Quellenangabe unter dem Artikel.
Habe nichts verändert, nur Copy&Paste.
Hinter den Kulissen von Bioware
Etwa 800 Menschen arbeiten in den Entwicklerstudios BioWar, um so bekannte Titel wie "Dragon Age: Origins" zu programmieren. Und wie machen sie das? Entspannt und professionell.
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Was macht ein gutes Computerspiel aus? "Das ist die Gestaltung einer emotionalen Erfahrung in der Szenerie, im Game-Play, mit den Figuren und in der Spielgeschichte", antwortet Ray Muzyka, einer der beiden Gründer des Entwicklerstudios BioWare. Von den Geschichtenerzählern aus Kanada kommt in dieser Woche unter dem Titel "Awakening" die erste Erweiterung des epischen Fantasy-Rollenspiels "Dragon Age: Origins" heraus. "Wir verbringen viel Zeit damit, zuerst die Szenerie und die Kulisse unserer Spiele zu fertigen, ehe wir uns dann in die richtige Game Story vertiefen", erklärte Muzyka in einem E-Mail-Interview.
"IP creation"
Diese intern als "IP creation" bezeichnete Phase mit der Entwicklung der "Intellectual Property" (IP), also des geistigen Eigentums, kann bis zu einem Jahr dauern. Die eigentliche Spielgeschichte verfasst üblicherweise ein Hauptautor (lead writer), der von drei oder mehr Kollegen unterstützt wird. Aber letztlich beteilige sich das ganze Team an der Entwicklung einer Game Story. Ideen für einen bestimmten Spielabschnitt werden oft von denjenigen Entwicklern vertieft, die für diesen Bereich zuständig sind. "Sobald wir unsere Vision und unsere Ziele festgelegt haben, fangen wir mit der Design- und Technikentwicklung an", erklärt Muzyka zur nächsten Phase der Computerspielproduktion.
Dabei findet ein großer Teil der Arbeit parallel statt. So verfeinern etwa Grafiker und Animationsexperten das Aussehen und die Bewegungsabläufe der Figuren, während Audiotechniker an der Soundkulisse basteln und Programmierer an der künstlichen Intelligenz. Die letzte Produktionsphase beginnt, sobald ein einzelner kleiner Abschnitt des Computerspiels in der gewünschten Qualität fertiggestellt ist und in der Sprache von BioWare einen "Gold-Standard" erreicht hat. Jetzt gebe es ein erstes anschauliches Beispiel, wie das Spiel insgesamt aussehen sollte, erklärte Muzyka. "Dann öffnen wir die Schleusen und starten den vollen Produktionsprozess, in dem der überwiegende Teil der Inhalte erstellt wird."
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Der Code eines Computerspiels muss an die Besonderheiten der jeweiligen Plattform angepasst werden. Für die Nintendo-Konsole Wii hat BioWare nicht viel entwickelt, aber alle anderen Systeme wie Xbox 360, PlayStation 3, Windows-PC und Mac werden regelmäßig bedient. Auch fürs iPhone, Nintendo DS und sogar für Facebook werden Spiele produziert. Bestimmte Vorlieben für eines dieser Systeme gebe es nicht, sagt Vorstandschef Muzyka: «Wir sind Plattform-Agnostiker.»
Skitouren und Fußball statt Zocken an der Konsole
Der zweite Gründer von Bioware, Greg Zeschuk, beschreibt die Arbeitsatmosphäre in den Studios als "entspannt aber professionell". Die für ein Spiel zuständigen Teams sollen möglichst an einem Ort arbeiten. Bei der Gestaltung ihres Arbeitsplatzes können die Entwickler persönliche Vorlieben ausleben. "Wir arbeiten gern hart, aber wir spielen auch hart", sagt Zeschuk.
Der BioWare-Präsident spricht aber nicht vom Zocken am Computer oder an der Spielkonsole, sondern von Spielen im Freien: "Im Winter unternehmen wir viele Ski- oder Snowboard-Touren, und im Sommer spielen wir Fußball oder treffen uns zum Drachenbootrennen." Bei BioWare sind insgesamt mehr als 800 Menschen beschäftigt - im ursprünglichen Studio in Edmonton in der kanadischen Provinz Alberta, in Montreal, in der texanischen Stadt Austin und in Fairfax, Virginia, bei dem angeschlossenen Studio Mythic, das mit Warhammer Online bekannt wurde. BioWare gehört seit 2008, 13 Jahre nach der Gründung, zu Electronic Arts.
Mit Elfen und Magiern gegen die Dunkle Brut
Seit dem zweiten Teil des Rollenspiels Baldur's Gate im Jahr 2000 hat BioWare lange Zeit keine Fortsetzungen mehr vorgelegt, sondern immer wieder neue Spiele wie "Star Wars: Knights of the Old Republic" (2003), "Jade Empire" (2005), "Mass Effect" (2007) oder "Dragon Age: Origins" (2009). "Als wir jetzt bei Mass Effect 2 auf einem stabilen Satz von Tools und Techniken aufbauen konnten, war das ein Traum», sagt Zeschuk über das im Januar erschienene Science-Fiction-Epos. "Und das war sicherlich ein Faktor dafür, dass wir eines unserer bisher besten Spiele angefertigt haben." Besonders weitgespannt ist die Spielwelt von "Dragon Age: Origins", die jetzt mit "Awakening" noch einmal erweitert wird.
Neu hinzugekommen ist das Land "Amaranthine", und auch dort geht es darum, mit Elfen, Magiern und Grauen Wächtern die Dunkle Brut zu bekämpfen - allerdings nur für erwachsene Fantasy-Fans, weil das Spiel als ungeschnittene Originalversion keine Jugendfreigabe erhalten hat. Zu den nächsten Vorhaben gehört das zurzeit in Austin entwickelte "Star Wars: The Old Republic"in Zusammenarbeit mit LucasArts und "einige neue und aufregende Projekte bei BioWare Mythic, die noch nicht angekündigt sind".
Bisher sei es bei der Entwicklung von Computerspielen eher unüblich, den Fokus auf die Spielgeschichte zu legen anstatt auf Action oder die Erkundung fremder Welten, sagt Zeschuk. Ermutigt fühlt sich BioWare aber von den Trends in Europa: "Da gibt es viele Studios, die wir bewundern, wie Quantic Dream in Frankreich oder Piranha Bytes in Deutschland. Beide haben einige ziemlich coole Sachen gemacht."
(Peter Zschunke, apn, N24)
16.03.2010 12:46 Uhr





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