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Die Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2893 réponses à ce sujet

#2576
Doomheart43

Doomheart43
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Während Drakenot offensichlich noch seine Worte überdachte, kam die junge Elfe heran und musterte Zelandriel kritisch. Es war ihm sichtlich unangenehm immerhin lag er noch immer entblösst am Boden. Während sie sprach , wand er sich unter Schmerzen in sein blutiges Hemd.

Wie ihre letzten Worte verhallten, realisierte er, dass er gerade sowas wie einen Moralvortrag erhalten hatte und verfluchte sich sogleich soviel gesagt zu haben. Er griff zu seiner zerschlissenen und durchlöcherten Lederrüstung befand sie als nicht mehr zu gebrauchen und schleuderte sie verärgert weg. Anstelledessen nahm er einen Umhang aus seiner Tasche und legte ihn an.

Er war es gewohnt auf sich alleine gestellt so sein, deswegen war es ihm auch herzlich egal ob er von jemanden Rückendeckung oder Hilfe erwarten konnte; zudem kam ja die Bitte von ihm selbst..niemand sollte sich je wegen ihm in Gefahr bringen ....auf einen grauen Wächter mehr oder weniger kam es in diesen Zeiten sowieso nicht mehr an.

Seit er mit seinen Freunden die dunkle Brut gejagt hatte, hatte er nicht mehr viel mit Elfen zu tun. Sie waren schon immer recht seltsam aber irgendwie hatte er sie als offene,zuvorkommende und freundliche Geschöpfe in Erinnerung.
Diese junge Elfe war irgendwie anders, er wusste nicht woran es lag, hatte sie was gegen Menschen was man ihr eigentlich nicht verdenken konnte, hatte sie was gegen ihn bzw hatte er was falsches gesagt, war sie unsicher, hatte ihre Vergangenheit was damit zu tun oder waren es einfach nur die Strapazen der vorangegangen Schlacht.
Aber was kümmerte ihn das überhaupt, wenn sie dort raufgehen würden sie sowie alle sterben.

#2577
Aliens Crew

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„Ihr habt ja ganz schön Haare auf den Zähnen, Allie“, meinte Drakenot grinsend. „Das gefällt mir. Ehrlich, ich mag Frauen, die wissen, wo es lang geht!“
 
Der Alte stand auf und nahm sich wieder seinen Kampfstab zur Hand, den er zuvor zur Seite gelegt hatte. Anschließend fuhr er sich einmal mit den Fingern durch die nassen Haare.
 
„Aber jetzt sollten wir uns um diese Generäle kümmern, nicht wahr? Sonst beenden die noch ihr Kaffeekränzchen im Wald und kommen mit ihren Freunden zurück. Am Besten nehmen wir uns ein paar der Soldaten mit und fallen diesen Gnomen in die Flanke. Sobald der Heerführer informiert ist, wird er eh Truppen schicken, um diesen Abschaum auszuräuchern. Und wir können diesem Pöbel dann den Weg abschneiden“, bemerkte Drakenot, während er eine Flasche mit einer lilafarbenen Flüssigkeit darin aus einer seiner vielen Taschen herauskramte und diese Zelandriel überreichte. „Hier, nehmt davon einen kleinen Schluck. Aber nicht zuviel. Ein Tropfen davon und Ihr fühlt Euch, als könntet Ihr drei Tage lang im Freudenhaus durchmachen. Und um auf Eure Frage einzugehen, ich bin kein Magier, sondern nur ein alter Mann, der gerne seine Tränke braut, mehr nicht.“
 

Modifié par Aliens Crew, 22 octobre 2010 - 03:38 .


#2578
Doomheart43

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Wo bin ich hier gelandet dachte Zelandriel bei sich...ein Kuttenträger der kein Magier ist, eine Elfe die zwar Magierin ist aber den Alten sicher verrecken lässt weil sie offentlich eine chronische Heilzauberaversion hat.

Er sah sich schon sogut wie sicher im Dreck liegen, links der Alte rechts er und in der Mitte sein Gehstock.





Wortlos nahm er die Flasche von Drakenot. Entgegen Drakenots Empfehlung nahm er einen kräftigen Schluck von dem lilafarbenen Gesöff das gar nicht so schlecht schmeckte. Er spürte ein seltsames kribbeln im ganzen Körper und fühlte sich tatsächlich sofort um einiges besser. Wieviel der Alte wohl davon einwirft bevor er auf Damenbesuch geht dachte er insgeheim und musste dabei grinsen.

Dann wandte er sich Drakenot zu und erwiderte ihm in einem Sarkasmus der wohl kaum zu überbieten war.



"Na gut Drakenot dann nehmt eure Gehhilfe, schnappt euch ein paar Soldaten das wir mehr zum sterben dabei haben und dann wandern wir einmal gemütlich dort rauf......und ihre liebe Elfe könnt ja mitkommen um uns beim sterben zuzusehen."



Er bereute sogleich seine Worte immerhin hatte er ihnen sein Leben zu verdanken aber er konnte seine unbändige Wut, die eher ihm selbst galt, nicht unterdrücken. Er verstaute seine Dolche, schnappte sich seine Harfe und machte sich abmarschbereit.


#2579
Kaysallie

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Scheinbar verstand keiner der beiden, was sie ihnen eigentlich sagte, doch das erwartete sie auch nicht, und für längere Erklärungen fehlte ihnen auch die Zeit. Zelandirel, der scheinbar daraufhin keine Lust mehr hatte zu kämpfen, da er seinen Harnisch und Waffen zur Seite warf, und Drakenot der die Situation nicht so ernst zu nehmen schien. Sie spürte wie ihr Blut zu kochen begann, schaffte es jedoch gerade noch alles runterzuschlucken und dachte über die Vorschläge nach.

"Die Frage ist nur, wo wir hier auf die Schnelle Soldaten, die uns begleiten sollen herbekommen...", sagte sie nachdenklich. Die meisten waren wahrscheinlich bereits im Lager und damit beschäftigt ihre Wunden zu versorgen, denn hier war weit und breit niemand zu sehen.. zumindest niemand der noch am Leben war...

Allie beobachtete zufrieden, dass es Zelandriel doch noch auf die Beine schaffte, und schrieb sich gedanklich die Notiz, dass sie Drakenot unbedingt wegen einer Rezepte ausfragen musste, sobald sie wieder im Lager waren. Doch der Sarkasmus dieses Kerls ließ einen Nerv in ihr explodieren.

"Und sowas wie Ihr wollt ein Grauer Wächter sein? Wenn der Erzdämon vom Himmel fliegt, steht Ihr dann auch noch da und lacht über Eure eigenen Witze und über die Leute, die Euch Euer leben, das Euch scheinbar nicht sehr viel wert zu sein scheint, verdanken, anstatt dass Ihr etwas Produktives beitragt? Wenn Ihr unbedingt sterben wollt, ich werde Euch nicht daran hindern, auch wenn ich es eigentlich sollte, da ich es als Magierin so gelernt habe, und da ich keinesfalls leichtfertig dabei zusehen sollte, wie einer unseres Ordens stirbt, aber scheinbar steht Ihr in Eurer Bestimmung als Wächter nur den Vorteil eines schnelleren Todes."

Allie holte einmal tief Luft, um nicht völlig auszurasten. Dieser Kerl hatte eindeutig den falschen Zeitpunkt erwischt um irgendwelche dummen Späße mit ihr zu betreiben.

"Also ich für meinen Teil, werde mich nun an den besagten Ort begeben um mir selbst ein Bild von der Situation machen zu können. Ich bezweifle, dass wir uns anschleichen können, da die Dunkle Brut meine und die Eure Verderbtheit bestimmt schon von weitem riechen wird, sofern Ihr denn überhaupt mitkommt."

Ohne weitere Worte wandte sie sich von ihm ab und ging in die Richtung, in welcher sie diese Generäle glaubte. Ihr war es dabei herzlich egal wie viele sich dort befanden, und wie stark diese waren, sie wollte diese Schlacht zu Ende bringen, koste es was es wolle. Zudem wusste sie nicht, wie lange sie es an diesem Ort noch aushalten würde ohne auszurasten.


#2580
Aliens Crew

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„Meine was?“ fragte Drakenot etwas irritiert auf Zelandriels Bemerkung. „Von welcher Gehilfe redet...ach Ihr meint meinen Stab. Ja manchmal braucht ein alter Mann wie ich so etwas schon.“
 
Der Alte machte ein paar schwerfällige Schritte, wobei er sich umständlich auf seinem Kampfstab abstützte. Dabei verzog er das Gesicht, als würde er sich wie weiß wie anstrengen. Doch nach ein paar Metern, fing er schon lauthals zu Lachen an. „Tut mir leid, junger Freund. So alt bin ich nun auch wieder nicht, aber danke für den Tipp.“
 
Drakenot merkte gleich, wie ungeduldig und ärgerlich Allie wurde. Deshalb wandte er sich gleich an sie. „Fragt einfach die Soldaten, die dort hinten aus Richtung des Feldlagers kommen. Sie sollen bestimmt nach Überlebenden suchen, doch sie werden sicher nichts dagegen haben, noch ein wenig Dunkle Brut zur zerhacken, oder? Am Besten geht Ihr, Zelandriel. Euch scheint die Kampfeslust ja bereits verlassen zu haben. Und wenn Ihr Euch der Dunklen Brut nicht unbemerkt nähern könnt, werte Allie, dann schleiche ich mich eben allein von der Seite an, während Ihr tut, nun eben das, was Ihr am Besten könnt. Wir treffen uns dann in der Mitte.“
 
Der Alte fing plötzlich an zu Laufen und dies mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit.
 
„Seht Ihr, junger Freund“, rief er Zelandriel noch zu. „Noch brauche ich keine Gehhilfe. Bin vielleicht sogar noch schneller als Ihr.“
 
Kaum waren seine Worte verhallt, da war er auch schon verschwunden.
 
 

Modifié par Aliens Crew, 03 janvier 2011 - 10:35 .


#2581
Doomheart43

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Im Gegensatz zu Drakenot hatte die junge Elfe bisher nicht viel gesagt doch sein verbaler Ausrutscher dürfte sie in Rage gebracht haben. Sie schien kaum Atem zu holen während sie Zelandriel mit Vorwürfen zuplasterte. Wie sie mit ihrem Moralvortrag am Ende war, wollte er sich rechtfertigen, aber er schluckte die Worte wieder hinunter da er einsah zu weit gegangen zu sein. Er musste sich eingestehen das sie recht hatte und zwar in allen Punkten, zumindest fast allen Punkten weil er hatte sehr wohl vor zu den beiden zu helfen....aber nicht um deren Willen sondern weil es als grauer Wächter einfach als seine Pflicht erachtete.

Drakenot der anscheinend seine Fassung ob seiner Worte wieder gefunden hatte, tat so als wäre nichts gewesen und hielt Zelandriel an, die Soldaten die in einiger Enfernung offensichtlich nach Überlebenden suchten, um Unterstüztung zu bitten.

Zelandriels Hand, die Drakenot gerade als so eine Art Entschuldigungsgeste, auf die Schulter klopfen wollte, fuhr ins Leere, rauschte doch der Alte der Elfe in Windeseile hinterher. Zelandriels Blick fiel auf das Fläschchen mit der violetten Flüssigkeit das nun leer neben ihm am Boden lag

Während die beiden schon nahezu im Dickicht verschwanden, waren die Soldaten in entgegengesetzter Richtung noch in weiter Ferne, zu weit weg dachte er, zurrte seinen Umhang fester, nahm seine Harfe unter den Arm und gab seiner am Boden liegenden Rüstung noch einen letzten verärgeren kick um dann den beiden nachzueilen.

#2582
Kaysallie

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Allie sah wie Drakenot an ihr vorbeilief, hielt jedoch ihr eher langsames Tempo. Sie würde ohnehin auf seinen Bericht warten müssen, denn wenn es zu viele waren, würden sie ihnen nur direkt in die offenen Arme laufen.

Nach etwa der Hälfte des Weges, welcher fast nur aus einem steinigen und mit Büschen bewachsenen Berganstieg bestand, blieb sie abrupt stehen und setzte sich auf einen Stein. Kurz überblickte sie die Umgebung. Eine dicke Nebelschicht lag über dem Tal, wodurch die Luft extrem Feucht war, doch der starke Regen von vorhin war so gut wie verschwunden.

Unruhig zappelte sie mit einem Bein herum, als sie auf dem Stein saß. Diese Warterei nervte sie zu tiefst. Viel lieber wäre es ihr gewesen, wenn die Schlacht schon vorüber wäre.. wenn sie sich trockene Kleidung überziehen hätte können.. und wenn sie zusammen mit Jannis - um welchen sie sich langsam Sorgen machte, da sie ihn seit Beginn der Schlacht nicht mehr gesehen hatte - und den anderen an einem Feuer sitzen konnte mit etwas zu essen.. irgendwie wurde ihr er jetzt klar, wie hungrig sie bereits war und wie sehr ihr dieses Wetter auf die Knochen schlug und sich Müdigkeit bei ihr breit machte. Die Schlacht kostete ihr viel Energie.

'Stell Dich nicht so an, das war doch nur ein bisschen Regen! Und was sitzt Du hier so herum, glaubst Du etwa die Generäle warten darauf, dass Du kommst und ihnen den Kopf abschlägst?'

"Ach.. halt einfach die Klappe..", sagte sie zu sich selbst und seufzte. Mit starrem Blick schaute sie in die Richtung, in welcher sie Drakenot vermutete, und wartete.

#2583
MagicBullet

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Der Abend dämmerte.
Aber man merkte es nur an den dunkler werdenden Grautönen.
Das der stahlgrauen Wolkendecke, die Regentropfen, die prasselnd auf die Erde fielen. Harnische, an denen antrazithene Perlen herunter rollten.

Nachdenklich betrachtete er die junge Zwergin.

Seinen Helm hatte er abgenommen. Das schwarze Haar hing in regennassen Strähnen links und rechts herunter. Kleine Bäche liefen an ihnen herab. Das wahnwitzige grüne Funkeln in seiner Iris war weitestgehend erloschen. Weitestgehend.
Aber die Glut blieb bestehen, und sie flammte erneut auf. Wie jadegrüne Eiskristalle fokussierten sie die Zwergin. Eiskalt, abwägend, ob man den Schilderungen Glauben schenken konnte.

Er warf das durchnässte Pergament auf den Tisch, dass er in seiner Hand gehalten hatte.
"Malvorn, bringt dieses Dokument zum König. Sagt ihm, dass wir den Ablauf beschleunigen. Leicht Verwundete werden sofort wieder auf das Feld gestellt. Desweiteren ist mit weiteren Scharmützeln zu rechnen, das Lager wird befestigt. Schanzmaterial wird umgehend freigegeben. Graben und Palisaden um das Lager, organisiert die Streitkräfte neu. Mit weiteren Angriffen versprengter Brut ist ab sofort zu rechnen."

Der Schatten wandte sich zu einem Meldegänger um.
"Das erste Krassier und das dritte Urdeshi-regiment soll sich sammeln. Jeder kampffähige Mann, niemand drückt sich. Im Laufschritt formieren, und anschließend zum Waldsaum dort hinten verlegen. Wir haben nicht viel Zeit, also reitet wie der Wind!"
Der Bote schlug die Hacken zusammen und rannte zu seinem Pferd.

Mit behäbigen Bewegungen schob sich Avalos den Helm wieder über, arretierte ihn mit einem leisen Klicken. Hinter dem Visier glomm es verdächtig.

Der Regen fiel langsam. Langsamer. Die Zeit schien sich zu dehnen. Er hörte seinen Herzschlag. und eine Stimme die ihn beständig zuflüsterte.
Auf dem Schlachtfeld dort unten würde er nicht finden, wonach es Ihnen gelüstete. Die überlebende Brut hatte es nach wie vor. Aber was blieb ihnen noch? Ihr Heer war aufgerieben. Sie hatten in den letzten Stunden dem Feind Verluste zugefügt, die sie selbst im gesamten Feldzug in Ferelden nicht verkraften musste. Bei der doppelten Belagerung Denerims hatte die Brut noch nicht mal eine so hohe Niederlage einstecken müssen.
Was blieb also. Ein paar Gesandte, ein paar Hurlocks, ein paar verängstigte Genlocks.
Sein Panzerhandschuh knirschte und knackte leise, als er die Faust ballte.


"Sie haben es. Ich will es. Sie sterben. Einfach, oder nicht?"
Er lachte kurz, und den anwesenden Generälen und Heerführern, Adjutanten und Leibwächter kroch ein Schauer über den Rücken und ließ sie in ihren Grundfesten erzittern.

Der Schatten setzte sich in Bewegung. Über die Schulter hinweg sagte er zu der Zwergin: "Wollt ihr dort jetzt für alle Zeiten stehen bleiben, bis der Stein euch umfängt, oder mich jetzt  begleiten? Ihr wisst ja, Feigheit vor dem Feind ist ein Vergehen. Und was passiert, wenn man euch vor ein Tribunal schleift, dürfte euch noch in Erinnerung geblieben sein."
Wieder hörte man ein fast bösartiges Lachen.

Währendessen hörte man Metall klappern. Harnische und auf den Rücken geschnallte Schilde, den Gleichschritt vieler Stiefelpaare.

Beide Kompanien marschierten auf den Waldsaum, wo scheinbar drei einsame Gestalten im Unterholz verschwanden. 

Dass er sie einholen würde, daran bestand kein Zweifel.


"Bellandrys. Ihr schließt euch den Krassiern an, Ihr steht unter dem Kommando des Regiments. Ihr seid die Augen, und sie der Schwertarm. Führt sie zu der Brut. Richtet ihnen aus, dass sie mit kompletter Wucht angreifen müssen. Keine Umgehungsmanöver, notfalls ein frontaler Angriff gegen einen möglicherweise stark überlegenen Feind. Und jetzt los!"

Währendessen begann er schon zu laufen. Seine schwere Plattenrüstung behinderte ihn nur durch ihr hohes Gewicht, aber das spielte keine Rolle. Für einen Normalsterblichen hätte es eine gespielt, aber nicht für den letzten Streiter der Schwarzen Sonne.

In Windeseile erreichte er das Unterholz. Die einsetzende Dunkelheit war kein Problem. Die Nacht war von jeher sein Verbündeter gewesen.
Sein Gehör schärfte sich. Er hörte die Äste knacken, laut wie Gewitterdonner schien es ihm.
Er schloss auf Sichtweite auf.

Die Nacht ermöglicht von jeher eine ganz andere Sicht der Dinge, wenn man sie durchschaute.
Avalos tat es, seit er auf Erden wandelte. Jedes Detail sprang ihm ins Auge, messerscharfe Grate, gezackte Schatten, der Wind, wie er an den Blättern rüttelte, einem wütenden Sturmgott gleich.
Allie. Offenbar verwundet. Sie winkelte den Oberkörper leicht an, lief vorn über gebeugt und wirkte schwerfällig. Ließ auf immensen Blutverlust schließen, möglicherweise innere Verletzungen.
Die beiden Anderen...  fand er interessant.
Ein Jungspund mit einer Harfe unterm Arm.
Und keiner Rüstung. Keine Kanten unter dem arg ramponierten Mantel, die auf einen Harnisch hingedeutet hätte. Armeestiefel, ramponiert mit genagelter Sohle.
Das wußte er allerdings nur, weil eine davon an einem verrottendem Baumstumpf hängen geblieben war. Jetzt lief der Junge als mit einem Stiefel ohne Sohle. Kalte Füße waren da vorprogrammiert.
Er schloss daraus, dass es ein Kundschafter oder ein Waldläufer sein musste. Davon hatte die Armee dutzende im Dienst.
Der Andere, hochgewachsen und einen Mantel der Schlossapotheke. Er musste als Feldscher mit auf diesen Feldzug gekommen sein.

Avalos konnte es kaum fassen. Ein ungerüsteter Jungspund mit zerlegten Stiefeln und einer Harfe, ein Kräuterheiler und eine schwer verwundete Magierin, die einfach so beschlossen hatten, noch ein paar mehr Missgestalten zu töten.
Dumm. Oder einfach nur selbstmörderisch.
Eine dumme Aktion, die warscheinlich vielen seiner Männer noch das Leben kosten sollte, um sie zu retten. Ob er die drei für diese tolldreiste Aktion vor ein Kriegsgericht stellen würde, ließ er vorerst unbeantwortet.

Der Regen trommelte auf seinen Helm. Sein Blut rauschte und kochte. Brut war in der Nähe.
Er zog sein Blut- und schlammverkrustetes Schwert.

Und plötzlich wurde die Dunkelheit von einem immensen Feuerball zerrissen, der sich gute zwanzig Schritt durch die nasse Vegetation fraß, bevor er qualmend zum Erliegen kam.

#2584
Bellandyrs

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Bella kochte innerlich vor Wut. Mußte er sie daran erinnern, welch Qualen Jule und Theron aktiv und ihre Gefährten passiv erleben mußten, als man die beiden vors Gericht stellte? Dennoch war sie kurzfristig starr vor Schreck, als er ihr den Befehl gab, die beiden Kompanien zur Brut zu führen.

Sie blickte zu Noah und zuckte die Schultern. "Ich glaube, das heißt, Ihr solltet hier mit..." sagte sie zu ihm, drehte sich um und machte sich auf die Suche nach dem Gruppenführer der Krassier.
"Verfluchter Nebel" murmelte sie, und kniff die Augen zusammen.

Auf dem Schlachtfeld formierten sich die Soldaten neu, ungeachtet, ob sie auf einer Leiche standen oder schlammigen Boden unter den Füssen hatten. Kurze Zeit später fand Bella ihre Einheit und überbrachte dem Befehlshaber die Nachricht von Avalos.
Dieser nickte ihr zu, brüllte ein paar Befehle zu seinen Kämpfern und kurz darauf führte Bella um die einhundertfünfzig Mann übers Feld, dem nächsten Feind entgegen.

Modifié par Bellandyrs, 22 octobre 2010 - 08:41 .


#2585
Aliens Crew

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Drakenot bewegte sich schnell und gewandt durch die Nebelschwaden. Jeder, der ihn von Weitem sah, wäre nie auf die Idee gekommen, dass er bereits die fünfzig überschritten hatte, da er sich wie ein junger Mann über die flachen Hügel bewegte. Und wie ein sehr ausdauernder, junger Mann wohlgemerkt.
 
Der Alte erreichte den Waldrand, in welchen der dichte Nebel ebenfalls eingedrungen war und wie ein undurchdringlicher Schleier über dem Boden lag. Die Sicht war gleich null vor allem, weil es inzwischen auch schon dunkel geworden war, aber das konnte Drakenot nur zum Vorteil gereichen. Er verließ sich beim Anschleichen sowieso mehr auf seine Ohren als auf seine Augen.
 
Er durchstreifte die Büsche, umging die hohen Bäume und sprang über die kleinen Felsen. Er bewegte sich dabei wie eine Katze, schnell und unglaublich leise. Durch den Nebel und die Dunkelheit konnte er nicht viel erkennen, doch schon bald hörte er vor sich jemanden sprechen. Das war eindeutig die Brut, und sie redete in der Sprache der Menschen. Das waren keine primitiven Grunzlaute, sondern richtige Worte. Der Alte ging hinter einem der Bäume in Deckung, als er sich sicher war, dass er seine Feinde fast erreicht hatte. Und für einen Moment lauschte er den Gesprächen der Brut.
 
Anscheinend wartete sie auf die Ankunft eines Kundschafters, der ihnen von dem Stand der Schlacht berichten sollte. Da die Sichtverhältnisse sehr schlecht waren, konnten sie wohl nicht erkennen, dass die Brut den Kampf verloren hatte. Doch wie lange würden die Generäle und ihre Wachen hier verharren, bis ihnen klar wurde, dass sie sich zurückziehen mussten, um nicht einfach niedergemetzelt zu werden. Aus dem Hintergrund hörte er bereits, dass Truppen in ihre Richtung unterwegs waren, das Scheppern ihrer Rüstungen hallte durch den Nebel und würde auch die Brut vor der nahenden Gefahr warnen. Drakenot musste etwas unternehmen, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen, bevor sie sich dazu entschlossen, einfach das Weite zu suchen.
 
Der Alte lugte um den Baum herum. In einiger Entfernung erblickte er ein paar schemenhafte Gestalten, die ihm offensichtlich den Rücken zuwandten. Das war doch zumindest ein Anfang. Er löste sich aus seiner Deckung und lief lautlos auf den ersten Schatten zu. Die Nebelschwaden schienen vor ihm zurückzuweichen, während er sie durchschritt, und er seinen Stab zum Angriff erhob. Kurz darauf hatte er sein erstes Opfer erreicht.
 
Drakenot ließ seinen Kampfstab durch die Luft sausen, so dass die scharfe Klinge an dessen Ende das Genick eines schwer gepanzerten Hurlocks durchschnitt. Der Getroffene stöhnte kurz auf, bevor er zu Boden ging. Sein Kompagnon neben ihn wandte ruckartig den Kopf. Der Alte hatte den Schwung seiner Attacke allerdings für eine halbe Drehung benutzt und schlitzte seinem zweiten Gegner mit der anderen Klinge die Kehle auf. Röchelnd brach der Hurlock zusammen. Drakenot hingegen vollendete seine Drehung zu einer kompletten Kreisbewegung, wobei er die Spitze seines Stabes in die Seite eines dritten Hurlocks stieß.
 
„Da ist jemand!“ brüllte einer der Generäle, dem jetzt erst aufgefallen war, dass sie angegriffen wurden. „Macht ihn nieder!“
 
Der Alte ließ von seinen Opfern ab und rannte zurück in den Wald. Die dichten Nebelschwaden verschluckten ihn bald vollständig, doch er konnte deutlich hören, dass einige der Hurlocks die Verfolgung aufgenommen hatten. Er vernahm ihr Schnaufen und Knurren, sowie das Scheppern ihrer Rüstungen. Drakenot schlug einige Haken und übersprang einen umgestürzten Baumstamm, hinter welchem er in Deckung ging.
 
Er hörte seine Verfolger langsamer werden. Offenbar durchsuchten sie das Unterholz nach ihm. Sie hatten seine Spur verloren. Und da gab es diesen lauten Knall. Es klang so wie das Explodieren eines Feuerballs. Und es kam aus dem Lager der Generäle. Sofort kreiselten die Hurlocks herum und machten sich auf den Rückweg zu ihren Herren. Und Drakenot verfolgte sie sogleich.
 

#2586
Kaysallie

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Unruhig blieb sie weiterhin einige Zeit auf dem Stein sitzen. Immer wieder, sagte ihre innere Stimme, dass sie nicht länger warten sollte.

'Wahrscheinlich haben sie diesen Kerl schon aufgespießt und seine Gedärme gegessen.'

'Gib es zu, Du hast Angst, und deswegen sitzt Du hier herum.'

'Warum wartest Du, wir brauchen deren Hilfe doch nicht.'

'Wenn Du noch länger hier herum sitzt, wird es zu spät sein. Sie werden fliehen, diese Feiglinge..'

"Also schön, Du hast gewonnen.", Allie stand von dem Stein auf. Langsam glaubte sie zwar sie wäre wahnsinnig, aber einen Versuch war es zumindest wert, dachte sie sich.

"Aber nur unter der Bedingung, dass wir meinen Plan befolgen."

'Warum sollte ich Deine Pläne befolgen?'

Allie nahm einen der Dolche und hielt sich die Klinge an ihre eigene Kehle, "Weil wir beide sonst an einem unehrenhaften Tod sterben werden.", sagte sie kühl zu sich selbst.

'Das wagst Du nicht!'

"Wage ich nicht?"

Sie führte die Klinge näher an die Kehle, so dass sie sich bereits leicht in die Haut schnitt, und Blut hervortrat, "Ich weiß genau, was Du willst, aber Du wirst es nicht bekommen, da ich gerade die Kontrolle habe."

Einen Moment blieb sie in dieser Position stehen und wartete.

'Was hast Du vor?'

Ein Grinsen legte sich auf Allies Gesicht, und sie entfernte die Waffe von ihrer Kehle, "Das wirst Du schon sehen."

Sie steckte den Dolch wieder in den Waffengurt und sprintete los. Nach einer kurzen Weile, versetzte es ihr einen Stich im Kopf und sie blieb einen Augenblick stehen, "Verdammte Brut...". fluchte sie, aber immerhin wusste sie nun wo genau sich diese befanden. Allie wusste, dass es keinen Sinn hatte sich anzuschleichen, also musste sie genau das was sie daran hinderte zu ihrem Vorteil nutzen. Mit plagenden Kopfschmerzen lief sie weiter. Sie sah nichts vor sich, außer einer dicken Nebelschicht, aber das war auch nicht wichtig. Plötzlich vernahm sie eine Art Knall, und sah nicht weit von ihr entfernt ein schummriges Licht aufleuchten.

"Was beim Erbauer...", brachte sie geschockt hervor, als sie nach einigen weiteren Metern verbranntes Holz roch und sah wie die Bäume brannten. Stechende Hitze dränge auf ihre nasse Haut, und von einem auf den anderen Moment fühlte sie sich als hätte sie ein Höllentor durchschritten und sie musste sich schützend die Hände vor die Nase und den Mund halten, um nicht den heißen Rauch einzuatmen. Sie vernahm nur noch das Knistern des Holzes und einige dumpfe Schreie, welchen sie sogleich folgte.

Allie sprang über einige entfachte Büsche, schlängelte sich um brennende Baumstämme und wurde dabei beinahe von einem umfallenden erschlagen, wobei sie sich am Arm verbrannte.

"Wie ich diese Wälder doch hasse...", sagte sie genervt zu sich selbst, als sie schnell einen Verband um ihren Arm wickelte. Doch schon bald fand sie sich tiefer in dem brennenden Wald, welcher immer dichter, die Wege immer enger und steiler wurden und sie nur noch Feuer vor sich sah. Hustend flüsterte sie etwas vor sich hin und den Moment darauf legte sich eine dünne kalte Eisschicht um sie. Sie hielt kurz inne und schloss die Augen, sammelte ihre Kräfte, bevor sie schreiend los lief, direkt durch die Feuerwand. Sie rutschte anschließend einen Berghang hinab. Etwas Geröll wurde mit geschliffen, aber schon bald fand sie sich auf einer Art Lichtung wieder.

Einige Zeit drehte sich alles vor ihr, und sie blickte sich keuchend um. Der Hang war bestimmt zwanzig Meter hoch gewesen, und sie zog sich dabei einige Schürfwunden zu, doch so war sie wenigstens dem Feuer entkommen. Sie fragte sich, wie die Armee, welche sie vorhin bereits nachrücken hörte, durch dieses Feuer drängen wollte.. Wahrscheinlich mussten sie es umgehen, doch das würde Zeit kosten, welche sie ihnen verschaffen musste. Noch am Boden liegend vernahm sie eine Stimme, welche kurz ihr Herz aussetzen ließ, obwohl sie deren Anwesenheit eigentlich bereits spürte.

"Wenn das mal kein Grauer Wächter ist.. und noch dazu ganz alleine.", sagte eine tiefe kratzende Stimme. Allie blickte auf direkt in das Gesicht eines Generals, umgeben von einer Schar Hurlocks und Genlocks.


#2587
Bellandyrs

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Bella war am Fuss des Hügels angekommen und blickte nach oben, wo ihr der Schein des Feuers entgegenflackerte.

"Verfluchte Brut" schimpfte sie und wandte sich an den Befehlshaber. "Ist nichts mit von vorn angreifen, da oben brennt's. Laßt uns sehen, ob wir von der Seite her angreifen können. Ich habe keine Lust gegrillt zu werden!"
Dennoch war guter Rat teuer. Sollte sie die Männer aufteilen, so dass eine Hälfte rechts herum, die andere links herum laufen würde? Oder war es sinniger, zusammen zu bleiben? Sie entschied sich dafür, dass die beiden Kompanien zusammen blieben und schwenkte rechts herum.

Stumm marschierten sie weiter, immer auf der Suche nach einem Weg nach oben, wo das Feuer nicht wütete.
Bella grübelte vor sich hin. Wem war dieser Brand zu verdanken? Hatte sich Allie vielleicht erschreckt und im Affekt einen Feuerball gezündet? Oder war es eine Falle der restlichen Brut? Ihre Haare stellten sich wieder einmal zu Berge, sie spürte diese Ungeheuer, weit konnten sie nicht mehr sein. Aber etwas stimmte nicht, es waren irgendwie zu wenige. Zumindest wenn sie Noahs Aussage glauben schenken konnte, sollten da doch noch mehr sein als die, die sie fühlen konnte. Bella hielt einen kurzen Moment inne, um sich zu konzentrieren. War sie durch den Kampf so erschöpft, dass sie ihren Sinnen nicht mehr trauen konnte? Sie schloß die Augen und hörte auf die Geräusche ringsum, aber sie konnte kaum etwas vernehmen. Der Nebel verschluckte vieles. Dennoch spürte sie etwas anderes. Es war nicht nur Brut unterwegs sondern...

"Beim Erbauer!" rief sie leise aus und riss die Augen auf. Allie mußte hier in der Gegend sein. Die Zwergin konnte nur hoffen, dass diese nicht der Brut genau in die Arme lief, denn die Elfe würde diese Ausgeburten genauso spüren wie sie selber.

Sie zeigte leicht nach links. "Da vorne düften einige sein, aber es ist nur ein kleiner Teil. Trotzdem sollten sie nicht am Leben bleiben. Angriff!"

Sie zog ihre Dolche aus dem Gürtel, trug neues Gift auf und rannte voran.

Modifié par Bellandyrs, 23 octobre 2010 - 08:00 .


#2588
Doomheart43

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Zelandriel eilte den beiden nach, die nur mehr als schemenhafte Schatten in der angehenden Dunkelheit zu erkennen waren. Seine Stiefel die sich gerade in alle Einzelteile auflösten versanken tief im aufgeweichten Boden, teilweise steckte er knöcheltief im Schlamm was ihm das weiterkommen ziemlich erschwerte.

Auf der Anhöhe wo die beiden im Unterholz verschwunden waren hielt er kurz inne und hörte in einiger Entfernung das klirren von Rüstung. "Also ist meine Botschaft doch rechtzeitig angekommen dachte er erleichtert" ....und er konnte tatsächlich am Fuße des Hügels eine Hundertschaft der eigenen Truppen ausmachen, die im Eilmarsch in seine Richtung marschierten. 

Einige der Krieger hatten  schon Fackeln angezunden da man mittlerweile die Hand vor den Augen nicht mehr sehen konnte und man sah wie sich deren Rüstungen im Fackellicht widerspiegelten.

"Verdammt dachte er bei sich, es war wahrhaft keine gute Idee die dunkle Brut bei Nacht zu bekämpfen, abgesehen davon das die dunkle Brut da Vorteile hatte, würde man zwischen Freund und Feind nicht unterscheiden können......und wo sind die zwei überhaupt?!“

Vergeblich versuchten seine Augen das Dickicht zu durchdringen.

„Es war fahrlässig so ganz ohne Plan vorzugehen wie konnte er sich nur darauf einlassen, ist den beiden nicht bewusst das man nur als Team funktionieren und überleben kann? Gerade in einem kleinen Trupp muss sich jeder auf seine Gefährten verlassen können. Das war damals in seiner Gruppe so und das hat sich auch jetzt nicht geändert.“

Durch einen plötzlichen Knall wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Es war auf einmal Taghell....in der Nähe der heraneilenden Allianztruppen war so etwas wie ein gewaltiger Feuerball niedergegangen. Er konnte es kaum wahrhaben  als er sah wie sich vom Einschlagspunkte eine riesige Feuerwand in rasender Schnelligkeit in beide Richtungen ausbreitete. Der eine Strahl erreichte ihn in sekundenschnelle und entzündete das Unterholz  vor ihm durch das er sich gerade durchwinden wollte.

Es schleuderte ihn zurück und ihm blieb die Luft weg da das Feuer regelrecht jeglichen Sauerstoff in seiner Nähe aufsog. Der beißende Rauch des verbrennenden nassen Holzes benebelte ihm die Sinne und kroch ihm wie Gift durch die Lungen.

Während er sich hustend aufrichtete, suchte er verzweifelt nach einer Möglichkeit durch die Flammenwand zu kommen. Nach kurzem abwägen der Situation, zog er seinen Umhang aus und tauchte ihn in die nächstbeste Pfütze sodas dieser vor Wasser triefte. Er legte ihn wieder an, zog die Kapuze weit über sein Gesicht, und rannte so schnell er konnte durchs Feuer.

Nach wenigen Sekunden, die ihm wie die Ewigkeit vorkamen, hatte er es geschafft und fand sich auf der anderen Seite der Feuerwand wieder.

„Verdammt, wie sollen das die Krieger mit ihren Metallrüstungen schaffen, sie würden in ihren Harnischen verglühen.“

Wie er so weiterstolperte fing sein Blut zu kochen an, er spürte sie, die dunkle Brut war nicht mehr weit...aber von Drakenot und der Elfe war noch immer keine Spur; so lies er sich von seinem Instinkt als grauer Wächter leiten. Nach einiger Weile, die Feuerwand war nur mehr als leichtes flackern in der Ferne zu erkennen und es war  wieder stockdunkel, trat er mit einem Fuß ins leere und konnte einen Absturz über einen Abhang gerade noch vermeiden, indem er sich instinktiv nach hinten fallen lies.

Er kroch auf allen vieren an die Kante des Abhanges und traute seinen Augen nicht...etliche Meter unter ihm eine Horde dunkler Brut samt einem General...und seine Augen weiteten sich vor Schreck als er inmitten der fiesen Fratzen die junge Elfe am Boden liegend wahrnahm. Sein Puls raste und Zorn stieg in ihm hoch als er ihre vermeintliche Hilflosigkeit von oben mitansehen musste.

„Aber wie konnte es sein dass sie ihn nicht bemerkten? Sie mussten ihn doch spüren......war sie etwa?.....sie musste ein grauer Wächter sein ebenso wie er. Wieso hatte sie ihm das nicht gesagt und bedauerte sein Benehmen von zuvor abermals....und ich weis nicht einmal ihren Namen.“

Doch es war nun keine Zeit zum grübeln er musste handeln. Drakenot war nicht hier also musste er auch nicht entscheiden wen er von den beiden mit seinem Lied zu unterstützen hatte.....so nahm er seine Harfe und entschied sich für eine magieverstärkende Aura.

Wie er mit seinem Lied fertig war, tanzten kleine regenbogenfarbene Lichter um die Elfe. Sie drehten sich immer schneller und schwollen zu einem immer größer werdenden Wirbel an, der sie in rasender Geschwindigkeit umkreiste.

Die finsteren Brüder hatten ihn immer noch nicht entdeckt und er überlegte krampfhaft wie er ihr noch zur Seite stehen könnte. Er wandte seinen Blick auf seine linke Hand die schlaff, an seiner Seite hinunterhing und dann wanderte sein Blick wieder auf die Elfe die immernoch wie erstarrt inmitten der dunklen Brut lag, die lüstern ihre Klingen wetzten während sie sie umkreisten.

Er nahm seinen mit Blitzrunen gesockelten Dolch der in seiner rechten Hand sogleich ein leises surren von sich gab, ging paar Schritte zurück, visierte einen Hurlock an und sprang den Abhang hinunter. Er rammte dem Hurlock die pulsierende Klinge ins Genick und da die Wucht des Aufpralls auf den Boden Zelandriel in die Knie zwang, schlitzte er den Hurlock vom Hals bis zu seinem Hinterteil auf. Der Hurlock kam nichteinmal zu einem Laut, während ihm in Zeitlupe die Eingeweide aus dem Körper quollen und sich das Blut über Zelandriel ergoss.

Wie er sich vor Ekel schaudernd das Blut aus den Augen wischte, nahm er einen Gesandten wahr, der gerade einen Zauber auf die sich gerade aufrappelnde Elfe wirken wollte. Er sprang auf, warf den Dolch und traf ihn mit tödlicher Präzision in den Hals. Er war zwar nicht sofort tot aber die Entladungen der Runen beraubten ihn sämtlicher Energie und somit seines Zaubers.

Zelandriel nahm seinen zweiten Dolch und stürzte sich auf die nächsten Hurlocks. Diesmal vermied er tunlichst so eine Schweinerei und und streckte einige der Brut, so wie er es gelernt hatte, mit gezielten Stichen auf deren Schwachstellen nieder.

Im Augenwinkel erkannte er weitere Gestalten die aus dem Schatten der Nacht drangen, „noch mehr dunkle Brut schoss es ihm durch den Kopf“ bevor ihn ein Schlag eines stumpfen Gegenstandes von den Beinen riss. Während im das Blut aus einer Platzwunde am Kopf über das Gesicht schoss und er versuchte sich schwerfällig aufzurichten traf ihn der nächste Schlag des Schildes eines Generals und er wurde rücklings an einen Baum geschleudert. Der General ging langsam auf Zelandriel zu, packte ihn mit einer Hand am Hals, zog ihn zu sich auf Augenhöhe hinauf, und drückte ihn mit all seiner Kraft gegen den Baum.

Zelandriel nahm dessen grimmige Fratze nur mehr verschwommen wahr, der übelriechende Gestank dieser Kreatur fuhr ihm durchs Gebein, und er wollte instinktiv nach seinen Dolchen fassen, doch er hatte keine mehr; der eine steckte im Gesandten und den anderen hatte er wohl verloren wie er zu Boden gegangen war. Der General schien an Zelandriels Hilflosigkeit gefallen zu finden und trieb ihm sein Schwert ohne ihn vorerst töten zu wollen mit voller Wucht durch die Hüfte sodass es im Baum stecken blieb....dann zog er es mit breitem Grinsen langsam wieder raus und holte zum tödlichen Schlag aus.

Den Tod vor Augen spulte sich Zelandriels ganzes Leben innerhalb von Sekundenbruchteilen in seinem Geist ab.....und er wusste, selbst dort wo er jetzt hingeht, er würde sie nie mehr wieder sehen. Er wollte ein letztes Mal ihren Namen rufen doch der feste Griff des Generals erstickte seinen Schrei dann sah er den Schatten des Schwertes auf ihn niedersausen.

Modifié par Doomheart43, 24 octobre 2010 - 03:29 .


#2589
Kaysallie

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Allie legte ein Grinsen aufs Gesicht und blieb am Boden liegen, "Nettes Feuerchen, wollt Ihr damit der Armee Euren Standpunkt verraten? Dumme Idee..."

"Denkt Ihr nicht es ist der falsche Ort um Eure Vorwitzigkeit spielen zu lassen? Nennt mir einen Grund warum wir Euch nicht sofort töten sollten!?", erwiderte der General aggressiv und bekam einen wütenden Applaus von seiner Gefolgschaft. Er müsste nur die Hand heben, und sie würden sich alle auf Allie stürzen wie ein Rudel Wölfe auf ein junges Reh. Wie sie lauerten, und nur auf diese eine Bewegung zu warten schienen. Ihre schwarzen Augen nichtssagend.. die runzelnde Stirn, voller Wut und Lust nach dem töten.. Allie wusste was in ihnen vor sich ging.

"Weil ich genau weiß was Ihr von mir benötigt, und es ziemlich dumm von Euch wäre, mich einfach so zu töten.", erwiderte sie gelassen, trotz der inzwischen erheblichen Kopfschmerzen, doch sie durfte hier nicht die Kontrolle verlieren - was ihr sehr schwer fiel. Ihre Hände zitterten bereits aufgrund der Unterdrückung all der Schmerzen und des vielen Hasses der durch ihre Adern floss.

Der General spuckte zu Boden, "Päh! Ihr sitzt hier ohnehin in der Falle, warum sollte ich mit Euch verhandeln, wenn ich Euch auch einfach gefangen nehmen könnte!?"

"Weil ich Informationen für Euch habe, die Euer Bote wohl nicht schnell genug überbringen wird... Und zwar, dass nicht nur ich hier in einer Falle sitze..."

Einige der Genlocks und Hurlocks begannen sofort damit sich umzusehen, konnten jedoch vorerst keinen Angreifer ausfindig machen. Doch dann spürte Allie ihn, und wandte den Blick in die Richtung der Klippe. Nur einen Augenblick später stürmte wie aus dem Nichts ein Schatten und schlug seine Klinge durch einen Hurlock, wie durch weiche Butter. Zu langsam schienen die Reaktionen der Brut, die sich gerade noch auf Allie konzentriert hatten, sodass ein weiterer zu Boden ging.

'Dämlicher Narr!', ging Allie nur durch den Kopf und richtete sich hastig vom Boden auf. Dieser Kerl würde sie noch alle umbringen, mit seiner überstürzten Handlung.

Es dauerte nicht lange, und einer der Generäle, schaffte es den bereits angeschlagenen Zelandriel in eine Enge zu treiben und zu einem finalem Schlag mit seiner rostigen Klinge ausholte. Plötzlich begann diese zu glühen und fing Feuer. Die Reaktionsfähigkeit des Generals war einige Sekunden langsamer. Er blickte verwirrt auf seine brennende Waffe, bevor er spürte wie sich diese in sein Fleisch brannte, daran fast schon festzukleben schien, bis sich das billige Metall in sich aufzulösen schien. Die heiße Flüssigkeit tropfte an den Seiten seiner krallenartigen Nägel hinab. Schreiend und panisch versuchte er es abzuschütteln, schlug wild mit seiner Hand auf den nassen Boden. Doch es half nichts. Schon bald hatte sich das Flüssigmetall tief bis zu seine Knochen durchgebrannt. Es schien sich seinen Weg in jeden einzelnen Fingerknochen zu suchen, bis diese einfach abbröckelten und wie kleine glühende Würmer in den schlammigen Boden fielen.

Während der eine General noch immer panisch versuchte das rote Gift von sich zu bekommen, realisierte der andere was vor sich ging, und wandte seinen Blick zu Allie, "Sie ist eine Magierin!"

Sofort packten sie zwei Hurlocks an den Armen, und ein Gesandter hielt ihr seinen Stab mit einem fiesen Grinsen an die Kehle.

"Sollte dieser kleine Wurm denn die Falle gewesen sein, in welcher wir sitzen?", begann der General zu lachen.

Allie fluchte innerlich. Wegen dieser Aktion würde sie nicht mehr genug Zeit haben, um versuchen zu können, mit diesen Biestern zu verhandeln. Sie musste dennoch versuchen, die Aufmerksamkeit der Brut auf sie gelenkt zu lassen. Versuchen etwas aus ihnen heraus zu bekommen, bevor die Armee eintreffen würde, und die Lippen dieser stinkenden Monster auf ewig versiegelt werden würden.

Und genau in dem Moment spürte sie es. Ein leises Vibrieren der Erde, ein fast unhörbaren Scheppern der Rüstungen, und die Anwesenheit von Bella.

Allie legte ein Grinsen auf ihr Gesicht. Sie würde schon einen Weg finden, um wenigstens einen dieser Fratzen zum Reden zu bringen, "Nein. Euer Bote würde Euch wahrscheinlich berichten, dass Ihr die Schlacht verloren habt, dass der Rest der Armee genau weiß, wo Ihr Euch befindet, und gerade auf den Weg hier her ist. Wie schade nur, dass er es nicht mehr rechtzeitig schaffen wird."

Der General drehte sich mit geweiteten Augen um, ebenso wie seine Gefolgschaft, und erblickte wie schreiende Klingen durch die dunkle Nebelschicht brachen und sofort die erste Reihe an Genlocks überrannten, als wären sie nur kleine Bauern in einem Schachspiel.

Allie nutzte das Überraschungsmoment, schlug den beiden Hurlocks mit den Ellbogen in die Magengegend, wodurch diese eine krampfhaft gebückte Haltung einnahmen, und entriss dem Gesandten seinen Stab, welchen sie einige Meter wegschleuderte. Anschließend zog sie ihre Dolche, und schlitze den drein mit einer Drehung die Kehlen auf, bevor sie sich durch in das Getümmel mischte, und die Richtung in welcher sich Zelandriel befand ansteuerte.

Keiner schien sich für sie zu interessieren, die gesamte Brut steuerte mit kreischenden Kriegsgeschrei auf die Armee, die Generäle ausgenommen. Sie versuchten zu flüchten, suchten einen Ausweg, doch sie saßen in einer Falle, waren an die hohe Klippenwand gedrängte worden, eingekreist von glänzenden Rüstungen.

Allie ließ sich neben den bereits am Boden liegenden Zelandirel auf die Knie fallen und fühlte seinen Puls.

'Lass ihn liegen, was kümmert es Dich!? Dieser Narr ist selbst schuld an seinem Tod!'

"Er ist ein Wächter, verdammt, wir müssen ihn retten.", sagte sie panisch und mit schmerzverzerrtem Gesicht, während sie damit begann die Blutung seiner Wunde zu stillen, und diese mit zittrigen Händen zu verbinden. Im Hintergrund, die schreienden Geräusche von sterbenden Männern, das Kreischen der Brut und das Klirren von aneinanderprallenden Waffen und Rüstungen.

#2590
MagicBullet

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Der Feuerball tauchte das Geäst in ein stroboskopartiges Gewitter aus flammender Helligkeit, das in den Augen stach und jedes Detail mit der Intensität einer explodierenden Sonne aufflackern ließ.
So gut wieder jeder Andere würde jetzt blind, seiner Nachtsichtfähigkeit beraubt, durch den Wald stolpern.

Avalos hingegen ließ sich davon nicht beindrucken. Seine Nachtsicht war ihm von seiner Herrin geschenkt worden. Der Feuerschein spiegelte sich in seinen jadegrünen Augen, das auch nun vor seiner Iris zu toben schien - nicht nur dahinter.
Zeugen hätten ihn jetzt wahrlich für einen Dämon gehalten. Schwärze durchzog seine Augen, pures Schwarz und leuchtendes malachitgrün.
Mit ein paar Sätzen sprang er auf, schlug sich den Mantel vor Helm und Panzerung und hetzte durch die Flammenwand. Durch das viele Blut und Regenwasser war der wollene Kapuzenmantel aufgequollen und absorbierte den Großteil der Hitze.
Er fing an zu dampfen, dunkelgraue Rauchschlieren, die ihn umwaberten und unaufhörlich aus dem Stoff drangen.
30 Meter vor ihm tobte bereits ein Kampf auf Leben auf Tod.

Oder auch mehrere, je nach Standpunkt.
Die Lichtung war übersät mit halb verkohlten Leichen, an manchen leckten noch gierig kleine Flämmchen. Es roch nach verbranntem Fleisch. Verdorbenen Fleisch.
Die offene Stelle lag an einem Berghang. Hangaufwärts, von, einem großen, mit Moos und Farnen überwucherten Felsblock, hatte er relativ gute Sicht auf die Geschehnisse, trotz des Nebels, der sich langsam aufgrund der Feuersbrunst hinter ihm aufzulösen schien.
Genlocks, Hurlocks, Abgesandte, mehrere Generalsgestalten, die unaufhörlich auf ihre Untergebenen einzuschreien schienen. Offenbar wußten sie noch nicht mal, dass sie eine vernichtende Niederlage eingefahren hatten.
Ein halbes Dutzend rannte auf einmal in das Unterholz, heiser brüllend und wild gestikulierend.
Offenbar hatten die Drei tatsächlich einen Angriff auf einen zahlenmäßig weit überlegenen Gegner gewagt, und bekamen jetzt die Retour für diese Torheit.
Doch dann stutzte er. Aus den Augenwinkeln heraus sah er nur, wie etwas auf der entgegengesetzten Richtung aus dem Unterholz gestolpert kam, hinfiel, und sich auf einmal mit einem General der Brut Auge in Auge gegenübersah.
Allein schon an der gerkümmten Haltung, dem angewinkelten Arm um den verletzten Brustkorb zu schützen.. Allie.
Er konnte es kaum glauben. Hatten sich diese Narren etwa getrennt? Der Schatten fletschte die Zähne. Wenigstens Allie hätte er zugetraut, sich nicht blindlings, und vorallem alleine, in eine so aussichtslose Schlacht zu stürzen? Aber wie hieß es doch... Im Krieg stand man zusammen, aber man starb stets alleine?
Doch dann hielt der General inne, schon längst den schartigen, groben Zweihänder zu einem wuchtigen Überkopfstoß angehoben.
Hinter ihm brach erneut ein Kampf vom Zaun. Avalos sah nicht viel, konnte sich aber denken wer dafür verantwortlich war. Ein ganzer Pulk Hurlocks stob auf das Getümmel zu. Ein Gesandter hob seinen Stab für einen vernichtenden Magieangriff, als er einfach zusammenbrach. Ein Dolch hatte ihn getroffen, genau mittig in den Kehlkopf bis zum Genick. Lautlos brach er zusammen. Zwei oder drei Hurlocks gingen ebenfalls zu Boden.

Doch dann wendete sich das Blatt, als ein Adjutant der Brut mit einem häßlich aussehenden Bastardschwert einen schlecht geführten, aber wuchtigen Stoß gegen den Angreifer ausführte. Gleichzeitig rammte er seine Schulter dem jungen Mann ins Gesicht. Schulter und Anderthalbhänder trafen gleichzeitig. Die Wucht trieb die Klinge tief in die Hüfte des jungen Mannes. Selbst von hier konnte Avalos das Knirschen des zerberstenden Knochens hören.
Die Missgeburt hatte den Jungen einfach aufgespießt. Und de facto an einen Baum genagelt. Die Spitze des rostigen Schwerts steckte zentimetertief in der verwitterten Rinde der alten Eiche.

Der Junge war so gut wie tot. Dämlicher Waldläufer, toter Waldläufer. Avalos schien das in diesem Augenblick furchtbar lustig zu finden. Die Dummen oder Glücklosen starben doch ansonsten immer zuerst?
Der Adjutant zog mit einiger Anstrengung sein Schwert aus dem Baum und aus dem Körper des jungen Mannes, der sofort zu Boden fiel. Sollte das Biest ihn nicht umbringen, dann würde es der Blutverlust erledigen.
Hinter ihm konnte er das Klappern der Harnische hören. Zeit zu handeln. Die Brut beschäftigt halten, bis Verstärkung eintraf.

Plötzlich fing die Waffe des des Adjutanten an zu glühen, zerfloß förmlich. Der häßliche Hurlock kreischte und starrte entsetzt auf seine Hände, die unter der enormen Hitze des weißglühenden Metalls einfach zu Staub und Schlacke zerfielen.
Was dem todgeweihten Waldläufer nur eine Atempause verschaffte, denn mit einem Grunzen wühlte sich eine andere Missgestalt aus dem johlenden Pulk, hob seine Axt und -
Der Schatten zog seinen Dolch. Der beseelte Smaragd funkelte unheilvoll. Er schrie nach Blut und Seelen.
Er fasste ihn an der Spitze, holte aus und warf. Die mattschwarze Klinge flog durch die Luft, drehte sich unfassbar schnell horizontal um die eigene Achse und traf die Axt schwingende Missgeburt mit einem unheilvollen Sirren und einem dumpfen Aufschlag mitten ins Gesicht. Die Klinge grub sich bis zum Heft in den häßlichen Schädel.
Währendessen hatte er schon Allie im Blick. Hoffentlich genügte der Dolch zur Ablenkung.
Für den Späher konnte er nichts mehr tun. Sollte er nach dem Scharmützel noch am Leben sein, würde sich irgendjemand um ihn kümmern. Und dann warscheinlich nur, um ihn mit fliegender Geschwindigkeit vor ein Kriegsgericht zu stellen.

Mit einem gewagten Sprung sprang er von seinem Felsblock, holte im freien Fall zu einem mörderischen Überkopfschlag aus und spaltete einem nichtsahnenden Kreischer den Schädel bis zum Rückgrat. Mit jeder Bewegung zog er eine Fahne aus Rauchspuren und Brandgeruch hinter sich her.

Der General starrte wie gelähmt in Avalos Richtung. Eigentlich tat er das nur, um sich an den wimmernden Lauten dieses an einen Baum gespießten Menschen zu ergötzen.
Doch jetzt war er... verwirrt.
Ein Schatten, vom Himmel gefallen, von Rauch umwabert und einer Gewalt und Schnelligkeit, die schier unmenschlich erschien. Und dann blickte er genau in seine Richtung. Durch die Sehschlitze waren zwei grüne Punkte sichtbar, heller als jede Flamme aus der Hölle selbst.
Eiskalt wie das Gletschereis auf den höchsten Bergen, aber von einer Intensität, die jede Synapse in seinem Gehirn zum Glühen brachte. Der General hatte noch immer den Zweihänder zum tödlichen Stoß erhoben. Aber weder er, noch Allie, rührten sich. Und dann schlug sie los. Sprang auf die Füße, rammte ihre Ellbogen in die Magengrube ihrer umstehenden Bewacher, und riss dem nächstbesten Gesandten den Stab aus der Hand, bevor sie ihn niederstreckte

Der Schatten rammte seine freie Linke mit einem häßlichen Geräusch in das Antlitz eines Hurlock, riss sein gepanzertes Knie hoch und zerschmetterte ihm den Brustkasten. Noch bevor die röchelnde Missgeburt im Schlamm aufschlug, unterlief er die Deckung eines weiteren, rammte sein Schwert nach oben und traf ihn unterhalb des Brustbeins. Die Spitze trat am Schlüsselbein wieder aus.
Doch damit hatte sich der Schatten verkalkuliert. 120 Kilo Hurlock, in Stahl gepackt und im Fallen begriffen, riss ihm seine Klinge aus der Hand. Auf einmal stand er unbewaffnet in einer Horde geifernder, zorniger, aber offenbar verunsicherter und ängstlicher Brut, inklusive Heerführer.

Das letzte Mal war ihm ein solches Missgeschick vor 600 Jahren passiert. Damals kam er mit nur wenig mehr als seinem Leben davon, und so manche Narbe zeugte noch heute von diesem Ausflug in gefährliche Todesnähe.

Avalos straffte die Schultern. Richtete sich zu seiner gesamten imposanten Größe auf.
Ballte die Fäuste. Der Rüstungsstahl auf den gepanzerten Handschuhen klirrte leise. Das geschwärzte Leder knirschte leise.
Es war totenstill.
Herzschlag. Atmung. Sein Blut rauschte. Kochte. Flüsterte ihm zu.
Letztes Gefecht? Ein Tod in Ehren?

Nein. Anfang.
Der Schatten fing an zu lachen. Blechern durchstriff der Laut den Wald, von einer Grausamkeit und Brutalität gepackt, die jedem die Albträume seines Lebens bescheren würden.
Die Brut wich zurück. Giggelnde Genlocks.
Der General starrte immer noch in seine Richtung.
Ihre Blickte kreuzten sich.
Avalos brach abrupt ab. Der Wind flüsterte in den Bäumen.
Bedächtig hob er seine Rechte, streckte zwei Finger aus und deutete auf den Anführer der Brut.
ein Knurren verließ dessen Kehle, als er die Herausforderung erkannte.
Die Brut definierte sich nicht über Intelligenz oder Raffinesse, sondern über Gewalt. Zumindest nachdem der Erzdämon gefallen war. Wer tötete, der führte, wer starb wurde vergessen.
Er war immer der Stärkste gewesen, hatte Widersacher gefoltert und ermordet, sich zum General aufgeschwungen, als Plünderer hervorgetan. Die Brut respektierte ihn, folgte ihm blindlings. Wenn er abschlug, würden sie aufbegehren.

Doch dann passierten mehrere Dinge zugleich.

Gepanzerte Gestalten brachen durch das Dickicht, überranten ein paar Genlocks einfach und stürzten sich auf die Horde. Allie setzte zum Sprint an, wohl in der Hoffnung, das sterbende Jüngelchen noch retten zu können.

Die Zeit verlangsamte sich. Fokussierte sich. Streckte sich. Und mit einer gewaltigen Kraftanstrengung riss er sich dem Gefüge und sandte eine magische Schockwelle durch die Kämpfenden. Das Symbol der Schwarzen Sonne in seinem Brustpanzer glühte in feuriger Hitze, weißglühend. Ließ den rauchenden Mantel sofort in Flammen aufgehen, steckte einen Hurlock in Brand. Der Waldsaum geriet im Zug der Schockwelle ebenfalls in Brand.
Und alles erlosch mit einem Mal.
Die Schwarze Rüstung glühte in einem dunklen Kirschrot. Nur das Emblem funkelte weiterhin in weißglühender Esse, als ob es frisch aus einer Esse gezogen worden wäre.

Mit der Rechten riss er sein Schwert aus der Leiche.
Noch einmal hob er den Arm. Zeigte auf den General. Und lachte. Die Menschen wichen zurück. Nackte Angst stand in ihren Augen. Sie wußten nicht, was es war, wer er war... aber kein Mensch. Kein Dämon. Unfassbar, nicht zu begreifen.
Die Brut wich ängstlich hinter ihren Führer zurück. Allie starrte ihn mit schreckgeweiteten Augen an. Als ob sie nicht wüßte, was seine Patronin ihm ermöglichte.

Ihre Blicke trafen sich. Er sah in ihr mehr Mensch, als je zuvor. Zumindest seit dem sie aus den Fängen der Brut zurückgekehrt war.
Sie nickte, und wandte sich dann ab. Der Waldläufer zuckte noch. In den letzten Zügen, was die riesige Blutlache um ihn herum ziemlich verdeutlichte.

Ein Schritt. zwei Schritte. Der Boden zischte, und die kümmerlichen, platt getrampelten Farnbüschel gingen mit einem Zischen in Flammen auf.
Gespannte Stille. Mensch, wie Brut hielt inne.
Der übergroße Hurlock ergriff die Initiative. Er riss seinen Zweihänder hoch, brüllte und führte einen mörderischen Schlag gegen Avalos Seite. Der wiederum blockte ab, ließ sich zu einer Parade hinreißen und konterte sofort. Es war ein ausgeglichener Kampf, Finte um Finte, Schlag um Schlag, Wunde um wunde wurde gerissen. Der grobe Zweihänder traf den Brustpanzer, dellte ihn ein und hinterließ eine tiefe Scharte. Im Gegenzug unterlief der Schatten die Deckung seines Gegners, und schlitzte ihm den Oberschenkel auf. Vom Knie bis zur Hüfte. Rötliche, aufgeplatzte und zerschnittene Muskelstränge traten hervor.
Doch der Heeresführer kompensierte das geschickt, indem er seinen Stand verlagerte. Doch er wurde müde. Der schwere Zweihänder hatte eine vernichtende Wirkung bei einem Treffer, aber es war schwerfällig.
Mit einem gezielten Tritt auf den aufgeschlitzten Oberschenkel brach Avalos den Widerstand.
Der Hurlock schrie auf, und brach seitlich ein, als sein Bein sein Gewicht nicht mehr tragen konnte. Mit einer flinken Finte parierte der den letzten Schlag des heransausenden Zweihänders, drehte sich einmal um die eigene Achse, und rammte dem General das Schwert bis zum Griff in die Brust.


Dann brach der Bann.
Die königlichen Soldaten jubelten und johlten, brüllten und schrien als sie wieder zum Angriff ansetzten. Die Flut aus Leibern und Stahl begrub die letzten der Brut unter sich wie unter einer Sturmflut epischen Ausmaßes. Innerhalb von Augenblicken war alles vorbei.

Modifié par MagicBullet, 25 octobre 2010 - 06:04 .


#2591
MagicBullet

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Doppelpost. Sorry, hatte verdammt schlechten Empfang. 

Modifié par MagicBullet, 25 octobre 2010 - 08:26 .


#2592
Aliens Crew

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Drakenot preschte hinter den Hurlocks hinterher. Schnell, geschmeidig und vor allem praktisch lautlos. Der erste dieser Unholde bemerkte ihn erst, als sich dieser bereits dicht hinter ihm befand, also viel zu spät. Mit einem wuchtigen Schlag mit seinem Kampfstab gegen die Beine des Hurlocks, brachte er diesen zu Fall. Scheppernd landete das Monster rücklings auf den Boden. Der Alte kreiselte auf der Stelle herum und stach mit dem Ende seiner Waffe in die Brust seines Feindes. Erstickt keuchte der Hurlock auf, als die Klinge ihn durchbohrte.
 
Ein weiterer Hurlock, der dicht vor seinem Kompagnon herlief, bemerkte, was geschehen war und griff Drakenot gleich mit seinem schartigen Schwert an. Der Alte blockte diese Attacke geschickt mit seinem Stab ab, bevor er eine Drehung vollführte und seinem Gegner in den Unterleib trat, direkt unterhalb seiner schützenden Rüstung. Der Unhold gab einen erstickten Laut von sich und krümmte sich vor Schmerzen.
 
Der Alte wollte seinem Feind schon den Rest geben, als sein Blick auf den Genlock fiel, der mit seinem Bogen ihn Drakenots Richtung zielte, den Pfeil bereits zum Schuss angelegt. Einen Augenblick später ließ er die Bogensehne los. Der Alte rollte sich über den gebeugten Rücken des neben ihm stehenden Hurlocks ab, so dass er auf dessen anderen Seite wieder auf die Füße kam. Mit einer schnellen Bewegung schlug er noch mit seinem Kampfstab von unter her zu, wodurch er mit der scharfen Klinge seiner Waffe die Kehle seines Widersachers aufschlitzte und diesen sogleich nach hinten warf. Sterbend krachte der Hurlock auf den Rücken.
 
Der Genlock hatte inzwischen einen neuen Pfeil angelegt, doch als er den Alten ins Visier nehmen wollte, da war dieser bereits hinter einem Baum verschwunden. Der Bogenschütze zielte nun auf die andere Seite dieses Baumes, da er davon ausging, dass Drakenot dort auftauchen würde, aber das tat er nicht. Der Genlock schaute nach links und dann wieder nach rechts. Doch er konnte nichts erkennen, nur die Nebelschwaden, die wie ein undurchdringlicher Schleier über den Sträuchern und Büschen lagen. Panisch blickte er sich weiter um und lauschte in den Dunst hinein. Doch außer dem fernen Kampflärm vernahm der Genlock keine Geräusche. Der Alte war wie vom Erdboden verschluckt.
 
Dann gab es plötzlich dieses schmatzende Geräusch. Der Körper des Genlocks versteifte sich, als die Spitze von Drakenots Kampfstab aus der Brust des Unholdes heraustrat. Der Alte selbst tauchte hinter dem Genlock auf, der seinen Bogen fallen ließ und gleich darauf sein ächzend Leben aushauchte.
 
„Das war wohl nichts, Kleiner. Mehr Glück beim nächsten mal“, scherzte Drakenot, während er seine Waffe wieder aus dem Körper seines Gegners herauszog, der daraufhin tot zusammenbrach. Der Alte hingegen wandte sich sogleich ab und lief so schnell es ging in Richtung des Schlachtenlärms.
 
Als er schließlich den Kampfschauplatz erreichte, bot sich ihm ein Anblick der Zerstörung. Im Hintergrund brannte es lichterloh, Bäume und Sträucher gingen in einem Flammenmeer unter, welches die Szenerie in einen grellen, flackernden Schein tauchte. Überall lagen Leichen herum, zerstückelt, verstümmelt oder total verkohlt. Die Zwergin führte gerade die Soldaten des Königs an, um die letzten Reste der Brut niederzumachen. Und da stand auch er. Allein. Von Kadavern umgeben. Avalos. Avalos, der Schlächter. Avalos, der Mörder.
 
Drakenot erkannte ihn sofort, obwohl sich die beiden niemals zuvor begegnet waren. Doch hatte der Alte schon eine Menge über dieses Wesen gehört, welches einst mal ein Mensch gewesen sein soll, doch nun nichts weiter verkörperte als eine Marionette. Drakenot musste mit ihm reden, hatte einiges mit diesem „Ding“ zu besprechen. Er wollte soeben zu ihm hinübergehen, als er Allie erblickte, die neben dem verletzen Zelandriel hockte und diesen verband. Ohne zu zögern eilte er sogleich zu den beiden.
 
„Was habt Ihr denn schon wieder angestellt, mein Junge?“ lächelte er fürsorglich aber auch ein bisschen streng, wie ein Vater zu seinem ungehorsamen Sohn. „Kann ich Euch nicht mal für ein paar Augenblicke allein lassen ohne das Ihr Euch gleich aufschlitzen lasst?“
 
Drakenot ging neben den beiden in die Hocke und kramte erneut sein Fläschchen mit der roten Flüssigkeit hervor, welches er Allie in die Hand drückte, die soeben mit dem Verbinden des Spähers fertig geworden war.
 
„Hier gebt ihm etwas davon. Und sorgt dafür, dass er diesmal nicht wieder die Hälfte ausspuckt. Ihr wisst ja bereits wie gut diese Zeug schmeckt“, grinste der Alte schelmisch, bevor er wieder ernster wurde. „Und was ist mit Euch? Habt Ihr ebenfalls durch diesen Kampf neue Wunden davongetragen, werte Allie?“
 
 

#2593
Doomheart43

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Das Schwert des Generals, der gerade im Begriff war Zelandriel den Todesstoss zu versetzen, fing knapp bevor es ihn traf wie von Geisterhand berührt zu glühen an und zerlegte sich innerhalb von Sekundenbruchteilen in seine Einzelteile. Dem ursprünglich breitem Grinsen wich ein panischer Blick als der General sich bewusst wurde das er selbst in Flammen stand.
Während er sich am Boden vor Schmerzen krümmte, glitt Zelandriel vom festen Griff des Generals befreit den Baum entlang hinunter.
 
Aus dem dunklen der Nacht nahm er Kampfgeräusche wahr, offensichtlich hatten es die Truppen geschafft durch die Flammenwand zu dringen.  Es war eine törichte Idee von ihm zu glauben, sich in seinem Zustand auf einen Nahkampf mit der dunklen Brut einlassen zu können. Nur mit einer Hand, seiner sonstigen Gewandtheit beraubt, das konnte nicht gut gehen. Doch das Wissen das nun der kärgliche Rest der dunklen Brut dem sicheren Tod ins Auge blickte und die Hoffnung dass die Elfe sich aus ihrer ausweglosen Situation befreien konnte, verschaffte ihm eine gewisse Genugtuung.
 
Der hohe Blutverlust, durch die zahlreichen Wunden die er am heutigen Tage erlitten hatte, forderte seinen Tribut. Er fühlte wie sein Herzschlag verflachte und immer langsamer wurde; den Schmerzen wich eine eisige Kälte die sich langsam den Weg durch seinen Körper zu bahnen schien. Das letzte was er spürte war wie jemand nach seiner Hand griff und sich an seiner Wunde an der Hüfte zu schaffen machte…….dann wurde es still.
 
Was darauf folgte konnte er sich nicht erklären, er schien wenige Meter über dem Boden zu schweben und konnte auf seinen leblosen Körper herabblicken. Über sich gebeugt die junge Elfe die offensichtlich um sein Leben kämpfte; wenig später kam auch Drakenot hinzu. Er konnte nichts mehr hören und auch nichts mehr fühlen. Es war ein Zustand voller Eindrücke und Gedanken; verwirrend und faszinierend zugleich.

Er hatte sich den Tod eigentlich anders vorgestellt. „Doch war er überhaupt tot? , wieso war er noch hier?“ Plötzlich vernahm er eine sonderbare Aura, irgendetwas schien regelrecht durch ihn hindurchzusehen und seine tiefsten Geheimnisse aufzudecken. Sein erster Gedanke war sich zu verstecken doch er erkannte dass es nicht möglich sein würde und auch nicht nötig war. Sein Gefühl sagte ihm das seine Zeit zu sterben noch nicht gekommen war, nicht hier und nicht jetzt, er müsse seiner Bestimmung folgen um seine Schuld zu tilgen….zudem hatte er noch Hoffnung, ....Hoffnung seine geliebte Schwester zu finden.
 
In dem Moment wie die Elfe ihm das Fläschchen mit der roten Flüssigkeit einflösste fand er sich in seinem Körper wieder, der Kampflärm rund um ihn und seine brennenden Wunden  wurden wieder allgegenwärtig.
Von Schmerzen geplagt pressten seine Lippen hervor „Meine Dolche…..wo sind meine Dolche“
 
 

#2594
MagicBullet

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Der Harnisch hob sich unmerklich unter seinen Atemzügen.

Totenstille.

Der General rührte sich nicht mehr. Ein paar Männer suchten das Schlachtfeld dieses Scharmützels ab. Halfen eigenen Verwundeten oder suchten nach sich tot stellender Brut, zwischen all den Gefallenen.

Innerlich sackte Avalos zusammen. Der Fokus verschob sich. Fasste sich weiter. Zog wieder alles in Betracht, nicht nur das Hier und Jetzt.

Schwerfällig ging er in die Hocke und widmete sich seinem gefallenen Gegner.

Der Brustpanzer war selbst für die Brut ausgesprochen häßlich. Offenbar ein Templerharnisch, hatte er sie wohl "erweitert" und umgearbeitet.
Manche Stücke schienen zwergische Bergwerksarmierungen zu sein. Nicht der Rede wert, noch nicht mal eines Blickes würdig.
Aber etwas ließ ihn stutzen.
Sie waren... falsch angeordnet. Sie vergrößerten das Volumen des Harnischs, statt ihn möglichst körpernah zu formen.
Kein Krieger würde so einen Nachteil in kauf nehmen, außer....

Mit kraftlosen Fingern versuchte er den Panzer aufzubrechen. Erfolglos.
Stattdessen stand er einfach auf, und brach den Stahl durch wuchtige Stiefeltritte auf die Metallnähte.
Wie eine reife Nuss. Der Vergleich drängte sich zwar nicht auf, weil eine Nuss nach dem Öffnen nicht so fürcherlich stank, aber... Harte Schale, weicher Kern.

Wieder widmete er sich jetzt dem Brustpanzer. Seine Hand fand eine hervorstehende Kante, und mit einem Ruck legte er den wohlweißlich angelegten Hohlraum frei.
Raffiniert, aber nicht gut genug. Das trieb ihm ein wölfisches Grinsen ins Gesicht.

Und schließlich berührten seine Finger etwas Kaltes.
Etwas altes. Etwas sehr altes.

Avalos zog es hervor, und betrachtete es im Schein der Feuersbrunst, der inzwischen brennenden Leichenstapel.
Das Leder war verdreckt und alt, stank ranzig und nach Verwesung.

Achtlos wickelte er den flachen Gegenstand aus und warf den Fetzen achtlos auf den Boden.
Es war eine kleine Platte aus Stein. Das Feuer, die schwarzen, fetten Rauchwolken spiegelten sich in seiner polierten Oberfläche, ließen kleine, gezackte Schatten in den buchstabenartigen Vertiefungen tanzen.

So etwas hatte er seit mindestens tausend Jahren nicht mehr gesehen.

Sein Geist leerte sich. Er konnte das nicht fassen, nicht einordnen. Es bedeutete Ärger. Relikte bedeuteten immer Ärger.
Und vorallem das. Das letzte Mal hatte er an Hrotgar Eisenfaust gesehen, was sie anrichten konnten.

Wohlweißlich verbarg er die handgroße, steinerne Platte hinter seinem Schwertgehänge. Die verkohlten Reste seines Kapuzenmantels stopfte er als Tarnung davor.

Er musste das besprechen. Möglichkeiten ausloten. Und vorallem, erst einmal herausfinden, was auf der Tafel geschrieben stand. Im genauen Wortlaut, Vers für Vers.

Und er hoffte inständig, dass er sich geirrt hatte, was seine Vorahnungen anbelangten.

Der Schatten stand auf und sondierte die Lage.
Zwei Mann, die einen Genlock auf einen Scheiterhaufen schmissen. Der Apotheker, der sich offenbar um das Leben des jungen Spähers bemühte.
Allie, die etwas verloren daneben stand.

"Alles einstellen! Lasst die Toten liegen, Futter für die Aaskrähen! Formieren und abrücken, nehmt die Verwundeteten mit!"

Im üblichen Befehlston, seiner selbst Sicher.
Aber nur eine Fassade.
Inzwischen machte er sich Sorgen. Nicht nur was ihn betraf, beziehungsweise den sprunghaften Anstieg seiner Kräfte und Fähigkeiten.
Er wußte, sie gab nur, wenn sie nehmen würde.
Doch er wußte nicht, was die Sonne noch mehr nehmen konnte, wollte.


Schweigend wandte er sich ab.

#2595
viento2

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Noah folgte der Kompanie, die Bella anführte, doch er ließ sich weiter nach hinten zurückfallen. Sein ganzer Körper schrie vor Schmerzen und Anstrengung. Unerträgliche Hitze breitete sich unter seinem Helm aus und etwas Klebriges lief ihm über das Gesicht. Noah riss sich den Helm vom Kopf. Kühle Luft strich ihm augenblicklich über das Gesicht und Regen tropfte kalt auf seine Haut. Er wischte sich mit dem Handschuh über die Stirn.....Blut.

Ob es sein eigenes war oder durch das Visier gespritzt war, konnte er nicht sagen. Sein Kopf dröhnte und ihm war leicht schwindlig. Doch das konnte auch von der Anstrengung her rühren. Noah kam es vor, als würde sein Geist außerhalb seines Körpers schweben. Er verspürte zwar Schmerzen, doch konnte er nicht sagen , woher sie rührten. War er verletzt? Und wenn ja, war es überhaupt von Bedeutung?

Er stapfte weiter mit der Kompanie auf den Wald zu, aus dem der Verletzte gestolpert war. Rauch stieg über den Bäumen auf und er konnte hören, wie die Zwergin vor ihm fluchte. Plötzlich kam Bewegung in die Truppe. Sie verfielen in einen Laufschritt und erklommen die Anhöhe vor ihnen. Noah zog den Helm schnell wieder über und griff nach seinen Schwertern. Seine Arme und Beine protestierten gegen die erneute Beanspruchung. Die Kompanie vor ihm scherte zu beiden Seiten aus und der Lärm von Metall, welches aufeinander prallte, drang an seine Ohren. Der Verletzte hatte also recht behalten, weitere Brut versteckte sich hier zwischen den Bäumen.

Dichter Rauch breitete sich zwischen den Kämpfern aus und machte das Sehen und Atmen schwer. Doch die Soldaten rückten unaufhörlich vor und bahnten sich einen blutigen Weg durch die Brut. Noah zog eben eines seiner Schwerter aus der Lederrüstung eines Hurlock und schaute sich nach dem nächsten Angreifer um. Die versprengte Brut schien besiegt zu sein, da bemerkte er am Rande des Schauplatzes eine Bewegung. Ein Gesandter der dunklen Brut stürzte sich in wilder Flucht in das Gestrüpp. Ohne zu zögern sprintete Noah los und setzte ihm nach. Ungesehen tauchte er in Geäst und dichten Rauch ein und verschwand aus dem Blickfeld seiner Kameraden.

Im ersten Moment konnte er nichts erkennen, doch dann bemerkte er frisches Blut an einem Zweig zu seiner Linken. Der Gesandte schien verletzt zu sein und Noah folgte seiner Spur immer tiefer in den Wald hinein. Wie lange er sich durch das Unterholz schlug konnte er nicht sagen. Er hatte jegliches Gefühl für Zeit verloren.

Nach einer Weile konnte er voraus ein Schnaufen hören. Der Gesandte hatte wohl angehalten in der Annahme, dass er keine Verfolger hatte. Noah brach hinter einem Busch hervor und schaute direkt in die vor Schrecken geöffneten Augen des Biestes. Er hob seine beiden Schwerter und positionierte sich direkt vor seinem Gegner. Als diesem bewusst wurde, dass er nur einen Soldaten vor sich hatte, zog sich ein teuflisches Grinsen über seine Fratze. Er hob seinen Stab gen Himmel und fing an, Worte zu rezitieren. In diesem Moment griff Noah an. Mit einem wilden Schrei stürzte er sich auf den Gesandten. Kurz bevor er ihn erreichte durchfuhr in ein stechender Schmerz der seine Bewegung für einen Moment innehalten ließ. Dann sauste das Schwert in seiner Rechten nieder und der Gesandte schaffte es erst im letzten Moment, seinen Stab zwischen sich und die Klinge zu bringen. Ein angestrengtes Schnaufen entfuhr ihm und er wich einen Schritt zurück, als Noahs Kraft auf ihn eindrang.

Noah gönnte ihm keine Pause und ließ sein zweites Schwert dem ersten folgen. Nur unter großer Mühe konnte sich der Gesandte verteidigen. Für einen weiteren Zauber fehlte ihm die Zeit und wie Noah erkannte, klaffte eine breite Wunde auf seiner Brust. Die Waffen verkeilten sich und Noah zog seinen Gegner dicht an sich heran. Faule Zahnstümpfe grinsten ihm an und der Atem, der ihm entgegen schlug, ließ ihn für einen Moment würgen. Noah hob sein rechtes Bein und trat mit dem gepanzerten Fuß vor die Brust des Gesandten, während er ihn mit den Händen von sich stieß. Mit weit aufgerissenen Augen stürzte die Brut nach hinten und der Stab flog in hohem Bogen durch die Luft. Noah tauchte unter ihm hinweg und setzte augenblicklich nach. Das Schwert in seiner linken durchbohrte die Brust seiner Gegners und die zweite Klinge trennte dessen Kopf von seinem Rumpf. Ein wuchtiger Schlag, der die Fratze der Brut mit sich trug und sie ihm schlammigen Waldboden versinken ließ.

Erschöpft sank Noah auf die Knie. Blut tränkte den Boden um ihn herum und bildete mit dem nieder prasselnden Regen kleine, rote Rinnsale. Sein Atem ging schwer und es kostete ihn einige Kraft, wieder auf die Beine zu kommen. Mit zitternden Armen schob er seine Waffen zurück in die Scheiden. Das Prasseln des Regens auf das Blätterdach über ihm und auf das Metall seiner Rüstung war das einzige Geräusch, dass er vernehmen konnte.

Mit kraftlosen Schritten stapfte er von der Leiche weg. Unsicher schaute er sich um. Von welcher Seite war er doch gleich gekommen? Um ihn herum nur Wald. Selbst den Rauch, der sich vorher am Platz des Kampfes durch die Bäume gezogen hatte, konnte er von hier aus nicht erkennen. Wie weit war er von den anderen entfernt?

Er entschied sich für einen Weg und stapfte dann mit hängendem Kopf durch das Unterholz. Sein Blick durchkämmte das Gestrüpp neben ihm auf der Suche nach eine Spur, die ihm den Weg zurück zeigen sollte. Nebel zog auf und verschleierte den Weg vor ihm. Täuschte sich Noah oder wurde es bereits dunkel?

Ein Rascheln zu seiner Rechten ließ ihn zusammenfahren. Sein Kopf fuhr herum und sein linker Fuß trat ins Leere. Noah rutschte abwärts und seine Arme schwangen verzweifelt durch die Luft. Bis er mit einer Hand eine Wurzel zufassen bekam. Mit beiden Händen hielt er sich fest und schaute nach unten.

Er hing an einer schroffen Felswand, die steil nach unten abfiel. Nebel und Dunkelheit ließen ihn nicht erkennen, wie tief es nach unten ging.

War das das Ende? Sollte sein Kampf hier und jetzt beendet sein? Wenn er hier fiel, dann würde ihn niemand finden können. Niemand hatte bemerkt, wie er sich von der Gruppe abgesondert hatte und Noah selbst konnte nicht sagen, wo genau er sich befand. Entweder er schaffte es aus eigener Kraft, wieder hoch zu kommen, oder er war verloren.

Dann riss die Wurzel, an der er sich hielt, und Noah fiel.

#2596
Kaysallie

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Nachdem Allie die stark blutende Wunde mit einem Druckverband versorgt hatte, tauche auch schon Drakenot neben ihr auf und drückte ihr einen Heiltrank in die Hand. Ohne zu zögern, hielt sie Zelandriel die Nase zu und kippte ihm das üble Gesöff in den Mund, welches er widerwillig schluckte. Nur kurz darauf begann dieser irgendetwas von seinen Dolchen zu stammeln.

Allie wollte eigentlich auf Drakenots Frage eingehen, aber sie schaffte es nicht. Die Kampfgeräusche schienen immer Lauter zu werden und dröhnten in ihrem Kopf. Ihr Atem war so schwer als bekäme sie kaum Luft, ihre Hände zitterten als wäre sie kurz vor dem Erfrieren und ihr Kopf schmerzte als hätte jemand mit einem Hammer drauf geschlagen. Es lag nicht an den leichten Kratzwunden und sie hatte sich auch nichts gebrochen, als sie den Hang hinab gerutscht war. Es lag nur an einem: an der Dunklen Brut. All der Hass und die Mordlust nach diesen Kreaturen wollten sie übermannen. Sie versuchte sich dagegen zu wehren, doch es gelang ihr nicht länger.

Ohne Drakenot und Zelandriel weitere Beachtung zu schenken, stand sie auf und drehte sich um. Der Kampf neigte sich seinem Ende zu. Verletzte lagen im Schlamm, weinten jämmerlich wie kleine Kinder. Der Geruch von verbranntem Fleisch und Tod stieg ihr in die Nase, und sie sah wie die Letzten der Dunklen Brut niedergemetzelt oder von ihrem weinerlichen Leid im Kampf mit dem Tod erlöst wurden.

Und dann sah sie ihn. Mitten am Schlachtfeld stehen. Wie immer selbstsicher und selbstgefällig. Rückzug? Allie spürte einen Hass auf dieses ... Ding wie noch nie zuvor. Beinahe wäre sie losgelaufen, als sie ein wimmerndes Geräusch vernahm und mit ausdruckslosen Augen zu Boden blickte. Direkt vor ihren Füßen lag noch immer der General, welchem sie die Hand und etwas mehr verkohlt hatte.

Allie grinste und stieg direkt auf seinen abgefackelten Armstummel, sodass er höllisch aufschrie.

"Siehst Du... das hat man davon, wenn man eine Seele möchte... nichts als Schmerz und Leid.", sagte sie so eintönig und kalt, wie sie wohl noch nie zuvor geredet hatte, doch das freudige Grinsen diese Kreatur leiden zu sehen, verschwand nicht.

"Tötet mich schon! Etwas anderes tut Eure Art doch auch sonst nicht!", jammerte er mit seiner kratzigen tiefen Stimme.

Allie begann zu lachen, "Hat denn die Eure jemals etwas anderes getan?"

Sie drückte ihren Fuß immer fester auf die Wunde, sodass dieser abermals aufschrie.

"Sagt mir was ihr mit diesem Schlachtzug bezwecken wolltet. Dann denke ich noch einmal darüber nach..", sagte sie gelassen weiterhin auf den Arm drückend.

"Niemals!"

"Wie schade...", Allie stieg über ihn hinweg und er ging sofort darauf in Flammen auf. Er wälzte sich schmerzhaft schreiend auf dem schlammigen Boden, als sich das Feuer immer tiefer durch seine Rüstung fraß und langsam durch seine Haut bis er schließlich nur noch ein brennender Knochenhaufen war.

Dieser General war es nicht wert, eine reine Zeitverschwendung. Eine Art Schatten lag auf Allies Gesicht als sie das kleine Schlachtfeld abging, zielstrebig zu den Verwundeten der Dunklen Brut, und bei jedem diese Prozedur wiederholte.

#2597
Bellandyrs

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Bella kam mit ihren Mannen gerade zur rechten Zeit. In Windeseile entbrannte ein neuer Kampf, erbitterter, härter. Hier versteckten sich die Kultisten, Abgesandten und Generäle also, die Bella zuvor auf dem Schlachtfeld schon in Urlaub wähnte.
Mit einem Wutschrei auf den Lippen stürmte sie auf die Brut zu und vergaß ihre Müdigkeit, die sie überkommen hatte. Ihre Arme schmerzten unerträglich, die Hände waren so verkrampft, dass sie die Dolche beinahe nicht mehr halten konnte. Aber sie würde nicht klein beigeben. Nicht, bevor nicht das letzte Stück dieses Abschaums schwer verwundet oder tot am Boden lag.
Sie warf ihr letztes Säure-Fläschchen in die Meute, tröpfelte das Gift auf, welches die Magier vom zaubern abhalten würde.
Die Brut war zwar zahlenmässig in etwa gleich, aber diese kämpften härter als das Fussvolk, welches zuvor zu Unmengen am Schlachtfeld ihr Leben gelassen hatte.

Bella zog gerade ihren Dolch merklich langsamer als zu Beginn des Kampfes aus einem Alpha-Genlock, als sich zwei seiner Untertanen auf sie stürzten. Die Erschöpfung machte sich bemerkbar, ihre Reflexe und Bewegungen waren um einiges schwerfälliger. Den einen erwischte sie zwar so, dass sie ihm eine ihrer Waffen von unten in die Weichteile stechen konnte und dieser daraufhin wimmernd zusammenbrach, aber sie war nicht schnell genug, um den Hieb des anderen zu parieren. Das stinkende Monster schlug ihr so die Waffe aus der Hand, und nachdem ihr zweiter Dolch noch im Gemächt des ersten steckte, war sie nun unbewaffnet. Der Schmerz fuhr ihr durch die Glieder, als der Gegner ihren Oberarm erwischte, das Ziel wäre eher der Oberkörper gewesen, den sie nur durch eine Drehung auf den Oberarm ablenken konnte. Der zweite Hieb des Schwertes traf sie an der Schulter, und sie schrie vor Schmerz auf. Vorsichtig wich sie zurück, suchte nach einem Ausweg.

Natürlich! Sie hatte ja noch Pfeil und Bogen, aber dafür war der Feind zu nahe. Ihr linker Arm war unbrauchbar, das Blut floss aus dem Schnitt in der Rüstung, und ihre Schulter schmerzte höllisch. Hatte er eine Sehne erwischt? Den Bogen konnte sie also vergessen.
Lauernd folgte ihr der Genlock, hämisch grinsend. Schnell riss Bella mit ihrem rechten Arm einen Pfeil aus dem Köcher, holte aus und warf ihn. Dank der Nähe verfehlter dieser sein Ziel nicht, das Vieh brüllte auf, als der Pfeil in seinem Auge landete und sprang wie von Taranteln gestochen umher. Diese Sekunden nutzte Bella und holte sich die Waffe wieder, die er ihr aus der Hand geschlagen hatte und nun am Boden lag. Schnell rannte sie zurück und stach ihm den Dolch in den Rücken, zog durch, bis der Brustkasten den Dolch nicht mehr höher gleiten ließ. Röchelnd brach der Genlock zusammen, Bella wischte sich den Schweiß von der Stirn. Dann wandte sie sich ab und zog ihren anderen Dolch aus dem Körper des nun toten Untiers.

Plötzlich war es vorbei. Sie hatten ganze Arbeit geleistet, Soldaten schlachteten die letzten verwundeten Gegner ab, und Avalos gab den Befehl zum Aufbruch ins Lager. Die Zwergin steckte ihre Dolche zurück in die Scheiden und wickelte sich unbeholfen einen provisorischen Verband um ihren Oberarm, damit wenigstens die Blutung gestoppt wurde.
Sie fühlte sich völlig ausgelaugt und müde, hungrig, durstig. Die Euphorie, die sie zuvor noch am Schlachtfeld gespürt hatte, war verflogen. Statt dessen machte sich Kummer in ihr breit.

So lange hatten sie gekämpft, alles gegeben. Hatte Avalos das, was er suchte? Und zu welchem Preis? Wo waren ihre Gefährten? Lyna und Jannis hatte sie die ganze Zeit nicht mehr gesehen. Noah war in der Kompanie untergegangen. Allie würde sicher überlebt haben, zäh wie sie war. Und an Theron wollte sie im Moment nicht denken. Sie würde noch genug Zeit haben, zu trauern.

In gebückter Haltung schlurfte sie schließlich zu den Soldaten, die sich zum Aufbruch sammelten.

Modifié par Bellandyrs, 26 octobre 2010 - 10:02 .


#2598
Doomheart43

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Die Schlacht war geschlagen und der letzte Rest der dunklen Brut war vernichtet. Doch hatten sie wirklich alle erledigt, vor allem alle ihre Anführer? Zelandriel konnte diese Frage nicht beantworten. Die Truppen machten sich auf den Rückweg, die Verletzten wurden abtransportiert; unter ihnen auch Zelandriel der von zwei Soldaten behutsam auf eine Bahre gehoben wurde. In gespenstischer Stille schob sich der Tross in Richtung des eigenen Feldlagers. Irgendwie hatte man nicht den Eindruck als sei heute eine Schlacht gewonnen worden. Die Soldaten waren von den Anstrengungen der vergangenen Stunden gezeichnet, viele waren verletzt und hatten Freunde verloren. Die Stimmung war betrübt und es wurde kaum ein Wort gewechselt, lediglich das scheppern der Rüstungen und das knacken von Geäst durchbrach die Stille der Nacht.
 
Es hatte mittlerweile ganz zu regnen aufgehört, die Wolkendecke war aufgerissen und Zelandriel konnte auf seiner Bahre liegend den Nachthimmel in seiner ganzen Pracht betrachten. Nur vereinzelt schoben sich Wolken über den Mond der hell und klar schien; auch die Sterne die in der Ferne leuchteten waren klar und deutlich zu erkennen.
 
Seine Gedanken versuchten die Eindrücke und Geschehnisse des heutigen Tages zu verarbeiten. Er war heute dem Tod so nah gewesen wie noch nie zuvor, und eigentlich war er es ja eigentlich schon. Die Frage ob es für ihn ein Segen oder eine Strafe war noch unter den Lebenden zu verweilen war ihm ebenso wenig klar. Umso mehr wurde ihm bewusst dass er sowieso nicht mehr viele Jahre hatte, denn der Beitritt zu den grauen Wächtern war ohnehin ein Todesurteil. Irgendwie beineidete er Drakenot der kein grauer Wächter zu sein schien, der würde wenigstens eines gewöhnlichen Todes sterben und hatte trotz seines fortgeschrittenen Alters sicher noch mehr Jahre zu leben als er selbst.
 
Zelandriel hatte sein Leben satt; wie viel Leid und Schmerz hatte er erfahren müssen und wie viel von alldem würde noch vor ihm liegen? Er hatte nie die Chance ein normales Leben zu führen, so gern er dies auch getan hätte. Was würde er nach seiner Genesung tun? Sollte er versuchen Abstand zu gewinnen, alles hinter sich lassen, einfach alles vergessen und die wenigen Jahre die ihm noch verblieben sind genießen?
 
Doch die dunkle Brut würde dies nicht zulassen. Solange auch nur eine dieser finsteren Kreaturen am Leben war würde er keine Ruhe finden daran änderte auch die gewonnene Schlacht nichts. Ungeachtet dessen ob sich die Allianztruppen auflösen oder nicht, er würde wohl die Armee verlassen, er hatte keine Verpflichtung dem König gegenüber da er sich freiwillig angeschlossen hatte. Seine einzige Verpflichtung galt seiner Bestimmung und dem Kodex der grauen Wächter, sollte sich wer darauf berufen, dann würde er dem folge leisten ansonsten würde er sich wohl wieder alleine auf die Suche nach seiner Schwester machen.
 
 Wehmütig gedachte er der grauen Wächter die in unzähligen Schlachten gegen die dunkle Brut ihr Leben gelassen hatten. Sie waren nicht mehr viele und wurden von Tag zu Tag weniger.  Bei den Gedanken an die grauen Wächter fiel ihm die junge Elfe wieder ein, die er kurz nachdem sie ihn ins Leben zurückholte,  aus den Augen verloren hatte.
Ihre erste Begegnung stand nicht gerade unter einem guten Stern aber daran war er ja nicht gerade unwesentlich beteiligt. Dennoch schien irgendwas mit ihr nicht zu stimmen und er entsinnt sich seiner Wahrnehmung als er ihr in die Augen sah.
 
„Falls ich sie wiedersehen sollte werde ich sie darauf ansprechen“ nahm er sich vor. Es war zwar nicht seine Art sich in andere Leute Angelegenheiten einzumischen aber das was er fühlte war in höchstem Maße beunruhigend.
 
„Wenn sie nicht darüber reden will würde er das verstehen, ihm wäre es ja auch nicht gerade recht wenn man sich in sein Leben einmischt aber vielleicht könne er ihr ja doch auf irgendeine Weise helfen. In den vielen Jahren die er als grauer Wächter unterwegs war hatte er doch schon viele Erfahrungen gesammelt….und bisher gab es für jedes Problem ein Lösung“
 
Einer der Soldaten die ihn trugen stolperte über eine Wurzel und Zelandriel, der beinahe von der Bahre fiel wurde unsanft aus seinen Gedanken gerissen. Konsternierend stellte er fest dass ihm anscheinend sein Nahtoderlebnis aufs Gemüt geschlagen haben muss, anders konnte er seine plötzliche Besorgtheit um andere nicht erklären.
 
Die Truppen waren mittlerweile im Feldlager angekommen. Zelandriel wurde ins Lazarett gebracht wo man sich seiner Verwundungen annahm. Nachdem alle Verletzungen versorgt und die Blutungen endgültig gestillt waren, brachte man ihn in ein Zelt. Endlich konnte er das tun was er schon lange machen wollte….schlafen.

#2599
Aliens Crew

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Während Allie dem Späher den Heiltrank einflösste, warf Drakenot einen Blick auf das Schlachtfeld. Während die Truppen gerade die letzten Reste der Brut niedermachten, sah er wie Avalos den toten General durchsuchte und diesem etwas abnahm, was er schnell zu verstecken gedachte. War dies der Grund für das alles hier? Drakenot musste es herausfinden.
 
Er wollte gerade aufstehen und zu dem Heerführer gehen, als ihm auffiel, dass sich Allie von ihnen abgewandt hatte, ohne auf seine Frage geantwortet zu haben. Und ein Blick in ihre Augen zeigte ihm, dass in ihr gerade unbändiger Hass aufloderte. Einen Moment beobachtete er sie dabei, wie sie einen schwer verletzten Vertreter der Dunklen Brut folterte und tötete. Und diese grausame Tat schien ihr eine gewisse Befriedigung zu verschaffen. Der Alte schüttelte leicht den Kopf und beschloss später mit ihr darüber zu reden. Doch nun gab es wichtigeres zu erledigen.
 
„Hey, Ihr da, Soldat! Kommt her!“ rief Drakenot einem jungen Mann zu, der auf dem Schlachtfeld nach Überlebenden suchte. Der Angesprochene nickte kurz, bevor er zu dem Alten trat. „Der junge Mann hier ist schwer verletzt. Besorgt eine Trage und schafft ihn umgehend ins Feldlazarett! Und beeilt Euch! Die Zeit drängt!“
 
„Jawohl, Herr!“ erwiderte der Soldat knapp und entfernte sich schnellen Schrittes.
 
„Bleibt ruhig, Zelandriel“, sprach der Alte beruhigend auf den Späher ein. „Man wird sich gleich um Euch kümmern. Versucht in der Zeit wach zu bleiben. Ihr werdet es schaffen, hört Ihr? Ich bin gleich wieder bei Euch. Muss nur was Dringendes erledigen. Sterbt mir inzwischen nicht weg, verstanden?“
 
Drakenot stand auf und wandte sich um, als der Avalos gerade den Befehl zum Rückzug erteilte.
 
„Einen Moment, Heerführer Avalos! Mörder der Schwarzen Sonne! Oder Schatten, wie Ihr Euch jetzt wohl zu nennen scheint! Ich habe mit Euch zu reden!“ brüllte der Alte über das Schlachtfeld. Sofort wurde es still. Die Soldaten unterbrachen das, was sie gerade taten und starrten gebannt auf den Alten, der sich mit festem Schritt ihrem Heerführer näherte. Sie konnten es nicht glauben, dass sich ein alter Kerl wie er dem Schatten entgegenstellte. Dieser drehte sich langsam um und funkelte Drakenot mit seinen grünen Augen an.
 
Der Alte hingegen baute sich demonstrativ vor Avalos auf. Seinen Kampfstab hielt er in der rechten Hand, dessen Spitze stand neben seinem Fuß. Die andere Hand hatte er in die Hüfte gestemmt. Die leichte Brise, die inzwischen aufgezogen war, bauschte sein Gewand auf und zerzauste sein grauschwarzes Haar. Mit grimmigem Blick mustere er sein Gegenüber eingehend.
 
„Ich habe gesehen, dass Ihr dem General irgendetwas abgenommen habt, Sonnenanbeter!“ sagte Drakenot mit fester Stimme. Jeder der bisher mit dem Alten zu tun gehabt hatte, musste sich über dessen ernsten Tonfall wundern, der so gar nicht zu seinem sonstigen Wesen zu passen schien. „Und ich will wissen, was das war! Etwa der Grund für diese Gemetzel hier? Und wo Ihr gerade dabei seid, könnt Ihr mich gleich über die Motive Eurer Herrin aufklären, Diener der Sonne! Sprecht rasch!“
 
 

#2600
MagicBullet

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Der alte Mann mit dem ramponierten Apothekermantel baute sich demonstrativ vor dem Schatten auf. Seinen Kampfstab umklammerte er, als ob er gleich ertrinken würde.

Avalos wandte sich betont langsam um, aber nicht ohne seine Hand auf dem Heft seiner Klinge zu legen.
Als sein Griff sich schloss, knirschte der ramponierte Panzerhandschuh.

"Sollte ich euch kennen, Greis?
Ihr verlangt Rechenschaft?"

Avalos war gefährlich leise geworden. Seine Stimme war fast nicht zu hören, doch trotzdem war sie so klar wie Eis, wie ein Windstoß aus einer gefrorenen Hölle.

"Ihr verlangt Rechenschaft... Wer seid ihr, alter Mann, dass ihr es wagt, solche Forderungen zu stellen?!
Ich weiß nicht wer ihr seid, und es interessiert mich auch nicht.
Wohl aber, woher ihr das zu wissen glaubt....

Ich denke, wir sollten uns unterhalten. Ihr dürft euch aussuchen, ob mit, oder ohne eure Zunge.

Und dieses... bisschen Blut hat euch also erschreckt, ja?"
Avalos lächelte spitzbübisch, und sprach in einem Tonfall weiter, als ob er einen ungehorsamen Schülter schelten würde.

"Das war doch nichts. Wo war der werte Held denn, als die Truppen dort draußen auf dem Feld mehr als dreißigtausend dieser Missgeburten abgeschlachtet haben?"
Sein Blick entflammte sich erneut, Augen, die in einem Gluthauch der Hölle zu stehen schien.

"Wenn ihr in Blut ersaufen wollt, dann wäre das der richtige Ort. Nicht dieses unbedeutende Nachgefecht, ohne nennenswerte Opfer. Armeen, Königreiche, Könige, Tyrannen... alle nur Figuren im großen Spiel um Macht und Schiksal, Untergang oder Blüte.
Aber ich bin Spieler und Figur zugleich.

Und ich denke nicht, dass es einen abgerissenen Feldscher zu interessieren hat, was ich mit Königen und Heerführern zu besprechen habe. In Tevinter hätte man euch für diese Insubordination hingerichtet, und dase wäre noch eine vergleichsweise humane Bestrafung gewesen."



Er wandte sich wortlos, ließ den alten Mann einfach stehen.
Natürlich hätte er ihm seine Klinge in seinen Hals rammen können, aber für solche Spielchen hatte er keine Zeit.
Er musste sofort mit Amofillias sprechen.
Und dann mit einer alten Freundin. Einer sehr alten Freundin. Ob sie wohl noch lebte? Natürlich tat sie das, keine Frage.

Aber der Feldscher ging ihm nicht aus dem Kopf.
Er wußte es. Wußte, wer er war. Wußte über die schwarze Sonne Bescheid. Zeugen außerhalb des erwählten Kreises waren nicht vorgesehen. Unvorhergesehenes musste umgehend beseitigt werden, damit es weder ihn noch Andere gefährden konnte.
Was war ein alter Mann, der plötzlich verschwand? 
Er lächelte böse. Möglicherweise musste er etwas arrangieren.
Avalos tat so etwas nur, wenn es notwendig war. Und ob es das war, würde er noch klären müssen. Vielleicht hatte der Greis auch nur etwas aufgeschnappt, übertriebene Gerüchte und Halbwahrheiten, denen sowieso niemand Glauben schenken würde.

Oder aber, er setzte einfach seinen Alternativplan in Kraft. Tauchte einfach unter, verschwand in Nacht und Nebel. Nahm Lyna mit, brachte sie an einen sicheren Ort. Und stellte sich dem Kampf, den ihn erwarten würde.
In ein paar Jahren würde alles vergessen sein. Notfalls blieb er eben eine Generation lang unsichtbar. Oder setzte sich gleich ab, nach Tevinter, Nevarra, Antiva Alles vollständige Planungen. Für alle Eventualitäten.



Das Feldlager glich einem Tollhaus. Einem blutbesudelten, das aber gleichzeitig in Met und Wein zu ersaufen schien.

Überall wurde gefeiert, gesungen, gelacht, Wunden stolz wie Trophäen vorgezeigt. Kriegsgeschichten, Erlebnisse vom Schlachtfeld erzählt und noch mehr getrunken.
In anderen Teilen des Lagers ging das Sterben unvermindert weiter. Feldscher, Apotheker, die meisten mit blutbesudelten Kitteln, die um das Leben hunderter kämpften, dutzende verloren und das Gemetzel in allen Sprachen dieser Welt verfluchten.
Das war der Los des Krieges. Die einen feierten den Sieg, die anderen starben. Zwei Seiten einer Münze.

Der Feuerschein, über dem brutzelndes Fleisch hing, hing in der Nacht, unter einem Sternenhimmel, dessen Licht nicht kälter sein könnte.

Alle paar Schritt wurde er zu einem Becher Met, einem Stück Wildschwein eingeladen, ihm es förmlich aufgezwungen. Sie wußten, wem sie den Sieg zu verdanken hatten.
Aber das war nur die halbe Warheit. Der Sieg war nicht sein, sondern ihrer.

Er setzte ein strahlendes Lächeln auf, verbarg alles hinter einer Fassade und schloss es weg.
Moral war wichtig, und die Männer hatten sich fröhliche Stunden verdient, das sah er ein.
Er ließ sie feiern, verteilte freimütig Lob und Anerkennung, sprach mit Verletzten, klopfte auf die ein oder andere Schulter. Langsam aber sicher wich das aufgesetzte Lächeln, fortgewischt von einem Echten, der seine Mundwinkel umspielte.

Aber Amofillias wollte er nicht warten lassen. Langsam aber sicher setzte er sich von den feienden Kriegern ab, und verschwand im Dunkel der Nacht.

Modifié par MagicBullet, 27 octobre 2010 - 06:18 .