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Die Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2893 réponses à ce sujet

#2751
Doomheart43

Doomheart43
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Schweigend ritt Zelandriel hinter seinen Gefährten her die sich in der Dunkelheit nur schemenhaft vor ihm abzeichneten. Der Ritt verlangte höchste Konzentration, da sie ihr Weg teilweise durch Unterholz und dichtes Geäst führte, und Zelandriel ständig damit beschäftigt war irgendwelchen Hindernissen auszuweichen. Mit leisem fluchen bedachte er seine Gefährten als ihm trotz seiner Vorsicht zum wiederholten Male Äste und Sträucher ins Gesicht schlugen. Er war erleichtert als sie endlich auf etwas offeneres Gelände kamen, die Pferde antreiben konnten, und sich dadurch schneller von den letzten Ausläufern des Schlachtfeldes entfernten.
 
Seine Gedanken kreisten um die Geschehnisse der letzten Tage, seine neuen Gefährten und vor allem um diese kryptische Aussage von Avalos, dass sie vielleicht einen Kampf auszufechten hätten, der sogar den Kampf gegen die Verderbnis in den Schatten stellen würde. Zelandriel begann daran zu zweifeln ob dies wirklich sein Kampf war. Gegen die dunkle Brut und die Verderbnis zu kämpfen war seine Bestimmung, aber das hier? Wozu das Versteckspiel? Wieso sollten sie sich in Denerim in Lumpen hüllen und ihre Identität verdecken? Gab es für ihn nicht wichtigeres zu tun? Hatte er nicht ein höheres Ziel? Ein persönliches? Endlich seine Schwester, die letzte geliebte Person die ihm noch verblieben war, zu finden?
 
Gerade als er mit den Gedanken spielte, ob er vielleicht nicht doch nach Tevinter zurückkehren sollte wo er ihre Spur verloren hatte, legten seine Gefährten eine Rast ein. An ihren Gesichtern die das schwache Licht der Dämmerung preisgab, konnte Zelandriel deren Erschöpfung ablesen. Auch die Pferde waren von den Strapazen des mühevollen Rittes gezeichnet. Zelandriel selbst war nicht erschöpft, zumindest hielten ihn die Gedanken davon ab, irgendeine Form von Müdigkeit zu verspüren. Nachdem er sein Pferd versorgt hatte, führte er es an den Rand ihres professorischen Rastplatzes, und lies sich, nachdem er einige Momente rastlos auf und abgegangen war, etwas abseits der Gruppe nieder.
 
Einen Augenblick später gesellte sich Bella zu ihm. Ihr schien seine Trübsinnigkeit nicht entgangen zu sein, weshalb sie ihn darauf ansprach. Dankend nahm er das von ihr angebotene Trockenfleisch entgegen, und kaute lustlos daran herum, bevor er sich schließlich zu einer Antwort durchrang.
 
„Bella, ich habe erkannt, dass der Kampf den Avalos führt nicht der meinige ist. Er verfolgt ein Ziel mit dem ich mich nicht identifizieren kann. Es führt mich ins Nichts, mir fehlt die Perspektive, die Hoffnung. Eine Hoffnung, die ich auf der anderen Seite aber noch habe, nämlich meine geliebte Schwester zu finden. Es tut mir leid aber ich muss nach Tevinter zurück, wo ich ihre Spur verloren habe, ich muss eure Gruppe verlassen.“
 
Während Bella in entgeistert ob seiner Worte anstarrte,  realisierte Zelandriel dass er Bella, mehr als er sich selbst zugestehen würde, in sein Herz geschlossen hatte. Seinem starren, nachdenklichen Blick wich ein wehmütigem Blick als er ihr in die Augen sah. Augen in die er sich verlieren könnte, das wurde ihm in diesem Moment bewusst.
 
Bella schien fassungslos, nahezu entsetzt zu sein und brachte kein Wort über ihre Lippen. Zelandriel brach die drückende Stille, indem er Bella umarmte, fest an sich drückte, und ihr mit leiser erdrückter Stimme ins Ohr  flüsterte. „Es tut mir leid Bella, ich kann nicht mitkommen, meine Schwester…, ich muss sie finden, ich brauche Gewissheit über ihren verbleib. Ich wünsche euch viel Glück. Solltet ihr euren Kampf wohlbehalten überstehen, sucht nicht nach mir. Ich werde euch finden.“
 
Langsam löste Zelandriel sich von Bella, und war schon im Begriff aufzustehen um zu seinem Pferd zu gehen, als er sich noch einmal zu Bella wandte, sie zu sich zog und sie innig küsste. Er merkte wie sie kurz zögerte, sich dann aber seinem Kuss vollends hingab und ihn ebenso erwiderte. Die Dauer des Kusses erschien ihm wie eine Ewigkeit, und ließen ihn Raum und Zeit um ihn herum vergessen. Schließlich ließ er von ihr ab, lächelte sie zum Abschied noch einmal an, und begab sich zu seinem Pferd. Schwungvoll saß er auf, und wenige Augenblicke später war er in der Dunkelheit entschwunden. 

Modifié par Doomheart43, 22 février 2011 - 12:42 .


#2752
Bellandyrs

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Bella war fassungslos, als sie die Worte von Zelandriel vernahm. Sie hatte sich gefreut, wieder einen netten Gefährten mehr in der Gruppe zu haben, nachdem der natürliche Schwund ihrer Meinung nach zu hoch war. Und dann verließ er die Gruppe wieder, seine Schwester zu suchen. Es war ja nicht so, als würde sie das nicht verstehen können - dennoch tat es ihr in der Seele weh, wieder jemanden zu verlieren, den sie mochte, mit dem sie eine Art Seelenverwandtschaft hatte.

Von seinem Kuss wurde sie völlig überrumpelt, aber nur kurz schoß ihr der Gedanke durch den Kopf, dass sich das nicht gehörte. Sie würde Zelandriel nie wieder sehen, was machte da schon ein Kuss? Sie schloß die Augen und erwiderte diesen, es schien, als würde die Zeit still stehen.

Als sie ihm nachsah, konnte sie die Tränen nicht verkneifen, die sich ihren Weg suchten. Sie fühlte sich leer und allein gelassen. Noah und Allie hingen schließlich ihren eigenen Gedanken nach, und Drakenot war ihr mit seiner ewig guten Laune ein wenig ungeheuer. Zelandriel hingegen war jemand, dem sie sich nahe fühlte, mit dem sie Kummer und Leid teilen konnte ... zumindest in jener einen Nacht. Sie war dankbar dafür, dass sie ihn kennenlernen durfte.

Traurig schloss sie die Augen, und Bilder von Zelandriel und Theron schossen ihr abwechselnd durch den Kopf. Wie stark wurde sie vom Erbauer noch auf die Probe gestellt? Würde sie tatsächlich am Ende dieser Mission alleine da stehen, weil all ihre Gefährten gefallen waren oder ihrer eigenen Wege gingen? Doch dann wanderten ihre Gedanken zurück in ihre Heimat, nach Orzammar, wo ihr Neffe und ihre Schwester auf sie warteten. Wenigstens hatte sie noch eine Familie und ein Zuhause, auf welches sie sich freuen konnte. Und wer konnte schon sagen, ob sich ihre Wege nicht doch noch einmal irgendwann kreuzen würden? Nun bedauerte sie es, dass sie ihm nicht einmal viel Glück auf seiner Suche wünschen konnte, weil sein Abschied viel zu schnell von statten ging, und sie damit völlig überrumpelt hatte. Sie blickte in den Himmel, in dem noch der eine oder andere Stern zu sehen war und schickte all ihre Wünsche für Zelandriel hinauf, in der Hoffnung, dass diese ihn noch erreichen würden.

Bella seufzte tief auf, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und nahm noch einen Schluck Wasser, bevor sie dann ohne jeglichen Appetit das Fleisch aß. Es lag noch ein weiterer Höllenritt vor ihnen, und den überstand sie leichter, wenn ihr der Magen nicht knurrte.

Modifié par Bellandyrs, 21 février 2011 - 08:23 .


#2753
Aliens Crew

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Nachdem sie ihren langen Ritt unterbrochen hatten, versorgte Drakenot wie auch die anderen sein Pferd mit Wasser und ließ es anschließend auf der Wiese grasen. Während er das tat, beobachtete er Zelandriel und Bellandrys, die sich eingehend unterhielten. Grinsender Weise näherte er sich den beiden, doch seine gute Laune verschwand, als er anhand der Miene des jungen Mannes erkannte, dass es sich wohl um ein sehr ernstes Gespräch handelte, welches die beiden da führten. Und als er sie schließlich erreicht hatte, hatte er genug gehört, um zu wissen, dass Zelandriel sie verlassen würde. Zum Abschied küsste er die Zwergin noch einmal, bevor er sich auf sein Pferd schwang und davon ritt.
 
„Macht es gut, mein junger Freund!“ rief der Alte Zelandriel noch hinterher, während er ihm zum Abschied zuwinkte. ‚Ich wünschte, ich könnte dich begleiten, doch auf mich warten wichtigere Angelegenheiten‘, fuhr er in Gedanken fort.
 
Nachdem der Späher im Dunkel der Nacht verschwunden war, trat Drakenot zu der jungen Zwergin, die dieser plötzliche Aufbruch Zelandriels anscheinend ziemlich zu schaffen machte. Er stellte sich hinter Bellandrys und legte ihr führsorglich eine Hand auf die Schulter.
 
„Nehmt es nicht so schwer, werte Bellandrys“, meinte er mit ruhiger Stimme. „Er muss seinen eigenen Weg gehen, so wie wir den unseren gehen werden. Wenn es das Schicksal gut mit uns meinen wird, dann werden wir uns alle wiedersehen. Und bis dahin haben wir alle unsere Erinnerungen, die uns Trost spenden, wenn wir uns einsam fühlen.“
 

#2754
Kaysallie

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Allie nahm nichts von dem Trockenfleisch, da auch die bisherige Reise nichts an ihrem – nicht vorhandenen - Appetit geändert hatte. Nun wo sie so angelehnt an dem Baumstamm saß, und ihre Augen geschlossen hielt, spürte sie, wie die Vorsicht bei der Reise, welche sie vorhin wach gehalten hatte, aus ihrem Körper gesogen wurde, und sich Erschöpfung und undendliche Müdigkeit in ihr breit machen wollte, die auch ihren Kopf leer zu machen schienen. Beinahe wäre sie in der sitzenden Haltung eingeschlafen, wurde jedoch kurz wachgerüttelt, als sie beinahe zur Seite gekippt wäre und als sie einige Stimmen vernahm. Im ersten Moment realisierte sie nicht, worum es ging, doch als sie verstand, dass Zelandriel die Gruppe verlassen wollte, öffnete sie ihre Augen, um zu wissen ob sie bereits am Schlafen und Träumen war, oder sich noch unter den Anderen befand. Der Schlaf, der sich gerade fast in ihre Augen gedrängt hatte, verschwand augenblicklich als sie sah, wie sich die Zwergin dem Kuss des Sölders hingab.

Allie wusste in jenem Moment nicht was sie davon halten sollte – woran wohl auch die Müdigkeit schuld war - und starrte fassungslos in deren Richtung. Erst als Zelandriel verschwunden, und sich Drakenot zu Wort gemeldet hatte, kehrten ihre Gedanken zurück. Eigentlich hätte es Allie vollkommen gleichgültig sein müssen, was Bella tat, denn schließlich konnte doch jeder tun was er wollte, und jeder ging wohl mit seinem Schmerz anders um. Dennoch war es ihr nicht egal.

Sie verstand das was sie gerade vor sich sah einfach nicht, da es über jegliche ihrer Denkweisen hinaus ging. Hatte Bella nicht erst vorgestern den Mann verloren, dem sie ihr Herz geschenkt hatte? Sah sie nicht, wie dieser am Schlachtfeld von einem Hurlock erschlagen wurde und blickte in sein Gesicht, als das Leben qualvoll aus ihm herausgeschlagen wurde? Und nun gab sie sich bereits dem nächst Besten hin? Waren Bellas Worte nur Schall und Rauch gewesen? Wusste die Zwergin denn überhaupt was Liebe war?

Auch wenn Allie Theron kaum gekannt hatte, so tat es der Magierin in der Seele weh, mit anzusehen, wie leichtfertig Bella damit umzugehen schien – zumindest vermittelte sie für Allie genau diesen Eindruck – da dies wohl ein Thema war, welches Allie ernster nahm, als irgendein anderes. Sie spürte wie Wut in ihr hochkam, und sie Bella am liebsten all das vorgehalten hätte, was durch ihren Kopf ging, sowie der Impuls der Zwergin dafür eine Ohrfeige zu verpassen, doch dank der Erschöpfung schluckte sie ihren Ärger mäßig hinunter und wandte den Blick enttäuscht ab, bevor sie sich aufrichtete und zu ihrem Pferd ging, um dieses zu striegeln, denn Schlaf hätte sie nun ohnehin keinen mehr gefunden. Wortlos nahm sie eine Bürste aus der Seitentasche und bürstete dem Braunen damit sein verschwitztes Fell, doch dies tat sie mit wenig Begeisterung und wohl eher um sich mit irgendetwas ablenken zu können.

#2755
viento2

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Noah saß mit seinen Gefährten zusammen und kaute unruhig an seinem Stück Fleisch. Auch er war müde und erschöpft, doch eine lange Pause konnten sie sich nicht leisten, wenn sie bis zum Morgengrauen am Hafen sein wollten.

Er beobachtete eher uninteressiert wie sich die Zwergin mit einem der neuen Gefährten unterhielt, als dieser Bella plötzlich an sich drückte und innig küsste. Im ersten Moment wollte Noah eingreifen, bis er sah, dass diese den Kuss auch noch erwiderte. Entsetzt fiel ihm das letzte Stück Fleisch aus der Hand, welches er gerade zum Mund hatte führen wollen. Doch schon im nächsten Moment war der Mann auf sein Pferd gestiegen und verschwunden.

Was war zwischen den beiden passiert? Noah spürte einen Stich in der Brust und musste an Jule denken. Sie war die einzige Frau, der sein Herz gehörte, und würde dies wahrscheinlich auch noch für lange Zeit bleiben.

Mit offenem Missfallen beobachtete Noah die Zwergin, wie sie dem Mann hinterher sah und sich Tränen aus den Augen wischte. Kannte sie ihn vielleicht von früher? Das war die einzige Erklärung, die ihm einfiel. Denn niemals würde er es für möglich halten, dass sie das Andenken an Theron, den sie nach ihren eigenen Worten so geliebt hatte, so beschmutzen würde.

Eher plötzlich und ruckhaft sprang Noah auf und blickte kurz in die Runde.

"Wir müssen weiter."

Schnell hatte er seinen Rucksack übergezogen und auf sein Pferd gestiegen. Das Tier war immer noch geschwitzt doch spürte es die Unruhe seines Reiters und tänzelte nervös von einem Huf auf den anderen, während Noah darauf wartete, dass sich seine Gefährten bereit machten.

#2756
Kaysallie

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Eigentlich fühlte sich Allie alles andere als dazu bereit einen weiteren Ritt auf dem Pferd zu überstehen, doch sie versuchte sich positive Gedanken einzureden, wohl um nicht völlig die Nerven zu verlieren. Kurz schwenkte ihr Gedanke zu dem Stärkungsmittel, welches Drakenot ihr gegeben hatte, doch wahrscheinlich war ihre Eitelkeit dafür noch zu groß. Sie wollte nicht einsehen, dass irgendwelche Hilfsmittel brauchte, sondern wollte dies aus eigener Kraft bewältigen.

Sie nickte Noah nur kurz zu, bevor sie die Bürste wieder in die Tasche packte und den Sattel - welcher für sie ziemlich schwer hochzuheben war - erneut angestrengt auf das Tier schnallte. Anschließend stieg sie auf, wobei sie erneut spürte, wie sehr bereits all ihre Muskeln spannten, doch sie ignorierte den Schmerz, und trieb den Braunen kurz an, blieb jedoch nur ein kleines Stück weiter entfernt stehen und blickte zu dem dämmrigen Himmel. Da man bereits keinerlei Sterne mehr erkennen konnte, und ohnehin Bäume einen Großteil der Sicht versperrten, konnten sie wohl nur ihrem Instinkt folgen, und hoffen dass sie irgendwann das Wache Meer erreichen würden, um an der Küste entlang reiten zu können. Zumindest wäre das der sicherste Weg, um den Hafen zu finden, denn an dem Gewässer könnten sie sich leichter orientieren, als an diesen unzähligen Bäumen.

Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 03:30 .


#2757
Bellandyrs

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Bella sah Drakenot an und hörte seine Worte.

"Das mag schon sein, werter Drakenot, aber um ehrlich zu sein sind alle schönen Erinnerunge derzeit mit Trauer belegt... ich habe derzeit zumindest nichts, woraus ich Hoffnung schöpfen kann. Erst muß ich mit ansehen, wie die große Liebe meines Lebens vor meinen Augen dahingemetzelt wird, und dann geht jemand, der Seelenverwandt ist. Ich verstehe Zelandriel, so ist es nicht. Trotzdem wünschte ich, es wäre der unbeschwerte Zusammenhalt früherer Tage zu spüren, und nicht das, was hier übrig ist: jeder trauert für sich selber. Und Einsamkeit ist das schlimmste, was es gibt."

Sie nickte dem alten Mann zu und ging zurück zu ihrem Pferd. Die anderen waren bereits aufgesessen und blickten mehr oder weniger mürrisch zu ihr hinüber.
"Denkt doch was ihr wollt", murmelte Bella vor sich hin und kletterte wieder unelegant in den Sattel.

#2758
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Bellandrys hatte recht. Sie hatte offenkundig alles verloren, was ihr wichtig gewesen war. Jetzt auch noch den einzigen Menschen, der ihr aus diesem Gefühlschaos hätte heraushelfen können. Drakenot konnte im Moment nicht das Geringste für die Zwergin tun. Vielleicht würde er später noch einmal mit ihr darüber reden, doch jetzt fehlte ihnen dafür einfach die Zeit.
 
So ging er nun ebenfalls zu seinem Pferd zurück und schwang sich wieder in den Sattel. Dann tätschelte er noch einmal den Hals des Tieres, bevor er sich an die anderen wandte. „So, von mir aus kann es weitergehen. Führt uns an, Noah, wir folgen Euch.“
 
 

#2759
viento2

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Noah ließ sein Pferd eine schnelle Gangart einschlagen und wandte sich weiter Richtung Süden. Bald fielen sie erneut in einen scharfen Ritt. Seine Knochen und Muskeln beschwerten sich schlimmer, als noch vor der Pause, doch ohne diese kurze Pause hätte er sich wahrscheinlich gar nicht mehr im Sattel halten können.
Wie viel Zeit vergangen war, konnte er nicht sagen, doch schon bald hatten sie die letzten Bäume hinter sich gelassen und das Land wurde zusehens flacher. Die Sterne warfen ihr fahles Licht auf den Weg vor ihnen und die Orientierung viel nicht mehr ganz so schwer wie zu Anfang. Noah kannte sich hier nicht aus, doch er hoffte, dass dieser Weg sie direkt in den Fischerort führen würde. Nichts wäre schlimmer als wenn sie sich verirren würden.
Dann würde in den Geschichtsbüchern stehen: Sie kamen zu spät zur Rettung von Thedas, da sie den Weg zum Hafen nicht fanden.
Ein leises Glucksen stieg Noah in die Kehle und er verzog das Gesicht zu einem Grinsen, doch nur einen Herzschlag später wurde er wieder ernst. Sollten sie dies hier verpatzen, konnte es gut sein, dass es keine Geschichtsbücher mehr geben würde. Doch daran wollte er im Moment gar nicht denken.

Nach scheinbar endloser Zeit meinte Noah den zarten Hauch von Salz in der Luft zu riechen. Dann war er sich sicher. Die Luft wurde zunehmend kühler und der Wind hatte aufgefrischt. Er kam von Südosten und trug den Geruch des nahen Meeres mit sich. Die Landschaft um sie herum wurde wieder leicht hügelig. Zu seiner linken zog sich ein schmaler, heller Streifen am Horizont entlang, der vom kommenden Morgen kündete und Noah trieb sein Tier noch schneller an. Das Fell war stark verschwitzt und es hatte Schaum vor dem Mund. Doch sie mussten sich beeilen, den Hafen zu erreichen, bevor die Sonne aufging.
Und dann endlich konnte Noah voraus die Fjorde erkennen, die die Küste des Amaranthischen Ozeans säumten. Ihr höllischer Ritt führte sie schnell an sie heran und immer wieder blickte Noah aus den Augenwinkeln nach links um die Zeit abzuschätzen, die ihnen blieb. Schnell stieg das Gelände weiter an und sie mussten das Tempo reduzieren, damit die Tiere sicher durch die Hügel kamen. Zu ihrer linken graute der Morgen und am Horizont konnte man bereits das Meer sehen, doch voraus und zu ihrer rechten waren nichts als Hügel zu sehen.
Noah wurde immer unruhiger und rechnete bereits damit, dass sie zu spät kommen würden. Doch dann plötzlich führte der Weg um eine Biegung herum und fiel stark ab. Unter ihnen tat sich ein Fjord auf, in dessen Tal eine Häuseransammlung zu erkennen war, die von dichten, waldigen Bergsäumen flankiert wurde. Noah zügelte sein Pferd noch mehr, um ihm den Abstieg auf dem leicht gerölligen Weg zu erleichtern. Ein kurzer Blick über die Schulter, in die erschöpften Gesichter seine Gefährten, versicherte ihm, dass sie vollzählig waren. Die ersten Sonnenstrahlen begleiteten sie ein Stück des Weges, bevor sie von dem Fjord abgeschirmt wurden und die Gruppe in Schatten eintauchte.
Zwischen den einfachen Häusern waberte noch eine dünne Nebelschicht. Einige Bewohner waren bereits auf den Beinen und gingen ihren täglichen Beschäftigungen nach. Neugierige Blicke folgten ihnen, als sie sich ihren Weg zum Hafen bahnten. Eine einzige breite Straße führte durch die Häuserreihen hindurch. Sie war schlammig aufgewühlt und gab schmatzende Geräusche unter den Hufen der Tiere von sich. Ihre Tiere schnauften schwer und dampften in der kalten Morgenluft. Aber sie hatten es alle bis hierher geschafft und konnten sich in den kommenden Tagen von dem schweren Ritt erholen.

Der Hafen des Ortes bestand aus genau einem Steg, an dessen linker Seite eine Reihe von kleinen Fischerbooten trieb. Jedoch waren einige der Plätze frei und Noah ging davon aus, dass die Fischer bereits draußen auf dem Wasser waren. Auf der rechten Seite lag ein ein dreimastiger Kahn, der aussah, als würde er jeden Moment auseinander fallen. Die Segel waren gerafft und über die Planke marschierten Männer, die das Schiff mit Säcken und Kisten beluden.
Noah steuerte direkt auf sie zu und stieg am Anfang des Stegs von seinem Tier ab. Sofort kam ihm ein gedrungener Mann entgegen, der die Hand zum Gruß hob. Er hatte blondes, strohiges Haar, dass er zu mehreren Zöpfen geflochten hatte. Sein Gesicht war unrasiert und braun gebrannt. Ein dreieckiger Hut auf seinem Kopf, zeichnete ihn als Kapitän des Schiffes aus. Seine raue und kräftige Stimme schnitt durch die morgige Stille und ließ Noah kurz zusammen zucken.

„Andraste zum Gruß! Seid ihr diejenigen, die ich mit nach Denerim nehmen soll?“

Er stemmte die Arme in die Seiten und betrachtete die Gruppe eingehend. Noah nickte ihm zu und erwiderte seinen Gruß.

„Ihr seid gerade rechtzeitig gekommen. Eben laden wir die letzten Kisten auf und sind dann bereit auszulaufen. Beeilt euch, denn die Flut wird nicht ewig auf uns warten!“

Mit einem Kopfnicken deutete er auf sein Schiff und stiefelte voraus auf den Steg hinaus.

„Und fürchtet euch nicht. Die alte Nelly hat schon so manchem Sturm getrotzt.“

Er fiel in ein brüllendes Lachen, das von seiner Mannschaft auf dem Schiff einstimmig erwidert wurde. Zweifelnd schaute Noah den Kahn an, auf den sie mit den Zügeln in der Hand zu schritten. Er war noch niemals zuvor auf dem Meer gefahren, und nun musste es ein Schiff sein, dass nicht sehr Vertrauen erweckend aussah. Seufzend zuckte er mit den Schultern. Was blieb ihm anderes übrig, als dem Kapitän und seiner Mannschaft zu vertrauen?

#2760
Kaysallie

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Die kurze Pause hatte Allie nicht sehr viel gebracht, denn um so weiter sie ritten, desto schlimmer wurden die Schmerzen in ihren Beinen, und umso schlechter wurde ihre Konzentration. Einige Male erwischte sie sich dabei, wie sie kurz vorm Einschlafen war, und nur als sie spürte, wie ihr Kopf nach vorne zu kippen drohte, wurde sie wieder wachgerüttelt. Allie kämpfe den gesamten Ritt über damit, sich wach zu halten, und beachtete dabei nicht einmal mehr, wo sie sich befanden, und wie weit es noch sein könnte. Selbst als sie sich dem Meer näherten, realisierte sie das nicht mehr. Allie fühlte sich selten so leblos, wie in jenen Momenten. Ihrem Braunen schien ihre geistige Abwesenheit jedoch wenig zu stören, da dieser einfach dem Vordermann nachgaloppierte.

Sie wusste nicht wie lange sie geritten waren, doch nach einer scheinbaren Ewigkeit, konnte sie Stimmen und Getuschel vernehmen und blickte sich zum ersten Mal wieder richtig um. Sie erkannte einige Menschen, die ihnen neugierig nachblickten und flüsterten, und wusste, dass sie wohl den Hafen erreicht hatten. Oder war sie nun endgültig eingeschlafen und bereits am Träumen? Erst als sie den Steg erreicht hatten, und Allie von dem Pferd abstieg, realisierte sie - dank dem höllischen Ziehen in ihren Oberschenkeln -, dass all dies der Wirklichkeit entsprach. Ihr Blick fiel auf den Kahn, welcher auf sie einen alles andere als guten Eindruck machte, doch sie war zu müde, um sich deswegen zu beschweren.

Angestrengt gurtete sie ihre Tasche von dem Pferd, warf sich diese mühevoll um die Schulter und ging über den wackeligen Steg, bis sie das Schiff erreicht hatte. Allie spürte bereits, wie ihr von dem Wackeln übel wurde, doch sie versuchte es zu ignorieren und ging weiter, anschließend über das Deck bis sie fast das Heck erreicht hatte. Dort ließ ihre Sachen, sowie sich selbst, einfach neben irgendeiner Kiste auf den Boden fallen, atmete einmal tief die salzige Luft ein und schloss dabei ihre Augen. Aus dem Hintergrund vernahm sie nur noch, wie sich die Mannschaft darüber unterhielt, wo sie das letzte Gepäck am besten verstauen könnten, als sie auch schon eingeschlafen war.

Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 03:34 .


#2761
viento2

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Noah führte die Gruppe dem Kapitän hinterher auf das wackelige Schiff hinauf. Die Tiere kamen in einen Verschlag, in dem sie zusätzlich angebunden wurden. Sofort versenken sie ihre Köpfe in die Futterraufen und malmten das Heu zufrieden. Noah steckte einem Schiffsjungen ein Goldstück zu, der sich daraufhin um Allies und sein Pferd kümmerte. Den Rucksack zog er sich über und blickte sich suchend um. Er fand die Magierin am Heck des Schiffes, wo sie in sich zusammengesunken an einer Kiste lag. Mit schnellen Schritten war er bei ihr und ließ sich neben ihr nieder. Die Elfe war bereits eingeschlafen und ihr Gesicht war blass vor Erschöpfung.
Noah kramte eine warme Decke aus seinem Rucksack und breitete sie aus. Er rutschte noch ein Stück näher an Allie heran und wickelte sie beide darin ein. Auch er war erschöpft und seine Augenlider schwer. Er sah Bella bei den Pferden stehen und winkte sie zu sich herüber. Doch ob sie ihn gesehen hatte, konnte er nicht mehr erkennen, bevor auch ihm die Augen zufielen.
Bald drang das gleichmäßige Geräusch der Ruder an seine Ohren, die in das Wasser eintauchten, und das Schiff setzte sich in Bewegung. Eine Stimme erhob sich über das leise Rauschen des Wassers und das Pfeifen des Windes. Sie gab den Takt vor, in dem die Ruderer das Schiff auf das offene Meer hinaus befördern würden.

#2762
Bellandyrs

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Bella blickte skeptisch auf das Schiff. Dieses vermorschte Ding sollte sie heil nach Denerim bringen? Des Kapitäns Worte in Andrastes Ohren...

Steifbeinig stakste sie den anderen nach und versorgte ihr Pferd. Eigentlich war sie hundemüde, aber die kalte Morgenluft vermischt mit dem Salzgeruch des Wassers hielt sie wach. Außerdem war ihr ein wenig übel, als sie auf die Wellen hinaussah. Auch sie war noch nie auf einem Schiff gefahren.

Sie blickte zu Noah und Allie, die bereits in ihren wohlverdienten Schlaf gefallen waren. Noah hatte die Decke über beide ausgebreitet, und sie gaben ein Bild des Friedens ab.
Verächtlich verzog Bella ihren Mund. Frieden? Gab es jemals noch welchen auf Thedas? Und wenn ja - für wen? Ihre Gedanken wanderten zu ihrer Schwester. Ja, für sie würde sich der Frieden lohnen. Andererseits herrschten in Orzammar ohnehin eigene Gesetze, die mit der Oberfläche nicht viel gemein hatten.
Leise seufzte sie auf, und ihr Blick verlor sich am Ufer, welches in immer weitere Ferne rückte. Die freien Marschen... sie hatte noch nie auf so kurze Zeit soviel Glück und Leid auf einmal erfahren. Eines stand für sie fest: den einzigen Grund den es gab, dieses Land noch einmal zu betreten, war Theoderich. Und wenn, dann würde sie im Sommer reisen, auf dem Landweg. Die Schaukelei auf dem Schiff schlug sich auf ihren Magen nieder, und obwohl nicht gerade viel darin war, stieg das Übelkeitsgefühl.

Vorsichtig hangelte sie sich an den Rand des Schiffes und hielt sich an der Reling fest. Ihr Blick richtete sich noch immer aufs Land, das half ein wenig, sobald sie jedoch aufs offene Meer blickte, zog sich ihr Magen zusammen. Bald war das Fischerdorf nur noch als kleiner Punkt auszumachen, und Bella suchte die Bergkette, an der sie einen Punkt fixieren konnte.

Sie verabschiedete sich gedanklich noch einmal von Theron, und bemerkte nicht, wie ihr dabei wieder die Tränen herunterliefen.

#2763
Aliens Crew

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Drakenot führte sein Pferd auf das Schiff und in den Verschlag, wo auch schon die anderen Tiere untergebracht waren. Dort sprach er sanft zu seinem Reittier und bedankte sich bei diesem durch einige Streicheleinheiten. Anschließend ließ er das Pferd fressen. Er selbst wandte sich an den Kapitän des Schiffes und fragte ihn, wie viel Zeit die Reise jetzt wohl in Anspruch nehmen würde.
 
„Das wird wohl so zwei Wochen oder so dauern“, meinte dieser und zog dabei an seiner langstieligen Pfeife. „Kommt aber auch drauf an, wie gut das Meer es mit uns meint.“
 
"Wirklich so lange? Wir haben in drei Tagen eine Verabredung in Denerim."

"Tatsächlich? Dann werdet Ihr wohl das Fliegen erlernen müssen, beim Klabautermann!" lachte der Kapitän lauthals. "Das hier ist schließlich ein Boot und nicht der Rücken eines Erzdämons!"

„Danke“, erwiderte Drakenot nur und wandte sich ab. Er blickte sich nach seinen Gefährten um und bemerkte Noah und Allie, die selenruhig nebeneinander lagen und schliefen. Ein Lächeln umspielte sein Gesicht, als er die Magierin so ruhig und entspannt dort liegen sah. Sie hatte sich wahrlich etwas Ruhe verdient. Der Alte sah sich weiter um, bis ihm Bellandrys ins Auge fiel, die versonnen auf das Land zurückblickte und alles andere als glücklich aussah. Er beobachtete sie eine Weile, ehe er sich dazu entschloss, der Zwergin etwas Gesellschaft zu leisten.
 
„Ihr reist wohl nicht gerade oft auf einem Schiff, nicht wahr, werte Bellandrys?“ bemerkte er fürsorglich, als er neben sie trat und sich auf der Reling abstützte. Tief atmete er einmal durch, die frische Morgenluft tat ihm gut. „Euer etwas wackliger Gang und Eurer bleiches Gesicht lassen zumindest darauf schließen.“
 
 

Modifié par Aliens Crew, 14 mars 2011 - 07:37 .


#2764
Bellandyrs

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Bella wischte sich hastig mit dem Ärmel über das Gesicht, als Drakenot sie ansprach.

"Das stimmt. Um ehrlich zu sein ist es meine erste Schiffsfahrt, und wenn diese Übelkeit nicht bald vergeht, mit Sicherheit auch meine letzte. Bald sieht man kein Land mehr, nur noch das offene Meer..." Der Wind pfiff ihr um die Nase, das Meer nicht gerade ruhig. Gerade schlingerte das Schiff, und Bellas Magen machte einen kleinen Purzelbaum. Schnell drückte sie die Hand gegen den Mund, aber zum Glück entschloß sich der Inhalt noch unten zu bleiben.
Ihr zitterten die Knie, und ihre Knöchel traten weiß hervor, so stark hielt sie die Reling umklammert.

"Wißt Ihr, als Zwerg hat man normalerweise an der Oberfläche Angst, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt. Das hatte ich nie - im Gegenteil, in Orzammar hatte ich eher das Gefühl, dass mir die Steindecke bald auf den Schädel fliegt. Aber diesen Natur-Gewalten ausgesetzt zu sein ..." sie schüttelte den Kopf. "Lieber nehm ich es nochmal mit dem Erzdämon auf."

Sie riß sich zusammen und blickte den Mann an. "Euch scheint das ganze ja nichts auszumachen. Seid Ihr oft auf See?"

Modifié par Bellandyrs, 08 mars 2011 - 06:31 .


#2765
Aliens Crew

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„Ich reise eigentlich unentwegt durch die Lande. Zu Fuß, mit dem Pferd oder auch per Schiff. Ich bin sozusagen auf der Straße zu Hause“, lachte Drakenot die Zwergin an. „Aber ich kann mich noch gut an meine erste Schiffsfahrt erinnern. Das Boot war noch klappriger als dieses hier, und es tobte ein furchteinflößendes Unwetter. Der Kahn schlingerte und drohte mehr als einmal zu kentern, doch letzten Endes haben wir die Reise dann doch heil überstanden. Nur habe ich während dieser ganzen Fahrt vermutlich mein halbes Körpergewicht über die Reling gespuckt. Und damit es Euch nicht auch so geht...“
 
Der Alte fingerte an seinem Gürtel herum und holte ein kleines Fläschchen mit einer gelbgrünen Flüssigkeit hervor, welches er Bellandrys hinhielt.
 
„Hier. Nehmt einen kleinen Schluck davon. Es wird Euren Magen beruhigen, so dass Ihr nicht mehr das Bedürfnis verspüren werdet, ihn durch Euren Mund entleeren zu müssen. Und dann sollten wir uns auch etwas hinlegen und schlafen. Unsere bisherige Reise war doch recht anstrengend, nicht wahr? Und wir werden in naher Zukunft bestimmt unsere ganze Kraft brauchen, denke ich mal. Solltet Ihr allerdings Probleme mit dem Einschlafen haben, so kann ich Euch dafür ebenfalls ein Mittelchen geben.“
 
 

#2766
Bellandyrs

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Dankend nahm Bella das Fläschchen entgegen und nahm gleich einen kleinen Schluck daraus, wie ihr empfohlen wurde.
"Zum Glück schmeckt es anders als es aussieht", murmelte sie mit trockenem Humor in die Richtung von Drakenot. "Vielen Dank. Ihr könnt Euch ruhig hinlegen, ich will erst warten bis es meinem Magen besser geht."

Der Alte gähnte herzhaft und suchte sich einen Platz, wo er sich hinlegen konnte.
Bella war um diese ruhigen Minuten, die sie gerade hatte, recht froh. So konnte sie ihre Gedanken sortieren, denn wieder einmal war innerhalb kurzer Zeit zuviel auf sie eingestürzt. Wann würde sie zur Ruhe kommen? Wohl erst, wenn sie wieder zuhause in Orzammar war. Und selbst dann konnte sie sich nicht lange Ruhe gönnen, immerhin hatte sie dem Paragon ja versprochen, zu helfen, wenn es einen Weg dazu gab.

Aber vielleicht würde der Schlüssel dazu ja in Ferelden zu finden sein, dorthin, wo Avalos sie nun führte.
Bella holte sich eine Decke und wickelte sich darin ein. Sie setzte sich auf eine Kiste, die fest verzurrt war und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Reling. Das Schiff schlingerte zwar immer noch, aber durch den Umstand, dass sie nun nicht unbedingt auf das freie Meer blicken mußte, ging es ihr etwas besser. Der Trank tat sein übriges dazu.

Sie ließ ihre Gedanken schweifen, einzelne Bilder und Erinnerungen die kamen und gingen, und über diesen Eindrücken fielen ihr schließlich doch die Augen zu.

#2767
MagicBullet

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Ich bin ab heute für ungefähr 2 Wochen geschäftlich unterwegs. Danach steige ich wieder mit ein ^^

#2768
Kaysallie

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Schaukelnde Bewegungen sorgten dafür, dass Allie aus ihrem Schlaf gerissen wurde. Dennoch realisierte sie nicht, dass es daran lag, denn im ersten Moment glaubte sie, dass sie all die vergangenen Tage nur geträumt hatte, was wohl an der Wärme lag welche ihren Körper durchströmte, und ihr ein Gefühl von Wohlbefinden verlieh. Sie spürte, dass ihr Körper von einer dicken Decke geschützt wurde und dass jemand neben ihr lag. Doch als sie ihre Augen öffnete, sah sie einen blauen Himmel über sich, das hölzerne Schiff auf welchem sie lag, und von dem endlos erscheinenden Meer eingerahmt wurde. Die Sonne schien sich bereits zurückzuziehen, und ein kalter Wind blies ihr um die Nase, trieb damit den unverkennbaren salzigen Geruch des Wassers mit sich. Scheinbar hatte sie den ganzen Tag geschlafen, fühlte sich jedoch nicht wirklich erholt. Erst nach einigen Sekunden, die sie brauchte um vollkommen aus ihrem Schlaf zu erwachen, erkannte sie, dass Noah derjenige war der neben ihr lag, und blickte ein wenig verdutzt in seine Richtung, bevor sie die Decke zur Seite klappte und aufstand.

Kurz spannten all ihre Gelenke, aber mittlerweile hatte sie sich an das Gefühl gewöhnt. Viel mehr störte sie wohl das Schaukeln des Schiffes, welches sie kurz aus dem Gleichgewicht brachte. Allie war noch nie auf einem Schiff gereist, hatte immer einen festen Boden unter ihren Füßen, und nun war es so als ob sich dieser bewegen würde und sie davon abhalten wollte geradeaus zu gehen. Beinahe wäre sie nach vorne umgekippt, schaffte es jedoch noch rechtzeitig sich an der Reling anzuhalten - welche sie so fest umklammerte, als würde ihr Leben davon abhängen. Dabei überblickte sie ein wenig panisch das offene Meer, sah kein Land mehr vor Augen, und schlagartig wurde ihr bewusst, dass sie doch eigentlich eine alles andere als gute Schwimmerin war - eigentlich war sie erst ein einziges Mal in ihrem Leben geschwommen. Hätte sie sich die letzten Tage wohl von mehr, als nur Wasser ernährt, hätte sie sich wahrscheinlich in jenem Moment übergeben. Aber vielleicht würde diese ungewohnte Art zu reisen ja dafür sorgen, dass sie wieder etwas mehr Appetit bekam.

Allie zog es jedoch vor erst einmal an Ort und Stelle stehen zu bleiben - wohl weil sie Angst hatte die Reling los zu lassen - und starrte dabei mit blassem Gesicht auf den blauen Ozean. Schließlich konnte sie sich auch noch später nach etwas Essbarem umsehen. Vielleicht würde sie sich ja nach einiger Zeit an ihre neue Umgebung gewöhnen... zumindest redete sie sich das ein.

Modifié par Kaysallie, 14 mars 2011 - 10:35 .


#2769
Aliens Crew

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Drakenot öffnete die Augen und hob den Kopf. Er hockte, wie er es fast immer tat, im Schneidersitz neben Bellandrys, die neben ihm lag und schlief. Ein Blick zum Himmel zeigte ihm, dass es später Nachmittag war. Die Sonne würde bald untergehen und der Nacht die Herrschaft über die Welt überlassen. Der Alte sah sich um, wodurch ihm Allie ins Auge fiel, die auf dem Vorderdeck stand und sich krampfhaft an der Reling festhielt.
 
Ein Grinsen legte sich auf Drakenots Gesicht, als er das sah. Die Zwergin war offenbar nicht die einzigste, die noch nie per Schiff gereist war. Der Alte erhob sich und ging langsamen Schrittes auf die Magierin zu. Dicht neben ihr blieb er stehen, wo er einmal tief durchatmete.
 
„Eine herrliche Luft, nicht wahr?“ meinte er zu Allie gewandt, ohne sie anzusehen. „Ihr allerdings seht nicht so aus, als würdet Ihr unsere Reise sehr genießen. Habt Ihr wieder schlecht geschlafen? Oder seid Ihr einfach nur seekrank?“
 
 

#2770
Kaysallie

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Weiterhin an der Reling festklammernd und mit, vor Angst und Übelkeit, erbleichtem Gesicht, blickte sie ein wenig argwöhnisch zu Drakenot, welcher sich neben sie gestellt hatte.

„Wie sollte man so etwas auch genießen… ich fühle mich wie im Turm der Magi, nur ohne festen Boden unter meinen Füßen und statt eines ruhigen Sees umgeben von…“, sie machte eine kurze Pause, als das Schiff durch eine Welle brach, dabei einen knarrenden Laut von sich gab und einmal stark schaukelte – zumindest fühlte es sich für Allie ziemlich stark an. Dabei schloss sie krampfhaft die Augen und kralle sich noch fester an die Reling.

„Umgeben von… einem weniger ruhigen See der kein Ende nimmt, egal in welche Richtung ich schaue… Da fand ich sogar die Tiefen Wege um einiges angenehmer“, sie öffnete die Auge wieder und blickte erneut etwas panisch zu ihrem Gegenüber.

„Und ich... ich kann nicht schwimmen… also nicht besonders gut... Und jetzt lacht mich ja nicht aus, weil ich Angst vor dem Wasser habe!“ Gerade als sie geendet hatte, schlug erneut eine Welle gegen die Schiffsseite, sodass ein paar Wassertropfen auf das Deck prasselten. Allie kreischte völlig außer sich los und duckte sich. Anschließend ließ sie sich auf die Knie fallen, und klammerte sich am Boden kauernd an Drakenots Unterschenkel fest.

„Nein! Nein! Nein! So darf ich nicht sterben! Alles, nur nicht ertrinken!“, keuchte sie völlig hysterisch mit zittriger Stimme vor sich her, wagte es jedoch nichtmehr ihre Augen – die sie erneut krampfhaft geschlossen hatte – zu öffnen.

Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 03:37 .


#2771
Bellandyrs

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Bella schrak hoch, als Allie zu kreischen begann.

"Beim Erbauer Allie!" rief sie empört. "Ich kann auch nicht schwimmen, also habt Euch nicht so! Ihr werdet also nicht alleine sterben."
Schlaftrunken rieb sie sich die Augen. Was zum Henker redete sie hier? Nur weil das Schiff schlingerte?
"Drakenot, gebt ihr doch etwas von dem Zeug, mir hat es jedenfalls geholfen, mein Magen rebelliert nicht mehr. Gibt es irgendwo etwas zu essen?" fragte sie, denn tatsächlich knurrte ihr der Magen. Allerdings wäre sie auch schon glücklich über eine Tasse Kaffee gewesen.
Vorsichtig rappelte sie sich hoch und stellte sich breitbeinig hin. Die Schlinger-Bewegungen des Schiffes mußten irgendwie zum ausbalancieren sein, und es war wirklich kniffelig.

Ein Matrose ging an ihr vorbei und grinste sie schief an.
"Tja, ham büschn raue See heut mein Deern. Mach dich kein Kopp, das wird schon, gewöhnst dich schon dran." Dann lachte er schallend und trank einen Schluck aus seinem Flachmann.

Bella zog eine Grimasse und stakste mit wackeligen Beinen Richtung Drakenot und Allie.

#2772
Aliens Crew

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„Hört auf Eure Freundin, Allie“, meinte Drakenot zuversichtlich und ging in die Hocke. Er griff nach den Händen der Magierin, die sich immer noch um seine Unterschenkel krallten und löste diese vorsichtig aber auch mit einem gewissen Nachdruck. „Ich kann zwar schwimmen, doch sollten wir hier draußen wirklich kentern, so wäre das unser aller Ende. Denn solange kann sich keiner über Wasser halten, bis dieser jemand von einem anderen Schiff gefunden und gerettet wird. Also spielt es keine Rolle, ob Ihr schwimmen könnt oder nicht. Doch so schlimm ist es gar nicht. Die See ist nur etwas unruhig, das ist alles. Dieser Kahn kann weit mehr vertragen als das hier. Wenn Ihr öfters zur See reist, dann werdet Ihr das auch noch erkennen.“

Der Alte ließ Allies Hände wieder los, die er bis eben noch festgehalten hatte und holte das Fläschchen hervor, von dem er Bellandrys schon zu Trinken gegeben hatte. „Hier nehmt einen Schluck davon. Danach wird es Euch sicher besser gehen.“
 

#2773
Kaysallie

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Allies Hysterie ging in Peinlichkeit über, als sie bemerkte, wie ruhig all die anderen auf dem Schiff blieben, und sie einige Blicke von den Matrosen spürte. Wie konnte sie sich nur vor einem schaukelndem Schiff und ein wenig Wasser so fürchten? Es war fast so wie damals, als sie das erste Mal durch einen Wald marschiert war, und bei jedem kleinsten Geräusch zusammenzuckte – oder dabei Büsche in Brand steckte. Scheinbar gab es jedoch auch noch andere Dinge auf Thedas, die ihr alles andere als geheuer waren. Beschämt über ihre Überreaktion, stand sie mit wackeligen Beinen von dem Schiffsboden auf, wobei sie sich wieder an der Reling festhielt, jedoch keinen weiteren Blick auf das offene Meer wagte. Stattdessen fixierte sie das Fläschchen, welches Drakenot ihr entgegen hielt. Doch der Gedanke, einen Trank zu sich zunehmen, nur weil sie Angst vor einer Schifffahrt hatte, nagte ein wenig an ihrem Stolz, doch nachdem sie einmal tief Luft geholt hatte, griff sie zögernd nach dem Trunk und nahm einen Schluck davon. Kurz verzog sie das Gesicht, da die Flüssigkeit wohl nicht gerade ihrem Geschmack entsprach, und reichte das Fläschchen wieder an den Alten.

„Danke“, sagte sie schließlich verbunden mit einem leichten Hustanfall, der sich jedoch schnell wieder verzog, bevor sie sich an die Zwergin wandte, die sich zu ihnen gesellt hatte.

„Entschuldigt, dass ich Euch geweckt habe. Ich mag nur keine Feinde, die ich weder mit Zaubern, noch mit Klingen bekämpfen kann“, sagte sie mit leiser Stimme, während sie beschämt und nachdenklich nach unten blickte.

Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 03:38 .


#2774
Bellandyrs

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"Ich habe ohnehin zu lange geschlafen Allie, also macht Euch nichts draus", meinte Bella versöhnlich. "Das Zeug von dem Alten hilft tatsächlich." Sie deutete auf das Fläschchen.

"Und ich kann Euch verstehen, so ganz geheuer ist mir das Wasser aus nicht. Ich habe lieber festen Boden unter den Füssen. Hoffe nur, dass wir Denerim schnell erreichen werden, und zwar ohne Zwischenfälle. Und jetzt suche ich mal was essbares."

Die Zwergin wandte sich ab und machte sich auf die Suche nach der Kombüse oder nach Vorräten, um einen Happen zu sich zu nehmen.

Modifié par Bellandyrs, 03 avril 2011 - 09:07 .


#2775
Kaysallie

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„Der Zirkel lehrt einem zwar, wie man mit Zaubern umzugehen hat, aber bereitet einen nicht auf solche Dinge vor“, begann Allie während sie der Zwergin bei ihrer Nahrungssuche nachblickte.

„Manchmal vermisse ich den Turm, aber ich weiß, dass ich nicht mehr zurück kann. Er war meine Heimat, mein gesamtes Leben. Seitdem ich von dort fort bin, sind nur noch schreckliche Dinge passiert…“ Sie hielt einen Augenblick inne, bevor sie zu dem Alten blickte und nervös fortfuhr.

„Entschuldigt, ich schwafel schon wieder wie eine alte Frau! Vielleicht sollte ich lieber auch etwas essen…“ Anschließend wandte sie sich ab, und torkelte zurück zu ihren Sachen. Neben einer Kiste setzte sie sich auf den Boden und durchwühlte ihre Tasche, solange bis sie ein trockenes Stück Brot hervorzog, an welchem sie lustlos herum zu kauen begann. Eigentlich hatte sie weder Hunger, noch Appetit, aber war das nicht schon seit Tagen so?

Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 03:39 .