Ein kurzer Augenblick des Schweigens war eingetreten, in welchem man nur das leise Atmen der vielen Schlafenden unter dem Zeltdach hören konnte. Nur einen Herzschlag später ertönte eine bekannte Stimme, welche Allie nicht erwartet hatte und Wut in ihr aufkommen ließ, welche sie jedoch zu zügeln schaffte.
Der Schatten hatte also Vertrauen in ihre Fähigkeiten? Allie konnte ihm das nicht wirklich abkaufen, nach all dem was er ihnen bisher so verheimlicht hatte, dennoch war sie positiv überrascht, dass er ihnen nun sagte, wie eilig sie es doch scheinbar hatten, denn eine baldige Weiterreise lag durchaus in den Sinnen der Magierin. Sie wollte diesen Ort ohnehin so schnell wie möglich verlassen. Zu Vieles war hier geschehen und würde die Zukunft prägen.
„In eine Monstrosität, dass ich nicht lache…“, murmelte sie genervt von der Aussage vor sich her nachdem Avalos das Zelt verlassen hatte, und wandte sich wieder zu der Liege um wobei sie begriff, dass Noah vorhin etwas von Wasser gesagt hatte.
„Bin gleich zurück.“, sagte sie an Bella gewandt und ging schnellen Schrittes aus dem Zelt, um etwas Wasser aus einem Fass zu holen. Nur wenige Augenblicke später kehrte sie mit einem Holzeimer sowie einem Holzbecher zurück und setze sich erneut auf den dreifüßigen Hocker neben der Liege, wo sie auch den Eimer abstellte. Anschließend füllte sie den Becher mit dem kalten Wasser und reichte in an Noah weiter.
„Hier trink das, danach werde ich versuchen Eure Wunden zu heilen, in Ordnung?“, sagte sie behutsam bevor sie sich kurz an Bella wandte, „Ihr könnt Euch ruhig schon um die Pferde kümmern, denn scheinbar haben wir heute noch Einiges vor.“
Die Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)
Débuté par
xX Ripper Xx
, févr. 07 2010 02:46
#2726
Posté 28 janvier 2011 - 04:15
#2727
Posté 30 janvier 2011 - 05:31
Bella starrte Avalos mit offenem Mund hinterher. Sie hätte einiges darum gegeben, noch ein wenig ausruhen zu können, und die Aussicht auf einen ähnlich strapazierenden Ritt wie damals als sie nach FallRemnon gehetzt wurden, hob ihre Laune nicht wirklich.
"Was ist denn mit dem Schatten los?" wandte sie sich an Allie. "So redselig kenn ich ihn ja gar nicht, aber immerhin besinnt er sich auf seine wahren Gefährten. Ich hab vollstes Vertrauen in Eure Fähigkeiten, Noah zu heilen, also solltet Ihr keine Zeit verlieren. Ich denke, er wird dann dennoch schwach sein, und bis dahin sollten die beiden Herren auch diesen Eintopf fertig haben."
Sie wartete, bis Allie mit dem Wasser wieder kam, nickte ihr zu und machte sich auf die Suche nach den Pferden. Ausgeruht sah davon keines so richtig aus, nur Avalos Pferd hatte sich wirklich von seinen Strapazen erholt und wieherte temperamentvoll. Stolz und mit aufrecht erhobenem Kopf stand er in der Umzäunung, so als wollte er sagen: wo bleibt die nächste Aufgabe, mir ist langweilig. Bella mußte trotz ihrem Unmut lächeln.
Die Zwergin holte sich einen der Soldaten, die die Pferde bewachten und wählte zusammen mit ihm einige Tiere aus, auch zwei Pferde, die als Last-Tiere gedacht waren. Auch wenn Avalos nicht sagte, wohin es ging, aber ganz ohne Vorräte wollte sie dann doch nicht aufbrechen.
Die Reitpferde wurden in eine andere Einfriedung gebracht, damit diese hernach nicht eingefangen werden mußten, Sattel und Zaumzeug über einen quer liegenden Baumstamm geworfen, damit auch diese schnell griffbereit waren.
Die Last-Tiere zäumte sie sofort auf, es waren gutmütige aber ausdauernde Tiere, welche sie am Zügel zum Zelt führte, vor dem Drakenot und Zelandriel die Mahlzeit zubereiteten. Bella hatte tatsächlich schon wieder Hunger.
Sie band die Pferde an und gesellte sich zu den Gefährten, wo sie sich an Avalos wandte:
"Die anderen Pferde sind in der kleinen Einfriedung, aber noch nicht gesattelt, weil ich ja nicht genau weiß, wann es weiter geht. Ich hoffe, Allie und Noah kommen auch gleich."
Dann setzte sie sich schweigend neben Zelandriel, zückte ihresgleichen ein kleines Messer aus ihrer Tasche und schälte und schnippelte Kartoffeln. In der Zeit, wo Zelandriel gerade mal eine sauber hatte, hatte sie fast die Hälfte der restlichen Kartoffeln in den Topf geschnitten.
"Bevor wir dann aufbrechen muß ich meine Gifte noch auffüllen. Oder werden wir hierzu später noch Möglichkeiten haben?" fragte sie Avalos.
"Was ist denn mit dem Schatten los?" wandte sie sich an Allie. "So redselig kenn ich ihn ja gar nicht, aber immerhin besinnt er sich auf seine wahren Gefährten. Ich hab vollstes Vertrauen in Eure Fähigkeiten, Noah zu heilen, also solltet Ihr keine Zeit verlieren. Ich denke, er wird dann dennoch schwach sein, und bis dahin sollten die beiden Herren auch diesen Eintopf fertig haben."
Sie wartete, bis Allie mit dem Wasser wieder kam, nickte ihr zu und machte sich auf die Suche nach den Pferden. Ausgeruht sah davon keines so richtig aus, nur Avalos Pferd hatte sich wirklich von seinen Strapazen erholt und wieherte temperamentvoll. Stolz und mit aufrecht erhobenem Kopf stand er in der Umzäunung, so als wollte er sagen: wo bleibt die nächste Aufgabe, mir ist langweilig. Bella mußte trotz ihrem Unmut lächeln.
Die Zwergin holte sich einen der Soldaten, die die Pferde bewachten und wählte zusammen mit ihm einige Tiere aus, auch zwei Pferde, die als Last-Tiere gedacht waren. Auch wenn Avalos nicht sagte, wohin es ging, aber ganz ohne Vorräte wollte sie dann doch nicht aufbrechen.
Die Reitpferde wurden in eine andere Einfriedung gebracht, damit diese hernach nicht eingefangen werden mußten, Sattel und Zaumzeug über einen quer liegenden Baumstamm geworfen, damit auch diese schnell griffbereit waren.
Die Last-Tiere zäumte sie sofort auf, es waren gutmütige aber ausdauernde Tiere, welche sie am Zügel zum Zelt führte, vor dem Drakenot und Zelandriel die Mahlzeit zubereiteten. Bella hatte tatsächlich schon wieder Hunger.
Sie band die Pferde an und gesellte sich zu den Gefährten, wo sie sich an Avalos wandte:
"Die anderen Pferde sind in der kleinen Einfriedung, aber noch nicht gesattelt, weil ich ja nicht genau weiß, wann es weiter geht. Ich hoffe, Allie und Noah kommen auch gleich."
Dann setzte sie sich schweigend neben Zelandriel, zückte ihresgleichen ein kleines Messer aus ihrer Tasche und schälte und schnippelte Kartoffeln. In der Zeit, wo Zelandriel gerade mal eine sauber hatte, hatte sie fast die Hälfte der restlichen Kartoffeln in den Topf geschnitten.
"Bevor wir dann aufbrechen muß ich meine Gifte noch auffüllen. Oder werden wir hierzu später noch Möglichkeiten haben?" fragte sie Avalos.
Modifié par Bellandyrs, 30 janvier 2011 - 05:34 .
#2728
Posté 04 février 2011 - 09:38
Allie sagte nichts weiter zu Bella, sondern half Noah dabei, das Wasser aus dem Becher zu trinken, ohne dabei die Hälfte zu verschütten, da er sich schließlich kaum bewegen konnte und wohl von dem Schmerzmittel noch etwas benommen war. Sie war sich nicht sicher, glaubte jedoch auf ihre Frage wegen der Heilung ein leichtes Kopfnicken erkannt zu haben, und begann, nachdem sie den Becher neben der Liege abgestellt hatte, damit die Bandage, die seine Wunde am Kopf schützen sollte, vorsichtig zu lösen. Da der Verband noch recht frisch war und die Verletzung bereits versorgt wurde klebte dieser nicht an der Haut fest, und die Wunde wurde dabei nicht neu aufgerissen.
Kurz musterte Allie die aufgeschlagene Stelle an seinem Kopf, um sich deren Ausmaß bewusst zu werden.
"Scheinbar steht der Erbauer auf Eurer Seite, oder Ihr hattet großes Glück. Was auch immer Euch da am Kopf getroffen hat, wäre es etwas kräftiger gewesen, so wäre Euer Leben wohl bereits vorbei", sagte sie ohne wirklicher Emotion und wahrscheinlich eher zu sich selbst, als zu Noah.
Ohne weitere Zeit verschwenden zu wollen, legte sie mit vollster Vorsicht beide Hände auf seinen Kopf, so dass die Wunde von ihnen bedeckt wurde. Ein kurzes Zucken von Noah verriet ihr, dass er dies durchaus gespürt hatte.
"Versucht Euch zu entspannen und an etwas Schönes zu denken, dann fällt es uns beiden leichter", sagte sie mit einem aufmunternden Lächeln und blickte ihm dabei kurz tief in die Augen, bevor sie diese schloss und einen kaum merkbaren Seufzer ausstieß. Anschließend drückte sie ihre Finger etwas fester gegen seinen Kopf, und flüsterte einige Verse, die wohl nur ein geschultes Ohr verstehen konnte, da sie in einer sehr alten Sprache gesprochen wurden. Ein grünbläulicher Schimmer legte sich dabei auf Allies Handflächen und schien wie eine zähe warme Flüssigkeit in die Wunde einzudringen, und deren Heilprozess dabei so rapide zu beschleunigen, dass diese innerhalb von einer Minute verschlossen war und sogleich das bläuliche Funkeln verschwand. Während dieser einen Minute bewegte sich die Magierin keinen Millimeter, atmete so ruhig, dass man kaum merkte, dass sie dies überhaupt tat, und blieb voll konzentriert.
Kaum war der Schimmer verschwunden öffnete sie ihre Augen, nahm ihre Hände von seinem Kopf und musterte mit einem zufriedenen Lächeln das Ergebnis, bevor sie sich etwas erschöpft zurück auf den Hocker fallen ließ und tief ein und ausatmete.
"Ich hatte vergessen, wie viel Kraft solche Heilungen kosten... aber die Schwerste haben wir ja nun hinter uns, wie fühlt Ihr Euch?" fragte sie nachdem sich ihre Atmung wieder normalisiert hatte und füllte den Becher ein weiteres Mal mit Wasser aus dem Eimer, doch dieses Mal um selbst davon zu trinken.
Kurz musterte Allie die aufgeschlagene Stelle an seinem Kopf, um sich deren Ausmaß bewusst zu werden.
"Scheinbar steht der Erbauer auf Eurer Seite, oder Ihr hattet großes Glück. Was auch immer Euch da am Kopf getroffen hat, wäre es etwas kräftiger gewesen, so wäre Euer Leben wohl bereits vorbei", sagte sie ohne wirklicher Emotion und wahrscheinlich eher zu sich selbst, als zu Noah.
Ohne weitere Zeit verschwenden zu wollen, legte sie mit vollster Vorsicht beide Hände auf seinen Kopf, so dass die Wunde von ihnen bedeckt wurde. Ein kurzes Zucken von Noah verriet ihr, dass er dies durchaus gespürt hatte.
"Versucht Euch zu entspannen und an etwas Schönes zu denken, dann fällt es uns beiden leichter", sagte sie mit einem aufmunternden Lächeln und blickte ihm dabei kurz tief in die Augen, bevor sie diese schloss und einen kaum merkbaren Seufzer ausstieß. Anschließend drückte sie ihre Finger etwas fester gegen seinen Kopf, und flüsterte einige Verse, die wohl nur ein geschultes Ohr verstehen konnte, da sie in einer sehr alten Sprache gesprochen wurden. Ein grünbläulicher Schimmer legte sich dabei auf Allies Handflächen und schien wie eine zähe warme Flüssigkeit in die Wunde einzudringen, und deren Heilprozess dabei so rapide zu beschleunigen, dass diese innerhalb von einer Minute verschlossen war und sogleich das bläuliche Funkeln verschwand. Während dieser einen Minute bewegte sich die Magierin keinen Millimeter, atmete so ruhig, dass man kaum merkte, dass sie dies überhaupt tat, und blieb voll konzentriert.
Kaum war der Schimmer verschwunden öffnete sie ihre Augen, nahm ihre Hände von seinem Kopf und musterte mit einem zufriedenen Lächeln das Ergebnis, bevor sie sich etwas erschöpft zurück auf den Hocker fallen ließ und tief ein und ausatmete.
"Ich hatte vergessen, wie viel Kraft solche Heilungen kosten... aber die Schwerste haben wir ja nun hinter uns, wie fühlt Ihr Euch?" fragte sie nachdem sich ihre Atmung wieder normalisiert hatte und füllte den Becher ein weiteres Mal mit Wasser aus dem Eimer, doch dieses Mal um selbst davon zu trinken.
Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 04:12 .
#2729
Posté 07 février 2011 - 10:57
Noah wunderte sich kurz und versuchte sich zu erinnern, wie er die Verletzung am Kopf bekommen hatte, doch es wollte ihm nicht einfallen. Vieles aus der vergangenen Schlacht war hinter einem Schleier verborgen oder einfach vollkommen ausgelöscht.
War es wirklich schon vorüber? Sie hatten gesiegt, doch zu welchem Preis?
Ein starkes Kribbeln durchflutete ihn kurz nachdem Allie ihre Hände auf seinen Kopf gelegt hatte. Es wurde intensiver und ihm schien als würden seine Sinne jeden Moment schwinden. Vor seinen Augen fing sich die Welt an zu drehen. Er brauchte einen Moment, bevor er wieder klar im Kopf war und der Frau neben sich antworten konnte.
Sie hatte sich auf den Hocker zurückfallen lassen und trank gerade.
"Es.......geht schon besser.....vielen Dank."
Sein Hals war immer noch rau und kratzig, doch der Nebel, der in seinem Kopf war, verzog sich Stück für Stück. Er musterte die Frau neben seiner Liege. Sie sah erschöpft und müde aus. In ihren Augen sah er tiefe Trauer verborgen, aber auch Resignation und Hoffnungslosigkeit. Noah war sich sicher, dass man das selbe auch in seinen Augen lesen konnte und er fühlte sich mit Allie verbunden wie zuvor nicht. Ihr Kennenlernen war eher negativ gelaufen und er hatte bisher kaum ein Wort mit ihr gewechselt. Um so mehr wunderte es ihn, dass er sich ihr auf einmal so nah fühlte. Er konnte sich vorstellen, was in ihrem Inneren vorging, auch ohne dass sie ein Wort darüber sprach. So traurig der Grund dafür war, so froh war Noah jedoch auch darüber. Ihre Gruppe war seit dem Kampf noch mehr geschrumpft. Kaum hatte er neue Freunde gefunden, die im Ansatz die Lücke füllen konnte, die der Tod seines Bruders gerissen hatte, da musste er schon die nächsten Verluste betrauern.
Er hätte in diesem Moment so vieles fragen können. Wie es Allie ging, ob sie verletzt war, wie sie sich fühlte. Doch im Grunde wusste er die Antworten bereits.
Er räusperte sich kurz.
"Wisst ihr etwas über Lyna?"
War es wirklich schon vorüber? Sie hatten gesiegt, doch zu welchem Preis?
Ein starkes Kribbeln durchflutete ihn kurz nachdem Allie ihre Hände auf seinen Kopf gelegt hatte. Es wurde intensiver und ihm schien als würden seine Sinne jeden Moment schwinden. Vor seinen Augen fing sich die Welt an zu drehen. Er brauchte einen Moment, bevor er wieder klar im Kopf war und der Frau neben sich antworten konnte.
Sie hatte sich auf den Hocker zurückfallen lassen und trank gerade.
"Es.......geht schon besser.....vielen Dank."
Sein Hals war immer noch rau und kratzig, doch der Nebel, der in seinem Kopf war, verzog sich Stück für Stück. Er musterte die Frau neben seiner Liege. Sie sah erschöpft und müde aus. In ihren Augen sah er tiefe Trauer verborgen, aber auch Resignation und Hoffnungslosigkeit. Noah war sich sicher, dass man das selbe auch in seinen Augen lesen konnte und er fühlte sich mit Allie verbunden wie zuvor nicht. Ihr Kennenlernen war eher negativ gelaufen und er hatte bisher kaum ein Wort mit ihr gewechselt. Um so mehr wunderte es ihn, dass er sich ihr auf einmal so nah fühlte. Er konnte sich vorstellen, was in ihrem Inneren vorging, auch ohne dass sie ein Wort darüber sprach. So traurig der Grund dafür war, so froh war Noah jedoch auch darüber. Ihre Gruppe war seit dem Kampf noch mehr geschrumpft. Kaum hatte er neue Freunde gefunden, die im Ansatz die Lücke füllen konnte, die der Tod seines Bruders gerissen hatte, da musste er schon die nächsten Verluste betrauern.
Er hätte in diesem Moment so vieles fragen können. Wie es Allie ging, ob sie verletzt war, wie sie sich fühlte. Doch im Grunde wusste er die Antworten bereits.
Er räusperte sich kurz.
"Wisst ihr etwas über Lyna?"
#2730
Posté 07 février 2011 - 01:15
"Ich habe gehört wie sich Bella und Drakenot über sie unterhalten haben, er meinte sie sei in Avalos' Zelt untergebracht, und habe eine schwere Vergiftung erlitten, welche jedoch schon behandelt wird. Mehr weiß ich leider auch nicht, ich hatte noch nicht die Gelegenheit nach ihr zu sehen. Ich weiß nicht, ob Ihr es mitbekommen habt, doch Avalos war vorhin hier im Zelt. Er hat uns zwar nichts Neues von Lyna berichtet, möchte jedoch, dass wir bereits heute Abend weiterziehen, also bezweifle ich wohl, dass uns die Dalish weiterhin begleiten wird", antwortete sie emotionslos auf Noahs Frage und nahm einen weiteren Schluck von dem Wasser, bevor sie den Becher neben der Liege abstellte und sich von dem Hocker erhob.
"Was jedoch auch heißt, dass ich Euch auf die Beine kriegen muss", sagte sie während sie damit begann die nächste Bandage zu lösen und versuchte dabei etwas aufmunternd zu klingen, was ihr kaum gelang. Der Satz beinhaltete wahrscheinlich auch einen Hauch an Ironie, wurde so gesagt, als wüsste sie, dass er niemals bis am Abend kräftig genug für einen längeren Ritt sein würde, und so als ob sie sich dabei selbst fragte, wieso sie das alles auf sich nahmen, beinhaltete keinerlei Selbstmotivation oder Zuversicht. Dennoch stellte sie das was sie tat in jenem Moment nicht in Frage, fühlte sich wie eine Puppe, deren Hände von Fäden gesteuert wurden. Doch wer war der Puppenspieler? War es Avalos, da er sie dazu antrieb den Mann bis am Abend auf die Beine zu kriegen? Vielleicht, doch eigentlich widersprach es ihrer Denkweise etwas so zielstrebig zu tun, nur weil der Schatten es wollte. Allie wusste keine Antwort auf das was sie hier und die letzten Tage eigentlich getan hatte und weiterhin tun würde.
Langsam offenbarte sich die tiefe Schnittwunde an seinem Oberarm. Zudem war seine Haut von einigen feinen Kratzern überzogen, so als wäre er durch dichtes Geäst und Gestrüpp gelaufen. Allie war jedoch darüber nicht verwundert, solche Wunden hatte sie schon zu genüge gesehen. Ohne jedweden Kommentar abzugeben, begann sie wie zuvor damit ihre Hände auf der Verletzung, die sie heilen wollte, zu platzieren, schloss ihre Augen und sprach die Verse vor sich her, die sie schon unzählige Male gesagt hatte.
Die Heilung der Wunde ging schneller vonstatten, als die von der an seinem Kopf, was wohl an dem Ausmaß lag, welchem sie entsprach. Ohne irgendwelcher Begeisterung darüber, was sie gerade vollbracht hatte, löste sie auch die Bandage an seinem Bein und wiederholte die Prozedur zum dritten Male, bevor sie sich abermals erschöpft auf den Hocker fallen ließ.
"Wenn Ihr es schafft aufzustehen, dann sollten wir nach draußen zu den Anderen gehen. So wie ich das verstanden habe, kochen sie gerade einen Eintopf, der Euch bestimmt gut tun würde", sagte sie nach einer Weile während sie nach Luft schnappte und ignorierte dabei komplett, dass sie selbst kaum dazu imstande war aufzustehen. Seit dem Beginn der Schlacht, hatte sie nichts mehr gegessen und schaffte es nur gestern dank des Schlafmittels sich ein wenig von den Strapazen der letzten Tage zu erholen. Die Heilung von gerade eben forderte ihren Tribut, doch sie schien diese Schwäche nicht akzeptieren zu wollen.
"Was jedoch auch heißt, dass ich Euch auf die Beine kriegen muss", sagte sie während sie damit begann die nächste Bandage zu lösen und versuchte dabei etwas aufmunternd zu klingen, was ihr kaum gelang. Der Satz beinhaltete wahrscheinlich auch einen Hauch an Ironie, wurde so gesagt, als wüsste sie, dass er niemals bis am Abend kräftig genug für einen längeren Ritt sein würde, und so als ob sie sich dabei selbst fragte, wieso sie das alles auf sich nahmen, beinhaltete keinerlei Selbstmotivation oder Zuversicht. Dennoch stellte sie das was sie tat in jenem Moment nicht in Frage, fühlte sich wie eine Puppe, deren Hände von Fäden gesteuert wurden. Doch wer war der Puppenspieler? War es Avalos, da er sie dazu antrieb den Mann bis am Abend auf die Beine zu kriegen? Vielleicht, doch eigentlich widersprach es ihrer Denkweise etwas so zielstrebig zu tun, nur weil der Schatten es wollte. Allie wusste keine Antwort auf das was sie hier und die letzten Tage eigentlich getan hatte und weiterhin tun würde.
Langsam offenbarte sich die tiefe Schnittwunde an seinem Oberarm. Zudem war seine Haut von einigen feinen Kratzern überzogen, so als wäre er durch dichtes Geäst und Gestrüpp gelaufen. Allie war jedoch darüber nicht verwundert, solche Wunden hatte sie schon zu genüge gesehen. Ohne jedweden Kommentar abzugeben, begann sie wie zuvor damit ihre Hände auf der Verletzung, die sie heilen wollte, zu platzieren, schloss ihre Augen und sprach die Verse vor sich her, die sie schon unzählige Male gesagt hatte.
Die Heilung der Wunde ging schneller vonstatten, als die von der an seinem Kopf, was wohl an dem Ausmaß lag, welchem sie entsprach. Ohne irgendwelcher Begeisterung darüber, was sie gerade vollbracht hatte, löste sie auch die Bandage an seinem Bein und wiederholte die Prozedur zum dritten Male, bevor sie sich abermals erschöpft auf den Hocker fallen ließ.
"Wenn Ihr es schafft aufzustehen, dann sollten wir nach draußen zu den Anderen gehen. So wie ich das verstanden habe, kochen sie gerade einen Eintopf, der Euch bestimmt gut tun würde", sagte sie nach einer Weile während sie nach Luft schnappte und ignorierte dabei komplett, dass sie selbst kaum dazu imstande war aufzustehen. Seit dem Beginn der Schlacht, hatte sie nichts mehr gegessen und schaffte es nur gestern dank des Schlafmittels sich ein wenig von den Strapazen der letzten Tage zu erholen. Die Heilung von gerade eben forderte ihren Tribut, doch sie schien diese Schwäche nicht akzeptieren zu wollen.
Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 04:13 .
#2731
Posté 08 février 2011 - 06:30
Nachdem Allie seine Wunde am Kopf geheilt hatte, klärte sich langsam der Nebel, der sich über ihn gelegt hatte und er konnte wieder klarer denken. Jedoch im gleichen Maße wie der Nebel ging, drangen die Schmerzen an sein Bewusstsein. Seine größten Verletzungen heilte die Magierin, doch sämtliche Muskeln in seinem Körper schmerzten und brannten. Unbehaglich rutschte er auf seiner Liege hin und her.
Dass er bald aufstehen müsste, hatte er schon befürchtet. Es war im klar gewesen, dass der Schatten ihnen keine lange Rast gewähren würde. Ob er schon heute einen Ritt zu Pferde durchhalten würde, war jedoch äußerst fraglich.
Dass Lyna bei Avalos war, beruhigte ihn. Er würde dafür sorgen, dass sie die bestmögliche Behandlung bekommen würde. Aber sie war ein weiterer Ausfall, den die Gruppe zu beklagen hatte. Nun waren sie also nur noch zu viert....Allie, Bella, Avalos und er selbst. Ob Avalos ihnen noch weitere Kämpfer zur Seite stellen würde?
Vorsichtig versuchte sich Noah aufzusetzen. Allie griff ihm unter die Arme und stütze ihn so gut sie konnte. Ein bisschen schwindelig war im noch, doch er fühlte sich bereits um einiges besser als noch vor ein paar Minuten. Er schaute an sich herunter und bemerkte, dass er nur in seine dünne Leinenhose gekleidet war.
Plötzlich kam eine Frau in weißen Gewändern angestürmt. Aufgeregt fuchtelte sie mit den Armen und warf Noah böse Blicke zu.
"Ihr dürft noch nicht aufstehen. Legt euch sofort wieder hin!"
Sie versuchte, ihn an den Schultern zurück auf die Liege zu drängen, doch er war kräftig genug, ihr Widerstand zu leisten. Mit seinen Händen löste er ihre von sich und hielt sie auf Abstand.
"Mir geht es gut und ich werde mich nun zu dem Schatten begeben, der nach uns gerufen hat. Und ihr solltet mir schnell meine Sachen besorgen, wenn ihr nicht seinen Zorn auf euch ziehen wollt."
Die Drohung zeigte sofortige Wirkung und die junge Frau erbleichte. Noah bereute es, dass er so dick aufgetragen hatte, aber die Frau zeigte ängstlich unter seine Liege und verschwand dann schnell wieder. Gemeinsam mit Allie kramte er seine Rüstung und seine Waffen unter dem Gestell hervor und fing an, sie anzulegen. Auch sein Hemd befand sich unter den Sachen. Es war leicht zerrissen jedoch hatte er in seinem Rucksack ein weiteres, dass er später anziehen konnte.
"Allie, bitte helft mir, meinen Rucksack zu besorgen. Ich hab ihn auf meinem Pferd gelassen."
Nachdem er fertig war versuchte er sich aufzustützen. Jedoch sank er augenblicklich auf das Bett zurück, dass bedenklich unter seinem Gewicht knarrte. Beim zweiten Versuch kam er kurz aus dem Gleichgewicht und musste sich auf die Magierin stützen, die ebenfalls unter seinem Gewicht zum Schwanken kam.
"Tut mir leid..." stammelte er und versuchte mit wackeligen Beinen dem Ausgang entgegen zu streben. Die Rüstung lastete schwer auf seinem geschwächten Körper, doch er biss die Zähne zusammen. Seine beiden Schwerter bewegten sich leicht an seinen Hüften und gaben ihm ein beruhigendes Gefühl.
Dass er bald aufstehen müsste, hatte er schon befürchtet. Es war im klar gewesen, dass der Schatten ihnen keine lange Rast gewähren würde. Ob er schon heute einen Ritt zu Pferde durchhalten würde, war jedoch äußerst fraglich.
Dass Lyna bei Avalos war, beruhigte ihn. Er würde dafür sorgen, dass sie die bestmögliche Behandlung bekommen würde. Aber sie war ein weiterer Ausfall, den die Gruppe zu beklagen hatte. Nun waren sie also nur noch zu viert....Allie, Bella, Avalos und er selbst. Ob Avalos ihnen noch weitere Kämpfer zur Seite stellen würde?
Vorsichtig versuchte sich Noah aufzusetzen. Allie griff ihm unter die Arme und stütze ihn so gut sie konnte. Ein bisschen schwindelig war im noch, doch er fühlte sich bereits um einiges besser als noch vor ein paar Minuten. Er schaute an sich herunter und bemerkte, dass er nur in seine dünne Leinenhose gekleidet war.
Plötzlich kam eine Frau in weißen Gewändern angestürmt. Aufgeregt fuchtelte sie mit den Armen und warf Noah böse Blicke zu.
"Ihr dürft noch nicht aufstehen. Legt euch sofort wieder hin!"
Sie versuchte, ihn an den Schultern zurück auf die Liege zu drängen, doch er war kräftig genug, ihr Widerstand zu leisten. Mit seinen Händen löste er ihre von sich und hielt sie auf Abstand.
"Mir geht es gut und ich werde mich nun zu dem Schatten begeben, der nach uns gerufen hat. Und ihr solltet mir schnell meine Sachen besorgen, wenn ihr nicht seinen Zorn auf euch ziehen wollt."
Die Drohung zeigte sofortige Wirkung und die junge Frau erbleichte. Noah bereute es, dass er so dick aufgetragen hatte, aber die Frau zeigte ängstlich unter seine Liege und verschwand dann schnell wieder. Gemeinsam mit Allie kramte er seine Rüstung und seine Waffen unter dem Gestell hervor und fing an, sie anzulegen. Auch sein Hemd befand sich unter den Sachen. Es war leicht zerrissen jedoch hatte er in seinem Rucksack ein weiteres, dass er später anziehen konnte.
"Allie, bitte helft mir, meinen Rucksack zu besorgen. Ich hab ihn auf meinem Pferd gelassen."
Nachdem er fertig war versuchte er sich aufzustützen. Jedoch sank er augenblicklich auf das Bett zurück, dass bedenklich unter seinem Gewicht knarrte. Beim zweiten Versuch kam er kurz aus dem Gleichgewicht und musste sich auf die Magierin stützen, die ebenfalls unter seinem Gewicht zum Schwanken kam.
"Tut mir leid..." stammelte er und versuchte mit wackeligen Beinen dem Ausgang entgegen zu streben. Die Rüstung lastete schwer auf seinem geschwächten Körper, doch er biss die Zähne zusammen. Seine beiden Schwerter bewegten sich leicht an seinen Hüften und gaben ihm ein beruhigendes Gefühl.
#2732
Posté 09 février 2011 - 12:06
Allie wäre beinahe unter dem Gewicht von Noah zusammengebrochen, als dieser sie kurz als Stütze benutzte, doch zu ihrem Glück, fand er sein Gleichgewicht schnell wieder. Stattdessen ließ sie sich ein weiteres Mal auf den Hocker neben sich fallen.
"Schon gut", brachte sie nur noch hervor und blickte ihm kurz nach als er zum Ausgang des Zeltes ging. Sie war froh, dass sie ihm durch die Heilung soweit helfen konnte, dass er wenigstens nicht mehr an die Liege gebunden war. Dennoch bedauerte sie, dass er der Einzige war, dem sie helfen konnte. Ihr Blick glitt durch das Zelt, in dem so viele Verwundete untergebracht waren, die darauf warten mussten, dass ihre Wunden auf natürliche Weise oder mit der Hilfe eines anderen Magiers heilen würden. Zu gerne wäre sie geblieben und hätte die Mediziner bei ihrer Arbeit unterstützt, doch auch wenn sie es ungerne einsah, so wusste sie, dass sie nicht genug Kraft und Zeit für ein solches Unterfangen hatte.
Mit enttäuschtem Blick erhob Allie sich schließlich, um das Zelt zu verlassen, musste jedoch einen Augenblick stehen bleiben, da sich kurz alles zu drehen begann, und sie beinahe drohte umzufallen. Doch sie biss die Zähne zusammen und verließ das Zelt. Kurz kniff sie die Augen zusammen, als ihr das grelle Sonnenlicht in den Weg kam. Für einen kurzen Augenblick musste sie zurückdenken an die Momente, wo es ihr verwehrt war überhaupt sehen zu können und wie schrecklich es zu Beginn war. Ein kurzer Funken von Glück hellte in ihrer Seele auf als sie Begriff, wie wertvoll es war sehen zu können, doch als sich ihre Augen an das Licht gewöhnt hatten und sie das Lazarett vor sich sah, fühlte sie sich erneut komplett leer.
Eher langsam ging sie in die Richtung, in welcher sie die Pferde wusste. Neben sich nahm sie die Stimmen der anderen Krieger wahr, doch sie schienen undeutlich in ihren elfischen Ohren zu hallen. Zu ihrem Glück fand sie schnell die Pferde, da die von ihren Gefährten an einem anderen Platz untergebrach waren als die der übrigen Soldaten, und erkannte auch das von Noah wieder, sowie den Rucksack von dem er sprach. Schnell befreite sie das Pferd von der Last des Rucksacks, musste jedoch feststellen, dass dieser alles andere als leicht war, zumindest kam er ihr in diesem Moment ziemlich schwer vor. Erst als ihr Noah diesen abnahm, realisierte sie, dass er ihr gefolgt war. Auch wenn sie wusste, dass er ebenfalls noch recht schwach war, so war sie froh, den Rucksack nicht tragen zu müssen, und verließ die Pferdekoppel wieder.
Nach einigen Minuten erreichten sie schließlich die Stelle, an welcher sich die Anderen niedergelassen hatten und gerade dabei waren etwas zu Essen zu kochen. Erschöpft und wortlos ließ sie sich niedersacken und beobachtete eher abwesend, wie die Anderen den Eintopf zubereiteten.
"Schon gut", brachte sie nur noch hervor und blickte ihm kurz nach als er zum Ausgang des Zeltes ging. Sie war froh, dass sie ihm durch die Heilung soweit helfen konnte, dass er wenigstens nicht mehr an die Liege gebunden war. Dennoch bedauerte sie, dass er der Einzige war, dem sie helfen konnte. Ihr Blick glitt durch das Zelt, in dem so viele Verwundete untergebracht waren, die darauf warten mussten, dass ihre Wunden auf natürliche Weise oder mit der Hilfe eines anderen Magiers heilen würden. Zu gerne wäre sie geblieben und hätte die Mediziner bei ihrer Arbeit unterstützt, doch auch wenn sie es ungerne einsah, so wusste sie, dass sie nicht genug Kraft und Zeit für ein solches Unterfangen hatte.
Mit enttäuschtem Blick erhob Allie sich schließlich, um das Zelt zu verlassen, musste jedoch einen Augenblick stehen bleiben, da sich kurz alles zu drehen begann, und sie beinahe drohte umzufallen. Doch sie biss die Zähne zusammen und verließ das Zelt. Kurz kniff sie die Augen zusammen, als ihr das grelle Sonnenlicht in den Weg kam. Für einen kurzen Augenblick musste sie zurückdenken an die Momente, wo es ihr verwehrt war überhaupt sehen zu können und wie schrecklich es zu Beginn war. Ein kurzer Funken von Glück hellte in ihrer Seele auf als sie Begriff, wie wertvoll es war sehen zu können, doch als sich ihre Augen an das Licht gewöhnt hatten und sie das Lazarett vor sich sah, fühlte sie sich erneut komplett leer.
Eher langsam ging sie in die Richtung, in welcher sie die Pferde wusste. Neben sich nahm sie die Stimmen der anderen Krieger wahr, doch sie schienen undeutlich in ihren elfischen Ohren zu hallen. Zu ihrem Glück fand sie schnell die Pferde, da die von ihren Gefährten an einem anderen Platz untergebrach waren als die der übrigen Soldaten, und erkannte auch das von Noah wieder, sowie den Rucksack von dem er sprach. Schnell befreite sie das Pferd von der Last des Rucksacks, musste jedoch feststellen, dass dieser alles andere als leicht war, zumindest kam er ihr in diesem Moment ziemlich schwer vor. Erst als ihr Noah diesen abnahm, realisierte sie, dass er ihr gefolgt war. Auch wenn sie wusste, dass er ebenfalls noch recht schwach war, so war sie froh, den Rucksack nicht tragen zu müssen, und verließ die Pferdekoppel wieder.
Nach einigen Minuten erreichten sie schließlich die Stelle, an welcher sich die Anderen niedergelassen hatten und gerade dabei waren etwas zu Essen zu kochen. Erschöpft und wortlos ließ sie sich niedersacken und beobachtete eher abwesend, wie die Anderen den Eintopf zubereiteten.
Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 04:13 .
#2733
Posté 09 février 2011 - 12:42
Noah wartete am Eingang auf die Elfe, die mit schweren Schritten hinter ihm her schlich. Sie sah nach der Heilung noch müder aus und er hatte ein schlechtes Gewissen, dass sie sich seinetwegen so verausgaben musste. Gerne hätte er sie gestützt, doch er hatte genug damit zu tun, sein eigenes Gewicht zu tragen.
Unsicher wankte er hinter Allie her bis sie bei den Pferden angekommen waren. Allie fasste sich seinen Rucksack und hätte ihn fast fallen gelassen, doch Noah griff schnell danach und nahm ihn der Frau aus der Hand. Zufrieden folgte er ihr bis zu dem Zelt, vor dem sich der Rest der Gruppe versammelt hatte. Zu seiner Überraschung befanden sich zwei weitere Männer bei Bella. Beide waren recht hager, sahen jedoch aus, als hätten sie schon einige Kämpfe hinter sich gehabt. Der eine hatte braune Haare und trug eine Lederrüstung, die ihn eher wie einen Schurken denn einen Krieger aussehen ließ. Die Robe des zweiten wies darauf hin, dass es sich hierbei um einen Magier handelte. In sein schwarzes Haar hatten sich bereits einige silberne Strähnen gestohlen und Noah schätze, dass er die Mitte seines Lebens schon deutlich überschritten hatte.
Müde und schwerfällig glitt Noah neben der Elfe zu Boden. Der Geruch des Eintopfes drang in seine Nase und ließ seinen Magen laut Knurren.
Unsicher wankte er hinter Allie her bis sie bei den Pferden angekommen waren. Allie fasste sich seinen Rucksack und hätte ihn fast fallen gelassen, doch Noah griff schnell danach und nahm ihn der Frau aus der Hand. Zufrieden folgte er ihr bis zu dem Zelt, vor dem sich der Rest der Gruppe versammelt hatte. Zu seiner Überraschung befanden sich zwei weitere Männer bei Bella. Beide waren recht hager, sahen jedoch aus, als hätten sie schon einige Kämpfe hinter sich gehabt. Der eine hatte braune Haare und trug eine Lederrüstung, die ihn eher wie einen Schurken denn einen Krieger aussehen ließ. Die Robe des zweiten wies darauf hin, dass es sich hierbei um einen Magier handelte. In sein schwarzes Haar hatten sich bereits einige silberne Strähnen gestohlen und Noah schätze, dass er die Mitte seines Lebens schon deutlich überschritten hatte.
Müde und schwerfällig glitt Noah neben der Elfe zu Boden. Der Geruch des Eintopfes drang in seine Nase und ließ seinen Magen laut Knurren.
#2734
Posté 10 février 2011 - 11:46
Bella hatte bereits Pferde organisiert, und half tatkräftig bei dem Eintopf. Als schließlich Noah und Allie, beide ziemlich erschöpft und ausgezehrt dazustießen, war die Runde komplett.
Avalos lehnte an der rauen Zeltplane, hielt mit drei Fingern seine langstielige Pfeife und ließ kleine Rauchringe gen Himmel aufsteigen.
Aus den Augenwinkeln betrachtete er die Szenerie. Der Eintopf fand reißenden Absatz, obwohl ihn der Geruch dessen eher würgen ließ.
Er stieß sich ab und trat zum Feuer, um dass sich seine Kameraden versammelt hatten.
Die Sonne stand schon tief überm Horizont, und ihre blutroten Strahlen ließen alles merkwürdig einfarbig erstrahlen. Alles in Rot, alles mit Blut aus Licht besudelt... Welch ein Omen?
Schließlich sanken Schalen und Löffel, Blicke richteten sich auf den Schatten.
"Wir haben nur einen Phyrrussieg errungen. Mehr Schall und Rauch, als handfeste Argumente. Die Brut war eine Bedrohung, aber eine, für die ich mich normalerweise nicht interessiert hätte, lägen die Rahmenbedingungen auch nur etwas anders.
Seit den Anfängen, den Ereignissen im Magierturm...." Avalos strich sich mit der Rechten unbewußt über das irrisierende Metallgeflecht, dass eingelassen war in seinem Brustpanzer. Kleine Elmsfeuer tanzen zwischen seinen Fingern und dem Emblem der Schwarzen Sonne hin und her, als err fortfuhr.
"Vieles ist geschehen, viele Dinge haben sich verändert. Ebenso wie die Zielsetzung dieser, nennen wir es Ausflug."
Er seufzte kurz, zog nochmals an seiner langstieligen Pfeife und fuhr fort.
"Ich bin Werkzeug des Ausgleichs, das, was die Schwarze Sonne repräsentiert. Nur Grau, nicht weiß, nicht schwarz. Nur das Ergebnis zählt, nicht die Art und Weise, wie dieses Ergebnis zustande kam.
Die Brut war ein Ausschlag des Pendels, die Wächter waren die Antwort der schwarzen Sonne, um das Gleichgewicht wieder ins Lot zu bringen.
Doch alles was sie gibt, nimmt sie auch. Ihr habt die Macht, die Brut zu vernichten, aber dafür opfert ihr euer Leben, wenn die Verderbnis eure Seele zerfressen habt. Das ist auch eine Form des Gleichgewichts. Große Macht wird gegeben, große Macht wird genommen. Der einzige Asynchronismus bin ich vielleicht.
Die Welt hätte eine weitere Verderbnis nicht verkraftet. Natürlich, sie wäre niedergeschlagen worden, über kurz oder lang, aber der Preis wäre zu hoch gewesen. Tevinter und Orlais hätten die Situation für großangelegte Eroberungszüge benutzt, und die Welt wäre in Anarchie und Krieg versunken. Deswegen mein, unser, spezielles Interesse daran, herauszufinden ob die Brut erneut einen Erzdämon zu finden hoffte. Dem war nicht so."
Inzwischen war die Sonne annähernd versunken. Die Schatten wanderten, und zeichneten alles in Schwärze. Die letzten Strahlen, Speere aus rotem Licht, versiegten und tauchen die Welt erneut in Dunkelheit.
Avalos Glut seiner Pfeife leuchtete als scharfer Kontrast im Zwielicht bei jedem Zug lodernd auf.
"Schließlich erkannte ich, dass hier etwas falsch lief. Es war zu einfach.
Und dann kam mir Hrotgar Eisenfaust nochmals in den Sinn."
Bellandrys Mundwinkel zogen sich nach oben, sie lächelte verträumt bei dem Gedanken an den geisterhaften Paragon.
Eisenfaust war Paragon, einer der größter Heerführer, die das Zwergeinreich Orzammars je gesehen hatte. Aber in seinem unbändigen Hass und Wahn, die Brut niederzutreten, überschritt er jede Grenze, selbst jene, die er nicht verstand.
Er eroberte Thaig um Thaig, Festung um Festung, und jagte Legenden nach. Schließlich fand er eine, die ihn auf ewig verfluchte.
Am Styx Lyrae fand er eine der jenen, letzte Zeugen untergeganger Reiche, die lange lange Zeiten und Äonen vor Arlathan und dem Imperium existierten. Diese Tafeln, beschrieben mit Runen und Versen, wohnt eine Magie inne, die wir nicht verstehen, und auch niemals verstehen werden.
Man kann sie nicht endgültig entziffern, man kann sie nur deuten und auslegen. Hrotgar tat es, und verfluchte sich und seine Getreuen bis zum Ende aller Zeiten. Sie kämpfen noch immer am Styx Lyrae, geisterhafte Gestalten, die nach 500 Jahren noch immer alle Tage ihre letzte Schlacht gegen die Brut wiederholen, immer und immer wieder. ich kann nur vermuten, dass das mit Lyrium gesättigte Wasser des Styx irgendeinen Einfluss gehabt haben muss."
Er nahm wieder einen Zug aus seiner Pfeife.
Das Feuer flackerte, ließ das Holz knacken und unter der Hitze bersten. Funkeln flogen in die Nacht, nur um nach wenigen Metern zu erlöschen.
"Warum hole ich soweit aus?"
Avalos griff mit seiner gepanzerten Linken unter seinen Mantel und zog eine marmorne Steintafel hervor. Das Licht schimmerte über die polierte Oberfläche, und brach sich in der keilschriftartigen Runenschrift.
"Das war es, wonach die Brut gesucht hatte. Eine ebensolche Tafel fand auch Eisenfaust. Die letzten Relikte einer Macht, die es eigentlich garnicht mehr geben dürfte, weil sie jedwede Begrenzungen sprengen würde.
Ich weiß nicht, wieviele solcher Tafeln es noch geben mag. Aber ich weiß, dass es nicht das einzige Vermächtnis ist, dass die "Alten" der Welt hinterlassen haben."
Seine Rechte lag schon die ganze Zeit auf dem Knauf seines umwitterten Schwertes. Mit einem leisen Schaben zog er die Klinge, die so schwarz und unsichtbar, so elegant und tödlich, beinahe in der Luft zu schweben schien.
"20 Jahre vor der ersten Verderbnis war ich noch Teil dessen, was ihr die Bluthunde aus Tevinter nennt. Heere, die alles schleiften und unterwarften, was noch Widerstand zu leisten vermochte.
Während andere Soldaten die Stadt plünderten, zog es mich fort von dem Gemetzel. Irgendwann ist man des Blutes überdrüssig, wenn es nur um dessen selbst willen vergossen wird.
Meine Schritte lenkten mich zu einer art Kathedrale. Gebrandschatzt. Offenbar fand ich dabei etwas, dass niemand hätte finden dürfen. Die Ereignisse sind mir noch immer rätselhaft, Wunder und Ereignisse, die jedes Fassungsvermögen übersteigen, sind zwar selten geworden, aber nicht gegangen. Nur begraben, unter dem Sand der Zeit.
Diese Klinge, ein Albtraum aus Tod und Schneide, bekam ich dort. Die Runen in der Blutkehle konnte ich nicht entziffern. Mehr als tausend Jahre lang blieben sie mir ein Rätsel.
Doch offenbar hat die Zeit, die kommenden und gegangenen Äonen, und das viele Blut, die Magie dessen zum Beben gebracht. Die Runen wurden auf einmal lesbar."
Das Feuer war heruntergebracht. Dunkelrote Glut glimmte in der umgebenden Schwärze, nur gelegentlich angefacht vom Wind.
"Derselbe unselige Text, den Hrotgar zu deuten gedachte, der ihn auf ewig verfluchte.
Was ist,
Was sein wird,
und jemals ward,
erzählen die Runen von Ostgard.
Seit hunderten von Jahren, im ewigen Stein
Zeichen gemeißelt im Fackelschein
Große Taten vergangener Zeiten,
zeugen von Licht und Schatten
Dunkelwind und Zwillingslicht
Der Legenden Fesseln bricht
wagst du die Runen zu deuten
Hörst die Glocken von Ostgard läuten!
Warnt vor dem Klang der die Seelen wird wecken
Warnt vor der Rache voll Grauen und Schrecken!"
Auf der Tafel der Brut ist derselbe Text eingemeißtelt. Wage, auszulegen nach Gutdünken. Ich wage es nicht, weil die Konsequenzen unabsehbar sind. "Sie" rät mir auch mit Nachdruck davon ab.
Unser Ziel ist Ostagar. Vorher Denerim, weil ich ganz sicher gehen will. Ich habe dort einen Kontakt, der vielleicht etwas Licht in dieses Rätsel zu bringen vermag.
Ich persönlich denke, dass wir es hier mit etwas... Großem zu tun haben. Etwas, dass die Welt in ihren Grundfesten erschüttern wird, und der Schlüssel zu diesen Ereignissen ist Ostgard."
Gespannte Stille. Selbst Drakenot blieb still, versunken in Gedanken.
"Wer auch immer diese Ereignisse in Gang gesetzt hat, wußte von mir, uns, als Gegenspieler. Deswegen die falsche Fährte. Doch die Brut ist unberechenbar, und die Tafel war nicht Bestandteil ihrer Pläne. Wir haben einen zeitlichen Vorteil, von vielleicht drei oder vier Tagen. Wir reiten jetzt. Schneller als der Wind, und selbst, wenn wir die Pferde zu Tode schinden müssen. Keine Packpferde. Leichtes Gepäck."
Eine Windbö schickte einen Stoß Funken in den dunklen Nachthimmel. dessen Antlitz keine Sterne zierten.
Avalos lehnte an der rauen Zeltplane, hielt mit drei Fingern seine langstielige Pfeife und ließ kleine Rauchringe gen Himmel aufsteigen.
Aus den Augenwinkeln betrachtete er die Szenerie. Der Eintopf fand reißenden Absatz, obwohl ihn der Geruch dessen eher würgen ließ.
Er stieß sich ab und trat zum Feuer, um dass sich seine Kameraden versammelt hatten.
Die Sonne stand schon tief überm Horizont, und ihre blutroten Strahlen ließen alles merkwürdig einfarbig erstrahlen. Alles in Rot, alles mit Blut aus Licht besudelt... Welch ein Omen?
Schließlich sanken Schalen und Löffel, Blicke richteten sich auf den Schatten.
"Wir haben nur einen Phyrrussieg errungen. Mehr Schall und Rauch, als handfeste Argumente. Die Brut war eine Bedrohung, aber eine, für die ich mich normalerweise nicht interessiert hätte, lägen die Rahmenbedingungen auch nur etwas anders.
Seit den Anfängen, den Ereignissen im Magierturm...." Avalos strich sich mit der Rechten unbewußt über das irrisierende Metallgeflecht, dass eingelassen war in seinem Brustpanzer. Kleine Elmsfeuer tanzen zwischen seinen Fingern und dem Emblem der Schwarzen Sonne hin und her, als err fortfuhr.
"Vieles ist geschehen, viele Dinge haben sich verändert. Ebenso wie die Zielsetzung dieser, nennen wir es Ausflug."
Er seufzte kurz, zog nochmals an seiner langstieligen Pfeife und fuhr fort.
"Ich bin Werkzeug des Ausgleichs, das, was die Schwarze Sonne repräsentiert. Nur Grau, nicht weiß, nicht schwarz. Nur das Ergebnis zählt, nicht die Art und Weise, wie dieses Ergebnis zustande kam.
Die Brut war ein Ausschlag des Pendels, die Wächter waren die Antwort der schwarzen Sonne, um das Gleichgewicht wieder ins Lot zu bringen.
Doch alles was sie gibt, nimmt sie auch. Ihr habt die Macht, die Brut zu vernichten, aber dafür opfert ihr euer Leben, wenn die Verderbnis eure Seele zerfressen habt. Das ist auch eine Form des Gleichgewichts. Große Macht wird gegeben, große Macht wird genommen. Der einzige Asynchronismus bin ich vielleicht.
Die Welt hätte eine weitere Verderbnis nicht verkraftet. Natürlich, sie wäre niedergeschlagen worden, über kurz oder lang, aber der Preis wäre zu hoch gewesen. Tevinter und Orlais hätten die Situation für großangelegte Eroberungszüge benutzt, und die Welt wäre in Anarchie und Krieg versunken. Deswegen mein, unser, spezielles Interesse daran, herauszufinden ob die Brut erneut einen Erzdämon zu finden hoffte. Dem war nicht so."
Inzwischen war die Sonne annähernd versunken. Die Schatten wanderten, und zeichneten alles in Schwärze. Die letzten Strahlen, Speere aus rotem Licht, versiegten und tauchen die Welt erneut in Dunkelheit.
Avalos Glut seiner Pfeife leuchtete als scharfer Kontrast im Zwielicht bei jedem Zug lodernd auf.
"Schließlich erkannte ich, dass hier etwas falsch lief. Es war zu einfach.
Und dann kam mir Hrotgar Eisenfaust nochmals in den Sinn."
Bellandrys Mundwinkel zogen sich nach oben, sie lächelte verträumt bei dem Gedanken an den geisterhaften Paragon.
Eisenfaust war Paragon, einer der größter Heerführer, die das Zwergeinreich Orzammars je gesehen hatte. Aber in seinem unbändigen Hass und Wahn, die Brut niederzutreten, überschritt er jede Grenze, selbst jene, die er nicht verstand.
Er eroberte Thaig um Thaig, Festung um Festung, und jagte Legenden nach. Schließlich fand er eine, die ihn auf ewig verfluchte.
Am Styx Lyrae fand er eine der jenen, letzte Zeugen untergeganger Reiche, die lange lange Zeiten und Äonen vor Arlathan und dem Imperium existierten. Diese Tafeln, beschrieben mit Runen und Versen, wohnt eine Magie inne, die wir nicht verstehen, und auch niemals verstehen werden.
Man kann sie nicht endgültig entziffern, man kann sie nur deuten und auslegen. Hrotgar tat es, und verfluchte sich und seine Getreuen bis zum Ende aller Zeiten. Sie kämpfen noch immer am Styx Lyrae, geisterhafte Gestalten, die nach 500 Jahren noch immer alle Tage ihre letzte Schlacht gegen die Brut wiederholen, immer und immer wieder. ich kann nur vermuten, dass das mit Lyrium gesättigte Wasser des Styx irgendeinen Einfluss gehabt haben muss."
Er nahm wieder einen Zug aus seiner Pfeife.
Das Feuer flackerte, ließ das Holz knacken und unter der Hitze bersten. Funkeln flogen in die Nacht, nur um nach wenigen Metern zu erlöschen.
"Warum hole ich soweit aus?"
Avalos griff mit seiner gepanzerten Linken unter seinen Mantel und zog eine marmorne Steintafel hervor. Das Licht schimmerte über die polierte Oberfläche, und brach sich in der keilschriftartigen Runenschrift.
"Das war es, wonach die Brut gesucht hatte. Eine ebensolche Tafel fand auch Eisenfaust. Die letzten Relikte einer Macht, die es eigentlich garnicht mehr geben dürfte, weil sie jedwede Begrenzungen sprengen würde.
Ich weiß nicht, wieviele solcher Tafeln es noch geben mag. Aber ich weiß, dass es nicht das einzige Vermächtnis ist, dass die "Alten" der Welt hinterlassen haben."
Seine Rechte lag schon die ganze Zeit auf dem Knauf seines umwitterten Schwertes. Mit einem leisen Schaben zog er die Klinge, die so schwarz und unsichtbar, so elegant und tödlich, beinahe in der Luft zu schweben schien.
"20 Jahre vor der ersten Verderbnis war ich noch Teil dessen, was ihr die Bluthunde aus Tevinter nennt. Heere, die alles schleiften und unterwarften, was noch Widerstand zu leisten vermochte.
Während andere Soldaten die Stadt plünderten, zog es mich fort von dem Gemetzel. Irgendwann ist man des Blutes überdrüssig, wenn es nur um dessen selbst willen vergossen wird.
Meine Schritte lenkten mich zu einer art Kathedrale. Gebrandschatzt. Offenbar fand ich dabei etwas, dass niemand hätte finden dürfen. Die Ereignisse sind mir noch immer rätselhaft, Wunder und Ereignisse, die jedes Fassungsvermögen übersteigen, sind zwar selten geworden, aber nicht gegangen. Nur begraben, unter dem Sand der Zeit.
Diese Klinge, ein Albtraum aus Tod und Schneide, bekam ich dort. Die Runen in der Blutkehle konnte ich nicht entziffern. Mehr als tausend Jahre lang blieben sie mir ein Rätsel.
Doch offenbar hat die Zeit, die kommenden und gegangenen Äonen, und das viele Blut, die Magie dessen zum Beben gebracht. Die Runen wurden auf einmal lesbar."
Das Feuer war heruntergebracht. Dunkelrote Glut glimmte in der umgebenden Schwärze, nur gelegentlich angefacht vom Wind.
"Derselbe unselige Text, den Hrotgar zu deuten gedachte, der ihn auf ewig verfluchte.
Was ist,
Was sein wird,
und jemals ward,
erzählen die Runen von Ostgard.
Seit hunderten von Jahren, im ewigen Stein
Zeichen gemeißelt im Fackelschein
Große Taten vergangener Zeiten,
zeugen von Licht und Schatten
Dunkelwind und Zwillingslicht
Der Legenden Fesseln bricht
wagst du die Runen zu deuten
Hörst die Glocken von Ostgard läuten!
Warnt vor dem Klang der die Seelen wird wecken
Warnt vor der Rache voll Grauen und Schrecken!"
Auf der Tafel der Brut ist derselbe Text eingemeißtelt. Wage, auszulegen nach Gutdünken. Ich wage es nicht, weil die Konsequenzen unabsehbar sind. "Sie" rät mir auch mit Nachdruck davon ab.
Unser Ziel ist Ostagar. Vorher Denerim, weil ich ganz sicher gehen will. Ich habe dort einen Kontakt, der vielleicht etwas Licht in dieses Rätsel zu bringen vermag.
Ich persönlich denke, dass wir es hier mit etwas... Großem zu tun haben. Etwas, dass die Welt in ihren Grundfesten erschüttern wird, und der Schlüssel zu diesen Ereignissen ist Ostgard."
Gespannte Stille. Selbst Drakenot blieb still, versunken in Gedanken.
"Wer auch immer diese Ereignisse in Gang gesetzt hat, wußte von mir, uns, als Gegenspieler. Deswegen die falsche Fährte. Doch die Brut ist unberechenbar, und die Tafel war nicht Bestandteil ihrer Pläne. Wir haben einen zeitlichen Vorteil, von vielleicht drei oder vier Tagen. Wir reiten jetzt. Schneller als der Wind, und selbst, wenn wir die Pferde zu Tode schinden müssen. Keine Packpferde. Leichtes Gepäck."
Eine Windbö schickte einen Stoß Funken in den dunklen Nachthimmel. dessen Antlitz keine Sterne zierten.
#2735
Posté 11 février 2011 - 08:29
Bella blieb der Bissen beinahe im Hals stecken. Zurück nach Ferelden? Denerim? Sie bekam eine Gänsehaut als sie daran dachte. Die Ereignisse steckten ihr noch zu tief in den Knochen, um die Erinnerung an die brennenden Stadtteile zu vergessen, ihren Kampf zusammen mit anderen gegen den Erzdämon. Und dann ausgerechnet auch nochmal Ostagar ... schnell schüttelte sie die Gedanken ab, aber verzog missmutig den Mund.
Wenn es so eilte, dann konnte sie sich auf jeden Fall in Denerim nochmal mit Giften aller Art eindecken. Aber keine Packpferde mitzunehmen bedeutete auch, kaum Lebensmittel mitnehmen zu können. Avalos würde sich sicherlich wieder von diesem ekligen Zeug ernähren, diese Pillen, die er ihnen damals schon aufs Auge gedrückt hatte.
Sie war zwar froh, dem Schlachtfeld ersteinmal den Rücken zuzuwenden. Gerade seit dem Aufbruch aus FallRemnon hatte sich ihr Leben völlig chaotisch gestaltet. Dieser Gegend den Rücken zuzuwenden, wo sie so viel Leid erfahren hatte, war das einzig gute an dem überhasteten Aufbruch. Aber FallRemnon würde sie dennoch vermissen, und ob sie noch einmal einen Fuss in die freien Marschen setzen würde, wenn sie erst wieder in Ferelden war, war fraglich.
Plötzlich fiel ihr Theoderich ein. Ihr treuer Freund in FallRemnon. Er würde annehmen müssen, dass sie gefallen sei, wenn sie nicht mit den Soldaten zurück kehrte.
"Bin sofort wieder da!" rief sie den Gefährten zu, hastete zu ihrem Rucksack, kramte dort Pergament und Tinte hervor und kritzelte eine eilige Nachricht auf das Blatt:
"Mein lieber Freund, Du wirst Dich wundern, wieso ich nicht mit dem Heer zurück kehre. Unsere Mission führt uns zurück nach Ferelden, und Eile ist geboten. Es gibt einige Verluste in unserer Gruppe zu vermelden: Jannis und Theron sind gefallen. Jule hat eine Auspeitschung nicht überlebt. Lyna ist schwer verletzt und wird wohl in den besten Händen sein. Dafür sind zwei neue dazu gestossen.
Ich melde mich, wenn dies alles vorüber ist - sofern ich das ganze überlebe. Dann werde ich vorerst zurück nach Orzammar gehen, und von dort aus wirst Du Nachricht erhalten. Ich hoffe, bei Dir ist alles in Ordnung, und Deine Geschäfte laufen.
Behalte mich in Erinnerung. Deine Freundin - Bellandrys".
Schnell rollte sie das Blatt zusammen und drückte es dem nächsten Soldaten in die Hand mit der Order, diese Nachricht mit zurück nach FallRemnon zum Goldschmied zu bringen. Dieser nickte nur, und Bella rannte zurück zu ihren Gefährten.
Außer Atem ließ sie sich wieder auf den Boden fallen, leerte sicherheitshalber in Windeseile noch eine Schale mit Eintopf aus und packte dann ihr Zeug zusammen.
Wenn es so eilte, dann konnte sie sich auf jeden Fall in Denerim nochmal mit Giften aller Art eindecken. Aber keine Packpferde mitzunehmen bedeutete auch, kaum Lebensmittel mitnehmen zu können. Avalos würde sich sicherlich wieder von diesem ekligen Zeug ernähren, diese Pillen, die er ihnen damals schon aufs Auge gedrückt hatte.
Sie war zwar froh, dem Schlachtfeld ersteinmal den Rücken zuzuwenden. Gerade seit dem Aufbruch aus FallRemnon hatte sich ihr Leben völlig chaotisch gestaltet. Dieser Gegend den Rücken zuzuwenden, wo sie so viel Leid erfahren hatte, war das einzig gute an dem überhasteten Aufbruch. Aber FallRemnon würde sie dennoch vermissen, und ob sie noch einmal einen Fuss in die freien Marschen setzen würde, wenn sie erst wieder in Ferelden war, war fraglich.
Plötzlich fiel ihr Theoderich ein. Ihr treuer Freund in FallRemnon. Er würde annehmen müssen, dass sie gefallen sei, wenn sie nicht mit den Soldaten zurück kehrte.
"Bin sofort wieder da!" rief sie den Gefährten zu, hastete zu ihrem Rucksack, kramte dort Pergament und Tinte hervor und kritzelte eine eilige Nachricht auf das Blatt:
"Mein lieber Freund, Du wirst Dich wundern, wieso ich nicht mit dem Heer zurück kehre. Unsere Mission führt uns zurück nach Ferelden, und Eile ist geboten. Es gibt einige Verluste in unserer Gruppe zu vermelden: Jannis und Theron sind gefallen. Jule hat eine Auspeitschung nicht überlebt. Lyna ist schwer verletzt und wird wohl in den besten Händen sein. Dafür sind zwei neue dazu gestossen.
Ich melde mich, wenn dies alles vorüber ist - sofern ich das ganze überlebe. Dann werde ich vorerst zurück nach Orzammar gehen, und von dort aus wirst Du Nachricht erhalten. Ich hoffe, bei Dir ist alles in Ordnung, und Deine Geschäfte laufen.
Behalte mich in Erinnerung. Deine Freundin - Bellandrys".
Schnell rollte sie das Blatt zusammen und drückte es dem nächsten Soldaten in die Hand mit der Order, diese Nachricht mit zurück nach FallRemnon zum Goldschmied zu bringen. Dieser nickte nur, und Bella rannte zurück zu ihren Gefährten.
Außer Atem ließ sie sich wieder auf den Boden fallen, leerte sicherheitshalber in Windeseile noch eine Schale mit Eintopf aus und packte dann ihr Zeug zusammen.
#2736
Posté 12 février 2011 - 07:37
Allie nahm sich nichts von dem Eintopf, welcher inzwischen fertig gekocht war. Eigentlich hätte sie wissen müssen, dass ihr Körper die Nahrung gebraucht hätte, um wieder zu Kräften zu kommen, doch sie hatte keinerlei Appetit. Eher teilnahmslos starrte sie ins Feuer und ließ ihre Gedanken um das kreisen, was Avalos von sich gab. Normalerweise hätte sie sich dafür interessiert, wonach die Brut suchte, was es mit der Tafel auf sich hatte und wie es weitergehen würde, doch in jenem Moment vernahm sie nur ein elend langes Geschwafel, woraus sie nur den Inhalt vernahm, dass sie weiterreisen würde, weiterkämpfen müsste, sich für eine Welt opfern würde, in der sie selbst keinerlei Lebensinhalt mehr sah. Wozu? Damit ihre Nachfahren wieder weiterkämpfen würden um zu sterben, um ihre Kameraden sterben zu sehen?
Als Avalos am Ende seiner Rede ankam, wandte sie den Blick von dem Feuer ab, musterte ihn einen kurzen Augenblick und hatte es auch endgültig satt ihm zuzuhören, da all das was er sagte, für sie in jenem Moment keinerlei Sinn ergab. Vielleicht trug jedoch auch diese drückende Trauer, die in ihr wohnte zu der Wut bei, die gerade in ihr hoch kam und sie all die Erschöpfung für einen Moment vergessen ließ.
„Gleichgewicht… Ihr glaubt doch nicht allen Ernstes, dass es so etwas gibt“, begann sie in einem eher genervtem Ton.
„Es wird immer eine Seite geben, die überwiegt, und es wird immer Schwankungen geben. Und selbst wenn es so etwas, wie ein Gleichgewicht gäbe, wer sagt, dass nicht vielleicht wir diejenigen sind, die dieses zerstören? Ihr redet davon, dass die Schwarze Sonne, dazu da ist, um ein Gleichgewicht herzustellen, dabei müsstet Ihr doch nach so vielen Jahren des Umherwanderns auf dieser gottverlassenen Welt gemerkt haben, dass es so etwas niemals geben wird! Und wenn Ihr unter Gleichgewicht versteht, dass unser Leben darin besteht, auf ewig gegen diese Monster zu kämpfen, Leben zu opfern, um …“, sie hielt einen kurzen Moment inne, bevor sie fortfuhr.
„Ja, wofür eigentlich? Um Leben zu retten, und diese wieder zu opfern? Eure Schwarze Sonne ist nichts weiter als ein Tyrann, der es wohl liebt mit anzusehen, wie wir leiden, nichts weiter. Ja, im Prinzip kämpfen wir doch alle bis in die Ewigkeit, genau wie Euer Zwergenfreund, und der Text Eurer Tafel klingt für mich auch nicht gerade vielversprechend“, sie wandte den Blick von ihm ab und stand wieder vom Boden auf. Erst jetzt spürte sie erneut, wie sehr ihre Gelenke schmerzten, und dass sich erneut alles einen kurzen Moment zu drehen begann, wies zusätzlich darauf hin, dass sie ziemlich schwach war, doch sie ignorierte es und klopfte sich stattdessen etwas Staub von der Kleidung während sie weitersprach.
„Wisst Ihr, es ist mir gleichgültig, was oder wer Ihr seid, und ich bin es leid Euch zuzuhören. Ich kämpfe gegen die Brut, die mir und vielen anderen, alles genommen hat. Dabei werde ich sterben, bevor die Verderbtheit mich zerfressen hat, und nicht weil ich einen Eid Euch gegenüber abgelegt habe oder wann Ihr oder diese Sonne es vielleicht so wollt. Nennt mich rachsüchtig, aber mein Leben ist ohnehin schon verwirkt“, fügte sie noch mit einem tiefen Seufzer hinzu, bevor sie sich abwandte und eher langsam in die Richtung ihres Zeltes ging, um ihre Sachen zu packen.
Als Avalos am Ende seiner Rede ankam, wandte sie den Blick von dem Feuer ab, musterte ihn einen kurzen Augenblick und hatte es auch endgültig satt ihm zuzuhören, da all das was er sagte, für sie in jenem Moment keinerlei Sinn ergab. Vielleicht trug jedoch auch diese drückende Trauer, die in ihr wohnte zu der Wut bei, die gerade in ihr hoch kam und sie all die Erschöpfung für einen Moment vergessen ließ.
„Gleichgewicht… Ihr glaubt doch nicht allen Ernstes, dass es so etwas gibt“, begann sie in einem eher genervtem Ton.
„Es wird immer eine Seite geben, die überwiegt, und es wird immer Schwankungen geben. Und selbst wenn es so etwas, wie ein Gleichgewicht gäbe, wer sagt, dass nicht vielleicht wir diejenigen sind, die dieses zerstören? Ihr redet davon, dass die Schwarze Sonne, dazu da ist, um ein Gleichgewicht herzustellen, dabei müsstet Ihr doch nach so vielen Jahren des Umherwanderns auf dieser gottverlassenen Welt gemerkt haben, dass es so etwas niemals geben wird! Und wenn Ihr unter Gleichgewicht versteht, dass unser Leben darin besteht, auf ewig gegen diese Monster zu kämpfen, Leben zu opfern, um …“, sie hielt einen kurzen Moment inne, bevor sie fortfuhr.
„Ja, wofür eigentlich? Um Leben zu retten, und diese wieder zu opfern? Eure Schwarze Sonne ist nichts weiter als ein Tyrann, der es wohl liebt mit anzusehen, wie wir leiden, nichts weiter. Ja, im Prinzip kämpfen wir doch alle bis in die Ewigkeit, genau wie Euer Zwergenfreund, und der Text Eurer Tafel klingt für mich auch nicht gerade vielversprechend“, sie wandte den Blick von ihm ab und stand wieder vom Boden auf. Erst jetzt spürte sie erneut, wie sehr ihre Gelenke schmerzten, und dass sich erneut alles einen kurzen Moment zu drehen begann, wies zusätzlich darauf hin, dass sie ziemlich schwach war, doch sie ignorierte es und klopfte sich stattdessen etwas Staub von der Kleidung während sie weitersprach.
„Wisst Ihr, es ist mir gleichgültig, was oder wer Ihr seid, und ich bin es leid Euch zuzuhören. Ich kämpfe gegen die Brut, die mir und vielen anderen, alles genommen hat. Dabei werde ich sterben, bevor die Verderbtheit mich zerfressen hat, und nicht weil ich einen Eid Euch gegenüber abgelegt habe oder wann Ihr oder diese Sonne es vielleicht so wollt. Nennt mich rachsüchtig, aber mein Leben ist ohnehin schon verwirkt“, fügte sie noch mit einem tiefen Seufzer hinzu, bevor sie sich abwandte und eher langsam in die Richtung ihres Zeltes ging, um ihre Sachen zu packen.
Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 04:15 .
#2737
Posté 12 février 2011 - 09:07
„Ich muss Allie Recht geben“, meinte Drakenot, nachdem die Magierin geendet hatte. „Die Worte auf Eurer Tafel sagen nicht wirklich etwas aus und Eure Ausführungen dazu ebenso wenig. Und mich überrascht, dass Ihr Euch darum Sorgen macht, was die Königreiche dieses Kontinents alles tun könnten, wäre es zu einer weiteren Verderbnis gekommen. Und wie ich Euch bereits sagte, interessiert es mich nicht, ob Ferelden fällt, Tevinter wieder erstarkt oder Orlais versucht, die Welt zu erobern. Irdische Kriege und Politik sind für mich nicht von Belang. Königreiche kommen und gehen, das war immer so und wird immer so sein. Die Mächte des Guten und des Bösen werden immer im Clinch miteinander liegen. Manchmal obliegt es der einen Seite zu triumphieren, manchmal der anderen Seite. Das ist die einzige Form des Gleichgewichtes, welches ich kenne. Doch es liegt nicht in meinem Bestreben, daran etwas zu ändern. Ich interessiere mich lediglich für die Dinge, die von der anderen Seite aus, dem Nichts, in unsere Welt schwappen und die Existenz unserer ganzen Rassen bedrohen. Die Brut ist so eine Bedrohung und in Eurem Zelt spracht Ihr von einer anderen.“
Der Alte stand auf und verschränkte vor Avalos demonstrativ seine Arme. „Doch dort wolltet Ihr es mir nicht sagen, sondern erst dann, wenn alle Eure „Gefährten“ versammelt sind. Nun, hier sind sie. Wenigstens alle, die Ihr bisher noch nicht geopfert habt.“
Drakenot breitete seine Arme aus und drehte sich einmal im Kreis, bevor er sich wieder an Avalos wandte. „Wollt Ihr uns jetzt etwa erzählen, dass das jetzt alles war? Zweideutige Prophezeiungen und Halbwissen und Eure Erinnerungen aus längst vergangenen Tagen. Ihr wolltet uns alles sagen, doch habt uns nichts gesagt. Doch damit geben wir uns nicht mehr zufrieden. Weiht uns ein in Euer ach so großes Wissen oder teilt uns zumindest mit, was Ihr vermutet. Ihr wollt, dass wir Euch folgen und bietet uns nichts dafür, nicht einmal die Informationen, über die Ihr verfügt und die Ihr mir zugesagt habt. Also, warum sollten wir Euch weiterhin quer durch Thedas folgen? Vielleicht nur, um Euch und Eurer Sonne noch mehr Macht zu verleihen? Vielleicht steckt sie ja hinter der ganzen Sache? Ihr solltet uns schon mehr geben als das, wenn Ihr unsere Hilfe wollt! Oder wollt Ihr uns etwa weismachen, dass der allwissende Avalos, der schon seit Äonen auf dieser Welt wandelt, nicht mehr herausgefunden hat als dieses zweideutige Geschwafel?“
Der Alte stand auf und verschränkte vor Avalos demonstrativ seine Arme. „Doch dort wolltet Ihr es mir nicht sagen, sondern erst dann, wenn alle Eure „Gefährten“ versammelt sind. Nun, hier sind sie. Wenigstens alle, die Ihr bisher noch nicht geopfert habt.“
Drakenot breitete seine Arme aus und drehte sich einmal im Kreis, bevor er sich wieder an Avalos wandte. „Wollt Ihr uns jetzt etwa erzählen, dass das jetzt alles war? Zweideutige Prophezeiungen und Halbwissen und Eure Erinnerungen aus längst vergangenen Tagen. Ihr wolltet uns alles sagen, doch habt uns nichts gesagt. Doch damit geben wir uns nicht mehr zufrieden. Weiht uns ein in Euer ach so großes Wissen oder teilt uns zumindest mit, was Ihr vermutet. Ihr wollt, dass wir Euch folgen und bietet uns nichts dafür, nicht einmal die Informationen, über die Ihr verfügt und die Ihr mir zugesagt habt. Also, warum sollten wir Euch weiterhin quer durch Thedas folgen? Vielleicht nur, um Euch und Eurer Sonne noch mehr Macht zu verleihen? Vielleicht steckt sie ja hinter der ganzen Sache? Ihr solltet uns schon mehr geben als das, wenn Ihr unsere Hilfe wollt! Oder wollt Ihr uns etwa weismachen, dass der allwissende Avalos, der schon seit Äonen auf dieser Welt wandelt, nicht mehr herausgefunden hat als dieses zweideutige Geschwafel?“
#2738
Posté 13 février 2011 - 06:46
Nur zwei jadegrüne, brennende Schlitze waren in der dunklen Kapuze zu erkennen.
"Worte, einer zerrissenen, gebrochenen Persönlichkeit. Ihr seid zerbrochen, schon damals in den tiefen Wegen. Eure Seele ist längst gestorben, und nur euer Herz schlägt noch, weil es euch der Hass gebietet.... "
So kalt wie der letzte Hauch eines sterbenden Gletschers fraßen sich seine Worte überall hinein.
"Ihr habt euren Teil getan, um den Status Quo zu erhalten. Oder was seid ihr, was glaubt ihr zu sein? Ein Opfer, das bereitwillig erbracht wird, um die Brut aufzuhalten. Die Wächter waren nie etwas anderes, obwohl sie sich stets selber verklären, als strahlende Ritter. Ihr seid nur ein Gegenpart zu diesen Missgestalten, ihr werdet ausgerüstet, ernährt, gekleidet, nur um im Kampf zu fallen. Das ist euer Weg, und diesen werdet ihr bis zum bitteren Ende bestreiten. Obwohl ihr längst gegangen seid.
Ihr habt euren Teil geleistet, richtet euch nicht selber mit einem falschen Urteil.
Und ja, natürlich opfert ihr euch, eure Freunde, eure Familie, eure Gefährten. Diese Verpflichtung ist bindend, ihr habt euch an diese Maxime gebunden, als ihr den Kelch mit Blut geleert habt. Dass dies der Preis sein würde, wußtet ihr, auch wenn ihr es bis heute verleugnet und euch selber dafür mit unbändigem Hass am Leben haltet.
Geht, wenn es euch beliebt. Findet euren Frieden, bevor ihr fallt. Findet euch wieder, schaut in einen Spiegel und seht, was ihr seid, wozu ihr geformt wurdet.
Es gibt kein Gleichgewicht. Das Pendel schlägt stets aus, das Schicksal bevorzugt mal jende, mal Andere. Steter Kampf, stetes Blutvergießen. Leben, um zu opfern. eine Konstante, die sich durch jedes Zeitalter zieht.
Ob ihr es versteht oder nicht ist mir gleichgültig. Ich hab euch nicht zu dem geformt, was ihr seid, dafür seid ihr selbst verantwortlich. Geht und sterbt, mit eurer Klinge in der Hand. Aber sterben mit Kampf und Tod werdet ihr so oder so, das letzte Opfer dass ihr bringen werdet, damit diese Welt nicht endet...
Seine Stimme verlor sich im Wind. Allie war stehengeblieben, mit einer Hand am verwitterten Holzpfosten, dass die Schärpe des Zelts hielt.
Avalos sah, wie sich ihre Finger in das Holz gruben, wie seine Worte sich wie ätzendes Gift und flüssiges Gestein in die Reste ihres Geists fraßen.
Entweder würde sie ihn angreifen.. Oder erkennen, was sie war.
Drakenot erhob sich, mit einem überheblichen Grinsen und viel Theatralik teilte er wortreich mit, wie sehr ihn das doch alles nicht interessieren würde.
Avalos gewann den Eindruck, dass sich der alte Mann zu gerne selbst reden hörte.
Allerdings auf die Art und Weise, der gerne sein eigenes Herz bewundern wollte - außerhalb seines Brustkorbs.
"Ich hatte bereits die Vermutung, dass euch das Alter zu schaffen macht, deshalb wiederhole ich mich nochmal, extra für euch.
Ich sagte, und jetzt hört genau zu, dass ich es nicht wage, die Runen zu deuten. Hrotgar ist abschreckendes Beispiel genug für mich.
Und ich sagte bereits, dass die Brut nur Vorwand war, um uns auf falsche Spuren zu locken. Dass diese Missgestalten sich aber nur bedingt lenken lassen, beweist die Tafel, nach der sie gesucht haben.
Und wenn es um Macht gehen würde... "
Avalos lachte trocken.
"Macht ist nur ein schales Wort, dessen Süße schon lang verklungen ist. Ich nehme mir sie, wenn es mir sinnvoll erscheint, aber ich trachte nicht danach. Wozu auch, Macht basiert auf Faktoren, die mit der Zeit sich ändern und verfallen.
Und ansich seid ihr hier fehl am Platze. Ich sorge dafür, dass die Welt keine Umwälzungen erlebt, die sie umbringen würde. Und abgesehen von der goldenen Stadt ist mir das Nichts ziemlich egal. Ob Dämon oder Geist, sind sie mir nützlich, interessiert es mich nicht aus was für Gründen sie in unserer Welt wandern.
Das einzige, was ich anstellen kann, sind Vermutungen.
Möglicherweise", das Wort betonte er besonders deutlich, damit Drakenot ihm folgen konnte, "Möglicherweise sind die Tafeln Warnungen, im Bezug auf Ostagar. Ostagar ist alt, ihre Grundstrukturen sind weitaus älter, als die mächtige Festung, die Tevinter auf ihr erbauen ließ."
Avalos legte sich einen Finger an den Nasenflügel, während er fieberhaft nachdachte.
"Ansich ist Ostagar die einzige Komponente, die klar benannt ist. Die Glocken ebenso. Aufgrund der Ereignisse, ist die Feste der Schlüssel.
Außerdem, aufgrund der magischen Natur, beziehen sich die Tafeln warscheinlich auf magische Elemente, die kurz vor der Eruption stehen. Was wiederum auf Ostagar deutet.
"Ihr treibt es zu weit, mit eurem gekünstelten Rebellengehabe. Akzeptiert, oder verschwindet. Ich habe nichts mit euch zu schaffen, ihr interressiert mich einfach nicht. Ihr haltet euch für wichtig, als ob die Sonne ohne euch nicht mehr aufgehen würde. Hochmut kommt vor dem Fall, und in eurem Fall ist der Boden schon weit, weit entfernt. Und euer Geheimorden," Avalos macht eine abschätzige Geste, " ist mir auch egal."
"Zweitens, um eure "Hilfe" in welcher Form auch immer, habe ich nie gebeten, noch will ich sie. mein Ersteindruck trügt mich selten, und ihr seid mit eurem arroganten Gehabe die Mühe nicht wert."
Das schwarze Metallgeflecht knisterte leise, als winzige Elmsfeuer sich über ihre raue Struktur zogen.
"Eilt euch, Streiter, die Stunde rückt näher...." ein körperloses Flüstern in seinen Gedanken, dass ihn Mühe haben ließ, sein unbewegtes Gesicht zu wahren.
"Drittens... Mit welchem Recht glaubt ihr, für Andere sprechen zu können? Ich habe den Eindruck, als ob die Versammelten hier sehr wohl eigene Meinungen vertreten, die euch als Wortführer überflüssig erscheinen lassen.
Dabei lass ich es bewenden. Folgt, oder lasst es. Uns läuft die Zeit davon."
Er ließ Drakenot einfach stehen, griff nach den Zügeln seines schwarzen Rappens und schwang sich mit einem Ruck in den Sattel.
"Worte, einer zerrissenen, gebrochenen Persönlichkeit. Ihr seid zerbrochen, schon damals in den tiefen Wegen. Eure Seele ist längst gestorben, und nur euer Herz schlägt noch, weil es euch der Hass gebietet.... "
So kalt wie der letzte Hauch eines sterbenden Gletschers fraßen sich seine Worte überall hinein.
"Ihr habt euren Teil getan, um den Status Quo zu erhalten. Oder was seid ihr, was glaubt ihr zu sein? Ein Opfer, das bereitwillig erbracht wird, um die Brut aufzuhalten. Die Wächter waren nie etwas anderes, obwohl sie sich stets selber verklären, als strahlende Ritter. Ihr seid nur ein Gegenpart zu diesen Missgestalten, ihr werdet ausgerüstet, ernährt, gekleidet, nur um im Kampf zu fallen. Das ist euer Weg, und diesen werdet ihr bis zum bitteren Ende bestreiten. Obwohl ihr längst gegangen seid.
Ihr habt euren Teil geleistet, richtet euch nicht selber mit einem falschen Urteil.
Und ja, natürlich opfert ihr euch, eure Freunde, eure Familie, eure Gefährten. Diese Verpflichtung ist bindend, ihr habt euch an diese Maxime gebunden, als ihr den Kelch mit Blut geleert habt. Dass dies der Preis sein würde, wußtet ihr, auch wenn ihr es bis heute verleugnet und euch selber dafür mit unbändigem Hass am Leben haltet.
Geht, wenn es euch beliebt. Findet euren Frieden, bevor ihr fallt. Findet euch wieder, schaut in einen Spiegel und seht, was ihr seid, wozu ihr geformt wurdet.
Es gibt kein Gleichgewicht. Das Pendel schlägt stets aus, das Schicksal bevorzugt mal jende, mal Andere. Steter Kampf, stetes Blutvergießen. Leben, um zu opfern. eine Konstante, die sich durch jedes Zeitalter zieht.
Ob ihr es versteht oder nicht ist mir gleichgültig. Ich hab euch nicht zu dem geformt, was ihr seid, dafür seid ihr selbst verantwortlich. Geht und sterbt, mit eurer Klinge in der Hand. Aber sterben mit Kampf und Tod werdet ihr so oder so, das letzte Opfer dass ihr bringen werdet, damit diese Welt nicht endet...
Seine Stimme verlor sich im Wind. Allie war stehengeblieben, mit einer Hand am verwitterten Holzpfosten, dass die Schärpe des Zelts hielt.
Avalos sah, wie sich ihre Finger in das Holz gruben, wie seine Worte sich wie ätzendes Gift und flüssiges Gestein in die Reste ihres Geists fraßen.
Entweder würde sie ihn angreifen.. Oder erkennen, was sie war.
Drakenot erhob sich, mit einem überheblichen Grinsen und viel Theatralik teilte er wortreich mit, wie sehr ihn das doch alles nicht interessieren würde.
Avalos gewann den Eindruck, dass sich der alte Mann zu gerne selbst reden hörte.
Allerdings auf die Art und Weise, der gerne sein eigenes Herz bewundern wollte - außerhalb seines Brustkorbs.
"Ich hatte bereits die Vermutung, dass euch das Alter zu schaffen macht, deshalb wiederhole ich mich nochmal, extra für euch.
Ich sagte, und jetzt hört genau zu, dass ich es nicht wage, die Runen zu deuten. Hrotgar ist abschreckendes Beispiel genug für mich.
Und ich sagte bereits, dass die Brut nur Vorwand war, um uns auf falsche Spuren zu locken. Dass diese Missgestalten sich aber nur bedingt lenken lassen, beweist die Tafel, nach der sie gesucht haben.
Und wenn es um Macht gehen würde... "
Avalos lachte trocken.
"Macht ist nur ein schales Wort, dessen Süße schon lang verklungen ist. Ich nehme mir sie, wenn es mir sinnvoll erscheint, aber ich trachte nicht danach. Wozu auch, Macht basiert auf Faktoren, die mit der Zeit sich ändern und verfallen.
Und ansich seid ihr hier fehl am Platze. Ich sorge dafür, dass die Welt keine Umwälzungen erlebt, die sie umbringen würde. Und abgesehen von der goldenen Stadt ist mir das Nichts ziemlich egal. Ob Dämon oder Geist, sind sie mir nützlich, interessiert es mich nicht aus was für Gründen sie in unserer Welt wandern.
Das einzige, was ich anstellen kann, sind Vermutungen.
Möglicherweise", das Wort betonte er besonders deutlich, damit Drakenot ihm folgen konnte, "Möglicherweise sind die Tafeln Warnungen, im Bezug auf Ostagar. Ostagar ist alt, ihre Grundstrukturen sind weitaus älter, als die mächtige Festung, die Tevinter auf ihr erbauen ließ."
Avalos legte sich einen Finger an den Nasenflügel, während er fieberhaft nachdachte.
"Ansich ist Ostagar die einzige Komponente, die klar benannt ist. Die Glocken ebenso. Aufgrund der Ereignisse, ist die Feste der Schlüssel.
Außerdem, aufgrund der magischen Natur, beziehen sich die Tafeln warscheinlich auf magische Elemente, die kurz vor der Eruption stehen. Was wiederum auf Ostagar deutet.
"Ihr treibt es zu weit, mit eurem gekünstelten Rebellengehabe. Akzeptiert, oder verschwindet. Ich habe nichts mit euch zu schaffen, ihr interressiert mich einfach nicht. Ihr haltet euch für wichtig, als ob die Sonne ohne euch nicht mehr aufgehen würde. Hochmut kommt vor dem Fall, und in eurem Fall ist der Boden schon weit, weit entfernt. Und euer Geheimorden," Avalos macht eine abschätzige Geste, " ist mir auch egal."
"Zweitens, um eure "Hilfe" in welcher Form auch immer, habe ich nie gebeten, noch will ich sie. mein Ersteindruck trügt mich selten, und ihr seid mit eurem arroganten Gehabe die Mühe nicht wert."
Das schwarze Metallgeflecht knisterte leise, als winzige Elmsfeuer sich über ihre raue Struktur zogen.
"Eilt euch, Streiter, die Stunde rückt näher...." ein körperloses Flüstern in seinen Gedanken, dass ihn Mühe haben ließ, sein unbewegtes Gesicht zu wahren.
"Drittens... Mit welchem Recht glaubt ihr, für Andere sprechen zu können? Ich habe den Eindruck, als ob die Versammelten hier sehr wohl eigene Meinungen vertreten, die euch als Wortführer überflüssig erscheinen lassen.
Dabei lass ich es bewenden. Folgt, oder lasst es. Uns läuft die Zeit davon."
Er ließ Drakenot einfach stehen, griff nach den Zügeln seines schwarzen Rappens und schwang sich mit einem Ruck in den Sattel.
#2739
Posté 14 février 2011 - 12:18
Zelandriel lauschte aufmerksam Avalos´s Ausführungen, während er widerwillig den Gemüseeintopf hinunterwürgte. Schlau wurde er aus Avalos´s Erklärungen nicht, aber zumindest wusste er nun über die nächsten Reiseziele bescheid. Im Prinzip interessierte ihn auch die ganzen Geschichten nicht die Avalos zum Besten gab. Er hatte zugesagt der Gruppe im Kampf gegen die dunkle Brut beizustehen, und daran würde er sich auch halten.
Um sich in den Disput einzumischen den Avalos mit Allie und Drakennot führte, fehlte ihm das nötige Hintergrundwissen, zudem hatte er auch keine Lust irgendwelche sinnlose Wortwechsel auszufechten.
Nachdem Avalos auf Allies und Drakenots Einwände geantwortet hatte, sah er das Gespräch als beendet an und schwang sich auf sein Pferd. Zelandriel tat das selbige nachdem er seine Sachen zusammengerafft hatte, und wandte sich mit lakonischer Stimme an die Runde. „Los lasst uns losziehen oder wollt ihr hier noch Wurzeln schlagen? Wenn ihr noch etwas zu diskutieren habt, könnt ihr das ja am Weg machen. Wir werden ja doch einige Tage unterwegs sein, da solltet ihr genug Zeit dazu haben.“
Nachdenklich musterte er Drakenot, der in der Anwesenheit von Avalos zu einem ganz anderen Menschen wurde. Noch nie hat er ihn so ernst, wenn nicht sogar ein wenig aufgebracht gesehen. Er konnte nachvollziehen dass Avalos aufgrund seiner arroganten Art nicht gerade sympathisch wirkte, aber so sind Anführer nun mal, dachte Zelandriel schulterzuckend.
Um sich in den Disput einzumischen den Avalos mit Allie und Drakennot führte, fehlte ihm das nötige Hintergrundwissen, zudem hatte er auch keine Lust irgendwelche sinnlose Wortwechsel auszufechten.
Nachdem Avalos auf Allies und Drakenots Einwände geantwortet hatte, sah er das Gespräch als beendet an und schwang sich auf sein Pferd. Zelandriel tat das selbige nachdem er seine Sachen zusammengerafft hatte, und wandte sich mit lakonischer Stimme an die Runde. „Los lasst uns losziehen oder wollt ihr hier noch Wurzeln schlagen? Wenn ihr noch etwas zu diskutieren habt, könnt ihr das ja am Weg machen. Wir werden ja doch einige Tage unterwegs sein, da solltet ihr genug Zeit dazu haben.“
Nachdenklich musterte er Drakenot, der in der Anwesenheit von Avalos zu einem ganz anderen Menschen wurde. Noch nie hat er ihn so ernst, wenn nicht sogar ein wenig aufgebracht gesehen. Er konnte nachvollziehen dass Avalos aufgrund seiner arroganten Art nicht gerade sympathisch wirkte, aber so sind Anführer nun mal, dachte Zelandriel schulterzuckend.
#2740
Posté 14 février 2011 - 03:56
Avalos trat auf, wie er es immer tat. Arrogant, überheblich und durch und durch von sich selbst überzeugt. Eine sehr gefährliche Kombination. Nicht nur für ihn selbst, sondern auch für jeden in seiner Begleitung. Das wusste Drakenot genau, doch war diese Tatsache auch den anderen klar? Dieser selbsternannte Anführer würde jeden seiner Gefährten opfern, um seine Ziele oder die seiner Sonne zu erreichen. Aber schloss das auch sein eigenes Leben mit ein? Der Alte bezweifelte dies. Für ihn war der einzige Grund, warum sich Avalos mit anderen Personen umgab, die Option diese an seiner Stelle opfern zu können. Doch damit würde es bald vorbei sein.
„Ich weiß gar nicht, von welchem Geheimorden Ihr da eigentlich sprecht, mein Junge?“ meinte Drakenot locker, ohne sich von Avalos abfälliger Art aus der Ruhe bringen zu lassen. „Vermutlich meint Ihr die Vereinigung unabhängiger Apotheker, der ich, wie auch viele andere meines Standes, angehören. Nun, diese Gruppierung gibt es zwar noch nicht lange, aber sie ist alles andere als geheim.“
Ein hämisches Grinsen legte sich auf das Gesicht des Alten. „Und ich finde es bemerkenswert, dass Ihr so fasziniert von meinem Alter seid, Jungchen, wo Ihr doch selbst angeblich weitaus älter seid als ich. Doch wie mir scheint hat Eure Sonne nur Euren Körper jung gehalten, aber Euren Verstand nicht, denn es sieht so aus, als würde dieser sich schon seit geraumer Zeit verflüchtigen. Nicht nur dass Ihr die Apothekenvereinigung als Geheimorden klassifiziert, nein, jetzt verstrickt Ihr Euch auch schon in Euren eigenen Ausführungen in Widersprüche. Erst erzählt Ihr uns, die Sonne und Ihr wären das Gleichgewicht dieser Welt und im nächsten Atemzug plappert Ihr mir nach, dass ein solches Gleichgewicht gar nicht existiert. Ihr solltet Euch schon entscheiden, woran Ihr eigentlich glaubt. Sonst kommen außer mir noch mehr Leute auf den Gedanken, dass sich bei Euch so langsam der Altersschwachsinn manifestiert.“
Der Alte wandte sich ab, bevor er auf Allies Zelt zuging. „Und wenn Ihr glaubt, dass Ihr mich mit Eurer armseligen Ansprache und Eurem unbändigen Kontrollzwang loswerden könnt, so habt Ihr Euch geirrt. Ich lasse Euch keinen Augenblick mehr aus den Augen, mein Junge.“
‚Doch ich werde Vorkehrungen treffen, sobald wir in Denerim sind, Kleiner‘, führte Drakenot in Gedanken fort. ‚Du bist mir zu überheblich, als dass ich dir das Schicksal dieser Welt allein überlasse. Dann wirst du schon sehen, wer hier als letztes lacht.‘
Der Alte betrat Allies Zelt, in dem er die Magierin vorfand. Sie kniete gerade auf dem Boden und rollte ihre Schlafdecke zusammen, damit sie diese leichter auf ihrem Pferd verstauen konnte. Sie bemerkte Drakenot erst, als dieser dicht hinter ihr stand und seine Hand auf ihre Schulter legte.
„Alles in Ordnung mit Euch?“ fragte er besorgt. „Ihr seht sehr erschöpft und ausgelaugt aus. Seid Ihr sicher, dass Ihr die lange Reise zu Pferd überstehen werdet? Soll ich Euch vielleicht ein Stärkungsmittel geben?“
„Ich weiß gar nicht, von welchem Geheimorden Ihr da eigentlich sprecht, mein Junge?“ meinte Drakenot locker, ohne sich von Avalos abfälliger Art aus der Ruhe bringen zu lassen. „Vermutlich meint Ihr die Vereinigung unabhängiger Apotheker, der ich, wie auch viele andere meines Standes, angehören. Nun, diese Gruppierung gibt es zwar noch nicht lange, aber sie ist alles andere als geheim.“
Ein hämisches Grinsen legte sich auf das Gesicht des Alten. „Und ich finde es bemerkenswert, dass Ihr so fasziniert von meinem Alter seid, Jungchen, wo Ihr doch selbst angeblich weitaus älter seid als ich. Doch wie mir scheint hat Eure Sonne nur Euren Körper jung gehalten, aber Euren Verstand nicht, denn es sieht so aus, als würde dieser sich schon seit geraumer Zeit verflüchtigen. Nicht nur dass Ihr die Apothekenvereinigung als Geheimorden klassifiziert, nein, jetzt verstrickt Ihr Euch auch schon in Euren eigenen Ausführungen in Widersprüche. Erst erzählt Ihr uns, die Sonne und Ihr wären das Gleichgewicht dieser Welt und im nächsten Atemzug plappert Ihr mir nach, dass ein solches Gleichgewicht gar nicht existiert. Ihr solltet Euch schon entscheiden, woran Ihr eigentlich glaubt. Sonst kommen außer mir noch mehr Leute auf den Gedanken, dass sich bei Euch so langsam der Altersschwachsinn manifestiert.“
Der Alte wandte sich ab, bevor er auf Allies Zelt zuging. „Und wenn Ihr glaubt, dass Ihr mich mit Eurer armseligen Ansprache und Eurem unbändigen Kontrollzwang loswerden könnt, so habt Ihr Euch geirrt. Ich lasse Euch keinen Augenblick mehr aus den Augen, mein Junge.“
‚Doch ich werde Vorkehrungen treffen, sobald wir in Denerim sind, Kleiner‘, führte Drakenot in Gedanken fort. ‚Du bist mir zu überheblich, als dass ich dir das Schicksal dieser Welt allein überlasse. Dann wirst du schon sehen, wer hier als letztes lacht.‘
Der Alte betrat Allies Zelt, in dem er die Magierin vorfand. Sie kniete gerade auf dem Boden und rollte ihre Schlafdecke zusammen, damit sie diese leichter auf ihrem Pferd verstauen konnte. Sie bemerkte Drakenot erst, als dieser dicht hinter ihr stand und seine Hand auf ihre Schulter legte.
„Alles in Ordnung mit Euch?“ fragte er besorgt. „Ihr seht sehr erschöpft und ausgelaugt aus. Seid Ihr sicher, dass Ihr die lange Reise zu Pferd überstehen werdet? Soll ich Euch vielleicht ein Stärkungsmittel geben?“
#2741
Posté 14 février 2011 - 06:45
Die Worte des Schatten verwirrten ihn, doch er hatte sich noch nie wirklich mit Artefakten und mystischen Dingen beschäftigt. Davon hatte er keine Ahnung. Das einzige, das für ihn zählte, waren die Verbliebenen seiner Gefährten und die Aufgabe, der er sich angeschlossen hatte. Noah würde Avalos ohne ein Wort des Widerspruchs folgen und das nicht, weil er ihm einen Schwur geleistet hatte. In gewisser Weise vertraute er dem Schatten. Ein Gefühl sagte ihm, dass er ihm folgen sollte und dass sie auf dem richtigen Weg waren.
Mit Sorge blickte er der Elfe hinterher. Sie hatte ihr Herz vor Schmerz und Hass geschlossen und schien gleichgültig auf die Ereignisse zu blicken. Ein Teil von ihm tat dies ebenfalls, doch er mochte sein Herz nicht verschließen. Auch wenn es weh tat, der Schmerz war ein Teil von ihm und durch die Erinnerungen lebte ein Teil der Gefallenen in ihm weiter. Oft hatte er sich in den letzten Wochen gefragt, ob er den richtigen Weg eingeschlagen hatte. Immer wieder war die Vorstellung in ihm hochgekommen, sich mit Jule abzusetzen und dem Kampf den Rücken zu kehren. Eine Familie mit ihr zu gründen und ein einfaches Leben mit ihr und ihrem Kind zu führen. Doch Jule hatte ihm schnell klar gemacht, dass das nicht der Weg eines Wächters war. Noah hatte kaum Ahnung von den Wächtern. Das bisschen, dass er wusste, hatte er von ihr.
Ihr Bild kam vor seinem geistigen Auge hoch. Ihr verschmitztes Lächeln, umrahmt von ihrem blonden Haar dass der Wind ihr in Strähnen ins Gesicht blies. Eine Weile behielt er den Anblick aufrecht, bevor der Schmerz in zu übermannen drohte.
Die Vorstellung war verlockend gewesen, doch im Grunde war auch er ein Krieger. Auch wenn sein Blut ihn nicht direkt daran band, war er doch zu einem Kämpfer ausgebildet und wusste, dass auch er nicht lange davor hätte fliehen können.
Mühsam kam Noah auf die Beine und zog sich seinen Rücksack über. Er schaute zu den Pferden hinüber, die auf die Gruppe warteten und bedauerte, dass sein Brauner nicht unter ihnen war. Er hatte sich an das Pferd gewöhnt gehabt, doch im Grunde war es im Recht. Wenigstens der Wallach konnte nun wieder nach Hause ziehen. Für Noah war die Gruppe nun sein neues Zuhause.
Mit zusammen gekniffener Stirn schaute er dem Alten hinterher, der Allie folgte. Er kannte ihn nicht und hatte keine Ahnung, warum er sie begleiten würde. Doch dass er Avalos gegenüber feindselig eingestellt war, war unverkennbar. Wieso nahm der Schatten ihn mit? Der Alte hatte scheinbar nicht vor, auf ihn zu hören und schien geradezu streitlustig zu sein.
Noah verkniff sich eine Bemerkung ihm gegenüber. Auch den Wunsch, der Elfe hinterher zu gehen unterdrückte er. Im Moment fühlte er sich zu schwach. Müde wankte er zu den Pferden hinüber und griff in das Zaumzeug des Pferdes, das am nächsten zu ihm graste. Geduldig ließ es sich von ihm führen und wartete ab, bis er sich in den Sattel gehievt hatte.
Mit Sorge blickte er der Elfe hinterher. Sie hatte ihr Herz vor Schmerz und Hass geschlossen und schien gleichgültig auf die Ereignisse zu blicken. Ein Teil von ihm tat dies ebenfalls, doch er mochte sein Herz nicht verschließen. Auch wenn es weh tat, der Schmerz war ein Teil von ihm und durch die Erinnerungen lebte ein Teil der Gefallenen in ihm weiter. Oft hatte er sich in den letzten Wochen gefragt, ob er den richtigen Weg eingeschlagen hatte. Immer wieder war die Vorstellung in ihm hochgekommen, sich mit Jule abzusetzen und dem Kampf den Rücken zu kehren. Eine Familie mit ihr zu gründen und ein einfaches Leben mit ihr und ihrem Kind zu führen. Doch Jule hatte ihm schnell klar gemacht, dass das nicht der Weg eines Wächters war. Noah hatte kaum Ahnung von den Wächtern. Das bisschen, dass er wusste, hatte er von ihr.
Ihr Bild kam vor seinem geistigen Auge hoch. Ihr verschmitztes Lächeln, umrahmt von ihrem blonden Haar dass der Wind ihr in Strähnen ins Gesicht blies. Eine Weile behielt er den Anblick aufrecht, bevor der Schmerz in zu übermannen drohte.
Die Vorstellung war verlockend gewesen, doch im Grunde war auch er ein Krieger. Auch wenn sein Blut ihn nicht direkt daran band, war er doch zu einem Kämpfer ausgebildet und wusste, dass auch er nicht lange davor hätte fliehen können.
Mühsam kam Noah auf die Beine und zog sich seinen Rücksack über. Er schaute zu den Pferden hinüber, die auf die Gruppe warteten und bedauerte, dass sein Brauner nicht unter ihnen war. Er hatte sich an das Pferd gewöhnt gehabt, doch im Grunde war es im Recht. Wenigstens der Wallach konnte nun wieder nach Hause ziehen. Für Noah war die Gruppe nun sein neues Zuhause.
Mit zusammen gekniffener Stirn schaute er dem Alten hinterher, der Allie folgte. Er kannte ihn nicht und hatte keine Ahnung, warum er sie begleiten würde. Doch dass er Avalos gegenüber feindselig eingestellt war, war unverkennbar. Wieso nahm der Schatten ihn mit? Der Alte hatte scheinbar nicht vor, auf ihn zu hören und schien geradezu streitlustig zu sein.
Noah verkniff sich eine Bemerkung ihm gegenüber. Auch den Wunsch, der Elfe hinterher zu gehen unterdrückte er. Im Moment fühlte er sich zu schwach. Müde wankte er zu den Pferden hinüber und griff in das Zaumzeug des Pferdes, das am nächsten zu ihm graste. Geduldig ließ es sich von ihm führen und wartete ab, bis er sich in den Sattel gehievt hatte.
#2742
Posté 14 février 2011 - 08:00
Allie vernahm zwar noch ein paar der Worte von Drakenot und Avalos, bevor sie ihr Zelt erreichte und damit begann ihre Sachen zu packen. Sie hatte weder das Interesse den Anderen weiterhin zuzuhören, oder darauf einzugehen, denn sie war es leid zu reden und zu diskutieren, und sie war viel zu erschöpft, um sich in irgendeiner Weise von dem Schatten provozieren zu lassen.
Als sie ihre Sachen packte, spürte sie eine Art Druck auf ihrer Brust, einen Schmerz der erneut hochkommen wollte und ihr Tränen in die Augen drückte. Seit Tagen durchlief sie dieses elende Gefühlschaos, begonnen von Wut und Hass, gefolgt von Trauer und Ratlosigkeit. Ob es jemals enden würde? Noch bevor sie sich weitere Fragen stellen konnte, wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, als sie irgendetwas auf ihrer Schulter spürte. Erschrocken wandte sie sich um, erkannte jedoch, dass es sich nur um den Alten handelte, der sich wohl Sorgen zu machen schien.
„Seid froh, dass ich erschöpft aussehe, sonst hättet Ihr womöglich Feuer gefangen. Magier, wie mich zu erschrecken kann ich Euch nur abraten“, sagte sie ein wenig scherzhaft, bevor ihre Miene wieder den Ausdruck annahm, welchen man die gesamte Zeit über aus ihren Augen hätte lesen können.
„Als ob ich eine Wahl hätte“, fuhr sie fort, und packte nebenbei weiter, „Wobei, doch die habe ich, so wie ich es sehe, habe ich zwei Optionen: Die eine wäre es an den Ort zurückzukehren, an welchen ich meinen Tod hätte finden sollen, oder ich ziehe weiter, in der Hoffnung Antworten auf irgendetwas zu finden, wobei ich nicht einmal genau weiß, was die Frage ist, und um Bella und Noah nicht im Stich zu lassen. Zu vieles scheint uns wohl mittlerweile zu verbinden“, sie endete kurz, stellte für einen Moment das Packen ein und starrte nachdenklich auf die Tasche vor sich.
Als sie ihre Sachen packte, spürte sie eine Art Druck auf ihrer Brust, einen Schmerz der erneut hochkommen wollte und ihr Tränen in die Augen drückte. Seit Tagen durchlief sie dieses elende Gefühlschaos, begonnen von Wut und Hass, gefolgt von Trauer und Ratlosigkeit. Ob es jemals enden würde? Noch bevor sie sich weitere Fragen stellen konnte, wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, als sie irgendetwas auf ihrer Schulter spürte. Erschrocken wandte sie sich um, erkannte jedoch, dass es sich nur um den Alten handelte, der sich wohl Sorgen zu machen schien.
„Seid froh, dass ich erschöpft aussehe, sonst hättet Ihr womöglich Feuer gefangen. Magier, wie mich zu erschrecken kann ich Euch nur abraten“, sagte sie ein wenig scherzhaft, bevor ihre Miene wieder den Ausdruck annahm, welchen man die gesamte Zeit über aus ihren Augen hätte lesen können.
„Als ob ich eine Wahl hätte“, fuhr sie fort, und packte nebenbei weiter, „Wobei, doch die habe ich, so wie ich es sehe, habe ich zwei Optionen: Die eine wäre es an den Ort zurückzukehren, an welchen ich meinen Tod hätte finden sollen, oder ich ziehe weiter, in der Hoffnung Antworten auf irgendetwas zu finden, wobei ich nicht einmal genau weiß, was die Frage ist, und um Bella und Noah nicht im Stich zu lassen. Zu vieles scheint uns wohl mittlerweile zu verbinden“, sie endete kurz, stellte für einen Moment das Packen ein und starrte nachdenklich auf die Tasche vor sich.
Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 04:20 .
#2743
Posté 15 février 2011 - 02:54
Hass kochte in ihm hoch.
Der Wunsch, seine gepanzerte Faust in sein Gesicht zu treiben, wurde beinahe übermächtig.
"....Unwichtig. Das Firmament wird brennen. Eilt euch...."
Die körperlose Stimme, das unheilvolle Flüstern in seiner Seele brachte ihn wieder zur Besinnung.
"Natürlich, oh allwissender Apotheker. Wenn dem so wäre, dann sollte ich mich in Zukunft vor Apothekern hüten, da ihr ja schließlich höchstpersönlich sagtet, dass eure Mitstreiter aus eurer Apothekenliga mich zu Fall bringen könnten, wenn ihr es selber nicht vermögt. Interessant, welch unheimliche Macht Apotheker in diesen unruhigen Zeiten doch aufzubringen vermögen."
Er hatte Drakenots Worte in seinem Zelt noch gut in Erinnerung. Nach dieser Reise würde er sich mit Vergnügen um diesen "Geheimbund" oder für was auch immer sich diese Narren hielten, kümmern.
"Und nein, ich sehe keinerlei Widerspruch. Mit Gleichgewicht meine ich eine perfekte Waage, die weder Licht noch Schatten übervorteilt. Das ist Utopie. Ich sorge für ein Gleichgewicht, wenn die Kräfteverhältnisse verschoben sind.
Nicht mehr, nicht weniger, das solltet ihr ansich wissen."
Der Rappen wieherte leise.
Zelandriel hatte während seines kleines Gefechts mit dem Magier nur kurz mit den Schultern gezuckt, sich langsam erhoben und seelenruhig seinen widerlichen Eintopf heruntergewürgt. Widerlich, weil sein Gesichtsausdruck keinen anderen Schluss zuzulassen schien.
Noah hingegen hatte sich aufgerappelt und sich mit behäbigen Bewegungen auf ein nahestehendes Pferd geschwungen.
Mit leichtem Schenkeldruck ließ er den Rappen an Noahs Flanke herantraben.
Leise wandte er sich an den Krieger
"Hört zu. Da der alte Narr so gut wie jeden hier aufzuhetzen versucht und uns währenddessen die Zeit davonläuft, reite ich voraus und sorge für eine Schiffspassage. Morgen bei Sonnenaufgang müsst ihr an der Küste sein. Therinsford, ein kleines Fischerdorf in einem geschützten Fjord. Dort wartet ein Frachkahn auf euch. Nur euch, und die Pferde. Wenn es sich einrichten lässt, sorgt dafür, dass der alte Mann ersäuft."
Sein Tonfall hatte etwas entnervtes.
"Ich weiß nicht, was er im Schilde führt, aber es ist nichts Gutes. Achtet auf ihn. Und auf Allie.
Sie ist gebrochen, nur noch scharfkantige Splitter einer ehemals großartigen Persönlichkeit. Ihr Wahnsinn ist gefährlich geworden. Und Drakenot kippt noch Öl ins Feuer, möglicherweise will er sie gegen mich oder uns verwenden. Wie gesagt, achtet auf sie."
Avalos stellte sich kurz in den Steigbügeln auf und sondierte die Umgebung.
Dann beugte er sich vor, und sein Flüstern wurde noch leiser, ein Windhauch in einer ersterbend kalten Nacht.
".... Nehmt die Passage übers wache Meer. Nach Denerim, so schnell ihr könnt. Ihr trefft mich in drei Tagen, zur Mittagsstunde im Grünen Drachen. Eine Taverne, im Gesindeviertel. Besorgt euch auf dem Weg dorthin Lumpen, schmutzige Mäntel. Verbergt eure Waffen, Rüstungen, alles was wertvoll ist. Fangt keine Kämpfe an, es geht um Zeit und Geschwindigkeit.
Ich weiß, meine Informationen sind dürftig. Mehr habe ich aber einfach nicht in der Hand, das einzige, was sicher scheint, ist dass die Ereignisse überhand nehmen, sich de facto überschlagen. Ich habe eine Vermutung, aber sollte sich das bewahrheiten, wird sich jeder wünschen, dass es doch eine Verderbnis sein würde...."
Noah sah verwirrt aus, aber seine Verwirrung schlug schnell um in Entschlossenheit.
"Treibt sie an. Ihr werdet mindestens zehn bis zwölf Stunden brauchen, selbst wenn ihr die Gäule fast zu Tode hetzt. Eilt euch."
Mit diesen letzten Worten verabschiedete er sich. Der Schatten gab dem Rappen die Sporen, und mit einem leisen Wiehern galoppierte er in die dunkle Nacht hinaus.
Erst jetzt fiel Noah auf, dass Avalos seine Klingen wieder offen trug, statt verdeckt wie sonst üblich.
Hinter ihm knackte ein Holzscheit im Feuer.
Dann war es still.
Der Wunsch, seine gepanzerte Faust in sein Gesicht zu treiben, wurde beinahe übermächtig.
"....Unwichtig. Das Firmament wird brennen. Eilt euch...."
Die körperlose Stimme, das unheilvolle Flüstern in seiner Seele brachte ihn wieder zur Besinnung.
"Natürlich, oh allwissender Apotheker. Wenn dem so wäre, dann sollte ich mich in Zukunft vor Apothekern hüten, da ihr ja schließlich höchstpersönlich sagtet, dass eure Mitstreiter aus eurer Apothekenliga mich zu Fall bringen könnten, wenn ihr es selber nicht vermögt. Interessant, welch unheimliche Macht Apotheker in diesen unruhigen Zeiten doch aufzubringen vermögen."
Er hatte Drakenots Worte in seinem Zelt noch gut in Erinnerung. Nach dieser Reise würde er sich mit Vergnügen um diesen "Geheimbund" oder für was auch immer sich diese Narren hielten, kümmern.
"Und nein, ich sehe keinerlei Widerspruch. Mit Gleichgewicht meine ich eine perfekte Waage, die weder Licht noch Schatten übervorteilt. Das ist Utopie. Ich sorge für ein Gleichgewicht, wenn die Kräfteverhältnisse verschoben sind.
Nicht mehr, nicht weniger, das solltet ihr ansich wissen."
Der Rappen wieherte leise.
Zelandriel hatte während seines kleines Gefechts mit dem Magier nur kurz mit den Schultern gezuckt, sich langsam erhoben und seelenruhig seinen widerlichen Eintopf heruntergewürgt. Widerlich, weil sein Gesichtsausdruck keinen anderen Schluss zuzulassen schien.
Noah hingegen hatte sich aufgerappelt und sich mit behäbigen Bewegungen auf ein nahestehendes Pferd geschwungen.
Mit leichtem Schenkeldruck ließ er den Rappen an Noahs Flanke herantraben.
Leise wandte er sich an den Krieger
"Hört zu. Da der alte Narr so gut wie jeden hier aufzuhetzen versucht und uns währenddessen die Zeit davonläuft, reite ich voraus und sorge für eine Schiffspassage. Morgen bei Sonnenaufgang müsst ihr an der Küste sein. Therinsford, ein kleines Fischerdorf in einem geschützten Fjord. Dort wartet ein Frachkahn auf euch. Nur euch, und die Pferde. Wenn es sich einrichten lässt, sorgt dafür, dass der alte Mann ersäuft."
Sein Tonfall hatte etwas entnervtes.
"Ich weiß nicht, was er im Schilde führt, aber es ist nichts Gutes. Achtet auf ihn. Und auf Allie.
Sie ist gebrochen, nur noch scharfkantige Splitter einer ehemals großartigen Persönlichkeit. Ihr Wahnsinn ist gefährlich geworden. Und Drakenot kippt noch Öl ins Feuer, möglicherweise will er sie gegen mich oder uns verwenden. Wie gesagt, achtet auf sie."
Avalos stellte sich kurz in den Steigbügeln auf und sondierte die Umgebung.
Dann beugte er sich vor, und sein Flüstern wurde noch leiser, ein Windhauch in einer ersterbend kalten Nacht.
".... Nehmt die Passage übers wache Meer. Nach Denerim, so schnell ihr könnt. Ihr trefft mich in drei Tagen, zur Mittagsstunde im Grünen Drachen. Eine Taverne, im Gesindeviertel. Besorgt euch auf dem Weg dorthin Lumpen, schmutzige Mäntel. Verbergt eure Waffen, Rüstungen, alles was wertvoll ist. Fangt keine Kämpfe an, es geht um Zeit und Geschwindigkeit.
Ich weiß, meine Informationen sind dürftig. Mehr habe ich aber einfach nicht in der Hand, das einzige, was sicher scheint, ist dass die Ereignisse überhand nehmen, sich de facto überschlagen. Ich habe eine Vermutung, aber sollte sich das bewahrheiten, wird sich jeder wünschen, dass es doch eine Verderbnis sein würde...."
Noah sah verwirrt aus, aber seine Verwirrung schlug schnell um in Entschlossenheit.
"Treibt sie an. Ihr werdet mindestens zehn bis zwölf Stunden brauchen, selbst wenn ihr die Gäule fast zu Tode hetzt. Eilt euch."
Mit diesen letzten Worten verabschiedete er sich. Der Schatten gab dem Rappen die Sporen, und mit einem leisen Wiehern galoppierte er in die dunkle Nacht hinaus.
Erst jetzt fiel Noah auf, dass Avalos seine Klingen wieder offen trug, statt verdeckt wie sonst üblich.
Hinter ihm knackte ein Holzscheit im Feuer.
Dann war es still.
#2744
Posté 17 février 2011 - 04:19
„Seid unbesorgt, werte Allie“, witzelte Drakenot über den Scherz der Magierin, indem sie ihn versehentlich abfackeln wollte. „Ich bin in solchen Dingen ziemlich schmerzfrei.“
Ein zweideutiges Grinsen huschte kurz über sein Gesicht, bevor er wieder ernst wurde und den Worten der Elfe lauschte. Sie sprach von Pflichterfüllung und Freundschaft, Dinge die auch für ihn sehr wichtig waren, obwohl gerade seine Freunde ihm schon so manchen Schmerz bereitet hatten, da schon so viele von ihnen während ihres langen Kampfes gestorben waren.
„Ich verstehe Eure Beweggründe und kann sie nachvollziehen. Auch ich werde Euch begleiten und Euch so gut unterstützen, wie ich kann. Auch gegen Euren Heerführer Avalos, falls es die Situation erfordern sollte. Ich traue ihm nicht über den Weg. Er zieht es vor, andere Personen für seine Ziele zu opfern, und deren Erfolge als seine eigenen zu deklarieren. Sollte es hart auf hart kommen, dann werde ich diesen Wichtigtuer töten müssen, doch verschieben wir dieses Thema auf später.“
Drakenot kramte in seinem Gürtel herum und holte dann ein kleines Fläschchen hervor, welches er Allie in die Hand drückte. „Hier, nehmt das. Es ist ein Stärkungsmittel. Wenn Ihr merkt, dass es nicht mehr geht, dann nehmt einen kleinen Schluck davon, und es wird Euch besser gehen. Und jetzt lasse ich Euch allein und warte draußen auf Euch. Und beeilt Euch bitte. Es wird wohl Zeit, dass wir weiterkommen.“
Der Alte verließ ohne ein weiteres Wort das Zelt wieder. Er sah noch, wie Avalos mit dem jungen Krieger redete, den Allie schon im Lazarett aufgesucht hatte. Drakenot meinte sich erinnern zu können, dass dieser Noah hieß. Der Alte konnte die Worte zwar nicht verstehen, doch nach den Gesichtsausdrücken der beiden Männer zur urteilen, war das kein freundschaftlicher Plausch. So beschloss er für die Zukunft, noch vorsichtiger zu sein.
Avalos ritt dann plötzlich alleine los. Der Alte blickte ihm einen Moment verwundert nach, bevor er damit begann seinen Kram zusammen zu packen, welchen er letzte Nacht neben Allies Zelt deponiert hatte und wartete anschließend geduldig am Eingang die Notunterkunft auf die Magierin.
Ein zweideutiges Grinsen huschte kurz über sein Gesicht, bevor er wieder ernst wurde und den Worten der Elfe lauschte. Sie sprach von Pflichterfüllung und Freundschaft, Dinge die auch für ihn sehr wichtig waren, obwohl gerade seine Freunde ihm schon so manchen Schmerz bereitet hatten, da schon so viele von ihnen während ihres langen Kampfes gestorben waren.
„Ich verstehe Eure Beweggründe und kann sie nachvollziehen. Auch ich werde Euch begleiten und Euch so gut unterstützen, wie ich kann. Auch gegen Euren Heerführer Avalos, falls es die Situation erfordern sollte. Ich traue ihm nicht über den Weg. Er zieht es vor, andere Personen für seine Ziele zu opfern, und deren Erfolge als seine eigenen zu deklarieren. Sollte es hart auf hart kommen, dann werde ich diesen Wichtigtuer töten müssen, doch verschieben wir dieses Thema auf später.“
Drakenot kramte in seinem Gürtel herum und holte dann ein kleines Fläschchen hervor, welches er Allie in die Hand drückte. „Hier, nehmt das. Es ist ein Stärkungsmittel. Wenn Ihr merkt, dass es nicht mehr geht, dann nehmt einen kleinen Schluck davon, und es wird Euch besser gehen. Und jetzt lasse ich Euch allein und warte draußen auf Euch. Und beeilt Euch bitte. Es wird wohl Zeit, dass wir weiterkommen.“
Der Alte verließ ohne ein weiteres Wort das Zelt wieder. Er sah noch, wie Avalos mit dem jungen Krieger redete, den Allie schon im Lazarett aufgesucht hatte. Drakenot meinte sich erinnern zu können, dass dieser Noah hieß. Der Alte konnte die Worte zwar nicht verstehen, doch nach den Gesichtsausdrücken der beiden Männer zur urteilen, war das kein freundschaftlicher Plausch. So beschloss er für die Zukunft, noch vorsichtiger zu sein.
Avalos ritt dann plötzlich alleine los. Der Alte blickte ihm einen Moment verwundert nach, bevor er damit begann seinen Kram zusammen zu packen, welchen er letzte Nacht neben Allies Zelt deponiert hatte und wartete anschließend geduldig am Eingang die Notunterkunft auf die Magierin.
#2745
Posté 17 février 2011 - 07:53
Bella blickte bedauernd auf die Zelte und seufzte leise auf. Überall waren inzwischen wieder Lagerfeuer am brennen, die Dunkelheit hatte sich wieder über das Land gebreitet.
Sie verstand kaum etwas von dem was Avalos zu Noah sagte, dafür war sie von den Diskussionen genervt. Die Zwergin sehnte sich nach den Kabbeleien und dem Zusammenhalt der alten Gruppe, aber wer war davon noch übrig? Allie... und diese war eine gänzlich andere, als an dem Tag, wo sie in Orzammar aufgebrochen waren. Noah - später hinzugekommen, man konnte ihn durchaus als Freund bezeichnen, aber auch er gezeichnet von den Verlusten.
Bella verstaute noch ein Stück Trockenfleisch und einen Laib Brot in ihrem Rucksack, blickte bedauernd auf die beiden Lastpferde, die sie hier lassen mußten und holte sich eines der Pferde, welches noch am nettesten aussah. Schließlich hatte sie mit Pferden ihre Probleme, aber mit dem etwas größeren Pony hatte sie wieder ein gutmütiges und trotzdem ausdauerndes Roß erwischt.
Sie kletterte in den Sattel, und war heilfroh, dass sie halbwegs vernünftig sass. Den Rucksack hatte sie geschultert, und so gesellte sie sich zu Zelandriel und Noah.
Ohne ein einleitendes Wort meinte sie:
"Es ist mir völlig egal, ob Avalos uns opfert oder nicht. Ich habe ohnehin keine weitere Aufgabe in diesem Leben als die dunkle Brut zu bekämpfen. Und bisher hat uns Avalos auch nie im Stich gelassen, da kann der alte denken und sagen was er will. Ich werde dem Schatten folgen, solange ich kann, und es nötig ist."
Sie nahm einen kleinen Schluck aus ihrer Wasserflasche und nickte den beiden zu.
"Von mir aus können wir - auch wenn mich die Aussicht auf einen Teufelsritt nicht wirklich begeistert... " Mit Grauen erinnerte sie sich an jene Nacht, wo sie vom Wälchen weg nach FallRemnon gejagt waren. Als sie an die Schmerzen in ihrem allerwertesten dachte, verzog sie den Mund.
Sie verstand kaum etwas von dem was Avalos zu Noah sagte, dafür war sie von den Diskussionen genervt. Die Zwergin sehnte sich nach den Kabbeleien und dem Zusammenhalt der alten Gruppe, aber wer war davon noch übrig? Allie... und diese war eine gänzlich andere, als an dem Tag, wo sie in Orzammar aufgebrochen waren. Noah - später hinzugekommen, man konnte ihn durchaus als Freund bezeichnen, aber auch er gezeichnet von den Verlusten.
Bella verstaute noch ein Stück Trockenfleisch und einen Laib Brot in ihrem Rucksack, blickte bedauernd auf die beiden Lastpferde, die sie hier lassen mußten und holte sich eines der Pferde, welches noch am nettesten aussah. Schließlich hatte sie mit Pferden ihre Probleme, aber mit dem etwas größeren Pony hatte sie wieder ein gutmütiges und trotzdem ausdauerndes Roß erwischt.
Sie kletterte in den Sattel, und war heilfroh, dass sie halbwegs vernünftig sass. Den Rucksack hatte sie geschultert, und so gesellte sie sich zu Zelandriel und Noah.
Ohne ein einleitendes Wort meinte sie:
"Es ist mir völlig egal, ob Avalos uns opfert oder nicht. Ich habe ohnehin keine weitere Aufgabe in diesem Leben als die dunkle Brut zu bekämpfen. Und bisher hat uns Avalos auch nie im Stich gelassen, da kann der alte denken und sagen was er will. Ich werde dem Schatten folgen, solange ich kann, und es nötig ist."
Sie nahm einen kleinen Schluck aus ihrer Wasserflasche und nickte den beiden zu.
"Von mir aus können wir - auch wenn mich die Aussicht auf einen Teufelsritt nicht wirklich begeistert... " Mit Grauen erinnerte sie sich an jene Nacht, wo sie vom Wälchen weg nach FallRemnon gejagt waren. Als sie an die Schmerzen in ihrem allerwertesten dachte, verzog sie den Mund.
#2746
Posté 18 février 2011 - 12:28
Allie nahm das Fläschchen mit einem dankenden Nicken entgegen, und steckte dieses in eine Seitentasche. Eigentlich hatte sie nicht vor dieses zu verwenden, aber komplett ausschließen würde sie es nicht. Allie wollte nichts mehr zu dem Thema von vorhin sagen, doch ganz aus dem Kopf ging es ihr dennoch nicht und sie fühlte sich als würde sie komplett neben sich stehen. Es dauerte nicht mehr lange, bis sie all die wichtigsten Sachen eingepackt hatte, und sich erneut ihre Rüstung anlegte, auch wenn diese nicht mehr im allerbesten Zustand war und deutlich von den letzten Tagen gezeichnet wurde. Erde und Blut klebten noch daran, Spuren von Verbrennungen und Schnittverletzungen waren zu erkennen. Allie ignorierte den Gedanken daran, wer ihre Rüstung das letzte Mal repariert hatte und verließ das Zelt samt ihres Gepäcks. Sie beschloss, dass Zelt nicht mitzunehmen, da es viel zu lange dauern würde dieses einzupacken, und sie dieses auch für eine eventuelle Rast nicht als nötig ansah.
Kurz blickte sie sich um und erkannte, dass Avalos bereits verschwunden war - sie hatte nichts anderes von ihm erwartet -, und die Anderen so gut wie Aufbruch bereit waren.
"Also lasset uns sehen wohin das führt...", murmelte sie noch bevor sie zu den Pferden ging. Allie überlegte dabei nicht lange, sondern nahm direkt den ersten Braunen in der Reihe, welcher nicht sonderlich groß war. Schnell hatte sie ihre Gepäck befestigt und sich in den Sattel geschwungen, bevor sie sich im Schritttempo zu Noah und Bella gesellte, und das Tier dort zum Stehen brachte.
"Das letzte Mal, dass ich in Denerim war, ist bestimmt neunzehn Winter her", sagte sie zu den beiden mit einem zaghaften Lächeln, um die drückende Stimmung ein wenig zu lockern, bevor sie mit einem nachdenklichen Seufzen in die Richtung, in welche sie reiten würden, blickte.
Kurz blickte sie sich um und erkannte, dass Avalos bereits verschwunden war - sie hatte nichts anderes von ihm erwartet -, und die Anderen so gut wie Aufbruch bereit waren.
"Also lasset uns sehen wohin das führt...", murmelte sie noch bevor sie zu den Pferden ging. Allie überlegte dabei nicht lange, sondern nahm direkt den ersten Braunen in der Reihe, welcher nicht sonderlich groß war. Schnell hatte sie ihre Gepäck befestigt und sich in den Sattel geschwungen, bevor sie sich im Schritttempo zu Noah und Bella gesellte, und das Tier dort zum Stehen brachte.
"Das letzte Mal, dass ich in Denerim war, ist bestimmt neunzehn Winter her", sagte sie zu den beiden mit einem zaghaften Lächeln, um die drückende Stimmung ein wenig zu lockern, bevor sie mit einem nachdenklichen Seufzen in die Richtung, in welche sie reiten würden, blickte.
Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 04:21 .
#2747
Posté 18 février 2011 - 06:14
Drakenot erwiderte nichts auf Allies Gemurmel. Die Zeit über diese Dinge zu reden würde noch kommen, doch sie war nicht jetzt. Sobald sie in Denerim ankamen, würde er einen neuen Weg einschlagen, einen weitaus härteren. Dann würde dieses Thema wieder aufkommen, doch bis dahin würde er warten. Warten und seine Pläne schmieden.
So folgte er der Magierin zu den Pferden, unter denen sich auch sein Hengst befand. Es war ein schönes schwarzes Pferd mit weißen Fesseln, der ihn schon in unzähligen Abenteuern begleitet hatte. Der Alte sattelte das Tier und hing ihm noch seine Satteltaschen um, in denen er das Wenige verstaut hatte, dass er sein Eigen nannte. Anschließend bestieg er den Hengst und gesellte sich zu den anderen.
„Dann wollen wir uns mal auf den Weg machen und den bösen Buben in den Hintern treten, was?“ grinste er die anderen an. „Und vielleicht finden wir auf dem Weg dahin für unseren jungen Freund hier ja auch noch eine Beschäftigung.“
Der Blick des Alten wechselte bei seinen Worten ständig zwischen Bellandrys und Zelandriel, bevor er lauthals zu Lachen begann und sich mit seinem Pferd in Bewegung setzte.
So folgte er der Magierin zu den Pferden, unter denen sich auch sein Hengst befand. Es war ein schönes schwarzes Pferd mit weißen Fesseln, der ihn schon in unzähligen Abenteuern begleitet hatte. Der Alte sattelte das Tier und hing ihm noch seine Satteltaschen um, in denen er das Wenige verstaut hatte, dass er sein Eigen nannte. Anschließend bestieg er den Hengst und gesellte sich zu den anderen.
„Dann wollen wir uns mal auf den Weg machen und den bösen Buben in den Hintern treten, was?“ grinste er die anderen an. „Und vielleicht finden wir auf dem Weg dahin für unseren jungen Freund hier ja auch noch eine Beschäftigung.“
Der Blick des Alten wechselte bei seinen Worten ständig zwischen Bellandrys und Zelandriel, bevor er lauthals zu Lachen begann und sich mit seinem Pferd in Bewegung setzte.
#2748
Posté 18 février 2011 - 06:15
Noah hörte dem Schatten aufmerksam zu. Dann nickte er ihm noch einmal zu, bevor dieser sich abwandte und auf seinem Rappen in der Dunkelheit verschwand. Während er auf den Rest der Gruppe wartete, kroch langsam Unruhe in ihm hoch, die sich auf sein Pferd übertrug, welches unter ihm zu tänzeln begann.
Nachdem schließlich auch Allie neben ihn geritten war und sich Drakenot ebenfalls auf ein Pferd geschwungen hatte, lächelte Noah der Elfe noch einmal aufmunternd zu. Ob es ihm gelang, seine eigene trübe Stimmung zu verschleiern, konnte er nur hoffen. Er stieß seinem Tier die Hacken in die Flanken und ließ es in die Dunkelheit stürmen. Der Weg war schmal sodass sie zunächst hintereinander reiten mussten. Im zügigen Galopp jagten die Gefährten durch die Nacht, wobei sie auf ihre Tiere vertrauen mussten, die im trüben Sternenlicht besser sehen konnten als ihre Reiter.
Noah übernahm wie selbstverständlich die Führung, wobei er seinem Pferd die Zügel ließ. In Gedanken war er bei den Worten, die Avalos zu ihm gesagt hatte. Natürlich traute auch er dem Alten nicht. Das war ihm klar gewesen. Doch warum ließ er ihn erst mitkommen, wenn er ihn doch schnellstmöglich los werden wollte? Und was würde die anderen dazu sagen?
Bella hatte ihre Loyalität dem Schatten gegenüber mehrfach bekundet. Doch wie es um Allie stand, war nur mehr als fragwürdig. Sie war verletzt und ihr schien vieles einfach nur noch egal zu sein. Noah fühlte sich ihr mittlerweile sehr verbunden und litt darunter, dass die Elfe nur noch wie eine leere Hülle durch Thedas zu wandeln schien. Würde sie sich am Ende gar gegen die Gruppe wenden?
Den zweiten ihrer neuen Begleiter hatte Noah mittlerweile als denjenigen erkannt, der sie gegen Ende der Schlacht von der Bedrohung im Wald unterrichtet hatte. Es war gut, dass er überlebt hatte, doch auch bei ihm konnte Noah nicht wissen, was seine Beweggründe waren, die Gruppe zu begleiten und wem seine Treue galt.
Die Nacht hatte sich vollkommen über den Himmel ergossen und vor ihnen lag nichts als Dunkelheit. Auch wenn Noah noch sehr müde und geschafft war, hatte die Elfe es geschafft, ihm die Schmerzen seiner Verletzungen zu nehmen. Und nachdem er die letzten Tage viel zu Pferd unterwegs gewesen war, fühlte er sich einigermaßen wohl auf dem Rücken seines Tieres. Trotz der schnellen Gangart, beruhigten ihn die gleichmäßigen Bewegungen des Pferdes unter ihm. Er hoffte, dass sie den Hafen schnell erreichten, bevor eines der Tiere schlapp machen würde.
Nachdem schließlich auch Allie neben ihn geritten war und sich Drakenot ebenfalls auf ein Pferd geschwungen hatte, lächelte Noah der Elfe noch einmal aufmunternd zu. Ob es ihm gelang, seine eigene trübe Stimmung zu verschleiern, konnte er nur hoffen. Er stieß seinem Tier die Hacken in die Flanken und ließ es in die Dunkelheit stürmen. Der Weg war schmal sodass sie zunächst hintereinander reiten mussten. Im zügigen Galopp jagten die Gefährten durch die Nacht, wobei sie auf ihre Tiere vertrauen mussten, die im trüben Sternenlicht besser sehen konnten als ihre Reiter.
Noah übernahm wie selbstverständlich die Führung, wobei er seinem Pferd die Zügel ließ. In Gedanken war er bei den Worten, die Avalos zu ihm gesagt hatte. Natürlich traute auch er dem Alten nicht. Das war ihm klar gewesen. Doch warum ließ er ihn erst mitkommen, wenn er ihn doch schnellstmöglich los werden wollte? Und was würde die anderen dazu sagen?
Bella hatte ihre Loyalität dem Schatten gegenüber mehrfach bekundet. Doch wie es um Allie stand, war nur mehr als fragwürdig. Sie war verletzt und ihr schien vieles einfach nur noch egal zu sein. Noah fühlte sich ihr mittlerweile sehr verbunden und litt darunter, dass die Elfe nur noch wie eine leere Hülle durch Thedas zu wandeln schien. Würde sie sich am Ende gar gegen die Gruppe wenden?
Den zweiten ihrer neuen Begleiter hatte Noah mittlerweile als denjenigen erkannt, der sie gegen Ende der Schlacht von der Bedrohung im Wald unterrichtet hatte. Es war gut, dass er überlebt hatte, doch auch bei ihm konnte Noah nicht wissen, was seine Beweggründe waren, die Gruppe zu begleiten und wem seine Treue galt.
Die Nacht hatte sich vollkommen über den Himmel ergossen und vor ihnen lag nichts als Dunkelheit. Auch wenn Noah noch sehr müde und geschafft war, hatte die Elfe es geschafft, ihm die Schmerzen seiner Verletzungen zu nehmen. Und nachdem er die letzten Tage viel zu Pferd unterwegs gewesen war, fühlte er sich einigermaßen wohl auf dem Rücken seines Tieres. Trotz der schnellen Gangart, beruhigten ihn die gleichmäßigen Bewegungen des Pferdes unter ihm. Er hoffte, dass sie den Hafen schnell erreichten, bevor eines der Tiere schlapp machen würde.
#2749
Posté 19 février 2011 - 07:20
Kühle neblige Nachtluft zog Allie um ihre ungeschützten Ohren, als sie den Anderen bergab folgte. Dichte Nadelbäume versperrten die Sicht zum Nachthimmel, wodurch ihnen jegliche Orientierung fehlte. Selbst der Boden schien unter den Beinen der Pferde verschwunden zu sein, verschlungen von dichtem Nebel, der nicht wissen ließ, ob der nächste Schritt in einen Abgrund führen würde, und damit einen zu schnellen Ritt verbot.
Allie wusste nicht, wie lange sie diesen endlos erscheinenden Pfaden folgten, in denen sie bei jeder Stelle, die sicher erschien, die Tiere erneut antrieben. Hin und wieder meinte sie zu spüren, oder zu hören wie ein wenig Geröll den Hang hinab rutschte, wohl ausgelöst durch das Traben der Tiere. Der Ritt durch diese gefährliche Schwärze verlangte viel Konzentration und Aufmerksamkeit von ihnen, doch wahrscheinlich hielt sie die Angst einen falschen Schritt zu tätigen bei halbwegs klaren Sinnen.
Keiner von ihnen sprach ein Wort, es sei denn es handelte sich um eine Warnung die Schlimmes verhindern sollte. Gerade als Allie glaubte, die Nacht würde kein Ende haben, und merkte, wie ihre Kräfte und Konzentration immer weiter nachzulassen schienen, spürte sie und auch die Anderen, dass der Weg flacher wurde und sie das Gebirge langsam verließen. LangKühle neblige Nachtluft zog Allie um ihre ungeschützten Ohren, als sie den Anderen bergab folgte. Dichte Nadelbäume versperrten die Sicht zum Nachthimmel, wodurch ihnen jegliche Orientierung fehlte. Selbst der Boden schien unter den Beinen der Pferde verschwunden zu sein, verschlungen von dichtem Nebel, der nicht wissen ließ, ob der nächste Schritt in einen Abgrund führen würde, und damit einen zu schnellen Ritt verbot.
Langsam zeichnete sich auch ein wenig Helligkeit am Himmel ab, als die Dämmerung einsetzte. Erst jetzt konnten sie die Tiere richtig antreiben, doch der lange Weg, der sie bergab führte, raubte den Tieren bereits das Meiste ihrer Kraft. Nach einem eher kürzeren Ritt wussten wohl alle bereits, dass die Pferde – und auch sie selbst - eine Rast brauchten, wenn sie es bis zum Hafen schaffen wollten.
Allie fasste ihrem Braunen an den Hals, spürte die Hitze des Tieres auf ihren kalten Fingern, wie sie die Kälte der Nacht zu verdrängen schien. Der Puls des Tieres war hoch, das Fell durchnässt von Schweiß, und sie vernahm ein leichtes Zittern. Sie zog die Zügel enger, und veranlasste das Tier zum Stillstand.
„Ich weiß, dass es wohl unklug ist, jetzt zu rasten, wo wir endlich den Wald vor unsere Augen sehen, und somit schneller reisen können, aber ich für meinen Teil, muss früher oder später ohnehin eine Pause einlegen…“, sagte sie an die Anderen gewandt, und stieg von dem Sattel ab. Erst jetzt spürte sie, wie sehr ihre Oberschenkel von dem Ritt belastet worden waren, verzog bei der Spannung der Muskeln kurz das Gesicht, bevor sie sich dem Braunen zuwandte.
Sie nahm ihren Wasserschlauch aus der Tasche am Rücken des Tieres, tränkte dieses damit und spülte ihm den Schaum von der Schnauze. Gierig schleckte das Pferd nach dem Wasser, und erst als es davon gesättigt schien, befestigte Allie die Zügel an einem Ast, schnallte des Sattel ab, welchen sie einfach am Boden ablegte, und ließ sich erschöpft neben einem Baum nieder, an dessen Stamm sie sich anlehnte. Der Braune neben ihr begann sofort damit etwas von dem Moos grasen zu wollen, und sie selbst schloss ihre Augen und nahm ebenfalls einen Schluck von dem Wasser.
Allie wusste nicht, wie lange sie diesen endlos erscheinenden Pfaden folgten, in denen sie bei jeder Stelle, die sicher erschien, die Tiere erneut antrieben. Hin und wieder meinte sie zu spüren, oder zu hören wie ein wenig Geröll den Hang hinab rutschte, wohl ausgelöst durch das Traben der Tiere. Der Ritt durch diese gefährliche Schwärze verlangte viel Konzentration und Aufmerksamkeit von ihnen, doch wahrscheinlich hielt sie die Angst einen falschen Schritt zu tätigen bei halbwegs klaren Sinnen.
Keiner von ihnen sprach ein Wort, es sei denn es handelte sich um eine Warnung die Schlimmes verhindern sollte. Gerade als Allie glaubte, die Nacht würde kein Ende haben, und merkte, wie ihre Kräfte und Konzentration immer weiter nachzulassen schienen, spürte sie und auch die Anderen, dass der Weg flacher wurde und sie das Gebirge langsam verließen. LangKühle neblige Nachtluft zog Allie um ihre ungeschützten Ohren, als sie den Anderen bergab folgte. Dichte Nadelbäume versperrten die Sicht zum Nachthimmel, wodurch ihnen jegliche Orientierung fehlte. Selbst der Boden schien unter den Beinen der Pferde verschwunden zu sein, verschlungen von dichtem Nebel, der nicht wissen ließ, ob der nächste Schritt in einen Abgrund führen würde, und damit einen zu schnellen Ritt verbot.
Langsam zeichnete sich auch ein wenig Helligkeit am Himmel ab, als die Dämmerung einsetzte. Erst jetzt konnten sie die Tiere richtig antreiben, doch der lange Weg, der sie bergab führte, raubte den Tieren bereits das Meiste ihrer Kraft. Nach einem eher kürzeren Ritt wussten wohl alle bereits, dass die Pferde – und auch sie selbst - eine Rast brauchten, wenn sie es bis zum Hafen schaffen wollten.
Allie fasste ihrem Braunen an den Hals, spürte die Hitze des Tieres auf ihren kalten Fingern, wie sie die Kälte der Nacht zu verdrängen schien. Der Puls des Tieres war hoch, das Fell durchnässt von Schweiß, und sie vernahm ein leichtes Zittern. Sie zog die Zügel enger, und veranlasste das Tier zum Stillstand.
„Ich weiß, dass es wohl unklug ist, jetzt zu rasten, wo wir endlich den Wald vor unsere Augen sehen, und somit schneller reisen können, aber ich für meinen Teil, muss früher oder später ohnehin eine Pause einlegen…“, sagte sie an die Anderen gewandt, und stieg von dem Sattel ab. Erst jetzt spürte sie, wie sehr ihre Oberschenkel von dem Ritt belastet worden waren, verzog bei der Spannung der Muskeln kurz das Gesicht, bevor sie sich dem Braunen zuwandte.
Sie nahm ihren Wasserschlauch aus der Tasche am Rücken des Tieres, tränkte dieses damit und spülte ihm den Schaum von der Schnauze. Gierig schleckte das Pferd nach dem Wasser, und erst als es davon gesättigt schien, befestigte Allie die Zügel an einem Ast, schnallte des Sattel ab, welchen sie einfach am Boden ablegte, und ließ sich erschöpft neben einem Baum nieder, an dessen Stamm sie sich anlehnte. Der Braune neben ihr begann sofort damit etwas von dem Moos grasen zu wollen, und sie selbst schloss ihre Augen und nahm ebenfalls einen Schluck von dem Wasser.
Modifié par Kaysallie, 19 février 2011 - 08:34 .
#2750
Posté 20 février 2011 - 03:47
Bella war heilfroh, als Allie ihr Pferd zügelte. Von ihrem Pony stieg auch bereits der Dampf empor, und das Fell kräuselte sich vom Schweiß. Kraftlos ließ sie sich aus dem Sattel plumpsen, ihr tat jeder Knochen weh. Bevor sie sich selber eine Pause gönnte, machte sie es der Elfe gleich und tränkte ihr Pferd, um sich erst dann selber von ihrem Trinkschlauch zu laben.
Sie machte ein paar Schritte hin und her um ihre Muskulatur zu lockern, kreiste mit den Schultern und holte ein Stück Trockenfleisch aus ihrem Rucksack hervor, welches sie mit ihrem Dolch in fünf Stücke teilte, und jedes dem Gefährten anbot. Erst dann ließ sie sich neben Zelandriel nieder, der auch sein Pferd versorgt hatte.
Der neue Gefährte hatte, genau wie die anderen, während des Rittes kein Wort gesagt, aber Bella kam es vor, als hätte sich seine Miene etwas verfinstert.
"Was ist los mit Euch Zelandriel? Ihr seid so still, und eigentlich habe ich Euch ganz anders kennengelernt. Oder liegt es nur an der Müdigkeit?"
Selber von Erschöpfung gezeichnet, blickte sie ihn an.
Sie machte ein paar Schritte hin und her um ihre Muskulatur zu lockern, kreiste mit den Schultern und holte ein Stück Trockenfleisch aus ihrem Rucksack hervor, welches sie mit ihrem Dolch in fünf Stücke teilte, und jedes dem Gefährten anbot. Erst dann ließ sie sich neben Zelandriel nieder, der auch sein Pferd versorgt hatte.
Der neue Gefährte hatte, genau wie die anderen, während des Rittes kein Wort gesagt, aber Bella kam es vor, als hätte sich seine Miene etwas verfinstert.
"Was ist los mit Euch Zelandriel? Ihr seid so still, und eigentlich habe ich Euch ganz anders kennengelernt. Oder liegt es nur an der Müdigkeit?"
Selber von Erschöpfung gezeichnet, blickte sie ihn an.





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