Ripper starrte weiter in den dunklen Wald.
Aufeinmal bemerkte er zwei helle Punkte in der Dunkelheit.
Dann ertönte ein seltsames knurren.
Wie es aussah schien ihn jemand zu beobachten.
Ripper verharrte weiter in der Dunkelheit bis das seltsame knurren und die funkelnden Augen langsam von der Schwärze verschlungen wurden.
Er dachte sich seinen Teil und rührte sich wieder.
Anscheinend schien er nicht ganz alleine hier im dunklen Wald zu sein.
Das Gefühl beobachtet zu werden lies nicht nach...im gegenteil...es wurde stärker.
Doch Ripper machte sich nichts daraus...solang ihn das Etwas...in ruhe lies.
Ripper betrachtete weiter das Lager der Elfen.
Er versuchte Spuren aus zu machen...in welche Richtung sie vielleicht weiter gereist waren.
Nur leider waren die Elfen nicht sonderlich...mhm...schwer...sonder eher schlank und grazil.
Und so hinterließen sie nicht gerade Spuren die man leicht erkennen würde.
Allerdings fiel ihm auf das die Waldbeeren auf dem Boden an einer Stelle ziemlich platt gedrückt waren...nämlich welche in richtung Nord-Westen lagen.
Da das die deutlichste Spur war die Ripper erkennen konnte...beschloss er sich in diese Richtung auf zu machen.
Er wusste nur das von hier aus im Nord-Westen der Turm des Zirkels und etwas weiter in den Frostgipfel Bergen...Orzammar lag.
Zum ersteren wollte er nur ungern hin...doch das war vermutlich die erste und einzige Anlaufstelle von hier und vielleicht hat dort jemand seinen Hund beziehungsweise die Elfen gesehen.
Von dort aus würde er sich dann auf den Weg nach Orzammar machen.
Den dort musste er eh hin...um seine Rüstung zu reparieren.
Wo anders würde wohl keine Schmiede diese Rüstung wieder auf vordermann bringen.
Er gähnte laut und streckte sich...bevor er in im schwarzen Wald verschwand.
Ripper mochte die Nacht...und deshalb blieb er auch oft bis tief in diese hinein auf.
Er fühlte sich wohl hier im dunklen Wald...der angenehme Nachtwind der um seine Nase wehte...das rauschen der Blätter...die Tiere die nachts auf Jagd gingen...die funkelnden Sterne...dieses beruhigende...und der Mond der ihn stets zu verfolgen schien.
Außerdem fühlte er sich in den Dunkelheit sicher und geborgen.
Nach einiger zeit Marsch wurde der Wald immer dichter und der Weg vor ihm immer schmaler.
Um so weiter er ging um so stummer wurde es im Wald.
Es waren keine Tiere mehr zu hören...der Wind lies nach und verwandelte sich in einen nebligen Schleier. Ripper kam es irgendwie seltsam vor...aber es störte ihn nicht weiter.
Aufeinmal kroch ihm ein süßlich, fauliger Geruch in die Nase.
Ripper blieb still stehen...irgendetwas stimmte hier nicht.
Plötzlich stach ein starker Schmerz durch seinen Kopf.
Er versuchte ihn zu ignorieren...doch es lies nicht nach.
Ripper hatte so etwas seit...
Nein...das konnte nicht sein.
Er unterdrückte es und ging zügig weiter.
Der Nebel wurde immer dichter und der Gestank immer stärker.
Ripper konnte nicht mehr viel erkennen und musste aufpassen das er nicht über irgendwelche Wurzeln stolperte.
Nebel war hier im Wald nichts ungewöhnliches...aber so dichter war doch recht selten...geschweige den dieser Gestank.
Plötzlich knallte wieder dieser Schmerz durch Ripper`s Kopf worauf er an irgendetwas großem hängen blieb und ins straucheln geriet.
Der langen Marsch hat ihn bereits erschöpft und seine schwere Rüstung zog ihn runter.
Er ging auf die Knie...worauf es unter ihm merkwürdig klatschte.
Eigentlich hatte es die letzten Tage nicht geregnet...seltsam.
Ripper tastete mit seinen Händen den Boden ab.
Als er diese betrachtete wusste er was unter ihm so klatschte.
Dickflüssiges Blut klebte an seinen Händen.
Jetzt war es sich sicher...irgendetwas ging hier gewaltig schief.
Er sah die Umrisse einer kleinen Waldhütte und schaute langsam auf.
Vor ihm an einem Baum hingen drei Menschen.
So wie es aussah Vater, Mutter und ihr Kind.
Alle waren fürchterlich massakriert.
Ihre Körper waren bis ins unerkenntliche zerschlitzt, Glieder fehlten und ihre weit aufgerissenen glasigen Augen starrten ins nichts.
Das Blut rann an ihren vertrockneten und bereits leicht gelblichen Körpern hinab auf den Boden wo sich bereits große Blutlachen gebildet hatten.
<Mhm...naja...ohne Grund sind ja wohl nicht gestorben>Dachte Ripper und blickte sich weiter um.
Überall lagen blutige und zerstückelte Leichen...sowohl von Menschen und Elfen.
Wie es aussah lebte die Familie hier in der Waldhütte...bis sie von was auch immer angegriffen wurden...und vielleicht wollten die Elfen ihnen helfen...warum auch immer.
„Mhm...war wohl keine gute Idee...von euch...Elfen...“
Ripper grinste die Leichen amüsiert an, richtete sich auf und rätselte wer das wohl angestellt hat...
Bis er aufeinmal ein paar seltsame Pfähle entdeckte...an deren Köpfe aufgespießt wurden.
Daneben merkwürdige Zeichen.
Nun war er sich sicher.
Das konnte nur einer angestellt haben.
Die Dunkle Brut.
Doch wie konnte das sein und was machten sie hier?
Ripper war klar das es nach der Vernichtung des Erzdämonen noch Dunkle Brut geben würde...doch sollten diese sich eigentlich in den Tiefen Wegen befinden...und nicht hier im Wald.
<Mhm...jetzt geht das wieder los...wie schön>
Dachte Ripper etwas ironisch und sarkastisch.
Er untersuchte weiter das Gebiet und die Holzhütte.
Nirgends war Dunkle Brut zu sehen...wahrscheinlich waren sie bereits über alle Berge.
Doch ihm fiel auf das in der Hütte ziemliche unordnung herrschte, Sachen lagen auf dem Boden verstreut, Schrank und Schubladentüren waren aufgerissenen...ein heilloses durcheinander.
Wahrscheinlich hatte die Dunkle Brut nach irgendetwas gesucht und auch gefunden.
Doch seit wann war die Dunkle Brut so schlau?
Das ergab alles keinen richtigen Sinn.
Anscheinend wusste diese Familie mehr als gut für sie war.
Doch jetzt würde sie es keinem mehr erzählen können.
Nun hingen sie blutüberströmt am Baum und haben ihr Geheimnis mit in den Tod genommen.
Aber eins war klar...die Dunkle Brut war mit sicherheit noch nicht vernichtet...im gegenteil...wie es aussah waren sie stärker als zuvor.
Nach langem verzweifelten suchen fand Ripper schließlich doch etwas.
Eine Skizze...anscheinend sollte es ein Wesen der Brut darstellen...doch hatte er so etwas hier in Ferelden noch nie gesehen.
Er packte es zur sicherheit ein...vielleicht war es ja noch nützlich und enthielt wichtige Hinweise auf die Dunkle Brut.
Vielleicht fand er in den Büchern des Turm des Zirkels etwas genaueres darüber...da wollte er ja eh als ersten hin.
Der süßlich, faulige Geruch wurde immer stärker...und Ripper beschloss sich nicht länger hier aufzuhalten.
Zwar machte ihm der Geruch an sich nichts...aber er wollte sich nicht unbedingt irgendwelche Krankheiten einfangen.
Ripper stieg über die Leichen die überall verstreut lagen weg und verschwand im dichten Wald.
Er machte sich unterwegs Gedanken darüber was es wohl damit auf sich hatte und versuchte sich auszumalen was die Dunkle Brut vor hatte.
Es dämmerte bereits als Ripper die Waldgrenze erreichte und die Sonne tauchte gerade hinter der Turmspitze des Zirkels auf und lies diesen magisch erstrahlen.
Als Ripper am kleinen Hafendorf ankam atmete er als erstes tief die frische Seeluft des Calenhad Sees ein.
Auch wenn er den Zirkel hasste...war der Turm und der See doch schon sehr beeindruckend.
Er hatte die ganze Nacht nicht geschlafen und wollte so schnell wie möglich zum Turm übersetzen.
Der Kapitän...des..naja eher kleinen Ruderboots schien ihn von wieder zu erkennen und setze Ripper ohne Widerrede zum Turm über. Zwar war es seit dem Vorfall im Turm üblich das dies ein Templer tat...aber der schien allerdings gerade anderweitig beschäftigt zu sein.
Das Wasser schimmerte dunkel und der Lichtkegel der kleinen Bootslampe streifte über die kleinen Wellen. Ripper lehnte sich zurück und genoss die überfahrt.
Drüben angekommen ging er an Land und gähnte wieder etwas.
Er mochte das Element Wasser...und er wusste damit umzugehen aber Feuer war ihm doch lieber.
Mit großem Schwung hiefte er seine Axt Ròmker auf die Schulter und betrat etwas zögerlich den Turm.
Es war jedesmal ein unangenehmes Gefühl wieder hier zu sein doch er versuchte es zu unterdrücken und ging scheppernd weiter.
Seine Schritte hallten durch die Flure und einige Magier beäugte ihn etwas misstrauisch.
Alte Erinnerungen kamen ihn ihm hoch und er ging hastig weiter.
Seltsamerweise war hier nicht viel los...nur ein paar junge Magier liefen hier rum.
Darüber war Ripper allerdings recht froh.
Bevor er auch nur hier mit irgendjemand sprach...wollte er sich erst mal etwas ausruhen.
Er lies sich auf eine reich verzierte Bank fallen und gähnte erneut.
Durch seine kleinen Augenschlitze seines massiven Helms schaute er sich um.
Warum musste er immer wieder ausgerechnet hier hin.
Wut und Hass kam ihn ihm auf und er ballte seine Hände zu Fäusten.
Aufeinmal entdeckte er ein Weib.
Sie hatte nur ein leichtes Hemd an und schien verletzt zu sein.
Ripper seufzte, schaute auf den Boden und versank in Gedanken......
Modifié par xX Ripper Xx, 07 mars 2010 - 08:02 .