Seine Gedanken kreisten um die Geschehnisse der letzten Tage, seine neuen Gefährten und vor allem um diese kryptische Aussage von Avalos, dass sie vielleicht einen Kampf auszufechten hätten, der sogar den Kampf gegen die Verderbnis in den Schatten stellen würde. Zelandriel begann daran zu zweifeln ob dies wirklich sein Kampf war. Gegen die dunkle Brut und die Verderbnis zu kämpfen war seine Bestimmung, aber das hier? Wozu das Versteckspiel? Wieso sollten sie sich in Denerim in Lumpen hüllen und ihre Identität verdecken? Gab es für ihn nicht wichtigeres zu tun? Hatte er nicht ein höheres Ziel? Ein persönliches? Endlich seine Schwester, die letzte geliebte Person die ihm noch verblieben war, zu finden?
Gerade als er mit den Gedanken spielte, ob er vielleicht nicht doch nach Tevinter zurückkehren sollte wo er ihre Spur verloren hatte, legten seine Gefährten eine Rast ein. An ihren Gesichtern die das schwache Licht der Dämmerung preisgab, konnte Zelandriel deren Erschöpfung ablesen. Auch die Pferde waren von den Strapazen des mühevollen Rittes gezeichnet. Zelandriel selbst war nicht erschöpft, zumindest hielten ihn die Gedanken davon ab, irgendeine Form von Müdigkeit zu verspüren. Nachdem er sein Pferd versorgt hatte, führte er es an den Rand ihres professorischen Rastplatzes, und lies sich, nachdem er einige Momente rastlos auf und abgegangen war, etwas abseits der Gruppe nieder.
Einen Augenblick später gesellte sich Bella zu ihm. Ihr schien seine Trübsinnigkeit nicht entgangen zu sein, weshalb sie ihn darauf ansprach. Dankend nahm er das von ihr angebotene Trockenfleisch entgegen, und kaute lustlos daran herum, bevor er sich schließlich zu einer Antwort durchrang.
„Bella, ich habe erkannt, dass der Kampf den Avalos führt nicht der meinige ist. Er verfolgt ein Ziel mit dem ich mich nicht identifizieren kann. Es führt mich ins Nichts, mir fehlt die Perspektive, die Hoffnung. Eine Hoffnung, die ich auf der anderen Seite aber noch habe, nämlich meine geliebte Schwester zu finden. Es tut mir leid aber ich muss nach Tevinter zurück, wo ich ihre Spur verloren habe, ich muss eure Gruppe verlassen.“
Während Bella in entgeistert ob seiner Worte anstarrte, realisierte Zelandriel dass er Bella, mehr als er sich selbst zugestehen würde, in sein Herz geschlossen hatte. Seinem starren, nachdenklichen Blick wich ein wehmütigem Blick als er ihr in die Augen sah. Augen in die er sich verlieren könnte, das wurde ihm in diesem Moment bewusst.
Bella schien fassungslos, nahezu entsetzt zu sein und brachte kein Wort über ihre Lippen. Zelandriel brach die drückende Stille, indem er Bella umarmte, fest an sich drückte, und ihr mit leiser erdrückter Stimme ins Ohr flüsterte. „Es tut mir leid Bella, ich kann nicht mitkommen, meine Schwester…, ich muss sie finden, ich brauche Gewissheit über ihren verbleib. Ich wünsche euch viel Glück. Solltet ihr euren Kampf wohlbehalten überstehen, sucht nicht nach mir. Ich werde euch finden.“
Langsam löste Zelandriel sich von Bella, und war schon im Begriff aufzustehen um zu seinem Pferd zu gehen, als er sich noch einmal zu Bella wandte, sie zu sich zog und sie innig küsste. Er merkte wie sie kurz zögerte, sich dann aber seinem Kuss vollends hingab und ihn ebenso erwiderte. Die Dauer des Kusses erschien ihm wie eine Ewigkeit, und ließen ihn Raum und Zeit um ihn herum vergessen. Schließlich ließ er von ihr ab, lächelte sie zum Abschied noch einmal an, und begab sich zu seinem Pferd. Schwungvoll saß er auf, und wenige Augenblicke später war er in der Dunkelheit entschwunden.
Modifié par Doomheart43, 22 février 2011 - 12:42 .





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