Allie antwortete nichts auf Bellas Frage. Was sollte sie darauf schon sagen? Wäre sie nicht bereits so mitgenommen von der Schlacht und dieser Ungewissheit, hätte sie sich wohl bei Bella für die Hilfe bedankt, doch gerade eben kam es ihr nicht in den Sinn. Zu viel anderes schien durch ihren Kopf zu drängen.
Es dauerte nicht lange bis sie das Feld erreicht hatten. Ein überaus widerwärtiger Anblick, welcher nun noch mehr Eindruck hinterließ, als tags zuvor, wo der Nebel und Regen all den Tod zu verschlucken schien. Doch nun, wo der Himmel in einem klaren blau getaucht war, und die aufgehende Sonne Licht auf das Tal fallen ließ, war das Bild komplett anders.
Einige Männer waren bereits damit beschäftigt die Leichen auf Haufen zu stapeln, um sie anschließend verbrennen zu können. Allie drehe es bei dem Anblick fast den Magen um, nicht da sie so etwas noch nie gesehen hatte, doch bei dem Gedanken dabei, dass Jannis einer dieser Leichen sein könnte, wurde ihr regelrecht übel. Zudem stieg ihr ein ekelhafter Gestank in die Nase, welchen sie versuchte zu ignorieren.
Nachdem sie diesen fürchterlichen Eindruck auf sich wirken gelassen hatte, ging sie weiter und betrachtete die Toten, welche in Blut und Schlamm getränkt, deren Gesichter schmerzerfüllt, angstgeweitet oder nichtmehr erkennbar waren. Würde sie ihn überhaupt erkennen? Und was wenn doch? Oder würde sie es überhaupt schaffen sich all die Leichen anzusehen... es waren so viele.. es wirkte unendlich. Doch so lange noch ein wenig Kraft in ihr stecke würde sie weitersuchen.
Allie wusste nicht wie lange sie über die Toten stiegen, doch als die Sonne ihren höchsten Punkt erreicht hatte, ließ sie sich zwischen den Leichen zu Boden sacken. Sie konnte nicht mehr und war am Ende ihrer Kräfte. Die Sonne, welche mittlerweile eine beachtliche Wärme ausstrahle, entzog ihr die letzte wenige Energie die sie noch vorantrieb. Schwer atmend blieb sie eine Weile nahezu regungslos auf dem noch nassen Boden sitzen, überblicke das Schlachtfeld, welches so riesig war und begann zu weinen.
Die Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)
Débuté par
xX Ripper Xx
, févr. 07 2010 02:46
#2626
Posté 11 novembre 2010 - 01:19
#2627
Posté 11 novembre 2010 - 06:43
Bella wollte das kalte Grauen packen, als sie die Leichen sah. Freund wie Feind, nun wußte sie endlich woher der Spruch kam: es sah aus wie auf dem Schlachtfeld. Eigentlich wollte sie den ganzen Kriegern nicht ins Gesicht sehen - oder das, was davon übrig war. Aber es blieb ihnen gar nichts anderes übrig, wenn sie Jannis unter dieser Menge ausfindig machen wollten.
Die Zeit verging rasch, und langsam sehnte sich Bella nach Ruhe. Insofern war sie froh, als Allie selber endlich eine Pause einlegte, denn sie selber hätte dem Wunsch danach nicht nachgegeben.
Langsam ließ sie sich neben Allie nieder, nahm ihren Wasserschlauch und trank ein paar Schlucke. Gerade als sie diesen an die Gefährtin weiter reichen wollte, begann Allie zu weinen.
Die Zwergin sass hilflos neben der Elfe. Wie konnte sie Allie nur trösten? Jedes Wort wäre überflüssig und sinnlos, und insgeheim machte sich Bella Vorwürfe, dass sie indirekt an Allies Trauer schuld war. Immerhin hatte sie damals diese blöde Idee mit dem Liebestrank.
Vorsichtig strich sie mit der Hand über Allies Rücken, damit diese spürte, dass sie nicht allein war.
"Es tut mir so leid Allie" sagte sie leise. Am liebsten hätte sie die Freundin umarmt, aber sie war sich nicht sicher, ob die Elfe sie nicht weg stossen würde. Verstanden hätte sie es allemal.
Die Zeit verging rasch, und langsam sehnte sich Bella nach Ruhe. Insofern war sie froh, als Allie selber endlich eine Pause einlegte, denn sie selber hätte dem Wunsch danach nicht nachgegeben.
Langsam ließ sie sich neben Allie nieder, nahm ihren Wasserschlauch und trank ein paar Schlucke. Gerade als sie diesen an die Gefährtin weiter reichen wollte, begann Allie zu weinen.
Die Zwergin sass hilflos neben der Elfe. Wie konnte sie Allie nur trösten? Jedes Wort wäre überflüssig und sinnlos, und insgeheim machte sich Bella Vorwürfe, dass sie indirekt an Allies Trauer schuld war. Immerhin hatte sie damals diese blöde Idee mit dem Liebestrank.
Vorsichtig strich sie mit der Hand über Allies Rücken, damit diese spürte, dass sie nicht allein war.
"Es tut mir so leid Allie" sagte sie leise. Am liebsten hätte sie die Freundin umarmt, aber sie war sich nicht sicher, ob die Elfe sie nicht weg stossen würde. Verstanden hätte sie es allemal.
Modifié par Bellandyrs, 11 novembre 2010 - 06:46 .
#2628
Posté 11 novembre 2010 - 07:27
Vorsichtig legte er sie auf sein Feldbett.
Sie war stark unterkühlt. Als er ihr den verschlissenen Lederpanzer vom Leib schälte, musste er sich innerlich zusammenreißen, um die Fassung zu wahren.
Ein schartiger Speer hatte sie direkt in die Brust getroffen. Das rostige Lanzenblatt war fast bis zur Hälfte eingedrungen, bis sie sich an den Rippen festgesetzt hatte.
Avalos ließ nach heißem Wasser, frischen Verbänden und starkem Alkohol schicken, um die häßliche Wunde zu versorgen.
Hätte er sie nur ein paar Stunden später gefunden, wäre sie warscheinlich an ihren Verletzungen erlegen...
Er war sich nicht sicher, ob sie es überleben würde. Aber daransetzen würde er alles.
Schließlich wischte er sich die blutbesudelten Finger an einem Stück Gaze ab, und ließ sich in einen Stuhl fallen. Das Holz ächzte protestierend.
Die Kerze auf dem grob gezimmerten Tisch warf flackernde Schatten auf die Zeltplanen.
Irgendwann ging sie aus, der Docht verglühte und schickte eine beständige Rauchflamme gen Himmel, bevor auch sie erlosch.
Aber das bekam der Schatten nicht mehr mit, denn der Schlaf hatte ihn endgültig übermannt.
Aber nicht für lange.
Als der Morgen graute, schreckte er hoch.
Avalos rieb sich die Augen, vertrieb den letzten Rest Müdigkeit und vergewisserte sich, dass Lyna die Nacht wohlbehalten überlebt hatte. In ihr Gesicht war ein Hauch Farbe zurückgekehrt, und ihr Atem war deutlich regelmäßiger als gestern Nacht.
Der sonst so unnahbare Schatten schöpfte Hoffnung. Zeit, für neue Taten.
Der Morgen verging wie im Flug. Seine Rüstung zum Ausbessern, Lagebesprechung mit den Feldherren, Organisation des Abzugs, zumindest für einen Teil des Heeres.
Schließlich sandte er einen Boten aus, um nach seinen Kampfgefährten zu schicken. Dunkle Vorahnungen trieben ihn, wieviele er von ihnen antreffen würde.
Allerdings gab es da noch etwas... Dass er besser vorher zu erledigen hatte.
Avalos hielt einen vorbeieilenden Waräger an.
"Ihr da! Nehmt euch fünf, sechs Mann und sucht nach einem alten, ziemlich abgerrissenen Feldscher. Offenbar ist er Feldapotheker, ihr erkennt ihn wohl an seinem Mantel. Warscheinlich im Lazarett. Bringt ihn her. Wenn nötig, "überzeugt" ihr ihn mit Nachdruck euch zu begleiten."
Was der Schatten mit "Nachdruck" meinte, war dem Waräger schlagartig klar. Notfalls mit blanker Klinge.
Er nickte nur pflichtschuldigst, salutierte und eilte von dannen.
Aber währenddessen war der Schatten schon längst herumgefahren und mit raumgreifendem Schritt zu dem Schmied unterwegs, der seine Rüstung reparieren sollte.
Wenn die Vergangenheit gleichzeitig die Zukunft sein sollte, war selbst er... beunruhigt.
Sie war stark unterkühlt. Als er ihr den verschlissenen Lederpanzer vom Leib schälte, musste er sich innerlich zusammenreißen, um die Fassung zu wahren.
Ein schartiger Speer hatte sie direkt in die Brust getroffen. Das rostige Lanzenblatt war fast bis zur Hälfte eingedrungen, bis sie sich an den Rippen festgesetzt hatte.
Avalos ließ nach heißem Wasser, frischen Verbänden und starkem Alkohol schicken, um die häßliche Wunde zu versorgen.
Hätte er sie nur ein paar Stunden später gefunden, wäre sie warscheinlich an ihren Verletzungen erlegen...
Er war sich nicht sicher, ob sie es überleben würde. Aber daransetzen würde er alles.
Schließlich wischte er sich die blutbesudelten Finger an einem Stück Gaze ab, und ließ sich in einen Stuhl fallen. Das Holz ächzte protestierend.
Die Kerze auf dem grob gezimmerten Tisch warf flackernde Schatten auf die Zeltplanen.
Irgendwann ging sie aus, der Docht verglühte und schickte eine beständige Rauchflamme gen Himmel, bevor auch sie erlosch.
Aber das bekam der Schatten nicht mehr mit, denn der Schlaf hatte ihn endgültig übermannt.
Aber nicht für lange.
Als der Morgen graute, schreckte er hoch.
Avalos rieb sich die Augen, vertrieb den letzten Rest Müdigkeit und vergewisserte sich, dass Lyna die Nacht wohlbehalten überlebt hatte. In ihr Gesicht war ein Hauch Farbe zurückgekehrt, und ihr Atem war deutlich regelmäßiger als gestern Nacht.
Der sonst so unnahbare Schatten schöpfte Hoffnung. Zeit, für neue Taten.
Der Morgen verging wie im Flug. Seine Rüstung zum Ausbessern, Lagebesprechung mit den Feldherren, Organisation des Abzugs, zumindest für einen Teil des Heeres.
Schließlich sandte er einen Boten aus, um nach seinen Kampfgefährten zu schicken. Dunkle Vorahnungen trieben ihn, wieviele er von ihnen antreffen würde.
Allerdings gab es da noch etwas... Dass er besser vorher zu erledigen hatte.
Avalos hielt einen vorbeieilenden Waräger an.
"Ihr da! Nehmt euch fünf, sechs Mann und sucht nach einem alten, ziemlich abgerrissenen Feldscher. Offenbar ist er Feldapotheker, ihr erkennt ihn wohl an seinem Mantel. Warscheinlich im Lazarett. Bringt ihn her. Wenn nötig, "überzeugt" ihr ihn mit Nachdruck euch zu begleiten."
Was der Schatten mit "Nachdruck" meinte, war dem Waräger schlagartig klar. Notfalls mit blanker Klinge.
Er nickte nur pflichtschuldigst, salutierte und eilte von dannen.
Aber währenddessen war der Schatten schon längst herumgefahren und mit raumgreifendem Schritt zu dem Schmied unterwegs, der seine Rüstung reparieren sollte.
Wenn die Vergangenheit gleichzeitig die Zukunft sein sollte, war selbst er... beunruhigt.
#2629
Posté 12 novembre 2010 - 07:01
„Ja, mein junger Freund“, erwiderte Drakenot nachdenklich, während er sich über den Bart strich und ins Nichts zu starren schien. „Mir ist auch schon aufgefallen, dass auf der Seele der werten Allie etwas wie ein Fluch zu lasten scheint. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die sehr drastische Idee, die Ihr habt, die einzigste Möglichkeit darstellt, dieser Frau zu helfen. Seht Ihr, ich kenne mich mit Dämonen, Besessenheiten und Flüchen aus. Ist so etwas wie mein Fachgebiet, wenn man so will. Ich werde mal mit der guten Allie reden. Wenn ich mehr über die Ursachen dieses Fluches weiß, dann finde ich vielleicht eine Lösung, die zwar länger dauert, aber weniger gefährlich ist. Ich sollte wohl mal nach Ihr sehen.“
Die letzten Worte sprach der Alte mehr zu sich selbst, wobei er ständig mit dem Zeigefinger gegen sein Kinn tippte. Dabei schien er gedanklich meilenweit entfernt zu sein.
„Ja, genau das werde ich jetzt tun“, meinte er plötzlich, wobei sich seine Gesichtszüge aufhellten, und er sich zum Gehen abwandte. Am Zeltausgang drehte er sich noch einmal abrupt um und grinste Zelandriel an. „Ach so, ich werde einem der Männer draußen sagen, er möge Euch doch was zum Anziehen oder wenigstens eine holde Maid vorbeischicken, damit Ihr zumindest was zu tun habt, bis Ihr wieder an ein paar Klamotten kommt.“
Lachend verließ er das Zelt, bevor er auch schon in eine Gruppe Waräger lief, die wohl auf ihn gewartet hatten. Sie standen im Halbkreis um ihn herum und schauten ziemlich grimmig drein. Das Lachen Drakenots verstummte und wurde zu einem breiten Grinsen.
„Ah. Guten Morgen. Haben die Herrschaften schlecht geschlafen?“ fragte der Alte schelmisch. „Ihr seht so missmutig aus. Ach, egal. Da Ihr gerade hier seid, könnte einer der Herren dann dem guten Zelandriel, der hier hinter mir in diesem Zelt liegt, ein paar Kleidungsstücke besorgen. Der Gute schämt sich nämlich, so ganz ohne Sachen sein Bett zu verlassen. Oder er hat Angst, dass er sich einen Schnupfen holt. Kann bei dieser Jahreszeit ja schnell passieren. Oder wollen die Herrschaften vielleicht etwas anderes? Ich bin ganz Ohr.“
Die letzten Worte sprach der Alte mehr zu sich selbst, wobei er ständig mit dem Zeigefinger gegen sein Kinn tippte. Dabei schien er gedanklich meilenweit entfernt zu sein.
„Ja, genau das werde ich jetzt tun“, meinte er plötzlich, wobei sich seine Gesichtszüge aufhellten, und er sich zum Gehen abwandte. Am Zeltausgang drehte er sich noch einmal abrupt um und grinste Zelandriel an. „Ach so, ich werde einem der Männer draußen sagen, er möge Euch doch was zum Anziehen oder wenigstens eine holde Maid vorbeischicken, damit Ihr zumindest was zu tun habt, bis Ihr wieder an ein paar Klamotten kommt.“
Lachend verließ er das Zelt, bevor er auch schon in eine Gruppe Waräger lief, die wohl auf ihn gewartet hatten. Sie standen im Halbkreis um ihn herum und schauten ziemlich grimmig drein. Das Lachen Drakenots verstummte und wurde zu einem breiten Grinsen.
„Ah. Guten Morgen. Haben die Herrschaften schlecht geschlafen?“ fragte der Alte schelmisch. „Ihr seht so missmutig aus. Ach, egal. Da Ihr gerade hier seid, könnte einer der Herren dann dem guten Zelandriel, der hier hinter mir in diesem Zelt liegt, ein paar Kleidungsstücke besorgen. Der Gute schämt sich nämlich, so ganz ohne Sachen sein Bett zu verlassen. Oder er hat Angst, dass er sich einen Schnupfen holt. Kann bei dieser Jahreszeit ja schnell passieren. Oder wollen die Herrschaften vielleicht etwas anderes? Ich bin ganz Ohr.“
Modifié par Aliens Crew, 22 novembre 2010 - 04:13 .
#2630
Posté 12 novembre 2010 - 08:49
Drakenot schien die Sache mit dem Fluch ziemlich gelassen aufzunehmen, aber Zelandriel war froh dass er anscheinend seine Besorgnis mit ihm teilte. Zelandriel hörte auch mit Erleichterung, dass es eventuell auch eine wenig gefährlichere Methode geben könnte, weil bei allen Meinungsverschiedenheiten, die er auch mit der Elfe hatte, konnte er sie auf irgendeine Weise doch gut leiden, obwohl er sich im Augenblick gar nicht erklären konnte warum das so war.
Während Drakenot wieder mit einem seiner üblichen Scherzchen das Zelt verließ und Zelandriel über seine letzten Worte schmunzeln musste, blieb ihm wenige Augenblicke später das Lachen im Hals stecken.
„Was zum Teufel“, „Na wartet das zahle ich euch heim“ grollte er lautstark als ein 80jähriges Mütterchen mit neuem Gewand sein Zelt betrat. Sind das seine Ansichten einer jungen Maid? Oder glaubte der fiese Apotheker dass er keine Manneskraft mehr hätte?. Nicht nur dass ihn die Elfe dauernd schnitt als sei er die Pest, machte sich der Alte jetzt schon wieder über ihn lustig.
Grollend zog sich Zelandriel an und schickte zuvor die Mumie zum Teufel. Dann verließ er das Zelt und machte sich zu der Stelle auf wo er seine Dolche vermutete.
Während Drakenot wieder mit einem seiner üblichen Scherzchen das Zelt verließ und Zelandriel über seine letzten Worte schmunzeln musste, blieb ihm wenige Augenblicke später das Lachen im Hals stecken.
„Was zum Teufel“, „Na wartet das zahle ich euch heim“ grollte er lautstark als ein 80jähriges Mütterchen mit neuem Gewand sein Zelt betrat. Sind das seine Ansichten einer jungen Maid? Oder glaubte der fiese Apotheker dass er keine Manneskraft mehr hätte?. Nicht nur dass ihn die Elfe dauernd schnitt als sei er die Pest, machte sich der Alte jetzt schon wieder über ihn lustig.
Grollend zog sich Zelandriel an und schickte zuvor die Mumie zum Teufel. Dann verließ er das Zelt und machte sich zu der Stelle auf wo er seine Dolche vermutete.
Modifié par Doomheart43, 12 novembre 2010 - 08:51 .
#2631
Posté 12 novembre 2010 - 09:29
Grelles Licht drang durch die Schlitze seiner Augenlider. Der brennende Schmerz ließ ihm Tränen in die Augen steigen und er wollte seinen Arm schützend über das Gesicht legen, doch er konnte sich nicht bewegen. Etwas hielt seine Arme fest. Er versuchte, sie mit Kraft zu bewegen und bereute es zugleich als ein starker Schmerz ihm fast den Atem nahm. Er hörte, wie ein Stöhnen seiner Kehle entrann und versuchte sich daran zu erinnern, wann seine Stimme je so schwach geklungen hatte.
Nur langsam gewöhnten sich seine Augen an das Licht und er traute sich schließlich, sie zu öffnen.
Er sah im ersten Moment nichts als Weiß.
War er gestorben und ins Nichts hinüber getreten? Doch warum plagten ihn dann diese Schmerzen?
Langsam nahm das Weiß um ihn herum Konturen an. Etwas flatterte im Wind. Es sah aus wie eine Plane. Dahinter konnte er den blauen Himmel erkennen. Die Plane führte dem Anschein nach über seinen Kopf hinweg und schien eine Art Zelt darzustellen.
Noah spannte vorsichtig seine Armmuskeln an und wollte sie erneut bewegen. Dieses Mal schaffte er es, sie ein Stück anzuheben. Seine Arme fühlten sich schwer und steif an und als er sie ein Stück nach oben gehoben hatte, konnte er sehen, dass sie in dicke Verbände eingepackt waren. Er hob den Kopf weiter an, was ihm ebenfalls schwer viel und sah, dass es dem Rest seines Körpers ähnlich ging. Er war zum Großteil in Verbände eingepackt, die strahlend weiß aussahen und demnach frisch angelegt worden waren. Sein Kopf dröhnte als hätte er die letzte Nacht durchgezecht und er musste ihn erschöpft wieder sinken lassen.
Er hatte die Schlacht also überlebt. Das er scheinbar so viele Verletzungen davon getragen hatte, war ihm nicht bewusst gewesen. Im Rausch des Kampfes schien er sie ausgeblendet zu haben.
Doch wie war er hier in dieses Zelt gelangt? Das letzte woran er sich erinnern konnte war, dass er im Wald umher geirrt war und......Lyna!!!
Wo war sie? Gehetzt wollte er sich aufsetzen und wurde mit einer weiteren Welle aus Schmerzen bestraft. Er stöhnte auf und ließ sich zurück fallen.
Wo war die Elfe? Hatte man sie zusammen gefunden? Lebte sie noch oder war er zu spät gekommen?
Verzweifelt sah er sich um, doch er konnte niemanden sehen, den er hätte fragen können. Seine Bewegungsfreiheit war stark eingeschränkt und er konnte nur undeutlich erkennen, dass jemand zu seiner Rechten auf einer weiteren Bahre lag. Er war gezwungen zu warten, bis jemand zu ihm kam, den er nach dem Verbleib der Elfe fragen konnte.
Nur langsam gewöhnten sich seine Augen an das Licht und er traute sich schließlich, sie zu öffnen.
Er sah im ersten Moment nichts als Weiß.
War er gestorben und ins Nichts hinüber getreten? Doch warum plagten ihn dann diese Schmerzen?
Langsam nahm das Weiß um ihn herum Konturen an. Etwas flatterte im Wind. Es sah aus wie eine Plane. Dahinter konnte er den blauen Himmel erkennen. Die Plane führte dem Anschein nach über seinen Kopf hinweg und schien eine Art Zelt darzustellen.
Noah spannte vorsichtig seine Armmuskeln an und wollte sie erneut bewegen. Dieses Mal schaffte er es, sie ein Stück anzuheben. Seine Arme fühlten sich schwer und steif an und als er sie ein Stück nach oben gehoben hatte, konnte er sehen, dass sie in dicke Verbände eingepackt waren. Er hob den Kopf weiter an, was ihm ebenfalls schwer viel und sah, dass es dem Rest seines Körpers ähnlich ging. Er war zum Großteil in Verbände eingepackt, die strahlend weiß aussahen und demnach frisch angelegt worden waren. Sein Kopf dröhnte als hätte er die letzte Nacht durchgezecht und er musste ihn erschöpft wieder sinken lassen.
Er hatte die Schlacht also überlebt. Das er scheinbar so viele Verletzungen davon getragen hatte, war ihm nicht bewusst gewesen. Im Rausch des Kampfes schien er sie ausgeblendet zu haben.
Doch wie war er hier in dieses Zelt gelangt? Das letzte woran er sich erinnern konnte war, dass er im Wald umher geirrt war und......Lyna!!!
Wo war sie? Gehetzt wollte er sich aufsetzen und wurde mit einer weiteren Welle aus Schmerzen bestraft. Er stöhnte auf und ließ sich zurück fallen.
Wo war die Elfe? Hatte man sie zusammen gefunden? Lebte sie noch oder war er zu spät gekommen?
Verzweifelt sah er sich um, doch er konnte niemanden sehen, den er hätte fragen können. Seine Bewegungsfreiheit war stark eingeschränkt und er konnte nur undeutlich erkennen, dass jemand zu seiner Rechten auf einer weiteren Bahre lag. Er war gezwungen zu warten, bis jemand zu ihm kam, den er nach dem Verbleib der Elfe fragen konnte.
#2632
Posté 13 novembre 2010 - 09:23
Viele Tränen zogen eine sanfte Spur über Allies erhitze Wangen und tropften in unregelmäßigen Zeitabständen von ihrem Kinn auf den weichen Boden. Dabei wusste Allie nicht einmal warum sie eigentlich weinte. Vielleicht war er doch in dem Lager unter der unüberschaubaren Masse.. oder lag verletzt in einem Zelt im Lazarett in welches sie nicht geblickt hatte..
Doch. Sie wusste wieso sie weinte. Ein Blick über dieses Leichenmeer versetzte ihr einen Stich in der Magengegend, der ihr bestätigte, dass er unter ihnen lag. Allie wollte es nicht wahr haben, doch ihr Gefühl sagte ihr bereits, dass dem wohl so war. Zudem kam die Angst ihn nicht zu finden, egal ob tot oder lebendig. Sie brauchte Gewissheit, denn das Gegenteil würde sie wahnsinnig machen.
Sie musste weitermachen, musste ihn finden... doch ihr Körper wollte nicht mehr mitspielen, wollte sich ausruhen und verschnaufen. Jeder Muskel schmerzte bereits, zog bei jeder Bewegung, wie wenn Gewichte daran hängen würden.
Als sie Bellas Hand auf ihrem Rücken spürte musste sie einige Male schluchzen. Allie war wütend darüber, dass sie es nicht mehr schaffte weiterzumachen, wo sie es doch so sehr wollte.
"Euch muss nichts leidtun..", erwiderte sie mit zittriger Stimme und wischte sich die Tränen von den Wagen. Anschließend stützte sie sich auf dem Boden ab und richtete sich wieder auf, wobei sie das Gesicht vor Schmerzen und Erschöpfung verzog.
Kurz blieb sie regungslos stehen, schnappte einige Male nach Luft und überblickte erneut diese unendlich scheinende Hölle.
"Noch nicht..", fügte sie leise hinzu und setzte sich erneut in Bewegung, jedoch deutlich langsamer als zuvor, wobei sich ihre Miene bei jedem Schritt vor Schmerzen verzog, welche sie, so gut sie es konnte, versuchte runter zu schlucken.
Doch. Sie wusste wieso sie weinte. Ein Blick über dieses Leichenmeer versetzte ihr einen Stich in der Magengegend, der ihr bestätigte, dass er unter ihnen lag. Allie wollte es nicht wahr haben, doch ihr Gefühl sagte ihr bereits, dass dem wohl so war. Zudem kam die Angst ihn nicht zu finden, egal ob tot oder lebendig. Sie brauchte Gewissheit, denn das Gegenteil würde sie wahnsinnig machen.
Sie musste weitermachen, musste ihn finden... doch ihr Körper wollte nicht mehr mitspielen, wollte sich ausruhen und verschnaufen. Jeder Muskel schmerzte bereits, zog bei jeder Bewegung, wie wenn Gewichte daran hängen würden.
Als sie Bellas Hand auf ihrem Rücken spürte musste sie einige Male schluchzen. Allie war wütend darüber, dass sie es nicht mehr schaffte weiterzumachen, wo sie es doch so sehr wollte.
"Euch muss nichts leidtun..", erwiderte sie mit zittriger Stimme und wischte sich die Tränen von den Wagen. Anschließend stützte sie sich auf dem Boden ab und richtete sich wieder auf, wobei sie das Gesicht vor Schmerzen und Erschöpfung verzog.
Kurz blieb sie regungslos stehen, schnappte einige Male nach Luft und überblickte erneut diese unendlich scheinende Hölle.
"Noch nicht..", fügte sie leise hinzu und setzte sich erneut in Bewegung, jedoch deutlich langsamer als zuvor, wobei sich ihre Miene bei jedem Schritt vor Schmerzen verzog, welche sie, so gut sie es konnte, versuchte runter zu schlucken.
Modifié par Kaysallie, 13 novembre 2010 - 09:28 .
#2633
Posté 14 novembre 2010 - 04:46
Auf der Suche nach seinen Dolchen fand Zelandriel tatsächlich die Lichtung wieder wo sie auf die letzten Reste der Brut gestoßen waren. Der Weg dorthin war nicht gerade gastlich, weil er größtenteils über das ausgedehnte Schlachtfeld laufen musste. Den ekelerregenden Gestank, den die vielen Toten ausbreiteten, versuchte er mit einem Tuch vor seinem Mund zu dämpfen.
Zelandriel kletterte den Abhang hinunter und entdeckte den Hurlock-Gesandten, den er seinen Dolch in den Hals geworfen hatte. Er zog die Klinge aus dessen Hals und machte sich auf die Suche nach dem zweiten Dolch, den er kurz nachdem ihn der Hurlock General mit seinem Schild niederstreckte, verloren hatte. Er fand diesen wenig später tief im Schlamm steckend. Dann machte sich Zelandriel auf den Rückweg, und umging das Schlachtfeld weiträumig um sich dessen Anblick und Gestank zu ersparen.
Nicht unweit des Lagers erblickte er einen kleinen Bach, der sich durch den Wald schlängelte.
Er kniete davor nieder und wusch darin seine Dolche. Nachdem ihm noch nicht danach war zum Lager zurückzukehren, lehnte er sich nahe des Baches in Gedanken versunken an eine große Eiche. Während er dem plätschern des Wassers lauschte, galten seine Gedanken das erste mal seit langer Zeit wieder seiner Verflossenen. Sein Verstand wollte es verhindern, aber seine Hände griffen dennoch nach seiner Tasche, und er kramte sein altes Lieder- und Gedichte Buch aus seiner Tasche. Er blätterte zu der Stelle, bis er auf das Gedicht stieß, das er ihr gewidmet hatte und begann leise zu lesen.
Der Tag an dem wir einander trafen,
ich werde ihn nie vergessen,
wir sahen uns an etwas verschlafen
und waren sofort voneinander besessen.
Von deinem Antlitz bezaubert,
von deinen Augen geblendet.
Mein Herz war erobert
Und hat dir Zeichen der Liebe entsendet.
Wir wurden ein Paar,
wir wähnten uns glücklich,
bis zu jenem Tag
es war einfach schrecklich.
Du sagtest du würdest bei mir bleiben
Du sagtest du würdest zu mir stehen
Du sagtest du würdest mich ewig Lieben
Du sagtest du würdest mich verstehen.
Du sagtest es gäbe nichts was mich ersetze
Du sagtest du liebst nur mich allein
Du sagtest du würdest mich niemals verlassen
Du sagtest du würdest mich von allem befreien
Doch jetzt bist du weg, nur deine Worte noch da
Dein Antlitz verschwunden die Träume so klar.
Die Erinnerung daran wie wir uns küssten
Und wie wir uns die kältesten Tage versüßten
Ineinander verschlungen sind wir eingeschlafen
Wie konnte das enden wer wollte mich strafen.
Die Rechnung, für seine Torheit wieder den Erinnerungen nachzuhängen, bekam Zelandriel sogleich präsentiert. Sein Herz krampfe sich zusammen und die Tränen standen ihm in den Augen. Er blickte auf die Dolche die neben ihm am Waldboden lagen, und er erwischte sich bei dem Wunsch, seinem Leben ein Ende zu setzen. Er wollte so enden wie sie, … mit einem seiner Dolche im Herzen.
Doch was würde es jetzt bringen, dort wohin ihn sein Tod führen würde, würde er sie auch nicht mehr sehen, er hatte neben ihrem Leben auch ihr Herz verloren.
Seufzend legte er sich auf den Waldboden, und beobachtete den dichten Blätterwald, der über ihm ,bewegt vom leichten Wind ,hin und her wogte.
Zelandriel kletterte den Abhang hinunter und entdeckte den Hurlock-Gesandten, den er seinen Dolch in den Hals geworfen hatte. Er zog die Klinge aus dessen Hals und machte sich auf die Suche nach dem zweiten Dolch, den er kurz nachdem ihn der Hurlock General mit seinem Schild niederstreckte, verloren hatte. Er fand diesen wenig später tief im Schlamm steckend. Dann machte sich Zelandriel auf den Rückweg, und umging das Schlachtfeld weiträumig um sich dessen Anblick und Gestank zu ersparen.
Nicht unweit des Lagers erblickte er einen kleinen Bach, der sich durch den Wald schlängelte.
Er kniete davor nieder und wusch darin seine Dolche. Nachdem ihm noch nicht danach war zum Lager zurückzukehren, lehnte er sich nahe des Baches in Gedanken versunken an eine große Eiche. Während er dem plätschern des Wassers lauschte, galten seine Gedanken das erste mal seit langer Zeit wieder seiner Verflossenen. Sein Verstand wollte es verhindern, aber seine Hände griffen dennoch nach seiner Tasche, und er kramte sein altes Lieder- und Gedichte Buch aus seiner Tasche. Er blätterte zu der Stelle, bis er auf das Gedicht stieß, das er ihr gewidmet hatte und begann leise zu lesen.
Der Tag an dem wir einander trafen,
ich werde ihn nie vergessen,
wir sahen uns an etwas verschlafen
und waren sofort voneinander besessen.
Von deinem Antlitz bezaubert,
von deinen Augen geblendet.
Mein Herz war erobert
Und hat dir Zeichen der Liebe entsendet.
Wir wurden ein Paar,
wir wähnten uns glücklich,
bis zu jenem Tag
es war einfach schrecklich.
Du sagtest du würdest bei mir bleiben
Du sagtest du würdest zu mir stehen
Du sagtest du würdest mich ewig Lieben
Du sagtest du würdest mich verstehen.
Du sagtest es gäbe nichts was mich ersetze
Du sagtest du liebst nur mich allein
Du sagtest du würdest mich niemals verlassen
Du sagtest du würdest mich von allem befreien
Doch jetzt bist du weg, nur deine Worte noch da
Dein Antlitz verschwunden die Träume so klar.
Die Erinnerung daran wie wir uns küssten
Und wie wir uns die kältesten Tage versüßten
Ineinander verschlungen sind wir eingeschlafen
Wie konnte das enden wer wollte mich strafen.
Die Rechnung, für seine Torheit wieder den Erinnerungen nachzuhängen, bekam Zelandriel sogleich präsentiert. Sein Herz krampfe sich zusammen und die Tränen standen ihm in den Augen. Er blickte auf die Dolche die neben ihm am Waldboden lagen, und er erwischte sich bei dem Wunsch, seinem Leben ein Ende zu setzen. Er wollte so enden wie sie, … mit einem seiner Dolche im Herzen.
Doch was würde es jetzt bringen, dort wohin ihn sein Tod führen würde, würde er sie auch nicht mehr sehen, er hatte neben ihrem Leben auch ihr Herz verloren.
Seufzend legte er sich auf den Waldboden, und beobachtete den dichten Blätterwald, der über ihm ,bewegt vom leichten Wind ,hin und her wogte.
Modifié par Doomheart43, 14 novembre 2010 - 04:48 .
#2634
Posté 15 novembre 2010 - 09:50
Bella hastete Allie nach und bot ihr nochmal etwas vom Wasser an.
"Allie, ruht Euch ein wenig aus, ich kann gern auch allein weitersuchen."
Allie nahm zwar einen Schluck aber schüttelte vehement den Kopf. Sie wollte Jannis finden, und Bella verstand sie.
Schweigend gingen sie nebeneinander her, Bella blickte auf die rechte Seite, Allie kontrollierte die linke Seite. Dennoch konnte man den einen oder anderen übersehen, und die Zwergin fragte sich schon des öfteren, ob sie versehentlich an dem Krieger vorbeigelaufen waren ohne es bemerkt zu haben. Andererseits hielten sie konzentriert Ausschau, es konnte fast nicht möglich sein, Jannis bisher übersehen zu haben.
Bella war froh, den Großteil der Armee nicht gekannt zu haben. Aber wie würde es den Soldaten gehen, die hier die Leichen bergen mußten? Die Kameraden kannten sich untereinander sicher besser, waren vielleicht jahrelang in der gleichen Kompanie. Während sie in Gedanken war, sah sie einen blonden Schopf unter einem Hurlock. Ihr Herzschlag setzte für einen Moment aus, schnell ging sie darauf zu und schob den Hurlock etwas zur Seite, um dann erleichtert festzustellen, dass es nicht Jannis war, der von der Bestie verdeckt war.
Allie blickte sie erschrocken an, und als Bella den Kopf schüttelte, sackten die Schultern der Freundin nach vorne. Die Zwergin merkte, dass Allie kurz davor war, aufzugeben. Allein der Wille, Gewissheit haben zu wollen, hielt sie aufrecht.
"Ich bin mir nicht sicher, aber beim zweiten Angriff im Wald habe ich ihn nicht gesehen. Ich glaube nicht, dass wir dort suchen müssen. Und hier ist genug Fläche, die wir noch nicht durchkämmt haben." Bella wußte nicht, ob ihre Worte Allie überhaupt erreichten.
Leise seufzte sie auf. Sie suchte nicht nur Jannis, sondern hatte Angst davor, Noah oder Lyna dort liegen zu sehen. Wobei sie sich sicher war, Noah hier nicht zu finden. Er war ja beim Angriff im Wald mit dabei, aber sie hatte ihn dort aus den Augen verloren. Wenn, dann mußten sie dort nach ihm suchen. Aber zuvor würde sie den Ort des Kampfes durchsuchen, und wenn sie jede Leiche einzeln umdrehen mußte.
Es stank erbärmlich, die Hitze der Sonne verstärkte den Geruch des Todes. Fliegen tummelten sich auf den Innereien die herumlagen, und Geier kreisten im Himmel, in der Hoffnung das eine oder andere Stück Fleisch abzukriegen. Es war im Prinzip nur eine Frage der Zeit, bis größere Raubtiere angelockt wurden, aber Avalos hatte die Verbrennungen bereits angeordnet.
Als die beiden ungleichen Frauen in etwa die Mitte des Feldes erreicht hatten, trennten sie sich. Bella ging hang-aufwärts, wo die Schlacht begann, und Allie folgte der westlichen Richtung, wo die Reiterei später dazu gestossen war.
"Viel Glück, Allie" verabschiedete sich Bella von der Freundin und schlug die entgegen gesetzte Richtung ein. Je weiter sie zum Ort kam, wo die Schlacht begann, um so mehr Leichen lagen herum. Hier waren die Verluste noch am größten, die Feinde waren zu der Zeit noch massig in Überzahl, und die Kämpfer frisch und ausgeruht. Ihr Herz zog sich zusammen, als sie daran dachte, dass auch hier Theron gefallen war. Sie hatte gar kein materielles Andenken an ihn, nur ihre Gedanken an die Zeit, in der sie zusammen waren. Viel zu kurz, aber dafür um so intensiver. Würde sie jemals nochmal im Stande sein, sich so fallen zu lassen, so zu lieben?
Das erste mal seit dem Aufbruch aus FallRemnon mußte Bella an Theoderich denken. Er würde sich Sorgen um die Gefährten machen, vor allem um sie. Ein wehmütiges Lächeln umspielte ihren Mund, als sie daran dachte, wie sie ihn nach der letzten Schlacht aufgesucht hatte. Er hatte sie getröstet, ihr Halt gegeben. Und jetzt war er in seinem Häuschen und sass sicherlich auf Kohlen, bis er etwas von Boten hören würde. Dennoch war er nur ein Freund, er würde niemals Therons Platz einnehmen können.
Bella blieb kurz stehen, durch ihre Gedanken war sie an den Gefallenen vorbei gegangen, ohne wirklich darauf zu achten. Also drehte sie sich um und ging einige Meter zurück, um dann die Suche nochmal aufzunehmen. Die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel, die Luft flimmerte vor Hitze und der Zwergin rann der Schweiß in Strömen über den Rücken. Eigentlich war es ein traumhafter Frühsommertag, aber der Ort war wirklich nicht geeignet, diesen zu geniesen. Plötzlich mußte Bella blinzeln, auf dem Boden blitzte etwas, blendete sie. Die Umgebung kam ihr bekannt vor, so als wäre sie genau hier am kämpfen gewesen. Andererseits war diese Ebene so groß, dass es genausogut auch anders gewesen sein konnte.
Ihre Neugierde siegte, sie stieg über einige Leichen der Brut, bis sie bei dem blitzendem Teil stehen blieb. Langsam bückte sie sich, hob es auf und pustete den dunklen Staub darauf weg. Anschließend wischte sie es an ihren Hosen ab, und als sie den Gegenstand genauer an sah, gaben ihr die Knie nach. Sie ließ sich zu Boden sinken, umklammerte das Amulett und Tränen lösten sich aus ihren Augen.
"Theron" flüsterte sie. Sein Kettchen, welches er um den Hals getragen hatte, hatte er entweder verloren, oder das Feuer überlebt. Und nun hielt sie das zarte Gebilde in den Händen, mitsamt dem Anhänger, welcher die Form eines Blütenblattes hatte, und mit kleinen silbernen Ranken versehen war. "Danke." Sie sagte die Worte und wußte nicht einmal, wem sie danken sollte. Dem Erbauer, Andraste, oder Theron selber? Sie entschied sich für letzteren, da er immerhin derjenige war, der ihr gezeigt hatte, wie schön das Leben sein konnte.
"Huch, Jannis!" Schnell rappelte Bella sich wieder auf. Durch den Fund hatte sie beinahe vergessen, wieso sie überhaupt auf diesem Feld war. Sie steckte das Kettchen in ihre Hüfttasche und ging die Reihe weiter, in der sich die Toten beinahe stapelten.
Am Ende stieg sie über zwei Leichen und setzte den Weg in umgekehrter Richtung fort, um ja nichts auszulassen. Sie hatte Allie geschworen, dieses Stück durchzukämmen. Und wenn sie ein kleines Amulett fand, mußte ein ausgewachsener Krieger erst recht zu finden sein - zumindest dann, wenn er gefallen war. Einerseits wünschte sich Bella, ihn zu finden, andererseits schob sie diesen Gedanken weit von sich. Ihr wäre lieber, wenn er in einem der Lazarett-Zelte liegen würde, aber Allie sagte, sie hatte ihn dort nicht gesehen. Und dass die Freundin dort ganz genau geschaut hatte, war ihr bewußt.
Sie leerte den letzten Rest aus ihrem Wasserschlauch. Ihr Magen begann bereits wieder zu knurren, obwohl der Geruch von Verwesung ihr jeden Appetit rauben sollte. Sie zuckte zusammen, als sie lange braune Haare liegen sah, aber das Gesicht war zum Glück weder das von Noah, noch das von Lyna. Dieser Schreck ließ ihr Hungergefühl wieder schwinden, dafür den Ehrgeiz erwachen, den letzten Rest noch zu durchsuchen, auch wenn sie ihre Beine kaum noch trugen.
Sie schleppte sich die nächsten Meter dahin, dabei die Augen nicht vom Boden abwendend. Hurlocks, dunkelhaarige Männer, Genlocks, dazwischen die eine oder andere Frau, Bogenschützen, Waräger... Der Krieg hatte seine Opfer gefordert, und das heftig. Bella war dankbar, am Leben zu sein, und so gesehen dankte sie auch dafür, dass Avalos und Allie überlebt hatten.
Mitten im Lauf hielt sie inne. Diese Rüstung kam ihr bekannt vor.
"Bei allen Paragons, bitte, laßt ihn das nicht sein!" sagte sie und stürzte auf den Toten zu, der mit dem Gesicht auf dem Boden lag, die Arme von sich gestreckt, und unter der Achsel ein Schwert bis zum Anschlag stecken hatte.
Schnell drehte sie den Mann um, um ihm ins Gesicht blicken zu können, und noch schneller wand sie sich ab, um sich zu übergeben. In Jannis linkem Auge steckte ein Pfeil, die Nase war um die Hälfte nach oben geschoben, der Schutz davor war abgebrochen. Und mit dem anderen Auge starrte er sie tot an.
"Oh mein Gott..." murmelte sie und wischte sich den Mund ab. Sie mußte Allie finden. Und das so schnell wie möglich.
"ALLIEEEE!!!!" brüllte sie aus Leibeskräften über den Platz, hoffend, dass die Freundin sie hören würde.
"Allie, ruht Euch ein wenig aus, ich kann gern auch allein weitersuchen."
Allie nahm zwar einen Schluck aber schüttelte vehement den Kopf. Sie wollte Jannis finden, und Bella verstand sie.
Schweigend gingen sie nebeneinander her, Bella blickte auf die rechte Seite, Allie kontrollierte die linke Seite. Dennoch konnte man den einen oder anderen übersehen, und die Zwergin fragte sich schon des öfteren, ob sie versehentlich an dem Krieger vorbeigelaufen waren ohne es bemerkt zu haben. Andererseits hielten sie konzentriert Ausschau, es konnte fast nicht möglich sein, Jannis bisher übersehen zu haben.
Bella war froh, den Großteil der Armee nicht gekannt zu haben. Aber wie würde es den Soldaten gehen, die hier die Leichen bergen mußten? Die Kameraden kannten sich untereinander sicher besser, waren vielleicht jahrelang in der gleichen Kompanie. Während sie in Gedanken war, sah sie einen blonden Schopf unter einem Hurlock. Ihr Herzschlag setzte für einen Moment aus, schnell ging sie darauf zu und schob den Hurlock etwas zur Seite, um dann erleichtert festzustellen, dass es nicht Jannis war, der von der Bestie verdeckt war.
Allie blickte sie erschrocken an, und als Bella den Kopf schüttelte, sackten die Schultern der Freundin nach vorne. Die Zwergin merkte, dass Allie kurz davor war, aufzugeben. Allein der Wille, Gewissheit haben zu wollen, hielt sie aufrecht.
"Ich bin mir nicht sicher, aber beim zweiten Angriff im Wald habe ich ihn nicht gesehen. Ich glaube nicht, dass wir dort suchen müssen. Und hier ist genug Fläche, die wir noch nicht durchkämmt haben." Bella wußte nicht, ob ihre Worte Allie überhaupt erreichten.
Leise seufzte sie auf. Sie suchte nicht nur Jannis, sondern hatte Angst davor, Noah oder Lyna dort liegen zu sehen. Wobei sie sich sicher war, Noah hier nicht zu finden. Er war ja beim Angriff im Wald mit dabei, aber sie hatte ihn dort aus den Augen verloren. Wenn, dann mußten sie dort nach ihm suchen. Aber zuvor würde sie den Ort des Kampfes durchsuchen, und wenn sie jede Leiche einzeln umdrehen mußte.
Es stank erbärmlich, die Hitze der Sonne verstärkte den Geruch des Todes. Fliegen tummelten sich auf den Innereien die herumlagen, und Geier kreisten im Himmel, in der Hoffnung das eine oder andere Stück Fleisch abzukriegen. Es war im Prinzip nur eine Frage der Zeit, bis größere Raubtiere angelockt wurden, aber Avalos hatte die Verbrennungen bereits angeordnet.
Als die beiden ungleichen Frauen in etwa die Mitte des Feldes erreicht hatten, trennten sie sich. Bella ging hang-aufwärts, wo die Schlacht begann, und Allie folgte der westlichen Richtung, wo die Reiterei später dazu gestossen war.
"Viel Glück, Allie" verabschiedete sich Bella von der Freundin und schlug die entgegen gesetzte Richtung ein. Je weiter sie zum Ort kam, wo die Schlacht begann, um so mehr Leichen lagen herum. Hier waren die Verluste noch am größten, die Feinde waren zu der Zeit noch massig in Überzahl, und die Kämpfer frisch und ausgeruht. Ihr Herz zog sich zusammen, als sie daran dachte, dass auch hier Theron gefallen war. Sie hatte gar kein materielles Andenken an ihn, nur ihre Gedanken an die Zeit, in der sie zusammen waren. Viel zu kurz, aber dafür um so intensiver. Würde sie jemals nochmal im Stande sein, sich so fallen zu lassen, so zu lieben?
Das erste mal seit dem Aufbruch aus FallRemnon mußte Bella an Theoderich denken. Er würde sich Sorgen um die Gefährten machen, vor allem um sie. Ein wehmütiges Lächeln umspielte ihren Mund, als sie daran dachte, wie sie ihn nach der letzten Schlacht aufgesucht hatte. Er hatte sie getröstet, ihr Halt gegeben. Und jetzt war er in seinem Häuschen und sass sicherlich auf Kohlen, bis er etwas von Boten hören würde. Dennoch war er nur ein Freund, er würde niemals Therons Platz einnehmen können.
Bella blieb kurz stehen, durch ihre Gedanken war sie an den Gefallenen vorbei gegangen, ohne wirklich darauf zu achten. Also drehte sie sich um und ging einige Meter zurück, um dann die Suche nochmal aufzunehmen. Die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel, die Luft flimmerte vor Hitze und der Zwergin rann der Schweiß in Strömen über den Rücken. Eigentlich war es ein traumhafter Frühsommertag, aber der Ort war wirklich nicht geeignet, diesen zu geniesen. Plötzlich mußte Bella blinzeln, auf dem Boden blitzte etwas, blendete sie. Die Umgebung kam ihr bekannt vor, so als wäre sie genau hier am kämpfen gewesen. Andererseits war diese Ebene so groß, dass es genausogut auch anders gewesen sein konnte.
Ihre Neugierde siegte, sie stieg über einige Leichen der Brut, bis sie bei dem blitzendem Teil stehen blieb. Langsam bückte sie sich, hob es auf und pustete den dunklen Staub darauf weg. Anschließend wischte sie es an ihren Hosen ab, und als sie den Gegenstand genauer an sah, gaben ihr die Knie nach. Sie ließ sich zu Boden sinken, umklammerte das Amulett und Tränen lösten sich aus ihren Augen.
"Theron" flüsterte sie. Sein Kettchen, welches er um den Hals getragen hatte, hatte er entweder verloren, oder das Feuer überlebt. Und nun hielt sie das zarte Gebilde in den Händen, mitsamt dem Anhänger, welcher die Form eines Blütenblattes hatte, und mit kleinen silbernen Ranken versehen war. "Danke." Sie sagte die Worte und wußte nicht einmal, wem sie danken sollte. Dem Erbauer, Andraste, oder Theron selber? Sie entschied sich für letzteren, da er immerhin derjenige war, der ihr gezeigt hatte, wie schön das Leben sein konnte.
"Huch, Jannis!" Schnell rappelte Bella sich wieder auf. Durch den Fund hatte sie beinahe vergessen, wieso sie überhaupt auf diesem Feld war. Sie steckte das Kettchen in ihre Hüfttasche und ging die Reihe weiter, in der sich die Toten beinahe stapelten.
Am Ende stieg sie über zwei Leichen und setzte den Weg in umgekehrter Richtung fort, um ja nichts auszulassen. Sie hatte Allie geschworen, dieses Stück durchzukämmen. Und wenn sie ein kleines Amulett fand, mußte ein ausgewachsener Krieger erst recht zu finden sein - zumindest dann, wenn er gefallen war. Einerseits wünschte sich Bella, ihn zu finden, andererseits schob sie diesen Gedanken weit von sich. Ihr wäre lieber, wenn er in einem der Lazarett-Zelte liegen würde, aber Allie sagte, sie hatte ihn dort nicht gesehen. Und dass die Freundin dort ganz genau geschaut hatte, war ihr bewußt.
Sie leerte den letzten Rest aus ihrem Wasserschlauch. Ihr Magen begann bereits wieder zu knurren, obwohl der Geruch von Verwesung ihr jeden Appetit rauben sollte. Sie zuckte zusammen, als sie lange braune Haare liegen sah, aber das Gesicht war zum Glück weder das von Noah, noch das von Lyna. Dieser Schreck ließ ihr Hungergefühl wieder schwinden, dafür den Ehrgeiz erwachen, den letzten Rest noch zu durchsuchen, auch wenn sie ihre Beine kaum noch trugen.
Sie schleppte sich die nächsten Meter dahin, dabei die Augen nicht vom Boden abwendend. Hurlocks, dunkelhaarige Männer, Genlocks, dazwischen die eine oder andere Frau, Bogenschützen, Waräger... Der Krieg hatte seine Opfer gefordert, und das heftig. Bella war dankbar, am Leben zu sein, und so gesehen dankte sie auch dafür, dass Avalos und Allie überlebt hatten.
Mitten im Lauf hielt sie inne. Diese Rüstung kam ihr bekannt vor.
"Bei allen Paragons, bitte, laßt ihn das nicht sein!" sagte sie und stürzte auf den Toten zu, der mit dem Gesicht auf dem Boden lag, die Arme von sich gestreckt, und unter der Achsel ein Schwert bis zum Anschlag stecken hatte.
Schnell drehte sie den Mann um, um ihm ins Gesicht blicken zu können, und noch schneller wand sie sich ab, um sich zu übergeben. In Jannis linkem Auge steckte ein Pfeil, die Nase war um die Hälfte nach oben geschoben, der Schutz davor war abgebrochen. Und mit dem anderen Auge starrte er sie tot an.
"Oh mein Gott..." murmelte sie und wischte sich den Mund ab. Sie mußte Allie finden. Und das so schnell wie möglich.
"ALLIEEEE!!!!" brüllte sie aus Leibeskräften über den Platz, hoffend, dass die Freundin sie hören würde.
Modifié par Bellandyrs, 15 novembre 2010 - 10:09 .
#2635
Posté 16 novembre 2010 - 04:18
Nachdem Bella und Allie sich am Schlachtfeld getrennt hatten, marschierte Allie eher langsam in Richtung Westen. Immer öfter blieb sie stehen und begutachtete einige der Leichen. Ihr Blick war verschwommen und sie fühlte sich, als würde sie durch eine ewige Sandwüste laufen, in welcher jeder der Toten ein Sandkorn war. So klar vor sich, und doch so unüberschaubar. Die Hitze der Mittagssonne ließ ihre Haut, an den Stellen die nicht von der Rüstung verdeckt waren, bereits erröten und sie fühlte sich als würde ihr jemand heiße Luft gegen den Kopf blasen. Ihre Stirn war schweißbedeckt, jeder Muskel und jede Bewegung der Gliedmaßen schmerzte höllisch.
Allie war verärgert über ihre vermeintliche Schwäche, doch dass es nicht gerade normal war, dass man einen gesamten Tag eine Schlacht focht, dabei fast gestorben wäre, einen Kampf mich sich selbst bestritt und nun auf der Suche nach der Leiche ihres geliebten Freundes war, beachtete sie nicht. Sie sah nur, dass ihr Körper gegen ihren Willen protestierte, und das gefiel ihr nicht.
Immer wieder musste sie eine Pause zwischen den Toten einlegen, wodurch ihr der bestialische Geruch der Leichen und von verbranntem Fleisch immer wieder erneut in die Nase stieg. Oftmals begann sich dabei alles vor ihr zu drehen, wie wenn sie einige Male im Kreis gelaufen wäre.
Machte es überhaupt Sinn in einem solchen Zustand der totalen Erschöpfung noch weiter zu suchen? War sie vielleicht schon an ihm vorbeigelaufen? Lag er vielleicht gar nicht unter den Toten...
Sie biss die Zähne immer wieder zusammen und rappelte sich auf. Allie würde erst aufgeben wenn sie zusammenbrechen oder ihn finden würde, alles andere würde ihr Gewissen nicht ruhen lassen.
Gerade als sie ein totes Pferd versuchte wegzuzerren, um in die darunter eingequetschten Gesichter zu blicken, vernahmen ihre Ohren eine leise Stimme. Allie wandte den Blick in die Richtung aus welcher sie den Ruf vernommen hatte und musste feststellen, dass es der Ort sein musste, in welchem Bella suchte.
Urplötzlich fühlte sie sich noch schwächer als zuvor und ihr entglitten die Beine des Pferdes, welche sie gerade noch festhielt, um es wegzerren zu können. Ihr wurde merkbar heißer und ihr Puls begann zu rasen.
Wenn es Bella war, die gerade ihren Namen gerufen hatte, dann konnte das nur eines heißen...
Allie schluckte einige Male, riss sich dann jedoch zusammen als sie spürte wie ihr eine Art Adrenalin durch die Adern gepumpt wurde, und sie begann aus dem Stand weg in die Richtung zu laufen, ignorierte dabei die Schmerzen, Müdigkeit und dieses Gefühl der Schwäche.
Während dieses Sprints war ihr Kopf Leer, und sie vergaß dabei jegliche Zeit, als all diese toten Massen, welche sie gerade eben genauestens unter die Lupe genommen hatte, nun in einer solch schnellen Geschwindigkeit an ihr vorbeizogen, als würde sie ihre Erinnerungen noch einmal abspielen. Stunden die vergangen waren, zusammengefasst in wenigen Sekunden. Hurlocks und Genlocks. Männer und Frauen. Krieger und Bogenschützen. Magier und Priester. Sie alle waren so verschieden, und dennoch teilten sie alle den Tod, lagen nun Seite an Seite. Hatten ihren Frieden gefunden.. zusammen.
Eine kleine Silhouette, welche eine winkende Bewegung von sich ab, und damit diese Trostlosigkeit beinahe zu stören schien, erhob sich am Horizont, wurde mit jeder neuen schmerzhaften Bewegung klarer.
Schwer atmend und nur noch wenige Schritte von Bella entfernt, verlangsamte Allie ihr Tempo, da es ihr einen Stich im Herz versetzte, als sie den Gesichtsausdruck der Zwergin sah, welcher mehr als tausend Worte sprach. Ihre Haut noch blasser als sonst, Schweißperlen an der Stirn, glasige Augen, und zittrige Hände, die zu Fäusten geballt waren, in welchen sie eine Kette hielt, die ihr wohl Kraft zu geben schien.
Allie blieb abrupt stehen und ihr Blick fixierte einen der Toten, dessen Rüstung sie kannte... Jannis.
Sie spürte wie ihre schmerzenden Glieder weicher wurden, angefangen von jedem einzelnen Finger bis hin zu ihrem restlichen Körper zittern begannen, wie ein Schwall aus tausend Vibrationen der in einem Zug über sie fuhr. Ihr Blick wurde immer unklarer, ihre Gedanken waren leer. Sie schluckte einmal, und spürte dabei einen Druck der auf ihrer Brust zu Lasten schien und ihr das Atmen erschwerte. So stand Allie regungslos da, in ihrer zittrigen Haltung, bis sie blinzelte und dadurch die Tränen, welche ihre Augen bedeckten, auf ihren Wangen sichtbar wurden, und setzte zu langsamen zögerlichen Schritten an.
Es waren nur acht oder neun Schritte, doch sie fühlte sich dabei wie in Zeitlupe versetzt, als würde sie sich durch jeden dieser Schritte noch weiter entfernen, als nähern, spürte dabei Bellas Blick auf sich lasten, als würden sie tausend Augen anstarren.
Neben Jannis' Leichnam ließ sie sich auf die Knie fallen und wischte sich die Tränen von den Wangen.
Vorsichtig zog sie dem Toten den beschädigten Helm vom Kopf, und spürte wie ihr ein Schluchzer entglitt, als sie das entstellte, von Blut sowie Schmutz besudelte und leblose Gesicht sah. Mit weiterhin zittrigen Händen begann sie in ihrer Tasche zu wühlen, bis sie ein Stück eines Verbandes hervorzog, mit welchem sie behutsam den gröbsten Dreck aus seinem Gesicht zu wischen versuchte, und schloss dabei sein noch offenes Auge, welches leblos in eine Leere starrte. Anschließend wandte sie den Blick ab, biss sich auf die Unterlippe und zog dabei ruckartig den Pfeil, welcher direkt das andere Auge durchbohrt hatte, heraus. Diesen warf sie achtlos zur Seite und drückte den Verband auf die durchbohrte Augenhöhle. Erst jetzt wandte sie den Blick wieder zu ihm, legte dabei ein wehmütiges Lächeln aufs Gesicht, bevor sie sich nichtmehr halten konnte und sich nach vorne fallen ließ, sodass ihr Kopf auf seinem Brustschutz landete, sie sich an dem kalten toten Körper festkrallte und fürchterlich zu weinen und schluchzten begann, wobei man auch einige fluchende Worte, sowie ein, "Es tut mir leid.", erkennen konnte.
Allie war verärgert über ihre vermeintliche Schwäche, doch dass es nicht gerade normal war, dass man einen gesamten Tag eine Schlacht focht, dabei fast gestorben wäre, einen Kampf mich sich selbst bestritt und nun auf der Suche nach der Leiche ihres geliebten Freundes war, beachtete sie nicht. Sie sah nur, dass ihr Körper gegen ihren Willen protestierte, und das gefiel ihr nicht.
Immer wieder musste sie eine Pause zwischen den Toten einlegen, wodurch ihr der bestialische Geruch der Leichen und von verbranntem Fleisch immer wieder erneut in die Nase stieg. Oftmals begann sich dabei alles vor ihr zu drehen, wie wenn sie einige Male im Kreis gelaufen wäre.
Machte es überhaupt Sinn in einem solchen Zustand der totalen Erschöpfung noch weiter zu suchen? War sie vielleicht schon an ihm vorbeigelaufen? Lag er vielleicht gar nicht unter den Toten...
Sie biss die Zähne immer wieder zusammen und rappelte sich auf. Allie würde erst aufgeben wenn sie zusammenbrechen oder ihn finden würde, alles andere würde ihr Gewissen nicht ruhen lassen.
Gerade als sie ein totes Pferd versuchte wegzuzerren, um in die darunter eingequetschten Gesichter zu blicken, vernahmen ihre Ohren eine leise Stimme. Allie wandte den Blick in die Richtung aus welcher sie den Ruf vernommen hatte und musste feststellen, dass es der Ort sein musste, in welchem Bella suchte.
Urplötzlich fühlte sie sich noch schwächer als zuvor und ihr entglitten die Beine des Pferdes, welche sie gerade noch festhielt, um es wegzerren zu können. Ihr wurde merkbar heißer und ihr Puls begann zu rasen.
Wenn es Bella war, die gerade ihren Namen gerufen hatte, dann konnte das nur eines heißen...
Allie schluckte einige Male, riss sich dann jedoch zusammen als sie spürte wie ihr eine Art Adrenalin durch die Adern gepumpt wurde, und sie begann aus dem Stand weg in die Richtung zu laufen, ignorierte dabei die Schmerzen, Müdigkeit und dieses Gefühl der Schwäche.
Während dieses Sprints war ihr Kopf Leer, und sie vergaß dabei jegliche Zeit, als all diese toten Massen, welche sie gerade eben genauestens unter die Lupe genommen hatte, nun in einer solch schnellen Geschwindigkeit an ihr vorbeizogen, als würde sie ihre Erinnerungen noch einmal abspielen. Stunden die vergangen waren, zusammengefasst in wenigen Sekunden. Hurlocks und Genlocks. Männer und Frauen. Krieger und Bogenschützen. Magier und Priester. Sie alle waren so verschieden, und dennoch teilten sie alle den Tod, lagen nun Seite an Seite. Hatten ihren Frieden gefunden.. zusammen.
Eine kleine Silhouette, welche eine winkende Bewegung von sich ab, und damit diese Trostlosigkeit beinahe zu stören schien, erhob sich am Horizont, wurde mit jeder neuen schmerzhaften Bewegung klarer.
Schwer atmend und nur noch wenige Schritte von Bella entfernt, verlangsamte Allie ihr Tempo, da es ihr einen Stich im Herz versetzte, als sie den Gesichtsausdruck der Zwergin sah, welcher mehr als tausend Worte sprach. Ihre Haut noch blasser als sonst, Schweißperlen an der Stirn, glasige Augen, und zittrige Hände, die zu Fäusten geballt waren, in welchen sie eine Kette hielt, die ihr wohl Kraft zu geben schien.
Allie blieb abrupt stehen und ihr Blick fixierte einen der Toten, dessen Rüstung sie kannte... Jannis.
Sie spürte wie ihre schmerzenden Glieder weicher wurden, angefangen von jedem einzelnen Finger bis hin zu ihrem restlichen Körper zittern begannen, wie ein Schwall aus tausend Vibrationen der in einem Zug über sie fuhr. Ihr Blick wurde immer unklarer, ihre Gedanken waren leer. Sie schluckte einmal, und spürte dabei einen Druck der auf ihrer Brust zu Lasten schien und ihr das Atmen erschwerte. So stand Allie regungslos da, in ihrer zittrigen Haltung, bis sie blinzelte und dadurch die Tränen, welche ihre Augen bedeckten, auf ihren Wangen sichtbar wurden, und setzte zu langsamen zögerlichen Schritten an.
Es waren nur acht oder neun Schritte, doch sie fühlte sich dabei wie in Zeitlupe versetzt, als würde sie sich durch jeden dieser Schritte noch weiter entfernen, als nähern, spürte dabei Bellas Blick auf sich lasten, als würden sie tausend Augen anstarren.
Neben Jannis' Leichnam ließ sie sich auf die Knie fallen und wischte sich die Tränen von den Wangen.
Vorsichtig zog sie dem Toten den beschädigten Helm vom Kopf, und spürte wie ihr ein Schluchzer entglitt, als sie das entstellte, von Blut sowie Schmutz besudelte und leblose Gesicht sah. Mit weiterhin zittrigen Händen begann sie in ihrer Tasche zu wühlen, bis sie ein Stück eines Verbandes hervorzog, mit welchem sie behutsam den gröbsten Dreck aus seinem Gesicht zu wischen versuchte, und schloss dabei sein noch offenes Auge, welches leblos in eine Leere starrte. Anschließend wandte sie den Blick ab, biss sich auf die Unterlippe und zog dabei ruckartig den Pfeil, welcher direkt das andere Auge durchbohrt hatte, heraus. Diesen warf sie achtlos zur Seite und drückte den Verband auf die durchbohrte Augenhöhle. Erst jetzt wandte sie den Blick wieder zu ihm, legte dabei ein wehmütiges Lächeln aufs Gesicht, bevor sie sich nichtmehr halten konnte und sich nach vorne fallen ließ, sodass ihr Kopf auf seinem Brustschutz landete, sie sich an dem kalten toten Körper festkrallte und fürchterlich zu weinen und schluchzten begann, wobei man auch einige fluchende Worte, sowie ein, "Es tut mir leid.", erkennen konnte.
#2636
Posté 16 novembre 2010 - 05:18
Bella war selber geschockt, und die Reaktion der Freundin war nur normal. Sie selber hatte ihren Liebsten sogar mitten in der Schlacht umklammert, als er von ihr gegangen war. Allie hatte hier wenigstens Ruhe, ohne dass sie befürchten mußte, dass ihre Trauer von einer Axt oder einem Pfeil gestört wurde.
Kraftlos ließ sich die Zwergin wieder auf dem Boden nieder. Ihre Nerven und ihre körperlichen Kräfte waren am Ende.
Sie wußte, wie sehr Allie nun litt, den Verlust den die beiden Wächter erlitten hatten, war zu stark. Bella fühlte sich jedenfalls, als wäre sie nur noch eine Hülle, die hier auf Erden wandelte und lediglich ihrem Verstand Folge leistete. Und wären nicht ihre Gefährten, würde sie wohl den Schwur brechen, den sie Theron geleistet hatte. Gefährten... das Wort reduzierte sich im Moment auf Allie. Avalos würde höchstens sagen, dass der Tod zum Leben gehörte, und die sterblichen das wohl nie kapieren würden. Sie hoffte für ihn, dass wenigstens Lyna überlebt hatte. Und für sich und Allie, dass es Noah auch geschafft hatte.
Bilder vergangener Zeiten gingen ihr durch den Kopf. Als sie von Orzammar aufbrachen, mit Hund, dieser Blut-Magierin, wie hieß sie noch? Lyna, Jule, Allie. Eine eingeschworene Gemeinschaft, grundverschieden, und dennoch voller Zuversicht. Dann die Bekanntschaften in FallRemnon, die ihre Gruppe anwachsen ließ. Und übrig blieben im Moment genau zwei. Graue Wächter, die der Brut weiterhin trotzten.
Langsam stand Bella wieder auf und strich Allie über den Rücken.
"Wollt ihr ihn bestatten? Oder verbrennen? Es hört sich grausam an, ich weiß. Aber Jannis sollte einen würdigeren Abschied erhalten, als auf einem Haufen Leichen verbrannt zu werden."
Sie suchte nach einem Taschentuch, aber hatte natürlich keines einstecken.
Mit gesenktem Kopf stand sie nun neben der Trauernden und wußte selber nicht, wie sie ihr helfen konnte.
Kraftlos ließ sich die Zwergin wieder auf dem Boden nieder. Ihre Nerven und ihre körperlichen Kräfte waren am Ende.
Sie wußte, wie sehr Allie nun litt, den Verlust den die beiden Wächter erlitten hatten, war zu stark. Bella fühlte sich jedenfalls, als wäre sie nur noch eine Hülle, die hier auf Erden wandelte und lediglich ihrem Verstand Folge leistete. Und wären nicht ihre Gefährten, würde sie wohl den Schwur brechen, den sie Theron geleistet hatte. Gefährten... das Wort reduzierte sich im Moment auf Allie. Avalos würde höchstens sagen, dass der Tod zum Leben gehörte, und die sterblichen das wohl nie kapieren würden. Sie hoffte für ihn, dass wenigstens Lyna überlebt hatte. Und für sich und Allie, dass es Noah auch geschafft hatte.
Bilder vergangener Zeiten gingen ihr durch den Kopf. Als sie von Orzammar aufbrachen, mit Hund, dieser Blut-Magierin, wie hieß sie noch? Lyna, Jule, Allie. Eine eingeschworene Gemeinschaft, grundverschieden, und dennoch voller Zuversicht. Dann die Bekanntschaften in FallRemnon, die ihre Gruppe anwachsen ließ. Und übrig blieben im Moment genau zwei. Graue Wächter, die der Brut weiterhin trotzten.
Langsam stand Bella wieder auf und strich Allie über den Rücken.
"Wollt ihr ihn bestatten? Oder verbrennen? Es hört sich grausam an, ich weiß. Aber Jannis sollte einen würdigeren Abschied erhalten, als auf einem Haufen Leichen verbrannt zu werden."
Sie suchte nach einem Taschentuch, aber hatte natürlich keines einstecken.
Mit gesenktem Kopf stand sie nun neben der Trauernden und wußte selber nicht, wie sie ihr helfen konnte.
#2637
Posté 16 novembre 2010 - 08:40
Allie vergaß in ihrer Trauer komplett, dass Bella noch anwesend war, was ihr jedoch augenscheinlich klar wurde, als diese neben sie trat und ihren Rücken berührte. Ohne nachzudenken, hob sie sich ruckartig hoch, wehrte die Hand der Zwergin mit der Ihrigen ab, und blickte diese mit wütenden glasigen Augen an.
"Er ist nur noch eine leere Hülle, es ist egal wie er bestattet wird, er wird es ganz bestimmt nicht mitbekommen! Solche Trauerfeiern sind nur etwas für die Lebenden! Also für mich oder Euch, oder all die anderen, die ihn nicht einmal kannten und sich dann nur aus reiner Höflichkeit dazustellen und so tun als würde es ihnen etwas bedeuten! Sein Geist ist im Nichts und wir sind hier.", fuhr sie Bella mit zittriger Stimme an, während ihr weitere Tränen an den Wangen hinab liefen, welche sie sich augenblicklich wegwischte, bevor sie fortfuhr.
"Lieber würde ich ihn auf einem dieser Leichenhaufen zusammen mit den an seiner Seite gefallenen Soldaten und seinem Feind verbrennen sehen, als auf so einer blöden... Feier.", ihre Betonung lag auf dem Wort Feier, und sie wandte den Blick wieder von Bella ab da sie realisiert hatte, wie wütend sie gerade geworden war. Doch wenn es eines war, das sie hasste, dann waren es solche hirnrissigen Trauerfeiern... eine Idee der Kirche wahrscheinlich.
"Oder hättet Ihr das gewollt? Hättet Ihr lieber noch den ganzen Tag darauf gewartet, bis zu Trauerfeier um dann Abschied von Theron nehmen zu können? Sowas macht doch alles nur noch schlimmer und schwerer als es ohnehin schon ist.", fügte sie noch mit etwas gesenkter Stimme hinzu, eher so als hätte sie es zu sich selbst gesagt, und blickte erneut in das blasse Gesicht des toten Jannis, welcher vor ihr lag und spürte wie ihr Blick erneut verschwommen wurde, als sich die Augen mit weiteren Tränen füllten.
"Er ist nur noch eine leere Hülle, es ist egal wie er bestattet wird, er wird es ganz bestimmt nicht mitbekommen! Solche Trauerfeiern sind nur etwas für die Lebenden! Also für mich oder Euch, oder all die anderen, die ihn nicht einmal kannten und sich dann nur aus reiner Höflichkeit dazustellen und so tun als würde es ihnen etwas bedeuten! Sein Geist ist im Nichts und wir sind hier.", fuhr sie Bella mit zittriger Stimme an, während ihr weitere Tränen an den Wangen hinab liefen, welche sie sich augenblicklich wegwischte, bevor sie fortfuhr.
"Lieber würde ich ihn auf einem dieser Leichenhaufen zusammen mit den an seiner Seite gefallenen Soldaten und seinem Feind verbrennen sehen, als auf so einer blöden... Feier.", ihre Betonung lag auf dem Wort Feier, und sie wandte den Blick wieder von Bella ab da sie realisiert hatte, wie wütend sie gerade geworden war. Doch wenn es eines war, das sie hasste, dann waren es solche hirnrissigen Trauerfeiern... eine Idee der Kirche wahrscheinlich.
"Oder hättet Ihr das gewollt? Hättet Ihr lieber noch den ganzen Tag darauf gewartet, bis zu Trauerfeier um dann Abschied von Theron nehmen zu können? Sowas macht doch alles nur noch schlimmer und schwerer als es ohnehin schon ist.", fügte sie noch mit etwas gesenkter Stimme hinzu, eher so als hätte sie es zu sich selbst gesagt, und blickte erneut in das blasse Gesicht des toten Jannis, welcher vor ihr lag und spürte wie ihr Blick erneut verschwommen wurde, als sich die Augen mit weiteren Tränen füllten.
#2638
Posté 16 novembre 2010 - 09:07
Bella war Allie nicht böse, als diese ihre Hand abwehrte. Die darauf folgenden Worte schockierten sie jedoch. Nicht, dass Allie keine Trauerfeier haben wollte, das war nachvollziehbar. Aber dass sie glaubte, dass sie bei Jannis nur aus reiner Höflichkeit hingegangen wäre, das nagte an ihr. Sie mochte den Krieger, auch wenn sie nicht soviel Kontakt hatten. Sie zählte ihn unter Gefährten, und es war ihr ein Bedürfnis, von ihm Abschied zu nehmen. Und dafür waren solche Feiern schließlich da. Nicht, um gesehen zu werden. Nicht für diese Heuchler, die meinten, auftauchen zu müssen. Sondern für diejenigen, die wirklich Abschied vom Verwandten oder Freund nehmen wollten. Aber dies Allie zu erklären wäre in dieser Situation absolut sinnfrei.
"Nein Allie, aber ich hätte gerne die Zeit gehabt, normal von ihm Abschied zu nehmen. Wenn ich gehen soll, dann sagt es. Ich kann Euch verstehen, wenn Ihr alleine Abschied nehmen wollt."
"Nein Allie, aber ich hätte gerne die Zeit gehabt, normal von ihm Abschied zu nehmen. Wenn ich gehen soll, dann sagt es. Ich kann Euch verstehen, wenn Ihr alleine Abschied nehmen wollt."
#2639
Posté 19 novembre 2010 - 09:46
"Die Zeit zum Trauern währt ohnehin auf ewig, und Abschied nehmen, kann ich ohnehin nicht.. Ob jetzt oder später, alleine oder ...", sie beendete den Satz nicht, sondern wandte den Blick von dem Leichnam ab, und stellte sich ihre Tasche auf den Schoß. Etwas unbeholfen, öffnete sie eine Seitentasche, aus welcher sie anschließend eine lange Feder hervorzog. Mit zittrigen Händen legte sie diese in Jannis' rechte Hand und schloss diese, wobei ein wehmütiges Lächeln auf ihrem Gesicht lag.
'Was treibst Du hier so lange? Du weißt doch ganz genau, dass er nur noch eine leere Hülle ist...', schien ihr jemand ins Ohr zu flüstern als Allie erneut spürte wie sich Tränen in ihren Augen ansammelten, und einen Moment glaubte sie jemanden neben sich sitzen zu spüren.
"Ich weiß...", murmelte sie leise vor sich hin, bevor sie ihren Blick scharf zu Bella wandte.
"Ihr solltet gehen, zu Eurem eigenen Schutz...", sagte sie zu der Zwergin mit ernster Stimme und spürte dabei bereits, wie ihre Trauer immer mehr in Wut übergehen zu schien, als würde ihr gerade jemand eine Hand auf den Rücken gelegt haben, dessen Kälte sich durch ihre Adern bis zu ihrem Herzen zu fressen schien.
'Was treibst Du hier so lange? Du weißt doch ganz genau, dass er nur noch eine leere Hülle ist...', schien ihr jemand ins Ohr zu flüstern als Allie erneut spürte wie sich Tränen in ihren Augen ansammelten, und einen Moment glaubte sie jemanden neben sich sitzen zu spüren.
"Ich weiß...", murmelte sie leise vor sich hin, bevor sie ihren Blick scharf zu Bella wandte.
"Ihr solltet gehen, zu Eurem eigenen Schutz...", sagte sie zu der Zwergin mit ernster Stimme und spürte dabei bereits, wie ihre Trauer immer mehr in Wut übergehen zu schien, als würde ihr gerade jemand eine Hand auf den Rücken gelegt haben, dessen Kälte sich durch ihre Adern bis zu ihrem Herzen zu fressen schien.
#2640
Posté 20 novembre 2010 - 01:20
Bellas Wächtersinne schlugen plötzlich an, eine innere Kälte überzog sie, und sie merkte, wie sich die Gänsehaut langsam über ihren Rücken ausbreitete. Aber es konnte unmöglich sein, dass noch ein einziges Monster der Brut hier lebte. Was war es, woher kam dieses Gefühl?
Gleichzeitig sagte Allie zu ihr, dass sie zu ihrem eigenen Schutz gehen sollte. Bella starrte Allie an und wußte nicht, was sie sagen oder denken sollte. Aber dass Allie gerade einen Kampf mit sich ausfocht, das spürte die Zwergin. Es war Allies Aura, die ihre Sinne anschlagen ließen. So nickte sie nur.
"Ihr habt Recht Allie. Ich werde mich auf die weitere Suche machen, schließlich fehlen uns noch Noah und Lyna. Wir sehen uns später im Lager." Sie nickte der Gefährtin zu und machte sich auf den Weg in die Richtung, wo die Bogenschützen platziert waren. Auch wenn sie ihre Beine kaum noch trugen, schlug sie einen schnellen Schritt an. Nur weg von der Magae. Bella hatte ein ganz schlechtes Gefühl bei der Sache. Sie dachte, Allie hatte den Fluch überwunden, aber nachdem ihre große Liebe nun aus dem Leben geschieden war und sie das zweite Mal in ihrem Leben so einen Verlust zu verarbeiten hatte, kam wohl der Hass durch. Der Hass, den die Brut gesät hatte, während der Gefangenschaft in den Tiefen Wegen.
Schließlich war sie bei den Gefallenen angekommen, wo die Bogenschützen lagen. Ihr graute davor, noch einen Freund tot zu finden, und hoffte inständig, dass Lyna nicht in diesem Haufen mit dabei lag. Langsam schritt sie die Reihen ab, aber rein gar nichts deutete darauf hin, dass Lyna hier lag. Erleichtert seufzte sie auf. Dann blieb ihr nur noch eines: Auf dem Berghang zu suchen, in dem verbrannten Wäldchen, wo der zweite und endgültige Angriff statt gefunden hatte. Wenn Noah gefallen war, dann konnte er nur dort zu finden sein.
Sie versuchte dabei, nicht an Allies inneren Kampf zu denken. Schneller als gedacht, hatte die den Ort erreicht, wo sie gegen die Generäle gekämpft hatten. Aber in der Flanke, wo Bella selber gekämpft hatte, war auch keine Spur von Noah. Dafür mußte sie in ein anderes bekanntes - und totes - Gesicht blicken: Isaac.
Sie hatte keine Kraft mehr, zu weinen. Es tat ihr in der Seele weh, ihren einstigen Leibwächter so liegen zu sehen. Aber wenigstens konnte sie in FallRemnon seinem Freund sagen, dass er einen heldenhaften Tod gestorben war.
Sie kniete sich vor dem Waräger hin, drückte seine Augenlider zu. Reflexartig ballte sie die rechte Hand zur Faust, drückte ihre Lippen ans Daumengelenk um dann diese Stelle an ihre Stirn zu führen.
"Ruhe in Frieden, Isaac."
Dann stand sie auf, drehte sich um und schritt in die andere Richtung, wo die andere Hälfte der verbliebenen Armee angegriffen hatte. Auch hier war Noah nicht zu finden, und Bella fiel ein Stein vom Herzen. Also mußte er in einem der Lazarett-Zelte liegen.
Müde wanderte sie zurück. Sie achtete nicht mehr besonders darauf, wo sie hintrat, und stolperte beinahe über einen Mann, der am Boden lag. Dass dieser lebte, sah sie daran, dass sich dessen Brustkorb gleichmäßig hob und wieder senkte.
"Pardon", entschuldigte sich die Zwergin und blickte ihm in die Augen. Das Gesicht kam ihr irgendwie bekannt vor. Zudem spürte sie wieder, wie eine Gänsehaut von ihr Besitz nahm, aber lange nicht so stark, wie bei Allie. Oder wenn Brut in der Nähe war. Das letzte mal, wo sie dieses Gefühl hatte war... als sie mit anderen grauen Wächtern zusammen traf.
"Bei allen Paragons, da hol mich doch der Stein! Ihr seid grauer Wächter? Euer Gesicht kommt mir bekannt vor, aber ich bin mir sicher, Euch nicht von den Wächtern zu kennen." Sie überlegte kurz, wo sie dieses Gesicht schon einmal gesehen hatte, und es fiel ihr wie Schuppen von den Augen.
"Ah, ich weiß es wieder. Ihr seid derjenige, der die Botschaft brachte, dass sich hier die Generäle versteckt hielten. Ich denke, dafür darf ich Euch meinen Dank noch im Nachhinein aussprechen. Und bevor ich meine Manieren noch ganz vergesse: mein Name ist Bellandrys. Verratet Ihr mir auch, wer Ihr seid?" fragte sie neugierig und ließ sich ohne eine Einladung abzuwarten, neben ihn ihm Schneidersitz auf den Boden nieder.
Gleichzeitig sagte Allie zu ihr, dass sie zu ihrem eigenen Schutz gehen sollte. Bella starrte Allie an und wußte nicht, was sie sagen oder denken sollte. Aber dass Allie gerade einen Kampf mit sich ausfocht, das spürte die Zwergin. Es war Allies Aura, die ihre Sinne anschlagen ließen. So nickte sie nur.
"Ihr habt Recht Allie. Ich werde mich auf die weitere Suche machen, schließlich fehlen uns noch Noah und Lyna. Wir sehen uns später im Lager." Sie nickte der Gefährtin zu und machte sich auf den Weg in die Richtung, wo die Bogenschützen platziert waren. Auch wenn sie ihre Beine kaum noch trugen, schlug sie einen schnellen Schritt an. Nur weg von der Magae. Bella hatte ein ganz schlechtes Gefühl bei der Sache. Sie dachte, Allie hatte den Fluch überwunden, aber nachdem ihre große Liebe nun aus dem Leben geschieden war und sie das zweite Mal in ihrem Leben so einen Verlust zu verarbeiten hatte, kam wohl der Hass durch. Der Hass, den die Brut gesät hatte, während der Gefangenschaft in den Tiefen Wegen.
Schließlich war sie bei den Gefallenen angekommen, wo die Bogenschützen lagen. Ihr graute davor, noch einen Freund tot zu finden, und hoffte inständig, dass Lyna nicht in diesem Haufen mit dabei lag. Langsam schritt sie die Reihen ab, aber rein gar nichts deutete darauf hin, dass Lyna hier lag. Erleichtert seufzte sie auf. Dann blieb ihr nur noch eines: Auf dem Berghang zu suchen, in dem verbrannten Wäldchen, wo der zweite und endgültige Angriff statt gefunden hatte. Wenn Noah gefallen war, dann konnte er nur dort zu finden sein.
Sie versuchte dabei, nicht an Allies inneren Kampf zu denken. Schneller als gedacht, hatte die den Ort erreicht, wo sie gegen die Generäle gekämpft hatten. Aber in der Flanke, wo Bella selber gekämpft hatte, war auch keine Spur von Noah. Dafür mußte sie in ein anderes bekanntes - und totes - Gesicht blicken: Isaac.
Sie hatte keine Kraft mehr, zu weinen. Es tat ihr in der Seele weh, ihren einstigen Leibwächter so liegen zu sehen. Aber wenigstens konnte sie in FallRemnon seinem Freund sagen, dass er einen heldenhaften Tod gestorben war.
Sie kniete sich vor dem Waräger hin, drückte seine Augenlider zu. Reflexartig ballte sie die rechte Hand zur Faust, drückte ihre Lippen ans Daumengelenk um dann diese Stelle an ihre Stirn zu führen.
"Ruhe in Frieden, Isaac."
Dann stand sie auf, drehte sich um und schritt in die andere Richtung, wo die andere Hälfte der verbliebenen Armee angegriffen hatte. Auch hier war Noah nicht zu finden, und Bella fiel ein Stein vom Herzen. Also mußte er in einem der Lazarett-Zelte liegen.
Müde wanderte sie zurück. Sie achtete nicht mehr besonders darauf, wo sie hintrat, und stolperte beinahe über einen Mann, der am Boden lag. Dass dieser lebte, sah sie daran, dass sich dessen Brustkorb gleichmäßig hob und wieder senkte.
"Pardon", entschuldigte sich die Zwergin und blickte ihm in die Augen. Das Gesicht kam ihr irgendwie bekannt vor. Zudem spürte sie wieder, wie eine Gänsehaut von ihr Besitz nahm, aber lange nicht so stark, wie bei Allie. Oder wenn Brut in der Nähe war. Das letzte mal, wo sie dieses Gefühl hatte war... als sie mit anderen grauen Wächtern zusammen traf.
"Bei allen Paragons, da hol mich doch der Stein! Ihr seid grauer Wächter? Euer Gesicht kommt mir bekannt vor, aber ich bin mir sicher, Euch nicht von den Wächtern zu kennen." Sie überlegte kurz, wo sie dieses Gesicht schon einmal gesehen hatte, und es fiel ihr wie Schuppen von den Augen.
"Ah, ich weiß es wieder. Ihr seid derjenige, der die Botschaft brachte, dass sich hier die Generäle versteckt hielten. Ich denke, dafür darf ich Euch meinen Dank noch im Nachhinein aussprechen. Und bevor ich meine Manieren noch ganz vergesse: mein Name ist Bellandrys. Verratet Ihr mir auch, wer Ihr seid?" fragte sie neugierig und ließ sich ohne eine Einladung abzuwarten, neben ihn ihm Schneidersitz auf den Boden nieder.
#2641
Posté 20 novembre 2010 - 10:45
Allie blickte Bella hinterher bis diese aus ihrem Blickfeld verschwand, und sie ihre Anwesenheit nicht mehr spüren konnte. Ein tiefer Seufzer durchdrang ihre Kehle und sie schloss für einen Moment die Augen.
„Du hast kein recht hier zu sein, nicht jetzt..“, sagte sie mit zittriger Stimme zu sich selbst, bemerkte erst als sie Schluchzten musste, dass sie noch immer weinte.. bemerkte nicht, dass sie sich mit beiden Händen an den Arm des Toten geklammert hatte.
‚Ohne mich würdest Du schon längst zusammen mit dem Erbauer Tee trinken!‘, erwiderte die Stimme in einem hallenden Echo.
„Das wäre vielleicht sogar besser gewesen..“
‚Sei kein Dummkopf, und bring es endlich zu Ende.‘
„Nein!“, schrei sie, ließ sich neben den Leichnam niederfallen und krallte sich an den kalten Körper.
‚Mach es nicht noch schlimmer als, es ohnehin schon ist..‘
„Verschwinde!“, schrie sie erneut mit hysterischer Stimme, presste die Augen zusammen und klammerte sich noch fester an die kalte Rüstung.
Einen Moment kehrte tatsächlich Stille ein, sodass Allie nur noch krächzende Schreie einiger Vögel vernehmen konnte, sowie ihre eigenen Schluchzer. Sie wollte nicht fortgehen, wollte nicht wieder alleine sein, wollte nicht wieder den Hass auf das was ihr so vieles genommen hatte zulassen. So viele tausend Krieger zogen in diesen Kampf, so viele starben... und ebenso viele überlebten. Nur einer, ein einziger dieser fast unzählbaren Männer, hätte überleben müssen um ihr ein zufriedenes Ende zu bescheren… Nur einer, welcher für sie mehr als all die Anderen zusammen bedeutete... welcher nun neben ihr lag. Verwundet. Verstümmelt. Kalt. Leblos. Tot.
Ein stechender Schmerz lastete auf ihrer Brut, ein Gefühl gemischt aus Erschöpfung, Trauer, Wut und Angst beschlich sie, dabei suchte sie nach Geborgenheit und Wärme, einem Ort an dem sie sich ausruhen und an welchem sie jeden einzelnen Moment genießen könnte. So sehr hatte sie sich diesen Ort herbeigesehnt, welcher nun auf ewig gestorben schien, und sie nur noch von Kälte umgeben war.
Allies Hände begannen fürchterlich zu zittern, sodass sie sich schwerfällig aufrichtete und in das leblose Gesicht von Jannis blickte, bevor sie sich diesem näherte und ihm einen sanften Kuss auf die Stirn gab, an welcher sie kurz verweilte, sodass diese mit Tränen befleckt wurde.
„Leb wohl..“, sagte sie heiser und wandte sich ab, wagte keinen weiteren Blick zu seinem Antlitz.
Mit zittrigen Beinen richtete sie sich auf und entfernte sich zwei Schritte, bevor sie zögernd die Hand hob, wodurch der Körper in Flammen aufging. Allies letzter Blick galt der Feder, welche sie in seine Hand gelegt hatte, bevor sie mit ausdrucksloser Miene langsam in die Richtung des naheliegenden Waldes ging, vor welchem sie schließlich kraftlos zusammenbrach, immer wieder geplagt von der Stimme, die sie antreiben wollte, solange bis sie das Bewusstsein verlor.
„Du hast kein recht hier zu sein, nicht jetzt..“, sagte sie mit zittriger Stimme zu sich selbst, bemerkte erst als sie Schluchzten musste, dass sie noch immer weinte.. bemerkte nicht, dass sie sich mit beiden Händen an den Arm des Toten geklammert hatte.
‚Ohne mich würdest Du schon längst zusammen mit dem Erbauer Tee trinken!‘, erwiderte die Stimme in einem hallenden Echo.
„Das wäre vielleicht sogar besser gewesen..“
‚Sei kein Dummkopf, und bring es endlich zu Ende.‘
„Nein!“, schrei sie, ließ sich neben den Leichnam niederfallen und krallte sich an den kalten Körper.
‚Mach es nicht noch schlimmer als, es ohnehin schon ist..‘
„Verschwinde!“, schrie sie erneut mit hysterischer Stimme, presste die Augen zusammen und klammerte sich noch fester an die kalte Rüstung.
Einen Moment kehrte tatsächlich Stille ein, sodass Allie nur noch krächzende Schreie einiger Vögel vernehmen konnte, sowie ihre eigenen Schluchzer. Sie wollte nicht fortgehen, wollte nicht wieder alleine sein, wollte nicht wieder den Hass auf das was ihr so vieles genommen hatte zulassen. So viele tausend Krieger zogen in diesen Kampf, so viele starben... und ebenso viele überlebten. Nur einer, ein einziger dieser fast unzählbaren Männer, hätte überleben müssen um ihr ein zufriedenes Ende zu bescheren… Nur einer, welcher für sie mehr als all die Anderen zusammen bedeutete... welcher nun neben ihr lag. Verwundet. Verstümmelt. Kalt. Leblos. Tot.
Ein stechender Schmerz lastete auf ihrer Brut, ein Gefühl gemischt aus Erschöpfung, Trauer, Wut und Angst beschlich sie, dabei suchte sie nach Geborgenheit und Wärme, einem Ort an dem sie sich ausruhen und an welchem sie jeden einzelnen Moment genießen könnte. So sehr hatte sie sich diesen Ort herbeigesehnt, welcher nun auf ewig gestorben schien, und sie nur noch von Kälte umgeben war.
Allies Hände begannen fürchterlich zu zittern, sodass sie sich schwerfällig aufrichtete und in das leblose Gesicht von Jannis blickte, bevor sie sich diesem näherte und ihm einen sanften Kuss auf die Stirn gab, an welcher sie kurz verweilte, sodass diese mit Tränen befleckt wurde.
„Leb wohl..“, sagte sie heiser und wandte sich ab, wagte keinen weiteren Blick zu seinem Antlitz.
Mit zittrigen Beinen richtete sie sich auf und entfernte sich zwei Schritte, bevor sie zögernd die Hand hob, wodurch der Körper in Flammen aufging. Allies letzter Blick galt der Feder, welche sie in seine Hand gelegt hatte, bevor sie mit ausdrucksloser Miene langsam in die Richtung des naheliegenden Waldes ging, vor welchem sie schließlich kraftlos zusammenbrach, immer wieder geplagt von der Stimme, die sie antreiben wollte, solange bis sie das Bewusstsein verlor.
#2642
Posté 21 novembre 2010 - 08:42
Zelandriel war so tief in Gedanken versunken, dass er die Zwergin erst bemerkte, als diese unmittelbar neben ihm stand. Er erschrak nicht nur durch ihr plötzliches Auftauchen, sondern auch durch den Umstand, dass er in seinem gedankenverlorenen Zustand nichteinmal einen grauen Wächter bemerkt hatte. Er wäre zweifelsohne auch von dunkler Brut überrascht worden. Dieser Gedanke beängstigte ihn, wenngleich die Wahrscheinlichkeit, hier noch auf dunkle Brut zu treffen, gleich Null war.
"Ja ich bin derjenige und ich bin grauer Wächter, was Ihr allerdings nun kaum glauben werdet, weil ich Euch absolut nicht bemerkt habe da ich ...."
Zelandriel mißfiel der Gedanke das seine Empfindung geschwächt waren wenn er an seine geliebte Samira dachte. "....geistig an einem ganz anderen Ort war " fuhr er hastig fort, nachdem er glaubte eine plausible Erklärung gefunden zu haben.
Im selben Augenblick legte er seine Hand schützend über sein Bardenbuch.
"Ihr braucht mir dafür nicht zu danken, den Gegner auszuspionieren gehört zu meinen Aufgaben und ich habe nur meine Pflicht getan. Allerdings denke ich ungern an die letzten beiden Tage zurück. Einmal war ich fast tot und dann"...Zelandriel zögerte kurz..."und dann war ich es eigentlich schon.
Zelandriel musterte die Zwergin kurz während sich diese neben ihm niederließ. Sie hatte dunkelblonde Haare mittlerer Länge mit Zöpfen, braune Augen und war relativ gross für eine Zwergin, ihr Gesichtsausdruck machte einen besorgten Eindruck. "An Eurer Miene sehe ich, dass Euch auch nicht gerade angenehme Dinge widerfahren sind. Mir scheint, als würde Euch ebenfalls etwas bedrücken."
"Was führt euch zum Schlachtfeld zurück? Achja und bevor ich Euch weiter mit meinen Fragen löchere, mein Name ist Zelandriel" stellte er sich entschuldigend vor.
"Ja ich bin derjenige und ich bin grauer Wächter, was Ihr allerdings nun kaum glauben werdet, weil ich Euch absolut nicht bemerkt habe da ich ...."
Zelandriel mißfiel der Gedanke das seine Empfindung geschwächt waren wenn er an seine geliebte Samira dachte. "....geistig an einem ganz anderen Ort war " fuhr er hastig fort, nachdem er glaubte eine plausible Erklärung gefunden zu haben.
Im selben Augenblick legte er seine Hand schützend über sein Bardenbuch.
"Ihr braucht mir dafür nicht zu danken, den Gegner auszuspionieren gehört zu meinen Aufgaben und ich habe nur meine Pflicht getan. Allerdings denke ich ungern an die letzten beiden Tage zurück. Einmal war ich fast tot und dann"...Zelandriel zögerte kurz..."und dann war ich es eigentlich schon.
Zelandriel musterte die Zwergin kurz während sich diese neben ihm niederließ. Sie hatte dunkelblonde Haare mittlerer Länge mit Zöpfen, braune Augen und war relativ gross für eine Zwergin, ihr Gesichtsausdruck machte einen besorgten Eindruck. "An Eurer Miene sehe ich, dass Euch auch nicht gerade angenehme Dinge widerfahren sind. Mir scheint, als würde Euch ebenfalls etwas bedrücken."
"Was führt euch zum Schlachtfeld zurück? Achja und bevor ich Euch weiter mit meinen Fragen löchere, mein Name ist Zelandriel" stellte er sich entschuldigend vor.
#2643
Posté 21 novembre 2010 - 09:11
Bella musterte den Mann, der seine Hände reflexartig über einem Buch hielt. Was hatte dieser wohl zu verbergen? Andererseits konnte es ihr egal sein, etwas, was Avalos Mission gefährdete, war es sicher nicht.
"Erfreut, Euch kennenzulernen, Zelandriel", meinte sie. "Nun, ich habe das Schlachtfeld abgesucht, da ich noch einige meiner Gefährten gesucht habe. Einen haben wir gefunden... Allie ist bei ihm geblieben, um ihn selber zu bestatten, wenn man das so sagen kann. Aber die anderen beiden bleiben verschollen, und nichts ist schlimmer als die Ungewissheit. Außerdem habe ich genug Leute fallen sehen in dieser Schlacht, vorhin bin ich noch über die Leiche eines Bekannten gestolpert." Sie schluckte, als sie an Isaac dachte. Etwas leiser fügte sie hinzu: "Und außerdem ist mein Geliebter vor meinen Augen gestorben, ohne dass ich ihm helfen konnte. Und ich weiß nicht, ob ich mir das je verzeihen kann... wäre ich nur einige Schritte näher bei ihm gewesen..."
Ihre Augen fixierten einen Punkt in der Ferne, und ihre Gedanken wanderten zurück zu Theron, sie sah die Szene noch einmal vor sich, wo er fiel, und wieder löste sich eine Träne aus ihren Augenwinkeln, ohne dass sie es bemerkte.
"Erfreut, Euch kennenzulernen, Zelandriel", meinte sie. "Nun, ich habe das Schlachtfeld abgesucht, da ich noch einige meiner Gefährten gesucht habe. Einen haben wir gefunden... Allie ist bei ihm geblieben, um ihn selber zu bestatten, wenn man das so sagen kann. Aber die anderen beiden bleiben verschollen, und nichts ist schlimmer als die Ungewissheit. Außerdem habe ich genug Leute fallen sehen in dieser Schlacht, vorhin bin ich noch über die Leiche eines Bekannten gestolpert." Sie schluckte, als sie an Isaac dachte. Etwas leiser fügte sie hinzu: "Und außerdem ist mein Geliebter vor meinen Augen gestorben, ohne dass ich ihm helfen konnte. Und ich weiß nicht, ob ich mir das je verzeihen kann... wäre ich nur einige Schritte näher bei ihm gewesen..."
Ihre Augen fixierten einen Punkt in der Ferne, und ihre Gedanken wanderten zurück zu Theron, sie sah die Szene noch einmal vor sich, wo er fiel, und wieder löste sich eine Träne aus ihren Augenwinkeln, ohne dass sie es bemerkte.
#2644
Posté 22 novembre 2010 - 09:05
Zelandriels Gesicht verfinsterte sich „Allie?“ Drakenot hatte im Lazarett zu der jungen Elfe Allie gesagt „Sprecht ihr von einer jungen, zickigen Elfe mit langen braunen Haaren? Die kenne ich bereits besser als mir lieb ist“
„Euer Verlust tut mir Leid, es fällt mir schwer die richtigen Worte dazu zu finden. Tatenlos zusehen zu müssen ist wohl das schlimmste was jemanden widerfahren kann, davon kann ich ein Lied singen, wenn gleich bei mir die Situation ganz eine andere war“ fügte er mit traurig, abwägender Stimme hinzu. Macht euch keine Selbstvorwürfe, es gibt Dinge die kann man einfach nicht vorhersehen oder verhindern. Wärt ihr näher bei ihm gewesen, wärt ihr wahrscheinlich ebenso gefallen, und auch wenn ihr euch das wünscht, so werdet ihr in einiger Zeit anders darüber denken.“
War das er? Waren die Worte wirklich aus seinem Mund gekommen? Zelandriel war verblüfft von seinen eigenen Worten. Zelandriel nahm die Hand von seinem Buch und legte sie tröstend auf die von Bella. „Solange ihr lebt Bella wird er in eurem Herzen weiterleben, sein Körper mag gegangen sein aber sein Geist lebt in euch weiter“
„Euer Verlust tut mir Leid, es fällt mir schwer die richtigen Worte dazu zu finden. Tatenlos zusehen zu müssen ist wohl das schlimmste was jemanden widerfahren kann, davon kann ich ein Lied singen, wenn gleich bei mir die Situation ganz eine andere war“ fügte er mit traurig, abwägender Stimme hinzu. Macht euch keine Selbstvorwürfe, es gibt Dinge die kann man einfach nicht vorhersehen oder verhindern. Wärt ihr näher bei ihm gewesen, wärt ihr wahrscheinlich ebenso gefallen, und auch wenn ihr euch das wünscht, so werdet ihr in einiger Zeit anders darüber denken.“
War das er? Waren die Worte wirklich aus seinem Mund gekommen? Zelandriel war verblüfft von seinen eigenen Worten. Zelandriel nahm die Hand von seinem Buch und legte sie tröstend auf die von Bella. „Solange ihr lebt Bella wird er in eurem Herzen weiterleben, sein Körper mag gegangen sein aber sein Geist lebt in euch weiter“
#2645
Posté 22 novembre 2010 - 10:49
Sie registrierte es kaum, dass Zelandriel seine Hände auf die ihren gelegt hatte. Aber seine Worte erreichten sie, zeitverzögert, wie durch einen Schleier, aber drangen doch in ihren Kopf.
"So habe ich es noch gar nicht gesehen. Bisher hielt mich lediglich das Versprechen, welches ich ihm gab, auf Thedas. Und die Sorge um die anderen Gefährten. Ihr kennt Allie? Zickig?" Ein Schmunzeln überzog ihr Gesicht, und ihre Augenfarbe änderte sich auf ihr übliches warmes Haselnussbraun.
"Nun, Allie ist eine sehr liebenswerte Persönlichkeit. Ob Ihr das nun glaubt oder nicht. Sie macht momentan eine schwere Phase durch. Den, den wir gefunden haben war nämlich ihr Geliebter. Und es ist nun schon das zweite mal, dass sie ihre große Liebe sterben sah. Zudem hat sie einiges durchgemacht, aber das soll sie euch selbst erzählen, wenn sie es denn tut. Sie hat durch das Geschehene eine Art gespaltene Persönlichkeit. Wenn der Hass die Oberhand behält, wird sie zickig, wie Ihr so schön sagt. Wenn sie liebt, dann ist sie eine wunderbar warmherzige und liebevolle Person. Aber diese Schlacht gestern hat seine Opfer gefordert, und im Moment wohl auch die gutherzige Seite von Allie. Wobei das so auch nicht ganz stimmt, immerhin hatte sie Theron gestern sofort in Flammen aufgehen lassen, und dadurch wurde ihm erspart, dass auf ihm weitergekämpft wurde..."
Bella bemerkte gar nicht, dass sie soviel erzählte, dass der Mann ihr dabei gegenüber sass immer noch ihre Hände in den seinen hielt.
"Beim Erbauer, da sitz ich hier und quassle wie ein Wasserfall. Dabei wollte ich zurück ins Lager um nach Noah und Lyna zu suchen..."
Die Zwergin löste sich aus seinen Händen und stand auf.
"Kommt Ihr mit oder wollt Ihr hier liegen bleiben? Ich bevorzuge den Schutz des Lagers, zudem bin ich mir nicht sicher, ob neue Befehle von Avalos oder dem Regenten kommen. Wenn Ihr wollt, können wir ja dort ein wenig weiter plaudern?"
Sie sah ihn an, und war sich unsicher, wieso sie ihm das alles erzählt hatte. Eigentlich ging ihn das alles nichts an. Vielleicht war der Grund, weil er ein grauer Wächter war. Vielleicht aber einfach auch nur, weil sie jemanden brauchte, dem sie ihr Herz ausschütten konnte.
"So habe ich es noch gar nicht gesehen. Bisher hielt mich lediglich das Versprechen, welches ich ihm gab, auf Thedas. Und die Sorge um die anderen Gefährten. Ihr kennt Allie? Zickig?" Ein Schmunzeln überzog ihr Gesicht, und ihre Augenfarbe änderte sich auf ihr übliches warmes Haselnussbraun.
"Nun, Allie ist eine sehr liebenswerte Persönlichkeit. Ob Ihr das nun glaubt oder nicht. Sie macht momentan eine schwere Phase durch. Den, den wir gefunden haben war nämlich ihr Geliebter. Und es ist nun schon das zweite mal, dass sie ihre große Liebe sterben sah. Zudem hat sie einiges durchgemacht, aber das soll sie euch selbst erzählen, wenn sie es denn tut. Sie hat durch das Geschehene eine Art gespaltene Persönlichkeit. Wenn der Hass die Oberhand behält, wird sie zickig, wie Ihr so schön sagt. Wenn sie liebt, dann ist sie eine wunderbar warmherzige und liebevolle Person. Aber diese Schlacht gestern hat seine Opfer gefordert, und im Moment wohl auch die gutherzige Seite von Allie. Wobei das so auch nicht ganz stimmt, immerhin hatte sie Theron gestern sofort in Flammen aufgehen lassen, und dadurch wurde ihm erspart, dass auf ihm weitergekämpft wurde..."
Bella bemerkte gar nicht, dass sie soviel erzählte, dass der Mann ihr dabei gegenüber sass immer noch ihre Hände in den seinen hielt.
"Beim Erbauer, da sitz ich hier und quassle wie ein Wasserfall. Dabei wollte ich zurück ins Lager um nach Noah und Lyna zu suchen..."
Die Zwergin löste sich aus seinen Händen und stand auf.
"Kommt Ihr mit oder wollt Ihr hier liegen bleiben? Ich bevorzuge den Schutz des Lagers, zudem bin ich mir nicht sicher, ob neue Befehle von Avalos oder dem Regenten kommen. Wenn Ihr wollt, können wir ja dort ein wenig weiter plaudern?"
Sie sah ihn an, und war sich unsicher, wieso sie ihm das alles erzählt hatte. Eigentlich ging ihn das alles nichts an. Vielleicht war der Grund, weil er ein grauer Wächter war. Vielleicht aber einfach auch nur, weil sie jemanden brauchte, dem sie ihr Herz ausschütten konnte.
#2646
Posté 22 novembre 2010 - 12:12
Wenngleich Zelandriel Gesellschaft eigentlich mied, willigte er bereitwillig ein Bella zum Lager zu begleiten.
Irgendwie strahlte Bella etwas Warmherziges aus, und gerade jetzt hatte er Begleitung mehr nötig, als er sich zugestanden hätte. Wer weiß, wenn Bella nicht gekommen wäre, ob er nicht doch noch zu seinen Dolchen gegriffen hätte, erinnerte er sich erschrocken an seine subtilen Gedanken.
Während er sein Buch in der Tasche verstaute und die Dolche wegsteckte kam er nochmals auf Allie zu sprechen. „Ja, über die Sache mit der gespaltenen Persönlichkeit bin ich auch schon gestolpert, ich habe bereits mit Drakenot darüber gesprochen. Es gibt eine Möglichkeit sie davon zu befreien, obwohl die Methode die ich kenne sehr gefährlich ist. Es ist gut möglich das Drakenot eine weniger gefährlichere Heilmethode kennt, wir hatten allerdings nicht viel Zeit darüber zu sprechen. „Ihr kennt doch Drakenot oder“ und er sah Bella dabei fragend an.
Bevor diese jedoch antworten konnte sprach er weiter. „Dass der Verlust ihres Geliebten sie zusätzlich belastet macht das Ganze natürlich nur umso schlimmer, dann verstehe ich natürlich auch wieso sie manchmal recht überdreht reagiert. Es sieht so aus als müsste ich mich glatt bei ihr für mein Benehmen entschuldigen“ bemerkte er seufzend.
„Was die neuen Befehle anbelangt“ bemerkte Zelandriel nachdenklich „Ich hatte eigentlich vor von hier zu verschwinden, und wieder alleine weiterzuziehen. Ich bin nicht so der gesellschaftliche Typ, wenn ihr versteht was ich meine“ bemerkte er lächelnd, zudem ist unsere Aufgabe hier beendet" und er ließ dabei seinen Blick übers Schlachtfeld schweifen.
„Aber lasst uns nun einmal zum Lager zurückgehen. Ich bin soweit, kommt Ihr?“
Irgendwie strahlte Bella etwas Warmherziges aus, und gerade jetzt hatte er Begleitung mehr nötig, als er sich zugestanden hätte. Wer weiß, wenn Bella nicht gekommen wäre, ob er nicht doch noch zu seinen Dolchen gegriffen hätte, erinnerte er sich erschrocken an seine subtilen Gedanken.
Während er sein Buch in der Tasche verstaute und die Dolche wegsteckte kam er nochmals auf Allie zu sprechen. „Ja, über die Sache mit der gespaltenen Persönlichkeit bin ich auch schon gestolpert, ich habe bereits mit Drakenot darüber gesprochen. Es gibt eine Möglichkeit sie davon zu befreien, obwohl die Methode die ich kenne sehr gefährlich ist. Es ist gut möglich das Drakenot eine weniger gefährlichere Heilmethode kennt, wir hatten allerdings nicht viel Zeit darüber zu sprechen. „Ihr kennt doch Drakenot oder“ und er sah Bella dabei fragend an.
Bevor diese jedoch antworten konnte sprach er weiter. „Dass der Verlust ihres Geliebten sie zusätzlich belastet macht das Ganze natürlich nur umso schlimmer, dann verstehe ich natürlich auch wieso sie manchmal recht überdreht reagiert. Es sieht so aus als müsste ich mich glatt bei ihr für mein Benehmen entschuldigen“ bemerkte er seufzend.
„Was die neuen Befehle anbelangt“ bemerkte Zelandriel nachdenklich „Ich hatte eigentlich vor von hier zu verschwinden, und wieder alleine weiterzuziehen. Ich bin nicht so der gesellschaftliche Typ, wenn ihr versteht was ich meine“ bemerkte er lächelnd, zudem ist unsere Aufgabe hier beendet" und er ließ dabei seinen Blick übers Schlachtfeld schweifen.
„Aber lasst uns nun einmal zum Lager zurückgehen. Ich bin soweit, kommt Ihr?“
#2647
Posté 22 novembre 2010 - 12:30
Bella nickte.
"Drakenot? Der komische Kauz der Apotheker oder so etwas ist? Ja den habe ich kennengelernt, der hat Allie wieder auf die Beine geholfen, als sie schwer verwundet war und jeglichen Willen verloren hatte."
Während sie aufbrachen und zum Lager marschierten, erwiderte Bella:
"Es mag sein, dass Eure Aufgabe hier endet, Zelandriel. Meine ist erst dann vorbei, wenn mich Avalos wortwörtlich aus seinen Diensten entläßt. Darauf habe ich einen ähnlichen Eid geschworen, als damals bei den Wächtern. Und ich werde ihm folgen, bis diese Mission erledigt ist."
Das Lager war näher als Bella dachte, kurz darauf hatten sie dieses erreicht.
Sollte sie nun als erstes die Lazarett-Zelte nochmal durchsuchen, einen Schluck trinken, sich ausruhen oder nachsehen, ob Allie schon zurück war? Unschlüssig stand sie bei Zelandriel und wußte nicht so recht, was sie tun sollte. Vor allem fühlte sie sich in der Gesellschaft des Wächters wohl, auch wenn es vielleicht einfach daran lag, mit ihren Ängsten und Kummer nicht allein zu sein.
"Drakenot? Der komische Kauz der Apotheker oder so etwas ist? Ja den habe ich kennengelernt, der hat Allie wieder auf die Beine geholfen, als sie schwer verwundet war und jeglichen Willen verloren hatte."
Während sie aufbrachen und zum Lager marschierten, erwiderte Bella:
"Es mag sein, dass Eure Aufgabe hier endet, Zelandriel. Meine ist erst dann vorbei, wenn mich Avalos wortwörtlich aus seinen Diensten entläßt. Darauf habe ich einen ähnlichen Eid geschworen, als damals bei den Wächtern. Und ich werde ihm folgen, bis diese Mission erledigt ist."
Das Lager war näher als Bella dachte, kurz darauf hatten sie dieses erreicht.
Sollte sie nun als erstes die Lazarett-Zelte nochmal durchsuchen, einen Schluck trinken, sich ausruhen oder nachsehen, ob Allie schon zurück war? Unschlüssig stand sie bei Zelandriel und wußte nicht so recht, was sie tun sollte. Vor allem fühlte sie sich in der Gesellschaft des Wächters wohl, auch wenn es vielleicht einfach daran lag, mit ihren Ängsten und Kummer nicht allein zu sein.
Modifié par Bellandyrs, 22 novembre 2010 - 12:32 .
#2648
Posté 22 novembre 2010 - 02:03
"Ja, komischer Kauz ist wohl der richtige Ausdruck für Drakenot" musste Zelandriel lachend entgegnen.
Nachdenklich fuhr er fort "Ein grauer Wächter hat nur einen Eid Bella, wer oder was auch immer dieser Aavalos ist, er hat kein Recht einen Eid von euch einzufordern. Wenn seine Mission mit der Vernichtung der Finsteren Brut zu tun hat, stelle ich mich gerne in seine Dienste, aber ich lasse mich sicher nicht für seine privaten Interessen einspannen."
Resignierend fügte er hinzu "Andererseits ist es sowieso vollkommen gleich wohin ich gehe. Den Frieden und die Vergebung die ich suche, werde ich weder hier noch sonst wo finden"
Er betrachtete Bella kurz, die etwas unschlüssig zu sein schien und sprach "Ich habe ziemlichen Hunger da ich seit Tagen kaum etwas gegessen habe, ich werde mich dort vorne zum Feuer setzen und etwas essen" dabei deutete er an eine Feuerstelle, die etwas abseits des Lagers lag.
"Ich hätte auch so etwas wie eine Art Kummertrank dabei" und blickte dabei auf seine Tasche "Lässt einen all seine Sorgen vergessen...und das nur im Tausch gegen ein wenig Kopfschmerzen" fügte er schmunzelnd hinzu.
„Wenn ihr noch etwas erledigen wollt, könnt ihr ja dann nachkommen und wenn ihr Drakenot findet nehmt ihn gleich mit, dann kann ich wenigstens gleich zwei Hühnchen zum rupfen“ Zelandriel entkam ein Grinsen wie er an Drakenots bösen Streich im Lazarett dachte. „Ihr wisst wo ihr mich findet.“ dabei drehte er sich um und ging in Richtung des besagten Lagerplatzes.
Über die Schulter hinweg rief er Bella noch zu „Ihr könnt natürlich auch gleich mitkommen wenn ihr nichts Besseres zu tun habt“
Nachdenklich fuhr er fort "Ein grauer Wächter hat nur einen Eid Bella, wer oder was auch immer dieser Aavalos ist, er hat kein Recht einen Eid von euch einzufordern. Wenn seine Mission mit der Vernichtung der Finsteren Brut zu tun hat, stelle ich mich gerne in seine Dienste, aber ich lasse mich sicher nicht für seine privaten Interessen einspannen."
Resignierend fügte er hinzu "Andererseits ist es sowieso vollkommen gleich wohin ich gehe. Den Frieden und die Vergebung die ich suche, werde ich weder hier noch sonst wo finden"
Er betrachtete Bella kurz, die etwas unschlüssig zu sein schien und sprach "Ich habe ziemlichen Hunger da ich seit Tagen kaum etwas gegessen habe, ich werde mich dort vorne zum Feuer setzen und etwas essen" dabei deutete er an eine Feuerstelle, die etwas abseits des Lagers lag.
"Ich hätte auch so etwas wie eine Art Kummertrank dabei" und blickte dabei auf seine Tasche "Lässt einen all seine Sorgen vergessen...und das nur im Tausch gegen ein wenig Kopfschmerzen" fügte er schmunzelnd hinzu.
„Wenn ihr noch etwas erledigen wollt, könnt ihr ja dann nachkommen und wenn ihr Drakenot findet nehmt ihn gleich mit, dann kann ich wenigstens gleich zwei Hühnchen zum rupfen“ Zelandriel entkam ein Grinsen wie er an Drakenots bösen Streich im Lazarett dachte. „Ihr wisst wo ihr mich findet.“ dabei drehte er sich um und ging in Richtung des besagten Lagerplatzes.
Über die Schulter hinweg rief er Bella noch zu „Ihr könnt natürlich auch gleich mitkommen wenn ihr nichts Besseres zu tun habt“
Modifié par Doomheart43, 22 novembre 2010 - 02:05 .
#2649
Posté 22 novembre 2010 - 02:59
Bella war kurz davor, der Verlockung durch Zelandriels Worte nachzugeben. Etwas zu essen wäre wirklich eine feine Sache. Andererseits würde sie es nicht geniesen können, wenn sie nicht vorher nochmal die Zelte nach Noah und Lyna abgesucht hätte.
"Geht nur und stärkt Euch. Ich habe keine Muse etwas zu essen, bevor ich die Lazarett-Zelte nicht nocheinmal abgesucht habe. Aber dann komme ich gerne zu Euch. Lauft ja nicht weg!" rief sie ihm hinterher.
Dann begann sie, die Zelte gezielt zu durchschreiten und sah wirklich jedem verwundeten ins Gesicht, egal ob Gliedmaßen fehlten oder diese in Verband eingewickelt waren.
Je mehr sie sah, um so mutloser wurde sie. Wo steckten die beiden?
Im dritten Zelt wurde sie fündig. Kaum zu erkennen, über und über in Verbänden eingewickelt, aber an den Augen erkannte sie eindeutig - Noah.
Ihr Gesicht begann zu strahlen, und eilig ging sie auf ihn zu.
"Noah! Dem Erbauer sei Dank, Ihr lebt also noch. Ich hatte mir solche Sorgen gemacht, als ich Euch nach dem zweiten Angriff nicht zurück kommen sah..."
Am liebsten wäre sie ihm vor Freude um den Hals gefallen, aber sie wollte ihm keine zusätzlichen Schmerzen bereiten.
"Wie geht es Euch? Kann ich irgendetwas für Euch tun?" erkundigte sie sich.
"Geht nur und stärkt Euch. Ich habe keine Muse etwas zu essen, bevor ich die Lazarett-Zelte nicht nocheinmal abgesucht habe. Aber dann komme ich gerne zu Euch. Lauft ja nicht weg!" rief sie ihm hinterher.
Dann begann sie, die Zelte gezielt zu durchschreiten und sah wirklich jedem verwundeten ins Gesicht, egal ob Gliedmaßen fehlten oder diese in Verband eingewickelt waren.
Je mehr sie sah, um so mutloser wurde sie. Wo steckten die beiden?
Im dritten Zelt wurde sie fündig. Kaum zu erkennen, über und über in Verbänden eingewickelt, aber an den Augen erkannte sie eindeutig - Noah.
Ihr Gesicht begann zu strahlen, und eilig ging sie auf ihn zu.
"Noah! Dem Erbauer sei Dank, Ihr lebt also noch. Ich hatte mir solche Sorgen gemacht, als ich Euch nach dem zweiten Angriff nicht zurück kommen sah..."
Am liebsten wäre sie ihm vor Freude um den Hals gefallen, aber sie wollte ihm keine zusätzlichen Schmerzen bereiten.
"Wie geht es Euch? Kann ich irgendetwas für Euch tun?" erkundigte sie sich.
#2650
Posté 22 novembre 2010 - 05:42
Noah riss die Augen weit auf, als er die Zwergin erkannte. Endlich ein Gefährte, den er zu Gesicht bekam.
„Lyna.....wo ist sie? Habt ihr sie gefunden? Ich habe sie in der Nacht hierher gebracht....bitte sagt mir, dass sie noch lebt...“
Seine Kehle war trocken und die Worte klangen kratzig. Es schmerzte ihn sehr, sie auszusprechen. Seine rechte Hand griff nach Bella während er sie erwartungsvoll anschaute.
„Lyna.....wo ist sie? Habt ihr sie gefunden? Ich habe sie in der Nacht hierher gebracht....bitte sagt mir, dass sie noch lebt...“
Seine Kehle war trocken und die Worte klangen kratzig. Es schmerzte ihn sehr, sie auszusprechen. Seine rechte Hand griff nach Bella während er sie erwartungsvoll anschaute.





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