garnicht versickern.
Avalos rammte mit Leichtigkeit sein Schwert von oben in einen Genlock. Schlüsselbein und Schulterblatt zerbrachen mit einem knirschenden Laut, während er schon zu einem Tritt ansetzte, um seine Klinge wieder aus dem röchelnden Feind herauszuziehen. Inzwischen war Chancengleichheit hergestellt, die massive zahlenmäßige Überlegenheit war dahin. Soviele hatten sie abgeschlachtet, aber es rückten immer mehr dieser Missgeburten nach.
Sein Blick hatte etwas irres, während er von Gegner zu Gegner hastete und ihnen den Tod brachte. Nichts schien ihn aufhalten zu können, nichts seinem Stahl und Hass widerstehen zu können, Sein Wahnsinn brach Bahn und dem Feind den Tod.
Sein Dolch sang, seine Klinge jubilierte, und sein Herz hörte auf zu schlagen, für ein Momentum der Ewigkeit. Seine schwarze, über und über mit Blut besudelte Plattenrüstung vibrierte unter der Kraft, die sie hielt.
Seine Augen glühten, ein unheimliches, flackerndes, jadegrünes Licht, dass aus dem Sehschlitz seines Helms zu quellen schien. Dämonenhaft.
Einem Hurlock schlug er mit seiner gepanzerten Faust ins Gesicht. Knochen barsten, und das hohe Quieken erstarb mit einem Schlag.
Ein Abgesandter, ein paar Schritt vor ihm. Doch die Bestie zögerte. Trat zurück, blickte sich panisch um und ergriff die Flucht. Angst, vor dem schier unbesiegbaren Gegner, gehüllt in schwärzestem Stahl, destilliert aus den Albträumen seiner Feinde.
Und er lachte. Es war irrer Laut, durchtränkt mit dem unstillbaren Durst nach Gewalt, nach Blut, nach Tod und Verderben. Er war ein Engel, ein Engel, der den Untergang und Abendrot brachte.
Auf ganzer Länge kamen die Kämpfe zum Erliegen. Ein mehrere Schritt breite Schneise. Stille. Auffrischender Wind. Und absolute Stille.
Die Brut schien verängstigt. Und ein nie gekannter Ausdruck trat in ihre Augen: Furcht. Panik.
Mit einem häßlichen Knirschen rammte Avalos sein Besudeltes Schwert in einen zuckenden Genlock, der schon längst im röchelnden Todeskampf im Schlamm darnieder lag.
Ein zu groß geratener Hurlock zuckte zurück.
Eine Meute Genlocks glotzte verwirrt ihren großen Kompagnon an, bleckten die Zähne und plusterten sich auf.
Ihr Gegiggel hörte sich verloren an.
Ein Luftzug streifte über das Feld der Schlacht. Kein Schlachtenlärm trug er mit sich nichts, nur das ewigklagende Lied des Windes.
Avalos Faust schloss sich um sein Schwert. Das Leder knarzte. Die Stahlplatten rieben aneinander, Metallisches Klingeln, wie von kleinen Glöckchen.
Mit einem Schmatzen zog er es aus dem Leichnam.
#2552
Posté 08 octobre 2010 - 07:09
"Lyrium.. als ob das was bringen würde..", sagte sie krampfhaft, verzog sogleich das Gesicht erneut und umklammerte den Pfeil noch fester, "Wir wissen.. wissen doch beide, dass.. dass ich es nicht kann.. wozu sich also die Mühe ..."
Sie beendete den Satz nicht, sondern sog einige Male scharf Luft ein. Der Pfeil brannte wie Feuer in ihrer Brust, schmerzte bei jedem Atemzug. Aber wäre es nur das gewesen, was ihr in jenem Moment zu schaffen machte, wäre sie wohl kaum so negativ eingestellt gewesen. Ihr Kopf schmerzte höllisch, sie wusste was das bedeutete, ihre Adern schienen noch immer vor unterdrückter Wut zu pochen, sie hörte immer wieder die Stimme ihres eigenen Ichs, versuchte sie zu ignorieren, und vermutete dass der Pfeil, der vorhin in ihrem Bein steckte, mit irgendeinem Gift besudelt war.
Allie wusste nicht worauf sie sich konzentrieren sollte, zu viele Eindrücke und Gefühle schienen auf sie einzuprasseln.
"Sagt ihm, dass es mir leid tut... aber... aber ich glaube nicht, dass...", stotterte sie erneut hervor, und beendete den Satz abermals frühzeitig.
'Du bist so schwach! Steh' auf und kämpfe!'
"Nein..", murmelte sie vor sich hin, und fasste sich schwer atmend mit der blutbefleckten Hand an die Stirn und vergaß für einen Moment komplett, dass Bella neben ihr war.
#2553
Posté 08 octobre 2010 - 07:31
"Allie, verdammt nochmal. Jetzt reißt Euch zusammen! Ihr habt schon öfter jemanden geheilt, und das im Unterbewußtsein. Nun geht es um Euer eigenes Leben, und Ihr gebt auf? Ihr seid ein Wächter! Und das bischen Pfeilwunde... "
Natürlich meinte sie das nicht so, sondern spielte die Verletzung bewußt herab. Sie sah, dass Allie bereits sehr geschwächt war, hatte es aber eher auf den Zustand geschoben, dass sie sich mit ihren Zaubern verausgabt hatte. Ihren Oberschenkel hatte die Freundin schon verbunden, aber auch dieser war vom Blut durchtränkt. Allies Verbandszeug lag noch neben ihr, Bella entfernte den alten Wundumschlag. Dann nahm sie einen neuen zur Hand, legte ihn straff an und wickelte diesen um den Oberschenkel.
Die Zwergin grübelte. Allie war nicht tot, sie lebte. Aber sie hatte den Lebenswillen verloren, und es war dringend notwendig, ihr diesen wieder zu geben. Nur wie? Mit einem Arschtritt? Mit gutem Zureden? Jannis herbeizaubern? Sie schüttelte den Kopf.
Wenn Allie aufgeben wollte - dann konnte Bella ihr nicht helfen. Aber immerhin konnte sie vermeiden, dass sie sofort das zeitliche segnete. Kurzerhand zog sie Allie kurz an sich, dass diese sich mit dem Oberkörper an ihr anlehnen mußte, und brach die Pfeilspitze im Rücken mit ihren beiden Händen ab. Diese warf sie mit voller Wucht über ihre Schulter nach hinten und hörte nur, dass jemand wie am Spieß brüllte. Sie hatte keine Zeit, nachzusehen, wer schrie, Allie war gerade wichtiger.
Sie ließ die Gefährtin wieder zurück gleiten, und zog mit einem Ruck den Pfeil aus ihrer Brust. Es hinterließ ein hässliches Geräusch, als der letzte Milimeter ihren Körper verließ, und sofort schoß Bella eine Blutfontäne ins Gesicht.
Hektisch presste sie ihren gepanzerten Daumen auf die Einschuß-Stelle und sah kurz über ihre Schulter. Am liebsten hätte sie laut aufgelacht. Einige Meter hinter ihr sah sie einen Genlock, die Pfeilspitze im Auge, die Hand davor gehalten, und im Kreis laufend. Mit seinem Gebrüll würde er jedoch schnell andere Gegner anlocken. Kurzerhand warf Bella ein Säure-Fläschchen in seine Richtung, ein weiterer Schrei zeugte davon, dass sie getroffen hatte. Der Genlock war in den nächsten fünf Minuten Vergangenheit, die Säure würde ihn zersetzen.
Vorsichtig lockerte sie den Druck auf die Wunde, bis sie letztlich den Daumen weg nahm. Es hatte geholfen, die Blutung war gestillt. Sie legte einen weiteren Druckverband um, dieses mal um Allies Brustkorb.
Allie hatte zwischenzeitlich die Prozedur über sich ergehen lassen, schlug die Augen kurz auf, und murmelte so etwas ähnliches wie: "Wieso? Bringt doch nichts..."
Bella strich Allie die Haare aus der Stirn, stellte die Lyrium-Tränke auf den Boden und sagte relativ behutsam:
"So und nun steht auf, und kämpft weiter. Heilt Euch vorher oder auch nicht. Aber einfach kampflos aufzugeben könnt Ihr vergessen. Wenn, dann bleibe ich solange neben Euch, bis Ihr wirklich tot seid. Und nochwas Allie, ich weiß dass Ihr es könnt. Ihr müßt nur an einen schönen Moment denken. Und das wird doch wohl nicht so schwer sein! Ein grauer Wächter kämpft bis zum letzten Atemzug, und sitzt nicht tatenlos vor einem Leichenhaufen und wartet, bis er aus dem Leben scheidet."
Modifié par Bellandyrs, 08 octobre 2010 - 07:41 .
#2554
Posté 16 octobre 2010 - 03:34
Der Mann legte seinen Kampfstab zur Seite. Dieser sah aus wie eine simple Metallstange, an deren Ende zwei lange Klingen befestigt waren, an denen das Blut der Dunklen Brut klebte. Offenbar hatte der Alte schon einiges von diesem Geschmeiß erledigt. Nachdem er seinen Stab in den Boden gesteckt hatte, nahm er ein Fläschchen mit einer roten Flüssigkeit darin zur Hand, bevor er neben den beiden in die Hocke ging.
„So trinkt was von diesem Zeugs, junge Frau. Habe ich selbst gemixt. Bin ja auch eigentlich Apotheker“, grinste er, während er die Flasche an Allies Mund führte und ihr einen kräftigen Schluck einflösste. „Schmeckt zwar wie abgestandene Genlockpisse, doch bringt Euch im nu wieder auf die Beine. Was wohl auch am Geschmack liegen könnte.“
Modifié par Aliens Crew, 25 octobre 2010 - 03:55 .
#2555
Posté 16 octobre 2010 - 05:25
Als Bella ihr den Pfeil ruckartig aus der Brust zog, wurde sie von diesen höllischen Schmerzen wohl wieder zurück in die Realität geworfen. Sie spürte wie das Blut in Strömen ihren Körper verließ, und Bella diesen Fluss hecktisch zu dämmen versuchte. Wäre die Zwergin nur etwas früher gekommen.. trotz alledem war Allie ihr für die Hilfe dankbar, auch wenn sie wahrscheinlich nichts bringen würde.
"Wenn ich weitermache.. hat sie gewonnen..", brachte sie schwach hervor und blickte mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Bella. Wahrscheinlich würde diese kein Wort von dem was sie sagte verstehen, aber das war auch egal. Ehe diese irgendetwas dazu sagen konnte, vernahm Allie eine Stimme, drehte den Kopf in dessen Richtung und sah irgendeinen Mann der glaubte er sei einer von der besonders witzigen Sorte. Nur Sekunden später steckte ihr dieser auch schon irgendein Fläschchen in den Mund.
Am liebsten hätte sie sofort alles wieder ausgespuckt. Allie kannte ja schon alle möglichen Kräutermixturen, aber eine solch ekelhafte, hatte sie wohl noch nie getrunken. Das Zeug war extrem bitter, etwas pfefferminzartig und zugleich erinnerte es sie an Essig... und zudem brannte es in der Kehle.. woher er wohl wusste wie Genlockpisse schmeckt? Allie verdrängte den Gedanken, da es ihr dabei fast hoch kam. Einige Male musste sie stark husten und sich dabei schmerzhaft mit beiden Händen auf den Brustkorb drücken.
"Was war das für ein Zeug!?", sagte sie etwas erschrocken und hustete weiterhin. Nebenbei hoffte sie, dass sich diese hausgemachte Mixtur mit dem Lyrium, welches ihr Bella vorhin eingeflößt hatte, vertragen würde, sonst würde das Zeug auf verkehrtem Wege nochmal durch ihre Speiseröhre wandern, sofern sie nicht vorher an einem Hustanfall sterben würde.
Einen Moment lang schien sich alles zu drehen und die beiden Wunden zogen und brannten höllisch, jedoch lenkte sie dieser Husten davon auch etwas ab. Sie hatte keine Ahnung worauf sie sich konzentrieren sollte. Das einzige Gefühl, welches sich stark zu verbreiten schien, war eine Art innere Wärme.
#2556
Posté 16 octobre 2010 - 06:29
Der Mann, der sich schon wieder erhoben hatte, packte seinen im Boden steckenden Kampfstab und zog diesen wieder aus der Erde. Dann kreiselte er herum, wobei er die Waffe durch die Luft sausen ließ, so dass diese nur knapp über Bellas Kopf hinwegfegte und den Genlock aufschlitzte, der hinter Drakenot herangestürmt kam.
Die scharfe Klinge schlitzte die Brust des Unholdes auf, der wie ein Schwein quiekte. Ein Tritt aus der Drehung heraus beförderte den Genlock nach hinten, direkt in die Arme seiner beiden Kumpane. Der Alte setzte gleich nach. Er stach mit seinem Kampfstab zu und spießte den zweiten dieser Missgeburten auf.
Der dritte im Bunde wich überrascht zurück, als der Mann seinen Stab wieder aus der Leiche seines letzten Opfers herauszog. Doch dann stürmte er vor und griff Drakenot mit seinem rostigen Schwert an. Dieser hatte seine Waffe schon wieder mit beiden Händen umklammerte. Geschickt blockte er den plumpen Angriff seines Gegners ab, dessen alte Klinge an dem harten Kampfstab einfach zerbrach. Scheinbar entsetzt starrte der Genlock auf die Reste seines Schwertes.
„Pech gehabt, Kleiner“, meinte der Alte höhnisch, bevor er seinen Stab herumsausen ließ und die Klinge in den Schädel seines Feindes rammte. Röchelnd brach dieser zusammen. Drakenot wandte sich ab und ging zu den beiden Frauen zurück.
„Immer diese aufdringlichen Verehrer. Schlimm, dass man nicht einmal im Alter Ruhe vor diesen plumpen Annäherungsversuchen hat. Wo waren wir? Ach ja. Ihr wolltet mir, glaube ich, sagen, wie Ihr heißt, nicht wahr?“
Modifié par Aliens Crew, 25 octobre 2010 - 03:54 .
#2557
Posté 17 octobre 2010 - 11:31
Mit einem Schmatzen zog Avalos seine besudelte Klinge aus der Missgeburt.
Unter seinem Visier nahm das grünliche Leuchten noch zu, während seine Lippen sich zu einem wahnsinnigen Grinsen verzogen, das schon längst jedwede Grenze zum Menschlichen verlassen hatte.
Einen Schritt vor. Die Brut wich einen zurück.
Schallendes Gelächter, und seine Soldaten stimmten mit ein. Die Brut hatte Angst.
"Stürmt noch einmal, Streiter, auf dass wir in ihrem Blut baden können!" Ohrenbetäubendes Gebrüll, während sie mit wenigen Schritten die Distanz zur Brut überwanden und erneut Tod und Verderben säten.
Einem Gesandten trieb er seinen Dolch bis zum Heft in die Achselhöhle, rammte seine in Stahl geschlagene Faust in das Gesicht eines Genlocks und brach ihm das Genick. Schon im nächsten Augenblick fand sein Schwert ein Ziel, ein wirbelndes Crescendo aus blitzendem Stahl und sterbenden Feinden.
Ein Derwisch der Gewalt, absoluter Tödlichkeit und Eleganz auf einer erschreckenden, beinahe tänzerischen Leichtigkeit.
Die sanfte Brise war verflogen. Stattdessen türmten sich in atemberaubender Geschwindigkeit grauschwarze Sturmwolken auf, die das Licht der Sonne verdunkelten.
Am Horizont zuckten Blitze, weiß verästelte Lanzen aus Licht, die der Erde entgegenrasten.
Aus der Ferne dröhnte es unheilvoll. Nicht die Blitze.
Die Reiterei, den Rest erledigen sollte.
Eine Wand aus Pferd und Lanze, die die Brut niederreiten würde.
Jetzt war die Falle komplett. Von drei Seiten eingekeilt, und von hinten überrannt. Aussichtslos. Und die Brut, dumm und panisch wie sie war, würde einfach in ihre Klingen rennen.
Der Aufprall von Kavallerie und Brut war ohrenbetäubend, donnernd wie die zerschellende Brandung an einer schroffen Felsküste.
die ersten fünf Reihen verschwanden einfach unter den Hufen der Pferde, und den Rest erledigten die massiven Lanzen der Reiterei.
Es war ein Gemetzel, ein recht einseitiges.
Waren in den ersten Stunden der Schlacht die Verhältnisse noch ausgeglichen gewesen, kippte es jetzt ins Fatale.
Avalos Klinge fand ein letztes Ziel. Knirschend schrammte die Schneide durch den Brustpanzer, bis sie nahe an der Wirbelsäule wieder austrat. Wie eine Puppe, dessen Fäden man durchgeschnitten hatte, fiel der Kreischer wie ein nasser Sack zu Boden und rührte sich nicht mehr.
Der Wind frischte auf. Der Schatten legte den Kopf in den Nacken, so gut es eben mit der schweren, zerbeulten Plattenrüstung eben ging und betrachtete das schmutziggraue Wolkenkleid.
Die Wolken weinten. Schwere Regentropfen fielen vom Himmel, zerplatzten mit einem leisen pitsch! in seiner geöffneten Handfläche.
Und dann öffneten sich alle Schleusen des Himmels. Es regnete in Strömen, breitete ein Mantel des Schweigens über das blutgetränkte Schlachtfeld. Geräusche reduzierten sich auf undeutliche Laute.
Mit schweren Schritten, jeder Schritt als Bürde, schleppte er sich über das Schlachtfeld. Die Müdigkeit kam jetzt wie ein Hammerschlag. Aber vorher musste er mit der Heeresführung sprechen, und sich ebenso um seine Gefährten kümmern.
Morgen würden sie das Schlachtfeld absuchen. Und dann würde er haben, was sie wollten.
Und gemessen an dem, was ihr Fund ihm sagen würde, sich deuten ließ, würden die nächsten Schritte aussehen.
#2558
Posté 17 octobre 2010 - 12:18
"Verdammte Brut!", fluchte sie und schlug wütend mit der Faust auf den kahlen Boden. Anschließend beobachtete sie eher ungläubig, wie dieser ältere Mann sich durch die Brut schlug, und Bellas Blick kam dem von Allie wohl sehr ähnlich. Er schien seinen Spaß daran zu haben. Einem Teil von Allie gefiel die Einstellung, der andere fand es etwas leichtfertig. Man konnte doch eine solche Schlacht nicht mit so viel Humor sehen? Oder doch? Ihre Meinung blieb gespalten.
'Was sitzt Du hier noch so rum? Willst Du warten bis uns dieser Kerl alle wegschnappt?'
Allie seufzte und rollte genervt mit den Augen, ignorierte was sie hörte. Kurzerhand nahm sie sich einen der Lyriumtränke, welche Bella neben ihr abgestellt hatte, trank diesen mit einem Satz leer und stand noch schluckend mit schmerzverzerrtem Gesicht auf. Beinahe wäre sie umgefallen, da sie kurz nur noch schwarz vor sich sah, ihr Kreislauf fing sich aber gerade noch, wohl dank des Lyriums.
"Ich stehe wohl in Eurer Schuld Drakenot, welch Bedauern, dass wir uns unter solchen Umständen vorstellen müssen.", erwiderte Allie in gebückter Haltung, noch immer schmerzhaft mit den Händen auf die wohl noch nicht komplett verheilte Wunde drückend.
"Kaysallie, Grauer Wächter, Magierin des Zirkels... mehr oder weniger... aber nennt mich einfach Allie, erfreut Euch kennenzulernen, wenn ich auch gerade nicht besonders erfreut wirke..."
Allie blickte in die Richtung in welcher die Schlacht tobte. Ihre Atmung war schwer, Schweiß stand auf ihrer Stirn und ihr Kopf schmerzte bei dem Anblick. Irgendetwas geschah, da es ihr urplötzlich einen starken Stich darin versetzte. Unmengen an seelenlosem Leben ging gerade in all den anderen Leichen unter. Welche Macht war dort zu Gange?
Ein Regentropfen fiel direkt auf ihre Nase, gefolgt von vielen weiteren, und sie blickte zum Himmel. Der starke Sonnenschein, welcher ihnen vorhin die Kraft saugte war hinter vielen Wolken verschwunden. Wie wenn der Himmel plötzlich über all die Toten zu weinen beginnen würde, prasselte schon bald das kalte Wasser herab und ließ eine stinkende schlammige Masse am Boden entstehen.
"Die Brut wird zurückgeschlagen... wir sollten...", sie beendete den Satz nicht, sondern humpelte in die Richtung aus welcher die grausamen Schreie ertönten, blieb jedoch nach nur zwei Schritten an Ort und Stelle stehen und blickte zu Bella, "Danke für Eure Hilfe.. und es tut mir Leid wegen.. wegen Theron.. und wegen des Feuers, ich war nicht ich selbst..", bedrückt und vorwurfsvoll starrte sie auf den nassen Boden.
Modifié par Kaysallie, 17 octobre 2010 - 12:29 .
#2559
Posté 18 octobre 2010 - 03:49
Der Wald dampfte von dem immer stärker werdenden Regen und ein schleierhafter Nebel zog über das Schlachtfeld, die trügerische Stille wurde nur von vereinzelten gewimmer der Verletzten unterbrochen.
In einem Waldstück unweit des ganzen Geschehens sammelten die Generäle der dunklen Brut den kärglichen Rest ihrer einst so glorreichen Truppen und hatten gerade vor sich aus dem Staub zu machen. Doch sie blieben nicht unentdeckt ein Späher der die Spur von flüchtenden Hurlocks verfolgt hatte entdeckte sie in ihrem Versteck."
Zelandriel war überrascht noch eine grössere Anzahl der dunklen Brut anzutreffen, er reagierte schnell aber anscheinend nicht schnell genug, Mabaris witterten und enttarnten ihn. Er wusste was er zu tun hatte, die Allianz musste dieser Generäle habhaft werden, das würde der dunklen Brut einen schwereren Schlag versetzen, mehr noch als der Verlust ihrer Armee. Doch vorerst hatte er ein Problem, Mabaris und etliche Hurlocks hefteten sich an seine Fersen als er davonstürzte.
Er lief so schnell wie ihn seine Beine trugen, seine Leute mussten den Standort dieser Generäle unbedingt erfahren. Doch Mabaris kommt man nicht so einfach davon, schon gar nicht wenn sie mit der dunklen Brut infiziert worden sind, so hatten sie ihn bald eingeholt. Todesmutig hechtete Zelandriel einen Abhang hinunter um zumindest aus dem Schussfeld der Bogenschützen zu kommen, nachdem er eine halbe Ewigkeit den Abhang hinuntergerollt ist, landete er unsanft in einem von Blut getränkten Bach.
Er rappelte sich auf und konnte gerade noch seine beiden Dolche zücken bevor ihn der erste Mabari ansprang. Er konnte schon den heissen Atem an seiner Kehle spüren und blickte in dessen glühende Augen als der Mabari getroffen von seinem Dolch in sich zusammensackte und an ihm herabglitt. Seine Todesangst verhalf Zelandriel zu unglaublichen Reflexen, es schien als wäre er mit seinen Dolchen eins geworden. Seine Bewegungen glichen einem Todestanz und einer nach dem anderen Mabari fiel seinen Dolchen zum Opfer.
Aus zahlreichen Wunden blutend schleppte er sich weiter, allerdings hatten einige Hurlock-Bogenschützen Boden auf ihn gutgemacht und deckten ihn mit einem Pfeilhagel ein. Ein stechender Schmerz durchlief ihn als ein Pfeil seine linke Schulter durchbohrte.....doch der Gedanke die wichtigen Information unbedingt weitergeben zu müssen liesen ihn seine Verwundung vergessen, zu wichtig war sein durchkommen zu den eigenen Truppen. Die Ergreifung der feindlichen Generäle könnte die dunkle Brut um Jahre zurückwerfen.
Der Pfeil dürfte vergiftet gewesen sein, er spürte wie langsam seine Sinne schwanden und kam nur mehr taumelnd voran. Die Hurlocks gaben sich offensichtlich mit dem Treffer zufrieden oder sie waren auf sich selbst bedacht ...auf jeden Fall machten sie kehrt und verzichteten auf eine weitere Verfolgung.
In einiger Entfernung erkannte Zelandriel schemenhaft eine kleine Gruppe von Leuten, und steuerte schnurstracks auf sie zu. Kurz vor der Gruppe trugen ihn seine Beine nicht mehr, er fiel mit dem Gesicht voran auf den von Blut getränkten Waldboden und bevor er bewusstlos wurde hörte er sich noch stammeln....dunkle Brut Anführer, Waldstück am Hüg.......
Modifié par Doomheart43, 18 octobre 2010 - 08:35 .
#2560
Posté 18 octobre 2010 - 07:04
"Bellandrys, grauer Wächter. Ebenfalls erfreut, und vor allem sehr dankbar, dass Ihr meiner Gefährtin auf die Beine geholfen habt. Ich konnte leider nicht viel ausrichten!" Sie nickte dem Mann freundlich zu.
Innerlich schüttelte sie den Kopf. Sie standen am Rande des Schlachtfeldes, vor ihnen tobte der Krieg, und sie betrieben hier beinahe höfische Etikette, gerade so, als ob sie nichts anderes zu tun hätten. Fehlte nur noch der Butler, der Kekse und Tee ausschenkte.
Dann hörte sie, wie sich Allie entschuldigte, und ihr Schmerz kam mit voller Wucht zurück. Während des Kampfes und der Sorge um Allie, hatte sie den Tod Therons verdrängen können.
Leise sagte sie zu Allie: "Ist schon in Ordnung, Allie, Ihr habt es gut gemeint. Und ich bin froh, dass er nicht noch zerstückelt wurde oder sein Leichnam geschändet oder geplündert wurde. Ihr hättet ihm auch eine Feuerbestattung zukommen lassen, also habt Ihr nicht überreagiert, sondern nur so gehandelt, wie es Eurer Natur entspricht. Und jetzt heilt endlich Eure Wunde, ich kann bald nicht mehr hinsehen! Außerdem sind da noch ein paar Kreaturen, die auf den Tod warten."
Bella setzte ihren Helm wieder auf und wandte sich in die Richtung, wo der Kampf tobte. In dem Moment verdunkelte sich der Himmel, Blitze waren in der Ferne zu sehen, und der Boden bebte leicht.
"Was zum..." sagte Bella und blickte fragend Allie und Drakenot an, um ihren Blick dann gen Himmel zu wenden, als ob sie dort eine Antwort finden würde. Gleich darauf begann es wie aus Kübeln zu regnen. "Auch das noch..."
Am liebsten hätte sie jedoch die Zunge herausgestreckt, um ihren Durst mit den Regentropfen etwas zu stillen.
Ein gewaltiges Donnern war zu vernehmen, Schmerzensschreie, und Bella sah, wie in der Ferne die Reiterei auftauchte. Das ließ sie neuen Mut schöpfen.
"Allie!" rief sie. "Seht doch, die Reiterei! Endlich, ich glaube, der Kampf wird bald vorbei sein!"
Euphorisch rannte sie wieder aufs Schlachtfeld, aber die berittenen Soldaten hatten ganze Arbeit geleistet. Nur vereinzelt hörte man noch, wie der eine oder andere Gegner den Schwertern zum Opfer fiel. Kurz darauf hörte man das Siegesgebrüll des Heeres. Bella begann vor Freude zu lachen, und stimmte dem Jubel mit ein. Ihre Augen strahlten, sie lief zurück zu Allie, nahm sie bei der Hand und hüpfte im Kreis umher.
"Wir haben es geschafft Allie! Die Brut ist vorerst vernichtet!" freute sie sich.
"Kommt, laßt uns sehen, ob unsere Gefährten überlebt haben!"
Dabei huschte ein Schatten über ihr Gesicht. Theron hatte sie verloren. Sie hoffte, dass wenigstens den anderen dieses Schicksal erspart blieb.
#2561
Posté 19 octobre 2010 - 07:15
Innerhalb weniger Sekunden ergoss sich dass Wasser über den zertretenen Boden und verwandelte das Schlachtfeld in eine Mischung aus Matsch und Blut. Noah taumelte etwas benommen, bevor er realisierte, dass der Kampf vorbei war. Jubelrufe wurden laut um ihn herum. Doch er stimmte nicht mit ein. Kraftlos stapfte er durch die Leichen an den Rand des Schlachtfeldes. Ihm war nicht nach Feiern zumute.
Aus den Augenwinkeln bemerkte Noah eine Bewegung. Ein Mann kam den naheliegenden Hügel hinunter getaumelt. Ein Pfeil steckte in seiner Schulter und er schien dem Ende nahe. Noah wusste nicht warum, aber er spurtete zu dem Mann hinüber und erreichte ihn, als dieser zu Boden ging. Er verstand noch eine Warnung, die der Fremde aussprach. Etwas von Anführern der dunklen Brut, die sich im Wald hinter ihm befinden sollten.
Noah schaute sich blitzschnell um und konnte Bella in der Nähe stehen sehen.
„Hey, ich brauche hier Hilfe!“ rief er in ihre Richtung.
Sollte der Mann Recht haben, mussten sie schnellstmöglichst etwas unternehmen, um nicht in einen Hinterhalt zu geraten.
#2562
Posté 19 octobre 2010 - 07:43
Schnell lief sie zu ihm.
"Was ist passiert? Noah, welch Glück, Ihr lebt.. meine Güte, bin ich froh!" Sie fiel ihm um den Hals vor Freude, dass noch einer ihrer Gefährten überlebt hatte.
Erst da sah sie den Mann am Boden liegen. "Ist er tot?" fragte sie Noah, der den Kopf schüttelte, aber ihr erzählte, was er gehört hatte.
Bella wurde blaß. Sie hatte gedacht, die Schlacht sei vorüber, aber dem war wohl nicht so.
"Los! Wir müssen das Avalos sagen!"
Schnell wandte sie sich ab, lief einige Schritte, drehte sich um und lief wieder zurück.
"Hm, den sollten wir aber mitnehmen. Packt Ihr mit an?"
Sie nahm den ohnmächten Mann unter den Schultern hoch, und wartete darauf, dass Noah die Beine hochhob, so dass sie den Mann vom Schlachtfeld bringen konnten, an den Rand, wo hoffentlich bereits die Heiler und Magier standen.
#2563
Posté 19 octobre 2010 - 07:55
„Scheint, als wäre es vorbei, was?“ meinte er zu den beiden gewandt, als ihm plötzlich die dunkelhaarige Gestalt auffiel, die um Hilfe rief. Bellandrys stürmte sogleich zu ihm hinüber, offenbar kannten sich die beiden. Drakenot folgte ihr sogleich und als er die beiden erreicht hatte, da waren sie bereits dabei, einen ohnmächtigen Mann über das halbe Schlachtfeld tragen zu wollen.
„Soll ich mir den Guten nicht erst einmal ansehen?“ fragte er freundlich. „Immerhin bin ich ja Apotheker. Vielleicht habe ich ja was dabei, was ihm helfen kann?“
#2564
Posté 19 octobre 2010 - 08:10
„Wir sollten Avalos schnell Bescheid geben.“ sprach er an Bella gewandt. Sie nickte ihm zu und wandte sich dann ab.
Sie führte ihn durch den Regen über das Schlachtfeld. Noah musste aufpassen, dass er auf dem glitschigen Boden nicht ausrutschte. Immer wieder mussten sie über Leichen der Brut und auch der eigenen Leute steigen. Nur der dichte Regen verhinderte, dass man das grausame Bild des Todes in seinem ganzen Ausmaß erblicken konnte.
Nach kurzer Zeit stieg der Boden an und Noah erkannte, dass Bella sie auf den Hügel hinaufführte, von dem aus sie in die Schlacht gestartet waren. Er konnte schemenhaft Gestalten hinter der Wand aus Regen ausmachen. Ein paar davon waren zu Pferde. Dann hörte er Bella vor sich Avalos` Namen rufen.
Wenige Atemzüge später sah er den Schatten vor sich. Mit grimmiger Miene stand er auf dem Hügel und starrte auf das Schlachtfeld hinab. Eine dunkle Aura umgab ihn. Seine grünen Augen flogen hin und her und schienen sich einen Überblick zu verschaffen. Ein weiteres Mal hielt Noah bewundernd inne, als er Avalos betrachtete. Konnten seine Augen das leisten, was Noahs nicht konnten und durch den scheinbar undurchdringlichen Regen blicken?
Er blieb hinter Bella stehen und überließ ihr das Reden.
Modifié par viento2, 19 octobre 2010 - 08:24 .
#2565
Posté 19 octobre 2010 - 08:47
Außerdem.. konnte man einen Kampf gegen die Dunkle Brut denn überhaupt als beendet bezeichnen? Sie würden immer wieder aus ihren Erdlöchern kriechen. Sie waren Teil dieser grausamen Welt, ebenso wie die sanfte Brise die ihr gerade durch das nasse Haar fuhr und eine Gänsehaut verschaffte.
Ehe sie sich versah, stürmte Bella erneut davon, gefolgt von Drakenot. Unsicher und eher schleppend folgte sie den beiden. Sie musterte kurz den Mann, welchen Noah scheinbar gefunden hatte. Sie verstand nicht wirklich worum es ging, nur dass die beiden wie vom Blitz getroffen davonliefen um zu Avalos zu gelangen.
Allie seufzte und ließ sich neben dem Mann auf den nassen Boden sacken. Sie war nicht wirklich in Eile um Avalos wiederzusehen. Kein Teil von ihr konnte ihn leiden. Lieber hätte sie nach Jannis gesucht, doch wie sollte sie das in diesem Regen und Nebel anstellen? Zudem fühlte sie sich miserabel.
"Ihr müsst mich für eine ziemlich schlechte Magierin halten. Nicht einmal fähig dazu sich selbst zu heilen.", sagte sie wütend eher zu sich selbst, als zu Drakenot welcher sich wohl gerade um den bewusstlosen Mann kümmern wollte.
Sie atmete ein Mal tief ein und aus, sog dabei den Geruch des Todes und Regens ein, spürte die feuchte Luft, die Kälte die durch die Rüstung drängte, welche sie nicht sonderlich störte und lauschte dem prasselnden Geräusch der vielen tausend Wassertropfen die auf dem Boden fielen. Kaum vorstellbar wie ruhig alles schien, wo doch gerade eben noch eine Schlacht tobte.
Zu ruhig... doch sie achtete nicht darauf, versuchte sich zu entspannen, um diese nervenden Wunden doch noch heilen zu können.
#2566
Posté 20 octobre 2010 - 03:01
„Aus welchem Grund sollte ich Euch für eine schlechte Magierin halten, meine Liebe?“, sprach der Alte dabei einfach weiter. „Weil Euch die, für Euren Stand, einfachsten Dinge nicht gelingen? Na und? Das passiert uns allen doch schon mal von Zeit zu Zeit. Ihr seid eben keine Gottheit, sondern eben auch nur eine Elfe und damit quasi ein Mensch…äh…ich meine…Nun, Ihr wisst schon, was ich meine.“
Er zog dem Späher die Lederrüstung über den Kopf und anschließend noch dessen Unterkleidung, bis der Mann mit nacktem Oberkörper vor ihm saß. Der Regen lief dabei in langen Bächen über den Rücken des Spähers. Auch Drakenot war bereits nass bis auf die Haut.
„Ihr habt eben auch Fehler und Schwächen, so wie wir alle. Niemand von uns ist perfekt und somit haben wir alle auch das Recht dazu, dass uns etwas mal nicht gelingt, oder?“ fuhr er fort. „Ihr seid eben auch nur eine Frau, wenn auch eine verdammt hübsche, muss ich dazu sagen. Wäre ich nur fünfzehn Jahre jünger und ihr auf einem Auge etwas blind, na ja, wer weiß, was dann alles passieren könnte.“
Er lachte leise in seinen Bart hinein, während er zu seinem kleinen Messer griff. Mit diesem schnitt er die Wunde des Mannes auf, damit er die Pfeilreste aus dessen Schulter ziehen konnte. Dabei lief auch einiges Blut über den Oberkörper des Spähers, welches dem alten Mann zu dunkel erschien.
„Scheint so, als hätte unser Freund hier eine ordentliche Ladung Gift abbekommen“, murmelte er vor sich hin. „Zum Glück habe ich immer etwas Antidot gegen die meistens bekannten Gifte dabei.“
Der Alte öffnete eine der vielen Taschen an seinem Gürtel, aus der er ein kleines Fläschchen zog. Er entfernte den Verschluss, bevor er einen kleinen Teil dessen Inhaltes in die Wunde träufelte und dem Mann ebenfalls noch einen Schluck davon über dessen Mund zuführte.
„Mir ist nur aufgefallen, dass Ihr sehr wütend zu sein scheint“, bemerkte Drakenot zu Allie gewandt, während er das Antidot wieder wegsteckte und die Wunde anschließend mit Alkohol desinfizierte. „Hat das einen bestimmten Grund? Ich hoffe, das hat nichts mit mir zu tun. Ich habe Euch doch nicht irgendwie verärgert, oder?“
Der Alte grinste Allie für einen Moment an, bevor er damit begann, die Wunde des Spähers zu vernähen.
#2567
Posté 20 octobre 2010 - 05:35
Sein Blick war trüb und er sah nur schemenhaft, wie durch eine Art Schleier, eine Frau die unweit von ihm am Boden kauerte. Über ihm gebeugt nahm er einen älteren bärtigen Mann wahr der sich offensichtlich um seine verletzte Schulter kümmerte.
"So sieht es also beim Erbauer aus und wenn das da drüben ein Engel ist dann muss der Mann…...."
.....seine Gedanken wurden jäh unterbrochen wie der Fremde den ersten Stich an seiner Schulter setzte und sich anschickte seine klaffende Wunde zu nähen. Der Schmerz riss Zelandriel aus seiner Umnachtung und er musste feststellen, dass ihm seine benebelten Sinne einen Streich gespielt hatten.
Plötzlich konnte er sich wieder an alles erinnern. Er schrak hoch und wollte sich aufraffen; stammelte irgendetwas von dunkler Brut und warnen...doch der Fremde drückte ihn sanft wieder zu Boden und meinte lakonisch.
"Mein Freund du wirst jetzt einmal eine Weile liegen bleiben bis ich mit dir fertig bin, und ich bezweifle das du überhaupt so schnelll wieder auf den Beinen sein wirst. ….und was deine Botschaft angeht brauchst du dir keine Sorgen machen, sie wird gerade überbracht.“
Zelandriel lies sich bereitwillig wieder zurückfallen mit einem Kopfnicken schien er seinem Helfer seinen Dank zu signalisieren. Wieder bei vollen Sinnen nahm er jetzt seine nähere Umgebung wahr.
Man hatte ihn offensichtlich auf eine kleine Lichtung unweit des Schlachtfeldes gebracht, in der Ferne konnte er die zahlreichen Leichen sehen die von der vorangegangen gewaltigen Schlacht zeugten. Er ist sich über deren Ausmaß gar nicht bewusst gewesen, da sein Platz nicht auf Seiten des kämpfenden Verbandes war.
Während der Fremde ihm die Wunde zunähte musterte er nun die Frau nochmals.
„ Nein sie war tatsächlich kein Engel, obwohl die junge Elfe mit ihren hellbraunen Haaren, eher blassen Teint mit leicht rötlichen Wangen, wie einer aussah.“
Es war das erste mal seit langer Zeit dass ihm in Anbetracht seines Irrtums ein leichtes schmunzeln auskam.
Der hohe Blutverlust und der kalte Regen der auf seinen entblössten Körper niederprasselte tat sein übriges dass er am ganzen Körper vor Kälte zu zittern began. Die Augen brannten ihm vor Erschöpfung und Müdigkeit, deswegen schloss er sie und lies dem Fremden in Ruhe seine Arbeit machen.
Modifié par Doomheart43, 20 octobre 2010 - 08:55 .
#2568
Posté 20 octobre 2010 - 06:43
Sie seufzte, "Vielleicht bin auch einfach zu stolz. Und keine Sorge, im Turm wäre ich froh gewesen, wenn die Menschen mich als eine der ihren angesehen hätten, aber das ist nicht weiter schlimm, ich nehme es ihnen nicht wirklich übel... im Grunde waren sie nur verärgert darüber, dass ich ihnen um ein paar Längen voraus war... aber danke für das Kompliment, auch wenn ich glaube, dass ich gerade eher wie ein nasser Mabari aussehe... Und glaubt mir... Blindheit hindert einem nicht daran, die wirklich wichtigen Dinge zu sehen."
Allie schmunzelte, hielt einen Moment inne und konzentrierte sich auf ihre noch nicht komplett verheilten Wunden. Ihre rechte Hand drückte sie auf die zarte Narbe an der Brust, und ihre linkte an den Oberschenkel. Es dauerte einige Sekunden, in welchen ihr es schließlich gelang, und sich die Schmerzen zu mindern schienen. Man konnte nur ein leichtes blaues Funkeln erkennen, welches nur einen Herzschlag darauf wieder verschwand.
"Na also, geht doch.", sagte sie mit einem zufriedenem Seufzer und öffnete die Augen, welche sie die gesamte Zeit geschlossen hielt. Kurz musterte sie den Mann welcher bereits versorgt war und irgendetwas vor sich hin stammelte. Dunkle Brut, Engel, Erbauer? Wahrscheinlich glaubte er an einem anderen Ort zu sein... vielleicht im Nichts? Kurz drängte eine fast vergessene Erinnerung in ihren Kopf.
"Ach und nein, das mit... mit der Wut liegt nicht an Euch, sondern an der Dunklen Brut... aber das ist eine längere Geschichte, vielleicht erzähle ich sie Euch zu einem besseren Zeitpunkt..."
Unwohl blickte sie sich um und stand wieder von dem Boden auf. Außer leichter Umrisse des nahen Gebirges und der fernen Nadelbäume konnte man in dem starken Regen und Nebel kaum etwas erkennen. Irgendetwas gefiel Allie an dieser Situation nicht.
'Du weißt, dass es noch nicht vorbei ist, also hör auf mit der Plauderei, sondern tu, wozu wir hier sind!'
Allie versetze es einen Stich im Kopf, sodass sie kurz zusammenzuckte.
"Um was für eine genaue Botschaft, welche Bella und Noah dem Schatten überbringen, handelt es sich?", meinte sie ernst an Drakenot, sowie an den noch benommenen Mann gewandt.
#2569
Posté 20 octobre 2010 - 07:24
Der Alte biss den Faden ab, bevor er sein Nähzeug wieder wegsteckte.
„Aber vielleicht kann uns der Kleine jetzt selbst sagen, was er so wichtiges gesehen hat?“ grinste Drakenot, während er dem Mann kräftig auf die unverletzte Schulter klopfte. „Natürlich nur, wenn Ihr uns nicht lieber was über Eure Engel erzählen wollt, mein Freund.“
#2570
Posté 20 octobre 2010 - 07:51
"Avalos!" rief sie dem Schatten zu, so dass er sie hörte und sich zu ihr wandte.
"Bellandrys, Ihr lebt? Das verwundert mich. Solltet Ihr nicht unten am Schlachtfeld sein und um die Gefallenen trauern, wie Ihr es normalerweise tun würdet?" fragte er sie zynisch.
Bellas Augen verdunkelten sich, Avalos schaffte es immer wieder, sie in Rage zu versetzen. Am liebsten hätte sie ihm wieder einmal ein paar saftige Ohrfeigen verpaßt. Aber was sie gehört hatte, war zu wichtig.
Hastig und mit kurzen Worten berichtete sie, was sie durch Noah erfahren hatte.
"Der Mann liegt noch am Rande des Schlachtfeldes, Allie und ein Apotheker namens Drakenot sind bei ihm."
Unschlüssig blieb sie stehen. Sollte sie einfach wieder zurück marschieren, oder warten, was er zu sagen hatte?
#2571
Posté 20 octobre 2010 - 08:26
Eigentlich seltsam das gerade er, der sich vom Glauben losgesagt hatte, sich beim Erbauer wähnte, angesichts seines Lebens hätte er eigentlich ganz woanders sein sollen, auch wenn das Ganze zuvor nicht real war und seinen verwirrten Sinnen entsprungen war. Er versuchte nicht darüber nachzugrübeln, er wollte das was hinter ihm lag endlich vergessen.
Der freundschaftliche Schlag des Fremden holte Zelandriel wieder aus seinen Tagträumen. Ohne die Augen zu öffnen, weil ihm das einfach zu mühsam war, berichtete Zelandriel was er in dem Waldstück oben am Hügel gesehen hatte.
"Achja und bevor ihr noch länger junger Freund zu mir sagt"....man nennt mich Zelandriel" fügte er seinen Ausführungen noch hinzu......."und danke ........ich verdanke Euch mein Leben".
Modifié par Doomheart43, 21 octobre 2010 - 10:26 .
#2572
Posté 21 octobre 2010 - 03:17
Der Alte wandte seinen Blick Allie zu, während er ohne Unterlass weiterredete. „Und wem wollten Eure Freunde die Botschaft unseres jun…äh…Zelandriels überbringen? Dem Schatten? Wer ist das? Nennt Ihr so etwa den Heerführer? Und sollen wir wirklich auf diesen kleinen Kerl warten? Ihr seid doch eine fähige Magierin, oder? Und ich bin doch auch ganz gut mit meinem Kampfstab. Und wenn ich unserem verletzten Kollegen hier noch ein Stärkungsmittel verabreiche, damit er nicht zwischendurch aus den Quanten kippt, dann wären wir ja schon zu dritt, nicht wahr? Sollte für so ein bisschen Dunkle Brut doch ausreichend sein, findet Ihr nicht auch?“
#2573
Posté 21 octobre 2010 - 05:16
"Wie viel Brut habt ihr dort angetroffen?", erwiderte sie extrem unruhig und blickte zu Zelandriel. Man merkte, dass sie sich die Frage lieber gespart hätte, und sofort losgeeilt wäre. Nervös zappelte sie mit einem Bein herum, um sich selbst ein wenig zu beruhigen. Weitere Fragen waren für sie nicht mehr von Wert und konnten später geklärt werden, doch sollten sie in der Überzahl sein, so saßen sie hier wohl genau auf dem Präsentierteller.
Noch weitere Brut... Allie wusste was das für sie selbst bedeutete... und das schlechte Wetter konnte sich die Brut leicht zu Nutze machen, um über die angeschlagene Armee herzufallen. Sie mussten sich Sputen... die Brut war zwar seelenlos... aber waren sie auch dumm?
Modifié par Kaysallie, 21 octobre 2010 - 07:52 .
#2574
Posté 21 octobre 2010 - 08:13
"Drakenot ich weis euren Heldenmut zu schätzen und ich möchte keineswegs anmassend wirken und eure Heilkünste in Frage stellen, aber wie stellt ihr euch vor zu dritt gegen die Brut dort oben vorzugehen? Selbst wenn ihr mir noch ein Stärkungsmittel verabreicht, wird das nicht mehr bewirken als das ich mich gerade auf den Beinen halten kann.
Meine Kampfkünste beruhen auf Gewandheit und Geschwindigkeit, deswegen trage ich auch nur leichte Rüstung und ich kann auch sehr gut mit Pfeil und Bogen umgehen, aber momentan kann ich nichteinmal einen Bogen spannen.
Um euch und eure junge Gefährtin, beim Kampf zu unterstützen müsste ich auf ein Talent zurückgreifen dem ich eigentlich schon lange Zeit abgeschworen habe....aber ich bin euch was schuldig und deswegen würde ich es tun. Die Sache hat allerdings einen Haken, ich kann entweder Magie verstärken oder aber meine Aura unterstützt euch im Nahkampf, allerdings kann ich nicht beides gleichzeitig wirken"
Zelandriel blickte kurz zur Elfe die sichtlich nervös und genervt wirkte. Er erhaschte kurz ihren Blick und das was er sah schien ihn nicht gerade zu gefallen, zu oft hatte er solche Augen gesehen um nicht zu wissen was in ihr vorging ebenso konnte er in diesem kurzen Moment eine düstere Aura in ihr spüren.
Er schrak kurz zusammen lies sich aber nichts anmerken. Er hasste sich sogleich für seine Gabe. Er wande sich wieder Drakenot zu und sprach weiter.
"Eure Gefährtin ist offensichtlich Magierin und ihr seht zumindest wie einer aus, somit könnte ich euch beide unterstützen. Ich habe euch zwar bisher keine Zauber wirken gesehen aber ihr seid doch Magier oder? Aber selbst wenn dieser Optimalfall zutrifft möchte ich euch darauf hinweisen das es sich da oben nicht nur um gewöhnliche dunkle Brut handelt, sondern etliche Elitetruppen und so wie ich erkennen konnte deren gesamter Generalstab.
Ich mag zwar jünger als ihr sein aber ihr müsst wissen ich bin grauer Wächter und ich hatte früher schon einige Male mit solchen Kreaturen zu tun. Ich würde sagen in Anbetracht meines Zustandes und unserer zahlenmässiger Unterlegenheit wird das kein Spaziergang sondern eher ein Himmelsfahrtskommando.
Ich persönlich würde auf Unterstützung warten, die beiden Boten müssten ja meine Nachricht schon lange überbracht haben."
Zelandriel hielt kurz inne und fuhr dann wieder fort
"andererseits sollten die Generäle entkommen haben wir spätestens in einem Monat wieder das Problem mit der dunklen Brut. Wie dem auch sei, ich überlasse die Entscheidung euch und werde sie respektieren"
Zelandriel war erstaunt über sich selbst. Er der wortkarge Einzelgänger der jahrelang alleine umhergezogen war, Gesellschaft nicht mehr gewohnt war und kaum mit jemanden Worte gewechselt hatte, hatte gerade mehr geredet als mehrere Jahre zusammengerechnet. Es fühlte sich zwar nicht unbedingt wohl dabei wieder in Gesellschaft zu sein aber irgendwie war er doch froh zu diesem Zeitpunkt nicht alleine zu sein.
Abschliessend wandte er sich zur jungen Elfe.
"Falls wir dort wirklich rauf gehen sollten dann wirkt bitte den "Lebenswächter" auf euch selbst und auf Drakenot ich kann meine Aura auch aus dem Schatten wirken, zudem ist mein Leben sowieso schon lange bedeutungslos geworden."
Nervös drehte er dann an seinem Ring mit dem Wappen seiner Familie und harrte Drakenots Entscheidung.
Modifié par Doomheart43, 21 octobre 2010 - 08:37 .
#2575
Posté 21 octobre 2010 - 09:46
"Ein Grauer Wächter also, jetzt weiß ich auch, warum ich die gesamte Zeit das Gefühl habe, als würde mir ein Genlock im Nacken sitzen, wenn ihr versteht, was ich meine."
Sie ging näher an Zelandriel und Drakenot heran und kniete sich neben die beiden, um genauer mustern zu können, wie schwer der Mann verletzt war, "Interessante Fertigkeiten, doch nehmt es mir nicht übel, aber Ihr solltet nicht so viel vorausplanen, wenn Ihr nicht einmal aufrecht stehen könnt. Generäle... ihre Augen sind schwarz, ihr Blut dunkel und sie sterben durch eine Klinge, wie jede andere dieser Missgeburten. Und das werden sie, darauf könnt Ihr Euch verlassen. Und wenn nicht durch unsere Alleinigen, dann mit der Hilfe von Avalos."
Allie wandte ihren Blick kurz zu Drakennot, "Welcher unser Heerführer ist. Ich gehe zumindest nicht davon aus, dass er einfach tatenlos dabei zusehen wird, wie ihm dieser kleine Resttropfen einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Wahrscheinlich wusste er es ohnehin schon, bevor Bella und Noah es ihm mitgeteilt hatten.. so wie es meistens der Fall ist."
Allie rollte kurz die Augen und seufzte. Avalos.. den Kerl konnte man einfach nur hassen. Sie wandte ihren Blick wieder scharf zu Zalandriel und überdachte noch einmal seine Worte, so als könnte sie diese in seinen Augen nachlesen, "Lebenswächter.. Ihr solltet niemanden den Ihr nicht kennt, vorschlagen was er am besten zu tun hat... Im Falle eines Kampfes gegen die Brut, solltet Ihr froh sein, wenn ich Euch überhaupt Deckung gewähre. Nehmt es nicht persönlich, aber ich glaube mich selbst gut genug zu kennen, um zu wissen was passieren wird... Es grenzt ohnehin schon fast an einem Wunder, dass ich noch neben Euch knie. Aber wie auch immer, seht zu, dass ihr auf die Beine kommt, denn sonst helft Ihr weder uns, noch Ferelden etwas mit Eurer... Aura."
Sie hielt kurz nachdenklich inne und bemerkte erst jetzt, wie sehr sich die Kälte durch die nasse Rüstung fraß, doch sie verdrängte es einfach, sie hatte schon Schlimmeres durchgemacht und hatte nun ebenfalls andere Probleme, als sich vielleicht eine Erkältung zu holen.
Modifié par Kaysallie, 21 octobre 2010 - 09:49 .





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