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Die Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2893 réponses à ce sujet

#2676
Doomheart43

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„In eurem Zelt?“, stotterte Zelandriel sichtlich überrascht von Bellas Angebot, und nahm sogleich einen festen Schluck aus seiner Feldflasche. Unter freiem Himmel wäre das für ihn irgendwie unverfänglicher gewesen, aber einer Einladung ins Zelt folge zu leisten, würde das nicht zu weit gehen?, überlegte er selbstzweifelnd. Was wäre wenn…er wollte seine Gedanken gar nicht weiterspinnen, sie hatte ja gesagt ohne böse Absichten und er eigentlich auch.
 
Nach einigen Sekunden der Stille, die ihm wie die Ewigkeit vorkamen, antwortete er schließlich
 
„Nachdem es euer Zelt ist überlasse ich die Entscheidung euch, ich hätte hier auch übernachtet, zwei Decken und zwei Kopfkissen hätten es ja auch gemacht oder? …oder glaubt ihr es wird heute noch regnen“ fügte er verlegen hinzu.
 
Sichtlich unzufrieden so herumgestammelt zu haben, vermied er Bella direkt anzusehen.
 
 

#2677
Bellandyrs

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Bella schmunzelte und blickte noch einmal in den klaren Himmel, wo sich die Sterne zeigten und die Mondsichel langsam zum Vorschein kam.
"Nein, regnen wird es wohl eher nicht. Ich hoffe nur wir werden hier nicht von dunkler Brut, Raubtieren oder ähnlichem überfallen. Deswegen lieber das Zelt, weil es dort einfach sicherer wäre. Aber ich hab damit kein Problem, ich werde ohnehin nicht schlafen können glaube ich."

Sie legte sich rechts neben Zelandriel, wobei sie ziemlich hoch rutschen mußte, da er doch ein gutes Stück größer war als sie, legte vorsichtig ihren Kopf in die angebotene Schulterkuhle und zog die Decke über die beiden. In ihrer rechten Hand hatte sie ihren Dolch umklammert. Im Falle, dass sie doch nächtliche Besucher oder Störenfriede haben sollten, konnte sie sich sofort zur Wehr setzen.

Bella versuchte, sich zu entspannen und hörte den Herzschlag Zelandriels zu. Sein Körper strahlte Wärme ab, die sie dringend brauchte. Die Erinnerung an die letzte Nacht, wo sie mit Theron so da lag, überkam sie, und einige Tränen tropften lautlos auf seine Brust.

Modifié par Bellandyrs, 28 novembre 2010 - 10:08 .


#2678
Doomheart43

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„Ich glaube kaum, dass wir hier noch Dunkle Brut antreffen werden. Außerdem glaube ich nicht, dass weder die noch wilde Tiere in die Nähe des Feldlagers kommen werden….und Störenfriede kenn ich eigentlich nur einen“ musste Zelandriel lachend an Drakenot denken.
 
Zelandriel legte den Arm um Bella als sich diese zu ihm gesellte. Sie verströmte einen angenehmen Duft, und er ertappte sich dabei wie er ihren Geruch in sich aufsog. Er war sogar versucht an ihrem Haar zu riechen, und er musste sich zusammenreißen um es nicht zu tun.
 
Dass Bella mit ihrer rechten Hand ihren Dolch fest umklammerte, war ihm nicht entgangen. Er hatte ein unbehagliches Gefühl dabei, da er ja  ein gebranntes Kind war,  was Dolche und Frauen in seiner Nähe betraf.
„Verzeiht, aber ihr werdet hoffentlich verstehen, dass mich das aufgrund meiner Vorgeschichte etwas nervös macht, wenn sich  eine Frau, die in meinen Armen liegt, an einen Dolch klammert“ sprach er scherzend.
 
Während er das sagte, stellte seine Feldflasche zur Seite, beugte sich über Bella und nahm ihr langsam  den Dolch aus der Hand. Sie ließ sich den Dolch nur widerwillig abnehmen, weswegen Zelandriel länger über ihr verweilte, als er ursprünglich vor hatte. Als sie endlich den Dolch freigab, und ihre Gesichter nur wenige Steine von einander entfernt waren, bemerkte Zelandriel das Bella lautlos weinte, und ihr die Tränen die Wangen hinunterliefen.
 
Mit besorgter Miene legte er den Dolch zu Seite, und wischte ihr mit einer sanften Berührung seiner Finger die Tränen aus den Augen und von den Wangen.
 
Er hatte die Befürchtung etwas Falsches zu sagen, deswegen schwieg er, und sah ihr nur sorgenvoll in die Augen.
 

#2679
Bellandyrs

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Bella war viel zu sehr in ihren Erinnerungen an Theron vertieft, um zu bemerken, dass Zelandriel sie gebeten hatte, den Dolch weg zu legen. Erst als er ihr diesen mit sanfter Gewalt nahm, blickte sie ihm ins Gesicht. Dabei konnte sie nicht verhindern, dass er ihre Tränen sah. Als er sie dann mit seinen Fingern zart beiseite wischte, biss sich Bella auf ihre Lippen, um nicht noch vollends aufzuschluchzen. Er wollte wohl Trost spenden, und es tat gut, diese Hand zu spüren, aber es war auch, als würde der Damm brechen, der ihre Trauer zurück hielt.



Sie blinzelte die neuen Tränen weg, die sich ihren Weg suchen wollten, bevor sie ihm wieder in die Augen sehen konnte.

"Macht Euch keine Gedanken um mich, es geht mir gut."

Sein sorgenvoller Blick wechselte in einen skeptischen.

"Wirklich. Ihr solltet Euch meine Trauer nicht zu Herzen nehmen. Es ist nicht Euer Schmerz, sondern meiner."

Dennoch wurden die Augen wieder glasig, was ihre Worte Lügen strafte.

#2680
Doomheart43

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Zelandriel sah wie Bella mit den Tränen kämpfte und sie bemüht war nicht vollends die Fassung zu verlieren. Ihre Augen ließen ihre Worte Lügen strafen, und Zelandriel konnte sich nur zu gut vorstellen was gerade in ihr vorging.
 
All die Trauer, all der Schmerz der sich in den vergangen Stunden, Tagen oder sogar seit längerer Zeit aufgestaut hatte, waren gerade dabei sich in einem Gefühlsausbruch entladen zu wollen. Er wusste selbst nur zu gut,  wie sich dieses Gefühl durch die Seele nagen kann, wie es einem von Selbstvorwürfen zerfressen die Kehle abschnürt, wie eine unsichtbare Hand das Herz zu erdrücken versucht, ohnmächtige Wut auf sich selber und doch eine Leere in seinem Geist, die man durch keinen Gedanken zu füllen vermag.
 
Er hatte damals niemanden der ihn trösten konnte, und er hatte auch all die Jahre niemanden, der ihm die Last, die er mit sich trug, nehmen konnte.
Bella sollte dieses Schicksal nicht ereilen, ihr sollte es erspart bleiben, er wollte ihren Schmerz mit ihr teilen, für sie da sein, gerade jetzt, wo sie so sehr eine Schulter zum anlehnen brauchte.
 
So drehte er sich schnell herum, sodass er verkehrt zu ihr zu sitzen kam, griff ihr mit beiden Händen unter die Schultern, hob sie sanft zu sich hinauf und schloss sie fest in seine Arme. Obwohl es ihm einige Nieten und Schnallen ihrer Rüstung durch seinen Umhang trieb, was etwas schmerzte, drückte er sie nur noch fester an sich.
 
Zelandriel sprach die ganze Zeit kein Wort,  da er wusste, dass es keine Worte gab die Trost spenden konnten.  Lediglich der Umstand, dass er für Bella in jenem schweren Moment da war, könnte ihr helfen. So sagte er nur „Bella lasst euch nicht von all dem Schmerz zerfressen, lasst es raus ich werde für euch da sein wann auch immer ihr mich braucht.
 
Bella konnte sich nun nicht mehr zurückhalten, und fing bitterlich zu weinen an, sodass Zelandriel ihre Tränen den Hals hinab kullerten. Ihm war selbst danach zumute, aber er riss sich zusammen und streichelte mit einer Hand sanft ihren Nacken.
 

#2681
Bellandyrs

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Da sass sie nun, und heulte sich an Zelandriels Hals aus. Ein fast fremder Mensch, der ihren Kummer zu lindern versuchte, selber litt, und ihr doch ein Gefühl der Geborgenheit dadurch gab. Eigentlich schämte sie sich für ihre Schwäche, verfluchte sich selber dafür, schließlich wußten sie alle noch vor Beginn der Schlacht, dass es in den Sternen stand, ob sie überhaupt danach noch leben würden. Sollte sie nicht froh und dankbar sein, dass sie ihre Aufgabe weiterhin erfüllen konnte?
Nur langsam verebbten ihre Tränen und ihre Schluchzer, auch wenn sich ihr Herz noch immer anfühlte, als wäre es mit Therons Tod in Millionen kleine Stücke gesprungen.

"Danke Zelandriel" flüsterte sie an seinen Hals. "Tut mir leid, nun habt Ihr eine völlig durchweichte Robe durch meine Flennerei."
Irgendwie hatte sie Angst, dass er sie wieder auslassen würde, seine streichelnden Hände spendeten ihr Wärme und Trost. Deswegen ließ sie ihren Kopf dort liegen, wo er war, schloß die Augen und entspannte sich langsam.

Modifié par Bellandyrs, 01 décembre 2010 - 09:13 .


#2682
Doomheart43

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Zelandriel verlor jegliches Zeitgefühl und nahm nichts mehr um sich wahr während er Bella in seinen Armen hielt. Obwohl er eigentlich derjenige war der Trost spendete, gab ihm diese Nähe zu Bella ebenfalls ein Gefühl der Geborgenheit und der Sicherheit, sodass er in diesem Moment all seinen Kummer vergaß. Ihre Nähe gab ihm sogar mehr als er sich gerade zugestanden hätte, doch darüber wollte er jetzt nicht nachdenken.
 
Es war einfach nur schön mit Bella so dazusitzen, und während er ihr sanft über Nacken und Haare streichelte ebbten auch ihre Tränen ab, die Anspannung entwich ihrem Körper und er merkte wie sie sich fallen ließ und dem zittern ein ruhiges gleichmäßiges Atmen wich. Schläft sie gar schon?, wunderte er sich. „Bella?“ fragte er leise nach.  Doch er bekam keine Antwort. „Bella?“ Doch sie schien wirklich eingeschlafen zu sein, da ihr Körper schlaff in seinen Armen hing.
 
Mittlerweile war es kalt geworden, und Zelandriel überlegte ob er Bella nicht doch zu ihrem Zelt bringen sollte. Doch nachdem er einerseits nicht wusste wo ihr Zelt war, und andererseits die Gefahr bestand, dass seine Wunden erneut aufbrechen könnten wenn er sie tragen würde, verwarf er den Gedanken wieder. Er wollte sie nicht aufwecken, deswegen versuchte er mit seinen Füssen seine Tasche zu erreichen.
 
Nach einigen Verrenkungen gelang es ihm in den Griff seiner Tasche einzufädeln, und zog diese in Reichweite seiner Hände. Er legte seine Tasche als Kopfkissen zurecht, und legte sich langsam auf den Rücken, sodass Bella mit dem Kopf auf seiner Brust zu liegen kam. Dann nahm er ihre Wolldecke und deckte Bella damit behutsam zu. In der Position würden sie wohl beide kaum frieren, dachte er zufrieden und ließ seine Augen über den klaren Nachthimmel schweifen.

#2683
Bellandyrs

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Bella erwachte, weil ihre Schulter und die Wunde am Oberarm schmerzte. Außerdem lag sie auf dem Bauch, was sie sonst normalerweise nie tat, und so auch gar nicht schlafen konnte.

Verschlafen blinzelte sie, bis sie bemerkte, dass Zelandriel sich zurück gelegt und sie mit sich gezogen hatte. Kalt war ihr nicht, die Bauchseite erhielt die Wärme von Zelandriels Körper, und der Rücken war mit der Decke geschützt.

Vorsichtig richtete sie sich ein klein wenig auf, so dass sie ihm ins Gesicht schauen konnte. Es verblüffte sie, dass er den Blick in den Himmel gerichtet hatte, und noch nicht schlief.

"Nanu Ihr habt ja noch kein Auge zugetan? Entschuldigt, das kann ja auch nicht bequem sein mit mir auf Eurem Körper."

Sie rollte sich von ihm herunter, wieder rechts von ihm, legte ihren Kopf in seine Schulterkuhle und legte ihren rechten Arm um seinen Bauch. Seine Nähe wollte sie noch immer nicht missen. Wenn sie auf diese Wärme plötzlich verzichten müßte, würde ihr wieder entsetzlich kalt werden.

"Danke nochmal wegen vorhin. Was überlegt Ihr? Ihr habt so einen gedanken verlorenen Ausdruck in den Augen?"

#2684
Doomheart43

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Zelandriel konnte und wollte nicht einschlafen, zu viele Gedanken schwirrten ihm im Kopf herum, zudem hatte er im Lazarett genügend Schlaf abbekommen. Die Nacht war hell und klar, und er konnte tausende Sterne am Himmel sehen. Irgendwie erinnerte ihn diese Nacht an den letzten gemeinsamen Abend mit Samira, sie war genauso wie Bella jetzt auf ihm gelegen. Es waren die letzten schönen Erinnerungen die er an Samira hatte. Es war der letzte Abend voller Glücksgefühle, Geborgenheit und Liebe, was würde er darum geben sie jetzt in seinen Armen zu halten dachte er wehmütig. Von ihrem Wesen her war sie Bella sehr ähnlich, zumindest soweit er Bella bisher kannte.
 
Kaum hatte er an Bella gedacht, wurde diese nach relativ kurzem Schlaf munter und war verwundert Zelandriel noch wach vorzufinden. „Ach was habt ihr denn immer mit euren Steinen“ ihr Zwerge sagte Zelandriel ein wenig stichelnd „Nur weil ihr sie anbetet, braucht ihr doch nicht gleich zu glauben, dass ihr so schwer wie Steine seid“ fügte er lächelnd hinzu.
 
„Ihr seid ziemlich schnell eingeschlafen, und ich wollte euch nicht wecken. Ich hoffe ihr seid mir nicht böse darüber, dass ich euch mehr oder weniger als Decke missbraucht habe, denn ich hatte keine mehr“ entschuldigte er sich bei Bella ein wenig verlegen.
 
Nachdem sich Bella jedoch nur zur Seite legte, und sich weiter an ihn schmiegte, befand er seine Entschuldigung sogleich als unnötig, legte seinen rechten Arm und sie und ergriff unbewusst ihre Hand auf seinem Bauch mit seiner linken.  Er erschrak sogleich über die Vertrautheit seiner Handlung, und ließ seine Hand  sogleich  auf seinen Bauch weiter gleiten.
 
Abgesehen davon, dass sie sich beide in einer außergewöhnlichen Situation befanden, waren sie einander schon mehr vertraut, als man von den wenigen Stunden die sie sich kannten, erwarten durfte, dachte Zelandriel erstaunt. Doch auf die Frage woran er dachte, konnte er ihr nicht die Wahrheit sagen, deshalb entgegnete er ihr nichtssagend „Ach, mal dies mal das, ich dachte an nicht besonderes“
 
Um vom Thema abzulenken fragte er Bella „Sagt bloß ihr seid schon ausgeschlafen?“

#2685
Bellandyrs

Bellandyrs
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Bella gähnte herzhaft.
"Ausgeschlafen? Nein, aber so konnte ich nicht weiterschlafen. Müde bin ich als hätte ich zwei Nächte nicht geschlafen, und dazwischen nen schweren Tag gehabt."
Sie runzelte die Stirn. Was - in Andrastes Namen - erzählte sie hier für einen Schwachsinn?
"Äh, na wie dem auch sei, wenn ich so aus dem Tiefschlaf gerissen bin, könnt Ihr mich nicht ernst nehmen. Ich glaube, da sage ich teilweise unzusammenhängende Sätze, ohne jeglicher Bedeutung."
Bella genoss es, so hier zu liegen. Sie fühlte sich geborgen. Dennoch wunderte sie sich über dieses Gefühl. Sollte sie nicht eher ein schlechtes Gewissen haben? Theron war noch keine zwei Tage tot, und sie lag in den Armen eines anderen Mannes? Sie schüttelte innerlich den Kopf. Es war etwas völlig anderes, mit Zelandriel hier zu liegen, als mit Theron. Aber sie hatte das Gefühl, dass sie diesen Wächter schon länger kannte als die paar Stunden, die sie mit ihm bisher verbracht hatte. Wahrscheinlich lag es daran, dass er eben auch ein Grauer Wächter war, anders konnte sie sich das nicht erklären.
Ihre Hand auf dem Bauch tastete nach seiner, die er zuvor von ihrer wieder weg genommen hatte, und legte nun die ihre auf seine.

"Die Nacht ist wunderschön, so klar... man könnte beim Anblick in den endlosen Weiten des Himmels versinken."

Schweigend lagen sie Arm in Arm da, blickten die Sterne im Himmel an. Bella dachte an Theron, aber Zelandriels Nähe und der Anblick des Firnaments ließen sie etwas Hoffnung schöpfen. Langsam merkte die Zwergin jedoch, wie ihre Augenlider wieder zufielen.
"Gute Nacht Zelandriel" murmelte sie nur noch, bevor sie endgültig einschlief.

Modifié par Bellandyrs, 05 décembre 2010 - 08:02 .


#2686
Doomheart43

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Bella wirkte ein wenig schlaftrunken, zumindest konnte Zelandriel ihren Worten nicht so wirklich folgen, aber vielleicht lag es auch daran, dass er mittlerweile selber ziemlich müde wurde. Er schob alle seine Gedanken beiseite und schloss seine Augen. Schon im Halbschlaf registrierte er wie Bella ihre Hand auf die seine legte.

Er rückte noch ein wenig näher zu ihr, schob die Decke zurecht sodass sie beide gut zugedeckt waren und schloss sie fester in seinen Arm. All die Anspannung der letzten Tage und Stunden waren wie weggewischt, er fühlte sich wohl und seufzte zufrieden. „Gute Nacht Bella“ dann dauerte es nicht mehr lange und er versank in einen tiefen Schlaf.

#2687
MagicBullet

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ooc: Am Freitag kommt der Verband runter. Rechnet mit mir am Wochenende. x)

#2688
MagicBullet

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"Da stehen wir also nun.
Ein selbsternannter Pseudoweltenretter und ein angeblich ausgenutzter Sterblicher, den ihr aus seiner geistigen Umnachtung erretten wollt. Wie amüsant, findet ihr nicht?

Außerdem", fuhr Avalos fort," Mag das ja so sein, dass ihr gegen Magie immun seid - was mich nicht im mindesten interessieren würde, da man ganz einfach den Boden unter euch entfachen könnte - Und Feuer ist Feuer, ob magisch entfacht oder mit Zunder und Funke."

Avalos lächelte einnehmend.

"Desweiteren, haltet ihr euch ja für allwissend, alter Mann. Wie käme ich also dazu, euch mit Magie anzugreifen, wo ich doch die offensiven Schulen der Magie noch nicht einmal behersche?" 

Seine Stimme wurde hart und kalt.

"Ihr glaubt zu wissen, doch wisst ihr garnichts. Ihr glaubt im Recht zu sein, doch kennt ihr nur das Recht, das Andere sprechen, und ihr lauft dem nach wie ein sabbernder Köter, der auf den Knochen seines Herrn aus ist.
Ihr habt noch viel zu lernen. Weißt und Schwarz sind Illusionen, es gibt nur Grau. Mal heller, mal dunkler, aber stets ist es grau.
Denkt darüber nach.

Natürlich weiß ich wie alt sie ist. Und meine letzte freie Entscheidung? Hmm, ich glaub das war das Frühstück. Ach ja,und die Marschen zu einem Erstschlag aufzustacheln, statt einfach abzuwarten und bei Nacht und Nebel einfach die Tafel zu stehlen."

Der Schatten bemerkte wohl die Verblüffung in Drakenots Augen. Die er sich natürlich nicht anmerken ließ.

"Ich komme grade zu dem Schluss... dass Ihr, wenn überhaupt, nur begrenzten Schaden anrichten könnt. Außerdem," dabei zog er leicht die Schultern hoch, "verliere ich langsam aber sicher das Interesse an euch. Ihr geht mir mit euren Theorien, wilden Vermutungen, Unterstellungen, Anschuldungen und so weiter schlicht und ergreifend aufs Gemüt.
"Also, sagt mir endlich was ihr wollt, und verschwindet dann. Wir haben wenig Zeit, noch weniger Geduld und wir stehen unter Zugzwang, da wir einen kleinen Vorteil gegenüber dem Feind errungen haben."

Modifié par MagicBullet, 12 décembre 2010 - 05:26 .


#2689
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„Ob es Eure Magie ist, oder die Eurer Herrin…verzeiht Eurer Partnerin wollte ich sagen“, korrigierte sich Drakenot mit einem sarkastischen Lächeln auf den Lippen, wobei er für einen kurzen Moment den Ärger in Avalos Augen erblickte, „die sie durch Euren Körper wirken lässt, ist doch wohl unerheblich. Und Feuer ist nicht gleich Feuer. Das würdet Ihr wissen, wenn Ihr etwas von den arkanen Künsten verstehen würdet. Sie verhalten sich gleich, doch für jemanden, der resistent oder gar immun gegenüber magischen Einflüssen ist, macht die Herkunft eines Feuers einen gewaltigen Unterschied aus. Es ist der Unterschied zwischen Leben und Tod, aber mir fehlt die Zeit, Euch das näher darzulegen.“
 
Aus dem sarkastischen Lächeln des Alten wurde ein spöttisches, während er weiter sprach. „Nur wie Ihr auf die Idee kommt, ich wäre hier, um Euch zu retten, das ist mir schleierhaft. Das Schicksal dieser Welt, ja, dass interessiert mich, aber Ihr? Ihr seid unbedeutend und völlig irrelevant. Ihr seid nur Mittel zum Zweck, nicht mehr und nicht weniger. Ob Ihr lebt oder sterbt ist zweitrangig. Hier geht es um das Schicksal der Welt. Und ich rede jetzt nicht von irgendeinem Despoten, der die Macht an sich reißen will, wie es Eure alten Herren aus Tevinter vor langer Zeit versucht haben. Solche Reiche wie das von Tevinter steigen empor und fallen letzten Endes hernieder. Das ist der Lauf der Geschichte. Für uns sind solche Dinge nicht von belang. Aber es gibt ja auch mehr als das Grau dieser Welt. Es gibt Licht und Schatten. Unsere Welt, die im Lichte wandelt und die Welt der Geister und Dämonen, auch das Nichts genannt, welche im Dunkeln lauert. Es sind die Geister und Dämonen, auf die unser Auge ruht, insbesondere auf deren Eindringen in unsere Welt und die Zerstörung, die sie dabei anrichten. Im Gegensatz zu Euch ist Eure Herrin…äh Partnerin etwas, was unser Interesse geweckt hat. Ebenso wie die derzeitige Krise, die von der Dunklen Brut ausgeht, die in dieser Form eigentlich gar nicht stattfinden dürfte, da ja bisher kein Erzdämon in Erscheinung getreten ist und die Brut also nur eine Randbedrohung darstellen dürfte, was sie allerdings nicht tut. Ich bin hier, um herauszufinden, was die Brut dermaßen antreibt und auch was Ihr und Eure Sonne mit dieser Sache zu schaffen habt. Da ich nach den Beobachtungen und Informationen, welche ich bisher über Euch gesammelt habe, zu dem Schluss gekommen bin, dass Ihr nicht mit der Brut oder deren Hintermännern, um es mal profan auszudrücken, unter einer Decke steckt, habe ich beschlossen, Euch bei der Lösung dieses Rätsels zu unterstützen. Sollte sich allerdings herausstellen, dass Ihr oder Eure Sonne ein falsches Spiel spielt, dann werde ich Euch vernichten. Und Ihr könnt Euch sicher sein, dass ich durchaus dazu in der Lage bin.“
 
Die Gesichtszüge Drakenots hellten sich auf und ein schelmisches Grinsen legte sich auf seine Lippen. „Doch nun sollten wir dieses sinnlose Geplapper und den Austausch von Drohungen und Beleidigungen einstellen, findet Ihr nicht? Es gibt noch viel zu tun. Ich muss noch einmal nach Eurer Freundin sehen, um die es ziemlich schlecht steht wie ich gesehen habe, und Ihr könnt mir derweil erzählen, was es mit dieser Tafel auf sich hat, die Ihr dem General abgenommen habt. Außerdem wird mein Arm langsam etwas taub. Und ich würde Euch nur ungern erschießen, bevor unsere Zusammenarbeit begonnen hat, mein Junge. Also, lasst uns die Feindseligkeiten vorerst einstellen und zum Geschäft kommen.“
 
 

#2690
MagicBullet

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Avalos grinste höhnisch

"Macht euch das Alter zu schaffen, Greis?"

Sein Blick wurde wieder kalt, die kurzfristige Belustigung verschwand wieder genauso schnell, wie sie gekommen war.

Die bewußte Finte hatte ihm die Antwort gebracht, die er brauchte.
Der abgerissen wirkende Apotheker war auch noch Magier. Die bewußte Falschinformation hatte genau die Reaktion hervorgebracht, die er haben wollte. Woher sonst sollte er wissen, dass magisch angefachte sich gänzlich anders verhielten als Elemente, die den Naturgesetzen unterworfen waren?
Man legte sich nicht mit Gegnern an, dessen Fähigkeiten nicht bekannt waren. Information war Waffe, und ohne dessen hätte ein Gefecht unbekannte Auswirkungen und ungewisses Ende genommen. Oder einfach mehr Mühe erfordert, als notwendig gewesen wäre.

"Ihr seid im Begriff, euch mit etwas anzulegen, dass ihr weder versteht, noch begreift, und auch nicht niederringen könnt. Und selbst wenn, ihr vergesst schlicht und ergreifend, dass ich mehrere hundert Jahre älter bin als ihr. Ich habe schon mehr Magier und dergleichen getötet, als ihr euch auch nur ansatzweise vorstellen vermögt.
Also lasst die Spielchen, denn eure Arroganz überspiegelt nur eure wahren Absichten und Ängste."

Seine Stimme war kälter als die Gletscherwinde auf den höchsten Gipfeln der Frostgipfel, unter dessen Milliarden Tonnen Fels und Eis Orzammar seinen geschäftigen Fehden nachging.

"Und jetzt, Alterchen, nehmt euer Spielzeug herunter, bevor euer Arm noch mehr zu zittern beginnt, als er es eh schon tut."
Fast hörte er sich nach einem gütigen Lehrer an, der einen ungehorsamen Schüler schalt.

Und tatsächlich, Drakenot ließ die Armbrust langsam aber sicher sinken.
Seinem Gesichtsausdruck nach zu schließen, nicht ganz unfreiwillig.

"Und jetzt will ich endlich Antworten. Wer ihr seid, warum ihr glaubt, die Dreistigkeit zu besitzen, mich belehren zu wollen, und vorallem woher ihr diese grenzenlose Arroganz zu nehmen glaubt, mich vernichten zu können, was zweifelsohne eure zwar beträchtlichen, aber dennoch nicht ausreichenden Fähigkeiten euch Glauben macht.
Ihr Sterblichen seid so nervtötend was eure festgefahrenen Ansichten betrifft. Gottseidank muss ich mich nur eure Lebensspanne damit herumschlagen, was zweifelsfrei bei euch nicht mehr allzu lange dauern dürfte."

Avalos zog seine Klinge zurück, behielt sie aber dennoch in seiner Faust, um bei Bedarf das Schwert bis zum Heft in Drakenots Hals zu treiben.

"Dämonen und böse.... Wie lächerlich. Dämonen sind nur ein Abbild der hiesigen Charaktere. Sie manifestieren nur das, was wir fürchten, aber macht sie das böse? Ist ein absolutistischer Herrscher nicht auch "böse", eben weil er den Drang hat, zu herrschen? Dämonen sind nicht anders. Sie kennen die Genüsse dieser Welt nur aus ihren Träumen, und sie verzehren sich danach. Menschen sind genauso. Sie träumen von Macht und Reichtum, also bemächtigen sie sich dessen. Gut und Böse sind nur Begriffe für einen weitgesteckten Handlungsspielraum, dessen Auswirkungen aber nur Erfolg oder Misserfolg ausdrücken. Und wie immer ist alles nur eine Frage der Sichtweise auf ihr Tun.
Und allein dass ihr Geister und Dämonen in einem Atemzug nennt, zeigt eure, bestenfalls oberflächliche Bildung diesbezüglich."

Weiterhin fixierte Avalos Drakenot mit einem Blick, der eher an stählerne Fänge zu erinnern schien.

"Und ich glaube nicht, dass ihr ein wie auch immer geartetes Vorzugsrecht besitzt. Was ich diesbezüglich der Tafel zu sagen habe, geht alle aus meiner Runde etwas an.  Auch ihr seid nur eine Schachfigur im Feld, die gelenkt wird. Und spart euch jedweden Kommentar, ich weiß ganz genau, wo ich auf diesem Feld zu stehen habe.
Und ob ich euch für nützlich erachte, ist eine ganz andere Frage. Oder damit ihr das auch versteht: Wie ihr mir zu Eigen sein könnt, damit Thedas nicht in die Abenddämmerung gerät, die heraufzieht."

#2691
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„Eure armseligen Drohungen und Eure jämmerlichen Versuche mich unter Eure Knute zu zwingen langweilen mich, mein Junge“, erwiderte Drakenot verächtlicht, während er seine Miniarmbrust wieder in seinen weiten Ärmel zurückschob. „Euer langes Leben hat Euch so arrogant gemacht, dass Ihr glaubt, jedem anderen Wesen auf dieser Welt überlegen zu sein. Aber glaubt mir, wenn Euch jemand den Kopf abschlägt, dann seid Ihr genauso tot wie jeder andere auch. Und wenn ich hier wäre, um Euch zu töten, dann würde Euer Leichnam schon zu meinen Füßen liegen. Oder denkt Ihr etwa, ich hätte dann einen Dialog mit Euch gesucht? Wenn ja, dann seid Ihr dümmer als Ihr ausseht.“
 
Der Alte machte eine kurze Pause, bevor nur abwinkte. „Egal, wenn Ihr mich hintergeht, dann werdet Ihr schon feststellen, dass auch Ihr nicht unsterblich seid. Und solltet Ihr nicht durch meine Hand sterben, dann eben durch die meiner Brüder, die Euch in einem solchen Fall aufsuchen werden. Denn dann könnt Ihr keinem Diener, keinem Boten oder Adeligen mehr trauen. Und auch nicht Eurem Leibarzt. Also spart Euch Euer hochtrabendes Gewäsch, es beeindruckt mich nicht. Aber kommen wir zum Geschäft. Doch zuvor sehe ich noch einmal nach Eurer Elfenfreundin hier, denn das Gift, welches durch ihre Adern fließt, ist tödlicher, als Ihr vielleicht glaubt. Auch das ist etwas, was mich beunruhigt, da die Brut bisher nie mit solch gerissener Heimtücke gearbeitet hat. Vermutlich noch ein Zeichen ihrer wachsenden Intelligenz.“
 
Drakenot wandte sich um und ging neben Lyna in die Hocke. Er fühlte nach ihrer Stirn, die nach wie vor stark erhitzt war. Doch zumindest hatte sie sich anscheinend etwas beruhigt, denn ihr Kopf zuckte nicht mehr hin und her. Das war ein gutes Zeichen.
 
„Das wird schon wieder, meine Liebe“, meinte der Alte fürsorglich, bevor er sich wieder an Avalos wandte, ohne sich umzudrehen. „Und um Eure unstillbare Neugierde zu befriedigen und weil Ihr mit dieser Information eh nichts anfangen könnt, werde ich Euch nun verraten, wer hinter dem Apotheker Drakenot steckt. Zum einen bin ich kein Magier, wie Ihr es, Euren Worten nach zu urteilen, vermutet. Ich war auch nie einer. Und selbst wenn ich einer gewesen wäre, so wäre ich heute nicht mehr in der Lage, Magie zu wirken so wie ich auch nicht mehr in der Lage bin Nutzen oder Schaden aus ihr zu ziehen. Mein Wissen über die arkanen Künste ist rein theoretisch. Ich gehöre einem Orden an, der sich selbst einfach als die „Hüter“ bezeichnet und den es schon seit dem Anbeginn der Zeit gibt, genauer gesagt seit dem Tag, an dem zum ersten Mal ein Dämon in diese Welt eingedrungen ist und von einem Menschen dabei beobachtet wurde. Seitdem sammelt unser Orden alle Informationen, die er über Geister und Dämonen zusammentragen kann. Und wir beenden ihre Existenz in dieser Welt, falls wir der Ansicht sind, dass sie dieser großen Schaden zufügen werden, wenn wir es nicht tun. Wir verfügen über Riten und Rituale, die uns selbst im hohen Alter zu beachtlichen Streitern bleiben lässt und uns ferner vor den Einflüssen der arkanen Künste schützt. All das brauchen wir genauso wie unser Wissen über die Welt des Nichts und deren Bewohner um unsere Welt in den Händen der Menschen zu belassen, auch wenn sie diese Ehre vielleicht auch nicht verdienen. Aber genau aus diesem Grund wurde unser Orden gegründet.“
 
Der Alte stand wieder auf und wandte sich seinem Gegenüber zu. „Allerdings könnt Ihr es Euch schenken, irgendwelche Nachforschungen über meinen Orden zu veranlassen. Ihr werdet nichts finden. Wir treten sonst als Paladine, Graue Wächter oder Angehörige anderer lokaler Orden auf. Wir geben uns nie als das zu erkennen, was wir wirklich sind. Geheimhaltung ist eine unserer stärksten Waffen. Auch ich habe es nur getan, weil ich der Ansicht bin, dass diese extreme Situation es erfordert. Ein Vertrauensbeweis, den Ihr eigentlich mal würdigen solltet, mein junger Freund. Und außerdem habt Ihr eh keine Beweise, um meine wahre Identität aufdecken zu können, also spielt es auch keine Rolle, was ich Euch erzähle. Und wer glaubt schon einem Lügner und Intriganten wie Euch? Euer zweifelhafter Ruf kommt Euch dabei nicht wirklich zugute.“
 
Für einen Moment legte sich wieder dieses spöttische Lächeln auf Drakenots Lippen, bevor er wieder ernst wurde. „Aber Ihr wolltet mir noch erzählen, was es mit dieser Tafel auf sich hat, die Ihr bei diesem General gefunden habt. Und dann könnt Ihr mir vielleicht auch verraten, was Ihr im Bezug auf Eure Freundin hier zu unternehmen gedenkt. Ich vermute mal nicht, dass Ihr sie mitnehmen wollt, oder? Das würde sie sicher nicht überleben, so schlecht wie ihr es im Moment geht.“
 

Modifié par Aliens Crew, 03 janvier 2011 - 12:01 .


#2692
MagicBullet

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Avalos amüsierte sich prächtig.

"Arrogant? Das ist aber ein böses Wort. Überlegen aus rationalen Gründen. Bedenkt, wo ich ausgebildet wurde, bedenkt, was für Mächte hinter mir stehen, bedenkt wie alt ich bin, und bedenkt, was sich in dieser Zeit angesammelt hat. Ihr werdet feststellen, dass ich jedem konventionellem Gegner überlegen bin.

Der Schatten lächelte einnehmend.

"Geheimorden... interessant. Welcher von den vielen, die sich als Weltenrettende Vereinigung aufführen? Allianzen, Geheimbünde, Orden, es gibt soviele, die sich alle für zu wichtig nehmen. Interessante, gelegentlich sogar lustige Trottel.
Der letzte, wirklich gefährliche, glaubte sie müssten das Nichts vernichten. Bevor sie das allerdings in die Tat umsetzten... sind sie verstorben." Er räusperte sich kurz, und ein böses Lächeln schlich sich über seine Züge.
"Oder warum glaubt ihr, ist der Schleier so dünn geworden?"

Seht es mir nach, wenn ich eure Angaben mit Vorsicht genieße. Aber auch ihr werdet verstehen, dass man sich mit manchen Mächten erst garnicht einlassen sollte, selbst für einen solchen Orden wie ihr es zu sein glaubt."

"Und desweiteren habe ich keine Boten, keine Adeligen und keinen Leibarzt. Wozu auch, ein paar wohlgesetzte Drohungen und Versprechen, und die meisten fügen sich. Ohne solche Vorsichtsmaßnahmen lebt es sich nicht länger als ein paar hundert Jahre."

"Und welche extreme Situation seht ihr hier? Ich sehe keine, zumindest keine, die sich nicht mit einem Heer und einer Klinge aus der Welt schaffen lässt. Ich habe schon ganz andere Notlagen überlebt, als das hier. Also übertreibt nicht.

So langsam schlich sich Ärger in seine Stimme.

"Eure Geheimhaltung in Ehren, aber menschliche Laster sind ein gutes Druckmittel. Wollte ich mehr Informationen, würde ich sie auch bekommen. Allerdings fehlt mir derzeit der Antrieb und der Grund, da wichtigere Dinge meine Aufmerksamkeit erfordern.

Der Schatten fixierte ihn immer noch.
Mit einem Lauern, einem Glimmen in den Pupillen, die Drakenot eigentlich mehr als genug Warnung hätte sein sollen.

"Intriganten sind erfolgreich. Sie setzen ihren Willen durch, auf die eine, oder auf die Andere Weise. Mit überbordender Vertrauensduselei und Freundlichkeit bekommt man keine widerspenstigen Adeligen dazu, tausende Männer unter Waffen zu stellen und auf eine vage Bedrohung zu reagieren.
Lügen sind gelegentlich notwendig. Nicht schön, aber notwendig. Und nützlich. Und bisher habe ich lediglich nur soviel offengelegt, wie die Figuren zu wissen brauchten. Nichts verwerfliches. Also haltet euch im Zaum mit euren  unsedierten Behauptungen, Halbwahrheiten und offensichtlich grenzdebilen Vermutungen.

Und, um euren bereits schwächelndem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, wiederhole ich mich nochmal.
Was ich bezüglich der Beute zu sagen habe, ist für alle bestimmt."

Mit einem Seitenblick auf die Elfe fuhr er fort.

"Sie wird mit den Verwundeten abtransportiert, zurück in ein besser ausgestattetes Lazarett nach FallRemnon.
Die kommenden Strapazen würde sie nicht überleben, weder die schnellen Gewaltmärsche, noch das, was uns erwarten wird. Allerdings hoffe ich, dass es diesmal glimpflicher ausgeht als das letzte Mal."

#2693
Aliens Crew

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„Macht Ihr Euch tatsächlich Sorgen um das Wohlergehen Eurer Gefährten? Oder wie soll ich Eure letzte Bemerkung verstehen?“ Drakenot grinste leicht. „Aber Ihr tut gut daran, Eure Freundin nach FallRemnon zurückzuschicken. Und das solltet Ihr den Ärzten mitgeben, die sich dort um sie kümmern werden.“
 
Der Alte stellte sein kleines Fläschchen mit der schwarzen Flüssigkeit auf den Holztisch. „Dies ist ein sehr starkes Antidot und wird ihr helfen die Vergiftung zu überstehen. Sie soll zweimal täglich zwei Tropfen davon nehmen, morgens und abends. Trotz dieser Medizin stehen ihre Chancen dies zu überstehen bestenfalls bei fünfzig Prozent. Wenn sie stark ist vielleicht auch etwas darüber.“
 
Drakenot wandte sich noch einmal an Avalos. „Ich werde jetzt nach Euren Gefährten sehen, da Ihr das ja nicht für nötig befindet und Euch lieber in Selbstüberschätzung und Eigenlob suhlt, anstatt mit wertvollen Informationen herauszurücken. Sobald alle halbwegs auf dem Damm sind werde ich sie zusammentrommeln, damit Ihr uns endlich mit Euren ach so geheimen Informationen beglücken könnt. Aber bevor ich gehe, solltet Ihr Euch noch etwas vor Augen führen...Niemand und ich meine damit auch wirklich niemanden ist so wichtig, dass er nicht durch einen anderen ersetzt werden kann. Und niemand ist ebenso wenig unantastbar. Auch Ihr nicht. Während Ihr also Eure Geheimnisse für Euch behaltet und Eure „Gefährten“ über Eure Absichten im Unklaren lasst, riskiert Ihr damit nur das Scheitern Eurer Mission, falls Ihr fallen solltet. Selbst einem selbstgerechten, überheblichen Kerl wie Euch sollte das eigentlich klar sein. Vielleicht solltet Ihr es doch einmal mit Vertrauen versuchen. Vertrauen zu den Personen, die mit Euch durch den Schlund der Hölle und zurück gegangen sind. Denn am Ende werdet Ihr bestimmt auch noch feststellen müssen, dass man mit Drohungen, Einschüchterungen und Lügen keine Loyalität weckt. Und dann werdet Ihr allein im Dunkeln sterben, in dem Wissen, dass Ihr das Schicksal dieser Welt auf dem Gewissen habt, weil Ihr Euch selbst für zu wichtig genommen habt.“
 
Nach diesen Worten verließ er das Zelt. Ein Blick zum Himmel zeigte ihm, das es schon recht spät geworden war. Die Sonne neigte sich bereits zum Abend hin. Er durchstreifte das Lager auf der Suche nach seinen neuen Gefährten. Er nahm sich vor, diese weiterhin zu begleiten, allein schon, da Avalos so uneinsichtig und selbstgerecht war, und Drakenot ihn für einen schlechten Anführer hielt. Außerdem traute er weder ihm noch seiner Schwarzen Sonne über den Weg. Also würde er dicht in seiner Nähe bleiben und ihn zur Strecke bringen, falls die Situation es erfordern sollte.
 
Irgendwann erreichte der Alte das Lazarett und durchforstete die Zelte, bis er schließlich in einem von ihnen fündig wurde. Neben einer der Feldbetten hockte Allie auf dem Boden und schien zu schlafen. Auf dem Bett selbst lag ein junger Mann, der ziemlich stark einbandagiert worden war. Drakenot erinnerte sich daran, diesen auf den Schlachtfeld getroffen zu haben, als er Bellandyrs und Allie beigestanden hatte, doch konnte er sich nicht mehr an seinen Namen erinnern.
 
„Hey, Allie“, sagte er, als er neben der Frau in die Hocke ging und leicht an ihrer Schulter rüttelte. „Wacht auf. Ihr solltet Euch ein richtiges Schlaflager suchen, damit Euch morgen früh nicht der ganze Rücken schmerzt.“
 

Modifié par Aliens Crew, 03 janvier 2011 - 12:09 .


#2694
Kaysallie

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Auch wenn Allie in einer ziemlich unbequemen Position schlief, so war dieser Schlaf wohl einer der erholsamsten, den sie seit langem geschlafen hatte. Zu vieles schien die letzten Stunden geschehen zu sein, zu anstrengend war die scheinbar endlos lange Schlacht. Doch trotz der vielen Eindrücke, die sie erst vor kurzem erlangt hatte, war ihr Schlaf traumlos.

Doch plötzlich spürte sie wie sie jemand an der Schulter rüttelte. Schwerfällig öffnete sie ihre Augen, welche brannten als hätte jemand Salz hinein gestreut, was wohl an den vielen Tränen lag, die sie vor kurzem vergossen hatte. Kaum war sie aus dem Schlaf gerissen worden, spürte sie wie sehr ihre Gelenke schmerzten. Es fühlte sich an, als würden Gewichte an ihren Armen und Beinen hängen, die ihre Sehnen zu überdehnen schienen.

Es dauerte eine Weile, bis sie mehr außer brennende Schwärze erkennen konnte, doch das Erste was sie realisierte war, dass sie mit dem Kopf an einer Liege gelehnt hatte und noch immer am Boden saß. Etwas verwirrt blickte sie sich um, erkannte, dass sie in einem Zelt befand, erkannte Noah, der in unzählige Bandagen gehüllt war, und erkannte einen alten Mann der ihr irgendetwas zu sagen versuchte, doch dessen Gesicht kam ihr bekannt vor.

Urplötzlich strömten all die Erinnerungen an die Schlacht zurück in ihr Gedächtnis. Sie sah unzählig viele dreckige Gesichter der Brut vor sich, sah wie sie ihnen das Leben aussaugte und sie schlaff zu Boden gingen, sah wie Bella weinte als Theron blutüberströmt zu Boden ging, sah wie das entstellte Gesicht von Jannis in Flammen aufging, und hörte immer wieder diese eiskalte Stimme in ihren Kopf, deren Worte sie nicht verstehen konnte.

Doch plötzlich ergaben die Worte des Alten vor ihr wieder Sinn, und sie versuchte sich darauf zu konzentrieren, schaffte es jedoch nur bedingt, was man daran erkennen konnte, dass ihre Augen bereits erneut wie Glas schimmerten.

„Der Rücken schmerzt ohnehin schon…“, stammelte sie hervor und richtete sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf.

„Aber Ihr habt recht, ich sollte...“, fuhr sie etwas verwirrt fort, beendete den Satz jedoch nicht, sondern wischte sich mit dem Handrücken über die Augen, die erneut zu Tränen begannen.

#2695
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„Was habt Ihr, Allie?“ fragte Drakenot, nachdem sie den Satz nicht beendet hatte. Doch dann wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht, und der Alte begriff. „Ah, verstehe. Bei unserer letzten Begegnung sagtet Ihr, Ihr hättet noch etwas zu erledigen. Ich nehme an, Ihr habt gefunden, was Ihr gesucht habt. Tut mir leid für Euch, Allie.“
 
Drakenot schwieg eine Weile, bevor er noch einmal seine Hand auf die Schulter der Magierin legte, diesmal sanfter, fürsorglicher. „Kommt. Lasst uns gehen. Ich bringe Euch zu Eurem Zelt, wo Ihr Euch ausruhen könnt. Ob Ihr es Euch eingestehen wollt oder nicht, aber Ihr braucht jetzt Ruhe. Und ich werde vor Eurem Zelt bleiben und über Euch wachen. Morgen sehen wir dann weiter.“
 
 

#2696
Kaysallie

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„Es braucht Euch nicht leid tun, es war meine Schuld, von Anfang an… ich war damals in den Tiefen Wegen nicht stark genug, um meinem Leben ein Ende zu setzen, glaubte das Leben würde noch einen Funken an Sinn ergeben, aber dem ist nicht so. Hätte ich nicht überlebt, wäre das mit der Brut nicht passiert, dann wäre ich nicht zu dem geworden, was ich nun auf dem Schlachtfeld darstelle… Nein, oder ich hätte damals einfach in der Taverne bleiben sollen, um mir mit Rum meinen Verstand zu befriedigen. Vielleicht wäre dann jetzt alles anders, wer weiß das schon. Doch selbst der mächtigste Magier kann Geschehenes nicht rückgängig machen, nicht wahr?“, sie machte eine kurze Pause in der sie sich erneut, etwas beschämt darüber, dass sie weinte, Tränen von den Wangen wischte.

„Und sagt mir ja nicht, dass die Zeit alle Wunden überdauert! Denn genau die Zeit ist mein Problem… aber wenn ich ein wenig Glück habe, sterbe ich noch früh genug durch den Disput mit mir selbst. Und dann werde ich im Nichts stehen, vor zwei Männern denen ich mein Herz versprochen habe, also ist es auch vielleicht besser nicht zu sterben… Ruhe... die werde ich ohnehin nie wieder finden, weder heute, noch morgen, noch in zehn Jahren, noch im Nichts, es ist ohnehin alles sinnlos. Ich kämpfe gegen die Brut, aber wozu? Um diejenigen zu rächen, denen ich mich nicht einmal im Nichts zu begegnen wage? Um mich selbst zu rächen? Um einer Welt zu helfen, auf der man selbst nicht mehr leben möchte?!“, erneut machte sie eine Pause, als sie Begriff, dass sie sich im Kreis drehte und ihr gesamter Körper bereits am Zittern war. Hastig schnappte sie nach Luft, spürte wie ihr warme Tränen, über ihre heißen erröteten Wangen liefen, wusste nicht was sie tun sollte, und wie ihre Nerven am versagen waren.

#2697
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„Hey, hey, hey, Allie“, meinte Drakenot und trat schnellen Schrittes vor die Magierin und nahm sie fürsorglich in den Arm. „Es ist gut. Lasst es raus. Weint einfach. Weint Euch den ganzen Schmerz von der Seele. Ich bin bei Euch.“
 
Mehr sagte der Alte nicht, denn mehr war auch nicht nötig. Er hielt sie einfach nur fest, damit sie nicht umfiel und damit sie spürte, dass sie nicht allein war. So lehnte er sie an seine Schulter und ließ sie einfach weiterweinen, bis ihre Tränen irgendwann versiegt waren, was eine ganze Weile dauerte. Als er sich langsam von ihr löste und der Magierin tief in die tränennassen Augen sah, war seine Gewand von ihrem Weinkrampf ganz feucht geworden.
 
„Geht es Euch jetzt etwas besser?“ fragte er leise flüsternd, während er eines seiner Fläschchen zur Hand nahm. „Hier nehmt davon einen Schluck. Danach könnt er ein wenig schlafen.“
 
Allie erwiderte nichts auf die Frage des Alten, sondern ergriff nur das Fläschchen in seiner Hand, woraus sie einen kräftigen Schluck nahm. Es schmeckte würzig, irgendwie nach Minze. Das hatte sie nicht erwartet. Nicht nach denen von Drakenots Tinkturen, die sie bisher kosten durfte. Sie wollte gleich noch einen Schluck zu sich nehmen, doch der Alte nahm ihr zuvor das Gefäß aus der Hand und verstaute es wieder in seinem Gürtel.
 
„Nicht so viel, meine Gute“, sagte er fürsorglich lächelnd. „Ihr hattet bereits mehr als genug. Kommt, ich bringe Euch zu Eurem Zelt.“
 
Die beiden verließen das Lazarett und Allie führte sie in Richtung ihres Zeltes. Doch bevor sie dort ankamen, fühlte sie schon, wie ihre Beine schwach wurden und nachgaben. Bevor sie stürzen konnte, fing Drakenot sie auf und lud sie auf seine Arme. Sie an seinem Körper angelehnt tragend, fragte er sich bei den Soldaten bis zum Zelt der Magierin durch. Während er so durch das Lager streifte summte er ein alte Weise vor sich hin.
 
Nach einer Weile erreichte er sein Ziel und legte Allie auf ihre Schlafmatte in dieser provisorischen Unterkunft. Die Elfe schlief bereits tief und fest.
 
„Angenehme Träume, werte Allie“, flüsterte der Alte, bevor er das Zelt verließ und sich davor im Schneidersitz hinsetzte. Dort summte er weiter sein Lied und beobachtete das nächtliche Treiben im Lager, bevor auch er in einen leichten Schlaf fiel.
 
 

Modifié par Aliens Crew, 04 janvier 2011 - 08:02 .


#2698
viento2

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Noah erwachte aus unruhigen Träumen. Seine Kehle war trocken und seine Sicht verschwommen. Er versuchte, den Kopf zur Seite zu drehen, doch seine Bewegung war weiterhin stark eingeschränkt. Langsam drang ein weiterer Reiz in sein Bewusstsein – Schmerzen.

Sein Kopf brummte und seine Muskeln brannten. Vereinzelt konnte er ein starkes Ziehen spüren, wie von einer Schnittverletzung, doch sein Geist war zu vernebelt um den Schmerz genau orten zu können.

Nach scheinbar endlosen Minuten in denen er vor sich hin starrte, trat eine Gestalt an sein Bett. Eine junge Frau beugte sich über ihn und betrachtete ihn genau. Ihr Gesicht hatte feine, jugendliche Züge und war von blondem Haar eingerahmt. Einen kurzen Moment zog sich Noahs Herz zusammen, als er das Bild von Jule vor sich sah, doch der Moment verging wieder als die Frau zu sprechen begann.

„Trinkt das.“

Sie hielt ihm einen Becher hin und half ihm, sich etwas aufzurichten. Noah vernahm am Rande, dass Allie seine Liege verlassen hatte, und wunderte sich wie viel Zeit wohl vergangen war.

Das Getränk schmeckte angenehm nach Kräutern und tat seiner rauen Kehle gut. Eine angenehme Wärme breitete sich in seinem Körper aus und er wurde schläfrig. Gleichzeitig wurde der Schmerz immer dumpfer.

„Ich werde eure Verbände wechseln und die Wunden neu einreiben. Es könnte ein bisschen weh tun...

Noah schloss müde die Augen. Ob sie wohl sein Nicken gesehen hatte? war sein letzter Gedanke, bevor er wieder ins Dunkel driftete.

#2699
Kaysallie

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Allie kam es so vor als wären nur wenige Sekunden vergangen, die sie mit Schlafen verbrachte, was wohl daran lag, dass sie keinerlei Erinnerungen an irgendwelche Träume hatte als sie angestrengt die Augen öffnete. Durch den dünnen Stoff ihres Zeltes drang bereits das Sonnenlicht, und sie konnte das Scheppern von Rüstungen sowie einige Gespräche von außerhalb vernehmen, doch ihre Gedanken wanderten sofort wieder zu Jannis, und als sie spürte, dass sich Tränen ansammeln wollten, setzte sie sich ruckartig auf und öffnete den Zelteingang.

Kurz musste sie ihre Augen zusammenkneifen als die Sonnenstrahlen sie wie ein Blitz zu treffen schienen. Erst jetzt spürte Allie, wie sehr ihre Gelenke noch von den Anstrengungen der letzten Tage schmerzten, doch durch den ausgiebigen Schlaf hatte sie immerhin wieder die nötige Kraft diese zu ignorieren.

Nachdem sich ihre Augen an das grelle Licht gewöhnt hatten, blickte sie sich kurz um, und erkannte dass der Alte neben dem Eingang saß und zu dösen schien. Da sie ihn nicht wecken wollte und spürte wie trocken ihre Kehle war und nach Wasser schrie, verließ sie mit vorsichtigen Schritten das Zelt und ging durch das Lager, wo bereits reges Treiben herrschte.

Relativ schnell wurde sie fündig und blieb vor einem Wasserfass stehen, wo sie ihre Hände zu einer Art Schale formte, um das kalte Wasser trinken zu können und um sich das Gesicht zu waschen. Als sie dies erledigt hatte fühlte sie sich ein wenig besser. Hungrig war sie nicht, was wohl an mehreren Gründen lag. Gerade als sie sich wieder zurück zu ihrem Zelt machen wollte, stach ihr etwas ins Auge. Erst dachte sie, sie würde nicht recht sehen, rieb sich die Augen und blickte erneut in die Richtung.

Allie spürte wie sie ein Schwall von Wut überkam, wandte sich erneut dem Wasserfass zu und füllte einen Eimer der direkt daneben stand randvoll. Damit bestückt ging sie in die Richtung, in welche sie vorhin geblickt hatte, und blieb neben einer erloschenen Feuerstelle stehen. Ohne zu zögern kippte sie das Wasser über die beiden aneinander gekuschelten Schlafenden, um diese bewusst unsanft zu wecken.

„Ihr solltet Euch echt was schämen!!“, schrie Allie Bella an, welche sich etwas geschockt von der kalten Dusche umblickte. Ohne auf eine Antwort zu warten, wandte sie sich von der Zwergin ab, ließ den Eimer zu Boden krachen und ging mit enttäuschtem Blick zurück zu ihrem Zelt.

Dort angekommen ließ sie sich neben Drakenot zu Boden fallen – dieses Mal ohne darauf zu achten ob sie ihn damit aufwecken würde oder nicht - und begann nervös einige Grashalme aus dem weichen Erdboden zu reißen, um sich damit wohl etwas beruhigen.

#2700
Bellandyrs

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Die kalte Dusche riß Bella aus dem Schlaf, und sie setzte sich reflexartig auf. Aber noch bevor sie ein "guten Morgen Allie" sagen konnte, war diese auch schon wieder verschwunden. Schämen? Wofür sollte sie sich schämen müssen?

Ihr Blick glitt zu Zelandriel, der ziemlich verwirrt aus der Wäsche blickte, und Bella damit ein Lachen entlockte.

"Guten Morgen, Zelandriel. Habt Ihr gut geschlafen? Ihr entschuldigt mich, aber ich glaube, ich muß hier etwas klar stellen. Ich fürchte, Allie hat etwas in den falschen Hals gekriegt. Kommt ihr später nach? Es wäre fein, wenn Ihr unsere Gruppe unterstützt."



Noch bevor dieser antworten konnte, hob Bella ihren Dolch vom Boden auf, steckte ihn in ihren Gürtel und ging flotten Schrittes ins Lager zurück. Sie war trotz der etwas unbequemen Position ihres Schlafes absolut ausgeruht, sie fühlte sich, als hätte sie drei Wochen geschlafen.



Kurz darauf fand sie Allie, die neben Drakenot sass und Grashalme ausriß. Sie setzte sich neben die Freundin und blickte sie an.

"Guten Morgen Allie. Laßt die Grashalme in Ruhe, die können auch nichts dafür wenn Ihr etwas falsch verstanden habt. Und bevor Ihr Euch in etwas verrennt, was nicht ist, erkläre ich Euch lieber die Situation."

Und dann erzählte sie, wie sie letztlich dazu kam, die Nacht unter freiem Himmel und Zelandriel als Kopfkissen misbrauchend zu verbringen.

Als sie geendet hatte, sah sie der Elfe nochmal in die Augen und sagte: "Ihr glaubt doch wohl selber nicht, dass ich Theron vergessen würde?"