Aller au contenu

Photo

Die Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


  • Veuillez vous connecter pour répondre
2893 réponses à ce sujet

#2851
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
Bella trottete neben Allie her und war selber in Gedanken versunken. Was wollten sie nochmal im Gesinde-Viertel? War dort die Taverne, wo sie sich treffen sollten? Sie hatte das Gefühl, dass der Befehl von Avalos schon Jahre zurücklag. Aber Noah würde schon wissen, wo sie hin mußten.

Perplex blieb sie stehen, als sich die Stadtwache vor Allie aufbaute. Sowas kannte sie nun überhaupt nicht, sie war als Grauer Wächter immer respektvoll behandelt worden - zumindest zu Zeiten der Verderbnis. Was bildeten die Männer sich überhaupt ein, so mit ihrer Freundin zu reden?
Bella wollte sich gerade wutentbrannt einmischen, als die beiden plötzlich von Atemnot überfallen wurden. Die Zwergin sah, dass Allie die beiden mit starrem Blick fixierte und ihre Finger verkampft waren. Fragend hob Bella eine Augenbraue. Seit wann hatte Allie solche Zaubersprüche auf Lager? Gerade, als sie einschreiten wollte, damit Allie nicht an zwei Morden schuld sein würde, ließ die Freundin von den beiden ab, und die anderen machten respektvoll Platz.

Hocherhobenen Hauptes stolzierte Bella an den anderen vorbei und sagte:
"So geht man also heutzutage mit Grauen Wächtern um, undankbares Pack!"
Trotzdem mußte sie sich ein Lachen verkneifen. Diese Patrouillie würde sie nicht mehr behelligen.

Als sie ein gutes Stück daran vorbei waren, raunte sie Allie zu:
"Beim Erbauer, Allie, wie hast Du das denn gemacht? Aber danke Dir, denn als Standgebläse hätte ich sicher nicht hergehalten, es sei denn, er hätte Wert auf frische Eier gelegt... seine. Die hätte ich sogar noch selber zubereitet, gekocht oder in der Pfanne gebraten, ganz wie er wollte." Entrüstet über dieses Verhalten der Wachen schüttelte sie den Kopf und bemerkte nicht, dass sie die Freundin in der vertrauten Form ansprach.

Modifié par Bellandyrs, 10 août 2011 - 05:36 .


#2852
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
Allie blickte Bella verwirrt an. Einerseits, aufgrund dessen was gerade geschehen war, andererseits da diese sie in der vertrauten Form ansprach. Doch darauf würde sie später zu sprechen kommen. So bog sie schnell mit der Zwergin um die nächste Ecke in der Hoffnung, dass der Schockzustand der Wachen sie davon abhalten würde ihnen zu folgen.

„Das… das war nicht ich“, erwiderte sie leise und sah Bella aus glasigen Augen an. „Ich war wütend. Die Zustände unter denen mein Volk hier hausen muss sind das Letzte, und dann kommen auch noch irgendwelche geilen Kerle her und wollen sich an ihnen vergehen… und…“ Ihre Stimme zitterte und sie war den Tränen nahe. So hielt sie kurz inne und atmete einige Male mit geschlossenen Augen tief ein und aus um sich wieder zu beruhigen, was ihr auch einigermaßen gelang.

„Wisst Ihr, als ich noch im Turm gelebt habe, da habe ich mir oft gewünscht keine Elfe zu sein“, fuhr sie schließlich ruhig fort. „Immer wird man gehänselt weil man anders ist und anders aussieht. Spitzohr nennen sie einen, dabei könnte ich sie auch als Rundohr beschimpfen, oder? Aber nein, solche billigen Worte sind doch kein Vergleich zu dem was hier geschieht! Und ja, zum ersten Mal in meinem Leben bin ich wirklich froh darüber eine Elfe zu sein. Wer will schon einem Volk angehören, das ein anderes versklavt und wie Dreck behandelt!“

Sie atmete noch einmal einige Male tief ein und aus, als sie gemerkt hatte, dass der Zorn von vorhin wieder nach oben kommen wollte. So packte sie die Zwergin am Oberarm und zog sie mit sich um den Weg schnell fortsetzen zu können, wobei sie sich nervös nach den Stadtwachen umsah. Würden diese ihnen folgen? Oder war ihnen ihre wertvolle Zeit, die sie vielleicht in einem Lusthaus oder in einer Taverne mit einem Bierkrug in der Hand verbringen könnten, vielleicht doch zu schade? Zumindest sahen sie so aus als würden sie ihre Arbeit ohnehin nicht sehr ernst nehmen.

„Und was ‚ich‘ getan habe. Nun, es war ein Lähmungszauber der einem die Lunge und Kehle zuschnürt. Ein Zauber den ich eigentlich sonst nicht benutze, aber trotzdem habe ich mal gelernt, wie er funktioniert“, sagte sie während sie weiterging und lächelte die Zwergin schließlich zaghaft an. „Aber wie Ihr seine Eier zubereiten würdet hätte ich auch recht gerne gesehen.“

Modifié par Kaysallie, 11 août 2011 - 11:04 .


#2853
Aliens Crew

Aliens Crew
  • Members
  • 5 176 messages
Drakenot zuckte nur auf Noahs Erwiderung mit den Achseln. Anschließend nahm er sich von den Kleidungsstücken lediglich einen alten, grünen Wollumhang, der ihm halbwegs passte und den er sich sogleich über seinen Mantel zog. Den würde er mal wieder ordentlich waschen müssen, sobald sie ihr Ziel erreicht hatten. Doch jetzt galt es erst einmal diese Taverne zu finden.
 
Er lauschte noch dem Gespräch zwischen Bellandrys und Allie, sagte aber nichts weiter dazu. Stattdessen folgte er der Gruppe nur stillschweigend, als diese sich auf den Weg machte. Nachdenklich musterte er den Wiederaufbau der Stadt auf ihrer Route, so dass ihm erst gar nicht auffiel, dass die anderen plötzlich von einer Patrouille angehalten wurden. So kam es, dass er fast in Allie hineingelaufen wäre.
 
Die Soldaten fingen gleich an, die beiden Frauen anzupöbeln und ihnen unsittliche Angebote zu machen. Der Alte wollte sich gerade schon der Sache annehmen, als Allie die Männer mittels ihrer Zauberei auf den rechten Platz wies. Nachdem sich dann die Magierin und anschließend auch noch die Zwergin entfernt hatte, ging er mit einem Grinsen auf den Anführer der verdutzt schauenden Wachen zu und drückte diesem ein paar Goldmünzen in die Hand.
 
„Hier, geht damit in die nächste Schenke und nehmt einen großen Schluck Bier, um den Schock zu überwinden“, grinste er die Soldaten an. „Und überlegt es euch das nächste Mal besser vorher, bevor ihr nochmals eine Magierin schräg anquatscht. Das kann sehr leicht ins Auge gehen. Und kommt bitte nicht auf die Idee, uns zu folgen. Eurem Vorgesetzten Offizier dürfte es sich nicht gefallen, dass Ihr betrunken durch die Stadt rennt und harmlose Bürger anpöbelt. Hab’ sogar schon von Wachen gehört, die deswegen ausgepeitscht worden sind.“
 
Drakenot tätschelte fast schon fürsorglich die Schulter des Stadtwachensoldaten, bevor er an den Männern vorbeiging und umgehend den beiden Frauen folgte, die gerade um eine Ecke abgebogen waren. Als er diese ebenfalls erreichte, bekam er noch unweigerlich den letzten Rest derer Unterhaltung mit. Und schon setzten die beiden sich auch schon wieder in Bewegung.
 
„So wartet doch, Ihr beiden“, rief Drakenot den Frauen nach. „In meinem Alter ist man nicht mehr so schnell, also nehmt doch bitte etwas Rücksicht, ja?“
 
 

#2854
viento2

viento2
  • Members
  • 701 messages
Noah schaute die Soldaten noch kurz fassungslos an, bevor er hinter den anderen her eilte. Er trat an Allie heran uns legte ihr sacht die Hand auf die Schulter.

"Alles in Ordnung bei euch?" er klang ernsthaft besorgt.

"Ich bitte euch, seid vorsichtiger mit eurer Kunst. Hier in Denerim sind Magier eher Seltenheit und man wird bestimmt anfangen, zu reden. Selbst wenn die Soldaten ihren Mund halten, könnte man doch noch auf uns aufmerksam werden. Bitte wartet das nächste Mal ab, die Situation hätten wir auch anders lösen können."

Er sah die Elfe eindringlich an.

"Und jetzt lasst uns schnell weiter gehen, bevor sich noch mehr Leute unsere Gesichter merken."

Er behielt die Richtung, die die Frauen eingeschlagen hatten, bei und bog hinter einem verfallenen Haus erneut ab, um Platz zwischen die Gruppe und die Soldaten zu bringen. An der Straßenecke saß ein in Lumpen gehülltes Kind und spielte mit ein paar bunten Steinen im Staub. Noah bremste seinen Lauf und kniete sich vor das kleine Elfenmädchen hin.

"Hallo Kleine."

Das Mädchen schaute hoch und blickte Noah erstaunt an. Ihre Augen wurden noch größer, als sie schließlich hinter Noah schaute.

"Kannst du mir sagen, ob es hier in der Nähe eine Taverne mit dem Namen 'Grüner Drachen' gibt?"

Das Mädchen wandte den Kopf wieder Noah zu und glotzte einige Atemzüge weiter, bevor sie antwortete.

"Äh, ja mein Herr. Ihr seid auf dem richtigen Weg. Geht einfach diese Straße weiter entlang dann geht ihr direkt drauf zu. Es ist ein großes Haus mit schwarzem Dach." sie senkte den Kopf und deutete einen Knicks an.

Noah lächelte. "Vielen Dank, meine Kleine, du hast uns sehr geholfen."

Er kramte in seiner Tasche und drückte dem Mädchen ein paar Kupferstücke in die Hand, bevor er ihr kurz über den Kopf strich.

"Es wäre nett von dir, wenn du vergessen würdest, dass du uns getroffen hast, abgemacht?"

"Ja!" das Mädchen nickte eifrig und betrachtete das Geld in ihrer Hand. Dann schielte sie wieder hinter Noah.
"Herr, ist das ein Zwerg mit dem ihr reist? Ich habe noch nie einen Zwerg gesehen."

#2855
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
Bella hörte Allie aufmerksam zu, bevor sie tröstend auf ihre Schulter klopfte.
"Es sind nicht nur die Menschen, die andere Völker versklaven, Allie. Ich selber bin in der Stadt des Staubes aufgewachsen. Als kastenloser Zwerg ist man ein Nichts, noch weniger als hier die Elfen. Und man wird von den anderen auch wie der letzte Abschaum behandelt. Normalerweise wird man dort geboren, und vegetiert dort auch bis an sein Lebensende. Nur ich hatte das seltene Glück, dort heraus zu kommen. Dabei wurde ich aber zuerst komplett aus Orzammar verstossen, bevor ich als Heldin gefeiert zurück durfte, und nun sogar im nobelsten Viertel ein Anwesen mein Eigen nennen kann. Ihr habt es ja damals gesehen."

Sie lief beinahe in Noah hinein, weil sie so vertieft in ihre Ausführungen war. Irritiert blieb sie stehen und hörte ihm und dem Mädchen zu. Bella war ein wenig ungeduldig, immerhin hatten sie nicht Zeit bis zur nächsten Verderbnis, und die Fragerei des Kindes ging ihr momentan ziemlich auf die Nerven, obwohl sie Kinder normalerweise mochte.

"Nun, jetzt hast Du einen gesehen. Wie Du sicherlich bemerkt hast, haben wir auch nur eine Nase, einen Mund, zwei Augen und zwei Ohren. Wir sind halt ein wenig kleiner als die anderen Völker Fereldens."

An Noah gewandt fuhr sie fort: "Nun laßt uns weitergehen, wir sind ein wenig unter Zeitdruck, wenn ich mich nicht irre?"

#2856
viento2

viento2
  • Members
  • 701 messages
Noah war etwas überrascht über die sonst so sanftmütige Zwergin. Jedoch nickte er ihr zu und marschierte dann los in die gezeigte Richtung.
Schon bald kam die Gruppe an das beschriebene Haus mit dem schwarzen Dach. Abgesehen, von den dunkeln Ziegeln, die zum Teil recht ausbesserungswürdig waren, unterschied sich das Gebäude nicht von den restlichen Behausungen. Ein verblichenes Schild, das wohl einmal schwarz gewesen sein musste, trug die Überreste eines grünen Drachens und wies es aus Schänke aus.
Noah betrat das Haus ohne zu zögern. Er trat in den Schankraum und blickte sich unauffällig um.

#2857
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
Allies Wangen erröteten aufgrund von Scham, als Noah zu ihr sagte, sie solle vorsichtiger sein mit ihren Zaubern. Sie konnte selbst noch nicht so recht glauben, was sie gerade vorhin mit den Wachen angestellt hatte. Sie betete innerlich, dass ihr ein solcher Ausrutscher nicht noch einmal passieren würde. Dabei war es doch so einfach, sie dürfe sich nur nicht provozieren lassen, doch scheinbar war dies einfacher gesagt als getan.

Bellas Worte rissen sie jedoch aus ihren Gedanken. Die Zwergin hatte recht, überall auf dieser Welt schien es mehr schreckliche Dinge zu geben, als ein Einzelner beseitigen konnte. Ein leichtes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, als ihr die Idee kam, dass sie doch sobald die Sache mit der Dunklen Brut geklärt war, den Elfen hier in Denerim helfen könnte. Denn als sie das kleine Elfenmächdchen vor Freude strahlen sah, als Noah ihr ein paar wenige Kupferlinge in die Hand drückte, fühlte sie sich irgendwie mit diesem Ort verbunden.

Und schließlich wusste sie ohnehin nichts mit ihrer Zukunft anzufangen seitdem…

Sie schluckte den Gedanken hinunter, bevor sie dem Kind welches Bella verwirrt nachstarrte ein aufmunterndes Lächeln zuwarf, und den anderen weiter bis zu der Taverne folgte.

Dabei stieß sie der Zwergin leicht in die Seite. „Ihr habt das arme Ding ganz verschreckt. War das Absicht, damit sie nicht mehr so neugierig ist?“ grinste sie Bella an, bevor sie versuchte an Noah vorbei zu spähen, um das Innere der Taverne begutachten zu können, doch am ersten Blick konnte sie Avalos nirgendwo entdecken.

Modifié par Kaysallie, 30 août 2011 - 09:11 .


#2858
MagicBullet

MagicBullet
  • Members
  • 326 messages
Entschuldigt meine lange Abwesenheit - Hatte nen Hörsturz, Rollstuhl, Krankenhaus, Reha, das ganze Spiel. Deswegen auch meine lange Abwesenheit.
-----------------------------------------------------

Die schiefe Eingangstür knarrte lautstark, als sie sich öffnete.
Noah, Bella, Allie, auch der irre Apotheker, die ganze Schar.
Avalos lächelte katzenhaft, zog an seiner Pfeife und schickte einen Ring aus Rauch zu den verrußten Dachbalken.
Er hob träge die Hand und winkte sie zu sich heran.



"So sehen wir uns wieder, lange genug sind wir getrennt gewesen, meine Freunde."
Seine Gefährten ließen sich an den grobgezimmerten Bohlen des versifften Tischs nieder und begrüßten ihn - mal mehr, mal minder wohlwollend. Besonders der Apothekarius zog eine Miene, die eher an einen Biss in eine Zitrone erinnerte als alles andere.
In kurzen Zügen berichteten sie ihm was ihnen auf ihrer Reise widerfahren war.
"Aber jetzt zu euch, Avalos, erzählt uns was ihr herausgefunden habt!", verlangte Bellandrys, die kaum mit ihrer Nasenspitze über den Tisch ragte.

Avalos hob lachend die Hand, stopfte seine Pfeife neu und begann zu erzählen.
Vorallem die Ereignisse auf See, schienen seine Zuhörer zu schockieren, vorallem als er die ironisch-grotesken Steckbriefe aus seiner schäbigen Verkleidung holte.

"...Nachdem ich in Denerim war, besuchte ich eine alte Freundin, mit der ich alte Bande teile - Eine lange, wechselhafte Geschichte. Aber wie so oft, spricht sie in Rätseln. Aber manchmal ist ein Rätsel die Antwort auf ein Anderes, so wie in diesem Fall.
Ich denke, ich weiß jetzt worum es hier eigentlich geht."
Gespannte Stille breitete sich aus.

"Tatsächlich ist es eine Fehde, mit einer... sagen wir, mit einer alten Bekannten meinerseits.
Arlathan... Das legendäre Elfenreich. Unsterbliche Elfen, befreit von der Last des Alterns, Meister der Architektur, der Kunst, der Lyrik, der Magie, der Minnekunst. Eine unglaubliche kulturelle Fülle, die den Elfen innewohnten.
Dann kamen die Menschen, übers Meer. Und sogleich versank Arlathan in Blut und Feuer. Die Menschen kamen wie Heuschrecken und zerstörten alles, versklavten den Rest und erschufen ihre eigenen, heutzutage immer noch primitiven Herrschaftsgebiete.
Die Elfen wurden sterblich, verloren ihre Unschuld und ihre Äonen. Aber es gibt eine Handvoll Elfen, die noch heute das Erbe Arlathans insich tragen - die Letzten der Unsterblichen. Blutreine, wie sie sich selbst nennen. Sie alle wurden vergessen, selbst von der Zeit.
Aber eine von ihnen ist besessen vom Hass auf alles, auf die Schöpfung selbst. Sie will die alte Zeit zurück, in denen Elfen unsterblich und unbeschwert durch ihre Lustgärten wanderten.
Zum ersten Mal kreuzten sich unsere Wege vor ungefähr fünf, oder vielleicht auch sechshundert Jahren.
Wie heute auch, ging es um die umwitterten Runentafeln. Sie glaubte, dass die Runen der Schlüssel zur Wiedererstehung Arlathans seien. Sie rekrutierte im Geheimen Armeen - Leise und ohne Staub aufzuwirbeln. Über Jahre hinweg. Sie nennen sich selbst Scoriandron, elfisch. Man kann es ungefähr mit "Die, die auf Weisheit wandeln" übersetzen.
Aber wie wir an Hrotghar gesehen haben, gibt es keine feste Wirkung, keinen festen Bezug der Prophezeiung. Sie kann immer wieder neu ausgelegt werden, und ich persönlich zweifele nicht daran, dass richtig "gelesen" die Magie dieser Runen sogar die Macht hätte, Zeitgefüge zu verrücken und unendliches Chaos anzurichten."

Er zog nochmals an seiner Pfeife, bevor er fortfuhr.

"Sie glaubten, sie bräuchten einen Bezug zum alten Elfenreich, also wählten sie als Ort für ihre Auslegung einen heiligen Platz der alten Elfen. Dummerweise stand dort, mehrere tausend Jahre danach, eine Großstadt, vollgestopft mit Menschen, die überhaupt nichts von Elfen hielten, wie die alljährlichen Progrome blutig bewiesen.
Sie griff die Metropole mit ihren Scoriandron an, verwüstete sie und richtete ein Blutbad an. Letztendlich stellte ich sie zum Zweikampf auf dem Dach der örtlichen Kathedrale, nachdem ich als letzten Ausweg die Stadt einfach angezündet hatte. Als Kalkül, denn soviele aufständische Elfen hätten auch mich überrannt. Aber die, die das Inferno überlebt hatten, liefen, getrieben durch die Feuersbrunst, meiner Verbündeten direkt in die... Klauen."
Avalos lächelte böse und lachte kurz.

"Der Kampf auf dem Dach der Kathedrale hätte mich beinahe das Leben gekostet. Sie war in allen Belangen überlegen, ihre Magie, ihre Fechtkunst, ihre Rüstung. Mit einem Trick konnte ich mit Müh und Not die Runentafel zerstören. Als die Kathedrale unter unseren Füßen zusammenstürzte, dachte ich, dass die Trümmer sie erschlagen hatten. Offenbar nicht, was  betrüblich ist.

Ich bin offen erstaunt, dass sie so lange keinen erneuten Versuch unternommen hat. Aber jetzt scheint sie wohl erneut aus den Schatten zu treten, und einen anderen Ansatz zu verfolgen. Statt Arlathan neu zu erschaffen, will sie es zurückholen.
Zurück aus dem Nichts, und durch den Schleier.
Ihr wisst doch, was das bedeuten würde, nicht wahr Drakenot?

Der Apotheker war bleich geworden, sichtlich irritiert.

"Eine ganze Stadt, abertausende Tote, der Schleier würde wahrlich implodieren.
Aber um so etwas zu vollbringen, benötigt es magische Ressourcen, die noch nicht eine Unsterbliche Elfe generieren kann, noch nicht mal ein Heer aus tevinterschen Magisterlords."

Er warf einen schnellen Blick auf Bella.
"Erinnert euch, was euer Ahn getan hat , unwissentlich."

Bella strich sich über die Nase und triumphierte dann.
"Der Styx Lyrae! Sie will den Fluss aus Lyrium anzapfen? Aber wie? Müssen wir etwa zurück in die tiefen Wege?"

Avalos nickte unbestimmt mit dem Kopf.
"Der Styx Lyrae verläuft unterirdisch, zufällig genau unter Ostagar. Und dort will sie die Tafeln deuten, dort schlagen die Glocken Ostgards zum letzten Schlag, wenn sie die Welt ins Verderben stürzen wird."

#2859
viento2

viento2
  • Members
  • 701 messages
Erst als Avalos seine Rede beendet hatte, wurde Noah bewusst, dass er den Atem angehalten hatte. Nun stieß er ihn geräuschvoll aus und lehnte sich nach hinten an die abgewetzte Rückenlehne der Bank. Seine Gedanken kreisten um das, was er gerade erfahren hatte.

Es würde also nach Ostagar gehen. Noah hatte viel von dem Ort gehört, an dem König Cailan in der Schlacht gegen die Dunkle Brut gefallen war, doch ihn selbst hatte es bisher nicht dort hin getrieben. Und wenn er richtig verstanden hatte, dann stand ihnen eine mächtige Elfenmagierin gegenüber, die im ungünstigsten Fall eine riesige Armee um sich gescharrt hatte.
War sie nach so langer Zeit noch so mächtig wie vorher, oder hatte ihre Macht gar zugenommen?

Noah blickte stirnrunzelnd zum Schatten herüber. War Avalos ihr dieses Mal gewachsen? Er konnte nur hoffen, dass der Mann noch einen Trumpf in der Hand hatte.

#2860
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
Gebannt lauschte Allie den Worten von Avalos und ließ diese im Anschluss kurz in ihren Gedanken kreisen. Eine Elfe die ihre Unsterblichkeit behalten hat, und sich diese für den Rest ihres Volkes zurückwünscht… ihr altes Reich Arlathan wieder haben will. Irgendwie war das verständlich. Wer wollte schon ewig leben, wenn die anderen es nicht konnten? Ihr Blick glitt bei diesem Gedanken kurz über die Züge des Mannes auf der anderen Tischseite. Natürlich abgesehen von ihm.

Doch was hatte all das mit der Dunklen Brut auf sich? Allie sog hörbar Luft ein, und sie blickte direkt in die jadegrünen Augen ihres Gegenübers.

„Die Rune, Ihr habt doch eine davon bei der Dunklen Brut entdeckt? Bedeutet das, dass sie es geschafft hat die Dunkle Brut zu ihrem Vorteil zu nutzen? Sie auf ihre Seite zu schlagen? Ist das der Grund wieso sie trotz der beendeten Verderbnis noch umhergeistern?“ fragte Allie und fasste sich an die Stirn als ihr das mögliche Ausmaß der Dinge klar wurde. Wie gut, dass ihnen bereits etwas zu trinken gebracht wurde, und sie nun einen großzügigen Schluck aus dem Glas nehmen konnte.

„Und wie genau gedenkt Ihr sie in Ostagar aufzuhalten? Oder eher: Welche Rolle gedenkt Ihr uns dabei zu? Ich bezweifle dass es einfach sein wird, eine unsterbliche und mächtige Elfe, die Euch ja sogar Schwierigkeiten in der Vergangenheit bereitet hat, direkt bei der magischen Quelle, dem Lyriumfluss Styx Lyrae, zu stellen, wo sie dessen Macht gegen uns verwenden könnte. Und wenn sie es tatsächlich geschafft hat die Dunkle Brut auf ihre Seite zu stellen, dann werden wir mehr brauchen als zwei Menschen, zwei Graue Wächter und einen… naja Euch eben. Außerdem dauert eine Reise bis Ostagar Tage, also wann gedenkt Ihr überhaupt aufzubrechen? Wir wissen schließlich nicht, wo genau sie sich gerade befindet, oder? Und wird sie überhaupt dort zu finden sein, wenn sie nicht einmal alle dieser Runentafeln, oder Abschriften, in ihrer Macht hat? ... Ich würde gerne verstehen, was genau Ihr vorhabt“, fragte sie ernst weiter bevor sie endgültig schwieg, sich jedoch im Geiste weiterhin versuchte all das zusammenzureimen, und dabei nachdenklich auf die Tischplatte blickte.

#2861
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
Ausgerechnet Ostagar.... Bellas Gedanken schweiften kurzzeitig ab, die Erinnerung an eine Zeit überkam sie, die sie eigentlich vergessen wollte. In Ostagar wurde sie zum Grauen Wächter. In Ostagar sah sie das erste Mal dunkle Brut, war dabei als der König verraten wurde. Sie hatte mehr schlechte Erinnerungen an diesen Ort als gute. Und ausgerechnet dort sollte sich alles entscheiden, ihnen ein Kampf bevorstehen, dem der gegen den Erzdämon ein Kinderspiel war?

Sie runzelte die Stirn, leerte ihren Bierkrug auf einen Zug aus, rülpste leise hinter vorgehaltener Hand und meinte: "Ostagar also. Na eigentlich ist es ja egal, wo ich das Zeitliche segne, nicht wahr?" Sie seufzte und wartete, ob sich die anderen noch näher dazu äußern würden. Ihre Gedanken liefen auf Hochtouren und waren noch dabei, das Gehörte alles zu verarbeiten. Denn das, was Avalos da ihnen um die Ohren geworfen hatte, war harte Kost.

#2862
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
Sie wußte nicht, wie lange sie in ihren Gedanken vertieft war. Sekunden? Minuten? Stunden? Sie spürte, dass ihre Gefährten selber mit ihren Gedanken beschäftigt waren, versuchten, das gehörte zu verarbeiten. Bella gab dem Kellner mit einem Wink ihrer Hand ein Zeichen, er möge ihr noch Bier bringen, und auch der Krug war bald geleert.
Die Erwähnung ihres Ur-Ahns schleuderte sie gedanklich in eine Zeit zurück, die eigentlich noch nicht so lange her war, aber sovieles war passiert dass es Bella vorkam als lägen Äonen dazwischen. Sie erinnerte sich an den lustigen Abend in Amú Shar, auch wenn sie damals um Allie trauerten. Ihr Gedächtnis tat noch einen Satz zurück und landete in Orzammar, wo Jule, Lyna und Allie zu ihr gestossen waren, eine Blutmagierin einen Nervenzusammenbruch hatte... Tränen schossen Bella in die Augen, die sie schnell wegblinzelte. Mit welch positiver Einstellung und Neugier waren sie damals aufgebrochen. Und übrig waren nur noch sie und Allie, die beiden Wächter. Lyna war zum Glück am Leben, aber kampfunfähig. Dem Stein sei Dank, dass sich Noah und der Apotheker angeschlossen hatten, dennoch... Sie hatte Angst, dass die Gruppe in der Stimmung, wie sie war, nicht mehr den Zusammenhalt hatte wie einst. Konnten sie sich noch aufeinander verlassen, oder war jeder von ihnen so mit der Verarbeitung der Verluste beschäftigt, dass nichts anderes mehr zählte? Kameradschaft? Freundschaft? Füreinander da zu sein?

Sie blickte ihre Gefährten an. Drakenot hatte die Stirn gerunzelt. Allie stierte die Tischplatte an als würden dort Antworten auf ihre Fragen stehen. Aus Noahs Blick konnte sie Unsicherheit erkennen, als würde er sich fragen, ob der Schatten dem gewachsen war. Selbst Avalos hatte den Blick auf einen unbestimmten Fleck an der Wand gerichtet als würde er eine Strategie ausarbeiten. Und sie selber sass da und trauerte alten Zeiten hinterher, beinahe so als würde sie ohnehin nur noch der Schmerz um Therons Verlust sie am Leben erhalten. Wahrscheinlich war sie ohnehin schon tot, nur der Schmerz erinnerte sie daran, dass sie lebte. Und das Knurren ihres Magens.

Wieder winkte sie dem Kellner, sie wollte die Zeit noch nutzen und etwas essen, bevor es weiter ging. Lange hatten sie nicht Zeit, das war ihr vollkommen bewußt. Hungrig verschlang sie Brot und Käse, welches kurz darauf den Weg zum Tisch gefunden hatte und spülte das Essen mit einem weiteren Bier hinunter.

Danach ging es ihr etwas besser. Vor allem hatte sie Hummeln im Hintern. Sie konnte zwar gerne aufs Sterben verzichten, aber ihre Aufgabe erlaubte keine unnötigen Bummeleien.

"Avalos" sprach sie den Schatten an. "Gebt uns Eure Befehle, laßt uns heute noch ausruhen, Gifte auffüllen und unsere Ausrüstung erneuern. Die Rüstungen sind teilweise noch vom Blut des Kampfes besudelt, und auf dem Schiff war keine Gelegenheit Risse zu nähen. Und ohne anständige Rüstung gehe ich in keinen Kampf."
Ihr Kampfgeist war wieder erwacht. Und sei es nur, um Therons Tod tausendfach zu rächen, aber sie würde soviele der Feinde vernichten wie es nur möglich war.

Modifié par Bellandyrs, 16 novembre 2011 - 09:08 .


#2863
tantep

tantep
  • Members
  • 6 messages
bitte unbedingt weitermachen!!!

#2864
Aliens Crew

Aliens Crew
  • Members
  • 5 176 messages
Drakenot lauschte gespannt den Ausführungen Avalos‘ und rieb sich dabei das Kinn.
 
‚Eine unsterbliche Elfenmagierin also, die das alte Elfenreich neu entstehen lassen will‘, grübelte der Alte vor sich hin. ‚Lernen es diese durchgeknallten Magier eigentlich nie? Wie viele dieser Möchte-Gern-Götter müssen meine Brüder und ich eigentlich noch zur Strecke bringen, ehe diese Leute anfangen, ihre Fähigkeiten zum Wohl der Allgemeinheit einzusetzen? Und was treibt unseren allmächtigen Redenschwinger dazu an, ausgerechnet diese Größenwahnsinnige zu stoppen, wo von denen es doch noch so viele andere gibt? Oder geht es ihm dabei nur um das Ausschalten einer alten Rivalin? Hmm…da werde ich wohl mal meine Augen ganz weit offen halten müssen.‘
 
Durch Allies und Bellandrys‘ Worte wurde Drakenot aus seinen Gedanken gerissen, sah die beiden kurz an, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder Avalos zuwandte.
 
„Mit anderen Worten, wir müssen nun aufgrund Eurer Nachlässigkeit, die Ihr vor so vielen Jahrhunderten begannen habt, für Euch die Kohlen aus dem Feuer holen, richtig? Hättet Ihr damals nicht so schlampig gearbeitet, dann hätten wir das Problem heute also nicht und viele gute Leute hätten nicht sterben müssen, so wie es aussieht. Scheint so, als wäre Eure Arroganz und Überheblichkeit doch größer als Euer Können“, bemerkte der Alte mit einem verächtlichen Grinsen.
 
„Aber bitte. Lasst uns an Euren erquickenden Ideen teilhaben. Wie Allie es bereits sagte, wäre es nun an der Zeit, uns mitzuteilen, was genau Ihr nun vorhabt und wozu Ihr uns eigentlich benötigt. Ich hoffe, Ihr habt diesmal einen besseren Plan als damals. Euer letzter scheint ja nicht wirklich besonders erfolgreich gewesen zu sein.“
 
 
 

#2865
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
Bella verdrehte leicht genervt die Augen, als Drakenot seine Meinung äußerte.

"Mag sein, dass der Schatten damals nicht gut genug gearbeitet hat, wie Ihr sagtet. Aber ich vertraue ihm hier voll und ganz, schließlich liegt das ganze einige Jahrhunderte zurück, und Avalos dürfte in dieser Zeit auch stärker geworden sein und Erfahrung gesammelt haben", konterte sie giftig.
Etwas ruhiger fügte sie hinzu: "Dass dies ein Selbstmord-Kommando wird, ist uns allen klar. In den Marschen hatten wir eine Armee zur Verfügung. Hier... sind wir mehr oder weniger auf uns allein gestellt, so wie es aussieht. Ich werde trotzdem nicht aussteigen. Dennoch wäre im Moment für diejenigen der Zeitpunkt noch richtig, die ihr Leben hierfür nicht aufs Spiel setzen wollen."

Dann fixierte sie Avalos wieder mit ihrem Blick.

#2866
viento2

viento2
  • Members
  • 701 messages
Noah wurde von Bella und dem Alten aus seinen Gedanken gerissen.

Hatte Bella wirklich Recht? War Avalos der bevorstehenden Aufgabe gewachsen? Waren sie das alle? Wie sollte diese handvoll Leute sich einem so mächtigen Gegner gegenüber behaupten können?

"Ich werde mit euch ziehen, wie gehabt. An meiner Meinung hat sich nichts geändert. Eine andere Möglichkeit hab ich sowieso nicht mehr."

Traurig blickte er zu Bella. Sie hatte ebenfalls wie er so viel Verlust erfahren. Genauso wie die Elfe. War das wirklich alles, was das Leben ihnen zu bieten hatte?

Modifié par viento2, 20 novembre 2011 - 07:11 .


#2867
Saegenbrecher

Saegenbrecher
  • Members
  • 30 messages
Jemand hat das geklaut und auf seine Seite gemacht (hier):o

#2868
MagicBullet

MagicBullet
  • Members
  • 326 messages
Aufgrund einer Operation am linken Handgelenk (Knorpelrisse u. anderes) war ich jetzt lange Zeit außer Gefecht gesetzt. Nach erfolgreicher Amputa...äää Operation bin ich ab sofort wieder dabei.


Avalos schnaubte verächtlich.

"Sie war nie das Ziel. Es ging um Anderes, als diese verblendete Fanatikerin meinte, die Stadt zu massakrieren. Und als die Kathedrale unter unseren Füßen zusammenbrach, habe ich den Fall als erledigt betrachtet. Hunderte Tonnen Granit überlebt man einfach nicht so.
Wie auch immer. Ich war verwundet, erschöpft, und am Ende meiner Kräfte. Ich habe nach Wochen nochmals die Ruinen durchkämmt. Bis auf verbrannte Leichen, massakrierte Spitzohren und verbogene Rüstungsteile habe ich nichts gefunden. Nicht eine Spur, nicht einen Hinweis. Offenbar ist sie - auf welchem Wege auch immer - dem Inferno entkommen."

Er zog nochmals an seiner Pfeife, während einer Kienspan in den Pfeifenkopf drückte.

An diesem Tag, in dieser Nacht habe ich, beziehungsweise wir, eine komplette Armee vernichtet. Viel mehr kann man nicht verlangen.
Ich glaube, oder nehme es vielmehr an, dass man diese Elfe garnicht töten kann."

Drakenot wandte sich um und fixierte ihn, mit einem leicht besorgten, aber mit gutmütiger Hähme übertünchtem Blick.

"Es gibt gewisse.. Rituale. Übelste Blutmagie. Man bindet seine Seele an einen Gegenstand. Man stelle sich vor, man nehme einen Kieselstein, den man anschließend ins Meer wirft. Die Brandung zermahlt ihn irgendwann, und auf einmal hat man viele winzige Körnchen, jedes einzelne verbunden mit einer Seele. Ein unmögliches Unterfangen, jedes Korn zu zerstören.
Aber ich glaube eher, dass es etwas ist, dass garnicht fassbar zu sein scheint. Die mächtigsten Magier können sogar eine Seelenbindung mit einer Handlung, einer komplizierten Geste, einem Wort oder einem Gedanken, vielleicht auch ein spezifisches Ziel, eingehen.
Und genau das scheint der Fall zu sein. Die Fähigkeiten hat sie gewiss. Ob sie dafür ihre unsterbliche Seele verkettet, ist etwas Anderes. Das traue ich ihr nicht zu, aufgrund ihrer Zielsetzung.

Sie ist zu töten. Alles was blutet, kann man töten. Und das, ist das Ziel.
Und nebenbei, zu verhindern, dass der Schleier reißt und tausende untoter Elfen, ehemals unsterblicher Elfen in diese Welt einfällt."

Fast unmerklich trat eine verhüllte Gestalt zu Avalos. Er war in eine aschgraue, aus gehärtetem Leder gefertigte Rüstung. Am Interessanteste war aber der Gesichtsschutz. Die Augen waren tief verbogen im Schatten, während das Gesichtsfeld komplett von der Maske verdeckt wurde, die knapp unter den in Schatten liegenden Augen aufhörte.
Wortlos hielt er Avalos einen gesiegelten Umschlag entgegen, nickte knapp, und verschwand ebenso plötzlich wie er aufgetaucht war. Einfach verschwunden.

Ungläubige Blicke.

Avalos lachte leise.

"Schattenklinen sind leise, verstohlen, und absolut verschwiegen. Nicht so, wie diese unfähigen, trotteligen Krähen aus Antiva."
Nebenbei öffnete er den Umschlag, klappte ihn auseinander und warf einen Blick hinein.

"Wir gehorchen. Blut um Blut, Stahl um Stahl. Lasst die Klinge singen, wir sind im Schatten.
Ruft die Schatten, vergießt die Dunkelheit, und wir werden bei euch weilen.

Unterschrieben war die kurze Notiz nur mit einem fein ziselierten, verschnörkeltem "m".

Er hatte nicht laut vorgelesen. Bestimmte Dinge ließ er besser im Dunkeln. Vorallem, wer seine Mitstreiter waren. Die Gefährten würden es früh genug erfahren... Früh genug, um nicht sterben, spät genug, damit keine lästigen Fragen gestellt wurden.

Avalos blickte milde auf.
Das Sendschreiben, worauf ich schon gewartet habe. Frische Pferde stehen bereit. Auf einem Gehöft, ungefähr auf Hälfte des Weges nach Ostagar, liegt neue Ausrüstung bereit. Ihr habt von jetzt an vier Stunden bis zu Dämmerung, Dann reiten wir, und wenn wir die Gäule zu Tode schinden müssen."

#2869
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
Schon wieder zu Pferde. Das war ja klar, aber Bella schwor sich, sollte sie das ganze jemals überleben, lieber einen Bronto zu zähmen, als jemals wieder ihren Hintern auf einen Pferderücken zu schwingen. Wobei sie sich eingestand, dass ihr letztes Tier recht lieb war, auch nicht so furchtbar groß wie manch anderes dieser Tiergattung. Und immerhin hatte sie immer noch ein gepolstertes Hinterteil, sollte sie tatsächlich mal von so einem Ungetüm fallen, was der Erbauer zu verhüten hatte.

Vier Stunden hatten sie nur Zeit? Das war knapp, sie mußte dringend ihre Gifte auffüllen. Oder zählten diese auch zur genannten Ausrüstung, die Avalos erwähnte? Das Risiko wollte sie lieber nicht eingehen.

"In Ordnung, treffen wir uns dann wieder hier? Ich muß noch ein paar Besorgungen machen", antwortete sie, legte einige Silberlinge auf den Tisch und stand auf.

#2870
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
Skeptisch musterte Allie den Brief, welchen Avalos in Gedanken las. Ob darin tatsächlich nur geschrieben stand, dass neue Pferde für sie bereit standen? Der Text schien ein wenig länger zu sein… Doch im Prinzip war es egal, die wichtigste Information hatten sie erhalten, alles Weitere würde sich ohnehin zeigen, so wie immer. Allie verkniff sich daher weitere Fragen, da sie vier Stunden als relativ wenig Zeit einstufte, um sich in dieser Stadt die nötigen Sachen zu organisieren. Noch dazu, da sie sich hier nicht auskannte. Und so wie sich die Wachen von vorhin gezeigt hatten, waren diese Elfen gegenüber wohl alles andere als hilfsbereit.

„Ich würde gerne auf den Markt gehen, um meine Vorräte aufzustocken. Möchte mich jemand begleiten? Ich ziehe ungerne alleine durch diese… elfenhassende Stadt“, fragte Allie in die Runde während sie aufstand und sich ihre Tasche umhängte. Auch Bellas Frage war ihren Ohren nicht entgangen, doch sie glaubte so etwas wie ein Nicken als Antwort gesehen zu haben. Doch der Platz am anderen Ende des Tisches war von Schatten verhangen und es hätte ebenso ein Lichtspiel der wenigen tanzenden Kerzen sein können. Ihr war es einerlei. Einen anderen Treffpunkt würde sie wahrscheinlich genauso schlecht finden, wie diesen hier.

„Aber vier Stunden sind wenig Zeit, ich verstehe es, wenn jeder von euch seinen eigenen Wegen nachgehen möchte“, fügte sie nach einer kurzen Pause hinzu, da sie sich auf einmal dafür schämte, so hilflos zu sein. Sie war doch eine Magierin, ausgebildet für den Kampf und zur Heilung Verwundeter, und nun getraute sie sich nicht einmal mehr alleine durch eine fremde Stadt zu spazieren. Dabei waren Allie Städte doch sonst immer viel sympathischer gewesen, als diese grässlichen… Wälder.

Im Stehen leerte sie noch den letzten Rest ihres Getränks, der sich im Glas befand, ehe sie dieses wieder abstellte und sich sogleich umwandte, um die Taverne zu verlassen. Sie waren vorhin an dem Marktplatz vorbeigekommen, also würde sie eben genau diesen Weg wieder zurück nehmen. Und dabei würde sie einfach einen großen Bogen um alles machen, was in eine Stadtwachen-Rüstung gewickelt war.

Modifié par Kaysallie, 22 février 2012 - 03:24 .


#2871
Aliens Crew

Aliens Crew
  • Members
  • 5 176 messages
Der Dämon hatte sich also Verbündete besorgt. Das machte die ganze Sache wieder etwas komplizierter, aber auch interessanter. Für Drakenot stand damit fest, dass er auf jeden Fall die Hilfe seiner Brüder und Schwestern benötigen würde, falls dieser Avalos wirklich ein falsches Spiel spielen sollte. Somit wandte er sich auch an Allie, als diese nach Begleitern für ihren Stadtbesuch fragte.
 
„Es tut mir leid, werte Allie“, meinte er mit einem entschuldigenden Lächeln. „Aber ich habe noch dringende Angelegenheiten zu erledigen, ehe wir aufbrechen. Und aufgrund des engen Zeitfensters, werde ich wohl nicht in der Lage sein, Euch zu begleiten, wie sehr ich mir das auch wünsche. Also, gehabt Euch wohl. Wir treffen uns heute Abend wieder hier.“
 
Ohne auf eine Antwort zu warten, drehte sich der Alte um und machte sich auf den Weg nach draußen. Kaum hatte er die Straße betreten, zog er den grünen Umhang enger um seinen Körper und tauchte in den Strom der Bürger ein, welche sich auf dem Weg in beiden Richtungen durch die Stadt schlängelten.
 
Eine Weile ließ er sich durch die Straßen Denerims treiben und suchte nach den Zeichen. Die Mittelsmänner seines Ordens wechselten häufig ihren Standort und hinterließen dann nur einfache Spuren, die lediglich ihre Brüder und Schwestern deuten konnten. Eines dieser Zeichen entdeckte er nach einer Weile des Suchens. Es handelte sich dabei um eine grüne Tonfigur, welche sich auf dem Stand eines Händlers befand und mit dem ausgestreckten Arm auf ein Gebäude hinter eben diesem Kaufmann deutete. Drakenot blieb vor diesem Stand stehen und blickte dem Händler direkt in die Augen.
 
„Was kann ich für Euch tun, werter Herr?“ fragte dieser überfreundlich in gebrochenem fereldisch. „Kann ich Euch vielleicht für diese wundervolle Tonvase aus dem letzten Zeitalter begeistern? Ist wirklich ausgezeichnete Qualität und zudem noch sehr dekorativ.“
 
Der Alte warf einen recht auffälligen Blick auf die grüne Figur, sah dem Mann anschließend wieder in die Augen, bevor er das Gebäude hinter dem Mann fixierte. „Ich wollte mich nur ein wenig umsehen, guter Mann. Ich bin leider etwas in Eile.“
 
Der Händler verstand, was Drakenot meinte und nickte deshalb nur leicht. „Dann will ich Euch nicht länger aufhalten, guter Herr. Und ich wünsche Euch einen angenehmen Tag.“
 
Der Alte wandte sich daraufhin ab und begab sich schnellen Schrittes in die nächste Seitengasse. Er umrundete das Gebäude, welches augenscheinlich als derzeitiger Treffpunkt seiner Ordensbrüder diente, bevor er es schließlich durch den Hintereingang betrat.
 
Der Raum, in den er einen Fuß setzte, war mit allerlei Kisten, Fässern und anderen Behältnissen gefüllt, in denen offensichtlich Waren gelagert wurden. Es gab zudem keine Fenster, das einzige Licht wurde von mehreren Lampen an der Decke gespendet. Drakenot ging tiefer in das Lager hinein und ließ dabei die Tür ins Schloss fallen. Fast zeitgleich trat ein hochgewachsener Elf mit dunklen Haaren und einer langen Narbe unter seinem rechten Auge hinter einer der Kisten hervor und grinste den Alten breit an.
 
„Willkommen in Denerim, alter Freund“, begrüßte er Drakenot herzlich. „Wir haben uns lange nicht mehr gesehen.“
 
„Rikanneon!“ entgegnete der Angesprochene freudestrahlend, ging zu dem Elfen hinüber und nahm diesen in den Arm, wobei er mit seiner flachen Hand auf dessen Schulter klopfte. „Ich wusste nicht, dass du hier in Denerim jetzt das Sagen hat. Schön dich zu sehen.“
 
„Ja, die Zeiten ändern sich eben, du alter Tunichtgut. Aber was führt dich hierher? Oder bist du nur hier, um einen langjährigen Freund zu besuchen?“
 
„Leider nein, Rikanneon“, meinte der Alte etwas schwermütig. „Mein derzeitiger Auftrag hat mich in die Stadt verschlagen, und ich fürchte, ich werde deine Hilfe benötigen, um das Schlimmste zu verhindern.“
 
„Nun, dann komm rein und lass uns bei einem Krug Wein über alles reden“, grinste der Elf, während er mit einer unbedeutenden Handbewegung den beiden anderen Männern, die noch im Schatten lauerten zu verstehen gab, dass alles in Ordnung war.
 
„Ja, das sollten wir tun. Und dann müssen wir alle Leute zusammentrommeln, die wir erreichen können. Es gibt einiges zu tun.“
 
 
 

Modifié par Aliens Crew, 16 février 2012 - 06:28 .


#2872
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
"Wartet Allie", rief Bellandrys der Freundin nach. "Natürlich komme ich mit, ich muß meinen Gift-Vorrat auffüllen! Und auch wenn sich die Stadt ein wenig verändert hat, ein wenig kenne ich mich doch noch aus."

Sie hakte sich bei der Elfe ein und gemeinsam verließen sie die Wirtsstube.

#2873
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
„Wunderbar“, sagte Allie mit einem leichten Lächeln, ehe sie zusammen mit der Zwergin nach draußen ging. Dabei huschte jedoch ihr Blick noch einmal kurz zurück zu Avalos und Noah. Beide schienen in Gedanken versunken zu sein, doch bei Noah bereitete ihr das langsam Sorgen. Sie alle hatten viel verloren, und wenn sie daran zurückdachte, trieb es auch ihr Tränen in die Augen. Dennoch schaffte sie selbst es nach vorne zu schauen, so wie sie es ihr gesamtes Leben über getan hatte. Allie war schon immer davon überzeugt gewesen, dass jede Seele, die auf dieser Welt wandelte, einen Zweck zu erfüllen hatte. Jeder hatte sein Schicksal, und am Ende würde alles einen Sinn ergeben. Und erst wenn diese Sache erfüllt war, konnte man das Nichts erreichen und dort seinen Frieden finden, zusammen mit denen, die einen auf dieser Reise begleitet hatten. Aber der Frieden war nichts für die irdische Welt. Sie wurde ausgebildet, um zu kämpfen. Sie hatte verderbtes Blut getrunken, um sich an den Orden zu binden. Und sie würde diesen Dienst solange tun, wie es eben vorhergesehen war. Der Gedanke daran, dass sie vielleicht einmal zusammen mit einem Mann eine Familie gründen könnte, kam ihr so durchsichtig und unwirklich vor. Sie hatte diesen Weg nie wirklich in Erwägung gezogen.

Auch bei der Zwergin neben sich glaubte sie, dass diese sich an diese Pflicht klammerte. Doch bei Noah kam ihr das anders vor. Er hatte dieses Leben mit Jule wirklich greifbar vor sich gesehen, und nun stand er vor einem Trümmerhaufen. Jeder seiner Gesichtszüge strahlte diese tiefe Trauer über diesen Verlust aus, und das tat Allie furchtbar leid. Sie hasste es, wenn es Wunden gab, die selbst für eine Magierin, wie sie, unheilbar waren. Und irgendwie bedauerte sie es gerade, dass er sie nicht auf den Marktplatz begleitet hatte.

In diesen Gedanken versunken ging sie schweigsam neben Bella her. Erst als unzählige Gespräche ihre Ohren erreichten, bekam sie mit, dass sie bereits an dem Marktplatz angekommen waren. Allie beschloss Bella auch noch zu dem Alchemisten zu folgen. Sie brauchte zwar keine Gifte, aber Heil- und Lyriumtränke. Und auch wenn sie kaum miteinander redeten, so genoss sie deren Gesellschaft.

„Kennt Ihr jemanden, der es schafft eine Rüstung zu flicken in weniger als vier Stunden?“, fragte sie Bella schließlich, um die Schweigsamkeit zu brechen, als sie dieser zu dem Laden folgte.

Modifié par Kaysallie, 23 février 2012 - 04:46 .


#2874
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
Bella durchschritt mit Allie die Straßen Denerims als wäre sie erst gestern hier gewesen. Die Stadt hatte sich verändert, sie war nicht mehr so, wie die Zwergin diese in Erinnerung hatte. Und dennoch waren ihr die Wege vertraut, lediglich Gebäude hatten sich verändert. Teilweise waren sie noch zerstört, manche am Wiederaufbau, wieder andere bereits fertig. Überall herrschte reges Treiben, es wurde gefeilscht und geschrien, um die Aufmerksamkeit der Käufer auf sich zu lenken. Hier hatte jeder das beste Fleisch, den besten Wein, die besten Werkzeuge. Bella schmunzelte. Das hatte sich jedenfalls nicht verändert, das Gewusel war noch immer so wie vor der Verderbnis.

Zuvor war ihr das alles nicht aufgefallen, da war sie nur hinter Noah hergetrottet und hatte sich voll und ganz auf ihn verlassen. Sie war viel zu müde und ausgelaugt, um dabei genauer auf die Stadt zu achten. Aber nachdem sie sich in der Taverne gestärkt hatte, ging es ihr wieder besser, ihre Lebensgeister waren geweckt.

Sie war gerade dabei, verschiedenste Fläschchen zu begutachten, als sie von Allie aus ihren Gedanken gerissen wurde.
„Einen Rüstungsschmied?“ fragte sie nach und überlegte kurz. „Nun, ich weiß, wo ein hervorragender Meister dieser Zunft zu finden war, aber ob es ihn noch gibt, weiß ich nicht. Aber lasst mich hier schnell meine Gifte kaufen, dann schauen wir, ob es Master William noch gibt.“

Schnell tätigte sie ihre Einkäufe, wartete, bis ihre Freundin auch alle Lyriumtränke zusammen hatte und verließ dann mit ihr den Laden. Zielsicher führte sie Allie durch die Gassen der Stadt.

„Seht Ihr diese Taverne dort?“ fragte sie und deutete auf ein Schild. Darauf war ein flammendes Kreuz abgebildet. „Da war ich hin und wieder. Es ist gemütlich drin, der Wirt ein wenig brummig, aber sein Weib ist dafür mit Leib und Seele Wirtin, und das merkt man an der Kochkunst. Aber ansonsten ist es eine Spelunke, wo sich eher das normale Fußvolk trifft.“

Sie bogen noch zweimal ab, bevor sie vor dem Rüstungsschmied standen. Quietschend öffnete sie die Tür und trat an den Tresen, hinter dem ein junger Bursche stand.

„Seid gegrüßt, junger Mann. Ist denn Master William zu sprechen?“ erkundigte sich Bella höflich.

Sie musste jedoch auf keine Antwort des Jungen warten, denn man hörte von der Werkstatt eine durchdringende Stimme, deren Tonlage aber recht hoch angesiedelt war.

„Ist jemand gekommen, Maximilian?“ Auch diese Antwort wurde dem Buben erspart, denn der Besitzer der Stimme trat durch den Türrahmen und zog dabei seinen Kopf leicht ein, um ihn sich nicht zu stoßen. Vor ihnen stand ein, für Bellas Verhältnisse zumindest, riesiger Mann. Auf dessen Stirn waren Schweißperlen zu sehen, die Haare waren raspelkurz und feuerrot, dafür hatte er einen gezwirbelten Schnauzbart. Die hohe Stimme paßte überhaupt nicht zu dem Hünen von Mann, der vor ihnen stand.

„Hol mich der Erzdämon, wenn das nicht meine alte Freundin Bellandrys ist“, lachte der Mann hell auf. „Was führt Euch denn in meine erbärmliche Hütte?“ Er schritt auf Bella zu und klopfte ihr mit einer Wucht auf die Schulter, dass sie in die Knie ging.

„Master William“, grüßte Bella jedoch sofort freudig zurück. „Schön, Euch unversehrt zu sehen. Wie laufen die Geschäfte? Jetzt, wo die Verderbnis vorbei ist?“

„Hach“, seufzte der Angesprochene. „Manchmal wünsche ich sie mir zurück, da gab es wenigstens noch zu tun. Heute kann ich Pferden die Hufe beschlagen, um meine Familie noch zu ernähren. Aber keine Menschenseele lässt sich noch Rüstungen anfertigen oder reparieren. Eine Schande ist das! Jene aus Vulkangold werden eingeschmolzen, um der Turmspitze der Kirche ein neues Kleid zu verpassen.“ Hastig nahm er die Hand vor den Mund. „Das dürfte ich nicht sagen, ich danke Andraste und dem Erbauer jeden Tag, dass meine Familie verschont wurde. Aber trotzdem ist es jammerschade. Den Göttern sollte es doch egal sein, ob die Gläubigen nun in einer Kirche sitzen, von der das Dach vergoldet ist. Sie sehen es ohnehin nicht, oder?“ Verlegen räusperte er sich. „Aber nun zu Euch, was verschlägt Euch hierher? Ich dachte eigentlich, dass Ihr zurück in Eure Heimat kehrt, dort dürftet Ihr als Heldin gelten.“

„Dort war ich auch, verehrter Master William. Aber das Schicksal hat mich in weitere Kämpfe verwickelt, und ich bin nur auf der Durchreise. Das hier“, sie zog Allie an der Hand nach vorne, „das ist Allie. Sie ist auch ein Grauer Wächter, genau wie ich, und wir kämpfen im Moment gemeinsam. Wir waren in den Freien Marschen, dort sammelt sich die Dunkle Brut in Massen. Ich weiß nicht, was sie aus den Tiefen Wegen verscheucht.“ Bella schüttelte den Kopf. „Aber das braucht Euch ohnehin nicht interessieren, Master William. Derzeit seid Ihr hier in Denerim auf jeden Fall sicher. Aber könntet Ihr vielleicht unsere Rüstungen innerhalb kurzer Zeit reparieren? Und mit kurzer Zeit meine ich innerhalb weniger Stunden?“

Das Gesicht des Mannes verzog sich zu einem Lachen. „Natürlich kann ich, gebt her das Teil, das ist doch kein Problem! Kommt in zwei Stunden wieder her, dann bin ich fertig. Ist das so in Ordnung?“ fragte er Allie.

Modifié par Bellandyrs, 23 mai 2012 - 05:46 .


#2875
MagicBullet

MagicBullet
  • Members
  • 326 messages
Seine Gefährten verabschiedeten sich, um ihre Besorgungen zu machen. Avalos verließ ebenfalls die schäbige Taverne, warf ein paar Münzen auf den grob gezimmerten Tisch und wandt sich gen Tür.

Das Sonnenlicht wärmte sein Gesicht, und für einige wenige Augenblicke schloss er die Augen, um die wohlige Wärme zu genießen. Aber nicht für lange.

Er wandte sich zum Hafen, drehte einige Runden um die Piers um sicherzustellen, dass niemand ihm folgte. Ihm war klar, dass Drakenot sich ebenso Verstärkung besorgen würde. Speichellecker, Idioten und Träumer eines angeblichen Geheimbundes. Aber trotzdem... gefährlich. Möglicherweise. Aber er würde Vorkehrungen treffen. Womöglich ließe sich daraus sogar ein Vorteil ziehen, sie für ihn kämpfen zu lassen. Alles eine Frage der Manipulation. Sollte Drakenot ihm wirklich nach dem Leben trachten, dann würde er bestimmt keine Laien auf ihn hetzen. Er musste vorsichtig sein. Dankenswerterweise gab es noch die Schattenklingen. In ihren Reihen gab es alles, was man sich wünschen könnte. Dämonenkiller, ehemalige Soldaten, Assassinen, abgefallene Templer und Magier. Sie alle waren verbunden, vereint im Schatten. Und Avalos war einer der Ihren, umunschränkt.
Sie schuldeten im Treue, im Namen eines Paktes, der schon seit Jahrzehnten nur noch Mysterium war. Aber denno existent, aus Blut, Stahl und tiefstem Zwielicht geschmiedet.
Und diese Treue forderte er ein, unerbittlich.
Wenn es zum Kampf kam, dann war es gut, noch ein Ass im Ärmel zu haben.

Und wenn nicht gegen eine unsterbliche Elfe, dann gegen diesen durchgedrehten Apothekarius.

Die Zeit brachte die Dämmerung, und als die Sonne sich dem Horizont näherte, bestiegen sie Ihre Pferde. In Bellandrys Gepäck klimperte es verdächtig, Fläschchen und Tiegelchen, gefüllt mit Giften aller Art.
Ally so schweigsam wie immer, Drakenot fröhlich am plappern, wie gewohnt. Nur ein Glänzen in seinen Augen, sein siegesbewußtes Lächeln, wann immer er in Richtung Avalos sah, war mehr als besorgniserregend.

Die Sonne ging...
Der Mond kam...

Und im Schatten der rauschenden Kronen sah Avalos eine einzelne Gestalt, in einer graumellierten Lederrüstung. Beim nächsten Blinzeln war er weg.
Sie waren aufgebrochen. Schneller, als die Reflexionen auf einem stählernen Dolch, bevor er durchs Fleisch fährt.
Sie würden da sein. Sie würden bereit sein.
Und das, gab ihm die nötige Zuversicht, diesen Kampf zu gewinnen. Zu töten, um des Zeitalters willen.

Und wer wußte schon, was sie wirklich erwarten würde.
Aber diesmal würde er sie stellen, und sie töten. Endgültig.
Sein Lächeln verschwand in der unsäglichen Dunkelheit seiner Kapuze.