Aller au contenu

Photo

Die Wildnis von Ferelden (Dragon Age RP)


  • Veuillez vous connecter pour répondre
2893 réponses à ce sujet

#1251
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
"Nein. Eigentlich war es nicht einfach das zu sagen. Und Ihr braucht Euch deswegen keine Schuldgefühle zu machen, denn wie ich bereits sagte, die einzigen die daran Schuld tragen sind Andraste, weil sie mich zurück ins Diesseits befördert hat und Avalos, weil er wusste das so etwas passieren hätte können und wollte, dass wenn es passiert ich an dem Ring sterbe, auch wenn es einen leichteren Ausweg gegeben hätte."

Dann schwieg sie eine Zeit lang und nachdem sie sich satt gegessen hatte und das Glas mit dem Orangensaft geleert hatte, brach sie die Stille wieder und lenkte auf ein anderes Thema um.

"Wolltet Ihr nicht zum Hofarzt gehen und dass ich Euch dabei begleite?"


#1252
Guest_Juleiila_*

Guest_Juleiila_*
  • Guests
Mit Mühe stand Jule auf. Sie war gerade irgendwie faul. „Na klar. Ich rate euch, das ihr euch untersuchen lässt. Vor allem die Sache mit euren Augen muss geheilt werden. Braucht ihr irgendeinen Schutz für eure Augen? Draußen scheint die Sonne.“ sagte Jule und wartete auf Allie.

#1253
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
"Ja das wäre nicht schlecht."

Dann hielt sie kurz inne.

"Im ersten Moment dachte ich, dass ich nie wieder normal sehen kann. Doch es bessert sich von Tag zu Tag, wenn auch nur für einen Bruchteil. Ich muss mir jedoch eingestehen, dass sehen, nicht so wichtig ist, wie man immer denkt. Ich konnte nie zuvor, so gut Geräusche und Gerüche wahrnehmen, so gut schmecken und fühlen, wie seit dem ich aus der Zelle geflohen bin."

Dann stand sie auf und ging zu Jule.

"Wenn mir nur die Sonne nicht immer so auf die Nerven gehen würde, wäre es garnicht so schlimm."

#1254
Guest_Juleiila_*

Guest_Juleiila_*
  • Guests
„Das ist aber trotzdem kein Vorteil, wenn ihr dafür erstmal fast sterben musstet.“ sagte Jule mit ernster Stimme. Sie machte sich immer noch Sorgen um Allie. Wie gut das sie so stark war, und entkommen konnte.



Jule nickte und ging ins Bad. Dort riss sie von einem Dünnen Handtuch einen Fetzen ab, und überreichte den Allie. „Dann mal los.“ sagte sie und sie gingen vor die Tür. Die Leibwächter wollten gerade hinterher, da drehte sich Jule um und sagte. „Nein Ihr könnt mal schön hier bleiben. Wir gehen nur zum Arzt.“ und sie gingen weiter, die zwei Stockwerke herab. Sie verließen den großen Begrüßungssaal und gingen hinaus. Nicht weit entfernt war dort das Haus des Hofarztes.



Die Tür stand offen, wie auch am vorigen Tag. Jule und Allie traten herein, und der Arzt war wieder dabei das Buch zu lesen. „Seid gegrüßt. Ich benötige wieder Schmerzmittel, und Druckverband. Und bitte schaut euch die Wunden und Augen meiner Freundin an.“ sagte sie. Der Arzt stand auf. „Ah die nicht auf sich aufpassende Elfin ist wieder da. Das haben wir gleich.“ Er holte wieder aus dem Schrank eine Phiole mit Schmerzmittel überreichte diese Jule, und legte ihr auch gleich einen Frischen Druckverband mit Salbe um. Jule nickte dankend. „Und was habt ihr?“ fragte er Allie.

#1255
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
Allie band sich das Stück des Handtuches um und merkte wie die Wachen sie anstarrten als sie ihnen folgen wollte. Allie war froh, dass Jule ihnen befahl hier zu bleiben, sie mochte das Gefühl nicht, ständig angestarrt zu werden, wie ein Monster. Sie folgte Jule als sie das Zimmer verließen und sie konnte den gesamten Weg zum Arzt die Blicke der Leute spüren wie Pfeilstiche. Sie musste sich richtig beherrschen, denn am liebsten hätte sie jedem einzelnen davon zumindest einen wütenden Blick zugeworfen, und die die besonders lange auf sie blickten und leise kicherten hätte sie am liebsten direkt die Kehle durchgeschnitten. Sie redete sich ein, dass sie nichtmehr in den tiefen Wegen ist, doch es war schwierig für sie, denn der Fluch der dunklen Brut lastete noch immer auf ihr.

Als sie beim Arzt ankamen und dieser Jule einen neuen Verband auflag, stand sie mit verschränkten Armen in der Ecke und versuchte nichtmehr an diese Narren zu denken, die über sie lachten. Dann merkte sie, dass sich der Arzt an sie wandte, und das dieser sie keineswegs abwertend oder verängstigt anblickte, was auch kein Wunder war, denn er war verletzte und anders aussehende Leute gewohnt.

"Jule meinte, dass es vom Vorteil wäre wenn sich jemand, der etwas davon versteht, meine Augen ansehen würde."

"Ich verstehe, kommt nur näher! Setzt Euch!"

Sie befolgte seine Anweisungen und war gespannt darauf welchen Schwachsinn er ihr erzählen würde oder ob er wirklich Ahnung von Heilkunde hatte. Sie nahm den Verband ab und lies ihre Augen vorerst geschlossen.

Er berührte ihre Augenlider und öffnete eines ihrer Augen mit zwei Fingern, indem er das Augenlid nach oben schob. Allie mochte es ganz und gar nicht, dass er sie einfach so anfasste, doch sie versuchte nicht auszurasten. Ihre Augen waren noch immer mit feinen roten Adern durchlaufen, wie wenn jemand Salzwasser hineingeschüttet hätte. Dann begutachtete er das andere.

"Was genau ist Euren Augen denn widerfahren?"

"Sie waren einer Weile kompletter Dunkelheit ausgesetzt und vertragen nun kein Tageslicht mehr."

"Ich verstehe."

Er stand auf und verschwand in einem hinteren Raum, der sich um ein Lager für Medikamente zu handeln schien. Nach ein paar Minuten kam er mit einem Verband und ein paar verschlossenen Glasbehältern zurück.

"Ich habe hier einen Verband für Euch. Er besteht aus Halla-Wolle und eingewebten getrockneten Königsgräsern. Dabei handelt es sich um eine seltene Art von langem behaarten Gras, das nur in höheren Ebenen wachst. Die Halla-Wolle schützt die Augen vor Licht und kratzt nicht wie die Wolle von Schafen, da Hallas die einzigen Tiere sind deren Haare komplett glatt sind und keine Schuppenstruktur aufweisen. Jedoch wächst das Fell der Halla um einiges langsamer, als das von Schafen und es ist schwierig an sie heran zu kommen. Ich habe diese hier von einem Dalish Elf bekommen. Ihr solltet diesen Verband die ersten Tage tragen, jedoch ab und an versuchen Eure Augen an schwächeres Licht zu gewöhnen. Hier habe ich außerdem ein Medikament für Euch. Es besteht aus gepressten Königsgras, Elfenwurzelsaft und einem Hauch an Lyrium. Dieses Gemisch, müsst ihr Euch zwei Mal täglich in die Augen tropfen. Doch nehmt bloß nicht zu viel davon, wegen des Lyriums! Dann habe ich noch einige Elfenwurzelsalben für Euch, da ich gesehen habe, dass ein paar Eurer Narben an den Armen leicht entzündet sind."

Er nahm den Glasdecken von dem Behälter und tupfte etwas von der Salbe auf den Arm, doch sie entschied diese selbst darauf zu verteilen. Dann nickte sie dankend und stand wieder auf, dann band sie sich den Verband um den Kopf. Er fühlte sich sehr angenehm an und roch zudem sehr gut. Wie eine Mischung aus Erdbeeren und Pfirsichen, was an dem Königsgras liegen musste. Sie nahm die beiden Glasbehälter und ging Richtung Tür, und wartete dort auf Jule.

"Nun gut, benötigt Ihr sonst noch etwas Jule?"


#1256
Guest_Juleiila_*

Guest_Juleiila_*
  • Guests
„Nein. Ich danke euch wirklich. Und das ihr meiner Freundin so geholfen habt. Ich komme dann Morgen wieder.“ sagte Jule mit einem freundlichem Lächeln. Sie ging zur Tür wo Allie auf sie wartete. „Jetzt da wir schon mal hier sind. Benötigt ihr noch irgendwas? Vielleicht Kleidung, oder auch hmm … Alkohol für die Nerven?“ Jule lachte aber fasste sich schnell wieder. Schließlich wollte sie Allie nicht verärgern.

#1257
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
"Nun gut, wenn Ihr mich so fragt. Eine etwas kampfvorteilhaftere Rüstung wäre nicht schlecht, denn in einem Stoffkleid, ist man nicht gerade gut geschützt vor dunkler Brut, auch wenn sie eigentlich keine würdigen Gegner sind, sind sie in der Masse recht stark. Zudem würde ich zwei Dolche und einen Bogen vorziehen um mich auf einen eventuellen Angriff vorbereiten zu können."

Dann wurde ihre Stimme etwas ernster.

"Und nein. Ich gedenke es nicht, meinen letzten übrig gebliebenen Verstand in Alkohol zu ertränken."

Dann ging sie vor die Tür auf die Straße und wartete auf Jule, denn schließlich würde sie ihr erst noch zeigen müssen wo sich die guten Rüstungs- und Waffenhändler befinden.


#1258
Guest_Juleiila_*

Guest_Juleiila_*
  • Guests
Jule verdrehte die Augen. Mit dieser neuen Allie musste sie erst mal noch klar kommen. So viel war sicher. Sie ging aus der Tür hinaus und meinte. „Ich kenne da einen Schmied der beides anbietet. Dort habe ich mir meine Rüstung gekauft, die dank Bronto Angriff wieder zerstört ist.“ sie seufzte. „Und nein, Ihr werdet keine Waffen bekommen. Tut mir wirklich Leid Allie, aber das muss noch warten. Kommt.“

Sie ging zusammen mit Allie in die Stadt. Ein Paar Häuser weiter war dort der Schmied, der Jule eine prächtige Rüstung verkaufte. Zusammen betraten sie den Laden, und der Verkäufer erkannte Jule wieder. „Ah da seid ihr ja wieder. Habt ihr eure Rüstung schon getestet?“ fragte er aber Jule antwortete nur. „Nein die ist hinüber. Ein Bronto. Aber meine Freundin hier möchte gerne etwas kaufen. Nur keine Waffen bitte.“ sagte sie und der Schmied antwortete. "In Ordnung aber ich muss die Maße nehmen." und mit einer Handbewegung führte er Allie in ein anderes Zimmer. "Und Schmied. Keine Waffen. Sonst wird Ser Avalos davon erfahren, und ihr wisst ja was dann passiert. Allie ich bin dann mal weg. Aber ich beeile mich." sagte Jule.

Sie ging den Weg durch die Stadt wieder zurück in das Schloss. Zuerst hielt sie bei der Küche inne. Sie holte sich ein Glas, füllte dieses mit Wasser und schüttete das Schmerzmittel hinein.  Dann trank sie dies auf einen Schluck, und stellte das Glas ab. Jule machte sich wieder auf den Weg, über die Treppen in den zweiten Stock. Sie klopfte an Bellas Tür doch niemand reagierte. Also trat sie einfach hinein, und stellte fest das Bella am schlafen war. Jule grinste und setzte sich auf einen Stuhl. Sie wollte warten bis Bella erwacht, und wecken wäre bestimmt ihr Todesurteil gewesen.

Modifié par Juleiila, 10 avril 2010 - 11:34 .


#1259
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
Irgend ein Geräusch drang in Bellas Bewußtsein. Es hörte sich an, als würde ein Stuhl herumgeschoben. Diese dämlichen Wachen gingen ihr wirklich langsam auf die Nerven, nicht einmal schlafen ließen sie sie. Sie brummte und drehte sich zur Seite, wollte die Decke über ihren Kopf ziehen, aber sie hatte sich darin so verheddert, dass diese nicht mehr soweit reichte. Sie hatte wirklich gut geschlafen, aber das war es dann wohl mit ihrem Nickerchen am Nachmittag. Wahrscheinlich wurde es aber ohnehin Zeit aufzustehen, sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Seufzend schlug sie die Augen auf, und vor ihr saß eine lächelnde Jule.

"Hmpf" kam erst über Bellas Lippen, dann gähnte sie herzhaft und rieb sich die Augen. Sie richtete sich auf und versuchte, sich aus der Decke zu befreien.
Jule lachte auf, da Bella dabei aussah wie ein strampelnder, auf dem Rücken liegender Käfer.
Nach kurzer Zeit hatte sich Bella jedoch daraus befreit, und ein wütender Blick streifte die Decke. Dann blickte sie wieder zu Jule.

"Morgen Jule, beim Erbauer, wie spät ist das eigentlich? Ich hab geschlafen wie ein kleines Kind, die Wanderung durch FallRemnon war doch sehr ermüdend. Wie habt Ihr und Allie den Tag verbracht? Wie geht es der Elfin? Wird sie wieder? Ah, gut dass Ihr übrigens da seid. Ich hätte einen Tausch anzubieten."

Bella stand auf, holte das Bild vom Obstgarten und überreichte es Jule.
"Hier, das würde ich gerne gegen den Friedhof tauschen. Ich hatte damals leider nichts so farbenfrohes, und eigentlich sollte es Euch ja erheitern, und nicht deprimieren. Aber irgendwie hänge ich an der anderen Skizze, da war die Welt noch in Ordnung. Mögt Ihr tauschen?" fragte sie die Freundin und wartete gespannt auf die Antwort.

Modifié par Bellandyrs, 11 avril 2010 - 08:36 .


#1260
govi1

govi1
  • Members
  • 440 messages
Eine grässliche Lyna starrte zurück, ein trauriger Abklatsch ihrer selbst. Die Augen waren blutunterlaufen, der Blick daraus war nichtssagend, eher als tot zu bezeichnen, während die Haare wirr abstanden und ihr das Aussehen einer Vogelscheuche verliehen. Lyna stricht sich zaghaft die Haare glatt, liess die Hände dann aber gleich wieder sinken. Es war ihr einerlei, welchen Anblick sie bot.... solange Avalos nicht aufwachte und sie in die Arme nahm, war sie für solche Banaliäten nicht zu begeistern.



Sie wandte sich vom Spiegel ab, musterte die Wachen, die die Zeit wieder mal mit einem Kartenspiel totschlugen. Sie hatte bemerkt, welche Blicke sie ihr zuwarfen und den Kopf schüttelten, als hätte sie ihre Sinne nicht mehr beisammen. Vielleicht verstanden sie nicht, wie sie bloss soviele Stunden neben dem Bewusstlosen sitzen konnte, ohne sich zu rühren, ohne etwas zu essen oder ohne einen Sonnenstrahl zu vermissen.



Lyna näherte sich wieder Avalos. Sein Puls war wie immer vorhanden, aber nur ganz schwach, als könnte sein Herz in jeder Sekunde aufhören zu schlagen. Sie nahm seine rechte Hand in die ihren. Es machte ihr Angst, wie heiss sie war.... das Fieber wütete nun schon seit geraumer Zeit in seinem Körper und wollte sich partout nicht verziehen. "Wir können nichts mehr machen", erinnerte sie sich an die Worte der Ärzte, "sein Leben hängt an einem seidenen Faden."



Lyna starrte vor sich hin. Welcher grausame Gott entschied sich für solche Schicksalswendungen? War das Leben nicht schon schrecklich genug? Sie seufzte. Wenigstens konnten sich Bella und Jule amüsieren... das hoffte sie zumindest.

#1261
MagicBullet

MagicBullet
  • Members
  • 326 messages
Wie lange er bewußtlos war, konnte er nicht sagen.
Aber irgendwann nahm er seine Umgebung wieder wahr. Das Sonnenlicht fiel durch seine Augenlider. Die Schmerzen waren weitestgehend verschwunden. War er tot? Was er fühlte, war tiefgehender Frieden.

Er schlug die Augen auf.
Rechts von ihm saß Lyna. Ihr Kopf lag verschränkt auf ihren Unterarmen. Sie schien zu schlafen, ausgezehrt vom vielen Wachen an seinem Krankenbett. Oder war es vielleicht doch als Sterbebett konzipiert worden? 

Langsam hob er seinen Arm und streichelte sie über ihre Wange.

"Ich verlasse dich nicht. Bin wieder da, mein Engel."

Sie schlug die Augen auf. Und sah in sein lächelndes Gesicht.

#1262
Guest_Juleiila_*

Guest_Juleiila_*
  • Guests
Herzhaft musste Jule lachen. Bella überhäufte sie mit fragen, und das obwohl sie erst aufgewacht war. „Es müsste jetzt Nachmittags sein. Ich schätze so halb drei. Allie ist beim Schmied. Ihr geht es soweit gut. Ich vertraue ihr das sie nichts anstellt. Wäre auch etwas dumm in einer solch bewachter Stadt.“

Jule stand vom Stuhl auf, und ging auf die verschlafene Bella zu. „In Ordnung. Ich hole mal eben das Bild. Es passte eh nicht zu meiner damaligen Situation.“ und sie grinste. Schnell huschte Jule aus der Tür und in ihr Gemach. Auf dem Nachtkästchen neben ihrem Bett lag das Bild, und sie nahm es sich. Dann huschte sie wieder zu Bella ins Gemach rüber. „Hier.“ sagte sie und überreichte das Bild Bella. Wogegen sie das neue Bild bekam. „Das ist ja hübsch gezeichnet. Ich werde es in Ehren halten. Danke.“ Jule umarmte Bella. Dank Schmerzmittel konnte sie sie fest drücken, und nicht mehr so flüchtig wie sonst. „Ich gehe wieder in mein Gemach, und warte auf Allie. Sollte irgendwas sein, kommt zu mir ja?“ sagte Jule und ging wieder auf ihr Zimmer.

Das neue Bild von Bella legte sie wieder auf ihr Nachtkästchen, wer weiß vielleicht würde es schöne Träume bringen. Aber Jule wusste nicht was sie mit der Zeit anfangen sollte, während sie auf Allie wartete. Also versuchte sie es wie Bella. Sie nahm Pergament und Kohle. Einige Portraits von ihren Gefährten wäre sicher nützlich. So würde sie sich noch besser an sie erinnern können, und hätte nicht nur ihre Gedanken die das taten. Sie legte das Pergament auf den Tisch und fing an.

Das erste Bild war von Allie. Jedoch in ihrem damaligen Zustand, mit Duts auf dem Kopf, kastanienbraunem Haar, funkelnden grauen Augen und einem lächeln auf dem Gesicht. So hatte sie Jule gesehen, als sie Allie wieder in der Taverne traf, und zusammen mit Bella Bier tranken und Käse aßen. Dabei musste sie an Allie denken, wie sie jetzt aussah, und ihr völlig neuer Charakter, der nicht mehr so liebevoll schien wie damals. Das war eindeutig traurig. Aber sie vertraute Allie egal was auch geschah. Als die Zeichnung fertig war betrachtete sie diese. Es hatte einen schönen Kontrast, vor allem durch den Schwarzweißton der Kohle. Aber Jule konnte bei weitem nicht so gut wie Bella zeichnen. Sie grinste und legte es zur Seite.

Das nächste Bild zeichnete sie von Bella. Mit dem verlegenem Grinsen, und den errötenden Wangen, als sie Avalos in Orzammar sah. Damals wirkte Bella noch glücklicher, auch wenn ihre Liebe schon damals nicht erwidert wurde. Jetzt wirkte Bella einfach nur noch kühl, und schmerzverzerrt, weil ihre Liebe mit ihrer Freundin zusammen war. Welch tragisches Ereignis und Jule schüttelte den Kopf. Als sie mit dem Bild fertig war betrachtete sie es und dachte sich: „Arme Bella, auch Ihr werdet noch Glücklich werden.“ und legte dies beiseite.

Jetzt war Lyna an der Reihe, und Jule musste grinsen. Die werte Schwester die der Freundin die Liebe ausspannte. Aber sie konnte es ihr nicht verübeln, die Liebe hatte eben ihren eigenen Weg, aber wenigstens war Lyna glücklich. Was auch Jule ein wenig Glücklich stimmte, trotz der Enttäuschung. Auch hier viel Jule der passende Moment ein. Wie Lyna lachte als sie mit Jule die Beeren-Schlacht im Lager abhielt. Das war schon ein lustiger Moment. Dort kannte sie Lyna eigentlich noch nicht lange, und trotzdem verstanden sie sich nach kurzer Zeit verdammt gut.

Jetzt wäre ein Porträt von Avalos an der Reihe. Doch als Jule die Kohle zum Zeichnen anhielt, hielt ihre Hand einfach inne. Sie wusste überhaupt nicht wie sie ihn Zeichnen sollte. Mit glatter und gefühllosen Miene? Oder wie er sie schlug? Jule wusste überhaupt nicht ob sie überhaupt ein Porträt von ihm wollte. Bis jetzt verstand sie sich nicht gut mit ihm, auch wenn er ihr Leben rettete. Doch einer seits machte Jule sich trotzdem Sorgen um den Schatten. Immerhin war er ein Gefährte, und wenn er Sterben würde, würde eine Welt zusammen brechen - Für Bella und Lyna. Sie legte das Papier lieber bei Seite. Die Bilder von ihren Freundinnen waren ja jetzt schon gezeichnet. Vielleicht kam sie auf Avalos sein Porträt irgendwann zurück, oder sie ließ es Bella zeichnen.

Jule nahm ihr Weinglas und lehnte sich zum Fenster raus. Die Sonne strahlte auf ihr Gesicht, und sie genoss die frische Luft. Wieder hörte sie die Geigen und Gitarren spielen, von einer Musikkantengruppe auf dem Marktplatz. Leise und still sang Jule mit, während sie zwischen drin am Glas nippte.

Hätte ich einen Pinsel zu zeichnen Dein Antlitz,
den Glanz Deiner Augen, den lieblichen Mund.
Ich malte die Wimper, die Braue, Dein Lächeln,
wie ich es erkannte in jener Stund.

Hätte ich eine Flöte zu spielen die Klänge,
die von Deiner Anmut und Schönheit erzählen.
Ich spielte den Reigen der himmlischen Tänze, wie in den Gedanken, die mich seither quälen.

Doch weder Bilder, noch Klänge, noch Wort,
könnten beschreiben, was an jenem Ort,
mit mir geschehen, als ich Dich gesehen,
Du in jener Nacht, den Schein hast entfacht.


Die Sonne, die Sterne tragen Kunde von Dir,
jeder Lufthauch erzählt mir von Dir,
jeder Atemzug, jeder Schritt,
trägt Deinen Namen weit mit sich mit...

(Lied von Schandmaul – Dein Anblick)


Bei dem Lied dachte Jule an Elthras und grinste verlegen. War sie jetzt eigentlich verliebt, oder waren das die Glücksgefühle die sie überkamen, weil sie geliebt wurde? Jule wusste es noch nicht, aber es würde sich sicher raus-stellen.

Modifié par Juleiila, 11 avril 2010 - 12:10 .


#1263
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
Bella freute sich, dass Jule das Bild gefiel. Die Zwergin betrachtete die Skizze vom Friedhof und versank darin. Sie konnte diese Ruhe und Idylle beinahe nochmal spüren, die sie damals umgab. Dann legte sie dieses zur Seite und nahm dafür das unfertige Bild zur Hand.

Lyna sollte ein Andenken an Avalos erhalten, wo er jene schicksalshafte Nacht nachdenklich am See saß.
Ihre Hand flog beinahe liebevoll über das Pergament, arbeitete Details vom Schilf, von der Maserung der steinernen Bank und nicht zuletzt von Avalos aus. Sie versuchte, diesen abwesenden und leicht traurig-verträumten Eindruck in sein Gesicht zu zaubern, diese Ausstrahlung, die er dort an sich hatte. Mit jedem Strich wurde das Bildniss perfekter. Endlich war sie damit fertig und kritisch musterte sie das Bild. Ein leiser Stich fuhr ihr durchs Herz, sie hatte beinahe das Gefühl nochmal vor ihm zu stehen, und ihm das Kompliment über seine Musik zu machen. Irgendwann würde sie sich an Leinwand versuchen, und genau diesen Moment nochmal einfangen. Es war so unauslöschlich in ihr Gedächtnis gebannt, genau wie Avalos. Sie machte sich nichts vor, sie liebte ihn noch immer. Aber auf eine ganz andere Art und Weise. Sie wollte nicht mehr, dass ihre Gefühle erwiedert wurden. Das schwärmerische daran war vorbei. Dennoch war er mit ihr auf eine Weise verbunden, die sie nicht beschreiben konnte. Er lebte in ihr, selbst wenn er sterben würde.

---------------------------------------------------------

Inzwischen war Theoderich kurz vorm verhungern, sein Magen knurrte rebellisch. Seit den Morgenstunden rissen sich die Damen um die Schmuckstücke, und er hatte das Gefühl, sein freundliches Lächeln sei schon auf seinem Gesicht eingemeisselt. Kaufsüchtiges Pack! Selten hatten soviele Soverings den Weg in seine Geldkassette gefunden wie am heutigen Tag. Die Kosten für Bellas Kleinod waren sicherlich mindestens doppelt oder dreifach gedeckt worden.

Als endlich alle Kunden zufrieden gestellt waren, beschloß er, für heute Feierabend zu machen. Er übergab seinem Cousin die Geldkassette und zwei Skizzen, Sonderaufträge eines Adligen, der damit hoffte, das Herz seiner Angebeteten zu erobern.
"Viel Spaß heute Abend" war der Kommentar vom Goldschmied mit zweideutigem jovialem Grinsen im Gesicht.
Theoderich verabschiedete sich mit den Worten "werd ich haben mein Bester. Bis morgen dann."

Er ging in sein Häuschen, aß eine Scheibe Brot mit Käse, wünschte sich, er hätte einen Humpen Zwergenbier zur Hand und begnügte sich mangels dessen mit Wasser. Anschließend rasierte er seine Wangen aus, die Stoppeln waren die letzten beiden Tage nachgewachsen. Er nahm eine tannengrüne Kniehose, dicke Socken mit Zopfmuster, ein cremefarbiges Leinenhemd und einen bordeaux-roten Binder aus dem Schrank. Dunkelbraune feste Halbschuhe vervollständigten sein Aussehen.
Er klappte die Schmuckschatulle auf und strich zart über das Geschmeide. Er wußte, dass es Bella gut zu Gesicht stehen würde, aber seine Nervosität wuchs. Würde sie das Geschenk annehmen? Er war sich nicht sicher, denn Bella besaß in seinen Augen eine gewaltige Portion Stolz. Vorsichtig verschloß er die Kassette wieder, verstaute sie in seiner Jackentasche und machte sich auf den Weg.

Wieder klopfte er an der Tür, und sein Herz schlug etwas schneller als sonst. Hatte sein Vetter am Ende doch Recht, hatte er sich in Bella verliebt?
Die Leibwache öffnete, erkannte ihn und ließ in eintreten.

Bella saß über einem Bild gebeugt und blickte auf, als er den Raum betrat.

"Theoderich" freute sie sich. "Wie liefen die Geschäfte?"

"Guten Tag meine Liebe. Hervorragend, kann mich nicht beschweren. Schön Euch munter anzutreffen, Ihr seht wie immer bezaubernd aus" lächelte er und ging auf sie zu.

Bevor er sie erreichen konnte legte Bella eine andere Skizze über das Bild, so dass Theoderich nicht erkennen konnte, in welchen Anblick sie gerade vertieft war. Sie stand auf und zeigte auf den Beistelltisch, an dem zwei Stühle standen.
"Setzt Euch doch, wollt Ihr einen Schluck Wasser? Wein habe ich leider keinen mehr hier."

Er nahm Platz und fragte Bella über Neuigkeiten aus.
"Keine, absolut keine. Ich war heute Vormittag bei Avalos, er war nicht bei Bewußtsein und scheint dem Tode näher als dem Leben zu stehen." Ein Schatten huschte über ihr Gesicht, der Gedanke dass er sterben könnte, wollte ihr nicht in den Kopf. Eine Welt ohne ihn? Kaum möglich, schließlich hatte er die letzten Jahrhunderte in dieser verbracht. "Allie läßt sich eine neue Rüstung verpassen laut Jule, und diese wiederum hat sich über das Bild vom Obstgarten gefreut. Ansonsten bin ich nur in der Stadt gewesen und habe diese erkundet, es ist wahrlich eine prunkvolle Metropole."

Theoderich war leicht entsetzt, wie teilnahmslos die Zwergin über ihren Tag berichtete, aber versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. Es wird wohl der Schock sein, unter dem sie noch immer stand, anders konnte es kaum möglich sein, dachte er bei sich. Schließlich war die letzten Tage zuviel auf diese eingestürmt, es war kein Wunder, dass sich eine Seele dann so zu wehren versuchte.

Er stand auf, griff in seine Jackentasche und holte die Schatulle hervor.
"Bella, ich würde Euch gerne etwas schenken, von mir entworfen, von meinem Cousin geschmiedet. Bitte nehmt es an, als Gedenken an unsere Freundschaft." Er öffnete wieder die Schatulle und überreichte es Bella.

Ihr klappte die Kinnlade nach unten, als sie die Kette sah und wollte schon ablehnen. Ehrfürchtig strich sie über den Anhänger. Er war in der Tat wundervoll gearbeitet, und sie fühlte eine tiefe Verbundenheit mit diesem gebrochenen Herzen.
Theoderich stand nervös halb hinter ihr und biss sich auf die Unterlippe. Würde sie es annehmen?
Ein warmer, erfreuter Blick erreichte ihn aus Bellas Augen, und allein dies war jede Mühe wert. Zaghaft lächelte er.
"Darf ich es Euch umlegen?"
Bella nickte und lachte ihn aufrichtig an. Das Lächeln erreichte sogar ihre Augen. "Es ist wunderschön, Theoderich, ein Meisterwerk. Wie könnte ich es ablehnen? Ich werde es für immer tragen."

Er entnahm die Kette und legte sie Bella um den Hals.
"Na na na, ein gebrochenes Herz trägt man nicht länger als eine Saison" versuchte er seine Verlegenheit zu überspielen. "Es steht Euch ausgezeichnet, ich wußte es doch."

Bella fiel Theoderich um den Hals und drückte ihm einen Schmatz auf die Backe. Dann eilte sie zum Spiegel, um das Schmuckstück an ihr betrachten zu können. Was ihr aus dem Spiegel entgegenblickte war eine fremde Person... der Teint war vor Freude leicht gerötet, die Augen glänzten, und die Brillianten im Anhänger brachen die Sonnenstrahlen. Es sah umwerfend aus. Bella legte eine Hand auf das Amulett, beinahe beschützend. Sie hatte das Gefühl, dass in der schwarzen Seite des Herzens Avalos Geist war, und in der lachsfarbigen der ihrige. Wieder diese Verbundenheit, die sie nicht erklären konnte.

"Ihr täuscht Euch, Theoderich, ich werde es in der Tat für immer tragen. Und sollte es einmal gefunden werden dann könnt Ihr davon ausgehen, dass ich nicht mehr lebe. Ich danke Euch vielmals."
Sie wollte sich gerade an den Tisch setzen, als sie draussen schwere Schritte hörte.

Modifié par Bellandyrs, 11 avril 2010 - 01:17 .


#1264
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
Bella öffnete die Tür und schob ihren Kopf hindurch, sie wollte wissen, was auf dem Flur los war. Zwei Waräger gingen ans Ende vom Flur und es sah aus, als wollten diese die Wachen vor der linken Tür ablösen. Sie trat ganz hinaus, neugierig wie sie war fragte sie den Wächter vor ihrem Gemach, was hier vor sich ging.



Unwirsch antwortete dieser:

"Da hinten ist ein orlaisianischer Deserteur untergebracht, dessen Urteilsverkündung wird bald gesprochen. Ich wüßte aber nicht, was Euch das zu interessieren hat." Stur blickte er wieder auf den Gang.



Arroganter Kerl, dachte Bella bei sich. Ein Soldat aus Orlais? Hatte dieser mit dem Zustand von Avalos zu tun? Wenn es jemand wissen konnte, dann Jule. Diese hatte doch ihre Augen und Ohren überall? Also lief sie schnell zu der Freundin und riß die Tür auf, ohne anzuklopfen.



"Jule!!" rief sie. "Was wißt Ihr über einen orlaisianischen Soldaten der hier untergebracht sein soll? Wenn der irgendetwas mit Avalos Zustand zu tun hat, beim Erbauer ich schwöre Euch, dann hat er seinen letzten Atemzug gemacht. Jule? Verdammt, wo steckt ihr denn?"

#1265
govi1

govi1
  • Members
  • 440 messages
Wahrlich, die Götter trieben ein grausames Spiel mit ihr. Jetzt glaubte sie sogar, ihn sprechen zu hören. Lyna schlug langsam die Augenlider auf, der verschwommene Blick klärte sich und sie sah... Avalos, der sie direkt anlächelte. Erschrocken richtete sie sich auf, stiess vor Aufregung fast den Stuhl um und presste die Hände auf den Mund, um keinen Schrei entweichen zu lassen.



Er war wirklich da. Er... er war wach und schaute sie aus seinen grünen Augen an. Sie liess ihre Hände wieder fallen. Ein Tagtraum? Ihr Geist schien sich indes nicht entscheiden zu können, ob er in Ohnmacht fallen oder vor Glück platzen sollte.



Lyna fiel ihm mit einem Schluchzen um den Hals, vereinzelte Tränen der Freude und Erleichterung rannen ihr über die Wange. "Avalos... wie gut... wie gut dass du..." Der Satz wurde nicht beendet, ein erneutes Aufschluchzen unterbrach ihn abrupt. All die Sorgen, die sie sich gemacht hatte, all die schlecht durchschlafenen Nächte mit den grauenvollen Albträumen, all die schwarzen Gedanken weinte sie sich nun von der Seele.



Die Wächter liessen währenddessen die Spielkarten unauffällig im Ärmel verschwinden und richteten sich verstohlen auf, als hätten sie die ganze Zeit über den Raum bewacht. Bei der Elfe konnten sie ohne weiteres als Nichtsnutze dastehen, nicht aber bei Avalos. Das Schicksal der Köchin, die ihn verärgert hatte, ist ihnen wohl auf ewig im Gedächtnis geblieben.



Lyna hob wieder ihren Kopf, blickte in Avalos Augen. "Wie blass du bist... du... du solltest etwas essen. Ich hole dir gleich etwas aus der Küche." Ohne eine Antwort seinerseits abzuwarten stieg sie vom Bett, ging zur Tür, ehe sie sich wieder umdrehte und zu Avalos zurück rannte. Sie drückte ihm einen sehnsüchtigen Kuss auf die Lippen und lächelte. "Und danach rasiere ich dich."



Mit diesen Worten wandte sie sich nun endgültig von ihm ab und verliess das Zimmer.

#1266
Guest_Juleiila_*

Guest_Juleiila_*
  • Guests
Jule fiel das Weinglas vor Schreck herunter. Eine hysterische Frau stürmte in ihr Zimmer, und so wie die schrie erkannte Jule sie erstmal nicht. Vom Fensterbrett ging sie zur Tür wo Bella stand. Jule runzelte die Stirn. „Beim Erbauer. Beruhigt euch. Wegen euch ist das schöne Weinglas nun kaputt. Argh.“ sagte Jule und setzte sich auf den Stuhl.

„Ihr werdet dem Jungen Mann bestimmt nichts tun. Ich wäre schon da um euch aufzuhalten. Aber nein er hat nichts mit dem Zustand von Avalos zu tun. Er ist nur ein Bote aus Orlais. Er sollte die Nachricht überbringen, das der König von Orlais einen Angriff plant, auf FellRemnon.“ sagte sie mit ruhiger Stimme, in der Hoffnung das auch Bella sich beruhigen würde. „Politik.“ zischte sie.

Modifié par Juleiila, 11 avril 2010 - 01:37 .


#1267
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
Allie war etwas enttäuscht darüber, dass Jule ihr nicht so weit vertraute und ihr quasi verbot Waffen zu kaufen, doch sie verstand dies, denn schließlich hatte sie wohl schon genug Ärger damit, weil sie Allie aus der Zelle befreit hatte. Wie dem auch sei, sollte sie jemand anfallen wird sie bestimmt einen geeigneten Gegenstand finden, der so gut ist wie eine Waffe, oder jemand anderen einfach die Waffe abnehmen. Wichtiger war es erstmals eine sicherere Rüstung zu bekommen.

Als sie bei dem Händler ankamen, wollte dieser erstmals von Allie Maß nehmen und daher ging Jule sich anderweitig beschäftigen. Der Händler geleitete Allie in einen anderen Raum und nahm Maß von ihrer Größe, Armlänge, Schulterbreit, Kniehöhe und des Bauchumfangs. Sie mochte es nicht, wie nah er sich ihr näherte und wie er sie anglotzte aufgrund des Verbandes um den Kopf und der Narben, doch sie wusste, dass sie sich zusammenreißen muss, wenn sie eine kampftauglichere Rüstung haben wollte. Nachdem er alle Maße beisammen hatte fragte er Allie aus welchen Material die Rüstung bestehen sollte, und ob die auch einen Helm benötigte. Sie wollte eine Rüstung die stabil ist, ausreichend Schutz bietet und in der sie sich gut und flink bewegen kann. Auf einen Helm verzichtete sie. Er schlug ihr Drachenleder vor, da dieses sehr bequem und zugleich stabil ist, außerdem ließ es sich schnell und leicht verarbeiten. Sie willigte ein und er verschwand in seinem Arbeitszimmer. Allie war darüber verwundert, welch ausgefallene Materialien und Gegenstände die Händler in FellRemnon hatten. Sie fragte sich wie teuer ihr diese Rüstung wohl kommen würde, denn schließlich hatte sie nicht einen Silberling dabei. Sie nahm ihre Augenbinde wieder ab, da es in dem Laden nicht all zu hell war, und außerdem musste sie ihre Augen so oder so versuchen an Licht zu gewöhnen. Dann tropfte sie sich jeweils einen Tropfen der Medizin, die ihr der Arzt gegeben hatte in die Augen. Erst brannte es leicht, doch schon Sekunden später konnte sie bereits etwas besser sehen und war sehr erstaunt über dieses Lyriumheilmittel. Plötzlich kam der Händler auch schon wieder aus seinem Arbeitszimmer und sie war wirklich verwundert, als er bereits die fertige Rüstung in seinen Händen hielt.

Die Rüstung war wie er es sagte aus Drachenschuppenleder angefertigt. Es hatte eine dunkelviolette Farbe, erschien jedoch schon fast schwarz. Doch am besten gefiel Allie der Schnitt, da er sehr Figur betont war. Die Rüstung war so geschnitten, dass sie nah am Körper anlag. Sie hatte leicht spitz geformte Schulterblätter und einen V ähnlichen Ausschnitt. Zudem waren die beiden Stellen, an denen sich Allie Brüste befanden, unterhalb des Leders mit weichem Stoff gepolstert, was bestimmt beim Laufen angenehmer war. Dies wurde von außerhalb mit hellbraunen Lederbändern vernäht, was zusätzlich für Stabilität sorgte, und zugleich gut aussah. Am Bauch sowie am Rücken waren ebenfalls Lederbänder senkrecht eingenäht, sodass die Rüstung eben eine Figur betonende Stabilität erhielt. Ab dem Becken ging die Rüstung in eine Art Waffenrock über. Dieser ging Federähnlich auseinander, und die einzelnen Lederstücke reichten Allie bis oberhalb ihrer Knie. Sie waren auf zwei Schichten verteilt. Die untere Schicht sorgte für ein bequemes tragen und dafür, dass man Allie nicht unter den Rock blicken konnte, die obere Schicht für Stabilität. Weiters bekam sie bis fast zu den Knien reichende Stiefel, in derselben Farbe und ebenfalls mit senkrecht vernähten Lederbändern, und Armschienen, die zugleich ihre Narben auf der Elle abdecken sollten und für Sicherheit in diesem Gebiet sorgen sollten. Auch diese bestanden aus derselben Farbe und waren wieder in der Innenseite mit weichem Stoff gepolstert, welches von außen mit den Lederfäden sorgfältig vernäht wurde.

Sie probierte die Rüstung sofort an. Sie sah darin wie eine wirklich böse Schurkin aus, und niemand der sie vorher kannte, hätte jemals gedacht, dass sie einst eine Magierin des Zirkels war. Die Rüstung strahlte trotz der Kampftauglichkeit viel Weiblichkeit aus und verkörperte Allies neues ich nur noch mehr. Wegen des Preises, sagte er nur:

„Wenn jemand fragt, wer dieses Prachtstück angefertigt hat, erwähnt meinen Namen!“

Scheinbar sollte Allie nun als Werbefigur dienen, doch das störte sie nicht wirklich. Hauptsache sie hatte eine neue bequeme und stabile Rüstung. Sie bedankte sich bei dem Händler für seine schnelle und perfekte Arbeit und verließ den Laden, ohne sich den Hallawollverband umzulegen. Im ersten Moment schmerzte die Sonnenstrahlung wieder und sie kniff die Augen zusammen. Dank der Medizin war es für sie jedoch erträglich und sie blickte sich ein wenig auf den Marktplatz um. Nun konnte sie endlich die passenden Gesichter der Leute sehen, die sie ständig anstarrten. Sie warf ihnen einen bösen hasserfüllten Blick zu und jeder von ihnen wandte den Blick sofort wieder von Allie ab. Die die vorhin über sie lachten, verstummten und ignorierten sie. Mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht machte sie sich auf den Weg zurück in das Schloss. Die Wachen wagten es nicht, sie dabei aufzuhalten und sie begab sich zu dem Gemach von Jule.


#1268
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
"Ah okay, das erklärt vieles. Nun gut, dann dürfte der Regent diesem Soldaten wohl zu Dank verpflichtet sein denke ich. Sollte es Euch interessieren, nachdem Ihr ja bestens darüber informiert seid, die Urteilsverkündung wird wohl gleich statt finden, zumindest sind Waräger vor seinem Zimmer aufgetaucht. Entschuldigt bitte die Störung, tut mir leid um das Weinglas. Wenn ihr verzeiht, Theoderich ist noch zu Besuch, und mich interessiert das ganze nicht wirklich."

Sie nickte der Freundin noch einmal entschuldigend zu und verließ, diesesmal leise, Jules Gemach.

Inzwischen öffnete sich die Tür, und ein Mensch verließ hoch erhobenen Hauptes, flankiert von zwei Warägern, das Zimmer.
Bella blieb kurz stehen und betrachtete den Orlaisianer. Dieser war stattlich gebaut, kurze blonde Haare ließen seine hellblauen Augen noch stechender aus seinem markanten Gesicht hervorleuchten. So sahen also Orlaisianer aus. Eigentlich überraschte sie es nicht, nur die kurzen Haare irritieren sie ein wenig. Letzlich war es ihr egal, sie nickte ihm nur kühl zu und kehrte dann zu Theoderich zurück.

Die Waräger brachten Jannis ins Besprechungszimmer. Wieder nahm dieser Platz auf dem zugewiesenen Stuhl und harrte der Dinge, die auf ihn zukommen sollten.

Kurz darauf betrat Amofillias den Raum, wie immer eskortiert von einigen Warägern.
Er ließ seinen Blick kühl über den Orlaisianer schweifen und begann mit volltönender Stimme zu sprechen.
"Jannis, ich hoffe, Ihr konntet ein wenig zu Kräften kommen. Wir haben den bevorstehenden Angriff vereiteln können, aber zu welchem Preis." Im Gesicht des Regenten zuckte ein Muskel, als müßte er sich schwer beherrschen. Dann fuhr er fort: "Dennoch, dies tut nichts zur Sache. Ihr habt das Leben Eurer Kameraden geopfert, seid geächtet in Eurer Heimat. Somit ist es Euch freigestellt, hier in den Marschen ein neues Leben zu beginnen. Ich gebe Euch ein Schreiben mit meiner Empfehlung mit, so dürftet Ihr überall Arbeit finden."

Er überreichte Jannis ein Pergament, welches von ihm unterschrieben und mit dem königlichen Stempel versehen war, damit man die Echtheit davon nicht anzweifeln konnte. Dann nickte er diesem zu und verließ den Besprechungssaal, ohne sich noch einmal umzudrehen.
Er hatte andere Sorgen, und betete zu den Göttern, dass Avalos nicht sterben würde. Die Anweisungen, in der Sekunde dessen Todes sämtliche Fahnen auf Halbmast zu setzen, waren schon seit den frühen Morgenstunden bei den Kommandanten.

Modifié par Bellandyrs, 11 avril 2010 - 02:10 .


#1269
Guest_Juleiila_*

Guest_Juleiila_*
  • Guests
„Ah dann ist es soweit.“ sagte Jule und stand auf. Bella ging in ihr Gemach und Jule ging neben Jannis her. Da sah sie Allie auf sie zukommen, und sagte noch schnell. "Ich bin gleich wieder da. Geht doch inzwischen auf mein Gemach, und versprecht mir keinen Unsinn zu treiben." sie grinste die Freundin an, und betrat zusammen mit Jannis und den Warägern den Saal. Jule setzte sich außerhalb auf einen Stuhl. Eigentlich dachte sie, das sie sich für Jannis einsetzen musste. Aber als Amofillias ihm den Brief überreichte, und sagte das er frei sei, staunte Jule. Er hatte wohl Glück gehabt. Ruhig stand Jule auf und verlas den Raum. Vor der Tür wartete sie dann auf Jannis.

Modifié par Juleiila, 11 avril 2010 - 02:08 .


#1270
J.D.C

J.D.C
  • Members
  • 200 messages
Mit einem erleichtertem Lächeln trat er mit solz geschwellter Brust aus dem Saal und Atmete einen tiefen Zug seiner neuen Freiheit ein. Die last der vergangenen Wochen löste sich merklich von ihm ab. Seine Augen strahlten in einem leuchtendem Himmelblau, wie dieser nur an besonders schönenen Tagen zu sehen war.



Er schaute sich um und blickte zu Jule die bei der Tür wartete. "Danke das du mit gekommen bist, jetzt bin ich für den Augenblick nicht allein," sagte er leicht verlegen und sah auf den Boden. "Ich weiß gar nicht was ich jetzt machen soll, mir steht zwar alles offen aber das hat keinen richtigen Reitz. Die Armee ist jetzt gerade nicht mein Gedanke, du sagtest du wärst mit einer Gruppe hier, was hast du in dieser Gemacht?"



"Begleitest du mich noch ein Stück?, ich würde gern noch meine Ausrüstung holen und diese bereinigen und die Mähler meines alten Lebens von dieser entfernen. Dann kannst du es mir erklären falls es dich nicht stört."




#1271
MagicBullet

MagicBullet
  • Members
  • 326 messages
Es tat so gut, ihre Stimme zu hören.
Zum ersten Mal seit vielen, sehr vielen Jahren fühlte er sich wieder geborgen.

Er strich sich nachdenklich über das stoppelige Kinn. Seine Sinne kamen zurück.
Trotzdem fühlte er sich wie geschunden. Sein Oberschenkel pochte unangenehm, und seine Schulter brannte fürcherlich. Immerhin, irgendjemand hatte seine andere wieder eingerenkt.

Er schlug die Bettdecke zurück und setzte sich zurück. Die ungewohnten Bewegungen verursachte kurzzeitigen Schwindel, als das Blut absackte. Aber trotzdem stand er auf, humpelte zu einer Kommode und holte sich eine schwarze Hose, weiche Stiefel im selben Farbton und ein weißes Hemd heraus.

Als er sich angezogen hatte, ging er zu einem der Fenster und öffnete es weit. Die laue Brise strich über sein Gesicht, wie tausend sanfte Finger.

Die Wachen musterten ihn nachdenklich. Niemand konnte solche Verletzungen so schnell wegstecken und das auch noch überleben... Dieser Avalos war wahrlich ein Mysterium, so geheimnisvoll wie alle immer sagten.
Aber zugern hätten sie erfahren, was den Schatten so dermaßen zugerichtet hatte...

Schließlich öffnete sich die Tür und Lyna trat ein, immer noch mit einem seligen Lächeln.

Er umarmte sie wortlos, innig und liebevoll zugleich.

"Ich sollte wohl schnellstmöglich wieder zu Kräften kommen... Der Krieg, der uns erwartet, wird lang, blutig und ziemlich brutal."

Er lächelte schräg.

"Was hältst du davon, wenn ich mir einen Kinnbart stehen lasse?"

#1272
Kaysallie

Kaysallie
  • Members
  • 1 082 messages
Allie sagte nichts als sie Jule darum bat in dem Gemach zu warten. Keinen Unsinn treiben? Als ob Allie ein Kind wäre das nicht weiß was es tun darf und was nicht. Sie musterte kurz den orlaisanischen Gefangenen neben dem Jule herging, doch es interessierte sie nicht sonderlich um wen es sich dabei handelte und was er verbrochen hatte. Sie ging weiter und betrat Jules Gemach, wobei sie die Wachen wieder mit ihren Blicken verfolgten, jedoch keinen Ton von sich gaben. Sie sah die vielen Weinflaschen am Tisch stehen und das zerbrochene Glas. Dann ging sie auf eines der Fenster zu und betrachtete einen Moment lang die Aussicht. Es war eigentlich ein schöner Tag, doch das interessierte sie eher wenig. Sie blickte auf den Horizont und hielt nach dunkler Brut Ausschau. Allie war sich dessen sicher, dass diese eines Tages oder Nachts auf FellRemnon herfallen würden, entweder aus Zufall oder weil sie an Allie Rache nehmen wollen würden. Denn schließlich hatte sie ihnen ihren Plan ein wenig durchkreuzt. Sie wusste nicht ob sie ihr Blut auf Vorrat abgenommen hatten oder ob sie nun einen neuen Spender brauchten. Doch alleine dafür, dass sie geflohen war und einigen der Armee durch den Angriff auf die Bronto das Leben nahm, würden sie sich an ihr rächen wollen. Doch einerseits wartete sie mit Freuden auf eine Wiederbegegnung mit diesen Kreaturen, denn ihr Durst nach Rache und Genugtuung war noch nicht gestillt. Dann schloss sie die Augen und die Sonne pralle auf ihr Gesicht. Nach ein paar Minuten drehte sie sich um und verließ das Gemach wieder. Sie hatte eindeutig keine Geduld mehr und besseres mit ihrer Zeit anzufangen als in dem Gemach herumzustehen.

Währenddessen sie durch die Gänge des Schlosses streifte, band sie sich den Hallawollverband wieder um die Augen, denn sie begannen langsam wieder zu brennen, doch sie konnte alleine durch ihr Gespür so weiterlaufen wie jemand der normal sehen konnte. Dann ging sie an dem Gemach von Bella vorbei und blieb kurz stehen. Bella hatte seit der Ankunft kein Wort mit ihr gewechselt, doch scheinbar war diese zu sehr mit Trauern wegen Avalos beschäftigt. Daher ging sie einfach weiter, anstatt an die Tür zu klopfen, verließ das Schloss und ging in Richtung der Gärten.


#1273
Bellandyrs

Bellandyrs
  • Members
  • 1 091 messages
"Was war denn los" wollte Theoderich wissen.



"Nichts von Bedeutung. Seid Ihr mir böse, wenn ich Euch nun bitte zu gehen? Ich denke, langsam sollte ich mich herrichten, das Dinner wird sicherlich in spätestens zwei Stunden serviert werden, und ich hoffe, heute an Eurem Tisch sitzen zu können." Charmant lächelte sie den Zwerg an.



"Selbstverständlich bin ich nicht böse, ich freue mich, wenn ich Euch heute Abend Gesellschaft leisten kann." Mit diesen Worten verabschiedete er sich. Er würde die Zeit bis zum Essen im Park verbringen, es war angenehm draussen.



Bella holte das dunkelblaue Kleid aus dem Schrank. Ihr gebrochenes Herz paßte wunderbar zu dem Ausschnitt, auch farblich würde es sich gut ergänzen. Außerdem würde es doppelt gut zur Wirkung kommen.

Sie ging ins Badezimmer, ließ heisses Wasser ein und griff zum Badezusatz. Melisse hatte sich gut bewährt, dieses würde sie wieder nehmen. Irgendwie mochte sie den Duft, wenngleich es sicher nie an die Liebe zum Lavendel herankommen würde.



Langsam ließ sie ihre Kleidung zu Boden gleiten und stieg in die Wanne. Sie schloß die Augen. Wie herrlich war baden... davon würde sie wohl nie genug kriegen. Ihre Gedanken wanderten zu Lyna. Wie es ihr wohl gehen mochte? Würde die Freundin es verkraften, wenn Avalos wirklich sterben würde? Zumindest würde Bella immer für sie da sein, irgendwie hatte sie das Gefühl, dass die gemeinsame Liebe für den gleichen Mann sie eher zusammenwachsen ließ. Jedenfalls fühlte sie sich der Dalish näher als je zuvor.

Sie selber hatte für sich Frieden mit ihm geschlossen. Sie hatte ihm all das an den Kopf geschmissen und von der Seele geredet, was sie ihm schon immer sagen wollte, aber sich nie getraut hatte. In diesen Minuten hatte sie bereits innerlich Abschied von dem Menschen Avalos genommen, so dass es sie wohl nicht mehr aus der Bahn werfen würde, wenn er seinen Wunden erlag.



Sie merkte, dass etwas in ihr vorging, aber sie konnte es nicht in Worte fassen oder erklären. Sie spürte nur, dass ihre Herzlichkeit schwand, wenngleich sie die Trauer überwunden hatte. Das wiederum ging ihr beinahe zu schnell, normalerweise dauerte Liebeskummer länger, wie sie bereits am eigenen Leib erfahren hatte. Aber sie hatte keinen Liebeskummer. Kein bischen. Dafür war Avalos zu sehr Teil in ihren Gedanken, beinahe als wäre er in ihr und versuchte, jegliche Gefühle zu unterdrücken. Das traf es wohl auch, als sie ihm sagte, dass er ihr die Fähigkeit genommen hatte, zu lieben, hatte sie die Wahrheit ausgesprochen. Es war ohnehin müssig, darüber nachzudenken, was in ihr vorging. Sie wußte nur, dass etwas mit ihr passierte, aber sie wußte nicht, was.



Leise seufzend öffnete sie die Augen wieder und wusch sich die Haare. Dann stieg sie aus der Wanne, wickelte sich in ein Badetuch ein und rubbelte die Haare handtuchtrocken. Diese kämmte sie noch durch und ging dann zurück in ihr Gemach. Der Dampf hatte den Spiegel völlig beschlagen, da konnte sie erstmal nicht hinein.



Sie schlüpfte in das Kleid und zog die silbernen Stiefel dazu an. Im Spiegel kontrollierte sie den Sitz der Robe, und sie war begeistert. im Oberteil war ein unsichtbarer Büstenhalter eingearbeitet der das Dekollete gut betonte. Eng anliegend, nur der Rock war etwas ausgestellt, aber fiel eben ohne Wellen hinab. Es reichte bis einen fingerbreit an den Boden hinab, wenn sie die Schuhe auszog, würde sie als Kehrmaschine dienen können. Das Amulett lag genau am Halsansatz, in der kleinen Kuhle, die dort war. Sie drehte sich leicht, die Seide raschelte leise und schwang träge nach. Der Rücken an sich war auch ein Blickfang, ein tief ausgeschnittenes, bis zum Anfang der Schulterblätter reichendes V ließ viel Haut erkennen. Die Ärmel waren nur oben an der Schulter gerafft, nach unten fielen sie auch V-förmig hinab, auf der Unterseite etwas länger geschnitten als oben, und es sah beinah ein wenig nach Fledermaus-Ärmeln aus, da der Rand nochmal zusammengefaßt war, wo der längere Stoff begann. Dieser endete eine Handbreit unter dem Ellbogen, die Oberseite eine Handbreit darüber. Bella lächelte ihrem Spiegelbild zu.



Mittlerweile konnte man den Spiegel auch wieder brauchen. Sie wählte dunkelblauen Lidschatten für das untere, bewegliche Augenlid. Sie umrandete ihre Augen mit Kohlestift, es sah beinahe mystisch aus. Leichtes rose auf die Wangen und die Lippen. Fehlte nur noch ihr heißgeliebter Lavendelduft.



Sie griff nach dem Fläschchen, öffnete es vorsichtig, und der intensive Lavendelgeruch schlug ihr entgegen. Im selben Moment wurde ihr spei-übel, unerklärlicher Hass loderte in ihr auf, und reflexartig warf sie die Phiole gegen die Wand, wo es in tausende kleine Scherben zersprang. Das reine Lavendelkonzentrat verteilte sich über dem Boden und setzte das Aroma frei. Bellas Augen waren schwarz vor Zorn und sie zertrat verächtlich die Überreste der Flasche. Das Knirschen unter ihren Sohlen war Musik in ihren Ohren.



Dann nahm sie ein orange-farbenes Flakon, roch daran und tupfte sich davon etwas auf Hals, Schläfe und Handgelenke. Es roch in der Kopfnote nach Orangen, aber als der erste Duft sich verflogen hatte, war es angenehm schwer... Zimt und Nelke drangen hervor, und ein Hauch von Ingwer erfrischte das ganze wieder.



Vor Zorn bebend verließ sie das Bad und herrschte ihre Leibwache an:

"Da drin ist ein Flakon zu Bruch gegangen. Wenn Euch Euer Leben lieb ist, sind die Scherben bis nach dem Abendessen beseitigt, und nichts mehr riecht da drinnen nach Lavendel. Absolut nichts, habt Ihr verstanden? Wenn nicht dann gnade der Erbauer Eurer Seele."

Die Wache wurde bleich und sah Bella unsicher an. So hatte er diese noch nie erlebt, was war nur in die Zwergin gefahren?



"Und glotzt mich nicht so ungläubig an, ich schneide Euch eigenhändig die Kehle durch wenn das nicht bis dahin erledigt ist."

Sie schnappte sich ihre Panzerhandschuhe, seidig wie sie aussahen, wollte sie diese heute anziehen, und verließ ihr Zimmer, wo sie mit lauten Knall die Tür hinter sich zufallen ließ. Dann rauschte sie den Flur entlang, die Treppen hinunter und aus dem Portal hinaus. Sie wollte nur noch in die frische Luft und diesen verdammten Lavendelgeruch aus ihrer Nase bringen.

#1274
govi1

govi1
  • Members
  • 440 messages
"Der Krieg kann warten", antwortete Lyna lächelnd und hielt Avalos den Korb aus der Küche hin, "du solltest zuerst etwas essen. Du hast zwar schon die Kraft gefunden, das Bett zu verlassen und dich anzuziehen... aber du solltest dich dennoch schonen und etwas zu dir nehmen." Man hörte ihrer Stimme an, wie sie sich um seine Gesundheit sorgte.



Kein Wunder, immerhin wies sein Körper immer noch unzählige Verbände und Wundumschläge auf. Unglaublich, dass er diese Verletzungen überlebt hat, noch unglaublicher, dass er jetzt steht und redet, als sei nichts geschehen. "Ich müss ja einen fürchterlichen Anblick bieten", meinte sie nachdenklich und richtete vergebens ihre Frisur. Schlaf konnte sie auch gebrauchen, genauso wie eine kalte Dusche.



"Mit einem Kinnbart kann ich mich anfreunden", fuhr sie fort und musterte nachdenklich sein Gesicht. "Solange er kurz bleibt und nicht wie der einer Ziege aussieht." Sie lächelte ihn schelmisch an, ihre Miene verdunkelte sich im nächsten Augenblick aber gleich wieder.



"Avalos... wer hat dir das angetant?", fragte sie leise, sodass es die anwesenden Soldaten nicht hören konnten. Bei den Göttern, eine solche Schandtat konnte sie nicht einfach so hinnehmen... wer auch immer dafür verantwortlich war, hoffentlich hatte er seine gerechte Strafe gefunden.

#1275
Guest_Juleiila_*

Guest_Juleiila_*
  • Guests
„Freut mich das ihr Gnade erwiesen bekommen habt. Aber ich habe noch was zu tun. Vielleicht sehen wir
uns nachher.“ sagte Jule und klopfte Jannis auf die Schulter. Sie ging in die Schlossküche, und holte sich dort einen Korb. Aus freiem Triebe heraus packte sie das voller Semmeln, eingepackten Schinken und Käse voll. Damit ging sie hoch in ihr Gemach, wo sie feststellen musste das Allie weg war. Sie seufzte, legte den Korb auf ihrem Tisch ab und setzte sich hin. Das war natürlich so klar, das diese nicht hier bleiben würde, sondern einfach verschwand.

Jule seufzte, schüttelte den Kopf und stand auf. Sie beschloss ein Bad zu nehmen, und ging ins Badezimmer. Dort lies sie sich Wasser ein und sparte nicht an flüssiger Seife, damit sich auch viel Schaum bildete. Immerhin konnte sie so nie baden, als Wächter ging das nicht. Und schon gar nicht im Gesindeviertel. Jule stieg ins Wasser und wusch sich gründlich. Als sie damit fertig war, ging sie raus, trocknete sich ab und richtete sich zurecht. Sogar die Schminke blieb nicht aus. Dann zog sie das Kleid an was sie auch am Ball trug.

Danach ging sie auf den Tisch zu, trank die letzte viertel Flasche Wein, und holte sich ein Buch aus dem Schrank im Wohnraum. Es war ein Roman. Evermore - Die Unsterblichen hieß das Buch, und Jule fand den Titel
wirklich interessant. Sie schwanke vom Regal weg, und ging durch ihre Zimmertür. Die wachen glotzen natürlich wieder dumm, doch Jule beachtete sie nicht.



Sie ging durch den großen Saal hinaus in die frische Luft. Dort setzte sie sich auf eine Bank, schlug ihr
linkes Knie auf das Rechte und las sich die Kurzbeschreibung des Buches durch ….

Ever ist sechzehn Jahre alt, als sie ihre gesamte Familie bei einem Unfall verliert – sie überlebt als Einzige. Seither ist sie in sich gekehrt und kapselt ihre verletzte Seele von der Außenwelt ab. Alles ändert sich jedoch, als
sie Damen zum ersten Mal in die Augen blickt. Denn Damen sieht nicht nur verdammt gut aus, er hat etwas, was Ever zutiefst berührt. Aber irgendetwas an ihm irritiert sie. Seitdem sie dem Tod so nahe war, besitzt sie nämlich die einzigartige Fähigkeit, die Gedanken der Menschen um sie herum hören und ihre Aura sehen zu können. Doch nicht so bei Damen: Er scheint diese Gabe auf mysteriöse Weise außer Kraft zu setzen. Sie sieht und hört nichts – für sie ein untrügliches Zeichen, dass Damen eigentlich tot sein müsste. Er wirkt aber alles andere alles leblos, und am liebsten würde Ever sich nie mehr von seinem warmen Blick lösen. Wenn sie sich nur nicht
ständig fragen müsste, wer er eigentlich ist und was er ausgerechnet von ihr will …


„Hmm. Klingt doch interessant.“ sagte Jule. Doch als sie gerade das Buch aufschlagen wollte, flog ein
Rabe knapp an ihrem Gesicht vorbei und setzte sich vor ihr am Boden ab. Vor Schreck flog ihr das Buch aus den Händen – in den Dreck. „Verdammt!! Dummer Rabe. Verzieh dich!!“ fluchte Jule und schlug mit den Füßen aus. Doch der Rabe wollte nicht verschwinden. Sie seufzte, hob das Buch auf, und ging in den Schlossgarten. Der Tag kam ihr total langweilig vor, und sie wirkte etwas gestresst. Im Schlossgarten angekommen legte sie sich in die grüne Wiese. Sie lies die Sonne auf sich herab strahlen, und genoss es förmlich. Hier könnte sie ein paar Stunden dösen, doch dann merkte sie das der Rabe wieder vor ihr landete. Sie seufzte und grummelte, lies sich aber nicht weiter den Tag verderben.

Jule schloss die Augen, und es störte sie auch nicht das die Sonne so arg heiß war. So bekam sie wenigstens einen dunkleren Teint. In der Hinsicht war sie etwas neidisch auf Lyna. Sie hatte wunderschöne gebräunte Haut. Und Jule war so blass. Aber das lag bestimmt daran, das Lyna eine Dalish war. Immerhin lebten die ja in der Wildnis. Jule war am überlegen, ob sie Lyna nicht doch aufsuchen sollte. Und ob sie die Sache wegen Bella, nicht doch vergessen sollte. Lyna ging es bestimmt gerade nicht gut, da es ja um Avalos schlecht stand. Jule schweifte von den Gedanken ab, verkreuzte ihre Arme hinter dem Kopf, und schlug die Füße übereinander. Jetzt wäre ihr das Zeug recht gewesen, was sie in Orzammar von diesem Händler gekauft hatte. Dann könnte sie sich noch mehr entspannen.



.................


(Wie das buch heißt könnt ihr ja lesen,^^ )



.

Modifié par Juleiila, 11 avril 2010 - 10:27 .