Inzwischen hatte sie sich wieder aufgerichtet und war einige Schritte zurück gegangen, sodass sie nicht direkt neben dem Abgrund saß. Sie blickte auf die andere Seite der Brücke und sah wie die anderen ihre Chance nutzten und das Richtige taten, indem sie weiterzogen.
Allie wusste, dass ihr Ende nur noch ein paar Minuten von ihr entfernt war, und sie wollte bei Andraste nicht, dass ihre Gefährten es mit ansehen mussten. Daher war sie erleichtert, als sie sah wie sie in einer dunklen Höhle an der anderen Seite verschwanden. Im Hintergrund hörte sie noch immer wie die dunkle Brut gegen das Tor rammte, und spürte wie die Erde bei jedem Aufschlag bebte. Sie stand nun fester am Boden, und verlagerte ihr Gewicht so, dass sie nicht noch einmal umfallen würde. Dann blickte sie auf den Boden, wo ihre Haarnadeln lagen. Sie dachte sich nur 'Jetzt ist nicht der Zeitpunkt um eitel zu sein.' Sie hoffte nur, dass ihre beiden langen hellbraunen hüftlangen Zöpfe sie nicht im Kampf behindern würden. Dann blickte sie ihre Hand an, und sah wie diese leicht zitterte. Sie ballte sie zu einer Faust, um das zittern zu unterdrücken. Sie hatte keine Angst vor dem Tod, den diesen wollte sie schon vor langer Zeit besiegeln, doch bei dem Gedanken an diese Kreaturen, kam ihr trotzdem immer wieder das schaudern.
Dann legte sie ihre schwere Tasche ab, und nahm einige Lyriumtränke heraus. Sie hatte fest vor, diese Monster solange wie möglich aufzuhalten um den anderen Zeit zu verschaffen, und sie wollte so viele wie möglich von ihnen mit in den Tod reißen. Danach trank sie noch ein paar Schlücke von dem Wasser, das sie dabei hatte, da ihr Hals komplett trocken war.
Sie blickte auf das Tor, dass bei jedem Aufschlag so aussah als würde es jeden Moment einreißen. Dann blickte sie nach oben. Es viel ab und zu Asche von oben herab, und es sah fast so aus als würde es schneien. Doch die Lava dampfte und feiner Rauch stieg empor.
Allie blickte auf ihre Tasche. Sie konnte nicht anders. Sie griff hinein und holte eine getrocknete rote Rose heraus. Sie trug diese immer bei sich. Einige der Blütenblätter waren bereits abgefallen, doch das störte Allie nicht. Sie hielt die Rose so fest, dass die Dornen in das Fleisch ihrer Hand rammten und aus der Faust in der sie die Rose hielt, leicht Blut heraustropfte. Doch sie spürte keinen Schmerz. Die Rose war ein Geschenk von ihrem Geliebten gewesen, welcher sie im Kampf verteidigte und dabei sein Leben gab. Sie blickte die Rose mit festem Blick an. Wieder zitterten ihre Hände und sie musste an ein Lied denken, welches sie immer vor sich her sang, wenn sie sich alleine fühlte oder Angst hatte. Sie schloss ihre Augen, und begann es mit trauriger zittriger Stimme vor sich her zu singen, bei jedem Aufschlag auf das Tor riss es sie, doch sie unterbrach nie das Lied:
"Wind der mein Herz liebkosend ertränkt,
für immer in Euren gießenden Worten.
Wolken so hoch wie wenn Ihr Eure Stimme erhebt,
in eine ungewisse Zukunft.
Mond der all meine Ängste widerspiegelt,
Ungewissheit, zögern.
Sterne fallen herab wie die Tränen an meinen Wangen,
für immer fallend auf den Erdboden.
Wind der anhält als die Worte überschwemmen,
Abbildungen süßer Illusionen.
Die Wolken brechen auseinander wie eine sanft entfernte Stimme,
eine Rahmung der zerbrochenen Zukunft.
Mond der all meine Liebe widerspiegelt,
für immer fließend in das Unbekannte.
Sterne fallen herab, gut erkennbar für die Welt,
So wie meine Tränen, die für Euch fallen.
Oh wie schön,
ich kann bald bei Euch sein,
So wie wenn wir Hand in Hand gehen,
Wonach ich mich sehne?
Niemals entfernt von Euch und immer in Euren Armen,
um Euer Gesicht zu sehen,
um Eure sanfte Umarmung zu spüren,
um Euer Herz zu hören,
Euer Körper nah an meinem,
in diesen verwirrenden Nächten,
werde ich von Euch träumen.
Der Morgen schmilzt davon,
und ich träume von Euch."
Eine einzige Träne lief dabei über ihre Wange und tropfte dann auf den heißen kahlen Boden, wo sie sofort verdampfte. Danach riss sie ihre Augen auf, und schleuderte die Rose in die Lava. Als die Rose langsam hinab fiel, verlor sie weitere Blütenblätter. Die Lava verschluckte sie und nur eine kleine Rauchwolke stieg empor.
Allie atmete einmal Tief ein und aus drehte sich dann um und stand 10 Meter weit von dem Tor entfernt. Sie war wütend, wenn sie an die vernarbten dreckigen grünen Gesichter dieser hässlichen Kreaturen dachte. Sie nahm ihren blutbefleckten Stab in die rechte Hand, stellte sich in Kampfstellung und wartete darauf, dass sie Tür kurz vorm nachgeben war.
Einige Stücke brachen aus hier heraus, und das war das Zeichen für Allie, nun etwas zu tun, was ihr viel Kraft kosten würde, jedoch war dies die einzige Möglichkeit diese Biester für einige Zeit von sich fern zu halten. Sie musste all ihre stärksten Zauber so schnell wie möglich hintereinander wirken.
Erst zauberte sie ein Siegel des Rückstoßes direkt unter das Tor. Danach wirkte sie einen Schneesturm, einen Sturm und ein Inferno, direkt hintereinander. Dazwischen trank sie jeweils einen Lyriumtrank. Und zu guter Letzt, wirke sie noch ein Erdbeben, was den Einsturz des Tors beschleunigen würde, damit die dunkle Brut direkt in all ihre gewirkten Zauber hineinstürmen würde, bevor diese wieder verschwanden. Die Stürme tobten und versperrten jede klare Sicht hinter das Tor. Der Boden bebte und das Tor fiel. Allie konnte hinter den Stürmen nur erkennen, wie all diese Monster direkt hineinliefen. Einige fielen sofort um und blieben liegen, andere versuchten sich aufzurichten, doch das Erdbeben lies es nicht zu. Die Bogenschützen feuerten in Allies Richtung, doch der Schneesturm versperrte ihnen die Sicht, sodass sie Pfeile an Allie vorbeiflogen.
Allie wusste dass sie nicht viel Zeit hatte, denn diese Zauber würden nicht ewig halten.
Dann plötzlich stürmte ein riesiger Oger durch die Stürme. Er widerstand all die Zauber und brülle als er Allie vor sich sah. Allie wollte gerade einen Zauber wirken, doch der Oger war so wütend, dass er schnell auf sie zulief und sie mit seinen riesigen Händen wie eine kleine Puppe hochhob und anbrüllte. Sie hatte Glück, dass er nicht zu fest zupackte und sie dabei zerquetschte, jedoch war es fest genug um Blutergüsse davon zu bekommen. Scheinbar wollte er nur erstmals nur zeigen, wie stark er war. Allie wollte sich bereifen, doch Ihre Arme waren nicht frei, sodass sie keinen Zauber wirken konnte. Sie strampelte mit den Beinen umher. Der Oger hielt sie, zu seinem Pech, soweit ober sich, dass Allie ihre Chance nutzte. Sie trug noch immer die Bergeisen Stiefel, und rammte dem Oger damit direkt in die Augen. Er brüllte und lies Allie fallen. Sie fiel auf den Boden und der Oger taumelte wild umher. Sie musste kurz an die Worte von Avalos denken, wie sie gegen einen Oger vorgehen sollten, doch sie hatte leider keine andere Waffe bei Hand außer ihres Stabes. Sie hob sich auf und lief auf die Bestie zu. Dann rammte sie ihm so fest sie konnte ihren Stab mit der spitzen Unterseite direkt in den Bauch. Blut spritze aus ihm heraus, und der Stab durchbohr ihn so, dass er auf der anderen Seite wieder heraus sah. Allie lief auf die Seite. Der Oger taumelte weiterhin wild umher und versuchte sich blind den Stab aus dem Bauch zu ziehen. Dabei näherte er sich der Klippe, rutschte ab und viel in die Tiefe direkt in die Lava wo er schreiend verbrannte.
Allie schnaufte, die hatte kaum noch Lyrium zur Verfügung und die mächtigen Zauber so wie der Kampf gegen den Oger haben ihr bereits die meiste ihrer Kraft gekostet.
Als sie dem Oger hinterher blickte, spürte sie plötzlich einen stechenden Schmerz in ihrem linken Schulterblatt. Sie schrie laut auf, und griff sich sofort mit der rechten Hand auf die Schulter. Es war ein dreckiger Pfeil. Blut verbreitete sich rund um die Wunde und ihre Magie-Gewandung saugte es direkt auf. Sie blickte auf das Tor und sah wie ihre Zauber nach ließen. Sie wollte sich den Pfeil herausziehen, um die Wunde mit einem Heilzauber zu heilen, doch sie schauderte. Ihr Stab steckte noch immer in dem Oger, welcher bereits in der Lava sein Ende fand. Sie war ohne ihres Stabes nahezu machtlos. Dann ein weiterer Schmerz direkt in ihren Oberschenkel. Wieder ein Pfeil der dunklen Brut. Sie fiel zu Boden auf die Knie als er sie traf. Ihr Atem war inzwischen schwer und sie blickte mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden. Als sie am Boden blickte, und sich mit der Hand abstützte, sah sie wieder den Ring, den Avalos ihr gegeben hatte. Sie musste an seine Worte denken:
"Dieser Ring ist ein Kraftreservoir, eine Quelle magischer Energie. Zapft es an, wenn ihr verzagt oder meint, seine Kraft zu brauchen.
In Zeiten größter Not, könnt ihr seine Kraft auf einen Schlag freisetzen, und damit alleine durch die ungebundene magische Schockwelle dutzende Feinde töten. Wenn ihr der Magie Gestalt gebt, in Form einer Feuerwalze oder ein Wand aus Elektrizität, potenziert sich dieser Faktor natürlich. Aber bedenkt, nur in Zeiten größter Not. Es würde den Ring vernichten. Er würde einfach schmelzen, und das flüssige Metall würde eure Hand in rauchende Asche verwandeln. Bedenkt, was ihr zu tun bereit seid."
Sie blickte nach links zum Tor. All ihre Zauber waren in diesem Moment verschwunden. Einige der Hurlocks und Genlocks blieben bereits tot am Boden liegen. Doch die hintere Welle stürmte das Tor und lief auf Allie zu. Sie sprach stöhnend ein letztes Mal einen Vers, und zauberte eine Kältekägel auf die Genlocks die bereits fast vor ihr waren, dann setzte sie die Macht des Ringes frei. Sie spürte wie er sich in ihre Haut einbrannte und musste schreien. Sie sah nur noch wie einige der Monster einfroren und umfielen. Dann gab ihre Kraft nach, die Schmerzen der beiden Pfeile waren zu stark und auch der letzte Zauber und das freisetzten der Macht des Ringes kosteten ihr zu viel Kraft und sie fiel mit dem Kopf zu Boden. Das letzte, dass sie spürte war, wie ihr Geist durch das Nichts flog und Andraste sie mit ihren göttlichen Händen auffing.
Wie viele von der dunklen Brut beim Einsatz des Ringes starben weiß wohl nur der Erbauer selbst. Doch der Rest von ihnen war bestimmt wütend darüber, dass sie nun einen anderen Weg durch die tiefen Wege finden mussten.