Schnell wie der Wind in einer toten Nacht preschte Avalos durchs Land. Das Lager mit seinen Gefährten war schon vor Stunden hinter ihm entschwunden. Nur das schwache Licht der Sterne begleitete seinen Weg, der ihn zwangsläufig an die Küste führen würde.
Irgendwann nahm er den Salzgeruch war, der auf die nahe See schließen ließ. Bis Therinsford war es nicht mehr weit, ein paar Meilen, höchstens.
Schließlich erreichte der Schatten den Saum des dichten Waldes und zügelte sein Ross. Therinsford lag in einem kleinem Talkessel, eingerahmt von mächtigen Klippen aus Sandstein. Kleine dinge Rauchfäden zogen sich von manchen Dächern der winzigen Katen und Hütten gen Himmel, während im osten die ersten Sonnenstrahlen übern Horizont fielen.
Mit leichtem Schenkeldruck bugsierte er sein Pferd in Richtung Dorf.
Die kleine Straße zwischen den windschiefen Hütten war schlammig, morastig, matschig. Jeder Schritt ließ das Tier bis zu den Fesseln einsinken. Schließlich stieg er ab und führte das Tier am Zügel.
Plötzlich hielt er an, wandte sich nach rechts und trat an die Tür einer etwas größeren Seemannskate. Der Schatten klopfte an der Tür, die hörbar in ihren Angeln knirschte. Avalos wurde zunehmend ungeduldig und pochte immer heftiger gegen die Tür, bis sie sich schwungvoll öffnete.
Eine dicke Magd stand in der Tür, das Nudelholz zum Schlag erhoben und keifte wild fluchend in die Morgendämmerung hinein.
"Was wagt ihr es mich aus meinem Schlaf zu reißen, ihr Hundsfott! Euch mach ich Beine, lange Hammelbeine, das sag ich euch! Wild wetternd und keifend, unbeeindruckt von der bedrohlichen Kapuzengestalt vor ihrer Tür, holte sie zu einer neuerlichen Schimpftirade aus.
"Gnä´e Frau, ich ersuche um höfliches Verzeihen, aber ich suche euren Mann Brictom, seines Zeichens Kapitän."
"Ihr Hundsfottt, was fällt euch ein hier mitten in der Nacht aufzukreuzen, geleckte Adelsreden zu schwingen und lauthals nach diesem Nichtsnutz von Ehemann zu verlangen?! Manieren werd ich euch beibringen, ihr dummer Schnösel!"
Bevor er sichs versah, raste auch schon das Nudelholz in abartig hoher Geschwindigkeit auf seinen Kopf zu, den er noch so grade zurückwerfen konnte, bevor das schwere Küchengerät ihm den Schädel spaltete.
"Aber Aber, junge Frau, so haltet ein, ich bin doch kein Hühnerdieb, der euch erleichtern will!"
Die Magd störte es nicht weiter, und so drosch sie immer noch mit ihrer Haushaltshilfe auf den Schatten ein, der inzwischen Mühe hatte, jedem wuchtigen Schlag auszuweichen.
Schließlich packte er ihre Hand und entwandt ihr das Nudelholz, sehr zum Erstaunen der Küchenmagd. Besagtes Erstaunen hielt aber nicht lange genug an, um ihn die nächste, keifende Schimpftirade einzubringen.
"Weib, was treibst du da? Du fette Makrele, was ist in drei Teufels Namen denn da los?!
"Brictom, bei allen Dämonen, erlöst mich von eurer so anmutigen Meeresjungfer!"
Ein bärtiges Gesicht erschien in der Tür.
Na das sieht euch ähnlich hier mitten am frühen Morgen aufzutauchen," grölte der Seemann und zog ihn durch die Tür, drückte ihm einen Tonbecher in die Hand und fuchtelte mit einer Flasche Grog umher.
Die Kate selbst roch leicht nach Salz und Rauch. Verräuchertes Tauwerk und ausgestopfte Fische hingen an der Wand.
"Was führt euch in mein bescheidenes Haus, Avalos? Ist Jahre her, als ich euch aus der wachen See gezogen habe, nich wahr?"
Der Schatten ließ ein verschmitztes Grinsen erkennen.
"Ist es, Brictom, ist es. Hört, ich habe wenig Zeit und benötige eure Hilfe."
"Jaja, du verlaustes Etwas, jeder dahergelaufene Bettler bekommt hier Grog, deine Fremdentüdelei bringt uns alle noch an den Bettelstab!"
Der Seemann verdrehte die Augen und wandte sich um.
Frau, leg dich wieder hin. Dieses Gespräch ist nicht für deine Ohren bestimmt, du dickes Walroß!"
Tatsächlich, grummelnd und fluchend zog die Magd von dannen und ließ die beiden Mannen allein. Ein Korken wurde aus der Flasche gezogen, und mit leichtem Gurgeln goß er seine Gast Grog in den Tonbecher, bis er überschwappte.
"Auf euer Wohl, und das meinige..." bevor er sich die Flasche an den Hals setzte.
"In wenigen Stunden kommen einige Gefährten hier an. Ein alter Mann, eine Zwergin, eine abgerissene Magierin. Bringt sie nach Ferelden, am besten gleich nach Denerim, wenn ihr guten Wind habt." Um seine Forderung zu unterstreichen, zog der Schatten einen kleinen Beutel mit klimpernden Inhalt aus einer seiner vielen Manteltaschen und legte ihn auf den grob gezimmerten Tisch.
"Desweiteren benötige ich eine sofortige Passage, ich kann nicht länger warten. Ebenso nach Denerim."
Der Seemann wog den Beutel in der Hand, setzte die Flasche nochmals an den Hals und wischte sich mit seiner Pranke über den Mund.
"Geht zum Steg, sucht nach Krill. Er schuldet mir noch einen Gefallen, er bringt euch über die wache See. Um eure Gefährten kümmere ich mich persönlich.
Aber eilt euch, er dürfte jeden Augenblick auslaufen, die Flut steigt."
Ohne weitere Worte wandte sich der Schatten um, stieg auf seinen Rappen und preschte davon.
Nur Minuten später fand er den Fischer, von dem Brictom gesprochen hatte. Krill saß auf einem Fass, und spleisste Taue, die gerissen waren.
"Brictom schickt mich. Ihr habt eine Passage nach Denerim für mich." Es war keine Frage, sondern eine Feststellung.
Der Fischer schaute auf, zuckte mit den Achseln und bejahte dann. "Bringt euer Pferd und Gepäck in den Laderaum und haltet euch bereit.
"Welches von den Booten ist denn eures?" Der Fischer nickte in Richtung eines der Fischerverhikel. Ganz hinten. die "Anoras Titte" zu euren Diensten," feixte Krill.
"Na das kann ja heiter werden," stöhnte der Schatten.
Die Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)
Débuté par
xX Ripper Xx
, févr. 07 2010 02:46
#2776
Posté 07 avril 2011 - 10:16
#2777
Posté 08 avril 2011 - 07:15
Avalos stand am Bug, während das kleine Fischerboot sich durch die Wellen kämpfte. Das Wetter war schlechter geworden, Gischt spritzte über die Reling und lief an den Planken herunter. Das Schiff schlingerte und wankte, aber das schien den Schatten nicht zu stören.
Das Holz knirschte, als sich seine Pranke um die Reling schloss. Kleine Wassertropfen rannen an den Metallschuppen seines Panzerhandschuhs herab. Seine Haare waren inzwischen salzverkrustet, aber auch das schien er nicht zu bemerken. Sein stechender Blick war auf die See gerichtet, als ob er das Meer einfach niederstarren könnte.
Inzwischen waren die Segel hochgezogen worden, und das Segeltuch spannte sich unter der steifen Brise, die stetig blies.
Hinter seinen jadegrünen Augen arbeitete ein messerscharfer Verstand, und der war schon längst in Denerim und plante die nächsten Schritte. Eventualitäten, alte Rivalitäten, aufkeimende Feindschaften, alles wollte gut durchdacht werden. Keine Fehler, keine Fehlgriffe, dafür stand wohl zuviel auf dem Spiel. Allein sein Gefühl sagte ihm, dass sie keinem Phantom nachjagten. Die Welt war im Wandel begriffen, und das machte ihm mehr Sorgen als er bereit war zuzugeben.
Plötzlich unterbrach er seine Grübeleien und fixierte einen merkwürdig regelmäßigen Punkt am Horizont. Für aufgeschäumte Wellengischt zu groß und zu regelmäßig.
Segel.
Ihm schwante übles. Für ein Fischerboot wohl zu groß, außerdem wagten sich Fischer um diese Jahreszeit nicht mehr so weit raus auf die offene, sturmgepeitschte See.
Krill und seine Seeleute wurden hektisch, Panik und Angst machten sich breit.
Avalos stieß sich leicht von der Reling ab, suchte auf dem schwankenden Deck kurz nach Halt und ging dann nach hinten.
Seine Rechte verschwand unter seinem Mantel. Stahl knirschte in der der Schwertscheide, als er die Klinge nur einen Fingerbreit weit heraus zog.
"Lasst sie aufholen. Wir können ihnen nicht entkommen."
Entgeistert ließ der Kapitän das Tau fallen.
"Seid ihr wahnsinnig?!"
"Wahnsinnig? Ja. Zumindest die Piraten."
Der Schatten ließ ihn einfach stehen, löste die Spange seines Umhangs und warf ihn einem herumstehenden Schiffsjungen zu. "Bewahre ihn ohne Schaden auf, dann verdienst du dir einen Sovereign, Junge."
Trotz der warmen Worte lag weder Herzlichkeit oder Milde in seinen Worten.
Nur Minuten später hatte das andere Schiff deutlich aufgeholt.
Zehn oder zwölf abgerissene Gestalten, mit allem, was man auch nur im entferntesten als Waffe gebrauchen konnte. Nagelkeulen, einfache Holzplanken gespickt mit Nägeln, rostige Bihänder, Zimmermannsäxte, sogar eine geriffelte Qunariklinge mit den charakteristischen Sägezähnen.
"Na lasst uns tanzen, ihr Witzfiguren der Meere," presste der Schatten zwischen den Zähnen hervor, wischte sich eine nasse Haarsträhne aus dem Gesicht und verlagerte seinen Stand.
Versprach ein heißer Tanz zu werden.
Das Piratenschiff rammte den Fischkutter schräg von hinten, die Takelage verhedderte sich und zog die große Kogge längsseits.
Zeit, den Spieß umzudrehen, Der Schatten zog sein Schwert, nahm einige Meter Anlauf und sprang von der Reling, die Klinge überkopf zum Schlag erhoben. Ihm war klar, dass nur einer von diesen abgerissenen Idioten einen Speer herumreißen müssten um ihn damit noch im freien Fall aufzuspießen.
Aber der Entertrupp war viel zu überrascht, um überhaupt irgendwie zu reagieren, denn Opfer, die sich wehrten und auch noch zuerst angriffen, war ihnen fremd.
Der erste Hieb saß und spaltete einem schmächtigen Piraten den Schädel und fast die Hälfte des Brustkorbs, als Avalos Schwert sich wie gleißendes Gestein durch ihn hindurchfraß. Noch bevor er seine Waffe aus dem erschlaffenden Körper zog, keilte er mit einem heftigen Tritt nach hinten aus und traf einen weiteren Freibeuter, der durch die Wucht nach hinten taumelte, die Reling durchbrach und in die gischtbewehrte See fiel.
Den nächsten Hieb erahnte der in schwarz gewandete Schatten eher, als dass er ihn kommen sah. Instinktiv warf er sich nach hinten, und der Schlag mit dem gezackten Qunarischwert ging fehl. Allerdings auch sein Ausweichmanöver, den der schwankende Schiffskörper machte solch riskante Auswachmanöver zu einem tödlichen Spiel.
Avalos schlingerte, suchte sein Gleichgewicht und einen festen Stand, aber beides blieb ihm verwehrt, so dass er nach hinten wegkippte und auf einmal auf dem Deck lag. Aber statt sich aufzurappeln, trat er gezielt gegen eine Mastdaube, an der das Hauptsegel unter Spannung gehalten wurde. Der Pflock löste sich und und die hölzerne Querversteifung raste, durch den schneidenden Wind angetrieben nach vorne.
Noch im selben Augenblick rollte sich der Schatten nach rechts, um einer herabsausenden Axt zu entkommen.
Der massive Holzbalken des Segels traf den Feind mit dem Sägezahnschwert direkt im Genick, schleuderte ihn nach vorne gegen den Ankerpoller, wo er mit merkwürdig verdrehtem Kopf liegen blieb.
Wie von selbst rutschte Avalos Dolch ihm in die Hand. Mit einem schnellen Wurf aus dem Handgelenk trieb er den Stahl tief in die Kehle eines heranstürmenden Hünen, der mit einem dumpfen Geräusch einfach umfiel.
Sofort sprang er auf, fand diesmal Halt und zog sein Schwert aus dem verstümmelten Leichnam, bereit zum nächsten Gefecht. Ein diabolisches Grinsen umspielte seine Züge.
Der klägliche Rest der Freibeuter wehrte sich tapfer, aber vergebens.
Allerdings ließ ihn das Gefühl nicht los, dass er hier etwas übersehen hatte. Etwas fundamentales.
Mit einem großen Satz sprang er auf den Fischkutter zurück, während Krill ihm schon wild fuchtelnd entgegengerannt kam.
"Mit euch will sich noch nicht mal ein Erzdämon anliegen, schwant mir, aber gut dass ihr wieder hier seid, wir müssen hier weg!" Gestikulierend zeigte der Seebär auf den drohnen Horizont, der sich inzwischen schwarz verfärbt hätte. Lichtblitze zuckten durch die Wolken, und lange nach ihrem Erlöschen schallte ferner Donner zu ihnen herüber.
Mit einer energischen Geste ließ er den Kapitän verstummen.
"Nein. Vertäut die Kogge, so dass sie stabil längsseits liegt. Allerdings so, dass ihr sie möglichst schnell wieder freigeben könnt, nehmt Tauwerk oder ähnliches, das ist leicht mit einer Axt oder Schwert zu kappen.
Das ist keine Bitte, das ist ein Befehl!"
Jeglicher zwischenmenschliche Ton war verschwunden, nur ein Hauch von eisiger Gletscherkälte und eine unausgesprochene Drohung ungeahnten Ausmaßes schwebte zwischen den Männern.
Krill wich seinem Blick aus und sagte "Ist gut. Ich sag den Männern Bescheid. Aber egal was ihr vorhabt, bei allen Seemonstern, beeilt euch!"
Das Holz knirschte, als sich seine Pranke um die Reling schloss. Kleine Wassertropfen rannen an den Metallschuppen seines Panzerhandschuhs herab. Seine Haare waren inzwischen salzverkrustet, aber auch das schien er nicht zu bemerken. Sein stechender Blick war auf die See gerichtet, als ob er das Meer einfach niederstarren könnte.
Inzwischen waren die Segel hochgezogen worden, und das Segeltuch spannte sich unter der steifen Brise, die stetig blies.
Hinter seinen jadegrünen Augen arbeitete ein messerscharfer Verstand, und der war schon längst in Denerim und plante die nächsten Schritte. Eventualitäten, alte Rivalitäten, aufkeimende Feindschaften, alles wollte gut durchdacht werden. Keine Fehler, keine Fehlgriffe, dafür stand wohl zuviel auf dem Spiel. Allein sein Gefühl sagte ihm, dass sie keinem Phantom nachjagten. Die Welt war im Wandel begriffen, und das machte ihm mehr Sorgen als er bereit war zuzugeben.
Plötzlich unterbrach er seine Grübeleien und fixierte einen merkwürdig regelmäßigen Punkt am Horizont. Für aufgeschäumte Wellengischt zu groß und zu regelmäßig.
Segel.
Ihm schwante übles. Für ein Fischerboot wohl zu groß, außerdem wagten sich Fischer um diese Jahreszeit nicht mehr so weit raus auf die offene, sturmgepeitschte See.
Krill und seine Seeleute wurden hektisch, Panik und Angst machten sich breit.
Avalos stieß sich leicht von der Reling ab, suchte auf dem schwankenden Deck kurz nach Halt und ging dann nach hinten.
Seine Rechte verschwand unter seinem Mantel. Stahl knirschte in der der Schwertscheide, als er die Klinge nur einen Fingerbreit weit heraus zog.
"Lasst sie aufholen. Wir können ihnen nicht entkommen."
Entgeistert ließ der Kapitän das Tau fallen.
"Seid ihr wahnsinnig?!"
"Wahnsinnig? Ja. Zumindest die Piraten."
Der Schatten ließ ihn einfach stehen, löste die Spange seines Umhangs und warf ihn einem herumstehenden Schiffsjungen zu. "Bewahre ihn ohne Schaden auf, dann verdienst du dir einen Sovereign, Junge."
Trotz der warmen Worte lag weder Herzlichkeit oder Milde in seinen Worten.
Nur Minuten später hatte das andere Schiff deutlich aufgeholt.
Zehn oder zwölf abgerissene Gestalten, mit allem, was man auch nur im entferntesten als Waffe gebrauchen konnte. Nagelkeulen, einfache Holzplanken gespickt mit Nägeln, rostige Bihänder, Zimmermannsäxte, sogar eine geriffelte Qunariklinge mit den charakteristischen Sägezähnen.
"Na lasst uns tanzen, ihr Witzfiguren der Meere," presste der Schatten zwischen den Zähnen hervor, wischte sich eine nasse Haarsträhne aus dem Gesicht und verlagerte seinen Stand.
Versprach ein heißer Tanz zu werden.
Das Piratenschiff rammte den Fischkutter schräg von hinten, die Takelage verhedderte sich und zog die große Kogge längsseits.
Zeit, den Spieß umzudrehen, Der Schatten zog sein Schwert, nahm einige Meter Anlauf und sprang von der Reling, die Klinge überkopf zum Schlag erhoben. Ihm war klar, dass nur einer von diesen abgerissenen Idioten einen Speer herumreißen müssten um ihn damit noch im freien Fall aufzuspießen.
Aber der Entertrupp war viel zu überrascht, um überhaupt irgendwie zu reagieren, denn Opfer, die sich wehrten und auch noch zuerst angriffen, war ihnen fremd.
Der erste Hieb saß und spaltete einem schmächtigen Piraten den Schädel und fast die Hälfte des Brustkorbs, als Avalos Schwert sich wie gleißendes Gestein durch ihn hindurchfraß. Noch bevor er seine Waffe aus dem erschlaffenden Körper zog, keilte er mit einem heftigen Tritt nach hinten aus und traf einen weiteren Freibeuter, der durch die Wucht nach hinten taumelte, die Reling durchbrach und in die gischtbewehrte See fiel.
Den nächsten Hieb erahnte der in schwarz gewandete Schatten eher, als dass er ihn kommen sah. Instinktiv warf er sich nach hinten, und der Schlag mit dem gezackten Qunarischwert ging fehl. Allerdings auch sein Ausweichmanöver, den der schwankende Schiffskörper machte solch riskante Auswachmanöver zu einem tödlichen Spiel.
Avalos schlingerte, suchte sein Gleichgewicht und einen festen Stand, aber beides blieb ihm verwehrt, so dass er nach hinten wegkippte und auf einmal auf dem Deck lag. Aber statt sich aufzurappeln, trat er gezielt gegen eine Mastdaube, an der das Hauptsegel unter Spannung gehalten wurde. Der Pflock löste sich und und die hölzerne Querversteifung raste, durch den schneidenden Wind angetrieben nach vorne.
Noch im selben Augenblick rollte sich der Schatten nach rechts, um einer herabsausenden Axt zu entkommen.
Der massive Holzbalken des Segels traf den Feind mit dem Sägezahnschwert direkt im Genick, schleuderte ihn nach vorne gegen den Ankerpoller, wo er mit merkwürdig verdrehtem Kopf liegen blieb.
Wie von selbst rutschte Avalos Dolch ihm in die Hand. Mit einem schnellen Wurf aus dem Handgelenk trieb er den Stahl tief in die Kehle eines heranstürmenden Hünen, der mit einem dumpfen Geräusch einfach umfiel.
Sofort sprang er auf, fand diesmal Halt und zog sein Schwert aus dem verstümmelten Leichnam, bereit zum nächsten Gefecht. Ein diabolisches Grinsen umspielte seine Züge.
Der klägliche Rest der Freibeuter wehrte sich tapfer, aber vergebens.
Allerdings ließ ihn das Gefühl nicht los, dass er hier etwas übersehen hatte. Etwas fundamentales.
Mit einem großen Satz sprang er auf den Fischkutter zurück, während Krill ihm schon wild fuchtelnd entgegengerannt kam.
"Mit euch will sich noch nicht mal ein Erzdämon anliegen, schwant mir, aber gut dass ihr wieder hier seid, wir müssen hier weg!" Gestikulierend zeigte der Seebär auf den drohnen Horizont, der sich inzwischen schwarz verfärbt hätte. Lichtblitze zuckten durch die Wolken, und lange nach ihrem Erlöschen schallte ferner Donner zu ihnen herüber.
Mit einer energischen Geste ließ er den Kapitän verstummen.
"Nein. Vertäut die Kogge, so dass sie stabil längsseits liegt. Allerdings so, dass ihr sie möglichst schnell wieder freigeben könnt, nehmt Tauwerk oder ähnliches, das ist leicht mit einer Axt oder Schwert zu kappen.
Das ist keine Bitte, das ist ein Befehl!"
Jeglicher zwischenmenschliche Ton war verschwunden, nur ein Hauch von eisiger Gletscherkälte und eine unausgesprochene Drohung ungeahnten Ausmaßes schwebte zwischen den Männern.
Krill wich seinem Blick aus und sagte "Ist gut. Ich sag den Männern Bescheid. Aber egal was ihr vorhabt, bei allen Seemonstern, beeilt euch!"
#2778
Posté 17 avril 2011 - 01:26
„Man lernt im Leben niemals aus, werte Allie“, beschwichtigte Drakenot abwinkend. „Selbst ich lerne jeden Tag noch etwas dazu. Also, nehmt es nicht so schwer. Ihr werdet Euch schon an das Reisen per Schiff gewöhnen.“
Der Alte sah der Magierin nach, als diese sich abwandte und zu ihren Sachen herüberging. Ein verständnisvolles Lächeln legte sich dabei auf seine Lippen. Dann drehte er sich selbst um und ging zum Bug des Schiffes. Er stütze sich auf der Reling ab, während er versonnen auf das offene Meer starrte. Der Bug des Schiffes durchbrach permanent die Wellen, so dass Wasser nach oben spritzte, welches auch Drakenot traf. Doch das machte dem Alten nichts aus. Er liebte das Meer und dessen frischen, salzigen Geruch.
Und seine Gedanken schweiften ab, während er so dastand und dem Horizont entgegen blickte. Er dachte an Denerim und an seine Brüder, welche dort waren und welche er kontaktieren würde, sobald er dort ankam. Viel war geschehen, und es schien noch lange nicht vorbei zu sein. Sie mussten sich vorbereiten, auf das, was sie erwarten würde. Was es auch sein mochte.
Drakenot traute Avalos nicht über den Weg und deshalb würde er auch Vorkehrungen treffen, ehe sie gemeinsam nach Ostagar weiterreisen würden. Der Schatten würde sich noch wundern, wozu ein alter Mann wie er alles fähig war.
Der Alte sah der Magierin nach, als diese sich abwandte und zu ihren Sachen herüberging. Ein verständnisvolles Lächeln legte sich dabei auf seine Lippen. Dann drehte er sich selbst um und ging zum Bug des Schiffes. Er stütze sich auf der Reling ab, während er versonnen auf das offene Meer starrte. Der Bug des Schiffes durchbrach permanent die Wellen, so dass Wasser nach oben spritzte, welches auch Drakenot traf. Doch das machte dem Alten nichts aus. Er liebte das Meer und dessen frischen, salzigen Geruch.
Und seine Gedanken schweiften ab, während er so dastand und dem Horizont entgegen blickte. Er dachte an Denerim und an seine Brüder, welche dort waren und welche er kontaktieren würde, sobald er dort ankam. Viel war geschehen, und es schien noch lange nicht vorbei zu sein. Sie mussten sich vorbereiten, auf das, was sie erwarten würde. Was es auch sein mochte.
Drakenot traute Avalos nicht über den Weg und deshalb würde er auch Vorkehrungen treffen, ehe sie gemeinsam nach Ostagar weiterreisen würden. Der Schatten würde sich noch wundern, wozu ein alter Mann wie er alles fähig war.
#2779
Posté 19 avril 2011 - 09:26
Eilig und mit forschem Schritt sprang der Schatten über die zerschmetterte Reling hinweg auf das Piratenschiff. Sein
Weg führte ihn unter Deck in Richtung Kajüten. Die Kajüte des Freibeuterkapitäns war deutlich geräumiger als die Anderen, ließ sich deshalb leicht finden. Avalos riss Schubladen auf, kippte Truhen um und durchwühlte ihren Inhalt.
Frachtlisten, Hafengebühren, nichts interessantes für ihn.
Doch dann...
In der letzten Truhe fand sich ein gesiegeltes Papier. Mit wachsendem Interesse musterte er das Pergament.
Was er las, ließ ihn erbleichen. Seine Faust verkrampfte sich, und sein sonst so beherschtes Gesicht entgleiste für einen kurzen Augenblick.
Das war nicht gut. Ganz und garnicht.
Mit einer ruckartigen Bewegung drehte er sich noch auf den Stiefelabsätzen um und verließ die Kajüte, stieg zwei Decks ab und stand im Bauch der geräumigen Kogge.
Fässer, Kisten, Stückgut. Ihn interressierten nur die Fässer.
Mit dem Ellenbogen schlug er einfach den Deckel des nächstbesten Fasses auf und roch daran. Ein muffiger, terpentinartiger Geruch stieg ihm in die Nase. Mit einem brachialem Fußtritt trat er gegen die Faßdaube, die mit einem Krachen wegbrach. Literweise ergoß sich jetzt das Lampenöl auf die Planken, mit einem leisen Gluckern lief es über das abgewetzte Holz und sickerte in die Bilge des Rumpfes.
Mit zwei weiteren Fässern verfuhr er ebenso. Noch im Vorbeigehen riss er eine Öllampe aus ihrer Halterung, drehte sie gen Boden und ließ eine tröpfelnde Spur hinter sich.
Am Horizont erwartete ihn pechschwarze Wolken. Die See hatte sich aufgeraut, die Wellen schlugen mit aufgeschäumter Gischt mit Macht gegen die Rümpfe der vertauten Segler. Ein steifer Wind ließ seinen Umhang wie eine todbringenden Fetzen Nebel sich aufbauschen.
Einer der Seeleute lebte offenbar noch.
Mit einer groben Geste packte Avalos ihn am Haarschopf und hob ihn an.
"Wer hat euch auf mich angesetzt? WER?!
Noch bevor er antworten konnte, schmetterte der Schatten ihn mit dem Kopf gegen eine geborstene Planke.
WER?!
Nur ein Röcheln.
WER?!
Wieder rammte er den Schädel gegen die Planke, die sich inzwischen rot färbte.
"...weiß nicht. Dunkel...gewesen in der Gasse. 250 Sovereigns.... nochmal 500 wenn wir...
euch... erledigen."
Avalos wußte instinktiv, dass der Seemann nicht mehr wußte.
Er ließ ihn einfach los, und der halb besinnungslose Mann schlug schwer auf den abgetretenen Decksplanken auf.
Noch im Vorbeigehen, ohne sich umzudrehen sagte er noch:
Dein Tod, nicht durch meine Hand. Feuer und die wache See."
Mit einer lässigen Handbewegung entzündete er einen Glimmspan mit einer schnellen, ratschenden Bewegung an seiner Brustpanzerung und warf ihn in die Öllache, die die zertrümmerte Öllampe hinterlassen hatte.
Mit erschreckender Geschwindigkeit raste das Feuerband an der Ölspur entlang und verschwand im Schiffsinneren.
"Kappt die Taue, schnell!"
Das ließ sich Krill nicht zweimal sagen, und mit einer schwungvollen Bewegung durchschlug er das Tau mit einer Zimmermannsaxt.
Mit der schiffseigenen Trägheit entfernte sich der Fischkutter langsam von dem Piratenschiff, dem ein Ende in Feuer und der rollenden See bevorstand.
Avalos war zornig. Mit sturmumwölkten Gesicht wehrte er jedwede Dankesbezeugung seitens der Mannschaft ab. Zurückgezogen, in Gedanken stand er am Bug des Schiffs und starrte in die schwarze Wolkenwand, die sich unaufhaltsam zu nähern schien.
Doch dieses Unwetter war nicht die seine Sorge, sondern eher der Dinge, die noch kommen würden.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Mit einem dumpfen Krachen explodierten die ausgelaufenen Fässer voller Lampenöl, und rissen das Heck der Kogge entzwei. Ein gigantischer Scheiterhaufen, der das Schiff langsam, aber voller feuriger Insbrunst auffraß und es in sein nasses Grab zwang.
Weg führte ihn unter Deck in Richtung Kajüten. Die Kajüte des Freibeuterkapitäns war deutlich geräumiger als die Anderen, ließ sich deshalb leicht finden. Avalos riss Schubladen auf, kippte Truhen um und durchwühlte ihren Inhalt.
Frachtlisten, Hafengebühren, nichts interessantes für ihn.
Doch dann...
In der letzten Truhe fand sich ein gesiegeltes Papier. Mit wachsendem Interesse musterte er das Pergament.
Was er las, ließ ihn erbleichen. Seine Faust verkrampfte sich, und sein sonst so beherschtes Gesicht entgleiste für einen kurzen Augenblick.
Das war nicht gut. Ganz und garnicht.
Mit einer ruckartigen Bewegung drehte er sich noch auf den Stiefelabsätzen um und verließ die Kajüte, stieg zwei Decks ab und stand im Bauch der geräumigen Kogge.
Fässer, Kisten, Stückgut. Ihn interressierten nur die Fässer.
Mit dem Ellenbogen schlug er einfach den Deckel des nächstbesten Fasses auf und roch daran. Ein muffiger, terpentinartiger Geruch stieg ihm in die Nase. Mit einem brachialem Fußtritt trat er gegen die Faßdaube, die mit einem Krachen wegbrach. Literweise ergoß sich jetzt das Lampenöl auf die Planken, mit einem leisen Gluckern lief es über das abgewetzte Holz und sickerte in die Bilge des Rumpfes.
Mit zwei weiteren Fässern verfuhr er ebenso. Noch im Vorbeigehen riss er eine Öllampe aus ihrer Halterung, drehte sie gen Boden und ließ eine tröpfelnde Spur hinter sich.
Am Horizont erwartete ihn pechschwarze Wolken. Die See hatte sich aufgeraut, die Wellen schlugen mit aufgeschäumter Gischt mit Macht gegen die Rümpfe der vertauten Segler. Ein steifer Wind ließ seinen Umhang wie eine todbringenden Fetzen Nebel sich aufbauschen.
Einer der Seeleute lebte offenbar noch.
Mit einer groben Geste packte Avalos ihn am Haarschopf und hob ihn an.
"Wer hat euch auf mich angesetzt? WER?!
Noch bevor er antworten konnte, schmetterte der Schatten ihn mit dem Kopf gegen eine geborstene Planke.
WER?!
Nur ein Röcheln.
WER?!
Wieder rammte er den Schädel gegen die Planke, die sich inzwischen rot färbte.
"...weiß nicht. Dunkel...gewesen in der Gasse. 250 Sovereigns.... nochmal 500 wenn wir...
euch... erledigen."
Avalos wußte instinktiv, dass der Seemann nicht mehr wußte.
Er ließ ihn einfach los, und der halb besinnungslose Mann schlug schwer auf den abgetretenen Decksplanken auf.
Noch im Vorbeigehen, ohne sich umzudrehen sagte er noch:
Dein Tod, nicht durch meine Hand. Feuer und die wache See."
Mit einer lässigen Handbewegung entzündete er einen Glimmspan mit einer schnellen, ratschenden Bewegung an seiner Brustpanzerung und warf ihn in die Öllache, die die zertrümmerte Öllampe hinterlassen hatte.
Mit erschreckender Geschwindigkeit raste das Feuerband an der Ölspur entlang und verschwand im Schiffsinneren.
"Kappt die Taue, schnell!"
Das ließ sich Krill nicht zweimal sagen, und mit einer schwungvollen Bewegung durchschlug er das Tau mit einer Zimmermannsaxt.
Mit der schiffseigenen Trägheit entfernte sich der Fischkutter langsam von dem Piratenschiff, dem ein Ende in Feuer und der rollenden See bevorstand.
Avalos war zornig. Mit sturmumwölkten Gesicht wehrte er jedwede Dankesbezeugung seitens der Mannschaft ab. Zurückgezogen, in Gedanken stand er am Bug des Schiffs und starrte in die schwarze Wolkenwand, die sich unaufhaltsam zu nähern schien.
Doch dieses Unwetter war nicht die seine Sorge, sondern eher der Dinge, die noch kommen würden.
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Mit einem dumpfen Krachen explodierten die ausgelaufenen Fässer voller Lampenöl, und rissen das Heck der Kogge entzwei. Ein gigantischer Scheiterhaufen, der das Schiff langsam, aber voller feuriger Insbrunst auffraß und es in sein nasses Grab zwang.
#2780
Posté 20 avril 2011 - 02:21
Noah erwachte in gleißendem Sonnenlicht und war zunächst orientierungslos. Nach und nach, nahm er seine Umgebung war. Er spürte das leichte Schaukeln des Schiffes und roch das Salz des Meeres. Die Sonne hatte sich bereits gen Westen gesenkt. Hatte er den ganzen Tag verschlafen? Mit wackeligen Knien kam er vorsichtig auf die Beine. Jeder Muskeln seines Körpers brannte und er streckte sich steif in alle Richtungen um sie zu lockern. Sein Blick glitt über den Kahn auf dem rege Betriebsamkeit herrschte. Wie weit sie gekommen waren, konnte er nicht sagen, aber soweit seine Augen reichten, war kein Ufer zu sehen. Weit im Süden verdunkelten schwarze Wolken den Himmel und Noah betete, dass der Sturm nicht in ihre Richtung zog.
Eine Weile schlenderte Noah über das Deck und versuchte, den Matrosen so wenig wie möglich im Weg zu stehen. Seine Gefährten mied er. Im Moment war er nicht dazu in der Lage, mit jemandem zu sprechen. Zu frisch waren die Erinnerungen an die Schlacht, die ihm immer und immer wieder durch den Kopf gingen. Mit jedem Schritt, den er tat entspannte sich sein Körper und die Schmerzen ließen nach. Obwohl es seine erste Schiffsreise war, vertrug sie Noah scheinbar problemlos. Zwar war ihm das ständige Schaukeln des Schiffes nicht geheuer und er verlor hin und wieder das Gleichgewicht, doch seinem Magen ging es gut. Allie hingegen schien die Bewegung nicht so gut vertragen zu können. Gern hätte er sich einfach nur zu ihr gesellt, doch ihr verschlossener Blick hielt ihn davon ab. Er beobachtete die Elfe aus geringer Entfernung und verfluchte das Schicksal, das nicht einen einzigen seiner Gefährten verschont hatte.
Der Tag glitt dem Ende zu und die Nacht brach über das Schiff herein. Obwohl er gerade erst geschlafen hatte, wickelte sich Noah in seine Decke und wurde wenige Augenblicke später erneut vom Schlaf übermannt.
Aufgeregte Stimmen weckten ihn. Verwirrt sah er sich um und blinzelte im hellen grau der Morgendämmerung. Matrosen liefen über das Deck und strebten einem Punkt an der Reeling zu. Neugierig legte Noah die Decke zur Seite und gesellte sich zu ihnen. Es dauerte einen Moment, bis er sich einen Platz erkämpft hatte, von dem aus er etwas sehen konnte. Sein Blick viel auf das schwarze Wasser. Etwas dunkles trieb dort und im ersten Augenblick sah Noah eine Gestalt. Scharf zog er die Luft ein, doch schnell erkannte er, dass es sich lediglich um ein Stück Holz handelte. Es sah aus wie eine Planke, die an einer Seite stark verkohlt war. Als er seinen Kopf hob, sah er weitere Stücke im Wasser treiben. Stammten sie von einem anderen Schiff?
Ein Blick auf die gefurchte Stirn des Kapitäns der unweit von ihm stand, sagte Noah, dass das Treibholz kein gutes Zeichen war. Furcht griff nach seinem Herzen und ließ es schneller schlagen. Was war hier passiert und würde es Auswirkungen auf seine Gruppe haben?
Eine Weile schlenderte Noah über das Deck und versuchte, den Matrosen so wenig wie möglich im Weg zu stehen. Seine Gefährten mied er. Im Moment war er nicht dazu in der Lage, mit jemandem zu sprechen. Zu frisch waren die Erinnerungen an die Schlacht, die ihm immer und immer wieder durch den Kopf gingen. Mit jedem Schritt, den er tat entspannte sich sein Körper und die Schmerzen ließen nach. Obwohl es seine erste Schiffsreise war, vertrug sie Noah scheinbar problemlos. Zwar war ihm das ständige Schaukeln des Schiffes nicht geheuer und er verlor hin und wieder das Gleichgewicht, doch seinem Magen ging es gut. Allie hingegen schien die Bewegung nicht so gut vertragen zu können. Gern hätte er sich einfach nur zu ihr gesellt, doch ihr verschlossener Blick hielt ihn davon ab. Er beobachtete die Elfe aus geringer Entfernung und verfluchte das Schicksal, das nicht einen einzigen seiner Gefährten verschont hatte.
Der Tag glitt dem Ende zu und die Nacht brach über das Schiff herein. Obwohl er gerade erst geschlafen hatte, wickelte sich Noah in seine Decke und wurde wenige Augenblicke später erneut vom Schlaf übermannt.
Aufgeregte Stimmen weckten ihn. Verwirrt sah er sich um und blinzelte im hellen grau der Morgendämmerung. Matrosen liefen über das Deck und strebten einem Punkt an der Reeling zu. Neugierig legte Noah die Decke zur Seite und gesellte sich zu ihnen. Es dauerte einen Moment, bis er sich einen Platz erkämpft hatte, von dem aus er etwas sehen konnte. Sein Blick viel auf das schwarze Wasser. Etwas dunkles trieb dort und im ersten Augenblick sah Noah eine Gestalt. Scharf zog er die Luft ein, doch schnell erkannte er, dass es sich lediglich um ein Stück Holz handelte. Es sah aus wie eine Planke, die an einer Seite stark verkohlt war. Als er seinen Kopf hob, sah er weitere Stücke im Wasser treiben. Stammten sie von einem anderen Schiff?
Ein Blick auf die gefurchte Stirn des Kapitäns der unweit von ihm stand, sagte Noah, dass das Treibholz kein gutes Zeichen war. Furcht griff nach seinem Herzen und ließ es schneller schlagen. Was war hier passiert und würde es Auswirkungen auf seine Gruppe haben?
#2781
Posté 20 avril 2011 - 10:57
Nachdem Allie ihren letzten Brotlaib mit wenig Appetit verzehrt hatte, blieb sie am Boden sitzen, und lehnte sich erneut an die Kiste neben sich. Wenn sie am Boden des Schiffes saß, erreichte ihr Blick das offene Meer nicht, und nur das Schaukeln erinnerte sie ständig daran, dass sie von einem Meer umgeben war. Nicht einmal an dem wärmenden Sonnenlicht konnte sie sich lange erfreuen, da es ja bereits am Horizont verschwand, als sie vorhin aufgewacht war. Doch das Mittel welches sie von Drakenot bekommen hatte, zeigte schnell seine Wirkung, so dass sie sich hin und wieder dabei ertappte, wie sie einfach das Treiben am Kahn beobachtete und dabei in Gedanken versank, ohne jegliches Gefühl von Übelkeit. Öfter als ihr lieb war, erschienen Bilder aus dem Kampf, das leichenblasse Gesicht von Jannis, die vielen Toten. Immer wieder versuchte sie sich von diesem Bild abzulenken, aber sie würde es bestimmt noch viele Male mit ihrem geistigen Auge vor sich sehen.
Doch die Ruhe, das Rauschen des Wassers, welches gegen das Schiff prasselte, und die alltäglichen Gespräche der Matrosen, verliehen ihr trotzdem ein Gefühl von Wohlbefinden, welches sie vermisst hatte. Nach so vielen anstrengenden Tagen, war es wohl genau das was sie brauchte. Einfach dazusitzen, und nichts zu tun.
Doch plötzlich machte sich Unruhe unter den Männern breit, die auch auf sie überging. Mit Neugierde und Verwunderung blickte sie, von ihrem Platz am Boden aus, zu dem Getümmel an der Reling. Da sie jedoch keines der Worte verstand, stand sie vorsichtig auf und ging etwas näher heran - wobei sie sich stets irgendwo festhielt, fast wie ein Kleinkind, das neu Laufen lernen musste. Da sie jedoch die Reling und den Blick aufs Meer mied, verstand sie die ganze Aufregung nicht. Als sie sich dem Aufmarsch näherte fiel ihr Blick auf Noah, der ebenfalls bei den Matrosen stand.
"Gibt es irgendwelche Schwierigkeiten?", fragte sie heiser in die Richtung der Männer, während sie neben einem Pfosten des Segels stehenblieb, und sich daran festklammerte.
Doch die Ruhe, das Rauschen des Wassers, welches gegen das Schiff prasselte, und die alltäglichen Gespräche der Matrosen, verliehen ihr trotzdem ein Gefühl von Wohlbefinden, welches sie vermisst hatte. Nach so vielen anstrengenden Tagen, war es wohl genau das was sie brauchte. Einfach dazusitzen, und nichts zu tun.
Doch plötzlich machte sich Unruhe unter den Männern breit, die auch auf sie überging. Mit Neugierde und Verwunderung blickte sie, von ihrem Platz am Boden aus, zu dem Getümmel an der Reling. Da sie jedoch keines der Worte verstand, stand sie vorsichtig auf und ging etwas näher heran - wobei sie sich stets irgendwo festhielt, fast wie ein Kleinkind, das neu Laufen lernen musste. Da sie jedoch die Reling und den Blick aufs Meer mied, verstand sie die ganze Aufregung nicht. Als sie sich dem Aufmarsch näherte fiel ihr Blick auf Noah, der ebenfalls bei den Matrosen stand.
"Gibt es irgendwelche Schwierigkeiten?", fragte sie heiser in die Richtung der Männer, während sie neben einem Pfosten des Segels stehenblieb, und sich daran festklammerte.
#2782
Posté 27 avril 2011 - 11:29
Noah drehte sich zu der Elfe um, als er ihre Stimme vernahm.
"Ich....weiß es nicht. Wie es scheint, treiben dort verbrannte Holzbretter im Wasser, die von einem anderen Schiff stammen werden..." er wurde von einem wütenden Gebrüll unterbrochen.
"Was steht ihr hier rum und glotzt blöd? An die Arbeit ihr faulen Säcke oder ich mach euch Feuer unter dem Hintern!!!"
Mit hochrotem Kopf stapfte der Kapitän unter Deck nachdem seine Mannschaft wie verschreckte Hühner auseinander gestoben war. Ratlos schaute Noah Allie an und zuckte mit den Schultern.
"Keine Ahnung, was das für uns zu bedeuten hat. Mit dem Schiff könnte alles mögliche passiert sein. Und es ist nicht einmal sicher, ob es ein Unfall war oder ob jemand anderes seine Finger im Spiel hatte."
Noah stützte sich mit den Armen auf der Reling ab und betrachtete weiter das treibende Gut, dass in den Wellen neben dem Schiff auf und ab hüpfte.
"Ich....weiß es nicht. Wie es scheint, treiben dort verbrannte Holzbretter im Wasser, die von einem anderen Schiff stammen werden..." er wurde von einem wütenden Gebrüll unterbrochen.
"Was steht ihr hier rum und glotzt blöd? An die Arbeit ihr faulen Säcke oder ich mach euch Feuer unter dem Hintern!!!"
Mit hochrotem Kopf stapfte der Kapitän unter Deck nachdem seine Mannschaft wie verschreckte Hühner auseinander gestoben war. Ratlos schaute Noah Allie an und zuckte mit den Schultern.
"Keine Ahnung, was das für uns zu bedeuten hat. Mit dem Schiff könnte alles mögliche passiert sein. Und es ist nicht einmal sicher, ob es ein Unfall war oder ob jemand anderes seine Finger im Spiel hatte."
Noah stützte sich mit den Armen auf der Reling ab und betrachtete weiter das treibende Gut, dass in den Wellen neben dem Schiff auf und ab hüpfte.
#2783
Posté 28 avril 2011 - 02:46
Drakenot stand die ganze Nacht über am Bug des Schiffes und stützte sich auf der Reling ab. Zwischendurch döste er auch schon mal ein, blieb dabei jedoch trotzdem auf den Beinen. Er hatte gelernt, in allen Lebenslagen zu schlafen, wobei dieser eh immer ziemlich leicht war. Als das Geschrei der Matrosen begann, schreckte er sogleich auf und war sofort wieder hellwach. Er wandte sich um, sah Allie, welche sich krampfhaft an dem Mast festhielt, sowie diesen anderen Menschen, Noah war wohl sein Name, der mit den Matrosen auf das Wasser des Meeres starrte.
Der Alte ging selbst zu der Schiffsseite hin, während der Kapitän seine Leute zusammenschrie, die danach schleunigst wieder auf ihre Posten zurückeilten. Drakenot blieb neben Noah an der Reling stehen und begutachtete das Treibgut, welches dort im Wasser trieb.
„Scheint ein ziemlich großes Schiff gewesen zu sein, nach der Menge an Trümmer zu urteilen“, grübelte er vor sich hin, während er sich über den Bart strich. „Ich tippe auf ein Handelsschiff, welches von Piraten überfallen und ausgeplündert worden ist, bevor sie es in Brand gesteckt haben. Oder es waren selbst Piraten, die von der Kriegsmarine Fereldens zur Strecke gebracht worden sind. Im ersteren Fall müssten wir uns vorsehen, während wir im letzteren Fall nichts mehr zu befürchten haben. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass zwei Piratenschiffe zur selben Zeit die gleiche Route absuchen. So etwas ist einfach nicht rentabel.“
Der Alte überlegte eine zeitlang, während seine Augen das Treibgut nach Spuren über dessen Herkunft absuchten. Doch er konnte nichts eindeutiges finden, weshalb er sich auch an den dunkelhaarigen Mann wandte. „Allerdings sollten wir kein Risiko eingehen, findet Ihr nicht auch, junger Mann?“
Der Alte ging selbst zu der Schiffsseite hin, während der Kapitän seine Leute zusammenschrie, die danach schleunigst wieder auf ihre Posten zurückeilten. Drakenot blieb neben Noah an der Reling stehen und begutachtete das Treibgut, welches dort im Wasser trieb.
„Scheint ein ziemlich großes Schiff gewesen zu sein, nach der Menge an Trümmer zu urteilen“, grübelte er vor sich hin, während er sich über den Bart strich. „Ich tippe auf ein Handelsschiff, welches von Piraten überfallen und ausgeplündert worden ist, bevor sie es in Brand gesteckt haben. Oder es waren selbst Piraten, die von der Kriegsmarine Fereldens zur Strecke gebracht worden sind. Im ersteren Fall müssten wir uns vorsehen, während wir im letzteren Fall nichts mehr zu befürchten haben. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass zwei Piratenschiffe zur selben Zeit die gleiche Route absuchen. So etwas ist einfach nicht rentabel.“
Der Alte überlegte eine zeitlang, während seine Augen das Treibgut nach Spuren über dessen Herkunft absuchten. Doch er konnte nichts eindeutiges finden, weshalb er sich auch an den dunkelhaarigen Mann wandte. „Allerdings sollten wir kein Risiko eingehen, findet Ihr nicht auch, junger Mann?“
#2784
Posté 28 avril 2011 - 05:10
Auch Bella wurde von dem Geschrei aufgescheucht. Mit vollem Mund kauend starrte sie auf die Schiffswrack-Teile. Sie verschluckte sich und hustete, der geräucherte Käse schmeckte plötzlich nach Asche und ihr wurde erneut übel. Bilder tauchten in ihr auf, von einem verbrannten Dorf in den Marschen, wo sie sich mit Jule geprügelt und einer Unschuldigen das Genick gebrochen hatte. Eine Zeit, in der ihr Herz voll und ganz Avalos gehörte. War dies seine Handschrift?
Sie vernahm die Worte Drakenots, der die Vermutung äußerte, dass es sich um ein Piratenschiff gehandelt haben könnte. Dann sei dem Erbauer Dank, denn auf solche Zwischenfälle hatte Bella wirklich keine Lust. Sie wollte einfach so schnell wie möglich wieder festen Boden unter den Füssen haben, auch wenn es bedeutete, in die Stadt zurück zukehren, wo sie einst im Kampf gegen den Erzdämon dabei war. Wie würde sich Denerim verändert haben? Wie weit war die Stadt wieder aufgebaut?
In Gedanken versunken wandte sie den Blick vom Wasser, suchte sich einen halbwegs windgeschützten Platz, wickelte sich in eine Decke und setzte sich hin. Die Erschöpfung hing noch in ihren Knochen, und sie wollte die Zeit nutzen, um sich zu erholen.
Sie vernahm die Worte Drakenots, der die Vermutung äußerte, dass es sich um ein Piratenschiff gehandelt haben könnte. Dann sei dem Erbauer Dank, denn auf solche Zwischenfälle hatte Bella wirklich keine Lust. Sie wollte einfach so schnell wie möglich wieder festen Boden unter den Füssen haben, auch wenn es bedeutete, in die Stadt zurück zukehren, wo sie einst im Kampf gegen den Erzdämon dabei war. Wie würde sich Denerim verändert haben? Wie weit war die Stadt wieder aufgebaut?
In Gedanken versunken wandte sie den Blick vom Wasser, suchte sich einen halbwegs windgeschützten Platz, wickelte sich in eine Decke und setzte sich hin. Die Erschöpfung hing noch in ihren Knochen, und sie wollte die Zeit nutzen, um sich zu erholen.
#2785
Posté 01 mai 2011 - 10:29
Allie lauschte dem, was Noah ihr berichtete, wobei ein wenig Neugierde in ihr hoch kam. Vielleicht sollte sie sich doch mit eigenen Augen ansehen, was da im Wasser herumtrieb, doch irgendwie wollten ihre Finger trotzdem den Mast nicht loslassen. So kam auch Drakenot zu ihnen, und sie spürte wie sich ihr Magen umdrehte, als er begann von Piraten zu sprechen.
„Piraten… wenigstens kann man die umbringen... nicht so wie dieses grauenvolle Wasser…“, presste sie mit wenig Überzeugung hervor, bevor sie sich doch von dem Mast löste, und hastig zur Reling ging, wo sie sich erneut festklammerte. Mit zusammengekniffenen Augen musterte sie das schwarz wirkende Gewässer vor sich, in dessen Wellen das Schimmern der Sterne widergespiegelt wurde, und versuchte nicht daran zu denken, dass es weit und breit nichts anderes gab, als dieses endlose Meer. Es dauerte nicht lange, da konnte sie auch das erste Holzstück ausmachen, sowie andere Dinge, die an der Oberfläche trieben, und von der Dunkelheit der Nacht verschluckt wurden. Nur das Licht der vielen Öllampen des Kahns, sowie die Sterne ermöglichten eine trübe Sicht auf die Bruchstücke.
„Vielleicht...", begann sie plötzlich mit leicht zittriger Stimme, „Vielleicht war es auch etwas anderes."
Sie stockte kurz, bevor sie weitersprach. „Ich habe im Turm der Magi viele Bücher gelesen... früher haben mich das Meer, die Seen und Wälder fasziniert - was wohl nur daran lag, da ich deren wahre Natur nicht kannte. In einem der Bücher war von schrecklichen Seeungeheuern die Rede... Seeschlagen, so groß wie ein Drache oder Erzdämon! Nein, sogar größer! Nachts sollen sie an die Oberfläche kommen und ihren Hunger durch die leichte Beute eines Schiffes stillen, indem sie einfach ihr riesiges Maul öffnen und es verschlucken, wobei ihre messerscharfen Zähne keine Mühen an dem einfachen Holz haben, aus dem wir sie fertigen... Und so zerren sie ihre Opfer einfach mit in die Tiefe, sofern sie nicht bereits zuvor an der gewaltigen Kraft dieses Monsters gestorben sind."
Allie machte eine kurze Pause, wobei sie erneut eindringlich die Wasseroberfläche musterte. „Man sagt auch, dass man sie auf einer ruhigen See, die kaum Wellen schlägt, vom Schiff aus sehen kann, denn sie sollen große Augen haben, die in der Dunkelheit bläulich leuchten. Und bevor sie angreifen... fixieren sie damit ihre Beute... hypnotisieren sie damit... als würden sie über magische Kräfte verfügen..."
Sie zuckte zusammen als eine Welle gegen den Bug schlug, und es etwas stärker als sonst schaukelte, und schauderte anschließend über ihre eigenen Worte, wobei sie sich umdrehte um nicht länger auf das Meer blicken zu müssen.
„Piraten… wenigstens kann man die umbringen... nicht so wie dieses grauenvolle Wasser…“, presste sie mit wenig Überzeugung hervor, bevor sie sich doch von dem Mast löste, und hastig zur Reling ging, wo sie sich erneut festklammerte. Mit zusammengekniffenen Augen musterte sie das schwarz wirkende Gewässer vor sich, in dessen Wellen das Schimmern der Sterne widergespiegelt wurde, und versuchte nicht daran zu denken, dass es weit und breit nichts anderes gab, als dieses endlose Meer. Es dauerte nicht lange, da konnte sie auch das erste Holzstück ausmachen, sowie andere Dinge, die an der Oberfläche trieben, und von der Dunkelheit der Nacht verschluckt wurden. Nur das Licht der vielen Öllampen des Kahns, sowie die Sterne ermöglichten eine trübe Sicht auf die Bruchstücke.
„Vielleicht...", begann sie plötzlich mit leicht zittriger Stimme, „Vielleicht war es auch etwas anderes."
Sie stockte kurz, bevor sie weitersprach. „Ich habe im Turm der Magi viele Bücher gelesen... früher haben mich das Meer, die Seen und Wälder fasziniert - was wohl nur daran lag, da ich deren wahre Natur nicht kannte. In einem der Bücher war von schrecklichen Seeungeheuern die Rede... Seeschlagen, so groß wie ein Drache oder Erzdämon! Nein, sogar größer! Nachts sollen sie an die Oberfläche kommen und ihren Hunger durch die leichte Beute eines Schiffes stillen, indem sie einfach ihr riesiges Maul öffnen und es verschlucken, wobei ihre messerscharfen Zähne keine Mühen an dem einfachen Holz haben, aus dem wir sie fertigen... Und so zerren sie ihre Opfer einfach mit in die Tiefe, sofern sie nicht bereits zuvor an der gewaltigen Kraft dieses Monsters gestorben sind."
Allie machte eine kurze Pause, wobei sie erneut eindringlich die Wasseroberfläche musterte. „Man sagt auch, dass man sie auf einer ruhigen See, die kaum Wellen schlägt, vom Schiff aus sehen kann, denn sie sollen große Augen haben, die in der Dunkelheit bläulich leuchten. Und bevor sie angreifen... fixieren sie damit ihre Beute... hypnotisieren sie damit... als würden sie über magische Kräfte verfügen..."
Sie zuckte zusammen als eine Welle gegen den Bug schlug, und es etwas stärker als sonst schaukelte, und schauderte anschließend über ihre eigenen Worte, wobei sie sich umdrehte um nicht länger auf das Meer blicken zu müssen.
Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 03:42 .
#2786
Posté 02 mai 2011 - 05:08
Noah legte schnell einen Arm um Allies Schultern und drückte sie leicht an sich.
"Habt keine Angst, Allie. Wir befinden uns auf einer häufig befahrenen Seestraße. Ich denke nicht, dass es hier solche Ungeheuer geben wird. Da halte ich Piraten schon für wahrscheinlicher."
Seine Stimme war weich und freundlich. Er wusste nicht genau warum, aber seit der Schlacht, nach der sich ihre Gruppe verkleinert hatte, wuchs tief in ihm das Bedürfnis, die Elfe zu beschützen. Er hatte am eigenen Leib erfahren müssen, wie es war jemanden Geliebten zu verlieren und er konnte es nicht ertragen, dass seine Gefährten nun das gleiche Schicksal getroffen hatte. Er musste stark sein und die Gruppe sicher nach Denerim führen.
"Ich glaube nicht, dass viele Schiffe diese Route nehmen würden, wenn es hier von Seeungeheuern wimmelte."
Trotz der Erschöpfung, die ihm in jedem seiner Knochen saß, versuchte er, Allie aufmunternd anzulächeln.
"Kommt, lasst uns zu Bella gehen und nachsehen, wie es ihr geht. Wir hatten in den letzten Tagen nicht viel Zeit uns zu unterhalten."
"Habt keine Angst, Allie. Wir befinden uns auf einer häufig befahrenen Seestraße. Ich denke nicht, dass es hier solche Ungeheuer geben wird. Da halte ich Piraten schon für wahrscheinlicher."
Seine Stimme war weich und freundlich. Er wusste nicht genau warum, aber seit der Schlacht, nach der sich ihre Gruppe verkleinert hatte, wuchs tief in ihm das Bedürfnis, die Elfe zu beschützen. Er hatte am eigenen Leib erfahren müssen, wie es war jemanden Geliebten zu verlieren und er konnte es nicht ertragen, dass seine Gefährten nun das gleiche Schicksal getroffen hatte. Er musste stark sein und die Gruppe sicher nach Denerim führen.
"Ich glaube nicht, dass viele Schiffe diese Route nehmen würden, wenn es hier von Seeungeheuern wimmelte."
Trotz der Erschöpfung, die ihm in jedem seiner Knochen saß, versuchte er, Allie aufmunternd anzulächeln.
"Kommt, lasst uns zu Bella gehen und nachsehen, wie es ihr geht. Wir hatten in den letzten Tagen nicht viel Zeit uns zu unterhalten."
#2787
Posté 03 mai 2011 - 11:48
Und was wenn diese Ungeheuer das auch herausbekommen, dass dies eine beliebte Handelsroute ist? Dachte Allie sich, sprach es jedoch nicht laut aus. Stattdessen nickte sie Noah nur zu, auch wenn sie nicht wusste, worüber sie reden sollten, aber auch ein kurzes Gespräch würde wohl für ein wenig Ablenkung sorgen. Vielleicht gefiel ihr auch einfach das Gefühl von Sicherheit, welches sie seit Beginn der Schiffsreise komplett verloren hatte, und sich nun leicht durch ihren Körper zog, wie ein sanfter Windhauch. Sie verstand nicht recht, woher es kam, schob es jedoch darauf, dass sie von Noah gestützt wurde, als er sie ein wenig an sich drückte. Jedoch machte sich zeitgleich auch ein wenig Unbehagen in ihr breit, da sie dieses sanfte Gefühl von Wohlbefinden schlagartig an Jannis erinnerte. So löste sie sich aus dem Griff, und ging langsam in die Richtung, in welche Bella vorhin verschwunden war. Eingewickelt in einer Decke, mit dem Blick aufs Meer gerichtet erspähte sie die Zwergin schließlich, und setzte sich wortlos neben diese. Kurz überlegte sie was sie sagen sollte, aber eine Frage danach, wie es ihr wohl ging wollte sie sich ersparen, da man es ohnehin aus Bellas Blick lesen konnte.
„Sie ist dieses Mal viel schneller verschwunden. Ich frage mich, woran das liegt.“, sagte sie nach einer kurzen Weile nachdenklich und beobachtete dabei einige Matrosen, welche sogar nachts noch ihren Arbeiten nachgingen – was kein Wunder war, denn schließlich sollten sie Denerim schnellstmöglich erreichen.
„Sie ist dieses Mal viel schneller verschwunden. Ich frage mich, woran das liegt.“, sagte sie nach einer kurzen Weile nachdenklich und beobachtete dabei einige Matrosen, welche sogar nachts noch ihren Arbeiten nachgingen – was kein Wunder war, denn schließlich sollten sie Denerim schnellstmöglich erreichen.
#2788
Posté 03 mai 2011 - 01:07
Noah folgte der Elfe und ließ sich neben ihr nieder, jedoch darauf bedacht, sie nicht zu berühren. Er wusste, dass es ihr unangenehm war und respektierte ihren Wunsch. Es schmerzte ihn, dass ihre Gruppe so drastisch geschrumpft war. Er stellte sich immer wieder die Frage, warum ausgerechnet er den Kampf überlebt hatte. Er hatte Jule verloren und nur noch der Gedanke, dass seine Hilfe gebraucht wurde, hielt ihn aufrecht. Gerne wäre er für jemand anderes in den Tod gegangen. Warum beim Erbauer war Jannis nicht verschont geblieben, oder Theron? Noah hatte schon die Liebe seines Lebens verloren, warum mussten die beiden Frauen auch noch leiden?
Nun schien es, dass sie drei nur noch leer Hüllen waren. Konnten sie in diesem Zustand überhaupt ihren Kampf gewinnen?
Nun schien es, dass sie drei nur noch leer Hüllen waren. Konnten sie in diesem Zustand überhaupt ihren Kampf gewinnen?
#2789
Posté 03 mai 2011 - 04:54
Bella schrak aus ihrer Starre hoch, als Allie neben ihr einen Satz los ließ.
"Wie bitte? Wer ist schneller verschwunden?" Sie rieb sich die Augen, Bella hatte nicht bemerkt, dass sie stur auf einen Blick gestarrt hatte ohne dabei oft zu blinzeln, dementsprechend tränten ihr die Augen nun.
Sie sah Allie an, ihr Blick wanderte weiter zu Noah. Zu dritt sassen sie nun hier, der Dinge harrend, die noch auf sie zukommen würden. Halt nein, sie waren zu viert, berichtigte sie sich. Dennoch, Drakenot war zwar zu ihnen gestossen, aber er gehörte einfach nicht zu der eingeschworenen Gemeinschaft, die sie in FallRemnon gebildet hatten. Noch nicht - vielleicht würde auch er eines Tages dazu gehören. Sofern sie bis dahin noch lebten.
"Achso, Ihr meint die Sonne? Vielleicht kommt es uns auch nur so vor, weil wir fast den ganzen Tag verschlafen haben?"
Die Zwergin wußte nicht, was sie sagen sollte. Einerseits spürte sie noch die wütenden Blicke ihrer Gefährten, als Zelandriel sie zum Abschied geküßt hatte. Und andererseits kamen in ihr immer wieder die grausamen Bilder der Schlacht hoch, sie konnte nicht einfach so auf Friede Freude Eierkuchen machen, wie sie vor diesem Krieg war. Etwas war in Bella zerbrochen - und sie wußte auch was: Die Hoffnung, dass das Leben noch sinnvoll war. Mit Therons Tod war all ihre Zuversicht, ihre fast immer gute Laune und ihr Optimismus erloschen. Es war ihr einerlei, was aus ihr werden würde.
Wieder blickte sie zu Allie und Noah. Die beiden waren das einzige, was noch geblieben war. Die Schwester zu Hause, ihr Neffe, und auch Theoderich waren zu weit weg, um ihren Lebenswillen wieder zu stärken.
"Das Schicksal kann schon grausam sein. Aber ich bin froh, dass wenigstens Ihr beide noch hier seid", sagte sie leise.
"Wie bitte? Wer ist schneller verschwunden?" Sie rieb sich die Augen, Bella hatte nicht bemerkt, dass sie stur auf einen Blick gestarrt hatte ohne dabei oft zu blinzeln, dementsprechend tränten ihr die Augen nun.
Sie sah Allie an, ihr Blick wanderte weiter zu Noah. Zu dritt sassen sie nun hier, der Dinge harrend, die noch auf sie zukommen würden. Halt nein, sie waren zu viert, berichtigte sie sich. Dennoch, Drakenot war zwar zu ihnen gestossen, aber er gehörte einfach nicht zu der eingeschworenen Gemeinschaft, die sie in FallRemnon gebildet hatten. Noch nicht - vielleicht würde auch er eines Tages dazu gehören. Sofern sie bis dahin noch lebten.
"Achso, Ihr meint die Sonne? Vielleicht kommt es uns auch nur so vor, weil wir fast den ganzen Tag verschlafen haben?"
Die Zwergin wußte nicht, was sie sagen sollte. Einerseits spürte sie noch die wütenden Blicke ihrer Gefährten, als Zelandriel sie zum Abschied geküßt hatte. Und andererseits kamen in ihr immer wieder die grausamen Bilder der Schlacht hoch, sie konnte nicht einfach so auf Friede Freude Eierkuchen machen, wie sie vor diesem Krieg war. Etwas war in Bella zerbrochen - und sie wußte auch was: Die Hoffnung, dass das Leben noch sinnvoll war. Mit Therons Tod war all ihre Zuversicht, ihre fast immer gute Laune und ihr Optimismus erloschen. Es war ihr einerlei, was aus ihr werden würde.
Wieder blickte sie zu Allie und Noah. Die beiden waren das einzige, was noch geblieben war. Die Schwester zu Hause, ihr Neffe, und auch Theoderich waren zu weit weg, um ihren Lebenswillen wieder zu stärken.
"Das Schicksal kann schon grausam sein. Aber ich bin froh, dass wenigstens Ihr beide noch hier seid", sagte sie leise.
#2790
Posté 03 mai 2011 - 07:26
„Nein, ich meinte nicht die Sonne“, erwiderte Allie nachdem Bella geendet hatte, mit einem zaghaften Lächeln. Dieses verschwand jedoch so schnell wie es kam, und ihr Blick wurde nachdenklich, als würde sie erst noch nach den richtigen Worten suchen.
„Ich meinte meine Wut, meine innere Stimme, die mir sagt was ich tun soll“ Sie machte eine kurze Pause, wobei sie fragende Blicke spürte. Sie holte kurz tief Luft, bevor sie fortfuhr.
„Als ich zurück nach FallRemnon kam, hatte sie die Kontrolle über mich, ohne dass ich es wusste. Erst als auch die letzten der Dunklen Brut in der Schlacht vor den Toren der Stadt zu Ende gingen, schwächte es ab. Langsam… von Tag zu Tag. Ich dachte ich sei sie los, aber sie kam zurück. Immer will sie die Überhand haben. Sie ist so voller Hass und Mordlust, doch kein Blut der Welt, scheint diesen Durst stillen zu können… und sie ist unkontrolliert. Ich war diejenige die sie einst kontrollierte. In FallRemnon konnte ich sie davon abhalten ihren Hass an unschuldigen Menschen auszulassen… oder an Avalos. Doch als sie zurück kam, wollte ich das nicht mehr. Seitdem spricht sie zu mir, sagt mir ich sei schwach und dumm, weil ich ihre Ziele nicht verfolge, und mich dagegen zu wehren versuche. Es ist nicht einfach ihr stand zu halten. Es ist wie Genuss dem ich mich nicht hingeben darf, bis ihre schrille Stimme meinen Kopf schmerzen lässt, und ich nachgeben muss“ Sie hielt kurz inne, als würde sie sich für ihre eigenen Worte schämen.
„Aber seitdem die Schlacht vorbei ist… seitdem ich weiß, wer aller sein Leben ließ… ist sie verschwunden. Ich verstehe es nicht.“ Nachdenklich blickte sie auf ihre Hand, an die Stelle wo einst ihr Ringfinger war, der vom Feuer der Magie weggebrannt wurde.
„Schicksal... ob es so etwas wirklich gibt...“, murmelte sie gedankenverloren, ohne den Blick von ihrer eigenen Hand abzuwenden. „Sollte mir dieses Schicksal jemals in die Quere kommen, so werde ich ihm ins Gesicht spucken!“, fügte sie nach einer Weile hinzu, und lehnte sich lachend zurück. Allie wusste nicht wieso, aber irgendwie schien sie das gebraucht zu haben. Die Stimmung die seit der Schlacht herrschte drückte sie immer weiter nach unten. Hätte Jule sie denn gerne so Trübsal blasend gesehen? Wahrscheinlich nicht. Sie wäre bestimmt eine derjenigen gewesen, die sich nach der Schlacht auf der Siegesfeier mit zwei Krügen Zwergenbier vergnügt hätte. Und als Allie an ein solches Bild denken musste, kam sie gar nicht mehr aus dem Lachen heraus.
„Ich meinte meine Wut, meine innere Stimme, die mir sagt was ich tun soll“ Sie machte eine kurze Pause, wobei sie fragende Blicke spürte. Sie holte kurz tief Luft, bevor sie fortfuhr.
„Als ich zurück nach FallRemnon kam, hatte sie die Kontrolle über mich, ohne dass ich es wusste. Erst als auch die letzten der Dunklen Brut in der Schlacht vor den Toren der Stadt zu Ende gingen, schwächte es ab. Langsam… von Tag zu Tag. Ich dachte ich sei sie los, aber sie kam zurück. Immer will sie die Überhand haben. Sie ist so voller Hass und Mordlust, doch kein Blut der Welt, scheint diesen Durst stillen zu können… und sie ist unkontrolliert. Ich war diejenige die sie einst kontrollierte. In FallRemnon konnte ich sie davon abhalten ihren Hass an unschuldigen Menschen auszulassen… oder an Avalos. Doch als sie zurück kam, wollte ich das nicht mehr. Seitdem spricht sie zu mir, sagt mir ich sei schwach und dumm, weil ich ihre Ziele nicht verfolge, und mich dagegen zu wehren versuche. Es ist nicht einfach ihr stand zu halten. Es ist wie Genuss dem ich mich nicht hingeben darf, bis ihre schrille Stimme meinen Kopf schmerzen lässt, und ich nachgeben muss“ Sie hielt kurz inne, als würde sie sich für ihre eigenen Worte schämen.
„Aber seitdem die Schlacht vorbei ist… seitdem ich weiß, wer aller sein Leben ließ… ist sie verschwunden. Ich verstehe es nicht.“ Nachdenklich blickte sie auf ihre Hand, an die Stelle wo einst ihr Ringfinger war, der vom Feuer der Magie weggebrannt wurde.
„Schicksal... ob es so etwas wirklich gibt...“, murmelte sie gedankenverloren, ohne den Blick von ihrer eigenen Hand abzuwenden. „Sollte mir dieses Schicksal jemals in die Quere kommen, so werde ich ihm ins Gesicht spucken!“, fügte sie nach einer Weile hinzu, und lehnte sich lachend zurück. Allie wusste nicht wieso, aber irgendwie schien sie das gebraucht zu haben. Die Stimmung die seit der Schlacht herrschte drückte sie immer weiter nach unten. Hätte Jule sie denn gerne so Trübsal blasend gesehen? Wahrscheinlich nicht. Sie wäre bestimmt eine derjenigen gewesen, die sich nach der Schlacht auf der Siegesfeier mit zwei Krügen Zwergenbier vergnügt hätte. Und als Allie an ein solches Bild denken musste, kam sie gar nicht mehr aus dem Lachen heraus.
Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 03:46 .
#2791
Posté 04 mai 2011 - 05:44
Bella hörte Allie aufmerksam zu. Sie wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als Allie herzhaft zu lachen begann und gar nicht mehr aufhören wollte. Dies war so ansteckend, das auch Bella zuerst grinste, und dann aus vollem Hals mit lachen mußte, dass ihr die Tränen kamen.
Es tat gut, es war befreiend von dieser Stimmung, die seit dem Ende der Schlacht auf ihr lastete. Allerdings tat ihr nach einigen Minuten Bauch und Zwerchfell weh, so dass sich ein Schluckauf dazu gesellte, was Allie nur noch mehr zu lachen brachte.
Bella versuchte die Luft anzuhalten um wenigstens den Schluckauf wegzukriegen, allerdings ohne großen Erfolg.
"Beim Erbauer, Allie! Hicks! Von mir kriegt es eine saftige Ohr - hicks - feige das Schicksal.."
Nach geraumer Zeit hatte sie sich jedoch wieder soweit beruhigt, dass sie dennoch ihre zuvor angedachten Worte los brachte:
"Das mit der inneren Wut ist schon eine komische Sache. Glaubt Ihr denn, dass sie nur im Moment weg ist, oder dass sie wirklich für immer verschwunden ist? Also diese Stimme von der Ihr gesprochen habt? Denn um ehrlich zu sein, ist mir die nette Allie lieber als diese mordlustige, eiskalte Magierin, die Ihr in der Schlacht seid. Auch wenn es dort sicher ein Schutz für Euch in gewisser Weise ist, da auf dem Schlachtfeld einfach kein Platz für Mitleid ist - erst recht nicht, für Feinde" fügte sie nachdenklich hinzu.
"Worüber mußtet Ihr eigentlich gerade so lachen?"
Es tat gut, es war befreiend von dieser Stimmung, die seit dem Ende der Schlacht auf ihr lastete. Allerdings tat ihr nach einigen Minuten Bauch und Zwerchfell weh, so dass sich ein Schluckauf dazu gesellte, was Allie nur noch mehr zu lachen brachte.
Bella versuchte die Luft anzuhalten um wenigstens den Schluckauf wegzukriegen, allerdings ohne großen Erfolg.
"Beim Erbauer, Allie! Hicks! Von mir kriegt es eine saftige Ohr - hicks - feige das Schicksal.."
Nach geraumer Zeit hatte sie sich jedoch wieder soweit beruhigt, dass sie dennoch ihre zuvor angedachten Worte los brachte:
"Das mit der inneren Wut ist schon eine komische Sache. Glaubt Ihr denn, dass sie nur im Moment weg ist, oder dass sie wirklich für immer verschwunden ist? Also diese Stimme von der Ihr gesprochen habt? Denn um ehrlich zu sein, ist mir die nette Allie lieber als diese mordlustige, eiskalte Magierin, die Ihr in der Schlacht seid. Auch wenn es dort sicher ein Schutz für Euch in gewisser Weise ist, da auf dem Schlachtfeld einfach kein Platz für Mitleid ist - erst recht nicht, für Feinde" fügte sie nachdenklich hinzu.
"Worüber mußtet Ihr eigentlich gerade so lachen?"
#2792
Posté 04 mai 2011 - 07:07
„Ich musste an Jule denken, und daran, dass sie mir als ich sie kennenlernte klar gemacht hat, dass es keinen Sinn macht, über Vergangenes zu trauern, da es sich ohnehin nicht ändern lässt… und, dass man egal wo man sich befindet seinen Spaß haben kann. Ein ziemlich blöder Grund für einen Lachanfall, ich weiß, aber vielleicht hätte sie auch gelacht, wenn sie uns drei hier so gesehen hätte“, erwiderte sie mit einem Lächeln, nachdem sich Bella von dem Schluckauf und Lachkrampf erholt hatte.
Anschließend schüttelte sie den Kopf, und fuhr ein wenig ernster fort. „Auch wenn ich es mir wünschen würde, so bezweifel ich, dass sie verschwunden ist. Viel mehr fürchte ich, dass sie auch kommen könnte, wenn wir gegen Menschen kämpfen sollten… oder wenn irgendetwas geschieht, das mich wütend machen könnte. Ich glaube sie ist nur verschwunden, weil ich momentan keinen Platz für dieses Gefühl in mir habe. Ich fühle keinen Zorn, aber auch keinen Frieden, sondern nur Leere... und Angst. Es ist nichts da von dem sie sich nähren kann…“
Sie machte eine kurze Pause, bevor sie schwerfällig fortfuhr. „Aber ob meine Vermutung richtig ist, oder nicht, wird mir wohl die Zeit sagen. Ich möchte nur, dass ihr beide es wisst, denn… sie unterscheidet nicht zwischen Freund und Feind. Sollte es mir irgendwann nicht mehr gelingen, sie zu kontrollieren, und sie sich in irgendeiner Weise gegen euch stellen… so habt ihr das Recht sie zu vernichten… nein, nicht das Recht, ihr müsst es tun. Sie war mir nie nützlich, sondern brachte mich nur in Schwierigkeiten. Ihr liegt nicht viel an meinem Leben, und sie verhält sich als wäre ich nur eine leblose Puppe mit der sie spielen kann und die keine Schmerzen kennt. Auch ich habe kein Mitleid mit der Dunklen Brut, Blutmagiern oder anderen Verbrechern, aber ich weiß wenigstens, wie weit ich gehen kann.“
Für einen Moment schwieg Allie, denn sie wusste, was sie da gerade gesagt hatte und damit verlangte. Sie spürte wie sie schauderte, als sich ein Gefühl von Angst in ihr breit machte, denn sie wusste, dass dies durchaus zutreffen könnte. Sie könnte einfach eine Waffe gegen ihre Begleiter und Freunde erheben, ohne es zu wollen, und nur der eigene Tod schien ihr noch ein Ausweg zu sein.
„Ich möchte nicht so sein“, flüsterte sie noch und blickte dabei nach unten.
Anschließend schüttelte sie den Kopf, und fuhr ein wenig ernster fort. „Auch wenn ich es mir wünschen würde, so bezweifel ich, dass sie verschwunden ist. Viel mehr fürchte ich, dass sie auch kommen könnte, wenn wir gegen Menschen kämpfen sollten… oder wenn irgendetwas geschieht, das mich wütend machen könnte. Ich glaube sie ist nur verschwunden, weil ich momentan keinen Platz für dieses Gefühl in mir habe. Ich fühle keinen Zorn, aber auch keinen Frieden, sondern nur Leere... und Angst. Es ist nichts da von dem sie sich nähren kann…“
Sie machte eine kurze Pause, bevor sie schwerfällig fortfuhr. „Aber ob meine Vermutung richtig ist, oder nicht, wird mir wohl die Zeit sagen. Ich möchte nur, dass ihr beide es wisst, denn… sie unterscheidet nicht zwischen Freund und Feind. Sollte es mir irgendwann nicht mehr gelingen, sie zu kontrollieren, und sie sich in irgendeiner Weise gegen euch stellen… so habt ihr das Recht sie zu vernichten… nein, nicht das Recht, ihr müsst es tun. Sie war mir nie nützlich, sondern brachte mich nur in Schwierigkeiten. Ihr liegt nicht viel an meinem Leben, und sie verhält sich als wäre ich nur eine leblose Puppe mit der sie spielen kann und die keine Schmerzen kennt. Auch ich habe kein Mitleid mit der Dunklen Brut, Blutmagiern oder anderen Verbrechern, aber ich weiß wenigstens, wie weit ich gehen kann.“
Für einen Moment schwieg Allie, denn sie wusste, was sie da gerade gesagt hatte und damit verlangte. Sie spürte wie sie schauderte, als sich ein Gefühl von Angst in ihr breit machte, denn sie wusste, dass dies durchaus zutreffen könnte. Sie könnte einfach eine Waffe gegen ihre Begleiter und Freunde erheben, ohne es zu wollen, und nur der eigene Tod schien ihr noch ein Ausweg zu sein.
„Ich möchte nicht so sein“, flüsterte sie noch und blickte dabei nach unten.
Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 03:49 .
#2793
Posté 04 mai 2011 - 08:15
Noah entwich ein Schmunzeln, als er die beiden Frauen lachen hörte. Erst in diesem Moment fiel ihm auf, wie lange es her war, dass er solche Laute vernommen hatte. Doch als die Elfe Jule erwähnte, umklammerte eine eisige Faust sein Herz und brachte es zum Stocken.
Er konnte sie genau vor sich sehen. Jule, mit ihrem blonden wilden Haar. Allie hatte recht, Jule war immer frohen Mutes gewesen und hatte stets Freude verbreitet. Sie hätte nicht zugelassen, dass die Gefährten so wie jetzt Trübsal bliesen. Trotzdem konnte Noah sich kein Lächeln mehr abringen. Sie fehlte ihm so sehr und war ihm viel zu früh aus den Armen gerissen worden. Und ihr gemeinsames Kind war mit ihr für ihn verloren gegangen. Seine Familie lebte nicht mehr und auch sonst hatte er außer seinen jetzigen Gefährten keine Freunde mehr. Vor langer Zeit hatte er die letzten verlassen und war mit seinem Bruder davon gezogen.
Noah wusste nicht, welche Aufgaben und Schlachten noch vor ihnen lagen, doch er hatte nicht vor, sie am Ende zu überleben. Er würde sein bestes geben, so viel stand fest, doch überleben wollte er nicht. Wofür auch?
Mit einem Seufzer zog er die Knie an und stützte sich mit den Armen darauf ab.
Er konnte sie genau vor sich sehen. Jule, mit ihrem blonden wilden Haar. Allie hatte recht, Jule war immer frohen Mutes gewesen und hatte stets Freude verbreitet. Sie hätte nicht zugelassen, dass die Gefährten so wie jetzt Trübsal bliesen. Trotzdem konnte Noah sich kein Lächeln mehr abringen. Sie fehlte ihm so sehr und war ihm viel zu früh aus den Armen gerissen worden. Und ihr gemeinsames Kind war mit ihr für ihn verloren gegangen. Seine Familie lebte nicht mehr und auch sonst hatte er außer seinen jetzigen Gefährten keine Freunde mehr. Vor langer Zeit hatte er die letzten verlassen und war mit seinem Bruder davon gezogen.
Noah wusste nicht, welche Aufgaben und Schlachten noch vor ihnen lagen, doch er hatte nicht vor, sie am Ende zu überleben. Er würde sein bestes geben, so viel stand fest, doch überleben wollte er nicht. Wofür auch?
Mit einem Seufzer zog er die Knie an und stützte sich mit den Armen darauf ab.
Modifié par viento2, 04 mai 2011 - 08:15 .
#2794
Posté 05 mai 2011 - 03:06
Nachdem Noah sich von ihm abwandte, ohne seine Frage zu beantworten, drehte sich auch Drakenot um und ging zum Bug des Schiffes zurück. Dort stellte er sich hin, stützte sich wie zuvor schon auf der Reling ab und starrte auf das Meer hinaus. Er summte ein Lied vor sich hin, während er angestrengt nachdachte.
Zunächst gingen ihm Allies Worte über die Seeungeheuer durch den Kopf. Die Magierin hatte vielleicht eine lebhafte Phantasie. Ungeheuer! In diesem Teil des Meeres! Das wäre ja ganz was Neues!
Aber Piraten könnten hier schon herumlungern. Und das wäre auch nicht viel besser. Sie würden die Besatzung und sie selbst töten oder als Sklaven nach Tevinter verkaufen, wo sie auf den Opfertischen irgendwelcher Magister enden würden oder etwas ähnlich Unschönes. Doch da hatte er ja auch noch ein Wörtchen mitzureden. Just in diesem Moment erinnerte er sich an einen Trank, welchen er per Zufall entdeckt und mit Hilfe eines alten Qunaris vervollkommnet hatte.
Der Alte drehte sich um und ging in die Hocke. Dann nahm er einige seiner gefüllten Phiolen und ein leeres Fläschchen zur Hand. Vorsichtig mischte er die verschiedenen Flüssigkeiten in das leere Gefäß und rührte die daraus entstehende Substanz ganz sachte mit einem dünnen Holzstift um. Danach zog er diesen wieder aus der Flasche und ließ den Tropfen, der noch an dessen Ende hing vor sich auf das Deck des Schiffes fallen.
Es gab einen lauten Knall und eine dünne schwarze Rauchwolke stieg von dem Aufprallpunkt empor. Das Holz der Schiffsplanke wies an der Stelle einen tiefschwarzen Brandfleck auf. Ein Grinsen legte sich auf das Gesicht des Alten, als er die erschreckten Gesichter der anderen sah, welche wohl durch die Explosion aus ihren Gedanken gerissen worden waren. Langsam stand er auf und ging auf sie zu, während er das Fläschchen mit einem kleinen Korken verschloss.
„Verzeiht mir, ich habe nur ein altes Rezept ausprobiert“, grinste Drakenot die anderen an. „Es hilft uns zwar nicht viel gegen Seeungeheuer, die es in diesen Gewässern eh nicht gibt, doch sollten wir tatsächlich auf Piraten treffen, so könnten wir ihnen damit eine böse Überraschung bereiten, die sie nie wieder vergessen werden.“
Zunächst gingen ihm Allies Worte über die Seeungeheuer durch den Kopf. Die Magierin hatte vielleicht eine lebhafte Phantasie. Ungeheuer! In diesem Teil des Meeres! Das wäre ja ganz was Neues!
Aber Piraten könnten hier schon herumlungern. Und das wäre auch nicht viel besser. Sie würden die Besatzung und sie selbst töten oder als Sklaven nach Tevinter verkaufen, wo sie auf den Opfertischen irgendwelcher Magister enden würden oder etwas ähnlich Unschönes. Doch da hatte er ja auch noch ein Wörtchen mitzureden. Just in diesem Moment erinnerte er sich an einen Trank, welchen er per Zufall entdeckt und mit Hilfe eines alten Qunaris vervollkommnet hatte.
Der Alte drehte sich um und ging in die Hocke. Dann nahm er einige seiner gefüllten Phiolen und ein leeres Fläschchen zur Hand. Vorsichtig mischte er die verschiedenen Flüssigkeiten in das leere Gefäß und rührte die daraus entstehende Substanz ganz sachte mit einem dünnen Holzstift um. Danach zog er diesen wieder aus der Flasche und ließ den Tropfen, der noch an dessen Ende hing vor sich auf das Deck des Schiffes fallen.
Es gab einen lauten Knall und eine dünne schwarze Rauchwolke stieg von dem Aufprallpunkt empor. Das Holz der Schiffsplanke wies an der Stelle einen tiefschwarzen Brandfleck auf. Ein Grinsen legte sich auf das Gesicht des Alten, als er die erschreckten Gesichter der anderen sah, welche wohl durch die Explosion aus ihren Gedanken gerissen worden waren. Langsam stand er auf und ging auf sie zu, während er das Fläschchen mit einem kleinen Korken verschloss.
„Verzeiht mir, ich habe nur ein altes Rezept ausprobiert“, grinste Drakenot die anderen an. „Es hilft uns zwar nicht viel gegen Seeungeheuer, die es in diesen Gewässern eh nicht gibt, doch sollten wir tatsächlich auf Piraten treffen, so könnten wir ihnen damit eine böse Überraschung bereiten, die sie nie wieder vergessen werden.“
#2795
Posté 06 mai 2011 - 10:35
"Entschuldigt, ich hätte sie nicht erwähnen dürfen...", sagte Allie leise zu Noah, als sie merke wie er sich verkrampfte, als sie Jules Namen aussprach. Wie konnte sie nur so taktlos sein? Doch ehe sie mehr hätte sagen können ließ sie ein lauter Knall hochschrecken. Im ersten Moment musste sie sofort an Piraten denken. Wurden sie denn angegriffen? Nein, das war unmöglich. Ein fremdes Schiff hätten sie bestimmt auch nachts in der Ferne erkannt, bevor es die Gelegenheit bekommen würde, anzugreifen. Doch niemand hatte Alarm geschlagen. Der Knall kam wie aus dem Nichts. Doch kurz darauf erhielt sie ihre Antwort, als sich Drakenot zu ihnen gesellte.
"Ach ja? Und wie könnt Ihr Euch da so sicher sein? Habt Ihr sie etwa alle ausgerottet mit Euren Giften die Ihr ins Meer schüttet?" sagte sie missmutig. Allie war nicht entgangen, dass er ihre Theorie anzweifelte und wahrscheinlich ihre Angst deswegen sogar lächerlich fand, was ihr alles andere als gefiel.
"Und dieser Lärm soll die Piraten etwa einschüchtern, oder kann man das Zeug wenigstens in Brand stecken?" fuhr sie noch immer ein wenig genervt fort, und blickte auf das Fläschchen, welches Drakenot nun mit dem Korken verschlossen in der Hand hielt.
"Ach ja? Und wie könnt Ihr Euch da so sicher sein? Habt Ihr sie etwa alle ausgerottet mit Euren Giften die Ihr ins Meer schüttet?" sagte sie missmutig. Allie war nicht entgangen, dass er ihre Theorie anzweifelte und wahrscheinlich ihre Angst deswegen sogar lächerlich fand, was ihr alles andere als gefiel.
"Und dieser Lärm soll die Piraten etwa einschüchtern, oder kann man das Zeug wenigstens in Brand stecken?" fuhr sie noch immer ein wenig genervt fort, und blickte auf das Fläschchen, welches Drakenot nun mit dem Korken verschlossen in der Hand hielt.
Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 03:50 .
#2796
Posté 07 mai 2011 - 12:02
„Nun, Seeungeheuer sind so schon extrem selten und fast jedes Meerestier, welches größer ist als ein Fisch ernährt sich eben auch von diesen. Und die großen Fischschwärme meiden stark befahrene Routen wie die, auf der wir uns befinden. Zudem hat der emsig betriebene Fischfang der umliegenden Dörfer die Bestand dieser Tiere in dieser Gegend auch ziemlich zugesetzt. Fleischfressende Lebewesen wie diese Seeungeheuer suchen sich deshalb entlegendere Jagdgebiete für ihre Beutezüge“, erklärte Drakenot der Magierin mit ruhiger Stimme.
„Und was dieses Fläschchen betrifft“, fuhr er im gleichen Tonfall fort, während er selbiges hochhielt. „Das Zeug braucht nichts in Brand zu stecken, werte Allie. Was Ihr eben gehört habt war nur ein winziger Tropfen dieser Flüssigkeit. Die ganze Flasche kann ein solches Loch in den Rumpf eines Schiffes reißen, dass selbst der größte Kahn damit auf Grund gehen wird. Selbst eine Steinmauer sprenge ich Euch damit in kleine Bröckchen. Aber keine Angst, ich kann damit umgehen.“
Drakenot ließ das Fläschchen aus seiner Hand gleiten und es fiel Richtung Boden, doch schon nach wenigen Fingerbreit fing er es geschickt mit seiner anderen Hand wieder auf.
„Hopsa!“ meinte er lapidar. „Entschuldigt, das wäre beinahe ins Auge gegangen.“
Er fing schallend an zu lachen, bis ihm die Tränen in die Augen schossen. „Verzeiht, das sollte nur ein Scherz sein. Aber sagt, worüber habt Ihr denn zuvor geredet?“
„Und was dieses Fläschchen betrifft“, fuhr er im gleichen Tonfall fort, während er selbiges hochhielt. „Das Zeug braucht nichts in Brand zu stecken, werte Allie. Was Ihr eben gehört habt war nur ein winziger Tropfen dieser Flüssigkeit. Die ganze Flasche kann ein solches Loch in den Rumpf eines Schiffes reißen, dass selbst der größte Kahn damit auf Grund gehen wird. Selbst eine Steinmauer sprenge ich Euch damit in kleine Bröckchen. Aber keine Angst, ich kann damit umgehen.“
Drakenot ließ das Fläschchen aus seiner Hand gleiten und es fiel Richtung Boden, doch schon nach wenigen Fingerbreit fing er es geschickt mit seiner anderen Hand wieder auf.
„Hopsa!“ meinte er lapidar. „Entschuldigt, das wäre beinahe ins Auge gegangen.“
Er fing schallend an zu lachen, bis ihm die Tränen in die Augen schossen. „Verzeiht, das sollte nur ein Scherz sein. Aber sagt, worüber habt Ihr denn zuvor geredet?“
#2797
Posté 07 mai 2011 - 11:01
"Selten, aber nicht unmöglich. Und vielleicht kommt ja eines auf den Geschmack von Menschenfleisch, anstatt dem des Fisches, dann wäre doch eine oft befahrene Route wie diese hier ein gefundenes Fressen", erwiderte Allie mit einem zaghaften Grinsen, nachdem Drakenot aufgehört hatte über seine kleine Vorstellung zu lachen. Sie selbst fand es nicht sehr komisch über so etwas zu scherzen.
"Hm.. eine große Explosion also...", murmelte sie dann nachdenklich und fasste sich dabei ans Kinn, wobei ihr Blick auf dem Fläschchen haften blieb.
"Wie habt Ihr vor es auf ein anderes Schiff zu bekommen, und es in alle seine Einzelteile zu sprengen, ohne unser eigenes zu beschädigen? Um es werfen zu können, müssten wir schon ziemlich nahe dran sein... und ich bezweifel, dass ein Pfeil mit einer Phiole als Spitze gut fliegen kann", mit einem fragenden Blick sah sie nun zu dem Alten auf, der noch immer ziemlich belustigt aussah.
"Zu viel über Dinge, die jetzt ohnehin nicht von Wert sind", winkte sie kurz darauf seine Frage ab. Sie hatte gerade wenig Lust, all ihr Gesagtes zu wiederholen, zudem kannte sie Drakenot ohnehin viel zu wenig, um ihn in all ihre Angelegenheiten einweihen zu müssen. Denn eigentlich wusste er schon mehr über sie, als sie über ihn. Aber bisher hatte sie auch wenig Zeit gefunden, um sich mit irgendjemanden zu unterhalten - vielleicht kam ihr diese Schifffahrt trotz ihrer Unannehmlichkeiten doch noch zugute.
"Hm.. eine große Explosion also...", murmelte sie dann nachdenklich und fasste sich dabei ans Kinn, wobei ihr Blick auf dem Fläschchen haften blieb.
"Wie habt Ihr vor es auf ein anderes Schiff zu bekommen, und es in alle seine Einzelteile zu sprengen, ohne unser eigenes zu beschädigen? Um es werfen zu können, müssten wir schon ziemlich nahe dran sein... und ich bezweifel, dass ein Pfeil mit einer Phiole als Spitze gut fliegen kann", mit einem fragenden Blick sah sie nun zu dem Alten auf, der noch immer ziemlich belustigt aussah.
"Zu viel über Dinge, die jetzt ohnehin nicht von Wert sind", winkte sie kurz darauf seine Frage ab. Sie hatte gerade wenig Lust, all ihr Gesagtes zu wiederholen, zudem kannte sie Drakenot ohnehin viel zu wenig, um ihn in all ihre Angelegenheiten einweihen zu müssen. Denn eigentlich wusste er schon mehr über sie, als sie über ihn. Aber bisher hatte sie auch wenig Zeit gefunden, um sich mit irgendjemanden zu unterhalten - vielleicht kam ihr diese Schifffahrt trotz ihrer Unannehmlichkeiten doch noch zugute.
Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 03:52 .
#2798
Posté 09 mai 2011 - 07:49
„Ihr habt wirklich eine sehr lebhafte Phantasie, werte Allie“, grinste Drakenot auf deren Bemerkung über die Seeungeheuer hin. „Oder Ihr lest zu viele Bücher zweifelhafter Herkunft. Glaubt mir. Eine Begegnung mit einem Seeungeheuer ist in etwa so wahrscheinlich wie eine weitere Verderbnis innerhalb unserer Lebensspanne. Und was die Piraten angeht...die müssen ja nah herankommen, um uns zu entern, und dieses Fläschchen lässt sich relativ weit werfen. Dürfte sie ziemlich aus dem Konzept bringen, wenn im Bug ihres Schiffes plötzlich ein riesiges Loch aufklafft.“
Der Alte nickte langsam, als die Magierin seiner Frage über ihre vorherigen Gespräche auswich. „Verstehe. Es ging um die Schlacht. Und um Eure Verluste, die Ihr alle zweifelsohne erlitten habt. Schon gut. Nichts für ungut. Lassen wir das Thema. Nur schade, dass Zelandriel nicht hier ist. Dann hätte ich ihn wieder ein wenig veralbert, um Euch auf andere Gedanken zu bringen. So werde ich Euch wohl einen Schwank aus meiner Jugend erzählen müssen, um die Stimmung etwas zu heben.“
Drakenot verstaute das Fläschchen sicher in seinem Gürtel, bevor er sich im Schneidersitz vor den dreien hinsetzte und seinen Blick über ihre Gesichter schweifen ließ. „Ich war noch ein junger Kerl, noch jünger als einer von Euch, als mich mein Weg in ein kleines Dorf führte, in dem ein alter Freund aus meiner Kindheit nach der Heirat mit seiner Frau gezogen war. Ich wollte ihn lediglich besuchen und kam auch bei ihm unter. Nur nach ein paar Tagen wurde es für mich dort etwas ungemütlich, als das Gerücht aufkam, ich hätte mit der Frau des Schankwirtes geschlafen und auch mit der Frau des Müllermeisters...“
Der Alte rieb sich das Kinn, während unschuldig in den Himmel starrte. „Könnte sogar sein, das da was dran war. Nun, wie auch immer. Mein Freund verteidigte mich gegen den Mob, der irgendwie sauer auf mich war, weil ich doch den Frieden in ihrem kleinen Dörfchen gestört hätte. Und sie hatten da so merkwürdige Sitten mit Honig und Bienennester, die ich eigentlich nicht näher kennen lernen wollte. Aber mein Freund war der örtliche Händler gewesen und hatte großen Einfluss in dem kleinen Kaff, so dass er die Menge letzen Endes beruhigen konnte. Wir setzten uns an diesem Abend zusammen und tranken was das Zeug hielt von seinem köstlichen Met. Und irgendwie bin ich dann am nächsten Morgen neben seiner Frau aufgewacht, die engumschlingend an meinen Körper angeschmiegt da lag, wie sie als Baby auf die Welt gekommen war. Das fand mein Freund irgendwie so gar nicht witzig, als er wach wurde und uns da so liegen sah. Bevor er richtig klar im Kopf wurde, habe ich dann Fersengeld gegeben, bevor ich nicht doch noch Opfer der Bienen werden würde. Mein Freund rannte hinter mir her, besser gesagt er torkelte unbeholfen durch die Gegend, bevor er dann selbst seine eigenen Bienenstöcke umstieß und Bekanntschaft mit deren Stacheln machte. Ich rannte zurück und half ihm auf, bevor wir beide zum Fluss eilten, in welchem wir dann Schutz vor den wütenden Insekten fanden. Nachdem sich der Sturm der Bienen gelegt hatte, schwammen wir zurück zum Ufer und ließen uns nieder, wobei wir über das Geschehene lachten wie die kleinen Kinder. Nur hatte ich seitdem bei ihm Hausverbot bekommen. Keine Ahnung wieso...“
Der Alte pfiff unschuldig vor sich hin, bevor er noch zum Abschluss meinte: „Na, wie auch immer. Später erfuhr ich dann, dass die Geburtenrate in dem Dörfchen niemals so hoch gewesen ist wie in diesem Jahr. Wenn ich nur wüsste, woran das wohl gelegen haben könnte...“
Der Alte nickte langsam, als die Magierin seiner Frage über ihre vorherigen Gespräche auswich. „Verstehe. Es ging um die Schlacht. Und um Eure Verluste, die Ihr alle zweifelsohne erlitten habt. Schon gut. Nichts für ungut. Lassen wir das Thema. Nur schade, dass Zelandriel nicht hier ist. Dann hätte ich ihn wieder ein wenig veralbert, um Euch auf andere Gedanken zu bringen. So werde ich Euch wohl einen Schwank aus meiner Jugend erzählen müssen, um die Stimmung etwas zu heben.“
Drakenot verstaute das Fläschchen sicher in seinem Gürtel, bevor er sich im Schneidersitz vor den dreien hinsetzte und seinen Blick über ihre Gesichter schweifen ließ. „Ich war noch ein junger Kerl, noch jünger als einer von Euch, als mich mein Weg in ein kleines Dorf führte, in dem ein alter Freund aus meiner Kindheit nach der Heirat mit seiner Frau gezogen war. Ich wollte ihn lediglich besuchen und kam auch bei ihm unter. Nur nach ein paar Tagen wurde es für mich dort etwas ungemütlich, als das Gerücht aufkam, ich hätte mit der Frau des Schankwirtes geschlafen und auch mit der Frau des Müllermeisters...“
Der Alte rieb sich das Kinn, während unschuldig in den Himmel starrte. „Könnte sogar sein, das da was dran war. Nun, wie auch immer. Mein Freund verteidigte mich gegen den Mob, der irgendwie sauer auf mich war, weil ich doch den Frieden in ihrem kleinen Dörfchen gestört hätte. Und sie hatten da so merkwürdige Sitten mit Honig und Bienennester, die ich eigentlich nicht näher kennen lernen wollte. Aber mein Freund war der örtliche Händler gewesen und hatte großen Einfluss in dem kleinen Kaff, so dass er die Menge letzen Endes beruhigen konnte. Wir setzten uns an diesem Abend zusammen und tranken was das Zeug hielt von seinem köstlichen Met. Und irgendwie bin ich dann am nächsten Morgen neben seiner Frau aufgewacht, die engumschlingend an meinen Körper angeschmiegt da lag, wie sie als Baby auf die Welt gekommen war. Das fand mein Freund irgendwie so gar nicht witzig, als er wach wurde und uns da so liegen sah. Bevor er richtig klar im Kopf wurde, habe ich dann Fersengeld gegeben, bevor ich nicht doch noch Opfer der Bienen werden würde. Mein Freund rannte hinter mir her, besser gesagt er torkelte unbeholfen durch die Gegend, bevor er dann selbst seine eigenen Bienenstöcke umstieß und Bekanntschaft mit deren Stacheln machte. Ich rannte zurück und half ihm auf, bevor wir beide zum Fluss eilten, in welchem wir dann Schutz vor den wütenden Insekten fanden. Nachdem sich der Sturm der Bienen gelegt hatte, schwammen wir zurück zum Ufer und ließen uns nieder, wobei wir über das Geschehene lachten wie die kleinen Kinder. Nur hatte ich seitdem bei ihm Hausverbot bekommen. Keine Ahnung wieso...“
Der Alte pfiff unschuldig vor sich hin, bevor er noch zum Abschluss meinte: „Na, wie auch immer. Später erfuhr ich dann, dass die Geburtenrate in dem Dörfchen niemals so hoch gewesen ist wie in diesem Jahr. Wenn ich nur wüsste, woran das wohl gelegen haben könnte...“
#2799
Posté 10 mai 2011 - 07:00
Bella war um die Anwesenheit Drakenots in dem Fall mehr als erfreut. So mußte sie Allie keine Antwort geben, denn das brachte sie tatsächlich in Gewissenskonflikte. Sie würde die Freundin dann zwar erlösen, aber wollte diese Stimme am Ende Allies Tod? Siegte damit nicht wieder einmal das Böse? Die Zwergin wußte nicht, ob sie das überhaupt schaffen würde. Sollte Allie sie jedoch richtig angreifen und Bella war in der Situation dass sie sich richtig zur Wehr setzen mußte - dann konnte sie für nichts garantieren. Wenn sie ihr Leben verteidigen mußte, dann würde sie das tun.
Sie blickte zu Noah. Hatte er ähnliche Überlegungen?
Dann hörte sie Drakenots Geschichte zu und mußte beinah gegen ihren Willen schmunzeln. Wenn nur die Hälfte von der Geschichte stimmte mußte der alte Kauz in jungen Jahren ein äußerst aktives Liebesleben gehabt haben. Sie wandte sich grinsend an ihn:
"So sagt alter Mann, waren hier die Sprüche schon dabei, oder kommen die erst noch? Aber wenn Ihr noch mehr von dem Seemannsgarn zum besten gebt wird die Überfahrt sicher noch lustig", kicherte Bella.
Sie blickte zu Noah. Hatte er ähnliche Überlegungen?
Dann hörte sie Drakenots Geschichte zu und mußte beinah gegen ihren Willen schmunzeln. Wenn nur die Hälfte von der Geschichte stimmte mußte der alte Kauz in jungen Jahren ein äußerst aktives Liebesleben gehabt haben. Sie wandte sich grinsend an ihn:
"So sagt alter Mann, waren hier die Sprüche schon dabei, oder kommen die erst noch? Aber wenn Ihr noch mehr von dem Seemannsgarn zum besten gebt wird die Überfahrt sicher noch lustig", kicherte Bella.
#2800
Posté 18 mai 2011 - 01:00
„Es ist nicht meine Phantasie. Ich habe nur im Laufe meiner letzteren Erlebnisse – die wohl bei weitem nicht so spaßig waren, wie die Eurer Jugend - gelernt, dass nichts unmöglich ist“, sagte Allie nachdem der Alte geendet hatte mit einem leichten Lächeln.
„Aber ich glaube, Ihr solltet Euch nicht allzu sehr wundern, wenn Ihr eines Tages jemanden begegnet, der Euch vielleicht etwas ähnlich sieht. Auch das halte ich für durchaus wahrscheinlich“, fügte sie noch kichernd hinzu, wobei sie sich noch einmal die erzählte Geschichte bildlich vorstellte.
„Doch viel mehr würde mich interessieren, ob Ihr mir auch etwas von Denerim erzählen könnt. Ich habe die Stadt bisher nie besucht – also das ist eigentlich gelogen, denn schließlich wurde ich dort geboren, aber ich kann mich kaum daran erinnern.“
Allie verkniff es sich zu sagen, dass Jule ihr damals einiges über das Leben im Gesindeviertel erzählt hatte, doch genau bei dem Gedanken fiel ihr wiederum etwas anderes ein.
„Oder was ist mit Euch?“, wandte sie sich an Noah, welcher ziemlich in Gedanken versunken schien – wohl auch in der Hoffnung, ihn eben aus diesen zu entreißen.
„Wenn ich mich recht entsinne, so stammt Ihr doch aus der Stadt, nicht wahr? Ist sie denn wirklich so unüberschaubar, wie es oft erzählt wird? Kann man sie denn mit FallRemnon vergleichen? Oh, und der Markt! Ich habe gehört, dass man dort so gut wie alles bekommen kann!“, fragte sie euphorisch, denn eigentlich hatte sie gar nicht mehr wirklich damit gerechnet, jemals ihren Geburtsort wiederzusehen.
„Aber es wurde bestimmt auch viel zerstört…“, fügte sie noch ein wenig wehmütig hinzu, wobei ihre Gedanken zu ihrer Mutter schnellten, welche sie doch eigentlich nicht einmal kannte. Allie zweifelte daran, sie dort anzutreffen. Aber sie hielt es - wie fast alles - nicht für unmöglich.
„Aber ich glaube, Ihr solltet Euch nicht allzu sehr wundern, wenn Ihr eines Tages jemanden begegnet, der Euch vielleicht etwas ähnlich sieht. Auch das halte ich für durchaus wahrscheinlich“, fügte sie noch kichernd hinzu, wobei sie sich noch einmal die erzählte Geschichte bildlich vorstellte.
„Doch viel mehr würde mich interessieren, ob Ihr mir auch etwas von Denerim erzählen könnt. Ich habe die Stadt bisher nie besucht – also das ist eigentlich gelogen, denn schließlich wurde ich dort geboren, aber ich kann mich kaum daran erinnern.“
Allie verkniff es sich zu sagen, dass Jule ihr damals einiges über das Leben im Gesindeviertel erzählt hatte, doch genau bei dem Gedanken fiel ihr wiederum etwas anderes ein.
„Oder was ist mit Euch?“, wandte sie sich an Noah, welcher ziemlich in Gedanken versunken schien – wohl auch in der Hoffnung, ihn eben aus diesen zu entreißen.
„Wenn ich mich recht entsinne, so stammt Ihr doch aus der Stadt, nicht wahr? Ist sie denn wirklich so unüberschaubar, wie es oft erzählt wird? Kann man sie denn mit FallRemnon vergleichen? Oh, und der Markt! Ich habe gehört, dass man dort so gut wie alles bekommen kann!“, fragte sie euphorisch, denn eigentlich hatte sie gar nicht mehr wirklich damit gerechnet, jemals ihren Geburtsort wiederzusehen.
„Aber es wurde bestimmt auch viel zerstört…“, fügte sie noch ein wenig wehmütig hinzu, wobei ihre Gedanken zu ihrer Mutter schnellten, welche sie doch eigentlich nicht einmal kannte. Allie zweifelte daran, sie dort anzutreffen. Aber sie hielt es - wie fast alles - nicht für unmöglich.
Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 03:55 .





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