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Die Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2893 réponses à ce sujet

#2601
Bellandyrs

Bellandyrs
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Bellas Fleischwunde im Oberarm wurde mit ein paar Stichen genäht, die Schulter war durch die Wucht des abgefangenen Hiebs ausgekugelt, wurde aber mit einem lauten Knirschen im Lazarett wieder eingerenkt. Dabei biss sie die Zähne zusammen, beim Nähen der Wunde trank sie einen Schluck Hochprozentigen. Nachdem sie den ganzen Tag nichts gegessen hatte, wirkte dieser auch augenblicklich. Die ganze Prozedur dauerte nicht allzu lange, fehlte nur noch, dass sie mit einem Klaps entlassen worden wäre.

Sie ging zurück zu ihrem Zelt, zog sich frische Kleidung an. Das Oberteil der Rüstung war nun ohnehin kaputt, sie würde am nächsten Tag nach einem Schneider suchen, der die Lederrüstungen auf Vordermann brachte. Irgendwie bekam sie das Gefühl nicht los, dass es mit dieser Schlacht nicht vorbei war, und noch weitaus schlimmeres bevorstand. Nur was es war oder was dieses Gefühl verursachte konnte sie nicht erklären.

Bella schlenderte langsam an eines der Lagerfeuer, nahm einen Krug Met in Empfang und ein großes Stück vom Wildschweinbraten. Ihr Magen knurrte ärgerlich, als sie den Duft einatmete aber erst später bedächtig zu essen begann.
Ihr ganzer Körper schmerzte, schrie nach Erholung. Wieder einmal sehnte sie sich nach einer Badewanne mit heissem Wasser und einem weichen Bett, in das sie fallen konnte. Aber FallRemnon mit seinen Annehmlichkeiten war zu weit entfernt.

Während sie aß ließ sie ihre Blicke übers Lager schweifen, dabei hoffend, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Sie würde ruhiger schlafen können, wenn sie wissen würde, dass wenigstens die anderen Gefährten überlebt hatten.

Modifié par Bellandyrs, 28 octobre 2010 - 11:49 .


#2602
Kaysallie

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Nur noch vereinzelt liefen einige Heiler und Medizinier über das Schlachtfeld, sammelten Verwundete ein, und anschließend die Leichen um diese später beerdigen zu können. Nur noch wenige wimmernde Laute waren zu vernehmen, als Allie den letzten Genlock das Leben nahm, indem sie diesen einem Aschehaufen gleich machte. Sie wusste, dass es der letzte war - wie praktisch die Wächtersinne doch waren.

Dennoch wurde ihr Durst nicht gestillt. Ohne das Leichenfeld noch einmal zu überblicken, wandte sie sich ab und verschwand in der Dunkelheit als sich der dichte Nebel um sie legte. Ihr Kopf schien leer zu sein, da keinerlei Gedanken diesen durchfluteten als die den Berghang zielstrebig überquerte und durch Büsche und Geäst lief, als würde es Zeitverschwendung sein dieses zu umgehen. All die Müdigkeit und Erschöpfung welche der Tag mit sich brachte schienen wie vergessen zu sein und sie steuerte auf das Lager zu, welches man schon von weitem anhand der feiernden Geräusche und der vielen Feuer, die von weitem wie ein zweiter Nachthimmel aussahen, erkennen konnte.

Nur kurz bevor sie das Lager erreichte fiel sie schlagartig auf die Knie, stützte sich mit einer Hand an dem schlammigen Boden ab, und hielt die andere an ihr schmerzverzerrtes Gesicht. Urplötzlich fühlte sie sich schwach, fast so als müsse sie sich übergeben - was sie jedoch nicht musste - und schnappte nach Luft. Sie verstand nicht was mit ihr geschah, doch es raubte ihr beinahe den Verstand und sie schaffte es vorerst nicht sich wieder aufzurappeln und weiterzugehen, und blieb daher einfach in dieser Position, hoffend diese stechenden Schmerzen in ihrem Kopf würden bald abschwächen.


#2603
viento2

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Noahs Sturz endete nach wenigen Atemzügen abrupt auf dem weichem Waldboden. Obwohl er nicht tief gefallen war, kam er ungünstig auf und verdrehte sich dabei den linken Knöchel schmerzhaft. Er ging auf die Knie nieder und brauchte einen Moment, um sich zu orientieren. Vor ihm ragte die niedrige Felswand empor, um ihn herum war der Nebel dicht herauf gezogen.

Sein Herzschlag raste und Schweiß stand ihm auf der Stirn. Er hatte nicht erwartet, so glimpflich aus der Situation heraus zu kommen. Dennoch wusste er weniger als zu vor, wo er sich befand und in welcher Richtung die Armee lag. Unschlüssig wartete er bis sich sein Puls wieder beruhigte und der Schmerz im Knöchel zu einem dumpfen Pochen abgeklungen war.

Noah zog den Helm ab und rieb sich mit einem Handschuh über die Stirn. Er versuchte, im Kopf den Weg, den er gegangen war, zu rekonstruieren. Der Himmel hatte sich mittlerweile verdunkelt und die Nacht brach herein. Doch es war bewölkt und Noah konnte keine Sterne erkennen, an denen er sich hätte orientieren können. Andere Hilfsmittel hatte er nie kennen gelernt und so konnte er nur abschätzen, in welcher Richtung das Lager der Armee liegen würde. Mit einem Seufzen setzte er den stickigen Helm wieder auf. Sollte er weiterer versprengter Brut begegnen, wollte er wenigstens vorbereitet sein.

Hinkend und schnaufend bahnte sich Noah seinen Weg durch das Unterholz. Der Schmerz im Knöchel brannte ihm bei jedem Schritt bis hoch in die Wade und machte ihm das Denken schwer. Doch nach und nach drang Noah in Bereiche des Waldes vor, die etwas lichter waren. Er schien sich dem Waldrand zu nähern. Auch der Nebel war hier deutlich weniger und er konnte weiter voraus schauen.

Die Nacht war unwirklich still und die einzigen Geräusche, die Noah hörte, waren seine schweren Schritte im Laub und das Keuchen seines Atems.

Plötzlich hielt er inne. Vor ihm ragte ein mächtiger Baum auf, der in der Finsternis gespenstisch aussah. Seine dicken Äste ragten hoch in den Himmel auf und die breite Krone hatte einige Schritt um den Stamm herum jegliches Wachstum gebremst. Doch was Noahs Aufmerksamkeit erregt hatte, war ein kurzes Blitzen am Boden vor dem Stamm. Der Mond lugte schwach durch die Wolkendecke hindurch und schien von etwas metallischen reflektiert worden zu sein.

Lautlos zog Noah seine Schwerter und verharrte. Doch nichts regte sich und er sah kein weiteres Aufleuchten. Vorsichtig bewegte er sich auf den Baum zu. Nach und nach hob sich am Fuß des Baumes ein Schatten ab, der augenscheinlich am Stamm kauerte. Jemand lag dort.....mehr Brut?

„Wer....“ hörte er ein schwaches Flüstern.

Er trat noch näher heran und erstarrte vor Schreck. Lyna lag dort zu Füßen des Baumes. Schnell steckte er seine Klingen wieder weg und ging auf die Knie nieder. Die Elfe hatte die Augen geschlossen doch in ihrer Hand lag ihr Dolch, den sie fest umschlossen hatte.

„Lyna? Seid ihr verletzt?“ sprach er sie an, damit sie ihn erkannte. Doch keine Antwort kam von ihr. Er rückte näher und fing an, sie zu untersuchen. Ihr Atem ging flach und ihre Hand war eiskalt. Dann erblickte Noah das Heft, dass aus ihrer Brust ragte. Ein schartiger Dolch, der mittig durch ihre Lederrüstung gedrungen war. Noah schaute sich um und lauschte in die Stille, doch sie schienen alleine zu sein. Was war mit ihrem Angreifer passiert? War er noch in der Nähe? Und wieso lag die Elfe so weit ab vom Schlachtfeld?

Eilig löste Noah seinen Brustpanzer und riss das Hemd, dass er darunter trug in Streifen. Diese band er der Elfe um die Brust und achtete darauf, die Klinge so wenig wie möglich zu bewegen. Herausziehen wollte er sie nicht, da er nichts dabei hatte, um die folgende Blutung zu stillen.

Weitere Verletzungen konnte er nicht an ihr entdecken und so legte er seine Rüstung wieder an und nahm ihr den Dolch aus der Hand. Lyna regte sich kurz und schlug die Augen auf. Ihr Blick war undeutlich und verwirrt, doch plötzlich erkannte sie Noah und blickte ihm direkt in die Augen. Ihre Finger krallten sich um sein Handgelenk und ihre Lippen begannen zu zittern.

„Avalos...“ hauchte sie. „ Sag ihm....das...ich....“ sie brach ab und der Rest war nur noch ein Hauchen. Ihre Augenlider fielen zu und der Griff um seinen Arm löste sich.

Noah wartete einen Moment, bis er sicher war, dass sie weiter atmete, dann erhob er sich schwerfällig und nahm die Elfe dabei auf seinen Armen mit. Sie war leichter, als er erwartet hatte. Traurig dachte er daran, dass sie in etwa Jules Statur hatte. Und nun hielt er die nächste seiner Gefährten, die dem Tode nahe war, in seinen Armen. Ob er es schaffte, sie lebend zu den anderen zurück zu bringen, wusste er nicht. Doch er hätte sie niemals hier liegen gelassen.

Noah stapfte weiter, als ihm die Spur auffiel, die vor ihm durch den lichten Wald führte. Es war deutlich, dass jemand mehr oder weniger über den Boden gekrochen war. Hier und da waren dunkle Flecken auf den Blättern zu erkennen. Lyna hatte sich wohl mit der letzten Kraft, die ihr geblieben war, in den Wald geschleppt. Was konnte man anderes von einer Dalish erwarten, als dass sie dort sterben wollte, wo sie geboren war und den Großteil ihres Lebens verbracht hatte?

Doch dieser Umstand hatte auch etwas Gutes. Noah konnte der Spur leicht folgen und kam so zurück in Richtung des Kampfplatzes. In der Ferne sah er bereits das Flackern der Lagerfeuer, die von dem Rastplatz der Armee kündeten.

Sein Knöchel und seine beanspruchten Muskeln schrien vor Schmerz, doch er stapfte trotzig weiter. Die Elfe in seinen Armen wurde immer schwerer. Nur mühsam schaffte er es, die Erschütterungen seines Schrittes von ihrem Körper abzuhalten. Stimmen drangen an sein Ohr. Entferntes Rufen und Gröhlen. Die Armee schien bereits in vollen Zügen ihren Sieg zu feiern.

Das Lager zeichnete sich mehr und mehr vom dunklen Hintergrund ab und nahm Konturen an. Um die Feuer herum sah man vereinzelt Gestalten, die sich an den Flammen wärmten. Etwas abseits war es stiller. Noah steuerte auf diesen Bereich zu, den er für das Lazarett hielt. Leises Wimmern und Stöhnen war zu vernehmen. Aus dem Dunkel, aus dem Noah kam, sah das Schauspiel, dass sich im bot, grotesk aus. Während die Soldaten, die das Glück hatten, überlebt zu haben, an einem Ende des Lagers feierten, lagen ihre Verletzten Kameraden nebenan und rangen mit dem Tod.

Noah stolperte kraftlos auf das Lazarett zu und trug die Elfe in seinen Armen, deren einziges Lebenszeichen ihr schwacher Atem war.

#2604
Aliens Crew

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„Ihr vermögt mich mit Euren Drohungen nicht einzuschüchtern, Sonnenanbeter! Ich gehöre nicht „Eurer“ Armee an und unterstehe somit auch nicht „Eurer“ Gerichtsbarkeit!“ erwiderte Drakenot mit fester Stimme, während Avalos sich abwandte und den Alten einfach stehen ließ. „Und Ihr seid kein Spieler, auch wenn Ihr Euch das selbst einredet! Ihr seid lediglich ein Werkzeug Eurer Herrin, ohne eigene Seele oder eigenen Willen! Außerdem habt Ihr in all den Jahrhunderten, die Ihr vor Euch hinexistiert, jegliche Menschlichkeit verloren! Und das ist kein Leben, das ist nichts! Oder wollt Ihr mir etwa weismachen, dass noch irgendetwas oder irgendjemand in der Lage ist, Euer Herz zu berühren? Und wenn es so ist, was würde Euch eine solche Person bedeuten? Werdet Ihr alles tun, um diese zu beschützen, oder habt Ihr sie vielleicht auch Eurer Göttin in diesem Massaker geopfert! Wir werden uns wiedersehen, Diener der schwarzen Sonne!“
 
Der Heerführer ging einfach weiter, ohne noch ein Wort an Drakenot zu verschwenden. Er hielt sich eindeutig für etwas Besonderes. Der Alte ging davon aus, dass dem Schatten sein langes Leben und seine Erfolge für die schwarze Sonne so überheblich und arrogant gemacht hatten, dass er es gar nicht mehr für nötig befand, sich um die Belange der Sterblichen zu kümmern. Doch ihm würde er zuhören müssen. Drakenot würde ihm keine Wahl lassen. Aber das hatte noch etwas Zeit.
 
Der Alte gesellte sich zu Zelandriel und kümmerte sich etwas um ihn, bis die Soldaten kamen, den jungen Späher auf eine Bahre hievten und ins Feldlager trugen. Drakenot folgten den Männern nicht. Stattdessen blickte er ihnen nach, bis sie in der Nacht verschwunden waren. Anschließend sah er sich auf dem Schlachtfeld um. Irgendwie hatte er Allie aus den Augen verloren und das machte ihm Sorgen. Als er sie zuletzt gesehen hatte, war sie damit beschäftigt, die verletzten Abkömmlinge der Dunklen Brut zu rösten. Und ihr hasserfüllter Blick, den sich dabei auf ihre Gesichtszüge gelegt hatte, gefiel dem Alten ganz und gar nicht. So beschloss er, sich auf die Suche nach ihr zu begeben.
 
Er machte sich auf dem Weg zum Hauptschlachtfeld. Was sich ihm dort bot war ein Bild des Grauens. Überall lagen Leichen, zerstückelt, verbrannt und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Sie lagen in einem Meer von Blut und Eingeweiden. Der Gestank, der von ihren toten Körpern aufstieg war bestialisch. Vereinzelte Helfer und Soldaten suchten noch das Feld nach Überlebenden ab. Sie trugen sie auf Bahren in Richtung Feldlager. Arme Männer und Frauen, welche die Schlacht für immer gezeichnet hatte. Ihre Bäuche waren aufgeschnitten, oder es fehlten ihnen Gliedmassen. Die Verletzungen reichten von minimal bis kritisch. Bei ganz hoffnungslosen Fällen ließen die Sucher auch Gnade walten und erlösten die Verwundeten mit einem schnellen Schwertstreich. Und von überall her flogen Krähen und Raben herbei und labten sich an den Kadavern der Gefallenen.
 
Drakenot schüttelte den Kopf, als er bei diesem Anblick an Avalos Worte zurückdachte. Der alte war kein Narr. Ihm leuchtete ein, dass diese Brut aufgehalten werden musste, um jeden Preis, auch wenn es schien, dass dieser Preis viel zu hoch sein könnte. Dieses Gemetzel war ein notwendiges Übel gewesen, doch der Schatten schien dabei ein teuflisches Vergnügen empfunden zu haben. Wie tief konnte ein Mensch nur sinken, um an einer Schlachterei diesen Ausmaßes gefallen zu haben. Doch dann wurde Drakenot auch sogleich wieder bewusst, dass Avalos kein Mensch mehr war. Im Grunde war er auch nicht besser als die Geschöpfe, welche sie heute hier bekämpft hatten.
 
Der Alte suchte das Schlachtfeld weiter ab, doch konnte von Allie keine Spur ausmachen. Ihm kam der Gedanke, dass sie vielleicht ins Feldlager zurückgekehrt sein könnte und schlug deshalb diesen Weg ein. Der Nebel hatte sich inzwischen verzogen und auch die Wolkendecke riss auf und machte dem klaren Sternenhimmel Platz, was Drakenots zugute kam. Nach einer Weile erblickte er auch schon die Magierin, die sich auf dem Boden abstützte und sich den Kopf hielt. Was hatte sie nur? Hatte sie vielleicht ein Genlock noch verletzt, bevor sie ihm den Rest geben konnte?
 
„Allie!“ rief er und hastete zu ihr hinüber. Er ging neben ihr in die Hocke und legte vorsichtig einen Arm um ihre Schulter. „Was ist mit Euch? Seid Ihr verletzt?“
 

#2605
Kaysallie

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Ein schmerzhaftes Pochen stieg Allie durch den Kopf, als könnte sie ihren eigenen erhöhten Pulsschlag in ihren Ohren hören, gemischt mit der Stimme, die etwas wollte, was sie nicht zulassen konnte. Sie hörte wie jemand ihren Namen rief, schaffte es jedoch nicht sich darauf zu konzentrieren um wen es sich handelte. Die Stimme war alt.. hatte sie diese schon einmal gehört? Ja doch der Name war ihr entfallen.

"Nein.. nicht verletzt.. Sie .. sie will töten, morden, schlachten.. sieht nicht ein, dass.. dass nichts mehr da ist..", brachte sie stotternd hervor und schnappte nach Luft. Was redete sie hier eigentlich? Er würde es ohnehin nicht verstehen, wie sollte er auch. Sie wusste, dass sie von diesem Ort verschwinden musste, denn sollte sie nun die Kontrolle verlieren - und sie stand kurz davor - wer weiß, was geschehen würde. Wahrscheinlich würde sie in ihrem Blutrausch zuerst den Alten neben ihr töten, anschließend die Verwundeten Soldaten , sowie jene die gerade feierten.. vielleicht sogar einen ihrer Gefährten.. würde nach Avalos suchen, würde scheitern.. würde am Galgen enden, oder sofort mit einer Klinge durchs Herz. Sie wusste was passierte, als sie in FallRemnon ankam. Sie musste von hier verschwinden, augenblicklich.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht versuchte Allie sich von dem schlammigen Boden aufzurichten, schaffte es jedoch nicht, da es ihr sofort einen neuen Stich im Kopf versetzte und sie erneut zusammensackte.

"Ich muss.. ich muss von hier verschwinden.. fort.. weg von den Lebenden..", stammelte sie erneut und atmete anschließend in tiefen schweren Zügen weiter, versuchte es zu unterdrücken, versuchte an etwas anderes zu denken, doch es schien nicht zu funktionieren, es wollte nicht funktionieren...

#2606
Aliens Crew

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Drakenot lauschte Allies Worten. Sie schien im Fieberwahn zu sprechen, oder war sie etwa besessen? Sie sprach von einer „ihr“, die morden wollte, doch sie schien sich selbst damit zu meinen. Er hatte von dergleichen schon gehört, aber eigentlich nur im Zusammenhang mit Dämonen, die von Personen Besitz ergreifen wollten. War dies auch hier Fall? Er wusste es nicht. Ihm war nur eins klar. Er musste die junge Frau von hier fortschaffen. An einen ruhigeren Ort. Einen Ort, an dem niemand sonst war.
 
„Keine Angst, Allie“, meinte Drakenot mit sanfter, väterlicher Stimme. „Ich bringe Euch von hier fort.“
 
Der Alte schnallte sich seinen Stab auf den Rücken, bevor er die Frau in seine Arme nahm und diese hochhob. Er wandte sich vom dem Feldlager ab und schlug stattdessen den Weg in Richtung Wald ein. Drakenot ließ das Schlachtfeld hinter sich und betrat den Wald. Die dichten Baumkronen nahmen ihm das Sternenlicht und auch die Fackeln der Sucher verschwanden hinter den Sträuchern und Büschen, die er durchquerte. Er verfügte eigentlich über eine erstaunliche Nachtsicht, doch in diesem Gehölz drang wirklich absolut kein Licht ein. Es verschluckte ebenfalls die Geräusche des Lagers. Das Schreien der Verwundeten und das Grölen der Feiernden. Nur eine Eule stieß von Zeit zu Zeit ihren Ruf aus. Ansonsten war es still um sie herum.
 
So kämpfte er sich praktisch blind durch das dichte Unterholz, bis er schließlich auf eine kleine Lichtung trat. Inmitten einer Blumewiese lag ein kleiner, natürlicher Teich, auf dessen klarer Oberfläche sich der Mond spiegelte. Es war ein idyllisches Fleckchen, jedes Liebespärchen wäre begeistert gewesen. Aber aus diesem Grund war er nicht hier.
 
Drakenot ging mit Allie in den Armen zu dem Teich hinüber. Davor ließ er sie nieder, wobei er sich sogleich dazu setzte, ihren Kopf auf seinem Schoß liegend. Er nahm ein Tuch zur Hand, welches er in das Wasser eintauchte. Mit diesem Tuch begann er schließlich, das Gesicht der Elfe vom Blut und Schmutz der Schlacht zu reinigen.
 
„Seht Ihr, Allie“, sagte er dabei in einem sehr ruhigen Tonfall. „Hier ist es still und friedlich. Lasst diese ruhige Atmosphäre auf Euch einwirken und verinnerlicht sie ihn Eurem Herzen. Dann wird es Euch gleich viel besser gehen. Ihr werdet schon sehen.“
 
 

#2607
Doomheart43

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Zelandriel erwachte aus seinem Schlaf, draussen war es schon hell und er hatte keine Ahnung wie lange er geschlafen hatte....konnten gut und gerne ein..zwei Tage gewesen sein, er wusste es nicht.

Die Sanitäter hatten gute Arbeit geleistet. All seine Wunden waren schön säuberlich vernäht worden und er spürte nur leichten Wundschmerz . In Anbetracht das seine Hüfte komplett durchstochen wurde war es wirklich beachtlich das er sich relativ gut fühlte.

Die Sonnenstrahlen die durch die geöffnete Zeltplane drangen blendeten ihn und es dauerte eine Weile bis er sich seine Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten.

Nachdem ihm sein Körper von dem vielen liegen schon wehtat wollte er voll Tatendrang aufstehen, doch die frisch vernähte Wunde an seiner Hüfte spannte extrem und brannte wie die Hölle.  Dennoch quälte er sich irgendwie hoch und musste sich sogleich fluchend wieder aufs Bett zurückfallen lassen da ihm schlecht und schwindelig zugleich wurde. "Verdammte Brut diese Drecksviecher" wieviel Blut er wohl bei den Kampfhandlungen verloren hatte fragte er sich.

So blieb er sitzen und konnte vor seinem Zelt geschäftiges Treiben erkennen. Ein Teil der Truppen dürfte anscheinend abziehen. Es gab ja auch keinen Grund mehr die Armee zusammenzuhalten, die Schlacht war geschlagen, die dunkle Brut war vernichtet worden.

Er nahm sich vor sobald er wieder halbwegs auf den Beinen war, nach seinen Dolchen zu suchen. Daraufhin liess er seinen Blick durchs Zelt schweifen und musste frustriert feststellen das man ihm  ja nichteinmal was zum anziehen im Zelt gelassen hatte. Seine Sachen die voll Blut getränkt, durchlöchert und zerschlissen waren hatte man sicher schon verbrannt.

"Verdammte Idioten soll ich mich aus der Zeltplane ein Kleid schneidern", "es wird wirklich Zeit das ich hier wegkomme" "Seine Arbeit hier war getan und er sollte sich wieder auf die Suche nach seiner Schwester machen"

Seufzend lässt er sich wieder auf das Bett zurückfallen seinen Blick starr auf das Zeltdach gerichtet.

Modifié par Doomheart43, 01 novembre 2010 - 05:13 .


#2608
Kaysallie

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Dass Drakenot Allie an einen anderen Ort brachte, bekam sie nur bedingt mit. Zu sehr war sie damit beschäftigt sich selbst zu beruhigen, die Stimme, welche inzwischen immer undeutlicher wurde, zu ignorieren und die Kontrolle über sich selbst zu bewahren. Die Schmerzen schienen abzuschwächen, dennoch würden sie so schnell nicht komplett verschwinden.

Der Ort war ruhig und dunkel, dennoch konnte sie das Gewässer neben sich beinahe spüren, durch sanfte Geräusche, wenn einige Wassertropfen, die an den Blättern der Bäume hafteten, hinab fielen und ein leise plätscherndes Geräusch von sich gaben. Ein Ort der einen starken Kontrast zu all dem Tod und Blutvergießen, sowie leidenden Schreien der Sterbenden bot. Sie wandte den Blick auf den Teich und setzte sich sogleich etwas verwirrt auf. Kurz wanderten ihre Gedanken an eine alte Erinnerung. Wasser umgeben von Dickicht und ein Mond der sich in den sanften Wellen widerspiegelt... und ein Mann der bereits tot war. Eine eigentlich schöne Erinnerung, welche sie sofort daran erinnerte, was sie eigentlich vorhin tun wollte.

Sie wandte den Blick von dem natürlichen Spiegel ab, musterte kurz den Alten und realisierte, dass ihr dieser nun bereits das zweite Mal das Leben gerettet hat.

"Verzeiht.. normalerweise brauche ich nicht so viel Hilfe dabei am Leben zu bleiben.. seid bedankt", sie seufzte und rieb sich etwas verlegen und nachdenklich die Augen mit zwei Fingern.

Eigentlich wollte sie doch ins Lager um nach den anderen insbesondere Jannis zu suchen.. oder? Nein, sie wollte ins Lager um zu töten..oder? Wollte sie beides? Keins davon? Sie wusste nicht was sie wollte, aber sie wusste es war das Falsche..wollte es verhindern..

Was sie jetzt wollte war klar. Zurück ins Lager um nach den anderen Ausschau zu halten, aber ob das nun das Klügste war, war eine andere Frage.. Zudem war da noch Drakenot - ihr war der Name wieder eingefallen - der bestimmt wissen wollte, was gerade vorhin mit ihr los war.. wie sollte sie das nur erklären, sie verstand es selbst nicht so wirklich.

Unentschlossen darüber was sie nun tun sollte, drehte sie sich zu dem Teich, formte ihre Hände zu einer Art Schale und trank etwas von dem kalten Wasser, schließlich hatte sie den gesamten Tag über nichts getrunken und ihre Kehle war dementsprechend trocken.

#2609
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„Es st nicht nötig, dass Ihr mir dankt, werte Allie“, erwiderte Drakenot mit väterlicher Fürsorge, während sich ein Grinsen auf seine Lippen legte. „Es gehört zu meinen Pflichten, denen zu helfen, die meiner Hilfe bedürfen. Auch wenn dies normalerweise andere Dienste sind, die ich leiste, und die mehr auf das Wohl der Allgemeinheit anstatt auf das Wohl einer einzelnen Person abzielen. Aus diesem Grund muss ich auch mit Eurem Heerführer reden, dem Diener der Schwarze Sonne. Aber ich will Euch damit jetzt nicht belasten.“
 
Der Alte schwieg einen Moment und sah der Magierin dabei zu, wie sie Wasser aus dem Teich trank. Gleichzeitig konzentrierte er sich auf das rauschende Geräusch der Baumwipfel, die der Wind durchstreifte. Tief atmete er ein und aus. Die Luft hier war erfrischend, frei von dem Gestank des Todes, welcher das Schlachtfeld inzwischen schon sein Eigen nannte.
 
„Und ich sehe mit Freuden, dass es Euch wieder besser geht“, fuhr er nach einer Weile fort. „Was immer auf Eurer Seele lag, es scheint nun keine Macht mehr über Euch zu haben. Zumindest für den Moment nicht. Falls ihr darüber reden wollt, so habe ich ein offenes Ohr für Euch. Der Kampf gegen Dämonen ist so etwas wie eine Spezialität von mir, sowohl gegen die inneren wie auch gegen die äußeren. Doch ich will Euch zu nichts überreden, werte Allie. Kommt einfach zu mir, wenn Ihr Euch dafür bereit fühlt.“
 
Er wandte den Blick von der Elfe ab und sah sich um. „Es ist schön hier, findet Ihr nicht? In einem anderen Leben könnte ich mir gut vorstellen, mit einer jungen, gutaussehenden Frau wie Euch ständig an solch einem Ort zu verweilen. Doch leider liegt es nicht in meiner Macht, das zu entscheiden. Es gibt noch einiges zu tun, und wir müssen wohl oder übel auch bald zurück zu den anderen. Außer Ihr wollt lieber noch etwas hier bleiben und die Ruhe genießen.“
 

Modifié par Aliens Crew, 03 janvier 2011 - 11:26 .


#2610
Kaysallie

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"Natürlich muss ich das. Wer weiß was ich angerichtet hätte..", erwiderte sie nachdenklich. Was meinte der Alte denn damit? Dass Avalos eine Bedrohung darstellte? Und woher wusste er von der Schwarzen Sonne?

Allie zog ihre beiden Dolche aus dessen Scheiden und musterte diese nur kurz. Die Klingen waren fast vollständig in Blut getränkt worden, und sie begann damit diese in dem Wasser zu reinigen, während sie fortfuhr, "Was auch immer ihr von ihm wollt, ich bezweifle, dass er sehr kooperativ sein wird.. Er hat seinen eigenen Kopf, welchen er für sehr intelligent hält. Ich folge ihm nur, da er gegen die Brut vorgeht.. und was will man schon mehr als Grauer Wächter.."

Sie hielt einen Moment inne und ihre letzten Worte klangen eher schwerfällig. Kurz starrte sie nur ins Wasser und beobachtete das Blut, welches von den Dolchen wich, wie es sich langsam auszubreiten und anschließend zu verschwinden schien.

"Es ist kein Dämon.. es ist ein Zauber welchen ich dachte los zu sein.. aber scheinbar ist dem nicht so. Ich selbst verstehe nicht genau wie er funktioniert, da man im Turm der Magi nichts über die Zauber der Dunklen Brut lernt. Ich vermute, dass er mit meinen Wächtersinnen im Einklang steht, wenn nicht sogar noch mit etwas Anderem. Es ist wie wenn Ihr einen Hebel umlegen würdet.. sobald Brut in der Nähe ist überkommen mich Gefühle - darunter hauptsächlich Hass, Wut, Mordlust und fürchterliche Kopfschmerzen - die all meine Denkweisen auszuschalten versuchen, bis es ihnen gelingt, sie mich übermannen und ich die Kontrolle verliere... und dann.. ich weiß nicht recht wie ich es beschreiben soll. Ich fühle mich abwesend und zugleich als würde ich neben mir stehen und zusehen, aber nichts dagegen unternehmen können. Ich sehe, wie ich selbst nur Instinkten folge, wie ein wildes Tier, tue Dinge gegen meinen Willen, da dieser unterdrückt wird. Ich fühle mich als wäre ich eine Gefangene in meinem eigenen Körper, eingesperrt von einem zweiten Ich."

Weiterhin nachdenklich und etwas wütend auf sich selbst starrte sie auf die nun sauberen Klingen, und als sich darin in Spiegelbild zeigte, steckte sie diese sofort wieder in deren Scheide, und sah sich kurz um.

"Entschuldigt, ich sollte nicht so viel über mich selbst reden wo ich doch nichts außer Eures Namens kenne.. aber wahrscheinlich ist das hier ohnehin nicht der richtige Ort, auch wenn dieser in der Tat sehr bezaubernd sein könnte... aber danke für Eurer Kompliment und Ihr habt Recht, es gibt noch Einiges zu erledigen, aber ich kann nicht versprechen, dass ich zahm bleibe."

Allie lächelte Drakenot kurz etwas scherzhaft entgegen bevor sie aufstand und sich umsah, um erkennen zu können aus welcher Richtung sie denn eigentlich gekommen waren, denn das hatte sie vorhin nicht wirklich mitbekommen.

#2611
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„Nun, macht Euch um Avalos und mir keine Sorgen, werte Allie“, winkte Drakenot mit einem Lächeln ab. „Wir werden uns schon einig, da bin ich sicher.“
 
Der Alte beobachtete Allie, wie sie ihre Dolche säuberte und lauschte dabei konzentriert ihren Ausführungen. Er strich sich dabei nachdenklich über seinen Bart. Was war nur mit der jungen Frau geschehen? Solch abnormales Verhalten hatte er schon des öfteren bei Grauen Wächtern erlebt, allerdings erst ab einem weitaus höherem Alter. Um der Verderbnis zu erliegen war sie eigentlich noch zu jung. Ein Zauber meinte sie? Von so einem Zauber hatte er noch nie gehört? Hörte sich eher nach etwas anderem an. Er war so in Gedanken vertieft, dass er erst nach einer kleinen Weile registrierte, dass die Frau aufgestanden war und sich umsah.
 
„Ja sicher, alles klar. Lasst uns aufbrechen“, meinte der Alte etwas verwirrt, während auch er auf die Füße sprang. Es dauerte einen Moment, bis er seine Gedanken wieder geordnet hatte. „Und Euer Problem hört sich für mich eher nach einem Fluch als nach einem Zauber an. Es wäre zumindest ungewöhnlich, dass ein Zauber ein solch lange Wirkung hat. Aber darüber können wir auch reden, wenn Ihr mich besser kennen gelernt habt. Dazu werde ich Euch die Gelegenheit geben, keine Bange. Und nun geleite ich Euch zurück zum Lager, werte Allie. Vielleicht sollten wir noch einen Abstecher ins Lazarettzelt machen. Hier ist mein Arm, die Dame. Es ist sehr dunkel in diesem Wald, und wir möchten doch nicht, dass Ihr Euch verlauft, oder?“
 
Drakenot grinste die Magierin schelmisch an, während er ihr seinen angewinkelten linken Arm hinhielt.
 

#2612
Kaysallie

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Allie seufzte, "Ein Fluch.. in der Tat.. aber wie auch immer, lasst uns gehen, und keine Sorge ich werde mich schon nicht verlaufen, auch wenn die Wälder nicht meine Heimat sind, so wie es für eine Elfe wohl gebürtig wäre."

Ein leichtes Lächeln legte sich auf ihr Gesicht aufgrund der höflichen Geste von Drakenot, doch sie wies diese mit einem dankenden Nicken ab. Kurz musste sie zurückdenken, vor einigen Wochen hätte sie es niemals gewagt ohne eines Zauberstabes durch einen Wald zu gehen, und das mitten in der Nacht, wo man hinter jedem Baum oder Busch nichts außer Schwärze erkennen konnte. Doch nun könnte sie beinahe darüber lachen.. ein dunkler Wald war im Vergleich zu den tiefen Wegen - wo man teilweise nicht wusste, wo oben und unten war, man kreischende Schreie aus allen Richtungen vernehmen konnte und überall der Gestank des Todes und von kaltem Stein weilte - ein paradiesischer Ort.

Kurz blickte sie zum Himmel, welcher noch immer von vielen Wolken bedeckt war, die nur ab und zu das mittlerweile schwache Mondlicht durchdringen ließen. Es war wohl nicht mehr lange bis zur Dämmerung. Ein weiterer Blick auf den schlammigen Boden offenbarte ihr aus welcher Richtung sie gekommen waren, da man deutliche Fußabdrücke, die zu dem Wasser führten, erkennen konnte. Ohne weitere Worte folgte sie dessen Richtung, doch bevor sie von der Dunkelheit verschluckt wurde, hob sie ihre Handfläche, worauf eine eher kleine scheinbar schwebende Flamme entstand, welche sie als eine Art Fackel benutzte. Wahrscheinlich hätte sie den Weg auch ohne des Lichts gefunden, aber einen rutschigen Berganstieg sollte man nicht unterschätzen.

Es dauerte eine Weile bis sie das Dickicht durchquert hatten und man in weiter Ferne kleine helle Punkte, welche die vielen Fackeln des Lagers symbolisierten, erkennen konnte. Allie war etwas verwundert darüber, wie weit sie sich doch von dem Lager entfernt hatten, ihr selbst kam der Weg wesentlich kürzer vor, was wohl daran lag, dass sie nicht recht bei Bewusstsein war und keinen Schritt gehen musste. Langsam setzte starke Müdigkeit bei ihr ein. Sie war es zwar gewohnt wenig zu essen und zu trinken, doch ihre Ausdauer war als Magierin nicht sehr groß, noch dazu da sie mittlerweile über einen Tag auf den Beinen war, ohne Pause, und dabei beinahe zwei Mal gestorben wäre.

Dennoch ließ sie sich ihre Erschöpfung nicht anmerken und ging schweigend weiter über das schlammige Tal, in welchem man noch immer den Gestank des Todes wahrnehmen konnte. Währenddessen war sie in Gedanken. Sie dachte über die Schlacht nach, an Vergangenes und den Zusammenhang mit sich selbst, sowie an Jannis. Ein unwohles Gefühl machte sich in ihr breit jedes Mal wenn sie an ihn denken musste. Seit Beginn der Schlacht hatte sie nichts mehr von ihm gesehen, sie machte sich sorgen und gab sich selbst die Schuld dafür, all diese Wut und den Hass zugelassen zu haben, um so außer Kontrolle zu geraten, dass dabei vergaß in seiner Nähe zu bleiben.

Nachdem sie das Schlachtfeld überquert hatten, konnte man bereits die aufgehende Sonne am Horizont erkennen, sodass Allie ihre kleine Flamme erlöschen lassen konnte. Vor dem Lazarett aus welchem man bereits qualvolle Schreie von Verletzten vernehmen konnte, die ihr jedes noch so feine Haar am Körper aufstellen ließen, blieb sie stehen und hielt kurz inne, bevor sie sich an Drakenot wandte.

"Erwartet Ihr hier jemand Bestimmtes zu finden?", fragte sie mit einem Hauch an Neugierde sowie einem Unterton von Angst, dort jemand Bekanntes zu finden... oder nicht zu finden.

#2613
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„Nun, vielleicht treffen wir ja auf diesen jungen Späher, der uns von den Generälen berichtet hatte. Wie hieß er noch gleich? Zeltda...nein...Zivsahn...auch nicht...na, Ihr wisst schon, wen ich meine. Nur leider lässt mich mein Gedächtnis mal wieder im Stich“, meinte Drakenot nachdenklich, während er sich am Kinn rieb. „Zelandriel, ja das ist sein Name. Wie konnte der mir nur entfallen?“
 
Das Gesicht des Alten hellte sich sogleich auf. „Ich hatte ihn hierher bringen lassen, damit die Heiler sich um ihn kümmern konnten. Ansonsten kenne ich niemanden hier außer Euch noch und eben Eure Freundin, die Zwergin, doch die schien ja nicht sonderlich schwer verletzt worden zu sein. Und was ist mit Euch? Vermisst Ihr seit dem Ende der Schlacht jemanden?“
 

#2614
Kaysallie

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Nun wo Drakenot Zelandriel erwähnte fiel auch Allie dieser wieder ein. Ein Grauer Wächter der urplötzlich aus dem Nichts auftauchte, sie vor weiterer Brut warnte und ohne nachzudenken diese angriff... Ja, mit dem Kerl musste sie sich ebenfalls noch unterhalten, und ihr Gespür verriet ihr auch, dass dieser nicht weit war.

Doch das konnte warten.

"Ja, er muss hier wo sein, ich spüre seine Anwesenheit, also hat er es wohl überlebt. Wenn Ihr möchtet geleite ich Euch direkt zu ihm, doch ich muss ... nun ja, wie Ihr schon sagtet ich vermisse in der Tat jemanden, doch nicht seit dem Ende der Schlacht, sondern seit dem Beginn."

Sorge lag in ihren Worten und ohne auf eine rechte Antwort zu warten betrat sie das Lazarett und ging zielstrebig auf eines der Zelte zu, blickte sich jedoch währenddessen trotzdem nach etwas anderem suchend um, schien es jedoch nicht zu finden, da sie sich genervt auf die Unterlippe biss, und etwas nervös das Zelt betrat, in welchem sie Zelandriel wusste.

Wie erwartet fand sie diesen darin auf einem provisorischem Bett liegend vor. Seine Wunden wurden wohl bereits vernäht und bandagiert.

"Seht Ihr, hier ist er.", sagte sie an Drakenot gewandt, welcher ihr gefolgt war und versuchte zu lächeln, doch aus ihren Augen sprach Sorge um jemand anderes.

#2615
Aliens Crew

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„Ja, tatsächlich. Da ist ja unser junger Freund“, entgegnete Drakenot überrascht. „Ihr seid wirklich erstaunlich, Allie. Habt ihn einfach so gefunden, ohne groß lange rumsuchen zu müssen. Wirklich erstaunlich, kann ich nur sagen.“
 
Der Alte bekam sich fast gar nicht mehr mit seinen Lobeshymnen über die Fähigkeiten eines Grauen Wächters ein. Ein warmes Lachen lag dabei auf seinen Lippen, während er mit weit ausgestreckten Armen auf Zelandriel zuging, der ihn ziemlich erstaunt ansah.
 
„Wie geht es Euch denn?“ begrüßte er den Späher freudestrahlend. „Ich hoffe, die Heiler haben gute Arbeit geleistet und Euch ordentlich zusammengeflickt. Wäre auch schade, wenn so ein stattlicher Bursche wie Ihr auf einmal zehn Zentimeter kleiner wäre, weil sie soviel aus Euch rausschneiden mussten.“
 
 

#2616
Doomheart43

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Zelandriel wollte schon zu einer Schimpfkanonade ansetzen, da man ihn hier ohne Gewand zurückgelassen hatte, wie er erkannte, dass es die junge Elfe und Drakenot waren die sein Zelt betraten.  Er schluckte seine Worte hinunter und zog sogleich verlegen die Decke etwas näher zu sich heran.
 
Die Elfe, die unschlüssig am Zelteingang stand, machte den Eindruck als würde sie sogleich wieder gehen wollen. Nachdem er nicht wusste ob es an seiner spärlichen Adjustierung lag oder sie sowieso zu gehen vor hatte, verzichtete er Drakenots euphorische Begrüßung zu erwidern, und blieb auf seinem Bett sitzen.
 
Drakenot begrüßend erwiderte er „Scheinbar haben die Heiler ganze Arbeit geleistet. Ich fühle mich schon wieder voller Tatendrang obwohl die Wunden doch noch ganz schön schmerzen“ „Ihr hab nicht zufällig meine Dolche gefunden“ fragte er da er auf den ersten Blick nicht erkennen konnte ob sie diese dabei hatten. „Na ja macht nichts wenn ich mich in ein, zwei Tagen wieder auf den Weg mache werde ich sie selber suchen gehen“ bestätigte er.
 
„Was ist mit der dunklen Brut und deren Anführer haben wir alle erwischt? Ich habe nämlich davon nicht mehr viel mitbekommen nachdem ich“ er zögert einen kurzen Moment
und musste nochmals an sein Nahtoderlebniss denken „mehr oder weniger aufgespießt wurde“. „Wo wart ihr die ganze Zeit; ihr könnt ja nicht weit gewesen sein nachdem mich eure junge Freundin mit einem eurer Fläschchen wieder ins Leben zurückgeholt hat“ wollte er von Drakenot wissen.
 
Bevor dieser jedoch antworten konnte fuhr er seufzend fort.
 
„Wenn man nicht voll auf der Höhe ist sollte man sich halt auf keinen Kampf einlassen. Mit nur einer Hand kann man halt schwer kämpfen, allerdings hatte ich keine andere Wahl“ und blickte besorgt auf die junge Elfe.
 
Wollt ihr nicht auch reinkommen fragte er die Elfe die immer noch unschlüssig im Zelteingang stand.

#2617
Kaysallie

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Allie beobachtete kurz wie sich die beiden unterhielten. Gerade als sie sich dazu entschließen wollte wieder zu gehen um nach Jannis zu suchen, drangen einige Worte in ihre Ohren, bei denen sie es einfach nicht schaffte darauf nichts zu erwidern. Irgendwie erinnerte sie dieser Zelandriel an Jule. Einfach Handeln und sich anschließend nicht einmal irgendwelcher möglichen Konsequenzen bewusst sein. Als er all das erwähnte, drängten auch all die Bilder des Kampfes wieder in ihr Gedächtnis. Bilder der Dunklen Brut, deren schäbige Gesichter, des Todes all dieser und seiner Suizidaktion, welche ihr selbst beinahe das Leben gekostet hätte.

Wütend ballte sie ihre Hände zu Fäusten, wusste selbst nicht so recht, wieso sie das gerade so rasend machte, "Ja Ihr könnt wahrlich von Glück reden...", murmelte sie mit gedrückter Stimme vor sich hin, als sie weiter in das Zelt hinein ging.

"Die Brut ist tot, jeder einzelne. Und dass Ihr davon nicht allzu viel mitbekommen habt überrascht mich auch nicht! Wie konntet Ihr einfach in diesen Haufen stürmen als würdet Ihr alleine in den tiefen Wege Euren Tod suchen!? Seid Ihr etwa lebensmüde und wolltet mich auch noch mit in den Tod reißen!? Seid Ihr Euch überhaupt darüber im Klaren, dass Ihr nun eigentlich bei all diesen stinkenden Kreaturen liegen müsstet für diese Torheit?"

Sie machte eine kurze Pause und versuchte sich zu beruhigen, was ihr nicht wirklich gelang, "Ach und man hat immer die Wahl. Eure war sterben oder leben, und Ihr habt den Tod gewählt... Aber wie auch immer, sofern Ihr dazu nichts weiter beizutragen habt, müsst Ihr mich entschuldigen, ich muss noch etwas erledigen."

Genervt und ungeduldig blieb sie mit verschränkten Armen stehen und zappelte nervös mit einem Bein herum.

#2618
Doomheart43

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Zelandriel blieb sprachlos der Mund offen als er die Worte der jungen Elfe vernommen hatte.
„Träume ich oder hat sie das jetzt wirklich alles gesagt“ fragte er sich und zwickte sich sogleich in den Arm um sich davon zu überzeugen.

„Er erinnerte sich daran wie sie unterhalb seiner Position von dunkler Brut eingekesselt am Boden lag und die Bestien ihr womöglich den Garaus gemacht hätten, hätte er nicht eingegriffen. Er war bereit sein Leben für das eines anderen grauen Wächters zu opfern und das war der Dank dafür?“ dachte er erschüttert. Dank hätte er sowieso keinen erwartet aber ihn dafür dermaßen zusammenscheißen  machte ihn fassungslos und ebenso wütend.

Er beschloss vorerst auf ihre Worte erst gar nicht einzugehen. Jedenfalls wurde er in seinem Vorhaben bestärkt von hier so schnell wie möglich zu verschwinden.

Dann entgegnete er ihr doch in einem kühlen Ton „ist das eure Art von Krankenbesuch? Habt ihr mein Leben gerettet um mir dann das zu sagen zu können?  Ihr wisst besser als ich wieso ich das getan habe oder nicht? Ich kann auf eure Anwesenheit gerne verzichten, macht eure Erledigung und geht mir aus den Augen ich kann eure Art nicht mehr ertragen. Womöglich reißt mir vor lauter Ärger noch eine Wunde auf dann muss ich in diesem Kaff noch länger als nötig bleiben“

beschloss er seine Worte die in einen Wutausbruch endeten.

Dann wandte er sich an Drakenot „Seid ihr auch hier um mir Vorwürfe zu machen oder leistet ihr mir ein wenig Gesellschaft?“

Modifié par Doomheart43, 08 novembre 2010 - 07:22 .


#2619
Kaysallie

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"Nein, ich habe versucht Euer Leben zu retten, weil Ihr ein Wächter seid, der eindeutig noch zu jung ist, um so zu sterben. Da ich nicht davon ausgehe, dass das die letzte Schlacht gegen die Dunkle Brut war, die wir fochten, können wir jede Unterstützung brauchen, die wir kriegen können. Und ich bin mir sicher, dass Ihr nicht grundlos zu einem Wächter rekrutiert wurdet und eigentlich mehr zu leisten fähig seid, als das was ich.."

Allie hielt kurz inne, da sie bereits so lange wach war, dass sie nicht mehr wusste wie viel Zeit seit der Schlacht überhaupt vergangen war, "Als das was ich gestern gesehen habe. Ihr mögt vielleicht gedacht haben, dass meine Situation aussichtlos war, doch das war sie nicht, ich hatte einen Plan, welcher mit Eurer Aktion gestorben ist."

Sie winkte mit der Hand ab, "Aber genug davon, vergangene Zeiten lassen sich nicht ändern.. Ich werde schon noch einen anderen Weg finden, diese Viecher zum Reden zu bringen."

Mit einem Seufzer wandte sie sich ab und ging zum Zelteingang, "Ach und was meine Art betrifft... ich erwarte von niemanden, diese zu verstehen.", sagte sie eher zu sich selbst, und verließ das Zelt.

Während Allie das Lazarett durchquerte wurde sie in gewissen Zeitabständen von allen möglichen Gefühlsschüben durchflutet. Einmal spürte sie wie es ihr Tränen in die Augen trieb, ein anderes Mal spürte sie nichts als Leere und vergaß dabei sogar, was sie eigentlich vor hatte, und andere Male schienen ihre Adern vor Wut zu kochen. Sie fühlte sich als würde sie im Kreis laufen, und bemerkte letzten Endes, dass sie das sogar tat. Wie oft war sie schon an denselben Verwundeten vorbei gegangen? Allie kannte keines der vielen Gesichter, welche sie immer und immer wieder gesehen hatte, und beschloss daher das Lazarett zu verlassen und lief stattdessen das Lager ab, in welchem die Meisten noch schliefen oder gerade ihre erste Tagesmahlzeit zu sich nahmen.

Sie ging zu dem Platz an welchem die Pferde untergebracht waren, und fand das Ihrige sowie das von Jannis noch genauso vor, wie sie es verlassen hatten. Bepackt mit Vorräten und dem Zelt. Ohne das Zelt mitzunehmen oder daran zu denken etwas zu essen, wandte sie sich wieder von den Tieren ab und steuerte zielstrebig auf eine Stelle im Lager zu.

Vor einem bereits abgebranntem Feuer, neben welchem Bella saß, jedoch in Gedanken zu sein schien, blieb sie stehen, vorerst ohne etwas zu sagen. Erst nachdem einige Zeit vergangen war, in welcher der Wind die weiße Asche des Öfteren aufgewirbelt hatte, ergriff sie das Wort, ohne die Zwergin anzusehen, "Wer, außer uns, hat noch überlebt?"

Allies Stimme war heiser, mit einem Hauch an Hysterie, Verzweiflung und Angst, als würde ihr ein dicker Klos im Hals sitzen und sie spürte ein gemischtes Gefühl aus Wut und Trauer, welches ihre geballten Fäuste zum Erzittern brachte, da sie die Antwort nicht hören wollte.

Modifié par Kaysallie, 09 novembre 2010 - 04:03 .


#2620
MagicBullet

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Langsam aber sicher stahl er sich davon.

Mit bedächtigen Bewegungen schob er die Zeltplane zurück und trat in das Halbdunkel.

Sein Lächeln erlosch.

"Wie hoch sind die Verluste? Wie teuer war dieser Phyrrussieg wirklich?"
Amofillias räusperte sich. Selbst im Halbdunkel waren die schwarzen Blutspritzer in seinem Bart ohne weiteres zu erkennen.
"Manche Kompanien haben noch keinen Bericht erstattet. Wir werden von diesen Kompanien wohl auch keine mehr bekommen, weil keiner mehr da ist, der Verlustmeldungen schreiben könnte. "Theodosius, würdest du?"

Avalos brauchte einen Moment, um dem Namen ein Gesicht zu zu ordnen. Ein Adjutant von irgendwem, der wohl umgekommen war. Kriege waren immer gut für die Beförderungen, denn es gab stets genügend Lücken zum Auffüllen...

"Wir haben mindestens 6 oder siebentausend Krieger verloren.... Mindestens doppelt soviele Verwundete, ein knappes Viertel davon dürfte diese Nacht nicht mehr erleben.
Wir werden Massengräber ausheben müssen."

Der Schatten überschlug kurz die Zahlen im Kopf.

Ein bisschen mehr als dreißigtausend tote Missgeburten, für... schlimmstensfalls zehntausend Tote.
Grausame Zahlen. Aber er hatte ansich mit mehr gerechnet. Der Tod war nichts als eine Gleichung, die sich nur immer wieder um Nuancen verschob, aber ungleich heftigere Auswirkungen zu haben schien.

Für einen Sieg dieser Größenordnung waren es akzeptable Verluste.
Avalos seufzte und rieb sich die Augen.
Erst jetzt fiel die Müdigkeit, die Erschöpfung und vorallem die vielen Blessuren über ihn her.
Aber noch musste er standhalten.

"Mein König. Ihr erinnert euch bestimmt an die..zusätzlichen Karren, die wir mitgenommen haben? Morgen früh ist es Zeit dafür, sie zu benutzen."

Der Regent strich sich durch den vor Blut triefenden Bart und nickte nur.
"Wir können keine Seuchen gebrauchen. Und bis wir Massengräber ausgehoben haben, wäre die Hälfte der Brut schon längst verfault... Theodosius, leitet das in die Wege. Morgen früh, bevor der Großteil der Truppen abzieht, lasst ihr das Schlachtfeld in Brand stecken!

"Desweiteren.... War das nur der Anfang. Die Welt scheint sich erneut zu neigen, und wie schon so oft, nicht zu unseren Gunsten. Ich habe etwas auf dem Feld der Schlacht gefunden, dass meine... Vermutungen zu bestätigen scheint.
In Anbetracht der vielen, zufällig anmutenden Ereignissen, die unsere Pläne immer wieder verzögert oder zu Korrekturen geführt haben....

Inzwischen ist das Muster offensichtlich. Erst der geplante Krieg gegen die Marschen durch Orlais, den ich noch abwenden konnte, dann die Attacken der Brut in den tiefen Wegen, die untypische Versklavung eines Grauen Wächters..."

Avalos stemmte seine Faust auf den Tisch. Die scharfen Metallplättchen gruben sich knackend in das Holz, als er sich mit seinem Gewicht darauf abstützte.

"Die Brut war nicht mehr als Mittel zum Zweck. Benutzt worden, um abzulenken.
Eine gefährliche Waffe, die der Feind gewählt hat, aber eine stumpf gewordene."

Er sah dem König direkt in die Augen.

"Mein Freund, ihr habt mir, und vorallem den Marschen einen unschätzbaren Gefallen getan, als ihr diese Gefahr aus dem Weg geschafft habt.
Euer Volk wird es euch danken. Und ich ebenso, denn jetzt hat sich der Feind endgültig offenbart. Er hat einen eklatanten Fehler gemacht, und ihr wisst was ich mit den Fehlern meiner Feinde zu tun gedenke....

Schaut jeden Abend in den Himmel, über das wache Meer.
Sollte der Himmel je in Flammen stehen, dann macht euren Frieden mit der Welt."

Wortlos wandte er sich ab und verließ das Zelt.


Seine nächsten Schritte führten in ziells umher. Irgendwann stach der Geruch nach Blut ihm in der Nase. Und der nach Tod.
Das Lazarett. Dank eines neuen Kapuzenmantels aus seinen Satteltaschen blieb er unerkannt.
Blutbesudelte Ärzte, Sanitäter, Feldscherer hasteten umher. Das Stöhnen der Verwundeten drang durch die Nacht. Gelegentlich die Litanei eines Priesters.
Der Regen setzte wieder ein.
In seinem Kopf hallte nur die Leere, als er im Matsch stehen blieb Er streckte die Hand aus. Ließ ein paar Regentropfen hineinfallen und beobachtete sie, bis die Tropfen von nachfolgenden zerschmettert wurden, sich einfach spalteten und wieder ihre perfekte Form annahmen.
Ansich war nur Wasser unzerstörbar.

Seine Hand senkte sich. Aus den Augenwinkeln bemerkte er eine provisorische Liege. Schmutzige Lumpen, die provisorisch vor dem Regen schützen sollten.
Er packte einem Vorbeieilenden hart an die Schulter und bremste ihn abrupt.
"Geht ins Lager. Besorgt Decken, Pelze, alles was hier finden könnt. Sucht euch am besten Freiwillige, die im Lazarett aushelfen. Wer sich widersetzt, legt sich mit dem Schatten und dem Königshaus persönlich an."
"Ja....jaja, sofort, mein Herr." Der Jungspund, höchstens 18 Jahre, wirkte wie ein verschrecktes Kaninchen. Abgesehen davon, dass verschreckte Kaninchen keine verbeulten Helme auf dem Kopf trugen.

Ein weiße Lanze aus Licht erleuchtete den regennassen Wolkenhimmel, bevor der Donner über sie hinwegfegte. Das kaskadenartige Licht tauchte die Szenerie in grelles Licht, und nur für einen Sekundenbruchteil erkannte der Schatten, wer dort lag. Unter durchnässten, zerrissenen Lumpen und im Matsch.

Lyna.

Der Regen lief ihr am marmornen Gesicht herunter, und tropfte in den Schlamm. Durchgeweichte Verbände. Blut und Regenwasser.

Entsetzen flutete Avalos, wie eine geborstene Gletscherwand, hinter sich Milliarden Tonnen Eiswasser befanden.

Angst.
Wut.
und Furcht.

Entschlossenheit, Ereignisse, die sich vor tausend Jahren unter einem Sternenhimmel abgespielt hatten, sich nicht wiederholen zu lassen.

Er hob sie hoch, so vorsichtig wie er nur konnte und nahm im Laufschritt den kürzesten Weg zu seinem Zelt.

#2621
Aliens Crew

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„Aber, aber, werte Allie“, sagte Drakenot beschwichtigend, deren Schimpftiraden entgegenwirkend. „Unserem jungen Freund fehlt es wohl nur etwas an Erfahrung mit Hit-and-Fade-Taktiken, aber die kann ich ihm wohl beibringen. Und er ist eben ein junger, ungestümer Kerl, so wie ich früher. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich in Antiva, ach...das gehört hier nun wirklich nicht her.“
 
Die Angesprochene hatte ihm wohl überhaupt nicht zugehört, zumindest verließ sie ohne ein weiteres Wort das Zelt. Der Alte entschloss sich dazu, später mal nach ihr zu sehen, doch zuerst, wandte er sich schulterzuckend an Zelandriel.
 
„Ja, so sind sie eben die Frauen. Immer gleich so aufbrausend, wenn nicht alles nach ihren Plänen abläuft, aber das gibt sich wieder. Sich darüber aufzuregen, hat eigentlich überhaupt keinen Sinn. Werdet schon sehen, heute Abend weiß sie nicht einmal mehr, worüber Ihr Euch gestritten habt. Aber nun zu Euch. Ihr seht schon viel besser aus, aber irgendwie scheinen Euch Eure Klamotten abhanden gekommen zu sein. Oder ist das jetzt der letzte Modeschrei in Anderfels?“
 
 

#2622
Bellandyrs

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Müde blickte Bella zu Allie hinauf, als diese sie ansprach. Sie klopfte mit der Hand neben sich, als Einladung, dass sich die Gefährtin neben sie setzen konnte, wenn sie denn möchte.

Zaghaft antwortete sie:

"Ich weiß es nicht Allie. Ich hab noch keinen gesehen, weder Lyna noch Jannis, und Noah ist irgendwie bei der zweiten Angriffswelle abhanden gekommen..."

Etwas kräftiger fügte sie hinzu: "Aber Avalos lebt. Habt Ihr denn jemanden unserer Gefährten gesehen?" Ein hoffnungsvoller Blick ging von Bella zu Allie, aber an deren Miene erkannte die Zwergin, dass auch hier keine weitere Information zu finden war. Erschöpft starrte sie in die Glut des Feuers, welches in ihrer Nähe brannte und etwas Wärme spendete.

#2623
Doomheart43

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Zelandriels Ärger verflüchtigte sich schnell, und er lachte herzlich über Drakennots Scherz.
 
„Ja und was unsere junge Begleiterin betrifft weis ich nicht ob ihre so liebenswerte Art an ihrer Herkunft liegt oder einfach daran dass sie eine Frau ist“ ließ Zelandriel skeptisch verlauten.
 
„Es trifft sich übrigens gut das wir nun alleine sind mein alter Freund“ fuhr Zelandriel mit ernster Miene fort
 
„Ich hatte bereits am Beginn unserer Begegnung ein seltsames Gefühl was sie betrifft doch was ich gestern gefühlt und gehört habe hat meinen Verdacht nur noch bestätigt“
 
Nachdem er seine Gedanken geordnet hatte sprach er mit besorgter Stimme
 
„Nachdem mich gestern der Hurlockgeneral sozusagen an den Baum genagelt hatte und ich so gut wie tot war passierte etwas seltsames“ „Die Elfe kniete bei mir und versorgte meine Wunden doch ich fühlte die Anwesenheit von zwei Wächtern“ „Selbst wenn ihr einer sein solltet Drakenot“ und sah diesen dabei fragend an „dann konntet ihr es nicht sein weil ihr zu diesem Zeitpunkt noch nicht da gewesen seid“ „Drakenot“ fuhr Zelandriel mit bestimmter Stimme fort…“ich war tot, und so dumm sich das jetzt anhören sollte“ „Ich habe es von oben gesehen“ „Nur die Elfe war bei mir“ bestätigte Zelandriel nochmals seine Aussage.

„Außerdem hat sie mit sich selbst gesprochen“ „Es schien ein Teil von ihr wollte mir helfen und der andere wollte mich sterbend zurücklassen“ stellte Zelandriel bestürzt fest.
 
Draknots ernste Miene verriet Zelandriel das er seinen Ausführungen glauben schenkte so fuhr Zelandriel fort. „Ich erinnere mich zwar sehr ungern an diese Zeit aber ich hab so etwas schon einmal bei jemand anderem gesehen. Es handelt sich um eine Art Fluch und es gibt eine Möglichkeit, sich dieses Fluches zu entledigen“ „Die Lösung des Problems ist nahe liegend, wenn auch sehr gefährlich“ stellt er seufzend fest.
 
„Die Elfe müsste sich nochmals dem Beitrittsritual unterziehen. Das Problem ist jedoch dass das Ganze nicht so einfach ist, weil man nicht das Blut von normaler dunkler Brut benötigt, sondern verderbtes Blut von etwas mächtigeren, einem Dämon oder Drachenblut. Dieses Blut würde sozusagen das alte Ritual überschreiben und somit auch den Fluch brechen.
 
„Dass die Gefahr dabei zu sterben größer sein würde als beim ersten Ritual brauch ich euch wohl nicht zu sagen aber ich fürchte es ist die einzige Möglichkeit“ stellte Zelandriel bedauernd fest.
 
„Auf mich wird sich nicht hören, einerseits weil sie mich nicht ausstehen kann und andererseits weil ich so wie sie ein grauer Wächter bin, deswegen bitte ich euch mit ihr darüber zu sprechen. Vielleicht hört sie auf euch" beendete Zelandriel seine Ausführungen.
 

#2624
Kaysallie

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"Ich verstehe..", erwiderte Allie nachdem sie lange geschwiegen hatte mit zittriger Stimme und ließ sich neben der Zwergin nieder. Urplötzlich überkam sie ein Gefühl von Schwäche und Müdigkeit. Ratlos starrte sie in die fast erloschene Feuerstelle und vernahm aus dem Hintergrund die verschiedensten Geräusche. Gespräche von Männern, über ihre Taten.. Weinen von jenen die einen Kamerad verloren hatten.. Scheppernde Laute der Rüstungen..

"Natürlich lebt Avalos.. wäre doch zu schön, wenn...", murmelte sie vor sich her, beendete den Satz jedoch in Gedanken. Nervös begann sie mit einem ihrer Dolche in der Glut herumzustochern und war mit den Gedanken meilenweit entfernt.

Er war nicht im Lazarett, war nicht im Lager und wurde weder von ihr noch von Bella gesehen.. war er etwa..?

Allie schaffte es nicht den Gedanken zu vollenden und schluckte diesen stattdessen hörbar hinunter. Fieberhaft kreisen ihre Gedanken um die Schlacht.. hatte sie ihn dort vielleicht doch gesehen, es aber nicht bemerkt? Oder vielleicht war er doch wo im Lager oder Lazarett.. hatte sie vielleicht nicht gründlich genug gesucht?

Allie wandte den Blick von der Feuerstelle ab und blickte über diese hinweg, direkt in die Richtung aus welcher vor nur wenigen Stunden kein anderes Geräusch zu vernehmen war, außer der aneinanderprallenden Klingen und der Schreie der vielen Sterbenden; der Ort an welchem sich die Erde mit warmen Blut und kalten Regen vermischt hatte.

War er vielleicht noch da draußen?

Ohne weiter nachzudenken stand sie schwerfällig auf und setzte zum Gehen an.

'Siehe es ein, er ist gefallen... Möchtest Du etwa seine verstümmelte Leiche sehen?'

Allie blieb abrupt stehen und hielt einen Moment inne. In ihrer Rechten hielt sie noch immer den Dolch, und umklammerte den Griff so fest, dass ihre Hand stark zu zittern begann. Tränen hatten sich bereits in ihren Augen gesammelt, vor Trauer und Wut.

"Wir gehen ihn suchen.", sagte sie feststellend zu sich selbst mit schwacher Stimme. Bella würde bestimmt denken, dass der Satz an sie gerichtet war, doch dass diese neben ihr am Boden saß, hatte Allie in jenem Moment komplett vergessen. Daher wartete sie auch nicht auf eine Antwort, sondern ging in die Richtung des ehemaligen Schlachtfeldes.

'Du bist so schwach.', hauchte ihr die Stimme immer wieder in den Kopf, doch sie ignorierte es, und hielt sich ihr Ziel vor Augen. Egal wie müde und hungrig sie bereits war, sie würde jeden einzelnen Leichnam den sie zu finden vermochte begutachten.

#2625
Bellandyrs

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Bella fühlte mit Allie. Sie wußte wenigstens, dass Theron gefallen war, aber sie wollte sich nicht ausmalen, wie schwer es war, nicht zu wissen, welches Schicksal den Liebsten getroffen hatte. Wie mußte Allie sich nur fühlen?
Gerade als die Zwergin mitfühlend die Hand drücken wollte, stand die Elfe auf und murmelte etwas von suchen gehen. Und noch bevor Bella eine Antwort geben konnte, war die Freundin schon unterwegs Richtung Schlachtfeld.

Die Müdigkeit drohte Bella zu übermannen, sie hatte die ganze Zeit vorm Feuer gesessen und in die Flammen gestarrt. Ihr Körper war müde, aber ihre Gedanken konnten nicht zur Ruhe kommen. Was sollte sie tun? Weiter da sitzen und das Feuer hypnotisieren, oder etwas sinnvolles? Nämlich Jannis, Noah und Lyna suchen gehen? Oder ihre Leichen, wie sie leise innerlich den Satz vervollständigte.

Schnell sprang Bella auf ihre Beine und hastete Allie nach.
"So wartet auf mich Allie! Ihr glaubt doch nicht, dass ich Euch da alleine rausgehen lasse?" rief sie Allie nach.

Kurz darauf hatte sie die Gefährtin eingeholt und wiederholte den Satz.
"Ich komme mit Euch, vier Augen sehen mehr als zwei. Und Allie, ich glaube, ich weiß was Ihr gerade durchmacht. Ich weiß wenigstens, dass Theron gefallen ist... aber die Ungewissheit ist das schlimmste, nicht wahr?"

Modifié par Bellandyrs, 11 novembre 2010 - 09:59 .