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Die Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


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2893 respuestas en este tema

#2826
viento2

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Noah runzelte missmutig seine Stirn.

"Ich vertraue Avalos. Und er kämpft für das Gute, das sehe ich, wenn ich in seine Augen schaue. Mehr brauche ich nicht zu wissen."

Er schaute dem Alten prüfend ins Gesicht, bevor er sich im Umdrehen noch einmal an ihn wandte.

"Verzeiht, aber ich habe besseres zu tun, als mir Beleidigungen von Gefährten anzuhören, die mir wichtig geworden sind."

Damit ließ er den Mann stehen und ging zu seinem Platz neben Allie, die die Augen noch geschlossen hatte. Leise setzte er sich neben sie, um sie nicht zu wecken.

#2827
Aliens Crew

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„Wisst Ihr, was ich sehe, wenn ich in Avalos Augen blicke?“ entgegnete Drakenot völlig emotionslos. „Kälte und pure Berechnung. Ihr sagt, er kämpft für das Gute, doch wisst Ihr im Grunde nichts über ihn. Die Schwarze Sonne hat sein Leben auf unnatürliche Weise verlängert, ihm damit seiner Menschlichkeit beraubt und zu ihrem Werkzeug gemacht. Jetzt dient er einzig und allein ihren Plänen. Und ich würde nicht unbedingt darauf wetten, dass diese für das „Gute“ stehen. Gerade Ihr solltet das wissen.“
 
Drakenots Stimme wurde lauter, während Noah sich von ihm entfernte. „Oder war es nicht er, der zwei Eurer Gefährten hat auspeitschen lassen, weil diese drei Mörder ihrer gerechten Strafe zugeführt hatten? Verweigerte er diesen Personen nicht anschließend sogar noch die nötige medizinische Hilfe, so dass sie beide diesen Verletzungen erlagen? Die eine sofort und der andere später auf dem Schlachtfeld?“ Er machte eine kurze Pause, bevor etwas leiser weitersprach.
 
„Und war eine dieser beiden nicht sogar die große Liebe Eures Lebens gewesen? Vertraut Ihr wirklich einem Wesen, denn als Mensch kann man dieses seit Ewigkeiten lebende Ding nun wirklich nicht mehr bezeichnen, das Euch aus purer Berechnung heraus alles nahm, was Euch jemals wirklich etwas bedeutet hat und dies nur um seine Machtposition nicht zu gefährden? Wenn Ihr wirklich so denkt, dann seid Ihr nicht nur dumm, sondern über alle Maßen naiv! Und dann werdet Ihr auch lediglich nur das nächste Opfer seiner perfiden Pläne werden, Ihr werdet schon sehen! Das solltet Ihr Euch mal durch den Kopf gehen lassen, bevor Ihr diesem selbstgerechten Mörder als Euren Freund bezeichnet!“
 
Der Alte wandte sich wieder zum Meer um, während er weiter unverständlich in seinen Bart murmelte. „Die Jugend wird sich wohl nie ändern. Sehen das Offensichtliche nicht und klammern sich an Ihre Wunschträume wie ein Ertrinkender an einen Strohhalm. Warum gibt es nur so wenig Vernunft und gesunden Menschenverstand auf dieser Welt.?“
 
 

#2828
viento2

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Noah blickte auf seine Füße und verzog schmerzvoll das Gesicht. Der Alte hatte einen wunden Punkt in ihm getroffen, als er Jule erwähnt hatte. Seit dem Ereignis mit den Vergewaltigern, die Jule und Theron kaltblütig abgestochen hatten, haderte Noah mit der Entscheidung Avalos', die Wunden ihrer Bestrafung nicht verarzten lassen zu dürfen. Noah hatte all das bisher erfolgreich verdrängt gehabt. Natürlich war es falsch von Jule gewesen, sich der Rache Therons anzuschließen und die Männer zu ermorden, anstatt sie ihrer gerechten Strafe zu übergeben. Hinzu kam, dass sie vor einer eher aussichtslosen Schlacht gestanden hatten, und Jule mit ihrer Aktion alles hätte gefähren können. Er war entsetzt gewesen, als er gesehen hatte, was seine Elfe getan hatte. Auch wenn es ihn sehr geschmerzt hatte, war ihre Strafe verdient gewesen. Doch musste ihr denn wirklich die Heilung verwehrt werden? Gerade vor der schwierigen Schlacht. Jule war daran gestorben und auch Theron konnte sich in dem folgenden Gemetzel nicht behaupten.
Mit Jule hatte Noah seine Zukunft verloren und Avalos hatte seinen Teil dazu beigetragen. Trotzdem würde er ihm weiter folgen wie bisher. Nun, da er nichts mehr zu verlieren hatte, war es so oder so egal, ob er für den Schatten in den Tod gehe würde, oder nicht.

Plötzlich stutzte Noah. Er hob den Kopf und beobachtete den Alten, der weiterhin an der Rehling stand und auf das Wasser hinaus schaute. Er hatte ihn erst nach der Schlacht kennen gelernt. Er erinnerte sich, dass er aufgetaucht war, als dieser eine Mann sie vor einer abgespaltenen Gruppe Brut gewarnt hatte. Wenn er zur Armee gehörte, dann hatte er den Mord und die Auspeitschung mitbekommen, doch woher wusste er die Details?

Noah sprang auf und war in zwei riesigen Sätzen neben dem Alten. Er packte ihn am Kragen und zog dessen Gesicht nah an seines heran.

"Woher wisst ihr von Jule und mir?" stieß er zwischen den Zähnen hervor, während er die Kiefer voller Zorn aufeinander gepresst hielt.
"Habt ihr uns hinterher spioniert genauso wie ihr es bei Avalos gemacht habt? Es geht euch einen Dreck an, was ich denke und wem ich folge und erst recht, was mir in meinem Leben wichtig ist!"
Tränen liefen ihm über das Gesicht, während sich sein Griff lockerte.
"Und woher wollt ihr wissen, was mir jemals irgendetwas bedeutet hat?"

Er ließ den Alten abrupt los, knallte mit dem Rücken an das Holz der Rehling und rutschte daran herunter bis er zusammen gesunken an Deck hockte.

#2829
Aliens Crew

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„Es tut mir sehr leid für Euch, mein Junge“, meinte Drakenot mitfühlend und legte Noah eine Hand auf die Schulter. „Auch ich habe vor vielen Jahren jemanden verloren, der mir sehr am Herzen gelegen hatte. Doch den Schmerz über diesen Verlust spüre ich heute noch, so als wäre es erst gestern geschehen. Aber um auf Eure Frage zurückzukommen...“
 
Der Alte machte eine kurze Pause, bevor er weitersprach. „Ja, ich habe Euch nachspioniert...Euch allen. Das blieb gar nicht aus, bei meiner Suche nach Informationen über Euren Gefährten Avalos. Und Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie geschwätzig Soldaten sein können, schlimmer noch als so manches Waschweib, würde ich sagen. Und bei den Dienern ist es auch nicht besser, besonders wenn man ihnen weismacht, ihr Problem für sie zu beseitigen...“
 
Drakenot warf einen kurzen Blick in die Runde. „Daher weiß ich auch von der Hinrichtung dieser Köchin in Fall Remnon, die wohl Eure Elfenfreundin mit sich in die Küche zerren wollte, weil sie diese für eine Dienstbotin hielt. Eine ziemlich drastische Strafe für so eine Bagatelle, findet Ihr nicht auch. Aber so ist Euer Avalos eben. Er tut alles, um sein Ziel zu erreichen oder seine Macht zu demonstrieren. Und er wird auch nicht davor zurückschrecken, Euch alle für seine Ziele zu opfern. Und dabei hat er nicht einmal den Anstand, Euch zu verraten, wie diese eigentlich aussehen. Für ihn seid Ihr nur Bauern, die es zu opfern gilt, wenn es ihm zum Vorteil gereicht. Darüber solltet Ihr nachdenken, wenn Ihr noch nicht des Lebens überdrüssig geworden seid. Euer Freund Avalos steht für vieles ein, aber sicher nicht für das Gute. Das dürfte Euch doch inzwischen klar sein.“
 
Der Alte drückte einmal Noahs Schulter, bevor er diesen wieder losließ. „Und vergebt mir, dass ich Euch diese schmerzliche Erinnerung wieder zurück ins Gedächtnis rufen musste. Doch ich sah keine andere Möglichkeit als diese, um Euch darzulegen, wie Euer Avalos wirklich ist. Vergesst das bitte nicht, hört Ihr? Niemals, dürft Ihr das vergessen.“
 
 

Editado por Aliens Crew, 11 julio 2011 - 04:44 .


#2830
viento2

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Noah wischte sich mit dem Handrücken übers Gesicht und schniefte.

"Avalos ist nicht mein Freund. Aber dieser Auftrag ist das einzige, das mir geblieben ist. Also werde ich ihm folgen, koste es, was es wolle."

Er verbarg das Gesicht in den Händen und atmete tief ein und aus, bemüht, seine Gefühle wieder unter Kontrolle zu bringen.

"Und was spricht schon dagegen, tausende der Dunklen Brut nieder zu metzeln..." er lachte trocken.

#2831
Bellandyrs

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Bella erwachte als sie vertraute Stimmen hörte und wollte sich schon in den Disput anfangs einmischen. Aber sie hielt es für besser, erst zu hören, was Drakenot zu erzählen hatte. Denn woher er wußte dass Theron und Jule ausgepeitscht wurden, das interessierte sie auch brennend. Sie hatte nichts gegen den alten Kauz, er hatte ihnen nichts getan. Aber für sie stand fest, dass sie Avalos folgen würde, egal wohin.

Sie gähnte, streckte sich und ging leise zu Noah und dem Apotheker.
"Es ist sogar meine Pflicht als Grauer Wächter, Brut zu bekämpfen. Avalos zieht auch gegen die Dunkle Brut, sei es nun aus guten oder schlechten Absichten."
Sie erinnerte sich an ihr erstes Treffen mit Avalos, wo er sie mitten in Orzammar aufgestöbert und sich neben sie auf die Bank gesetzt hatte, das Messer an ihren Rücken haltend.
"Anfangs war ich auch nicht freiwillig bei dieser Mission dabei. Hineingeschlittert bin ich weil ich Lyna und Jule und Allie helfen wollte. Es ist auch egal, die drei sind der Grund wieso ich diese Gruppe unterstütze, und selbst wenn nur noch Allie kampf-fähig mittlerweile übrig geblieben ist... es ist mir einerlei. Ich bin mir sicher, dass Avalos weiß was er tut. Gut oder Böse - wer mag darüber richten was richtig und was falsch ist? Und Ihr irrt Euch, wenn Ihr glaubt, er ist nur noch ein Werkzeug von was auch immer. Er ist durchaus auch noch zu Gefühlen fähig, auch wenn ich Euch Recht gebe, wenn Ihr sagt, dass wir letztlich nur Figuren in seiner Schlacht sind. Es ist trotzdem unerheblich. Solange ich es gut heisse, was er macht, werde ich diese Mission unterstützen. Und ich glaube nicht, dass ich in die Situation kommen werde, wo ich desertieren würde. Zudem würde auch das mein sicheres Ende bedeuten."

Sie reckte ihr Gesicht in den Wind. "Und auch wenn ich vieles verloren habe, ich hänge an meinem bischen Leben, was mir noch bleibt", fügte sie leise hinzu.

Editado por Bellandyrs, 12 julio 2011 - 06:09 .


#2832
Kaysallie

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Scharfe Klingen, geführt von Monstern, die sich blitzschnell durch unerkennbare Körper zogen, Silhouetten, die einen dunklen Schatten auf den Boden warfen, ohne Gesicht, Geschlecht, ohne Zuordnung, wie dunkle Wesen des Nichts. Doch sie schienen lebendig, denn die Schneide zog eine rote Linie mit sich, an welcher sich Tropfen bildeten, die so wie die Silhouetten zu Boden fielen - und sich einfach zu tausenden kleinen Partikeln auflösten. Ein Prozess der sich immer wieder wiederholte. Immer wieder. Mehrmals zugeich. Jeder Körper schien umringt von Monstern, verschwand, um wieder neu zu erscheinen. Das Rot, welches die Klingen beschmutzte, schien die einzige Farbe in den Schwarzgrautönen dieses unwirklichen Kampfes zu sein. Doch war dies nur der erste Anschein. Denn schon bald zeigte sich eine zweite Farbe, die sich in den Fratzen der Monster abzeichnete, ein glühendes dunkles Gelb, leuchtend wie Sterne an einem schwarzen Nachthimmel, doch mit einer Ausstrahlung, die furchteinflößend war und an das pure Böse erinnerte. All diese Bilder waren stumm gewesen, doch plötzlich ertönten kreischende Laute, verursacht durch das scharfe Metall, das in die dunklen Schatten eindrang. Schmerzensschreie, die einem jedes noch so kleine Härchen am Körper aufstellten, bevor sie verstummten, und von neuen noch qualvolleren übertönt wurden.

Bis sie schließlich unerträglich wurden. Allie schlug ihre Augen auf und zog dabei scharf Luft ein. Ihr Puls raste und kalter Schweiß lag ihr im Nacken. Langsam richtete sie sich auf und lehnte sich mit dem Rücken an die Kiste neben ihrer Schlafmatte. Es dauerte einige Augenblicke bis sie realisierte wo sie war und dass sie wie so oft nur einen Albtraum hatte. ‚Verdammte Verderbtheit‘, ging es ihr nur durch den Kopf als sie ihren Blick über den Kahn schweifen ließ. Die Morgendämmerung hatte bereits eingesetzt, doch sie waren wohl noch nicht in Denerim angekommen. Allies Blick blieb jedoch bei Noah, Bella und Drakenot haften, welche allesamt an der Reling standen. Sie schienen zu diskutieren, doch sie war zu weit entfernt um zu verstehen worum es ging, aber der Ausdruck der Gesichter ließ sie bereits einige Vermutungen anstellen. Schließlich stand sie mit einen leichten Seufzen auf und ging ebenfalls hinüber.

„Alles in Ordnung?“ fragte sie, nachdem sie jeden der drein ein wenig verwirrt gemustert hatte, und blickte schließlich auf das offene Meer hinaus. „Hat der Kapitän schon gesagt, wann wir in Denerim ankommen werden? Ach, und einen schönen guten Morgen wünsche ich“, fragte Allie noch weiter gefolgt von einem Gähnen als sie ihren Blick wieder abwandte und die anderen fragend ansah, wobei ihr Blick auf Noah hängen blieb, da dieser ziemlich niedergeschlagen aussah.

Editado por Kaysallie, 22 febrero 2012 - 04:05 .


#2833
MagicBullet

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Sorry dass ich so ewig keinen Laut von mir gegeben habe - Hatte berufliche Dinge zu erledigen.
Versuche heute abend mal nen Post zusammenzuschrauben ^^

#2834
Kaysallie

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„Land in Sicht!“ ertönte plötzlich eine Stimme, bevor einer der anderen auf ihre Fragen eingehen konnte, die einem jungen Matrosen gehörte, welcher am Bug stand und Richtung Südosten deutete. Allie folgte seinem Blick, doch sie konnte nichts erkennen außer endlos erscheinendem Wasser, welches wie jeden Tag sanfte Wellen schlug. Doch gerade als sich in ihrem Mund eine Frage formen wollte, konnte sie doch etwas ausmachen. Da wo sich sonst der Horizont durch die Grenze zwischen Himmel und Meer bildete, erstreckte sich allmählich ein schmaler Landstrich, der immer breiter zu werden schien. Der Junge musste verdammt gute Augen haben, wenn er das so einfach erkennen konnte.

„Sieht so aus, als wären wir einander bald los!“ertönte eine tiefe kratzige Stimme hinter Allie, und nur kurz darauf schlug ihr jemand mit der flachen Hand freundschaftlich - aber auch etwas zu fest - auf den Rücken. Ein wenig geschockt deswegen taumelte sie einen halben Schritt nach vorne.

„Haha!“ lachte der Kapitän lauthals los. „Euch fehlen wahrhaftig noch immer die Seemannsbeine!“

„Freut Ihr Euch denn nicht darauf an Land zu gehen?“ fragte sie, nachdem sie wieder einen festen Stand hatte.

„Ich? Nein, die See ist mein Leben, und das Blut das durch meine Adern fließt! Und es gibt für mich keinen schöneren Duft, als den salzigen Geruch einer sanften Meeresbrise.“ Er hielt kurz inne bevor sich ein Grinsen auf seine Lippen legte. „Aber der Geruch von Bier und einem saftigen Wildschweinbraten kommt direkt danach.“
Erneut musste er lachen und wandte sich wieder um. „Ach, und solltet ihr noch nicht gepackt haben, es wird höchste Zeit, der Wind liegt uns im Nacken und wir werden in Kürze anlegen“, rief er den Vieren noch zu, bevor er sich an die Matrosen wandte.

Allie richtete ihren Blick wieder in die Richtung, in welcher Denerim liegen sollte. Und tatsächlich, sie waren schon wieder ein gutes Stück näher gekommen. Ein sanftes Lächeln legte sich bei dem Gedanken, bald wieder einen festen Boden unter ihren Füßen haben zu können, auf ihre Lippen und sie beobachtete schweigend, wie das Land immer näher kam, größer und deutlicher wurde, und schließlich greifbar nahe war.

Editado por Kaysallie, 22 febrero 2012 - 04:06 .


#2835
Bellandyrs

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Bella hüpfte vor Aufregung ein wenig auf und ab, um ja endlich Land statt dieser endlosen Wassermassen zu sehen. Als der Kapitän den Wildschweinbraten erwähnte, knurrte ihr Magen ärgerlich.

"Endlich wieder Land unter den Füssen... und Bier und Braten" freute sie sich. "Und noch wichtiger: endlich wieder einmal ein richtiges Bad nehmen. Ich hoffe zumindest, dass wir in einer Taverne sein werden, wo man einen vernünftigen Waschzuber hat. Sonst machen wir auf unserer Weiterreise noch einen Abstecher in Orzammar" grinste sie lausbübisch.

Dann machte sie auf dem Absatz kehrt, um ihre Sachen zusammen zu suchen.

#2836
viento2

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Als allgemeiner Aufruhr entbrannte, wischte sich Noah schnell übers Gesicht und stand dann auf, ohne den anderen ins Gesicht zu schauen. Schnell begab er sich zu seinem Platz und schüttelte seine Decke aus, bevor er sie in seinen Rucksack stopfte. Danach lehnte er sich an die Rehling und wartete darauf, dass sich sein Herz endlich beruhigte.

#2837
Kaysallie

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Das erste was man von der Stadt Denerim ausmachen konnte war eine hohe Steinmauer, die sich am Ufer entlang zog und jegliche Sicht auf das Innere der Stadt versperrte. An einigen Stellen war sie brüchig, doch an dieser Seite schien sie durch die Schlacht nicht besonders beschädigt worden zu sein. Nur ein Turm überragte dieses Bauwerk bei weitem und schien erst dort zu enden, wo sich bereits Wolken bildeten. Wie aus einem Stück gefertigt ragte er in den Himmel und ließ wohl jeden alleine durch seinen düsteren und kolossalen Anblick schaudern.

Das musste wohl Fort Drakon sein, ging es Allie durch den Kopf. Das Bauwerk wirkte gigantisch, doch würde es neben dem Turm der Magi wohl nur klein und armselig dastehen. Als Allie den Blick wieder vom Fort abwandte, offenbarten sich plötzlich unzählige kleinere Fischerboote die neben dem Kahn umhertrieben. Fischer die gerade damit beschäftigt waren Netze und Käfige ins Wasser zu werfen, oder diese mit den zappelnden Tieren wieder herauszuziehen. Die Männer würdigten den Kahn keines Blickes – sie waren es gewöhnt, dass hier ein ständiger Schiffsverkehr herrschte. Und auch jetzt waren sie nicht die einzigen die in Denerim anlegen wollten.

Verschiedenste Frachtschiffe versperrten mit ihren mächtigen Segeln die Sicht auf den eigentlichen Hafen und die Stadt, welche dahinter lag. Und je näher sie an die Anlegestelle kamen, umso mehr wurde die Ruhe, welche sie all die Tage auf See genießen konnten, durch allerhand Gemurmel und Gebrüll verschluckt. Kapitäne die Befehle zuriefen oder mit den Hafenverwaltern stritten. Händler die bereits vom Schiff aus feilschten und kräftig verhandelten, ihre Ladungen unsanft auf andere Boote oder Kais verlagerten. Kreischende Möwen die wie Aasgeier über den Segeln kreisten und versuchten sich etwas von der Ware zu stehlen. Allie wusste im ersten Moment nicht, wo sie zuerst hinblicken sollte und sie wurde von Eindrücken regelrecht überflutet als sie ein mächtiges Beben aus den Gedanken riss und sie dabei fast umgefallen wäre.
Der Kahn hatte angelegt und war dabei mit dem Bug an das nasse knarrende Holz der Anlegestelle gekracht.

„Habt Ihr keine Augen im Kopf?!“ schrie sofort ein eher kleiner wohlgenährter Mann, der auf dem Steg stand und durch den Aufprall ausgerutscht war. Seine edle Seidenkleidung trug nun dunkle Schlammflecken an den Knien, und sein Kopf hatte eine dunkelrote Farbe angenommen.

„Wieso so erzürnt, könnt Ihr etwa nicht schwimmen, guter Mann?“ erwiderte der Kapitän sofort mit einem verschmitzten Lächeln.

„Hütet lieber Eure Zunge Freimarscher!“ zischte der Mann noch, bevor er in einem schnellen Tempo irgendwo am Hafen verschwand.

Der Kapitän lachte, und orderte weitere Befehle an. Zwei Matrosen schoben eine Brücke zwischen den Kahn und den Steg. Einige andere huschten sofort nach unten, ließen sich Seile zuwerfen und banden damit das Schiff fest. Zwei andere warfen einen Anker ins Wasser, wieder zwei andere kümmerten sich um das Segel, der Rest führte die Pferde am Zügel herunter oder schleppte leere Kisten ans Ufer.

„Ah, ein Segel der Freien Marschen, seid Ihr Kapitän Brictom?“ sagte ein bärtiger hellhäutiger Mann der auf der Anlegestelle stand. Er trug ein dickes Buch bei sich, sowie eine Pfeife an welcher er gerade anzog.

Dieser nickte nur.

„Ja, habe schon viel von Euch gehört… nicht nur Positives…“ erwiderte der Mann mit einem Schmatzen. „Ein Tag kostet Euch fünfzig Silberlinge, die Nacht dazu vierzig. Und versucht erst gar nicht mit mir zu feilschen, die Preise sind nicht änderbar.“

„Das ist ja ein Wucher!“ sagte der Kapitän schockiert.

„Ja, die Stadt und der Hafen bauen sich nicht von selbst auf, guter Mann. Gewöhnt Euch daran.“

„Wie gut, dass ich morgen wieder ablege…“ grummelte Brictom und zog einen Geldbeutel hervor. Er blickte kurz hinein, bevor er diesen kopfschüttelnd in die Richtung des Mannes warf.

Dieser fing das kleine Täschchen geschickt mit einer Hand auf. „Schön mit Euch Geschäfte zu machen“ meinte der Verwalter übertrieben freundlich, während er irgendetwas in sein Buch kritzelte. „Ich wünsche Euch einen angenehmen Aufenthalt.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und ging weiter.

Der Kapitän fluchte noch Unverständliches vor sich hin, bevor er sich einen Beutel schnappte und damit an Land ging.

Allie hatte das ganz Schauspiel ohne wirkliche Meinung beobachtet, doch der Wiederaufbau der Stadt schien im vollen Gang zu sein, und die Nerven der Bewohner schienen wirtschaftlich gedrückt. Sofort als sie sich dem Hafen genähert hatte, spürte sie eine gewisse Anspannung. So nahm auch sie ihre Tasche und verließ den Kahn, froh darüber wieder festen Boden unter den Füßen haben zu können, auch wenn es sich im ersten Moment ungewohnt anfühlte.
Sie ging den Steg entlang bis zu dessen Ende, doch auch von hier war die Sicht auf Denerim von der Stadtmauer versperrt. Es gab nur ein riesiges Tor durch welches sich Menschenmassen drängten, und unzählige Wachen die davor standen und jeden herauspickten und unter Augenschein nahmen, der ihnen nicht ganz Geheuer war. Allie musterte die verschiedenen Personen, denn noch nie hatte sie so viele Kulturen auf einem Haufen gesehen. Schließlich blieb sie bei ihrem Pferd stehen und streichelte dem nervösen Tier beruhigend über den Hals.

„Ich hoffe ihr kennt den Weg zum Gesindeviertel, denn ich kenne ihn nicht…“ sagte sie leise und mit einem Hauch an Ehrfurcht zu den anderen, nachdem sie sich langsam an die Unruhe, welche hier herrschte, gewöhnt hatte.

Editado por Kaysallie, 22 febrero 2012 - 04:09 .


#2838
MagicBullet

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Avalos seufzte tief, bevor er sich einen Ruck gab. Ich habe in den letzten vier Monaten... Beunruhigendes erlebt.
Er umriss den neu besiegelten Pakt mit seiner Herrin, die Ereignisse im Magierturm, die geisterhaften Reste der zwergischen Legionen, die Runentafeln und den unheilvollen Einfluss des Styx Lyrae auf die Runentafeln. Was in FallRemnon geschah, die Schlacht in den Marschen, die geheimnisvollen Strippenzieher, die es offensichtlich geschafft hatten, die Brut zu manipulieren. Die Begegnung mit den Seeräubern.
Er griff wortlos in einer seiner tiefen Taschen und zog mehrere, fein säuberlich ausgearbeitete Steckbriefe heraus. Avalos, Noah, Bellandrys, selbst der irre Apotheker. Gesiegelt waren sie mit schwarzem Wachs, wie eine häßliche Wucherung hing das Siegel am Pergament.

„Sagt mir, wie lange habt ihr dieses Siegel nicht mehr gesehen? Zuletzt vor ungefähr 6, vielleicht auch fünfhundert Jahren?“
Flemeth betrachtete es stumm.
„Selbst für uns eine lange Zeit nicht mehr, Jüngelchen.“

„Aber das eilt jetzt aucht nicht. Tee?“
Avalos würgte seinen Ärger hinunter und befahl sich, geduldig zu bleiben. Flemeth war, wie sie war, und auch nicht alle Wut der Welt würde das ändern können.

„Nein... Danke.“

„Nanana! Nicht so ungeduldig, junger Mann!
Währenddessen sprang eine gescheckte Katze auf ihren Schoss und blinzelte Avalos mit ihren geschlitzten Pupillen ernst und voller Schalk zugleich an – Als ob sie ihn auslachen würde.
Nach einer gefühlten Dekade stellte die alte Hexe die Teetasse wieder auf den grob zusammengezimmerten Tisch.

„Zuletzt hab ich es vor ungefähr, dreißig, vierzig Jahren gesehen. Ein Bettelknabe verirrte sich im Wald und fand durch Zufall meine Hütte. Hatte sich den Arm gebrochen, das Dummerchen. Ich halfe ihm also, und das Siegel in dem Wachs dort auf dem Steckbrief war in seine Schulter tättowiert worden – Wohl als Zeichen des Besitzes. Vielleicht war der Junge ein entflohener Leibeigener, ich hab ihn dann irgendwann im Forst... verloren.“ Sie lächelte einladend, als ob es das normalste der Welt wäre.

Avalos Stirn legte sich in Falten.


„Offenbar haben wir Fehler gemacht.“
Flemeth lachte auf.
„Nein, mein Junge... Ihr habt den Fehler begangen, als ihr diese Stadt einfach angezündet habt. Selbst Drachenaugen sehen nicht durch jede Wand aus Rauch....“
„Und auch Drachenmägen sind endlich, nicht wahr?“
Jetzt lächelte Avalos böse, weil er wußte, dass Flemeth diesbezüglich ziemlich dünnhäutig war.

„Jedenfalls sind sie wieder da. Und offenbar sind sie diesmal wirklich drauf und dran sich zu verwirklichen.“
Die alte Vettel schwieg.
„Ihr habt hier Tore aufgestoßen, die selbst ich nicht geöffnet hätte. Aber ihr hattet selber keinen Einfluß auf die Geschehnisse, die euch jetzt überrollen, und auch noch einen Kampf, den ihr nicht gewinnen könnt, weil sie eure Ängste kennen.
Die Geschichte wird sich wiederholen, und euch erneut konfrontieren, was zweifelsohne den letzten Rest eurer Seele endlich töten wird.“ Avalos zuckte gleichgültig mit den Schultern.
„Ist mir einerlei. Schachfiguren benötigen keine.“

Flemeth nippte wieder an ihrem Tee.

„Ihr verfolgt eure Ziele mit einem Fanatismus und einem ungezügeltem Willen, der selbst mir Furcht einjagt. Aber die Scoriandron haben den Biss eurer Klinge schon einmal er-, und überlebt.

Und falls „sie“ überlebt hat, wird sie diesmal nicht den gleichen Fehler wie vor fünfhundert Jahren machen.“

Avalos lachte leise.

„Nein, diesmal werde ich wohl nicht ihre Gunst erringen können, die Debatte mit dem vergifteten Dolch hatten wir ja schon.“
„Ihr wart einfach ein Esel zu glauben, ihr könntet sie einfach um den Finger drehen und dann abstechen, junger Mann!“
Der Schatten verdrehte die Augen. „Das könnte natürlich auch sein.“
„Aber sie ist gefährlich. Und wenn sie tatsächlich noch leben sollte, dann hat sie wahrlich eine dekadengleiche Geduld an den Tag gelegt um nicht noch einmal aufzufallen.
Fakt ist, dass sie wohl auf eine Fortsetzung der Runentafeln gehofft hatten – aber die gibt es nicht. Nur die selben Abschriften, die niemand zu deuten vermag – Nur Auslegungen, und die sind unberechenbar, wie wir an unserem Zwergenfreund gesehen haben.

Aber sie wird es tun in ihrem Wahn, ich bin mir sicher. Diese verdammte Elfe ist zu allem fähig...“
Damals dachte sie, dass die Glocken der Kathedrale gemeint waren. Jetzt sind es die von Ostagar, sofern sie noch existieren, was ich einfach mal stark vermute.“
Avalos zog an seiner Pfeife. Die rote Glut, die bei jedem Zug erneut hochflackerte und genauso schnell erlosch, tauchte sein Gesicht in oranges Licht, bevor es in einer Wolke blauen Dunstes verschwand.
„Ostagar ist ein Ort, der überrand gesättigt ist mit Magie, mit böser Magie. Tevinter tat ihr übriges, der tausendfache Tod, das Blut, die ausgehauchten Leben.... Außerdem...“
Ohne weitere Worte zog Avalos ein vergilbtes Pergament hervor.
„Das hab ich von Hrothgar bekommen – eine Kartierung des Styx Lyrae. Gleicht man seinen unterirdischen Verlauf mit normalen Feldkarten ab, so kreuzt der Fluss aus Lyrium Ostagar.

Flemeth gluckste leise.
„Das verleiht dem allen eine ungeahnte Würze, nicht wahr? Deutet sie richtig, speist der Styx die Konsequenzen ihrer Beschwörung – und erschafft sich Magie in ungeahnten Ausmaßen....
Euch steht ein heißer Ritt bevor, scheint mir.“

Avalos dachte nach.
Und zitierte dabei leise
„Warnt vor dem Klang der die Seelen wird wecken
warnt vor der Rache voll Grauen und Schrecken
Dunkelwind und Zwillingslicht
der Legenden Fesseln bricht
wagst du die blutigen Runen zu deuten
hörst die Glocken von Ostgard läuten..“

Auf einmal hob er den Kopf.
„Sie wird ein Blutopfer bringen – Um blutige Runen zu deuten, um ihre Auslegung in Magie zu brennen, um das zu vollbringen, was ihnen verwehrt blieb. Und sich dann eine Armee aus Gefallenen, aus Toten zu erschaffen.“

Flemeth blies in ihren Tee und nippte daran.

„Solch ein Ereignis... dagegen wäre der Riss des Nichts in der Ordensburg der Wächter wie eine Ameise. Der Schleier würde kollabieren. Endgültig zerrissen von einer Wahnsinnigen aus Arlathan.“

Avalos Faust schloss sich unwillkürlich als er an sie zurückdachte. Er war ihr nicht gewachsen. Das war niemand, ihre Fertigkeiten mit Magie und Klinge waren selbst größer als der Wahn und Fanatismus, die in ihr innewohnten.

„Sei´s drum. Die Scoriandron werden sich diesmal nicht aufhalten lassen, wieder nur mit Feuer und Schwert.“

Er beugte sich über den grob gezimmerten Tisch. „Kann ich auf euch zählen? Ihr wisst, was alles durch den Schleier treten wird, wenn sie versuchen Arlathan zurück aus dem Schleier zu holen.“

Flemeth blieb still. Nickte unmerklich und sagte dann: „Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wir werden sehen ob ich dann zufällig in der Nähe bin.“


Im nächsten Atemzug war Flemeth verschwunden. Mit der Teetasse. Avalos lächelte unwirklich. Die alte Hexe schindete immer noch Eindruck bei ihm. Früher, vor Dekaden, wollte er sie aus dem Weg räumen – Was sich nach einer langen Reise als unnötig, und vorallem als undurchführbar herausgestellt hatte, wie ihm eine Schwarzmagierin vor nicht allzu langer Zeit erklärte.

Er zog an seiner Pfeife. Und dachte.... weit zurück.

An eine brennende Stadt. An einen Drachen, der flammenspeiend seine Kreise zog, Zerschmetterte Elfen, blutbesudelte Straßen... Und den Regen danach. Ein mit Schiefer verkleidetes Dach einer riesenhaften Kathedrale.

Blitze, die Himmel durchzuckten, ihn sekundenlang mit gleißendem Schein äderten.
Er stand ihr gegenüber. Blanken Stahl in den Fäusten, auf ein Duell hoch über einer brennenden Stadt.
Avalos öffnete die Augen. Seine Pfeife war ausgegangen, und er umklammerte den Schwertgriff so stark, dass das geschwärzte Leder knirschte.

Unbewußt strich er sich über das in seinen Brustpanzer eingelassene Wappen der Schwarzen Sonne – Und bemerkte, dass die Elmsfeuer stärker denn je als zuvor über seinen gepanzerten Handschuh sprangen.

….. Blut gegen Blut, Schwert gegen Schwert, Tote gegen Tote....“ Die geisterhafte, körperlose und unendlich entfernte Stimme in seinen Gedanken verklang... verhallte aber nicht ungehört.

#2839
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Als sie von Bord des Schiffes gingen, duckte sich Noah unwillkürlich. Er war lange Zeit nicht in Denerim gewesen und die Gründe seines Aufbruchs waren keine guten gewesen. Anstatt sich umzuschauen, wie es die anderen taten, lenkte sich Noah damit ab, Allie anzuschauen. Mit großen Augen drehte sie den Kopf hin und her und flüsterte ihnen dann zu.
Sogleich strafften sich Noahs Schultern. Der Schatten hatte ihn damit beauftragt, die Gruppe zu der verabredeten Taverne zu führen und der Aufgabe würde er sich annehmen.

Sie verabschiedeten sich von dem grummligen Kapitän, der immer noch damit beschäftigt war, die Kosten im Hafen zu verurteilen, und führten ihre Pferde Richtung Stadttor. Es ging etwas langsam voran, da sie sich in einem Strom von Leuten befanden, der sich zum Tor hin verengte. Noah wurde hin und wieder von jemandem angerempelt, doch er achtete nicht darauf. Er fixierte das Tor und versuchte seine Gedanken nicht von der Vergangenheit anlenken zu lassen. Die Gruppe musste ins Gesindeviertel, doch zuvor hieß es, sich eine Tarnung zu suchen und die Pferde unterzubringen. Noah hatte eine Idee, auch wenn sie ihm selbst nicht gefiel. Er führte die Gruppe durch das Tor mitten hinein in die Stadt. Die Wachen, die sie passierten, schauten eher müde über den Strom, der sich an ihnen vorbeidrängte. Auch mussten Noah und seine Gefährten nach ihrer Reise und der Schlacht eher heruntergekommen denn gefährlich aussehen.

Hinter dem Tor verflüchtigte sich die Masse schnell und sie hatten wieder etwas Platz um sich herum. Noah schlug den Weg nach Norden ein, um sie in die Nähe des Marktplatzes zu bringen. Er hielt die Augen auf den Boden gerichtet und seine Füße trugen ihn fast wie von allein zu dem Ort, an dem er den Großteil seines Lebens verbracht hatte. Entfernt klang Hämmern an sein Ohr, die Menschen um ihn herum, und die Straßenzüge, in denen ein neues Haus zum Teil neben einem halb herunter gebrannten stand, blendete er aus.

Nach einer Weile bog er in eine Sackgasse unweit vom Marktplatz ab. Als sie sich einer Schmiede näherten, beschleunigte er seine Schritte und führte die Gruppe zügig daran vorbei. Starr blickte er auf ein Haus, dass sich am Ende der Straße mit dem Rücken an die nordöstliche Stadtmauer schmiegte. Er hielt davor an und sog tief die Luft ein, bevor er an die Tür klopfte.

Sie mussten einen Moment warten, bevor sich von innen Schritte näherten. Dann wurde die Tür geöffnet und ein älterer Mann, der eine Schürze umgebunden hatte, stand vor ihnen. Als er Noah erblickte, erstarrte er.

"Du....was....."

Noah schüttelte unmerklich den Kopf und blickte den Alten streng an.

"Wir brauchen eine Unterkunft für die Pferde und unauffällige Kleidung."

Der Angesprochene runzelte besorgt die Stirn und zögerte einen Moment. Dann ging ein Ruck durch ihn und er nickte Noah zu. Kurz verschwand er wieder im Inneren, dann trat er neben Noah und bedeutete der Gruppe, ihm zu folgen. Er führte sie an die Seite des Hauses, an die ein kleiner Stall grenzte. Der Geruch von frischen Heu schlug ihnen entgegen, als sie eintraten. Es war recht eng darin, doch die vier Pferde würden ausreichend Platz haben. Noah fing an, seinen Braunen abzusatteln. Der Alte nahm ihnen das Sattelzeug ab und verstaute es an einer Seitenwand. Während er sich bewegte, schielte er immer wieder zu Noah hinüber, doch er sagte kein Wort.

Kurze Zeit später räusperte sich jemand in der Tür. Dort stand eine junge Frau mit langem, dunkelbraunem Haar, dass sie im Nacken zusammengebunden hatte. Sie trug ein Bündel im Arm und blickte direkt zu Noah hinüber. Ihre Augen füllten sich mit Tränen und ihre Hand wanderte zu dem kleinen Jungen, der neben ihr lehnte. Er mochte 4 Jahre alt sein, und war seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Unsicher klammerte er sich an ihren Rock und verbarg sein Gesicht darin.

#2840
Bellandyrs

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Bella war den anderen schweigend gefolgt, immer wieder um sich blickend und erstaunt, wie weit die Aufbau-Arbeiten in der Stadt schon gediehen waren. Wo Noah sie hinführte, war ihr einerlei, er hatte sich nun als Reiseführer durch Denerim aufgetan, und ihr war es einerlei. Sie hatte damals eine völlig andere Bleibe, bevor der Kampf gegen den Erzdämon losging.

Dennoch entging ihr nicht, dass der alte Mann Noah laufend Blicke zuwarf, und zudem sah die Frau in der Tür Noah verdammt ähnlich. Seine Schwester? Sie zuckte die Schultern, es ging sie nichts an, und wenn, dann würde sie es noch früh genug erfahren. Sie wollte nur nicht, dass Unschuldige in diesen Krieg mit hineingezogen wurden. Zuviele waren bereits gefallen.

In sich gekehrt kümmerte sie sich um ihr Pony, welches den Eindruck machte, auch froh zu sein wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Bella kam es nämlich vor, als würde sie noch immer breitbeinig und schwankend gehen.

#2841
Kaysallie

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Allie musterte interessiert die vielen Menschen die an ihnen vorbeizogen, auch wenn sie hin und wieder abfällige Blicke spüren konnte, die meistens von wohlhabenderen Menschen stammten. Doch sie war darüber nicht verwundert, Elfen waren schließlich in Denerim alles andere als ein angesehenes Volk. Doch an der Baukunst der Stadt konnte sie sich eher weniger erfreuen. Vor vielen Häusern waren Gerüste aufgebaut, auf welchen Arbeiter standen die diese wieder reparierten. Andere Bauten wurden jedoch einfach in dem zerstörten Zustand gelassen in dem sie sich befanden. Im großen und ganzen herrschte auf der gesamten Straße welche sie entlang gingen sehr viel Betrieb und Allie spürte hin und wieder dass sie an der Schulter angerempelt wurde. Erst als Noah sie in eine Seitengasse führte änderte sich das Bild schlagartig und sie sah sich ein wenig verwundert um. Doch ehe sie fragen konnte, öffnete ein alter Mann jene Tür an welche Noah geklopft hatte und ihr wurde klar, dass es wohl besser wäre sich ihre Fragen zu sparen.

So folgte sie ihm weiter und führte das Pferd in den kleinen Stall. Das Tier begann sofort damit das frische Heu aus einer Krippe zu fressen. „Na, da hat sich wohl noch jemand auf eine leckere Mahlzeit gefreut“ flüstere sie lächelnd zu dem Tier und blickte sich anschließend um, als sie einen Laut vernahm und dann die Frau mit dem kleinen Jungen in der Tür stehen sah. Irgendwie fühlte sie sich fehl am Platz, denn auch die vielen angespannten Blicke des Alten waren ihr nicht entgangen. So blieb sie neben dem Pferd stehen und streichelte diesem behutsam durch die Mähne, während es kauende Laute von sich gab.

#2842
viento2

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Die Dunkelhaarige machte den Mund auf als wolle sie sprechen, doch nach einem kurzen Blick auf die Gefährten schloss sie ihn wieder. Stattdessen wandte sie sich an den alten Mann und reichte ihm das Bündel.

"Ich habe hier die Anziehsachen, um die du mich gebeten hast, Vater."

Er trat vor und nahm sie ihr schnell ab.

"Danke mein Kind."

Zögerlich trat er zur Seite und schien zu überlegen, was er als nächstes tun sollte. Die Stimmung war angespannt und Noah kaute unruhig auf seiner Unterlippe. Mit einem Ruck drehte sich die Frau weg und verließ den Stall wieder, gefolgt von dem kleinen Jungen, der sich bemühte mit ihr Schritt zu halten. Noah löste seine Starre und legte dem Alten die Hand auf die Schulter.

"Danke für deine Hilfe. Sollten wir nicht wieder kommen, dann kannst du mit den Pferden machen, was du möchtest."

Er nahm ihm das Bündel ab. Der Alte nickte ihm zu und wandte sich dann zum Gehen. Ohne aufzuschauen, flüsterte Noah ihm zu: " Es tut mir leid...."
Dann waren die vier allein in dem Stall. Es war still bis auf das rhythmische Kauen der Pferde. Noah betrachtete stumm das Bündel in seiner Hand und legte es schließlich auf ein niedriges Holzregal und begutachtete die Sachen.

#2843
Aliens Crew

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Drakenot folgte den anderen durch das Gedränge der Stadt. Es war schon eine ganze Weile her, seit er das letzte Mal hier gewesen war, doch viel hatte sich nicht verändert. Es wurde zwar viel gebaut und einige Häuser waren durch die Kämpfe, die hier während der Verderbnis geführt worden waren, fast völlig zerstört worden, doch ansonsten deutete nichts daraufhin, dass diese Stadt und somit auch das ganze Land vor nicht allzu langer Zeit kurz vor dem Untergang standen. Es herrschten das ewige hin und her und derselbe dichte Verkehr wie vor diesem schrecklichen Krieg.
 
Der Alte sah sich ständig nach Anzeichen seiner Freunde um, konnte jedoch bisher keine Spur von ihnen ausmachen. Das würde er wohl erledigen müssen, wenn er etwas Zeit hatte und sich von den anderen abspalten konnte.
 
Dieser junge Bursche…wie hieß er gleich noch einmal? Noah? Ja, es war wohl Noah. Verdammt, wieso konnte er sich das nur so schlecht merken? Er hatte doch sonst nicht diese Probleme, sich Namen zu merken. Na ja, zumindest den seiner weiblichen Reisegefährten. Drakenot grinste bei seinen eigenen Gedanken.
 
Nun, zumindest führte sie dieser Noah zu einem Haus, was weder eine Taverne noch eine richtige Stallung war, wo Reisende gegen Entgelt ihre Pferde unterstellen konnten. Es schienen eher irgendwelche Bekannten des jungen Mannes zu sein, auch wenn die Situation ziemlich angespannt wirkte.
 
Der Alte beobachtete die ganze Szenerie ziemlich genau, während er sein Reittier von dessen Sattel und Zaumzeug befreite, um es anschließend mit Heu und Wasser zu versorgen. Erst nachdem der ältere Mann und seine Tochter den Stall verlassen hatten, trat er zu Noah.
„Sind das Freunde von Euch? Oder vielleicht sogar Familie?“ fragte der diesen mit einem etwas besorgt wirkenden Gesichtsausdruck. „Hattet Ihr mir nicht gesagt, dass niemand um Euch trauern würde, wenn Ihr im Kampf fallen solltet? Seid Ihr Euch sicher, dass diese Menschen hier das nicht tun werden?“
 
 

#2844
viento2

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Noah drückte dem Apotheker ein paar Anziehsachen in die Hand und schaute ihm unvermittelt ins Gesicht.

"Sie werden nicht um mich trauern. Das haben sie bereits hinter sich."

Dann drehte er sich weg und zog sich sein Hemd über den Kopf und entledigte sich seiner Hose. Kurz schaute er an sich herunter. Seine Wunden waren alle verheilt und auch von den blauen Flecken war nichts mehr zu sehen. Die Verletzung am Oberschenkel war nur noch als rötliche Narbe zu erkennen, die wahrscheinlich auch bald verblassen würde.
Warum konnten die inneren Wunden nicht so gut und so schnell verheilen wie die äußeren?
Er schlüpfte in eine zerschlissene Hose mit Löchern und ein filziges und abgetragenes Hemd. Die Lederstiefel behielt er an, da sie sowieso schon bessere Zeiten erlebt hatten. Er gürtete seine beiden Waffen wieder um und zog einen grauen Mantel darüber um sie zu verbergen.
Anschließend setzte er sich auf einen Strohballen und wartete mit dem Kopf in die Hände gestützt.

#2845
Kaysallie

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Allie beobachtete das weitere Geschehen, als sie schließlich von dem Pferd abließ und zu dem Bündel ging, welches die Frau gebracht hatte. Daraus nahm sie sich ebenfalls einige Kleidungsstücke, doch als sie sich diese genauer ansah, erkannte sie sofort, dass ihr die Sachen viel zu weit sein würden, was sie auch wenig verwunderte. Warum sollten diese Menschen auch Kleidungsstücke haben, die einer kleinen mageren Elfe passen würden? Daher ließ sie ihre Rüstung an und legte sich lediglich einen dunkelbraunen Mantel um, um diese zu verbergen. Währenddessen dachte sie über die Situation nach und schielte besorgt zu Noah hinüber. Allie verstand nicht recht, was genau er mit seinen Worten ausdrücken wollte, doch sie wollte auch nicht weiter nachfragen, da er nicht so aussah als würde er darüber reden wollen. Stattdessen nahm sie die restlichen Kleidungsstücke und reichte sie an Bella weiter.
„Ich bezweifel, dass Euch die Sachen besser als mir passen werden, aber vielleicht können wir die Ärmel ja ein wenig umkrempeln“, sagte sie in einem gedämpften Ton zu der Zwergin.

#2846
Bellandyrs

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"Ja, komisch ist das schon irgendwie" flüsterte Bella der Freundin zu. "Wenn das nicht seine Familie ist bin ich ein Qunari. Aber es geht uns nichts an, wenn er darüber erzählen will, wird er das sicherlich tun", fügte sie leise hinzu.
Sie nahm die Kleidung an sich und mußte sich ein Grinsen verkneifen. Allein das Hemd würde ihr bis zu den Kniekehlen gehen, die Hosen waren ohnehin viel zu lang, aber die Stiefel paßten und diese waren in besserem Zustand als die ihren. Trotzdem wollte sie das Hemd anziehen, die Ärmel etwas hochgekrempelt würde es gehen, sobald sie es um ein gutes Stück kürzte. Kurzerhand nahm sie ihren Dolch, schnitt eine kleine Kerbe in den Stoff und riß das Hemd an dieser Stelle entzwei. Zufrieden grinste sie.
"Na bitte, nichts einfacher als etwas zu kürzen. Auch wenn das Ende im Laufe der Zeit ausfransen wird, aber damit kann ich leben." Zufrieden schälte sie sich aus ihrem alten und verschmutzten Oberteil und zog sich statt dessen das gekürzte Hemd an, wo sie die Enden in ihre Hosen stopfte und die Ärmel hochkrempelte.
Der Umhang umspielte ihre Knöchel, aber das war egal. Es war angenehm, wieder frische Kleidung an sich zu haben.

#2847
Kaysallie

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Allie musste es sich verkneifen zu lachen. Irgendwie sah Bella ziemlich witzig aus in dem Hemd, aber sie verkniff sich einen Kommentar, denn die Stimmung schien hier ohnehin schon ziemlich gedrückt.

„Ich wünschte nur man könnte die Hemden so einfach enger machen, wie Ihr sie gerade gekürzt habt“, sagte sie stattdessen nur lächelnd, bevor sie sich von der Zwergin abwandte und zu Noah hinüberging, der weiter entfernt auf einem Strohballen saß.

Sie blieb knapp vor ihm stehen und musterte ihn ein wenig, bevor sie ihn ansprach: „Ich möchte Euch nicht hetzen, aber ich denke wir sollten nun weiter.“ Sie machte eine kurze Pause, bevor sie etwas unsicherer weitersprach. „Oder möchtet Ihr darüber reden?“

#2848
Bellandyrs

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"Na dann solltet Ihr kochendes Wasser drüberschütten" kommentierte Bella Allies Antwort. "Vielleicht schrumpft das dann ja?"
Die Freundin hatte sie jedoch nicht mehr gehört, da sie auf Noah zuging.

Sie hatte Recht, trödeln konnten sie sich nicht erlauben, die Zeit drängte. Bella seufzte, sie sehnte sich noch immer nach einem Bad und noch mehr nach einem Braten und einen frischen Humpen Bier. Aber das blieb ihr wohl vorerst noch verwehrt. Also gesellte sie sich zu Noah und den anderen dazu, blieb aber abwartend stehen.

#2849
viento2

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Noah seufzte.
"Zum Reden haben wir keine Zeit. Und es ist auch Vergangenheit, also nicht mehr von Bedeutung."

Er raffte sich auf und schaute seine Gefährten an. Sie waren bereit und es konnte los gehen. Er verstaute seine Rüstung, die er am Sattel befestigt hatte, in einer Ecke im Heu, so dass man sie vom Eingang aus nicht sehen konnte, dann tätschelte er seinem Braunen noch einmal den Hals, bevor er den Stall verließ.

Sie gingen den Weg, den sie gekommen waren, zurück und kamen an dem Alten vorbei, der in seiner Tür stand und ihnen nachschaute. Noah nickte ihm noch kurz zu und richtete den Blick dann wieder auf den Boden. Er konzentrierte sich darauf, den richtigen Weg zu finden. Zwar wusste er, wie er ins Gesindeviertel gelangte, jedoch war er sich nicht sicher, ob er auf Anhieb die Taverne finden würde.
Sie wandten sich vom Marktplatz aus direkt nach Süden und es dauerte nicht lange, bis sie das Tor, dass zum Gesindeviertel führte, erreichten. Eine Wache lehnte gelangweilt am Mauerwerk und kratzte sich mit dem Dolch den Dreck unter den Fingernägeln heraus. Der Mann schaute kurz auf, als die Gruppe ihn erreichte, und ließ sie unbehelligt passieren.
Schlagartig verwandelte sich das Bild, dass die Stadt ihnen bot. Auch hier hatte die Zerstörung ihre Narben hinterlassen, mit dem Unterschied, dass kaum eine davon wirklich beseitigt war. Die Häuser waren behelfsmäßig repariert und mit krummen und zum Teil angebrannten Brettern vernagelt. Die Ärmsten der Stadt hatten nicht viele Möglichkeiten, ihre Häuser auszubessern.

Noah führte die Gruppe Richtung Zentrum, von dem aus er sich mehr Orientierung erhoffte. Als sie um eine Hausecke bogen, kam ihnen eine Patrouillie entgegen. Sie zählten sieben Stadtwachen und waren allesamt vollbewaffnet. Als die Gruppe sie erreicht hatte, blieb eine der Wachen stehen und klappte das Visier hoch. Das narbige Gesicht einen jungen Mannes grinste ihnen entgegen. Er betrachtete Allie und fuhr sich demonstrativ mit der Zunge über die Lippen.

"Na Elfchen? Kommste grad von der Arbeit? Haste noch'n bissl Zeit fürn Prachtkerl wie mich?"

Er trat auf die Elfe zu und schob ihn einer eindeutigen Geste sein Becken vor und zurück, was in seiner Rüstung eher lächerlich aussah.

"So einen wie mich haste bestimmt noch nich beglücken dürfen. Na, was sagste? Lust auf nen geilen Ritt?"

Seine Kameraden waren stehen geblieben. Zwei davon johlten ihrem Kumpanen aufmunternd zu.

"Deine kleine Freundin bekommen wir auch sicher gut unter." er zog eine andere Wache neben sich und beugte sich vor. Atem, der nach Bier und altem Essen stank, schlug der Elfe entgegen, als er flüsterte.
"Mein Freund hier steht auf kleine Standgebläse, auch wenn ers nich zugeben will."

#2850
Kaysallie

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Allie war sich nicht so sicher ob sie Noahs Worten Glauben schenken konnte, denn sie hatte den Eindruck, dass seine Vergangenheit momentan das Einzige war, das ihm zu schaffen machte. Kurz musste sie an das denken, was in den letzten Wochen alles passiert war, doch sie schüttelte es schnell wieder zur Seite und folgte den anderen wortlos.

Ihre Blicke huschten über den Marktplatz, als sie daran vorbeigingen, und innerlich seufzte sie und sie hoffte darauf, dass sie noch Zeit haben würden sich diesen genauer anzusehen. Aber sie hatten eine Aufgabe zu erfüllen, welcher so etwas Sinnloses nicht im Weg stehen durfte.

Voller Entsetzen sah sie sich schließlich die schäbigen Hütten an in welchen scheinbar die Elfen der Stadt wohnten. Allie hatte schon viel über das Gesindeviertel gehört, denn ihre eigenen Erinnerungen daran waren viel zu verblasst, doch nun da sie es sah, stockte ihr regelrecht der Atem und ihr Herz verkrampfte sich bei dem Gedanken daran, dass Jule hier aufgewachsen war und sie nur Dank ihrer Magiebegabung diesem grauenvollen Schicksal entgehen konnte.

Sie war so schockiert von dem Anblick, dass sie auch die eine Wache erst wirklich realisierte, als diese vor ihr stand und mit einem dämlichen Grinsen irgendwelche eindeutigen Bewegungen machte. Allie flog die Kinnlade nach unten und sie starrte den Kerl ungläubig an, doch als er und ein weiterer vor ihr standen, das Visier zur Seite geklappt, und sie den Gestank von Bier und allen möglichen anderem Zeug vernehmen musste, wurde es ihr definitiv zu viel und sie spürte wie Wut in ihr hochkam. Was erlaubten sich diese schwanzgesteuerten Kerle eigentlich? War das Leben der Elfen hier nicht schon grauenhaft genug, dass man sich nun auch noch an ihnen vergehen musste? Und sollten sie nicht lieber ihrer Arbeit nachgehen anstatt sich am helllichten Tag volllaufen zu lassen? Was waren das hier nur für Zustände!

Ihre Hände hatten sich bereits zu Fäusten geballt, zitterten vor Zorn und verzweifelt versuchte sie zu verhindern auf diesen Abschaum loszugehen und starrte ihn daher einen kurzen Moment nur aus hasserfüllt glühenden Augen an. Doch die Wachen schienen das nicht wirklich zu bemerken, sondern lachten nur weiter, und als einer schließlich mit einem „Los komm mit Püppchen“ nach ihrem Oberarm greifen wollte, konnte sie sich nicht länger beherrschen und sie spürte wie die Hand des Hasses von ihr Besitz ergriff.

„auferre aura delumbo somara“, zischte sie ganz leise in einer Stimme, die nicht ihre eigene zu sein schien, während sich ihre Finger leicht verkrampft bewegten und ihr Blick starr auf die beiden Wachen vor ihr gerichtet war. Zeitgleich schnappten diese nach Luft und fassten sich an den Hals, als würden sie von einer unsichtbaren Hand gewürgt werden. Ihre Gesichter wurden blass, ihre Augen schienen immer weiter aus den Höhlen zu treten und Schweißperlen liefen ihnen über die Schläfen. Angst stand in ihren geweiteten Augen geschrieben, doch keiner von ihnen schien fähig wegzulaufen. Aus dem Hintergrund konnte sie nur den entsetzen Blick der dritten Wache spüren, die das ganze Schauspiel nun nicht mehr so komisch wie noch gerade eben fand, und ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen.

Doch ganz plötzlich schreckte Allie hoch und machte einen schnellen Schritt nach hinten, so dass die beiden kraftlos auf die Knie fielen und dort nach Luft rangen. Sie starrte einen Augenblick entgeistert auf die zwei, wobei sie realisierte was sie gerade getan hatte, bevor sie sich wortlos abwandte und eiligen Schrittes dem Weg folgte, welchen sie gerade nehmen wollten. Dabei kam sie an der dritten Wache vorbei, die ängstlich einen Schritt zur Seite wich als sie seinen Weg kreuzte und ihr völlig verwirrt nachblickte, ebenso wie der Rest der Patrouille der weiter entfernt stand.

Editado por Kaysallie, 02 agosto 2011 - 03:08 .